Einbruch in einer Villa! Bei der Untersuchung des Tatorts fällt den drei ??? Kids ein merkwürdiges Kreidezeichen auf. Was hat es damit auf sich? Justus, Peter und Bob müssen Kommissar Reynolds helfen, weitere Einbrüche zu verhindern. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Ist auf dem Schrott.. sorry, Wertstoffhandelhof zu arbeiten eine Bestrafung, wenns dafür Geld und/oder Kirschkuchen gibt? Tante Mathilda lässt auf jeden Fall keine Langeweile aufkommen und spannt die Jungs ein. Die finden direkt eines dieser Kreidezeichen, werden dann aber direkt von Kommissar Reynolds abgezogen, um ihn zu unterstützen.
Markus Westermann aus Stuttgart will es in den USA schaffen. Der aufsteigende Softwareingenieur kreuzt den Weg eines spinnerten Österreichers, der über eine ungewöhnliche, weil nicht-akademische Ölsuchmethode verfügt. Sagt er. Mit seinem Erbe gründet Westermann mit Block eine Firma und bekommt sogar Risikokapital. Doch dann funken Saudis und CIA mit einem zwielichtigen Intrigenspiel dazwischen. Die attraktive Amy Lee Wang hängt sich an ihn – plötzlich scheint er es geschafft zu haben. Dann beginnen die Dinge schiefzugehen, und Westermann sieht sich in einem Ringen der Supermächte USA, Saudi-Arabien (Ölmonopol) und China als Zünglein an der Waage.
Die 14-jährige Meg Finn hat schon einiges auf dem Kerbholz. Doch nun ist sie dabei, ein richtiges Verbrechen zu begehen. Leider geht alles schief, was schiefgehen kann, und dann steht Meg vor den Toren des Himmels – mit der Betonung auf VOR. Denn Petrus und der Höllenwächter Beelzebub streiten sich, ob Meg den Einlass in die himmlischen Gefilde verdient hat. Die Experten sind sich nicht einig, und deshalb schicken Petrus und ein Diener des Teufels die 14-Jährige zur Bewährung zurück ins Erdendasein.
Hienieden soll sie ihrem letzten Opfer, Lowrie McCall, beistehen. Der alte Mann will unbedingt vier Dinge nachholen, die er bisher versäumt hat. Meg soll dabei helfen.
_Der Autor_
Eoin Colfer, geboren 1968, ist Lehrer und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Wexford, Irland. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. 2001 erhielt er den Children’s Book Award, den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis Großbritanniens, und 2004 den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“. Seine bislang sechs „Artemis Fowl“-Romane wurden allesamt Bestseller und sind von Rufus Beck kongenial ins Medium Hörbuch übertragen worden.
Mehr von Eoin Colfer auf |Buchwurm.info|:
[„Artemis Fowl“ 172
[„Artemis Fowl – Die Verschwörung“ 180
[„Artemis Fowl – Der Geheimcode“ 569
[„Artemis Fowl – Die Rache“ 1279
[„Artemis Fowl – Die verlorene Kolonie“ 4025
[„Artemis Fowl – Die Akte“ 3135
[„Fletcher Moon, Privatdetektiv“ 4463
[„Cosmo Hill: Der Supernaturalist“ 4677
_Die Inszenierung_
Dieses Hörspiel ist eine Produktion des Rundfunks Berlin-Brandenburg.
|Die Rollen und ihre Sprecher:|
Meg Finn: Claudia Eisinger
Lowrie McCall: Christian Grashof
Belch Brenan: Christian Ehrich
Beelzebub: Jürgen Holtz
Satan: Hilmar Eichhorn
Sissy: Ursula Werner
Brendan Ball: Dieter Mann
Dessie/Murt: Thomas Schmidt
Flit/Frisöse/Verkäufer/Moderator/Sicherheitsbeamter: Stefan Kaminski
Regie führte Gabriele Bigott, die auch für die Dramaturgie zuständig war. Die Bearbeitung des Textes erfolgte durch Andrea Czesienski. Den Ton nahm Peter Avar auf.
Die Musik stammt von Lutz Glandin, die Sängerin ist Jelena Kuljic.
_Handlung_
Meg Finns irdische Existenz als Menschenwesen findet in ihrem 14. Lebensjahr ein abruptes Ende. Sie ist verpflichtet, ihrem Bekannten Belch Brennan einen Gefallen zu tun (die Gründe werden erst spät verraten) und muss ihm helfen, einen Einbruch zu begehen. Hier wohnt der alte Rentner Lowrie McCall, und Belch rechnet mit keinem Widerstand. Falls doch, würde er dem Alten seinen Pitbull Raptor („Räuber“) auf den Hals hetzen.
Was sich leider als notwendig erweist. Denn der alte Lowrie steht plötzlich mit einer Schrotflinte im Zimmer, das Belch auszuräumen gedenkt. Der Pitbull senkt auf Geheiß seines Herrn die Beißer ins Bein des Alten, doch Meg Finns Flehen veranlasst Belch, seinen Hund zurückzupfeifen. Das ist Megs einzige gute Tat an diesem Tag, denn gleich danach ergreift sie die Flucht, Raptor und Belch ihr hinterher.
Schon wieder hat sie Pech: Sie hat die falsche Richtung eingeschlagen und ist in der Sackgasse gelandet, wo der Gastank des Hauses steht. Belch legt mit Lowries Schrotflinte auf sie an, um eine lästige Verräterin aus dem Weg zu räumen. Wenigstens will er ihr eine Warnung verpassen, an die sie noch lange denken wird. Doch der Warnschuss trifft leider auch den nicht allzu gut geschützten Gastank, vor dem Meg steht. Kawumm!
|Im Jenseits|
Bekanntlich werden alle Seelen per Tunnelsystem an die für sie vorgesehenen Endstation befördert, also entweder in die Hölle oder in den Himmel. Dieses Tunnelsystem ist keineswegs unbewohnt, sondern wird von Seelenklaubern und Tunnelkratzern bevölkert, die das System sauber halten. Die Seelen gelangen je nach ihrer Färbung durch Löcher an die Endstation: rote Farbe – ab in die Hölle, blaue Farbe – hosianna! Bei der Mischung aus Belch und Raptor, die an Meg vorüberschwebt ist der Fall klar: Roter geht’s gar nicht mehr.
