Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Michael Robotham – Der Erstgeborene

Inhalt

Der Psychologe Cyrus Haven berät die Polizei bei der Aufklärung von Straftaten. Dabei wurde er als Jugendlicher selbst Opfer eines Verbrechens: Sein geistig verwirrter Bruder Elias schlachtete ihre gesamte Familie ab, nur Cyrus überlebte das Massaker. Nun, 20 Jahre später, soll der angeblich geheilte Elias in Cyrus‘ Obhut entlassen werden – und konfrontiert diesen auf brutale Art mit seiner Vergangenheit. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

“Der Erstgeborene” ist Teil 3 der Cyrus Haven-Reihe, kann jedoch unabhängig von Band 1 (“Schweige still”) und 2 (“Fürchte die Schatten) gelesen werden, da wichtige Informationen gut verständlich eingebaut sind. Michael Robotham – Der Erstgeborene weiterlesen

Klönne, Gisa – Wald ist Schweigen, Der

_Deutschkrimi: realistisch und beängstigend_

Es könnte so idyllisch sein: ein entlegenes Tal, ein einsames Forsthaus, sympathische Aussteiger und viel, viel Wald. Doch dann liegt die Leiche eines Mannes in einem Hochsitz, und Kommissarin Judith Krieger, kettenrauchend und chronisch müde, beginnt zu ermitteln. Nach einer Reihe von Fehlern wird sie beurlaubt, aber ihr Kampfgeist erwacht, als eine zweite Leiche im Wald gefunden wird – in einem Bombenkrater. (abgewandelte Verlagsinfo)

|Die Autorin|

Gisa Klönne, geboren 1964 an einem unbekannten Ort. Studium der Germanistik und Anglistik sowie Politologie, außerdem Theater-, Film und Fernsehwissenschaften an in- und ausländischen Universitäten.

Nach erfolgreichem Abschluss Festanstellungen in verschiedenen Zeitschriftenredaktionen. Außerdem umweltpolitisch korrekt beim BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) in verschiendenen Bereichen tätig. Seit 1999 ist Gisa Klönne selbständig und beschäftigt sich neben der Mitarbeit in zahlreichen Verbänden mit dem Schreiben von Romanen und Herausgeben von Anthologien.

Sie hält Seminare zu Themen wie „Reportage und Porträt, Schreiben fürs Internet, Pressearbeit und Kreatives Schreiben“ und ist nicht zuletzt als Reisereporterin unterwegs. Zurzeit lebt Gisa Klönne in Köln und der zweite Krimi ist in Arbeit. (Alle Angaben stammen von der Webseite http://www.koeln-krimi.de und lassen sich unter der Autorenhomepage http://www.gisa-kloenne.de nachprüfen.)

|Die Sprecherin|

Edda Fischer hat sich einen Namen gemacht als Theater- und Kino-Schauspielerin sowie als Sprecherin (Literatur, Lesung). Sie trat in Serien wie „Praxis Bülowbogen“, „SOKO Köln“, „Tatort – Willkommen in Köln“, in „Ohrenweide“ (WDR) und sogar in „Manta – der Film“ auf. Sie wirkte an Perry-Rhodan-Hörspielen mit, trat zudem in Literatursendungen auf. Sie wohnt in Düsseldorf. (Verlagsinfo)

|Der Regisseur|

Stefan Hackenberg studierte Jura, Anglistik und Germanistik in Köln. Ab 1986 war er Literaturdozent und Autor, ab 2000 arbeitete redaktionell und journalistisch für Fachmagazine, Hörfunksendungen wie die „Ohrenweide“ (WDR) und wurde Regisseur für Computerspiele (!) und bei künstlerischen Hör-Produktionen. Er bearbeitet Drehbücher, Hörbücher und Hörspiele. Lebt seit Jahren „bewusst“ in der Eifel. (Verlagsinfo)

_Handlung_

Es hätte wohl ein idyllischer Sonntag im Wald des Bergischen Landes zwischen Rhein und Sieg werden sollen, aber was Egbert Wiehl außer Pilzen noch findet, schlägt ihm schwer auf den Magen. Erst liegt da eine junge Frau in Joggerhosen am Boden, die sich die Seele aus dem Leib kotzt. Dann erst bemerkt er die Scharen von Krähen, die sich um einen Hochsitz versammeln und offenbar ein Festmal feiern. Es stinkt nach Verwesung …

|Ein Albtraum|

Kommissarin Judith Krieger, 38, hat wieder einen ihrer Albträume von ihrem verstorbenen Kollegen und Freund Patrick. Sie reitet auf einem Schimmel, der sie aus dem Wald auf offenes Feld hinausträgt. Sie kann nicht anhalten, wird mitgetragen … Judith hat schwere Schuldgefühle, dass sie Patrick hat für sich einspringen lassen und dass er bei diesem Kripo-Einsatz erschossen wurde. Das Telefon reißt sie aus dem Schlaf: Ein Toter wurde im Wald bei Unterbach gefunden. Ihr Boss Axel Millstedt sagt, sie muss für andere Kollegen einspringen, denn es ist Sonntag, der 26. Oktober. Bald ist Halloween.

Der Tote ist etwa 1,80 m groß, hat blondes Haar und trägt – soweit sie das anhand dessen, was die Krähen übrig gelassen haben, feststellen kann – blondes Haar. Er war muskulös, vielleicht ein Sportler. Daher findet Judith die selbstgedrehten Zigaretten auf dem Boden des Hochsitzes merkwürdig: Sportler können es sich kaum leisten, ihre Lunge mit Rauch und Teer zu belasten. War jemand bei ihm? Sie stellt einen Plastiksplitter sicher. Der Rechtsmediziner stellt fest, dass der Mann etwa sieben bis zehn Tage tot ist und zweimal von Schrotladungen durchlöchert wurde. Da wollte jemand sicher gehen, dass er auch wirklich stirbt.

|Die Försterin|

Die junge Frau am Tatort, die Egbert Wiehl gefunden hat, ist die lokale Försterin. Sie lebt in der Nähe im alten Forsthaus Unterbach. Und selbstverständlich besitzt Diana Westermann, 28, kraft ihres Amtes auch Schusswaffen, darunter auch Schrotflinten. Aber was sie der Kommissarin und ihrem hinterlistigen Kollegen Manfred Korzilius verschweigt: Sie hat immer eine Flinte unterm Bett versteckt, quasi als Reserve. Als man sie endlich in Ruhe lässt, bemerkt sie, dass die Waffe kürzlich benutzt wurde. Aber nicht von ihr …

|Der Ashram|

In der Nähe von Unterbach liegt das Gut Sonnenhof. Es ist mittlerweile in einen „Ashram“ umgewandelt worden, der hinduistische und buddhistische Ideale verbreiten will – ganz praktisch aber auch Yoga-Übungen anbietet. Die Nacht kostet stolze 65 Euro. Judith Krieger will den Leiter sprechen. Es sind zwei: Heiner von Stetten, der wie ein Buddha aussieht, und seine Frau Beate, die Judith misstrauisch beäugt. Keiner von ihnen weiß etwas über den Toten. Judith bemerkt eine junge nervöse Frau mit Rastalöckchen, die dem Anschein nach von einem rothaarigen Mann mit Froschaugen bewacht wird. Sie tauft ihn insgeheim Kermit. Sein Ashram-Name lautet Vidanya.

