Schlagwort-Archiv: Heyne

Kim Stanley Robinson – Roter Mars (Mars-Trilogie 1)

Bahnbrechende Vision von der Erschließung des Roten Planeten

Es ist die größte Herausforderung, der sich die Menschheit je gegenübersah: die Besiedlung unseres Nachbarplaneten Mars. Die Verwandlung einer lebensfeindlichen Wüstenwelt in einen blauen Planeten wie die Erde. Von der ersten bemannten Landung auf dem Mars über die frühen Kolonien und ihre Auseinandersetzungen, welche Form von Gesellschaft sie erbauen sollen, bis zum riskanten Versuch, das Klima einer ganzen Welt zu verändern – Kim Stanley Robinson erzählt in seiner Mars-Trilogie die Geschichte der Zukunft wie ein großes historisches Epos. (Verlagsinfo)

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[NEWS] Susanne Schmidt – Nie wieder dick! Abnehmen ab 60

Das Prinzip hinter der 30-Gramm-Fett-Methode ist ganz einfach: Statt am Tag 125 Gramm Fett zu sich zu nehmen, wie der Durchschnitt der Bevölkerung, werden 30 Gramm Fett nicht überschritten – und das bei vollem Genuss. In einem Brötchen mit Butter und einer Scheibe Salami stecken bereits etwa 32 Gramm Fett, mehr also, als man den ganzen Tag über zu sich nehmen sollte. Greift man nun statt der Butter zu fettarmem Frischkäse und statt der Salami zu magerem Schinken, landet man bei nur 3 Gramm – und das, ohne auf das herzhafte Frühstück zu verzichten. Die 30-Gramm-Fett-Methode ist keine Diät – sie ist eine Ernährungsumstellung: effektiv, alltagstauglich, mühelos umsetzbar. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 240 Seiten
Heyne

George R. R. Martin – Traumlieder 2. Erzählungen

Meisterliche SF-Classics

Drei Bände von Martins Erzählungen bringt der Heyne-Verlag häppchenweise auf den Markt. Der zweite Band umfasst einige seiner besten Novellen, darunter „Sandkönige“ und „Nachtgleiter“, beide aus dem Jahr 1980.

Das Beste sind allerdings die autobiographischen Skizzen des Autors selbst. Wer Martin kennt, ahnt schon, dass darin eine Menge Selbstironie stecken muss.
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[NEWS] Lauren Asher – Final Offer (Dreamland Billionaires 3)

Callahan Kane ist frustriert. Um sein milliardenschweres Erbe antreten zu können, muss er einen Sommer im alten Ferienhaus der Familie am Lake Wisteria verbringen und es anschließend verkaufen. Was einfach klingt, stellt sich schnell als unmöglich heraus, als Cal dort auf seine Ex-Freundin Alana trifft, die das Haus für sich beansprucht. Widerwillig geht er einen ersten Schritt auf Lana zu und versucht eine Einigung mit ihr zu erzielen. Schnell muss er sich selbst eingestehen, dass er dabei ist, sich noch einmal ganz neu in seine Ex-Freundin zu verlieben. Beim Versuch, seine Gefühle zu verdrängen, kommen alte Erinnerungen und neue Geheimnisse an die Oberfläche. Hat Cals und Lanas Liebe trotz allem eine zweite Chance? (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 624 Seiten
Heyne

[NEWS] Brigid Kemmerer – Hüte den Morgen (Mondflor 2)

Tessa hat es geschafft: Sie ist von der verfolgten Rebellin zur königlichen Beraterin aufgestiegen. Prinz Corrick sucht verzweifelt nach einem Weg, den Adel und das Volk zu versöhnen, doch die Kluft zwischen den Menschen wird immer größer. Vor allem, weil die Seuche noch immer in Kandala wütet und die Vorräte an Mondflor-Elixier langsam zur Neige gehen. Dann taucht eines Tages ein geheimnisvoller Bote am Königshof auf und unterbreitet Tessa und Corrick ein verlockendes Angebot. Gemeinsam begeben sie sich auf eine gefährliche Reise, um Kandala zu retten und tappen geradewegs in eine Falle. Schon bald können sie niemandem mehr trauen – auch einander nicht … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 496 Seiten
Heyne

George R. R. Martin – Traumlieder Band 1. Erzählungen

Meisterliche SF-Classics, aber auch frühe Gehversuche

Drei Bände von Martins Erzählungen bringt der Heyne-Verlag häppchenweise auf den Markt. Der erste Band umfasst die ersten vorzeigbaren literarischen Gehversuche von 1971 bis hin zu den ersten preisgekrönten Novellen aus den Jahren 1977 und 1978.

