Der Unternehmer Dan Light wird als Held der grünen Ernährung gefeiert. Seine Firma Lightfood produziert Laborfleisch, für das keine Tiere sterben müssen, und macht Milliardenumsätze damit. Doch der Ausbruch einer weltweiten Krankheit wirft einen Verdacht auf: Geht bei Lightfood wirklich alles mit rechten Dingen zu? Als Dan Light nachforscht, stößt er in seinem eigenen Unternehmen auf ein Netz aus Korruption, Intrigen und Sabotage – und wird auf einmal selbst zum Gejagten. Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt … (Verlagsinfo)
Dieser witzige Erotik-Roman spielt teils im Himmelsreich, teils im irdischen Jammertal. Stets aber geht es darum, als Ratgeberin unglücklichen Menschenfrauen zu einem befriedigenderen Sexleben zu verhelfen. Joan Elizabeth Lloyd – Das Erwachen. Erotischer Roman weiterlesen →
Bereits mit fünf Jahren kommt der kleine Bridei nach Pitnochie, um von dem Druiden Broichan erzogen zu werden. Broichan ist sehr streng, doch Bridei ist ein fleißiger und gehorsamer Schüler. Nur ein einziges Mal wagt er den Versuch, dem mächtigen Druiden des Königs von seiner eigenen Meinung überzeugen zu wollen: in der Mittwinternacht hat Bridei ein Baby auf der Schwelle gefunden. Obwohl es ganz offensichtlich zum Guten Volk gehört, hat er es hereingeholt und will es behalten.
Nur widerwillig gibt Broichan nach. Er fürchtet den Einfluss des Mädchens auf Bridei und behandelt es mit Unwillen und größtem Misstrauen. Für Bridei wird Tuala, wie er die Kleine genannt hat, bald zur Schwester und Seelenverwandten, der er selbst die Dinge erzählen kann, die er sonst niemandem erzählt. Doch Bridei wird bald erwachsen und muss sich dem stellen, was Broichan seinem Leben bestimmt hat. Und nach Broichans Meinung ist für Tuala in diesem Leben kein Platz …
Bridei ist ein erstaunliches Kind, geradezu unnatürlich brav. Wahrscheinlich liegt das an seinem unendlichen Wissensdurst. Denn obwohl er zunächst seiner verlorenen Familie hinterhertrauert und sich vor allem deshalb anstrengt, weil sein Vater ihm das aufgetragen hat, lässt sein Lerneifer selbst dann nicht nach, als die Erinnerung an die Eltern und Geschwister immer mehr verblasst. Selbst in der Phase des Erwachsenwerdens spürt man kaum Aufbegehren oder dergleichen, obwohl sein Pflegevater ihm so manches zumutet.
Broichan ist ein strenger Lehrmeister. Er hat Brideis Tag mit Terminen geradezu gepflastert: vormittags Unterricht in Strategie und Geographie bei zwei alten Männern namens Egil und Wid, nachmittags Schwert- und Stockkampf bei Donal, abends die Lektionen über das Wissen der Druiden bei seinem Pflegevater. Ziel dieser Masse an Unterricht ist es, aus Bridei einmal einen König zu machen. Alles, was nicht unmittelbar eine der Qualitäten fördert, die ein zukünftiger König braucht, hält Broichan für Ablenkung. Dazu zählt er auch Tuala …
Tuala ist ein wildes, unbezähmbares Geschöpf. Sie reitet wie der Wind ohne Sattel und Zaum, sie spricht die Sprache der Tiere, klettert wie ein Eichhörnchen und ist absolut schwindelfrei. Außerdem besitzt sie die Gabe des Gesichts. Sie muss einen unbewegten Wasserspiegel nur aus dem Augenwinkel ansehen, schon zeigen sich Bilder darin. Trotz ihrer offensichtlichen Andersartigkeit fühlt sie sich jedoch als Mensch.
