London 1934: Seit Wochen wird Alwyne Hargreaves, das Medium, von schrecklichen Visionen heimgesucht, die den Absturz eines Luftschiffs und den schlimmen Feuertod der Besatzung und der Passagiere zum Inhalt haben. Nachdem Hedy Baumholzer, eine Freundin Tante Marilyns, plant, bei der Jungfernfahrt des neuen Zeppelins dabei zu sein, beschließt Colin Hargreaves, den Visionen seiner Gattin auf den Grund zu gehen und Kontakt zu einem Toten aufzunehmen… (Verlagsinfo)
Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
Der Autor
Hinter dem Pseudonym Per McGraup verbirgt sich der Regisseur Marc Gruppe.
Nach dem großen Erfolg der Saga „Düsterer Ruhm“ legt der amerikanische Bestsellerautor Michael Stackpole mit „Das verlorene Land“ den furiosen Auftakt zu einem neuen phantastischen Abenteuer vor: Die alte Welt ist in der Dunkelheit versunken und ein neues Zeitalter bricht an. Eine Gruppe tapferer Gefährten stellt sich den Gefahren dieser unerforschten Welt, und macht eine unglaubliche Entdeckung. Vor siebenhundert Jahren erschütterte ein gewaltiger Kataklysmus die Welt – wilde Magie brach sich Bahn und veränderte das Angesicht des Globus.
Nur langsam erholen sich die Neun Dynastien des alten Imperiums von den Folgen, und eine Schlüsselrolle spielt dabei das Haus Anturasi, die Kartografen des Dynasten von Nalenyr. Unter dem Zwang, sein Handelsreich auszuweiten, um sich gegen die Bedrohungen kriegerischer Nachbarn und Neider im eigenen Lager zu schützen, treibt Prinzdynast Cyron die Familie Anturasi an, die Welt neu zu vermessen. Und so schickt Qiro Anturasi, der tyrannische Patriarch der Sippe, seine Enkel – den Abenteurer Jorim und den Gelehrten Keles – auf eine Reise ins Unbekannte. Ein einmaliges Lesevergnügen insbesondere für alle Fans der „Warhammer“-Serie. (Verlagsinfo) Michael A. Stackpole – Das verlorene Land (Saga der neuen Welt 1) weiterlesen →
Seit Jahrtausenden lauert er in den weitläufigen Gebirgen im Norden der Insel Serendair: ein Dämon, aus Chaos und Feuer geboren, der die Welt seiner düsteren Herrschaft unterwerfen will. In dem Meuchelmörder Achmed gewinnt er einen Verbündeten.
Doch dann trifft Achmed die junge Sängerin Rhapsody, und das unheilige Band mit dem Dämon wird zerschlagen. Zusammen mit dem Riesen Grunthor fliehen die Gefährten. Verfolgt von den tausend Augen des Dämons begeben sie sich auf eine gefahrvolle Reise, die sie in eine abenteuerliche magische Welt führt … (Verlagsinfo)
Diese illustrierte Story-Sammlung umfasst zehn Fantasy-Erzählungen von wirklichen Könnern ihres Fachs: Theodore Sturgeon, H.P. Lovecraft, Katherine Kurtz, Lyon Sprague de Camp, Alan Burt Akers, Poul Anderson, Thomas Burnett Swann und Roger Zelazny sowie zwei AutorInnen aus Deutschland, nämlich Iny Klocke und Stephan de la Motte.
Für die Fans von K. Kurtz dürfte ihre Erzählung „Des Marluks Untergangs“ (1977) von besonderem Interesse sein. Die Handlung spielt einige Jahre vor Beginn des späten Deryni-Zyklus und nach dem Ende des Frühen Deryni-Zyklus, stellt also eine Art Bindeglied dar. Nach Angaben der Wikipedia ist dies der einzige Abdruck der Erzählung in deutscher Sprache.
Das Universum von Professor JRR Tolkien ist voller Namen, die in jedem seiner zahlreichen Leser eine Saite anschlagen: poetische Namen, furchterregende, erhabene, humorvolle usw. Der wer könnte sich noch an alle Namen und ihre Bedeutungen erinnern? Dazu wäre ein Lexikon oder – noch besser – eine Enzyklopädie nötig, die dem Wissensdurstigen gleich zeigt, was er sich unter einem Namen wie „Morgul-Messer“ oder „Palantir“ vorzustellen hat.
Diese Enzyklopädie bringt Klett-Cotta unter dem Titel „Handbuch der Weisen von Mittelerde“ seit 1996 unter die Tolkien-Fangemeinde. Geschrieben wurde es von Tolkien-Übersetzer Wolfgang Krege, der sich in diese Arbeit so vertieft hat, dass der Erscheinungstermin um zwei Monate verschoben werden musste.
Die Enzyklopädie ist mit Illustrationen, Karten und Stammbäumen versehen, mit Zeichnungen von Tolkiens eigener Hand ergänzt und wurde mit Geschichten und sogar „Vorgeschichten aus drei Zeitaltern“ vervollständigt und schön im festen Einband ediert.
Unterm Strich
Insgesamt eine schöne Ergänzung der Tolkien-Sammlung eines Fans, aber irgendwie auch leicht überflüssig angesichts der Existenz der umfangreichen Ardapedia. Diese wartet mit momentan 3792 Artikeln auf.
Dieser Autor (geboren 1916!) gehört zum unentbehrlichen Repertoire sowohl der Fantasy als auch der Science-Fiction. Die Fantasy, zu der auch die Storysammlung „Grüne Magie“ gezählt werden könnte, bereicherte er um die Romane „Die sterbende Erde“ (1950) und die des Lyonesse-Zyklus. Für den Lyonesse-Roman „Madouc“ (1989) erhielt Vance den World Fantasy Award.