Das Beste sind allerdings die autobiographischen Skizzen des Autors selbst. Wer Martin kennt, ahnt schon, dass darin eine Menge Selbstironie stecken muss.

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Philip Pullman – Der Goldene Kompass (His Dark Materials 1)

Auftakt zur Bestseller-Saga

In Oxford lebt ein Mädchen namens Lyra in einem altehrwürdigen Internat. Lyra ist klug, wild, unendlich neugierig und stößt bei ihren Erkundungen auf beunruhigende Dinge: Was erforscht ihr geheimnisvoller Onkel Lord Asriel oben im eisigen Norden Europas? Und warum verschwinden in der Gegend um Oxford immer wieder Kinder?

Als schließlich auch noch ihr Freund Roger entführt wird, begibt sich Lyra auf eine abenteuerliche Suche nach ihm. Die Reise führt sie in den hohen Norden, wo Panzereisbären eine uneinnehmbare Festung bewachen. Verfolgt wird Lyra von der ominösen Wissenschaftlerin Mrs. Coulter, die ein ganz eigenes Interesse an den Kindern hat. Als Wegweiser erhält Lyra einen magischen „Goldenen Kompass“, der ihr bei der Suche nach der Wahrheit ein nützliches Instrument ist.
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Paul J. McAuley – Vierhundert Milliarden Sterne (Alien-Trilogie 1)

Alien-SF mit Sense of Wonder

„Vierhundert Milliarden Sterne“ ist der erste Band einer wichtigen Science Fiction-Trilogie, des sogenannten „Alien-Zyklus“. Noch 16 Jahre nach ihrer Veröffentlichung erweist sich die Trilogie als ein Startpunkt der aktuell blühenden „New Space Opera“, die in erster Linie von britischen Autoren geformt wird: Stephen Baxter, Alastair Reynolds, McAuley, Charles Stross, Ken MacLeod – dies sind die englischen Namen, die man sich merken muss. (Natürlich gibt es auch Vertreter auf der anderen Seite des Teiches.)

Nach der unten skizzierten Handlung zu urteilen, würde man nicht denken, dass dieser Band eine Vision der Entwicklung von Zivilisationen in unserer Galaxis enthält. Aber genau das ist der Fall. Und das macht diese Space Opera so wichtig. Das amerikanische Gegenstück wäre wohl Gregory Benfords CONTACT-Zyklus, der immerhin sechs Romane umfasst.

Der Autor
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M. John Harrison – Licht. SF-Roman

Für Hartnäckige: Space Opera der mühsamen Art

1999: Radioastronomen entdecken eine Zone in unserer Milchstraße, in der alle bekannten Regeln der Physik ihre Gültigkeit verlieren und in der sich die Realität geradezu aufzulösen scheint.

400 Jahre später: Man hat entdeckt, dass es in dieser Zone von Artefakten nicht-menschlicher Kulturen nur so wimmelt. Hier macht eine junge Raumfahrerin am Rande dieser Zone, dem „Strand“, eine Entdeckung, die weit in die Vergangenheit weist, ins Jahr 1999 …

Mit „Licht“ legt der englische Starautor M. John Harrison den ersten definitiven Science-Fiction-Roman des 21. Jahrhunderts vor: Eine atemberaubende Achterbahnfahrt durch Zeit und Raum, ein Buch, so voller Energie und Einfälle, dass man nur staunen kann. Wofür andere Autoren mehrbändige Zyklen benötigen und George Lucas sechs Filme – dafür genügt Harrison dieser eine Roman! (Verlagsinfo, modifiziert)