Und der wichtigste andere Mensch in ihrem Leben ist Bridei. Mit ihm ist sie auf eine Weise verbunden, die keiner der beiden erklären kann. Als Broichan sie aus Brideis Leben entfernen will und sie vor die Wahl stellt, entweder einen Steinmetz zu heiraten oder eine Weise Frau zu werden, wählt Tuala das geringere Übel und zieht nach Banmerren, der Schule der Priesterinnen. Doch im Grunde ihres Herzens weiß sie, dass es falsch ist …
Das alles klingt nicht unbedingt neu. Und es ist natürlich klar, dass die beiden sich doch noch kriegen.
Wie zu erwarten, ist der Weg dorthin nicht leicht. Nicht nur Broichan will die beiden unbedingt auseinander halten. Dreseida, die Mutter von Brideis Freund Gartnait, ist eine harte, ehrgeizige Frau, die von Bridei überhaupt nichts hält. Und als sie erkennt, welches Ziel Broichan dem Jungen gesetzt hat, versucht sie mit aller Macht, dies zu verhindern.
Außerdem trachtet der König von Circinn Bridei nach dem Leben, denn er will selbst König von ganz Fortriu werden, wenn der alte König stirbt. Selbst Fola, die Herrin von Banmerren, erkennt erst spät, warum Tuala tatsächlich auf der Schwelle von Pitnochie ausgesetzt wurde.
Die beiden jungen Leute müssen also eine ganze Weile gegen den Widerstand der ganzen Welt anrennen! Und erst, als das Feenvolk auf recht drastische Weise in das Geschehen eingreift, wendet sich das Blatt.
Mein Eindruck
Juliet Marillier schildert einfühlsam und in der ihr eigenen lebendigen und warmen Sprache die intensive Verbindung zwischen Bridei und Tuala. An äußerer Handlung ist die Geschichte jedoch eher arm. Der kurze Angriff auf eine Befestigung der Gälen, die ins Land der Pikten eingedrungen sind, nimmt nur wenig Raum ein.
Die Gewichtung liegt ganz auf dem Erwachsenwerden der beiden Hauptprotagonisten, und obwohl die Autorin immer wieder große Zeiträume überspringt, hat sie sich dafür vielleicht doch ein wenig zu viel Zeit genommen. Bis Bridei endlich an den Hof nach Caer Pridne kommt, sind bereits mehr als zwei Drittel des Buches gelesen, und richtig spannend wird es erst auf den letzten hundert Seiten, als Tuala aus Banmerren davonläuft.
So interessant ich die seelische Entwicklung von Personen auch finde, in diesem Fall wurde es selbst mir zu langatmig. Ein wenig Straffung in der Anlegung der inneren Konflikte Brideis und Tualas und ein wenig mehr Bewegung im Handlungsverlauf hätte dem Buch gewiss nicht geschadet.
So hätte man aus dem Charakter der intelligenten, scharfsinnigen Dreseida sicherlich mehr machen können. Aus dem Versuch, Bridei einen Liebestrank unterzujubeln und dann durch Ferada Einfluss auf seine Regierung zu nehmen, hätte eine gute Intrige einer kalten, berechnenden und machthungrigen Frau werden können. Stattdessen macht die Autorin aus dem Liebestrank im Nachhinein ein Gift und lässt Dreseida ihrer Tochter gestehen, daß sie Bridei einfach nur aus Eifersucht auf seine Mutter umbringen und unbedingt ihren eigenen chancenlosen Sohn auf dem Thron sehen will! Eine recht konstruierte Entwicklung!
Die andere Variante hätte natürlich noch weite Kreise gezogen, womöglich bis in den nächsten Band, was eindeutig nicht gewollt und wahrscheinlich auch besser war. Die Geschichte um Tuala und Bridei noch länger hinzuziehen, hätte wohl selbst meine Geduld erschöpft. Andererseits hätte eine Straffung zu einem früheren Zeitpunkt genug Raum für eine solche Entwicklung schaffen können und damit die Geschichte vielleicht ein wenig abwechslungsreicher gemacht.
Unterm Strich
Bleibt zu sagen, dass die Handlung eher schwach und flach daherkommt und wenig Höhepunkte bietet, was zu einigen unangenehmen Längen führt.
