Wie gewinnt man dem Leben den größten Genuss ab? Florian Nazulis bedient sich seiner Nase, um von dem, was das Leben zu bieten hat, das Beste zu erschnuppern – und das sind allemal die weiblichen Düfte. Frauen sind für ihn wie Früchte. Und so pflückt er sie alle, die Blondinen und die Rothaarigen, die Schüchternen und die Verführerinnen. (Verlagsinfo) Antoine S. – Florian der Genießer. Erotischer Roman weiterlesen →
Rémi hat seit zwei Jahren ein Verhältnis mit Victoria, von der seine Frau, eine Scheidungsanwältin, offenbar nichts ahnt. Doch eines Tages ist Victoria ohne ersichtlichen Grund verschwunden. Er ahnt lange Zeit nicht, dass er bei seiner Suche nach der Geliebten auf Schritt und Tritt überwacht wird. Aufgrund dieser erschütternden Entdeckung dreht er den Spieß jedoch kurzerhand um.
„Ein fulminanter Auftakt, gefolgt von Bravourstücken. Amüsant und unbarmherzig. Assouline liebt die spöttische Unverblümtheit. Er nimmt en passant alles aufs Korn, was sich bewegt, eine Konstante des Buchs, das sehr pikante Szenen liefert und damit entfernt an Philip Roth erinnert.“ Quelle: Le Figaro Magazine
Eine poetische Mischung aus „Der kleine Prinz“, „Jenseits von Afrika“ und Kriegsroman, so lautet der erste Eindruck nach rund 50 Seiten.
Doch ein zweiter Blick enthüllt, dass dieses Bild der Tiefe des Erzählten nicht ganz gerecht wird: Es geht um die Erfahrungen, die das Abendland in der Begegnung mit den Wundern Afrikas macht, genauer: die italienische Eroberung und Besetzung Äthiopiens von 1935 bis 1941.
_Die Autorin_
Es besagt einiges, dass die junge Autorin am Fuße des größten Vulkans Europas in Catania Ästhetik unterrichtet. Die Schönheit der Dinge, verteidigt und verehrt angesichts des ständigen Bedrohung, so begegnet auch Äthiopien der jungen Hauptfigur des Romans, dem Piloten Giulio von der Vulkaninsel Stromboli.
Die Danksagung der Autorin enthüllt, dass ihr Großvater der Präfekt der abessinischen Stadt Gondar war und ihr seine Aufzeichnungen überließ. Sie weiß also aus erster Hand, was in Gondar, dem Hauptschauplatz der Handlung, geschah. Gondar, das die Italiener als eine Art Utopia umgebaut hatten, fiel 1941 als letzte Festung in die Hand der anrückenden Briten. Da herrschte schon eine bittere Hungersnot, und Giordano schildert die Zustände sehr realistisch, ohne jedoch melodramatisch zu werden.
_Handlung_
1935 hat das faschistische Italien unter dem Duce, der hier schlicht „der Capo“ bezeichnet wird, beschlossen, seinen Traum von einem zweiten Imperium Romanum zu verwirklich. Folglich beschloss es, Äthiopien zu erobern, eines der letzten unabhängigen Königreiche Afrikas. Alle anderen gehörten entweder den Briten oder den Franzosen.
Pilot Giulio von der Insel Stromboli hat nun die zweifelhafte Ehre, die italienische Kriegserklärung zu überbringen und generell als Postbote zu fungieren. Sein Flugzeug heißt „Vita Nuova“, das ’neue Leben‘. Treu begleitet es ihn bis zum Schluss, um ihn über die Wunder der Landschaft des Bergkönigreichs zu tragen, zu fremdartigen Wesen und Völkern, die manchmal anmuten, als wären sie den antiken Reisebeschreibungen des Herodot entstiegen. Jeder Stamm ist anders als sein Nachbar, mal mit großen Köpfen, mal mit kleinen, mal ohne Füße und Hände (hält die Sklavenhändler fern).
Bei seiner Begegnung mit dem König der Könige, dem „Negus“ Haile Selassie, beschreibt Giulio zwar das Outfit des Herrschers und seines Hofstaats, tut dies aber in so märchenhaften Worten, dass man sich in einem Märchen aus 1001 Nacht wähnt. Dies ist das grundlegende Prinzip der Erzählweise: Mit der Unschuld eines Kindes und dessen Begeisterungsfähigkeit vermag sie selbst schönste, bitterste und schrecklichste Details zu berichten, ohne davor zurückzuschrecken oder kitschig zu wirken.
Giulio lernt einen weisen Meister, Beba, kennen und lieben und dessen sprechenden, ebenso weisen Papagei, Pappamondo (‚Vater der Welt‘). Der Negus lässt eine Weile seinen Hofnarren Meleku den weißen Italiener begleiten. Zahlreiche Begegnungen vermitteln dem Piloten einen Eindruck von der Klugheit der Äthiopier und bieten seinen Begleitern Gelegenheit, kluge Bemerkungen zu machen, wie sie wohl auch „der kleine Prinz“ hätte machen können. Natürlich geht es um das Steckenpferd der Autorin, die Künste, aber auch darum, was die richtige Lebensweise sei. Hier gibt’s viel Stoff für das Poesiealbum.
Als die italienischen Truppen einmarschieren, hagelt es Bomben, und der Kaiser flieht nach England. Die Dörfer werden zerstört, die Krieger in den Widerstand getrieben, Graf Graziani veranstaltet ein Massaker nach dem anderen und brennt die schöne Hauptstadt nieder. KZs entstehen, und Hunger breitet sich aus.
Doch Giulio findet während dieser Vorgänge, die er nur aus der Ferne beobachtet, die Liebe seines Lebens in der abessinischen Fee Tigist, die an einem See wohnt, wo Giulio einmal abgestürzt ist. Die beiden haben einen Sohn, Kalid, dem Giulio Papierdrachen bastelt. Zusammen leben sie in Gondar während der Besatzungszeit, wo Giulio die ersten Briefe seines Sohnes Nicola erhält, der bei seiner Familie in Stromboli lebt. (Natürlich war Giulio schon verheiratet, bevor er losflog.)
Die schöne Zeit endet, als Italien dem britischen Empire 1940 den Krieg erklärt und die Briten von allen Seiten einmarschieren. Der letzte Statthalter in Addis Abeba, der adlige Herzog von Aosta, gibt in seinen letzten Tagen in Freiheit eine geradezu Don-Quichotte-hafte Figur ab: der letzte Ritter auf verlorenem Posten. Giulio verliert alles: seine Freunde und seine Freiheit, doch Tigist und Kalid kann er nach Kenia in Sicherheit bringen.
_Mein Eindruck_
Dies ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste und poetischste Kriegsroman, den man sich vorstellen kann. Wie schon gesagt, erzählt die Autorin die Wunder Afrikas und die Schönheiten und Seltsamkeiten, denen der junge Held begegnet, in einer anschaulichen Bildersprache. Mit einem gewitzten Kniff vermag sie auch schrecklichste und dramatischste Momente zu berichten, ohne übertrieben zu wirken: Sie setzt einen symbolischen Vorgang oder Eindruck als Entsprechung ein. Durch das Interpretieren des Symbols (der Metapher) vermag der Leser den angedeuteten eigentlichen Vorgang zu kommentieren und zu bewerten.
