Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Rowling, Joanne K. – Harry Potter and the Deathly Hallows

Der Titel des siebten und finalen Potter-Bandes war bereits einige Zeit durchgesickert: „Deathly Hallows“. Insbesondere die deutsche Fangemeinde rätselte und diskutierte sich ob der möglichen Mehrfachdeutungen in diversen Internet-Foren unter dem Spitzhut heiß. Tödliches Helloween? Todgeweihte Hallen oder irgendwelche ominösen Heiligen? Nun, mit der langerwarteten Veröffentlichung der englischen Fassung am 21. Juli anno domini 2007 war dann glasklar, dass diejenigen, die unter „Hallows“ nicht nur Allerheiligen oder Halloween (von: all hallows eve), sondern auch (heilige) Reliquien sahen, Recht hatten. Warum „Heiligtümer des Todes“ (so auch der offizielle Titel für die im Oktober ’07 erscheinende deutsche Fassung) eine sehr subtile – auch grammatische – Hintersinnigkeit beinhaltet, erschließt sich jedoch erst mit Kenntnis des Inhalts des wieder einmal gut 600 Seiten starken Wälzers aus der Feder J. K. Rowlings.

Über sieben Brücken musst du geh’n,
sieben dunkle Jahre übersteh’n …
(|Karat|)

_Vorgeschichte_

Harry hatte bereits kurz nach der Beerdigung seines großen Mentors Dumbledore angekündigt, nicht nach Hogwarts zurückzukehren. Er sowie Ron und Hermione haben eine Mission zu erfüllen: die Zerstörung der so genannten „Horcruxes“. Trophäen, welche der Dunkle Lord gesammelt und zu Gefäßen von Seelenfragmenten seiner selbst umfunktioniert hat, um im Falle eines körperlichen Todes quasi aus ihnen wieder aufzuerstehen zu können.

Sieben Stück waren es ursprünglich, die Voldemort seinerzeit als Fail-Safe erschuf und versteckte. Der erste Horcrux – Tom Riddles Tagebuch – wurde bereits vor Jahren durch Harry vernichtet (vgl. „Harry Potter and the Chamber of Secrets“). Ein zweiter konnte von Dumbledore kurz vor seinem Tod neutralisiert werden. Ein dritter entpuppte sich als von einem mysteriösen „R.A.B.“ entfernt und durch eine Fake ersetzt (vgl. „Harry Potter and the Half-Blood Prince“). So weit die Ausgangslage zu Beginn von Harrys siebten aktiven Jahr in der Zaubererwelt.

Kein schöner Land in dieser Zeit,
als das uns’re weit und breit …
(|Volkslied|)

_Zur Story_

Die Geschichte startet nicht wie gewohnt am Privet Drive, sondern in Malfoy Manor, dem Anwesen der gleichnamigen Death-Eater-Familie. Hier brütet Lord Voldemort seinen nächsten Schlag gegen Harry aus, gut beraten vom Mörder Dumbledores: Snape, seines Zeichens neuer Schulleiter von Hogwarts. Er berichtet, dass der Orden des Phönix sich darauf vorbereitet, Harry aus dem Haus seiner Pflegeeltern in ein sicheres Versteck zu eskortieren, da dieses nicht mehr lange sicher für ihn sowie die Dursleys ist. Der schützende Zauber, den seine Mutter über ihn und das Haus gelegt hat, erlischt demnächst. Harry wird 17 und ist dann somit volljähriger Zauberer. Während die Evakuierung der Dursleys offensichtlich gelingt, endet das für Harry inszenierte Ablenkungsmanöver beinahe in einem Fiasko. Nur Harrys Zauberstab, welcher sich ohne sein Zutun gegen den Dunklen Lord wendet, verhindert Schlimmeres und sichert das Entkommen.

Im relativ gut abgeschirmten „Fuchsbau“, der Heimat der Weasley-Familie, trudeln die einzelnen Gruppen der Ordensmitglieder nach und nach ein. Doch die Rettungsaktion hat Blutzoll gefordert. Alistor „Mad-Eye“ Moody hat es ebenso erwischt wie Harrys Schneeeule Hedwig. Der berüchtigte Todesfluch. George Weasley hatte mit seinem von Snape abgeschossenen Ohr dagegen noch richtiggehendes Glück. Trotz der düsteren Aussichten laufen die Hochzeitsvorbereitungen von Fleur Delacour (vgl. „Harry Potter and the Goblet of Fire“) und Bill Weasley auf Hochtouren, während Harry, Ron und Hermione ihren Plan, ganz auf sich gestellt die Horcruxes zu finden und zu zerstören, weiter vorantreiben. Wiewohl sie nur von zweien ziemlich genau wissen, wie sie aussehen: Slytherins Halskette und Helga Hufflepuffs Becher. Doch wo danach suchen? Das seltsame Erbe Dumbledores (sein De-Illuminator, ein Märchenbuch und Harrys erster gefangener Snitch) hilft ihnen dabei derzeit nicht weiter.

Außerdem wird ihnen ein Erbstück vorenthalten. Das Schwert Godric Gryffindors, mit welchem man die verwunschenen Seelengefäße Voldemorts penetrieren kann, wurde vom Ministerium für Magie nicht zur Herausgabe freigegeben, da das mächtige Artefakt Allgemeingut sei. Probleme über Probleme also. Zumal an Dumbledores weißer Weste Zweifel auftauchen, welche auch an Harry zu nagen beginnen. Obwohl er auf die gewohnt verleumderische Feder von Rita Skeeter nichts gibt, mehren sich die Hinweise, dass Dumbledores Vergangenheit gewisse Fragen aufwirft und dass er Harry nicht immer die volle Wahrheit erzählt hat. Doch zunächst heißt es für ihn, Ron und Hermione sich auf die Flucht zu begeben, denn sowohl das Ministerium als auch Hogwarts wurden in einem Handstreich von den Death Eatern usurpiert und ein faschistoides Regime installiert, welches reines Magier-Blut propagiert und dieses Ziel auch gewaltsam durchsetzt.

Alles hat ein Ende,
nur die Wurst hat zwei …
(|Karnevalslied|)

_Eindrücke_

J. K. Rowling hat es sich selbst nicht leicht gemacht, indem sie die düstere Prophezeiung installierte, nach welcher einer der beiden Antagonisten ins Gras beißen muss (vgl. „Harry Potter and the Order of the Phoenix“). Somit ist klar, dass es wie weiland beim Highlander nur einen geben kann. Oder keinen, denn ein Teil von Voldemort steckt ja auch in Harry. Kann dieser Teil vernichtet werden, ohne dass er dabei auch draufgeht? Über Harrys quasi unausweichlichen Tod wurde ja bereits lange vor Erscheinen des Bandes lang und breit debattiert. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, zuvor lässt Rowling den Sensenmann jedoch erst einmal die ein oder andere fette Beute anderswo machen. Das ist überaus konsequent und verdeutlicht, dass es sich hier um ein Finale ohne Samthandschuhe handelt – es beginnt schon auf den ersten Seiten mit dem Tod Mad-Eye Moodys, und er soll nicht das einzige prominente Opfer des letzten Kampfes Gut gegen Böse sein.

Leider bremst sie das rasante Anfangstempo aber alsbald wieder runter. Die mehrere Monate währende Flucht der drei sowie das pubertierende Gerangel zwischen den unübersehbar ineinander verliebten Ron und Hermione schlauchen den Leser, wiewohl natürlich bei diesen Exkursionen auch wieder durch einige Informationshappen Licht ins Geschehen gebracht wird, sodass sich langsam das rätselhafte Puzzle um das Leben und Leiden des jungen Harry James Potter vervollständigt. Zwischendurch zieht die Action dann doch noch einmal an, ebbt wieder ab und gipfelt dann nach dieser seichten Phase in einem finale furioso. Ab hier sind die „Hallows“ dann das, was der der Brite schlicht einen Page-Turner nennt. Ganz Hogwarts im offenen Krieg mit den Todessern, da schluckt der Leser schon ein paar Mal trocken und verquetscht sich die ein oder andere pathetisch herbeigeführte Träne. Und blättert fiebrig weiter.

Allerdings wird sowohl ihm – dem Leser – als auch dem namensgebenden Hauptcharakter klar, dass es kein Entrinnen geben kann. Die letzten Mosaiksteinchen fallen ins Bild, was viel mit Snape und seiner Vergangenheit zu tun hat, die zum Teil auch Harrys Eltern betrifft – und natürlich Dumbledores. Mit Harrys kalter, logischer Entscheidung, zu tun, was getan werden muss, geht man konform. So und nicht anders, auch wenn’s noch so schmerzlich ist. Ein wenig dick aufgetragen und arg heroisch das Ganze, doch bitteschön, dies ist ein Potter-Band, da muss sowas irgendwie sein, sonst fehlt etwas. Leider bleiben so einige halboffene Handlungsfäden bzw. Figuren zu guter Letzt etwas im Dunklen. Die Dursleys etwa, die Malfoy-Familie oder auch das Schicksal der impertinenten, opportunistischen Dolores Umbridge. Dort hätte man sich vielleicht ein wenig mehr gewünscht – und dafür im Gegenzug gern auf Teile der etwas zähen Mitte verzichten können.