In den USA tobt ein verzweifelter Abwehrkampf gegen die Truppen des Kalifats. Die Sarazenen setzen jetzt sogar Dämonen wie etwa einen Afrit ein. Der amerikanische Oberbefehlshaber schickt einen Werwolf und eine promovierte Hexe hinter die feindlichen Linien von Trollburg, um den Afrit auszuschalten. Sie geraten in Teufels Küche… Poul Anderson – Operation Chaos weiterlesen →
„Seine Magie war gefürchtet auf dem Planeten Roget, und niemand wollte ihn zum Feind. Doch als der Herr von Magda hinter den Mauern seiner Festung mit dem Undenkbaren zu experimentieren begann, da hatten die Kontrollagenturen keine Wahl mehr. Sie mussten versuchen, ihn zu stoppen, um jeden Preis, denn das Schicksal der Galaxis stand auf dem Spiel.“ (Verlagsinfo)
Der Autor
Colin Kapp (* 3. April 1928 in South London, UK; † 3. August 2007 in Chichester, Sussex) war ein britischer Science-Fiction-Schriftsteller.
HIGHLANDER aus SF-Sicht: Leidenswege der Unsterblichen
Unsterblichkeit ist seit jeher eine unerfüllte Sehnsucht der Menschen. Aber sie kann sich auch als Fluch erweisen, wenn man unter Sterblichen leben muss…
Der Autor
Poul Andersons Eltern stammten von eingewanderten Dänen ab. Poul, der vor dem 2. Weltkrieg kurze Zeit in Dänemark lebte, interessierte sich für diese Herkunft so sehr, dass er mehrere Romane an dem Schauplatz Skandinavien zur Zeit der Wikinger spielen ließ, darunter „Schwert des Nordens“ und „Hrolf Krakis Saga“, aber auch „Krieg der Götter“ und die Trilogie „The Last Viking“ (dt. bei Ullstein). Ansonsten ist Anderson für seine zahlreichen Science Fiction-Romane bekannt, von denen „Brain Wave“ (1954, dt. als „Der Nebel weicht“) wohl der innovativste ist. Poul Anderson – Zeitfahrer weiterlesen →
Dies ist der dritte Roman eines fünfbändigen Fantasy-Zyklus, der es vielleicht nicht mit Tolkiens „Herr der Ringe“ aufnehmen kann, der aber ebenso stark auf Mythen und Fantasythemen zurückgreift. Und die Hauptfigur Taran, die im Laufe des Zyklus eindrucksvoll heranreift, lieferte wie Tolkiens „Herr der Ringe“ die Vorlage zu einem Zeichentrickfilm.
_Der Autor_
Lloyd Alexander, geboren 1924, ist der Autor der „Chroniken von Prydain“ (= Britannien). Ähnlich wie bei Tolkien, der mit „The Hobbit“ (1937) zunächst eine Fantasy für Kinder schrieb, beginnt auch Alexander mit einer leichtfüßigen Kinder-Fantasy, um dann jedoch schnell auf tiefere, dunklere Themen zu sprechen zu kommen. Der erste und Teile des zweiten Bandes fanden Eingang in einen gleichnamigen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1985: „Taran und der Zauberkessel“.
Der |Taran|-Zyklus
1. „Taran und das Zauberschwein“ bzw. „Das Buch der Drei“ (engl. The Book of Three) (1964)
2. „Taran und der Zauberkessel“ bzw. „Der schwarze Kessel“ (engl. The Black Cauldron) (1965)
3. „Taran und die Zauberkatze“ bzw. „Die Prinzessin von Llyr“ (engl. The Castle of Llyr) (1966)
4. „Taran und der Zauberspiegel“ bzw. „Der Spiegel von Llunet“ (engl. Taran Wanderer) (1967)
5. „Taran und das Zauberschwert“ bzw. „Der Fürst des Todes“ (engl. The High King) (1968) – Gewinner der Newbery Medal, 1969
6. „Der Findling und andere Geschichten aus Prydain“ (engl. The Foundling) (1973) – Sammlung von Kurzgeschichten, die in Tarans Welt Prydain spielen
_Handlung_
Diesmal dreht sich alles um Prinzessin Eilonwy, Tochter von Angharad aus dem Hause Llyr, einer Sippe von Zauberinnen. Seit dem ersten Abenteuer in „Das Buch der Drei“ wissen wir, dass Eilonwy ein besonderes Spielzeug hat: eine goldene Kugel, die in ihrer Hand leuchten kann. Welche Bewandtnis es damit hat, wird uns in diesem Band nun enthüllt.
Aber warum sollte Eilonwy überhaupt das heimelige Caer Dallben verlassen? Nun ja, sie kann ja nicht ewig eine schwertschwingende Küchenmagd bleiben, sondern muss auch mal mit den Feinheiten der Kultur vertraut gemacht werden, findet Magier Dallben. Taran und Gurgi eskortieren das widerwillig an die Küste ziehende Frauenzimmer. Dort empfängt sie ein Schiff, das von einem tolpatschigen Prinzen namens Rhun kommandiert wird. Eigentlich ignoriert die Besatzung seine Befehle, aber den Prinzen ficht das nicht an. Er hat ein gesundes Selbstvertrauen. Er ist Taran auf Anhieb unsympathisch.
Nach einer stürmischen Überfahrt zur Insel Mona, dem heutigen Anglesey, kommen sie endlich im Schloss Dinas Rhydnant an, wo man sie sogleich neu einkleidet. Auch der Barde Flewdur Fflam ist hier, worüber sich zumindest Taran freut, denn der Sänger ist aus dem Haupthaus wegen schlechten Gesangs verbannt worden.
Der Schumacher stellt sich zu Tarans höchstem Erstaunen als der verkleidete Fürst Gwydion heraus. Er warnt Taran, dass das Leben der Prinzessin in Gefahr sei und seines, Tarans, wohl auch. Der Haushofmeister des Schlosses stehe in Diensten der vertriebenen Zauberin Achren (siehe „Buch der Drei“) und habe sicher üble Pläne.
Tatsächlich beobachten Taran und Gwydion den Haushofmeister Magg beim Geben eines Signals – mitten in der Nacht. Ein Schiff auf hoher See antwortet. Am nächsten Morgen sind Magg und Eilonwy wie vom Erdboden verschluckt, nachdem Taran auf seiner Wache kurz eingenickt war. Die Verfolgungsjagd der Gefährten, die in Begleitung Prinz Rhuns aufbrechen, ist zunächst erfolglos.
