Doppel-Finale: Die Bürgermeisterin, die Transe und die Golduhr
Der frühere Kommissar Harry Bosch hat sich, nicht ganz freiwillig, zur Ruhe gesetzt. Sein Halbbruder, der Rechtsanwalt Mickey Haller, bittet ihn, in dem Fall eines offenbar unschuldigen Klienten zu ermitteln. Ein Maler und Lehrer, der früher mal der Crips-Bande in L.A. angehörte, ist des Mordes an einer stellvertretenden Bürgermeisterin angeklagt. Einziger Beweis: eine übereinstimmende DNS-Probe.
Doch der Bitte zu entsprechen, hieße für Bosch, die Linie zwischen Ermittlern und Verteidigern von Kriminellen zu überqueren. Daher agiert er extrem vorsichtig und zögerlich. Doch die Lücken und Fehler in der Mordakte bringen ihn dazu, nach dem wahren Mörder zu suchen. Diese Suche führt ihn mitten ins schwarze Herz des Polizeipräsidiums von Los Angeles…
Das Attentat auf das World Trade Center weckt bei einem alten Bankier die Erinnerung an einen vor vielen Jahren auf einem anderen Kontinent begangenen Mord. Er reist zurück in die alte Heimat, um sich mit seiner Tat auseinanderzusetzen … – Kein Roman, sondern eine auf Buchformat geblähte Novelle, die auf den Leuchtturm-Ruf ihres Verfassers als literarischer Mahner und Denker setzt, aber nur eine weitere, recht zäh lesbare Reflexion über das Kapitalthema Schuld & Sühne darstellt.Janwillem van de Wetering – Der Freund, der keiner war weiterlesen →
Die Jagd nach einem Serienkiller, der seine Opfer buchstäblich zu Tode tätowiert, wird kompliziert, als einer der Ermittler niedergeschossen wird. Seine Partnerin glaubt nicht an einen Racheakt des Killers und liegt richtig damit. Unabhängig voneinander versuchen beide das Rätsel zu lösen, während der ‚neue‘ (Fast-) Mörder in gefährliche Panik gerät … – Moderner (britischer) Thriller, der die Jagd nach sogar zwei Tätern mit den heute genretypischen Privatproblemen mischt, sich aber mit letzteren erfreulich zurückhält: nie origineller, aber solider Start in eine neue Serie.Ashley Dyer – Tattoo [Carver/Lake 1] weiterlesen →
Drei Jahre nach seinem Weggang vom LAPD kehrt Harry Bosch zur Truppe zurück, die inzwischen einen neuen Chef hat, der mit eisernem Besen fegt. Mit seiner früheren Polizeipartnerin Kiz Rider arbeitet Bosch ungelöste Fälle ab, von denen es im LAPD tausende gibt. Solche Polizeibeamte werden „Closers“ genannt, weil sie die offenen Fälle abschließen (sollen), zum Beispiel mit moderneren Ermittlungsmethoden.
Ihr neuester Fall ist reichlich brisant: Eine DNS-Übereinstimmung stellt eine Verbindung zwischen einem weißen Rassisten und der Ermordung der sechzehn Jahre alten Rebecca Verloren aus dem Jahr 1988 her. Becky war gemischtrassig und das ist angesichts der Pulverfasssituation vor den Rodney-King-Unruhen von besonderer Bedeutung: Wurde sie Opfer eines rassenpolitischen Mordes?
Unterdessen wartet Boschs alter Erzfeind Irving, der frühere Polizeichef, nur darauf, dass sein verhasster Ex-Untergebener einen Fehler macht …
_Der Autor_
Michael Connelly war jahrelang Polizeireporter in Los Angeles und lernte das Polizeigewerbe von außen kennen. Bekannt wurde er mit seinen Romanen um die Gesetzeshüter Harry Bosch und Terry McCaleb, besonders aufgrund der Verfilmung von „Das zweite Herz / Bloodwork“ durch Clint Eastwood. Zuletzt erschienen „Kein Engel so rein“ (City of Bones, 2002), „Unbekannt verzogen“ (Chasing the Dime) , „Letzte Warnung“ (Lost Light) und „Die Rückkehr des Poeten“ (The Narrows).
Weitere wichtige Romane: Schwarze Engel (1998); Der Poet (1996); Schwarzes Echo (1991).