Der Autor
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[NEWS] Marcel Häußler – Kant und das Leben nach dem Tod (Kommissar Kant in München 3)

Im Hofoldinger Forst nahe der A8 wird der abgetrennte Arm eines alten Mannes gefunden. Der Befund der Rechtsmedizin macht die Sache nur noch rätselhafter: Offenbar war der Arm über einen längeren Zeitraum tiefgekühlt, ehe er in dem Waldstück deponiert wurde. Die Spuren führen Hauptkommissar Kant und sein Team in eine Hochhaussiedlung im Münchner Stadtviertel Hasenbergl. Doch niemand in der Nachbarschaft scheint das Opfer zu kennen. Und der einsame alte Mann ist nicht der Einzige aus der Siedlung, der verschwindet. Welche finstere Wahrheit versteckt sich hinter den Wohnungstüren?(Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 304 Seiten
Heyne

Brian W. Aldiss – Helliconia: Frühling (Helliconia 1)

Auftakt zur besten Planeten-Trilogie der SF

Der erste Band der Trilogie, die als ein zusammenhängender Roman zu lesen ist, stellt das komplizierte Doppelsternsystem vor, das den Schauplatz des dramatischen Geschehens um Klimawandel und Kulturfolgen auf der Welt Helliconia darstellt. Eine Raumstation verfolgt das geschehen und berichtet der weit entfernten Erde davon: Dies ist ihr Bericht. In der Einleitung lernen wir einen der Helden kennen: Yuli, den abtrünnigen Priester, der zum Gründer der Stadt Oldorando wird. Doch verhilft neues Denken der menschlichen Rasse auch zu erfolgreichem Überleben?
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Brian W. Aldiss – Graubart. Senioren-SF-Roman

Ein Roman mit Mümmelgreisen als Hauptfiguren? Das soll wohl ein Scherz sein! So dachte ich zumindest, bevor ich mich an dieses wundervolle Buch von 1964 herantraute. Und das Wagnis hat sich gelohnt: Dies ist nicht nur eine unterhaltsame, sehr menschliche Geschichte, sondern sie ist auch humorvoll und skurril. Doch die Botschaft ist ernst.

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Greg Bear – Blutmusik. Zukunftsroman

Darwins Nanotech: Eine Schöpfung kleiner Organismen

Greg Bear schlug 1983 bei der Vergabe von Science-Fiction-Preisen gleich zweimal zu: Seine Erzählung „Blood Music“ und seine Novelle „Hardfought“ erhielten beide – in ihren jeweiligen Kategorien – den begehrten Nebula Award der SF-Kritiker. Auf Bitten seiner Freunde und seines Verlegers baute er „Blood Music“ zu einem Roman aus.

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Robert Charles Wilson – Die Chronolithen

Invasion aus der Zukunft

Auf der Erde tauchen einer nach dem anderen gigantische Obelisken aus unzerstörbarem Material auf. Die Inschrift verkündet den Sieg eines gewissen Kuin im Jahre 2041 – 20 Jahre in der Zukunft. Ist dieser Kuin ein Welteroberer, der zusätzlich auch die Zeit bezwungen hat? Oder ein Messias, der sein Kommen auf zerstörerische Weise ankündigt? Und was hat Programmierer Scott Warden mit den Dingern zu tun?

Der Autor

Robert Charles Wilson, geboren 1953, lebt mit seiner Familie in der Nähe des kanadischen Toronto. Laut Verlag zählt er zu den „bedeutendsten Autoren der modernen Science-Fiction“. Eine Einschätzung, die ich nicht teile. Immerhin erhielt er einmal den |Philip K. Dick Award| für das beste SF-Taschenbuch und einmal den |John W. Campbell Award|, ein Preis für Newcomer, für „Die Chronolithen“. Eine Auszeichnung mit dem |Hugo Gernsback| oder dem |Nebula Award| fehlt in dieser Liste, aber er stand öfters unter den Nominierten. Seinen Roman „Darwinia“ habe ich hier ebenfalls rezensiert.

