Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

John Norman – Fighting Slave of Gor (Gor 14)

Bewährung in der Arena

Mit diesem Roman begann John Norman 1980 eine zusammenhängende Trilogie um den Aufstieg eines Erdenmannes namens Jason Marshall, der auf die Gegenerde entführt wird. Die Trilogie löst vorübergehend die Erzählungen ab, in deren Mittelpunkt bislang Tarl Cabot alias Bosk stand.

Die Trilogie ist nicht schlecht, was ihren Actiongehalt angeht, reicht aber nicht an die vielschichtige Tiefe heran, die Tarls Abenteuer erreichen. Und die deutschen „Zurichtungen“ des Textes lassen kaum etwas von goreanischer Erotik bzw. Exotik übrig: Alle deutschen Ausgaben bei Heyne sind stark gekürzt.

Handlung

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John Norman – Guardsman of Gor (Gor 16)

Seeschlacht und Shakespeare

Der Konflikt zwischen Ar und der Salerianischen Konföderation liefert den Hintergrund für die kriegerischen Ereignisse in der Jason-Marshall-Trilogie, die die Bände 14 bis 16 der Gor-Saga bildet. In diesem Band (Nr. 16) findet die Trilogie um Jason Marshall ihren würdigen Abschluss, gekrönt von drei wichtigen Kämpfen und einer schönen Feier. „Leibwächter von Gor“ ist die direkte, nahtlos anschließende Fortsetzung von „Der Schurke von Gor“.

Handlung

Jason Marshall versucht weiterhin, die Vosk-Piraten an der Eroberung der Flußstädte zu hindern. Nachdem er seiner Gefangenschaft in der Piratenfestung entkommen ist, organisiert er den Widerstand der Flußstädte. Es kommt als Erstes zu einer dreitägigen Seeschlacht auf dem breiten Vosk-Strom, mit der dieser Band eröffnet. Die einzelnen Aktionen beschreibt der Ich-Erzähler auf nicht weniger als 70 Seiten!

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James Graham Ballard – Zeit endet oder Die Elemente (Sammelband)

Ballard-Kompendium: Guter Einstieg – mit Lücken

Das Leben auf unserem Planeten basiert auf der Unveränderlichkeit und Zuverlässigkeit der Elemente Luft, Wasser und Erde. Wenn sie nicht mehr gegeben sind – sei es durch die Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit seiner Bewohner, sei es durch ominöse kosmische Veränderungen -, beginnt das Leben zu erlöschen, und die Endzeit bricht an.

J. G. Ballard ist ein Meister des Endzeitszenarios in der Science-Fiction. Dieser Band umfasst seine drei Romane „Der Sturm aus dem Nichts“, „Die Dürre“ und „Die Kristallwelt“. Außerdem sind ein Nachwort, ein Interview mit dem Autor, eine Untersuchung seines Werks und eine ausführliche Bibliographie der deutschen Ballard-Ausgaben sowie der wichtigsten Sekundärliteratur beigefügt. (Gekürzte Verlagsinfo)

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Rowling, Joanne K. – Harry Potter und der Orden des Phönix

Wohl kein Buch wurde und wird von so vielen Menschen so sehnsüchtig erwartet wie der fünfte Teil der Harry-Potter-Reihe: „Harry Potter und der Orden des Phönix“. Der 1000-Seiten-Wälzer wiegt 1,13 Kilogramm, so dass mit einer deutschen Startauflage von zwei Millionen Exemplaren insgesamt 2268 Tonnen ausgeliefert werden müssen. Dabei hilft auch die Post, die das Buch sogar zur Geisterstunde zu den erwartungsvollen Lesern nach Hause bringt.
Von den ersten vier Bänden wurden jeweils zwischen 3,5 und 4,6 Millionen Bücher in Deutschland verkauft, eine Zahl, die ´“Harry Potter und der Orden des Phönix“ wohl locker schlagen wird. Schon jetzt ist die Autorin J.K. Rowling die reichste Schriftstellerin der britischen Geschichte. Die 38-Jährige hat allein in den vergangenen 12 Monaten umgerechnet 182 Millionen Euro verdient. Dabei hat sie ihre Vergangenheit als Sozialhilfeempfängerin aber nicht vergessen: Um Aufmerksamkeit für die sozial Schwachen der Gesellschaft zu wecken, durften die Straßenmagazine der Obdachlosen das erste Kapitel vorab drucken und verkaufen.

