In Rocky Beach taucht plötzlich eine schaurige Gestalt auf: ein geflügeltes Wesen mit leuchtend roten Augen. Können die drei ??? das Geheimnis um den Mottenmann lüften?
(Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Komische und gruselige „Männer“ gabs bei den Fragezeichen ja schon einige. Aus Eisen, ohne Kopf, ohne Augen und in Verkleidung steckten auch schon diverse Antagonisten der Jungs. Wer ist nun diesmal kostümiert unterwegs und welchen Vorteil verspricht er/sie sich denn davon? Und warum haben gefühlt alle immer rot-glühende Augen?
Der Roman zur neuen Hörspieltour – genauso spannend wie das Live-Event mit den Sprechern der berühmten Detektive!
Eine alte Bekannte bittet die drei ??? darum auf ihren Hund aufzupassen. Doch das anfangs harmlose Hunde-Sitting ist nur der Auftakt zu einem mysteriösen Fall, der die drei Detektive an geheimnisvolle Orte und in mehr als brenzlige Situationen bringt. Als ihnen klar wird, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht, ist es zu spät – die drei ??? sind in akuter Lebensgefahr. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
40 Jahre gibts nun schon die ???-Hörspiele. Zum Jubiläum bekommen die Fans zwar nix geschenkt, aber mehr Möglichkeiten, ihr Geld fürs Franchise auszugeben. Wie zum Beispiel eine Live-Tour, die im Oktober 2019 startet. Und wer es bis zu der nicht mehr aushält, der kann sich die Story schon vorab mit dieser Romanausgabe zu Gemüte führen. Die kommt 32 Seiten stärker als die herkömmlichen Fälle daher … die es aber jubiläumstechnisch auch nicht geschenkt gibt, sondern einen Euro Aufpreis kosten. Rein rechnerisch kostet dieses Buch dann sogar einen Cent pro Seite mehr als die anderen Fälle der Reihe … und das ganz ohne versteckte Jubiläumsgeschenke im Buchrücken oder so.
Ein neuer Weihnachtsfall in 24 Kapiteln, mit 24 farbigen Illustrationen.
In einer einsamen Bergpension treibt der unheimliche Krampus sein Unwesen. Trotz unheimlicher Vorfälle und Drohbotschaften beginnen die drei ??? zu ermitteln.
Tag für Tag kommen die drei Detektive der Lösung des Falles immer näher. Schaffen es Justus, Peter und Bob das Rätsel um die Schreckensgestalt innerhalb 24 Tage zu lösen? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Auf vielen Hochglanzseiten wird diese Geschichte erzählt. In 24 Häppchen, denen immer ein Bild vorangestellt ist, das mit jedem weiteren Kapitel ein weiteres Detail dazugemalt bekommt. Und am Ende ists dann das Cover des Romans … mutmaßlich.
In einer Welt voller Mäuse verursacht die Kunde von einer untergegangenen Kultur der Katzen erheblichen Aufruhr. Mehrere Gruppen machen sich auf die Socken, das Geheimnis der im Sandmeer versunkenen Katzenstadt zu ergründen. Der Held Hermux Tantamoq muss mit seinen Gefährten etliche Abenteuer bestehen, die durchaus spannend zu lesen sind. Für Kinder ab 10 Jahren.
_Der Autor_
Michael Hoeye wohnt mit seiner Frau Martha in einem Cottage in Oregon im Nordwesten der USA. „Umgeben von hohen Bäumen und freundlichen Eichhörnchen arbeitet er dort als freier Schriftsteller“, säuselt der Klappentext. Da juchzt das Mutterherz, das dieses Buch kaufen soll.
Hoeyes erstes Buch „Hermux Tantamoq – Im Wettlauf mit der Zeit“ wurde in über 20 Sprachen übersetzt und ist 2002 bei |OMNIBUS| – jetzt |cbj| bei |Random House/Bertelsmann| – erschienen. „Hermux Tantamoq – Das Geheimnis der verbotenen Zeit“ ist der zweite Band einer Trilogie, deren letzter Band „Vorhang auf – die Zeit läuft“ noch in diesem Jahr (2004) erscheinen wird.