Lebt denn der alte Holzmichl noch?
(|De Randfichten|)

_Fazit_

Es ist ein rundes, überaus würdiges Finale und es dürfte auch kaum vernünftige Argumente für Fortsetzung(en) oder Prequels geben. Wiewohl der Epilog – so viel sei verraten – eine neue Generation Zaubererkinder auf den Weg nach Hogwarts beschreibt. Doch hoffen wir, dass es bei den sieben bisherigen Bänden bleibt, mit denen sich J. K. Rowling endgültig in den Olymp der fantastischen Literatur eingeschrieben hat. Die magische Nummer sieben ist vielleicht nicht der beste Band der Reihe, was natürlich reine Geschmackssache ist, dafür aber der mit Abstand ernsteste. Das Lesealter sollte dementsprechend ungefähr dem der Hauptakteure entsprechen, als Kinderbuch geht dieser Abschluss nicht mehr durch.

http://www.jkrowling.com/de

|Siehe ergänzend dazu unsere Rezensionen zu:|

[„Harry Potter und der Stein der Weisen“ 139
[„Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ 140
[„Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ 797
[„Harry Potter und der Orden des Phönix“ 141
[„Harry Potter and the Half-Blood Prince“ 1505
[„Harry Potter und der Halbblutprinz“ 1932

Algis Budrys – Das verlorene Raumschiff. SF-Roman

Das vergessene Mars-Experiment

In einer Oase um einen dornartigen Turm, der ihnen Atemluft und Wasser liefert, leben Menschen in einer kleinen Gemeinschaft aus Bauern und Jägern. Die Wüste ringsum wird von feindseligen Amsiren durchstreift, seltsamen geflügelten Geschöpfen, die den Menschen als Nahrung dienen. …

Als der weiße Jackson seinen ersten Amsir erlegt, macht er eine bestürzende Entdeckung. Und bei seiner nächsten Begegnung mit einem der drachenähnlichen Wesen begibt er sich in dessen Gewalt und gelangt in die Siedlung der Amsire, wo Jackson zu seiner Verblüffung ebenfalls einen dornartigen Turm vorfindet…

Aber das Rätsel der Existenz von Menschen und Amsiren auf dem seltsamen Wüstenplaneten ist größer als allgemein erwartet. Das Geheimnis wird nur Stück für Stück im Verlauf der aktionsreichen und dramatischen Erzählung entschleiert. (Verlagsinfo)
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Philip K. Dick – Minority Report. SF-Erzählungen

Philip K. Dick (1928-82) ist in Hollywood angesagt: Der letzte Höhepunkt der Verfilmungen seiner Werke besteht in Steven Spielbergs Actionkrimi „Minority Report“ – daher auch der Titel dieser Sammlung. Aber die Verfilmungen begannen schon 1980 mit Ridley Scotts „Blade Runner“, und das ist nun ein wahrer Kultfilm geworden. Aber auch die Filme befassen sich zwangsläufig mit den Grundthemen in Dicks Werk: Was ist menschlich? Und was ist die Wirklichkeit? Früher oder später dürfte wohl jeder Leser ebenfalls auf diese zwei Fragen stoßen. Dick liefert dazu eine Menge Anregungen und unterhaltsame Ideen.

Philip Kindred Dick (1928-1982) war einer der wichtigsten und zugleich ärmsten Science-Fiction-Schriftsteller seiner Zeit. Obwohl er fast 30 Jahre lang veröffentlichte (1953-1981), wurde ihm zu Lebzeiten nur geringe Anerkennung zuteil. Oder von der falschen Seite: Das FBI ließ einmal seine Wohnung nach dem Manuskript von „Flow my tears, the policeman said“ (dt. als „Die andere Welt“ bei Heyne) durchsuchen. Okay, das war unter Nixon. Er war mehrmals verheiratet und wieder geschieden, philosophisch, literarisch und musikologisch gebildet, gab sich aber wegen des Schreibstresses durchaus dem Konsum von Medikamenten und Rauschdrogen wie LSD hin – wohl nicht nur auf Erkenntnissuche wie 1967.

Er erlebte noch, wie Ridley Scott 1980 seinen Roman „Do androids dream of electric sheep?“ zu „Blade Runner“ umsetzte und ist kurz in einer Szene in „Total Recall“ (1982) zu sehen (auf der Marsschienenbahn). „Minority Report“ und „Impostor“ sind nicht die letzten Storys, die Hollywood neben der „Matrix“-Idee verfilmt hat. Ben Affleck soll in naher Zukunft in einem Film namens „Paycheck“ auftreten, der auf der gleichnamigen Dick-Story aus dem Jahr 1953 beruht. An einem Skript zu Dicks Roman „Der dunkle Schirm“ wird seit Jahren gebastelt. Und vom Roman „UBIK“ hat Dick selbst ein Skript erstellt (das in der Heyne-Ausgabe vom 11/2003 enthalten ist), das aber noch keine Umsetzung gefunden hat.

Die Storys (* = verfilmt):

1) *Der Minderheiten-Bericht („Minority Report“)

Man stelle sich die Handlung von Steven Spielbergs Film etliche Nummern kleiner vor und wird sich so ungefähr der Dimension der Story annähern. John Anderton, der Polizist beim Projekt „Pre-Crime“, verhindert Verbrechen, noch bevor sie begangen werden. Der Grund: Die drei Präkognitiven (Pre-Cogs) von Pre-Crime haben das Verbrechen vorausgesehen. Doch eines Tages treffen zwei merkwürdige Umstände ein: Es wird eine Verbrechenswarnung über Anderton selbst ausgegeben – dieser kennt sein angebliches Opfer noch gar nicht. Und es gibt dazu einen Minderheitenbericht: Einer der Pre-Cogs äußerte eine davon abweichende „Meinung“. Es wird eng für John Anderton, als ihn seine früheren Kollegen zu verfolgen beginnen…
Wer soll die Wächter bewachen? Diese alte römische Frage stellt Dick auch diesmal wieder. Die Folgen bei Spielberg: Drama & Action, bei Dick einige interessante Dialoge und Gedankenspiele. Auf jeden Fall lesenswert.

2) Kriegsspiel (War game)

Generäle spielen Kriegsspiele, das weiß jeder. Aber in einer von Krieg und Militarismus beherrschten Nation (wie etwa der amerikanischen) spielen auch Kinder Kriegsspiele. Buchstäblich. Und diese muss ja jemand testen. Die Tester von der Importkontrolle erhalten Spielprototypen von einem mysteriösen Hersteller, der auf dem Jupitermond Ganymed herstellen lässt. Und die Ganymedianer sind ja bekanntlich ziemlich hinterlistige Burschen. Den Testern ist nicht ganz klar, um wen es sich bei den Ganymedianern genau handelt, aber das Spiel ist interessant, geradezu realistisch – und didaktisch. Die Tester werden trainiert, ohne es zu merken. Aber wenn die Hersteller nun Aliens wären, die die Abwehrbereitschaft der Erde prüfen wollten?
„Kriegsspiel“ ist eine unterhaltsame und augenzwinkernde Satire auf Militär und Geheimdienst, die es in sich hat.

3) Was die Toten sagen (What the dead men say)

Diese Erzählung von 1964 bildet eine Vorstufe zu Dicks Roman „UBIK“ (1969). Im Kälteschlaf-Institut von Herbert Schönheit von Vogelsang können Menschen im Kältepack dennoch für gewisse Zeit – das „Halbleben“ – mit ihrer Umwelt kommunizieren, etwa um Ratschläge zu erteilen und Anteil an bestimmten Entwicklungen zu nehmen. Doch Louis Sarapis, der mächtigste Industriemagnat des Sonnensystems, reagiert nicht auf Versuche, ihn im Halbleben zu reaktivieren. Statt dessen meldet er sich plötzlich aus einer Lichtwoche Entfernung aus dem Weltall. Hintergrund dieses Phänomens ist wohl, dass Sarapis‘ Erbin die Stimme aus dem All vorgetäuscht hat. Der Protagonist der Story, Gordon Barefood, bricht auf, um die Frau auszuschalten, wiewohl er sich in sie verliebt hat.
Wenngleich der Autor eine logische Erklärung für die Vorgänge findet, haftet der Geschichte über weite Strecken ein starkes Gefühl der Verfremdung und des Unbehagens an. Motto: Die Welt ist aus den Fugen geraten, doch Dicks Helden geben niemals den Versuch auf, die Rätsel aufzuklären. Dick hat hier das Potenzial verschenkt, die Aspekte des Halblebens im Kältepack auszuloten. Das hat er 1969 in „UBIK“ nachgeholt.

4) Ach, als Blobel hat man’s schwer! (Oh, to be a blobel!)

Auch in dieser Farce wird wieder der Geheimdienst auf die Schippe genommen. – George Munster geht zu einem Automaten-Psychiater, denn er hat ein Problem. Dr. Jones, der mit oberbayerischem Dialekt zu sprechen anhebt, verfällt sogleich in Hochdeutsch. Munsters Problem besteht darin, dass er als Militäragent bei den Blobels leben muss und, um sie zu infiltrieren, deren wabbelige Gestalt annehmen musste. Das tut seinem Geschlechtsleben überhaupt nicht gut, und so heiratet er eine von den Blobels. Er hat sogar Kinder, die teils gänzlich Mensch oder Blobel, zum Teil aber auch gemischt sind. Dr. Jones tut sich schwer mit seinem Rat…

5) *Erinnerungen en gros („Total Recall“)

Die Handlung verläuft ein wenig anders als in der von Paul Verhoeven inszenierten Action-Brutalo-Oper „Total Recall“ mit Arnold Schwarzenegger als Douglas Quail. Quail wünschte sich in der reglementierten Realität der Erde schon immer, einen aufregenden Job zu haben, zum Beispiel auf dem Mars. Seine bodenständige Frau Kirsten spottet ihn aus.
Und so geht Dougie zur Endsinn AG (von ‚entsinnen‘, sich erinnern; im Original „We can remember it for you wholesale“). Dort erhebt sich die Frage: Verfügt Douglas Quail über vom Militärgeheimdienst implantierte Erinnerungen, ein Agent auf dem Mars zu sein, oder ist er wirklich einer? In jedem Fall ist die Antwort sowohl interessant als auch verblüffend. Das Ersatzprogramm erweist sich als Desaster…
Die Story ist eine Extrapolation der Gehirnwäsche, die das Militär und dessen Geheimdienst an seinen Mitgliedern vornehmen könnte. (Nix Genaues weiß man nich.) In die gleiche Kerbe schlug übrigens 1968 John Brunner mit seinem Mega-SF-Roman „Morgenwelt“ („Stand On Zanzibar“), in dem ein harmloser Knowledge Worker, Donald Hogan, vom Militär zu einem paranoiden Superkiller umgekrempelt wird.