Und so geht die Saga weiter: Normalerweise sind die Sommerferien ohnehin schon sehr unerfreulich für den 15-jährigen Harry, da er sie immer bei seinen Verwandten, den Dursleys, verbringen muss, aber in diesem Jahr ist es schlimmer als sonst. Darauf zu warten, dass der zurückgekehrte Lord Voldemort seinen nächsten diabolischen Zug macht, ist fast zuviel für Harry. Täglich verfolgt er angespannt die Nachrichten der Muggels und hat sogar den Tagespropheten abonniert, doch kein Wort über Voldemort. Ron und Hermine sind schwer beschäftigt mit geheimnisvollen Aufgaben für Dumbledor, von denen sie Harry nichts erzählen dürfen.
Doch plötzlich wird Harrys lange Wartezeit durch den Angriff zweier Dementoren unterbrochen. Dementoren, die Wächter von Askaban, sind übermenschlich große, unheimliche Kreaturen, die sich meist vollständig unter Umhängen mit Kapuzen verbergen. Sie entziehen allen Menschen in ihrer Nähe die guten Emotionen und lassen nur noch schlimme Erinnerungen übrig. Mit einem Kuss rauben sie ihren Opfern anschließend die Seele. Der Körper bleibt eine funktionierende Hülle, ohne Geist und ohne Erinnerung, ein willenloser Zombie. Harry kann sich nur noch durch die Ausübung des Patronus-Zaubers vor ihnen retten, doch dafür bekommt er eine Vorladung ins Ministerium für Magie, wegen unerlaubter Zauberei in den Ferien. Sollte er für schuldig befunden werden, könnte er sogar seinen Zauberstab verlieren und von Hogwarts ausgeschlossen werden. Da es bei den Dursleys offensichtlich zu gefährlich für Harry geworden ist, lässt Dumbledor ihn in das Hauptquartier des Phönix-Ordens bringen. Der Orden des Phönix ist eine Geheimgesellschaft, die schon einmal den Widerstand gegen Voldemort angeführt hat und nun erneut zu diesem Zweck zusammengerufen wurde. Im Hauptquartier trifft Harry seine Freunde wieder, die Weasleys, Hermine und seinen Patenonkel Sirius, der sich immer noch als gesuchter Verbrecher verstecken muss. Hier erfährt er dann auch, warum im Tagespropheten kein Wort über die Rückkehr Voldemorts verloren wurde. Das Ministerium für Magie will dies nämlich auf keinen Fall zugeben und versucht statt dessen alles, um Dumbledor und Harry zu diskreditieren. Leider mit großem Erfolg, denn die Mehrheit der Zauberer glaubt lieber dem Ministerium, das ihnen vorlügt, es gebe nichts zu befürchten, als der schlechten Nachricht von der Rückkehr Voldemorts.
Obwohl Harry den Patronus-Zauber nur zur Selbstverteidigung ausgesprochen hat, sieht es zunächst äußerst schlecht für ihn aus, niemand glaubt ihm. Nur durch Dumbledors Hilfe, der einen Zeugen für den Angriff der Dementoren benennen kann, wird er schließlich freigesprochen. Zurück in Hogwarts, scheint das Jahr für Harry auch nicht besser weiterzugehen. Nicht genug, dass in diesem Jahr die Examen vor der Tür stehen, gibt es da auch noch eine neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste, Dolores Umbridge, die auf Harry gar nicht gut zu sprechen ist. Und dann diese furchtbaren Träume. Harry träumt jede Nacht von einer geheimnisvollen Tür. Bald glaubt er, dass dieser Traum von Voldemort kommt, denn anscheinend sind Harry und dieser miteinander verbunden. Was bedeutet diese Tür für Voldemort? Kann es sein, dass sich dahinter eine Waffe verbirgt, die ihm den entscheidenden Vorteil über Dumbledor und den Orden des Phönix bringt? Dieser Gedanke bringt Harry dazu, alles zu versuchen, um die Tür vor Voldemort zu finden und zu öffnen. Doch vielleicht ist das Ganze ja nur eine Falle?

Im fünften Teil der Serie wird Harry langsam erwachsen. Er steckt mitten in der Pubertät, entgegen seiner sonst so freundlichen, optimistischen und alles verzeihenden Art ist er nun aufbrausend, nachtragend und jähzornig. Nicht dass er keinen Grund dafür hätte, immerhin wurde am Ende des vierten Teils seine ganze Welt erschüttert. Ein Mitschüler und Freund wurde vor seinen Augen getötet, bevor er selber auf das Grausamste gequält und schließlich sogar gezwungen wurde, mit seinem eigenen Blut Voldemort zu alter Stärke zu verhelfen. Er konnte zwar fliehen, muss jedoch von nun an mit dem Bewusstsein leben, dass Cedric seinetwegen gestorben ist und dass die einzigartige Kraft, die ihn bisher vor Voldemort geschützt hat, nicht mehr existiert.
Nun ist Harry zurück in seiner ganz persönlichen Ferienhölle bei den Dursleys und diesmal erscheint es ihm noch schlimmer, denn er fühlt sich völlig von den Geschehnissen in der Zaubererwelt ausgeschlossen. Nicht einmal Ron oder Hermine haben Zeit für ihn. Dann tauchen die Dementoren auf, die wohl unheimlichsten Gestalten in Rowlings Werken, mitten in der Muggelwelt. Eigentlich sollte Harry bei den Dursleys doch sicher sein. Ganz allein muss er sich gegen sie behaupten und wird dann auch noch vorgeladen, weil er unerlaubterweise in den Ferien gezaubert hat.
Durch den ganzen Roman zieht sich eine bedrückende und düstere Stimmung, die mit dem Auftauchen der Dementoren ihren Anfang nimmt. Obwohl Harry schließlich freigesprochen wird und nach Hogwarts zurück darf, ist das Internat plötzlich nicht mehr dieser strahlende Ort voller Wunder und Magie nach den dunklen, ereignislosen Ferien bei den Dursleys. Gleich zu Anfang bemerkt man eine Distanz zwischen den drei Freunden Harry, Ron und Hermine. Ron und Hermine wurden von Dumbledor zu Präfekten ernannt und können deshalb im Hogwarts-Express nicht mehr im selben Abteil wie Harry fahren. Im Internat müssen sie den anderen Schülern mit einem guten Beispiel vorangehen und sind für die jüngeren Schüler verantwortlich, weswegen sie weniger Zeit mit Harry verbringen können. Wenn Harry dann auch noch bei der neuen Lehrerin Dolores Umbridge Strafarbeiten mit seinem eigenen Blut schreiben muss und sie ihn vom Quidditch ausschließt, nur weil er sich nicht der Lüge des Ministeriums über Voldemorts Rückkehr anschließt, könnte man vor Wut und Ärger über diese Ungerechtigkeit laut schreien.
Dann kommt es noch schlimmer für Harry. Er erfährt, dass sein von ihm über alles verehrter Vater nicht der strahlende Held ohne Fehl und Tadel war und dass Snape wohl durchaus das Recht hat, James Potter und seine Freunde von ganzem Herzen zu hassen. Plötzlich verschwimmt die bisherige klare Teilung in Schwarz und Weiß, Gut und Böse zu einem trüben, alles verdüsternden Grau.
Was sich im vierten Teil schon abzeichnete, wird in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ Realität, der Wandel von einer wunderschönen Geschichte für Kinder zu einer wirklich gelungenen Fantasy-Erzählung für Erwachsene. Wie in allen vorhergehenden Bänden schafft J.K. Rowling es, die losen Fäden spannend miteinander zu verknüpfen und die Figuren lebendig werden zu lassen. Die Geschichte ist kraftvoll und sehr mitreißend geschrieben, so dass Langeweile beim Lesen garantiert nicht aufkommt. Das Buch hat nur den einen Nachteil, dass es irgendwann zuende ist und man wieder so lange auf den nächsten Teil warten muss.