Die junge Frau heißt Laura und ist Diana Westermann bestens bekannt, denn Laura passt tagsüber auf die Försterhündin Ronja auf. Laura vermisst ihren Geliebten Andi, den sie schon am Gymnasium in Bonn kennen und lieben gelernt hatte. Nun vertreibt sie sich die nächtliche Einsamkeit mit Sex, den sie mit dem besitzergreifenden Jay hat. Sie wundert sich über seine häufige nächtliche Abwesenheit, die er nicht erklären will.

|Die Villa|

Der Tote wird als Andreas Wengert identifiziert, Sportlehrer am Schiller-Gymnasium in Bonn. Judith fährt mit Manfred Korzilius hin. Juliane Wengert ist eine schöne elegante Villenbesitzerin mit einem porzellanhaften Teint. Manni gibt ihr den Spitznamen „Miss Marmor“. Und als genauso weiß und hart erweist sie sich auch. Die vielreisende Dolmetscherin gibt vor, ihren Mann nicht zu vermissen, obwohl er schon zehn Tage auf einer Motorradtour unterwegs sein muss. Manni hat dessen BMW-Motorrad in einer Scheune bei Unterbach entdeckt: Der Zündschlüssel steckte noch. Würde das ein vernünftiger Mann tun?

Als er Frau Wengert eröffnet, man habe sein Motorrad verlassen im Wald gefunden, springt sie unvermittelt auf und rennt nach oben. Nachdem sich Manni und Judith von ihrer Überraschung erholt haben, springen sie auf und eilen ihr nach. Wo ist sie in diesem riesigen Haus? Judith hat den richtigen Riecher und findet das Badezimmer. Sie packt Frau Wengert und schreit sie an, was sie genommen hat, denn sie glaubt, die wolle sich vergiften, um sich der Gerechtigkeit zu entziehen. Manni taucht mit gezückter Pistole auf, weil er Schreie hört. Da endlich merken sie, dass die Wengert sich bloß erbrochen hat. Judith hat, traumatisiert von den Patrick-Albträumen, völlig überreagiert.

|Die Rote Karte|

Manni ist genervt und Chef Millstedt peinlich berüht. Er legt Judith nahe, sich beurlauben zu lassen und lässt sich von ihr sowohl Marke als auch Dienstwaffe aushändigen. Judith weint und geht nach Hause. Dort findet sie einen Abschiedsbrief von ihrem Freund Martin vor, der ihr die Wohnungsschlüssel zurückschickt. Heute geht auch alles den Bach runter, denkt sie und fängt an, sich zu besaufen.

Nun hat Manni Blut gerochen und schießt sich auf Juliane Wengert ein. Obwohl diese ihren Anwalt Albrecht Tornow hinzuzieht, ergeben sich laufend neue Verdachtsmomente gegen sie. Sie verschweigt zum Beispiel, dass ihr Mann eine Affäre mit einer – igitt! – minderjährigen Schülerin (obige Laura) hatte. Und sie verschweigt, dass sie eine Auslandsreise nach Jamaika gebucht hat. Manni schafft es, sie in U-Haft nehmen zu lassen. Schluss mit lustig. Die Villa wird durchsucht.

|Leiche Nummer zwei|

Aber Judiths „Instinkt“ sagt ihr, dass im Ashram etwas oberfaul ist, denn die beiden Leiter kommen ihr nicht koscher vor. Sie lässt sich dort aufnehmen, angeblich um sich vom Psychologen Heiner ihre Depression kurieren zu lassen, in Wahrheit, um seine Unterlagen nach Verschwundenen zu durchforsten, z. B. nach einer gewissen Darshan Maria Klein, die Manni sucht und deren Handy Diana Westermann inzwischen im Wald gefunden hat. Aber Darshan ist nie im indischen Ashram, wohin sie wollte, angekommen …

Hat nun Manni Recht mit seiner Theorie, dass die Wengert ihren Mann aus Eifersucht tötete, oder Judith, die glaubt, dass die Lösung im Ashram liege? Es steht eins zu null für Manni, doch dann finden Dianas Waldarbeiter eine weitere Leiche im Wald – in einem Bombenkrater aus dem Zweiten Weltkrieg.

Wenn Judith offiziell beurlaubt ist und sich dennoch an Tatorten herumtreibt, wie soll sie dann diesen wichtigen Fund ihrem Kollegen und ihrem Chef gegenüber rechtfertigen? Ihre Karriere, nein, ihre Zukunft liegt in Mannis Händen. Ist er ein Freund – oder ein Schwein?

_Mein Eindruck_

Dieser Krimi aus deutschen Landen ist ein sauberes Stück Arbeit. Endlich macht jemand mal klar, was der Kripoalltag an persönlichen Opfern von den Beamten fordert. Die Hauptfigur, Judith Krieger, leidet an einem Schuldtrauma und schafft es nur mit äußerster Mühe, ihren Job richtig zu machen. Schon wieder eine Leiche im Wald. Und dann noch eine weitere im Bombenkrater. Junge Frauen auf Abwegen. Sind Krieger und Diana Westermann die nächsten Opfer? Krieger begibt sich jedenfalls in die Schusslinie. So viel Pflichtbewusstsein (oder ist es ihr Trauma?) finden wir natürlich cool.