Band 1: Im Wettlauf mit der Zeit
Band 2: Das Geheimnis der verbotenen Zeit
Band 3: Vorhang auf – die Zeit läuft (Oktober 2004)
Wie die Lektüre von Band 2 zeigte, ist es nicht erforderlich, auch schon Band 1 zu kennen, um das Buch zu verstehen. Aber der Autor verweist am Anfang einige Male auf das, was in Band 1 an Aufregendem passierte. Es ist also vielleicht befriedigender, die Bände in ihrer Reihenfolge zu lesen.
_Handlung_
In der sonst so ruhigen und gesitteten Mäusestadt Pinchester sind die Gemüter der maßgeblichen Bürger in Wallung geraten. Die Bilder, die die Malerin Mirrin Stentrill im Museum ausstellt, sind einfach, nunja, schockierend! Auf dem schrecklichsten davon ist ein riesiges haariges Monster mit spitzen Zähnen und riesigen Augen zu sehen, das den Betrachter geradezu anspringt, meine Güte! Kein Wunder, dass nationalistisch gesinnte Mäusepatrioten, sozusagen „Herrenmäuse“, solche Bilder verunstalten und die Schließung der Ausstellung verlangen.
All der Aufruhr ficht unseren Helden nicht an. Hermux Tantamoq ist ein friedliebender Uhrmacher, der wie schon sein Vater am liebsten mechanische Wunderwerke herstellt und repariert. Nachdem er seinem Marienkäfer Terfle sein Abendessen gegeben hat, geht Hermux allein zu Bett. Die Damen seines Herzens haben ihm noch nicht ihre Gunst gewährt oder sich anderweitig entschieden.
Da taucht Birch Tentintrotter in Hermux‘ Werkstatt auf. Der alte Professor für Alt-Mäusisch war einst Studienkollege von Hermux‘ Eltern. Man hielt ihn für tot, denn nach einem Skandal an der Pinchester Uni von Hinkum Stepfitchler wanderte Birch aus. Seine Freundin ließ er mit gebrochenem Herzen zurück. Man kann sich Mirrin Stentrills Wiedersehensfreude vorstellen, als Birch wieder auftaucht, heissa!
Und in seinem Gepäck hat Birch ein Zahnrad, eine Karte, einen entschlüsselten uralten Brief – und einen Plan: Er will die sagenumwobene Hauptstadt des versunkenen Katzenreiches suchen, um die Katzenbibliothek zu durchsuchen: Kann es jemals Katzen gegeben haben? Mirrins Gemälde waren doch bloß Phantasien! Oder?
Des Rätsels Lösung liegt sicher nicht bei Hinkum Stepfitchler III, denn der würde Birch, Karte und Plan am liebsten in den Keller seiner Villa verbannen, um ihnen nicht den Ruhm gönnen zu müssen. Also machen sich Hermux und Birch selbst auf die Socken. Sie werden geflogen – von Linka Perflinger, einer couragierten „Abenteurerin, Draufgängerin und Fliegerin“, so steht’s auf ihrer Visitenkarte. Und, wie Hermux findet, hat sie wunderschöne Augen.
Doch dieses Trio ist nicht das einzige Team, das sich auf den Weg zur versunkenen Katzenbibliothek macht. Tucka Mertslin, die unumschränkte (und raffgierige) Herrscherin eines Kosmetikimperiums, will die Riesenstatue des Katzenkönigs haben. Sie hat einen Dampfer gechartert, um über die Flüsse zur Wüste zu gelangen. Ihre Fahrt tarnt sie als Werbetour inklusive Kaberett-Show. Dabei hat auch Linka während eines Zwischenhaltes zwecks Spionage Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen und depperte Werbesprüche von sich zu geben. Tucka plant, demnächst den Heiratsantrag von Hinkum Stepfitchler III anzunehmen.
Kurz vor der Konkurrenz treffen Hermux, Birch und Linka an den Canyons ein, in denen laut Katzenbrief die versunkene Hauptstadt liegen soll. Als sie den Eingang entdeckt haben, erleben sie in der Bibliothek ihr blaues Wunder.
Erst recht dann, als die ruchlose Konkurrenz sie elend darin umkommen lassen will, meine Güte!