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Brandon Sanderson – Der Pfad der Winde (Die Sturmlicht-Chroniken 1, Teil 2)

Die Sturmlicht-Chroniken:

Band 1 (Teil 1): „Der Weg der Könige“
Band 1 (Teil 2): „Der Pfad der Winde“
Band 2: – angekündigt für Ende 2012 / Anfang 2013 –
Band 3: – angekündigt für „ein Jahr nach Band 2“ –

In einem Augenblick des Zornes auf Jasnah hat Shallan nun doch noch den Seelengießer der Prinzessin gestohlen. Eigentlich könnte sie nun nach Hause zurückkehren, doch sie kann sich von ihren Studien nicht recht losreißen. Bis es zu spät ist …
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Joanne K. Rowling – Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter 02)

In Harry Potters zweitem Schuljahr in Hogwarts geschehen schreckliche Dinge, irgendjemand oder irgendetwas hat es auf einige der Schüler abgesehen. Immer wieder werden Schüler versteinert aufgefunden und niemand weiß, was den Bann verursacht hat. Bald geht das Gerücht um, die Kammer des Schreckens sei wieder geöffnet worden. Diese Kammer wurde vor Jahrhunderten von Salazar Slytherin, einem der Gründer Hogwarts, gebaut. Slytherin war der Meinung, dass Schlammblüter, also muggelgeborene Zauberer, nichts auf Hogwarts verloren hätten, konnte sich jedoch nicht gegen seine Partner Ravenclaw, Hufflepuff und vor allem Gryffindor durchsetzen, deshalb schuf er die Kammer des Schreckens und verschloss in ihr ein tödliches Ungeheuer.
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Björn Kurtén – Der Tanz des Tigers. Paläo-Fiction-Roman

Spannende Paläo-Fiction aus Finnland

Der Mensch ist Aliens begegnet, einer fremden intelligenten Rasse – nicht etwa auf einem fremden Stern, sondern hier auf der Erde, und zwar vor 35.000 Jahren, als der Cro-Magnon-Mensch, dessen Nachfahren wir sind, von Afrika kommend in Europa auf den Neandertaler stieß. Dieser bewohnte schon seit Zehntausenden von Jahren die nördlichen Breiten bis hinunter in den Irak. Wie könnte die Begegnung verlaufen sein, fragte sich der Autor. Nur kriegerisch oder auch friedfertig und bereit zur Verständigung?

Dies ist die spannende Geschichte des Jungen Tiger, einem Cro-Magnon-Menschen, der nach einer katastrophal endenden Mammutjagd in die Hände der „weißen Trolle“, der Neandertaler, fällt und von ihnen aufgezogen wird… (aus der Verlagsinfo)
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Anne McCaffrey – Die Weyr von Pern (Pern 11)

Die Welt Pern ist in Gefahr

Im neunten Band ihrer langen Serie über die Drachenreiter von Pern (der den Titel »Drachendämmerung« trug) teilte uns Anne McCaffrey mit, dass Pern vor etwa 2500 Jahren von Kolonisten der Erde besiedelt wurde, die in drei Raumschiffen gekommen waren. In »Die Weyr von Pern« , dem elften Band der Serie, spielen nun diese drei Schiffe eine gewichtige Rolle bei der Befreiung Perns von der Bedrohung durch die periodisch wiederkehrenden Fädenschwärme, die ganze Landstriche verwüsten können. Hüte dich vor dem Erscheinen des roten Sterns!

Die Autorin
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Michael Scott – Der dunkle Magier (Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 2)

Band 1. „Der unsterbliche Alchemyst“
Band 2. „Der dunkle Magier“
Band 3. „Die mächtige Zauberin“
Band 4. „Der unheimliche Geisterrufer“
Band 5: „Der schwarze Hexenmeister“
Band 6: „Die silberne Magierin“
Band 7: The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel: The Lost Stories Collection (2021) ISBN 0-593-37690-0; ISBN 978-0-593-37690-4.

Die abenteuerliche Jagd nach dem magischen Buch, mit dem allein Nicholas Flamel sich seine Unsterblichkeit erhalten kann, geht weiter! Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind nun in Paris gelandet, der Geburtsstadt Flamels. Nur ist Nicholas´ Heimkehr alles andere als friedlich, denn Dr. John Dee – der dunkelste aller dunklen Magier – hat in Paris in dem skrupellosen Niccolò Machiavelli einen gefährlichen Verbündeten. Dee und Machiavelli beschwören nicht nur alle Mächte der Unterwelt, es gelingt ihnen auch noch, Josh auf ihre Seite zu ziehen und Zwietracht zwischen den Zwillingen zu säen. Höchste Zeit, dass Sophie in der zweiten magischen Kraft ausgebildet wird: der Feuermagie. Und es gibt nur einen in Paris, der sie darin ausbilden kann: der Graf von Saint-Germain – Alchemist, Abenteurer und Geheimagent! (Verlagsinfo)

Das Buch eignet sich für jugendliche Leser ab 14 oder 15 Jahren, aber mein zwölfjähriger Neffe hat damit ebenfalls keine Schwierigkeiten.