Nachdem sie einer Riesenkatze mit dem hübschen Namen Llyan ebenso wie einem Höhlenriesen namens Glew entkommen sind, setzen sie zum verfallenen Stammsitz des Hauses Llyn über. Dort wartet schon die Zauberin Achren auf sie, die Eilonwy in ihrer Gewalt hat. Gelingt es Achren, die Zaubermacht der Llyns in die Hand zu bekommen, würde das den Untergang Prydains bedeuten.
_Mein Eindruck_
Auch diesen 200-Seiten-Roman habe ich in nur wenigen Stunden lesen können, denn die Schrift ist groß, der Bilder sind viele und die Handlung ist flott erzählt. Zunächst erscheint das Buch wie ein Fliegengewicht gegenüber dem düsteren Band „Der schwarze Kessel“. Diesmal haben die Abenteuer mit Llyan und Glew einen grotesk-humorvollen Charakter. Zunächst sieht es nicht so aus, als hätten sie etwas mit der Entführung von Prinzessin Eilonwy zu tun, die dem Buch den Titel gibt.
|Nützliche Umwege|
Doch im Finale erweist sich, dass die bei der Verfolgungsjagd gemachten Erfahrungen und erworbenen Erkenntnisse über die Zaubermacht des Hauses Llyr von zentraler Bedeutung sind. Manchmal muss man eben einen Umweg machen, um zum Ziel zu gelangen. Und Prinz Rhun erweist sich bei dieser Gelegenheit als doch kein so großer Vollidiot, wie Taran zunächst angenommen hatte. Er und Eilonwy sollen heiraten, um über die Insel Mona zu herrschen. Das macht Taran natürlich eifersüchtig, denn er ist selbst der heißeste Verehrer der blonden Schönheit mit dem schnellen Mundwerk. Aber alles renkt sich wieder ein, wenn auch etwas anders als erwartet.
|Noch nützlichere Tiere|
Es ist immer wieder verblüffend, welch bedeutende Rolle Tiere in diesen Romanen haben. Diesmal ist es der Rabe Kaw, den Taran vom Zwerg Gwystyl („Der schwarze Kessel“) geschenkt bekommen hat, der sich als nützlicher Späher und eloquenter Auskunftgeber erweist. Dieser Vogel, der eine tiefe Zuneigung zu Taran gefasst hat, weist alle positiven Eigenschaften auf, die ihm die Legenden der Menschen zuschreiben.
Ganz anders dagegen die Riesenkatze Llyan. Sie ist das Ergebnis eines magischen Experiments, das der Riese Glew, ein echter Amateur in Sachen Wissenschaft, mit seinen Zaubertränken geschaffen hat. Leider fehlte es ihm dabei an Voraussicht, um die Folgen abzusehen. Jedenfalls musste er vor seinem Frankenstein-Geschöpf unter die Erde flüchten. Die Gefährten Tarans haben einen Heidenrespekt vor dem Riesenkater, doch der Zufall kommt ihnen zu Hilfe: Die Mieze reagiert auf Fflams Harfenklänge äußerst positiv und fängt schon bald zu schnurren an wie ein braves Kätzchen – Fflam, der moderne Orpheus. Später zeigt, wie nützlich anhängliche Tiere sein können.
_Unterm Strich_
Dieser dritte Band beginnt wie ein ganz gewöhnlicher Entführungsfall, doch die zahlreichen heiteren und erheiternden Zwischenfälle auf der Jagd nach der Gekidnappten stellen sich als durchaus hilfreich und keineswegs als vergeudete Zeit heraus. Das Finale lässt an Dramatik nichts zu wünschen übrig.
So, nun wissen wir zwar, von welch edler und magischer Abkunft die werte Prinzessin Eilonwy ist, aber Taran ist immer noch der Meinung, dass er ihr als Hilfsschweinehirt nicht das Wasser reichen kann. Das findet Eilonwy allerdings auch. Und deshalb ist es nun allerhöchste Eisenbahn, mehr über Tarans Herkunft herauszufinden. Das passiert im nächsten Band, der den Titel „Der Spiegel von Llunet“ trägt. Hoffentlich finden die beiden bald zueinander.
Eines Morgens erwacht Prinz Raoden von Arelon und stellt entsetzt fest, dass die Shaod ihn ereilt hat, die Verwandlung zum Elantrier. Noch vor zehn Jahren hätte ihn diese Verwandlung zu einem gottähnlichen, magischen Wesen gemacht. Doch heute, nach der Reod, die der strahlenden, magischen Stadt Elantris und ihren Bewohnern den Untergang brachte, bedeutet die Shaod ewige Verbannung ins Innere von Elantris‘ verrottenden Mauern. Doch Resignation liegt Prinz Raoden nicht …
Als Sarene, die Tochter des teoischen Königs und Raodens Braut, in Arelon eintrifft, wird ihr zu ihrer Überraschung mitgeteilt, dass Raoden verstorben sei. Dennoch beschließt Sarene zu bleiben. Zum einen verbieten ihr die Klauseln des Ehevertrages, einen anderen Mann als Raoden zu heiraten, zum anderen will sie das Bündnis zwischen Teod und Arelon nicht gefährden. Nur gemeinsam sind die beiden Länder in der Lage, sich gegen die wachsende Bedrohung aus Fjorden zu behaupten.
In diesem Roman wird die Geschichte von Valentine Michael Smith erzählt, einem Menschen, der von Marsianern auf dem Mars aufgezogen wurde und nun als junger Mann zur Erde zurückkehrt. Es wird erzählt, wie er die zunächst fremde irdische Kultur erlebt – und wie er sie verändert.
