Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Lumley, Brian – Necroscope 6 – Das Dämonentor

_|Necroscope|:_

Band 1: [Erwachen 779
Band 2: [Vampirblut 843
Band 3: [Kreaturen der Nacht 2371
Band 4: [Untot 2963
Band 5: [Totenwache 3000
Band 6: [Das Dämonentor 4368
Band 7: [Blutlust 4459
Band 8: [Höllenbrut 4610

Wie am Ende von [„Totenwache“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3000, dem Vorgänger zum vorliegenden Band „Das Dämonentor“ abzusehen war, endet ein großer Handlungsbogen und beginnt ein neuer. Viele Charaktere, die zuvor handlungstragend waren, sind nun entweder tot oder auf die Ersatzbank verdammt. Selbst Harry Keogh, der Necroscope, spielt hier nur eine kleine Rolle, rüstet sich aber merklich dafür, bald wieder ins Geschehen einzugreifen.

Worum geht es also? Der neue Protagonist heißt Michael Simmons, jedoch wird er gemeinhin nur Jazz genannt. Er ist britischer Spion und undercover in der Sowjetunion unterwegs, um ein Geheimprojekt der Russen auszuspionieren. Dort, mitten im Ural befindet sich nämlich etwas, das wie eine Forschungsstation aussieht, doch hat Jazz keine Ahnung, was oder wer dort erforscht werden könnte. Er grübelt gerade darüber nach, wie er weitere Informationen beschaffen könnte, als er von den Russen gefangengenommen wird.

Anstatt ihn jedoch über den Jordan zu schicken, setzen sie ihn zunächst unter Drogen, um zu erkunden, was er weiß. Als das erstmal aus dem Weg geräumt ist, bleibt er zwar pro forma ein Gefangener, doch teilen die Russen äußerst zuvorkommend die Geheimnisse des Projekts mit ihm, an dem gearbeitet wird.

Jazz befindet sich nun also an der Quelle, mitten im Perchorsk-Institut und wird vom KGBler Tschingis Kuf herumgeführt. Eigentlich sollte in Perchorsk ein Raketenabwehrschirm entwickelt werden, doch der erste Versuch ging schief und es fand eine Art Kernschmelze statt, die den Felsen in Magma verwandelt und ihn teilweise mit den dort arbeitenden Menschen verbunden hat – kein schöner Anblick. Noch schlimmer ist allerdings, dass das schief gelaufene Experiment ein Dimensionstor geöffnet hat. Perchorsk hat nun also sein eigenes Stargate. Oder vielleicht eher seinen eigenen Höllenschlund, denn bisher ist fünfmal etwas aus einer fremden Welt durch dieses Tor geschlüpft. Natürlich wurde auch versucht, von russischer Seite her jemanden hindurchzuschicken, doch riss jedes Mal die Funkverbindung ab und so können die Wissenschaftler und Geheimdienstler nur spekulieren, was auf der anderen Seite ist.

Zumindest ist etwas hindurchgekommen, das aussieht wie das egelartige Ding, das Menschen zu Vampiren macht. Es ist in einer Art Terrarium eingesperrt und wird regelmäßig mit Schlachtabfällen gefüttert. Doch als sein Wärter eines Nachts unaufmerksam ist, kann es sich befreien. Das sind keine guten Aussichten …

An den neuen Protagonisten muss sich der Hörer erstmal gewöhnen, denn Jazz ist auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch. Im Gegenteil, er erscheint als hochnäsiger Angeber, dessen eingebildeten Gedankengängen man nicht unbedingt gern lauscht. Doch tritt das in den Hintergrund, sobald man mit Jazz zusammen das Perchorsk-Institut erforscht. Hier dominieren dann Neugierde und Forscherdrang. Und natürlich ist man auch regelmäßig abgestoßen von dem, was Jazz dort sieht. Brian Lumley war im Erfinden von Grusel- und Schockelementen ja noch nie besonders zimperlich. Und auch hier legt er es wieder darauf an, beim Zuhörer Ekel hervorzurufen.

