Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Perry Rhodan NEO – Zuflucht Atlantis / Welt der Ewigkeit (Folgen 23 + 24)

_NEO 23: „Zuflucht Atlantis“_

Im Herbst 2036: Perry Rhodan und seine Begleiter sind auf der Suche nach der Welt des Ewigen Lebens. Nicht nur sie haben sich dabei einem sogenannten Transmitter anvertraut. Drei weitere Wesen wurden von einem solchen Gerät durch Raum und Zeit geschleudert: Der Arkonide Crest, die aus Russland stammende Mutantin Tatjana Michalowna und der Topsider Trker-Hon stranden in der Vergangenheit, gut zehntausend Jahre vor ihrer Zeit. Nachdem sie auf Tramp, der sterbenden Welt, mit erschütternden Erlebnissen konfrontiert worden sind, gelingt ihnen die Flucht. Die »blinde« Transition mit einem arkonidischen Beiboot endet im Leerraum zwischen den Sternen. Crest und seinen Begleitern bleibt nichts anderes übrig, als einen Notruf abzusetzen. In Zeiten eines interstellaren Krieges zwischen dem Imperium der Arkoniden und den fremdartigen Methans ist das extrem gefährlich. Was ist, wenn die Methans zuerst auftauchen? (Verlagsinfo)

|Mein Eindruck:|

In diesem Roman, der die Handlung von Band 21 aufnimmt und dabei unter anderem auch Crest, Trker-Hon und Tatjana Michalowna folgt, erleben wir die Zerstörung von Atlantis … NEO-Style. Dass in „Atlantis“ der Name des bei den Rhodan-Fans beliebten Arkoniden ATLAN komplett enthalten ist, das ist kein Zufall. Ist es doch sein Kontinent auf Larsaff III … so hieß Terra damals noch.

Aber, aufgrund der „kriegsähnlichen Umstände“, die auf und über dem Planeten stattfinden, hat Atlan nicht lange Freude an seinem kleinen Reich. Und so ist gegen Ende, nach der Raumschlacht zwischen den Methans und den Arkoniden nicht mehr als ein paar Inseln davon übrig.

Als Gegenpol zu den ganzen Spannungen, die es hüben wie drüben in dem Konflikt gibt, hat der Autor einen eher ruhigen Handlungsfaden gesetzt, der mir wiederum zu ruhig war und mich sofort extrem an „Star Trek: Der Aufstand“ erinnerte. Eine weiter entwickelte Spezies beobachtet unerkannt eine primitivere. In diesem Fall ists der Arkonide Feltif de Khemrol, der Atlan unterstellt ist und auf Larsaf-III seinen Dienst tut. Dass er sich dabei zu sehr auf die einheimische Seherin D’ihra einlässt, bringt einen Schuss Romantik mit ins Spiel … was auch wieder nicht so meins war. Für mich bremste das den Rest zu sehr aus, aber, das ist ja Geschmackssache.

Mir gefiel die Action rund um und über Larsaf III besser, in die auch Crest und seine Begleiter verwickelt waren, aber eher passiv, nachdem sie von den dort stationierten Arkoniden vor den Methans gerettet wurden.

Und, wie sollte es auch anders sein, gehts mit dem nächsten Transmittersprung aus der Geschichte raus. Wer weiß, wo Crest diesmal landet … und wann?

|Hanno Dinger| startet als ruhiger Märchenerzähler, der seine Zuhörer nicht aufregen möchte. Zum Glück für die aber, gibt es auch Dialoge, in die er wie gewohnt mehr Feuer und Lebendigkeit legt, sodass das Abenteuer mit etwas Verzögerung doch noch im Hörkopfkinosaal ankommt. Dennoch bleibt Dinger bei den Beschreibungen der Umstände und Szenenumgebungen hinter der Hörfrische zurück, die er bei Unterhaltungen versprüht. Da legt er sich ins Zeug und verleiht den Charakteren auch wiedererkennbare akustische Merkmale. Der Rest klingt diesmal bei ihm oftmals ziemlich runtergelesen und der Hörer wird immer wieder aus der Atlantis-Spannung gerissen und in eine dunkle Sprecherkabine gezwängt, in der eine kleine Lampe über einem Skript schwebt, vor dem ein Sprecher sitzt, der fürs Ablesen bezahlt wird. Dinger könnte es auf jeden Fall besser, was er, je weiter sich die Lesung dem Ende neigt, auch anklingen lässt. Da wird er zunehmend lebendiger und auch flotter beim Erzählen.

_NEO 24: „Welt in Ewigkeit“_

Im Herbst 2036: Die Suche nach der Welt des Ewigen Lebens neigt sich ihrem Ende zu. Nach vielen Abenteuern in Raum und Zeit erreichen Perry Rhodan und seine Gefährten einen ungewöhnlichen Planeten, der physikalisch eigentlich nicht existieren dürfte: Es ist eine Halbkugel, die durch unbegreifliche Kräfte zusammengehalten wird – sie trägt den Namen Wanderer. Auch drei andere Wesen stoßen zu der seltsamen Welt vor: der Arkonide Crest, die aus Russland stammende Mutantin Tatjana Michalowna und der Topsider Trker-Hon. Sie alle treffen auf merkwürdige Bewohner Wanderers, mit denen sie nicht rechnen konnten, und müssen eine Reihe von Hindernissen überwinden. Ihr Ziel ist und bleibt dasselbe: Sie wollen die legendären Wesen treffen, die »länger leben als die Sonne« und die Unsterblichkeit als Geschenk verleihen … (Verlagsinfo)

|Mein Eindruck:|

Wann Crest nach seinem Transmitterdurchgang am Ende von NEO 23 gelandet ist, das ist schwer zu sagen, aber wo er gelandet ist, das ist überliefert: auf Wanderer. der Welt des ewigen Lebens. Ist damit die Reihe der Transmitterdurchgangs-Abenteuergeschichten zu Ende? Würde gut passen, ist dies doch das letzte Abenteuer des Zyklus.

Und auch Perry und seine Mannen haben es nach Wanderer geschafft, als Passagiere einer Kobaltblauen Walze. Erstmals sind also fast alle Bekannten aus dem Perryversum zusammen. Nur sind die Vorzeichen nicht ganz gleich. Während Crests Gruppe nach anfänglichen Verwirrungen direkt vom Diener der Superintelligenz ES empfangen und bearbeitet wird, muss Perrys Truppe sich durch einen Dschungel schlagen und trifft auf jede Menge Ilts … aber die sind zum Glück lieb und freundlich. Aber ganz so leicht wollte der Autor den Freunden das Wiedersehen wohl doch nicht gestalten. Außerdem hat er ja auch noch ein paar Seiten zu füllen gehabt.

Und so spielt dieses Abschlussabenteuer vornehmlich auf der Welt des ewigen Lebens und Perry trifft erstmalig auf ES. Perry gefällt ES und er bekommt die Unsterblichkeit angeboten … warum auch nicht, könnte man ja mal so machen, wenn man die Möglichkeiten dazu hat.

So ist der Zyklus also vorbei, der Transmitter-Rätsel-Such-Kreis geschlossen und wir können uns auf frische, neue Handlungsfäden im nächsten Zyklus freuen.

|Hanno Dinger| scheint beide Lesungen dieser Doppelausgabe am Stück aufgenommen zu haben, denn er fängt nicht als Märchenerzähler an, sondern so, wie er in NEO 23 geendet hatte, nicht langsam und bedächtig. Das macht schon mehr Spaß und erhöht den Kopfabenteuerfaktor. Schnell gibts vom Autor auch wieder jede Menge Dialoge zwischen unterschiedlichen Spezies und Geschlechtern zu vertonen, die er wieder mit einer Menge Leben füllt und prima ins Ohr des Hörers transportiert.

So wirkt das Zyklusabschlussabenteuer gleich viel dynamischer, auch wenn die Ilt Kitrai manchmal in den Ohren schmerzt … aber, das Skript sagt „piepsen“ und das könnte man auch noch unangenehmer umsetzen, als es Hanno Dinger hier tut. Bei der finalen „Konfrontation“ zwischen Perry und ES klang mir die Superintelligenz irgendwie zu tuckig … fast wie Bully Herbigs Winnetouch. In dieser Situation hat Rhodan sprechertechnisch die Hosen an und ES klingt … nicht wirklich mächtig.

_Der Sprecher:_

|Hanno Dinger| (geb. 1969) wuchs in Wuppertal auf und besuchte die Hochschule für Musik und Theater in Bern (CH). Danach folgten zahlreiche Bühnenengagements u.a. in Konstanz, Linz, Basel, Zürich, Düsseldorf, bis er sich entschloss, vor allem in eigener Verantwortung zu arbeiten. Sein Weg führte nach Köln, wo er sich neben Rundfunk und Fernsehtätigkeiten in zahlreichen Theaterprojekten engagierte und die freie Bühne Raketenklub leitet. (Quelle: Perrypedia)

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch der Name des Autors ist vorhanden, der des Sprechers nicht.

Das Cover des jeweiligen Taschenhefts ist auch im ID3-Tag zu finden und liegt dem jeweiligen Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei. Außerdem gibts noch eine TXT-Datei, in der die Technik-Credits, ein Urheberrechtshinweis und noch mal der Klappentext zur Lesung nachzulesen sind.

_Die Ausstattung:_

Die beiden MP3-CDs, die mit den jeweiligen Taschenheft-Cover bedruckt sind, stecken in einer Klappbox auf dessen Front das Titelbild von |Perry Rhodan NEO 24| zu sehen ist. Auf der Rückseite gibt es Inhaltsangaben zu den beiden Folgen zu lesen.

_Fazit:_

Nachdem sich Crests Transmitter-Sprunggruppe den Untergang von Atlantis hautnah ansehen durfte, musste der NEO-Hörer noch eine eher rührige Seitengeschichte mit anhören, die leider gar nichts mit der Gesamthandlung zu tun hat.

Im zweiten Hörbuch dieser Doppelfolge erleben wir dann den Zyklusabschluss und womöglich das Ende des „jede Geschichte startet mit einem Transmittersprung“-Erzählens. Die Springergruppen um Crest und Perry Rhodan treffen am Ziel ihrer Reise ein und der Terraner steht zum ersten Mal der Superintelligenz ES gegenüber. Die Unsterblichkeit, die dabei angeboten wird, wäre eine nette Belohnung für eine lange Rätselreise. Dass Perry sie aber gar nicht annehmen will, das ist schon sehr interessant.

Hanno Dinger braucht eine ganze Weile, bis er Fahrt aufgenommen hat, um dann gegen Ende der zweiten Lesung lebendiger und frischer zu wirken, als noch zu Anfang von NEO 23. Er entwickelt sich vom Märchenerzähler, der den Hörer nicht aufwecken möchte, zum spannend agierenden Erzähler, der gerade bei Dialogen mächtig punkten kann. Vielleicht lag es aber auch am oftmals ruhigen Skript des ersten Hörbuchs, dass Dinger dort nicht glänzen und erst gegen Ende der zweiten Lesung mehr zeigen konnte.

|2 MP3-CDs in Klappbox
NEO 23 – Zuflucht Atlantis: 5:44 Std. Spieldauer (ungekürzt), 66 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
NEO 24 – Welt der Ewigkeit: 6:05 Std. Spieldauer (ungekürzt), 60 Tracks, gelesen von Hanno Dinger
ISBN: 978-3-943393-25-5|
http://www.einsamedien.de

Die Reihe „Perry Rhodan NEO“ ist auch als Download-Version erhältlich.

_Perry Rhodan bei |Buchwurm.info|:_
|LEMURIA|:
[„Die Sternenarche“ 769 (Perry Rhodan – Lemuria 1)
[„Der Schläfer der Zeiten“ 871 (Perry Rhodan – Lemuria 2)
[„Exodus der Generationen“ 886 (Perry Rhodan – Lemuria 3)
[„Der erste Unsterbliche“ 949 (Perry Rhodan – Lemuria 4)
[„Die letzten Tage Lemurias“ 1021 (Perry Rhodan – Lemuria 5)
[„Die längste Nacht“ 1137 (Perry Rhodan Lemuria 6)

|LEMURIA|-Hörbücher:
[„Die Sternenarche“ (Perry Rhodan – LEMURIA 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
[„Der Schläfer der Zeiten (Perry Rhodan – LEMURIA 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
[„Exodus der Generationen“ (Perry Rhodan – LEMURIA 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7297
[„Der erste Unsterbliche“ (Perry Rhodan – LEMURIA 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7506
[„Die letzten Tage Lemurias“ (Perry Rhodan – LEMURIA 5) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7739
[„Die längste Nacht“ (Perry Rhodan – LEMURIA 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7983

|PAN-THAU-RA|:
[„Die Lebenskrieger“ 2189 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 1)
[„Die Trümmersphäre“ 2468 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 2)
[„Die Quantenfestung“ 3050 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 3)

|Perry Rhodan NEO| als Lesungen:
[„Sternenstaub“ + „Utopie Terrania“ (Perry Rhodan – NEO 1-2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7559
[„Flucht aus Terrania“ + „Die Terraner“ (Perry Rhodan – NEO 7-8)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7736
[„Rhodans Hoffnung“ + „Im Licht der Wega“ (Perry Rhodan – NEO 9-10)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7935
[„Schlacht um Ferrol“ + „Tod unter fremder Sonne“ (Perry Rhodan – NEO 11-12)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7937
[„Schatten über Ferrol“ + „Die Giganten von Pigell“ (Perry Rhodan – NEO 13-14)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7934
[„Schritt in die Zukunft“ + „Finale für Ferrol“ (Perry Rhodan – NEO 15-16)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7982
[„Der erste Thort“ + „Der Administrator“ (Perry Rhodan – NEO 17-18)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8082
[„Unter zwei Monden“ + „Die schwimmende Stadt“ (Perry Rhodan – NEO 19-20)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8083
[„Der Weltenspalter“ + „Zisternen der Zeit“ (Perry Rhodan – NEO 21-22)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8126
[„Zuflucht Atlantis“ + „Welt der Ewigkeit“ (Perry Rhodan – NEO 23-24)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8229
[„Zielpunkt Arkon“ + „Planet der Echsen“ (Perry Rhodan – NEO 25-26)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8230

|Silber Edition|:
[„Die Para-Sprinter“ (Perry Rhodan – Silber Edition 24) (Lesung)“ (Hörbuch) 6330
[„Brennpunkt Andro-Beta (Perry Rhodan – Silber Edition 25) (Lesung) „]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6492
[„Kontrollstation Modul“ (Perry Rhodan – Silber Edition 26) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6738
[„Andromeda“ (Perry Rhodan – Silber Edition 27) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6945
[„Lemuria“ (Perry Rhodan – Silber Edition 28) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7094
[„Der Zeitagent“ (Perry Rhodan – Silber Edition 29) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7094
[„Bezwinger der Zeit“ (Perry Rhodan – Silber Edition 30) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7560
[„Pakt der Galaxien“ (Perry Rhodan – Silber Edition 31) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7738
[„Die letzte Bastion“ (Perry Rhodan – Silber Edition 32) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7984
[„OLD MAN“ (Perry Rhodan – Silber Edition 33) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8084
[„Die Kristallagenten“ (Perry Rhodan – Silber Edition 34) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8232
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6743
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6936
[„Raumschiff Erde (Perry Rhodan – Silber Edition 76) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7092
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7092
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7504
[„Spur des Molkex“ (Perry Rhodan – Silber Edition 79) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7737
[„Menschheit am Scheideweg“ (Perry Rhodan – Silber Edition 80) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7936
[„Aphilie“ (Perry Rhodan – Silber Edition 81) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7985
[„Raumschiff in Fesseln“ (Perry Rhodan – Silber Edition 82) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8127
[„Der Terraner“ (Perry Rhodan – Silber Edition 119) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8231

|Silber Edition|-Downloadversion:
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 1 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 2 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 3 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6666
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 4 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6721
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6880
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6916
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6950
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6990
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7027
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7052
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7091
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7108
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7142
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7196
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7270
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7329
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7377
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7425
[„Spur des Molkex“ (Perry Rhodan – Silber Edition 79, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7486
[„Spur des Molkex“ (Perry Rhodan – Silber Edition 79, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7539
[„Spur des Molkex“ (Perry Rhodan – Silber Edition 79, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7588
[„Spur des Molkex“ (Perry Rhodan – Silber Edition 79, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7622
[„Menschheit am Scheideweg“ (Perry Rhodan – Silber Edition 80, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7685
[„Menschheit am Scheideweg“ (Perry Rhodan – Silber Edition 80, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7712
[„Menschheit am Scheideweg“ (Perry Rhodan – Silber Edition 80, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7757
[„Menschheit am Scheideweg“ (Perry Rhodan – Silber Edition 80, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7790
[„Aphilie“ (Perry Rhodan – Silber Edition 81, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7831
[„Aphilie“ (Perry Rhodan – Silber Edition 81, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7890
[„Aphilie“ (Perry Rhodan – Silber Edition 81, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7943
[„Aphilie“ (Perry Rhodan – Silber Edition 81, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7965

|Atlan – Zeitabenteuer|:
[„Söldner für Rom“ (Atlan Zeitabenteuer 7)] (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7505
[„Ritter von Arkon“ (Atlan Zeitabenteuer 8) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7933
[„Herrscher des Chaos“ (Atlan Zeitabenteuer 9) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8228

[„PERRY RHODAN: Odyssee“ 3240
[„Die Kaiserin von Therm“ 3241 (Perry Rhodan Silberband 94)
[„Die Rückkehr“ 1611 (Perry-Rhodan-Roman 2295)
[„Das Antares-Riff“ 1706 (Perry Rhodan Extra 2)
[„Perry Rhodan – Das Rollenspiel“ 2925 (Grundregelwerk)
[„Sternenozean“ 5831 (Hörspielserie, Teil 1-25)
[„Das gestrandete Imperium“ (Perry Rhodan – Der Posbi-Krieg 1)“ 6081
[„Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6394
[„Die Zeitstadt“ (Perry Rhodan – Andromeda 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6740
[„Geisterschiff CREST IV“ (Perry Rhodan – Taschenheft 10)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6925
[„Stardust 1 – Episode 1-20 (Perry Rhodan 2500-2519) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7558
[„Stardust 4 – Episode 61-80 (Perry Rhodan 2560-2579) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8085

Perry Rhodan – Herrscher des Chaos (Atlan Zeitabenteuer 9)

_Die |ATLAN – Zeitabenteuer| als überarbeitete Neuausgabe im „Blauband“:_

01 „An der Wiege der Menschheit“
02 „Säulen der Ewigkeit“
03 „Karawane der Wunder“
04 „Hüter des Planeten“
05 „Strafkolonie Erde“
06 „Wolken des Todes“
07 [„Söldner für Rom“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7505
08 [„Ritter von Arkon“ (Atlan Zeitabenteuer 8)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7933
09 _“Herrscher des Chaos“_
10 „Balladen des Todes“
11 „Kontinente des Krieges“
12 „Samurai von den Sternen“
13 „Die letzten Masken“

_Die Handlung:_

Könige und Kaiser, Kalifen und muslimische Heerführer – sie alle sind Herrscher des Chaos. In den Jahren zwischen 800 und 1200 nach Christi Geburt ringen sie um die Macht in den vom Krieg verwüsteten Ländern um das große Binnenmeer. Atlan, der zehntausend Jahre alte Arkonide, der später zum besten Freund Perry Rhodans wird, versucht Frieden zu stiften und entscheidende kulturelle Impulse zu geben. Er trifft auf Karl den Großen und Harun ar Rashid, auf Friedrich Barbarossa, Richard Löwenherz und Salahaddin, den Eroberer Jerusalems. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Rund 350 Jahre nach den Ereignissen des letzten „Zeitabenteuers“ gibts Krieg zwischen den Franken und den Wikingern. Atlan steht ES-bedingt in den Diensten von Karl dem Großen und unterstützt ihn unter anderem dadurch, dass er ihm ein Dampfschiff baut. Die Wikinger sind ja bekanntlich gut zu Wasser und da konnten die Franken mit ihren Pferden nicht viel anrichten.

