„Das Signal“ von Ursula Poznanski ist ein hochspannender Thriller, der sich tief in die Abgründe moderner Technologie, digitaler Vernetzung und menschlicher Wahrnehmung vorwagt. Im Zentrum steht die Frage, wie sehr wir den Systemen vertrauen, die uns täglich umgeben – und was passiert, wenn dieses Vertrauen ins Wanken gerät. Das Buch verbindet technologische Faszination mit psychologischer Spannung und schafft es, ein beklemmendes Szenario zu entwerfen, das erschreckend nah an unserer Realität liegt.
Inhalt
Aus einem zunächst rationalen Sicherheitsbedürfnis heraus beginnt sie, diverse Gegenstände und sogar Personen mit kleinen Trackern zu versehen, um Bewegungen nachvollziehen und Muster erkennen zu können. Was anfangs wie ein harmloses Experiment wirkt, entwickelt schnell eine ganz eigene Dynamik. Sie beobachtet Wege, Aufenthaltsorte und Zeitabläufe – und gewinnt dadurch vermeintliche Kontrolle.
Doch genau diese Kontrolle bringt beunruhigende Erkenntnisse ans Licht. Besonders im Fokus steht ihr Ehemann. Dessen angeblicher Arbeitsalltag passt immer weniger zu den aufgezeichneten Daten. Aufenthaltsorte stimmen nicht überein, Zeiten lassen sich nicht erklären, und einzelne Bewegungen werfen immer neue Fragen auf. Sehr schnell wird klar, dass sie belogen wird – nicht nur punktuell, sondern offenbar systematisch.
Mit jeder neuen Beobachtung wächst das Misstrauen. Die Protagonistin beginnt, ihr gesamtes Umfeld infrage zu stellen und ihre eigenen Wahrnehmungen mit den gesammelten Daten abzugleichen. Menschen, denen sie vertraut hat, wirken plötzlich fremd, und alltägliche Situationen bekommen eine bedrohliche zweite Ebene. Die Grenze zwischen berechtigter Vorsicht und obsessiver Überwachung verschwimmt zunehmend, während sich die Handlung immer weiter zuspitzt und auf ein kaum vorhersehbares Szenario zusteuert.
Mein Eindruck
Dieses Buch hat mich regelrecht überrollt. Der Spannungsbogen schoss für mich nahezu in den Himmel – und blieb dort. Von den ersten Kapiteln an hatte ich das Gefühl, permanent unter Strom zu stehen. Mein Puls war beim Lesen durchgehend erhöht, der Nervenkitzel nahezu körperlich spürbar. Es gab kaum eine Szene, in der ich wirklich durchatmen konnte.
Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. „Nur noch ein Kapitel“ wurde schnell zu „nur noch zehn Seiten“, bis ich irgendwann merkte, dass wieder viel zu viel Zeit vergangen war. Ursula Poznanski versteht es meisterhaft, Spannung nicht nur aufzubauen, sondern sie auch konstant auf einem extrem hohen Niveau zu halten. Keine Längen, keine unnötigen Abschweifungen – jede Szene erfüllt ihren Zweck.
Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre: unterschwellig bedrohlich, klaustrophobisch und gleichzeitig hochaktuell. Die Geschichte fühlt sich erschreckend plausibel an, was den Thriller-Aspekt enorm verstärkt. Ich habe mich beim Lesen immer wieder dabei ertappt, über mein eigenes Verhältnis zu Technik, Daten und Kontrolle nachzudenken. Genau das macht für mich einen herausragenden Thriller aus.
Für mich ist „Das Signal“ eines der besten Bücher der Bestseller-Autorin – und ganz klar eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.
Über die Autorin und Mitwirkende
Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits über 5 Millionen Exemplaren verholfen. (Verlagsinfo)
Fazit
„Das Signal“ ist Nervenkitzel pur. Ein intelligenter, temporeicher Thriller, der keine Sekunde locker lässt und lange nach dem Zuklappen des Buches nachhallt. Ursula Poznanski beweist hier einmal mehr, warum sie zu den ganz Großen ihres Genres gehört. Wer Spannung liebt, moderne Themen schätzt und beim Lesen gerne den hohen Puls spürt, wird dieses Buch verschlingen.
Für mich ein absolutes Highlight, das ich uneingeschränkt empfehle – und ein Thriller, der noch lange im Kopf bleibt.
E-Book: 2,7MB
ISBN: 978-3426568132
www.droemer-knaur.de
Der Autor vergibt: 




