Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Alexander-Burgh, Eberhard – Hui Buh … und die große Spukschau (Folge 5) (Hörspiel)

Als Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004) Anfang der Siebziger mit der Arbeit an seinen HUI-BUH-Hörspielen – zunächst für’s Radio und ab 1969 für die |EUROPA|-Studios – begann, konnte er noch nicht ahnen, dass der Figur dermaßen großer Erfolg beschieden sein wird, dass es die ursprüngliche Serie insgesamt auf stolze 23 Folgen bringen würde. Das erscheint rückblickend umso erstaunlicher, da eigentlich nicht einmal eine Fortsetzung des ersten Hörspiels geplant war. In der inzwischen fünften Folge aus dem Jahr 1972 folgte nun ein kleiner Umbruch, nachdem einige (Schlüssel-)Rollen bislang von vielen verschiedenen Sprechern ausgefüllt wurden, hatte sich ab dort eine recht feste Besetzung eingefunden, die sich bis zum Ende nur geringfügig ändern sollte. Heute hat „HUI BUH – Neue Welt“ das Erbe angetreten und ist fast schon so erfolgreich wie das Original mit dem unvergesslichen Hans Clarin in der Titelrolle.

_Zur Story_

Als HUI BUH und König Julius eines schönen Morgens klönen, fällt ihnen ein Schausteller-Wagen ins Auge, der die „Größte Spukschau der Welt“ verheißt. Mehr noch. Die beiden Schausteller Donald und Dorian möchten sogar ein Spektakulum auf Schloss Burgeck abhalten. Das passt dem in seiner Ehre gekränkten Schlossgeist zunächst natürlich überhaupt nicht – schließlich ist ER das einzig behördlich zugelassene Gespenst auf Burgeck. Julius schlägt ein Wettspuken um Mitternacht vor, um zu klären, wer der Bessere sei und ob die beiden die großspurige Inschrift von ihrem Wagen tilgen müssen. HUI BUH legt sich eine Strategie zurecht, den beiden Scharlatanen ordentlich einzuheizen, schafft es auch nach einigen (üblichen) Rückschlägen den Sieg davonzutragen. Dadurch riskiert er allerdings seine Lizenz, denn beim letzten Stunt hat sich HUI BUH entzweit – und kriegt sich nun nicht mehr zusammen. Das ruft die Spukbehörde in Gestalt des gestrengen wie unbestechlichen Beamten Servatius Sebaldus auf den Plan. Auf Schloss Burgeck ist schließlich nur ein EINZIGES Gespenst genehmigt und nicht zwei HALBE.

_Eindrücke_

Das Dreamteam hat ab Folge 5 nun endlich zusammengefunden und wird während des restlichen Verlaufs der Serie beinahe unverändert in dieser Besetzung weiter geführt. Nur bei König Julius ergibt sich zwischendurch ein Wechsel zu Peter Kirchberger und Horst Stark – doch einstweilen ist die Stammcrew nun komplett: Hans Paetsch, Hans Clarin, Claus Wilcke, Andreas von der Meden und Ingrid Andree. Sie geben der Serie fortan ihr sprecherisches Gesicht und werden entsprechend der Story von Gastsprechern aus der EUROPA-Familie ergänzt. Hier dürfte ganz sicher Hans Hessling den Kennern der Produktionen des Hauses auffallen, dessen markante Stimme u. a. auch später bei den „Drei ???“ und Enid Blytons „Rätsel um …“-Serie zum Einsatz kommt. Er übernahm den Part des unbeirrbaren Beamten Servatius Sebaldus, welcher auch in der „neuen Welt“ von HUI BUH eine nicht unwichtige Rolle spielt. Doch auch die nicht ganz so bekannten Horst Schick und Richard Lauffen, als Schausteller Donald und Dorian (übrigens eine nett versteckte Lautmalerei zu „Donner und Doria“), machen ihre Sache gut.

Nicht nur sprecherseitig herrscht nun eine gewisse Konstanz, auch die Storylines sind mit Beginn der vorangegangenen, vierten Folge („HUI BUH und das Geheimnis im Burgbrunnen“) nun durchgängig sowie thematisch aus einem Guss und haben somit unlängst nicht mehr den zusammengewürfelt wirkenden Kurzgeschichtencharakter der ersten drei Folgen. Natürlich lebt auch dieses Hörspiel ganz stark von Hans Clarins unglaublicher Interpretation des oft glücklos spukenden Schlossgespensts, das diesmal den Mund wieder mal viel zu voll nimmt und dabei einmal aufs Neue voll – wie gewohnt sowie vom Publikum erwartet und auch gewünscht – von dem einen gleich ins nächste Fettnäpfchen trampelt. Selbstverständlich geht das zum Schluss ja immer irgendwie gut aus. HUI BUH ist halt kein stets strahlender Held, sondern eher ein Ritter der traurigen Gestalt, wie ihn einst Cervantes in seinem Klassiker „Don Quijote“ ersann. Der Kampf gegen bürokratische (Wind-)Mühlen in dieser Folge passt da ganz besonders gut ins Bild und ist ein kindgerechter Seitenhieb auf typisch deutsches Beamtentum und seine Regelungswut.

_Die Produktion_

Buch und Konzeption: Eberhard Alexander-Burgh
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Beurmann
Regie und Produktion: Heikedine Körting

|Sprecher und Figuren|

Hans Clarin (Hui Buh), Claus Wilcke (König Julius der 111.), Ingrid Andree (Königin Konstanzia), Andreas von der Meden (Kastellan), Hans Paetsch (Erzähler), Horst Schick (Schausteller Donald), Richard Lauffen (Schausteller Dorian), Hans Hessling (Servatius Sebaldus – Beamter der Geisterbehörde)

_Fazit_

„Die große Spukschau“ ist ein Meilenstein innerhalb der Serie und eine der Folgen, an dessen erinnerungswürdige Dialoge und Handlung sich so mancher jung gebliebener Fan aus Kindheitstagen bestimmt immer noch ziemlich deutlich erinnert – zumindest dem Rezensenten geht dies so. Aber auch HUI-BUH-Unbeschlagenen und Nicht-Nostalgikern sei dieses liebenswürdige Hörspiel mit seiner überschaubaren Spieldauer von knapp 35 Minuten ans Herz gelegt. Schade nur, dass seit der letzten Auflage von 2006, welches auf einem (soweit bekannt, inhaltlich unveränderten) Remaster von 2002 beruht, die CD/MC-Versionen vom Markt verschwunden sind und die gesamte Classic-Serie nur noch als Download angeboten wird.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 35 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, 1972/2002
EAN: 74321920272|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Rick Riordan – Die rote Pyramide (Die Kane-Chroniken 1)

Die Kane-Chroniken-Trilogie:

01 „Die rote Pyramide“
02 „Der Feuerthron“
03 „Der Schatten der Schlange“

Die Handlung:

Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, findet Sadie. Sie sieht ihren Vater, den berühmten Ägyptologen Dr. Julius Kane, ja ohnehin nur zweimal im Jahr – und dann muss er sie und ihren Bruder Carter ausgerechnet ins British Museum schleppen. Aber ihr Vater will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nicht weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Kerl entführt. Um ihn zu befreien, müssen Sadie und Carter es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Rick Riordan, der Erfinder von Percy Jackson … kann der auch was anderes als griechische Götter? Er kann! Ägyptische! Und davon gibts gleiche eine ganze Handvoll in dieser Geschichte.

Die Protagonisten sind der 14-jährige Carter und seine 12-jährige Schwester Sadie. Nach dem Tod ihrer Mutter, über dessen Umstände ihr Vater nicht sprechen will, wachsen sie getrennt voneinander auf. Carter reist mit dem Vater um die Welt, während Sadie bei den Großeltern aufwächst. Aus diesem Grund gibts in diesem Roman nicht nur einen Handlungsfortschritt, sondern auch eine Charakterentwicklung zu erleben. Da die beiden sich selten sehen, müssen sie auch erst lernen, als Team zusammenzuarbeiten. Und da beide Nachfahren von zwei Pharaonen sind und durch den Unfall im Museum auch noch Wirte von zwei ägyptischen Göttern werden, macht es die Sache für die beiden noch komplizierter, für den Hörer aber noch viel spannender und vor allem actionreicher. Haben die beiden doch dadurch besondere Fähigkeiten bekommen, die sie im Kampf gegen den bösen Set einsetzen müssen, der ihren Vater entführt hat … der wiederum Wirt des Gottes Osiris geworden ist. Klingt hier vielleicht verwirrend zu lesen, ist es aber nicht, da Riordan die Erlebnisse und die ägyptischen Infos alle nach und nach und nachvollziehbar ablaufen lässt.

Und so geht es in diesem ersten Teil der „Kane-Chroniken“-Trilogie vornehmlich darum, Set zu stoppen, die neuen Kräfte zu beherrschen und sich in dieser für sie völlig neuen veränderten Welt zurechtzufinden. Nebenbei finden die Geschwister auch noch heraus, was wirklich mit ihrer Mutter passiert ist, ob ihr Vater noch zu retten ist und noch so einiges Actiongeladenes mehr. Es gibt viel zu erleben für die Geschwister.

Was die „Percy Jackson“-Romane an Interesse für die griechische Mythologie geweckt haben, das gelingt Rick Riordan hier mit den „Kane-Chroniken“ auf die ägyptische Art. All die Götter und die magischen Fähigkeiten halten nicht nur Carter und seine Schwester Sadie auf Trab, sondern auch das Interesse des Hörers enorm hoch. Und obwohl dies der erste Band einer Serie ist, kann er absolut allein dastehen und endet nicht in einem Haufen unbeantworteter Fragen, sondern mit einem Ausblick darauf, was noch Spannendes vor Carter und Sadie liegt.

Das Hörerlebnis:

Stefan Kaminski macht den Anfang … aus Sicht des 14-jährigen Carter. Anfangs liest er wie ein Märchenonkel, der zu Kleinkindern spricht, was nicht so ganz zur Zielgruppe passt und auch nicht zu einem 14-Jährigen Protagonisten. Als er es aber mit zunehmend größeren Anteilen an wörtlicher Rede und verschiedenen Charakteren zu tun bekommt, dreht er richtig auf. Sowohl die Dynamik zwischen den Jugendlichen als auch die Auseinandersetzung mit dem Vater-entführenden Bösewicht kommt so lebendig und authentisch ins Ohr des Hörers, dass man schnell vergisst, dass hier tatsächlich nur ein einziger Sprecher am Werk ist. Kaminski gibt ein One-Man-Stimmenorchester, das den Hörer schnell und intensiv an die Story fesselt. Besonders kommt dies dem Hörer zugute, wenn im Kopf von Carter auf einmal eine fremde Stimme zu hören ist. Kaminski macht sogar Katzengeräusche, wenn Sadies „Katze“ Muffin zu hören ist und gibt jedem Charakter seine eigene Stimmfarbe.

Nach einer halben Stunde erfährt der Hörer dann auch, warum sich der Verlag dazu entschlossen hat, zwei Sprecher zu verpflichten, denn jetzt wechselt die Erzählperspektive hin zur 12-jährigen Sadie und Lotte Ohm bekommt ihren Einsatz. Leider fällt ihre Leistung gegenüber der Vorlage von Kaminski so stark ab, dass der Hörspaß trotz anhaltender Spannung erheblich abnimmt. Vom bunten und spannenden Kopfkino wird der Hörer jetzt direkt ins sterile Studio katapultiert. Ohm startet auch, als würde sie als Mutter an der Bettkante sitzend ihrem Kleinkind eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, aber leider bleibt sie auch bei diesem Stil. Sie klingt bemüht, aber bleibt steril. Ihr ganzer Vortrag klingt abgelesen, farblos und ohne Leben. Ob sie beschreibenden Text oder wörtliche Rede liest, manchmal ist es bei ihr schwer zu unterscheiden, weil sie die Emotionen der Charaktere selten lebendig vermitteln kann. Selbst wenn ein Satz auf „schrie ich“ endet, gibt es kaum bis keinen Einsatz vor dem Mikro zu hören, Ohm liest das Gebrülle einfach nur runter, als würde sie aus einem Sachbuch vorlesen, was sehr schade ist, denn der Text ist eigentlich wirklich spannend. Wenn sie für den kleinen Marshmallow ihre Stimme verstellt, dann tut das fast in den Ohren weh, weil sie abgebrochen hoch krächzend klingt. Und wenn sie dem obersten Vorlesepriester einen französischen Akzent verpasst, dann verdreht der Hörer die Augen. Meist aber verleiht sie den von ihr gesprochenen Charakteren keine wiedererkennbaren Eigenheiten, sondern liest nüchtern vor, was im Skript steht.

Wenn das Team Carter-Kaminski dann wieder mit dem Erzählen dran ist, geht im Kopf sofort die Surround-Kino-Anlage wieder an und die Kopfkinoleinwand leuchtet. So erlebt der Hörer also zusätzlich zur und abgesehen von der Geschichte eine Sinuskurve beim Hörspaß. Kaminsiki ist überzeugend packend, Ohm liest bemüht, aber nüchtern.

Der Autor:

Rick Riordan (* 5. Juni 1964 in San Antonio, Texas) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, der vor allem für seine Romane um den Halbgott Percy Jackson bekannt wurde. Er war auch mit seiner Krimi-Buchreihe „Tres Navarre“ erfolgreich. (Wikipedia)

Die Sprecher:

Stefan Kaminski, geboren 1974, schloss sein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ab. 1996 begann er seine Laufbahn als Sprecher und Schauspieler. Er betreibt die beliebte Live-Hörspielreihe Kaminski on Air und ist seit 2001 am Deutschen Theater Berlin zu sehen. Für seine Hörbuch- und Hörspielproduktionen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Ohrkanus 2009. (Verlagsinfo)

Lotte Ohm (* 1975 in Lübbecke) ist eine deutsche Schauspielerin. Ihr Filmdebüt gab sie 2002 mit Meier, das Schwein. In dem Film W wie Viktor der Filmakademie Ludwigsburg spielte Lotte Ohm unter der Regie von Ben von Grafenstein die Hauptrolle. 2006 wirkte Lotte Ohm als Eva in der Serie „Verrückt nach Clara“ mit. Sie spielte außerdem Episodenrollen in den Produktionen „Fürchte Dich nicht“, „Wilde Jungs“, „Tatort“, „Polizeiruf 110“ und „SOKO Wismar“. Seit 2009 arbeitet sie freiberuflich für Theater, Film und Fernsehen. (Wikipedia)

Die Ausstattung:

Die sechs mit warmen Rosttönen und einer Pyramide bedruckten CDs stecken in einer Multibox. Auf den Innenseiten der Box gibts ein Foto des Autors zu sehen und Infos zu ihm und den beiden Sprechern zu lesen. Zusätzlich finden wir hier die Technik-Credits. Auf der Rückseite der Multibox sehen wir dann auch die beiden Sprecher und eine Kurzinfo zum Inhalt der Geschichte.

Mein Fazit:

Ägyptische Mythologie, verpackt in ein Jugendabenteuer unserer Zeit. Zwei Geschwister, die sich zusammenraufen müssen und mit „Götterpower“ als Team gegen einen ägyptischen Gott kämpfen. Das weckt Interesse am alten Ägypten und unterhält spannend.

Die Idee, einen weiblichen und einen männlichen Sprecher zu verpflichten ging nicht auf. Während Stefan Kaminski lebendig, authentisch und facettenreich den Hörer an die Story fesseln kann, gelingt dies Lotte Ohm leider überhaupt nicht. Zu abgelesen klingen ihre Sprecheinsätze. Obwohl sie sich hörbar Mühe gibt, springt der Funke bei ihr nicht über.

6 Audio-CDs
Spieldauer: 8:01 Std.
Tracks: 132
Originaltitel: The Red Pyramid (The Kane-Chronicles 1)
Gelesen von Stefan Kaminksi und Lotte Ohm
Vom Verlag empfohlen ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-86742-115-7
www.silberfisch-hoerbuch.de

Die drei ??? – Geisterbucht (Folge 150)

Den 150. Fall der „Drei ???“ zu verfassen dürfte eine ziemlich große Ehre sein. Eine, welche Astrid Vollenbruch 2009 zuteil wurde. Nun erreichte dieses Jubiläum 2011 auch die stets etwas hinterher hinkenden Hörspiele von |EUROPA|. Natürlich, dem Dreifachband „Geisterbucht“ aus dem Hause |KOSMOS| gebührend, auch mit einem entsprechenden CD/MC-Drilling. Wie gewohnt kümmerte sich André Minninger um die Adaption, bei welcher – ebenfalls wie üblich – Heikedine Körting Regiestuhl und Produktionshoheit innehatte, die es wieder einmal schaffte, so manche Gastrolle des Projektes prominent zu besetzen.