Robert Anson Heinlein ist einer der bekanntesten Science Fiction-Autoren, und „Stranger in a Strange Land“ ist sein bekanntestes Buch, das auf dem Uni-Campus der sechziger Jahre Kultstatus erlangte. Als es 1961 erschien, brachte der Verlag allerdings nur eine gekürzte – man könnte auch sagen: zensierte – Version auf den Markt. Auf Wunsch der Verleger wurde der Roman zunächst in einer um ein Viertel gekürzten Version (dt. Titel Ein Mann in einer fremden Welt) veröffentlicht, in der unter anderem auch „anstößige“, also Sexszenen, gestrichen worden waren. Die restaurierte Fassung, die Bastei-Lübbe 1996 vorlegte, wurde erst 1991 veröffentlicht, zwei Jahre nach Heinleins Tod und betreut von seiner Witwe Virginia. „Der Titel des Romans ist dem Buch Exodus des Alten Testaments entnommen.“ (Wikipedia)
Unglaublich, aber wahr: Das Merchandising boomt, und die Firma, welche die Initialzündung gab, geht Pleite. Die Rede ist von der FASA Corporation. Diese hatte im Rollenspiel-/Brettspielbereich große Erfolge, Shadowrun und BattleTech sind in Deutschland und weltweit erfolgreiche und bekannte Serien. BattleTech brachte es auch im Computerspielbereich zu einigem Ruhm: Die beliebte MechWarrior-Serie wurde erst von Activision und später Microsoft vertrieben, sogar im Konsolenbereich wurden die Stahlkolosse dieser Serie in die Schlacht geschickt.
Für mich persönlich, der nur die Computerspiele und die Romanserie kannte, waren die Bücher allerdings das Größte: Einigen Autoren, allen voran Michael Stackpole, gelang es, dem tumben Gekloppe meterhoher, schwer bewaffneter Kampfmaschinen mit Pilot (den BattleMechs) ein zeitweise überdurchschnittlich hohes literarisches Niveau zu geben, und so dem ganzen zugehörigen BattleTech-Universum Esprit und Leben einzuhauchen. Stackpole, Michael A. – Geisterkrieg (Mechwarrior Dark Age 1) weiterlesen →
In Deutschland tobt der Dreißigjährige Krieg. Nach der Zerstörung Magdeburgs ist Ulrich von Bek, der Kriegshund, des Mordens müde. Auf einem geheimnisvollen Schloss verliebt er sich in eine bezaubernde Frau… und Dienerin Luzifers. Erstaunt erfährt Ulrich von Bek, dass Luzifer zu Gott in den Himmel zurückkehren will. Um seinen guten Willen zu beweisen, will er die Welt vom Leid befreien. Dazu braucht er die Hilfe des unerschrockenen Hauptmanns.
Der Kriegshund erhält einen seltsamen Auftrag: Er soll den Heiligen Gral finden und ihn Luzifer bringen. Doch die anderen Fürsten der Finsternis haben sich gegen Luzifer erhoben, um die Aussöhnung mit dem Himmel zu verhindern. (Verlagsinfo)
Im Zuge eines Experimentes, das der verrückte Wissenschaftler Herjellsen in Afrika mit der Zeit anstellt, verschlägt es Dr. Brenda Hamilton, eine schöne Amerikanerin, in die Steinzeit. Da ihr Startpunkt in Rhodesien liegt, dem heutigen Zimbabwe, stellt sie zunächst landschaftlich wenig Unterschiede fest. Die menschlichen und kulturelle Unterschiede erweisen sich dann aber als umso gravierender, als sie den Jäger Tree kennenlernt.
Tree ist der beste Jäger des Stammes von Spear, dem Anführer. Als einziger hat Tree keine ständige Favoritin unter den gemeinsam genutzten Frauen des Stammes. Die Frauen sind darum bemüht, Favoritinnen zu werden, um so vom Jäger, der das Fleisch der Beute verteilt, bevorzugt zu werden. Wenn sie schwanger sind, bekommen sie eine Vorzugsbehandlung. Aber wer weder zum Stamm gehört noch schwanger ist, so wie Ugly, die Neanderthalerin, der bekommt nur die mickrigsten Reste zu essen.
Tree hat heute ein menschliches Weibchen gerochen. Weil er die beste Nase hat, haben die anderen noch nichts davon mitbekommen, dass sich eine fremde Frau im Jagdgebiet befindet. Er zieht alleine los, angeblich um auf die Jagd zu gehen. Doch das Wild geht diesmal auf zwei Beinen… John Norman – Time Slave. Zeitreiseroman weiterlesen →
In seinem sechsten Abenteuer auf der Gegenerde, Gor, hat Tarl Cabot, der Agent der Priesterkönige, eine Kontaktperson an der Meeresküste zu finden. Er hätte nicht gedacht, dass ihn dieser Auftrag völlig verändern würde: Hier wird James Bond zum Piraten – ein flotter Spaß.
Handlung
Tarl Cabot, der Agent der Priesterkönige auf Gor, hat sich an die Küste des Ozeans Thassa aufgemacht. Nach Port Kar führt sein Auftrag, eine große Hafenstadt an der Mündung des Vosk-Flusses, von der aus die dortigen Piratenkapitäne und Sklavenhändler das Meer Thassa heimsuchen. Doch bereits in den Schilfwäldern des Mündungsgebiets fällt er aufgebrachten, sehr auf ihre Unabhängigkeit von Port Kar bedachten Schilfbauern in die Hände, die ihn für einen Sklavenhändler gehalten.
Jenseits der Barriere: realistisches Sozialexperiment?
Keiner der Agenten, die auf das Geheimnis der Ortschaft Santaroga angesetzt worden waren, hat seinen Auftrag erfüllen können. Sobald sie sich für die unheimliche Macht zu interessieren begannen, die das abgelegene Tal im Südwesten der USA und dessen Bewohner in seinem Bann hält, starben sie.
Jetzt ist Dr. Gilbert Dasein an der Reihe, nach Santaroga vorzustoßen. Der junge Psychologe und Marktforscher rechnet sich eine gute Chance aus, die „Santaroga-Barriere“ zu durchdringen und das Geheimnis des Tales zu lüften.
Doch schon bei seiner Ankunft schlägt die unbekannte Macht zu. Dr. Dasein hat seinen ersten „Unfall“, und je mehr er sich mit dem geheimnisvollen Stoff Jaspers befasst, einer Substanz, die alle Einwohner von Santaroga regelmäßig zu sich nehmen, desto erbitterter muss er um sein Leben kämpfen. (Verlagsinfo) Frank Herbert – Die Leute von Santaroga weiterlesen →
Aus der gesamten umfangreichen Anthologie „Dangerous Visions“, die 1967 erschien und 1969 auf drei Einzelbände aufgeteilt wurde, stellt dieses Buch Teil 2 dar. Die Anthologie startete zusammen mit dem britischen Magazin und diversen Herausgebern die SF-Welle, die heute als „New Wave“ bekannt ist. Selten kommen Raumschiffe und andere Accessoires vor, sondern der Schwerpunkt liegt auf irdischen Vorgängen und auf einem innovativen Erzählstil.