_Handlung_
Als Harry Bosch nach drei Jahren im „Ruhestand“ (er arbeitete trotzdem) wieder ins Hauptquartier des Los Angeles Police Departments (LAPD) zurückkehrt, bekommt er vom neuen Direktor der Behörde gesagt, dass dies nur auf Bitten von Boschs früherer Polizeipartnerin Kizmin Rider geschieht. Der Chief teilt ihn den „Closers“ in Zimmer 503 zu, die alte, unaufgeklärte Fälle zu lösen versuchen. Davon hat das LAPD ungefähr 8000 Stück – ausreichend Arbeit für die nächsten Jahre, sollte man meinen.
Ob es ein wohl Zufall ist, dass er und Rider einen Fall zugewiesen bekommen, in den der frühere LAPD-Direktor Irvin S. Irving verwickelt war? Irving ist jetzt Deputy Chief, mit „strategischer Planung“ befasst und kreuzt vor Zimmer 503 auf, um Bosch auf seine übliche „dezente“ Art und Weise zu warnen, dass wenn Bosch die Ermittlung vermasselt, nicht nur er selbst fällig ist, sondern auch der neue Direktor, der ihn wieder hereingeholt hat. Rosige Aussichten. Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten.
Rider hat eine DNS-Überprüfung angefordert und einen so genannten „cold hit“ erhalten: Diese DNS-Übereinstimmung stellt eine Verbindung zwischen einem weißen Rassisten und der Ermordung der sechzehn Jahre alten Rebecca Verloren aus dem Jahr 1988 her. Die Verbindung besteht aus einem Revolver, den der Rassist gestohlen hatte – bei einem Juden.
Becky Verloren war gemischtrassig und das erscheint Bosch angesichts der Pulverfasssituation vor den Rodney-King-Unruhen 1992 von besonderer Bedeutung zu sein: Wurde sie Opfer eines rassenpolitischen Mordes, der unter den Teppich gekehrt wurde, um das Pulverfass nicht zum Explodieren zu bringen?
Verschiedene Ungereimtheiten lassen Bosch stutzig werden und diese Theorie erst einmal anzweifeln. Zum einen hatte Becky Verloren, als sie starb, gerade eine Abtreibung hinter sich. Und warum sollte sie sich mit einem Rassisten einlassen? Was als Selbstmord inszeniert wurde, stellt sich als eine Art Hinrichtung heraus: Sie wurde zuvor gelähmt. Außerdem muss der Täter einen Helfer gehabt haben, um Becky jenen Berghang hochzutragen, auf dem ihre Leiche gefunden wurde. Von diesem Helfer ist keine Spur zu finden.
Als Bosch nachschaut, wer die Ermittlungen durchgeführt hat, stößt er auf einen Detective, der es weit gebracht hat, doch der andere, der die eigentliche Arbeit gemacht hatte, hat sich inzwischen das Leben genommen. Aus welchem Grund? Fühlte er sich schuldig? Bosch macht den Vater Becky Verlorens ausfindig: Robert Verloren, einst ein Restaurantbesitzer in Malibu, lebt seit Jahren unter den Obdachlosen von L.A., ein gebrochener Mann. Von ihm erfährt er, wer die Ermittlungen der beiden Detectives seinerzeit gestoppt hatte: Kein anderer als Irvin S. Irving himself.
Da erkennt Bosch, was für eine raffinierte Falle Irving für ihn und den Direktor aufgestellt hat. Aber Bosch kann den Spieß auch umdrehen …
_Mein Eindruck_
Michael Connelly ist mit „Vergessene Stimmen“ wieder ein sehr ordentlicher, im letzten Drittel actionreicher, packender Cop-Thriller gelungen. Das ist nach den weniger gelungenen Bosch-Romanen „City of Bones“ („Kein Engel so rein“) und „Lost Light“ („Letzte Warnung“) eine positive Überraschung.
Die gut vierhundert Seiten des neuesten Harry-Bosch-Krimis lassen nicht vermuten, dass hier eine ganze Menge Zündstoff abgehandelt wird. Das offensichtlichste Thema ist die verpfuschte Ermittlung im Mordfall Rebecca verloren im Jahre 1988. Aufgrund politischer Rücksichtnahme im Vorfeld der Rassenunruhen zog Irving den Stecker heraus und verpasste sowohl dem traumatisierten, empörten Vater als auch den zuständigen Mordermittlern einen Maulkorb. Die Reaktionen waren, mit einer Ausnahme, ziemlich drastisch. Und die LAPD-Dienstaufsicht schwieg dazu, was den Skandal noch vergrößert.