Bei Meg hingegen hat die Hölle ein Problem, und deshalb ruft der Oberdämon Beelzebub – nicht zu verwechseln mit seinem Boss Satan – per Handy bei Petrus an, der bekanntlich an der Himmelspforte Wache schiebt. Bub schickt Petrus ein paar Daten auf dessen PC rüber und lässt fragen, ob man nicht einen praktischen Deal abschließen könnte. Das Sündenkonto dieser Meg Finn sei nämlich ausgeglichen: Sie habe zwar ihrem Stiefvater Franco Kelly übel mitgespielt (was später noch breit erklärt wird), doch durch die Hilfe, die sie Lowrie McCall angedeihen ließ, sei sie quasi rehabilitiert worden.
Was tun, spricht Bub. Petrus entscheidet, dass Meg auf Bewährung zur Erde zurückmuss. Hätten wir uns ja gleich denken können. Es dürfte auch klar sein, dass Bub einen Hintergedanken bei dem Deal hat. Er schickt einen Seelenfänger hinterher: Belch/Raptor, aufgerüstet mit einem logischen Schaltkreis namens ELF, der sich als Hologramm sichtbar machen kann. Auch die Hölle verfügt über Computergenies.
|Die vier Wünsche|
Inzwischen sind auf der guten alten Erde zwei Jahre ins Land gegangen. Als Meg Finns Geist bei Lowrie McCall landet, um hier Wiedergutmachung zu leisten und ihr Seelenkonto aufzubessern, reagiert der Alte natürlich zunächst ein wenig befremdet. Kein Wunder, hat er doch keinerlei Erfahrung im Umgang mit Geistern. Nach ein paar Kabbeleien raufen sich die beiden zusammen, so dass eine erste mentale Verschmelzung stattfinden kann. Sofort fühlt sich Lowrie verjüngt. Meg bekommt daraufhin ganz schön Mitleid mit dem alten Knacker: Er hat nämlich nur noch ein paar Monate zu leben: das Herz. Und das Leben, das er bisher gehabt hät, scheint ihm aus lauter verpassten Gelegenheiten und Fehlentscheidungen zu bestehen.
Sobald Meg ihm klargemacht hat, worin ihre Aufgabe und ihre Fähigkeiten bestehen, stellt Lowrie eine Liste von Wünschen zusammen. Doch um die alle zu erfüllen, reicht die Zeit nicht. Also streicht er alle bis auf vier. Und um deren Erfüllung muss das seltsame Gespann hart kämpfen, denn nicht nur der Seelenfänger der Hölle vereitelt die guten Taten, für die Meg hierhergeschickt wurde, sondern auch genügend boshafte oder dumme Menschen.
Als Erstes will Lowrie McCall der beliebtesten Fernsehoma von Irland einen dicken Kuss verpassen. Sie war mal seine Jugendliebe, und eigentlich wollte er sie ja heiraten, hatte dann aber nicht die Traute – wie es halt so geht. Meg sieht da ein paar Schwierigkeiten auf sie beide zukommen. Wwürde man zum Beispiel beim staatlichen Sender RTE einen Mann einlassen, der aussieht wie der letzte Penner? Und diese Komplettüberarbeitung des Lowrie McCall ist erst der Anfang ihrer Mühen …
_Mein Eindruck_
„Meg Finn“, das Eoin Colfer noch vor „Artemis Fowl“ veröffentlichte, ist eine metaphysische Komödie mit Spannungselementen. Diese Art von Literatur ist in angelsächsischen Regionen keineswegs unbekannt. Mervyn Wall hat 1965 mit „Der unheilige Fursey oder das Irland der Frommen“ (übersetzt von Harry Rowohlt!) eine ähnliche Komödie veröffentlicht, in der Satan um die Seelen der Iren kämpft, insbesondere um die des bravsten Laienbruders Fursey (der Ärmste wird mit einer Hexe verkuppelt). Colfer greift also auf bekannte Vorbilder zurück.
Und das liegt in einem erzkatholischen Land ja auch nahe. Schließlich sind die Versuchungen sonder Zahl, und irische Bischöfe haben stets genügend Grund, gegen die Verfehlungen ihrer Schäflein zu wettern. Wenn sich also die Guten gegen die Anfechtungen des Bösen bewähren sollen, wo sonst als in Irland?
Diesmal allerdings will der Autor nicht Erwachsene ansprechen, sondern Jugendliche im rebellischen Alter von vierzehn Jahren. Und die Pubertät ist ja bekanntlich für jeden Jugendlichen die Hölle auf Erden. Auch Meg Finn hat schon Schulschwänzen und dergleichen auf dem Kerbholz. Sie ist auf dem „besten“ Weg, eine Kriminelle zu werden. Und dann ist da noch die Sache mit ihrem Stiefvater Franco Kelly – aber hierzu darf ich nichts verraten.
|Auch für Jungs|
Doch Colfer spricht nicht nur Mädchen an. Die vier Wünsche, die sich Lowrie McCall erfüllen will, reichen alle bis weit in seine Vergangenheit zurück, als er selbst noch ein Jugendlicher von fünfzehn bis achtzehn Jahren war. Hier dürften sich einige junge männliche Leser wiederfinden – besonders wenn sie Iren sind.
