Inhalt
Ein neuer Anfang. Das ist es, was Anna Brown sich wünscht, als sie in die idyllische englische Kleinstadt St. Abel’s Chapel zieht. Doch der Schein trügt. Anna fühlt sich von Anfang an beobachtet und erfährt schon bald, dass in den letzten Jahren drei 16-jährige Mädchen spurlos verschwunden sind. Alle scheinen davon zu wissen, aber niemand spricht darüber. Als ein viertes Mädchen Anna verzweifelt um Hilfe bittet, beginnt sie, Fragen zu stellen. Sie ahnt nicht, dass das Böse in St. Abel’s Chapel nur einen Schritt entfernt lauert … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Der ausdrucksstarke, atmosphärische Erzählstil, die faszinierend verstörende Dynamik zwischen den Charakteren und die unheilvollen Andeutungen sind von Anfang an mitreißend!
Die Handlung entfaltet sich aus drei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart erfährt man aus der Sicht einer offenkundig niederträchtigen Person, wie sie sich selbst, ihren Nachbarn (einen Feuerwehrmann), die neu zugezogene Anna sowie ihre Bäckerei voller dekadenter Köstlichkeiten erlebt. Eineinhalb Jahre zuvor begleitet man eine Psychiaterin und ihren Patienten beim Evaluationsprozess: Der 17-Jährige hatte einen aggressiven Ausraster in der Schule und soll auf seine Gefährlichkeit hin bewertet werden. Doch er spielt, nicht nur während der Sitzungen, äußerst gekonnt perfide Psychospielchen …
Die raffiniert passiv-aggressive Person beobachtet, lauscht und intrigiert – sie hat Hinterlist zur Kunstform erhoben, sie hat einen siebten Sinn für die Schwächen anderer und lebt dafür Zwietracht und Chaos zu säen. Sie ist die reinste Karikatur einer toxischen Person und zugleich erschreckend lebensecht.
Ab einem gewissen Punkt wird erkennbar, wie die Handlungsstränge zusammenhängen könnten, und es geht es zunehmend um die suspekten Vorgänge im Dorf: Jeden Herbst reisen Hunderte an und versammeln sich für einige Wochen im Herrenhaus am See – wer sind diese Leute und was tun sie dort? Sie geben sich freundlich, aber zugeknöpft, und wenn man ihrem Territorium zu nahekommt, reagieren sie über. Die perfide Person, Anna sowie der Feuerwehrmann werden in die Angelegenheiten der mysteriösen Versammlung hineingezogen und lassen sich, aus verschiedenen Gründen, darauf ein …
Die Autorin
Sharon Bolton, geboren im englischen Lancashire, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert. Ihr Debütroman »Todesopfer« machte sie über Nacht zum Star unter den britischen Spannungsautor*innen. Seitdem wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Dagger in the Library für ihr Gesamtwerk. Sharon Bolton lebt mit ihrer Familie in Oxford. (Verlagsinfo)
Fazit:
“Das Böse nebenan” ist ein düsterer, rätselhafter, ausgeklügelter Pageturner mit Wahnsinns-Wendungen – mit einem Twist konnte ich leider wenig anfangen, weil ich persönlich kein Fan dieser Art Enthüllung bin. Das manipulative Miteinander, das von versteckten Motiven sowie Plänen geprägt ist, und das originelle Ende sind wirklich verblüffend.
E-Book: 464 Seiten
Originaltitel: The Neighbour’s Secret
Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger
ISBN-13: 978-3-641-33453-6
www.penguin.de
Die Autorin vergibt: 