Trotz seiner Abneigung gegen die Wikinger, braucht Atlan aber doch ihre Hilfe, denn keine Hundert Jahre später (Zeitsprünge sind ja kein Problem, schließlich sinds ja auch „Zeitabenteuer“, die der Hörer mit Atlan erlebt … und zwischen denen legt er sich immer aufs Ohr) landen Arkoniden auf der Erde und besegeln den Atlantik. Warum sind sie eigentlich nicht gleich bis zu dem Punkt geflogen, zu dem sie wollen? Haben sie ihren Anschlussflug verpasst? Schade für Atlan und gut den Hörer, denn so ist die Reihe noch nicht so schnell vorbei, klappts irgendwie doch nicht so richtig zwischen ihm und den Raumfahrern und so muss er dann doch noch „etwas“ länger auf Terra bleiben.

Das gibt dem Autor die Chance, wieder einen bekannten Namen fallenzulassen, dem sich der Akonide anschließen kann, um mit ihm Abenteuer zu erleben: Leif Eriksson, der Entdecker Amerikas. Ja, er war wirklich als Erster da … knappe 500 Jahre vor Kolumbus.

Auch die Besucher-Arkoniden von vor ein paar Hör-Stunden sind teilweise noch auf der Erde und wieder eine ganze Zeit später versucht Atlan noch mal Kontakt zu ihnen aufzunehmen … das hat Erfolg und führt ihm eine neue Gefährtin zu, Alexandra von Lancaster. Der Name klingt irgendwie verdächtig nach „Lannister“ aus den beliebten DAS LIED VON EIS UND FEUER – Romanen … aber die entstanden später und somit ists keine Kopie.

Dass Atlan ständig und immer wieder neue Gefährtinnen hat, ist auch für einen außerirdischen Mann nichts Neues und Schlimmes, schließlich muss man sich ja auch mal die Zeit mit etwas anderem vertreiben, als Schlafen und im Auftrag von ES die Welt retten. Ok, einen Urlaub mit seinem Roboter Rico hatte er sich auch gegönnt … das war dann die in diesen Blauband eingebaute Kurzgeschichte „Ein Roboter auf Urlaub“. Diesmal hat er gleich zwei Mädels in seiner Tiefseekuppel. Und da Tyanna als Erste da war, muss Alexandra jetzt schlafen und er zieht mit der anderen los. Und auch Scarron Eymundsson, die sich viel später in die lange Reihe der Atlan-Freundinnen einreihen wird, hören wir ganz am Ende noch mal kurz.

Es gibt auch ein paar weitere interessante und bekannte Namen zu hören, wie Barbarossa und Richard Löwenherz, aber auch eine sehr traurige Begebenheit … eine seiner weiblichen Begleitungen wird ermordet und der Arkonide ist wieder monogam … relativ.

_Das Hörerlebnis:_

Renier Baaken legt sich ins Zeug und präsentiert eine durchweg prima Leistung. Ohne großartig die Stimme zu verstellen oder zu verzerren, gelingt es ihm in der Regel, allein durch Veränderung der Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit oder einfach etwas mehr Pathos in der Stimme, die Charaktere für den Hörer unterscheidbar zu machen. So wirken die Dialoge sehr lebendig und die Szenenbeschreibungen klingen erzählt wie selbst erlebt und nicht abgelesen.

Allein Ezra, der „Händler“, dem Atlan Tyanna abkauft … der klang mir ein wenig zu krächzig und hoch. Und als er dann auch noch „Jehova“ sagt, musste ich grinsend an „Brian“ denken … „Steinigt ihn, er hat ‚Jehova‘ gesagt!“ … die Stimmlage ist ähnlich.

_Die Dauer der Lesung:_

Wer sich fragt, warum Renier Baaken für die Lesung eines ATLAN-Blaubandes 23 Stunden braucht, während seine Kollegen wie Josef Tratnik einen PERRY-RHODAN-Silberband in nur 17 Stunden vorlesen können, der hatte die Romanvorlagen noch nicht in der Hand.

Zwar sind beides Sammelbände, aber die Silberbände setzen sich aus Heftromanen zusammen und die Blaubände aus Taschenbüchern. Das erweitert den Umfang und macht die Lesungen länger. Gut für den Hörer, denn so gibts mehr zu erleben.

_Der Autor:_

Hans Kneifel (* 1945) wuchs er in Oberbayern auf, seit 1948 lebt er in München (und zeitweise auf Sardinien). Nach seiner Ausbildung zum Konditormeister und dem Begabtenabitur 1960 begann er ein Studium der Pädagogik, das er 1965 mit dem Staatsexamen abschloss. Er war danach Berufsschullehrer, bis er sich entschloss, freier Schriftsteller zu werden. 1956 debütierte er mit dem Roman „Uns riefen die Sterne“, inspiriert von dem Kinofilm „Endstation Mond“. 1965 erschien sein erstes „Perry Rhodan“-Taschenbuch, drei Jahre später wurde er in das Team der „Perry Rhodan“-Heftserie berufen. Bei der Stadtzeitschrift „Wir Münchener“ fungierte er in den achtziger Jahren als Chefredakteur. Nach jahrelanger Abstinenz schreibt er jetzt wieder als Gastautor an der „Perry Rhodan“-Heftserie mit. (Wikipedia)

_Der Sprecher:_

Renier Baaken (* 1949) ist freischaffender Sprecher für Synchron, Werbung, Industriefilm, Ladenfunk und Hörbücher. Er studierte in Düsseldorf englische und amerikanische Literaturwissenschaft, Psychologie, Philosophie und Theaterwissenschaft. Als Schauspieler war war er in Düsseldorf und Moers engagiert sowie in mehreren Fernsehspielen und -serien (z. B. „Achtung Zoll“, „MS Franziska“ etc.) Seit den 1990er Jahren verlegte er sich mehr und mehr auf Sprecherrollen. Seit 2002 spricht er verschiedene Rollen in „Perry Rhodan“-Hörspielen und seit 2007 liest er Hörbuch-Versionen der „Perry Rhodan“-Heftserie. (Perrypedia)

_Die Ausstattung:_

|Die MP3s und das Booklet|

Die Qualität der MP3s entspricht nicht dem Eins-A-Medien-Standard, was nicht heißt, dass dieses Hörbuch schlechter klingt. Die MP3s sind nicht mit einer festen Bitrate codiert, sondern mit VBR, also einer variablen Bitrate zwischen 64 und 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende.

Das an eine Graphic Novel erinnernde Cover ziert nicht nur die beiden MP3-CDs, sondern auch die ID3-Tags der MP3-Dateien. Dazu bekommt der Hörer ein Booklet-Faltblatt, in dem die Technik-Credits zu finden sind und ein paar Infos zum Sprecher. Außerdem gibt es noch etwas Werbung für die MP3-CD-Version der Perry Rhodan |Silber Edition 119| , „Der Terraner“.

_Mein Fazit:_

Diesmal folgen wir Atlan durch die Jahre 800-1270 der Erdgeschichte und grasen dabei wie üblich auch ein paar bekannte Namen ab. Karl der Große, Leif Eriksson, Barbarossa, Richard Löwenherz, sie alle haben ihre Auftritte in diesem Zeitabenteuer und Atlan kämpft, entdeckt und vermittelt an der Seite des einen oder anderen, gegen den einen oder anderen. Zeit für Freundinnen hat er auch wieder, diesmal gleich für mehr als eine.

Gewohnt lebendig und mit viel schauspielerischem Einsatz vor dem Mikro begleitet Renier Baaken uns durch den Abenteuer-Tag … die Lesung dauert ja netto fast so lange. Alles klingt erzählt wie erlebt und nicht abgelesen wie ausgedruckt. Wieder mal eine gelungene Lesung, die Spaß macht und gut unterhält.

2 MP3-CDs
Spieldauer: 22:52 Stunden
Tracks: 241
Gelesen von Renier Baaken
Romanvorlage: ATLAN – Blauband 9 (1996), bestehend aus den Perry-Rhodan-Planetenromanen 89, 92, 279, 282 (Teil 2 und 3) und der Kurzgeschichte „Ein Roboter auf Urlaub“ aus dem Jubiläumsband 2
ISBN: 978-3-943393-37-8

www.einsamedien.de

Eine Hörprobe stellt der Verlag auch bereit: https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=39264

Das neunte Zeitabenteuer von ATLAN wird vom Verlag auch als Download-Version mit 1.8 GB angeboten. Zu finden ist es hier: https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=39264

John Sinclair Classics – Amoklauf der Mumie (Folge 13)

_Die Handlung:_

Jahrzehntelang versuchten Archäologen vergeblich, das Rätsel um die Mumie des ägyptischen Herrschers An Chor Amon zu lösen. Erst der Expedition von Professor Cornelius ist der Erfolg vergönnt, die geheime Grabkammer zu finden. Doch noch bevor er und seine Helfer die Pyramide wieder verlassen können, gibt es das erste Todesopfer. Den skrupellosen Cornelius hält das nicht ab, die Mumie nach London zu bringen, um sie der Öffentlichkeit vorzuführen. Dort nimmt das Unheil seinen Lauf … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Dieses CLASSICS-Gruselabenteuer ist die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 85, der erstmalig im April 1975 an den Kiosken unter dem Serientitel „Gespenster-Krimi“ zu kaufen war.

Nachdem die Sprecherin mit zusammengebissenen Zähnen die Einleitung wie immer zu ruckartig sprachmelodisch vertont, kanns auch endlich mumiengruselig werden. Abgesehen vom Wort-Staccato der Sprecherin. Selbst die absichtlich monoton gehaltenen Überleitungssätze des zweiten Sprechers verbreiten mehr Stimmung. Alexandra Lange-Baehr bekommt vom Skript diesmal aber auch ungewöhnlich viel und wesentlich mehr Gelegenheit, um unter Beweis zu stellen, dass sie sicher super als Märchenerzählerin oder für verruchte Liebesnovellen eingesetzt werden kann. Streckenweise wirkt das Hörspiel wie eine inszenierte Lesung. Grusel und Horror nehme ich ihr einfach nicht ab, zumal sie mit ihrer abgehackten Sprechweise, der seltsamen Betonung und Sprachmelodie viele Sätze in kleine Stücke fetzt und so keinen flüssigen Hörgenuss vermittelt, sondern eher Unruhe verbreitet, die nichts mit der Vorlage zu hat, von der sie abliest.

Aber nicht nur sie bekommt eine Menge Monologe vorgesetzt, auch der Geisterjäger selbst muss einen minutenlangen Vortrag zur Erklärung halten, damit der Hörer weiß, worum es geht und warum was passiert … oder passiert ist. Das bremst die Handlung und trübt den Hörspaß gewaltig … immerhin ist dies ein Hörspiel und keine Lesung mit wechselnden Sprechern.

Und leider dauert es auch eine gute halbe Stunde, bis „John Sinclair und die entführte Mumie“ endlich interessant wird und Johns Freund Bill Conolly bei seinen Ermittlungen die richtigen Fragen aufwirft. Bis dahin ist die Mumie weder Amok gelaufen, noch hat sie nennenswerten Schaden angerichtet, der den Hörer bis hierher an die Story fesseln konnte. Bislang gab es ja auch keine. Und selbst der Geisterjäger himself weiß eigentlich die ganze Zeit über nicht, ob das denn nun ein Fall für ihn ist … oder doch nicht. Da liegt die Betonung dann auf „Krimi“ und selbst das ist maßlos übertrieben.

Spannend und gruselig wird es aber auch dann immer noch nicht. Es dauert bis zum letzten Drittel des Hörspiels, wobei hier auch erst die letzten zehn Minuten ein wenig echtes Drama zu bieten haben. Trotzdem sind Sinn und Zweck der Hintergründe überhaupt nicht klar, auch wenn deren Auf- oder Erklärung nicht mehr viel genützt hätte, um das Hörspiel noch zu retten.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

John Sinclair – Dietmar Wunder
Erzählerin – Alexandra Lange-Baehr
Professor Cornelius – Peter Weis
Tessa Mallay – Christine Pappert
Bill Conolly – Detlef Bierstedt
Sheila Hopkins – Daniela Hoffmann
Professor Wickfield – Hasso Zorn
Inspector Spencer – Thomas Nero Wolf
Dennis Forster – Gerald Paradies
Phil Lester – Jens Wendland
Mary Sinclair – Luise Lunow
Omar – Samir Fuchs
Haddur – Tayfun Bademsoy
Sir James Powell – Karlheinz Tafel
Ansage – Jürgen Holdorf

sowie Sebastian Schulz, Uwe Hügle, Jan-Gregor Kremp, Marco Göllner, Peter Woy, Simone Brahmann, Julia Fölster, Frank Jordan, Tim Kreuer, Alexander Rieß und Sonja Stein

|Technik-Credits:|

Hörspielskript: Michael Koglin
Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt ist mit einem auf den Betrachter zustürzenden Mumie bedruckt und weicht bis auf die Tatsache, dass hier eine Mumie zu sehen ist, komplett vom hier umgesetzten Heftroman der „Gesoenster-Krimi“-Reihe ab. Zu lesen gibt es eine Aufstellung nebst Cover der bereits veröffentlichten CLASSICS-Folgen sowie der kommenden Folge „Dämonos“. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Dies war die bislang schwächste CLASSICS-Episode der Sinclair-Reihe. Wer auch immer diesen Roman zur Verhörspielung ausgewählt hat, wird sich wenig Freunde gemacht haben.

Die erste Hälfte des Hörspiels erinnert eher an eine inszenierte Lesung, in der die gewohnt unpassende Sprecherin einen viel zu hohen Wortanteil hat und am Ende im Wechsel mit dem Geisterjäger selbst ständig die Szenen und Umstände beschreiben muss.

Die Mumie läuft hier weder Amok, noch bekommt sie vom Skript generell viel zu tun beziehungsweise zu morden. John und Bill ermitteln bis zum Ende und der Showdown ist dann verdammt schnell, unspektakulär und ähnlich langweilig wie die Hörstunde zuvor.

Wer einen Spannungsfaden findet, der sieht ihn die ganze Zeit über auf gleich tiefem Niveau dahinsiechen, gegen Ende eine kurze Spitze anzeigen, um kurz darauf schnellstens wieder zu versinken … wortwörtlich.

Hoffentlich wählt der Verlag beim nächsten CLASSICS-Abenteuer ein spannenderes Heft zur Vertonung aus.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 63:58 Min.
Tracks: 11
ISBN-13: 978-3-7857-4379-9|
http://www.luebbe-audio.de

Über 50 Rezensionen rund um den beliebten Geisterjäger |John Sinclair| findet ihr in [unserer Datenbank]http://buchwurm.info/book

Star Wars – Der Zorn der Mara Jade (Erben des Imperiums 3)

Die THRAWN-Trilogie:

Teil 1: „Erben des Imperiums“
Teil 2: „Die dunkle Seite der Macht“
Teil 3: „Das letzte Kommando“

Die Hörspiel-Umsetzung von „Erben des Imperiums“:

Teil 1: „Der Wächter des Mount Tantiss“
Teil 2: „Das Imperium greift an“
Teil 3: „Der Zorn der Mara Jade“
Teil 4: „Die Schlacht um Sluis Van“

Die Handlung:

Star Wars – Der Zorn der Mara Jade (Erben des Imperiums 3) weiterlesen

John Sinclair – Die Todesgöttin (Folge 78)

Die Handlung:

Viele Legenden ranken sich um die indische Göttin Kali. Ihre Diener, die Tongs, sollen der Göttin Menschenopfer darbringen. Im Geheimen finden sie sich zusammen, um Kali zu huldigen. Als der Archäologe Dr. Achibald Wright einen ihrer Tempel aufstöbert, findet er dort nicht nur seltsame Skulpturen, sondern auch eine riesige, mit Gold überzogene, vierarmige Göttin. Außerdem findet er … den Tod! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer 12 gemacht, das erstmalig im März 1982 erschienen ist. Sinclair-Freunde, die auch die CLASSICS-Reihe des Verlags verfolgen, erleben hier ein Wiedersehen mit Mandra Korab und seinen sieben Dolchen. Der Inder trat in der CLASSICS-Folge 12, „Das Höllenheer“, erstmal verhörspielt auf.

„Die Todesgöttin“ legt direkt von Anfang an los. Hollywoodreifes Ohrkino mit tollen Effekten und Musik im Stile von INDIANA JONES zieht den Hörer sofort in die Story und klingt in der Tat wie die Tonspur eines Abenteuerfilms. Und da es wieder um besessene Kali-Mönche geht, passt halt auch Mandra Korab prima mit in die Story. Interessanterweise kann man dem Autor hier aber nicht vorwerfen vom „Tempel des Todes“ abgeschrieben zu haben, der kam erst zwei Jahre später in die Kinos.

Und so erleben wir hier auch keine Horror- und auch keine echte Grusel-Folge des Geisterjägers. Die durchgängig präsente und spannend schnelle Action und das abwechslungsreiche Abenteuer entschädigen aber sicher auch den, der es gern matschig und eklig hat.

Gebremst wird die Action-Achterbahnfahrt leider immer wieder durch die Passagen, die das Skript für die Erzählerin vorgesehen hat. Wie Kaugummi zieht Alexandra Lange die Wörter zwischen den zusammengebissenen Zähnen hindurch in die Länge und hackt fast jeden ihrer Sätze in kleine unrhythmische Stücke, sodass man am liebsten vorspulen würde, um diesem Horror zu entkommen.

Die Sprecher und ihre Rollen:

John Sinclair: Frank Glaubrecht
Suko: Martin May
Erzählerin: Alexandra Lange
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Mandra Korab: Dirk Hardegen
Jim Marlowe: Frank Felicetti
Dr. Wright: Karl-Henrik Möller
Manjula: Mala Ghedia
Sabra: Tayfun Bademsoy
Zollbeamter Carter: Uli Krohm
Anupam: Reinaldo Almeida
Ansage: Jürgen Holdorf

sowie Iris Artajo, Peter Franke und Alexander Rieß

Technik-Credits:

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

Die Ausstattung:

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt ist mit der grafisch aufpolierten Front des dem Hörspiel zugrundeliegenden Heftromans geschmückt und enthält eine Liste der bereits veröffentlichten Folgen der „2000“-Serie und der „Classic“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Ein weiterer Einleger wirbt für die Hörspiel+Musik-Sonderfolge „Dark Symphonies“.

Interessant ist, dass Kali auf dem Cover sechs Arme hat, im Hörspiel aber nur von vier Armen die Rede ist.

Mein Fazit:

„Indiana Sinclair und die Göttin des Todes“ bietet hollywoodtaugliche Höraction und ein dauerhaft fesselndes Abenteuer. Die Effekte und die Musik sind auf Spielfilmniveau, die Handlung ist durchweg spannend und arbeitet kontinuierlich auf den Showdown hin.

Hier gibts zwar keine Geister, die es zu jagen gilt, keinen Horror, der matschige Splattereffekte auslöst, aber jede Menge handfeste Hand-to-Hand-Action und Spannung pur. Eine Hörstunde, die wie im Flug vergeht.

Audio-CD
Spieldauer: 56 Min.
Tracks: 12
ISBN: 978-3-7857-4598-4
http://www.luebbe-audio.de

Über 50 Rezensionen rund um den beliebten Geisterjäger John Sinclair findet ihr in unserer Datenbank.