Meg muss lernen, für den alten gebrechlichen Knacker Verantwortung zu übernehmen, damit er sich die Wünsche erfüllen kann. Natürlich nicht ohne dabei an die Aufbesserung ihrer eigenen Seelenfarbe bzw. Aura zu denken. Bei diesen geradezu herkulischen Arbeiten gerät sie immer weiter in die Gefühlswelt des Alten, und er wird ihr Freund. Es zeigt sich, dass sie ebenfalls einen solchen Freund gebraucht hat. Denn wegen der Franco-Sache hat sie ein schlechtes Gewissen (und einen roten Fleck auf ihrer Aura). Lowrie aber kann sie verstehen, warum sie das getan hat und verzeiht ihr.
|Showdown|
Als es daran geht, den vierten und letzten Wunsch zu erfüllen, sieht sich daher Meg in der Lage, zwei Dinge zu tun, die sie selbst sehr verwundern, weil sie nämlich überhaupt mit ihrem üblichen Egoismus in Einklang stehen. Und sie tut dies zum einen, weil sie Lowrie liebt und zum anderen, weil sie Franco endlich selbst verzeihen kann, was er ihr angetan hat. Damit macht sie im Showdown um die Seelen von Lowrie, Franco und ihrer eigenen einen entscheidenden Punkt. Ob’s wohl reicht, ihr Konto ins Plus zu bringen? Vielleicht kann sie dann sogar ihre Mutter wiedersehen, die sie mit dreizehn durch einen betrunkenen Autofahrer verlor? Aber nur, wenn Petrus sie einlässt.
_Die Inszenierung_
|Die Sprecher|
Jede einzelne Figur in „Meg Finn“ hat ihre eigene, deutlich unterscheidbare Stimm- und Tonlage. Der alte Lowrie, gesprochen Christian Grashoff, klingt natürlich heiser und die aufmüpfige Meg in Claudia Eisingers moderner Darstellung nicht zu jung, sondern aufgeklärt – schließlich ist sie ja eine Einbrecherin. Es klingt sehr ulkig, wenn sie beide gleichzeitig sprechen.
Witziger ist da schon Satan, der so ölig und hinterhältig droht wie John Malkovich in „Gefährliche Liebschaften“. Oder sein untergebener Dämon Beelzebub, der sich gerade noch zurückhalten kann, jemanden mit seinem Dreizack aufzuspießen, so frustriert ist der Ärmste von Satans Demütigungen. In der Hölle hat man’s eben nicht leicht.
Sehr zu Herzen gehend ist die Szene im TV-Studio gestaltet, wo Lowrie die Moderatorin Sissy, seine Jugendliebe, küssen will. Die ganze Aktion wird ja landesweit live übertragen, und jeder spricht nachher von dem rührenden Augenblick, als das Paar das aktuelle Thema „Liebe im Alter“ veranschaulicht.
Die schönste Kreation ist jedoch meines Erachtens ein unscheinbares Wesen im Tunnelsystem des Jenseits, das den schönen Namen Flit trägt. Flit ist ein Tunnelkratzerwurm. Er sammelt Seelenreste auf, um den Tunnel sauber zu halten, und gibt Meg einen solchen Stein mit, quasi als Ersatzbatterie. Insgesamt also ein recht nützliches Wesen, und ein freundliches obendrein. Meg lernt viel von ihm, selbst wenn es nicht einfach ist, die Laute eines Wurms zu verstehen. Es ist eine Art von Säuseln.
|Geräusche|
Die Geräusche lassen sich leicht einteilen: in natürliche, künstliche und übernatürliche. Natürliche Geräusche sind solche wie der Wind und der Regen, künstliche solche wie von Motoren, zerbrechendem Glas oder von einem explodierenden Gastank. Weitaus weniger einleuchtend sind übernatürliche Geräusche. Ja, man könnte sich die Frage stellen, ob das Übernatürliche an sich überhaupt einen Ton von sich gibt.
Von solchen Spitzfindigkeiten sind die Tonmeister beim |rbb| jedoch weit entfernt. Wie hört es sich beispielsweise an, wenn ein Geist in einen Menschen fährt, also etwa Meg in Lowrie? Es klingt wie ein gigantisches, hinausgezogenes Saugen. Und der umgekehrte Klang ertönt, wenn Megs Geist Lowrie wieder verlässt. Es ist kein sonderlich angenehmes Geräusch, aber es klingt faszinierend – und vor allem anschaulich.
|Musik|
Ein irisches Ambiente benötigt auch irische Musik, um richtig wirken zu können. Lutz Glandin hat auf dieser traditionsreichen Grundlage eigene Kompositionen geschaffen. Für dynamische Szenen hat er sich flotte Folk Music einfallen lassen, für besinnlichere Momente und für Szenen im Himmel etc. auch langsamere.
Das durchgehende Leitmotiv scheint jedoch ein alte Folk-Melodie darzustellen, die das Lied begleitet, welches Lowrie zu seinen vier Wünschen inspiriert hat. Er zitiert das Volkslied jedenfalls, besonders in der Szene des vierten Wunsches auf den Klippen von Moher. Diese Weise ist auf merkwürdige Weise sowohl trotzig wie auch wehmütig.
_Unterm Strich_
Diese Geschichte hat zum Glück nur wenig mit Goethes „Faust“ zu tun. Vielmehr standen einige irische Autoren, darunter Mervyn Wall, Pate. Die metaphysische Komödie mit Spannungseinlagen erinnert zwar stellenweise an „Artemis Fowl“, doch dort ist die Unterwelt nicht mehr mit Satans Kohorten bevölkert, sondern wird von der elfischen Untergrundpolizei ZUP überwacht. Was ja schon mal ein Fortschritt ist. Meg Finn ist nicht so techniksüchtig wie Artemis, aber genauso fähig zu durchtrieben ausgeführten Schandtaten wie ihr Kollege.