Im Zentrum des Gefühls der Freiheit und des Lebendigseins, das Giulio in Äthiopien erfüllt, steht das Fliegen: das Darüberhinschweben, das Erobern des Himmels, das Überblicken der Erde, aber auch das Durchmessen großer Entfernungen und das Überbringen geheimer und nicht so geheimer, aber umso liebevollerer Botschaften. Giulio ist kein Tourist, der vorbeischlendert, ohne sich auf das Land einzulassen. Er ist ein Reisender, der sich vom Land verwandeln lässt – und der einen kleinen Beitrag in dessen Not leistet.
Natürlich beschreibt die Autorin auch die Italiener, die nach Afrika gekommen sind, um erstens Krieg zu führen – das sind die Krieger – und zweitens um das neue Utopia zu errichten, besonders in Gondar. Den kampfgeilen Kriegern wie einem gewissen Uragano wird bald ihr verdientes Ende zuteil. Doch auch den Träumern – Astronomen, Architekten, Musikern usw. – geht es nach ein paar Jahren an den Kragen. Schließlich planen die Architekten selbst Gefängnisse, Städte unterm Meer und sogar Luftschlösser. Dann haben sie nichts mehr zu beißen und ergeben sich den Briten.
Auf diese subtile Weise übt die Autorin leise Kritik an den faschistischen Machthabern, die eine ganze Generation von Italienern zu blenden vermochten – so wie in Deutschland Hitlers „braune Horden“. Ich bin nicht darüber informiert, ob der italienische Staat jemals Wiedergutmachung an den äthiopischen Staat gezahlt hat. Doch eine Neubewertung der einst so brutal eroberten Kolonie ist der erste Schritt in die richtige Richtung: „the splendour that was Africa“.
Und wenn man Abessinien als stellvertretend für das restliche Afrika ansieht, so erkennt man, dass es an ein Verbrechen grenzt, Afrika sich seiner eigenen Selbstzerfleischung zu überlassen, so wie es aktuell geschieht.
Man sieht: Dieser so harmlos poetisch daherkommende Roman kann durchaus etwas im Leser bewirken: eine Sehnsucht zumindest nach jenen Wundern des Paradieses, die Äthiopien/Afrika vor dem Einbruch des Westens jeden Tag bereithielt – zumindest für jenen Reisenden, der dafür empfänglich ist. Es kommt nicht von ungefähr, dass das Titelbild des Buches eine tropische Flusslandschaft zeigt, wo sich zwischen blauen Bäumen und Pfauen nackte Badende erfrischen: das Urbild der Unschuld.
|Originaltitel: Un volo magico, 1998
Aus dem Italienischen übertragen von Christiane von Bechtolsheim|
Eine Frau, deren Liebesleben eher von bescheidener Natur ist, beginnt schreibend ihre sexuellen und erotschen Phantasien und Träume auszuleben. Die sexuellen Obsessionen, die auf dem Papier entstehen, ergreifen jedoch zunehmend Besitz von ihr… (Verlagsinfo)
Mit Klassikern wie der „Geschichte der O“ und „Emmanuelle“ vergleicht der Verlag diesen 1989 veröffentlichten Roman. Das soll dieses Buch wohl in die Nähe des moralischen und gesellschaftlichen Skandals rücken. Und wirklich gemahnt die Erzählung zuweilen an de Sades „Justine“, denn das Bauprinzip ist ähnlich: möglichst viele „anstößige“ Szenen aneinanderzureihen, um den Leser anzuregen.
«Stille Tage in Clichy» ist nicht, wie der Titel vermuten lassen könnte, eine Idylle im Werk des „obszönsten Schriftstellers der Weltliteratur“ (Sir Herbert Read). Doch sei es, dass sich sein Erzähler Joey dem Mädchen Nys nähert, das er im Café trifft, sei es Mara-Marignan, die sich auf dem Champs-Élysées nach ihm umdreht: Joeys Abenteuer sind von erstaunlicher Heiterkeit. Ganz gleich, ob eine Mutter unter dem Gekreisch ihrer Kinder entblößt wird oder ob Joey mit zwei Dirnen in der Badewanne Brot und Wein zu sich nimmt, fast immer sind seine Handlungen von Gelächter begleitet, gehen unter in wilder Ausgelassenheit. Zugleich beschwört Henry Miller das Paris der dreißiger Jahre und seiner Atmosphäre überschäumender Lebenslust. (Amazon.de)
Dieser Klassiker der erotischen Literatur ist ein idealer, kurzweiliger Einstieg in Henry Millers Werk. „Clichy“ entstand 1940 und wurde 1956 überarbeitet. Doch die erotischen Abenteuer, die Millers Alter Ego Joey erzählt, ereignen sich vor dem Hintergrund des Paris der dreißiger Jahre (genauer: 1933). Ein Abstecher in das deutschsprachige und -gesinnte Luxemburg vermittelt einen Einblick in den aufkommenden Antisemitismus jenseits der französischen Grenzen.
Etwa zeitgleich mit der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe von Ian McEwans zehntem Roman „Saturday“ wurde selbiger auch schon von der Realität eingeholt. „Es könnte zu Vergeltungsanschlägen auf London kommen,“ mutmaßt Henry Perowne, Hauptfigur in „Saturday“, während im Monat der Veröffentlichung dieser Zeilen der Terror die britische Hauptstadt heimsucht. Einen prophetischen Charakter muss man deswegen aber weder Autor noch Buch andichten, denn dass der Tag kommen würde, war abzusehen und wohl eher eine Frage der Zeit. Dennoch trägt es zur Magie von McEwans vielgepriesenem neuen Roman bei, dass er Gedanken und Befürchtungen manifestiert, während sie gleichzeitig Realität werden. So verbinden sich Roman- und Zeitgeschehen auf beklemmende Art und Weise.
„Saturday“ ist das, was auch der Titel schon aussagt. Ein Buch über einen Samstag. Der Samstag, der letzte Tag vor dem Feiertag der Woche, ist eine Art Bindeglied, ein Übergang von der Arbeitswoche zum Sonntag. Zugleich schon Wochenende, aber immer noch ein Werktag. Weder ein richtiger Arbeitstag noch ein richtiger freier Tag.
Handlung
McEwan schildert das Leben des Henry Perowne anhand eines einzigen Samstags. Es geht nicht um irgendeinen Samstag, sondern um den 15. Februar 2003. Nicht nur für Perowne ein besonderer Tag, weil er zum ersten Mal seit langem am Abend wieder seine gesamte Familie um sich haben wird, sondern auch für London ist der 15. Februar ein besonderer Samstag. Hunderttausende Demonstranten wälzen sich durch die Stadt, um gegen eine bevorstehenden Invasion im Irak zu protestieren.