6) Glaube unserer Väter (Faith of our fathers, 1967)

Dick verknüpft in einer seiner anstoßerregendsten Visionen den Sieg des Kommunismus über die westlichen USA, halluzinogene Drogen, Sex und Theologie. Dennoch ist die Story von A bis Z völlig verständlich geschrieben und wirkt keineswegs abgehoben. Sie erschien zuerst 1967 in der berühmten SF-Anthologie „Dangerous Visions“.

Hauptfigur ist der kleine Parteifunktionär Tung Chien, der in einem Schmalspurministerium in Hanoi (Nord-Vietnam) Dienst tut. Von einem Straßenhändler bekommt er ein Anti-Halluzinogen, das, wie ihm eine hübsche junge Frau namens Tanya Lee mitteilt, die Realität, wie sie wirklich ist, zeigt. Die Partei füge nämlich dem Leitungswasser täglich und überall Halluzinogene bei.
Und so kommt es, dass Tung Chien die persönliche Fernsehansprache, die der Unumschränkte Wohltäter als oberster Parteivorsitzender an ihn richtet, auf völlig andere Weise wahrnimmt als gedacht: nämlich als einen rasselnden Mechanismus, aus dem Scheinfüßchen hervorwachsen. Tanya Lee vom Untergrund hat etwas ähnlich Furchterregendes gesehen.

Nachdem Tanya ihm geholfen hat, eine dogmatische Prüfung durch Parteibonzen zu bestehen, wird Tung zur dekadenten Villa des Unumschränkten Wohltäters eingeladen, der sich vor Ort „Thomas Fletcher“ nennen lässt. Doch Tung sieht sein Erscheinen unter dem Einfluss des Anti-Halluzinogens ganz anders: als gottähnlichen, substanzlosen, aber kannibalischen Alien. Und dieser hat ein Wörtchen mit Tung zu reden…

Allein schon die Vorstellung, die Chinesen könnten einen Krieg gegen die USA gewinnen und diese zur Hälfte (der Rest leistet noch Widerstand) unter ihr kommunistisches „Joch“ gezwungen haben, muss so manche Leser des Jahres 1967, während der Vietnamkrieg tobte, in Weißglut versetzt haben. Vaterlandsverrat
Dass Dick obendrein auch noch die Natur (eines/des) Gottes erörterte und den christlichen Glauben in Zweifel zog, war geradezu Blasphemie. Außerdem gab es in seiner Story noch Drogenkonsum und Sex, also all das, was die Hippies praktizierten und ihre Eltern schockierte. Für uns heute ist die Story v.a. hinsichtlich der theologischen Erörterung interessant, da sich alle anderen Streitpunkte inzwischen erledigt oder relativiert haben.

In seiner Original-Nachbemerkung zu seiner eigenen Story (ein seltener Fall!) dementierte der Autor 1967, irgendeine der vorgebrachten Ansichten oder Thesen selbst zu vertreten. Aber er findet den Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und theologischer Erkenntnis interessant. Herausgeber Harlan Ellison bemerkte dazu in seiner Story-Einleitung, dass sich auch dieser Aspekt inzwischen sehr relativiert habe: Nichts als heiße Luft. Wie auch immer: Dick schrieb Ende der 70er Jahre seine VALIS-Trilogie, inder er ein gottähnliches Wesen, eben VALIS, auftreten lässt.

7) Die elektrische Ameise (The electric ant, 1969)

Garson Poole, Geschäftsführer von Tri-Plant im New York des Jahres 1992, hält sich für einen Menschen, findet aber nach einem Unfall die Wahrheit heraus: Er ist ein Roboter. Doch was lässt ihn ticken? Es ist ein Lochstreifen mit einem Programm darauf. Durch einen Supercomputer erfährt er, worin das Programm besteht: Es steuert seine gesamte Realitätswahrnehmung.

Poole manipuliert in mehreren Tests den durchlaufenden Lochstreifen und somit seine eigene Programmierung: „Wenn ich den Streifen [des Programms] kontrolliere, dann kontrolliere ich die Realität. Zumindest soweit sie mich betrifft. Meine subjektive Realität… aber eine andere gibt es ohnehin nicht. Objektive Realität ist ein synthetisches Konstrukt, das Resultat einer hypothetischen Universalisierung einer Vielzahl subjektiver Realitäten.“ (s. 687)

Doch der Roboter Poole täuscht sich ebenso wie seine menschliche Umgebung: Der „idios kosmos“, seine eigene Wirklichkeit, die mit seinem Tode – nach dem Kappen des Lochstreifens – erlöschen wird, entpuppt sich als der „koinos kosmos“, die geteilte Wirklichkeit allen Seins. Als die elektrische Ameise ihre vermeintliche ureigene Realität vernichtet, annihiliert sie zugleich das gesamte Universum. Für jeden Menschen gibt es letzten Endes nur eine Wirklichkeit: die eigene. Aber sie ist Teil eines größeren Ganzen. Dieser Schluss ist metaphysisch und sogar solipsistisch: Das Ich ist das Universum, folglich muss der Tod des Ichs auch den des Universums nach sich ziehen.

8) *Variante zwei (Second Variety; „Screamers“)

Diese grimmige Geschichte von 1953 wurde unter dem Titel „Screamers“ mit Rutger Hauer in einer der Hauptrollen verfilmt.

Im 3. Weltkrieg setzen die verfeindeten Parteien statt Menschen Androiden ein, die feindliche Soldaten liquidieren sollen und zu diesem Zweck als kleine, hilflose Kinder oder verletzte Kameraden getarnt sind. Gesteigert wird diese Perversion der Verhältnisse, als diese Androiden außer Kontrolle geraten und nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Der amerikanische Major Hendricks begegnet einer Gruppe russischer Überlebender, die ihm von den verschiedenen Androidenvarianten berichten. Doch inzwischen gibt es eine „zweite Variante“. Hendricks hat mit einer jungen Frau geschlafen, bei der es sich um eine Androidin der zweiten Variante handelt. Er verhilft ihr nichtsahnend zur Flucht auf den Mond, dem letzten Rückzugsgebiet der Menschheit. Die Folgen sind furchtbar: Schlussendlich werden die Androiden auch die letzten menschlichen Überlebenden auslöschen.

Wie der Autor die Kriegsverhältnisse beschreibt, ist eindrucksvoll, aber hart (genau wie im Film). Die Pointe der Geschichte ist nur als grausam zu bezeichnen und somit sehr wirkungsvoll. Wieder einmal hat Dick die Unterschiede zwischen Mensch und (Androiden-)Maschine ausgelotet. Die Intelligenz des Menschen kommt dabei nicht besonders gut weg.

9) *Hochstapler („Impostor“)

Diese Story wurde mit Gary Sinise („Forrest Gump“) in der Hauptrolle verfilmt, allerdings nicht sonderlich erfolgreich: Der Streifen kam nie in unsere Kinos.

Spence Olham arbeitet seit Jahr und Tag unbescholten an einem geheimen Projekt der Regierung mit, das eine Waffe entwickelt, mit der sich die feindlichen Aliens vernichten lassen, die die Erde belagern. Die Erde wird nur durch eine Blase geschützt, deren Natur nicht weiter beschrieben wird. Eines Tages wird Spence auf der Fahrt zur Arbeit vom Sicherheitsdienst verhaftet und sofort zum Mond geflogen. Die Anklage: Er sei ein Hochstapler, ein Alien-Agent, der sich als Spence Olham ausgebe, mit dessen Aussehen und Erinnerungen, doch mit einer Bombe in seinem Roboterkörper, um das Projekt zu vernichten.

Olham kann dem Sicherheitspolizisten Peters und seinem Tod in letzter Sekunde entkommen und rast zur Erde, um seine Unschuld zu beweisen, denn er kann sich nicht erinnern, jemals etwas anders gewesen zu sein als eben der Mensch Spence Olham, verheiratet mit Mary Olham. Marys Gesichtsausdruck verrät ihm zu Hause rechtzeitig, dass die Polizei ihn bereits erwartet, und er kann entkommen. Da fällt ihm ein, wo das Raumschiff seines Doppelgängers abgestürzt sein könnte. Dort entscheidet sich sein Schicksal. Leider erleben er und seine Verfolger eine böse Überraschung, „die man noch bis zum Alpha Centauri sehen kann“…

Dick beschreibt hier auf brillante Weise eine vermeintliche Paranoia, die sich zur Realitätssuche auswächst: Kurze Zeit gibt es Hoffnung für Spence Olham, denn er kann immer neue Beweise für seine Identität aufbieten. Doch die harte Pointe enthüllt die Wahrheit.

Mein Eindruck

Diese Sammlung enthält in der Tat, wie es der Original-Untertitel „Classic Stories“ verspricht, eine Reihe „klassischer Storys“ Philip K. Dicks. Sie veranschaulichen demjenigen, der sich Dicks Werk erschließen möchte, Zugang zu einigen zentralen Themen darin: Die Auslotung der Unterschiede zwischen Mensch und Maschine (= Android) sowie die Untersuchung der Natur der Wirklichkeit. Zu letzterer gehören etliche Paranoia-Stories, von denen hier nur wenige gesammelt sind. In Geschichten wie „Impostor“ finden beide Themen zueinander.