Allerdings hätte ich mir als vierten und letzten Wunsch Lowries doch etwas anderes gewünscht, als über die Klippen von Moher zu spucken. Ich meine: Was ist schon dabei? Eine ganze Menge, wie sich herausstellt. Dieser Ort hat für Iren etwas Mythisches, und selbst Flachlandtiroler wie wir könnten den 150 Meter hohen grauen, sturmumtosten Klippenwänden im Westen Irlands etwas Eindrucksvolles abgewinnen. Hier in den Wind zu spucken, ohne selbst getroffen zu werden, ist eindeutig ein Kunststück.
|Das Hörspiel|
Die Handlung bietet reichlich unterhaltsame und spannende Momente, die jedes pubertierende Kind nicht kaltlassen dürften. Wie sich Meg an ihrem miesen-fiesen Stiefvater rächt und sie den alten Lowrie gegen den Hölle-Hund Belch-Raptor verteidigt, das hat schon dramatischen Charakter. Die Auftritte von Belch-Raptor wurden jedoch stark zusammengestrichen, wodurch das Hörspiel einen anrührend-besinnlichen Charakter erhält, der jeden bischöflichen Christenhirten erfreuen dürfte. Aller technischer Schnickschnack, wie ihn Colfer so liebt, fehlt hier ebenfalls.
Relativ realistisch sind die Geräusche gelungen, und selbst das Saugen beim Einfahren des Geistes von Meg Finn in Lowries Körper (mit reichlich Hall bzw. Dämpfung) ist anschaulich und gewinnt durch seine Wiederholung eine Art Signalwirkung. Sehr schön fand ich die Musik Lutz Glandins, die einwandfrei ins irische Ambiente passt.
Fazit: ein Volltreffer.
|Originaltitel: The Wish List, 2000
Aus dem Englischen von Claudia Feldmann
55 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-86742-636-7|
http://www.hoerbuch-hamburg.de
http://www.rbb-online.de
Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen … (Verlagsinfo) Andreas Eschbach – Herr aller Dinge (Lesung) weiterlesen →
Durch die Pforte zur Geliebten: Abenteuer & Horror
New York City 1905: Ist der Spiegel mit dem ausgefallen gestalteten Rahmen aus Jade-Drachen mit Rubin-Augen, den der abenteuerlustige Millionär James Hemdon aus einem Geheimraum in einem Palast in der verbotenen Stadt in Peking geraubt hat, wirklich das Tor zu einer anderen Welt…?
In einem Waldgebiet am walisischen Bala Lake regnete es Säure vom Himmel! Eine furchtbare Umweltkatastrophe oder ein grausiger Plan teuflischer Mächte, der viele Menschen das Leben kostete? Bald kehrten die Toten zurück und mein alter Freund Bill Conolly und ich gerieten in ein wahrhaft höllisches Abenteuer! (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 460 gemacht, der erstmalig am 27. April 1987 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.
Moment … ist der Klimawandel jetzt auch schon bei John Sinclair angekommen? Aber, die Romanvorlage ist doch aus den 1980ern!? Da gabs den auch schon, hat nur niemanden so gestört wie heute … aus offensichtlichen Gründen. Das Waldsterben ist jetzt allerdings schon eine Ecke heftiger geworden als damals … aber … (Un-)Tote, die im Forst unterwegs sind … das wäre noch mal eine ganz andere Nummer.
New York City 1931: Dr. Lowell ist ein bekannter Facharzt für Neurologie und Geisteskrankheiten, der in einem renommierten Krankenhaus Belegbetten hat. Eines Abends gerät er unversehens in einen Fall, in dem offenbar Kräfte am Werk sind, von denen er nicht geglaubt hat, dass es so etwas überhaupt gibt…
Madame Mandilip ist eine uralte Hexe. Sie erschafft dämonische Puppen, die ihrem Willen gehorchen und die sie als Waffen gegen ihre Feinde einzusetzen weiß… (Verlagsinfo)
Mitch McDeere arbeitet in der größten Anwaltskanzlei der Welt in Manhattan. Fünfzehn Jahre ist es her, dass er gemeinsam mit dem FBI seine verbrecherische alte Firma hochgehen ließ. Doch nun holt ihn seine Vergangenheit ein: Als ihn ein Mentor in Rom um einen Gefallen bittet, findet sich Mitch schnell im Zentrum einer internationalen Verschwörung wieder. Er soll eine Geiselnahme beenden, doch die Umstände sind hochdramatisch. Schnell ist nicht nur er selbst in höchster Gefahr, sondern auch die, die ihm nahestehen.
Mein Eindruck:
Neben seinen vielen Einzelromanen kehrt John Grisham auch gern hin und wieder zu Charakteren zurück, deren Geschichte er wieder aufgreifen und weiterführen möchte. So erleben nun nach 32 Jahren (Echtzeit!) einen weiteren Auftritt von Mitch McDeere, der den Lesern der ersten Stunde aus „Die Firma“ (1991) bekannt ist.
Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, finden Sadie und Carter. Aber ihr Vater, der berühmte Ägyptologe Dr. Julius Kane, will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nichts weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Kerl entführt. Um ihn zu befreien, müssen die Geschwister es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen. (Verlagsinfo) Rick Riordan (Autor) / Stefan Kaminski (Sprecher) / Lotte Ohm (Sprecherin) – Die rote Pyramide (Die Kane-Chroniken 1) (Lesung) weiterlesen →
In Commissario Brunettis zwölftem Fall steht eine zwielichtige Militärakademie im Mittelpunkt des Geschehens. Eines Morgens findet man dort im Duschraum den Kadetten Ernesto Moro erhängt auf. Ein Skandal, der unbedingt vertuscht werden muss. Also war es Selbstmord. Doch Brunetti ist anderer Ansicht. Und beißt auf Granit.