_Mein Eindruck_
Der Originaltitel „The sands of time“ ist ganz wörtlich zu nehmen. Schließlich gibt es ja auch Sanduhren. Und genau das findet der Uhrmacher Hermux Tantamoq unglaublich faszinierend. Insbesondere dann, als er herausfindet, dass die gesamte Bibliothek eine riesige Sanduhr darstellt, in der die Mäuse von vor 3000 Jahren eine ganz spezielle Rolle spielten. Geradezu rasend spannend findet er die Entdeckung eines mechanischen Wesens, das vor der Statue des Katzenkönigs einen anmutigen Tanz aufführt.
|Fürs Auge: Bilder und Karten|
Kleine Kinder dürften also ebenso wie große nicht mehr aus dem Staunen herauskommen, wenn sie von den Wundern der Katzenbibliothek erfahren. Und sie können sehr schnell lesen, denn die Kapitel sind wirklich kurz, maximal sieben Seiten. Am Anfang jedes Kapitels lädt ein kleines Piktogramm dazu ein, das Geheimnis zu lüften. Eine Landkarte am Schluss des Buches lädt zum Erkunden ein und gewährt einen groben Überblick über die Geografie der Mäuselande. Ganz besonders gefielen mir die Ratzfatz-Fälle und die Schlappohr-Berge. Ein Personenverzeichnis liefert der deutsche Klappentext im Schutzumschlag (also nicht verlieren!).
|Keine Disney-World|
So mancher erwachsene Leser ist vielleicht an gewisse Mickey-Mouse-Abenteuer in Entenhausen erinnert, die ja oft auch mit Expeditionen zu tun hatten. Doch Hermux Tantamoq in Pinchester hat sehr wenig mit dem Mäuse-Imperium aus Kalifornien zu tun. Vielmehr scheinen er und seine mal mehr, mal weniger braven Mitbürgermäuse direkt einem viktorianischen Nimmerland entstiegen zu sein, das dem von Harry Potter in mancher Hinsicht ähnelt. Allerdings gibt es hier weit und breit keine Magie. (Außer der der Liebe.)
Viktorianisch ist das beschauliche, noch nicht von Autos und Telefonen beschleunigte Leben in Pinchester, wo selbst die Postbotin noch eine strategisch wichtige Rolle in der Gesellschaft zu spielen vermag. Viktorianisch sind die gediegenen Einladungen, die Hermux erhält, und die uralten Uhren in seinem Laden – allesamt mechanisch, versteht sich. (Der Soundtrack dazu wird vom Anfang von Pink Floyds Stück „Time“ geliefert.) Viktorianisch sind die Gelehrsamkeit der Professoren und die soziale Dynamik der Bürgergruppierungen. Die Entrüstung über die Katzen-Bilder Mirrin Stentrills kann man sich heute kaum mehr vorstellen.
|Es gibt keine Evolution, oder?|
Doch das Katzenproblem, das Mirrin anschneidet und dem Birch & Hermux auf den Grund gehen, weist auf das ernste Thema des Buches hin: Es hat nicht immer Mäuse gegeben, und schon gar nicht so freie wie die in Pinchester. Davor gab es eine Katzenhochkultur, während der die grauen Nager keineswegs die „Kröne der Schöpfung“ darstellten. Und was ist in den 3000 Jahren seit dem Untergang der Katzen geschehen? Wohl doch so etwas wie eine Evolution der Mäuse und anderer Nager. Und das widerspricht dem Glauben der Kreationisten (besonders in den USA), die, an das Bibelwort geklammert, die Vorstellung einer Evolution weit von sich weisen.
Daher verwundert es auch nicht, wenn Hermux & Co. in der Katzenbibliothek den Status ihrer Vorväter keineswegs als einer „Krone der Schöpfung“ angemessen empfinden. Es stellt ihr bisheriges Weltbild auf den Kopf und verunsichert sie dementsprechend. Leider kneift der Autor an diesem Punkt. Er verlässt sich lieber (erfolgreich) auf die Wirkung von Spannung, Abenteuer, Action, statt sich der Vertiefung der Folgen dieser Entdeckung zu widmen. Vielleicht kommt das ja im dritten Band.
_Unterm Strich_
Ich habe dieses „Hermux Tantamoq“-Abenteuer mit großem Spaß gelesen. Die Lektüre ist völlig entspannt zu bewältigen, wartet stets mit netten Überraschungen auf und wird zum Finale hin zunehmend spannender. Etliche Seitenhiebe auf menschlich-allzumenschliche Phänomene gibt es zu belächeln, vielleicht sogar zu bedenken: Emporkömmlinge, Nationalisten, Kosmetikimperialistinnen, romantische Liebespaare – und ein Geheimnis in der Wüste, das das Herz jedes Ägyptologen höher schlagen lässt.