Doch Bosch betrachtet sich inzwischen als Sprecher für die Toter, also für Becky, und zieht seine Ermittlung mit, wie er hofft, zulässigen Mitteln durch. Leider kommt dabei jemand ums Leben. Das wird Bosch natürlich sofort angekreidet. Als er selbst in Lebensgefahr gerät, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung.
Die Ermittlungsbeamten haben 1988 nämlich nicht alle Alibis auf korrekte Weise überprüft. Und so konnte es dem eigentlichen Täter gelingen, ungeschoren davonzukommen und mittlerweile andere Mädchen zu bedrohen. Was Connelly zeigt, ist die Art und Weise, wie die Polizei-Politik die Ermittlungen so beeinflusst, dass eine Aufklärung verhindert wird. Das wiederum führt zu neuen Opfern, solchen psychischer Art: Becky Eltern leiden auf völlig unterschiedliche Weise, die nicht nur Bosch erschüttert, sondern auch den Leser. Von Detective Green, der sich selbst tötete, ganz zu schweigen.
Doch Bosch ist auch nicht der rächende Superman, als der er jetzt erscheinen könnte. Die ganze Zeit, seitdem er Becky Verlorens Kinderzimmer gesehen hat, weiß er im Hinterkopf, dass er etwas Wichtiges übersehen hat. Aber was, um Himmels willen? Erst nachdem er die alten Fotos von 1988 mit aktuellen Fotos verglichen hat, fällt ihm das verräterische Detail auf. Reichlich spät. Doch das ist natürlich ein cleverer Trick des Autors und führt dazu, dass der Leser das Buch auf den folgenden Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann. Und selbst noch nach dem Finale gibt es eine handfeste Überraschung für Bosch und Rider.
_Unterm Strich_
Sind die neuen Ermittlungsmethoden wie etwa DNS-Analyse und die Datentechnik wirklich in der Lage, ungeklärte Fälle einer Lösung näherzubringen? Jeder brave Bürger würde dies natürlich erhoffen, doch Michael Connelly zeigt in seinem Thriller, dass es keineswegs so optimal laufen muss. Was damals nämlich – etwa aus politischer Rücksichtnahme – verpfuscht wurde, zeitigt danach schwere Folgen und rächt sich auch noch heute. Leider sind die Versager von gestern die Bosse von heute. Und die Frage für Bosch & Co. besteht darin, ob man den Bossen so am Zeug flicken kann, dass sie keinen Schaden mehr anrichten können. Denn sie versuchen sich natürlich zu schützen.
Zunächst sah es auf den ersten Seiten nicht so aus, als wäre der neue Bosch-Krimi ein Reißer, aber dann wurde doch noch eine tolle Sache daraus. Man darf aber nicht vergessen, dass es dem Autor um viel mehr geht als nur darum, einen weiteren Serienkrimi abzuliefern. Er fordert dazu auf, Altlasten abzutragen und die Versager von damals, die heute Nieten in Nadelstreifen sind, abzusägen und endgültig in Rente zu schicken. Das ist eine ziemlich deutliche politische Botschaft. Möge sie nicht ungehört verhallen.
|Originaltitel: The Closers, 2005
Aus dem US-Englischen von Sepp Leeb|
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Seit jeher werden zur Weihnachtszeit spannende und gruselige Geschichten erzählt bzw. heutzutage lieber gelesen. Herausgeber Otto Penzler präsentiert 49 Storys aus anderthalb Jahrhunderten. Einiges ist hoffnungslos veraltet, vieles sorgt noch heute für Vergnügen, und manches ist zeitlos genial. „Eine Leiche zum Advent“ bietet für jeden Leser Krimi- und Gruselspaß, der keineswegs auf die Weihnachtszeit beschränkt bleiben muss: eine vorzügliche, zudem fest gebundene und dennoch kostengünstige Sammlung.Otto Penzler (Hg.): Eine Leiche zum Advent. Das große Buch der Weihnachtskrimis weiterlesen →
Vor zehn Jahren verschwand die fünfjährige Lucy Downey im Salzmoor an der Küste. Seitdem schreibt ein Unbekannter verstörende Briefe, die Detective Chief Inspector Harry Nelson von der Norfolk Police um den Schlaf bringen.