Die Charaktere sind zwar gelungen geschildert, ihr Entwurf bietet jedoch nichts Neues im historisch angehauchten Fantasy-Genre. Zu sehr bewegen sich die einzelnen Personen in ihren festgefahrenen Schienen vom klugen und sensiblen Helden, vom weisen, strengen Lehrmeister und vom geheimnisvollen magischen Mädchen aus dem fremden Volk.
So bleibt dieser erste Band der |Bridei Chronicles| doch ein gutes Stück hinter ihrer |Sevenwaters|-Trilogie zurück. Sprachlich ist die Autorin nach wie vor in Hochform, inhaltlich jedoch ist dieser neue Zyklus noch zu unausgewogen und träge, um mit dem so gut gelungenen Debüt mithalten zu können. Schade! Bleibt zu hoffen, dass der Folgeband wieder etwas mehr Lebhaftigkeit an den Tag legt.
Die Autorin
Der zweite Band des Zyklus The Bridei Chronicles, „Die Herrscher von Fortriu“, soll im September 2005 erscheinen und sich hauptsächlich mit Ana befassen, einer königlichen Geisel am Hof von Caer Pridne. Außer den |Bridei Chronicles| und der |Sevenwaters|-Trilogie hat Juliet Marillier auch die |Saga of the Light Isles| sowie mehrere Fantasy-Kurzgeschichten geschrieben.
„Mit Elizabeth Haydon, Jennifer Fallon und Sarah Douglass gehört Juliet Marillier zu den neuen weiblichen Stars der Fantasy. „Die Königskinder“, der erste Band ihres Zyklus „Unter dem Nordstern“, war in den USA ein großer Bestseller-Erfolg.“ (Verlagsinfo)
Juliet Marillier war lange als Dozentin für Musikgeschichte, Gesangslehrerin und Chorleiterin tätig, ehe sie sich 2002 zurückzog, um sich der Schriftstellerei zu widmen. Sie lebt in Neuseeland, in der Nähe von Perth.
Bibliographie (Quelle: Wikipedia.de)
Sevenwaters
Daughter of the Forest, Pan Macmillan Australia 1989, ISBN 0-7329-0977-5
Die Tochter der Wälder, Bechtermünz 2000, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-8289-6843-0
Son of the Shadows, Pan Macmillan Australia 2000, ISBN 0-7329-1029-3
Der Sohn der Schatten, Knaur 2004, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-426-62689-6
Child of the Prophecy, Pan Macmillan Australia 2001, ISBN 0-7329-1093-5
Das Kind der Stürme, Droemer Knaur 2003, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-426-70248-7
Heir to Sevenwaters, Pan Macmillan Australia 2008, ISBN 978-1-4050-3855-3
Die Erben von Sevenwaters, Knaur 2011, Übersetzerin Sabine Schilasky, ISBN 3-426-50890-7
Seer of Sevenwaters, Roc / New American Library 2010, ISBN 978-0-451-46355-5
Flame of Sevenwaters, Roc / New American Library 2012, ISBN 978-0-451-46480-4
Die hellen Inseln – Children of the Light Isles
Wolfskin, Pan Macmillan Australia 2002, ISBN 0-7329-1130-3
Die Priesterin der Insel, Knaur 2003, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-426-66133-0
Foxmask, Pan Macmillan Australia 2004, ISBN 0-330-36477-4
Die Wolkeninsel, Knaur 2006, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-426-62856-2
Unter dem Nordstern – The Bridei Chronicles
The Dark Mirror, Tor / Pan Macmillan Australia 2004, ISBN 1-4050-3604-4
Die Königskinder, Heyne 2005, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-453-52154-4
Blade of Fortriu, Tor / Pan Macmillan Australia 2005, ISBN 1-4050-3682-6
Die Herrscher von Fortriu, Heyne 2006, Übersetzerin Regina Winter, ISBN 3-453-52082-3