|Jenseits der Grenze|

Dass ihr Vorgehen keinesfalls vom Gesetz abgedeckt ist, ist ihrem Kollegen Manni natürlich ein Dorn im Auge, und wenn ihr Chef davon erführe, flöge sie achtkantig aus der Kripo. Man darf sich als Leser bzw. Hörer durchaus fragen, wie verbreitet ein solches riskantes Vorgehen ist. Andererseits kann es uns nur recht sein, denn offenbar gelangt die Ermittlerin nur auf diesem Weg zu den nötigen Informationen.

|Geliebte Heldin|

Im beginnenden Finale erstaunt es dann aber schon ziemlich, dass Krieger, die „Schwertkönigin“, wie „eine Amazone“ oder „Jägerin“ – die Autorin verliebt sich offensichtlich in ihre eigene Hauptfigur – das Kommando über die Kripostaffel übernimmt und auf diese Weise das Schlimmste verhindern kann. In dieser Stilisierung der Heldin verraten sich die Sehnsüchte und Wünsche der Autorin. Aber mal ehrlich: Jeder männliche Held, der zu Action taugt, wird mit den gleichen – natürlich maskulinisierten – Prädikaten versehen. Weicheier sind für den Müllberg der Geschichte.

|Ashram-Klischees|

Auch hinsichtlich der Darstellung des Ashrams schrammt die Autorin haarscharf an einem Sumpf von Klischees entlang: Meditierende Erleuchtungssucher, die von ihrem Guru hinters Licht geführt und ausgebeutet werden, kennt man schon, seit die Beatles 1968 von Maharishi Mahesh Yogi verarscht wurden und sich mit einem bissigen Lied („Sexy Sadie“) dafür revanchierten.

Und sexuelle Promiskuität? Herrje, die gibt’s wahrscheinlich in jedem Klüngel, der sich Orden oder Sekte oder Seminar nennt. Und außerdem wäre es auch furchtbar langweilig, wenn sich Männlein und Weiblein mal nicht außerhalb von Zucht und Ordnung zu „sportlichen Übungen“ träfen, denn sonst könnten ja gleich die Faschisten den Laden übernehmen. Ein solcher Überwachungsfanatiker scheint Vidanya zu sein, aber seine Gründe stellen sich als allzu menschlich und obendrein altruistisch heraus.

Die Autorin macht es daher ziemlich deutlich, dass es sich beim Ashram in Gut Sonnenhof nicht um das Domizil einer Sekte handelt, sondern um ein Seminarzentrum, das nicht von einem Guru, sondern von einem Psychologen (mit Buddhamerkmalen) und einer Frau (mit „Hexen“-Merkmalen wie rotem Haar) geführt wird. Die Macht liegt also nicht mehr alleine in den Händen von Männern. Daher fällt aber auch ein Teil des Verdachts auf die Ko-Leiterin des Ashrams. Eifersucht ist schließlich ein altbekanntes Motiv.

|Das Dunkel des Waldes|

Aber vor welcher Gefahr will der Roman eigentlich warnen? Dass junge Frauen zu Aussteigern werden und/oder einem Mann verfallen, der sie dann als seinen Besitz betrachtet, ist ja auch nicht gerade neu. Nein, so einfach ist es nicht. Lauras Spiel mit dem Feuer bezieht sich vielmehr darauf, dass sie gleich mit zwei Männern angebandelt hat: mit Andi Wengert und mit dem mysteriösen Jay aus dem Ashram. Sie traf sich mit beiden im nahen Wald zum Liebesspiel, mit der bekannten Folge, dass der eine den anderen kaltgemacht hat.

Dadurch verkehrt sich das Rückzugsgebiet Wald in sein Gegenteil. Es ist nun eine bedrohliche Wildnis, wo frau lieber Schutz suchen sollte als Abenteuer. Diana joggt hier zunächst ganz fröhlich, doch je mehr die Störung ihrer Privatsphäre zunimmt, desto unheimlicher wird ihr die ihr als Försterin anvertraute Umgebung. Ganz besonders auch deshalb, weil es hier nirgends Funkempfang per Handy gibt. Dieses kleine Detail zeigt, wie abhängig auch die Polizei von den kleinen Technikwundern geworden ist.

Dieses poetische Motiv des zwiespältig betrachteten Waldes ist für mich besonders interessant, denn ich lebe fast mein ganzes Leben am Rande eines Waldes, der den Städtern als Naherholungsgebiet dient. Fünfzig Metern von meinem Haus entfernt führt ein Bundeswanderweg durch die Botanik, und auf der Wiese hinterm Haus zeigen sich Eichelhäher und Grünspechte – typische Waldbewohner.

Wahrscheinlich hat mich der Roman mit seinen intensiven Waldbeschreibungen deswegen so stark beeindruckt. Wer sich allerdings keinen Wald vorstellen kann, dem dürfte der Zugang zur besonderen Eigenart dieses Krimis fehlen, die einen Großteil seiner Wirkung ausmacht. Lautet also die Botschaft, den Wald zu meiden? Nein, keineswegs. Vielmehr sollten sich Mädchen wie Laura (gerade mal 17) vorher überlegen, mit wie vielen und mit welchen Männern sie sich einlassen. Bevor es zu spät ist, so oder so.

|Ältere Damen|

Andererseits fällt es offenbar auch älteren Damen schwer, ihr Urteilsvermögen zu bewahren, wenn es um einen tollen Mann geht. Juliane Wengert ist offenbar eine Frau „aus gutem Hause“, wie man so schön sagt. Und ein Sportlehrer, da sind sich ihre villenbesitzenden Nachbarinnen einig, ist unter ihrem Niveau. Doch ihre Trauer um Andreas ist echt, als sie entsetzt und häppchenweise von seinem Ableben erfährt. Als sie jedoch mit zunehmendem Druck darüber informiert wird, dass er ja mindestens ein Verhältnis hatte, was das Eifersuchtsmotiv begründen würde, da muss sie erkennen, dass sie nicht mehr um ihren verlorenen Mann trauern kann. Diese Möglichkeit haben ihr die Polizisten, allen voran Manni, genommen. Ich bewundere die scharfsichtige Analyse von Julianes Gefühlen, die die Autorin in nur wenigen Sätzen vornimmt. Hier wird die zuerst hochnäsig erscheinende Lady auf eine ganz normale Frau reduziert, mit der wir Mitgefühl empfinden können.

|Die Sprecherin|

Juliane Wengert wird von der Sprecherin zunächst als eine sich stets distinguiert und beherrscht ausdrückende Dame präsentiert, doch Juliane verändert sich unter dem Druck der Polizeiermittlung: Ihre Marmoroberfläche zerbricht schrittweise, bis sie ein halbwegs menschliches Format erreicht hat. Sie herrscht ihren unfähigen Anwalt an, sie weint in der Zelle (es gibt jede Menge weinende Frauen in diesem Roman), bekommt aber schließlich ihre Freiheit zurück, doch das Leben, das sie früher hatte, hat sich in Rauch aufgelöst.