Wem die Ideen Dicks durchaus interessant und verdaubar erscheinen, sollte sich eine Stufe weiter wagen und sich den einen oder anderen der Romane vornehmen. Sie wurden bei Heyne in einer kommentierten und sprachlich überarbeiteten Form herausgegeben. Natürlich ist auch ein so bekannter Roman wie „Blade Runner“ darunter. Aber auch „Marsianischer Zeitsturz“ und „Die drei Stigmata des Palmer Eldritch“ verdienen Aufmerksamkeit. Sie gehören zum Besten, was Dick je geschrieben hat. Und das war eine ganze Menge.

Hinweis:

Von Dick-Experte Uwe Anton, einem bekannten Übersetzer und Autor, ist 1993 im Thomas-Tilsner-Verlag, Bad Tölz, eine sehr gute und hilfreiche Monografie erschienen: „Philip K. Dick – Entropie und Hoffnung“ (ISBN 3-910079-01-6, ca. 17,40 €). Allein die Bibliografie ist mit rund 50 engbedruckten Seiten eine der umfangreichsten zu Philip K. Dick im deutschen Sprachraum.

www.heyne.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

Helene Tursten – Der im Dunkeln wacht (Irene Huss 09)


Psycho-Thriller: Paranoia in Göteborg

„Kriminalinspektorin Irene Huss im Fadenkreuz eines Psychopathen! Zwei erdrosselte Frauen, in Plastikfolien verpackt. Fundort: zwei Friedhöfe rund um Göteborg. Dem Team um Kriminalinspektorin Irene Huss ist schnell klar, dass es sich um einen Serientäter handeln muss. Beide Opfer waren alleinstehend, beide waren Mitte vierzig, bei beiden fand sich ein Foto mit einer verschlüsselten Botschaft an der Wohnungstür – mit einer Chrysantheme liebevoll verziert.

Was Irene Huss nicht weiß: der Mörder hat bereits ein neues Opfer im Visier, und zwar sie …

Ich beschütze euch vor dem Bösen. Bei mir seid ihr geborgen. Ich bin der, der im Dunkeln wacht.“ (Verlagsinfo)

Helene Tursten – Der im Dunkeln wacht (Irene Huss 09) weiterlesen

Crichton, Michael – Sphere – Die Gedanken des Bösen

Seit „Timeline“ und „Jurassic Park“ gehört Michael Crichton sicherlich zu den großen amerikanischen Schriftstellern verfilmbarer Belletristik. Seine Bücher sind meist wissenschaftlich angehaucht und dabei lehnt Crichton, der selbst Medizin und Philosophie studiert hat, sich oft weit aus dem Fenster mit seinen pseudowissenschaftlichen Spekulationen.

„Die Gedanken des Bösen“ ist bereits mit Dustin Hoffman, Sharon Stone und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen in „Sphere“ mehr oder weniger gut verfilmt worden.

Handlung

Zu Beginn lernt der Leser den dreiundfünfzigjährigen Psychologieprofessor Norman Johnson kennen, der zu einem vermeintlichen Flugzeugabsturz gerufen wird. In seiner Funktion als Psychologe muss er häufiger an solchen Katastrophenorten die Überlebenden psychologisch betreuen. Doch dieses Mal scheint die Situation eine andere zu sein, denn Norman hat nichts von einem Flugzeugabsturz vernommen. Mit einem Hubschrauber wird er an eine Stelle im Südpazifik zwischen Samoa und den Fidschi-Inseln gebracht, wo einige Navy-Schiffe versammelt sind. An Bord eines der Schiffe wird Norman mit Captain Barnes bekannt gemacht, der die Leitung über die geheime Aktion hat. Was ist eigentlich passiert?

Barnes fragt Norman zu seiner Abhandlung aus, die er einst für den Fall der Begegnung mit Außerirdischen verfasst hat. In dieser Abhandlung hat Norman ein optimales Team aus verschiedenen Wissenschaftlern zusammengestellt, die für eine Begegnung mit Außerirdischen am besten gewappnet wäre und diesen Wissenschaftlern sieht Norman sich plötzlich gegenüber, denn angeblich wurde in der Tiefe des Meeres ein außerirdisches Raumschiff gefunden, das das Team nun zusammen erkunden soll. Warum wird der Fund allerdings so geheim gehalten, wenn tatsächlich die sensationelle Entdeckung eines außerirdischen Objektes gemacht wurde?

Norman begibt sich zusammen mit den anderen Wissenschaftlern Beth, Harry und Ted in die Tiefe. Bei der Erkundung des Raumschiffes entdeckt das Team eine riesige Kugel, die sich leider nicht öffnen lässt. Was verbirgt diese Kugel? Und für welchen Zweck wurde das Raumschiff gebaut? Die Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel und versuchen mit allen Mitteln, die Kugel zu öffnen, doch Harry ist derjenige, der es schafft und in die Kugel verschwindet, bevor diese sich wieder verschließt. Als Harry einige Stunden später wieder heraustritt, ist er verwirrt und verändert, auf Norman und Ted wirkt er manisch, außerdem behauptet er, dass er sich nicht mehr an die Vorgänge im Inneren erinnern könne. Verbirgt Harry etwas vor den anderen? Kurz nach Harrys Rückkehr aus der Sphäre erhalten die Wissenschaftler eine verschlüsselte Nachricht auf den Monitor, die sie zusammen entschlüsseln können. Wer nimmt dort Kontakt mit ihnen auf? Ist es ein Wesen aus der Kugel? Plötzlich ist das Unterwasserhabitat von fremdartigen Lebewesen umzingelt und wird von einem Riesenkalmar angegriffen, der das Raumschiff zu zerstören droht.

Mein Eindruck

Die Geschichte klingt auf den ersten Blick sehr interessant und mysteriös, denn was übt eine größere Faszination auf die Menschheit aus, als die Aussicht auf den Kontakt zu außerirdischen Lebewesen? Doch was sich in der Kugel tatsächlich verbirgt, das bleibt dem Leser zunächst vorenthalten. Crichton ist sich selbst bei diesem Buch wieder treu geblieben, er schreibt kurze und knappe Sätze und Kapitel, um seine Leser gefangen zu halten. Langsam aber sicher wird die Spannung aufgebaut, da der Leser immer begieriger darauf wird zu erfahren, was es mit dem entdeckten Raumschiff tatsächlich auf sich hat und welche Mächte in der Kugel stecken.

Crichtons Bücher sind oft wissenschaftlich angehaucht und erhalten dadurch einen besonderen Reiz. Leider schreibt Crichton oft über Dinge, von denen er offenkundig keine Ahnung hat, denn ein Naturwissenschaftler würde nie eine ganze Garnele unter ein Elektronenmikroskop halten und mit dem Auge durch das Okular schauen, Crichton verwechselt an dieser Stelle leider das Elektronenmikroskop mit einem normalen Lichtmikroskop. Seine Bücher würden mehr Glaubwürdigkeit erhalten, wenn sie an mancher Stelle etwas intensiver recherchiert gewesen wären.

Nichtsdestotrotz versteht Crichton es, seine Leser zu packen und in fremde Welten zu entführen. Durch seine mysteriösen Geschichten und die Gefahren, in die sich seine Hauptcharaktere begeben müssen, wird der Leser an das Buch gefesselt, da er endlich das Geheimnis der Kugel entschlüsseln möchte. Abgesehen von den wissenschaftlichen Fachbegriffen ist Crichtons Sprache einfach zu verstehen und dadurch, dass seine Sätze kurz gehalten werden, erscheint das Buch recht kurzweilig. „Die Gedanken des Bösen“ wird durch die simple Sprache und die kurzen Kapitel zu einem schnellen und flüchtigen Leseerlebnis, das schnell in Vergessenheit gerät, wenn das Buch erst einmal ausgelesen ist. Crichton gelingt es zwar, etwas Spannung in seinem Buch aufzubauen, doch bleibt seine Sprache dabei so einfach und nüchtern, dass er damit leider keinen Eindruck mehr schinden kann.

In seiner Beschreibung konzentriert sich Crichton auf die Person des Norman Johnson, der zwar nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, aber dennoch klar im Mittelpunkt des Buches steht. Über ihn erfährt der Leser etwas mehr als über die anderen Expeditionsteilnehmer, da er Zugang zu Normans Gedanken erhält. Am Rande erhalten auch Beth und Harry etwas mehr Gewicht, alle anderen Charaktere bleiben im Hintergrund, der Leser erfährt gar nichts über ihren Hintergrund oder ihre Gedanken. Ich finde es etwas schade, dass Crichton seinen Charakteren meist so wenig Gewicht verleiht, dass der Leser sich nicht in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen kann. Denn wenn die Wissenschaftler hier in Lebensgefahr durch den Kalmar geraten, lässt uns das überraschend kalt, da die persönliche Beziehung zu den Protagonisten fehlt.

Unterm Strich

Insgesamt ist das Buch wesentlich besser gelungen als der Film, da es näher auf die Faszination, die die Kugel auf die Wissenschaftler ausübt, eingehen kann und bestimmte Phänomene detaillierter beschrieben werden. Am Ende gelangt Norman zu einer Theorie, die die Vorgänge im Raumschiff erklären soll, doch wie er zu dieser Theorie gelangt, wird nur im Buch genauer erklärt.

Nach der Lektüre hatte ich das Gefühl, dass Michael Crichton langsam die Ideen ausgehen, denn vom Aufbau der Geschichte her weist sein neuestes Werk „Beute“ große Ähnlichkeiten zu „Die Gedanken des Bösen“ auf, denn auch hier sind Wissenschaftler eingeschlossen und müssen auf sich alleine gestellt großen Gefahren trotzen und auch das vermeintlich sichere Habitat verlassen, obwohl draußen der Tod durch unbekannte Wesen lauern könnte.