Commissario Brunettis sechster Fall. Er hat gerade nicht viel zu tun, denn Venedig erwacht erst allmählich aus seinem Winterschlaf. Doch da beginnen die Machenschaften der Kirche sein Berufs- und Privatleben zu überschatten: Suor Immacolata, die schöne Sizilianerin und aufopfernde Altenpflegerin von Brunettis Mutter, ist nach dem unerwarteten Tod von fünf Patienten aus ihrem Orden ausgetreten. Sie hegt einen schrecklichen Verdacht, denn die Verblichenen haben zuvor ihr gesamtes Vermögen der Kirche vermacht. Wird Brunettis Mutter das nächste Opfer sein? Brunetti stößt auf einen zwielichtigen Geheimorden. Donna Leon – Sanft entschlafen (Lesung) weiterlesen →
Eschbachs ‚Moby Dick‘: Pilgerfahrt zu Gottes Wohnsitz
Das Reich Gheera steht vor dem Untergang. Die Verteidigungskräfte haben keine Chance gegen die übermächtigen Legionen des sagenhaften Sternenkaisers, dessen Machtgier keine grenzen kennt. Der endgültige Fall ist nur noch eine Frage der Zeit. In dieser Situation begibt sich der Kommandant Eftalan Quest, ein ehrgeiziger Mann, der sein Schiff mit harter Hand führt, auf eine schier aussichtslose Expedition: Er will den sagenhaften Planeten des Ursprungs finden – die Welt, von der angeblich alles Leben im Universum stammt. Doch es gibt noch andere Legenden um diese Welt … (Verlagsinfo) Andreas Eschbach – Quest (Lesung) weiterlesen →
In Klößchens Nachbarschaft wohnt neuerdings der Rapper Ali Bi. TKKG lernen ihn kennen, als er sich vor seinem Grundstück mit einem Nachbarn streitet. Klößchen und Tim sind große Fans und schwer begeistert, dass sie in Alis Villa eingeladen werden. Doch leider sind sie dort nicht allein. Als in der Nacht bei dem Rapper eingebrochen wird, gibt es allerhand Verdächtige. Alle könnten es auf einen bestimmten Gegenstand abgesehen haben: das goldene Mega-Herz.
Wird es den Juniordetektiven gelingen, Licht ins Dunkel zu bringen und das Herz wiederzubeschaffen? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Oha, wird das ein Fall voller Wortspiele? Mal schauen ob zu denen im Klappentext noch weitere dazukommen.
Wenn besagter Rapper bei Klößchen in der Gegend wohnt, dann scheint er schon ’ne Menge Kohle zusammengetragen zu haben und eine entsprechend große Nummer im Geschäft zu sein. Neider gibts da ja eh immer jede Menge … auch wenns bei uns zum Glück nicht so schlimm ist wie in anderen Ländern, wo sich die (meist männlichen) Rapper gegenseitig erschießen.
_Fast schon ein Hörspiel: zwischen Nixengesang und Riesenfeuer_
Erst muss Nick mit seiner neuen Stiefschwester Laurie klarkommen, dann tauchen auch noch jene seltsamen Wesen auf, die in Lauries Spiderwick-Handbuch verzeichnet sind: Elfen und so Zeugs. Die sieht man bloß mit dem zweiten Gesicht, klar? Und dann stoßen Nick und Laurie auf den Riesen, der alle Elfen in den Teich vor Nicks Haus getrieben hat. Denn dieser Riese speit Feuer …
_Die Autoren_
Tony DiTerlizzi ist ein mehrfach ausgezeichneter amerikanischer Illustrator von Kinder- und Jugendbüchern sowie Rollenspielbänden. Zu seinen Werken gehören Arbeiten für Bücher von Tolkien, Anne McCaffrey, Peter S. Beagle sowie für das Kartenspiel „Magic the Gathering“ und „Dungeons & Dragons“. Er lebt mit seiner Frau Angela und seinem Mops Goblin (= Kobold!) in Amherst, Massachusetts, einem recht malerischen Städtchen in Neuengland. Lebte nicht auch die Dichterin Emily Dickinson dort? Mehr Infos: http://www.diterlizzi.com.
Holly Black wuchs laut Verlag in einem „alten viktorianischen Haus auf, wo ihre Mutter dafür sorgte, dass ihr die Geister- und Elfengeschichten nie ausgingen“. Ihr erster Jugendroman „Die Zehnte“ (2002) entwirft ein „schauriges Porträt der Elfenwelt“. Es wird von der American Library Association als „Best Book for Young Adults“ bezeichnet, eine gute Empfehlung für politisch korrekte Fantasy.
Holly lebt mit ihrem Mann Theo und einem „beeindruckenden Zoo“ in New Jersey. Mehr Infos: http://www.blackholly.com.
Ergänzend: [Arthur Spiderwicks Handbuch für die fantastische Welt um dich herum 3195
_Die Inszenierung_
Martin Baltscheit, der bisher alle Spiderwick-Bände gesprochen hat, ist als Autor, Zeichner, Schauspieler und Sprecher ein echtes Multitalent. Er schreibt Kinderbücher, Hörspiele und Theaterstücke. 2002 erhielt er den Kinderbuchpreis NRW. Mehr Info unter http://www.baltscheit.de.
Produzent und Regisseur dieses Hörbuchs sind Oliver Versch und seine Firma Spotting Image in Köln. Für das ausgetüftelte Sounddesign zeichnet David Braun verantwortlich.