Dieses Buch enthält als Glanzlicht eine der besten Storys von Philip K. Dick: „Faith of Our Fathers“ (Glaube unserer Väter).
_Der Herausgeber_
Harlan Ellison, geboren 1934 in Ohio, machte bereits früh im Fandom von Cleveland, Ohio, und New York City (ab 1955) von sich reden, schrieb höchst provokative und innovative Storys und veröffentlichte 1967 mit „Dangerous Visions“ eine der wichtigsten SF-Storysammlungen überhaupt. Die Anthologie, der er weitere folgen ließ, erhielt vier wichtige SF-Preise und zog nicht nur deshalb große Aufmerksamkeit auf sich. Es sind vor allem die „gefährlichen Visionen“, mit denen er Widerspruch herausforderte – und mehr als genug bekam.
Ellison war ein enger Freund von Robert Silverberg und zunächst auch von Philip K. Dick, denn beide fingen wie er in den fünfziger Jahren zu schreiben an und halfen sich gegenseitig. Mit Dick zerstritt er sich später – das wird in Lawrence Sutins Dick-Biografie „Göttliche Überfälle“ (1989) haarklein erklärt und ist sehr lesenswert – für SF-Fans.
Ellison ist einer der seltenen SF-Autoren, die sich schon früh, lange vor dem Cyberpunk John Shirleys („Stadt geht los“, 1980) und William Gibsons ([„Neuromancer“, 521 1984), für die amerikanische Großstadt als Themenfeld interessierten. Er sammelte zehn Monate lang praktische Erfahrungen als Bandenmitglied der „Barons“ in Brooklyn und verarbeitete sie wiederholt in seinen Werken, u. a. in „Rumble“ (1958).
Nach dem Wehrdienst lebte er in Chicago und ab 1962 in Los Angeles, wo er blieb. 1963 gelang es ihm, sich als TV-Drehbuchschreiber zu etablieren und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei schrieb er die Star-Trek-Episode „City on the Edge of Forever“ (1967), für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Er entwickelte eine eigene SF-Serie, „The Starlost“, die auf einem Generationraumschiff spielte. Sie wurde allerdings in Kanada produziert und das Skript derart massiv verändert, dass er seinen Namen zurückzog. Dennoch wurde er für das O-Skript ausgezeichnet. Die Serie überstand nur eine Season. In Ben Bovas Schlüsselroman „The Starcrossed“ (1975) lässt sich die ganze Affäre nachlesen.
„Deathbird Storys: A Pantheon of Modern Gods“ (1975, revidiert 1984) ist eine der wichtigsten Storysammlungen Ellisons, doch wer die ultimative Form aller seiner Erzählungen – es sind mehrere hundert! – lesen will, sollte zu „The Essential Ellison: A 35-Year Retrospective“ (1987) greifen. Seine Story „A boy and his dog“ wurde 1975 mit Don Johnson in der Hauptrolle verfilmt.
1967 erschien „Dangerous Visions“ und 1973 „Again Dangerous Visions“. (Die dritte Anthologie, „Last Dangerous Visions“, war lange in der Planung und bis 1992 noch nicht veröffentlicht.) Diese Bücher ragten aus der Masse heraus, weil sie erstens ausgezeichnetes literarisches Material enthalten und zweitens wegen der persönlichen (und mitunter umstrittenen) Einführungen Ellisons. Dicks Story „Faith of Our Fathers“ soll nach Ellisons Worten unter dem Einfluss der populären Kultdroge LSD geschrieben worden sein. Dagegen verwahrte sich Dick aufs heftigste, denn er nahm nie LSD oder ähnliche harte Drogen, sondern lediglich Amphetamine und Antidepressiva.
Jede der Storys ist mit einem mal längeren, mal kürzeren Nachwort des Autors abgeschlossen. Außerdem gibt es eine Illustration zu jeder Story – alles in allem ein immenser Aufwand, der dem Herausgeber hinsichtlich seiner Gesundheit einen hohen Zoll abverlangte. Ab 1970 schrieb er daher weniger, aber deshalb keineswegs schlechter.
_Die Erzählungen_
1) _Howard Rodman: The Man who went to the Moon – twice_
Marshall Kiss wird von einem Ballon, den man ihm auf dem Dorfjahrmarkt schenkte, davongetragen. Nachdem er wieder zurückgekehrt ist, behauptet er, er wäre auf dem Mond gewesen. Sofort erfahren die Nachbarn davon, dann die Reporter, dann der Bürgermeister. Aber niemand kritisiert ihn oder macht sich über ihn lustig, obwohl einer der Reporter das gerne tun würde. Aber Marshall sieht zu unschuldig aus.
Das war, als Marshall neun war. Jetzt, im Alter von neunzig, will niemand in seinem Städtchen mehr etwas von ihm wissen, und es gibt ja auch niemanden mehr, der ihn kennt. Er behauptet also, er wäre gerade vom Mond zurückgekehrt, doch der Einzige, der ihm das glaubt, ist ein kleiner Junge. Kein Wunder, denn die Rakete zum Mars fliegt mittlerweile dreimal am Tag. Und als der Junge Marshall still und leblos im Bett liegen sieht, meint er, jetzt müsse er wohl zum dritten Mal auf dem Mond sein.
Die wie ein Märchen erzählte Story beleuchtet den Einfluss der rasanten technischen Entwicklung auf das Leben des Einzelnen im 20. und 21. Jahrhundert. Deshalb macht es im Grunde nichts aus, dass Marshall Kiss niemals den Mond erreicht hat. Er hätte genauso gut „Tahiti“ sagen können.
2) _Philip K. Dick: Faith of Our Fathers (1967)_
Dick verknüpft in einer seiner anstoßerregendsten Visionen den Sieg des Kommunismus über die westlichen USA, halluzinogene Drogen, Sex und Theologie. Dennoch ist die Story von A bis Z völlig verständlich geschrieben und wirkt keineswegs abgehoben.