The Well of Shades, Tor / Pan Macmillan UK 2007, ISBN 1-4050-4110-2 (Die deutsche Übersetzung Die Schattenquelle ist trotz Ankündigung nie erschienen)
Wildwood
Wildwood Dancing, Pan Macmillan Australia 2006, ISBN 0-330-42246-4
Cybele’s Secret, Pan Macmillan Australia 2007, ISBN 978-0-330-42354-0
Shadowfell
Shadowfell, Macmillan Australia 2012, ISBN 978-1-74334-831-4
Raven Flight, Macmillan Australia 2013, ISBN 978-1-74328-915-0
The Caller, Macmillan Australia 2014, ISBN 978-1-74328-997-6
Blackthorn & Grim
Dreamer’s Pool, Pan Macmillan Australia 2014, ISBN 978-1-74351-702-4
Tower of Thorns, Macmillan Australia 2015, ISBN 978-1-74354-056-5
Den of Wolves, Macmillan Australia 2016, ISBN 978-1-925483-80-2
Warrior Bards
The Harp of Kings, Ace Books 2019, ISBN 978-0-451-49278-4
A Dance with Fate, Ace Books 2020, ISBN 978-0-451-49280-7
Einzelroman
Heart’s Blood, Tor / Pan Macmillan UK 2009, ISBN 978-0-230-01791-7
November 1924: An Bord des Ozeandampfers Endeavor wird ein älterer Gentleman tot am Fuß einer Treppe aufgefunden. Schiffsoffizier Timothy Birch glaubt zunächst an einen tragischen Unfall. Der starrköpfige Scotland-Yard-Ermittler James Temple, der sich zufällig unter den rund zweitausend Passagieren des Schiffs befindet, ist da entschieden anderer Ansicht. Es gelingt ihm, den Todesfall mit einem verschwundenen Gemälde in Verbindung zu bringen. Doch damit hat die Detektivarbeit erst begonnen: Die Endeavor ist noch vier Tagesreisen von New York entfernt. Birch und Temple bleibt nicht viel Zeit, ehe der Mörder straffrei von Bord spaziert – oder erneut zuschlägt … (Verlagsinfo)
Rauschgift und Diamanten – eine tödliche Mischung, wie sich für manchen Vietnamveteranen herausstellt. Bill Meadows hat das zwar zu spät gemerkt, seinem früheren Mitsoldaten aber einen brisanten Hinweis hinterlassen. Und wieder einmal versuchen zahlreiche offene und versteckte Gegner, Detective Harry Bosch an der Aufklärung des Todes von Bill Meadows zu hindern. Michael Connelly – Schwarzes Echo (Harry Bosch 1) weiterlesen →
Ein Klassiker der Science-Fiction lieferte Eric Van Lustbader die Inspiration zu seinem neuesten Fantasyepos, dessen ersten Band „Der Ring der Drachen“ darstellt: Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet„.
1) The Ring Of Five Dragons (2001)
Deutsch: Der Ring der Drachen. Heyne, 2002, ISBN 3-453-72058-X.
2) The Veil Of One Thousand Tears (2002)
Deutsch: Das Tor der Tränen. Heyne, 2004, ISBN 3-453-87618-0.
3) The Cage of Nine Banestones / Mistress of the Pearl (2003)
Deutsch: Der dunkle Orden. Heyne, 2005, ISBN 3-453-40020-8. Eric Van Lustbader – Der Ring der Drachen (Kundala-Zyklus 01) weiterlesen →
Harold Shea ist Psychologe. Seine wissenschaftlichen Forschungen gelten einer uralten Kunst, die dem Menschen von heute verloren gegangen ist: der Magie. Er hat die Funktion der alten Beschwörungsformeln neu entdeckt, mit denen man sich in andere Welten versetzen kann. Und natürlich spricht er nicht von zauberei, wenn er sich dorthin begibt, sondern er benutzt als Wissenschaftler sein „Syllogismobil“, um die keltischen Mythen mit ihren phantastischen Göttern, die finnische Sagenwelt des „Kalevala“-Epos oder gar den „Orlando Furioso“ zu bereisen und mit den Helden unmittelbaren Kontakt aufzunehmen. Das Reisen in erfundene Welten hält für Shea manche Überraschung und noch mehr Abenteuer bereit.