Ein Tor in eine andere Welt ist natürlich eine dankbare Möglichkeit, die bisherige Story der Serie in eine neue Richtung weiterzuentwickeln. Nun mutet es zwar etwas seltsam an, dass das Tor verdächtig an eine leuchtende Diskokugel erinnert. Aber das sind Details. Wichtig ist hingegen, dass allerlei Getier durch das Tor purzelt – man kann also wilde Vermutungen darüber anstellen, wo man auf der anderen Seite wieder rauskommt. Oder man kann es einfach ausprobieren! Außerdem bleibt natürlich auch herauszufinden, ob dies das einzige existente Tor ist. Schließlich gibt es Vampire ja nun schon seit Jahrhunderten. Irgendwoher müssen die Parasiten ja gekommen sein! Da liegt es nahe zu vermuten, dass es auch noch andere Tore gibt oder zumindest gegeben hat. Vielleicht irgendwo in Osteuropa? Da scheint es ja schließlich besonders viele von den Blutsaugern zu geben.

Lutz Riedel liefert – wie zu erwarten – eine fantastische Leistung ab. Gerade für die Horrorelemente ist seine dunkle, fast raue Stimme ideal besetzt, um dem Hörer einen wohligen Schauer des Grauens über den Rücken zu jagen. Und da der neue Handlungsbogen Aufmerksamkeit beim Hörer geradezu einfordert, braucht sich Riedel auch fast nicht anzustrengen, um den Hörer bei der Stange zu halten. Eigentlich also ein echter Selbstläufer, der so viele neue Möglichkeiten eröffnet, in die die Handlung in Zukunft laufen könnte, dass man sich praktisch sofort auf den nächsten Band stürzen möchte – natürlich in der Hoffnung, dass das Dämonentor ordentlich erforscht wird! Und da der Vampirparasit ja auch entwischt ist, bleibt abzuwarten, ob dieser die verbliebenen Mitarbeiter des Instituts im Geniestreich allein um die Ecke bringt. Nichts ist in diesem Universum schließlich unmöglich!

|302 Minuten auf 4 CDs
Aus dem Englischen übersetzt von Michael Plogmann|
http://www.lpl.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.festa-verlag.de
http://www.brianlumley.com
http://www.andymatern.de

Die drei ??? – High Strung / Unter Hochspannung (Top Secret Edition, Fall 3)

Die Handlung:

Justus will bei einer Radioshow 5000 Dollar gewinnen. Die Regeln sehen vor, dass dazu täglich ein Rätsel gelöst und ein Gegenstand eingesammelt werden muss. Wer alles gefunden hat und es zum Sponsor der Sendung bringt, bekommt das Geld. Ein weiterer Preis ist eine alte Gitarre, die aber scheinbar niemand haben will.

Plötzlich wird auf dem Schrottplatz eingebrochen und den drei Detektiven ist schnell klar, dass es jemand auf Justus gesammelte Gegenstände abgesehen hat. Aber wer sollte das sein? Gemeinsam machen sich die drei ??? auf die Suche nach dem Dieb und geraten in ein gefährliches Abenteuer … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Zwar stammt die Vorlage dieser Folge aus dem Jahr 1991, dennoch liegt der Fokus der Hörspielumsetzung für mich klar auf den 80ern. Begriffe wie „Walkman“ oder „Rollerskates“ fallen genauso in diese Kategorie wie die 80er-Jahre-Breakdance-Musik, die zwischen den Szenen gerne mal eingespielt wird. Dazu gesellen sich dann noch ein paar Musiken, die ich von meinen alten „Commander Perkins“-Kassetten her kenne, klassische EUROPA-Hörspieldramamusik … mir gefällts.

Der Umgangston der Jungs untereinander ist auch wesentlich flapsiger als sonst. Bob ist hier nicht der trockene Recherchemann im Hintergrund, sondern hats faustdick hinter den Ohren und ist ein wahrer Frauenheld. Peter ist der übliche Angsthase, aber Justus ist aufgrund seiner Gewinn-Schnitzeljagd außergewöhnlich gefühlsausbrüchig, mehr als man es sonst von ihm gewohnt ist.

Die Handlung geht recht geradlinig voran, was hier nichts Schlechtes bedeutet, weil allein das ungewöhnliche 80er-Jahre-Flair für ein Grinsen bei den älteren Hörern sorgt. Es wird fleißig schnitzelgejagt und nebenbei herausgefunden, wer die Jagd für alle sabotieren will. Dass die Autorin den Hörer irgendwann selbst sehr offensichtlich darauf stößt, wer das ist … und der Hörer weiß es anscheinend eher als Justus, ist zu verzeihen.

Einen unreifen Grinser nebst Kichern lockt auch immer wieder die Nennung des Namens von Peters Boss, Sax Sandler, hervor … was zwangsläufig wie „Sexhändler“ klingt.