Daher habe ich das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Ich kann es Freunden von Tierabenteuern nur wärmstens ans Herz legen. Kleine und große Kinder ab 10 oder 12 Jahren dürften damit keinerlei Schwierigkeiten haben – Mütter seien gewarnt, dass ihre Schützlinge die komplette Trilogie werden haben wollen. Jetzt werd‘ ich noch Band 1 und 3 lesen und euch bald davon berichten.
Ist dieser Jugendroman ein weiterer „Harry Schotter“-Klon? Zum Glück nicht, denn „Bartimäus“ ist weitaus respektloser, tiefgründiger und einfallsreicher als die Rowling-Blockbuster. Dennoch – oder gerade deswegen – wird die anstehende Verfilmung wohl nicht zu umgehen sein.
_Der Autor_
Jonathan Stroud wurde im englischen Bedford geboren. Laut Verlag schreibt er bereits seit seinem siebenten Lebensjahr Geschichten. Während er als Lektor für Kindersachbücher arbeitete, verfasste er seine ersten eigenen Kinderbücher. Nach der Publikation seiner ersten beiden Jugendbücher widmete er sich ganz dem Schreiben. Er wohnt mit seiner Frau Gina, einer Grafikerin und Kinderbuchillustratorin, und der gemeinsamen Tochter Isabelle in St. Albans nördlich von London.
„Das Amulett von Samarkand “ ist der erste Band in der „Bartimäus“-Trilogie.
_Handlung_
Zauberlehrling Nathanael macht das, was alle übermütigen Zauberlehrlinge tun und unter allen Umständen unterlassen sollten: Er hext einen Dämon herbei. Dies ist der 5000 Jahre Bartimäus, der schon bei Ägyptern und Assyrern Unruhe stiftete und in der glorreichen Schlacht von El Arisch das Dämonenheer Pharao Thutmosis III. verstärkte. Doch Bartimäus, so viel muss man über die Hierarchie der Dämonen wissen, ist nur ein Dschinn der 14. Ebene, also nur von mittlerer Stärke. Er kann es keineswegs mit den mächtigen Afrits und Mariden aufnehmen, die mächtigeren Magiern zu Gebote stehen.
Es ist ein Wunder, dass der zwölfjährige Nathanael die Beschwörung überlebt, doch er hat sich gut geschützt. Das Pentagramm, in dem er steht, gehört zum Standard, er ist ja nicht blöd. Für sein Alter ist er schon ganz schön weit in seinen Fähigkeiten. Sein Meister, der Minister Arthur Underwood – alle 300 Minister der Regierung in London sind Magier – unterschätzt ihn jedenfalls beträchtlich. Nathanael hat nicht mal einen offiziellen Magiernamen und muss sich gegenüber Bartimäus hüten, ihm nicht seinen wahren Namen, Nathanael, zu verraten, denn dieses Wissen verliehe dem Dämon Macht über ihn. Merke: In der Magie dreht sich alles um Macht.
Der Dschinn Bartimäus, der uns seine Sicht der Dinge erzählt, erhält einen schwierigen Auftrag: dem Magier-Minister Simon Lovelace das Amulett von Samarkand stehlen und herbringen. Leichter gesagt als getan, seufzt Bartimäus, der uns nun von seinem Versuch erzählt, das Amulett wohlbehalten und lebendig bei seinem Herrn abzuliefern. Schließlich gebietet Lovelace über zwei große Dämonen, ein mächtiges Schutzfeld und Dutzende von Suchkugeln, die nach dem Dieb Ausschau halten. Zu guter Letzt wollen Barti sogar gewöhnliche Menschen das Amulett entreißen, aber er belehrt sie eines Besseren. Nachdem der große Diebstahl gelungen ist, fängt jedoch der Ärger für Nathanael und Bartimäus erst richtig an.