Mich persönlich konnten „Die Gedanken des Bösen“ nicht fesseln und begeistern, da mir einmal der eher schlechte Film in Erinnerung war und mir Crichtons Bücher insgesamt zu ähnlich sind. Ich habe erst drei seiner Werke gelesen, doch selbst damit konnte ich klare Parallelen erkennen, die mich davon zurückhalten, in nächster Zeit ein weiteres Buch von Michael Crichton in die Hand zu nehmen und zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass Crichton seinen Charakteren mehr Farbe verleiht und sich mit seinen wissenschaftlichen Behauptungen nicht zu sehr aus dem Fenster lehnt. Leider ist dem Autor mit diesem Buch kein großer Wurf gelungen, „Die Gedanken des Bösen“ unterhält zwar recht gut, hebt sich aber nicht vom Durchschnitt ab.

Taschenbuch: 480 Seiten
O-Titel: Sphere, 1987
ISBN-13: 9783442458547
https://www.penguin.de/Verlag/Goldmann/4000.rhd

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (9 Stimmen, Durchschnitt: 1,78 von 5)

J. K. Rowling – Harry Potter und der Halbblutprinz

Dem sechsten Band der Harry-Potter-Reihe wurde ja höchst fiebrig entgegen gesehen! Jetzt, gut vier Wochen nach der deutschen Veröffentlichung, hat ihn wahrscheinlich jeder, der die Serie nicht heftig verabscheut, längst gelesen. Insofern mag ich ein wenig spät dran sein, aber ich bin eben nicht so süchtig wie die Fangemeinde. Dafür werde ich mich bezüglich des Inhalts einfach kürzer fassen.

Diesmal wird Harry in den Ferien von Dumbledore persönlich bei den Dursleys abgeholt. Doch bevor Dumbledore ihn beim Fuchsbau abliefert, nimmt er ihn mit zu einem alten Freund und Kollegen, Slughorn. Er möchte, dass Harry Slughorn überredet, als Lehrer nach Hogwarts zu kommen, denn Slughorn hütet eine wichtige Erinnerung, die für Dumbledore sehr wichtig ist …

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Philip K. Dick – Die Lincoln-Maschine

Neu übersetzt: Abraham Lincoln und das dunkelhaarige Mädchen

Sie begannen mit elektronischen Heimorgeln und automatischen Klavieren. Dann verbesserten sie ihre Technik und stellten Menschen her: keine Roboter, sondern genau programmierte Nachbildungen berühmter Zeitgenossen. Aber da war ein entscheidender Denkfehler: Denn die genaue Nachbildung eines berühmten Menschen kann keine lenkbare Marionette sein … (Verlagsinfo)

Der Autor

Philip Kindred Dick (1928-1982) war einer der wichtigsten und zugleich ärmsten Science-Fiction-Schriftsteller seiner Zeit. Obwohl er in fast 30 Jahren 40 Romane und über 100 Kurzgeschichten veröffentlichte (1953-1981), wurde ihm zu Lebzeiten nur geringe Anerkennung außerhalb der SF zuteil. Oder von der falschen Seite: Das FBI ließ einmal seine Wohnung nach dem Manuskript von „Flow my tears, the policeman said“ (dt. als [„Eine andere Welt“ bei |Heyne|) durchsuchen. Okay, das war unter Nixon.

Er war mehrmals verheiratet und wieder geschieden, philosophisch, literarisch und musikologisch gebildet, gab sich aber wegen des Schreibstress‘ durchaus dem Konsum von Medikamenten und Rauschdrogen wie LSD hin – wohl nicht nur auf Erkenntnissuche wie 1967. Ab 1977 erlebte er einen ungeheuren Kreativitätsschub, der sich in der VALIS-Trilogie (1981, dt. bei |Heyne|) sowie umfangreichen Notizen (deutsch als „Auf der Suche nach VALIS“ in der |Edition Phantasia|) niederschlug.

Er erlebte noch, wie Ridley Scott seinen Roman „Do androids dream of electric sheep?“ zu „Blade Runner“ umsetzte und ist kurz in einer Szene in „Total Recall“ (1982) zu sehen (auf der Marsschienenbahn). [„Minority Report“ 142 und „Impostor“ sind nicht die letzten Storys, die Hollywood verfilmt hat. Ben Affleck spielte in einem Thriller namens „Paycheck“ die Hauptfigur, der auf einer gleichnamigen Dick-Story beruht. Als nächste Verfilmung kam „A scanner darkly“ (Der dunkle Schirm) mit Keanu Reaves.

Handlung

Louis Rosen, der Ich-Erzähler, und Maury Rock sind Teilhaber in einer kleinen Firma, die sowohl elektronische Stimmungs-Heimorgeln als auch automatische Klaviere (Spinette) herstellt und im Nordwesten der Vereinigten Staaten vertreibt. Weil aber die Heimorgeln, für die Louis zuständig ist, sich nicht verkaufen, erhält Maury die Oberhand in der Firma. Und Maury sagt: Wir bauen Simulacra!

So ein Simulacrum ist nicht bloß eine mechanische Puppe mit ein paar Klamotten dran, nein, darin verbirgt sich auch ein Gedächtnis und ein Verhaltensprozessor, der über ein Magnetband Befehle entgegennehmen kann: ein Android wie in [„Blade Runner“. 1663 Das erste Simulacrum, das Maury auspackt, ist Edwin Stanton, dem Kriegsminister Abraham Lincolns, nachgebildet. Ein paar Knöpfe gedrückt, und schon kann der Stanton drauflos plaudern.

Louis Rosen kommen schwere Zweifel. Nicht, dass er seinem Partner diese Erfindung neiden würde. Es liegt vielmehr an dem Umstand, dass der Android von Maurys geisteskranker junger Tochter Priscilla Frauenzimmer erfunden und entworfen wurden. Wer weiß also, wozu dieser Android alles fähig ist? Pris wurde aus einer staatlichen Heilanstalt auf Bewährung entlassen und ihr Verhalten grenzt ans Monomanische: Sie zerschneidet mit Vorliebe Badezimmerkacheln.

Pris‘ Wahnsinn jagt Louis kalte Schauer über den Rücken: Sie ist gefühlskalt, berechnend, ehrgeizig und skrupellos. Auf seine Gefühle oder gar sein Selbstwertgefühl nimmt sie keinerlei Rücksicht, so dass er am liebsten im Boden versinken würde. (Merke: Louis ist nicht sonderlich selbstbewusst.) Sie behandelt ihn, als wäre er ebenfalls ein Automat, so wie ihr Stanton. Als sich Louis deswegen bei Dr. Horstowski psychotherapeutisch behandeln lassen will, kommt ihm der Arzt wie ein Automat vor. Scherzeshalber gibt er vor, selbst ein Automat zu sein. Den Arzt wundert das überhaupt nicht, was Louis ins Grübeln versetzt. Fortan gibt er überall vor, ein Simulacrum zu sein.

Und jetzt auch das noch: Pris will einen Job beim Milliardär Sam Barrows, der selbst im Nordwesten zu den skrupellosesten Immobilienhaien zählt und seinen Einfluss auch auf Mars, Venus und Luna ausweiten konnte. Maury erhält von Barrows einen Brief, in dem Barrows den geschäftlichen Vorschlag, Simulacren für die Neuinszenierung des amerikanischen Bürgerkrieges zu benutzen, für die Idee einer privaten Bürgerinitiative hält. Wie peinlich! Nix war’s mit dem Massenabsatz von Stantons.

Aber Maury, ein hartnäckiger Yankee, gibt nicht auf. Er will Barrows mit einem Meisterwerk überzeugen: einem Simulacrum von Abraham Lincoln! Auch hier hat Pris ihre Finger im Spiel: Sie hat alles über Lincoln gelesen und den neuen Automaten entsprechend programmieren lassen. Louis schwant dabei nichts Gutes, wie immer, wenn Pris beteiligt ist.

Der große Augenblick kommt einen Tag, bevor Sam Barrows seinen Besuch ankündigt, denn er hat Stanton in Seattle kennengelernt und ist vom Wert der Simulacra für seine zukünftige Mondkolonie überzeugt. Man legt am Lincoln den Schalter, und er erwacht zum Leben. Er öffnet die Augen. Er redet rückwärts – upps!

Mein Eindruck

Der Autor hat den Roman anlässlich der Hundertjahrfeier des amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) geschrieben und das Manuskript 1962 fertiggestellt. Durch verschiedene Umstände wurde es aber erst zehn Jahre später als Roman veröffentlicht. Daher sieht es nun so aus, als wäre der Roman „Simulacra“ von 1966 zuerst geschrieben worden. In Wahrheit hat sich dort der Autor die Verkäufer der Simulacren, Maury Frauenzimmer und Louis Rosen, aus dem früheren Roman [„Die rebellischen Roboter“ 2218 ausgeliehen.

Für das Lincoln-Simulacrum gab es bereits ein Vorbild: in Disneyland, Anaheim. Dort war Dick zu Besuch und schwer (ironisch) beeindruckt. Er erkundigte sich offenbar auch nach allen Automaten, die wie Menschen auftreten, zum Beispiel indem sie schreiben oder Klavier spielen. Aber wie so oft, sind bei ihm die Maschinen schlauer und menschlicher als die Menschen selbst. Und so verwundert es nicht, dass der Lincoln-Sim mit Sam Barrows einen Disput darüber führt, was menschlich sei. Dabei ist es nicht der Automat, der leugnet, dass es so etwas wie die Seele gebe, sondern es ist Sam Barrows, der skrupellose Milliardär.