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Buchna, Hendrik (Autoren) / Minninger, André (Hörspiel) – Die drei ??? – Im Zeichen der Schlangen (Folge 157) (Hörspiel)

_Zur Story_

Ein großes Event steht auf dem Schrottplatz von Onkel Titus an: Eine Auktion stattlichen Ausmaßes. Um die zu stemmen, hat sich Titus mit einem befreundeten Unternehmen zusammengetan, dessen Mitarbeiterin Sheila Masters die drei Fragezeichen offenbar nicht nur kennt, sondern auch gleich einen Fall für die Jungs parat hat. Allerdings wurden Justus, Peter und Bob in dem ganzen Trubel auf dem Schrottplatz soeben bereits von einem Hünen im schmuddeligen Cowboy-Outfit engagiert, der ihnen kurzerhand ein kleines Päckchen sowie 50 Dollar in die Hand drückt und entschwindet. Nicht jedoch ohne seinen Auftrag in ruppig-knappe Worte zu fassen: „Nicht reden – Stern finden!“. Weitere 50 Dollar stellt er ihnen ebenfalls in Aussicht.

Neugierig, wie die drei Detektive nun mal sind, beschließen sie der Sache natürlich auf den Grund zu gehen. Aber auch Sheilas Anliegen wird parallel bearbeitet. Die Kunstexpertin hat auf einer Party einen netten, jungen Mann kennengelernt und sich in ihn verliebt. Seanford Newman, seines Zeichens Betreiber der Event-Agentur „Fundango“, gibt vor ebenfalls Kunstliebhaber zu sein, scheint aber nicht wirklich Plan von der Materie zu haben. Sheila wüsste nun allzu gern, ob ihr Seanford grundsätzlich ein falscher Fuffziger ist, weshalb die drei Fragezeichen etwas über ihn herausfinden sollen. Als sie ein Foto ihres Angebeteten präsentiert, verschlägts den Jungs die Sprache. Seanford ist niemand anderes als ihr Erzfeind Skinny Norris!

_Eindrücke_

Inzwischen hat Hendrik Buchna sich als Autor innerhalb der Serie etabliert, wobei dieser Fall seine erste „richtige“, sprich: eigenständig, in sich abgeschlossene Drei-???-Story ist. Wie nicht anders zu erwarten, setzte André Minninger bei der Umsetzung ins Hörspiel an einer ganzen Reihe von Punkten den Kürzungshebel an. Im Original ist der, nach der Schrumpfungskur immer noch ganz schön komplexe, Plot noch ausgebuffter konstruiert. Mr Hunnicut, der urige wie geschäftstüchtige Nachbar der Familie Jonas etwa, oder auch der offenbar vollkommen bekiffte Ladenbesitzer „Gizmo“ haben im Buch mehr Raum und tragen damit nicht unwesentlich zum zeitweilig ziemlich skurrilen Ambiente der Geschichte bei. Grundsätzlich ist der ganze mehrgleisige Ablauf bis hin zur (für Nichtkenner der Vorlage) überraschenden Auflösung jedoch natürlich identisch.

Lediglich das Western-Element um Marshall Wyatt Earp, welches eine der vielen Fährten ist, bekommt im Hörspiel – subjektiv betrachtet – nicht ganz so viel Gewicht. Auch die Eifersuchtsszenen wurden dankenswerterweise abgemildert, sodass Andreas Fröhlich einen zwar verliebten, aber darin nicht überzogenen dritten Detektiv intonieren darf. Dessen Gebaren wollte im Buch nicht so recht zu Bobs vergleichsweise reifen und besonnenen Charakter passen. So gesehen haben die Veränderungen gegenüber dem Roman nicht selten durchaus ihre positiven Seiten. Auch sonst herrscht an der (Stamm-)Sprecherfront die übliche Professionalität, wiewohl Andreas von der Meden definitiv zu alt für einen jungen Burschen wie Skinny klingt, dessen Komplizin übrigens von ???-Autorin Kari Erlhoff gesprochen wird. Zudem gibt sich Tilo „Michael Clark Duncan“ Schmitz mal wieder die Ehre eine (passende) Gastrolle zu bekleiden.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad

_Sprecher und Figuren_

Thomas Fritsch (Erzähler), Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Hans Meinhardt (Onkel Titus), Inspector Cotta (Holger Mahlich), Andreas von der Meden (Skinny Norris), Tilo Schmitz (Riese), Heinz Lieven (Mr. Hunnicut), Melanie Pukaß (Sheila), Kari Erlhoff (Felicity), Mike Olsowski (Chester), Michael von Rospatt (Gizmo), André Minninger (Godween)

_Fazit_

Die bis ins Letzte ausgeklügelte und höchst komplexe Romanvorlage in 74 Minuten Laufzeit zu pressen, ist nicht so ganz gelungen – es bleiben bei der Umsetzung ein paar feine Details außen vor, die das Buch noch eine Spur interessanter erscheinen lassen. Auf der anderen Seite ist die Adaption naturgemäß straffer abgestimmt und kommt entsprechend knackiger auf den Punkt, ohne dabei zu viel Wesentliches dem Rotstift zu opfern. Die spannende wie originelle Story geht weiterhin reibungslos auf. In Sachen treffenderer Figurenzeichnung Bobs ist das Hörspiel sogar im Vorteil. Demnach spannt der schlangenhaft verbogene Rezensentendaumen konsequent den Hahn und stanzt aus der Hüfte vier saubere Löcher in den Sheriff-Stern des 157. Falles. Die 5. Patrone bleibt der atmosphärisch dichteren Printfassung vorbehalten.

|1 Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 74 Minuten
Erzählt von Hendrik Buchna nach Figuren von Robert Arthur
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2012
EAN: 886979232723|
http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 100 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Dorian Hunter – Devil’s Hill (Folge 20)

Die Handlung:

Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie, ist vernichtet. Die Schwarze Familie hat ihren „Kopf“ verloren – und wie es die Statuten der Dämonen wollen, beginnt die Suche nach einem Nachfolger mit einem Konzil, welches Skarabäus Toth, der Syndikus der Schwarzen Familie, auf einem Schloss in England zusammenruft. Gleich mehrere Sippenführer erklären sich bereit, die Nachfolge anzutreten – doch das Erscheinen der abtrünnigen Hexe Coco Zamis ändert alles … und bald geschieht der erste Mord! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Laut Studio ist „Devil’s Hill“ eine Interpretation des DÄMONENKILLER-Romans Nummer 18 mit dem Titel „Das Fest auf dem Teufelshügel“, der im Oktober 1974 am Kiosk um die Ecke zu kaufen war. So springen wir von der Heftumsetzung her interessanterweise nummerierungstechnisch wieder vier Positionen zurück. Der letzte verhörspielte Roman trug die Nummer 22 und war erst im Dezember des gleichen Jahres zu kaufen. Und noch etwas für Statistikfreunde: Dies ist die erste Geschichte, die nicht mehr unter dem VAMPIR-HORROR-Label erschienen ist, sondern jetzt die Überschrift DÄMONENKILLER trug. Somit hatte der bei den Lesern sehr beliebte Dorian Hunter endlich seine eigene Serie.

Bevor aber die Spannung und der Grusel losgehen, werden die Nerven des Hörers und der Hörspielcharaktere durch etwas anderes auf eine harte Probe gestellt. Die endlosen Vorstellungen der Anwesenden und anschließende Beschreibung des Wahlprozederes durch Olivaro ziehen sich mächtig in die Länge. Hier hätte man pauschal schon mal eine Menge kürzen können … und sollen. Spannend wie eine Papstwahl, also gar nicht. Nur die lebendige und teilweise überdreht wahnsinnige Darbietung der Sprecher lockert die Szenerie an dieser Stelle auf.

Die Versuche der Sprecher aber, sich an ausländische Akzente zu wagen, erbringen sehr unterschiedliche Ergebnisse. Nur einer von ihnen schafft einen glaubwürdigen Akzent, einen Niederländischen, um genau zu sein. Der Versuch eines indischen Akzents durch Djuwita Müller regt doch eher zum Grinsen an und klang für mich nicht glaubwürdig, eher nach jemandem, der sich den Mund voller Brötchen gestopft hat. Die schwächste Sprecherin der Grusel-Runde ist Gertie Honeck, die auch ohne Akzentversuch komplett abgelesen und steril klingt und trotz Lautstärkenvariation komplett unglaubwürdig und unlebendig bleibt.

Die Mordserie und die damit verbundene Interaktion der Mitglieder der Schwarzen Familie sind hingegen spannend umgesetzt. Das kombiniert ein klassisches „Whodunit“ mit Grusel- und Splatterelementen. Und so sterben die Bösewichter und -wichterinnen einer nach dem anderen, ganz ohne ein Zutun von Dorian Hunter. Dieser Name fehlt nämlich nicht zufällig in der Sprecherliste.

Und dennoch ist er ein wichtiger Teil dieser Geschichte, denn Olivaro, der ja selbst gern das neue Oberhaupt der Gruppe werden möchte, präsentiert eine neue Idee, wie man dem Dämonenkiller begegnen könnte: Die Auslöschung seines Umfeldes. Vornehmlich geht es aber hier um das Finden des Mörders und um Ermittlungsmethoden.

Nachdem das dann auch von Erfolg gekrönt wurde, ufert das Ende von „Devil’s Hill“ in einem akustischen und für das Opfer extrem unangenehmen Kettensägenmassaker aus. Wahrscheinlich um daran zu erinnern, dass DORIAN HUNTER eigentlich gar keine Krimiserie aus den 1950ern ist …

Geräusche und Musik:

Da diese Folge sehr dialoglastig ist, hat die Tonschmiede weniger zu tun als sonst. Dennoch unterstützen Effekte und Überleitungsmusik, wo sie vom Skript die Chance dazu bekommen. Lediglich der Stimmenverzerrer-Effekt, der bei der „Retemporierung“ eingesetzt wird, erinnerte mich eher an ein Science-Fiction-Hörspiel als an Dämonengrusel. Die Splatter-Effekte sind aber extrem matschig, eklig und werden den SAW-Fans unter den Hörern gut gefallen.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Olivaro: Stefan Krause
Skarabäus Toth: Andreas Schmidt
Coco Zamis: Claudia Urbschat-Mingues
Creeper: Thomas Nicolai
Bob Dinero: Gordon Piedesack
Red Jong: Herman van Ulzen
Theresa Angeli: Gertie Honeck
Viale Mouthino: Tim Sander
Alexander Darsimokov: Romanus Fuhrmann
Hassan El-Kali: Karim Chamlali
Peter Winkler: Konstantin Graudus
Kim Jong-suk: Djuwita Müller
Jean Dannet: Simone Brahmann
Nora Manning: Susanne Meikl
Xavier Mbato: Kai-Henrik Möller
Asmodi: K. Dieter Klebsch

Technik-Credits:

Ein Mystery-Hörspiel von Marco Göllner – nach einer Story von Neal Davenport
Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie, Tonproduktion: Marco Göllner
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Gary Stack im Studio Konterfei, Berlin
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Die Ausstattung:

Das Cover des Booklets zeigt eine düstere Burg am düsteren Waldesrand, alles im düsteren Stil der „Dorian Hunter“-Serie gehalten. Die CD, die mit dem gleichen Motiv bedruckt ist, steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält in der Hauptsache eine zweiseitige Dankesrede von Dennis Ehrhardt. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Und dann gibts noch ein paar Infos zu den Taschenbuch- und eBook-Ausgaben von „Dorian Hunter“ sowie eine Folgenliste der bereits erschienenen Episoden.

Mein Fazit:

Eine DORIAN-HUNTER-Folge ohne den titelgebenden Haupthelden erwartet den Gruselfreund hier. Ein klassischer „Whodunit“-Krimi, der von vielen Dialogen und Ermittlungsarbeit geprägt ist und am Ende zum Splatterfest wird.

Die meisten Sprecher machen zusammen mit den exzellenten Effekten einen prima Job und die Interaktion zwischen den verschiedenen durchgedrehten Charakteren unterhält zum Teil spannender als die Story selbst. Die ist hier irgendwie nur Beigabe und könnte in einem Satz zusammengefasst werden.

Eine unterhaltsame Folge der Serie, die aber sicher nur die ganz treuen Fans noch ein weiteres Mal hören werden.

1 Audio-CD
Spieldauer: 69:24 Min.
Tracks: 25
Empfohlen ab 16 Jahren
UPC: 0602527908618
http://www.folgenreich.de/dorianhunter
http://www.marcogoellner.de
http://www.dorianhunter.net

Ahner, Dirk – Hui Buh – Neue Welt: Der Schatten des Gespensterjägers (Folge 4) (Hörspiel)

_Zur Story_

Winterzeit in und um Schloss Burgeck – In der Nacht hat es einen halben Meter Neuschnee gegeben und während Tommy und HUI BUH sich einen vergnüglichen Morgen mit Schneemann und -ballschlacht machen, kutschieren Julius und Konstanzia ins Dorf, um Sir Percy aus good ol‘ England abzuholen, welcher seinen königlichen Neffen besuchen kommt. Julius ist schon ziemlich aus dem Häuschen, wegen des heiklen Gastes aus höchst adeligem Hause. Immerhin der Cousin dritten Grades der englischen Königin, wie er nicht müde wird zu betonen.

Also: Immer schön repräsentieren und keep smiling. Jegliche Spukeskapaden des Schlossgespensts sind überdies für die Dauer seines Aufenthalts verboten, dennoch kommt es zu seltsamen Begebenheiten. HUI BUH und Tommy schwören nichts damit zu tun haben. Als dann noch ein seltsamer „Professor“ am Tor auftaucht und seine viel zu teuren Dienste als Geisteraustreiber anbietet, wird klar, dass hier irgendetwas oberfaul sein muss. Die beiden nehmen die Verfolgung auf – und ahnen dabei noch nicht, wie skrupellos und gefährlich der vermeintliche Gespensterjäger tatsächlich ist.

_Eindrücke_

Die Neuauflage der Serie hatte sich September 2008 bereits als erfolgreicher Nachfolger des Klassikers erwiesen, sodass nach der ersten Tranche aus Folge 1 bis 3 nun den Fortsetzungen ein halbes Jahr nach Einführung nichts im Wege stand. Für die vierte Geschichte aus HUI BUHs neuer Welt fand sich erneut Dirk Ahner ein, welcher auch schon für den Auftakt sowie bereits das Buch und Hörspiel zum Kinofilm von 2006 sorgte. Auf jenem Film basiert schließlich auch das Remake aus dem Hause EUROPA, wobei Christoph Maria Herbst hüben wie drüben einen hervorragenden König Julius abgibt – hier eben „nur“ stimmlich. Bei der Besetzung der weiteren Rollen wurden gegenüber der Leinwand andere Sprecher verpflichtet, welche sich inzwischen als ebenso gute Griffe und konstante Größen erwiesen.

Neben dem Stamm-Ensemble kommen immer wieder bekannte Gastsprecher zum Einsatz. Diesmal gibt sich Frank „Kevin Costner“ Glaubrecht die Ehre und mimt den nörgeligen, hochnäsigen Onkel, dem man auf Burgeck absolut nichts recht machen kann. Zwar ist die Sache mit dem überzogenen englischen Akzent ein ziemliches Klischee, doch immerhin nimmt man sich im Hörspiel auch diesbezüglich selbst ein wenig auf die Schippe. So viel zum comical relief. Wesentlich finsterer kommt da schon Jürgen Kluckert alias Prof. Dr. Gumprecht zu Ratfried rüber – und das ist auch gut so. Wiewohl er für das untere Ende der angegebenen Zielgruppe vielleicht schon einen Tick zu realistisch fies ausgelegt ist. Der Rezensent hätte den Tonträger als Sechsjähriger bestimmt so schnell nicht wieder angefasst. Aber das waren damals in den Siebzigern auch ganz andere Zeiten.

Die heutige Hörerschaft hat mit den verklärten und teils unrealistischen Setups vergangener Tage ohnehin nichts mehr am Kopp. Das sieht man allein daran, dass die königliche Patchwork-Familie allein durch ihre Konstellation durchaus moderne, gesellschaftlich aktuelle Tatsachen und Trends widerspiegelt, dabei aber auch immer wieder alte Tugenden beschwört, ohne den moralinschweren Zeigefinger zu schwingen. Die Titelfigur, die Stefan Krause inzwischen aus dem Eff-Eff beherrscht, ist auch längst keine One-Man-Show mehr, sondern muss sich den anderen – mindestens gleichrangigen – Identifikationsfiguren (speziell Tommy und Sophie) unterordnen. Auch die verwendete Sprache ist eine andere als die von Dunnemals. Da werden Sterbliche schon mal als „Fleischsäcke“ oder „Luftatmer“ geschmäht, es bleibt aber alles im harmlosen Rahmen, der selbst die kleineren Zuhörer nicht überfordert. Natürlich geht immer alles gut aus, wenngleich diesmal ein paar Dinge offenbleiben bzw. eleganter hätten gelöst werden können.

_Die Produktion_

Buch: Dirk Ahner
Konzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester

|Sprecher und Figuren|

Andreas Fröhlich (Erzähler / Intro von Hans Paetsch), Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Frank Glaubrecht (Sir Percy Archibald Funningham), Jürgen Kluckert (Professor Doktor Gumprecht zu Ratfried), Klaus-Peter Grap (Husch-ums-Eck), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach) sowie Thomas Nicolai, Ilka Weinknecht und Hans Halbert (als Wirtshausgäste)

_Fazit_

Eine liebevoll produzierte Folge, die ein schönes Maß zwischen Spannung (Die Figur des durchtriebenen Gumprecht), Humor (Sir Percy sowie Julius‘ krampfhafter Versuch eine Bilderbuchfamilie zu präsentieren) und Gefühl (Husch-ums-Eck – das kleine, furchtsame und hinreißend lispelnde Gespenst mit der Sterblichen-Phobie) aufweist. Moralisch einwandfreie Message? Ehrensache! Wem beim Finale nicht ein klitzekleines Bisschen die Tränen aufsteigen, hat entweder kein Herz oder verdient sein Geld vermutlich auch als zwielichtiger Gespensterjäger. Ein paar Kleinigkeiten hätten man noch weiter ausbauen können und manches läuft – zumindest aus (über-)kritischer Erwachsenensicht – doch etwas zu glatt und schnell, doch nach knapp 70 Minuten ists auch genug und die sind wahrlich nicht langweilig. Der spukerprobte Rezensentendaumen weist eindeutig in Richtung des fahlen Mondlichts.

|1 Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 68 Minuten
Extra CD-ROM-Teil mit Fan-Geschichten
Nach Motiven von Eberhardt Alexander-Burgh (1928 – 2004)
Vom Hersteller empfohlen von 6 bis 99 Jahren
EAN: 886972294520|
http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Hui Buh … fährt Geisterkarussell“ (Folge 6)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7613
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Hui Buh … und das wilde Geisterheer“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7776 (Folge 17)
[„Neue Welt: Der verfluchte Geheimgang“ (Folge 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8022
[„Neue Welt: Entführung in die Geisterwelt“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8110
[„Neue Welt: Das mysteriöse Geisterbuch“ (Folge 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8171
[„Neue Welt: Das unheimliche Internat“ (Folge 7)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7773
[„Neue Welt: Adolars Rückkehr“ (Folge 9)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7771
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Neue Welt: Das verzauberte Schwert“ (Folge 15)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7769
[„Neue Welt: Der grauenvolle Geburtstag“ (Folge 16)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8187
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Samdereli, Nesrin – Hui Buh – Neue Welt: Der grauenvolle Geburtstag (Folge 16) (Hörspiel)

_Zur Story_

Geheimnisvolles Treiben herrscht auf Schloss Burgeck. Die Schlossbewohner bereiten den Geburtstag des Kastellans vor. Der hat natürlich keine Ahnung davon, dass er mit einem tollen Tag überrascht werden soll, an welchem er ausnahmsweise mal nichts zu tun braucht, sondern die anderen alle seine Haushaltsaufgaben erledigen. Einer ist auch ahnungslos: HUI BUH. Der hat den Geburtstag des alten Weggefährten glatt verschwitzt und selbstverständlich auch kein Geschenk. Gut, dass sich noch eine Flasche Gruftwein in seinem Fundus befindet, diese Peinlichkeit zu vertuschen. Allerdings würde der Kastellan nichts aus der Geisterwelt trinken, daher beschließt der einfallsreiche Schlossgeist, die Pulle kurzerhand umzulabeln. Schwupps, ist ein äußerlich unverdächtiger „Vitaltrunk“ daraus geworden. Der mundet dem Geburtstagskind vorzüglich und sorgt in der Tat für einen ungeheuren Vitalitätsschub. Leider hat Gruftwein die unangenehme Eigenschaft bei Sterblichen gewisse Nebenwirkungen zu entwickeln – der Kastellan wird von Tag zu Tag rapide jünger. Ein Gegenmittel muss her und die Zeit drängt.