_Die Vorgeschichte_
Die Zwillinge Simon und Jared ziehen mit ihrer älteren Schwester Mallory von New York City aufs Land, nachdem sich ihre Eltern haben scheiden lassen. Sie leben jetzt bei ihrer Mutter, die sich nun keine New Yorker Wohnung mehr leisten kann, aber zum Glück noch ein Domizil von ihrer Großtante Lucinda überlassen bekommt: Haus Spiderwick. Es sieht wie eine Ansammlung übereinander gestapelter Hütten aus, findet Jared. Und ist mindestens hundert Jahre alt.
_Zwischen Nixengesang und Riesenfeuer_
Erst muss Nick mit seiner neuen Stiefschwester Laurie klarkommen, dann tauchen auch noch jene seltsamen Wesen auf, die in Lauries Spiderwick-Handbuch verzeichnet sind: Elfen und so Zeugs. Die sieht man bloß mit dem zweiten Gesicht, klar? Und dann stoßen Nick und Laurie auf den Riesen, der alle Elfen in den Teich vor Nicks Haus getrieben hat. Denn dieser Riese speit Feuer …
_Die Autoren_
Tony DiTerlizzi ist ein mehrfach ausgezeichneter amerikanischer Illustrator von Kinder- und Jugendbüchern sowie Rollenspielbänden. Zu seinen Werken gehören Arbeiten für Bücher von Tolkien, Anne McCaffrey, Peter S. Beagle sowie für das Kartenspiel „Magic the Gathering“ und „Dungeons & Dragons“. Er lebt mit seiner Frau Angela und seinem Mops Goblin (= Kobold!) in Amherst, Massachusetts, einem recht malerischen Städtchen in Neuengland. Lebte nicht auch die Dichterin Emily Dickinson dort? Mehr Infos: http://www.diterlizzi.com.
Holly Black wuchs laut Verlag in einem „alten viktorianischen Haus auf, wo ihre Mutter dafür sorgte, dass ihr die Geister- und Elfengeschichten nie ausgingen“. Ihr erster Jugendroman „Die Zehnte“ (2002) entwirft ein „schauriges Porträt der Elfenwelt“. Es wird von der American Library Association als „Best Book for Young Adults“ bezeichnet, eine gute Empfehlung für politisch korrekte Fantasy.
Holly lebt mit ihrem Mann Theo und einem „beeindruckenden Zoo“ in New Jersey. Mehr Infos: http://www.blackholly.com.
Ergänzend: [Arthur Spiderwicks Handbuch für die fantastische Welt um dich herum 3195
_Die Vorgeschichte_
Die Zwillinge Simon und Jared ziehen mit ihrer älteren Schwester Mallory von New York City aufs Land, nachdem sich ihre Eltern haben scheiden lassen. Sie leben jetzt bei ihrer Mutter, die sich nun keine New Yorker Wohnung mehr leisten kann, aber zum Glück noch ein Domizil von ihrer Großtante Lucinda überlassen bekommt: Haus Spiderwick. Es sieht wie eine Ansammlung übereinander gestapelter Hütten aus, findet Jared. Und ist mindestens hundert Jahre alt.
Als Jared erkundet, wohin der Speisenaufzug führt, landet er in einem geheimnisvollen Zimmer, aus dem keine Tür hinausführt. An der Wand hängt ein Porträt seines ehrwürdigen Ahnen Arthur Spiderwick, und auf dem Sekretär liegt ein altes, vergilbtes Blatt Papier. Darauf steht ein Rätsel, und obwohl Jared eigentlich nicht der Bücherwurm der Familie ist, muss er sofort das Rätsel lösen.
Hoch oben im obersten Kämmerchen des Hauses landet er endlich vor einer großen Truhe. Er strengt seinen Grips an und findet darin ein Buch. Es ist das allerseltsamste Buch, das er jemals gesehen hat. Es handelt von Elfen: [„Arthur Spiderwicks Handbuch für die fantastische Welt um dich herum“. 3195 Das Wichtelmännchen Thimbletack, quasi der Hausgeist von Spiderwick, hat Jared ermahnt, das Buch schnellstens loszuwerden, doch der wollte nicht hören. Nun müssen alle die Folgen tragen.
Vier weitere Abenteuer mit den Elfen folgten. Nun wird der Schauplatz verlegt: nach Florida, ins Alligatorengebiet.
_Handlung_
Nick Vargas und sein Bruder Jules haben ihre Mutter verloren, doch nun hat ihr Vater erneut geheiratet. Und Charlene bringt eine Tochter namens Laurie mit, die erstens sehr belesen ist und zweitens völlig auf Fantasy abfährt. Nicht nur dies bringt den praktisch veranlagten Bastler Nick auf die Palme, sondern auch die Tatsache, dass er ihr sein Zimmer überlassen muss. Eines von Lauries Büchern heißt „Arthur Spiderwicks Handbuch für die fantastische Welt um dich herum“, und sie nimmt es auf ihren ersten gemeinsamen Ausflug mit.