Neben der viel zu lauten Alarmanlage von Justus, die seine Schnitzeljagdtrophäen vor Diebstahl schützen soll, aber auch dem Hörer in den Ohren schmerzt, fällt eigentlich nur Dustin Sattler-Semmelrogge negativ auf. Nicht dadurch, dass er exakt so klingt wie sein Vater Martin, sondern durch seine leblose, abgelesene Interpretation von Stinky Rossiter. Das klingt alles sehr bemüht, aber unnatürlich und extrem nach Studio, da ist kein Leben drin. Wenn man die drei Detektive als direkten Vergleich dazu hört, erlebt man, wie ein Hörspielcharakter klingen muss.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Doktor Ax Me: Krystian Martinek
Stinky Rossiter: Dustin Sattler-Semmelrogge
Fear Crowther: Ingo Mommsen
Mouth Crosby: Stefan Gabriel
Mack Dolland: Mike Olsowski
Eric Mukogawa: Marek Harloff
Marilla: Saskia Mayerhoff
Kelly: Juliane Szalay
Rosie: Reinhilt Schneider
Blacky: Heikedine Körting

Technik-Credits:

Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Produktmanagement & Projektleitung: Corinna Wodrich
Titelmusik: J.-F. Conrad
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Conrad, Stahlberg

Tracklisting:

1. Guten Morgen, Rocky Beach – Die Drei ???
2. Haltet den Dieb!
3. Alarm!
4. Überfall
5. Aufgekauft
6. Vorsicht, Schlange!
7. Weiße Weihnacht
8. Was fehlt denn da?
9. Jailhouse Rock

Die Ausstattung:

Die CDs steckt in einem Jewel-Case. Im Booklet-Faltblatt gibts Werbung für die beiden anderen Hörspiel-Versionen der TOP SECRET EDITION sowie die Buchvariante. Außerdem werden auf der Rückseite noch sämtliche Sprecher und ihre Rollen aufgeführt. Dazu gibts noch eine Trackliste und die technischen Credits dieser Folge.

Mein Fazit:

Eine leicht veränderte Interpretation der drei Detektive und ein 80er-Jahre-Flair sorgen für ein Dauergrinsen beim Alt-Fan. Für jüngere Hörer sind viele der Bezüge nicht so erinnerungsträchtig, das Abenteuer funktioniert trotzdem. Beide Hörergruppen können sich also eine Stunde von den Jungs gut unterhalten lassen und mit ihnen Schnitzel jagen.

1 Audio-CD mit 58 Tracks
Spieldauer: ca. 60 Min.
EAN: 886977733529
www.natuerlichvoneuropa.de

Die drei ??? – Geisterbucht (Folge 150)

Die Handlungsteile:

Teil A: „Rashuras Schatz“

Die drei berühmten Detektive aus Rocky Beach müssen ein Rätsel lösen, das ihnen der schrullige Harry Shreber in seinem Testament hinterlassen hat. Schnell finden sie heraus, dass der erste Hinweis in einem schrottreifen Flugzeug in Shrebers Garten versteckt sein könnte. Die Suche nach Rashuras Schatz beginnt – aber Justus, Peter und Bob sind bei Weitem nicht die Einzigen, die das Rätsel lösen wollen …

Teil B: „Flammendes Wasser“

Die Spur zu Rashuras Schatz führt die drei ??? hoch in die Berge, tief unter die Erde und hinaus auf die offene See. Aber mit jedem Hinweis wird alles nur noch geheimnisvoller ? und gefährlicher! Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

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Perry Rhodan – Der erste Unsterbliche (Lemuria 4)

Perry Rhodan: Lemuria – Die Lesungen:

Band 1: „Die Sternenarche“
Band 2: „Der Schläfer der Zeiten“
Band 3: „Exodus der Generationen“
Band 4: „Der erste Unsterbliche“
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Februar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (Mai 2012)

Die Handlung:

Die Milchstraße im 49. Jahrhundert. Die Erde ist das Zentrum der Liga Freier Terraner der mehrere Tausend besiedelte Welten angehören. Der wichtigste Repräsentant der Liga ist Perry Rhodan, jener Mann, der die Menschheit zu den Sternen führte.

Durch einen Zufall stößt Rhodan auf ein riesiges Raumschiff, das mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch das All rast. Es ist eine Sternenarche, bewohnt von Menschen, die vor über 55.000 Jahren ihre Reise angetreten haben. Bald erweist es sich als Teil einer ganzen Flotte von Schiffen.

Der Zweck der Archen bleibt im Dunkeln. Wer hat dieses gewaltige Projekt initiiert? Zu welchem Zweck? Und wie kann es sein, dass ihre Kommandanten Zellaktivatoren tragen, die sie unsterblich machen?