Da alle Hauptfiguren mit Ausnahme von Manni und Millstedt weiblichen Geschlechts sind, fällt es der Sprecherin Edda Fischer nicht schwer, sie mit ihrer Stimme zu charakterisieren und sie voneinander zu unterscheiden. Am markantesten ist da sicherlich Juliane Wengert. Aber auch Laura ist leicht auszumachen: Sie spricht fast immer einen inneren Monolog. Dadurch wird deutlich, dass sie in ihrer eigenen Welt lebt. Aber diese begrenzte Sichtweise verhindert auch, dass wir erkennen, um wen es sich bei Jay handelt.

Judith Krieger und Diana Westermann sind da schon schwerer auseinander zu halten. Doch da Krieger zehn Jahre älter ist und mehr Autorität besitzt, macht sich (meine ich gehört zu haben) ein härterer Tonfall bemerkbar. Außerdem ist immer sie es, die hier die Fragen stellt, ganz einfach.

Es gibt weder Musik noch Geräusche, also brauche ich keine Worte dazu verschwenden.

_Unterm Strich_

Gisa Klönne ist mit ihrem ersten Krimi eine eindrucksvolle Leistung gelungen: Er ist spannend bis zum Schluss, enthält realistische Schilderungen, hält beide Tattheorien im Gleichgewicht und wartet mit einigermaßen wahrscheinlichen Figuren auf. Natürlich sind einige Klischeeklippen zu umschiffen, so etwa der gesamte Komplex mit dem Ashram, aber auch Judith Krieger selbst, die Hauptfigur. Das gelingt nicht immer, hält sich aber in Grenzen.

Am eindrucksvollsten ist die Beschreibung des entscheidenden Schauplatzes: der Wald. Hier regiert das Gesetz des Dschungels, und das Hilfsmittel des allzeit verfügbaren Handys fällt hier komplett aus (ständig wird darüber geflucht), so dass die Akteure auf ihren eigenen Grips und ihre Initiative angewiesen sind, um zu überleben.

Edda Fischer macht mit ihrem Vortrag die spannende Handlung sehr anschaulich und hält in äußerst brenzligen Situationen oder wenn es auf feine Nuancen im Tonfall ankommt, stets das hohe Niveau, das ihre Lesung auszeichnet. Da kann man das Fehlen von Musik und Geräuschen durchaus verschmerzen.

|Keine Autoreninfos|

Dass man auf der Verpackung überhaupt keine Informationen zur Autorin bekommt, wohl aber ausführlichst zum Regisseur informiert wird, ist ein Anfängerfehler, der hoffentlich bald behoben wird. Stefan Hackenberg in Ehren, aber er interessiert den Zuhörer wirklich am allerwenigsten von allen Mitwirkenden. Leute, die im Tonstudio wirklich gut ihre Arbeit machen, brauchen solche Werbung nicht. Schlimm wäre es hingegen, wenn man sie wegen irgendwelcher Fehler bemerken würde.

|Hinweis|

… auf Judith Kriegers zweiten Fall. Das schreibt die Autorin auf ihrer Homepage (s.o.): „Ja, es gibt einen zweiten Fall für Judith Krieger und ihren Kollegen Manfred Korzilius. Ich arbeite gerade daran. Erscheinungstermin: Aller Voraussicht nach Herbst 2006. Arbeitstitel: ‚Die Eistaucher‘. Mehr verrate ich im Moment noch nicht.“ Wir freuen uns schon drauf.

|ca. 450 Minuten auf 6 CDs
Siehe auch unsere [Rezension 1879 zur Buchfassung.|

H.H. Ewers & Leonard Langheinrich-Anthos – Der Student von Prag (Gruselkabinett Folge 175)


Der Teufelspakt eines Spielers

Prag 1820. Der lebenshungrige Student Balduin träumt von seinem gesellschaftlichen Aufstieg und einer Liaison mit der Komtesse Margit. Auf das Angebot des ominösen Scapinelli, ihm hunderttausend Gulden gegen einen Gegenstand in Balduins Studierstube zu überlassen, geht dieser leichten Herzens ein. Zu spät merkt Balduin, dass er dem Teufel persönlich sein Spiegelbild verkauft hat, und dieses jetzt ein todbringendes Eigenleben führt… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren. Die Reihe Gruselkabinett wurde bereits mit dem HörKules, dem Hörspiel-Award, dem Vincent-Preis, dem Nyctalus, dem Ohrkanus und dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.
H.H. Ewers & Leonard Langheinrich-Anthos – Der Student von Prag (Gruselkabinett Folge 175) weiterlesen

Åke Edwardson – Zimmer Nr. 10 (Lesung)

Ausgezeichnet gelesen: das Geheimnis der weißen Hände

In einem verrufenen Hotel mitten in Göteborg wird eine junge Frau tot aufgefunden. Sie wurde erhängt. Ihre mit weißer Farbe bemalte Hand gibt Erik Winter Rätsel auf. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem mysteriösen Zeichen? Weitere Morde geschehen, und plötzlich gerät Winter selbst in Gefahr.

Der Autor
Åke Edwardson – Zimmer Nr. 10 (Lesung) weiterlesen

Meyer, Kai / Schlüter, Jörg / Illerhaus, Ulla – Der Brennende Schatten

_Nixenkampf mit dem Leviathan_

Venedig, 1830. Magie ist alltäglich, Stadtgardisten reiten auf steinernen Löwen durch die Gassen. Arcimboldo, der 15-jährige Lehrling eines Spiegelmachers, findet am Ufer der Lagune die schwer verletzte Meerjungfrau Unke. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in die Tiefen der See – durch die Ruinen versunkener Reiche, in die Welt der grausamen Meerhexe … (Verlagsinfo)

Der Brennende Schatten“ ist das Vorspiel zu „Die Fließende Königin“, dem ersten Band der Trilogie „Merle und die Fließende Königin“ (s. u.).