Denn Simon Lovelace will nicht mehr nur stellvertretender Handelsminister sein. Sein Ehrgeiz gilt Höherem: dem Posten des Premierministers. Er lässt diverse magische Objekte von seinen Schergen stehlen, darunter das Amulett, über dessen Eigenschaften Nathanael noch nicht Bescheid weiß. Die ihres magischen Schutzes beraubten Ministerkollegen fallen unerklärlichen Anschlägen zum Opfer. Der schlimmste davon findet allerdings direkt unter Nathanaels Augen statt: Im Londoner Parlament von Westminster lässt der Premierminister gerade eine Regierungserklärung zum Krieg vom Stapel, als ein junger Mann von der Terrasse hereinstürmt und eine Elementenkugel auf den Regierungschef schleudert. Während sich der Obermagier schützen kann, sind viele seiner Begleiter und Gäste nicht so glücklich dran.
Worauf hat sich Nathanael da nur eingelassen? Er wollte eigentlich nur seinem allzu gestrengen Meister Underwood und dem fiesen Lovelace eins auswischen. Nun wächst ihm die Sache allmählich über den Kopf. Schon bald gerät Bartimäus, der sich nach den Eigenschaften des Amuletts erkundigen soll, in Gefangenschaft der Polizei – diese verflixten Afriten!
Nach seiner unverhofften Befreiung lässt sich seine Spur, die direkt zu Nathanaels Heim führt, leicht verfolgen. Simon Lovelace taucht daher schließlich bei Arthur Underwood auf, der aus allen Wolken fällt. Dreimal darf man raten, was Lovelace zurückhaben will. Und was er mit dem Dieb machen wird…
Doch dann ist natürlich noch lange nicht aller Tage Feierabend. Nach einer längeren Durststrecke, auf der Nathanael gar nicht gut aussieht, schlägt das dynamische Duo zurück – und versucht, die Herrschaft von Simon Lovelace, dem Unbarmherzigen, zu verhindern…
_Mein Eindruck_
Mit „Bartimäus 1“ etabliert Jonathan Stroud eine ausgetüftelte Alternativwelt, in der es zwar keine Hogwarts-Zauberschule gibt, aber viel fehlt nicht. Doch diese Welt ist grimmiger, weniger verspielt. Zauberer haben ständig mit Macht und Herrschaft zu tun. Dämonen und sämtliche sonstigen dienstbaren Geister, so glaubt Nathanael zunächst, sind alle hinter ihm her. Kein Wunder, dass er sich verfolgt glaubt, sich übernimmt und nur bei Mrs. Underwood Trost und Verständnis findet.
Dennoch bietet diese Welt jungen Lesern ab 12 Jahren mit Nathanael eine ideale Identifikationsfigur, denn sicherlich wollen auch sie die Welt zu einem besseren Ort machen, als sie selbst vorfinden. Dass das nicht so einfach ist, wie ihre wilden Träume ihnen vorgaukeln, demonstriert ihnen Nathanael anschaulich. Dieser Held muss einiges durchmachen, um schließlich Erfolg haben zu können.
Wofür er am längsten braucht und was am wichtigsten ist: Er kann einen Dämon zum Freund haben. Das stellt alles, was er aus Underwoods Büchern gelernt hat – und von der Welt hat er praktisch nichts gesehen – komplett auf den Kopf. Es widerspricht allen Lehrsätzen und natürlich auch Underwoods Lehren. Die anderen Instruktoren sind relativ unwichtig, lediglich eine Lehrerin, eine „Gewöhnliche“ zumal, vermag ihm etwas über die Welt der normalen Menschen beizubringen. Leider verschwindet sie sofort, sobald Underwood Nathanaels „Verrat“ aufgedeckt hat.
Es geht also um die Paranoia der Macht. Und ihr steht der Triumph gegenüber, den das Vertrauen bringt, das aus der Zusammenarbeit mit Bartimäus erwächst. Quod erat demonstrandum: Die Zaubererkaste und ihre Herrschaft sind menschenfeindlich und dem Untergang geweiht. Doch welche Alternative bieten der Gesellschaft dann individuelle Bündnisse wie zwischen Nathanael und Bartimäus? Wir wissen es noch nicht, werden es aber hoffentlich bald erfahren.
Neben jener der Zauberer gibt es in „Bartimäus“ noch eine zweite Gegenwelt, und das ist natürlich die der Geister. Die Zauberer betrachten sie sozusagen als herrenlose Sklaven, die es sich gefügig zu machen gilt. Ihre Bücher und Hilfsmittel liefern ihnen das Wissen über die Geisterwelt, aber ist das etwa schon alles, was es über Geister zu wissen gibt? Die Befehle, die ihnen ihr Wissen verleiht, vermögen alle möglichen Geister zu bannen und herbeizurufen, aber die resultierende Machtbeziehung ist von Angst geprägt – siehe oben.