Rhodan tritt eine mentale Reise in die ferne Vergangenheit an. Er wird Zeuge des Baus der Archen – und findet die Spur ihres Schöpfers. Sie führt nach Akon, in das Blaue System … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wie der Titel schon vermuten lässt, steht in diesem Teil wieder der Zellaktivatorträger Levian Paronn im Mittelpunkt, auch wenn er es bevorzugt, als Akone getarnt im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Seine Idee, die Lemurer mit Sternenarchen zu retten, ist durch einen anderen Plan abgelöst worden: Jetzt will er mithilfe einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen und die Haluter mit einer besonderen Waffe aufhalten und sein Volk retten. Er führt den Hörer dann auch durch die Stimme von Josef Tratnik durch einen Auszug seines Tagebuchs in die Story ein, indem er noch einmal grob berichtet, dass alles, was bisher geschehen ist, Teil seines Plans war, der aufzugehen scheint.

Am Ende des vorigen LEMURIA-Teils war er mit dem letzten Generationenschiff, der ACHATI UMA, gestartet, das jetzt vor Akon aufgetaucht sein soll. Perry Rhodan macht sich natürlich sofort auf den Weg.

Die weiteren Hör-Stunden verbringen wir aber erstmal mit einem neu eingeführten Charakter, der uns auch noch in den nächsten LEMURIA-Teilen begleiten wird. Dem Psi-begabten Boryk, der auf einer weiteren Sternenarche, der NEANN OCIS, lebt und ein Klon der Kommandantin des Schiffes ist. Und während einigen Hörern dieser Teil sicher ein wenig langatmig, überflüssig und zu ausführlich beschrieben ist, so kann er, wenn man sich darauf einlässt, wirklich unterhaltsam sein. Denn das Leben von Boryk ist nicht langweilig und seine Queste durch die Sternenarche schon gar nicht.

Unterstützt wird er dabei von Josef Tratnik, der wiedermal in Hochform ist. Nicht nur Boryk ist am Anfang der Lesung vom Stottervortrag des Majitris genervt, auch der Hörer verdreht schnell die Augen. Tratnik bringt das gesamte aufgewühlte Gefühlsleben Boryks lebendig ins Ohr, während er seine aufregende Reise unternimmt. Auch die Kommandantin, der er am Ende begegnet, ist vom Sprecher hervorragend charakterisiert worden.

Egal welche Rasse oder Person Tratnik zu sprechen hat, alles klingt authentisch und lebendig. Akonen, Haluter, Terraner, Lemurer(-Klone), weiblich und männlich, fordernd, ängstlich, selbstbewusst, komisch, Josef Tratnik übertreibt es nie, weiß aber dennoch Akzente zu setzen.

Und dazu bietet ihm die Romanvorlage von Leo Lukas jede Menge Gelegenheit, die dem Hörer wiederum einige extrem kurzweilige Stunden beschert, manchmal auch mit einem Schuss mehr Erotik und Sex, als man es sonst von der Serie gewohnt ist.

Es gibt ja auch nicht nur Sex, sondern auch Kämpfe, Planetenabenteuer, eine Zeitmaschine, jede Menge clevere Wortspiele des Autors und den großen schon eingangs erwähnten Plan von Levian Paronn, der sein Volk retten will, koste es, was es wolle. Und wie der verläuft, welche Probleme auf Perry im Akon-System warten, welche Rolle Icho Tolot in alldem spielt und einiges mehr, das erzählt Josef Tratnik dem Hörer mit viel Engagement und Einsatz vor dem Mikro.

Musik und Effekte

Im Gegensatz zu den Silber Editionen ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den Silber Editionen verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.

Der Sprecher:

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ Silber Edtionen. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Wikipedia)

Die Ausstattung:

Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der Silber Edition bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.

Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitel-Nummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite werden die restlichen LEMURIA-Teile mit Bild beworben und auch der kommende, „Die letzten Tage Lemurias“, per Texthinweis.

Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.

Mein Fazit:

Ein neuer interessanter Charakter und ein perfider Plan eines Unsterblichen erwarten den Hörer in diesem LEMURIA-Teil, der eine Menge Abwechslung und viel Spannung bereithält, auch wenn der Einstieg ein wenig behäbig vonstattengeht. Josef Tratnik bietet höchsten Hörgenuss und tolles SciFi-Kopfkino-Feeling.