Perowne betrifft das jedoch eher weniger. Er will morgens mit einem Kollegen Squash spielen, Fisch für das familiäre Festessen am Abend einkaufen, den Pflichtbesuch bei seiner demenzkranken Mutter hinter sich bringen und das Essen für seine Familie vorbereiten. Henry Perowne ist ein durchaus bodenständiger und glücklicher Mann. Seine Arbeit als Neurochirurg macht im Freude, seine Ehe verläuft glücklich, das Liebesleben durchaus noch erfüllend, er bewohnt ein hübsches, luxuriöses Haus am Fitzroy Square im Herzen von London und auf seine beiden erwachsenen Kinder kann er stolz sein. Daisy studiert in Paris und ist kurz davor, ihren ersten Gedichtband zu veröffentlichen, Theo steht als Gitarrist einer Bluesband eine vielversprechende Karriere bevor.
Dennoch stellt dieser spezielle Samstag sein Glück und seine heile Welt auf die Probe. Als Henry früh morgens am Fenster steht, sieht er zufällig ein brennendes Flugzeug am Nachthimmel vorbeifliegen und befürchtet genau das, was nach dem 11. September vermutlich jeder bei diesem Anblick befürchten würde. Doch die Nachrichten wenig später vermögen Perownes Befürchtungen zu zerstreuen. Alles halb so wild. Bei einer Frachtmaschine ist ein Triebwerk in Brand geraten. Niemand wurde verletzt, niemand wurde getötet. Dennoch denkt Perowne im Laufe des Tages noch oft an dieses Ereignis zurück und schon wenige Stunden später hält dieser spezielle Samstag ein weiteres Ereignis bereit, das Henry Perownes heile Welt ins Wanken bringt.
Als Perowne versucht, den Demonstrationszug in der Londoner Innenstadt mit seinem Mercedes S 500 weiträumig zu umfahren, streift er versehentlich den Außenspiegel des roten BMW des Kleinganoven Baxter. Baxter und seine zwei Kumpanen steigen aus dem Auto und schon nach kurzer Zeit droht die Situation zu eskalieren …
Mein Eindruck
Wie schon so oft in seinen Romanen, beschreibt McEwan Figuren, deren Leben durch ein plötzliches, unerwartetes Ereignis aus den Fugen gerät. Er konfrontiert seine Protagonisten mit einer völlig neuen Situation und demonstriert eindrucksvoll anhand seiner Charakterstudien, wie selbige darauf reagieren. Er beschreibt Figuren in einem Übergang, so wie auch der Samstag einen Übergang markiert. Henry Perowne wirkt wie ein Mann, den so schnell nichts erschüttern kann – gefestigt in Job und Gesellschaft, gut situiert und charakterfest. Und doch lässt sich auch so ein Leben erschüttern: durch ein vorbeifliegendes brennendes Flugzeug und einen demolierten Seitenspiegel.
Perowne wirkt auf seine Art zunächst unnahbar. Der Erfolgstyp, der in seinem eleganten Mercedes durch die Stadt braust. Doch McEwan blickt auch hinter die Fassade. Er entblättert, wenn auch nur ein bisschen, das Innenleben seiner Hauptfigur, die ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht durch die Handlung taumelt.
Anhand des Henry Perowne zeigt McEwan recht deutlich die Verwundbarkeit des Menschen und der westlichen Gesellschaft ganz allgemein. Für den Leser kann die Familie Perowne auf zweierlei Ebenen eine Projektionsfläche sein. Einerseits für die kleinste gesellschaftliche Einheit – die Familie – zum anderen für die Gesamtheit der westlichen Gesellschaft. Jedes der Familienmitglieder der Perownes kann für sich allein gesehen werden oder als Symbol für eines der Standbeine der westlichen Kultur. Henry Perowne, der brillante Neurochirurg, steht für die Fortschrittlichkeit von Wissenschaft und Medizin, seine Frau Rosalind, die als Anwältin arbeitet, steht für Gesetz und Rechtssystem, die Kinder Theo und Daisy repräsentieren die kulturellen Errungenschaften – Musik und Literatur. So gesehen, liegt in den Figuren der Perownes eine gewisse Allgemeingültigkeit und Übertragbarkeit.
Doch nicht nur als Symbol, auch als Familie an sich sind sie ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Man mag ihnen vorwerfen, sie wären zu perfekt. Jeder ist etwas Besonderes, jeder ist auf seinem speziellen Gebiet ein Ass, keiner ist bloß Durchschnitt. Als Identifikationsfiguren können sie daher nur bedingt fungieren. Es bleibt stets eine gewisse Distanz, auch wenn McEwan sein ganzes literarisches Gewicht in die Figurenskizzierung legt. Dennoch können die Beschreibungen des Familienalltags überzeugen. Ein wenig fühlt man sich an [„Die Korrekturen“ 1233 von Jonathan Franzen erinnert, dessen brillante Familienskizzierung ähnlich packend ist.
Mit der Figur des Kleinganoven Baxter erschafft McEwan einen sehr krassen Gegenpol. Baxter ist all das, was die Perownes nicht sind, und entsprechend hart fällt der Zusammenprall dieser beiden unterschiedlichen Welten aus. Baxter, dem im Roman eine Schlüsselrolle zukommt, ist unausgeglichen, ungebildet, einsam und nicht zuletzt unheilbar krank. Ein radikaler Kontrast, der für die Handlung einigen Sprengstoff bereithält. So entwickelt sich der Roman in seinem letzten Drittel schon fast wie ein Thriller und lässt den Spannungsbogen weiter ansteigen.
Das Aufeinandertreffen dieser Gegensätze, dieser Figurenkonstellation ist aber der einzige Moment, in dem McEwan auf spannungssteigernde Elemente setzt. Ansonsten lebt der Roman größtenteils von McEwans ausgefeilten Schilderungen. Perownes Arbeit im OP wird genauso detailbesessen beschrieben wie das Squashspiel zwischen Perowne und seinem Kollegen. Egal, welche Teile von Perownes Leben McEwan schildert, es liest sich stets mehr oder weniger packend.
Der zeitliche Rahmen, der von dem im Hintergrund lauernden Angriff auf den Irak dominiert wird, bietet stetigen Stoff für politische Gedanken und Diskussionen. McEwan ist dabei bemüht, beide Seiten zu zeigen. Perowne selbst ist unentschlossen. Er sieht Saddam als beseitigenswertes Übel an, ist aber auch besorgt aufgrund der Folgen, die ein Krieg haben könnte. Seine Tochter Daisy ist entschieden gegen einen Krieg. Und so kommt es folgerichtig zu einer hitzigen Diskussion zwischen beiden – einer Diskussion, in der eigentlich beide Recht haben und McEwan keine wirkliche Lösung anbieten kann. So bleibt das Buch ein lesenswerter Denkanstoß, ohne dass McEwan sich für einen Standpunkt entscheidet.