Hauptfigur ist der kleine Parteifunktionär Tung Chien, der in einem Schmalspurministerium in Hanoi (Nord-Vietnam) Dienst tut. Von einem Straßenhändler bekommt er ein Anti-Halluzinogen, das, wie ihm eine hübsche junge Frau namens Tanya Lee mitteilt, die Realität, wie sie wirklich ist, zeigt. Die Partei füge nämlich dem Leitungswasser täglich und überall Halluzinogene bei.
Und so kommt es, dass Tung Chien die persönliche Fernsehansprache, die der Unumschränkte Wohltäter als oberster Parteivorsitzender an ihn richtet, auf völlig andere Weise wahrnimmt als gedacht: nämlich als einen rasselnden Mechanismus, aus dem Scheinfüßchen hervorwachsen. Tanya Lee vom Untergrund hat etwas ähnlich Furchterregendes gesehen.
Nachdem sie ihm geholfen hat, eine dogmatische Prüfung durch Parteibonzen zu bestehen, wird Tung zur Villa des Unumschränkten Wohltäters eingeladen, der sich vor Ort „Thomas Fletcher“ nennen lässt. Doch Tung sieht sein Erscheinen unter dem Einfluss des Anti-Halluzinogens ganz anders: als gottähnlichen, substanzlosen, aber kannibalischen Alien. Und dieser hat ein Wörtchen mit Tung zu reden …
Allein schon die Vorstellung, die Chinesen könnten einen Krieg gegen die USA gewinnen und diese zur Hälfte (der Rest leistet noch Widerstand) unter ihr kommunistisches „Joch“ gezwungen haben, war 1967, während des Vietnamkrieges ein Gräuel. Dass Dick obendrein auch noch die Natur (eines/des) Gottes erörterte und den christlichen Glauben in Zweifel zog, war geradezu Blasphemie. Außerdem kommen in der Story noch Drogenkonsum und Sex vor, also all das, was die Hippies praktizierten und ihre Eltern schockierte. Für uns heute ist die Story vor allem hinsichtlich der theologischen Erörterung interessant, da sich alle anderen Streitpunkte erledigt oder relativiert haben.
3) _Larry Niven: The Jigsaw Man_
Warren Lewis Knowles sitzt in seiner Zelle und weiß, dass man ihn zum Tode verurteilen wird. Dabei bestand sein Verbrechen nur darin, ein paarmal rote Ampeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen zu überschreiten. Es ist ungerecht, findet er. Finden seine beiden Zellennachbarn auch. Einer ist ein Organräuber, der andere, ältere dessen Auftraggeber: ein Arzt, der mit Organen handelt. Die Todesstrafe sieht also so aus, erfährt Lewis, dass ihm seine Organe entnommen und diese der Medizin zur Verfügung gestellt werden – besser als die herkömmliche Todesstrafe, oder?
Als der Arzt eine implantierte Bombe zündet, erblickt Lewis seine Chance, aus dem Gefängnis zu entkommen. Doch das Schicksal hält eine weitere Überraschung für ihn bereit …
Mit dazwischengeschalteten essayistischen Passagen polemisiert der Autor gegen das hier von ihm fiktiv in Aussicht gestellt Strafverfahren. Er hält Organbanken bereits im Jahr 1967 für eine unausweichlich kommende Einrichtung – und er sollte recht behalten. Aber mit der Umwandlung der Todesstrafe zur Auschlachtung ist es noch nicht so weit. Kommt wohl noch.
4) _Fritz Leiber: Gonna roll the Bones_
Bergarbeiter Joe Slattermill lebt in seinem heruntergekommenen Haus zusammen mit seiner dominanten Mutter und seiner nörgelnden Frau, die ihn beide unter ihrer Fuchtel haben. An diesem speziellen Abend fällt ihm praktisch die Decke auf den Kopf und er muss raus. Also geht er in die nahe Siedlung Ironmine, wo ihn das Glücksspiel im Saloon „The Boneyard“ reizt. Und zwar nicht nur die Aussicht auf Gewinne, sondern auch der reizvolle Anblick von halbnackten Girls, die die Spieler mit Wechselgeld und Drinks bedienen und sich um die Würfel am Crap-Tisch kümmern.
Doch dann fällt sein Blick auf den größten und gefährlichsten Spieler von allen. Er ist ganz in Schwarz gekleidet, und sein Gesicht ist unter dem Schlapphut kaum zu erkennen. Seine Augenhöhlen sehen irgendwie leer aus, wie die eines Totenschädels … Und ganz sicher ist er auch bewaffnet. Wie jeder Spieler (und viele der Girls).
Jeder andere Mensch hätte vielleicht bei diesem Anblick Schiss bekommen. Doch nicht Joe Slattermill, ein Yankee von echtem Schrot und Korn. Außerdem hat er selbst ein ungewöhnliches Talent. Manche nennen es Telekinese, Joe nennt es nur „die Kraft“. Jedenfalls gewinnt Joe, bis ihm der irre Gedanke kommt, es mit der „Kraft“ des Mannes in Schwarz aufnehmen zu wollen. Es dauert nicht lange, bis ihn dieser herausfordert: „Joe Slattermill, du hast ausgeschissen. Aber du hast noch einen Einsatz zu machen: dein Leben.“
Diese wundervoll stilecht erzählte und äußerst bekannte SF-Geschichte steht in der uramerikanischen Tradition der „tall story“: der Hochstapler-Geschichte. Sie ist hoch angesehen, denn natürlich weiß jeder, dass sie nicht wahr sein kann, weshalb das Vergnügen an ihr umso größer ist, je irrer sie erzählt wird. Sie funktioniert also wie ein sehr langer Witz. Aber Joe, unser Held, hat es diesmal mit dem Tod selbst zu tun. Diese Figur steht in der Tradition des „bogeyman“, des spukigen Buhmanns. Tatsächlich stellt sich der Spielsalon als eine Version der Hölle heraus, mit all den hübschen und hässlichen Insassen als Vampire (die Girls!) und Geister. Aber Joe gewinnt nicht nur sein Leben zurück, sondern auch die Freiheit von der Tyrannei der Frauen zu Hause. Und auf diese Weise wirkt die Story nicht nur spannend, unterhaltsam, völlig überdreht, sondern auch befreiend auf den Leser.