Das Haus von Nicks Vater ist das erste in einer Neubausiedlung, das fertig ist. Die Siedlung steht mitten in einem ehemaligen Alligatorengebiet in Florida. Immer noch sind viele Teiche von dem übrig, was einmal ein Sumpf war. Als die beiden elfjährigen Kinder in den Wald vordringen, stoßen sie auf allerlei Getier und jede Menge dornige Pflanzen. Dumme Sache, dass man die „fantastische Welt um dich herum“ nur entdeckt, wenn man das zweite Gesicht hat. Dafür braucht man nach Lauries Angaben entweder Steine mit Löchern oder vierblättrige Kleeblätter oder …
Als Nick ein vierblättriges Kleeblatt findet und einsteckt, sieht er die Welt buchstäblich mit anderen Augen. In der Nacht erblickt er auf dem Rasen vor seinem Haus ein Wesen, wie er es noch nie gesehen hat: eine Nixe. Sie hat grüne Haut, winzige Flossen an den Wangen und Häute zwischen den langen Zehen. Aber sie liegt irgendwie leblos auf dem Gras vor dem Haus. Als Nick Laurie das Kleeblatt gibt, kann auch sie die Nixe sehen. Sie weiß, was zu tun ist: Man muss sie zurück in den Teich bringen. Gesagt, getan, obwohl sich Nicks Vater wundert, was sein Sohn mit einer leeren Schubkarre vorhat …
Die Nixe Taloa erweist sich als dankbar und erzählt Laurie und Nick, dass sie und ihre verschwundenen Schwestern vor etwas geflohen seien, das sie vernichten wollte. Als Nick sich weigert, nach den Schwestern zu suchen, weil er immer noch nicht an Elfen glauben kann, füllt sich das nagelneue Auto seines Vaters auf wundersame Weise bis oben hin mit Sand. Natürlich müssen er und Laurie die Schweinerei sofort beseitigen, sonst gibt es ein Donnerwetter von ihrem Vater. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als nach Taloas sechs Schwestern zu suchen.
Mitten im Wald stoßen sie auf eine freigebrannte Fläche. Sehr merkwürdig, findet Nick, denn ein Waldbrand war das wohl nicht. Neben einem Hügel liegen drei verbrannte Umrisse, wahrscheinlich waren das einmal Nixen. Als Nick sich auf den Hügel stellt, um einen besseren Ausblick zu bekommen, bewegt sich der Hügel! Nick springt herunter, und der Hügel entpuppt sich als Riese. Das Ungeheuer verfolgt sie bis Taloas Teich, wo ihn erst Taloas Sirenengesang besänftigt. Puh, das war knapp!
Aber nun sitzt der Riese ziemlich nahe bei Nicks Elternhaus. Und sollte Taloas Stimme versagen, könnte ihnen der Riese ziemlich gefährlich werden. In Arthur Spiderwicks Handbuch steht, Riesen könnten Feuer speien, wenn sie Feuersalamander essen. Das muss wohl Taloas Schwestern zum Verhängnis geworden sein. Aber wie wird man einen Riesen wieder los? Das Handbuch verrät darüber nichts. Da erinnert sich Laurie, dass die Autoren des Handbuchs, Holly Black und Tony DiTerlizzi, in Orlando eine Lesung veranstalten. Vielleicht wissen sie Bescheid, was zu tun ist.
Aber Orlando liegt eine Stunde entfernt. Sie können weder Vater noch Mutter fragen, sie hinzufahren. Also muss Jules aushelfen. Aber wie bringt man ein Kerl dazu, einem zu helfen, der den ganzen Tag entweder am Handy hängt oder Ballerspiele auf dem PC spielt – oder beides gleichzeitig?
_Mein Eindruck_
Mehr als in den bisherigen Spiderwick-Bänden ist die Handlung an die Gegenwart herangerückt worden. Während sich die Protagonisten in Neuengland noch fast im märchenhaften England wähnen konnten, so sind Nick und Laurie mehrfach mit der aktuellen Zeit konfrontiert. Jules hat einen MP3-Player, Computerspiele, ein Handy. Nick isst Müsli, sein Vater hat erneut geheiratet. Wieder ist die Familie nicht aus einem Guss, sondern klassisches Patchwork – von der Mutter ein Kind, vom Vater zwei.
Natürlich ist es für die Betroffenen nicht einfach, sich zusammenzuraufen. Doch Nicks Ablehnung gegenüber Laurie, die ihm sein Zimmer „wegnahm“, schlägt in Ver- und dann in Bewunderung um, als er verdutzt merkt, wie leicht es ihr gelingt, die Leute dazu zu bringen, das zu tun, was sie will. Mit Lügen! Aber Nick hat keine Zeit, zu protestieren, denn Laurie ist Everybody’s Darling und wird immer unterstützt – ob Nick will oder nicht, er muss gute Miene zu Lauries Spiel machen, will er sich nicht Strafpunkte einhandeln. Und die könnten sich leicht in Stubenarrest und TV-Verbot verwandeln.
Mit Lauries Hilfe gelingt auch der Kontakt zu den Spiderwick-Kindern, die wir schon kennen, besonders zu Jared, dem jähzornigen Schlaukopf. Er gibt ihnen einen guten Tipp. Als sie diesem folgen, machen sie sozusagen wieder einen Ausflug in die Vergangenheit – und stoßen auf einen echten Riesentöter. Schließlich gelingt es ihnen doch noch, den Riesen, der die Nixen auf dem Gewissen hat, außer Gefecht zu setzen. Aber das nächste Abenteuer kommt bestimmt.
Den besonderen Reiz der Handlung gewinnt das Buch aus dem Gegensatz zwischen Nicks Unglauben, ja, seiner tief sitzenden Ablehnung von allem Elfischen und Phantastischen einerseits – und dem moralischen Zwang, etwas für die Elfen zu unternehmen, andererseits. Schließlich kann er keinem Lebewesen etwas zuleide tun, nicht mal einer Nixe. Nicks innerer Kampf wirkt überzeugend, aber wir wünschen uns natürlich, dass er ihn verliert. Bis es so weit ist, kommt es zu allerlei komischen, für Nick nicht sonderlich angenehmen Situationen.
Die Nixe als Fabelwesen entfaltet wohl besonders für Mädchen einen besonderen Reiz. Aber wenn klar wird, dass sie über die Macht des Sirenengesangs verfügt, erinnern sich Jungs bestimmt an die Irrfahrten des Odysseus. In Homers Epos lockten die Sirenen die Seeleute an Land, um sie dort zu töten. Natürlich vermeidet das Kinderbuch jede Anspielung auf solche verborgenen Schrecken.