_Zur Story_

Die drei ??? werden zu einer Testamentseröffnung eingeladen – dabei kannten sie den verstorbenen Mr Shriver nicht einmal. Er sie offenbar schon, denn sein Vermächtnis an sie ist ein Rätsel, das sie lösen sollen, damit begangenes Unrecht gesühnt wird. Mr. Mason, sein treuer Sekretär, soll und will ihnen dabei hilfreich unter die Arme greifen. Alleinerbe – bis auf jenen Umschlag mit dem Rätsel und 1000 Dollar, die Mason erbt – ist Shrivers unsympathischer Schwiegersohn, dem nun das bis zur Dachkante mit kuriosen Memorabilia des ehemaligen Navy-Fliegers vollgestopfte Anwesen gehört. Ein altes Flugzeugwrack auf dem Grundstück ist der erste Hinweis in die Vergangenheit zurückführt. Doch mit jedem Fortschritt wird deutlicher, dass die nebulöse wie eindringliche Warnung vor „Rashura“ durchaus ernst zu nehmen ist: Einschüchterung, Amtsanmaßung, Brandstiftung, Einbruch Entführung bis hin zum Giftanschlag. Das Syndikat lässt kaum eine Straftat aus, den drei Detektiven Hinweise und Ermittlungsergebnisse abzujagen sowie sie zu vergraulen. Und es haben noch weitere zwielichtige Gestalten Interesse an Informationen über „Rashuras Schatz“. Eine harte wie gefährliche Nuss für das Trio.

_Eindrücke_

Wenn die drei Fragezeichen bzw. die |EUROPA|-Studios zum Jubiläums-Triple blasen, kann man sich auf etwas gefasst machen. In diesem Fall nämlich zumindest auf einige Gastsprecher, die man vielleicht nicht erwartet hätte: Etwa Oliver „Der Wixxer“ Kalkhofe, Berhard Hoëcker („Genial Daneben“) oder Tausendsassa Olli „Ditsche“ Dittrich. Auch Sky Du Mont und Dirk Bach sind wieder einmal dabei – sie gehören schon etwas länger zu beliebten Gaststars bei Deutschlands wohl berühmtester Hörspielreihe. Natürlich kommen auch eine ganze Schar an wichtigen Nebenrollen zusammen, die von ihrer üblichen Besetzung gesprochen werden. Tante Mathilda, Onkel Titus, Inspector Cotta sind Beinahe-Standard und sogar Morton darf einen kurzen Auftritt hinlegen. Über die Stammsprecher wie das jahrelang aufeinander eingespielte Produktionsteam, von der Geräuschkulisse bis zur Regie, braucht man eigentlich keine, oder zumindest nicht viele, Worte verlieren. Gewohnt souverän bringen sie das Hörspiel unter Dach und Fach. Klar, André Minninger musste für die Adaption wie üblich hier und da den Rotstift in der Vorlage wüten lassen.

Dankenswerterweise hat Aurorin Astrid Vollenbruch – entgegen derzeit üblichen Gepflogenheiten – darauf verzichtet zu viele Charaktere aus dem Umfeld der drei Detektive krampfhaft mit hineinzuquetschen. Kein Skinny, keine Kelly, Jelena oder anderweitige Cameos, so wie beispielsweise beim Figuren-Overkill der beiden (auch) Jubiläums-Geschichten „Toteninsel“ oder „Feuermond“ – was vom Rezensenten als erfrischend empfunden wird. Dafür gibts kräftige Anleihen in der Vergangenheit bei der Story, so fühlen sich altehrwürdige Fans und Kenner (was meistens gleichbedeutend ist) sicher mehr als einmal ganz deutlich an den seligen „Fluch des Rubins“ und auch „Gefährliche Erbschaft“ erinnert. Die hier zugrunde liegende, spannende Gangster-Story ist selbstredend ungleich moderner aufgezogen und hat mehr bedrohliche Gefahrenmomente in petto, als es in der vergleichsweise naiven „guten alten Zeit“ der Serie der Fall war. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Plot an mancher Stelle viel zu dick aufträgt und sich einige Logikfehler darin befinden, welche stark an seiner Glaubwürdigkeit rütteln.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad, Zeiberts

|Sprecher und Figuren|
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Karin Lieneweg (Tante Mathilda), Hans Meinhardt (Onkel Titus), Holger Mahlich (Inspector Cotta), Andreas von der Meden (Morton), Wolfgang Condrus (Mr. Mason), Anna Thalbach (Angelica), Kostja Ulmann (Gerry), Henry König (Bill Andrews), Bernhard Hoëcker (Taylor), Oliver Kalkhofe (Inspector Havilland), Stephan Schad (Ismael), Dirk Bach (John Fisher), Olli Dittrich (Sergeant Madhu), Sky Du Mont (Kapitän), Harald Dietl (Mr. Raffer) uva.

_Fazit_

Die Vertonung der „Geisterbucht“ ist unterhaltsam, spannend und temporeich – keine Frage. Allerdings krankt auch das Hörspiel, genauso wie die Vorlage, an so mancher Ungereimtheit in Bezug auf die Logik und Realismus. Etwas weniger dick aufgetragen, wäre vielleicht besser gewesen – wobei das Hörspiel hier dank des Wegfalls bzw. Alteration einiger Handlungsstränge sogar noch eine ganze Kante besser wegkommt, als das Buch. Dass natürlich tüchtig Serienklischees bemüht werden, soll so sein und ist auch vollkommen legitim, besonders in Hinblick auf den Jubiläumscharakter der Folge. Aus genau diesem Grund kann man bestimmt auch damit leben, dass die Story quasi als – freundlich ausgedrückt – aufgebohrte Hommage an den „Fluch des Rubins“ ausnimmt. Kann. Muss man aber nicht. Dennoch zeigt der fiese Rezensenten-Daumen tendenziell nach oben.

|3 Audio-CDs mit einer Laufzeit von insgesamt ca. 237 Minuten
Erzählt von Astrid Vollenbruch nach Motiven von Robert Arthur
EUROPA / Sony Music Entertainment, November 2011
EAN: 886978015020|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mark Brandis: Alarm für die Erde – Teil 2 (Folge 18)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 „Sirius Patrouille“ (geplant für März 2012)

_Showdown am Atomvulkan: hitzige Action_

Man schreibt das Jahr 2130: Die tödliche Mischung aus Vulkanlava und hochradioaktivem Atommüll verseucht immer größere Teile Afrikas. Hochkommissar Mark Brandis hat alle Hände voll zu tun, um die Evakuierungsmaßnahmen mit den eintreffenden Katastrophenmeldungen zu koordinieren. Allen Bemühungen zum Trotz haben die »Fliegenden Löwen« zunehmend Erfolg damit, die Menschen in den betroffenen Gebieten zum Bleiben zu bewegen. In Peking reift ein Plan, wie man sich das Chaos am besten zunutze machen könnte .. (abgewandelte Verlagsinfos)

Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 12 Jahren.

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach „Perry Rhodan“) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart imm Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

Bisher erschienen (Gesamt-Titel ohne Teile)

1) Bordbuch Delta
2) Verrat auf der Venus
3) Unternehmen Delphin
4) Aufstand der Roboter
5) Testakte Kolibri
6) Vorstoß zum Uranus
7) Raumsonde Epsilon
8) Die Vollstrecker
9) Pilgrim 2000
10) Alarm für die Erde
11) Sirius-Patrouille

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.

|Die Rollen und ihre Sprecher:|

John Harris: Gerhart Hinze
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Walter »Wally« Ryan: Uve Teschner
Henri Vidal: Marion von Stengel
Nanami Kitahoshi: Meylan Chao
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Walter Hildebrand: Oliver Rohrbeck
Cmdr. Robert Monnier: Holger Umbreit
Iris Monnier: Ulrike Kapfer
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
John Malembo: Jan Spitzer
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
sowie Dennis Bruhn, Markus Kähler, Jochim-C. Redeker, Balthasar v. Weymarn

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die Mark Brandis – Hörspielreihe begann 2005-2007 mit Bordbuch Delta VII. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

VEGA

Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Dies ist die direkte Fortsetzung von Teil 1 (logo!).

Mark Brandis hat seinem langjährigen Freund Robert Monnier erlaubt, 390 afrikanische Waisenkinder in einem für die Top-Klasse reservierten Flieger auszufliegen. Stante pede muss sich mark für seine humanitäre Tat verantworten. Man hat die Kinder alle wieder aus dem Flieger evakuiert, und Soldaten sind mit Robert Monnier nach Spanien geflogen. Na prächtig! Mark schnaubt frustriert.

Stattdessen schickt ihn die VEGA in den erdnahen Raum, um dort eine chinesische Überläuferin zu kontaktieren. Hoshi informiert ihn, dass die VOR-Invasion in Neukaledonien und auf dem Mond nur der erste Schritt in einem umfassenden Krieg darstelle: Das Ziel sei Australien, das neutral und daher unbewaffnet ist. Als das Treffen angegriffen wird, lässt Brandis zurückschießen.

Sein Chef Harris ist darüber wütend. Er entbindet Brandis mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Hochkommissar und bietet ihm stattdessen eine Mission an der Quelle des afrikanischen Unheils an: Eine Atomexplosion soll die Eruption ausblasen. Für Brandis und Leutnant Torrente (vgl. „Pilgrim 2000“) beginnt eine der gefährlichsten Missionen ihres Lebens. Denn Gefahr droht nicht nur von den regelmäßigen Ausbrüchen des Vulkans, sondern nach wie vor von Seiten der Fliegenden Löwen …

_Mein Eindruck_

Während die erste Hälfte dieser Folge keinen vom Hocker reißt, weil es vor allem um administrative Rangeleien und eine Spionageaktion geht, wird dieses Manko an Action und Spannung durch die zweite Hälfte vollwertig aufgewogen. Hier wird der Hörer direkt ins Geschehen hineingeworfen: ins Innere eines kochenden Vulkankraters!

Brandis und Torrente versuchen, eine Atombombe – auch nicht gerade die pflegeleichteste Fracht – per Hubschrauber in den Krater zu werfen. Dabei werden sie von Angreifern der Fliegenden Löwen massiv gestört – eine brenzlige Lage, die noch von der Atombombe und den Vulkanausbrüchen potenziert wird. Das ist extrem spannend inszeniert. Hier darf aber nicht verraten werden, wie die waghalsige Aktion ausgeht und ob sie den erhofften Erfolg zeitigt.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa Triebwerke oder Luken und Schleusen. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte den Hörer dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

Ein Höhepunkt der Sounddramaturgie ist der Actionknaller in der zweiten Hälfte dieser Folge. Im Hintergrund hört man den Vulkan rumoren und die Hitze wabern. Im Vordergrund dröhnen die Rotorblätter des Hubschraubers. Richtig laut wird es, als der Heli eine Tür verliert. Dennoch kann man jedes Wort der drei Sprecher verstehen – eine Meisterleistung der Tontechnik.

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder afrikanisch klingende Sprecher.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi.

Ganz am Schluss erklingt ein Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsamen Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. In den Zusatzinformationen ist ein Auszug aus dem berüchtigten Q-Papier zu finden, das die Afrika-Flüchtlinge in vier Prioritätsklassen hinsichtlich ihrer Evakuierung einteilt: Evakuierung unbedingt erforderlich (1), wünschenswert (2), bedingt vorgesehen (3) und nicht vorgesehen (4). Ein Widerspruch gegen die Einteilung ist erst nach Ende des Katastrophenzustands zugelassen …

Auf der nächsten Seite ist ein Auszug aus den Reiseberichten von Mark Brandis zu finden. Es geht um sein Verhältnis zu Colonel Chemnitzer, den Verführer seiner Frau Ruth, der sie dann, als der Vulkan ausbrach, sitzengelassen hatte. Nun soll er ihn nach Metropolis bringen. Kann er sich weigern?

_Unterm Strich_

Die 2. Hälfte dieser Doppelfolge – deren Teilung durchaus willkommen ist – führt die Handlung erwartungsgemäß direkt weiter, verlegt die Schauplätze aber von Nordafrika hinaus in den erdnahen Raum und dann wieder zurück zum Kilimandscharo. Auf diese Weise schließt sich der Kreis der Bewegung in der Handlung.

Die weniger actionbetonten Geschehnisse in der ersten Hälfte dieser Folge werden durch den Action-Höhepunkt in der zweiten Hälfte aufgewogen. Hier werden die Hörer direkt ins wilde Geschehen – siehe oben – hineingezogen. Die Tontechnik hat in dieser Szene knifflige Probleme zu lösen, doch ist ihr dies bravourös gelungen, so dass wir jedes Wort der drei Sprecher verstehen können. Wie diese Aktion ausgeht, darf hier nicht verraten werden.

|Das Hörbuch|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 52 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804170|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Mark Brandis: Alarm für die Erde – Teil 1 (Folge 17)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 „Sirius Patrouille“ (geplant für März 2012)

Freigebiger Vulkan: Atommüll gratis für alle!

Man schreibt das Jahr 2129. Kein ruhiges Weihnachten für Commander Brandis und seine Crew. Die Evakuierungs-maßnahmen eines Gebiets von 500 km² um den Kilimandscharo in Ostafrika stellt die Logistik der Helfer bereits vor unüberwindbare Probleme. Anscheinend immun gegen die radioaktive Strahlung schießen selbsternannte Freiheitskämpfer, die »Fliegenden Löwen«, auf die Hilfstruppen. Und Ruth wartet verunglückt in einem gestrandeten Transporter bei Nairobi auf Rettung … (abgewandelte Verlagsinfo) Diese Geschichte schließt direkt an „Operation Sonnenfracht“ an.

Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 12 Jahren.

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach Perry Rhodan) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart imm Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

Bisher erschienen (Gesamt-Titel ohne Teile)

1) Bordbuch Delta
2) Verrat auf der Venus
3) Unternehmen Delphin
4) Aufstand der Roboter
5) Testakte Kolibri
6) Vorstoß zum Uranus
7) Raumsonde Epsilon
8) Die Vollstrecker
9) Pilgrim 2000
10) Alarm für die Erde
11) Sirius-Patrouille

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Musik trug Redeker bei. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß, Thomas Weichler und Sven-Michael Bluhm.

|Die Rollen und ihre Sprecher|:

Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Walter »Wally« Ryan: Uve Teschner
Boleslaw Burowski: Ozan Ünal
Sgt. Monelli: Stefan Flüeck
Col. Friedrich Chemnitzer: Thomas Nero Wolff
Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Prolog: Wolf Frass
Henri Villiers: Wolfgang Kaven
Henri Vidal: Marion von Stengel
Walter Hildebrand: Oliver Rohrbeck
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
John Harris: Gerhart Hinze
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Iris Monnier: Ulrike Kapfer
John Malembo: Jan Spitzer
Nanami Kitahoshi: Meylan Chao
Col. Ernest Leighton: Reinhard Kuhnert
Cmdr. Robert Monnier: Holger Umbreit
sowie Melanie Blenke, Dennis Bruhn, Jochim-C. Redeker

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die Mark Brandis – Hörspielreihe begann 2005-2007 mit Bordbuch Delta VII. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

VEGA

Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Grischa Romen rüttelt seinen Kumpel Mark Brandis: Es gehe um Marks Frau ruth O’Hara. Sie sei auf dem Flughafen von Nairobi abgestürzt. Na sowas, zuletzt war Ruth doch mit General Chemnitzer auf und davon. Mark kann sie erreichen: Sie lebt, ist aber verletzt und in ihrem Flieger eingeklemmt. Und das mitten in der Fallout-Zone der Atommülldeponie! Klar, dass er mit Grischa gleich losdüst, um sie da herauszuholen, Eifersucht hin oder her.

Der Flughafen wird von Rebellen der Fliegenden Löwen beschossen. Nur unter Lebensgefahr gelingt es Mark, die Kanzel des Fliegers wegzuschießen und Ruth da rauszuholen. Mit knapper Not entkommen sie dem Beschuss. Im Camp muss Ruth sofort in die Entseuchungsdusche. Unterdessen meldet der Regierungssender, dass ein Erdbeben der Stärke 9 den Kilimandscharo erschüttert habe und dieser ausgebrochen sei. Jetzt wird der Atommüll aus der illegalen Deponie im Krater rund um die Erde verteilt …

Die Evakuierung Afrikas ist in vollem Gange, doch es drohen Panik und Chaos auszubrechen. Die VEGA bittet daher mark, als Hochkommissar die Flüchtlingsevakuierung zu organisieren. Dazu werden ihm zwei Armeen unterstellt. Dr. Levy verarztet bereits die ersten Strahlenopfer: die Hälfte davon wird nicht überleben. Mark sagt ihr, sie solle nach Kampala. Von ihr erfährt er, dass sein langjähriges Besatzungsmitglied Lt. Stroganoff strahlungsverseucht in einem Flüchtlingscamp in Nordafrika liegt.

Bevor er sich dorthinauf den Weg, versucht er mit den Fliegenden Löwen einen Waffenstillstand zu erreichen, dass deren Anführer hasst die weißen „Kolonisatoren“ zu sehr – es wird Krieg geben. Also fliegt Mark mit Grischa nach Nordafrika, um die Evakuierung von vier Millionen Flüchtlingen zu organisieren. Der Reporter Hildebrand (aus „Aktenzeichen: illegal“) informiert ihn über die Lage und fragt, ob Mark etwas von einem geheimen Q-Papier der Unions-Regierung wisse. Mark schüttelt den Kopf.