_Der Autor_

Kai Meyer, Jahrgang 1969, studierte Film, Philosophie und Germanistik und arbeitete als Redakteur. Er schrieb schon in jungen Jahren und lieferte u. a. ein paar Jerry-Cotton-Abenteuer. Sein erster großer Erfolg war „Die Geisterseher“, eine historische „Akte X“. Seit 1996 ist er freier Schriftsteller und Drehbuchautor. Bisher sind rund 40 Romane von ihm erschienen. Selbst Kritiker waren von seinem historischen Mystery-Thriller „Die Alchimistin“ begeistert, später folgten „Die Fließende Königin“ und „Göttin der Wüste“. Bei |Loewe| erschien mit den „Wellenläufern“ ein Jugend-Fantasyzyklus. „Frostfeuer“ aus dem Jahr 2005 ist eigenständiger Jugendroman. Das Buch wurde mit dem internationalen Buchpreis CORINE ausgezeichnet.

Die Trilogie „Merle und die Fließende Königin“:

1) Die Fließende Königin
2) Das Steinerne Licht
3) Das Gläserne Wort

_Kai Meyer bei |Buchwurm.info|:_

[Interview mit Kai Meyer]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=11
[„Die Vatikan-Verschwörung“ 3908 (Hörspiel)
[„Die Wellenläufer“ 3247 (Hörbuch)
[„Die Muschelmagier“ 3252 (Hörbuch)
[„Die Wasserweber“ 3273 (Hörbuch)
[„Frostfeuer“ 2111 (Hörbuch)
[„Die Alchimistin“ 73
[„Das Haus des Daedalus“ 373
[„Der Schattenesser“ 2187
[„Die Fließende Königin“ 409
[„Das Buch von Eden“ 890 (Hörbuch)
[„Das Buch von Eden“ 3145
[„Der Rattenzauber“ 894
[„Faustus“ 3405
[„Seide und Schwert“ 3558 (Das Wolkenvolk 1)

_Die Inszenierung_

Die Sprecher und ihre Rollen:

Peter Fitz: Erzähler
Laura Maire: Unke
Florian Seigerschmidt: Arcimboldo
Martin Bross: Umberto
Mechthild Großmann: Meerhexe
Maximilian Hilbrand: Kapitän Christo
Ernst August Schepmann: Prof. Burbridge
u. v. a.

Der WDR produzierte dieses Hörspiel im Jahr 2005. Für die Musik und Komposition zeichnet Rainer Quade verantwortlich, als Toningenieure arbeiteten Markus Haßler und Benno Müller vom Hofe, Regie führte Jörg Schlüter. Dramaturgie und Redaktion gehen auf das Konto von Ulla Illerhaus.

Mehr Infos: http://www.wellenreiter.la

_Handlung_

|Prolog.|

Im Reich der Meerhexe gibt es einen Eindringling: eine unbekannte Meerjungfrau. Diese nennt sich Unke und hat ein Geschenk für die mächtige alte Herrscherin. Sie äußert einen ungewöhnlichen Wunsch: Sie will die Beine einer Menschenfrau haben. Sehr seltsam, findet die Meerhexe, und ihre Nixen wundern sich. Unke gibt als Grund an, dass sie sich in einen Menschenjungen verliebt habe. Mit dem wolle sie zusammen sein, aber das gehe nicht, wenn sie noch einen Fischschwanz besitze, ihren Kalimar. Denn die Menschen verfolgen bekanntlich alle Meerjungfrauen, warum auch immer.

Die Meerhexe wendet ein, dass der Junge Unke trotz ihrer Menschenbeine nicht küssen würde, denn sie besitze immer noch ihr Haifischmaul. Das solle sie mal ihre Sorge sein lassen, meint Unke. Na schön, willigt die Meerhexe ein, aber unter einer Bedingung (lies: der Haken beim Deal): Nachdem ihr Unke ihren Schuppenschwanz überlassen habe, werde sie diesen nach einer gewissen Zeit und nach Gutdünken auffressen. Dann werde Unke ihr Leben verlieren. Unke ist damit einverstanden. Die Nixen bedauern diese arme Irre unendlich. Muss Liebe schrecklich sein.

|Haupthandlung.|

Arcimboldo ist im Jahr 1830 der 16-jährige Lehrling eines venezianischen Spiegelmachers, sein bester Freund Umberto ist Lehrling eines Webers. Da hört Arcimboldo das Klagen einer Meerjungfrau, und sein Herz befielt ihm, ihr zu helfen. Doch Umberto warnt ihn davor, sich mit einem solchen verbotenen Geschöpf einzulassen. Doch diese Meerjungfrau hat Beine, sie ist eine Frau! Arcimboldo verliebt sich gleich in ihre großen blauen Augen, die von schwarzem Haar umrahmt werden. Trotz ihrer Beine scheint sie sehr wackelig zu gehen.

Umberto haut ab, als er die Löwen der Stadtwache grollen hört, und auch Arcimboldo beeilt sich, mit der jungen Frau wegzukommen. Ein alter Dieb bringt die beiden in ein Versteck am Wasser, dann holt er Kerzen sowie eine Maske aus Glas für Unke. Damit könne sie ihr Haifischmaul verdecken und sich in der Öffentlichkeit zeigen. Wenn man sie aufspürt, werde man sie foltern, denn die Venezianer fürchten, dass das Meervolk ihre Stadt erobern will. So ein Unsinn! Schließlich gebe es ja unter dem Ozean ausgedehnte Kulturen.

Arcimboldo begeht einen Fehler, als er Umberto von Unke erzählt, aber zu spät merkt er, was er angerichtet hat. Erneut muss er Unke verstecken. Sie erzählt ihm von der Meerhexe und ihrem gefährlichen Wächter, dem Leviathan. Sie will zurück, um ihren Kalimar wiederzuholen, bevor die Herrscherin ihn verspeist. Arcimboldo will Unkes Freund sein und will mitkommen.

Die Zeit läuft für Unke und Arcimboldo ab, als die Nixe seinem Freund Umberto in die Arme läuft. Umberto will sie sofort melden. Mit Hilfe des alten Diebes kann Unke entkommen. Die beiden Menschen besorgen einen antiken Tauchhelm, der über magische Eigenschaften verfügt, denn er stammt aus den subozeanischen Kulturen. Als Arcimboldo mit Unke in die Lagune taucht, spendet ihm der Helm nicht nur Atemluft, sondern auch Wärme.

|In die Tiefe|

Nixen bringen die beiden Abenteurer in die Ruinen auf einer versunkenen Insel. Hier erhalten sie Rat von der alten, weisen Iolande. Es führe kein Weg daran vorbei, die Meerhexe durch einen Lärm abzulenken, so dass Unke in die Höhle der Herrscherin eindringen und ihren Kalimar zurückholen könne. Doch was ist mit dem Wächter, dem Leviathan? Dieser kämpft, so berichtet Iolande, seit neuestem mit einem unbekannten Eindringling, dem Brennenden Schatten. Dieser schwarze Koloss erstrahle von innen heraus, so dass er wohl von Feuer erfüllt sei. Vielleicht würde dieser Eindringling Leviathan ablenken. Aber dann müssten sie schon sehr viel Glück haben.

