Band 1: [„Paule das kleine Stinktier“ 4931
Paule ist zurück! Nachdem wir ihn schweren Herzens kurz nach seiner allerersten Schneeballschlacht verlassen mussten, weil er sich hundemüde zum Winterschlaf hingelegt hat, treffen wir ihn nun wieder. Und Jennifer Feldkirchner hat sich neue spannende Abenteuer für Paule und seine Freunde ausgedacht, die zudem liebevoll bebildert sind.
_Aus dem Winterschlaf erwacht_
Nach monatelangem Schlaf erwacht Paule im beginnenden Frühling. Doch der Rest von Müffelsdorf ist noch nicht so auf den Beinen. So stromert er los und sucht zunächst natürlich seine Freunde. Die taffe Bella ist bereits erwacht und bald stößt auch Lisa zu den beiden. Einer der ersten Wege führt die drei zu ihrer geheimen Höhle. Dort hat sich über den Winter der Staub eingenistet, sodass sie zunächst einen gründlichen Frühlingsputz machen müssen, bevor sie es sich auf ihrem Kuschelteppich gemütlich machen können.
In der Schule warten gute Neuigkeiten auf die kleinen Stinktiere: Die Lehrerin, Frau Stinki, unternimmt einen Ausflug mit ihren Schülern. Vor einem mysteriösen Hügel bleiben die Stinktiere stehen und wundern sich, was das Besondere daran sein soll. Noch haben sie nicht bemerkt, dass es sich um einen riesigen Termitenhügel handelt, aber schnell pieken die kleinen Biester den vorlauten Fritzi, und Frau Stinki erzählt ihren Schülern viel Lehrreiches über die kleinen Tierchen. Im Traum suchen Paule in der kommenden Nacht riesige Termiten auf, aber da er im Unterricht gut aufgepasst hat, kann er vor den übergroßen Termiten fliehen.
Opa Rosenbusch weiß wieder einmal einige spannende Geschichten zu erzählen, und hier erfahren wir auch, wie er seine geliebte Frau kennengelernt hat. Besonders lustig sind aber seine Ausflüge in eine Bierbrauerei und in einen Vergnügungspark; so wird selbst Opa Rosenbusch in der Achterbahn ganz blass um die Nase, und die Geisterbahn lehrt ihn schließlich das Fürchten, sodass Opa beschließt, nie wieder in einen Vergnügungspark zu gehen
Paule und seine Freunde erleben noch viel mehr spannende, lustige und gruselige Abenteuer. So lädt der Besuch auf dem Friedhof zum Fürchten ein, und auch die Rabenplage, die Müffelsdorf heimsucht, erinnert ein kleines bisschen an Hitchcocks „Vögel“, immerhin fressen die bösen Raben den Müffelsdorfer Stinktieren alle Vorräte weg! Am Ende wird natürlich alles gut, und wir verlassen Paule dieses Mal glücklich und zufrieden – mit einem wunderschönen neuen Spielplatz in der Schule.
_Das stinkt mir nicht_
Unser kleiner stinkender Romanheld Paule erlebt wieder einmal große Abenteuer – einige erlebt er in den Erzählungen seines Opas nach und andere wiederum geschehen nur im Traum. Die Geschichten sind in diesem zweiten Buch noch turbulenter als im Einstiegsband. Da ist nicht nur der gruselige Ausflug auf den Friedhof, bei dem die kleinen Stinktiere sich furchtbar erschrecken und sich auch in Paules Stimme ein Zittern einschleicht, sondern da tauchen auch noch die bedrohlichen Raben auf, die den Stinktieren das Haar vom Kopf wegfressen und sich nur mit einer List vertreiben lassen. Auch im Traum bekommt Paule einiges auf den Deckel und muss so manch brenzlige Situation überstehen – sei es der Kampf gegen eine fiese Wucherpflanze, die Flucht vor Riesentermiten oder sein tollpatschiges Auftreten in einer völlig gläsernen Welt, die er mit seinem Buschelschwanz ganz schön aus der Bahn bringt.
Paule ist ein herrlich unperfekter Held, mit dem sich sicherlich viele junge Leser wunderbar identifizieren können. Paule hat zwei nette Freundinnen, einen großartigen Opa und eine liebe Oma, die ihm stets Kekse vorsetzt, wenn er zu Besuch kommt. Außerdem erlebt er so einiges in seinem Leben, sodass ihm sicher nie langweilig wird. Aber er hebt dabei nie ab, sondern denkt immer auch an seine Freunde. Im einen Traum macht er gar ein trauriges Gespenst glücklich, in einer anderen Geschichte rettet er ein freundliches Stachelschwein. Perfekt ist Paule dennoch nicht, immerhin hat er diese kleine sympathische Schwäche, dass ihm ab und an – wenn er ganz schrecklich aufgeregt ist – eine grüne Stinkwolke entweicht.