Als er Oberst Leighton, den Befehlshaber eins der Lager fragt, klärt dieser ihn auf. Das Q-Papier teilt die Flüchtlinge in vier Klassen ein. Mit Dr. Levy und Hildebrand wird Mark Zeuge, wie Bürger von Rechnern klassifiziert werden. Mark empfindet dies als himmelschreiendes Unrecht. Er will, dass das aufhört, doch da kommt schon die nächste schlechte Nachricht …

_Mein Eindruck_

Es ist der Super-GAU: Ein Endlager für Atommüll im Krater eines Vulkans, der jetzt ausbricht – das erinnert stark an die drei explodierenden AKW-Blöcke von Fukushima. Man kann sich die weitreichende Strahlenverseuchung vorstellen, wenn der höchste Berg Afrikas als radioaktive Dreckschleuder dient. Klar, dass nur massive Hilfsmaßnahmen eine kontinentumspannende humanitäre Katastrophe verhindern können. Mark Brandis ist unser Mann vor Ort und spielt Feuerwehr.

Dennoch gibt es Leute, die die Hilfsmaßnahmen als Versuchung der erneuten Kolonisierung ansehen. Die Fliegenden Löwen, die mit hypermodernen Raketenanzügen ausgestattet sind, wollen die Weißen vertreiben und schrecken vor Flugzeugabschüssen nicht zurück. Und auf der anderen Seite der Welt ergreifen die VOR-Republiken die günstige Gelegenheit, eine Insel vor Australien zu überfallen. Haben die Chinesen noch mehr vor? Der zweite Teil wird es enthüllen.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa Triebwerke oder Luken und Schleusen. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte dem Hörer dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder afrikanisch klingende Sprecher.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi.

Ganz am Schluss erklingt ein Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsamen Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Neben einer Karte der Region um den Kilimandscharo-Vulkan ist ein Auszug aus den Memoiren eines Unions-Ministers über die „Operation Sonnenfracht“ abgedruckt. Das Ziel war, den Atommüll eines Endlagers im Mawenzi-Krater in der Sonne zu entsorgen. Unter Leitung von Mark Brandis gelang diese logistische Meisterleistung, doch drei Tage vor Abschluss der Operation machte ein Beben der Stärke 9 (!) alle Anstrengungen zunichte – der Vulkan brach aus. „In den nächsten Wochen und Monaten sollte das Gesetz des Handelns denen zugutekommen, die Mut, Initiative und auch Skrupellosigkeit besaßen …“, schreibt der Minister anno 2142.

_Unterm Strich_

Wieder mal ist das Szenario, das eine MARK-BRANDIS-Folge entwirft, verdammt nah dran an der Wirklichkeit. Diese Folge erinnert viel zu sehr an die Explosionen in Fukushima, um nicht beunruhigend zu wirken. Die Macher haben sich bemüht, die anschließende humanitäre Katastrophe realistisch darzustellen. Wie soll man bloß vier Millionen Flüchtlinge vom Kontinent runterschaffen – und wohin damit?

Wie in vielen Katastrophensituation greift hier das Triage-Prinzip: Die Opfer werden in Klassen eingeteilt, die ihre Betroffenheit berücksichtigt. Das mag ungerecht erscheinen, doch in Wahrheit dient dieses bewährte Verfahren dazu, die am schwersten Betroffenen als erste zu versorgen, bevor sie verbluten.

Doch was Mark Brandis in Nordafrika vorfindet, ist die Perversion von Triage: Ein dummer Rechner teilt die Flüchtlinge in Klassen der Dringlichkeit ein. Und so kommt es dazu, dass riesige Flugzeuge leerstehen, nur weil sie für Regierungspersonal der Top-Priorität reserviert sind. Das kann Mark natürlich nicht mit ansehen, und so fällt er eine verhängnisvolle Entscheidung. Mehr davon im zweiten Teil.

|Das Hörbuch|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, meist actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken. Diese Folge ist dabei keine Ausnahme, sondern im Gegenteil ein weiterer Höhepunkt.

|1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804163|
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_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Point Whitmark: Die einäugigen Puppen (Folge 34)

Die Handlung:

Während eines Besuchs auf dem „Jahrmarkt des großen Feuerballs“ kommt es zu einer sonderbaren Begebenheit. Jay, Tom und Derek müssen mitansehen, wie Martin Dupré, der Sohn ihrer Französischlehrerin, verschleppt wird.

Darüber hinaus entdecken sie in der Werkstatt des Stanislav Lodz die schaurigen Nachbildungen lebender Kinder. Die weiteren Ungeheuerlichkeiten, die der unheimliche Puppenmacher dort verbirgt, verschlagen den Jungen den Atem. Als schließlich die Dämmerung hereinbricht … erfüllt sich der Fluch der einäugigen Puppen.
(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Beginn auf dem „Jahrmarkt des großen Feuerballs“, auf dem diese Folge spielt, ist ein wenig hektisch und das ständige Baby-Gequengel und -Gebrüll im Hintergrund tut nicht wirklich etwas zur Beruhigung bei, sondern wird recht schnell zum Running-Nerv-Gag der Folge. Frida Bänsch hat hierfür einen eigenen Eintrag in der Sprecher-Liste bekommen und stammt nicht aus den Archiven des Verlags. Mich persönlich haben die „Baby-Effekte“ recht schnell extrem genervt.

Dass Martin Dupré zwischendurch verschwindet, fällt dem Hörer dabei gar nicht wirklich auf … den Jungs vom Sender, der heißt wie die Stadt, schon. Und dass es in dieser Folge eigentlich um ein Geheimnis geht, das mit Portrait-Puppen lebender Kinder zu tun hat, wird so schnell erwähnt, dass es für manchen Hörer, der es sich noch nicht richtig bequem gemacht hat, fast zu fix geht.

Generell ist dies eine sehr hektische Folge, bei der man rasch den Überblick verlieren kann, wenn man nebenbei noch Auto fahren muss oder kuschlig im Bett grad mal eben an anderes denkt. Der Handlungsfaden mit dem Baby war nicht wirklich zwingend notwendig, sorgt aber für den eigentlichen Spaß der Folge und die gesamte Hintergrundgeschichte mit den Puppen fühlte sich irgendwie sehr konstruiert an. Die Ermittlungen verlaufen chaotisch und ständig brüllt die gute Frida im Hintergrund.

Und wer am Ende nicht mitbekommen hat, wie der Fall mit dem vermissten Martin und den Puppenaugen denn nun eigentlich aufgeklärt wurde, der kann sich die Folge ja noch mal in Ruhe anhören und geistig das Baby ausblenden.

Positiv fallen in dieser Folge allerdings die Sprüche der Jungs auf. Von denen gibts ja immer mal ein paar, aber diesmal sinds einige mehr geworden. Nicht zuletzt, weil einer der Jungs die komplette Folge lang mit Baby Becky beschäftigt ist.

Die Aussprache des Namens „Martin Duprés“ ist inkonsequent diskussionswürdig, sowohl von den Handelnden als auch vom Sprecher. Der Nachname wird von den Akteuren französisch ausgesprochen, den Vornamen aber sprechen alle im Wechsel deutsch oder auch mal englisch aus. Ansonsten machen alle Sprecher und Sprecherinnen einen prima Job, auch die Effektschmiede sorgt für eine sehr lebendig klingende Jahrmarkt-Folge und die gute Frida Bänsch wird sich in ein paar Jahren auch mal wissentlich über ihren ersten Einsatz als Hörspielsprecherin freuen können.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler: Jürg Löw
Jay Lawrence: Sven Plate
Tom Cole: Kim Hasper
Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss
Comtesse de Malivert: Liane Rudolph
Gavinot: Olaf Baden
Julie de Malivert: Carlotta
Monsieur Clement: Oliver Beerhenke
Martin Dupré: Kevin Semrau
Stanislav Lodz: Thomas Petruo
Victoria Thornton: Sonja Spuhl
Alan Williams: Christian Zeiger
Becky Thornton: Frida Bänsch
Madame Bonifah: Frau Rentsch
Mr Jacobi: Ulrich Voß
Peachy-Lynn: Kathrin Janke
Mrs Dupré: Ghadha al-Akel

Technik-Credits:

Regie, Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg, Markus Segschneider und Manuel Rösler
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration & Cover Design: Ingo Masjoshusmann
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Produziert von Volker Sassenberg

Die Ausstattung:

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Bildergalerie der bislang erschienen Folgen, inklusive der kommenden Folge „Verirrt im Spinnenwald“. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Eine hektische Folge mit Baby-Gebrüll, bei der man höllisch aufpassen muss, damit man nicht verwirrt zurückbleibt. Wer aufmerksam und unabgelenkt zuhört, der erlebt hier aber auch ein Menge witzige Wortspiele der Jungs.

1 Audio-CD
Spieldauer: 62 Minuten
Tracks: 10
EAN: 88697969502
Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren
www.point-whitmark.de

Perry Rhodan – Spur des Molkex (Silber Edition 79, Teil 3 von 4)

_|Spur des Molkex|:_

Teil 1: 363 MB, 4:17 h, 54 Tracks
Teil 2: 315 MB, 3:41 h, 43 Tracks
Teil 3: _372 MB, 4:24 h, 51 Tracks_
Teil 4: – erscheint am 03.01.2012 –

_Die Handlung:_

Man schreibt den Mai des Jahres 3460. Die Milchstraße ist von den technisch überlegenen Laren und ihren Helfershelfern, den Überschweren, unterjocht. Die wenigen Menschen, die den Invasoren entkommen konnten, haben sich in den Schutz einer Dunkelwolke geflüchtet. Da verfällt Leticron, der Führer der Überschweren, auf einen teuflischen Plan: Er bringt das Bewusstsein eines Mutanten in seine Gewalt. Es soll ihm den Weg zum letzten Versteck der Menschheit weisen … Erde und Mond sind derweil verschollen. Der Sprung durch den Hyperraum, der die Heimat der Menschheit in die Sicherheit der Dunkelwolke hatte bringen sollen, endete im unendlich weit entfernten Mahlstrom der Sterne. Aber die Zuflucht im Mahlstrom erweist sich bald als brüchig. Seine Herrscher, das Insektenvolk der Ploohns, fassen die Neuankömmlinge als Bedrohung auf – und ihre Königin schickt eine gewaltige Flotte aus, um die Erde und ihren Trabanten in einen Glutball zu verwandeln …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 79|)

|Dieser Teil|:

Nachdem Gucky und sein Team etwas von dem raumschiffüberspannenden Netz erbeuten konnten, greifen auch schon die Ploohns unter der Führung ihrer Königin Jaymadahr Conzentryn an. Und die Schlacht scheint für Perry Rhodan nicht gut auszugehen, denn sie ist taktisch versiert und mit ihren Raumern in der Überzahl …

_Mein Eindruck:_

Auch diesmal wird nicht gekleckert. In diesem Teil steht die Raumschlacht gegen die Ploohns im Mittelpunkt. Erst aber gibts noch eine Moralpredigt vom Autor dieses |Silber Editons|-Häppchens, während Gucky und sein Team noch auf dem Planeten der „Kängurus“ sind.

Dann aber gehen die Autoren wieder in die Tausende, wenn die Ploohn-Königin Jaymadahr Conzentryn mit 30.000 Schiffen aufbricht, um sich Perry Rhodan und seine 20.000 Raumer vorzunehmen. Die hier entstehende Raumschlacht ist ein Leckerbissen für Military-Science-Fiction-Liebhaber, auch und gerade weil die Schlacht immer im Wechsel aus der Sicht der Königin und der von Perry Rhodan aus geschildert wird. Rhodan erkennt einen mindestens ebenbürtigen Gegner, den er lieber auf seiner Seite wüsste, als gegen ihn antreten zu müssen. Die insektoide Königin selbst gibt sich arrogant … weil sies ist und auch sein kann.

Dann hatte der Autor wohl ein Einsehen mit Perry und lässt einen riesigen Haufen seiner Raumer transitieren … ungewollt, per Zufall, weil sie zu dicht an einen Schlund geraten sind, von dem sie nicht wussten, dass es ihn gibt. Die Schiffe landen genau da, wo die Ploohns herkamen. Und schon wendet sich das Blatt und es wird wieder spannend, statt aussichtslos, denn die Ploohns scheinen einen Planeten des Systems ganz besonders beschützen zu wollen und den wollen sich die Terraner einmal besonders anschauen.

Und nachdem Tschubai mit seinem Team gelandet ist, entdeckt er … am Ende des dritten Teils der |Silber Edition| … die titelgebende Spur des Molkex … und das Team wird gefangen genommen. Just in dem Moment ist auch schon wieder Schluss mit diesem Teil der |Silber Edition|. In drei Wochen wird es dann wohl das finale Aufeinandertreffen mit der Ploohn-Königin geben.

_Das Hör-Erlebnis:_

Andreas Laurenz Maier gibt sich Mühe, jedem Charakter wiedererkennbare Eigenarten zu geben. Witzig hört sich das bei dem extrem verschnupften Greenor Varsk an, vom lispelnden Bugs-Bunny-Gucky ganz abgesehen. Ras Tschubai klingt unnatürlich, irgendwie wie eine Kreuzung aus Helmut Kohl und Wolfgang Pampels Synchronarbeit an Harrison Ford … aber er bestellt keinen Saumagen oder knallt mit der Peitsche. Interessanterweise spricht Maier den Halbcyno Dalaimoc Rorvic manchmal mit exakt der gleichen Stimmvariation, was ab und zu verwirrt, wenn sich die beiden unterhalten.

Rhodans Hauptgegnerin, die aggressive Ploohn-Königin Jaymadahr Conzentryn, klingt stellenweise wie eine originale Hitler-Persiflage (besonders beim Wort „Terraner“), das tun die Ploohns eigentlich immer, wenn sie zu Wort kommen. Aber diese Art der Interpretation passt zum aggressiven Auftreten der großen Insektenwesen.

Ansonsten hält Maier den Hörer gute 4,5 Stunden bei Laune und vermittelt alle Gefühlszustände, die Hektik, Dramatik und die kriegerischen Auseinandersetzungen prima und lebendig.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 693 „In den Höhlen der Ploohns“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Dieser Teil steht ganz im Zeichen einer großen Raumschlacht mit unglaublich vielen Schiffen, gegen einen mehr als ebenbürtigen Gegner (oder besser: eine Gegnerin). Military-SciFi-Fans werden ganz besonders Spaß haben an diesem Teil der |Silber Edition 79|.

|MP3-Download mit ca. 372 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:24 h
Anzahl der Tracks: 51
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943393163|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 79| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 03. Januar 2012 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Moira Young – Die Entführung (Dustlands 1)

Dustlands:

Band 1: „Die Entführung“
Band 2: „Der Herzstein“
Band 3: „Der Blutmond“

Die Handlung:

Die 18-jährige Saba lebt sehr abgeschieden mit ihrem Vater, ihrem Zwillingsbruder Lugh und ihrer kleinen Schwester Emmi am Silverlake – bis eines Tages vier bewaffnete Reiter ihren Bruder entführen. Saba schwört, Lugh zu finden und zu befreien. Auf ihrem abenteuerlichen Weg lernt sie die Welt jenseits des Silverlake kennen: Ein Land, in dem es keine Zivilisation mehr gibt, keine Bücher mehr, keine normalen Verkehrsmittel. Es wird von einem durchgedrehten König beherrscht, der die Bevölkerung mit einer Droge und mit seinen Soldaten, den Tonton, in Schach hält. In Hopetown muss Saba in der Arena kämpfen, aber sie trifft dort auch auf einen Mann, der sie liebt, und findet Freunde, die ihr bei ihrer Suche helfen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dystopien sind spätestens seit den „Hunger Games“ auch im Jugendbuchsektor ein beliebtes Thema, das sich erfolgreich bearbeiten und verkaufen lässt. Und auch „Blood Red Road“, wie das Buch im Original heißt, ist bereits lange vor dem Erscheinen von Ridley Scotts Produktionsfirma eingekauft worden und soll 2014 in die Kinos kommen. Und auch wenn „Die Entführung“ in Deutschland nicht als Jugendbuch beworben wird, so ist es eins, das aber natürlich auch von Jugendbuch-Fans jeglichen Alters gelesen werden kann.

Was ist es also, das die Leser (und Hörer) so an diesen düsteren Zukunftsvisionen reizt? Vielleicht, dass sie die Menschlichkeit und Unmenschlichkeit ihrer Charaktere besser zeigen, weil nichts Glänzendes von ihnen ablenken kann. Meist gehts ums nackte Überleben und da wird der wahre Charakter der Figuren offengelegt.

Auch die Prämisse dieser Geschichte ist recht simpel: Die Protagonistin ist ein 18-jähriges Mädchen (Saba), das sich aufmacht, um ihren entführten Zwillingsbruder (Lugh) zu finden und zu befreien. Das wars schon. Der Rest ist eine emotionale Abenteuerreise, Action und ein Love-Interest namens Jack, der in derartigen Storys nie fehlen darf. Erzählt wird alles aus Sicht von Saba, die nachvollziehbarerweise nicht in dem Slang spricht, in dem der originale Roman geschrieben ist. Dennoch sind auch in der deutschen Übersetzung viele „e“ am Ende von Verben abgeschnitten worden, wenn Saba erzählt, um in die gleiche sprachliche Richtung zu gehen: ich „tret“, „stampf“, „renn“. Allerdings nervte mich das irgendwann.

