Kirby war einst Teil einer gefeierten Girlband, doch der Erfolg wurde schnell zum Albtraum, denn sie verfiel in einen zügellosen Lifestyle, der das Schlimmste in ihr hervorbrachte. Und als ihre Bandkollegin Hailey unter mysteriösen Umständen starb, fiel der Verdacht auf sie. Die Öffentlichkeit gab ihr den Spitznamen Killer‑Kirby und ihr Drogenproblem brachte sie schließlich sogar ins Gefängnis.
Fünf Jahre später hat sie sich ein stabiles Leben aufgebaut – fernab vom Musikbusiness und zerstörerischen Gewohnheiten. Als ihre ehemalige Bandkollegin Alice, inzwischen eine Pop-Ikone, sie bittet, mit ihr auf Europa-Tour zu gehen, sagt sie dennoch zu. Dann wird Alice von einem Stalker bedroht und der Verdacht richtet sich wieder auf Kirby – angeheizt durch ihr Image, die Medien sowie alte Feinde.
Während einer Tourpause beginnt Kirby zu ermitteln: Sie sucht das Gespräch mit Menschen aus ihrem damaligen Umfeld, um herauszufinden, was wirklich in jener Nacht geschah, als Hailey starb, und ob es eine Verbindung zu Alices Stalker gibt. Doch je tiefer sie gräbt, desto verworrener wird es, dann kommt es zu einigen Todesfälle. Kann man im gnadenlosen Showbusiness überhaupt irgendjemandem trauen? Und wen interessiert die Wahrheit, wenn Any Promotion is good Promotion gilt? Was ist ihr wichtiger – Glamour oder Gerechtigkeit? Nicola Martin – The Spotlight weiterlesen →
Toxic ist kroatischer Profikiller, dessen letzter Auftrag leider das falsche Opfer zum Ziel hatte: Als er den Bundesangestellten auf einer Mülldeponie entsorgen will, kommt ihm das Gesetz ziemlich nahe und sein Auftraggeber stattet ihn mit falscher Identität aus, zur Flucht nach Kroatien. Doch am Flughafen wird er fast vom FBI erwischt und muss sich neu orientieren: Die Flughafentoilette liefert ihm spontan ein neues Opfer, in dessen Rolle er schlüpft. Er ist jetzt Fernsehprediger, sein Ziel ist Island.
Toxic wird in eine isländische Predigerfamilie eingeführt, die seine Tarnidentität als Idol verehren und zu einem Gastspiel nach Island geladen haben, doch selbst hier in diesem kalten Land der schönsten Frauen kommt ihm die Polizei fast hinterher. Er flüchtet erneut, versteckt sich in der Wohnung der heißesten Frau Islands, die zufällig die Tochter seiner Gastgeber ist und die nun, als seine Tarnung aufgedeckt ist, scharf auf ihn und den Hauch von Gefahr wird, der ihn umgibt.
Ihre Beziehung wird von wildesten Sextreffen immer ernster, bis sie sich verlieben. Toxic will seinen Beruf an den Nagel hängen, ein weiterer Prediger soll ihm bei der Läuterung helfen, und irgendwann soll die Heirat mit seiner Liebe anstehen. Bis das Auftauchen seiner alten Auftraggeber alles zunichte zu machen droht …
Deutlichster Kaufanreiz ist der Titel, der humoristisch klingt und im Zusammenhang mit dem Verlagstext auf einen besonderen Roman hindeutet. Die ersten Kapitel sorgen dann erstmal für herbe Enttäuschung. Der Held hat zwar ein paar lockere Sprüche auf Lager, wirkt aber vorerst flach, ungehobelt und sexistisch. Sein Kriterium, Frauen zu beschreiben, formuliert er in den Worten „Wenn wir in einer einsamen Gegend wären und sie die einzige Frau der Einheit, würde ich an Tag X anfangen, von ihr zu träumen“. Er klassifiziert die Frauen häufig danach in „Tag 3-Frau“ oder „Tag 365-Frau“. Im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt sich zwar ein dichteres Bild von ihm, diese Kriterien kommen aber bei jeder Frau wieder, wodurch die Gewichtung seines Lebensschwerpunktes mehr als deutlich wird.
Anfangs wirken Toxics Rückblicke in die persönliche und seelische Vergangenheit wie aufgesetzte, künstliche Versuche des Autors, die Person zu charakterisieren und glaubhaft sein Wesen darzustellen. Aber im Verlauf der Geschichte führt dieser Weg erstaunlicher Weise wirklich zu einem Charakter, dem man seine Handlungen und Motivationen glaubt. Wobei auch klar ist, dass nicht der Charakter und die Persönlichkeit, sondern das Geschehen selbst und die Merkwürdigkeiten der Geschichte es sind, die den Roman unterhaltsam machen.
Die anderen Personen bleiben recht blass, sie sind wie Schlaglichter verschiedener menschlicher Typen und nötig für die Geschichte. So ist Gunhildur die eiskalte, heiße Sexgöttin mit dem menschlichen Kern, Pater Todhúr (Tortur) der fanatische, rotäugige Inquisitor und Katechist des gefallenen Sohnes (Toxic); es gibt den verräterischen Auftraggeber, die brutal kopflose Freundin, den Vatermord, große Autos, dicke Wummen und kaltschnäuzige Killer.
Um auf den Titel zurück zu kommen: „Zehn Tipps“ sind nicht erkennbar. Der Ausdruck „… um das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“ bezieht sich klar auf Toxic und seine Vergangenheit, von der er sich reinwaschen soll. Sind die „Zehn Tipps“ auf Torturs Therapie zu beziehen, die zwar in mehreren Schritten abläuft, aber nie explizit auf die Zahl bezogen wird? Ich halte diesen Ausdruck einfach für ein strategisches Mittel, das den Titel interessant gestalten soll, um den Roman aus dem Brei der Profikillerliteratur herauszuheben, indem er doch durch die Story ziemlich versinkt. Das Bestreben durch schwarzen Humor, Komik und Sexismus mehr Interesse zu erzeugen, gelingt nur bedingt, nämlich ab dem Zeitpunkt, an dem die Geschichte selbst schon für Unterhaltung sorgt.
Insgesamt zwar flüssig lesbar und unterhaltend, aber ohne viel Neues. Ein Roman für zwischendurch ohne hohes Erinnerungspotenzial.
Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
Originaltitel: Io rad til ad haetta ad drepa
Aus dem Isländischen von Kristof Magnusson
ISBN-13: 978-3608501087
Der Autor vergibt: (3/5) Ihr vergebt: (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)
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