Als an einem nebligen Herbsttag in den Salzwiesen nahe der Küste Mädchenknochen gefunden werden, ist er sich sicher, dass es Lucys sind. Doch die Archäologin Ruth Galloway sieht auf einen Blick: ein Fund aus vorgeschichtlicher Zeit. Damals opferte man Menschen in heidnischen Ritualen – an Plätzen, wo Land und Wasser aufeinandertreffen.
Dann verschwindet ein weiteres Mädchen. Harry und Ruth ahnen, dass sie dem Täter nahe sind. Wie nahe, ahnen sie allerdings nicht.… (Verlagsinfo)
Im Affekt erschlägt einer seiner sechs Nachkommen den geizigen, niederträchtigen Landedelmann Adrian Gray. Der Täter legt geschickt eine falsche Indizienspur zum ebenfalls verhassten Schwager. Das (getäuschte) Schicksal nimmt seinen Lauf, doch gänzlich perfekt ist das Mordkomplott nicht … – Obwohl in den 1930er Jahren und in genretypischen Kulissen spielend, ist dies kein Rätselkrimi. Der Mörder ist bekannt, die Spannung liegt in der geschickt eingefädelten Intrige und deren Aufdeckung. ‚Gut‘ und ‚böse‘ sind keine scharf umrissenen Charaktergrenzen, was diesen Roman noch deutlicher als frühen, gelungenen Psychothriller kennzeichnet: eine echte Entdeckung. Anne Meredith – Das Geheimnis der Grays weiterlesen →
Sherlock Holmes ermittelt; er jagt keineswegs ausschließlich Verbrecher, sondern löst generell Rätsel aller Art, wobei er problemlos als Detektiv, Richter und Vollstrecker in Personalunion auftreten kann … – Erste und wohl beste Sammlung von Kurzgeschichten um Sherlock Holmes und Dr. Watson; ein Füllhorn klassischer und spannender Fälle, die sich noch heute fabelhaft lesen.Arthur Conan Doyle – Die Abenteuer des Sherlock Holmes weiterlesen →
Als ihr Zug im Schnee steckenbleibt, versucht sich eine buntgemischte Reisegruppe zu Fuß durchzuschlagen, strandet aber in einem einsamen Haus. Dort spielt sich offenbar Kriminelles oder sogar Unheimliches ab, weshalb die Gruppe einerseits versucht, die Ereignisse zu rekonstruieren, während sie sich andererseits mysteriöser Eindringlinge erwehren muss … – Klassischer Kriminalroman eines zu Unrecht fast völlig vergessen Autors, der diesen Thriller mit quasi-phantastischen Einlagen und ungewöhnlichen Figuren ‚würzt‘. Der komplexe Plot wird wider Erwarten plausibel aufgelöst: eine wunderbare Wiederentdeckung!
Jack Reacher Kurzgeschichten zwischen Spannung und Romantik
Der Erzählband „No Middle Name“ versammelt sämtliche Kurzgeschichten, die Lee Child im Laufe der Jahre über seine Hauptfigur Jack Reacher veröffentlicht hat. Als Bonus enthält der Band die neue Novelle „Too Much Time“ und Storys, die es bislang nur als E-Books gibt. Lee Child – No Middle Name / Der Einzelgänger. Jack Reacher Kurzgeschichten weiterlesen →
Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wir die Leiche eines Mannes gefunden. Bei den sterblichen Überresten handelt es sich um den ehemaligen Besitzer und Bewohner des Hauses, Theo Reifenrath. Doch bei seiner Leiche soll es nicht bleiben, denn Pia Sander und Oliver von Bodenstein entdecken auf demselben Grundstück menschliche Knochen. Diese liegen neben einem verwahrlosten, fast verhungert Hund. Die rechtsmedizinische Untersuchung hat ergeben, dass es sich bei den Knochen um mehrere Frauen handelt, die bereits vor vielen Jahren starben. Auch wenn Theo Reifenrath ein merkwürdiger Kauz war, so kann sich niemand im Dorf vorstellen, dass es sich bei ihm um einen Serienmörder handelt.