Und je mehr man hört, desto besser kann man sich die Geschichte auf der großen Leinwand vorstellen. Die Entführung am Anfang, die brutalen Käfig-Kämpfe, die Saba zum „Todesengel“ machen, das ganze Dystopie-Setting der Welt und die harte aber herzliche Beziehung zwischen Saba und ihrer kleinen Schwester Emmi, die mit ihren neun Jahren schon sehr taff sein muss, um über die Runden zu kommen. Ganz abgesehen von Jack, von dem sich Saba nicht von ihrem Vorhaben ablenken lässt, der aber irgendwo gut zu ihr passt und für einen guten Schuss an Zwischenmenschlichkeit sorgt.

Die Spannung steigt allmählich an, je weiter Saba in die Unwirtlichkeit vordringt, je näher sie ihrem Ziel kommt, je mehr sie erlebt … erleben muss … und je mehr sie darüber erfährt, warum ausgerechnet ihr Bruder entführt wurde und was der irre König damit zu tun hat, der alles und alle unter seiner Kontrolle zu haben scheint.

Obwohl dies der erste Teil einer Reihe ist, kann „Die Entführung“ durchaus als eigenständiger Titel durchgehen. Dennoch werden sich viele nach dem Hören schon auf die nächsten Abenteuer von Saba freuen, die eine wirklich prima Heldin ist … zielstrebig und hart, wenn sie es sein muss, aber auch mit Gefühlen, Macken und Fehlern, was sie sympathisch macht und nicht zum Übermenschen.

Mein Hörerlebnis:

Noch bevor der Hörer sich in die Dystopie seiner Wahl stürzt, fällt ihm die ungewöhnlich hohe Anzahl an Tracks auf den CDs auf. Zwischen 19 und 28 Zwischenstopps bieten die Silberlinge. Das findet sogar im Bookletchen Erwähnung, weil es extrem hörerfreundlich ist und einen Wiedereinstieg in die Geschichte vereinfacht.

Wenn Laura Maire dann ansetzt, um aus Sicht von Saba ihre Lebensumstände und die Beziehungen zu ihren Eltern und vor allem zu ihren Geschwistern zu schildern, dann ist der Hörer direkt gefangen in ihrer Welt. Maire schafft es schnell, den Hörer davon zu überzeugen, dass hier ein 18-jähriges Mädchen ihre Erlebnisse schildert und nicht eine Sprecherin in einem Studio ein Manuskript vorliest. Und wenn sie die Entführung ihres Bruders mit vollem Einsatz vor dem Mikro schildert … brüllt … dann hat sie auch den letzten skeptischen Hörer in ihren Bann gezogen.

Jeder Charakter bekommt von ihr eine sprachliche Eigenart, einen besonderen Unterton, der ihn von den anderen unterscheidet. Laura Maire bietet durch ihren emotionalen Einsatz ein dystopisches Kopfkino, das so voller Leben ist, dass man es nicht nur sieht, sondern auch riecht und schmeckt. Jedes Gefühl, jede Konfrontation, jede Stimmung wird von ihr perfekt ins Ohr des Hörers gebracht. Ob Mann oder Frau, ob Kind oder Heranwachsender, ob gut oder böse, alle wirken authentisch und lebendig.

Die Ausstattung:

Die silbernen und mit einem „Dustlands“-Schriftzug bedrucken CDs stecken in einem Klapp-Jewel-Case. In einem Booklet-Faltblatt finden wir ein großes Bild der Autorin und Infos zu ihr und der Sprecherin. Zusätzlich gibts noch die Laufzeitangaben der enthaltenen CDs und die Technik-Credits. Auf der Rückseite des Jewel-Case sehen wir dann auch ein Bild der Sprecherin und eine Kurzinfo zur Geschichte.

Die Autorin und die Sprecherin

Moira Young hat als Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin gearbeitet, aber ihre erste Liebe gehörte immer schon den Büchern und dem Schreiben. Die gebürtige Kanadierin lebt heute zusammen mit ihrem Ehemann in Großbritannien. „Dustlands – Die Entführung“ ist ihr erster Roman. (Korrigierte Verlagsinfo)

Laura Maire absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt und wurde bekannt durch ihre Hauptrolle in der Fernsehserie „Verdammt verliebt“. 2011 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Eine Jugend-Dystopie, die nicht auf der Genre-Welle mitschwimmt, sondern allein dastehen kann. Eine Heldin, die sympathisch und natürlich ist und auch knallhart sein kann, wenn sie ihre Ziele verfolgt. Abenteuer mit einem Schuss Jugendromanze und Fantasy in einem düsteren Umfeld … ein spannender Mix, der ein interessantes Kopf-Kino bietet.

Mit Laura Maire als Sprecherin hat der Verlag eine perfekte Wahl getroffen, denn sie zieht den Hörer mit ihrer überragend lebendigen und extrem emotionalen Darbietung vor dem Mikro schnell in die Story und lässt ihn erst nach über sieben Stunden wieder aufgewühlt in seine eigene, hoffentlich heilere, Welt zurück.

Gekürzte Lesung auf 6 Audio-CDs
Spieldauer: 7:13 Std.
Tracks: 137
Originaltitel: Blood Red Road (Dustlands 1)
Gelesen von Laura Maire
Aus dem Englischen von Alice Jakubeit
ISBN: 978-3-86717-829-7
www.randomhouse.de/hoerverlag

Anthony Horowitz – Sherlock Holmes – Das Geheimnis des weißen Bandes

Die Handlung:

Kurz vor seinem Tod schreibt Dr. Watson einen Fall seines berühmten Freundes Sherlock Holmes auf, über den er bislang geschwiegen hat – zu schockierend waren die Geschehnisse, zu weitreichend die Verschwörung und zu mächtig die darin verwickelten Familien.

Der wohlhabende Kunstsammler und Galerist Edward Carstairs fühlt sich von einem mysteriösen Mann mit Schiebermütze verfolgt. Er erkennt in ihm den Anführer und einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Und so wendet er sich hilfesuchend an Sherlock Holmes. Kurz darauf wird der Amerikaner erstochen und ein Straßenjunge, der den Mord beobachtet hat, brutal ermordet. Holmes hat nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk des Jungen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Man mag es aufgrund der Vielzahl an Sherlock-Holmes-Geschichten, die es nach dem Tod seines Erfinders schon gegeben hat, nicht glauben, aber dies ist tatsächlich das erste Holmes-Abenteuer, das von offizieller Seite als Canon abgesegnet wurde. Da Holmes hier bereits verstorben ist und sich der gute Watson bald zu ihm gesellen wird, kann es aber auch gut sein, dass dieses Abenteuer zugleich die letzte offizielle Fortsetzung sein könnte, die „gefunden“ wurde.

Und wenn der Hörer sich von Horowitz‘ Holmes ins viktorianische England entführen lässt, dann merkt er schnell, warum der Autor das Gütesiegel des Doyle-Clans bekommen hat. In erster Linie schreibt er, wie Conan Doyle seinen Holmes geschrieben hat und erst dann fügt er seinen eigenen Stil hinzu. So bekommen wir hier noch mehr Action und Drama geboten, als man es sonst von Holmes-Abenteuern gewohnt ist, auch ist das gesamte Feeling düsterer.

Da Horowitz das offizielle Vertrauen hat, lässt er auch gern ein paar allzu bekannte Namen wie Professor Moriarty, Mrs Wiggins und Holmes‘ Bruder Mycroft für einen Gastauftritt auftauchen, ob sie nun mit der Handlung etwas zu tun haben oder nicht, und lässt für den Hardcore-Fan immer mal ein paar Bezüge zu Doyles Holmes-Fällen hören. Da Watson diesen vorliegenden Fall für 100 Jahre unter Verschluss halten wollte, weil er zu gewaltig war und Holmes gerade ein Jahr tot ist … müsste er rein rechnerisch 1910 verstorben sein (denn 2011 erschien die Romanvorlage dieses Hörbuchs). Dann allerdings hätte er „Seine Abschiedsvorstellung“ 1914 nicht geben können, denn in diesem Jahr spielt diese Story und auch der Hinweis am Anfang mit den „Zeiten des Krieges“ würde nicht passen, was Watson ins Jahr 1914+ versetzt hätte. Canon also ok … Recherche … diskussionswürdig. Es sei denn, die 100 Jahre wären nicht eingehalten worden und das gesellschaftserschütternde Manuskript wäre schon früher an die Öffentlichkeit gelangt.

Es geht los, wie viele Fälle von Sherlock Holmes starten. Es kommt ein Klient und erzählt aufgebracht seine Geschichte, die oftmals viel komplizierter aufgelöst wird, als man es vermuten könnte. Hier fängt alles mit einem Kunstraub in Amerika an, dessen Aus- und Nachwirkungen sich bis nach England ziehen und dessen Fall mit zunehmender Ermittlungsarbeit immer seltsamer wird. Irgendwann fällt der Begriff „House of Silk“ (der keine deutsche Übersetzung erfahren hat), wobei es sich um eine Geheimgesellschaft handeln könnte und plötzlich steht der drogensüchtige Holmes selbst im Mittelpunkt der Ermittlungen … was nicht zuletzt der Verdienst des „House of Silk“ sein dürfte. Und dadurch gibts dann zwangsweise auch ein Watson-Solo, in dem der Erzähler der Geschichte selbst ermitteln muss.

Der Spannungsbogen beim „Geheimnis des weißen Bandes“ nimmt sich anfangs Zeit, um sich nach oben zu biegen. So wird dem Hörer aber auch Zeit gegeben, sich in dem Setting wohlzufühlen, bevor er anfängt, über den Fall nachzugrübeln. Mit jedem Kapitel aber wird es spannender und aufregender. Dramatik und Verbrechen halten Holmes und Watson im Griff und den Hörer bei der Stange, der irgendwann nicht mehr abschalten möchte, weil es keine Durchhänger in der Handlung gibt.

Auch das Ende und die große Auflösung hätte Doyle wohl selbst nicht so geschrieben … aber … Doyle hat diese Geschichte ja auch nicht geschrieben und so hat Horowitz am Ende doch noch seinen eigenen Holmes geschaffen … mit offizieller Absegnung.

Und es wäre keine Sherlock-Holmes-Geschichte, wenn mit der großen Auflösung nicht bis ganz zum Schluss gewartet werden würde. Auch wenn der aufmerksame Hörer sich das eine oder andere schon zusammengereimt hat, so gibts im Laufe der Geschichte dennoch Drehungen und Wendungen, die zu überraschen wissen.

Das Hörerlebnis:

Johannes Steck gibt einen tollen Watson. Vom ersten Augenblick an nimmt er den Hörer gefangen und bringt die Trauer des Holmes-Freundes perfekt ins Ohr. Und wenn er dann anfängt, vom eigentlichen Fall zu berichten, dann blüht er hörbar auf und der Hörer freut sich lächelnd auf das, was die beiden damals erlebt haben.

Steck schafft es allein durch die Veränderung der Sprechgeschwindigkeit, leichter Modulation der Stimme und manches Mal durch Lautstärkeveränderungen, die Charaktere für den Hörer unterscheidbar zu machen und in Sekundenbruchteilen sofort Dramatik und Spannung aufzubauen. Holmes klingt immer so, als wäre er Herr der Lage, was zweifellos auch immer der Wahrheit entspricht und Watson ist immer ein wenig hektisch und aufgeregt.

Steck braucht seine Stimme nicht albern zu verstellen, auch wenn er Frauen spricht, um die Stimmung, das Erlebte und die Gefühle der einzelnen Personen nachfühlbar zu transportieren. Johannes Steck weiß mit seiner Stimme umzugehen und sie zielsicher einzusetzen. Hier ist ein Profi am Werk, der seine Hörer die Romanvorlage authentisch erleben und die Spannung mitfühlen lässt.

Die Aussprache des Namens des allseits bekannten, beliebten und von Holmes nicht für voll genommenen Inspector Lestrades hingegen, gefällt mir gar nicht. Allgemein wird er nicht „Le-strait“, sondern „Le-strard“ ausgesprochen, was den Reim „Lestrade vom Yard“ ermöglicht, zumal Lestrade französische Wurzeln haben soll. Dieser Aussprache schließt sich auch die 60-teilige Hörspielserie SHERLOCK HOLMES an.

Der Autor:

Anthony Horowitz, geboren 1956 in Stanmore / Middlesex in England, arbeitete bereits für Theater, Film und Fernsehen, als er in England mit den „Diamond-Detektiven“ seinen Durchbruch als Romanautor erlebt. Seit der Erfindung von „Alex Rider“ ist er zum Kultautor avanciert. (Verlagsinfo)

Der Sprecher:

Johannes Steck, 1966 in Würzburg geboren, absolvierte eine Ausbildung an der Schauspielschule Wien. Nach Engagements an staatlichen Theatern folgten zahlreiche Auftritte im TV wie zum Beispiel eine Hauptrolle in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“. Als Sprecher und Produzent von Hörbüchern hat Johannes Steck sich deutschlandweit einen Namen gemacht. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von München. (Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Die zwei schwarz bedruckten und die zwei weiß bedruckten CDs bieten den gleichen geschwungenen und stilvoll weißen Schriftzug des Titels wie das Jewel-Case, in dem sie stecken. Das Booklet bietet nicht nur die Spielzeitangaben der einzelnen CDs, sondern auch eine Aufstellung darüber, welche Tracks zu welchem Kapitel gehören. Damit die Hörer nicht den Überblick über die vielen Charaktere verlieren, finden wir auf zwei weiteren Seiten eine Aufstellung der Personen und was sie so treiben. Dann gibts noch Fotos des Autors und des Sprechers zu sehen, nebst Infos zu ihnen, die Technik-Credits und Eigenwerbung zu weiteren Produktionen des Verlags. Auf der Rückseite der Box finden wir noch mal ein Foto des Sprechers und Infos zur Geschichte.

Mein Fazit:

„Einmal Sherlock Holmes mit alles, bitte!“ … Horowitz lässt das bekannte Gespann Holmes & Watson von einer Wendung zur nächsten hetzen. Holmes-Hardcorefans werden hier und da chronologische Ungereimten in Verbindung zu Doyles Fällen finden, wer nur ein wenig Sherlock-Holmes-Vorwissen hat oder ihn nur in Form von Downey Jr. aus dem Kino kennt, auch für den ist diese Story interessant, abwechslungsreich und spannend.

Alles lebendig, spannend und fesselnd vorgertragen von einem Sprecher, der weiß, wie man einen Hörer in die Story hineinzieht. Ich würde mich freuen, wenn Horowitz noch einmal nachlegen und das Werk dann wieder von Johannes Steck gelesen würde.

4 Audio-CDs
Spieldauer: 5:09 Std.
Tracks: 67
Originaltitel: The House of Silk
Gelesen von Johannes Steck
ISBN: 978-3-8337-2868-6
www.jumboverlag.de

Alexander-Burgh, Eberhard – Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen (Hörspiel) (Folge 4)

„Manche Leute sagen: ‚Es gibt Gespenster‘, manche Leute sagen:‘ Es gibt keine Gespenster‘. Ich aber sage: HUI BUH ist ein Gespenst!“ So beginnt jedes Hörspiel der klassischen Serie und der Auftakt zum einleitenden Dialog zwischen Erzähler und dem Schlossgespenst, in welchem jedes Mal auf Neue erklärt wird, wie aus dem fidelen Ritter Balduin dereinst vor vierhundert Jahren „HUI BUH – Das Gespenst mit der rostigen Rasselkette“ wurde und was seither alles so auf Schloss Burgeck geschah. Schöpfer Eberhard Alexander-Burgh, seines Zeichens Hörspielautor, konnte Anfang der Siebziger kaum ahnen, dass dieser Figur ein solcher Erfolg beschieden sein wird, sodass nach insgesamt 23 Folgen der Originalserie mit dem unvergesslichen Hans Clarin als hibbeliges und krakeelendes Gespenst inzwischen „HUI BUHs neue Welt“ das kettenrasselnde Erbe bei |EUROPA| antrat.

_Zur Story_

HUI BUH, das einzige für Schloss Burgeck behördlich zugelassene Gespenst erscheint allnächtlich zur Geisterstunde und spukt. Das ist an sich noch nichts Ungewöhnliches, schon eher aber, dass damit Geld verdient wird. Er geistert seit dem Umbau von Burgeck nämlich vor gruselwilligem Publikum, wobei der eine oder andere Gast unwillkommene Spuren hinterlassen hat. Seien es Schmierereien auf seiner vermoderten Holztruhe oder auch Flecken in seinem Buch „Spuken leicht gemacht für Jedermann“. Doch jetzt hat ein Schlosstourist offenbar HUI BUHs allerletzten Kopf mitgehen lassen. Ohne den will der gramvolle Geist an diesem Abend aber partout nicht erscheinen. Alle von Julius, Konstanzia und dem Kastellan gut gemeinten Ersatzmaßnahmen, vom Luftballon über einen Kürbis bis hin zu einem Gipskopf der Deckenverzierung, enden im Fiasko und mit Häme für das immer verzweifeltere Schlossgespenst. Um dem Spott- und Hohngelächter zu entfliehen, springt HUI BUH – buchstäblich kopflos – in den Burgbrunnen.