_Eindrücke_

„Timeo danaos et dona ferentes“ lautet eines der beliebten lateinischen „Asterix“-Zitate und es lässt sich auch auf Schlossgespenster ausweiten, deren Geschenken offenbar ebenfalls nicht zu trauen ist, selbst wenn diese nicht aus Griechenland, sondern aus der Geisterwelt stammen. Diese Geschichte um einen scheinbar harmlosen, aus der Not geborenen, Etikettenschwindel entwickelt sich alsbald zu einem kindgerecht inszenierten Lehrstück, wie sich anfänglich durchaus positive Entwicklungen auch recht rasch umkehren können und dann zum gravierenden Problem werden. Der Aufhänger bietet eine gute Gelegenheit, die Handelnden in drei Gruppen mit verschiedenen Handlungssträngen und Aufgabengebiete aufzuteilen. Diese laufen ziemlich gleichberechtigt parallel zueinander ab – und später natürlich auch wieder zusammen. Teamwork ist also auch hier wieder zentrales Element.

Während Königin Konstanzia mit allen Mitteln versucht einen dreijährigen Kastellan bei Laune zu halten (Eltern können ihr diesen harten Job nachfühlen), dürfen Julius und HUI BUH wieder einmal die Geisterwelt besuchen, um irgendwelche ominöse Zutaten zu sammeln, was u. a. ein witziges Wiedersehen (respektive Wiederhören) mit dem mit froonsösischem Aksoont parlierenden Kochgeist und der „siebenbeinigen Zimtspinne“ bedeutet. Tommy und Sophie wuseln derweil durch die Ländereien bzw. dunklen Wälder Burgecks und versuchen dort ihr Glück mit der Beschaffung von Dingen, die ihnen Tante Roswitha zur Rettung des Kastellans aufgetragen hat. Erneut erweist sich die verschrobene Dorfschänkenwirtin mit ihrem Geistertick als Fundgrube von vermeintlichem Needless Knowledge, welches sich dann hinten raus doch als brauchbar herausstellt – inzwischen einer der zahlreichen, gut funktionierenden Running Gags der neuen Serie.

_Die Produktion_

Buch: Nesrin Samdereli
Konzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester

|Sprecher und Figuren|

Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), David Turba (Kastellan als Teenie), Victor Hagitte (Kastellan als Kind), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach), Christian Gaul (Kochgeist), Andreas Fröhlich (Erzähler / Intro von Hans Paetsch) sowie Isabell Brenner, Christoph Fromm und Daniela Schulz

_Fazit_

Eine nette, unterhaltsame Geschichte, die allerdings insgesamt betrachtet wenig originell daherkommt und dementsprechend überraschungsfrei abläuft. Handwerklich ist auch die 16. Folge der Neuen Welt tadellos aufgezogen. Die Regisseure, Produzenten und Soundmagier Hagitte und Bertling greifen nicht nur auf ihre inzwischen erworbenen Erfahrungen zurück, sondern setzen natürlich auch wie üblich auf die Mitwirkung des Berliner Filmorchesters für den exzellenten Score. Auch die Sprecherriege bringt das Ganze gewohnt routiniert und mit offensichtlicher Spiellaune unter Dach und Fach. Da das Bessere bekanntlich der Feind des Guten ist und es eben weitaus interessantere Folgen gibt, verweilt der bleiche Rezensentendaumen diesmal „nur“ in der stabilen Waagerechten.

|1 Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 60 Minuten
Nach Motiven von Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004)
Vom Hersteller empfohlen von 6 – 99 Jahre
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2012
EAN: 88697819442
ISBN-13: 978-3-8032-3875-7|
http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Hui Buh … fährt Geisterkarussell“ (Folge 6)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7613
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Hui Buh … und das wilde Geisterheer“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7776 (Folge 17)
[„Neue Welt: Der verfluchte Geheimgang“ (Folge 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8022
[„Neue Welt: Entführung in die Geisterwelt“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8110
[„Neue Welt: Das mysteriöse Geisterbuch“ (Folge 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8171
[„Neue Welt: Das unheimliche Internat“ (Folge 7)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7773
[„Neue Welt: Adolars Rückkehr“ (Folge 9)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7771
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Neue Welt: Das verzauberte Schwert“ (Folge 15)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7769
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

John Sinclair – Der lächelnde Henker (Folge 77)

_Die Handlung:_

Henley-on-Thames, 1532. Dutzende unschuldiger Mädchen sterben unter dem Beil des Henkers Moro Gifford und festigen seinen Ruf als gnadenloser Hexenjäger. In der Gegenwart trauert John Sinclair immer noch um seine Gefährtin Jane Collins, die – besessen vom Geist des Rippers – ebenfalls zur Hexe wurde. Eine Rückkehr scheint unmöglich. Dann aber erreicht John ein Anruf. Wie es aussieht, ist der Henker Moro wieder aktiv – und die Anruferin, die John um Hilfe bittet, ist niemand anderes als Jane Collins … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer 24 gemacht, das erstmalig im März 1983 erschienen ist. Noch viele Jahrhunderte weiter in die Vergangenheit führt uns allerdings die erste Szene des Hörspiels, in der wir direkt auf den Henker bei der Arbeit treffen. Leider wird die Szene (wie auch alle folgenden) von Alexandra Lange wieder wie für einen Liebesroman passend beschrieben und in extra abgehackt-langgezogener Betonung gesprochen. Schade, denn das letzte Sinclair-Hörspiel mit ihr als Sprecherin war wirklich gut.

Aber, was macht denn Jane Collins in der Vergangenheit? Das Interesse des Hörers ist wieder voll geweckt und die authentische Performance von Ilya Welter als Glenda Perkins macht Spaß. Tja, die Jane-Szene zerplatzt leider wie eine Seifenblase, dennoch scheint sich aber diese Folge um Johns Ex-Gefährtin-und-nun-Hexe zu drehen und auch den Henker gibts offenbar wirklich. Was nun hat eins mit dem anderen zu tun … wenn überhaupt?

Es hat … und so gehts in einer spannungsgeladenen Achterbahnfahrt durch den Sinclair-Gruselpark. Der Henker soll Wikka heiraten, die wiederum als Oberhexe durch Jane ihren Feind John Sinclair auslöschen will. Auch Suko kommt John zu Hilfe, denn irgendwie hat dessen Kreuz Fehlzündungen. Kann es sein, dass Jane ihr Hexentum tatsächlich unter Kontrolle bekommen und sich von Wikka losgesagt hat? So gradlinig ist es für den Hörer dann zum Glück nicht und unterhält durch die Musik und die üppig gesetzten Effekte hollywoodreif über eine Stunde lang.

Und dann gibts am Ende noch ein komplettes Hardrock-Lied mit englischem Text, das mit einem schrecklichen, halb deutschen, halb frei erfundenen eigenen Akzent gesungen so gar nicht meins war. Auch, weil man den Text überhaupt nicht versteht, was nicht zwangsläufig an der Fremdsprache oder an der Abmischung liegt. Aber, das ist wohl Geschmackssache. Nicht jeder Grusel-Fan mag halt deutsche Hardrockbands.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

John Sinclair – Frank Glaubrecht
Erzählerin – Alexandra Lange
Jane Collins – Franziska Pigulla
Suko – Martin May
Sir James Powell – Achim Schülke
Glenda Perkins – Ilya Welter
Wikka – Sandra Schwittau
Gordon Schreiber – Thomas Nero Wolff
Asmodis – Bernd Rumpf
Nico – Sebastian Schulz
Lena – Kristin Hesse
Constable – Andreas Mannkopff
Ansage – Jürgen Holdorf

sowie Uwe Dreves, Andreas Grothusen, Christine Lehnen, Alexander Rieß, Sonja Stein

|Technik-Credits:|

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

|Die Ausstattung:|

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Liste der bereits veröffentlichten Folgen der „2000er“-Serie und der „Classics“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Außerdem gibts noch einen extra Einleger mit Werbung für die John-Sinclair-Sonderausgabe „Dark Symphonies“ nebst QR-Code zum Selberscannen.

_Mein Fazit:_

Eine rasante und durchweg spannende Folge, die eine Menge Action bereithält und auch die eine und andere Wendung bietet. Kommen Jane und John wieder zusammen oder ist sie doch der Oberhexe Wikka verfallen? Und wen wird der Hexer noch so alles noch köpfen?

Alles perfekt aufbereitet mit Musik, Effekten und Sprechern aus der obersten Schublade der Kopfgruselunterhaltung.

|Audio-CD
Spieldauer: ca. 67 Min.
Tracks: 13
ISBN: 978-3-7857-4597-7|
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

Über 51 Rezensionen rund um den beliebten Geisterjäger |John Sinclair| findet ihr in [unserer Datenbank]http://buchwurm.info/book

John Stephens – Das Buch Rubyn (Die Chroniken vom Anbeginn 2)

Die Chroniken vom Anbeginn-Trilogie:

01 „Emerald“
02 „Rubyn
03 „Onyx“

Die Handlung:

Nachdem es den drei Geschwistern Kate, Michael und Emma erfolgreich gelungen ist, das erste der Bücher vom Anbeginn aus den Händen des finsteren Magnus zu retten, sind sie nun bereit für den zweiten Teil ihres Abenteuers. Dieses wird sie an der Seite ihres großväterlichen Freundes Dr. Pym erneut vor gewaltige Herausforderungen stellen, in ferne Welten und Zeiten führen und sie zwingen zu entscheiden, was ihnen wirklich wichtig ist im Leben. Und so kommen die tapfere Kate, der kluge Michael und die unerschrockene kleine Emma dem Geheimnis ihrer Familie und dem mächtigen Buch Rubyn langsam immer näher. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein neuer Teil der Reihe und ein neues Buch, das es zu finden gilt. Und diesmal lässt die Übersetzerin des Verlags keinen Teil des Originaltitels weg, sie denkt sich einfach einen komplett Neuen aus und macht aus der „Feuerchronik“ direkt „Das Buch Rubyn“ … auch ’ne Möglichkeit, wenn auch keine, die ich nachvollziehen kann. Besonders wenn sich gegen Ende zeigt, warum der Roman im Original „The Fire Chronicle“ heißt und das Wort „Rubyn“ eine Wortneuschöpfung der Übersetzerin ist, die verständlicherweise zu keinem Zeitpunkt erklärt oder aufgelöst wird … wie sollte sie auch. Und der Erzähler spricht „Rubyn“ auch noch wie den Vornamen „Ruben“ aus, das macht die Verwirrung komplett.

Wir steigen direkt ein in das schreckliche Leben der Kinder im Waisenhaus. Wobei „Kinder“ nicht mehr so ganz auf alle zutrifft, denn Kate ist mittlerweile schon 15. Nicht verändert haben sich allerdings ihre Lebensumstände und die Charaktere, die über sie im Alltag bestimmen. Sofort ist der Stammhörer wieder in der Welt der drei Geschwister.

David Nathan macht es dem Hörer aber auch leicht, sich auf die Story einzulassen. Einfühlsam beschreibt er die Szenen, lebendig vertont er die Dialoge. Jede Figur bekommt von ihm seine eigene unverwechselbare Eigenheit, ob alt oder jung, Junge oder Mädchen, Frau oder Mann, Fantasy-Kreatur oder Mensch, sodass sie gut von den anderen zu unterscheiden ist. Jede Stimmung wird authentisch vom Sprecher vermittelt, jede Dramatik perfekt auf die Kopfkinoleinwand des Hörers transportiert. Dramatisch wirds auch recht schnell und plötzlich ist Kate verschwunden und wir sind zusammen Michael, Emma und mit dem Zauberer Dr. Pym in Italien … das Abenteuer kann beginnen. Werden die drei Kate finden und die Prophezeiung erfüllen … oder gar ihre Eltern finden? Was hat der fiese Magnus vor … davon ab, dass auch er die drei magischen Bücher in seinen Besitz bringen will? Und schon kommt wie bereits beim Vorgängerroman der direkte Vergleich zum HARRY- POTTER-Franchise in den Kopf des Hörers, denn auch Magnus als Hauptgegner sammelt eine Armee um sich … ob die wohl auch Death Eaters heißen?

Aber nicht nur Fragen gibts im „Buch Rubyn“, sondern auch Antworten. Besonders interessant für den Fan der Reihe sind die Infos zu der Herkunft und der Geschichte der drei magischen Bücher. Und auch wer Sir Hasi ist und warum er so heißt und warum er das gar nicht so toll findet, erfahren wir.

Und so folgen wir in dieser Geschichte hauptsächlich Michael, der auf der Suche nach dem „Buch Rubyn“ ist, danach, was es so besonders macht und nach seiner eigenen Bestimmung. Aber auch Kates Handlungsfaden ist spannend, hängt sie doch in der Vergangenheit fest und macht dort ein paar interessante Bekanntschaften. Und hüben wie drüben gibts allerlei Geschöpfe, die Fantasy-Fans auch gern mal kennenlernen würden … ok, nicht alle, manche nur von Weitem … schnell mal winken und dann weglaufen.

Es wird gekämpft, gestorben, entführt, wieder zum Leben erweckt und noch so einiges mehr. Perfekt für die Leinwand, nicht nur für die im Kopf des Hörers.

Der Autor und der Sprecher

John Stephens ist als Drehbuchautor und Produzent bekannt geworden. Er wirkte nach seinem Studium an so erfolgreichen Fernsehserien wie Gossip Girl oder Gilmore Girls mit. Erst Philip Pullmans Goldener Kompass-Trilogie brachte ihn schließlich auf die Idee, sich dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern zu widmen.

David Nathan, die deutsche Stimme von Christian Bale, Johnny Depp u. a., gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Für cbj audio hat er zuletzt „Emerald“ von John Stephens gelesen – den ersten Teil der Trilogie „Die Chroniken vom Anbeginn“. (Verlagsinfos)

Die Ausstattung

Die mit einem Teil des Covers in Rot und Schwarz bedruckten CDs stecken in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Inhaltsangabe zum Hörbuch und Infos zu Autor und Sprecher. Außerdem gibts noch ein wenig Eigenwerbung für weitere Hörbücher des Verlags zu sehen.

Mein Fazit:

Elfen, Drachen, Zauberer, Reisen an ferne Orte und in die Vergangenheit … all das und mehr steckt im zweiten Teil der „Chroniken vom Anbeginn“. Dank des lebendigen Vortrags von David Nathan ist der Hörer von Anfang an in der Story und fiebert jeder Begegnung und Wendung entgegen, die sich der Autor hat einfallen lassen.

Dabei gehts wie schon im ersten Teil durchweg spannend zur Sache und Langeweile kommt weder für die drei Geschwister noch für den Hörer auf. Die fast sieben Stunden vergehen wie im Flug und hinterlassen das Verlangen, dass John Stephens möglichst schnell den dritten Teil der Trilogie zu Ende bringt oder jemand endlich mit der Verfilmung des Stoffes anfangen möge, denn die „Chroniken vom Anbeginn“ sind bestes Hollywood-Material.

Und so hinterlässt uns des Autors Geschichte einen Cliffhanger, der uns wiederum traurig und erwartungsvoll zurücklässt. Alles wird gut … bestimmt … hoffentlich … es muss.

6 Audio CDs mit 6:50 Std. Spieldauer
Originaltitel: The Fire Chronicle – Books of Beginning 2
Aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst
Vom Verlag empfohlenes Höralter: ab 10 Jahren
ISBN-13: 978-3-8371-1600-7
www.randomhouse.de/cbjaudio

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Samdereli, Yasemin – Hui Buh – Neue Welt: Das mysteriöse Geisterbuch (Hörspiel) (Folge 03)

_Zur Story_

Das schräge Schlossgespenst von Burgeck hat wieder einmal eine glorreiche Idee: Diesmal möchte er am künstlerischen Wettbewerb „Schaurig Schön“ der Geisterwelt teilnehmen. Eine Installation aus Ritterrüstungen soll ihm den ersten Preis und Ruhm einbringen. Tommy hilft ihm bei seinem Unterfangen, diese Skulptur zu erschaffen. Natürlich geht die Sache buchstäblich krachend schief und Ärger mit König Julius, ob des nächtlichen Palavers ist vorprogrammiert. Die beiden werden verdonnert, das heillose Durcheinander zu beseitigen. Unter Androhung einiger Sanktionen folgen die beiden der königlichen Anordnung. Immerhin kommt Sophie morgens zu Besuch und leistet ihnen Gesellschaft. Während des Aufräumens entdeckt das Trio eine Geheimkammer in der Bibliothek. Darin lagert ein mächtiges Spukbuch und was liegt näher, als sich daraus einen dienstbaren Putzteufel-Geist zu rufen, welcher das Chaos beseitigt? Das scheint anfangs auch zu klappen – bis der übermütige HUI BUH einen Zauberspruch vergeigt. Ein bedrohliche, Erinnerungen fressende Nebelerscheinung wandert seither in und rund um Burgeck herum.

_Eindrücke_

Man macht man mit einer Abwandlung von Goethes „Zauberlehrling“ sicherlich nicht viel falsch, könnte sich Autorin Yasemin Samdereli gedacht haben. Immerhin ein Klassiker, dessen zentraler Kernsatz: „Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los“ als allgemeingültiges Sinnbild dafür, dass man nicht mit Dingen umgehen sollte, denen man eventuell nicht gewachsen ist, wurde in der Vergangenheit entsprechend oft schon irgendwie, irgendwo von irgendjemandem auch schon mehr als einmal verwurstet. Deutliche Parallelen dazu gibt es nämlich einige. Das ist vielleicht thematisch nicht wirklich originell, wird aber immerhin kindgerecht erzählt und auch dargeboten. Dabei bleiben allerdings ein paar Lücken in der Story. Etwa warum die olle Ritterrüstung überhaupt auf die Geheimkammer hinweist, was das ominöse Buch eigentlich für eine Funktion hat und warum Tommy, Sophie und HUI BUH von der Nebel-Amnesie verschont bleiben. Der kleine Epilog am Schluss räumt ein, dass einige der offenen Fragen ungeklärt sind – und vorerst wohl auch bleiben, bis eine weitere Geschichte sie vielleicht mal wieder aufgreift.