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Ken Grimwood – Replay. Das zweite Spiel

Und täglich grüßt der Herzinfarkt

Jeff Winston erleidet am 18. Oktober 1988 einen Herzanfall und stirbt. Doch er erwacht wieder zum Leben und befindet sich plötzlich im Schlafsaal seines alten Colleges. Es ist der 6. Mai 1963. Langsam begreift er, dass er sein Leben ein zweites Mal leben kann und er die einmalige Chance hat, diesmal alles besser zu machen. Durch geschickt platzierte Wetten und den Kauf von Aktien erlangt er ein Millionenvermögen. Aber seine Versuche, sein Schicksal und das der ganzen Welt positiv zu beeinflussen schlagen fehl. Auch die Liebe zu Pamela, einer anderen „Wiederkehrerin“, befreit ihn nicht aus dem Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint: Denn das Sterben und Wiedererwachen nimmt für Jeff kein Ende …

Regisseur Harold Ramis ließ sich durch Replay zu seiner 1993 gedrehten Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (orig.: Groundhog Day) inspirieren, in dem ein von Bill Murray dargestellter Wettermann denselben Tag immer und immer wieder erleben muss.

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Rowling, Joanne K. – Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne Kathleen Rowling kann man wohl zu Recht als die Erfolgsautorin der Jahrtausendwende bezeichnen. Arbeitslos und von Sozialhilfe abhängig, erdachte die allein erziehende Mutter, die Französisch und Altphilologie studierte, die zauberhafte Geschichte des Waisenkindes Harry Potter. Der erste Band „Harry Potter und der Stein der Weisen“ erschien zum ersten Mal 1997 und löste einen wahren Begeisterungssturm bei Lesern jeden Alters aus. Die Bücher der Reihe sind mittlerweile in 47 Sprachen übersetzt und in 200 Ländern mit etlichen hundert Millionen Exemplaren Auflage verkauft worden. Die ersten zwei Bände wurden bereits mit großem Erfolg verfilmt. Außerdem gab es natürlich zahllose Literaturpreise für das Werk, und auch Rowling selbst hatte bis hin zu Ehrendoktorwürden und dem „Member of the Order of the British Empire“-Rang so einiges von ihrem Erfolg und ihren damit verbundenen Verdiensten.

Harry Potter wächst bei seinen gemeinen Verwandten den Dursleys auf, da seine Eltern kurz nach seinem ersten Geburtstag ums Leben kamen. Mit elf Jahren erhält Harry die Möglichkeit, auf das Zauberer-Internat Hogwarts zu gehen und dort wie seine Eltern vor ihm die Zauberei zu erlernen. Die Einladung nach Hogwarts wird vom riesenhaften Hagrid auf Weisung des Schulleiters Dumbledor überbracht. Durch Hagrid erfährt Harry dann auch die Wahrheit über den Tod seiner Eltern. Vor zehn Jahren wurde die Gemeinschaft der Zauberer vom bösen und niederträchtigen Lord Voldemort in Atem gehalten. Voldemort und seine Anhänger verachteten alle Muggels (Menschen, die nicht zaubern können), vor allem aber Zauberer, die aus Muggelfamilien stammen. Die Absicht Lord Voldemorts war es, diese, von seinen Anhängern als Schlammblüter bezeichneten Zauberer zu beseitigen. Durch seine großen Zauberkräfte und die Unterstützung seiner zahlreichen Anhänger hätte es ihm gelingen können, sein böses Vorhaben zu verwirklichen, wäre da nicht auch eine Widerstandsbewegung von Zauberern gewesen, zu denen unter anderem neben Hagrid und Dumbledor auch Harrys Eltern gehörten. Bei einem Anschlag Lord Voldemorts kamen Harrys Eltern ums Leben, dem einjährigen Harry gelang es jedoch, den Todesfluch Voldemorts zu überleben und diesen sogar auf den bösen Zauberer zurückzuwerfen. Damit war die Gemeinschaft der Zauberer befreit, denn ohne Voldemort fehlte es seinen Anhängern an Macht und Zusammenhalt, und sie konnten überwältigt und eingesperrt werden.

In Hogwarts lernt der in der Muggelwelt aufgewachsene Harry nun, dass es noch eine andere, für Muggels unsichtbare Welt gibt, in der Hexen, Zauberer, Elfen, Drachen oder Gnome völlig normal sind. Schnell schließt er Freundschaft mit zwei ebenfalls neuen Schülern, Ron Weasley und Hermine Granger. Als der stark geschwächte und verstümmelte Lord Voldemort nach Hogwarts kommt, um den dort aufbewahrten Stein der Weisen zu stehlen, der seinem Besitzer unermessliche Kräfte und sogar Unsterblichkeit verleiht, versuchen Harry und seine beiden neuen Freunde alles, um ihn daran zu hindern.

„Harry Potter und der Stein der Weisen“ mag vielleicht ein Kinderbuch sein, bietet aber auch den älteren Lesern durch die sehr lebendig und witzig erzählte Geschichte eine Menge Spaß. Die Autorin stattete die Welt Harry Potters mit einer liebevoll gestalteten Fülle von Einzelheiten und Nebenpersonen aus. So erschafft sie eine Welt, die schon bald sehr vertraut wirkt, mit einer faszinierenden, manchmal sogar gruseligen Atmosphäre. Der Roman bietet einen geradlinigen Handlungsbogen, dem zu folgen nicht schwer fällt, der dabei aber immer hochgradige Spannung erzeugt. Unbedingt lesen!

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Jim Butcher – Die Elementare von Calderon (Codex Alera 1)

Alera ist ein wunderschönes Land, weise regiert vom Ersten Fürsten Gaius Sextus. An den Grenzen wachen die Legionen des Reichs, man hat die Eismenschen, die räuberischen Canim und die wilden Marat-Horden zurückgetrieben. Es herrscht Frieden an den Grenzen, doch nicht im Inneren. Gaius Sextus ist alt und krank, es scheint wenig Liebe zwischen ihm und seiner jüngeren Gemahlin zu herrschen, die erhoffte Geburt eines Sohns und Nachfolgers erscheint nach langen Jahren unwahrscheinlich. Viele Fürsten bereiten sich schon im Stillen auf seine Nachfolge vor, doch einige sägen bereits ungeduldig am Thron des Princeps.