_Eindrücke_

Andreas von der Meden ist von jetzt an als Kastellan gebucht und gehört wie Hans Paetsch und Hans Clarin zu den Stammsprechern. Peter Kirchberger ist wieder einmal Gast in der Rolle des „Felix Fix, der flitzende Federhalter vom fidelen Volksblatt“. Er wird später auch gelegentlich die Rolle von Julius dem 111. übernehmen. Ebenso wenig wie der Rest der Gruppe von Schlosstouristen, taucht jedoch Ernst von Klippstein in der Sprecherliste auf, dessen markante Stimme in einigen anderen |EUROPA|-Produktionen, unter der Ägide von Heikedine Körting, zu hören ist. Beispielsweise als der Arkonide Crest in der „Perry Rhodan“-Reihe oder auch bei den „Drei ???“. Noch ein letztes Mal kommen übrigens Wolfgang Kieling und Marianne Kehlau in dieser Folge zum Einsatz und schlagen sich recht wacker, waren – rückblickend betrachtet zurecht – aber nicht erste Wahl bei der Besetzung Julius/Konstanzia. Auch die Figur des HUI BUH selbst hat noch so kleinere Inkonsistenzen aufzuweisen, was aber nicht an Clarins Interpretation, sondern an der Ausgestaltung an sich liegt.

Bemerkenswert an dieser Folge ist zunächst, dass Erzähler und Gespenst im Eröffnungsdialog erst einmal Revue passieren lassen, was in den drei vorangegangenen Folgen so alles geschah – allerdings nicht in der chronologischen Reihenfolge, wie sie in den Hörspielen stattfanden. Entweder ist der Dialogregie dort irgendetwas durcheinander geraten oder die einzelnen Abschnitte waren vom Autor ursprünglich in einer etwas anderen Abfolge geplant. Ein Novum auch, dass erstmals eine einzige thematisch durchgängige Geschichte erzählt wird, die nicht so sehr in mehrere separate Teile gegliedert ist, wie es zuvor stets der Fall gewesen ist. Zwar ist der Absatz mit dem Reporter Felix Fix gewissermaßen auch eigenständig, nimmt aber eindeutig Bezug zu den Vorfällen des titelgebenden Burgbrunnens und setzt somit den passenden Abschlusspunkt unter die Story. Obschon die Folge recht kurz ausfällt, ist sie dennoch amüsant geraten und steckt voller geistreicher Action sowie geradezu typischen Zitaten, an die sich nostalgisch veranlagte Rezensenten auch heute (wieder) gern erinnern (lassen).

_Die Produktion_

Buch und Konzeption: Eberhard Alexander-Burgh
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Beurmann
Regie und Produktion: Heikedine Körting

|Sprecher und Figuren|

Hans Clarin (Hui Buh), Wolfgang Kieling (König Julius der 111.), Marianne Kehlau (Königin Konstanzia), Andreas von der Meden (Kastellan), Hans Paetsch (Erzähler), Peter Kirchberger (Reporter), Ernst von Klippstein u. a. (Schlossbesucher – nicht aufgeführt)

_Fazit_

So langsam verlässt HUI BUH seine Kinderschuhe und auch die Produktion selbst tuts ihm nach: Man wurde bei |EUROPA| immer professioneller, den schrulligen Schlossgeist richtig in Szene zu setzen, der eigentlich als Eintagsfliege geplant war. Natürlich lebt die Serie ganz stark von Hans Clarin als tragikomische Titelfigur, doch auch der Rest drumherum wird immer konstanter, was sich spätestens mit der nächsten Folge auch endlich bei der Besetzung widerspiegelt. „Das Geheimnis im Burgbrunnen“ ist zwar recht kurz geraten, damit aber auch kindgerechter als das was heute manchmal so fabriziert wird, kommt dafür allerdings auch thematisch dementsprechend kurz und knackig zur Sache. Die Folge ist ein gelegentlich unterschätzter Meilenstein auf dem Weg zum weiteren Erfolg der Serie.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 33 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2002
EAN: 74321920262|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Alexander-Burgh, Eberhard – Hui Buh … in neuen Abenteuern (Folge 2) (Hörspiel)

Ursprünglich war HUI BUH nicht als Serie geplant gewesen, doch meistens kommt es ja ganz anders als man denkt. So brach in den frühen Siebzigern mit Folge 2 „HUI BUH, das Schlossgespenst … in neuen Abenteuern“ die Erfolgsstory für Hörspielautor Eberhard Alexander-Burghs wohl bekannteste Figur endgültig an. Der „klassische“ HUI BUH sollte es auf insgesamt 23 Hörspiele bringen, bevor der Faden erst 2008 von der (aktuell laufenden) „HUI BUH – Neue Welt“-Serie wieder aufgenommen wurde, welche hauptsächlich auf dem Kinofilm von 2006 fußt und deutlich moderner daherkommt. Diese Folge hier versetzt den Hörer aber satte 40 Jahre zurück in die Vergangenheit, zu den Wurzeln der bei alt und jung beliebten Serie. Leider sind die klassischen Geschichten (letztes Remastering 2001 – 2006) inzwischen vom – physischen -Tonträgermarkt verschwunden und werden von offizieller Seite nur noch als kostenpflichtiger Download angeboten. Es bleibt aber noch der Gebrauchtmarkt – mit erstaunlich gesalzenen Preisen.

_Zur Story_

Radau in Schloss Burgeck – und es ist nicht der sonst dort herumpolternde Geist. Während König Julius der 111. und seine Gattin Konstanzia in Urlaub sind, wird das alte Gemäuer anlässlich der 500-Jahr-Feier kräftig modernisiert. Zurück blieben lediglich der alte Kastellan und das ahnungslose Gespenst. Dieses fährt des Tages vom Baulärm aufgeschreckt aus seiner vermoderten Holztruhe und will den Bauarbeitern in der Gestalt des „Ritters ohne Furcht und Tadel“ zünftig mit dem Morgenstern die Leviten lesen, stolpert auf der Baustelle doch mal wieder von einem Schlamassel in den nächsten. Zudem will Julius es nicht zur Jahrhundertfeier einladen. Schmollend zieht sich HUI BUH in seinen Fledermausturm zurück und sinnt auf Vergeltung. Als der Burgfrieden später endlich wieder hergestellt ist, taucht Julius‘ Vetter Graf Julius auf und beansprucht Schloss Burgeck. Er ist ausgerechnet auch noch der Bruder der hässlich-grässlichen Gräfin Etepetete, die ihre Begegnung mit dem Schlossgespenst noch nicht vergessen hat (vgl. Folge 1). Ihn zu vergraulen ist für die Schlossbewohner kein leichter Job.

_Eindrücke_

Inzwischen hat Heikedine Körting bereits das Zepter von Konrad Halver übernommen. Produktion und Regie liegen fortan in ihren fähigen Händen – das Vertrauen, dass Andreas E. Beurmann, Ehemann und Mitbegründer des |EUROPA|-Labels, ihr damals entgegenbrachte, hat sich als gerechtfertigt erwiesen. Und das nicht nur was HUI BUH angeht. Heute steht sie mit weit über 2000 produzierten Hörspielen als Europas größte Märchentante sogar im „Guiness Buch der Rekorde“. Zusammen mit Autor Eberhard Alexander-Burgh soll sie hier doch erst einmal einen wichtigen Grundstein zu ihrer Karriere legen. Das gilt auch für die Story selbst, denn jene Folge ist es, wo Burgeck mit Rolltreppe, Fahrstuhl und Drehtür ausgestattet wird, die auch in späteren Geschichten immer mal wiederkehrende, witzige Stilelemente sind. Da verzeiht man gerne, dass Plot und Hauptfigur zuweilen etwas inkonsistent und nicht immer zu 100% schlüssig ausfallen. Dieser Geist ist eben etwas ganz Besonderes.

Noch hat sich die spätere Stammbesetzung nicht eingefunden. Hans Paetsch einmal ausgenommen. Selbst Hans Clarins nicht mehr wegzudenkender Part wurde quasi erst kurz vor Toresschluss ins Hörspiel übergespielt, denn ein anderer Sprecher hatte einstweilen die Rolle des namensgebenden Schlossgespensts übernommen, weiß u.a. Wikipedia zu berichten. Auch bei den anderen Hauptrollen wurden mit ziemlich unbekannten Stimmen versehen. Michael Weckler und Gerda Maria Jürgens kennt heutzutage kaum noch jemand. Helmo Kindermann ebenfalls nicht, wobei grade dieser als Kastellan ein sehr gute, würdevolle Figur macht und schon die richtige Richtung aufzeigt, in welche Andreas von der Meden (Hier noch als einer der Bauarbeiter) ab der nächsten Folge dann bis zum Ende der Serie gehen wird. Er wurde später bekannt als feste Stimme David Hasselhoffs. Bei den Nebenrollen fällt übrigens auch Franz-Joseph Steffens auf, welcher später u. a. als Professor Common bei „Commander Perkins“ (aus gleichem Hause) brilliert.

_Die Produktion_

Buch und Konzeption: Eberhard Alexander-Burgh
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Andreas E. Beurmann
Regie und Produktion: Heikedine Körting

|Sprecher und Figuren|

Hans Clarin (Hui Buh), Michael Weckler (König Julius der 111.), Gerda Maria Jürgens (Königin Konstanzia), Helmo Kindermann (Kastellan), Hans Paetsch (Erzähler), Michael von Rospatt (Graf Julius), Dorothea Carrera (Fürstin Fridolin), Klaus Graf (Doktor), F.-J. Steffens (Bauarbeiter Emil), Andreas von der Meden (Bauarbeiter August) u.a. im Booklet nicht genannte Statisten.

_Fazit_

Ein, mit 41 Minuten, vergleichsweise langes Hörspiel für die Ära. Gefüllt wurde es mit lustigem Inhalt, der sich allerdings nicht zuletzt durch den merklichen Einzelkapitelcharakter noch etwas zergliedert und noch nicht so auf Top-Level, wie die späteren Vertreter der Serie, präsentiert. Dennoch sind auch hier schon eine ganze Reihe markanter Sprüche aus dem Munde HUI BUHs zu hören, während der supporting cast – mit Ausnahme des Kastellans – dagegen etwas blass wirkt. Aber das wird sich stetig bessern, bis sich ab Folge 5 langsam die Stammcrew zusammenfindet. Doch das ist eine andere Baustelle, festzuhalten bleibt, dass grade die allerersten HUI BUH Hörspiele ganz bestimmt ihren Kultstatus verdient haben. Auch dieses.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 41 Minuten
EAN: 743218935329|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

John Sinclair – Die Hexeninsel (Folge 70)

_Die Handlung:_

Jack The Ripper hat gesiegt. Jane Collins scheint für immer verloren zu sein. Während Oberinspektor John Sinclair alles in seiner Macht stehende versucht, um Jane zu befreien, wartet bereits die nächste, tödliche Falle auf den Geisterjäger: Wikka, die Herrin aller Hexen, greift an! Es entbrennt ein Kampf, der völlig aussichtslos für das Sinclair-Team scheint. Ein Kampf, der Johns Leben für immer verändern wird. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Jack the Ripper treibt weiter sein Unwesen, nachdem ihn John in Folge 69 noch nicht stoppen konnte. Dies ist die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 217, der erstmalig im Jahr 1982 erschien.

Jane konnte von John gefangengenommen werden, ist aber immer noch besessen und hat leider auch ihr Kind verloren. Ob und wie sie vom Ripper zu befreien ist, darüber rätseln John Sinclair und seine Getreuen. Und während sie noch grübeln, wird Jane auf einmal von der Oberhexe Wikka entführt, die Jane aufnehmen will, weil sie durch ihre Besessenheit zur Hexe geworden ist. John erfährt ihren Aufenthaltsort und macht sich auf, sie zu retten.

Dieser zweite Teil der Geschichte um Janes Besessenheit und ihre Transformation zur Hexe, denn das wird sie ab jetzt erstmal bleiben, ist abwechslungsreicher als der Erste. Und er geht dem Hörer nicht mehr ganz so unter die Haut, weil er die von den Effektmachern benutzen Gruselsteigerer schon kennt … dennoch … Hut ab, sowohl die Stimmenverzerrung bei Jane als auch die Geräusche, die zur Untermalung der Szenen verwendet werden, erzeugen wieder ein tolles Horror-Kopfkino, das hier eher ein Psycho-Beziehungsdrama ist. Denn wir erleben in dieser Folge das Ende der Beziehung zwischen Jane und John … nichts wird wieder so werden, wie es einmal zwischen ihnen war … und Jane scheint tatsächlich für immer eine Hexe zu bleiben und auch die Seiten gewechselt zu haben.

Warum der Ripper aber auf einmal in den Hintergrund getreten ist und Jane aufgehört hat zu morden, das erschließt sich mir nicht. Sie ist zwar jetzt eine Hexe, aber immer noch vom Ripper besessen, der zwar auch immer noch böse ist, aber irgendwie nicht mehr die Oberhand über Janes Geist zu haben scheint. Und woher Wikka das Ganze wusste … ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall ist dies eine eher traurige Folge, in der Johns stärkste Waffe sein Kreuz ist. Hier wird gezeigt, dass John seine Beziehung zu Jane sehr wichtig ist … war … und er auch nur ein Mensch ist.

Leider kauft man Frank Glaubrecht die Verzweiflung und Traurigkeit am Anfang der Folge überhaupt nicht ab, das klingt zu gekünstelt und nicht echt. Auch Martin May als Suko bringt diese Gefühle nicht glaubhaft ins Ohr des Hörers. Franziska Pigulla hingegen gibt die Wahnsinnige sehr überzeugend und hat hörbar Spaß an ihrer Rolle … endlich muss sie nicht mehr die treue und liebe Jane spielen, sondern kann sich richtig austoben. Man darf auf die nächsten Abenteuer mit ihr als neue Gegnerin gespannt sein. Susanna Bonasewicz als Kara, Johns Verbündete, klingt komplett abgelesen. Vor dem geistigen Auge des Hörers steht eine Frau im Studio, die vor John und uns einen Monolog hält. Das ist wenig packend.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler – Joachim Kerzel
John Sinclair – Frank Glaubrecht
Suko – Martin May
Sir James Powell – Karlheinz Tafe
Jane Collins – Franziska Pigulla
Doc Brenner – Dietmar Wunder
Wikka – Sandra Schwittau
Kara – Susanna Bonasewicz
Peter – Markus Pfeiffer
Hexe – Marion von Stengel
Chuck – Oliver Kalkofe
Grayson – Wolfgang Bahre
Ripper – Jörg Hengstler
sowie Ralf Caspers, Anja Rybiczka, Bereneice Weichert, Tanja Geke und Gerrit Schmidt-Foss

|Technik-Credits:|

Produktion: Alex Stelkens (WortArt), Marc Sieper (Lübbe Audio)
Realisation: Ila Schnier von Wittich
Originalmusik: Christian Hagitte & Simon Bertling (Stil), Florian Göbels
Buch, Schnitt und Regie: Oliver Döring

|Die Ausstattung:|

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Außerdem gibt es noch eine Widmung für Horst Döring, die ich als Nachruf deute.

_Mein Fazit:_

Nicht immer wird alles gut im Horror-Metier und das soll auch so sein. John Sinclair verliert nicht nur eine Verbündete, sondern auch seine Verlobte an die dunklen Mächte. Was als Psycho-Schocker im ersten Teil begann, endet hier in einem eher traurigen Beziehungsdrama, das Johns Leben komplett auf den Kopf stellt und für ihn alles verändert.

|Audio-CD
Spieldauer: 45:56 Min.
Tracks: 10
ISBN-13: 978-3-7857-4494-9|
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_
[„Der Anfang“ 1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“ 2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“ 3564
[„Im Nachtclub der Vampire“ 2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“ 2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“ 2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“ 2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“ 2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“ 2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“ 2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“ 2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“ 2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“ 2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“ 4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“ 4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“ 4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“ 4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“ 4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“ 4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“ 5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“ 5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“ 5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“ 5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“ 3473 (Buch)
[„Im Jenseits verurteilt“ (Folge 57)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6469
[„Sakuro, der Dämon“ (Classics, Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6765
[„Das Erbe des Schwarzen Tods“ (Folge 59)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6768
[„Verlorene Seelen“ (John-Sinclair-Jubiläumsbox)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6846
[„Ich stieß das Tor zur Hölle auf“ (Folge 60)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6888
[„Im Zentrum des Schreckens“ (Folge 61)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6889
[„Bring mir den Kopf von Asmodina“ (Folge 62)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6890
[„Tokatas Todesspur“ (Folge 63)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7004
[„Die Leichenkutsche von London“ (Folge 68)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7370
[„Der Ripper kehrt zurück“ (Folge 69)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7503
[„Die Hexeninsel“ (Folge 70)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7564

Terry Pratchett – Der fünfte Elefant (Lesung)

Terry Pratchett, der seit 2007 offiziell an einer Alzheimer-Erkrankung leidet, hat sich literarisch ein kolossales Denkmal gesetzt. Seine Erzählungen von der Scheibenwelt sind jedem geneigten Leser ein Begriff, wurden vielfach preisgekrönt und in alle möglichen Sprachen übersetzt. Pratchett gilt als Meister kurioser Fantasyparodien, doch sind seine Romane viel mehr als das. Die Scheibenwelt, selbst ein einzigartiges Kuriosum, entspricht in ihren Gesetzen und Dogmen nun mal nicht unserer Welt, und obwohl das Genie Pratchetts die Lachmuskeln des Lesers ständig reizt, sind es bei Weitem keine flachen, konstruierten Witze, sondern der Humor entwickelt sich aus dem Stil und der Sprache, in dem zum Beispiel Wortspielereien wörtlich zu nehmen sind oder Details so wirken, als schreibe Pratchett über seine Grübeleien das erstbeste Wort, das ihm dazu einfällt – und das arbeitet er dann erst recht glaubhaft aus.