Er spielt gedanklich das Szenario der ständigen Bedrohung durch den Terror durch. Damit trifft er vieles sehr markant auf den Punkt, z. B.: |“Die Warnung der Regierung vor einem Angriff auf eine europäische oder amerikanische Stadt ist nicht bloß der Versuch, die Verantwortung abzuwälzen, sondern zugleich eine berauschende Verheißung. Alle fürchten sich davor, doch kennt die kollektive Psyche diese dunklere Sehnsucht, das krankhafte Verlangen nach Selbstbestrafung und eine blasphemische Neugier. So wie Krankenhäuser Katastrophenpläne haben, stehen die Fernsehsender bei Fuß, und ihr Publikum wartet. Noch größer, noch schrecklicher das nächste Mal. Bitte, lass es nicht dazu kommen. Aber wenn doch, lass es mich sehen, noch während es passiert, aus jedem Blickwinkel, und lass mich unter den ersten sein, die davon erfahren.“| (S. 244)
Auch auf kultureller Ebene gibt es stetige Diskussionen zwischen den Protagonisten. McEwan nutzt die künstlerischen Berufe der beiden Perowne-Kinder als Kulisse für Diskussionen zu Musik und Literatur – jeweils geschildert aus der Sicht des laut Daisy „unrettbaren Materialisten“ Henry. Perowne geht von einer „grundlegenden, aber verzeihlichen Unehrlichkeit der Kunst“ aus, während seine Kinder stetig versuchen, ihm das Gegenteil zu beweisen. So bietet „Saturday“ Raum für Gedanken, die in vielerlei Richtungen weisen.
Unterm Strich
Faszinierend ist die Tatsache, dass das Buch trotz all der Tiefe und trotz der vielschichtigen Gedanken und medizinischen Fachsimpelei Perownes sehr schön zu lesen ist. McEwan hat einen sehr flüssigen und packend zu lesenden Stil, bei dem man wie von selbst weiterliest, mit einer stetig wachsenden Neugier darauf, was aus den Protagonisten wird. McEwan fesselt anhand von Figuren, Gedanken und Beschreibungen.
An einem einzigen Samstag schafft McEwan es, auf ein ganzes Leben und eine ganze Gesellschaft zu blicken – tiefgreifend, vielschichtig, fesselnd und nachdenklich stimmend. Und genau das macht „Saturday“ zu einem wirklich großartigen Buch.
Der Autor
Ian Russell McEwan, CBE, FRSA (* 21. Juni 1948 in Aldershot, England) ist ein britischer Schriftsteller.
Romane und Kurzgeschichten
1975: First Love, Last Rites; dt. Erste Liebe, letzte Riten, übersetzt von Harry Rowohlt, Diogenes, Zürich 1982, ISBN 3-257-01602-6.
1978: The Cement Garden; dt. Der Zementgarten, übersetzt von Christian Enzensberger, Diogenes, Zürich 1982, ISBN 3-257-20648-8.
1978: In Between the Sheets; dt. Zwischen den Laken, übersetzt von Michael Walter, Wulf Teichmann und Christian Enzensberger, Diogenes, Zürich 1983, ISBN 3-257-01631-X.
1981: The Comfort of Strangers; dt. Der Trost von Fremden, übersetzt von Michael Walter, Diogenes, Zürich 1983, ISBN 3-257-01652-2.
1985: Rose Blanche.
1987: The Child in Time; dt. Ein Kind zur Zeit, übersetzt von Otto Bayer, Diogenes, Zürich 1988, ISBN 3-257-01776-6.
1990: The Innocent; dt. Unschuldige. Eine Berliner Liebesgeschichte, übersetzt von Hans-Christian Oeser, Diogenes, Zürich 1990, ISBN 3-257-01858-4.
1992: Black Dogs; dt. Schwarze Hunde, übersetzt von Hans-Christian Oeser, Diogenes, Zürich 1994, ISBN 3-257-06007-6.
1994: The Daydreamer; dt. Der Tagträumer, übersetzt von Hans-Christian Oeser, Diogenes, Zürich 1995, ISBN 3-257-06071-8.
1997: Enduring Love; dt. Liebeswahn, übersetzt von Hans-Christian Oeser, Diogenes, Zürich 1998, ISBN 3-257-06183-8.
1998: Amsterdam; dt. Amsterdam, übersetzt von Hans-Christian Oeser, Diogenes, Zürich 2000, ISBN 3-257-06220-6.
2001: Atonement; dt. Abbitte, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2002, ISBN 3-257-23380-9.
2005: Saturday; dt. Saturday, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2005, ISBN 3-257-06494-2.
2007: On Chesil Beach; dt. Am Strand, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2007, ISBN 3-257-06607-4.
2010: Solar; dt. Solar, übersetzt von Werner Schmitz, Diogenes, Zürich 2010, ISBN 978-3-257-06765-1.
2012: Sweet Tooth; dt. Honig, übersetzt von Werner Schmitz, Diogenes, Zürich 2013, ISBN 978-3-257-06874-0.
2014: The Children Act; dt. Kindeswohl, übersetzt von Werner Schmitz, Diogenes, Zürich 2015, ISBN 978-3-257-06916-7.
2016: Nutshell; dt. Nussschale, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2016, ISBN 978-3-257-06982-2.
2016: My Purple Scented Novel; dt. Mein parfümierter Roman, übersetzt von Matthias Fienbork, Diogenes, Zürich 2018, ISBN 978-3-257-79116-7.
2019: Machines Like Me; dt. Maschinen wie ich, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2019, ISBN 978-3-257-07068-2.
2019: The Cockroach; dt. Die Kakerlake, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2019, ISBN 978-3-257-07132-0.
2022: Lessons; dt. Lektionen, übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2022, ISBN 978-3-257-07213-6
Libretti
1983: Or Shall We Die?; dt. Oder müssen wir sterben?. Text für ein Oratorium von Michael Berkeley, Diogenes, Zürich 1984, ISBN 3-257-21212-7.
2008: For You: The Libretto For Michael Berkeley´s Opera; dt./engl. For You: Libretto für eine Oper von Michael Berkeley. Diogenes, Zürich 2009, ISBN 3-257-06684-8.
Theaterstücke
1981: The Imitation Game
Drehbücher
1976: Jack Flea’s Birthday Celebration
1985: The Ploughman’s Lunch
1989: Soursweet, nach einem Roman von Timothy Mo; dt. Chinese Blues.
1993: The Good Son; dt. Das zweite Gesicht.
2017: The Children Act; dt. Kindeswohl
Aufsatzsammlung
2020: Erkenntnis und Schönheit: über Wissenschaft, Literatur und Religion, aus dem Englischen von Bernhard Robben und Hainer Kober, Diogenes, Zürich 2020, ISBN 978-3-257-07126-9
Taschenbuch: 387 Seiten
Aus dem Englischen von Bernhard Robben.