Spin-Trilogie

Spin, Tor 2005, ISBN 0-765-30938-6
Spin, Heyne 2006, Übersetzer Karsten Singelmann, ISBN 3-453-52200-1
Axis, Tor 2007, ISBN 0-765-30939-4
Axis, Heyne 2008, Übersetzer Karsten Singelmann, ISBN 3-453-52335-0
Vortex, Tor 2011, ISBN 978-0-7653-2342-2
Vortex, Heyne 2012, Übersetzer Marianne und P. H. Linckens, ISBN 978-3-453-52898-7
Magic Time
3. Ghostlands, Eos / HarperCollins 2004, ISBN 0-06-105070-9 (mit Marc Scott Zicree)

Einzelromane

A Hidden Place, Bantam Spectra 1986, ISBN 0-553-26103-7
Memory Wire, Bantam Spectra 1988, ISBN 0-553-26853-8
Gypsies, Doubleday Foundation 1989, ISBN 0-385-24933-0
The Divide, Doubleday Foundation 1990, ISBN 0-385-26655-3
A Bridge of Years, Doubleday Foundation 1991, ISBN 0-385-41937-6
Bis ans Ende aller Zeit, Goldmann 1994, Übersetzer Michael Kubiak, ISBN 3-442-42012-1
auch: Chronos, Heyne 2008, ISBN 978-3-453-52448-4
The Harvest, Bantam Spectra 1993, ISBN 0-553-09123-9
Mysterium, Bantam Spectra 1994, ISBN 0-553-37365-X
Darwinia, Tor 1998, ISBN 0-312-86038-2
Darwinia, Heyne 2002, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 3-453-19659-7
Neuveröffentlichung: Februar 2010, ISBN 978-3-453-52646-4
Bios, Tor 1999, ISBN 0-312-86857-X
Bios, Heyne 2003, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 3-453-86360-7
The Chronoliths, Tor 2001, ISBN 0-312-87384-0
Die Chronolithen, Heyne 2005, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 3-453-52105-6
Blind Lake, Tor 2003, ISBN 0-765-30262-4
Quarantäne, Heyne 2007, Übersetzer Karsten Singelmann, ISBN 3-453-52316-4
Julian Comstock: A Story of 22nd-Century America, Tor 2009, ISBN 978-0-7653-1971-5
Julian Comstock, Heyne 2009, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 978-3-453-52566-5
Burning Paradise, Tor 2013, ISBN 978-0-7653-3261-5
Kontrolle, Heyne 2017, Übersetzer Friedrich Mader, ISBN 978-3-453-31658-4
The Affinities, Tor 2015, ISBN 978-0-7653-3262-2
Netzwerk, Heyne 2017, Übersetzer Friedrich Mader, ISBN 978-3453316577
Last Year, Tor 2016, ISBN 978-0-7653-3263-9

Handlung

Scott Warden ist ein Programmierer, der gerade mit seiner Frau Janice und seiner kleinen Tochter Kaitlin Urlaub in Thailand macht. Da ereignet sich etwas in der Weltgeschichte Unerhörtes ganz in der Nähe. Ein 70-Meter-Obelisk erscheint aus dem Nichts und macht mit seiner Druckwelle den umliegenden Wald platt. Mit seinem Kumpel Hitch Paley, einem Drogenhändler, macht sich Scott auf den Weg, den Obelisken zu besichtigen, bevor die Gegend vom Militär zur Sperrzone erklärt wird. Bei seiner Abfahrt macht er einen schweren Fehler: Er sagt Janice nicht, wo er hingeht. Als er am nächsten Tag zurückkehrt, ist sie weg.

Der Obelisk selbst ist ziemlich beeindruckend. In seiner Umgebung ist es saukalt, als sauge er Energie ab. Die Inschrift kann niemand vollständig entziffern, bis auf eine Zahl: 2041 – genau 20 Jahre in der Zukunft und einen Namen: Kuin. Ein zweites Merkmal ist unübersehbar: das Antlitz von Kuin ist eingraviert. Kuin verkündet seinen Sieg über das Land, das er unterworfen habe. Das Gegenteil eines Mahnmals.