Der vorliegende Roman, der in seiner deutschen Erstausgabe auf das Jahr 2000 datiert, wurde bereits in gekürzter Version vertrieben und erscheint nun als MP3-CD ungekürzt und neu gelesen. Das Verfahren „MP3-CD“ ist zu begrüßen, da es verstärkt die Möglichkeit bietet, für akzeptables Geld an eine ungekürzte Lesung zu kommen, abseits der einschlägigen und einschränkenden Downloadseiten.

Der fünfte Elefant ist der Legende nach ein ehemals vorhanden gewesen sein sollender fünfter Träger der Scheibenwelt, der von Groß A’tuin abstürzte, die Welt umkreiste und als brüllender, Fleisch gewordener Meteor in der Region Überwald einschlug. Im Laufe weiterer Zeitalter wurde aus ihm dann ein Rohstoff, den man in dieser reinen Qualität nur in den Bergen von Überwald findet: Die gewaltigen Drücke und die Zeit machten aus ihm Talg.

Darum dreht sich die Geschichte nur beiläufig. Im Zentrum steht die bevorstehende Krönung eines neuen niederen Königs der Zwerge, ein Komplott zur Verhinderung derselben mit dem Ziel, die morporkianischen Zwerge ihrer Zwergheit zu berauben, Intrigen zwischen den mächtigsten Gruppierungen Überwalds wie Werwölfe, Vampire und Zwerge, und mittendrin der Kommandeur der morporkianischen Stadtwache Sir Samuel Mumm, Seine Gnaden und Herzog von Ankh, Diplomat und Vertreter der Stadt zum Anlass der Krönung.

Hieraus wird für den belesenen Scheibenweltkenner schon deutlich, dass die Geschichte vor allem aus der Sicht des Kommandeurs erzählt wird. Erwartungsgemäß hat er mit Diplomatie wenig am Hut, so dass er sich in „Bumms“, der überwaldischen Hauptstadt, schnell neue Freunde macht. Erstaunlicherweise kommt er mit seiner geradlinigen und brummigen Art recht gut in dem Dschungel zurecht, bis er des Mordversuchs am König angeklagt wird, von Werwölfen zu Tode gehetzt werden soll und nebenbei das Verbrechen aufklärt, in dem das Komplott verwickelt ist.

In diesen wenigen zusammenfassenden Worten geht natürlich die ganze Bandbreite der Erzählung unter. So verschweigt uns Pratchett keinesfalls, was in der Zeit von Mumms Abwesenheit bei der Wache in Ankh-Morpork passiert. Nachdem nämlich Hauptmann Karotte und Feldwebel Angua ebenfalls nach Überwald unterwegs sind, wird Feldwebel Colon die zweifelhafte Ehre des Hauptmanns auf Zeit angetragen. Danach versinkt die Wache in Chaos und Anarchie.

Mumm, die eigentliche Hauptfigur, ist der vierschrötige Kerl, der stets im Dienst ist und seinen Gegnern immer einen Schritt voraus, der perfekte Kriminalist. Er hat Tricks auf Lager, die ihm selbst das Überleben unter Werwölfen sichern, außerdem führt er eine gerade Zunge, die ihn bei Ermittlungen schnell zum Wesentlichen bringt. Hier ist Pratchett mal ein richtiger Held untergekommen, anders als der in allen Dingen perfekte Karotte, der in seiner Perfektion auch mal sein eigenes Leben gefährdet. Mumm muss als Ausnahmeprotagonist der Scheibenwelt gelten, denn sonst werden Rätsel oder „Questen“ immer mehr durch Zufall oder den Willen, genau das Gegenteil vom scheinbar Notwendigen tun zu wollen, gelöst. Mumm kann es locker mit den führenden Ermittlern der Literatur aufnehmen.

Jeder einzelne Scheibenweltroman entwickelt ein eigenständiges Eigenleben, selbst wenn er mit vertrauten Charakteren besetzt ist oder auf vertrautem Terrain spielt – und so vermag es Pratchett auch diesmal wieder, sowohl der Hauptstadt Ankh-Morpork, als auch den Zwergen, Werwölfen und Vampiren in ihrem Überwald (eine Anspielung auf Transsylvanien, das eine Wortschöpfung aus „Über“ und „Wald“ ist) neue Facetten zu geben.

Der Sprecher Michael-Che Koch, letztlich bekannt dem entsprechenden Klientel aus den regelmäßigen Lesungen für die „Perry Rhodan“-Serie, gibt der Erzählung den richtigen Charakter. Die Stimmen sind maßgeschneidert und deutlich spezialisiert, so dass sie einen hohen Wiedererkennungswert haben. Einzig Angua, die als Werwölfin ja etwas exotisch ist – obwohl man auf der Scheibenwelt eigentlich jeden als exotisch bezeichnen müsste, und so ist auch Mumm, gerade wegen seiner Qualitäten als Ermittler, dort ein Exot – erhält eine gewöhnungsbedürftige Altstimme, die der Vorstellung der attraktiven jungen Frau, die sie in Menschengestalt ist, widerspricht. Trotzdem liegt hiermit eine überzeugende Leistung Kochs vor und hebt ihn so in die Riege der Leser, die man gern auf Hörbüchern stehen hat. Besonders nett ist seine Intonation des „Sekretärs“ beziehungsweise Assassinen Herrn Schaumlöffel mit seinem affektierten Räuspern.

Insgesamt ist dies eine Geschichte, die rundum gut unterhält, zum Lachen, Schmunzeln, Rätseln und Staunen einlädt und durch die Vertonung keinesfalls verliert. Die komischen Aspekte resultieren auch hier wieder vor allem aus der Realitätsnähe, dem Bezug zu unserer Welt, den Pratchett stets beiläufig integriert. Die Probleme, mit denen sich Mumm und Co. herumärgern müssen, sind uns in angepasster Form durchaus ein Begriff.

Ungekürzte Lesung auf 2 MP3-CDs
Spieldauer: 894 Minuten
Originaltitel: The Fith Elephant
ISBN-13: 978-3837112047

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 2,33 von 5)

Minninger, André (Adaption) / Buchna, Hendrik; Wenderoth, Tim; Menger, Ivar Leon (Autoren) – Die drei ??? und der dreiTag (Special) (Hörspiel)

Die oft gestellte Frage, ob Huhn oder Ei zuerst dagewesen sei, trifft im übertragenen Sinne wohl auch manchmal auf die Hörspieladaptionen der drei Fragezeichen zu. Im Falle des Specials „dreiTag“ fällt die Antwort jedoch ganz eindeutig in Richtung „Ei“ aus. Denn noch bevor der Stammverlag |KOSMOS| mit der Buchfassung im Herbst 2011 endlich die Händlerregale beglückte wie -stückte, rotierte die gleichnamige 3er-CD von |EUROPA| schon fast ein ganzes Jahr lang bei den Fans in den Playern. Kunststück, schließlich wurde dieses „spezialgelagerte Sonder-Projekt“ der Hörspiel affinen Autoren Buchna, Menger („Darkside Park“) und Wenderoth vorrangig als solches konzipiert, sodass in der langjährigen Geschichte der Serie erstmals ein Hörspiel noch vor dem Buch erschien.

_Zur Story_

Ein einziger Tag und drei ganz unterschiedliche Geschichten. Ein Imbiss in „Jill’s Place“ nach einem erfolgreichen Projektorkauf und eine Cola sind die Ausgangslage. Alle Storys sind absolut eigenständig und ihre Reihenfolge somit eigentlich unerheblich. Hinweis auf die „offizielle“ – also vermeintlich „richtige“ – Reihenfolge gibt allerdings das dreiteilige (Triptychon-)Cover, sowie die Nummerierung von |EUROPA| (In der Artikelnummer versteckt: 1/3, 2/3, 3/3) preis. Gekennzeichnet sind die drei Fälle mit „J“ (weiß), „B“ (rot) und „P“ (blau) – was natürlich für Justus, Bob und Peter sowie die ihnen zugeordnete Fragezeichenfarbe steht. Gleichzeitig verdeutlicht es indirekt den jeweiligen Figuren-Schwerpunkt jeder Geschichte: Logik, Recherche und Action.

Beim „Fluch der Sheldon Street“ entpuppt sich der Projektor als Aufbewahrungsort für einen mysteriösen wie unheimlichen Super-8-Film. Dieser führt die drei Detektive 27 Jahre in die Vergangenheit und scheint ein Verbrechen zu dokumentieren, bei welchem ein geisterhaft bleicher Mann mit Augenklappe offenbar eine Frau bedroht. Mrs Sullivan, die Vorbesitzerin des Projektors engagiert die drei Fragezeichen buchstäblich Licht ins Dunkel zu bringen, denn die fragliche Aufnahme stammt wohl eindeutig von ihrem Großvater, einem begeisterten Hobbyfilmer. Das abgelegene Haus, in dem sich die Szene abspielt, befindet sich in einem Waldstück nahe der Sheldon Street. Mrs Sullivan erinnert sich, dass die Familie damals quasi Hals über Kopf von dort wegzog. Als Kind hatte sie nie nach den Gründen gefragt. Als die Jungs vor Ort bei den ehemaligen Nachbarn recherchieren wollen, begegnet ihnen nur eine Mauer aus Schweigen, Angst und sogar Feindseligkeit. Wen oder was fürchten die Anwohner?

„Im Zeichen der Ritter“ geht auch in der Zeit zurück. Wobei diesmal der Projektor eine untergeordnetere, wenn auch wichtige, Rolle spielt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen jedoch geheimnisvolle, rote Graffitis, die in der Stadt derzeit vermehrt auftauchten. Als sie Jungs, im Auftrag des vom Sprayer heimgesuchten Mr Bush, mit ihrer Arbeit beginnen, funkt ihnen ausgerechnet Dick Perry dazwischen. Der ist ebenfalls – von einem anderen Betroffenen – engagiert worden. Sein Klient will den Täter gar als seltsam gekleideten Außerirdischen identifiziert haben. Im Laufe von Bobs Recherche stellt sich allerdings heraus, dass die Symbole einen Geheimcode darstellen – und zwar einen, den der sagenumwobene Orden der Tempelritter verwendete. Und die dortige „Dienstkleidung“ bestand aus einem weißen Habit mit rotem Kreuz. Das passt zur Täterbeschreibung. Doch welcher Zusammenhang besteht zwischen den scheinbar so unterschiedlichen Opfern und dem mittelalterlich gekleideten Schmierfink?

Ein „Fremder Freund“ sorgt für einige Dissonanzen bei den drei Fragezeichen. Peter erleidet grade einen ziemlichen Höhenflug, denn ein überaus attraktives Mädchen hat sich ihm gegenüber als sein glühendster Fan geoutet. Sogar ein Autogramm musste er ihr geben. Zuhause erwartet ihn ein köstlicher Schokoladenkuchen und ein kurioser Brief, was er allerdings beides seiner Mutter zuschreibt. Kurz darauf trifft er bei seiner fast allabendlichen Jogging-Runde um den Mysery Lake auf einen Jungen, der sich ihm als „Peter“ vorstellt. Bei der Namensgleichheit soll es nicht bleiben, auch jener Peter läuft angeblich ebenfalls regelmäßig um den See. Darüber hinaus fährt auch er einen roten MG und scheint überhaupt in vielen Punkten ein netter Gleichgesinnter zu sein – bis hin zum Klamottengeschmack. Was er nicht ahnt, ist, dass er an einen perfide agierenden Stalker geraten ist. Der schrickt sogar nicht davor zurück in die Zentrale einzubrechen und Maskottchen „Blacky“ zu entführen. Seine Forderung: Peter steigt bei den drei ??? aus oder der Mynah stirbt!

_Eindrücke_

Ein Tag, der vollkommen unterschiedlich verlaufen kann – je nachdem welches Detail man verändert. Oder besser gesagt: wie die vorhandenen (und vermutlich untereinander abgesprochenen) Elemente miteinander kombiniert wurden. Das Ergebnis ist jedenfalls ein sehr originelles Special. Dabei schien 2011 ja das Jahr der Spezialveröffentlichungen zu sein, man denke nur an die wiederentdeckten „Top Secret“ Fälle und den 150er Dreier-Jubiläumsband „Geisterbucht“ nicht zu vergessen. Doch der „dreiTag“ ein Jahr zuvor steckt sie immer noch alle in die Tasche. Es lohnt sich die drei Hörspiele mehrfach zu hören und zu durchforsten, um all die kleinen Gemeinsamkeiten mit ihrer teils vollkommen anderen Gewichtung des jeweiligen Autoren zu entdecken. Egal ob der Projektor, der Cameo-Auftritt von Enid Blytons „Fünf Freunde“ oder der „Meadow Fresh“ Eiswagen. Die Geschichten stecken voller Querverweise und Ähnlichkeiten zueinander, sind aber vom Prinzip her absolut autark und könnten auch solo sehr gut bestehen. So macht es natürlich dreimal so viel Spaß.

Ein weiteres – und überaus wichtiges – Mosaiksteinchen zum guten Gelingen dieses Specials liefert selbstverständlich die gewohnt gekonnte Produktion der |EUROPA|-Studios, wo in letzter Zeit alles rundzulaufen scheint. Mehr noch: Die Hamburger riefen und viele kamen – vermutlich auch sehr gern. Neben den üblichen Stamm- wie Gastsprechern der Serie spiegelt sich im Line-Up ein nämlich kleines Who-is-Who der TV- und Synchronsprecherlandschaft wider. Sky Du Mont, Patrick Bach, Dirk Bach, Bastian Pastewka, Jürgen Thormann (gelegentlich Stimme von Sir Ian McKellen), Udo Schenk (u. a. Stimme von Gary Oldman, Ray Liotta sowie Ralph Fiennes), Hansi Jochmann (Bekannt an der Seite von Ottfried „Pfarrer Braun“ Fischer) oder auch Schauspiel-Urgestein Ernst H. Hilbich als Detektiv-Konkurrent Dick Perry („Die drei ??? – Gift per E-Mail“). Zudem noch Maud Ackermann („Fünf Freunde“) und Sascha Draeger („TKKG“) – ebenfalls aus dem Hause |EUROPA|. In kleinen Nebenrollen finden sich sogar zwei der Autoren wieder.

_Die Produktion_

Erzählt von Hendrik Buchna, Tim Wenderoth und Ivar Leon Menger
Nach Motiven von Robert Arthur
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad, Zeiberts
– Song „A brand new Day“ performed by Splendid Mud

|Sprecher und Figuren|

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Karin Lieneweg (Tante Mathilda), Hans Meinhardt (Onkel Titus), Holger Mahlich (Inspector Cotta), Douglas Welbat (Officer Doyle), Bastian Pastewka (Sebastian Dawson), Udo Schenker (Gil Renard), Jürgen Thormann (Matthew Cabbin), Sascha Draeger (Steve), Ernst H. Hilbich (Dick Perry), Maud Ackermann (Georgina), Tobias Meister (Radiosprecher) uva. sowie in Gastrollen: Harry Rowohlt, Dirk Bach, Patrick Bach, Hansi Jochmann, Sky Du Mont, Hendrik Buchna und Tim Wenderoth

_Fazit_

Alle drei Fälle wissen komplett zu überzeugen und man kann nicht sagen, welcher davon nun der Beste wäre, da das natürlich stark vom eigenen Hörempfinden und Geschmack abhängt. Ihre volle Wirkung entwickeln die intelligent arrangierten wie erzählten Geschichten ohnehin aber erst in Kombination miteinander. Darüber hinaus würde man solche originellen Projekte sicher gerne öfter präsentiert bekommen, welche die inzwischen zuweilen fest eingetreten scheinenden Pfade auch mal verlassen. Von der Produktion her gibt es auch nur Positives zu berichten. So ist der „dreiTag“ nicht nur für Hardcore-Fans ein Pflichtkauf – Die Nostalgiker darunter können sich den Drilling nicht nur auf CD/MC, sondern sogar ganz klassisch auf Vinyl gönnen. Ohne zu zögern schnellt daher der Rezensentendaumen in die Höhe und – was selten ist – folgt diesem der Zweite auch noch.

|3 Audio-CDs mit einer Laufzeit von ca. 80 (J), 74 (B) und 74 (P) Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2010
EAN: 886976866624|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 90 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Perry Rhodan – Bezwinger der Zeit (Silber Edition 30)

Die Handlung:

Nach wie vor sind Perry Rhodan und seine Begleiter in der Vergangenheit gestrandet, über 50.000 Jahre von ihrer eigenen Zeit entfernt. Verzweifelt ringen sie um ihre Rückkehr, denn die bedrohte Menschheit in der Gegenwart benötigt dringend ihre Erkenntnisse. Doch dann erhalten die Terraner unerwartete Unterstützung.

Trotz dieser Hilfe gehen die Auseinandersetzungen in der Vergangenheit weiter. Nur wenn Rhodan und seine Begleiter einen der geheimnisvollen Meister der Insel besiegen, schaffen sie den Sprung in ihre Realzeit. Dort spitzt sich der Konflikt zwischen den Galaxien weiter zu: Die Beherrscher Andromedas greifen zu neuen Mitteln, um das Solare Imperium in die Knie zu zwingen.