Die zwei Unternehmer Rock und Rosen sehen sich bei Barrows‘ Ankunft einer unerwarteten Gefahr ausgesetzt: Barrows will ihr Unternehmen mit Haut und Haar schlucken. Natürlich fielen ihm dann die Patente für die zwei Androiden zu und er kann sie in Massen fertigen lassen. Louis wird übel, als er Barrows‘ Plan hört, Simulacra als Abbilder einer irdischen Familie in die neuen Mondkolonien verfrachten zu lassen, nur um mit diesem Bild familiärer Idylle beweisen zu können, dass es auf dem Mond so schön ist, dass auch normale Sterbliche dort wohnen wollen. Ist das nicht Betrug?

Als es Rock und Rosen mit Hilfe von Stanton und Lincoln (dieser war ja schließlich Anwalt) gelingt, ihre Firma vor Barrows zu bewahren, erweist sich Pris als Verräterin. Sie betrachtet ihren Vater und seinen Partner Louis als Nieten, die es nie zu etwas bringen werden. Und es ist ihr nicht gelungen, Louis zu verführen. Kein Wunder, ist sie doch völlig kopfgesteuert und verströmt so viel Wärme wie eine Eisscholle.

Das dunkelhaarige Mädchen

An Pris erweist sich Dicks Obsession mit dem „dark-haired girl“ seiner Fantasien. Sie ist zickig, dickköpfig und falsch wie eine Schlange. Aber auch ungemein anziehend in ihrer Kreativität, Lebhaftigkeit und Energie. In Begriffen des Psychoanalytikers C. G. Jung verkörpert sie die Große Mutter.

Die Szenen zwischen Louis und Pris sind von einer erstaunlichen Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit – kein Wunder, denn der Autor hat darin seine Konversation mit seiner damaligen Frau Anne verewigt. Es ist, als würde man einem Ehestreit zuhören, bei dem die Frau bizarre Argumente ins Feld führt, denen die Logik des Mannes kaum etwas entgegenzusetzen hat. Kein Wunder, dass sich Louis Rosen allmählich wie ein Simulacrum vorkommt …

Joker

Pris hat anfangs nur eine untergeordnete Rolle inne und die geschäftlichen Beziehungen Rock & Rosens zu Barrows stehen im Vordergrund. Doch als der Streit um die beiden Simulacra losgeht, erweist sich Pris als Joker im Spiel: Ohne sie (und einen Ingenieur) können die beiden Unternehmer keine gleichwertigen Simulacra mehr entwickeln und bauen. Im Konflikt zwischen den beiden „kleinen Protagonisten“ und dem „großen Protagonisten“ Barrows stellt Pris einen Katalysator dar, der für Louis erst zur Obsession wird und ihn dann veranlasst, psychotisch und gewalttätig zu werden: Er will Pris zurückhaben, koste es, was es wolle.

Der Höhepunkt des Romans ist eine ausgezeichnet realisierte Szene in der Bar eines Konzerthauses, wo ein farbiger Bluessänger auftritt. Der Gag bei dieser Auseinandersetzung besteht darin, dass Louis zwar die Lincoln-Maschine auf seiner Seite hat, aber Barrows das Simulacrum von Lincolns Mörder John Wilkes Booth mitbringt! Dieses Patt der Drohungen wird erst durch Pris‘ Eingreifen aufgelöst.

Der Schlenker

Danach schwenkt die Handlung des Romans – wie in mehreren Büchern aus dieser Zeit nach 1962 – um und wendet sich der psychologischen Auseinandersetzung zwischen der – schizophren eingebildeten – Pris und Louis zu, der in eine staatliche Heilanstalt eingewiesen wird. Dort hofft er, von seiner Obsession geheilt zu werden. Doch stattdessen findet er die reale Pris ebenfalls in der Anstalt (sie war schon früher dort). Wieder kommt es zu einem Aufkeimen von Hoffnung, Pris endlich für sich zu gewinnen. Doch so, wie wir sie kennengelernt haben, ahnen wir bereits, dass sie Louis auch diesmal im Stich lassen wird.

Schizophrenie

Nach dem zu urteilen, was ich in den diversen Sachbüchern über dieses Buch und den Autor im Jahr 1961/62, als es entstand, gelesen habe, war Dick sehr gut mit den Behandlungsmethoden von Schizophrenie vertraut. Tatsächlich ließ er sogar seine eigene Frau Anne daraufhin untersuchen und sogar behandeln. Dass dies nicht gerade Vertrauen aufbaute, liegt auf der Hand. Aber sie enttäuschte ihn sehr, indem sie eine Abtreibung vornehmen ließ, ohne ihn zu fragen. Im Buch greift er dieses Thema auf, indem er Louis von einer Pris fantasieren lässt, die einem kleinen Jungen namens Charles das Leben geschenkt hat, worüber Louis unendlich glücklich ist. Diese Wunscherfüllung findet in Louis‘ Realität allerdings keine Entsprechung, wie ich oben erwähnt habe.

Kritiker

Dass die Handlung nicht mehr zu den faszinierenden Simulacra zurückkehrt, hat mehrere Kritiker, die Kim Stanley Robinson in seinem Buch [„Die Romane des Philip K. Dick“ aufführt, verärgert und die Leser enttäuscht. Wenn es einem ebenso ergeht, so sollte man einfach zu demjenigen Roman Dicks greifen, in dem es fast ausschließlich um diese Automaten geht – natürlich zu „Simulacra“, das nur ein Jahr später geschrieben und 1964 veröffentlicht wurde.

Das Nachwort

Norman Spinrad, selbst bekannter SF-Schriftsteller („Champion Jack Barron“), schrieb das Nachwort zu der neuen |Heyne|-Ausgabe. Er weist darauf hin, dass die erste Taschenbuchausgabe von 1969/70 ein Kapitel mehr enthielt als die 1972 erfolgte, von Dick selbst genehmigte Buchausgabe. Das überzählige Kapitel stammte von Dicks Herausgeber Ted White, sein guter Freund. Darin erzählt White, dass Louis Rosen, sein Vater und Maury Rock allesamt Simulacra seien – was dem widerspricht, was Louis fühlt und erleidet. Es ist jedenfalls eine interessante Variante.

Spinrad geht auf Dicks angebliche Frauenfeindlichkeit ein – ebenso absurd wie aus Louis Rosen einen Roboter zu machen. Im Gegenteil sind einige der wichtigsten Figuren in Dicks Hauptromanen weiblich und gerundete Persönlichkeiten. Desweiteren geht Spinrad auf Dicks Humanismus und die philosophische Haltung seiner wichtigsten Figuren ein, darunter auch auf Louis Rosen. Diese Figuren, wie etwa Mr. Tagomi in [„Das Orakel vom Berge“, 2384 gehen ihren Weg in einer feindlichen Welt bis zum bitteren Ende, weil sie an den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen glauben.

Unterm Strich

Obwohl der Roman in inhaltlicher wie künstlerischer Hinsicht Schwächen hat, so besitzt er doch eine ganz starke, überzeugende Handlungslinie, die es in kaum einem anderen Dick-Roman gibt: die zum Scheitern verurteilte Liebe Louis Rosens zu Pris Frauenzimmer (die sich nach ihrem Weggang „Pristine Womankind“ nennt).

Louis ist 33, während Pris erst 18 und damit nach dem (fiktionalen) Gesetz noch minderjährig ist. Das ist eine also heikle Sache. Aber diese einseitige Liebesbeziehung wird so realistisch und anrührend geschildert, dass sie keinen Leser kaltlässt. Diese emotionale Ehrlichkeit und Stärke habe ich erst wieder in dem Roman „Valis“ wiedergefunden (aber das ist rein subjektiv) und am Ende von [„Eine andere Welt“. 198

Das SF-Element der künstlichen Menschen, die menschlicher sind als ihre Schöpfer, findet nicht nur hier eine ironische Behandlung, sondern natürlich in vielen weiteren Romanen Dicks, so etwa in „Simulacra“ und in dem allseits bekannten Roman [„Blade Runner“. 1663

Norman Spinrads Nachwort ist zwar kurz, bietet dem Leser, der Dick kennenlernen will, aber einen leicht verständlichen Zugang zu diesem Werk. Sicher hätte Kim Stanley Robinson viel gelehrter etwas darüber zu sagen gewusst, aber nicht über einen solchen Roman, der zurzeit eher zu den unwichtigen Werken gerechnet wird – völlig zu Unrecht, meiner Meinung nach. Die Neuübersetzung ersetzt die uralte Goldmann-Übersetzung, die anno 1980 Tony Westermayr fabriziert hatte, ein Mann, der nicht unbedingt für solide Arbeit bekannt ist. Endlich liegt also eine moderne Textfassung vor, und das in einer zeitgemäßen Aufmachung, die den Roman auf eine Stufe mit Dicks Hauptwerken stellt. Es war an der Zeit.

Taschenbuch: 288 Seiten
Originaltitel: We can build you, 1972
Aus dem US-Englischen von Frank Böhmert.
ISBN-13: ‎978-3453522701

www.heyne.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

John Norman – Nomads of Gor (Gor 4)

Witzige Abenteuer bei Dschingis Khans Enkeln

Das vierte Tarl-Cabot-Abenteuer findet diesmal in einer Steppe statt, die stark dem Inneren Asiens, etwa der Mongolei, ähnelt. Die vier Stämme der Wagenvölker ziehen mit ihren riesigen Bosk-Herden von Weidegrund zu Weidegrund, und nur einmal im Jahr gibt es wirklichen Frieden zwischen ihnen, nämlich zum Frühjahrsmarkt vor den Toren der einzigen großen Stadt in diesen weiten Ebenen: Turia. Doch das Jahr, als Tarl Cabot bei ihnen eintrifft, um mit ihnen zu leben, ist ein besonderes Jahr, ein sogenanntes Omen-Jahr: Wird es seit 1000 Jahren wieder einmal einen Anführer für alle Wagenvölker geben, einen Ubar-San?