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Michael Scott Rohan – Der Amboss aus Eis (Der Winter der Welt 01)

Spannender, actionreicher Auftaktband

Der junge Schmied Alv hat zum Ende seiner Ausbildung drei Gesellenstücke unter der Anleitung seines Meisters geschaffen. Alv begibt sich auf die Reise durch die Welt, ohne zu ahnen, dass seine Gesellenstücke, ein Armreif, ein Tarnhelm und ein Schwert, in den falschen Händen ein großes Unglück hervorrufen könnten… (Verlagsinfo?)

Die Trilogie „Der Winter der Welt“ besticht nicht nur die spannende Erzählung über die Erlebnisse des Schmiedes Alv sondern auch durch die Detailverliebtheit des Autores, der den Leser in ein komplex Welt entführt. So sind in allen drei Büchern jeweils ein Anhang der den Leser näheres über die Welt, in der die Geschichte spielt, so etwa Flora und Fauna, Sprachen, Tiere, Völker usw.

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Alexander, Lloyd – Bettlerkönigin, Die (Westmark-Trilogie 3)

_Spannend: Der Aufstand einer Stadt_

Die Westmark-Trilogie in nach den „Prydain-Chroniken“ um Taran ein weiterer interessanter Zyklus von Lloyd Alexander. Die Neuausgabe erscheint bei |Bastei Lübbe| in einer schönen Aufmachung im Taschenbuchformat. Der Schauplatz ist diesmal nicht ein Fantasy-Wales aus grauer Vorzeit, sondern eher das 17. oder 18. Jahrhundert irgendwo in Europa. „Die Bettlerkönigin“ setzt das Geschehen aus „Der Turmfalke“ direkt fort.

Die Invasion von Westmark beginnt zwei Jahre nach der Niederlage Regias – und hat einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Cabbarus, der Ex-Tyrann, errichtet mit seinem „Direktorat“ erneut ein Unrechts-Regime, und die bisherigen Politiker müssen in den Untergrund gehen.

_Der Autor_

Lloyd Alexander, geboren 1924, ist der Autor der „Chroniken von Prydain“, des Taran-Zyklus‘. Ähnlich wie bei Tolkien, der mit [„The Hobbit“ 481 (1937) zunächst eine Fantasy für Kinder schrieb, beginnt auch Alexander mit einer leichtfüßigen Kinder-Fantasy, um dann jedoch schnell auf tiefere, dunklere Themen sprechen zu kommen.

Die Westmark-Trilogie, die der |Bastei-Lübbe|-Verlag mit „Der Setzerjunge“ beginnt, ist ebenso abenteuerlich, hat aber weitaus mehr politische Untertöne: Sie spielt in einem Phantasieland, das auf dem technischen Stand des 17. bis 18. Jahrhunderts ist und über ein Feudalsystem beherrscht wird. Der erste Band wurde laut Verlag mit dem |American Book Award| ausgezeichnet.

Die Westmark-Trilogie:
1. Der Setzerjunge (09/2004)
2. Der Turmfalke (01/2005)
3. Die Bettlerkönigin (02/2005)

_Vorgeschichte_

Im Band „Der Setzerjunge“ gelang dem Freundespaar Theo, dem Setzerjunge, und Bohnenstange, der verloren gegangenen Prinzessin Augusta, die Palastrevolution. Sie ist mittlerweile die Thronfolgerin und er der designierte Prinzgemahl. Sobald Augustas Vater, der König, gestorben ist, werden sie zusammen das Königreich Westmark regieren. Die Prinzessin gibt Theo den Auftrag, das Land erkunden, um herauszufinden, wie die Dinge dort stehen. Sie will nämlich das Land reformieren.

Bekanntlich stieß Theo dabei auf eine Invasionsarmee aus dem Nachbarkönigreich Regia. Er schloss sich den Rebellen unter Florian und Justin an. Nach Monaten des Kampfes stieg er zum grausamen Oberst Turmfalke auf und beging dabei sogar den Fehler, seiner Geliebten, die sich verkleidet hatte, eine Kugel in den Leib zu jagen. Er hatte sie nicht erkannt. Als er seinen Fehler realisierte, hasste er sich selbst dafür. Man machte ihn dennoch, mit Bohnenstanges Einwilligung, zu einem der drei Konsuln, die von nun an Westmark regieren würden: Theo, Florian und Justin bilden ein Triumvirat wie zu Zeiten der römischen Republik.

Doch der alte Gegenspieler Cabbarus, einst der Oberste Minister am Hofe König Augustins, ist keineswegs tot, sondern vielmehr quicklebendig. Und er will „sein“ Land zurück.

_Handlung_

Alles beginnt sehr langsam in diesem Band. Nach ihrem Sieg über Regia vor zwei Jahren freuen sich die Bewohner von Westmark über ihre Freiheit. Doch Theo, dem ehemaligen Setzerjungen und nachmaligen Oberst Turmfalke, ist nun einer von drei Konsuln, die das Land im Namen von Königin Augusta regieren. Augusta ist Theo länger und besser bekannt als seine Verlobte Bohnenstange („Mickle“ im Original, s.o.). Doch wie schon beim altrömischen Vorbild des republikanischen Triumvirats (Cäsar, Pompeius und Marcus Crassus) ist es mit der Einigkeit der Konsuln nicht weit her. Justin hat sich mit seinen Männern abgesetzt und führt irgendetwas im Schilde. Nur Theo und Florian vertragen sich noch.

Doch eines Tages bemerkt Theo zu seiner Beunruhigung, dass Cabbarus’ Spion Skeit in Marianstat, der Hauptstadt Westmarks, sein Unwesen treibt. Cabbarus ist der nach Regia vertriebene ehemalige Oberste Minister König Augustins. Theo hatte ihn beim Sturz seiner Schreckensherrschaft (in „Der Setzerjunge“) am Leben gelassen, so dass der Tyrann fliehen konnte. Bedeutet die Präsenz Skeits, dass Cabbarus zurückkehren will? Theo schickt Wiesel, einen Waisenjungen mit großen Verdiensten, aus, um Neuigkeiten darüber zu sammeln.