Die LEMURIA-Reihe behält ihren hohen Unterhaltungswert bei, nicht zuletzt, weil sich die Autoren abwechseln und jeder wieder für frischen, neuen Wind sorgt.

8 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 9:50 Stunden
Tracks: 110
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3943013030
www.einsamedien.de

Auch erhältlich als Download-Version mit ca. 830 MB und 110 Tracks.

Perry Rhodan – Söldner für Rom (Atlan Zeitabenteuer 7)

Die Handlung:

Man nennt ihn den Einsamen der Zeit: Atlan, der unsterbliche Arkonide, der später zum besten Freund Perry Rhodans wird, lenkt über Jahrtausende hinweg die Entwicklung der Menschheit. So auch in den Jahrhunderten um die Zeitenwende: Im Dschungel Mittelamerikas forscht Atlan nach einem gelandeten Raumschiff, er besucht das alte China, und in Rom arbeitet er unfreiwillig für den grausamen Kaiser Nero … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nicht umsonst steht auf der Verpackung, dass dies ein „Hörbuch zwischen Science-Fiction und historischem Abenteuer“ ist wie eigentlich jedes Zeitabenteuer von Atlan. Wenn der geneigte Hörer nicht wüsste, dass Atlan aus dem Perry-Rhodan-Universum kommt, er hätte auch aus der Zeit stammen können, in der dieses Abenteuer spielt.

Denn er gibt sich als Söldner Askhan Arcon aus und trifft in diesem Zeitabenteuer auf Kaiser Nero, der ihn nicht nur einmal aus dem Weg schaffen will. Er soll nämlich für ihn arbeiten und am besten dabei auch während der ihm übertragenen Aufträge sterben. Aber Nero hat wenig Erfolg und Atlan kann sich immer wieder behaupten. Nun möchte er das Volk von Nero befreien … verständlich, denn der Kaiser neigt zum Wahnsinn. Ein Mordanschlag kommt dabei für ihn nicht in Frage, er hat andere Pläne.

Bei den auftretenden Personen hat der Autor neben Kaiser Nero auf weitere geschichtlich Verbürgte wie den römischen Tribun Marcus Vinicius, der Atlan hier auch nicht wohlgesonnen ist, oder den Philosophen Lucius Annaeus zurückgegriffen. Dazu gesellen sich eigene Figuren aus der Feder von Hans Kneifel wie Atlans Sklavin Lalaga, die sich in die lange Reihe seiner Gefährtinnen einreiht.

Und die Kombination aus Figuren und Handlung ist es auch, die dieses Zeitabenteuer spannend macht und bis zum Ende hält. Der Hörer fiebert hier nicht nur mit Atlan mit, sondern will auch wissen, was aus seiner Lalaga wird, welche finsteren Pläne Nero aushecken wird, um sich Atlan vom Hals zu schaffen und wie Atlan diese durchkreuzen will, um schließlich selbst gegen Nero aufzubegehren.

Die ganze Zeit über begleitet Renier Baaken den Hörer als fesselnder Erzähler. Mit viel Einsatz vor dem Mikro bringt er uns die Epoche und die Personen nahe, die zu diesem Abenteuer ihren Beitrag leisten. Dabei erweckt er jeden einzelnen durch seine indivduelle Interpretation von Protagonisten und Antagonisten zum Leben und lässt sie so bunt wie das Cover dieses Zeitabenteuers über die Kopfkinoleinwand des Hörers laufen.

Baaken macht seinen Job so, wie ihn ein guter Geschichtenerzähler machen muss: Er bindet den Zuhörer an die Story, gibt ihr aber auch seine eigene Note, durch die Art und Weise wie er sie erzählt. So erlebt der Hörer Atlans Werdegang unter Nero, seine Einsätze und den abschließenden Höhepunkt in der Arena gefühlsecht mit und wird sich, trotz der beachtlichen Länge von 22 Hörstunden, schon auf die nächste Ausgabe und die nächste Geschichtsstunde mit Atlan freuen. Vorlagen und Zeitabenteuer gibt es noch genügend … 54 an der Zahl.