Warum ist die Story überhaupt in einer Science-Fiction-Anthologie, wenn es doch um schwarze Magie und Geister geht, fragt sich der Leser gewiss. Nun, Joe vermutet, dass der Mann in Schwarz mit seiner gruseligen Truppe eventuell von den Sternen kommt. Ständig werden Verweise auf Raumfahrt und andere Welten eingeflochten – ein reizvoller Kontrast zu der Horror- und Fantasy-Handlung. Der Autor erklärt in seinem Nachwort, was er sich dabei gedacht hat.
5) _Joe L. Hensley: Lord Randy my Son_
Die Geschichte wird aus drei Blickwinkeln erzählt, was ihre Zusammenfassung nicht gerade erleichtert. – Randall ist der achtjährige Sohn von Ann und Sam Moore, einem Rechtsanwalt. Doch Randy ist geistig zurückgeblieben, wenn auch körperlich völlig normal. Er hat das geistige und sprachliche Niveau eines Dreijährigen. Die Enttäuschung darüber verwand seine Mutter nicht und brachte sich durch Autoabgase um. Sein Vater gibt die Schuld daran seinem Sohn, obwohl der ja nichts dafür kann.
Eine schlimme Entwicklung bahnt sich mittlerweile an. Sam hat Krebs und nur noch wenige Monate zu leben. Draußen in der Welt, eingefangen im Fernseher und verbreitet durch Lautsprecherwagen, wird der nächste Weltkrieg vorbereitet. Die Afrikaner haben eigene Atombomben. Hass breitet sich überall aus. Auch in der Nachbarschaft. Aber Randy scheint etwas dagegen zu tun, zumindest mit den Tieren versteht er sich gut.
Als der Junge mitbekommt, dass sein Vater sterbenskrank ist, unternimmt er etwas Wundervolles. Denn wie die dritte Stimme uns wissen lässt, steht Randy auf einer Stufe mit dem Buddha …
Dies ist eine recht melancholische und doch hoffnungsvolle Geschichte. Der damals 40-jährige Autor findet sich in der Figur des Sam Moore wieder. Und er gibt zu, dass es auch eine zutiefst religiöse Geschichte ist.
6) _Poul Anderson: Eutopia_
Iason Philippou ist ein Zeitreisender aus dem hellenistischen Idealstaat Eutopia. Dieser verfügt sowohl über eine aufgeklärte Philosophie wie auch über ausgezeichnete Technologie. In diesem Geschichtsverlauf starb nämlich Alexander der Große nicht 323 v. Chr. in Babylon, sondern überlebte, um sein Weltreich zu konsolidieren. Doch ein Forschungsinstitut sucht per „Panachronion“ nach alternativen Geschichtsverläufen, und so landet Iason in Westfall.
In diesem alternativen Amerika herrscht eine Vielstaaterei. Nachfahren eingewanderter Dänen leben neben denen von Magyaren (Ungarn), die sich wiederum mit Ureinwohnern vermischt haben, die hier Tyrker genannt werden. Iason hat das Pech, nicht vollständig über die Kultur der Dänen aufgeklärt worden zu sein und begeht einen Tabubruch – in Zusammenhang mit einer hübschen jungen Dame, die dummerweise die Tochter des Oberbosses ist. Er flieht vor den Dänen zu den Magyaren, erhält dort Asyl, wird wieder hinausgeworfen, landet an der Küste und kann dort bei einem Agenten wieder die Zeitmaschine benutzen.
Doch bevor er sich verabschiedet, will er wissen, was das Ganze sollte. Warum müssen wir diese alternativen Welten erforschen? Die Antwort überrascht ihn. Und das letzte Wort des letzten Satzes lässt uns grübeln, ob Eutopia wirklich die beste Alternative gegenüber unserer Welt wäre: Iason liebt Knaben.
7) _David R. Bunch: Incident in Moderan_
Eine ziemlich kurze, aber höchst ätzende Kritik des Vietnamkrieges. – Auf der Welt Moderan führen große Festungen Krieg gegeneinander. Die Festungen werden aber nicht von Menschen, sondern von Robotern aus Metall kommandiert. Der Beschuss dient jedoch nicht der Vernichtung des Gegners, sondern dem Erfüllen von Hassquoten. Je mehr Hasseinheiten erfüllt werden, desto besser.
Weil gerade zwei gegnerische Festungen defekt sind, herrscht eine höchst langweilige Feuerpause in Festung 10. Auf dem Festungswall Nr. 11 erblickt der Ich-Erzähler, ein Kommandant, ein seltsames Wesen, das sich über den plastikbedeckten Boden auf ihn zubewegt. Es ist ein Mann, einer von der fleischig-wabbeligen Sorte. Er bedankt sich dafür, dass die Festungen das Feuer so lange eingestellt haben, dass er und seine Frau ihren Sohn begraben konnten. „Danke für die Rücksichtnahme!“
Als ihm der Kommandant mitteilt, dass er von diesem Begräbnis nichts wüsste und von einer Feuerpause aus diesem Grub keine Rede sein könne, bricht der Mann weinend zusammen. Das nervt den Roboter, und als man ihm signalisiert, dass der feindliche Beschuss gleich wieder losgehen werde, warnt er den Menschen. Der aber rührt sich nicht. Bis ihn die erste Zump-Bombe in Fetzen sprengt. Warum bloß hat er sich nicht gerührt, fragt sich der Kommandant, als er die ersten Feuerknöpfe betätigt, um den Beschuss zu erwidern.
8) _David R. Bunch: The Escaping_
Dies ist eine ungewöhnlich literarische Story, die mich an Hemingway und moderne Klassiker wie Joyce erinnert. Der Ich-Erzähler ist ein recht ungewöhnliches Individuum – ob ein Mensch, ist unklar. Auf jeden Fall aber scheint er sich nach einer Traum- oder Fantasiewelt zu sehnen, in der ein Ei vorkommt, das hoch oben am Himmel schwebt – im Gegensatz zu ihm, der durch Ketten an die banale Wirklichkeit nörgelnder Eierköpfe gefesselt ist.