Eigentlich möchte Nero Wolfe nur seine preiswürdigen Orchideen ausstellen, doch er wird in die Fehde zweier mächtiger Familien gezogen und muss einen Mord klären, den offensichtlich ein wütender Stier begangen hat … – Auch Fall Nr. 6 muss Nero Wolfe jenseits seines bequemen Heims in New York lösen. Das Ergebnis ist ein für die Serie ungewöhnlich turbulentes Garn, das von lebhaft umgesetztem Lokalkolorit, einem bizarren Plot und kraftvollen Figuren geprägt wird: Die erstmals ungekürzte und neu übersetzte Neuausgabe bereitet daher erst recht Vergnügen!Rex Stout – Der rote Stier [Nero Wolfe 6] weiterlesen →
Jesse Stone, der Polizeichef von Paradise, Massachusetts, wird von der Nachricht überrascht, dass Gino Fish, ein Bostoner Unterweltboss, Selbstmord begangen habe und dessen Sekretär erstochen worden sei. Stone erkennt die Handschrift von Mr. Peepers, einem psychopathischen Killer, der Paradise schon einmal heimgesucht hat. Es gibt erste Anzeichen, dass Mr. Peepers in Paradise bereits sein Unwesen treibt. Als Vinnie Morris. Fishs ehemaliger Mann fürs Grobe, von Stone eine Schuld einfordert, muss Stone erkennen, dass er sich bereits im Visier des Killers befindet und besser etwas deswegen unternimmt…
Ein anscheinend durch Selbstmord umgekommener Schriftsteller hinterlässt ein unvollständiges Romanmanuskript, in dem seine Lektorin versteckte Hinweise auf alte, nie aufgedeckte Verbrechen zu entdecken glaubt. Sie folgt dieser Spur und gerät in Lebensgefahr, da sie erfolgreicher ist, als es dem Täter lieb sein kann … – Das vollständig wiedergegebene Manuskript ergibt einen Roman im Roman und ist gleichzeitig Schlüssel für die Ereignisse der Gegenwart. Die Mischung aus kundig wiederbelebten Rätselkrimi alter angelsächsischer Schule und modernem = psychologisch und sozialkritisch aufgepolstertem Thriller funktioniert nur bedingt, doch die daraus resultierende Doppelstory ist – Blicke hinter die Kulissen des Verlagswesens inklusive – spannend und gut geschrieben.Anthony Horowitz – Die Morde von Pye Hall weiterlesen →
Sasha und ihr Mann Mark haben einen Unfall, der eine Frühgeburt in der 36. Schwangerschaftswoche auslöst. Im Krankenhaus wird ein Notkaiserschnitt unter Vollnarkose durchgeführt. Doch als Sasha aus der Narkose erwacht, verliebt sie sich nicht etwa in ihr neugeborenes Kind, sondern weiß direkt, dass sie nicht ihr Kind in Händen hält. Sie kann keine Bindung zu dem Kind aufbauen und erkennt keinerlei Ähnlichkeiten. Doch im Krankenhaus glaubt ihr niemand – selbst ihr Ehemann hält sie für verrückt. So kommt Sasha auf eine spezielle Mutter-Kind-Station, in der sie psychologische Hilfe erhält. Doch sie nutzt die Gelegenheit, um bei den anderen frühgeborenen Kindern „ihr“ Kind zu suchen. Und tatsächlich findet sie es – doch wie kann sie beweisen, dass sie nicht verrückt ist und sie das falsche Kind in Händen hält? Zudem versteht sie nicht, warum die Verwechslung vertuscht wird und warum nicht einmal ihr Mann zu ihr hält. Gegen alle Widerstände kämpft Sasha darum, ihr Kind zu bekommen. Susi Fox – Das falsche Kind weiterlesen →
Japan schickt sich an, die amerikanische Wirtschaft zu übernehmen.Vor dem Hintergrund einer gigantischen Wirtschaftsschlacht mit dem fernöstlichen Motto „Geschäft ist Krieg“ soll mit High-Tech-Methoden, massivem Einsatz von Geld und politischem Druck ein Mord vertuscht werden, der sich während der glanzvollen Eröffnung einer japanischen Konzernzentrale in Los Angeles ereignet hat. (Verlagsinfo)
Die Romanvorlage „Nippon Connection“ für Philip Kaufmans Film „Die Wiege der Sonne“ mit Sean Connery und Wesley Snipes in den Hauptrollen weicht in vielen Details vom Film ab. Dennoch gefiel mir der Film ((https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Wiege_der_Sonne)) besser, denn Crichton erweist sich als kein guter Erzähler. Er ist so etwas wie ein investigativer Journalist, der erzählen will. Ein zweiter Blick könnte sich lohnen. Michael Crichton – Nippon Connection. Die Vorlage zum Film „Wiege der Sonne“ weiterlesen →
Jesse Stone, der Polizeichef von Paradise, Massachusetts, muss sich mit einem alten Mordfall befassen, dem 25 Jahre zuvor zwei Teenagermädchen zum Opfer fielen. Dass seine Kollegin und Vertraute Molly Crane deren Freundin war, verursacht erhebliche Komplikationen. Ein zweiter Mordfall kommt aus der Gegenwart hinzu: ein junger Gauner wurde praktisch hingerichtet. Aber warum warf der Täter ihn ins gleiche Versteck wie die Mädchen? Und was hatten alle drei im verrufensten Teil von Paradise, im „Swap“, zu suchen?