Um den großen Lärm zu erzeugen, können Arcimboldo und Unke eine der Turmglocken der versunkenen Kirche abnehmen und in den Abgrund stoßen. Trifft sie auf dessen Boden auf, so sollte das Dröhnen ausreichen, die Meerhexe schier um den Verstand zu bringen. Zusammen machen sich alle ans Werk. Doch als die Glocke bereits unterwegs in die Tiefe ist, taucht der Brennende Schatten und hält genau auf Arcimboldo und Unke zu …

_Mein Eindruck_

Der Autor wurde gefragt, ob er nicht eine Vorgeschichte zu „Die Fließende Königin“ schreiben könne, und als darüber nachdachte, erschien es ihm einleuchtend, etwas darüber zu erzählen, wie es zu der Feindschaft zwischen Arcimboldo und Umberto kam. Der Grund war ihre gegensätzliche Reaktion auf das Erscheinen der Meerjungfrau Unke in Venedig.

An diese Ausgangsposition knüpft der Autor mehrere recht bekannt vorkommende Geschichtenmotive an, die in ihrer neuartigen Kombination für eine recht unterhaltsames Hörspiel sorgen. (Im Druck ist diese Erzählung angeblich noch nicht zu haben.) Da der Autor von vornherein Fantasy-Elemente wie etwa gehende und brüllende Steinlöwen sowie Meerjungfrauen zusammenbringt, dürfte wohl klar sein, dass auch mit weiteren phantastischen Motiven zu rechnen ist. Ich werde ein paar davon aufzählen, doch wer sich die Spannung erhalten möchte, sollte diesen Abschnitt überspringen.

|Quellen|

Der Verweis auf die verschwundenen „subozeanischen Kulturen“ ist ein klarer Hinweis auf Atlantis und alle ähnlichen versunkenen Reiche wie etwa das pazifische Inselreich Mu (auf das mitunter japanische SF-Filme referieren). Auch bei H. P. Lovecraft findet sich eine derartige Erzählung („Der Tempel“, 1925). Daher dürfte es wohl kaum verwundern, dass in den Tiefen des Meeres ein Unterseeboot auftaucht.

Es ist die „Calliope“ unter Kapitän Christo, gechartert von einem Franzosen und bevölkert von unternehmungslustigen Archäologen, die in der Tiefe einen – wer hätte das gedacht? – alten Tempel der Subozeaner suchen. An Bord ist ein lebendiger Sphinx namens Kalphater, dessen Herr und Meister ein ägyptischer Priester namens Matuul ist. Welche Geheimnisse diese beiden verbergen, lässt natürlich einem Naseweis wie Arcimboldo keine Ruhe. Das führt zu einigen Verwicklungen.

Jedem SF-Kenner dürfte klar sein, wo das Vorbild für die „Calliope“ zu finden ist: in der „Nautilus“ Kapitän Nemos, die sich der Franzose Jules Verne ausdachte, allerdings wesentlich später als 1830. Immerhin aber hat die „Calliope“ höchst moderne Verteidigungsanlagen an Bord, nämlich Treibminen. Diese setzt sie gegen den Wächter der Meerhexe ein, den Leviathan, auch dies ein mythisches Wesen.

Der Besuch bei der Meerhexe ist die nächste Station unseres Heldenpaares, und wie diese Begegnung geschildert wird, erinnert sie stark an eines meiner Lieblingsmärchen: „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Wie oben angedeutet, will Unke ihren Schuppenschwanz zurückerlangen, damit die Meerhexe sie nicht mehr töten kann. Dummerweise hat die Herrscherin eben diesen Kalimar nah an ihren Körper gedrückt, und so ist es eine sehr kitzlige Sache, ihn zu stibitzen – genau wie im genannten Märchen die drei goldenen Haare.

Schließlich erfüllen die beiden Helden jedoch zusammen mit der „Calliope“ ihre ewige Rolle, indem sie das Wasserreich von der grausamen Herrscherin befreien, der Meerhexe. Diese wird nämlich von den unterdrückten Untertanen, den Nixen, zerrissen. So grausam können Märchen sein. Auf Unke und Arcimboldo warten jedoch sowohl sonnige als auch aufregende Tage.

_Die Inszenierung_

Hier waren echte Profis am Werk, und das sollte man natürlich von einer Produktion des Westdeutschen Rundfunks auch erwarten können. Dort werden bekanntlich hervorragende Hörspiele produziert.

Die Performance wird nicht so sehr von den Sprechern geprägt, die zwar alle kompetent sind, aber nicht irgendwie auffallen, sondern vielmehr durch die Geräusche. Man stelle sich bitte einen normalen Kinofantasyfilm vor, inklusive aller Geräusche und Soundeffekte, und bekommt dann ungefähr eine Vorstellung davon, wie aufregend es in diesem Hörspiel zugeht. Dies ist wahrhaftig Kino für die Ohren.

Vom kleinsten Klirren einer Tasse im Vordergrund bis hin zu den dröhnenden Explosionen im Hintergrund ist die ganze dreidimensionale Klangpalette abgedeckt. Im Finale ist dies recht dramatisch mit anzuhören, denn der Zuhörer sitzt ja mittendrin. Natürlich lösen diese „lauten Momente“ auch wieder leise Szenen ab, die dann vor allem durch Blubbern gekennzeichnet sind, wie man das eben unter Wasser erwarten darf.