Wie der Autor, ein Angehöriger der US-Luftstreitkräfte, in seinem Nachwort erklärt, geht es in beiden seiner Storys um Wahrheit. Der Kommandant in Moderan ist eins mit seiner Wahrheit vom ewigen Krieg, doch der Träumer in „The Escaping“ sucht diese Wahrheit erst noch zu erlangen, eventuell durch Flucht in eine Fantasiewelt.
9) _James Cross: The Doll-House_
Jim Eliot hat sich in jeder Hinsicht übernommen. Er ist lediglich Investmentverwalter bei einer Bank, lebt aber in einem teuren Haus, mit einer Frau (Julia) aus einer höhergestellten Familie und zwei ebenso teuren Kindern. Er braucht dringendst Geld, am besten vorgestern. Letzter Ausweg: ein Bettelgang zu Julias altem und leicht verrücktem Onkel John. Der Alte bietet ihm kein Geld an, was schon übel ist, aber dafür ein verspätetes Hochzeitsgeschenk: ein Puppenhaus, das eine klassische Pompejanische Villa darstellt. Was für ein Schrott, denkt Jim.
Doch die Villa habe es in sich. In ihr sitze ein antikes Orakel: die Sibylle von Cumae, von der schon Petronius schrieb. Und sie sei unsterblich, solange man sie mit Milch und Honig füttere. Die Kommunikation erfolgt mit kleinen Zetteln, die am Tag danach beantwortet werden, aber meist in Latein geschrieben sind. Der skeptische Jim lässt sich durch Tests von der Funktionsfähigkeit des Orakels überzeugen und wird vor Fehlinvestitionen bewahrt. Er kann auch einige seiner Schulden zurückzahlen, wenn auch längst nicht alle. Als er das Orakel, eine winzige alte Frau, zwingt, mit ihm auf Englisch zu kommunizieren, rächt sie sich auf eine höchst perfide Weise.
Moral von der Geschicht‘: Schau einem geschenkten Gaul nie ins Maul!
10) _Carol Emshwiller: Sex and / or Mr. Morrison_
Mr. Morrison ist der fette Mieter, der im Stockwerk über ihr wohnt, und so pünktlich und geräuschvoll, wie er geht und zurückkehrt, kann sie die Uhr nach ihm stellen. Doch sie, die Ich-Erzählerin, ist viel mehr daran interessiert, wie ein Mann „da unten“ aussieht. Sie hat nie geheiratet und ist immer noch Jungfrau, hat die besten Jahre wohl auch schon hinter sich. Doch so klein wie sie ist, kann sie sich sehr gut unter Mr. Morrisons Schreibtisch verstecken oder in seinem Kleiderschrank, zwischen den riesigen Hemden. Und da kommt er auch schon und zieht sich aus, während sie gespannt aus ihrem Versteck zuschaut …
Eine seltsame Story, die nur vom inneren Monolog der Erzählerin getragen wird. Es findet zwar kein Sex statt, aber das scheitert nicht an Mr. Morrison.
11) _Damon Knight: Shall the Dust praise Thee?_
Am Tag, nachdem die Bomben gefallen sind, steigt der Herrgott Jehovah mit seinen sieben Erzengeln auf die Erde hinab. Es ist der Tag der Apokalypse und sie haben die Strafen auszuteilen, über die ein gewisser Johannes in seinem Buch der Offenbarung schrieb. Doch zu ihrer aller Verwunderung ist die Erde wüst und leer. Und weder Feuer noch Sturm richten irgendwelchen Schaden an. Da es kein Wasser in den Ozeanen, Seen und Flüssen mehr gibt, ist es auch mit der Sintflut Essig. Da findet einer der Engel in den Trümmern eines Bunkers ein Schild: „We were here. Where were you?“
Eine seltsame Frage, könnte man meinen, wenn man Atheist ist. Aber für einen Gläubigen ist es eine wichtige und relevante Frage. Wo wird Gott am Tag des Jüngsten Gerichts sein?
_Unterm Strich_
Um es kurz zu machen: Bis auf Dicks provokante Story „Faith of Our Fathers“ und Leibers wundervolles „Gonna roll the Bones“ (das etliche Preise einheimste) – allenfalls noch „Europia“ von Anderson – kann man diese Sammlung heute vergessen. Es gibt bessere und provokativere Storys. Vielleicht halten die anderen beiden Bände von „Dangerous Visions“ bessere Beiträge bereit.
Ursula K. Le Guins Fantasyroman „Der Magier der Erdsee“ ist der Auftakt zum erfolgreichen Jugendbuch-Klassiker-Zyklus um die Erdsee. Im Erdsee-Zyklus hat Ursula Le Guin eines der schönsten und interessanten Fantasy-Universen geschaffen: eine Welt, die nur aus meerumspülten Inseln besteht und in der Magie funktioniert – Magie, die die Urmächte der Welt und des Lebens beherrscht.
„Der Magier der Erdsee“ setzte einen hohen, sehr hohen Maßstab. Neben Tolkiens Werk (1954/55), das sich nicht explizit an Jugendliche richtete und mit christlichen Motiven überfrachtet ist, ist „Der Magier“ das klassische Fantasy-Abenteuer für junge Leser. Auch die Frauenbewegung in der Fantasy schätzte „Der Magier“ und seine Folgebände sehr. Werke wie „Die Traumschlange“ von Vonda McIntyre erinnern daran.
Geds Gabe: die Wiederherstellung von Einheit und Frieden
„Die Gräber von Atuan“, der zweite Band des ERDSEE-Zyklus, setzte einen hohen, sehr hohen Maßstab. Im Erdsee-Zyklus hat Ursula Le Guin eines der schönsten und interessanten Fantasy-Universen geschaffen: eine Welt, die nur aus meerumspülten Inseln besteht und in der Magie funktioniert – Magie, die Urmächte der Welt und des Lebens beherrscht.
Neben Tolkiens Werk (1954/55), das sich nicht explizit an Jugendliche richtete und mit christlichen Motiven überfrachtet ist, ist das von Hallmark Productions verfilmte „Gräber von Atuan das klassische Fantasy-Abenteuer für junge Leser.