Kannst du? Willst du? Darf ich mal? Wer kennt es nicht: Oft sagen wir Ja zu Dingen, die wir eigentlich gar nicht wollen – und ärgern uns dann selbst darüber. Doch warum ist es so schwer, klare Grenzen zu setzen? Nein zu sagen zu all dem Bullshit, der uns im täglichen Leben begegnet – in der Beziehung, bei Freunden, im Job und im ganz normalen Alltag: einfach mal »Nö!« zu Dingen, mit denen wir nicht einverstanden sind? (Verlagsinfo)
Nicholas Linnear hat den „Ninja“-Angriff überlebt, nun reist er mit seinem Boss und künftigen Schwiegervater nach Tokio, um einen Firmenfusion in die Wege zu leiten. Doch er kreuzt den Weg der Miko, einer gewissenlosen Hexe mit okkulten Kräften. Ihr Auftrag lautet, Rache an Nicholas zu nehmen. Nicholas muss alle seine erweiterten Sinne und kriegerischen Kräfte aufbieten, um gegen sie bestehen zu können. Doch für wen arbeitet sie? Eric Van Lustbader – Die Miko (Nicholas Linnear 2) weiterlesen →
Berlin, 1989. Ria Nachtmann hat ihre große Liebe geheiratet und sich als Spionin zur Ruhe gesetzt. Ihre Tochter Annie verfolgt derweil einen gewagten Plan: Sie will eine Doku des DDR-Widerstands drehen und sie in den Westen schmuggeln. Als sie und ihr Freund Michael dabei versehentlich zwei Männer einer KGB-Geheimoperation filmen, gerät alles außer Kontrolle. Der in Dresden stationierte russische Agent Wladimir Putin hängt sich an ihre Fersen. Mutter und Tochter stehen bald zwischen allen Fronten und müssen erkennen, dass es um nichts weniger geht als um den Sturz der DDR-Regierung und die Zukunft Deutschlands. (Verlagsinfo) Titus Müller – Der letzte Auftrag (Die Spionin 03) weiterlesen →
Sieben Jahre nach dem fatalen Erstkontakt startet die Providence Five. Es ist das größte und modernste Kampfschiff und soll die Menschheit vor ihrem bisher schlimmsten Feind schützen: Aliens, die sich so grundlegend von uns unterscheiden, dass keine Kommunikation mit ihnen möglich ist. Die Besatzung der Providence besteht nur aus vier Personen, deren Aufgabe es ist, das Schiff zu überwachen und durch Videos in den Sozialen Netzwerken den Menschen auf der Erde von ihren vermeintlich heroischen Taten zu berichten. Doch die Schiffs-KI hat andere Pläne: Sie fliegt einen Bereich an, der so weit von der Erde entfernt ist, dass der Kontakt zur Flotte abbricht. Hier befindet sich die Hauptbasis der Außerirdischen. Für Gilly, Talia, Anders und Jackson wird der Kampf im All plötzlich sehr, sehr real … (Verlagsinfo) Max Barry – Providence. SF-Roman weiterlesen →
Der Roman ist im Grund eine echte Räuberpistole, nur dass sie sich um eine neue Computergeneration dreht.
|Der Autor|
Ian Watson gehört zu den besten britischen Autoren in der Science-Fiction und Fantasy, sicherlich aber ist er einer der intelligentesten. Er beherrscht es routiniert, eine verzwickte, aber spannende Handlung auf einigen gewagten wissenschaftlichen Theorien aufzubauen. In „Quantennetze“ ist die Anwendung der Quantenphysik auf die Computertechnik eine solche Theorie.
_Handlung_
Clare Conway, britische Wissenschaftlerin in Cambridge, wollte auf der Konferenz „Harte Fragen“ in Tucson, Arizona, eigentlich nur von ihrer Auffassung erzählen, dass das menschliche Gehirn auch als eine Art Lichtwellen-Computer betrachtet werden könne. Doch sie wollte dann doch nicht auf Jacks Begleitschutz verzichten, als ihr Foto, das sie splitternackt am Rivierastrand zeigt, in der Regenbogenpresse auftaucht – sehr zum Verduss ihrer Uni-Leitung. Jack, der, wiewohl verheiratet, in Clare verknallt ist, findet das Foto toll, insgeheim.