Perry Rhodan – Bezwinger der Zeit (Silber Edition 30) weiterlesen

Perry Rhodan NEO – Sternenstaub / Utopie Terrania (Folgen 1 + 2)

Die Handlungen:

Episode 1: „Sternenstaub“

Das Jahr 2036: Die Menschheit steckt in der Krise. Überbevölkerung, Klimawandel und Terrorismus lassen die Kriegsgefahr weltweit steigen. In dieser Lage wird der amerikanische Astronaut Perry Rhodan mit drei Kameraden zum Mond geschickt – dort scheint etwas Unheimliches vorzugehen. Mit einer uralten Rakete starten die vier Astronauten, auf dem Mond treffen sie auf Außerirdische.

Diese bezeichnen sich selbst als Arkoniden und halten die Menschen für primitive Wesen, die voller Hass und Kriegslust stecken. Doch Rhodan findet ihre Schwäche heraus – er schlägt den Aliens einen gewagten Handel vor. Sein Ziel ist dabei klar: Mithilfe der märchenhaften Technik der Fremden will er die Menschheit einigen, um damit alle Kriege und Katastrophen für immer zu beseitigen …

Episode 2: „Utopie Terrania“

Das Jahr 2036: Perry Rhodan und die Astronauten der STARDUST sind in der Wüste Gobi gelandet. In ihrer Begleitung ist ein Außerirdischer, der schwerkranke Arkonide Crest. Ihre Lage ist äußerst angespannt – Tausende chinesische Soldaten haben einen Ring aus Panzern und Geschützen um die Position der STARDUST gezogen.

Die Technik der Arkoniden schützt Perry Rhodan und seine Begleiter: Eine Energiekuppel sichert sie gegen den unaufhörlichen, schweren Beschuss der chinesischen Truppen.
Trotz der kritischen Lage verliert Rhodan sein Ziel nicht aus den Augen: den Bau einer freien und unabhängigen Stadt. Zusammen mit arkonidischen Robotern startet er dieses Vorhaben – es ist die Utopie Terrania.
(Verlagsinfos)

Mein Eindruck:

Die Macher der erfolgreichsten SciFi-Dauer-Heftserie haben sich etwas einfallen lassen. Das mussten sie auch, wenn sie neue Käufer gewinnen wollen. Denn, obwohl die Aufforderung „Jetzt einsteigen!“ zu Anfang eines jeden neuen Zyklus der Erstauflage der Romanserie zu hören ist … faktisch ist es für Neuleser schwer bis frustrierend, wirklich neu einzusteigen. Technobabble ohne Ende und ständig das Gefühl, dass jede Menge Vorwissen fehlt, das schreckt ab.

Nun gibt es also NEO und alles soll anders werden. Denn, anstatt einfach den Reset-Button zu drücken und eine Neuauflage der alten Hefte zu veröffentlichen, peppt der Verlag die (den Altlesern) bekannte Geschichte um Perry Rhodan auf. „Best of both worlds“ ist das Vorhaben, mit dem sowohl die Altleser gelockt als auch Neuleser gewonnen werden sollen. Zeitlich um viele Jahre nach vorn und in die greifbare Zukunft versetzt, erlebt Major Rhodan nun seine Abenteuer noch mal, aber doch irgendwie anders. Sprich, der grobe Rahmen der alten Handlung bleibt (vorerst), aber die Autoren erzählen die Geschichten anders, moderner und knackiger. Nicht jede Woche, sondern alle zwei Wochen, aber dafür länger als damals.

Und das fällt dem Altleser auf. Je nachdem wie stur und unflexibel er ist, kommt das gut oder schlecht bei ihm an, sodass einige ihre alten Hefte vom Dachboden geholt haben, um „ihren“ Perry noch mal von vorn zu lesen und andere, das ist wohl der Großteil der NEO-Leser, sich einfach drauf freuen, noch mal von vorn zu beginnen, weil auch sie nicht wirklich wissen, was bei NEO alles neu passieren wird und was aus den alten Geschichten übernommen wurde.

In diesen ersten beiden Storys passiert im Groben genau das, was schon bekannt ist: Rhodan fliegt zum Mond, trifft auf die Arkoniden Thora und Crest, der kranke Crest wird mit zur Erde genommen, die Weltpolitiker flippen aus und wollen Crest für sich und Rhodans energiekuppelgeschütztes Raumschiff in der Wüste Gobi vernichten.

Dennoch merkt man recht schnell, dass die Erzählweise der Geschichten, auch wenn sie den Altgedienten bereits in groben Zügen bekannt ist, frischer daherkommt. Es ist wie beim Unterschied zwischen den Silberbänden und den Heftromanen von damals. Die Silberbände sind von sämtlichem überflüssigem Bla befreit worden und lassen sich wie tolle Abenteuerromane lesen. So ist das bei NEO auch. Ohne große Längen wird die Handlung vorangetrieben und spannend und kurzweilig erzählt.

Und nach diesen beiden NEO-Folgen weiß jeder, woran er bei NEO ist. Es ist nichts wirklich komplett Neues, aber es ist auch nicht bloß eine Nacherzählung der alten Geschichten. Hier entwickelt sich nach und nach etwas Eigenständiges, das das Zeug dazu hat, irgendwann einmal seine eigenen Wege zu gehen und von den Nacherzählungen komplett abzusehen. Hat man doch sicher die bekannten Charaktere rund um Perry nur dazu eingebaut, um die Altleser zu erfreuen.

Musik und Effekte

Jedes Hörbuch beginnt mit einer kleinen neuen NEO-Melodie, sonst sind keine weiteren Effekte oder Musiken zu hören.

Die Sprecher:

Hanno Dinger ist neu im Reigen der Rhodan-Sprecher. Zu hören war er aber schon mal im Perryversum von Eins A Medien. Im Hörspiel Nr. 22, „Der letzte Gonozal“, sprach er einen Springer. Als Sprecher für Hörbücher scheint er mir aber leider nicht wirklich gut geeignet oder er hat einfach zu wenig Erfahrung in diesem Metier.

Einzig seine Stimmfarbe ist angenehm, was er mit seiner Stimme aber anstellt, das ist alles andere als mitreißend. Wörtliche Rede unterscheidet sich bei ihm kaum von beschreibendem Text und auch sein Enthusiasmus und das Schauspiel vor dem Mikro hält sich bei Hanno Dinger extrem in Grenzen. Alles klingt ziemlich langatmig und vorsichtig leise … und leider auch ziemlich unlebendig und abgelesen. Außerdem legt er sehr viele Pausen mitten im Satz ein, die den Hörer manchmal unruhig werden lassen. Ein starker Kaffee und ein ordentlicher Schub Action fehlen seiner Darbietung, dann könnte es etwas werden. Der Erstkontakt mit Dinger aber fällt recht mau aus.

Auch Markus Klauk ist vom Verlag neu gebucht worden und war den Rhodan-Fans bislang noch nicht bekannt. Dass seine Lesung bei gleichem Heftumfang eine halbe Stunde kürzer ist, zeigt schon, dass er fixer ist als sein Kollege noch bei NEO 1. Dennoch macht auch er jede Menge störende Pausen, die den Erzählfluss immer wieder bremsen. Und wenn er keine Pausen macht, dann liest er schnell vor. Das klingt dann leider auch schnell vorgelesen und nicht erzählt. Dafür haucht er seinen Charakteren aber mehr Leben ein als sein Vorgänger und er spielt mehr mit seiner Stimme dabei.

Unterm Strich fallen beide Sprecher im Vergleich zu Perry-Lesungs-Größen wie Josef Tratnik und Tom Jacobs schon ziemlich ab, haben aber genug Potenzial, um diese Lücke aus eigener Kraft bei den nächsten Lesungen zu schließen.

Die MP3s

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch der Name des Autors ist vorhanden, aber der des Sprechers nicht.

Das Cover des jeweiligen Taschenhefts ist auch im ID3-Tag zu finden liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Die Ausstattung:

Die beiden MP3-CDs, die mit den jeweiligen Taschenheft-Cover bedruckt sind, stecken in einer Klappbox.

Fazit:

NEO erfindet Rhodan nicht neu, aber macht ihn wieder interessant und staubt ihn ab. Altbekannte Ansätze werden neu verfolgt und NEO geht seine eigenen Wege. Der Erzählstil ist frischer und zeigt wenig bis keine Längen. Die beiden neuen Sprecher haben in ihrer Performance vor dem Mikro noch einiges an Raum nach oben, um ihre durchaus angenehmen Stimmen so zu beherrschen, dass sie dem Hörer wirklich kurzweilige Spannung bieten können, wie das die meisten ihrer Perry-Lesungs-Kollegen tun.

2 MP3-CDs in Klappbox
NEO 1 – Sternenstaub: 6:02 Std. Spieldauer, 77 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 2 – Utopie Terrania: 5:26 Std. Spieldauer, 83 Tracks, gelesen von Markus Klauk
ISBN-13: 978-3943393002
www.einsamedien.de

Die Reihe „Perry Rhodan NEO“ ist auch als Download-Version erhältlicht.

Perry Rhodan – Stardust 1 (Hefte 2500-2519)

Der Stardust-Zyklus als MP3-Sammelbox:

Stardust 1: Episode 1 – 20 (Hefte 2500 – 2519)
Stardust 2: Episode 21 – 40 (Hefte 2520 – 2539)

Die Handlung:

Man schreibt das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht in der Galaxis weitestgehend Frieden.
Die Liga Freier Terraner, in der Perry Rhodan das Amt eines Terranischen Residenten trägt, hat sich auf Forschung und Wissenschaft konzentriert. Mithilfe uralter Transmitter will man die riesigen Entfernungen zwischen Sonnensystemen und sogar Galaxien überwinden. Zudem hofft man auf einen Technologietransfer aus bisher unbekannten Bereichen. Dazu dient unter anderem die mysteriöse Raumstation, die zwischen den Ringen des Planeten Saturn schwebt. Die besten terranischen Wissenschaftler und Techniker arbeiten daran, dem Artefakt aus tiefster Vergangenheit seine Geheimnisse zu entlocken.
Doch die Menschen sind nicht die Einzigen, die sich für das Objekt interessieren. Auch die Frequenz-Monarchie richtet ihr Augenmerk auf die Station – und es beginnt ein gefährlicher Konflikt um das PROJEKT SATURN …
(Verlagsinfo für den Zyklus)

Mein Eindruck:

Mit dieser Box bekommt der RHODAN-Fan und der, der es werden möchte, einen Einstieg in den Zyklus „Stardust“ der Erstauflage der Heftserie, der sich von Heft Nr. 2500 bis 2599 erstreckt. In dieser Sammelbox enthalten sind die ungekürzten Lesungen der ersten 20 Abenteuer, geschrieben von zehn verschiedenen Autoren und gelesen von allen Sprechern, die die Erstauflage zu diesem Zeitpunkt hatte.

Neuer Zyklus, neuer Feind, wie es so oft bei PERRY RHODAN ist. Nachdem Rhodans Wissenschaftler eine Art Sternentor gefunden und untersucht haben, zeigt sich auch schon rasch der Zyklus-Gegner: die Frequenz-Monarchie. Wer oder was dahintersteckt, das muss Rhodan erst noch herausfinden. Zeit genug dazu bekommt er vom Zyklus.

Interessant für den Hörer ist vor allem, dass das Sternentor zu einem ganzen Haufen von Stargates gehört, das sich „Polyport-Netz“ nennt. So stehen Abenteuern in unterschiedlichen Galaxien und Kämpfe mit unbekannten Gegnern und neuen Erstkontakten nichts mehr im Weg. Vor allem besteht jetzt auch die Chance, die ins Stardust-System vor dem Gegner des letzten Zyklus, TRAITOR, Geflohenen zu kontakten.

Diese 20 Lesungen bieten dafür mehr als nur einen Einstieg und bringen den Hörer mitten ins Geschehen. Sie nehmen ihn bei der Hand und reisen mit ihm durch das Polyport-Netz. Außerdem erfahren wir mehr über den neuen Gegner und seine Getreuen und auch, wie es den Stardustlern seit ihrer Flucht ergangen ist. Und nachdem sich auch der Hantelraumer JULES VERNE aufmacht, ist erstmal Pause bis zum Februar 2012 … nicht NGZ … sondern unserer Zeitrechnung. Denn dann erscheint die zweite Box mit den nächsten 20 Lesungen des Zyklus.

Die Sprecher:

Renier Baaken, Tom Jacobs, Michael-Che Koch, Volker Wolf, Andreas Laurenz Maier geben sich im Wechsel das RHODAN-Mikro in die Hand. Josef Tratnik, der eigentlich nur für die „Sonderausgaben“ wie Silber Edition und Lemuria zuständig ist, liest als Gastsprecher den extra langen Jubiläums-Roman 2500.

Einige der Sprecher mussten sich erst ein wenig eingewöhnen, aber mit fortlaufender Zeit werden sie lockerer und bereiten dem Hörer viel Spaß. Tom Jacobs ist dabei recht schnell zum Favoriten der meisten Hörer geworden, der sich anschickt, Josef Tratnik als beliebtesten Rhodan-Sprecher den Rang abzulaufen. Auch Renier Baaken bietet viel Einsatz vor dem Mikro und gehört für einige zu den beliebtesten und für andere zu den „gewöhnungsbedürftigsten“ Sprechern der SciFi-Dauerserie … die Geschmäcker sind halt verschieden.

Die MP3s

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch der Name des Autors ist vorhanden, aber der des Sprechers nicht.

Die Ausstattung:

Die MP3-CDs, stecken in beidseitig bedruckten Papphüllen, die mit den Covermotiven der auf den CDs enthaltenen zwei Lesungen bedruckt sind. Die CDs selbst sind mit dem Box-Motiv bedruckt, das dem Heft-Titel 2500 „Projekt Saturn“ entspricht.

Im Bookletfaltblatt finden wir die Technik-Credits und eine Aufstellung der CD-Inhalte. Auf der Rückseite gibts noch einmal den Klappentext, der auch schon auf der Box zu finden war und das Cover der im Februar 2012 erscheinenden zweiten STARDURST-Box. Allerdings ist die Aufschrift auf dem Cover dieselbe wie auf dieser Box und zeigt „Episode 1 – 20“.

Inhalt:

CD1:
2500 – „Projekt Saturn“ – Autor: Frank Borsch – Sprecher: Josef Tratnik – Spielzeit: 6:07 Std.
2501 – „Die Frequenz-Monarchie“ – Autor: Montillon, Christian – Sprecher: Baaken, Renier – Spielzeit: 3:39 Std.

CD2:
2502 – „Im Museumsraumer“ – Autor: Christian Montillon – Sprecher: Tom Jacbos – Spielzeit: 2:54 Std.
2503 – „Die Falle von Dhogar“ – Autor: Andreas Eschbach – Sprecher: Michael-Che Koch – Spielzeit: 3:23 Std.

CD3:
2504 – „Die Hypersenke“ – Autor: Leo Lukas – Sprecher: Volker Wolf – Spielzeit: 3:45 Std.
2505 – „Der Polyport-Markt“ – Autor: Michael Marcus Thurner – Sprecher: Renier Baaken – Spielzeit: 3:31 Std.

CD4:
2506 – „Solo für Mondra Diamond“ – Autor: Michael Marcus Thurner – Sprecher: Tom Jacobs – Spielzeit: 2:55 Std.
2507 – „In der Halbspur-Domäne“ – Autor: Arndt Ellmer – Sprecher: Michael-Che Koch – Spielzeit: 3:18 Std.

CD5:
2508 – „Unternehmen Stardust-System“ – Autor: Uwe Anton – Sprecher: Volker Wolff – Spielzeit: 3:37 Std.
2509 – „Insel im Nebel“ – Autor: Horst Hoffmann – Sprecher: Renier Baaken – Spielzeit: 3:18 Std.

CD6:
2510 – „Die Whistler-Legende“ – Autor: Hubert Haensel – Sprecher: Tom Jacobs – Spielzeit: 3:13 Std.
2511 – „Schatten im Paradies“ – Autor: Hubert Haensel – Sprecher: Michael-Che Koch – Spielzeit: 2:49 Std.

CD7:
2512 – „Die Traitor-Marodeure“ – Autor: Christian Montillon – Sprecher: Renier Baaken – Spielzeit: 3:19 Std.
2513 – „Der verborgene Hos“ – Autor: Christian Montillon – Sprecher: Tom Jacbos – Spielzeit: 3:00 Std.

CD8:
2514 – „Ein Fall für das Galaktikum“ – Autor: Arndt Ellmer – Sprecher: Tom Jacbos – Spielzeit: 2:59 Std.
2515 – „Operation Hathorian“ – Autor: Rainer Castor – Sprecher: Michael-Che Koch – Spielzeit: 3:24 Std.

CD9:
2516 – „Die Tauben von Thirdal“ – Autor: Leo Lukas – Sprecher: Renier Baaken – Spielzeit: 3:36 Std.
2517 – „Die Prototyp-Armee“ – Autor: Arndt Ellmer – Sprecher: Andreas-Laurenz Maier – Spielzeit: 3:00 Std.