Handlung

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John Norman – Rogue of Gor (Gor 15)

Abwechslungsreiche Kämpfe: gegen Zicken und Piraten

Im Mittelband der Gor-Trilogie um Jason Marshall sucht der ehemalige Kampf- und Vergnügungssklave die Vergeltung an seinen früheren Besitzerinnen, den Ladies Tima und Tendite, seine verschwundene Freundin Beverly Henderson und – den Freiheitskampf für die Salerianische Föderation.

Handlung

Jason Marshall hat es geschafft, die Spur eines Kaufmanns namens Oneander nach Vonda und Lara zu verfolgen. Doch nachdem Vonda niedergebrannt wurde, sind viele Stadtbewohner ohne Hab und Gut ins benachbarte Lara geflohen. Hier haben die berüchtigten Flusspiraten Oneander seine Waren und Sklaven abgenommen. Unter letzteren waren auch die gesuchten Ladys Tima und Tendite – Pech gehabt. Erst ein paar Stationen weiter, in Victoria, kommt Jason seiner früheren Freundin Beverly auf die Spur und bewahrt sie vor dem harten Los einer Sklavin.

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John Norman – Fighting Slave of Gor (Gor 14)

Bewährung in der Arena

Mit diesem Roman begann John Norman 1980 eine zusammenhängende Trilogie um den Aufstieg eines Erdenmannes namens Jason Marshall, der auf die Gegenerde entführt wird. Die Trilogie löst vorübergehend die Erzählungen ab, in deren Mittelpunkt bislang Tarl Cabot alias Bosk stand.

Die Trilogie ist nicht schlecht, was ihren Actiongehalt angeht, reicht aber nicht an die vielschichtige Tiefe heran, die Tarls Abenteuer erreichen. Und die deutschen „Zurichtungen“ des Textes lassen kaum etwas von goreanischer Erotik bzw. Exotik übrig: Alle deutschen Ausgaben bei Heyne sind stark gekürzt.

Handlung

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John Norman – Guardsman of Gor (Gor 16)

Seeschlacht und Shakespeare

Der Konflikt zwischen Ar und der Salerianischen Konföderation liefert den Hintergrund für die kriegerischen Ereignisse in der Jason-Marshall-Trilogie, die die Bände 14 bis 16 der Gor-Saga bildet. In diesem Band (Nr. 16) findet die Trilogie um Jason Marshall ihren würdigen Abschluss, gekrönt von drei wichtigen Kämpfen und einer schönen Feier. „Leibwächter von Gor“ ist die direkte, nahtlos anschließende Fortsetzung von „Der Schurke von Gor“.

Handlung

Jason Marshall versucht weiterhin, die Vosk-Piraten an der Eroberung der Flußstädte zu hindern. Nachdem er seiner Gefangenschaft in der Piratenfestung entkommen ist, organisiert er den Widerstand der Flußstädte. Es kommt als Erstes zu einer dreitägigen Seeschlacht auf dem breiten Vosk-Strom, mit der dieser Band eröffnet. Die einzelnen Aktionen beschreibt der Ich-Erzähler auf nicht weniger als 70 Seiten!

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James Graham Ballard – Zeit endet oder Die Elemente (Sammelband)

Ballard-Kompendium: Guter Einstieg – mit Lücken

Das Leben auf unserem Planeten basiert auf der Unveränderlichkeit und Zuverlässigkeit der Elemente Luft, Wasser und Erde. Wenn sie nicht mehr gegeben sind – sei es durch die Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit seiner Bewohner, sei es durch ominöse kosmische Veränderungen -, beginnt das Leben zu erlöschen, und die Endzeit bricht an.

J. G. Ballard ist ein Meister des Endzeitszenarios in der Science-Fiction. Dieser Band umfasst seine drei Romane „Der Sturm aus dem Nichts“, „Die Dürre“ und „Die Kristallwelt“. Außerdem sind ein Nachwort, ein Interview mit dem Autor, eine Untersuchung seines Werks und eine ausführliche Bibliographie der deutschen Ballard-Ausgaben sowie der wichtigsten Sekundärliteratur beigefügt. (Gekürzte Verlagsinfo)

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Rowling, Joanne K. – Harry Potter und der Orden des Phönix

Wohl kein Buch wurde und wird von so vielen Menschen so sehnsüchtig erwartet wie der fünfte Teil der Harry-Potter-Reihe: „Harry Potter und der Orden des Phönix“. Der 1000-Seiten-Wälzer wiegt 1,13 Kilogramm, so dass mit einer deutschen Startauflage von zwei Millionen Exemplaren insgesamt 2268 Tonnen ausgeliefert werden müssen. Dabei hilft auch die Post, die das Buch sogar zur Geisterstunde zu den erwartungsvollen Lesern nach Hause bringt.
Von den ersten vier Bänden wurden jeweils zwischen 3,5 und 4,6 Millionen Bücher in Deutschland verkauft, eine Zahl, die ´“Harry Potter und der Orden des Phönix“ wohl locker schlagen wird. Schon jetzt ist die Autorin J.K. Rowling die reichste Schriftstellerin der britischen Geschichte. Die 38-Jährige hat allein in den vergangenen 12 Monaten umgerechnet 182 Millionen Euro verdient. Dabei hat sie ihre Vergangenheit als Sozialhilfeempfängerin aber nicht vergessen: Um Aufmerksamkeit für die sozial Schwachen der Gesellschaft zu wecken, durften die Straßenmagazine der Obdachlosen das erste Kapitel vorab drucken und verkaufen.

Und so geht die Saga weiter: Normalerweise sind die Sommerferien ohnehin schon sehr unerfreulich für den 15-jährigen Harry, da er sie immer bei seinen Verwandten, den Dursleys, verbringen muss, aber in diesem Jahr ist es schlimmer als sonst. Darauf zu warten, dass der zurückgekehrte Lord Voldemort seinen nächsten diabolischen Zug macht, ist fast zuviel für Harry. Täglich verfolgt er angespannt die Nachrichten der Muggels und hat sogar den Tagespropheten abonniert, doch kein Wort über Voldemort. Ron und Hermine sind schwer beschäftigt mit geheimnisvollen Aufgaben für Dumbledor, von denen sie Harry nichts erzählen dürfen.
Doch plötzlich wird Harrys lange Wartezeit durch den Angriff zweier Dementoren unterbrochen. Dementoren, die Wächter von Askaban, sind übermenschlich große, unheimliche Kreaturen, die sich meist vollständig unter Umhängen mit Kapuzen verbergen. Sie entziehen allen Menschen in ihrer Nähe die guten Emotionen und lassen nur noch schlimme Erinnerungen übrig. Mit einem Kuss rauben sie ihren Opfern anschließend die Seele. Der Körper bleibt eine funktionierende Hülle, ohne Geist und ohne Erinnerung, ein willenloser Zombie. Harry kann sich nur noch durch die Ausübung des Patronus-Zaubers vor ihnen retten, doch dafür bekommt er eine Vorladung ins Ministerium für Magie, wegen unerlaubter Zauberei in den Ferien. Sollte er für schuldig befunden werden, könnte er sogar seinen Zauberstab verlieren und von Hogwarts ausgeschlossen werden. Da es bei den Dursleys offensichtlich zu gefährlich für Harry geworden ist, lässt Dumbledor ihn in das Hauptquartier des Phönix-Ordens bringen. Der Orden des Phönix ist eine Geheimgesellschaft, die schon einmal den Widerstand gegen Voldemort angeführt hat und nun erneut zu diesem Zweck zusammengerufen wurde. Im Hauptquartier trifft Harry seine Freunde wieder, die Weasleys, Hermine und seinen Patenonkel Sirius, der sich immer noch als gesuchter Verbrecher verstecken muss. Hier erfährt er dann auch, warum im Tagespropheten kein Wort über die Rückkehr Voldemorts verloren wurde. Das Ministerium für Magie will dies nämlich auf keinen Fall zugeben und versucht statt dessen alles, um Dumbledor und Harry zu diskreditieren. Leider mit großem Erfolg, denn die Mehrheit der Zauberer glaubt lieber dem Ministerium, das ihnen vorlügt, es gebe nichts zu befürchten, als der schlechten Nachricht von der Rückkehr Voldemorts.
Obwohl Harry den Patronus-Zauber nur zur Selbstverteidigung ausgesprochen hat, sieht es zunächst äußerst schlecht für ihn aus, niemand glaubt ihm. Nur durch Dumbledors Hilfe, der einen Zeugen für den Angriff der Dementoren benennen kann, wird er schließlich freigesprochen. Zurück in Hogwarts, scheint das Jahr für Harry auch nicht besser weiterzugehen. Nicht genug, dass in diesem Jahr die Examen vor der Tür stehen, gibt es da auch noch eine neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste, Dolores Umbridge, die auf Harry gar nicht gut zu sprechen ist. Und dann diese furchtbaren Träume. Harry träumt jede Nacht von einer geheimnisvollen Tür. Bald glaubt er, dass dieser Traum von Voldemort kommt, denn anscheinend sind Harry und dieser miteinander verbunden. Was bedeutet diese Tür für Voldemort? Kann es sein, dass sich dahinter eine Waffe verbirgt, die ihm den entscheidenden Vorteil über Dumbledor und den Orden des Phönix bringt? Dieser Gedanke bringt Harry dazu, alles zu versuchen, um die Tür vor Voldemort zu finden und zu öffnen. Doch vielleicht ist das Ganze ja nur eine Falle?