Im Wilden Westen Anfang des 21. Jahrhunderts angekommen, hat sie auch bald allen Grund dazu, für Jacks Anwesenheit dankbar zu sein: Zwei Leichen liegen in ihrem Hotelzimmer. Sie wird von einer verrückten, technikfeindlichen Sekte entführt. Deren Anführer, Gabriel Soul, hat von gefangen genommenen russischen Agenten erfahren, dass Clare eigentlich die Computerfirma QX im Silicon Valley besuchen soll, die den supergeheimen, superschnellen Quantencomputer Q hergestellt hat. Diesen Computer will der verrückte Gabriel mit Clares Hilfe vernichten – oder zumindest für seine eigenen Zwecke missbrauchen.
Doch als Gabe es wider alle Erwartungen und Hindernisse geschafft hat, sich den Q-Computer zu krallen, geschehen einige unerwartete Dinge mit der Realität. Q operiert in mehreren Paralleluniversen gleichzeitig und ist daher um mehrere Faktoren schneller als alle anderen Computer. Seine Dekodierungsgeschwindigkeit würde alle Geheimnisse von Wirtschaft und Regierung offen legen und manipulierbar machen.
Als der Computer erstmals von einem Unbefugten eingeschaltet wird, gehorcht er prompt. Der Befehl lautet: „Rette mich!“ Q ändert die Realität. Und nur Clare und Jack merken, dass die nun folgenden Realitätswechsel zu einer Katastrophe führen müssen. Jack überlebt – um einen hohen Preis.
_Mein Eindruck_
Der Roman ist im Grund eine rechte Räuberpistole, in der Gabriel Soul und mafiose Gestalten die Hauptrolle spielen. Clare und Jack, die beiden Unschuldsengel aus dem Elfenbeinturm der reinen Wissenschaft, sind lediglich unter die Räuber und Teufel gefallen, die in der modernen Wirtschaft den Ton anzugeben scheinen – und wenn man Bill Gates‘ Gebaren vor dem Gericht anschaut, dann könnte das auch hinkommen. Watson nutzt zahlreiche Gelegenheiten, ironische Seitenhiebe auszuteilen: Auf Konferenzen, Polizisten, Sektenführer, FBI, Computergenies und viele andere. Dennoch vermittelt er zudem einen |sense of wonder|: Nachdem Q eingeschaltet wurde, ist nichts mehr wie zuvor, und die Achterbahnfahrt beginnt.
Watson verrät mit vielen Details, dass er die Orte, die er beschreibt, selbst gesehen hat: San Francisco, Tucson, das Silicon Valley, und Cambridge sowieso. Er vermittelt das Gefühl, dass man seinen Angaben, da sie so glaubwürdig scheinen, bedingungslos vertrauen kann. Die „freiwillige Aufgabe der Ungläubigkeit“, wie Coleridge formulierte, wird umso leichter.
|Noch was:| Der Klappentext erzählt mal wieder Stuss: Clare hat den Computer Q nicht „vollendet“. Sie hat nur davon gehört.