Unterdessen bereitet Fürst Konrad, der Onkel des gegenwärtigen Königs von Regia, Konstantins IX., die Rückkehr Cabbarus’ nach Westmark vor. Unterstützung erhält Cabbarus’ Invasionsflotte von Söldnern des Sultans von Ankar. Fürst Konrad will zudem verhindern, dass sich der 18-jährige König seiner Sympathien für die Königin von Westmark erinnert und der erneuten Invasion Widerstand entgegensetzt. Solche Sentimentalitäten können wirklich hinderlich sein. Fürst Konrad beauftragt einen treuen Wildhüter namens Pankratz mit der Ermorderung der lästigen Majestät …

Marianstat. Wiesel hat etwas herausgefunden. Er ist Skeit gefolgt – durch die Gassen zum Hafen, weiter ins Schilf des Flusses Vespera, und dann noch weiter zu einer Insel mit einem alten verlassenen Leuchtturm darauf. Was hat der Spion dort verloren? Wiesel schleicht ihm nach. Er bemerkt Signale …

Plötzlich bemerkt man in der Stadt ein großes Feuer auf der Spitze des Leuchtturms. Ein unbekanntes Segelschiff, nein zwei, steuern die Vespera herauf. Sie öffnen ihre Kanonenluken und feuern eine Breitseite nach der anderen in die Lagerhäuser und Docks des Hafens. Dann auch in die Stadt selbst. Die Invasion hat begonnen.

Dann kommt die Nachricht, im Palast Juliana habe die Wache gemeutert. Theo ist entsetzt: Man will offenbar die Königin verhaften! Er eilt hin, um ihr beizustehen. Doch Bohnenstange, die Bettlerkönigin, weiß sich durchaus selbst zu helfen.

_Mein Eindruck_

Dies ist der angeblich krönende, „phänomenale Höhepunkt“ der Trilogie um Theo, den Setzerjungen, und das Königreich Westmark. Ich fand den Band nicht so berauschend, doch es muss wohl daran gelegen haben, dass ich zurzeit mehr für handfeste Science-Fiction-Themen zu haben bin als für historische Fantasy.

Es gibt aber ein paar Faktoren im Aufbau des Romans selbst, die für wenig Lesefreude sorgen. Da sind zum einen die innenpolitischen Querelen unter den Konsuln, die nur Leser interessieren, die ein Gespür für Politik haben. Die Schilderungen sind sicherlich realistisch, aber leider auch wenig interessant. Und unser sympathischer Theo findet kein Mittel, um diese Querelen für sich zu entscheiden. Es gibt weder Harmonie – wie sie in der Fantasy immer angestrebt wird – noch einen Sieg für Theo. Das ist relativ frustrierend und zieht sich obendrein auch noch bis zum Ende des zweiten Drittels hin.

|Der Plan|

Stattdessen kommt alles ganz anders, und das hat dann schon wieder eine Art von Ironie für sich. Westmark ist von Cabbarus’ Ankari-Söldnern besetzt und einer Terrorherrschaft unterworfen worden. Die Untergrundkämpfer, die Theo mit Bohnenstange in Marianstat befehligt, scheinen aber nichts ausrichten zu können. Erst in der Stunde der Entscheidung wollen Justins Truppen ebenso wie der aus dem Exil zurückkehrende Rebell Florian gemeinsam den Angriff unternehmen, der die Besatzungstruppen hinwegfegen soll.

|Aufstand einer Stadt|

So weit der Plan. Leider wird nichts daraus. Denn plötzlich entwickelt die Stadtbevölkerung eine gewisse Initiative, um sich gegen die Repressalien zur Wehr zu setzen. Bürger Wiesel, wie man den Journalistenlehrling nun nennt, errichtet nach allen Regeln der Kunst eine Barrikade. So etwas hat es in Marianstat noch nie gegeben. Dennoch erkennen die anderen Bürger die Vorteile einer solchen Konstruktion auf Anhieb. Man kann sich dahinter verschanzen und gleichzeitig auf den anrückenden Gegner feuern – oder Steine werfen – oder mit Schießpulver gefüllte Flaschen werfen …

Der nun folgende Straßenkampf hat sein Vorbild in zahllosen historisch verbürgten Aufständen. Die bekanntesten davon dürften im Jahr 1848 überall in Westeuropa zu finden sein, sei es in Paris, in Baden oder sonstwo. Leider wurden alle Aufstände der bürgerlichen Revolutionäre niedergeschlagen. Im Gegensatz dazu gelingt der Aufstand von Marianstat, allerdings auch nur durch ein paar glückliche Zufälle. Gegen Kanonen richten nämlich Barrikaden reichlich wenig aus.

|Showdown|

Man kann sich leicht vorstellen, dass es in diesem bürgerlichen Aufstand wirklich drunter und drüber geht. Die Anführer des Aufstandes, Theo und Bohnenstange, werden zudem ein- oder zweimal gefangen genommen. Wie in jedem anständigen Fantasyroman findet nämlich die finale Konfrontation, vulgo „Showdown“ genannt, stets Aug in Aug mit dem Bösewicht statt. Und dafür müssen die beiden Helden erst einmal in den Palast gebracht werden. Am besten als Gefangene. Allerdings gibt es in dieser entscheidenden Szene für den schon triumphierenden und sich generös gebenden Tyrannen gleich zwei unangenehme Überraschungen. Eine betrifft sein Überleben …