Gut also, wenn die führenden Köpfe hinter der Produktion dermaßen auf Zack sind, welche überdies gewohnt akribisch und gut gestylt (besonders was den exzellenten Score des Berliner Filmorchesters angeht) von den beiden Soundtüftlern Christian Hagitte und Simon Bertling umgesetzt wurde. Zumindest das Geisterbuch als solches wird uns später noch ein weiteres Mal begegnen, nämlich in „Adolars Rückkehr“ (Folge 9), somit legt man hier tatsächlich den Grundstein bzw. einen Anknüpfungspunkt für ein neuerliches (nebenbei bemerkt: wichtiges wie erstklassiges) HUI BUH Abenteuer. Auch Folge 3 gehört zur ersten veröffentlichten Tranche des Serien-Revivals und steht somit noch ziemlich im Zeichen des Sich-Selbst-Findens. Die Sprechrollen sind prima besetzt, insbesondere Christoph Maria Herbst als König Julius und Jürgen Thormann als Kastellan stechen wieder einmal positiv hervor, doch auch der Rest aus der neuen Stammcrew muss sich nicht grämen – die Gastsprecher übrigens auch nicht. Der ulkige Putzteufel ist knuffig und hat aber gleichzeitig auch ein wenig etwas vom Rumpelstilzchen.

_Die Produktion_

Buch: Yasemin Samdereli
Konzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester

|Sprecher und Figuren|

Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach), Simon Jäger (Putzteufel), Andreas Fröhlich (Erzähler / Intro von Hans Paetsch)

_Fazit_

Die dritte Folge der wiederauferstandenen Serie setzt auf einen Klassiker als Grundthema – es gibt als Ideengeber sicherlich schlechtere Wahlen als Altmeister Goethe. Dessen berühmter Zauberlehrling stand hier definitiv mehr als nur Pate. Die Umsetzung ist gewohnt souverän, hat aber auch ein paar kleinere Logik- bzw. Setup-Kanten, die trotz Erklärungsversuch im Epilog nicht ganz zufriedenstellend ausgebügelt werden können. Macht aber nix: Gut unterhalten wird man dennoch und man darf Kindern – so als vermutlich angepeilte Hauptzielgruppe – unterstellen, dass diese das alles wahrscheinlich gar nicht ganz so kritisch sehen, wie der ewig nörgelnde Rezensent. Dessen gespenstischer Daumen zeigt aber höchst stabil in die Waagerechte mit nebulösem Wallen nach oben.

| 1Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 63 Minuten
Nach Motiven von Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004)
Vom Hersteller empfohlen von 6 bis 99 Jahren
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2008
EAN: 886971121025|
http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Hui Buh … fährt Geisterkarussell“ (Folge 6)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7613
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Hui Buh … und das wilde Geisterheer“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7776 (Folge 17)
[„Neue Welt: Der verfluchte Geheimgang“ (Folge 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8022
[„Neue Welt: Entführung in die Geisterwelt“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8110
[„Neue Welt: Das unheimliche Internat“ (Folge 7)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7773
[„Neue Welt: Adolars Rückkehr“ (Folge 9)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7771
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Neue Welt: Das verzauberte Schwert“ (Folge 15)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7769
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Alpsten, Ellen – Ritter Vincelot und der Feuerdrache

_Ritterklischees gegen den Strich gebürstet_

Eine große Chance für Vincelot! Der böse Fürst Finster und sein fürchterlicher Feuerdrache verwüsten das ganze Königreich und drohen nun auch noch, Prinzessin Paula zu entführen. Kein Ritter traut sich, gegen die Bösewichte anzutreten. Jetzt kann Vincelot endlich allen beweisen, dass er das Zeug zum echten Ritter hat. Auch wenn sein magisches Schwert „Jaber“ da ganz anderer Meinung ist: „Ja, aber … Müssen wir denn unbedingt kämpfen?“ – „Klar“, beschließt Vincelot. Doch mit dem, was die Freunde in der Drachenhöhle erleben, hätten sie im Leben nicht gerechnet … (Verlagsinfo)

_Die Autorin_

Ellen Alpsten wurde 1971 als Tochter eines deutschen Tierarztes in Kenia geboren und studierte nach ihrem Abitur zwei Jahre Jura in Köln, ehe sie an das französische „Institut d’Etudes Politiques de Paris“ wechselte. Nach ihrem Diplom arbeitete sie in London bei den Wirtschaftssendern Bloomberg TV und N24 als Produzentin und Moderatorin und veröffentlichte 2002 ihr Debüt „Die Zarin“ bei Eichborn. Seit 2004, nach der Geburt ihres ersten Sohnes, ist sie als freie Journalistin und Schriftstellerin tätig, u. a. für die FAZ, Spiegel Online und Madame. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in London. (Verlagsinfo)

Weitere Werke:
1) Eine Liebe in Paris
2) Halva, meine Süße

_Der Sprecher & Sänger_

Maxim Wartenberg, der 32-jährige Sozialpädagoge, Theatermusiker und Vater von fünf Kindern, hat seinen Traum zum Beruf gemacht: Musik für Kinder und Familien. Mit der Trommelfloh-Band entstanden bisher 6 Studio-Alben: Die aktuelle CD und letzter Streich heißt „Langeweile ade!“

Weitere Veröffentlichungen:
• Träume Monsterchen und ich mittendrin – Traum- und Erlebniswelt von Kindern
• Das sind wir – Der Sprung ins pralle Familienleben
• Seeräuber Jack – das Piratenmusical von den Abenteuern des Seeräuber Jack auf der Suche nach seinem Teddy
• Gemischte Tüte – Die Welt ist ’ne gemischte Tüte mit lauter bunten Sachen drin
• Kuschelbagger – Rundumschlag durch Familienleben und Fantasiewelten

Mehr Info: http://www.trommelfloh.de/maxim.html

Regie führte Produzent Maxim Wartenberg, aber die Technikseite der Aufnahme betreute Sebastian Schreiber, der auch das Esel-Geräusch beitrug. Wartenbergs Töchter (?) Josefine und Katja sind im Chor des Rittertanzes zu hören.

_Handlung_

Die Burg des Königs ist voll mit Rittern und Handwerkern. Der König jammert: „Der Drache will schon wieder Geld! Oder ich muss Prinzessin Paula opfern! – Bestimmt steckt Fürst Finster wieder dahinter.“ Vor diesem Fürsten Finster fürchten sich die Rittersleut‘, mit einer Ausnahme: Vincelot, denn dieser verfügt über ein magisches Holzschwert. Doch weil der König Magie verboten hat, darf keiner wissen, dass Vincelot solch eine Wunderwaffe besitzt.

|Die Wahl|

Vincelot kann sich schon denken, warum Fürst Finster die nette Prinzessin Paula haben will: Er hat selbst keine Kinder. Die Prinzessin spielt für ihr Leben gern Fußball, und ihre roten Haare passen bestens zu ihrem neckischen Grinsen, das Vincelot sofort erwidert. Vincelot ist deshalb froh, dass sein großer Bruder Roland, der faulste Ritter auf Gottes Erdboden, sich bereit erklärt, den Drachen und Fürst Finster zu bekämpfen. Roland will Vincelot dabei haben. Darüber spotten die anderen Ritter, die Vincelot für zu klein halten. Roland setzt ihm ein Nudelsieb auf den Kopf, verpasst ihm ein von Paula gestricktes „Ketten-hemd“ und setzt ihn auf einen Esel. Ab geht die Post!

|Die Queste|

Durch den Wald über Stock und Stein führt die Suche nach dem Drachen, vorüber an einem abgebrannten Dorf, dessen Flüchtlinge ihn den Weg weisen: im Berg der Bosheit, in einer Höhle, hause der furchtbare Drache, der das Land verwüste. Dort verstecke Fürst Finster die Beute, die er mit seinen Räubern geplündert habe. Der Aufstieg ist beschwerlich, und als Roland endlich die Höhle erreicht, ist er so erschöpft, dass er sich erst einmal schlafen legen muss.

Jaber, das magische Holzschwert Vincelots, kann sprechen. Meist sagt es nur „Ja, aber“, daher sein Name. Diesmal beschwert es sich über einen derart faulen Ritter: „Alte Schlafmütze!“ Doch jetzt sieht Vincelot seine Chance gekommen: „Auf in die Höhle!“ Auf einmal wird Jaber scharf und schwer wie edler Stahl, bereit zur Verteidigung seines Herrn. Damit sich Vincelot nicht in der finsteren Höhle verläuft, ribbelt sich sein „Ketten-Hemd“ zu einem Ariadnefaden auf, mit dessen Hilfe er wieder den Rückweg finden kann.

|Die Drachenhöhle|

Die Höhle ist bewohnt von unheimlichen Fledermäusen und nass von Tropfen, die noch unheimlichere Tropfsteine formen. In der Ferne öffnet sich eine Kaverne, die von einem Lagerfeuer erleuchtet wird. Oder ist es Drachenfeuer?, fragt sich Vincelot bangt. Da hören seine gespitzten Ohren ein seltsames Geräusch. Als ob jemand Niesen würde. Gleich darauf folgt ein geradezu asthmatisches Husten.

Jetzt kann er den riesigen Schatten des Drachen sehen und zückt sein stählernes Schwert. Doch je näher er dem Monster kommt, desto kleiner wird sein Schatten, bis er völlig verschwunden ist. Schließlich bleibt Vincelot vor einem Wesen stehen, mit dem er nie im Leben gerechnet hätte. Es niest und hustet zum Steinerweichen. Kein Wunder, dass Jaber erst einmal mit diesem Wesen sprechen will …

_Mein Eindruck_

Ein Drache, denkt man, speit ja Feuer. Doch der Drache, den Vincelot und Jaber vorfinden, niest und hustet, dass es in dem Ritter nur Mitleid erzeugen kann. Die Geschichte stellt die Klischees auf den Kopf, nicht nur die über Drachen, sondern auch die über Ritter und Prinzessinnen. Dass Paula Fußball spielt, finde ich klasse: „Kick it like Beckham, Baby!“ Dass Ritter Roland lieber pennt, finde ich nicht so prickelnd. Aber dafür kommen die Kleinen zum Zuge: Vincelot eben.

Alles, was der kranke, einsame und vor allem kleine Drache Purpur will, sind Freunde. Na, das soll seine geringste Sorge sein, meint Vincelot und sagt ihm die Freundschaft zu. Bloß den Schatz des Königs, den möchte er schon noch gerne haben. Damit hat Purpur, der angesichts seiner Befreiung aus der Gefangenschaft Fürst Finsters keine Verwendung für Gold hat, überhaupt kein Problem. Er nimmt das zeug auf den Rücken und will damit bloß noch raus aus der nassen, zugigen Höhle.

Allerdings schlägt jetzt wieder das Klischee zu: Das Stück muss einen Schurken haben. Fürst Finster ist eine Kombi aus Räuber, Baron und Zauberer. Zusammen mit seinen Kumpanen verlegt er Vincelot und Purpur den Weg, der aus der Höhle führt. Kann er besiegt werden?

_Der Sprecher & Sänger_

Zum Stück gehören nicht weniger als fünf Lieder. Zusammen mit seiner Band Trommelfloh und seinen Töchtern Josefine und Katja hat Maxim Wartenberg diese Lieder selbst gestaltet, arrangiert und gesungen. Die einfachen Texte und Melodien richten sich an Kinder ab drei Jahren. Man darf also keine ausgefeilten Kunstwerke erwarten. Hauptsache, die Botschaft kommt an: „Kommt, lasst uns Freunde sein!“ Alle Texte sind im Booklet abgedruckt. So können Eltern sie leicht erklären.

Auch sonst sind die Lieder einfach gestrickt, aber doch recht tanzbar. Das trifft natürlich besonders auf den Rittertanz zu, der das Hörbuch abschließt:

„Wir strecken die Arme dem Himmel entgegen, ein Sprung in die Luft und die Hüften bewegen!
Wir drehn uns im Kreis, wir hüpfen auf einem Bein, und alle singen mit, keiner ist dafür zu klein!“

Die Aufnahme ist musikalisch und technisch einwandfrei gelungen.

_Unterm Strich_

Ich habe mich nicht gelangweilt und fand einige Szenen wirklich nett. Für die kleinsten Zuhörer ab 3 oder 6 Jahren bietet die inszenierte Lesung eine humorvolle Stunde Ritterspaß. Einige überraschende Wendungen bürsten die gewohnten Klischees über Ritter, Drachen und Prinzessinnen gegen den Strich, nur der Schurke muss mal wieder superböse sein.

Dass Fürst Finster die nette Prinzessin nur als Dienstmädchen betrachtet und zum Kinderkriegen braucht, ist wahrlich finster. Mädels sind doch so viel mehr! Zum Beispiel im Fußball und beim Verleihen von Ritterhelmen. Bloß vom Drachen Purpur erfahren wir kaum noch etwas. Wir hoffen, auf der Königsburg ergeht es ihm gut.

|Das Hörbuch|

Die inszenierte Lesung – es handelt sich ja nicht um verteilte Rollen, sondern nur um einen Erzähler – wartet mit lustigen Szenen, unzähligen Geräuschen und fünf unterhaltsamen Liedern auf. Besonders das Letzte weiß die kleinen Zuhörer, für die es gedacht ist, mitzureißen, fordert es sie doch zum „Rittertanz“ (siehe oben) auf.

|Merchandising|

Bei Coppenrath hat man von „Prinzessin Lilliput“ gelernt: Eine ganze Merchandising-Produktpalette wurde aus dem Boden gestampft. Nun können geplagte Eltern ihren Vincelot-Fans jede Menge Schwerter, Burgen, Schilde und so weiter schenken. Da hat die Qual der Wahl endlich ein Ende – und der Kommerz einen Anfang, wie die entsprechende Webseite offenbart. Zum Glück lässt das Hörbuch davon nichts spüren. So kann man es unbeschwert genießen.

|Audio-CD mit 53 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 3 Jahren|
http://www.coppenrath.de

Washington Irving – Die Legende von Sleepy Hollow (Gruselkabinett 68)

_Der kopflose Reiter: eine Dreiecksgeschichte _

An den Ufern des Hudson Rivers befindet sich ein von den Einwohnern des beschaulichen Städtchens Tarrytown gemiedenes Tal, welches Sleepy Hollow genannt wird. Dort ist es, zumindest der Meinung der niederländischen Siedler nach, nicht geheuer, denn der Geist eines hessischen Söldners wurde schon einige Male als grauenvoll anzuschauender kopfloser Reiter dort gesichtet. Auch der neue Dorfschullehrer Ichabod Crane hört schon bald nach seiner Ankunft von diesen Spuk-Geschichten … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14. Jahren.

_Der Autor_

Washington Irving – Die Legende von Sleepy Hollow (Gruselkabinett 68) weiterlesen

Hodgson, William Hope – Stimme in der Nacht (Gruselkabinett 69) (Hörspiel)

_Adam und Eva im Schiff des Grauens _

Auf hoher See im Nordpazifik, 1850: Es ist eine dunkle, sternlose Nacht. Ein Segelschiff liegt wegen der anhaltenden Flaute vor Anker. Plötzlich zieht aus heiterem Himmel Dunst auf und hüllt das Schiff immer mehr ein. Im Sichtschutz von Nacht und Nebel nähert sich daraufhin vorsichtig ein Ruderboot, dessen Insasse sich mit verzweifelter Stimme an die Besatzung des Seglers wendet … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14. Jahren.

_Der Autor_

Der Brite William Hope Hodgson (1877-1918) fuhr selbst 1891 bis 1899 in der Handelsmarine zur See, bevor er 1904 mit „The Goddess of Death“ seine erste, recht schwache Mystery-Erzählung veröffentlichte. Schon bald zog er Nutzen aus seinen Erlebnissen auf See. Diese Erzählungen schaffen eine Atmosphäre aus der Einsamkeit eines Schiffes auf hoher See und der Fremdartigkeit dessen, was unter den Wellen liegen mag.

Seine wirkungsvollsten Erzählungen drehen sich um die Verwandlung von Menschen und Dingen in andere Wesen, so etwa unter dem Einfluss eines Pilzes in „The Voice in the Night“ (1907) sowie in „The Derelict“ (1912) – die vorliegende Erzählung – in der sich ein Schiffswrack in ein lebendiges Wesen verwandelt.

Neben vielen weiteren Erzählungen schuf Hodgson zwei große Romane: „The House on the Borderland“ (1908), das von H. G. Wells‘ Roman „Die Zeitmaschine“ (1895) beeinflusst wurde, sowie „The Night Land: A Love Tale“ (1912), das eine Queste auf einer Sterbenden Erde schildert.

Unter seinen zahlreichen kommerziellen Storys befinden sich zwei Serien für Magazine: „Carnacki the Ghost-Finder“ (gesammelt 1913) sollte an „John Silence“ (1908) von Algernon Blackwood anknüpfen, und die Serie um Captain Gault weist überhaupt keine übernatürlichen Elemente auf.

„Hodgsons Werk bildet überbrückt die Kluft zwischen den übernatürlichen Schrecken des 19. Jahrhunderts und den wissenschaftlichen Wundern des Zwanzigsten, wobei es demonstriert, dass beide gleichermaßen Schrecknisse der Bestürzung und Verwirrung hervorzubringen vermögen“, schreibt die „Encyclopedia of Fantasy“ (meine Übersetzung).

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Lutz Mackensy: John
Reinhilt Schneider: Vivian
Benjamin Kiesewetter: George
Peter Reinhardt: Will

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand in den Planet Earth Studios statt und wurde bei Kazuya abgemischt. Die Illustration stammt von Ertugrul Edirne.

_Handlung_

Die Bark von George und Will liegt schon seit einer Woche wegen einer Flaute im Nordpazifik fest. Das wäre nicht weiter besorgniserregend, wenn nicht regelmäßig kalter Nebel das Schiff einhüllen würde und die Besatzung mit Schaudern erfüllen würde. Will flachst, bald werde ihnen der Fliegende Holländer seine Aufwartung machen und sie zu seinen Geistern mitnehmen.

George erwacht in der Nacht, als er eine Stimme im Nebel hört. Es ist ein Mann, der „Schiff ahoi!“ ruft und dann um Hilfe bittet. Er nennt sich John und bitte lediglich um ein wenig Proviant für sich und seine sterbende Frau Vivian, die auf einer Insel zurückgeblieben sei. Aber warum er nicht mit seinem Boot anlege, fragt ihn George, der inzwischen Will geholt hat. John, der sich scheut, sein Gesicht ihrem Lampenschein preiszugeben, gesteht, dass er ihnen nicht den Fluch übertragen möchte, von dem er befallen sei.

Was kann er bloß meinen, wundern sich George und Will, bevor sie ihm von ihren Vorräten abgeben. Aber John gibt auch nicht die Seile zurück, denn auch diese könnten befallen werden. Und so rudert er wieder mit ihren Seilen von dannen. Hat er sie zum Narren gehalten, fragen sie sich.

|Die Insel des Grauens|

Doch John kehrt zurück, voll Dank für die Gaben. Und diesmal ist er bereit, von seinem entsetzlichen Schicksal zu erzählen. Denn er und Vivian seien die letzten Überlebenden der verschollenen „Albatross“. George und Will erschrecken. Die „Albatross“ verließ vor einem halben Jahr das britische Newcastle und ward nie wieder gesehen. John bestätigt ihren Untergang, nachdem ein schrecklicher Sturm ihre Masten genickt hatte. Doch die Besatzung ging ohne John und Vivian in die Boote, bevor das langsam sinkende Schiff sie in die Tiefe sog. Das Ehepaar zimmerte eilends ein Floß und entkam dem Todesstrudel mit knapper Not.

Doch statt eine Insel zu finden, trieb eine starke Strömung das Floß der zuversichtlichen Schiffbrüchigen an Insel vorüber, bis es endlich in einer großen Lagune anlangte. Dort entdecken die Schiffbrüchigen das menschenleere Wrack eines Schoners. Was wie die Rettung vor der Unbill des Meeres erscheint, erweist sich allerdings nach wenigen Tagen des Putzens und Einrichtens als eine unheimliche Falle. In allen Ecken und Enden finden John und Vivian diesen stinkenden Schimmel vor, der Klumpen bildet und sogar starkem Karbol widersteht. Als der Schimmel auch ihre Körper befällt, verlassen sie diese trügerische Zuflucht.