ISBN-13: 978-3257064940 www.diogenes.de
Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: (8 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)
Oralsex bei der Arbeit, um die männlichen Mitarbeiter bei Laune zu halten – dafür wurde Fiona engagiert. In ihrem Tagebuch beschreibt sie, wie es ist, tagtäglich für sexuelle Dienste zur Verfügung zu stehen. Ein hocherotischer Roman mit ironischem Einschlag. (Verlagsinfo)
In „Blowjob“ sind die Blogeinträge der Studentin Fiona Albrecht zusammengetragen, worin diese von einer Phase ihres Lebens berichtet, in der sie aufgrund einer akuten finanziellen Notlage einen ungewöhnlichen Job annehmen musste: Sie wird zusammen mit anderen „Schwanzlutscher-Mädchen“ dafür eingesetzt, die Mitarbeiter eines kleinen Unternehmens mit ihrem Mund zu verwöhnen… (Amazon.de) Fiona Albrecht – Blowjob. Tagebuch einer Oralsex-Praktikantin weiterlesen →
Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und leidest an einer merkwürdigen Krankheit; die Welt, die dich umgibt, ist zu einem allzu transparenten Kosmos geworden, den du durchschreiten kannst und in dem dir nichts entgeht, weil du alles durchschaust wie Glas: Türen, Wände, ja selbst die Köpfe der Menschen sind kein Hindernis. Du bist wie Gott, der die Wahrheit zu erkennen vermag und auch die schrecklichsten Geheimnisse der Menschen kennt, die tief in ihren Seelen ruhen. Doch was anfangen mit dieser Wahrheit – und viel wichtiger, wie damit umgehen? „Die natürliche Reaktion auf den Wahnsinn ist der Wahnsinn“, und so begibst du dich auf einen Streifzug, der dich Herz und Verstand kosten könnte.
Die attraktive Assistenzärztin Dr. Helen Dawson kommt an ihrer neuen Arbeitsstelle, einer teuren Privatklinik für Film- und Fernsehstars, einiges spanisch vor. Im neuen Anbau des Westflügels finden, abgeschirmt vorm Rest des Krankenhauses, geheime Operationen an inkognito eingelieferten Patienten statt. Außerdem scheinen mehrere Ärzte in illegale Medikamentenexperimente an den Patienten verwickelt zu sein. Wer oder was steckt dahinter?
Fried hat eine ungewöhnliche Frauenfigur geschaffen: Hanna befindet sich im seelischen Exil, in einer Entfremdung, die sie überwinden muss – und schließlich auch kann. Doch der Weg dorthin ist lang und gepflastert mit Hindernissen: Der Mann, den sie liebt, ist verheiratet.
Der Titel
Der Titel des Buches ist von Shakespeares Liebeskomödie abgeleitet: Leider wird deren Originaltitel „Love’s Labor Lost“ im Deutschen meist mit „Verlorene Liebesmüh“ wiedergegeben. „Liebes Leid und Lust“ ist doch viel schöner!
Näheres zur Autorin gibt es am Ende dieser Rezension.
Ein Aschenputtel wird von seinem Märchenprinzen aus der Armut herausgeholt – und natürlich prompt ausgenutzt. Denn dies ist kein Märchen, dies ist Los Angeles.
_Der Autor_
Steve Martin hat sich als (Theater-)Schriftsteller, Drehbuchautor, Bühnen-Komiker, Schauspieler und Regisseur betätigt. Einige seiner besten Filme sind „Tote tragen keine Karos“, „Roxanne“ und „Vater der Braut“. Seine Storysammlung „Blanker Unsinn“ war in den USA ein Bestseller. Er ist dort auch als kenntnisreicher Kunstsammler bekannt. Seine Sammlung ist in einem der großen Hotels von Las Vegas zu besichtigen. Ich habe die Leute dort Schlange stehen sehen, obwohl der Eintritt eine schöne Stange Geld kostet.
_Handlung_
Mirabelle Buttersfield ist so etwas wie ein Aschenputtel, unscheinbar, schüchtern, dienstbar. Dabei arbeitet sie mitten in einem der begehrtesten Viertel von Los Angeles: in Beverly Hills. Ihr Arbeitsplatz ist das Kaufhaus des Designers Neiman Marcus. Sie verkauft Handschuhe, allerdings in einer Zeit, als niemand mehr Handschuhe trägt. Immerhin taucht ab und zu eine betuchte Japanerin auf und hält Mirabelle auf Trab. In ihrer Freizeit zeichnet sie.
Mit 28 hat sie es noch nicht zu einer Familie gebracht, denn erstens ist sie eine Träumerin und zweitens ist ihr derzeitiger Freund Jeremy ein Loser, der in einer Künstlerkolonie Verstärkerboxen dekoriert. Mirabelle ist das Gegenteil von materialistischen Egoisten, die das jeweils andere (manchmal auch das eigene) Geschlecht für eine flotte Nummer abschleppen. Mirabelle scheint auf altmodische Werte wie Ehrlichkeit, Echtheit und Achtung Wert zu legen – exotische Werte in einer Stadt der Träume und Engel. Höchste Zeit für den Auftritt des Märchenprinzen.
Ray Porter ist Millionär und lädt Mirabelle, die schüchterne Handschuhverkäuferin, zum Abendessen ein. Einfach so. Natürlich ist Ray dabei auf der Suche nach „der Richtigen“. Die flüchtigen Beziehungen mit Damen bedeuten dem Software-Millionär aus Seattle (keinesfalls zu verwechseln mit einem gewissen Bill Gates III., denn dieser ist Milliardär) jedoch wenig mehr als angenehmen Zeitvertreib. Allerdings sehen das die Betroffenen nicht unbedingt genauso. Seine Beziehung zum anderen Geschlecht ist die eines Pubertierenden: Genuss ohne Verpflichtung. Sein Verstand arbeitet zeitsparend, logisch, effizient; seine Wissensdatenbank über Frauen hingegen ist ein Saustall wie das unaufgeräumte Zimmer eines Jungen.
Nun, mit dieser Einstellung fällt er bei Mirabelle langfristig gehörig auf die Nase. Es beginnt ein Reigen von Trennungen und Versöhnungen, bevor Ray seine Gefühle für Mirabelle versteht und entsprechend zu handeln vermag. Er hat wie ein Vater für sie gesorgt und ihr zu einem neuen Start verholfen, erkennt er nach einer Weile. Er kann nur noch ihr Freund sein, nicht ihr Lover. Doch da hat sich inzwischen ein Mann bei ihr zurückgemeldet: der gründliche gewandelte und innerlich gewachsene Jeremy – wer hätte das gedacht?
_Mein Eindruck_
Wie ein onkelhafter, doch keinesfalls herablassender Erzähler des 19. Jahrhunderts nimmt uns Steve Martin an der Hand und führt uns durch die mondänen Straßen von Beverly Hills; zeigt uns die Schönen und Reichen, aber auch das Fußvolk: Mirabelle und Co., die ihre Träume daheim gelassen haben und den Arbeitstag zu überstehen versuchen. Doch am Wochenende und auf Vernissagen zeigen sich alle auf dem Parkett der Partys und Empfänge.
Die scharfe Beobachtungsgabe, die Martin gegenüber Locations und Menschen an den Tag legt, ist verblüffend. Als L.A.-Bürger kennt er sich eh mit den Örtlichkeiten aus. Doch auch mit dem Seelenleben der Bewohner hat er keine Probleme. Er seziert es mit zartem Skalpell, als ob er John Gray („Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“) hieße und der Seelendoktor der Nation wäre.