Bartimäus ist der erste Geist, der uns demonstrieren kann, wie es ist, ein Dämon aus der Anderswelt zu sein. Wenn ihn beispielsweise ein magischer Ruf erreicht, dann fühlt es sich an, als würden ihm die Eingeweide rückwärts herausgezogen. Sicher nicht angenehm. Und der Aufenthalt in einer körperlichen Hülle scheint ebenfalls sehr unbequem zu sein. Schließlich sind Geister aus anderem Stoff gemacht. Geister wollen bekanntlich frei sein.
Dieser Dämon ist eine famose Erfindung des Autors. Damit ist er in der Lage, Zauberer und ihr Verhalten ebenso süffisant zu kommentieren wie andere Geister, und mit denen kennt sich ein so alter Dämon wie Barti hervorragend aus. Seine Fußnoten sind oftmals eine Freude, triefen sie doch vor Ironie. Und dass er dabei immer gut wegkommt, erklärt sich von selbst.
Was werden wohl die nächsten Bände bringen? Eine recht interessante Perspektive bietet der „Widerstand“ der Gewöhnlichen. Die Untergrundkämpfer haben sich ja schon als schlagkräftig erwiesen. Und sie erkennen etwas Magisches, wenn sie es sehen, beispielsweise Bartimäus in harmloserer Verkörperung. Außerdem wird es höchste Zeit, dass sich Nathanael verliebt.
_Unterm Strich_
„Das Amulett von Samarkand“ etabliert als Startband einer Zauberer-Trilogie mehrere Gegenwelten, die sich von Universen wie dem eines gewissen Harry Schotter deutlich unterscheiden. Während Schotters Magiewelt von Angst dominiert ist, entwickelt der Zauberlehrling Nathanael bei Stroud etwas Revolutionäres: Freundschaft zu einem Dämon. Das kann ja heiter werden!
Bis es soweit ist, vergehen aber etliche Seiten spanennder und vergnüglicher Lektüre. Nathanael und Bartimäus stehen abwechselnd im Blickpunkt des Geschehens, so dass für Variation gesorgt ist. Das Treiben dieses dynamischen Duos betrifft nicht nur ihren Privatbereich, sondern hat, wie sich allmählich zeigt, direkten Einfluss auf das Schicksal des Reiches und der Regierung. Na, wenn das keine hilfreiche Nutzanwendung von Magie ist!
Meine Leseerlebnis war zunächst von leichter Skepsis geprägt: Schon wieder ein Roman über einen Zauberlehrling? Doch wenn der Auftaktband der Trilogie schon so unterhaltsam mit einem grandiosen Finale endet, was mögen dann erst die Folgebände bieten? Doch wem all dies noch zu ernst ist, der greife einfach zu Terry Pratchetts Zauberer-Parodien, insbesondere zu dem wundervollen „Eric“.
Mitten im tiefen Wald steht ganz einsam und verlassen ein kleines Haus. Es ist verwittert und leer. Zwei neugierige Kinder wagen ein Blick hinein und sehen vieles, das an seine früheren Bewohner erinnert. Wer waren wohl die Menschen, die hier gelebt haben und dann plötzlich dieses Haus verließen?
War es ein reicher, mächtiger König? Oder ein kleiner Junge, der gerne spielte? Oder gar eine ganze, glückliche Familie? Vielleicht kommen die ehemaligen Bewohner sogar eines Tages wieder zu ihrem Haus zurück. Tauche auch Du ein, in diese magische, erinnerungsschwangere Geschichte.
Der Maulwurf ist ganz fasziniert von den funkelnden Sternen am dunklen Himmel. Jeden Abend sitzt er dort auf seinem Lieblingsplatz, einem Stein, und schaut verträumt nach oben. Am allerliebsten würde er all diese Sterne besitzen.
Eine berührende Geschichte über unsere wunderbare Welt, das Teilen und das Besitzen. Mit einer ganz wunderbaren Botschaft.
In diesem Bilderbuch haben sich lauter Paar gefunden und zusammengetan – jedenfalls auf den ersten Blick. Doch nur wer ganz genau hinsieht, wird sehen, dass jeweils einer keinen Doppelgänger hat und etwas ganz Besonderes ist.