_Die Inszenierung_
Der Sprecher Martin Baltscheit weiß seine Stimme sehr flexibel einzusetzen. Daher fällt es ihm leicht, die einzelnen Figuren auf unterscheidbare Weise zu charakterisieren und sie in spannenden Situationen emotional glaubhaft klingen zu lassen.
Die Stimmlage aller Frauenfiguren ist natürlich höher als die der männlichen Figuren, von denen es wesentlich mehr gibt. Zunächst redet Nicholas recht mürrisch und verdrossen mit der aufgeregten, lebhaften Laurie, doch je mehr er von den Elfen zu sehen bekommt, desto mehr wacht er auf. Ein echtes Highlight ist die Stimme der Nixe. Hier haben sich die Macher angestrengt, denn schließlich ist Taloa die Titelfigur. Sie spricht hauchend, sehr melodisch und rhythmisch. Ihr hohe Stimme kann sich aber auch zu einem Gesang emporschwingen, der umso betörender ist, da er mit ein wenig Hall unterlegt wurde.
Der Sprecher scheut sich nicht, mal laut zu rufen, wütend zu fauchen oder quäkend daherzuquasseln, wie Simon es tut, Jareds Bruder aus dem Spiderwick-Haus. Der alte Riesenjäger Sehnix Jack klingt auch sehr heiser und krächzt etwas von den Riesen, die man alle abmurksen muss.
|Die Geräusche und Soundeffekte|
In manchen Szenen erklingen lediglich die typischen Situations- und Umgebungsgeräusche: das Sirren der Zikaden, das Rauschen von Wellen, das Quaken von Fröschen. Aber es gibt auch Geräusche, die direkt an Aktionen gebunden sind, so etwa die schweren Tritte des Riesen, die einem Beben und Donnern gleichen, oder Stimmengewirr und Gelächter sowie vieles mehr. Dadurch wirkt der Vortrag wesentlich lebendiger und schon fast wie ein Film.
Hinzu kommen Soundeffekte wie etwa der für Magie – ein |Wuusch|! Auch elektrisches Zischen und Telefonpiepen gehören meines Erachtens dazu.
|Die Musik|
Die Soundeffekte werden manchmal mit der Musik kombiniert. Diese ist in der Regel im Hintergrund bezaubernder Szenen zu hören, dann ist sie romantisch und zauberhaft. Aber es gibt auch spannende und dramatische Szenen, dann erklingt sie schnell und dynamisch oder sehr basslastig. Wenn Soundeffekte hinzukommen, dann besonders in arhythmischer und dissonanter Musik, so etwa in dem Moment, als kleine fliegende Irrlichter erscheinen. Hauptsache, dass es nicht kitschig klingt. Der Produzent hat dem Hörbuch auch noch ein halb magisches, halb unheimliches Intro und Outro spendiert.
Man sieht also, dass diese inszenierte Lesung für den mindestens achtjährigen Zuhörer eine Menge an Geräuschkulisse und Musik zu bieten hat. Das muss auch so sein, um die Aufmerksamkeit, die leicht von anderen Dingen abgelenkt werden kann, zu fesseln. Das gelingt auch dem Sprecher ausgezeichnet.
_Unterm Strich_
Die Autorin Holly Black hat darauf geachtet, die Handlung einerseits nicht zu komplex zu gestalten, aber auch nicht so simpel, dass sich ein elfjähriger Leser unterfordert und veräppelt fühlt. Es geht durchaus um Leben und Tod, denn der Riese – ein feuerspeiendes Ungeheuer mit dem Verstand eines Zweijährigen – hat bereits mehrere Nixen auf dem Gewissen und bedroht bereits die nächste. Das Abenteuer, der Nixe beizustehen und den Riesen zu stoppen, fordert den Einfallsreichtum und Wagemut der Kinder. Das ist eine gute (und gut verborgene) Lehre für jedes Kind.
Das Hörbuch bietet als inszenierte Lesung fast die gleiche Soundkulisse wie ein Kinofilm oder Hörspiel – hier hat der Sounddesigner gute Arbeit geleistet. Die flexible und elektronisch mitunter verstärkte Stimme des Sprechers trägt wesentlich zum Vergnügen beim Zuhören bei. Erstaunlich, wie 176 Seiten sich in 80 Minuten unterbringen lassen. Ich habe mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt. Man muss aber ständig aufmerksam bleiben, um den Faden nicht zu verlieren. Das sollte Kindern ab acht jedoch nicht schwerfallen.
Nach Verlagsangabe hat das Studio |Paramount Pictures| dieses Buch mit Nick Nolte und Martin Short verfilmt. Deutscher Kinostart ist am 3. April 2008. Das [Buch zum Film]http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3570134741/powermetalde-21 ist bei |cbj| erschienen.
|Originaltitel: Beyond the Spiderwick Chronicles. The Nixies Song, 2007
Aus dem US-Englischen von Anne Brauner
Empfohlen ab 8 Jahren
80 Minuten auf 1 CD|
http://www.spiderwick.de
http://www.random-house-audio.de
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Die amerikanische Radio-Krimiserie der 1950er Jahre aus der Feder von Blake Edwards („Der rosarote Panther“) wird von der |Lauscherlounge| wieder zum Leben erweckt und mit bekannten Stimmen als Hörspiel vertont – den Stimmen von George Clooney, Ben Stiller und Reese Witherspoon.
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London 1888: In Mary Morstans Leben ereignet sich Merkwürdiges. Alljährlich erhält sie anonym eine wertvolle Perle zugesandt. Nun hat ein Unbekannter sie auch noch zu einem Treffpunkt bestellt. Besteht ein Zusammenhang mit ihrem vor Jahren spurlos verschwundenen Vater?
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