Das letzte Drittel rettet die Geschichte vor dem Versanden in Streitigkeiten und Belanglosigkeiten. Wahrscheinlich hat der Autor das Buch überhaupt geschrieben, um diese Szenen erzählen zu können. Aus dem politischen Blickwinkel betrachtet, hat er absolut Recht. Es sind nicht die Rebellenführer und auch nicht die Königin, die über Westmark herrschen sollen, sondern die Marianstat-Bürger nehmen ihr politisches Schicksal selbst in die Hand. Wenn sie die demokratische Republik haben wollen, müssen sie diese erkämpfen und die Vertreter der Monarchie vertreiben. Was sogleich erfolgt. Bohnenstange hielt sowieso nicht viel von dem Job als Landesfürstin. Viel lieber ist sie mit ihrem nunmehr Ehegatten genannten Theo zusammen und auf Reisen in fernen Ländern.

|Fantasy? Welche Fantasy?|

Der Leser darf sich zu Recht fragen, warum dieser Jugendroman in einer Fantasyreihe erscheint. Es sind nämlich weder Zauberer noch Ritter noch irgendwelche Wunderwesen aufgetreten. Aber wenigstens gibt es einen – nicht ganz genau definierten – kulturellen und geschichtlichen Hintergrund, der wie für ein Märchen geschaffen ist. Der Schauplatz könnte irgendwo in den USA oder in Westeuropa liegen. Die Namen sind englisch, französisch, sogar deutsch und italienisch. Es ist eine Schnittmenge, die sich der Autor aus dem 18. Jahrhundert zusammengesucht hat. Der Vorteil für den jungen amerikanischen Leser: Er braucht sich nicht in der verworrenen Geschichte Europas auszukennen, um das Buch verstehen zu können, bekommt aber dennoch einen zutreffenden Eindruck davon, wie es damals zuging.

|Humor|

In dem Mittelband „Der Turmfalke“ konnten wir noch über die beiden Wasserratten Spatz (weiblich) und Wiesel (ihr Bruder) lächeln. Ihre Naivität war einfach goldig und warf ein ironisch-kritisches Licht auf so manche Sache, die man in Krieg und Politik als gegeben und notwendig hinnimmt.

Diese Naivität haben sie nun verloren und der Humor ist nicht mehr goldig. Wiesel organisiert eine Widerstandsgruppe, die als „die Irregulären“ bezeichnet werden. Darüber kann man noch schmunzeln, doch Theo, der ihnen in die Hände fällt, überlegt sich das Lächeln sicher zweimal. So eine Mistgabel als Waffe kann ziemlich gesundheitsschädliche Löcher in den Leib stanzen.

Mit den Figuren Musketen, dem Zwerg, Las Bombas, dem Dokumente fälschenden Fettwanst, dem dandyhaften Revolutionär „Verkündigung“ und dem alternden Journalisten Keller, dem Verfasser eines aufrüherischen Blattes namens „Der alte Kasperl“, trägt der Autor einige erheiternde Elemente zu seinem Geschichtengewebe bei. Sie sorgen für Abwechslung, Lebhaftigkeit, lustige Szenen und ein wenig Glaubwürdigkeit – warum soll ein Aufstand immer nur von den Rädelsführern geleitet werden? Andere Leute sind ja genauso wichtig, und die Rädelsführer – Theo, Bohnenstange und Konsorten – erweisen sich als keineswegs allwissend. Sonst hätte man sie nicht so leicht geschnappt, oder?

|Das Titelbild|

… zeigt ein Boot mit Pilgern, von denen der vorderste einen Stab emporhält, der mit einem blumenförmigen Kreuz geschmückt ist. Leider ist nicht zu erkennen, was denn hiermit gegrüßt oder geehrt werden soll. Es könnte sich aber in den Höhlen zwischen den Wurzeln der gigantischen Bäume verbergen.

Überhaupt ist die ganze Szene totale Fantasy. Die Vegetation ist anscheinend tropisch bis subtropisch, mit Palmen im Hintergrund und üppiger Vegetation im Vordergrund, wo sogar zwei Libellen durch die Szene flattern. Trotzdem tragen die vier Männer derart schwere Umhänge, als ginge es auf eine Kreuzfahrt zu den Äußeren Hebriden westlich von Schottland. Deshalb dürften sie kräftig ins Schwitzen kommen.

|Die Übersetzung|

… ist einwandfrei, denn nun ist Rainer Schumacher, der bisherige Trilogie-Übersetzer, ins Lektorat gewechselt. Axel Franken, sein Nachfolger, macht einen guten Job, und die paar Flüchtigkeitsfehler kann man leicht verschmerzen.

|Hinweis|

Im Klappentext ist den Marketingtextern ein Fehler unterlaufen, der beim Leser Verwirrung stiftet. Da ist auf einmal die Rede von einer Königin namens „Mickle“. Der Leser der Trilogie dürfte sich fragen, woher die denn kommt. Nach ein wenig Überlegen kommt man darauf, dass dies die Originalform der Übersetzung „Bohnenstange“ sein muss.

_Unterm Strich_

In den „Chroniken von Prydain“ siedelte der Autor seine humorvollen Helden-Geschichten noch im mythisch-überzeitlichen Raum an. In der Westmark-Trilogie verlegt er den Schauplatz der Story in den geschichtlichen Raum, obwohl weder Zeit noch Ort ganz genau festzumachen sind. Wozu andere Kriegsbuchautoren sechshundert oder noch mehr Seiten brauchen, das schafft Alexander mit nur jeweils 270 bis 290 Seiten: eine spannende Handlung mit interessanten, sich entwickelnden Figuren zu erzählen und dabei jede Menge kluger, wenn auch bitterer Erkenntnisse über Krieg, Rebellen, Politik und Wahrheit einfließen zu lassen.

Diese Kombination hat mich überzeugt, die Westmark-Trilogie weiterzuempfehlen. Die Leser sollten mindestens 14 Jahre alt sein, denn es geht mitunter doch recht blutig zu. Im letzten Band stellt der Autor eine Revolution vor, die in einer Stadt konzentriert ist. Die historischen Vorbilder findet man am ehesten im Jahr 1848 sowie in diversen Aufständen gegen Invasionstruppen. Mir fällt dazu das berühmte Gemälde ein, auf dem die spanischen Widerstandskämpfer von Truppen Napoleons exekutiert werden. Das war so um 1808.