Sein Humor ist freundlich, nicht griesgrämig. Schon bald merkt man, dass sein Roman eine versteckte Liebeserklärung an die Stadt der Engel und ihre Einwohner ist. Und das kann er mit Fug und Recht tun, schließlich hat Martin schon einiges von den Staaten und ihren Urlaubsgebieten gesehen. Doch wenn er uns zum Lachen bringt, dann ist häufig nicht sicher, ob da nicht doch eine Träne im Augenwinkel hängt.
_Unterm Strich_
Manchem Leser wird der kurze Roman allzu federleicht daherkommen, als eine Art romantischer Komödie. Doch der Schein trügt: Martin erzählt zwar in diesem Ton, und die Handlung liest sich zuweilen wie ein Drehbuch dafür, doch die aktuelle Realität zwischen den Geschlechtern scheint immer wieder durch. Materialismus und Egoismus gibt es zunehmend auf beiden Seiten, und die Ehrlichkeit, auf die Mirabelle besteht, ist selten und wertvoll geworden.
Und für eine seichte Komödie wäre es äußerst ungewöhnlich, wenn sich die Figuren der Geschichte so stark verändern würden, wie es die drei genannten Hauptpersonen tun. Da fragt man sich, ob der Autor nicht doch über mehr Lebenserfahrung und Weisheit verfügt als so mancher Bestsellerautor. Außerdem nimmt er wirklich kein Blatt vor den Mund, wenn es um intime Details geht. Und das sucht man bei den zensierten Autoren der Bestsellerlisten meist vergebens.
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es so ehrlich und unverzagt die altbekannte Dreieckskonstellation behandelt. Nette Momente wie etwa Verwechslungen werden frei Haus dazugeliefert.
|Originaltitel: Shopgirl, 2000
Aus dem US-Englischen übertragen von Detlev Ullrich|
Ein kurzer, elegischer Roman aus der Familienchronik derer von Bek, die sich im 17. Jahrhundert mit Luzifer eingelassen hatten. Seine „realistische“ Handlung spielt am Fin de siècle anno 1900 und direkt vor dem Ersten Weltkrieg, der das alte Europa in Schutt und Asche versinken lässt. Für diese bedrohte Kultur steht das diskrete Bordell in der Rosenstraße der fiktiven Stadt Mürenburg, irgendwo dort, wo die Grenzen von Russland, Deutschland und Österreich zusammenstoßen. Das erinnert an die reiche, vielfältige Vorkriegskultur in Czernowitz, wo Schriftsteller wie Paul Celan und Rose Ausländer aufwuchsen.
Kurz nach dem 1. Weltkrieg arbeitet die junge Ann Sheridan in London bei einer Zeitung. Sie möchte gerne aufsteigen und berühmt werden. Um ihrem Chefredakteur einen Gefallen zu erweisen, schleicht sie sich als Gouvernante in das Haus eines Richters ein, um dort etwas Nachteiliges in Erfahrung zu bringen, das ihrem Chef helfen würde, sich am Richter zu rächen. Wochen vergehen, denn der Richter hat eine weiße Weste. Erst als sie sich mit Rosy, der Köchin, einlässt, kommt Ann endlich weiter. (korrigierte Verlagsinfo) Anonymus – Die lüsterne Gouvernante. Die erotischen Abenteuer einer jungen Engländerin (OA) weiterlesen →
Musik bedeutet für Natalie so viel mehr als nur eine schöne Melodie, zu der man tanzen oder singen kann. Vor allem seit dem viel zu frühen Tod ihres Ehemanns Russ spendet die Musik ihr einmal mehr Trost. Sie verarbeitet sogar ihre Trauer durch das Klavierspielen. Zweimal wöchentlich setzt sie sich an das Londoner Bahnhofsklavier und ist in dieser Zeit ganz bei ihrem geliebten Russ. Als sie eines Tages im Deckel des Klavierstuhls Notenblätter findet, traut sie ihren Augen kaum. Denn es sind die Noten zu den Liedern, die sie immer für ihren Mann gespielt hat und die nur er kennen kann. Hat er ihr etwa versteckte Botschaften hinterlassen? Oder handelt es sich einfach nur um einen unglaublichen Zufall?
Daniel Pecan Cambridge lebt zwar im sonnigen Santa Monica, doch sein Apartment verlässt er nur selten, und wenn, dann nur, um zum Drogeriemarkt in der Nähe zu gehen, wo er die hübsche Verkäuferin bewundert. Daniel leidet unter einer Menge Zwangsvorstellungen und Phobien, doch er hat durchaus ein Auge für weibliche Schönheit. Als eine Reihe von unvorhergesehenen Ereignissen seine penibel geordnete Welt durcheinander bringen, beginnt er wieder, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen und der Liebe eine Chance zu geben. (aus der Verlagsinfo)
_Der Autor_
Steve Martin, der im Herbst 2005 sechzig Jahre alt wird, wurde mit seine Filmen „Roxanne“, „L. A. Story“, „Der Vater der Braut“ und zuletzt „Im Dutzend billiger“ als Schauspieler bekannt. Doch nicht alle wissen, dass er auch ein sehr guter Autor ist. Ich habe sein Romandebüt „Shopgirl“, das er gerade verfilmt, gelesen und begeistert besprochen. Auch „Sehr erfreut, meine Bekanntschaft zu machen“ hat wieder alles, was ich an Martins Stil mag: den genauen, aber sympathievollen Blick für seine Figuren, die klare und ungekünstelte Sprache und einen immer wieder verblüffenden Humor.
_Handlung_
Daniel Pecan Cambridge, 33, ist enttäuscht. Es kann nur ein Fehler vorliegen: Eigentlich hätte er in der Aufnahmeprüfung zur Mensa-Vereinigung erfoglreich abschneiden müssen. In „Mensa“ sind die intelligentesten Menschen der Welt Mitglieder, und er zählt sich dazu. Dass man ihm nur einen IQ von 90 bescheinigt, muss ein Tippfehler sein. Es müsste 190 heißen.
Anderseits gibt es ein paar Dinge an ihm, die das Gegenteil vermuten lassen. Er hat kein Telefon – in einer Stadt wie Los Angeles ein Skandal. Und den Fernseher steckt er meistens aus – unglaublich. Stattdessen befasst er sich mit dem Problem, wie er die addierte Leistung der Glühbirnen in seiner Mietwohnung auf exakt 1125 Watt bringt. Es ist nahezu unmöglich, eine 30-Watt-Birne zu beschaffen, aber Daniel hat es geschafft. Schließlich ist er ein ehemaliger Codeprogrammierer und somit findig.
Dann ist da noch das Problem der Bordsteinkanten. In seinem Mietblock in Santa Monica gibt es nur eine minimale Anzahl von Bordsteinkanten, und wo er die Straße trotz allem überqueren muss, sucht er sich natürlich die abgesenkten Bordsteinkanten der Ausfahrten aus. Man muss eben findig sein. Natürlich ist dabei in Kauf zu nehmen, dass sich der Weg zum Drogeriemarkt Rite Aid etwa verfünffacht, aber was ist das schon gegen ein bisschen Seelenfrieden?