Von einem vermeintlich schimmelfreien Fleck am Strand der Insel bricht John allein auf, um im Dschungel zu jagen. Denn die hungrige Vivian hat bereits von dem Schimmel gegessen – und er mundete ihr nicht schlecht, gestand sie schaudernd. Doch wo er im Dschungel auch hinblickt, findet er nur Gewächse und Auswüchse des Schimmelpilzes vor.

Da hört er ein unheimliches Fauchen in der Nähe. Eine unmenschliche Gestalt erhebt sich, um sich auf ihn zu stürzen. Kaum kracht sie auf ihn, als sie auch auf dem überraschten Jäger zusammenbricht und zerfällt. Unwillkürlich leckt sich John die Lippen: Die Substanz des Kadavers ist süß und schmeckt einem Hungernden wie ihm wie reinstes Ambrosia. Er beißt sich wie ein Gierhals durch die Substanz, bis etwas in seinen Zähnen metallisch knirscht. Er zieht es hervor. Es ist eine Taschenuhr. Sie tickt noch …

_Mein Eindruck_

Wie schon in „Die Herrenlose“ (Gruselkabinett Nr. 53) hat das Grauen eine amorphe Gestalt, die sich ständig wandelt und der sich kein Widerstand entgegensetzen lässt. Ganz im Gegenteil: Die undefinierbare, schimmelartige Substanz nimmt alles ein, was in ihrer Reichweite liegt – und verleibt es sich ein. Dabei findet eine Umwandlung statt, die einen Menschen zu einem nie gekannten Wesen transformiert, einem lebenden Toten, wie John es nennt. Es handelt sich also keineswegs um künstlich von Voodoo-Schamenen geschaffene Zombies, sondern um Menschen, die den bekannten Bereich des Menschlichen verlassen haben.

|Transhuman|

Der als Metapher formulierte Prozess der Transhumanisierung beginnt unfreiwillig, doch wer dem natürlichen Drang des Hungers nachgibt, begeht einen Sündenfall im biblischen Sinne. Entsetzen erfüllt John, als er seine Frau – natürlich, eine Evastochter als Sünderin! – von der verbotenen Frucht essen sieht. Doch es soll nicht lange dauern, bis er ein weitaus größeres Verbrechen vor Gott begeht: Kannibalismus.

Gott wird ständig von John und Vivian beschworen. Sie beten zu ihm, wenn der Sturm wütet und selbst noch, als die „Albatross“ in den Wogen versinkt. Mit Gottvertrauen stechen sie in ihrer Nussschale in See, und gottergeben lassen sie sich von der tückischen Strömung an fremde Gestade treiben. Was sie jedoch finden, ist ein unheimliches Wrack, das sich als harte Prüfung erweist.

Alles was sie unternehmen, kann den teuflischen Schimmel nicht zurückdrängen. Dies kann offenbar kein Gottesgeschenk sein, denken sie und ergreifen die Flucht. Dabei könnte der Schimmel doch eine Chance zur Veränderung sein. Leider müssten sie dabei ihren gottgegebenen eigenen Körper aufgeben, wie sie ihn bisher gekannt haben.

|Kommunion|

Es ist im Gebiet der Gesetzlosigkeit, im Reich des puren Chaos, im Dschungel, wo Hohn die Zukunft seines Szies entdeckt: Die Transformation zu lebenden Toten, die aus Symbionten des Schimmels bestehen, erscheint ihm als so entsetzlich, dass er Reißaus nimmt. Wieder verkennt er die letzte Chance, die ihm und Vivian bleibt: Sie könnten auf der Insel überleben, wenn sie nur zunächst die Symbionten äßen und sich dadurch dem Schimmel ergäben. Sie verweigern die Kommunion mit dem Andersartigen. Würde ihnen allerdings ein Priester sagen, dies wäre das Manna, das sie essen müssten, um gottgefällig zu sein, würden sie es tun.

|Das Andere |

Wie schon im 17. Jahrhundert in Daniel Defoes gut erfundenem Bestseller „Robinson Crusoe“ bildet das Fremdartige, verkörpert durch den Eingeborenen „Freitag“ und dessen kannibalische Vettern, zwei Seiten einer Medaille: Es jagt erst Furcht und Schrecken ein, dann erweist es sich als nützlich und lebenserhaltend, falls man sich ihm ergibt und mit ihm anfreundet. Letzteres verweigern John und Vivian – sie werden scheitern.

Die Begegnung mit dem Anderen konnte in einem Empire der Briten nicht ausbleiben, das sich ständig in weitere Lebensbereiche fremder Kulturen ausbreitete. Als die Erzählung erschien, befand sich das Kaiserreich der Viktorianer bereits in seinem ersten Zerfallsstadium: Es rumorte von innen heraus, denn erste Zweifel an der eigenen Identität wurden immer lauter.

Nachdem Charles Dickens vor dem inhumanen Utilitarismus gewarnt hatte, zerschmetterte Darwins Evolutionslehre die „Krone der Schöpfung“, Nietzsche und Feuerbach stießen Gott vom Thron und neue Planetenentdeckungen beförderten die Erde ins Irgendwo eines sinnentleerten Universums. Hier treiben John und Vivian nun in ihrer Nussschale, erfüllt von Vertrauen in einen Gott, der sich längst vom Acker gemacht hat.

Doch was soll aus einem Menschen ohne Gott werden, fragt der Autor, indem er das Paar wie weiland Adam und Eva in ein modernes Gomorrha schickt. Das Paar muss sich entscheiden, ob es noch Mensch bleiben und verhungern oder etwas Anderes werden will, das kein anderes menschliches Wesen mehr als solches erkennen kann. Deshalb die Lichtscheu des schiffbrüchigen John.

|Ultimatives Grauen|

Diese Furcht ist nach außen gerichtet und der letzte Überrest von verantwortlichem, bewusstem Handeln. Doch wenn John den Blick nach innen richtet, wie etwa nach seinem Akt des Kannibalismus, dann erblickt er doch eine noch viel stärkere Quelle des Horrors. Denn wenn er sich dem Anderen ergibt, besteht die reale Möglichkeit, sich selbst zu verlieren. Er könnte sich selbst nicht mehr als Mensch wiedererkennen, weil ihm dafür die Definition abhanden käme. Und was würde aus seiner Liebe zu Vivian werden, wenn auch sie in das Stadium des Transhumanen fallen würde, fragt er sich bang. Denn die Möglichkeit, dass er auch sie als Nahrungsquelle betrachten könnte, ist durchaus real.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die weniger Sprecherstimmen entsprechen mehr oder wenigen ihren festgelegten Stereotypen. George ist der junge Seemann, der noch viel zu lernen hat. Will ist sein Mentor, der ihm zeigt, wo’s langgeht. Sie zeigen die üblichen Emotionen, wie Misstrauen, Entsetzen, Schrecken und Furcht, ohne aber Paranoia zu vermitteln.

John und Vivian sind die Hauptfiguren, die die Binnenhandlung dominieren. Wie es sich um 1850 gehört, gibt John den Ton an, denn Vivian ist ihm als treu sorgendes Eheweib untertan. Er rührt kaum einen Finger, während sie das Wrack des Schoners blankputzt. Allenfalls holt er noch Karbol, um den allgegenwärtigen Schimmel zu bekämpfen. Sie fechten gegen Windmühlen, wie sich herausstellt.

Es ist wirklich bewundernswert, mit welcher Ausdrucksstärke und -vielfalt Lutz Mackensy: als John und Reinhilt Schneider als Vivian ihre jeweiligen Rollen zu gestalten wissen. Hin und her geworfen zwischen Schrecken und Hoffnung, Gottergebenheit, Zuversicht und Desillusion lachen und schluchzen, wettern und klagen sie, dass man glauben könnte, hier fände eine separate Theateraufführung statt. Würde die Hintergrundmusik die nicht in den Rest der Rahmenhandlung einbinden, könnte man von einem Hörspiel im Hörspiel sprechen. Das ist eine eindrucksvolle Leistung.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut, meist aber reichen Andeutungen aus. Dem Seeabenteuer angemessen sind natürlich Geräusche des Meeres: das Rauschen von Wellen und Brandung, das Platschen von Ruderschlägen. Bemerkenswert ist jedoch die völlige Abwesenheit von Vogelschreien. Diese Leblosigkeit verleiht der Szenerie von vornherein etwas Unnatürliches.

Die Klangcharakteristik schwankt je nach „location“. Das Erwachen in der Lagune ist von einem deutlichen Hall begleitet. Doch wenn sich das Paar unter Deck des Wracks begibbt, fällt dieses weg und wird durch einen Dämpfungseffekt ersetzt, der für enge Räumlichkeiten aus Holz charakteristisch ist. Hier hat die Tonregie also mitgedacht und jeder Szene ihre eigentümliche Klangcharakteristik verliehen.

|Musik|

Die Musik entspricht der eines Scores für ein klassisches Horrormovie. Das erste Drittel kommt fast ohne Musik aus, nur das Intro deutet an, dass hier bald nicht alles mit rechten Dingen zugehen wird. Ganz anders hingegen die Binnenhandlung: Der Untergang der „Albatross“ wird von dramatischer Musik angekündigt, die den Sturm begleitet. Die nachfolgende Stille keineswegs tonlos, vielmehr ist dem Dialog ein sehr tiefer Bass unterlegt, der unterschwellig eine Gefahr anzeigt.

Hinsichtlich einer unheimlichen Stimmung ist die Ankunft an dem Wrack des Schoners kaum zu übertreffen. Künstliche Sounds ergänzen nun die Musik, um eine fremdartige Kulisse zu schaffen. Dass die Stimmen einen Hall bekommen, erhöht die Wirkung des Andersartigen. Vielfach sind auch Chorstimmen zu vernehmen, sogar Vokalisen einer Sängerin. Diese unheimliche Szenerie findet ihre direkte Entsprechung im Dschungel: beide Male treffen Menschen auf das Andersartige.

Nachdem sich George und Will unter einem zufällig vorüberdriftenden Sonnenstrahl die Augen gerieben haben, fragen sie sich beklommen: „Ist das noch ein Mensch?“, der da davon rudert. Eine heitere, entspannte Musik beantwortet ihre Frage indirekt. Diese Entspanntheit konnte ich nicht nachvollziehen. Sie wirkt aufgesetzt, selbst wenn sie den Hörer beruhigt zurücklässt. So als solle eine Zielgruppe sediert werden, während sich die andere noch ordentlich gruseln darf.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von Titania Medien. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher.

Im Booklet finden sich Verweise auf die kommenden Hörspiele aufgeführt:
Nr. 68: W. Irving: Die Legende von Sleepy Hollow (10/12)
Nr. 69: W.H. Hodgson: Stimme in der Nacht (10/12)
Nr. 70: Robert E. Howard: Schwarze Krallen (11/12)
Nr. 71: M.R. James: Der Eschenbaum (11/12)
Nr. 72: R.L. Stevenson: Markheim (03/13)
Nr. 73: A. Conan Doyle: Das Grauen im Blue-John-Stollen (03/13)
Nr. 74: E. Nesbit: Die Macht der Dunkelheit (04/13)
Nr. 75: Mary Fortune: Weiß (04/13)
Nr. 76: Bram Stoker: Das Teufelsloch (05/13)
Nr. 77: R. E. Howard: Das Feuer von Asshurbanipal (05/13)

_Unterm Strich_

Wie schon in „Die Herrenlose“ führt der einstige Seemann Hodgson den Hörer an den Rand der Möglichkeiten des Menschseins. Diesmal sind Adam und Eva quasi auf einem anderen Planeten gestrandet und müssen sich entscheiden, ob sie noch Menschen bleiben und dabei sterben – oder ob sie ihr Menschsein aufgeben und als etwas anderes überleben wollen. John stattet dem Rest der Menschheit einen letzten Besuch ab, quasi als Warnung vor den erschreckenden Möglichkeiten, die dort draußen auf den Anfang des 20. Jahrhundert heimatlos gewordenen Menschen lauern. (Die Story erschien anno 1907.)

|Das Hörspiel|

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und bekannte Stimmen von Synchronsprechern und Theaterschauspielern einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Die Atmosphäre, die von Sounds und Musik erzeugt wird, ist unheimlich und stellenweise sogar actionreich.

Diesmal entscheiden über den Erfolg des Hörspiels jedoch die Sprecher, die die zwei zentralen Rollen zum Leben erwecken müssen: John und Vivian verkörpern quasi Adam und Eva, die aus dem Paradies des Gottesglaubens vertrieben werden. Lutz Mackensy und Reinhilt Schneider gestalten diese beiden Rollen so eindrucksvoll, dass man den Rest der Rahmenhandlung darüber komplett vergisst. Es wirkt wie ein Rücksturz, als die Rückblende aufhört und John wieder mit George und Will spricht.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert, und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling.

|1 Audio-CD, ca. 66 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 9783785747186|

Home – Atmosphärische Hörspiele


http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| bei |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“ 993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“ 1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“ 1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“ 1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“ 1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“ 1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“ 1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“ 1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ 2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“ 2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“ 2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“ 2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“ 3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“ 3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“ 3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“ 3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“ 4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“ 4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“ 4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“ 4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“ 4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“ 5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“ 5166 (Gruselkabinett 27)
[„Der Glöckner von Notre-Dame“ 5399 (Gruselkabinett 28/29)
[„Der Vampir“ 5426 (Gruselkabinett 30)
[„Die Gespenster-Rikscha“ 5505 (Gruselkabinett 31)
[„Jagd der Vampire. Teil 1 von 2“ 5730 (Gruselkabinett 32)
[„Jagd der Vampire. Teil 2 von 2“ 5752 (Gruselkabinett 33)
[„Jagd der Vampire“ 5828 (Gruselkabinett 32+33)
[„Die obere Koje“ 5804 (Gruselkabinett 34)
[„Das Schloss des weißen Lindwurms“ 5807 (Gruselkabinett 35)
[„Das Bildnis des Dorian Gray“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5919 (Gruselkabinett 36/37)
[„Berge des Wahnsinns“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6736 (Gruselkabinett 44)
[„Berge des Wahnsinns“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6737 (Gruselkabinett 45)
[„Die Maske des roten Todes“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6735 (Gruselkabinett 46)
[„Verhext“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6734 (Gruselkabinett 47)
[„Die Squaw“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6774 (Gruselkabinett 48)
[„Tauben aus der Hölle“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7050 (Gruselkabinett 52)
[„Abenteuer eines Geistersehers“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7119 (Teil 1) (Gruselkabinett 54)
[„Abenteuer eines Geistersehers“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7120 (Teil 2) (Gruselkabinett 55)
[„Aylmer Vance – Neue Abenteuer eines Geistersehers“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7643 (Teil 1) (Gruselkabinett 56)
[„Aylmer Vance – Neue Abenteuer eines Geistersehers“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7644 (Teil 2) (Gruselkabinett 57)
[„Pickmans Modell“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7524 (Gruselkabinett 58)
[„Das violette Auto“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7510 (Gruselkabinett 59)
[„Der Grabhügel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7801 (Gruselkabinett 60)
[„Der Ring des Thot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7802 (Gruselkabinett 61)
[„Rappaccinis Tochter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7832 (Gruselkabinett 62)
[„Besessen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7833 (Gruselkabinett 62)
[„Der Schatten über Insmouth – Teil 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8136 (Gruselkabinett 66)
[„Der Schatten über Insmouth – Teil 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8137 (Gruselkabinett 67)

Mark Brandis: Lautlose Bombe – Teil 2 (Folge 22)

_Fulminantes Finale in der Umlaufbahn_

2131: Cmdr. Brandis‘ Halbbruder Jonathan West steht unter Verdacht, mit Verbrechern zu kooperieren, die vor dem Einsatz von biologischen Kampfstoffen nicht zurückschrecken. Trotz deutlicher Indizien glaubt Mark Brandis an dessen Unschuld und versucht, den untergetauchten Mediziner zu finden, bevor der Geheimdienst ihn eliminieren kann …

Teil 2: 2131: Mark Brandis folgt den Spuren, die sein Halbbruder Nat quer über den Planeten hinterlassen hat, zuerst auf die Kerguelen und dann nach Nordafrika. Der Geheimdienst der Union ist Brandis mal einen Schritt voraus, mal versucht er, ihn einzuholen. Doch was wirklich mit den biologischen Kampfstoffen geschehen soll, ahnt noch niemand …

(Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach Perry Rhodan) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Sprecher:|

Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Gomez: Oliver Seidler
Dr. Philipp: Jochim C. Redeker
Jonathan „Nat“ West: Jacob Weigert
José Verasteguí: Daniel Montoya
John Harris: Gerhart Hinze
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Milosch Stojka: Andreas Müller
Bordsystem CORA: Marie Christine Mühlenhof
Sgt. Schulmann: Henning Schäfer
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
sowie Marco Gehrmann, Stefan Kretschmer u. a.

Nach Motiven des Romans „Lautlose Bombe“ von Nikolai von Michalewsky
Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u.a.
Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Aufnahme: Tommi Schneefuß, Sven-Michael Bluhm, Thomas Weichler
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp

_Handlung von Teil 2_

Nach dem Tod von Marie-Christine, Wests Freundin, in der Antarktis führt die Jagd Mark Brandis, Grischa Roman und die angeforderte Äreztin Dr. Levy auf die Kerguelen im Südatlantik. West, Marks Halbbruder, war eindeutig hier: Alle australischen Forscher hier sind fort, die Gegend virenverseucht. Einem Gepäckabschnitt entnimmt Dr. Levy, dass Gepäckstücke zum Hafen Massaua am Roten Meer verschifft wurden.

Massaua liegt seit der Kilimanjaro-Katastrophe im strahlenverseuchten Afrika- Außerdem liefern sich die Tuareg mit den arabischen Hodeidad einen Territorialkrieg. Das Kellerversteck, das Grischa Romen mit einem genialen Trick dem Trio verschafft, erweist sich als nutzlos: Granaten treffen das Haus, und um ein Haar geht Brandis drauf.

Der Zigeuner, der das Versteck verschafft hat, verfügt über Geheimdienstkontakte. So kommt es zu einem Wiedersehen mit José Verastegui aus Caracas, der für die VEGA arbeitet. Verastegui hat Nat West ausfindig gemacht: Der Arzt sucht einen Raumpiloten, um in eine Erdumlaufbahn zu fliegen. José bietet sich als Pilot an, sofern ihm Brandis bei dem Treffen mit West souffliert. Der Deal geht um ein Haar schief, weil Brandis einen dringenden medizinischen Anruf bekommt, und West wird misstrauisch. Im letzten Augenblick gelingt es Brandis, José, West und dem Piloten der HERMES, Torrente, in den Orbit zu folgen.

Dort findet die Jagd auf seinen Bruder ihr dramatisches Ende. Brandis muss – wieder einmal – über die Zukunft der Menschheit entscheiden …

_Mein Eindruck_

Der Auftakt dieses 2. Teils, der natürlich die Kenntnis des ersten Teils voraussetzt, beginnt gemächlich. Die Spurensuche fördert jedoch schnell Unheilvolles zutage: Der Kontinent Afrika, auf dem Massaua am Roten Meer liegt, ist seit 2130 eine verheerte, strahlenverseuchte Region. Der Süden ist von den VOR-Republiken besetzt, der Norden seit den Evakuierungsaktionen in Mitleidenschaft genommen, der Osten radioaktiv. Nun kommen auch noch Gebietskämpfe hinzu. Mark Brandis hat dazu einige bittere Anmerkungen zu machen.