Die anderen Figuren stehen dem natürlich in nichts nach, auch wenn man in diesem Buch nicht mehr ganz so viel über Lisa erfährt. Bella dagegen mausert sich zu einer ebenbürtigen Partnerin, die im sportlichen Wettkampf brilliert, als Monster verkleidet für Furore sorgt und es gar schafft, für ihre beiden besten Freunde einen Kinoabend auf die Stinktierbeine zu stellen. Lisa ist zwar immer mit dabei, doch bleibt sie inzwischen etwas im Hintergrund, was mich aber gar nicht störte, da mir Bella ohnehin viel besser gefällt mit ihrer ganz eigenen Art.
_Lustig, lehrreich, liebenswert_
Die Paulegeschichten richten sich natürlich vordergründig an Kinder und eignen sich auch hervorragend zum Vorlesen, aber dennoch haben auch jung gebliebene und etwas in die Jahre gekommene Leser ihre helle Freude an den lustigen Geschichten. Für Kinder findet sich einiges Lehrreiches, so lernen sie beispielsweise gemeinsam mit Paule und seinen Mitschülern einiges über das Leben von Termiten. Aus Paules Verhalten lässt sich aber noch mehr lernen; so ist er stets hilfsbereit und freundlich. Als ihm ein Stachelschwein begegnet, das sich verlaufen hat, bietet er gleich seine Hilfe an und sorgt dafür, dass das Stachelschwein wieder den rechten Weg findet. Besonders liebenswert fand ich aber, wie Paule versucht hat, im Traum das traurige Gespenst aufzumuntern, indem er ihm klar gemacht hat, dass es nun fliegen und sich unsichtbar machen kann. Auf solche Ideen muss man erstmal kommen – herrlich!
Sehr gut gefallen haben mir auch die Vorbereitungen zur Kostümparty, die alle Stinktierkinder engagiert in Angriff genommen haben, um unterstützt von ihren Eltern und Großeltern sensationelle Kostüme zu entwerfen. Aber auch den Bau eines Spielplatzes gehen die Stinktiere gemeinsam an, so planen die Kinder zunächst mit Frau Stinki zusammen, was alles gebaut werden soll und was man dafür braucht, und anschließend veranstalten sie einen Papa-Kind-Tag, um auch alles zu realisieren. Und wie so häufig, so ziehen alle Stinktiere in Müffelsdorf an einem Strang, sodass der Spielplatz erfolgreich entstehen kann.
_Die bunte Welt der Stinktiere_
So niedlich die Geschichten auch sind, so gut mir die Charaktere gefallen, so wären sie doch nichts (oder zumindest nicht viel) ohne die fantastischen Zeichnungen, die Jennifer Feldkirchner passend zu den meisten Szenen angefertigt hat. Auf manchen Seiten finden sich gleich mehrere Zeichnungen in Schwarzweiß, aber die Highlights sind natürlich die ganzseitigen Farbzeichnungen, die uns zeigen, wie farbenfroh es in der Welt der Stinktiere wirklich zugeht. In allen Bildern gibt es wieder einmal eine Menge zu entdecken, denn mitunter hat Jennifer Feldkirchner dort Details versteckt, die nicht immer zu der Geschichte gehören, das ganze Geschehen aber auflockern. So streckt ein freches Stinktierkind hinter Frau Stinkis Rücken die Zunge raus, in einem Bild seilt sich ganz unauffällig eine Spinne ab und auf einem anderen hat sich eine kleine Maus eingeschlichen.
Die Schwarzweiß-Zeichnungen kommen wie schon im ersten Band oft mit wenigen Strichen aus, und doch verleiht Jennifer Feldkirchner ihren Figuren immer den passenden Gesichtsausdruck und die passende Geste. Besonders lustig fand ich den betrunkenen Opa Rosenbusch, um den herum die Welt sich dreht, aber auch Paules oftmals stark schielende Augen sind einfach allerliebst.
Auch die neuen Abenteuer vom Stinktier Paule lassen sich immer wieder in die Hand nehmen und durchblättern, denn an den Zeichnungen kann man sich so schnell nicht sattsehen und auch in den Geschichten kann man durchaus häufiger stöbern. Und so warte ich jetzt schon darauf, dass ich das Buch irgendwann einmal einem lieben Patenkind schenken und vorlesen kann!
http://www.stinktier-paule.de