|Originaltitel: Hard questions, 1996
Aus dem US-Englischen übertragen von Bernhard Kempen|
600 Jahre in der Zukunft ist die Menschheit auf acht Welten des Sonnensystems verstreut, vertrieben von Alien-Invasoren. Seit 400 Jahren profitieren die Menschen von einem Informationsstrom aus dem Sternbild Ophiuchus. Nun bereitet die Freie Erd-Partei einen Gegenschlag vor, und die Gentechnikerin Lilo Alexander-Calypso soll als vervielfältigte Agentin des Parteichefs den Angriff einleiten. Doch Lilo wäre viel lieber frei und unabhängig … John Varley – Der heiße Draht nach Ophiuchi. SF-Roman weiterlesen →
Meg ist eine Meisterin der Täuschung, und sie hat nur ein Ziel: Gerechtigkeit. Sie schleicht sich in die Leben skrupelloser Männer, die sich auf Kosten von Frauen bereichern, und bringt diese um ihr Vermögen und ihren guten Ruf. Doch nun wird es Zeit für ihren letzten Plan: Endlich will sie den Mann zu Fall bringen, mit dem alles begann. Aber sie ahnt nicht, dass ihr jemand auf den Fersen ist. Es ist eine Frau. Und auch sie will Rache … (Verlagsinfo)
Offenbar verspürt jeder erfolgreiche SF-Autor einmal den unstillbaren Drang, einen richtig großen Roman zu schreiben, der dem Leser eine Krisen-Welt im Panorama zeigt. 1994 reiht sich auch John Barnes ein: „Was geschieht mit der Welt, wenn der Mensch eine natürliche Bombe – willentlich oder unwillentlich – zündet und die Gesetze der Chaostheorie auf die Folgen angewendet werden?“ Im Jahr 2028 löst eine Atomexplosion am Nordpol die Freisetzung der ozeanischen Methanvorräte aus. Diese verändern das Weltklima und die Meeresströmungen dramatisch. Gigantische Wirbelstürme machen die Küsten platt, und nach dem Versiegen des Golfstroms erlebt Europa eine Eiszeit.
Die unter großer Mühsal eroberte Provinz Britannien ist ein Stachel im Fleisch des römischen Imperiums. Einheimische Rebellengruppen hören nicht auf, erbitterten Widerstand zu leisten, und schmieden Allianzen gegen ihren gemeinsamen Feind. Zugleich bereichern sich auf römischer Seite gierige Verwalter auf Kosten der darbenden Bevölkerung. In dieser aufgeheizten Stimmung entsendet das Imperium zwei seiner erfahrensten Soldaten: Erneut stehen Präfekt Cato und Centurio Macro den Rebellen Seite an Seite gegenüber. Können sie den Herrschaftsanspruch Roms behaupten oder wird es ihre letzte Schlacht? (Verlagsinfo)
Paris im 22. Jahrhundert: Der Niedergang der Kulturzentren der Welt, darunter Paris, manifestiert sich in verlassenen Wohnblöcken, dschungelartigen Straßen. Hier hausen die arbeitslosen „Antriebsmänner“, jene Navigatoren, die die Sternenschiffe einst mit der Kraft ihres Geistes zu den fernsten Zielen lotsten. Man hat sie nach der Einführung der übergangslosen KV-Interfaces – Direktverbindungen zu den Kolonien – alle entlassen, die stolzen Schiffe verschrottet. Viele Antriebsmänner setzen ihrer sinnlosen Existenz ein freiwilliges Ende.
Antriebsmann Ralph Mirren bekommt ein unverhofftes Angebot: Er soll ein restauriertes Schiff zu einer der Randwelten steuern, streng geheim natürlich und illegal. Mirren sagt sofort zu, denn die Gelegenheit, sich geistig wieder mit dem Nada-Kontinuum zu vereinen, würde das ersehnte Ende seines langen Entzugs von dieser höchsten quasi-religiösen Erfahrung bedeuten. Er nimmt seinen Bruder Bobby mit. Bobby lebt seit seinem letzten Flug zeitversetzt: Er erlebt das, was vor 24 Stunden geschah, als die Gegenwart.
Auf der Randwelt |Hennessy’s Reach| angekommen, findet Ralph heraus, was mit Bobby passiert war. Auf Reach existieren noch Reste der insektenhaften, intelligenten Alien-Urbevölkerung, die Lho. Die geistliche Lho-Elite hatte mit ihren Psi-Kräften versucht, Bobby zur ewigen Einheit mit dem Nada-Kontinuum zu verhelfen. Weil die menschliche Technik den Kontakt abbrach, wurde Bobbys Geist geschädigt. Nun, auf dem Flug nach Reach, wird Bobby wiederhergestellt und selbst mit Psi-Kräften ausgestattet: Er ist der erste menschliche „Verwirklicher“. Auch Ralph wird diese Ehre zuteil und er erkennt, dass das Universum, das er im Nada-Kontinuum wahrnimmt, durch die Energieausbrüche der Interfaces in seiner Existenz bedroht ist.