Einen Sonderfall bilden die mythischen Wesen, seien es die Löwen von San Marco oder der Leviathan. Hierfür mussten sich die Sounddesigner etwas Neues einfallen lassen. Die Löwen erscheinen nun zugleich majestätisch, aber auch furchteinflößend (besonders für eine Nixe auf der Flucht). Der Leviathan muss ein Gebrüll ausstoßen, das nicht nach Löwe im Freiluftgehege klingt, sondern nach Gebrüll unter Wasser. Und die Meerhexe verrät durch ihre sehr tiefe, raue Stimme, dass sie keineswegs menschlich ist, sondern fast schon ein Ungeheuer.

|Musik|

Von Musik ist erstaunlich wenig zu hören, was wohl an den dominierenden Geräuschen liegen mag. Außer am Anfang und am Schluss hält sich Musik sehr zurück. Der Ausklang wird von Harfe, Violine, Flöte und einem Streichorchester bestritten, alles in allem eine sehr romantische Kombination, die zur Harmonie des Happyends passt.

_Unterm Strich_

Das Hörspiel, das der WDR produzierte, bietet für Kai-Meyer-Fans eine akustisch sehr gelungene Zugabe zum bekannten Zyklus „Merle und Die Fließende Königin“. Das Hörspiel konnte mich mit Romantik, Dramatik und ungewöhnlichen Einfällen gut unterhalten, so dass ich mich zuweilen wie in einem Kinofilm fühlte.

Allerdings frage ich mich, ob der hohe Preis von rund 17 Euro wirklich gerechtfertigt ist. Nun, man erhält dafür immerhin auch ein Booklet mit einem persönlichen Text von Kai Meyer geliefert sowie mit einem schönen Grafikdesign (das sich auch dem Steckkarton wiederfindet).

Was nun der Brennende Schatten ist? Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Aber die Antwort steckt in meinem Text.

|Der Brennende Schatten, 2005
102 Minuten auf 2 CDs|
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Meyer, Kai / Thalbach, Katharina – Frostfeuer. Historischer Fantasy-Roman (Lesung)

Packend: Hexenkampf und Bewährungsprobe

Die junge Magierin Tamsin Spellwell hat der Schneekönigin etwas Wertvolles geklaut: einen Splitter von ihrem eisigen Herzen. Fortan schwindet die Macht der Königin – genau dies hat Tamsin bezweckt. Die Königin muss den Herzzapfen schleunigst zurückbekommen. Sie quartiert sich in St. Petersburg im Jahr 1893 ein, und Tamsin folgt ihr, um ihr den Rest zu geben. Doch im Hotel am Newski-Prospekt gerät ihnen ein unscheinbares Mädchen in die Quere, das den Namen „Maus“ trägt. Und wie sich herausstellt, hat es bei diesem Showdown ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.

Der Autor
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Johann Wolfgang von Goethe / Barbara Hazen – Der Zauberlehrling (Gedicht & Erzählung für Kinder)

„Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“ – diese bekannte Redewendung stammt ursprünglich aus einem von Altmeister Goethes bekanntesten Gedichten, dem „Zauberlehrling“. Für alle kindlichen Fans von Zauberlehrling Harry Potter hat Potters Stimme Rufus Beck die alte Ballade neu gefasst. Zusätzlich liest er die Geschichte auch in der Prosafassung, die die Amerikanerin Barbara Hazen verfasst hat.

Die Autoren
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Johan Theorin – Öland (Hörspiel)

Spätsommermord auf Öland

An einem Spätsommertag des Jahres 1972 verschwindet Julias kleiner Sohn Jens im dichten Nebel der Insel Öland. 20 Jahre später erhält sie einen Anruf von ihrem Vater Gerlof: Es gebe ein neues Beweisstück und er bitte sie, nach Öland zurückzukehren und die Suche wieder aufzunehmen. Dort geht das Gerücht um, der unheilbringende Nils Kant sei der Mörder. Dabei war dieser dreifache Mörder schon 1962 unter die Erde gebracht worden. Oder geistert er immer noch über die weite Kalkebene von Öland?

Der Autor
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Mark Brandis – Die Zeitspule (Teil 2, Folge 29)

Showdown in der Antarktis

2136: Die Hungersnot ist noch nicht gebannt. Mit strengen Rationierungen versucht die zentralregierung der Union, die Situation unter Kontrolle zu behalten. Die Raumnotretter sind mangels Ressourcen handlungsunfähig. Mark Brandis ist seinem ehemaligen Vorgesetzten John Harris auf die Venuskolonie gefolgt. Doch dann bringt ein skrupelloser Entführer Brandis in seine Gewalt und schickt ihn auf die Jagd nach einem Schatten aus der Vergangenheit…

(Teil 2) Das zweite Artefakt des IKARUS ist nicht weniger gefährlich als das erste. Mark Brandis versucht, die Initiative zurückzugewinnen, während er gleichzeitig um das Leben seiner Frau Ruth fürchten muss. Als er und Iwan Stroganow zu Fuß ausbrechen, um eine Versuchsanlage im antarktischen Eis zu finden, geraten sie zwischen die Fronten einer erbittert geführten Auseinandersetzung… (Verlagsinfo)
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Mark Brandis – Die Zeitspule (Teil 1, Folge 28)

Raumnotretter Brandis in Not

2136: Die Hungersnot ist noch nicht gebannt. Mit strengen Rationierungen versucht die Zentral-Regierung der Union, die Situation unter Kontrolle zu behalten. Die Raumnotretter sind mangels Ressourcen handlungsunfähig. Mark Brandis ist seinem ehemaligen Vorgesetzten John Harris auf die Venuskolonie gefolgt. Doch dann bringt ein skrupelloser Entführer Brandis in seine Gewalt und schickt ihn auf die Jagd nach einem Schatten aus der Vergangenheit… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 12 Jahren.

Der Autor
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E. F. Benson – Mrs Amworth (Gruselkabinett 102)

Vampirjagd: Der Tod ist nicht das Ende

1932 im Örtchen Maxley im ländlichen Sussex: der Pensionär Emmet Foster und der Professor im Ruhestand Francis Urbridge, Experte für alles Okkulte, sind Nachbarn in dem kleinen verschlafenen Städtchen, durch dessen Mitte die Landstraße führt, die London mit dem Küstenort Brighton verbindet. Mit dem Zuzug der mysteriösen Mrs. Amworth, die lange in Indien gelebt hat, beginnen merkwürdige Dinge in Maxley zu geschehen … (Verlagsinfo)

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Henning Mankell – Die Pyramide (Lesung)

Gefährliche Pyramidenbesteigung: spannend gelesen

Die Aufklärung eines mysteriösen Flugzeugabsturzes in Schonen, Südschweden, führt Wallander in die schwedische Drogenszene. Dass der Mord an zwei biederen Schwestern in ihrem Kurzwarenladen damit zusammenhängt, erkennt er erst spät. Denn er muss seinen eigenen Vater aus dem Gefängnis holen, weil er versucht hat, in Ägypten auf eine Pyramide zu klettern. Es bleibt Wallander nichts anderes übrig, als selbst nach Kairo zu fliegen, nicht ahnend, dass ihn die Rettung seines Vaters auf eine entscheidende Beobachtung für die aktuelle Ermittlung führt … (Verlagsinfo)