Das Omen wird nicht das letzte sein: Wenige Tage später macht ein weiterer Obelisk Bangkok platt, dann folgen Macao, Taipeh und Sapporo, schließlich Istanbul, Kairo und sogar Jerusalem. Weitere Obelisken tauchen in China auf: Sie zerstören einen Staudamm am Gelben Fluss, was eine zerstörerische Flutwelle zur Folge hat. Der chinesische Versuch, einen der Obelisken mittels Atomrakete zu beschädigen, schlägt fehl. Lediglich die Umgebung wird radioaktiv verstrahlt. Die Weltwirtschaft gerät in eine schwere Krise, weil riesige Märkte wegbrechen. Und das Klima verändert sich.

Back in the U.S.A.

Nachdem der Geheimdienst Scott freigelassen hat, sieht er seine Familie erst in den USA wieder. Dort erklärt ihm Janice, was er alles falsch gemacht. So ungefähr alles. Kait hatte eine lebensbedrohliche Ohreninfektion und musste dringend ins Krankenhaus – wo war da Scott? Wo war er, als Frau und Kind wieder ausreisen konnten? Scott kann von Glück sagen, dass er wieder einen Job als Programmierer bekommt, in Minneapolis.

Jahre später, nach eindrucksvoller Pionierarbeit, wird er urplötzlich gefeuert. Seine Frage nach dem Grund wird von seiner ehemaligen Dozentin Sulamith Chopra beantwortet. Sie ist der führende Kopf der Chronolithenforschung und will ihn als Programmierer, um ihre Computermodelle auf Vordermann zu bringen. Sie kann messen, wo der nächste Obelisk „landen“ wird. Endlich befindet sich Scott mitten in der wichtigsten Anstrengung der Menschheit, um gegen die Bedrohung durch die Kuin-Chronolithen vorzugehen. Das beschäftigt ihn die nächsten Jahre, wobei besonders der Jerusalem-Kuin ein denkwürdiges Ereignis bereithält.

Allerdings hat er nicht mit Abtrünnigen aus der eigenen Familie gerechnet…

Mein Eindruck

„Chronolithen“ ist ein Invasionsroman der besonderen Art. Die Eroberung der Erde erfolgt nicht nur von keinem erkennbaren Ort, sondern nur aus der Zukunft. Das macht die Bekämpfung ziemlich schwierig, um nicht zu sagen: unmöglich. Doch in den rund 20 Jahren, die der Erzählzeitraum umfasst, gelingt es Sulamith Chopra, einen Grenzfaktor herauszufinden, bei dessen Überschreiten ein Obelisk instabil wird. Man muss nur ein kleines bisschen nachhelfen, und schon kracht der Obelisk zu Boden.

Second Coming

So weit zumindest die Theorie. Doch die menschliche Psyche ist ein wunderbares und schauriges Ding, und so kann es nicht ausbleiben, dass das angekündigte Erscheinen von Kuin, dem großen Eroberer, seine Schatten weit vorauswirft. Wie würden sich Gläubige und Ungläubige verhalten, wenn sie erführen, dass Jesus Christus ein zweites Mal auf der Erde auftauchen würde, das berühmte „Second Coming“?

Genau wie bei Kuin würde sich ein mehr oder weniger militantes Lager der Unterstützer und eines der Gegner bilden. Sie würden einander bis aufs Blut bekämpfen, wenn sie es als notwendig erachten – und dabei ist der Messias noch nicht einmal erschienen. Das Gleiche würde vermutlich passieren, wenn die Menschen erführen, dass es einen zweiten 11. September geben wird.

Das Portillo-Ereignis

Dementsprechend bildet sich weltweit ein Lager der Kuinisten, und ein besonders militanter Ableger etabliert sich in Texas, an der Grenze zu Mexiko, wo es einfacher ist, Waffen und Menschen zu schmuggeln. Dort unten erlebt Scotty erstmals, was es bedeutet, unter Kuinisten zu geraten. Sie haben sich bei dem Städtchen Portillo versammelt, wo sie wie bei einem Open-Air-Konzert ihre Zelte aufstellen, während die Medien und Wasserverkäufer sie umschwärmen. Sie alle warten auf den von Sue Chopra angekündigten Obelisken, haben aber keine Ahnung, auf was sie sich gefasst machen müssen.