Die Lho werden von der faschistischen „Danzig-Organisation“ systematisch ausgerottet. Ralph und Bobby retten die letzten Überlebenden und kehren zur Erde heim. Ihr Auftraggeber ist ein ehemaliger Danzig-Anhänger, jetzt ein Nadaner. Allen zusammen gelingt es, die Interfaces zu schließen. 15 Jahre später fliegen die Antriebsmänner als „Verwirklicher“ wieder Raumschiffe.
_Fazit_
Eric Brown ist bei uns mit exzellenten, einfallsreichen Kurzgeschichten bekannt geworden, die unter dem Titel „Pithecanthropus Blues“ (Heyne) erschienen. Auch „Das Nada-Kontinuum“ belegt sein Talent für Sprache, geschickten Handlungsaufbau, lebendige Charakterzeichnung und überraschende Einfälle. Actionreiche Passagen wechseln sich mit psychologisch fundierten Retrospektiven ab. So genannte „Flashbacks“ liefern paketweise die – in Mirrens Gehirn gelöschte – Vorgeschichte. Eine Nebenhandlung um eine Pariser Malerin, die von Reach stammt und mit den Lho Kontakt hatte, bildet ein Gegengewicht zu Mirrens Geschichte.
„Das Nada-Kontinuum“ mag vielleicht ein „langsames“ Buch sein, aber die Geduld lohnt sich!
|Originaltitel: Engineman, 1994
Aus dem Englischen übertragen von Yoma Cap|
Michael Bishop hat seine lange, Aufsehen erregende Novelle „Tod und Bestimmung unter den Asadi“ 1979 zu dem Roman „Transfigurationen“ (ebenfalls bei Heyne) ausgebaut. Doch auch so ist die xenobiologische Story vom Forscher, der langsam die Eigenarten und Abgründe einer Alien-Zivilisation entdeckt, immer noch packend. Das Titelbild passt nur zu Bishops Roman „Das Herz eines Helden“. Die Illustrationen von Klaus D. Schiemann geben die teils gruselige Atmosphäre viel besser wieder.
Der Autor
Michael Lawson Bishop (* 12. November 1945 in Lincoln, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Autor, der in erster Linie Science-Fiction-Literatur schreibt. Er besitzt einen Master-Abschluss in Englisch der University of Georgia und unterrichtete an verschiedenen Schulen und Universitäten. (Quelle: Wikipedia)
Der Science-Fiction-Roman erzählt in detailgenauen und farbigen Schilderungen vom Leben auf zwei der von Menschen vor langer Zeit terraformierten und besiedelten Welten. Genauer gesagt: Es geht um die radikale Änderung der menschlichen Kultur auf den zwei Welten. Und erst dadurch wird der Roman wirklich interessant. John Barnes – Eine Million offener Tore (Giraut 01) weiterlesen →
Jahrelang hat CIA-Agent Mitch Rapp sein Land gegen die Terroristen verteidigt und sich damit nicht nur Freunde gemacht. Doch als in Saudi-Arabien jemand einen Preis auf seinen Kopf aussetzt und seine Frau einem Attentat zum Opfer fällt, eskaliert die Lage. Zwischen Wut und tiefster Verzweiflung schwankend, macht sich Rapp schließlich auf, die Schuldigen zu finden. Die Spur führt nach Europa … (Verlagsinfo)
In den Zeiten des globalen Terrorismus verfolgen die Geheimdienste der Länder ihre ganze eigenen Interessen und operieren umso mehr in einer Grauzone der Gesetzgebung. Die Männer und Frauen der Geheimdienste leisten oftmals gefährliche Arbeit und tragen ein enormes Risiko für Leib und Leben, aber auch ihre nächsten Angehörigen, ihre Freunde, Bekannten und Verwandten und nicht zuletzt die Ehepartner und Kinder sind gefährdet, sollte jemals irgendeine feindliche Fraktion die eigentliche Identität aufdeckt.