Der Autor Robert B. Parker
Der US-Autor Robert B. Parker, geboren 1932, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren – er hat bis zu seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 50 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der Spenser-Reihe wohl seine neun Jesse-Stone-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wird regelmäßig vom ZDF gezeigt. Der ehemalige Professor für Amerikanische Literatur, der 1971 über die Schwarze Serie promovierte, lebte mit seiner Frau Joan in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen viele seiner Krimis.
Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann hat seine aktive Zeit als Ermittler bei der Reichsmordkommission zwangsläufig beenden müssen. Stattdessen versucht er sich nun als Schriftsteller und hält hin und wieder Vorträge. Zu seiner ehemaligen Kollegin hat er, bis auf Ursula, keinen Kontakt mehr – er war ja auch nicht sonderlich beliebt. Seine Tochter Vanja meidet nach wie vor den Kontakt zu ihm und hat sogar seinetwegen ihre Arbeitsstelle gewechselt. Sie arbeitet derzeit bei der Polizei Uppsala und ist an der Aufklärung einer abartigen Verwaltungsserie beteiligt.
Unerwartet wird jedoch die Reichmordkommission und ebenfalls Sebastian Bergmann hinzugezogen, so dass es nochmal zu einem temporären Zusammentreffen des ehemaligen Teams kommt. Konflikte sind vorprogrammiert. Und auch der Täter dieser Vergewaltigungsserie schlägt weiter zu und scheint seine Opfer nach einem System auszuwählen.
Mit schnellen Schritten erreichte Nicolas den Palais de Justice. Er hatte Wichtigeres zu tun als den Teufel auszutreiben. Er musste einen Engel vor dem Fall bewahren.
Nicolas ist krank vor Sorge. Julie steht im Zentrum eines aufsehenerregenden Strafprozesses. Bei einem Polizeieinsatz in der Banlieue hat sie vor Jahren eine junge Frau erschossen. In Notwehr, beteuert sie. Aber ihr Wort steht gegen das ihres Kollegen. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich. Verzweifelt kämpft Nicolas darum, Julies Unschuld zu beweisen.
Da spricht ihn ein Fremder auf der Straße an und bittet ihn um Hilfe. Eindringlich erzählt der Mann von Fluch und Heimsuchung, von einem Dorf in Angst im Hinterland der Normandie – aber Nicolas lehnt ab. Selbst wenn er wollte: Wie, um Himmels Willen, könnte er ein ganzes Dorf beschützen?
Erst als der Tod den kleinen Ort am Seine-Ufer befällt wie eine ansteckende Krankheit, macht Nicolas sich auf die Reise… (Verlagsinfo)
Nordengland. Im abgelegenen und weitläufigen Gebiet der Hochmoore wurde eine Mädchenleiche gefunden. Die 14-Jährige Saskia Morris wurde bereits einige Monate gesucht. Kurze Zeit später verschwindet erneut ein junges Mädchen, die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby. Handelt es sich etwa um ein und denselben Täter oder nur um einen unglaublichen Zufall? Die Polizei von Scarborough, das Team um DCI Caleb Hale ist in Habachtstellung und auch die Bevölkerung spricht bereits vom sogenannten Hochmoor-Killer. Der Zeitdruck auf Caleb Hale steigt enorm. Kate Linville ist ebenfalls gerade in der Gegend um ihr ehemaliges Elternhaus zu veräußern und gerät zufälligerweise an Amelies verzweifelte Eltern und wird dadurch unfreiwillig in den Fall involviert. Doch die Spitze des Eisbergs scheint noch nicht erreicht, denn als ein drittes Mädchen verschwindet, spitzt sich die Lage weiter zu.