Scotty, geführt von Hitch Paley, hat Ashlee dabei, die Mutter eines verschwundenen Jungen namens Adam Mills. Als es Hitch gelingt, Adam in der Zeltstadt aufzustöbern, muss Ashley erkennen, dass es ihr unmöglich ist, ihren kuinistischen Sohn zurückzuholen. Er benimmt sich vielmehr so, als seien ihm sie und ihresgleichen herzlich gleichgültig. Die Bücher, die er gelesen hat, begrüßen das Kommen Kuins ausdrücklich als Chance für die Menschheit, eine Veränderung herbeizuführen, um der allgegenwärtigen Misere ein Ende zu bereiten. Dabei lassen die Autoren geflissentlich außer Acht, dass es Kuins Obelisken waren, die diese Misere herbeigeführt haben.

In Adams Gruppe befindet sich auch Scottys eigene Tochter Kaitlin, nach der er verzweifelt gesucht hat. Er rettet sie aus diesem Höllenloch, doch da ist sie bereits sehr krank und wird einen irreversiblen Schaden davontragen: Sie wird unfruchtbar. Es sind Ereignisse wird die Portillo-Erscheinung, durch die der Leser an der Geschichte Anteil nimmt. Solche Dinge lassen einen nicht kalt und können von jedem – zumindest ansatzweise – nachvollzogen werden. Dass dies noch nicht das Ende der Gräueltaten bedeutet, darf ich ruhig verraten, und empfindsame Leser seien gewarnt.

Soft Science

Im Vordergrund stehen also nicht die naturwissenschaftlichen Entdeckungen, die wie in der frühen SF dem Menschen zur Bewältigung sämtlicher Schwierigkeiten verhelfen, sondern vielmehr die allzu menschlichen, psychologischen und weltpolitischen Probleme, die sich aus der Invasion durch die Kuin-Obelisken ergeben.

Das ist allerdings nicht so spannend, wie es sich vielleicht anhört. Vielmehr geschieht ziemlich wenig, denn der Autor – und wohl auch sein Erzähler Scotty – kennt sehr wohl den chinesischen Fluch: „Mögest du in interessanten Zeiten leben!“ Scotty versucht vielmehr, sich aus den „interessanten Zeiten“ herauszuhalten, nachdem er seinen Beitrag geleistet hat. Aber wie Sue Chopra klar erkannt hat, ist er ein Teil der Verbindung aus Ereignissen, die sie in ihrem Physiker-Kauderwelsch als „Tau-Turbulenz“ bezeichnet (alle Fachbegriffe wurden übersetzt, keine Sorge). Folglich ist er an den entscheidenden Ereignissen beteiligt, auch als der erste Obelisk auf dem Boden der USA erscheint.

Es sind auf eine perfide Weise eben diese „Landungen“, die für die Action im Buch sorgen, angefangen von der ersten in Chumpon bis zur letzten in Wyoming. Sie bilden sozusagen die Spannungsspitzen in einem weiten Tiefland aus weitaus weniger spannenden menschlichen Interaktionen. Deshalb hat der Autor auch dafür gesorgt, dass der Aufbau einer solchen Spannungsspitze möglichst sorgfältig und langsam erfolgt. Ist es dann endlich so weit, hinterlässt die Katastrophe einen umso nachhaltigeren Eindruck. Um die Wirkung nicht abzuschwächen, finden nur sehr wenige solcher „Landungen“ statt, von denen Scotty uns berichtet.

Die Übersetzung

Obwohl ich mit mancher stilistischen Wortwahl nicht ganz einverstanden war, habe ich die Übersetzung durch die beiden Linckens, die schon lange für |Heyne| arbeiten, als sehr kompetent und leserfreundlich empfunden. Nicht nur gibt es keine offensichtlichen Fehler, sondern auch jeder Begriff, der etwas schwieriger oder unvertrauter sein könnte, wird in einer Fußnote erklärt. Das betrifft nicht nur Bezeichnungen aus der Quanten- und Kernphysik, sondern auch so einfache Dinge wie den deutschen Titel von „A Christmas Carol“ von Charles Dickens.