Findest Du das Eis, das es nur einmal gibt? Oder das besondere Flugzeug, wie es das kein zweites Mal gibt. Und hast Du auch den Fliegenpilz mit dem einzigartigen Hut entdeckt? Auf geht’s!
Undurchdringlicher Nebel zieht durch Rocky Beach. Überall wo er auftaucht, passieren mysteriöse Diebstähle. Nur Justus, Peter und Bob behalten den Durchblick und haben bald einen heißen Verdacht … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Oha, The Fog, Nebel des Grauens? Horror und Gemetzel in Rocky Beach? Bei einer Altersempfehlung ab 8 Jahren hoffentlich nicht. Na dann lasst uns mal mit den Jungs zusammen herausfinden, was das für ein komischer Nebel ist, wo der herkommt, wer ihn zum Klauen benutzt und was das alles mit dem Fluch des Käpt’n Rabraxus zu tun hat, von dem uns gleich zu Anfang vorgeseemannsgarnt wird.
Ein wildes Stockcar-Rennen in Rocky Beach! Doch plötzlich wird die berühmte Rennfahrerin Viola beschuldigt, ein teures Testauto gestohlen zu haben. Werden die drei ??? Kids den „Erlkönig“ finden? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Über welches Land herrscht denn ein „Erlkönig“ und warum schreibt man ihn mit Anführungszeichen? Über gar keins, denn es ist in diesem Fall ein bislang noch unveröffentlichtes Auto. Die Hintergründe der Namensgebung kann jeder schnell im Inernet herausfinden, das ist jetzt und für den Fall eh nicht wirklich wichtig. Außerdem kann man davon ausgehen, dass Justus uns das im weiteren Verlauf des Romans noch darlegen wird. Denkste, Peter machts!
Justus, Peter und Bob brauchen Hilfe: Ein Fall und 1.000 Spuren – welche davon ist wichtig, welche führt in die Irre? Der Leser entscheidet!
Hai-Alarm in Rocky Beach! Die Passagiere eines großen Kreuzfahrtschiffes können nicht an Land gebracht werden. Doch als die drei ??? Kids herausfinden, dass es auf dem Schiff nicht mit rechten Dingen zu geht, schleichen sie sich an Bord.
Ein neuer aufregender Fall für „Die drei ??? Kids“ – natürlich mit Hilfe des Lesers. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Das Lese-System
Dies ist kein normales „Drei ??? Kids“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 1980ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.
Giraffe Roberta ist unglücklich. Grund dafür ist ihr langer Hals. Den mag sie nämlich überhaupt nicht leiden. er ist viel zu lang, zu biegsam, zu dünn, zu erhaben, und und und. Dabei möchte sie viel lieber einfach einen ganz normalen Hals haben und dafür ist sie bereit alles zu tun.
Doch im Laufe der Zeit erkennt Roberta, dass dieser Hals nicht nur blöd ist, sondern auch eine Menge Vorteile mit sich bringt.
Als Emma ihren Sommerjob in einem Café in den Hamptons antritt, ist sie wie verzaubert. Von der gemütlichen Atmosphäre, der Nähe zum Strand und dem perfekten Latte macchiato. Nur zwischen dem Juniorchef Leo und ihr fliegen die Fetzen. Dennoch fühlt sich Emma zu dem unnahbaren, aber unverschämt gut aussehenden Leo hingezogen und wider Willen können die beiden nicht voneinander lassen. Bis die Vergangenheit einen Schatten auf die Sommertage wirft … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Emma ist ein Scheidungskind und zieht mit siebzehn zu ihrem Vater and die Ostküste der USA. Dort sitzt sie in vielerlei Hinsicht zwischen den Stühlen, denn in Deutschland bei ihrer Mutter führte sie ein eher trostloses Dasein mit wenig Geld, in den Hamptons hingegen bei ihrem vermeintlich wohlhabenden Vater lebt sie den typischen Luxuslifestyle, Doch im Gegensatz zu ihren reichen Freunden braucht sie einen Ferienjob, fährt Fahrrad und leiht sich schicke Klamotten für Partys von einer Freundin. Emma ist ständig bemüht, es allen recht zu machen: ihren ichbezogenen Eltern, ihren sorglosen Freunden sowie ihren allzu bodenständigen Kollegen – leider sind diese oftmals wenig entgegenkommend bis ignorant, weshalb Emma einige herbe Enttäuschungen verkraften muss.