Nach einem lustigen Intermezzo unter Zigeunern wähnen sich die drei Sucher in Sicherheit. Weit gefehlt – unvermittelt reißen den Hörer wummernde Mörsereinschläge aus dem Sessel! Das Haus, in dem das Versteck liegt, stürzt krachend zusammen. Man muss das Schlimmste befürchten. Doch obwohl kein Wort über das Schicksal von Romen und Dr. Levy verloren wird, geht die Story weiter. Diesmal gönnt die Regie ihrem Helden keine Verschnaufpause, denn das gejagte Wild ist in Greifweite: Nat West, der die Welt mit Viren vernichten will.

Ist es wirklich so schlimm? Hat West dies wirklich vor? Dass José, der Geheimagent, von ihm erschossen wird, verheißt nichts Gutes, und als Brandis die Brücke erreicht, hat er Grund zur Annahme, er komme zu spät. Bloß gut, dass die gute alte CORA, der Bordcomputer der HERMES, noch auf das Wort ihres ehemaligen Herrn hört!

|Botschaft|

Der Ernst der Botschaft ist indes nicht anzuzweifeln. Viren könnte durchaus große Landstriche entvölkern, wie ja schon SARS-Epidemie und Schweine- bzw. Vogelgrippe angedeutet haben. Die Ironie von Nat Wests Geschichte: Er hatte zunächst ein Universalheilmittel namens Angelus hergestellt, das er aber nicht verkaufen darf. Begründung seines Auftraggebers: Die eh schon gravierende Überbevölkerung soll nicht auch noch gefördert werden.

Das ist schon maximaler Zynismus. Denkt man. Aber dass „Angelus“ raubkopiert und woanders angeboten wird, um Profit zu machen, setzt der Perfidie die Krone auf. Erst vor diesem Hintergrund ist Wests Verhalten zu verstehen: Wenn Nacola, das böse Virus, die Menschen vernichtet, wird sein Angelus, das gute Virus, automatisch gebraucht werden.

Brandis muss nun entscheiden: für oder gegen die Menschheit, gleichzeitig aber auch für oder gegen das Leben seiner eigenen Frau – nur „Angelus“ kann sie retten. Dass der Held persönlich betroffen ist, hat entscheidende Bedeutung für die Glaubwürdigkeit seiner Entscheidung. Er ist bereit, sich selbst und seine Frau für die Menschheit zu opfern. Doch das ist nicht das letzte Wort …

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau, sein humorvoller Freund Grischa Romen. Nat West wird von Jacob Weigert recht sympathisch gesprochen. Deshalb reagiert man ebenso konsterniert wie Brandis, als West sein irres Ultimatum stellt.

In diesem zweiten Teil fehlen die verzerrten Funkstimmen weitgehend und werden durch „natürliche“ Sprechäußerungen abgelöst. Deshalb fallen plötzlich die Akzente der Sprecher auf. Der Venezolaner José Verastegui klingt wie ein Spanier, und der Zigano Milosch Stojka hat einen undefinierbaren Balkan-Akzent. Da lobt man sich doch Dr. Levy und CORA, die astreines Hochdeutsch sprechen. CORA, der uns aus früheren Episoden bekannte Bordcomputer der HERMES, moduliert längst nicht so stark wie ein Mensch – die Gute kann eben doch nicht alles. Dafür sorgen schon die Tonfilter.

|Geräusche|

Bang, boom, crash – die Mörsergranaten schlagen mit voller akustischer Wucht ein, um den friedfertigen Hörer aus dem Sitz zu reißen. Auch während des folgenden Dialogs grummelt es unheilvoll im Hintergrund, während sich Tuareg und Hodeidad beschießen. Der erdbasierte Teil der zweigeteilten Handlung endet mit dem Start der HERMES in den Orbit. Ab da hören wir wieder die üblichen SF-Klänge wie etwa sich öffnende und schließende Schleusen und Schotts.

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa Triebwerke oder Luken und Schleusen. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien und Games ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Einige Klänge wie etwa Mobiltelefone – die keinen extra Namen haben – und Analysatoren (die wie von der „Enterprise“ klingen) piepen, zirpen und sirren. Strahlenpistolen sind da schon etwas ein- und nachdrücklicher.

Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Selten ist die Musik mal im Hintergrund zu hören, denn der Dialog soll nicht überdeckt werden.

Die Musik erweist sich als eminent wichtig, um Stimmung zu erzeugen und den Übergang zwischen Szenen zu signalisieren. Sie trennt aber auch Szenen voneinander, und einmal signalisiert sie durch tickende Rhythmik das quälend langsame Verstreichen der Zeit.

Ganz am Schluss erklingt ein zunächst langsames Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer flotteren Hintergrundmusik Fahrt aufnimmt. Diese läuft während der relativ langen Absage (etwa zwei Minuten), bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Eine Landkarte zeigt die „Todeszone Zentralafrika 2131“. Auf einer weiteren Seite danken die Produzenten einer ganzen Menge Leute – sogar den „kritisch engagierten“ Rezensenten!

_Unterm Strich_

Biologische Kampfstoffe scheinen zunächst das Generalthema zu sein. Und das würde uns angesichts einer solch konfliktreichen Welt wie der von 2131 nicht wundern. Doch wenn man Nat Wests Verteidigungsplädoyer lauscht, klingt eine andere Botschaft an: Er hatte ursprünglich einen Nanovirus als Universalheilmittel entwickelt: „Angelus“ (= Engel). Dieses durfte er jedoch weder vermarkten noch verkaufen. Stattdessen wurde er kopiert und ausgebootet. Kann man ihm verdenken, dass er auf die moralisch andere Seite wechselt und „Nacola“, das böse Virus, entwickelt? Sein Ultimatum an die VEGA war nicht wirklich ernstgemeint. Nun ist er drauf und dran, die Menschheit zu dezimieren, auf dass sie wieder Bedarf nach „Angelus“ verspüre.

Das moralische Dilemma, das der Autor aufzeigt, ist ziemlich deutlich, wenn er es mit „böse“ und „gut“ etikettiert. Soll die Medizin wirklich so gut werden, dass sie zur Überbevölkerung beiträgt? Oder soll sie vielmehr das Seziermesser werden und einen Großteil – aber welchen? – der Bevölkerung beseitigen, um einen Neustart zu ermöglichen – auf die Gefahr hin, von Militär und Regierung missbraucht zu werden? Beide Szenarien haben ihre Vor- und Nachteile. Nur die Moral des Handels, die Ethik, kann urteilen, welche Handlungsweise die „richtige“, verantwortungsvolle ist. Vor dieser schweren Aufgabe steht, wieder mal, Mark Brandis.

Die nächste Folge „Triton-Passage“ folgt im Januar 2013.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 49 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804231|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

Mark Brandis: Lautlose Bombe – Teil 1 (Folge 21)

_Besoffene Raumfahrer und andere Schrecken_

2131: Commander Mark Brandis‘ Halbbruder Jonathan West steht unter Verdacht, mit Verbrechern zu kooperieren, die vor dem Einsatz von biologischen Kampfstoffen nicht zurückschrecken. Trotz deutlicher Indizien glaubt Mark Brandis an dessen Unschuld und versucht, den untergetauchten Mediziner zu finden, bevor der Geheimdienst ihn eliminieren kann … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach Perry Rhodan) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Sprecher:|

Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Gomez: Oliver Seidler
Prolog: Wolf Frass
Dr. Philipp: Jochim C. Redeker
Jonathan „Nat“ West: Jacob Weigert
José Verasteguí: Daniel Montoya
Anflugkontrolle Las Lunas: Elena Wilms
Cpt. Esko Tuomi: Martin May
Porta Stellaris: Anke Reitzenstein
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
John Harris: Gerhart Hinze
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Marie-Christine Rousseau: Eva Gaigg
sowie Melanie Blenke, Jens Gümmer, Marco Gehrmann, Michael Hansonis, Stefan Kretschmer, Sebastian Pütz

Nach Motiven des Romans „Lautlose Bombe“ von Nikolai von Michalewsky
Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u.a.
Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Aufnahme: Tommi Schneefuß, Sven-Michael Bluhm, Thomas Weichler
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die Mark Brandis – Hörspielreihe begann 2005-2007 mit Bordbuch Delta VII. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

VEGA: Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

|Prolog|

Mark Brandis unternimmt im venezolanischen Urwald eine kleine Flitterwochentour. Ihr Ziel in dem streng geschützten und deshalb menschenleeren Gebiet ist eine heilige Stadt, zu deren Besichtigung sie eingeladen wurden. Da wird Ruth von einer Ameise gebissen und erleidet einen anaphylaktischen Schock. Binnen kürzester Zeit hat die allergische Reaktion sie bewegungsunfähig und bewusstlos gemacht. Der verzweifelte Mark lässt ihre Blutdaten fernanalysieren. Ruth muss schnellstmöglich in ein Krankenhaus! Leicht gesagt, wenn man sich zwei Tage von der Zivilisation entfernt befindet. Mark macht sich auf den Weg …

|Haupthandlung|

Nach einem Zusammenbruch durch völlige Erschöpfung erwacht Mark in einem Krankenhaus in Caracas. Der Arzt sagt ihm, Ruth liege in einem künstlichen Koma. Erst nach Tagen erholt er sich genug, von der „Aeskulab“-Krise“ zu erfahren. Das Weltraumlabor, das von Marks Halbbruder Jonathan West geleitet wurde, ist überfallen worden. Jonathan wurde evakuiert. Nun besucht er Mark in Caracas und erkundigt sich nach der Ameise, die Ruth mit so fatalen Folgen biss. „Nat“ West ist Immunologe, also Spezialist für Immunschwächen.

Bei einem oder zwei Gläsern Wein erzählt Nat von dem Überfall auf die Aeskulab-Medizinerstation. Er werde seitdem gejagt, denn die Terroristen, die den neuen Nacola-3-Virus erbeutet hätten, könnten ihn nur mit Hilfe einer bestimmten DNS-Sequenz aktivieren – und die habe nur er. Tags darauf bietet Nat eine solche Viruskultur zur Heilung Ruths an. Doch er selbst ist inzwischen zum Mond abgereist. Das kommt Mark sonderbar vor.

Nach einem alkoholischen Absturz mit 1,8 Promille wird Mark von einem Geheimdienstler besucht: Nat West sei verschwunden und werde von einem Kollegen schwer belastet: Er habe die Virenkultur selbst geraubt. Mark verteidigt seinen Bruder erst, doch dann will er den Dingen selbst auf den Grund gehen. Auf Las Lunas findet er ihn nicht, er muss auf der Militärstation Porta Stellaris notlanden.

|Porta Stellaris: Geheimauftrag|

Hier taucht Commander Harris, Marks Chef, auf, um ihm eine Mission anzuvertrauen. Nat West hat nämlich der VEGA ein unglaubliches Ultimatum gestellt: Entweder die VEGA stellt Forschung und Raumfahrt ein oder werde die Nacola-3-Viren loslassen. Die Frist beträgt lediglich 24 Stunden. Mark muss Nat West finden und unschädlich machen. Denn Harris hat nicht die Absicht, vor West zu kapitulieren. Der Sicherheitsdienst jage West bereits, um ihn zu liquidieren, doch Mark könne Wests leben retten, indem er den SD-Agenten zuvorkomme.

Zusammen mit seinem Piloten Grischa Romen sucht mark zuerst in der Antarktis nach seinem Bruder. Dort lebt und arbeitet Nats Freundin Marie-Christine Rousseau als Klimatologin. Doch als sie auf dem gesuchten Eisberg mit der kleinen Station eintreffen, scheint bereits alles zu spät zu sein …

_Mein Eindruck_

In diesem ersten Teil machen wir erstmals Bekanntschaft mit Dr. Jonathan „Nat“ West, einem Virenforscher, der sich radikalisiert hat und nun die VEGA vor ein unmögliches Ultimatum stellt. Wir erfahren wenig über die Natur der gefährlichen neuen Viren, die West gezüchtet hat. Dieses Spannungselement muss erst noch seine Tauglichkeit erweisen.

Das Generalthema ist diesmal Gesundheit. Schon der Auftakt lenkt unseren Blick auf die Gefahren, die dem menschlichen Organismus drohen: Marks Frau erleidet einen anaphylaktischen Schock, als ihr gesamter Organismus allergisch auf das Ameisengift reagiert und zusammenbricht. Ein zweites Argument ist der Teufel Alkohol, dem Mark unterlegt. Cops sammeln ihn in Caracas aus der Gosse auf. Auf dem Mond hat er noch einen Helfer, doch an Bord seines Fliegers, der ihn zur Erde bringen soll, versagt Marks Körper vollends den Dienst. Was für uns recht komisch wirkt, ist tödlicher Ernst. Er landet auf Porta Stellaris mit dem Rücken zur Landebahn…

Ein zweiter Aspekt ist die Versorgung der Weltbevölkerung mit Süßwasser (siehe dazu die Anmerkungen im Booklet, s.u.). In diesem gigantischen Projekt ist Wests Freundin Marie-Christines tätig: Sie schickt Eisberge aus der Antarktis in die Trockenzonen Indiens, also quer durch den Ozean. Noch erfahren wir nur aus dem Booklet, wie es zu dieser Süßwasserkrise kommen konnte.

Doch wenn die Eismassen in Gletschern und Polkappen mit dem gleichen rasanten Tempo wie bislang schmelzen, werden wir unser Trinkwasser bald auf andere Weise beschaffen müssen. Die Idee mit den Eisbergen ist keineswegs neu. Allerdings muss sich heute schon fragen, ob sie angesichts des hohen Schmelztempos der Polkappen überhaupt noch in hundert Jahren realisierbar sein wird. Hier hat der Autor nicht radikal genug gedacht – oder hatte ungenügende Daten zur Klimaerwärmung vorliegen. Das Buch wurde bereits 1977 veröffentlicht.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau, sein humorvoller Freund Grischa Romen. Nat West wird von Jacob Weigert recht sympathisch gesprochen. Deshalb reagiert man ebenso konsterniert wie Brandis, als West sein irres Ultimatum stellt.

Diesmal spielen durch Tonfilter verzerrte Stimmen eine dominante Rolle. West trägt sein Ultimatum auf einer Videoaufzeichnung vor, die seine Stimme verfremdet. Daneben gibt es eine Vielzahl von weiblichen Beamtinnen wie auf Porta Stellaris und Luna, die mit Funksprüchen aufwarten. Man kann ihre Genervtheit und die wachsende Anspannung förmlich mitfühlen, als Mark Brandis sich auf einen manuell gesteuerten Flug unter Alkoholeinfluss begibt. Autsch! Das kann nur schiefgehen.

|Geräusche|

Folglich muss diese Notlandung besonders eindrucksvoll akustisch inszeniert werden. Crash, bang, boom! – dies ist nicht übertrieben. Das „boom!“ der Explosion bleibt zum Glück aus, aber nur weil die Handlung sonst zu Ende wäre.

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa Triebwerke oder Luken und Schleusen. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien und Games ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen, Schleusen und Schotts ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Selten ist die Musik mal im Hintergrund zu hören, denn der Dialog soll nicht überdeckt werden. Die Musik erweist sich als eminent wichtig, um Stimmung zu erzeugen und den Übergang zwischen Szenen zu signalisieren.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Ein Buchauszug informiert über „Die Süßwasserkrise“: Die Vernachlässigung von Meerwasserentsalzungsanlagen und die Gletscherschmelze führen schon im 21. Jahrhundert zu einem akuten Mangel an Süßwasser.

Nun, im Jahr 2131, liefern sich die Nationen ein Wettrennen darum, wer die größten Eisberge am schnellsten zum Ziel transportieren kann. Hier hat Marie Christine Rousseau ihren Job. In drei Dossiers erfahren wir zudem mehr über diese Dame, den VEGA-Geheimdienstler José Verastegui und schließlich auch Jonathan West.

_Unterm Strich_

Ich nehme nicht an, dass Marks desaströser Flug unter Alkoholeinfluss so im Originalbuch steht. Aber auf diese Weise bringt die Regie ein gehöriges Maß an Action und Spannung in einen ansonsten recht drögen Auftakt zu diesem Zweiteiler. Sicher, der Prolog mit Ruths Zusammenbruch ist nicht zu verachten, was Dramatik anbelangt, aber der Überfall auf die Aeskulab-Station findet nicht „live“ statt, sondern nur als News-Meldung.

Erst ganz am Schluss nimmt die Handlung wieder an Fahrt auf: Die Jagd auf Nat West beginnt – noch dazu mit einer grausigen Entdeckung seines Werks. Wir fragen usn unwillkürlich: Wenn West schon zu derartigen Aktionen fähig ist, wohin könnte dann ein wirklicher Virenausbruch führen? Die Story trägt also ihren Titel zu Recht.

|Das Hörspiel|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 59 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804224|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 [„Sirius Patrouille (Teil 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7760
20 [„Sirius Patrouille (Teil 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7763
21 _“Lautlose Bombe“ (Teil 1)_
22 „Lautlose Bombe“ (Teil 2)

_Mark Brandis in Buchform bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Star Wars – Das Imperium greift an (Erben des Imperiums 2)

_Die THRAWN-Trilogie:_

Teil 1: „Erben des Imperiums“
Teil 2: „Die dunkle Seite der Macht“
Teil 3: „Das letzte Kommando“

Die Hörspiel-Umsetzung von „Erben des Imperiums“:

Teil 1: „Der Wächter des Mount Tantiss“
Teil 2: „Das Imperium greift an“
Teil 3: „Der Zorn der Mara Jade“
Teil 4: „Die Schlacht um Sluis Van“

_Die Handlung:_

Der Angriff kommt unerwartet – und mit tödlicher Präzision. Mit mehreren Sternzerstörern
attackiert Großadmiral Thrawn drei Systeme der Neuen Republik. Doch der Kampf hinterlässt weniger Schäden als vermutet. Was hat der Großadmiral vor? Als Han und Leia versuchen, hinter das Geheimnis zu kommen, ahnen sie nicht, dass sie längst zu Gejagten geworden sind. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Direkt und ohne große Musikverzögerung gehts farbenfroh auf der Sci-Fi-Kopfkinoleindwand zur Sache. Wir befinden uns auf dem Sternenzerstörer GNADENLOS, der, da könnte man beim Namen allein schon drauf kommen, Großadmiral Thrawn untersteht. Aber, wieso will Thrawn seine Feinde nicht vernichten, sondern nur erschrecken? Das fragen sich nicht nur die „Guten“, sondern auch die „Bösen“ … Thrawn teilt seine Gedanken halt nicht öffentlich … nicht mal mit dem Hörer. Was er vorhat, das haben wir uns im ersten Teil des Vierteilers schon fragen können … das geht auch hier weiter. Was auch weitergeht, ist die Drängelei seines Jedimeister-Klons C’baoth, dem er schon in der letzten Folge ein paar besondere Jedi-Schüler versprochen hat, als Dank für seine Dienste. Der macht sich mittlerweile selbst mental daran, per Jedi-Fähigkeit Kontakt zu Luke aufzunehmen, um ihn zu sich zu locken.

Auf der anderen Seite der Macht bildet Luke seine Schwester aus. Die kann er leider nicht auf die nächste Mission begleiten, weil die Planetenbewohner von Bpfash keine Jedi mögen. Das gibt ihm allerdings die Möglichkeit, selbst mal auf Dagobar nach dem Rechten zu schauen. Der Name sollte jedem etwas sagen, der schon mal einen der älteren STAR-WARS-Teile gesehen hat … hier hat Luke seine Ausbildung unter Yoda erhalten. Und während Leia und Han recht schnell schon beschossen werden, gibts für den Hörer den ersten breiten Grinser … „Irgendetwas stimmt nicht!“ … „Richtig, man schießt auf uns!“. Auch ein Grund, warum STAR WARS so beliebt ist … es gibt nicht nur spannende Action und Weltraumkämpfe, sondern auch immer wieder witzige und kernige Sprüche.