Im fünften Teil der Serie wird Harry langsam erwachsen. Er steckt mitten in der Pubertät, entgegen seiner sonst so freundlichen, optimistischen und alles verzeihenden Art ist er nun aufbrausend, nachtragend und jähzornig. Nicht dass er keinen Grund dafür hätte, immerhin wurde am Ende des vierten Teils seine ganze Welt erschüttert. Ein Mitschüler und Freund wurde vor seinen Augen getötet, bevor er selber auf das Grausamste gequält und schließlich sogar gezwungen wurde, mit seinem eigenen Blut Voldemort zu alter Stärke zu verhelfen. Er konnte zwar fliehen, muss jedoch von nun an mit dem Bewusstsein leben, dass Cedric seinetwegen gestorben ist und dass die einzigartige Kraft, die ihn bisher vor Voldemort geschützt hat, nicht mehr existiert.
Nun ist Harry zurück in seiner ganz persönlichen Ferienhölle bei den Dursleys und diesmal erscheint es ihm noch schlimmer, denn er fühlt sich völlig von den Geschehnissen in der Zaubererwelt ausgeschlossen. Nicht einmal Ron oder Hermine haben Zeit für ihn. Dann tauchen die Dementoren auf, die wohl unheimlichsten Gestalten in Rowlings Werken, mitten in der Muggelwelt. Eigentlich sollte Harry bei den Dursleys doch sicher sein. Ganz allein muss er sich gegen sie behaupten und wird dann auch noch vorgeladen, weil er unerlaubterweise in den Ferien gezaubert hat.
Durch den ganzen Roman zieht sich eine bedrückende und düstere Stimmung, die mit dem Auftauchen der Dementoren ihren Anfang nimmt. Obwohl Harry schließlich freigesprochen wird und nach Hogwarts zurück darf, ist das Internat plötzlich nicht mehr dieser strahlende Ort voller Wunder und Magie nach den dunklen, ereignislosen Ferien bei den Dursleys. Gleich zu Anfang bemerkt man eine Distanz zwischen den drei Freunden Harry, Ron und Hermine. Ron und Hermine wurden von Dumbledor zu Präfekten ernannt und können deshalb im Hogwarts-Express nicht mehr im selben Abteil wie Harry fahren. Im Internat müssen sie den anderen Schülern mit einem guten Beispiel vorangehen und sind für die jüngeren Schüler verantwortlich, weswegen sie weniger Zeit mit Harry verbringen können. Wenn Harry dann auch noch bei der neuen Lehrerin Dolores Umbridge Strafarbeiten mit seinem eigenen Blut schreiben muss und sie ihn vom Quidditch ausschließt, nur weil er sich nicht der Lüge des Ministeriums über Voldemorts Rückkehr anschließt, könnte man vor Wut und Ärger über diese Ungerechtigkeit laut schreien.
Dann kommt es noch schlimmer für Harry. Er erfährt, dass sein von ihm über alles verehrter Vater nicht der strahlende Held ohne Fehl und Tadel war und dass Snape wohl durchaus das Recht hat, James Potter und seine Freunde von ganzem Herzen zu hassen. Plötzlich verschwimmt die bisherige klare Teilung in Schwarz und Weiß, Gut und Böse zu einem trüben, alles verdüsternden Grau.
Was sich im vierten Teil schon abzeichnete, wird in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ Realität, der Wandel von einer wunderschönen Geschichte für Kinder zu einer wirklich gelungenen Fantasy-Erzählung für Erwachsene. Wie in allen vorhergehenden Bänden schafft J.K. Rowling es, die losen Fäden spannend miteinander zu verknüpfen und die Figuren lebendig werden zu lassen. Die Geschichte ist kraftvoll und sehr mitreißend geschrieben, so dass Langeweile beim Lesen garantiert nicht aufkommt. Das Buch hat nur den einen Nachteil, dass es irgendwann zuende ist und man wieder so lange auf den nächsten Teil warten muss.

[Deutsche Harry-Potter-Homepage]http://www.carlsen-harrypotter.de

Brandon Sanderson – Der Pfad der Winde (Die Sturmlicht-Chroniken 1, Teil 2)

Die Sturmlicht-Chroniken:

Band 1 (Teil 1): „Der Weg der Könige“
Band 1 (Teil 2): „Der Pfad der Winde“
Band 2: – angekündigt für Ende 2012 / Anfang 2013 –
Band 3: – angekündigt für „ein Jahr nach Band 2“ –

In einem Augenblick des Zornes auf Jasnah hat Shallan nun doch noch den Seelengießer der Prinzessin gestohlen. Eigentlich könnte sie nun nach Hause zurückkehren, doch sie kann sich von ihren Studien nicht recht losreißen. Bis es zu spät ist …
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Joanne K. Rowling – Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter 02)

In Harry Potters zweitem Schuljahr in Hogwarts geschehen schreckliche Dinge, irgendjemand oder irgendetwas hat es auf einige der Schüler abgesehen. Immer wieder werden Schüler versteinert aufgefunden und niemand weiß, was den Bann verursacht hat. Bald geht das Gerücht um, die Kammer des Schreckens sei wieder geöffnet worden. Diese Kammer wurde vor Jahrhunderten von Salazar Slytherin, einem der Gründer Hogwarts, gebaut. Slytherin war der Meinung, dass Schlammblüter, also muggelgeborene Zauberer, nichts auf Hogwarts verloren hätten, konnte sich jedoch nicht gegen seine Partner Ravenclaw, Hufflepuff und vor allem Gryffindor durchsetzen, deshalb schuf er die Kammer des Schreckens und verschloss in ihr ein tödliches Ungeheuer.
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Björn Kurtén – Der Tanz des Tigers. Paläo-Fiction-Roman

Spannende Paläo-Fiction aus Finnland

Der Mensch ist Aliens begegnet, einer fremden intelligenten Rasse – nicht etwa auf einem fremden Stern, sondern hier auf der Erde, und zwar vor 35.000 Jahren, als der Cro-Magnon-Mensch, dessen Nachfahren wir sind, von Afrika kommend in Europa auf den Neandertaler stieß. Dieser bewohnte schon seit Zehntausenden von Jahren die nördlichen Breiten bis hinunter in den Irak. Wie könnte die Begegnung verlaufen sein, fragte sich der Autor. Nur kriegerisch oder auch friedfertig und bereit zur Verständigung?

Dies ist die spannende Geschichte des Jungen Tiger, einem Cro-Magnon-Menschen, der nach einer katastrophal endenden Mammutjagd in die Hände der „weißen Trolle“, der Neandertaler, fällt und von ihnen aufgezogen wird… (aus der Verlagsinfo)
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Anne McCaffrey – Die Weyr von Pern (Pern 11)

Die Welt Pern ist in Gefahr

Im neunten Band ihrer langen Serie über die Drachenreiter von Pern (der den Titel »Drachendämmerung« trug) teilte uns Anne McCaffrey mit, dass Pern vor etwa 2500 Jahren von Kolonisten der Erde besiedelt wurde, die in drei Raumschiffen gekommen waren. In »Die Weyr von Pern« , dem elften Band der Serie, spielen nun diese drei Schiffe eine gewichtige Rolle bei der Befreiung Perns von der Bedrohung durch die periodisch wiederkehrenden Fädenschwärme, die ganze Landstriche verwüsten können. Hüte dich vor dem Erscheinen des roten Sterns!

Die Autorin
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Michael Scott – Der dunkle Magier (Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 2)

Band 1. „Der unsterbliche Alchemyst“
Band 2. „Der dunkle Magier“
Band 3. „Die mächtige Zauberin“
Band 4. „Der unheimliche Geisterrufer“
Band 5: „Der schwarze Hexenmeister“
Band 6: „Die silberne Magierin“
Band 7: The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel: The Lost Stories Collection (2021) ISBN 0-593-37690-0; ISBN 978-0-593-37690-4.

Die abenteuerliche Jagd nach dem magischen Buch, mit dem allein Nicholas Flamel sich seine Unsterblichkeit erhalten kann, geht weiter! Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind nun in Paris gelandet, der Geburtsstadt Flamels. Nur ist Nicholas´ Heimkehr alles andere als friedlich, denn Dr. John Dee – der dunkelste aller dunklen Magier – hat in Paris in dem skrupellosen Niccolò Machiavelli einen gefährlichen Verbündeten. Dee und Machiavelli beschwören nicht nur alle Mächte der Unterwelt, es gelingt ihnen auch noch, Josh auf ihre Seite zu ziehen und Zwietracht zwischen den Zwillingen zu säen. Höchste Zeit, dass Sophie in der zweiten magischen Kraft ausgebildet wird: der Feuermagie. Und es gibt nur einen in Paris, der sie darin ausbilden kann: der Graf von Saint-Germain – Alchemist, Abenteurer und Geheimagent! (Verlagsinfo)

Das Buch eignet sich für jugendliche Leser ab 14 oder 15 Jahren, aber mein zwölfjähriger Neffe hat damit ebenfalls keine Schwierigkeiten.

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Ken Grimwood – Replay. Das zweite Spiel

Und täglich grüßt der Herzinfarkt

Jeff Winston erleidet am 18. Oktober 1988 einen Herzanfall und stirbt. Doch er erwacht wieder zum Leben und befindet sich plötzlich im Schlafsaal seines alten Colleges. Es ist der 6. Mai 1963. Langsam begreift er, dass er sein Leben ein zweites Mal leben kann und er die einmalige Chance hat, diesmal alles besser zu machen. Durch geschickt platzierte Wetten und den Kauf von Aktien erlangt er ein Millionenvermögen. Aber seine Versuche, sein Schicksal und das der ganzen Welt positiv zu beeinflussen schlagen fehl. Auch die Liebe zu Pamela, einer anderen „Wiederkehrerin“, befreit ihn nicht aus dem Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint: Denn das Sterben und Wiedererwachen nimmt für Jeff kein Ende …

Regisseur Harold Ramis ließ sich durch Replay zu seiner 1993 gedrehten Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (orig.: Groundhog Day) inspirieren, in dem ein von Bill Murray dargestellter Wettermann denselben Tag immer und immer wieder erleben muss.

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