Bei Rite Aid kauft Daniel diverse Medikamente wie etwa Betablocker, die die Angstrezeptoren blockieren, natürlich auch Valium. Viagra braucht er nicht, denn er lebt allein und will auch niemanden sehen. Vielmehr kommen die Leute zu ihm. Philippa, seine Nachbarin, schüttet ab und zu ihr Herz aus, denn sie hat ihren Freund Brian satt. Und regelmäßig am Freitag um 14:00 Uhr kommt Clarissa zu Besuch. Die unscheinbare Psychologiestudentin ist eine Kombination aus Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. Natürlich erfährt sie nie die volle Wahrheit über Daniel – er ist ein Weltmeister im Erfinden von guten Lügen.
Auch um an die attraktive Immobilienmaklerin Elizabeth heranzukommen, lässt sich Daniel eine Menge Tricks einfallen. Alles in allem hat er also genügend Kontakte beisammen, um ein so genanntes Magisches Quadrat (MQ) damit zu füllen. Es sieht aus wie ein Gitter für Tic Tac Toe. Normalerweise sind MQs so aufgebaut, dass die Zahlen in den Spalten und Reihen jeweils die gleiche Summe ergeben, beispielsweise 256 oder 2056. Das MQ, das er mit seinen Kontakten füllt, hat leider einen Schönheitsfehler: Das mittlere Kästchen hat keinen Wert, mit dem Daniel es füllen kann. Dumme Sache. Doch im Verlauf der Erzählung ändert sich der Inhalt des Quadrats immer wieder – und schließlich sieht sich Daniel sogar in der Lage, das mittlere Feld zu füllen …
Denn die Dinge kommen ins Rollen, als Clarissa ihn bittet, ihren einjährigen Sohn Teddy als Babysitter zu hüten. Dann bleiben Teddy und Clarissa über Nacht, solange ihr schrecklich aggressiver Gatte in ihrem Haus weilt, und sie bleibt nur so lange, bis er wieder verreist. Noch etwas Wichtiges passiert: Daniel gewinnt in einem Preisausschreiben mit einem Aufsatz über den „durchschnittlichsten Amerikaner“ – ausgerechnet er. Was noch schöner ist: Er hat zeitgleich auch unter einem Pseudonym teilgenommen. Und dieser „Lenny Burns“ hat ebenfalls einen vorderen Platz belegt, obwohl er genau das Gegenteil von Daniels Aufsatz aussagte. Als Daniel gewinnt, soll er vor 500 Leuten eine Rede eine Rede halten – ein schier unmögliche Aufgabe.
Die Dinge werden kompliziert und nähern sich offensichtlich einer Krise. Doch jede Krise ist auch eine Chance. Vielleicht kriegt Daniel sogar die Sache mit den Bordsteinkanten geregelt.
_Mein Eindruck_
Steve Martin zu lesen, ist stets sowohl ein großes Vergnügen als auch ein bewegendes Erlebnis. Das klingt zwar abgedroschen und ein bisschen nach Hollywood-Seligkeit, aber ich habe dieses Erlebnis bereits mit seinem Roman „Shopgirl“ gehabt – und fand es nun bei „Sehr erfreut …“ bestätigt.
|Besondere Umstände|
Woran mag das nur liegen? Ein Grund ist sicher der, dass der Autor seine Figuren absolut ernst nimmt und mehr noch: Er bringt ihnen Sympathie entgegen. Daniel ist der Ich-Erzähler, und aus seiner Sicht der Dinge muss seine private Welt so geordnet sein, dass sie seinen Angstpsychosen entspricht. Stichwort „Bordsteinkanten“. Sie sind in den USA meist 20 Zentimeter hoch, also bedeutet ihre Überquerung eine gewisse Überwindung: ein kleiner Sprung für unerschrockene Erwachsene, doch ein Abgrund für gepeinigte Menschen wie Daniel. Er findet Um- und Auswege. Und wenn er Glück hat, auch einen Führer, der ihn – auch seelisch – „an der Hand nimmt“ und ihm gewisse Hindernisse wie etwa Bordsteinkanten überwinden hilft.
|Ins Unbekannte|
Daniels Problem besteht also eigentlich darin, dass er gar nicht weiß, dass es a) diese Führer gibt und b) wie sie aussehen und c) wie er sie nutzen kann, um d) bekannte oder bis dato unbekannte Hindernisse zu überwinden. Es ist ein langer und verschlungener (Selbst-)Erkenntnisweg, bis Daniel dies alles herausgefunden hat. Wir gehen diesen Weg, der voller Überraschungen ist, mit ihm, stets gefasst auf das Unerwartete. Wir wissen nicht, wie Daniel auf Hilfe oder Not reagieren wird, ob er lügen oder sich zurückziehen wird. Wir können nur hoffen, dass es ihm mit jedem Schritt seines Weges ins Unbekannte ein klein wenig besser gelingen wird, mit seinen inneren Hemmnissen zurechtzukommen. Woher diese rühren, wird nur sehr kurz erklärt, in einem Brief seines Vaters an seine Mutter.
|Die Lacher|
Für Außenstehende, die keine Ahnung von Daniels „Zustand“ haben oder absolut kein Verständnis dafür haben, dass er etwas Besonderes ist, mag sein Verhalten komisch aussehen. Sie mögen sich vor Lachen auf dem Boden kringeln. Sie haben wahrscheinlich auch in „Roxanne“ über Steve Martins überlange Nase gelacht und würden auch über Cyrano de Bergeracs überlangen Riechkolben lachen, selbst in Anbetracht der Tatsache, dass Cyrano einige der schönsten Liebesbriefe aller Zeiten schrieb (für seinen Freund, der die gleiche Frau liebte). Für solche Menschen sind Steve Martins Romane nicht geschrieben worden.
|Daniels Frauen|
Schon nach wenigen Seiten hat der Leser gemerkt, dass Daniels Leben sich von anderen in Santa Monica unterscheidet. Er erfährt aber mit keiner Zeile, dass Daniel im Grunde ein zutiefst unglücklicher und einsamer Mensch ist. Diese Botschaft steht zwischen den Zeilen. Sie ergibt sich aus Daniels Erzählungen über die Frauen. Da ist die erfolgreiche, sich abrackernde Maklerin, da ist die etwas unglückliche Philippa aus der Nachbarwohnung, da ist Clarissa – upps: Sie hat ein Söhnchen! – und da ist schließlich Zandra an der Kasse von Rite Aid.
|Das Magische Quadrat|
Aber Daniel ist bekanntlich gehemmt und lässt sich tausend wunderbare Tricks einfallen, um jeder dieser Damen seine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Auch diese Versuche könnten komisch erscheinen, wenn sie nicht so traurig wären. Schon bald kann er Elizabeth aus dem Magischen Quadrat (seines Herzens) streichen. Dafür tauchen neue Faktoren auf. Doch wer schließlich das innerste Feld füllen wird, soll hier nicht verraten werden.