Ein kleines Mädchen legt sich abends ins Bett, um mit ihrem Stofflöwen auf abenteuerliche Reisen zu gehen. Sie gleitet durchs Wasser , fliegt durch die Luft und spaziert im Wald umher. Sie begegnet einer Menge unbekannter Tierwesen und gerät in einen Sturm. Doch sie fürchtet sich nicht, denn sie hat ja ihren Stofflöwen dabei, und der gibt immer auf sie acht.
Ganz weit oben in der Baumkrone ist ein Vogelnest mit Eiern ganz gut versteckt. Irgendwann werden dort kleine Vögel schlüpfen und in diesem Buch begleiten wir die Küken bei ihren ersten Erkundungen der Welt.
Dieses Buch erzählt in Form von Papier-Pop-up-Seiten den Lebensweg eines komischen Vogels. Jeder, der einen Blick in dieses wundervolle Buch wirft, wird begeistert sein und sich entführen lassen in die bunte Welt eines Paradiesvogels.
Tiptoi ist ein audiodigitales Lern- und Kreativsystem des Ravensburger-Verlags. Mit den zahlreichen Büchern, Puzzlen, Spielen, u.ä. lernen Kinder aller Altersgruppen täglich neue spannende Dinge kennen. Bei der Handhabung ist jedes Kind sozusagen sein eigener Herr, denn es bestimmt selbst was und wen es entdecken möchte. Es erklingen verschiedene Geräusche, Melodien und/ oder Texte sobald man mit dem dazugehörigen Stift Bilder antippt. Ebenfalls hat man die Möglichkeit spielerisch sein neuerworbenes Wissen abzufragen.
Normalerweise spucken alle Drachen dieser Erde Feuer sobald sie Gefahr wittern. Nur einer kann dies leider nicht – der kleine Drache Furzipups. Sobald er Feuer spucken will, knattert es gewaltig, kein Wunder, dass er immer ein wenig im Abseits steht und traurig ist. Doch so sehr er sich auch bemüht und übt, es will einfach nicht klappen mit dem Feuerspeien.
Heute ist Badetag. Lieselotte und ihre Freunde vom Bauernhof haben sich beim Spielen ordentlich eingesaut. So können sie sich auf keinen Fall schlafen legen. Also müssen vorher noch alle Tiere schnell in die Badewanne hüpfen, Nur Lieselotte hat keine Lust. Doch auch bei ihr genügt heute keine Katzenwäsche. Die Bäuerin macht sich mit dem Gartenschlag auf die Jagd nach ihr.
Der kleine Axolotl lebt glücklich in einem Aquarium. Sein bester Freund ist immer für ihn da. Doch ständig kommen andere Tiere, die glauben zu wissen, was am besten für ihn ist. Der kleine Axolotl muss seinen ganz eigenen Weg finden, damit umzugehen. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Als ich das Cover von dem süßen Kinderbuch „Kleiner Trottel Axolotl“ auf der Leipziger Buchmesse sah, war ich sofort hin und weg. Denn schon als Kind war ich von diesen doch sehr speziell aussehenden Tierchen fasziniert und wollte unbedingt meinen eigenen kleinen Axolotl haben. Letztlich sind es doch „nur“ Goldfische geworden, aber das nur am Rande.
Begleite Merle Möwe auf ihrer Reise durch verschiedenste Landschaften, denn es gibt überall ganz viel zu sehen und zu entdecken. Am liebsten singt der freundliche Vogel, denn das hilft gegen Langeweile und macht glücklich. Möchtest Du mitsingen?
Tiptoi ist ein audiodigitales Lern- und Kreativsystem des Ravensburger-Verlags. Mit den zahlreichen Büchern, Puzzles, Spielen, u.ä. lernen Kinder aller Altersgruppen täglich neue spannende Dinge kennen. Bei der Handhabung ist jedes Kind sozusagen sein eigener Herr, denn es bestimmt selbst was und wen es entdecken möchte. Es erklingen verschiedene Geräusche, Melodien und/ oder Texte, sobald man mit dem dazugehörigen Stift Bilder antippt. Ebenfalls hat man die Möglichkeit spielerisch sein neuerworbenes Wissen abzufragen.