CD10:
2518 – „Patrouille der Haluter“ – Autor: Christian Montillon – Sprecher: Michael-Che Koch – Spielzeit: 3:31 Std.
2519 – „Die Sonnen-Justierer“ – Autor: Arndt Ellmer – Sprecher: Tom Jacbos – Spielzeit: 2:43 Std.

Zusätzlich gibts auf den CDs auch immer das Cover als JPG und in einer ZIP-gepackten Datei noch einmal als PDF-Datei sowie ein PDF mit Kommentar und Glossar zu jeder Folge.

Fazit:

Eine schöne Sammlerbox mit aufwendig bedrucktem Inhalt. Ein neuer Zyklus, der einiges verspricht und ein neuer Feind, der verhindern will, dass Perry das Versprechen für die Hörer einlösen kann.

Die 20 Lesungen bieten eine Menge Hörspaß für Fans und Sammler, aber auch einen guten und fundierten Einstieg in den neuen STARDUST-Zyklus für alle Neuankömmlinge.

10 MP3-CDs in Papp-Klappbox
20 Lesungen mit einer Gesamtspieldauer von 67 Std.
ISBN-13: 978-3943013085
www.einsamedien.de

Die Lesungen sind auch als Download erhältlich.

Die drei ??? – High Strung / Unter Hochspannung (Top Secret Edition, Fall 3)

„High Strung“ aus dem Jahre 1991 ist die dritte und letzte Hörspiel-Auskopplung aus der „Top Secret Edition“ des |KOSMOS|-Verlags. Dieser allerletzte, lange verschollene Fall aus der „Crimebusters“-Ära, wie die drei Fragezeichen in ihrem Mutterland zu dieser Zeit hießen, erblickte allerdings nie das Licht der amerikanischen Öffentlichkeit. Die Serie wurde in den USA zuvor eingestellt und es dauerte ganze 20 Jahre bis die von G.H. Stone (bürgerlich: Gayle Lynds) verfasste Story dann übersetzt hierzulande als Buch herauskam – zusammen mit den bis dato ebenfalls unbekannten Fällen „House of Horrors – Haus der Angst“ und „Brainwash – Gefangene Gedanken“. Der Vertonung dieser beiden Fälle hatten sich die |EUROPA|-Studios bereits angenommen. Nun folgt also mit „Unter Hochspannung“ der dritte und somit letzte Special-Streich des Jahres 2011.

_Zur Story_

Die drei ??? – High Strung / Unter Hochspannung (Top Secret Edition, Fall 3) weiterlesen

TKKG – Nachtwanderung mit Schrecken (Folge 175)

Die Handlung:

Endlich Sommerferien! Wie schon vor einigen Jahren fahren TKKG in das Ferienlager an der Nordsee, doch diesmal nicht nur um Strand, Wind und Sonne zu genießen, sondern auch um dem schusseligen Betreuer Rasputin zur Hand zu gehen. Aber Tim, Karl, Klößchen, Gaby und natürlich Oskar wären nicht TKKG, wenn es nicht im Handumdrehen eine Serie von Diebstählen aufzuklären gäbe. Kaum ist der Dieb überführt, ist es auch schon vorbei mit der ausgelassenen Ferienstimmung – während einer Nachtwanderung geschieht das Unfassbare und TKKG sind mitten drin in einem neuen Fall … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Zum 175. Folgenjubiläum gibts vom Verlag eine XL-Folge von TKKG … zwei CDs mit doppelter Abenteuerlänge. Und die Abenteuer sollen sie im gleichen Ferienlager an der Nordsee erleben, in dem sie in Folge 9, „Abenteuer im Ferienlager“, schon einmal waren. Da bekommen Tim und Klößchen am Anfang der Folge gleich noch ein paar Minuten Zeit vom Skript, um über den damaligen Fall und über die Schinkenbrote von Frau Truels zu sinnieren. Und da auch Oskar zu der Zeit schon mittendrin statt nur dabei war (er wurde damals entführt), macht ihn das eigentlich zum ältesten Serienhund ever … die Folge ist nämlich schon gute 30 Jahre alt.

Der aus Folge 9 bekannte Betreuer „Rasputin“, den die Clique an der Nordsee unterstützen soll, ist aber ausgetauscht worden und wird nicht mehr von Wolfgang Völz gesprochen. Aber auch der neue „Rasputin“ kann sich nicht gegen TKKG durchsetzen, um doch endlich Günter genannt zu werden. Oma Truels allerdings wohnt nicht mehr im Ort, sondern lebt in einem Seniorenwohnheim.

Die in der Beschreibung erwähnte Diebesserie wird durch einen schnellen Einfall von Tim und ungefragt wissenschaftliche Kurzmonologe von Karl schnell beendet. Recht schnell und unspektakulär, weil unkompliziert, schnörkellos und gradlinig. Damit ist dann auch schon der Teil der Spieldauer abgearbeitet, der über den normalen Umfang einer TKKG-Folge hinausgeht.

Und dann gehts auch schon auf die Nachtwanderung mit den Ferienlagerkindern, die TKKG selbst leitet, da „Rasputin“ im Dunkeln besser Gruselgeschichten erzählen als sehen kann. Einen Bezug zu dem Schnellfall vom Anfang gibt es aber dennoch. Scheint es anfangs so, als würde es jetzt wenig spannend und genauso seicht weitergehen wie bisher, wirds dann endlich spannend und dramatisch als Karl verschwindet. Die Polizei gibt sich wenig kooperativ und nicht nur TKKG, sondern auch der Hörer wird sauer. Und so haben die vier einen echten Fall, bei dem sie auch recherchieren müssen und nicht sofort auf die Lösung kommen.

Bis die vier Jungdetektive nebst Hund aber wirklich Brauchbares herausfinden, dauert es eine Weile. So wird der Hörer dann auch endlich an die Folge gefesselt und will wissen, wohin Karl denn nun verschwunden ist und vor allem warum.

Und wenn die Folge dann zu Ende ist, dann bleibt leider doch ein leicht fader Beigeschmack einer merklich künstlich gestreckten Folge, deren erster Teil komplett und problemlos hätte gestrichen werden können. Auch die Auflösung ist leider wenig spektakulär, weil zigmal zuvor schon erzählt.

Was lernen wir jetzt daraus? Dass sich der Verlag bei den Jubiläumsfolgen der Kollegen von den „drei Fragezeichen“ wesentlich mehr Mühe bei der Story gibt und diese viel verschachtelter und spannender gehalten sind … und … wie man an der Nordsee auf friesische Art Tee zubereitet und trinkt. Eine Technik, die nicht mal Karl bekannt war!

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler: Wolfgang Kaven
Tim: Sascha Draeger
Karl: Niki Nowotny
Klößchen: Manou Lubowski
Gaby: Rhea Harder
Günther „Rasputin“: Douglas Welbat
Frau Brebeck: Luise Lunow
Glatze: Lutz Mackensy
Dennis: Anton Sprick
Verena: Sophie Lechtenbrink
Matze: Kai Schwind
Elvis: Jeremias Acheampong
Tobias: Nils Noller
Viele Kinder: Klasse 7b
Bärwald: Thomas Fritsch
Kommissar Marihn: Jürgen Thormann
Wachtmeister Olsen: Tim Grobe
Bauer Tönsen: Klaus Dittmann
Kioskbesitzer: Peter Weis
Herr Weikert: Volker Hanisch
Marcel Weikert: Tim Kreuer
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Trackliste:

CD1:

1. Endlich Ferien
2. Fahrt an die Nordsee
3. Ein Dieb geht um!
4. Piratenfest
5. Plausch beim Tee
6. Ein unheimliches Haus
7. Wo ist Karl?

CD2:

8. Spurlos verschwunden
9. Spuren im Gras
10. Geheime Lauschaktion
11. Gaby wird bedroht
12. Entdeckung beim Autohändler
13. Der Milch-Erbe
14. Das Versteck
15. Kampf im Moor
16. Eine freudige Überraschung

Technik-Credits:

Produktion und Regie: Heikedine Körting
Hörspiel: Kai Schwind nach Motiven von Stefan Wolf
Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Cover Illustration: Comicon S.L. – nach Artwork-Vorlagen von Rainer Stolte
Rahmendesign: KB&B
Gestaltung: Atelier Schoedsack

Die Ausstattung:

Die CDs stecken in einem Klapp-Jewel-Case und sind in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet-Faltblatt, das in der gleichen Farbe daherkommt, enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen, die Sprecher und ihre Rollen sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Eine hörbar gestreckte Jubiläumsfolge, die lange braucht, bis sie spannend wird, den Hörer dann aber doch bis zum Ende bei der Stange hält. Schließlich geht es um das Wohl eines TKKG-Mitglieds.

2 Audio-CDs mit 1:34 Std. Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 9 Jahren
EAN: 0886979063723
www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)

Alexander-Burgh, Eberhard – Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)

Als Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004) Anfang der Siebziger mit der Arbeit an seinen HUI-BUH-Hörspielen – zunächst fürs Radio und ab 1969 für die |EUROPA|-Studios – begann, konnte er noch nicht ahnen, dass der Figur dermaßen großer Erfolg beschieden sein wird, dass es die ursprüngliche Serie auf stolze 23 Folgen brachte. Die Neuauflage „Hui Buh – Neue Welt“, welche basierend auf dem Kinofilm von 2006 den Faden moderner weiterspinnt, ist ihr inzwischen auf den Fersen. Just in jenem Jahr war es auch, vermutlich um auf der medialen Welle der Leinwandfassung mit zu schwimmen, dass die allererste Hörspiel-Folge als Sonderedition herausgebracht wurde: als „Königliche Samtbox“.

_Zur Story_

Seit über 400 Jahren geistert HUI BUH, das – einzig behördlich zugelassene – Gespenst von Burgeck durch die Gemäuer des Schlosses. An einem Freitag dem 13. wurde damals aus dem stattlich-fidelen Ritter Balduin das Gespenst mit der rostigen Rasselkette – dazu verdammt in seiner vermoderten Holztruhe hoch oben im Fledermausturm zu wohnen sowie zwischen Zwölf und Eins lautstark zu spuken. Dabei hilft ihm sein Buch „Spuken leicht gemacht für Jedermann“. Auf Burgeck lebt derzeit nur noch der alte Kastellan – was sich allerdings dieser Tage ändern wird: König Julius der 111. schickt sich an sein Erbe anzutreten und in die – zugegeben inzwischen doch etwas marode – Heimstatt seiner Ahnen einzuziehen. Aber ein König mit Sportwagen, dafür aber ohne Purpur, Zepter und Krone?!

Hui Buh ist skeptisch und zudem voller Tatendrang den Eindringling aus Burgeck zu vergraulen. Als „Mumm, der Kopfschmeißer“ pfeffert er seinen Schädel in die Blaubeersuppenschüssel auf der königlichen Tafel. Ausgerechnet daraus jedoch entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen dem König und „seinem“ Schlossgespenst. Egal ob die grässliche Gräfin Etepetete, dreiste Einbrecher oder auch ein spukresistenter Professor: Alle kriegen ihr Fett weg – auch wenn sich der Geist dabei zuweilen etwas tollpatschig anstellt. Die größte Aufgabe jedoch wartet jedoch in Gestalt der lieblichen Prinzessin Konstanzia, dessen Herz Julius erobern möchte. Davor hat das Schicksal aber deren resolute Mutter gesetzt. Dafür muss Hui Buh seinen unlängst verschluderten Geisterschatz wiederfinden. Darin ist nicht nur eine dringend benötigte Königskrone enthalten, sondern auch die mögliche Erlösung von seinem Geisterdasein.

_Eindrücke_

Legendär ist bereits der Eröffnungsdialog („Manche Leute sagen es gibt Gespenster …“), den Erzähler Hans Paetsch und Hans Clarin als vorwitziger Hui Buh führen. Hier in Folge 1 besteht noch etwas mehr Klärungsbedarf, warum und wieso aus Ritter Balduin das Schlossgespenst wurde. Die genaueren Details der Verwünschung erfährt der treue Hörer allerdings erst in späteren Folgen. Die künstlerische Gesamtleitung des Projektes hatte schon damals Prof. Dr. Beurmann. Produktion und Regie oblag in diesem Fall aber noch nicht dessen späterer Frau, Heikedine Körting, sondern Konrad Halver. Der setzt die drei kleinen, amüsanten Episoden, aus welchen diese Folge im Prinzip besteht, aber keinen Deut schlechter um. Im Gegenteil. Für ein Hörspiel von 1969 ist die Produktion bereits sehr fortschrittlich, dank guter Soundeffekte und musikalischer Unterstützung atmosphärisch dicht und bis in die Nebenrollen hinein gut besetzt.

Bei der Sprecherbesetzung ergaben sich im Laufe der Serie einige Änderungen – lediglich die beiden unvergesslichen Hans Clarin und Hans Paetsch bildeten bereits jetzt eine Konstante und sind sicher ganz maßgebliche Faktoren für den großen Erfolg von Hui Buh. Wiewohl einige Sprecher den Part zwischenzeitlich übernahmen, so ist doch Erstbesetzung Claus Wilcke eigentlich DER König Julius schlechthin. Ähnliches gilt für Ingrid Andree, alias Konstanzia. Konrad Mayerhoff als Kastellan wirkt hingegen ein wenig zu kontur- und farblos. Ab Folge 3 übernahm dann auch Andreas von der Meden den Job und verlieh der Figur bis zum Ende der Serie einen würdevollen wie gewichtigeren Auftritt, welcher zum stets herrlich hyperaktiv palavernde Clarin-Gespenst mit passenden Bemerkungen kontrastiert.

Highlight sind natürlich auch immer die teils altdeutsch-anachronistischen Begriffe und Redewendungen, kurzum die markigen Sprüche, welche der tollpatschige Geist auf der Pfanne hat. Eine heute leider fast schon vergessene Syntax, welche eine ganze Generation – zu der auch der Rezensent gehört – sicher nicht unerheblich prägte. Als inzwischen Erwachsener wundert man sich allerdings, eher als damals, dass Eberhard Alexander-Burgh dem umtriebigen Gespenst so manch unlogisch wie widersprüchlich scheinende Eigenschaft mitgegeben hat. Hui Buh kann wie eine ausgewachsene Buffet-Fräse futtern, sich Beulen einfangen und sogar im Burggraben erkälten. Manchmal schwebt er, dann wiederum muss er Laufen. Das macht die Sache aufgrund der Situationskomik witzig, verlangte aber im Prinzip nach plausiblen Erklärungen, warum dies so ist. Nun gut, Kinder als angepeilte Zielgruppe hinterfragen solcherlei Dinge selten.

_Heda! Auf ein Wort! … zur Sonderedition_

Die „Königliche Samtbox“ enthält eine CD in nostalgischer Vinyl-Aufmachung, Poster-Cover und einem Booklet mit bis dato unveröffentlichtem Material. Dabei handelt es sich um die handgeschriebene Kurzgeschichte „Geheimnis im Burgbrunnen“, welche als Folge 4 vertont wurde, mitsamt den originalen Konzeptzeichnungen des Autors. Die CD beinhaltet zudem noch einen mittlerweile fast in Vergessenheit geratenen Song vergangener Tage. Michael Schanze und Hans Clarin setzten darin dem Schlossgespenst ein Sanges-Denkmal – Komponist dieses, heute vielleicht nicht mehr ganz salonfähigen, da doch hart an der Kitschgrenze kratzenden, Stückes war damals niemand anderes als Ralph Siegel. Leider funktioniert die schwarze Spezial-CD offenbar wohl nicht in allen Laufwerken.

_Die Produktion_

Buch und Konzeption: Eberhard Alexander-Burgh
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Beurmann
Regie und Produktion: Konrad Halver

|Sprecher und Figuren|

Hans Clarin (Hui Buh), Claus Wilcke (König Julius der 111.), Ingrid Andree (Prinzessin/Königin Konstanzia), Konrad Mayerhoff (Kastellan), Gräfin Etepetete (Heike Kintzel), Räuber Mausehaken (Michael Poelchau), Räuber Langfinger (Michael Hinz), Professor Schlaumeier (Hellmut Lange), Gisela Trowe (Mutter von Prinzessin Konstanzia), Hans Paetsch (Erzähler)

_Fazit_

Der Auftakt zur erfolgreichen Serie ist immer noch ein liebenswertes, äußerst hörenswertes Hörspiel, dem der Zahn der Zeit seit 1969 wenig bis gar nichts anhaben konnte. Selbst Noch-Nicht-Kenner der klassischen Hui Buh Folgen dürfte sie sofort in ihren Bann ziehen. Bei Interesse muss sich allerdings sputen noch eine Box zu ergattern, denn die ist – wie inzwischen die komplette Serie – bereits länger Out-of-Production und wird daher nur noch selten (neu) als Restbestand angeboten. Anderenfalls bleibt nur der Weg über den Gebrauchtmarkt oder den Shop von |EUROPA|, wo sämtliche Folgen als kostenpflichtige 320 kB-Downloads bereitliegen. Das 2001er Remaster, auf dem auch die Schmuckbox fußt, ist übrigens sauber in ADD abgemischt. Eigentlich ist aber diese Version ein Sammlerstück und zu schade für den wiederholten Hausgebrauch.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 38 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, 1969/2001
EAN: 828768593929|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881
[„Hui Buh, das Schlossgespenst“ – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478