_Unterm Strich_
Es gibt viele Beziehungsromane, die es trotz einer Kürze von gut 200 Seiten nicht schaffen, die Aufmerksamkeit zu fesseln. „Sehr erfreut …“ ist das genaue Gegenteil. Zunächst gilt es, den „Helden“ zu ergründen, denn natürlich geht er nicht her, seinen „Zustand“ in medizinischen Floskeln zu beschreiben. Von diesem Zentrum ausgehend, erkunden wir mit ihm seine unmittelbare Umgebung. In quasi dialektischen Sprüngen sind wir dann in der Lage, die Veränderungen, die Daniel erlebt, zu nutzen und mit ihm Los Angeles zu verlassen – zurück in die texanische Heimat! Doch wenn er danach auf die Stadt und die eigene Lage dort von außen blickt, verschiebt sich sein Standpunkt, die Wertung wird eine andere, und so kommt es, dass Daniels Leben offen für Veränderung wird. Ist das nicht wunderbar?
Am schönsten ist die einfache Sprache. Sie ist jederzeit zu verstehen, und doch gelingt es dem Autor damit, verblüffend komplizierte Sachverhalte auszudrücken, für die man sonst einen Dichter heranziehen müsste, der die Sache mit einer Metapher auf den Punkt bringt. Der Autor braucht keine Metaphern. Sein Daniel ist zwar superintelligent (wie ein Mathegenie), aber auch einfach gestrickt – zu einfach für sprachliche Metaphern. Wer den Film „Rain Man“ gesehen hat, wird genau wissen, was ich meine.
Nach der Lektüre sieht man Menschen wie Daniel (oder den „Rain Man“) mit anderen Augen. Sie haben ihren Platz, und man muss ihnen helfen, egal wie. Es gibt immer einen Weg. Man muss nur die Bordsteinkanten überwinden.
|Originaltitel: The Pleasure of my Company, 2003
Aus dem US-Englischen übersetzt von Detlev Ullrich|
Marleen ist gemeinsam mit ihrem Vater auf der Insel Möwensand. Ihr Vater Dyke de Vries ist Privatinvestor und möchte in die Schokoladeninsel investieren, da die Naschwerk-Manufaktur der Lorentz-Brüder nicht gerade gut dasteht.
Marleen, die Finn, den jüngsten der Lorentz-Brüdern bereits in einer brenzlichen Situation auf der Insel kennengelernt hat, hegt gleich Sympathie für den bekannten Junggesellen. Nun möchte ihr Vater, dass sie Finn mit ihrem Charme um den Finger wickelt, um so mit dem Trio in ein gewinnbringendes Geschäft zu kommen. Doch das Spielchen bleibt von Finn natürlich natürlich unentdeckt. Er ist stinkesauer.
Domino Im- und Export ist eine diskrete Firma in London. Doch was genau ist es, womit ihr Chef Mr. Walpole handelt? Seine Kunden kommen aus betuchten Kreisen, aus Texas genauso wie aus den arabischen Emiraten, natürlich auch aus der britischen High Society. Als Katrina Petrovna Sabyenye aus Russland nach London kommt, um hier als Dolmetscherin zu arbeiten, ahnt sie nicht, welches Schicksal sie bei Domino Im- und Export erwartet.
Und auch das bulgarische Ehepaar Stefan und Tanya, das einen dominanten Gebieter sucht, um ihr Sexleben zu erfüllen, ist keineswegs auf das vorbereitet, was Victoria Stratton, Mr. Walpoles rechte Hand, mit ihnen vorhat. Schon bald sehen sich Katya und Tanya in die Augen, doch das einzige, was sie wollen, ist, sich gegenseitig die Augen auszukratzen. Warum nur? Martin Jayne – The Slave Business. Erotischer Roman weiterlesen →
Beruflich verschlägt es Annegret Huber auf die berühmte Schokoladeninsel. Sie ist gleich bei ihrer Ankunft verzückt von der nordfriesischen Insel. Nicht nur die herrliche duftenden Naschereien betören sie, auch die Freundlichkeit der Insulaner gefällt ihr.
Wäre ihr Auftrag nicht so heikel, könnte sie die ganze Atmosphäre noch viel mehr genießen. Doch die Aufgabe, den kamerascheuen Joos Lorentz – den ältesten der drei Schokoladenbrüder- als Interviewpartner zu gewinnen, scheint schier aussichtslos.
Ende des 18.Jahrhunderts erregte in Frankreich ein Buch Aufsehen, das heute zu den berühmtesten lesbisch-erotischen Werken zählt. Es berichtet, wie ein Landmädchen (ca. 1770) in die Hände einer berüchtigten Kupplerin gerät und von ihr als „Mademoiselle Sappho“ einem Kreis adliger Lesbierinnen ausgeliefert wird, die in einem eigens dazu eingerichteten Tempel seltsame Orgien feiern.
Die reizvoll sinnlichen Szenen des Buches gewinnen an sittenhistorischem Wert, wenn man weiß, dass es sich nicht etwa um freie Erfindungen handelt, sondern um beglaubigte Vorgänge, die sich um 1770 in den höchsten Kreisen der Pariser Gesellschaft ereigneten. …
Um den Leser zu verwirren, hat der Moewig-Verlag Antoine Pithons Roman „Das Quartier der Sappho“ ebenfalls „Das Haus der Sappho“ betitelt.
Was als harmloser Seitensprung beginnt, wird für Jessa, verheiratet und Mutter zweier Töchter, unversehens zu einer gefährlichen Leidenschaft. Denn in kürzester Zeit gerät ihre Affäre zu einer übermächtigen Obsession, die Jessas bisher so wohlgeordnetes Leben ernsthaft aus den Fugen geraten lässt. Ob es ihr gelingen wird, sich aus den Fängen dieser Amour fou zu befreien? (Verlagsinfo)
Kann der Supermarkt Ihr Leben verändern? Sie mögen es nicht glauben, aber er kann’s (Aldi würd’s freuen). Sie müssen nur den richtigen Menschen treffen. Amour fou – Sie sind wie vom Blitz getroffen. Und ohne dass Sie sich’s versehen, ändert Ihr Leben seine Richtung um 180 Grad. Mal seh’n, was Ihre Lieben davon halten …
Die Autorin
Ellen Sussman ist eine amerikanische Autorin von Drehbüchern und Kurzgeschichten. Ellen Sussman, Verfasserin von Drehbüchern und Kurzgeschichten, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, unterrichtet Fiction Writing in Berkeley. Nach einem fünfjährigen Paris-Aufenthalt lebt die Autorin zusammen mit ihrer Familie wieder in Kalifornien.
„Die Affäre“ ist ihr erster Roman. Kein Wunder, dass er sich ebenfalls wie ein Drehbuch liest – nur die Regieanweisungen fehlen. Das ist aber kein Nachteil, sondern trägt zu einer flüssigen Lektüre bei – ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen. Ellen Sussman – Die Affäre. Erotischer Roman weiterlesen →
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