Nur … was will Thrawn denn auf einmal mit einer Masse an Minenrobotern? Gibts irgendwo Schätze zu heben? Das und so einiges mehr … erfahren wir leider in diesem Teil nicht. Vielmehr entwickelt sich die Folge nach den anfänglichen Kämpfen zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Leia und Luke auf der einen und Thrawn auf der anderen Seite.

Die cleveren Ideen, die unsere Sternenkrieger haben, sind offenbar nicht clever genug für den Großadmiral, denn er scheint alles zu durchschauen, was die Gegenseite plant. Auch lässt er sich von kleineren Rückschlägen nicht verunsichern und zeigt seinen Leuten und dem Hörer, dass er nicht nur klug reden kann, sondern auch hart durchgreift, wenn etwas nicht nach seinem Geschmack läuft.

Beim dramatischen Schluss dieses Teils von „Erben des Imperiums“ zeigt Hans-Georg Panczak eindrucksvoll, dass er in all den STAR-WARS-Jahren nichts von seinem Sprachtalent eingebüßt hat. Im Gegensatz zu Wolfgang Pampel, der eher steif und behäbig klingt, bringt Panczak die volle, lebendige Action authentisch und spannend ins Kopfkino des Hörers. Und für den vollen Kopfkino-Surround-Sound sorgen wie gewohnt unterstützend die originalen Effekte und die originale Musik aus dem STAR-WARS-Universum.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler – Joachim Kerzel
Luke Skywalker – Hans-Georg Panczak
Han Solo – Wolfgang Pampel
Leia Organa Solo – Susanna Bonasewicz
Lando Calrissian – Frank Glaubrecht
Großadmiral Thrawn – Thomas Nero Wolff
Joruus C’baoth – Jürgen Thormann
Captain Pellaeon – Erich Ludwig
Talon Karrde – Hubertus Bengsch
Mara Jade – Marion von Stengel
C-3PO – Joachim Tennstedt
Wedge Antilles – Bernd Vollbrecht
Admiral Ackbar – Hans Teuscher
Lieutenant Tschel – Robin Kahnmeyer

in weiteren Rollen: Marius Clarén, Sebastian Rüger, Rainer Fritzsche, Kim Hasper, Alexander Weise, Matthias Kress, Björn Schalla, Sebastian Schulz, Daniel Montoya, Till Bauer, Markus Pfeiffer, Mario Pokatzky, Thomas Nokielski, Tobias Kluckert

|Technik-Credits:|

Produktion: Alex Stelkens, Oliver Döring
Produktionsleitung: Ila Schnier von Wittich
Tontechnik: Thomas Nokielski, Stephan Busch
Schnittassistenz: Stephan Busch
Grafik: Frierdemann Weise
Musik: John Williams
Buch, Schnitt und Regie: Oliver Döring

|Die Ausstattung:|

Die mit dem Covermotiv bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt bietet auf der ausgeklappten Innenseite ein schönes STAR-WARS-Motiv mit den Gesichtern von Han Solo, Chewbacca und Lando Calrissian. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Auf der Rückseite des Blooklets sehen wir eine Zeichnung eines entschlossen dreinblickenden Admirals Thrawn.

_Mein Fazit:_

Thrawn hat es auf Luke und Leia abgesehen und die versuchen, ihm zu entkommen. Am Anfang und am Ende der Folge gibts dramatische Kämpfe, dazwischen ein Katz-und-Maus-Spiel. Das allerdings ist durchgehend spannend und fesselt den Hörer eine Stunde lang an die Lautsprecher, aus denen lebendige Dialoge, tolle Effekte und packende Musikuntermalung in die unendlichen Weiten zwischen den Ohren des Hörers strömen.

|1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 59 Min.
Tracks: 10
ISBN: 978-3-941082-51-9|

Besprechungen von über 40 weiteren STAR-WARS-Abenteuern findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book

Félix J. Palma – Die Landkarte des Himmels

_|Viktorianische Trilogie|:_

1 [„Die Landkarte der Zeit“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6708
2 _“Die Landkarte des Himmels“_
3 „Die Landkarte …“ (Titel steht noch nicht fest)

_Die Handlung:_

New York 1829: Der Forscher Jeremiah Reynolds bricht mit einem Expeditionsteam zum Südpol auf. Das Ziel ist die Entdeckung des Eingangs zum Mittelpunkt der Erde. Doch im Ewigen Eis macht die Mannschaft eine andere spektakuläre Entdeckung: ein Raumschiff. Kurz darauf werden die Expeditionsmitglieder von einem geheimnisvollen Wesen attackiert. Sie kämpfen, doch schon bald wächst die Gewissheit, dass der grausame und perfide Angreifer nicht von dieser Welt ist.

Einige Jahrzehnte später findet der Schriftsteller H. G. Wells – bekannt bereits aus „Die Landkarte der Zeit“ – in einem geheimen Saal des Londoner Naturkundemuseums den toten Außerirdischen, der durch einen Unfall wieder zum Leben erwacht. Die Invasion der Extraterrestren kann beginnen. Oder ist alles nur ein Spiel?
(Verlagsinfo)

_Das Hörerlebnis:_

Führte Félix J. Palma seine Charaktere und uns im ersten Teil seiner viktorianischen Trilogie mit der „Zeitmaschine“ von H. G. Wells aufs Glatteis, gehts diesmal um den „Krieg der Welten“, der anstehen soll. H. G. ist natürlich wieder mit dabei und er hat auch das Gefühl, dass er die Alien-Invasion aufhalten kann … wenn sie denn real ist … aber, es sieht verdammt danach aus! Und nicht nur Mr Wells ist wieder mit von der Partie, sondern auch Hauptmann Shackleton und „Zeitreisen“-Murray. Dass wenig bis nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint, das hat Palma uns ja in seiner „Landkarte der Zeit“ schon erleben lassen … von daher ist bei allem Geschilderten immer Vorsicht geboten.

Auf die gewohnt komplexe Art und Ausdrucksweise führt uns eine dritte Person spannend durch die Geschichte und die verschiedenen Handlungsstränge. Und wir können so manches Mal über die Hintergründe der Ereignisse grinsen und darüber, was denn nun wahr und was Fiktion ist oder über das, was für das eine oder andere halten. Dabei macht es immer wieder Spaß zu erleben, was sich Palma einfallen lässt, um die Alien-Gläubigen und auch gern mal die Hörer hinters Licht zu führen. Vereinigt er doch wieder einmal hervorragend klassische Erzählkunst, Fantasy, Science-Fiction mit Romantik und packt noch eine Alien-Invasion obendrauf.

Was das Ganze aber nun mit der Liebschaft von und zu der jungen Emma zu tun hat, der Besitzerin der „Landkarte des Himmels“, das erfährt der Hörer gerade soeben zu dem Zeitpunkt, als ihm dieser Handlungsfaden zu langweilig und unwichtig erscheint. Dann aber entpuppt sich auch diese kleine Geschichte als clever konstruierte und eingewebte Idee.

Stefan Kaminski nimmt den Hörer mit in die Welt von Félix J. Palma. Wer den ersten Teil der Trilogie bereits gehört hat, der kennt die langen Schachtelsätze und die altertümlich angehauchte Sprache schon, in der der Autor schreibt. Kaminski schafft es hier spielend, trotz langer Dauersätze, das Interesse des Hörer aufrechtzuerhalten. Mehr noch, durch seine einfühlsame Art, die Story vorzutragen, zieht der Sprecher ihn in diese Welt hinein. Und der wiederum lässt sich gern auf ein besonderes Abenteuer ein, voller Irrungen, Ver-Wirrungen und feinsinnigem Humor.

Und obwohl auch die Charaktere (und Aliens) aus Palmas Roman in „Jules-Verne-Deutsch“ sprechen, so gelingt es Kaminski auch hier, die Dialoge lebendig ins nostalgische Kopfkino des Hörers zu transportieren. Jeder bekommt seine eigene dezente Note verliehen und ist gut von den anderen Gesprächspartnern zu unterscheiden, ohne dass es unnatürlich klingt. Und so kann er auch jedes Gefühl, das sich in ihnen regt, glaubhaft und authentisch vermitteln … sogar in verschiedenen Lautstärken und Intensitäten.

_Der Autor und der Sprecher:_

|Félix J. Palma| wurde 1968 in Sanlúcar de Barrameda geboren und lebt heute in Sant Feliu de Guíxols an der Costa Brava. „Die Landkarte der Zeit“ wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und war in vielen europäischen Ländern und in Amerika ein Bestseller.

|Stefan Kaminski| ist seit 2001 Ensemblemitglied am Deutschen Theater. In seinem Live-HörSpiel-Theater Kaminski ON AIR schlüpft er fließend in alle Rollen und verleiht Filmklassikern, Theater- und Opernstoffen ein neues Gewand. Für seine herausragende Arbeit als Hörbuchsprecher wurde er u. a. mit dem Deutschen Hörbuchpreis und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. (Verlagsinfos)

_Die Ausstattung:_

Die in schwarz gehaltenen und mit einem futuristischen Alien-Kampfläufer bedruckten CDs stecken in schwarzen Papierhüllen mit Sichtfenster und sind in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.

Das mehrseitige Booklet ist ansprechend in „Weltraumblau“ gestaltet. Hier werden die vielen Charaktere der Geschichte nicht nur aufgezählt, sondern auch mit einer zusätzlichen Kurz-Info beschrieben. Des Weiteren gibt es noch Informationen dazu, wie viele Tracks auf den CDs sind und wie lang die Gesamtspieldauer der einzelnen CDs ist. Außerdem liegt noch ein Gesamtverzeichnis des Verlages bei.

_Mein Fazit:_

Wer weiß, was ihn bei Félix J. Palmas Trilogie erwartet, der wird hier eine Menge feinhumorigen Spaß haben und sich gern zusammen mit den an Marsmenschen glaubenden Terranern an der Nase herumführen lassen. Das gelingt Palma gekonnt mit Hilfe von Stefan Kaminski, der nicht nur die altertümliche Sprache und die verschachtelten Sätze mit glaubhaftem Leben füllt, sondern auch die Charaktere authentisch auf die klassische Kopfkinoleinwand des Hörers projiziert. Manchmal ist hier der Weg das Ziel und es ist ein Genuss, den Ausführungen Kaminskis zu lauschen, auch wenn er grad die Story nicht weiter voranzutreiben scheint. Und wenn dann tatsächlich echte „Marsmenschenmonster“ auftreten, dann wirds sogar richtig spannend und teilweise schockierend.

Ein wenig „Men in Black“, ein wenig „Akte X“, ein wenig sehr viel „Invasion of the Body Snatchers“ und „The Thing“, aber nett entlehnt und nicht dreist in die eigene Story eingearbeitet. „Die Landkarte der Zeit“ ist ein rundum gelungenes und sehr kurzweilig klassisches Abenteuer, das dem Vorgänger in nichts nachsteht. Das macht Lust auf den dritten Teil der Reihe, weil hier nicht nur eine plötzliche Wendung geboten wird, die alles bislang gehörte auf den Kopf stellt, sondern mehrere.

|Gekürzte Lesung auf 9 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 10:11 Std., aufgeteilt auf 113 Tracks
Originaltitel: El mapa del cielo
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
ISBN-13: 978-3-8398-1186-3|
http://www.argon-verlag.de

Dragonbound – Herzen aus Finsternis (Folge 10)

_|Dragonbound – Die Prophezeiung|:_

01 „Drachenfeuer
02 „Seeschrecken“
03 „Der Murog“
04 „Das Triumvirat“
05 „Das Fest der Weihe“
06 „Inkognito“
07 „Saras Dämonen“
08 „Die Schlacht um Liluell“
09 „Goors Rache“
10 _“Herzen aus Finsternis“_

_Die Handlung:_

Lea entdeckt ein Portal in ihre Welt und kehrt zusammen mit ihren Freunden zurück nach Norland. Während alle mit großem Abschiedsschmerz zu kämpfen haben, taucht plötzlich Sandrina auf, die aus dem Gefängnis entfliehen konnte und nun ihren Mordauftrag zu Ende bringen will. In den finsteren, verschlungenen Gängen eines unterirdischen Labyrinths kommt es zur letzten, tödlichen Konfrontation … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ein halbes Jahr mussten die Fans nun auf den Staffelabschluss von DRAGONBOUND warten, obwohl die neunte Episode ja eigentlich auch schon einen runden Abschluss geboten hatte. Goor war besiegt und Lea hatte als Drachenprinzessin dafür gesorgt, dass der Bund zwischen Menschen und Drachen erneut geschlossen wurde. Das Einzige, was noch fehlt, wäre eine Rückkehr Leas nach Hause. Die soll es nun diesmal geben, um den Kreis somit komplett zu schließen.

Bis es aber soweit ist, wirft der Autor Lea und vor allem dem Hörer noch ein paar Hindernisse in den Weg, die das Ganze in meinen Ohren unnötig und teilweise recht sinnfrei hinauszögern. Dass Lea erst mal ins Startgebiet zurückreisen muss, um durchs Wurmloch nach Hause zu springen, ist ok. Dass ihr dabei die „Monster der Woche“ begegnen, die von immer der gleichen Drama-Buh!-Musik angekündigt werden, ist auch noch okay … nur wurde ich den Eindruck nicht los, dass das nur zum Minutenschinden gedacht war, weils irgendwie so gar keine Auswirkungen auf irgendwas hatte.

Auswirkungen hatte der Einfall des Autors, die Gruppe SCHANDMAUL für ein fast komplettes Lied in das Hörspiel einzubauen. Die Geschmäcker sind ja verschieden und meins ist die Musik nicht, aber das ist eine persönliche Vorliebe. Objektiv gesehen allerdings passen die E-Gitarren in dem Lied so gar nicht zu der mittelalterlichen Welt, in die es Lea verschlagen hat … die Band spielt hochoffiziell in der Geschichte mit und nicht zur Musikuntermalung aus dem Off. Außerdem ist das Lied lauter abgemischt als die vorherigen Hörspiel-Szenen. Kurz vor Ende des Songs wird die Lautstärke zwar runtergefahren und das eigentliche DRAGONBOUND-Hörspiel geht weiter … nur wird in dem Lied lustig weitergesungen und das lenkt den Hörer ziemlich irritierend von den Dialogen im Vordergrund ab.

Der für Lea und den Hörer überraschend auftauchende und eigentlich für beseitigt gehaltene Gegner, der dann folgt, sorgt dann aber für gute und dramatisch spannende Unterhaltung, die wirklich berührt … auch wenn die wieder mit der gleichen Drama-Buh!-Musik eingeleitet wird. Zu dem Zeitpunkt ist etwa die Hälfte der Folge schon vorbei.

Die Romantik zwischen Lea und ihrem Telon wird durch die Sprecher sehr lebendig vermittelt, fühlt sich authentisch an und wirkt nie albern oder kitschig. Und je weiter es aufs Ende zugeht (doppeldeutig gemeint, denn nach der Prophezeiung wird Lea ja sterben), desto häufiger wird sich der eine oder andere Hörer sogar mal eine Träne verkneifen müssen.

Denn die zweite Hälfte des Hörspiels hat alles, was ich in der ersten vermisst habe: Spannung, die mich an die Story fesselt und auch Auswirkungen auf die Handlung hat, Romantik, Action und tiefe Freundschaft. Und dann ist es auch nicht mehr schlimm, dass nicht gleich am Anfang verraten wurde, ob Lea es nach Hause schafft oder überhaupt die Prophezeiung überlebt.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Jürgen Kluckert
Lea: Bettina Zech
Telon: Christian Rudolf
Rodge: Jann Oltmanns
Dogo: Martin Sabel
Kapitän: Guido Maria Kober
Tomar: Mogens von Gadow
Schiffsmaat: René Wagner
König Edrapos: Gordon Piedesack
Zeremonienmeister: Stefan Lindner
Sänger der Spieltruppe: Thomas Lindner
Takk: Santiago Ziesmer
Sandrina: Claudia Urbschat-Mingues
Spielendes Kind: Leonie Rosenkranz
Malrik: Robert Lenkey
Faedrak: Engelbert von Nordhausen
Volante: Katja Brügger
Wahrsagerin: Sylvie Nogler
Arzt: Sven Matthias
Vater: Wolfgang Noack
Volk von Norland: René Dawn Claude, Michael Dreesen, Vanessa Derkum und Gäste der Hörspielmesse 2010

|Technik-Credits:|

Buch & Regie: Peter Lerf
Dialogaufnahmen: Martin Sabel
Musik: Peter Lerf, Sassy Bernert, Schandmaul
Tonmischung: Gigaphon Entertainment, Peter Lerf
Sounddesign: Martin Sabel, Guido Maria Kober
Masterin: Sebastian Röder
Illustration: Anne Stokes
Redaktion: Hilla Fitzen
Gestaltung: Sassenbach Advertising
Titelson „Hide“: Mystelle

|Trackliste:|

CD1:

1. Intro
2. Die Prophezeiung
3. Abschied von Liluell
4. Der Pleadon
5. Ein königlicher Empfang
6. Das Fest im Kronensaal
7. Ausritt in die Nacht
8. Der kleine Takk
9. Sandrina
10. Gestalten in der Dunkelheit
11. Duell auf Leben und Tod
12. Unterirdische Bedrohung

CD2:

13. Das Ende der Jägerin
14. Rettung aus dem Labyrinth
15. Der perfekte Moment
16. Das Treffen mit dem Magier
17. Die besten Freunde Chelandras
18. Ein Herz aus Finsternis
19. Der Klang der Katcha
20. Ein neues Leben
21. Epilog
22. Titelsong „Hide“

|Die Ausstattung:|

Die CDs stecken in einem Jewel-Case. Das Booklet lässt sich zu einer gezeichneten Karte von Chelandra entfalten, auf der handschriftliche Zusatzinfos von Lea zu finden sind. Außerdem gibts auf der Rückseite noch ausführliche Charakterbeschreibungen, eine Beschreibung des bisher Geschehenen, die Sprecherliste und ihre Rollen, die Technik-Credits und den Text der „Prohpezeiung“. Zusätzlich gibts noch ein wenig Eigenwerbung für die gesamte Reihe zu sehen. Hinter den CDs ist die Trackliste zu finden.

_Mein Fazit:_

Der Zyklusabschluss bietet diesmal zwar zwei CDs lang Unterhaltung an, weist aber leider auch einige Längen auf, die dramatisch sein sollen, sich aber irgendwie wie Fremdkörper anfühlen. Das ändert sich zum Glück in der zweiten Hälfte radikal und der Hörer fiebert mit Lea und ihren Freunden mit und drückt die Daumen, dass sich die Prophezeiung nicht komplett erfüllt und Lea doch noch nach Hause kommt.

Von den Effekten her konnte und sollte man DRAGONBOUND nicht mit den Mitbewerbern des Genres vergleichen, aber dafür berührt die Story umso mehr. Und grad die Sprecherleistung von Bettina Zech als Lea sorgt dafür, dass die Reihe so sympathisch ist und der Hörer gern mit ihr unterwegs war.

Ich bin gespannt, ob der Verlag noch eine weitere Staffel produzieren wird. Nach dem Ende dieser Folge müsste er nicht … könnte er aber. Und das würde sicher nicht nur mich freuen.

|2 Audio-CDs
Spieldauer: 2:34 Std. (CD1: 75 Min. , CD2: 79 Min.)
Tracks: 22
Vom Verlag empfohlen ab 14 Jahren
EAN: 886975742820|
http://www.natuerlichvoneuropa.de