Der Autor
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Fritz Lang, Heinz Oskar Wuttig, Susa Gülzow – Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (Film-Hörspiel)

Gruselkrimi mit Tiefgang, sauber produziert

Man schreibt das Jahr 1957. Exakt 25 Jahre nach dem Selbstmord des Verbrechergenies Dr. Mabuse scheint jemand dessen Vermächtnis anzutreten, um die Grundfesten der Staatsgewalt zu erschüttern. Eine neue obskure Organisation ermordet den allzu neugierigen Fernsehreporter Peter Barter, bedroht die Mordkommission und nimmt als nächstes Opfer einen amerikanischen Industriellen ins Visier. Die Intrige gegen ihn ist fein gesponnen, doch wird Kommissar Kras rechtzeitig zur Stelle sein?

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Die drei !!! – Geheimnis im Spukhotel (Folge 81)

Die Handlung:

Gänsehaut garantiert! Knarrende Türen, rätselhafte Stimmen und merkwürdige Gestalten – Kim, Franzi und Marie verbringen eine gruselige Nacht in einem alten Luxushotel. In dem betagten Gebäude scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen … Die drei !!! begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit des Grandhotels mit seinen berühmten Gästen – und stoßen auf ein uraltes Geheimnis. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Finde nur ich es seltsam, dass zu Halloween der Hörspiel-Adventskalender der Drei !!! erschien und jetzt, wo es endlich die ersten Türchen zu öffnen gibt, erscheint ein Gruselfall, der super zu Halloween gepasst hätte?

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Gaspard, Jan / Lueg, Lars Peter / Sieper, Marc – Der Jungbrunnen (Offenbarung 23, Folge 23)

Makaber: Hirnschmalz ist nahrhaft

Was bisher bloße Verschwörungstheorie war, wird Realität: Die geheimnisvollsten Tragödien, die skrupellosesten Verbrechen werden entschlüsselt. Die Welt wird nicht mehr die gleiche sein, denn auch das letzte Rätsel wird gelöst.

Mit seiner Flötenmusik soll einst der Rattenfänger von Hameln die Kinder der alten Stadt so betört haben, dass sie ihm blindlings auf Nimmerwiedersehen folgten. Doch welches dunkle Geheimnis steckt wirklich hinter dieser Legende? Student und Hacker Georg Brand entdeckt die unvorstellbar grausame Wahrheit. Und die Frage steht im Raum: Ist auch der tote Hacker Tron einst einem „Rattenfänger“ ins Verderben gefolgt? (Verlagsinfo)
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Val McDermid – Vergeltung (Lesung)

Spannend & blutig: Die Rache des Ausbrechers

Bisher galt dieses Gefängnis als absolut ausbruchsicher. Doch nach zwölf Jahren Haft gelingt Jacko Vance, einem perfiden Mädchenmörder, durch eine raffinierte, lange geplante Täuschung die Flucht. Jacko ist besessen von einem einzigen Gedanken: gnadenlose Vergeltung – an allen, die ihn hinter Schloss und Riegel gebracht haben. Vor allem aber an Carol Jordan und Tony Hill. Und er hat sich etwas Hinterhältigeres als deren Tod ausgedacht: Er will seine Feinde ins Mark treffen, ihnen ihr Liebstes nehmen. Seine ersten Opfer sind Carols Bruder und dessen Frau … (Verlagsinfo)

Die Autorin

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Lemony Snicket – Eine Reihe betrüblicher Ereignisse Vol. I – III (Lesung)


Die Baudelaire-Waisen: In den Klauen des grausamen Grafen

Selten war ein Buchserientitel treffender formuliert: „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“. Sie brechen nacheinander über drei Waisen herein, die Baudelaire-Kinder. Band 1 erzählt, wie könnte es anders sein, den „schrecklichen Anfang“ ihrer scheinbar endlosen Leidensgeschichte. Band 2 versetzt sie in ein Schlangenparadies und Band 3 an die Ufer des unheimlichen Seufzersees.

Der Autor

Verlagsinfo:

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Fünf Freunde und das unterirdische Versteck (Folge 151)

Die Handlung:

Auf der Suche nach Glühwürmchen streifen Julian, George und Timmy mitten in der Nacht durch den Wald. Dort beobachten sie zufällig zwei Männer, von denen einer plötzlich spurlos verschwindet. Auf der Suche nach ihm entdecken sie ein unterirdisches Versteck, doch das ist am nächsten Tag nicht mehr aufzufinden. Als Dick behauptet, Julian habe sich das alles nur ausgedacht, muss die Sache geklärt werden. Zudem gibt es Dinge in Kirrin, die seit Jahren „wie vom Erdboden verschluckt sind“.  Und davon ist sogar Onkel Quentin betroffen. Mit Beharrlichkeit und Mut bringen die Fünf Freunde mehrere dunkle Geheimnisse ans Licht. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Klappentext klingt schon mal nach einem komplexen und vor allem spannenden Fall. Wie praktisch, dass wir zum 151. Mal Sommerferien haben und genug Zeit für ein neues Abenteuer.

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Perry Rhodan – Die Gänger des Netzes (Silber Edition 159)

Die Handlung:

Seit der Erkenntnis, dass die Superintelligenz ESTARTU verschwunden ist, sind 15 Jahre vergangen. Nach wie vor unterdrücken die Ewigen Krieger die Völker der zwölf Galaxien.
Doch dagegen regt sich Widerstand: Unter Führung von Perry Rhodan und Atlan bieten die Gänger des Netzes im Namen des Friedens und der Freiheit den Ewigen Kriegern die Stirn. Doch dann wird Eirene, Rhodans Tochter, in diesen Konflikt verwickelt – der Terraner bricht zu einer Rettungsaktion auf … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Als „Gänger des Netzes“ bezeichnen sich die Gorims, weil sie die Stränge des psionischen Netzes zur Fortbewegung nutzen. Das wissen wir schon aus der letzten Silberlesung des letzten Zyklus. Diese hier startet den aktuellen, der genauso heißt wie dieses Hörbuch: „Die Gänger des Netzes“.

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