Dem Autor gelingt es, diese doch ernsten Ereignisse lebhaft und menschlich anrührend zu schildern. Ganz davon abgesehen, kommen einige spannende Momente hinzu, so etwa, wenn die Rädelsführer gefangen genommen werden. Die Folter selbst zu zeigen, davor schreckt der Autor allerdings zurück. Es reicht dem Leser völlig, die Folgen der Tortur an Theos Körper zu zeigen. Wenn dies Fantasy ist, so ist sie stellenweise verdammt realistisch. Ich wundere mich, dass Lloyd Alexander nicht dafür bekannt ist, historische Romane zu schreiben. Man kennt ihn nur für seine Taran-Romane.

|Originaltitel: The beggar queen, 1984
286 Seiten
Aus dem US-Englischen von Axel Franken|

David Brin – Der Sieg der Foundation (Second Foundation 03)

Wortreicher FOUNDATION-Zyklus-Abschluss

David Brin, der Autor des wegweisenden Uplift-Zyklus, hat es übernommen, den dritten Teil des Zweiten Foundation-Zyklus zu schreiben.

Die ersten beiden Bände „Der Aufstieg der Foundation “ und „Foundation und Chaos“/“Der Fall der Foundation“ schrieben jeweils Gregory Benford und Greg Bear. Alle Autoren versuchen, sich so genau wie möglich an das von Isaac Asimov vorgegebene Universum zu halten, aber dennoch nicht Altes wiederzukäuen, sondern möglichst viele Dinge innovativ zu behandeln oder neu zu präsentieren. Keiner der zwei ersten Bände war langweilig – eine hohe Messlatte, die David Brin gesetzt wurde.

Diese Besprechung beruht auf der englischsprachigen Originalausgabe.

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Garry Disher – Hinterhalt (Wyatt 03)

Sogar der Banker ist ein Ganove!

Wyatt ist cool, sehr cool. Dennoch muss er in der Weite des Outback untertauchen, nachdem sein letzter Job völlig in die Hose gegangen ist. Die Polizei ist hinter ihm her, und ein Gangstersyndikat hat ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Zu allem Überfluss ist ihm auch noch ein zwielichtiger Privatdetektiv auf den Fersen, um den Kontakt zu einer Klientin in Brisbane herzustellen. Es geht um einen Banküberfall, der zwei Millionen bringen könnte. Ein Kinderspiel für Wyatt, normalerweise … (Verlagsinfo)
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Michael K. Iwoleit – Psyhack

SF-Thriller: dein Gedächtnis als Ware

Dies ist die Geschichte des Biotech-Agenten Marek Yanner, der – wie er vergessen hat – schon mal bessere Tage gesehen hat. Damals hatte er noch eine Familie und lebte in einer Kolonie für alternativen Lebensstil in Irland. Er verriet deren Ideale, verließ seine Familie nach einem Bio-Angriff auf die Kolonie und ging ins Exil. Nun hat Marek Yanner einen Chefmanager getötet und befindet sich auf der Flucht. In London kommt er endlich darauf, was man mit ihm gemacht hat: Der Multi, für den er arbeitete, hat ihm einen Psyhack verpasst. Er ist gar nicht Marek Yanner, sondern ein ganz anderer.

Die Novellenfassung dieses SF-Thrillers wurde 2006 mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet.
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Ursula K. Le Guin – Rückkehr nach Erdsee (Erdsee 5)

Erdsee 5: Zwei neue Drachen

„Tehanu“ (Erdsee 4) sollte eigentlich „Das letzte Buch über Erdsee“ werden. Dann hat es sich die Autorin anders überlegt und auf „Tehanu“ diesen Roman sowie mehrere Erzählungen folgen lassen. Die beiden ersten Romane des Erdsee-Zyklus wurden mit „Das ferne Ufer“ fortgesetzt, einem eigenständigen Roman, in dem Ged die Hauptrolle spielt. Der dritte Roman ist eher angespannt statt spannend, eher weise und nachdenklich machend statt emotional berührend. Der vierte Band „Tehanu“ beschäftigt sich mit Geds und Tenars Adoptivkind Therru, das eine ganz besondere Eigenschaft aufweist. Nun kommt eine weitere Perspektive zur Geltung.

Im Universum der Erdsee entwickelt sich eine Krise: Die Drachen verbrennen die westlichen Inseln, und die Seelen der Verstorbenen werden nicht mehr erlöst. Die Magier sind wieder gefragt, doch diesmal sind sie auf besondere Hilfe angewiesen: zwei neue Drachen. Dieser bewegende Fantasyroman wurde mit dem World Fantasy Award 2002 ausgezeichnet.

„Die Geschichten sind maßgeblich von der Philosophie des Daoismus beeinflusst. Das Gleichgewicht der Dinge und das Prinzip des Nicht-Handelns spielen in den Romanen eine wesentliche Rolle.“ (Wikipedia)

Die Autorin
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Stephen Baxter – Diktator (Die Zeit-Verschwörung 4)

|Die Zeit-Verschwörung:|

Band 1: [„Imperator“ 3516
Band 2: [„Eroberer“ 4333
Band 3: [„Navigator“ 5428
Band 4: _“Diktator“_

Stephen Baxters „Zeitverschwörung“ entführt in dem abschließenden Band „Diktator“ den Leser in eine Parallelwelt, in der das Dritte Reich das britische Expeditionskorps in Dünkirchen vernichtend geschlagen hat. Luftkämpfe über dem Kanal oder eine Luftschlacht um England gab es nie, stattdessen setzte die Wehrmacht unter schweren Verlusten über den Kanal und eroberte zumindest den Süden Englands und London; die offizielle Bezeichnung für das besetzte England ist „Protektorat Albion“. Eine Karte desselben findet sich auf der ersten Seite.
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