Dieses berühmte Buch ist für die Geschichte insofern wichtig, weil darin Scrooge, der Geizhals, dem Geist der ZUKÜNFTIGEN Weihnacht begegnet. Und er fragt ihn, ob diese Dinge geschehen MÜSSEN oder geschehen KÖNNEN. Das ist natürlich für den Umgang mit den Chronolithen von großer Bedeutung. Ist die Eroberung durch Kuin und seine Voraus-Truppen unabwendbar — oder kann jeder Einzelne von uns einen kleinen Unterschied bewirken?

Unterm Strich

Dies ist wohlgemerkt ein Invasionsroman, aber man sollte Robert Charles Wilson nicht in einen Topf mit seinem Kollegen John Ringo werfen, der ja auch sehr erfolgreich Invasionen verheerenden Ausmaßes stattfinden lässt. Wo Ringo Herrscharen von Soldaten und Söldnern auf böse, böse Aliens treffen lässt, inszeniert Wilson ein Drama ganz anderer Art. Wenn auch beide Autoren das Ende gut ausgehen lassen, so verläuft der Weg dahin doch völlig verschieden. Wilson legt mehr Wert auf die Schilderung des menschlichen Dramas in wenigen fein gezeichneten Figuren, Ringo scheint mehr Wert auf die Action zu legen: je bombastischer, desto besser.

Wilson schreibt so gut wie sein Landsmann Robert J. Sawyer, den ich sehr schätze, gelingt es Sawyer doch, interessante Ideen auf verständliche und unterhaltsame Weise auszubreiten, zu entwickeln und zu einem stets interessanten Ende zu führen. Man hat ihn einmal als legitimen Nachfolger von Isaac Asimov bezeichnet – kein übler Vergleich. Leider ist Sawyer ungleich weniger erfolgreich als der gute Doktor. In der gleichen Liga spielt John Barnes, der zur Zeit bei |Festa| verlegt wird.

Wilsons Roman eignet sich als weniger für Actionfreunde und mehr für Leute, die lieber denken und empfinden möchten. Die Übersetzung ist kompetent und in vielerlei Hinsicht hilfreich. Das Einzige, was mich gestört hat, ist die Schriftgröße: Hiermit hat der Verlag offensichtlich Seiten geschunden, und was sich nun auf 430 Seiten ausbreitet, hätte man vor 20 oder 30 Jahren auf lediglich 200 Seiten untergebracht.

Taschenbuch: 720 Seiten.
Originaltitel: The Face, 2003
Aus dem US-Englischen von Bernhard Kleinschmidt.
ISBN-13: 978-3453521056

www.heyne.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Philip K. Dick – Zeit aus den Fugen. Phantastischer Roman

Paranoia-Klassiker

Zeit aus den Fugen“ (ein Zitat aus „Hamlet“), 1959 erschienen, kommt als unscheinbare Prosaerzählung daher, genauso wie das Geschehen in einem unscheinbaren Ort spielt, der nicht einmal einen richtigen Namen hat: „Old Town“. Doch das Ganze ist eine gigantische Truman-Show, eine Matrix, die nur einen Zweck zu haben scheint: ihren wichtigsten Bewohner, Ragle Gumm, über die Natur der Wirklichkeit zu täuschen.

Der Autor
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Friedel Wahren (Hg.) – Isaac Asimov’s Science Fiction 52. Folge. SF-Stories

Das Gesetz des Wandels: Von Mafs, Kindern und Künstlern

Dieser 52. IASFM-Auswahlband bietet drei Geschichten über Kinder im weitesten Sinne sowie über Kunst und Imagination. Den neun angloamerikanischen Erzählungen hat die Herausgeberin eine von einer deutschen Autorin beigefügt. Das ist Tradition in der deutschen Ausgabe von Asimov’s Science Fiction Magazin.

Hier findet man:

– Die Story von zwei Astronautinnen auf dem Jupitermond Io, die eine bemerkenswerte Entdeckung machen.
– Die Story vom überfluteten Los Angeles, wo durch Mutation angepasste Kinder nach Liebe suchen.
– Die Story von der Welt, in der Zweigeschlechtlichkeit die Norm ist, was für Monosex-Musliminnen Probleme bedeutet.
– Die Story vom Blutrache übenden Mädchen in Nordirland, die das gesetz der Serie bricht.
– Die Story vom klug gemachten Schimpansen, der in freier Wildbahn keine Artgenossen mehr findet.
Und fünf weitere Geschichten.
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Jack Vance – Die grüne Perle (Lyonesse 02)

Edle Fräuleins, listige Agenten

Lyonesse – das ist ein Königreich auf den Älteren Inseln, die einst im Golf von Biskaya vor den Tagen König Arthurs lagen. Sie sind die Heimat von zehn – natürlich zerstrittenen – Königen, von Barbaren (den Ska), von Recken, Hexen und Zauberern, Ogern und Elfen.

Jeder König will Herrscher über ganz Lyonesse, die Hauptinsel, werden, allen voran der ehrgeizige König Casmir von Lyonesse, der seinen alten Gegenspieler Aillas vom Inselkönigreich Troicinet bekämpft, wo es nur geht. Die Inseln werden jedoch in ihrer Gesamtheit von den Ska bedroht, die als nordische Herrenmenschen alle anderen Völker als minderwertig einstufen und entsprechend behandeln.

Dies ist der zweite Band von Vances „Lyonesse“-Trilogie, zu der noch die Bände „Herrscher von Lyonesse“ und „Madouc“ gehören. Die Ideen zu dieser Fantasy-Trilogie hatte Vance noch vor 1950 konzipiert, vor seinem großen Erfolg mit „Die Sterbende Erde“.

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Robert Charles Wilson – Darwinia. Zukunftsroman

Europa ist verschwunden, das British Empire existiert nicht mehr, es schlägt die Stunde der Neuen Welt: Der Kontinent Darwinia, der an der Stelle der Alten Welt aufgetaucht ist, lädt zur Erkundung ein. Dieser Roman vereinigt Elemente aus Büchern von Joseph Conrad, Stephen King und Arthur C. Clarke zu einer ganz eigenen, faszinierenden Mischung.

Der Autor

Robert Charles Wilson wurde 1953 in Kalifornien geboren und lebt in Toronto. Er gehört seit seinem mehrfach preisgekrönten Roman „Darwinia“ zu den bedeutendsten Science-Fiction-Autoren der Gegenwart. Für diesen Roman erhielt er den Philip K. Dick Award für das beste Science-Fiction-Taschenbuch. Er schrieb auch den Bio-Thriller „Bios“ (1999), der bei uns Anfang 2003 erschien.

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Elizabeth A. Lynn – Die Tänzer von Arun (Die Chroniken von Tornor 2)

Chearas in Arun: Konfliktlösung im Geist der Harmonie

Im Galbareth, der fruchtbaren Ebene von Arun, haben sich im Laufe der Jahrzehnte Menschen, die über besondere mentale Gaben verfügen, über Telepathie, die Kunst des Gedankenlesens und der Telekinese, zu einer Gemeinschaft zusammengefunden. Sie nennen sich „cheari“, die „Tänzer“, weil sie sich blitzschnell durch Gedankenkontakt verständigen und die Absichten ihrer Feinde rechtzeitig durchschauen können – bis auch in den Reihen ihrer Gegner, den räuberischen Bewohnern der Asech-Steppe, mental begabte Krieger auftauchen.

Dies ist die Geschichte von Kerris, dem verwaisten Sohn eines berühmten Kriegsherrn, der als Kind durch einen Schwerthieb einen Arm verlor. Als Krieger ungeeignet, weiß er seinem Leben keinen Sinn zu geben, bis ihn sein Bruder Kel in die Gemeinschaft der „cheari“ einführt und er einen Meister findet, der eine mentale Gabe in ihm weckt, die mächtiger ist als jedes Schwert und die keines starken Arms bedarf, um einen Gegner zu überwinden. Doch im einst friedlichen Elath lauern erbarmungslose Gegner – und jetzt ist es an Kerris, dem Tod ins kalte Auge zu sehen… (KNAUR-Verlagsinfo)
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