Der Autor:

Hans Kneifel (* 1945) wuchs er in Oberbayern auf, seit 1948 lebt er in München (und zeitweise auf Sardinien). Nach seiner Ausbildung zum Konditormeister und dem Begabtenabitur 1960 begann er ein Studium der Pädagogik, das er 1965 mit dem Staatsexamen abschloss. Er war danach Berufsschullehrer, bis er sich entschloss, freier Schriftsteller zu werden. 1956 debütierte er mit dem Roman Uns riefen die Sterne, inspiriert von dem Kinofilm Endstation Mond. 1965 erschien sein erstes Perry-Rhodan-Taschenbuch, drei Jahre später wurde er in das Team der Perry-Rhodan-Heftserie berufen. Bei der Stadtzeitschrift Wir Münchener fungierte er in den achtziger Jahren als Chefredakteur. Nach jahrelanger Abstinenz schreibt er jetzt wieder als Gastautor an der Perry-Rhodan-Heftserie mit. (Wikipedia)

Der Sprecher:

Renier Baaken (* 1949) ist freischaffender Sprecher für Synchron, Werbung, Industriefilm, Ladenfunk und Hörbücher. Er studierte in Düsseldorf englische und amerikanische Literaturwissenschaft, Psychologie, Philosophie und Theaterwissenschaft. Als Schauspieler war war er in Düsseldorf und Moers engagiert sowie in mehreren Fernsehspielen und -serien (z. B. „Achtung Zoll“, „MS Franziska“ etc.) Seit den 1990er Jahren verlegte er sich mehr und mehr auf Sprecherrollen. Seit 2002 spricht er verschiedene Rollen in „Perry Rhodan“-Hörspielen und seit 2007 liest er Hörbuch-Versionen der „Perry Rhodan“-Heftserie. (Perrypedia)

Die MP3s und das Booklet

Die Qualität der MP3s entspricht nicht dem Eins-A-Medien-Standard, was nicht heißt, dass dieses Hörbuch schlechter klingt. Die MP3s sind nicht mit einer festen Bitrate codiert, sondern mit ABR, also einer durchschnittlichen Bitrate von 135 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende.

Das an einen Zeichentrickfilm erinnernde farbenfrohe Cover ziert nicht nur die beiden MP3-CDs, sondern auch die ID3-Tags der MP3-Dateien. Dazu bekommt der Hörer ein Booklet-Faltblatt, in dem die Technik-Credits zu finden sind und ein paar Infos zum Sprecher. Außerdem gibt es noch etwas Werbung zu den MP3-CD-Versionen der Perry Rhodan Silber Editionen ab Nummer 74.

Mein Fazit:

Ob historisches Abenteuer rund um Kaiser Nero mit Science-Fiction-Einflüssen oder umgekehrt, es ist und bleibt ein Abenteuer, das den Hörer im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Tag lang unterhält. Und dazu trägt nicht zuletzt auch der engagierte und mit viel Schauspiel und Einsatz vor dem Mikro agierende Renier Baaken bei.

2 MP3-CDs
Spieldauer: 22:02 Stunden
Tracks: 237
Gelesen von Renier Baaken
Romanvorlage: ATLAN – Blauband 7 (1995), bestehend aus den Perry-Rhodan-Planetenromanen 83, 254, 259, 266 und 116
ISBN-13: 978-3943013092
www.einsamedien.de

Perry Rhodan – Suche nach der Erde (Silber Edition 78)

Die Handlung:

In der langen Geschichte der Menschheit war Perry Rhodans Plan ohne Beispiel: Die Erde, die Urheimat der Terraner, und der Mond sollten mit einem Sprung durch den Hyperraum an eine neue Heimat versetzt werden. Eine Heimat, die den Flotten der Laren und Überschweren, den neuen Herrschern der Milchstraße, entzogen sein sollte. Doch der tollkühne Sprung endete nicht in der erhofften Sicherheit: Erde und Mond rematerialisierten zwar reibungslos im Normalraum, aber nicht an dem vorgesehenen Zielpunkt. Perry Rhodan und die Menschheit fanden sich in einem unbekannten Teil des Universums wieder, Millionen, möglicherweise sogar Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die Menschheit steht erneut am Anfang. Sie macht sich auf, ihre neue Heimat zu erkunden – und muss erkennen, dass eine dunkle Macht über dem „Mahlstrom der Sterne“ herrscht … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck

Warum es am Ende der letzten Silber Edition 77 keinen Cliffhanger gegeben hat, wird schnell klar. Wie an einem straffen Gummiband gezogen, schnellt der Handlungsfaden wieder zurück in die Milchstraße. Das wird sicher alle freuen, die sich seit einiger Zeit fragen, was denn die Zurückgelassenen und auch die Laren zwischenzeitlich so unternehmen, um Perry und die Erde zu finden.

In der Milchstraße arbeitet nämlich alles auf Hochtouren daran, den neuen Standort der Erde zu finden. Ein Planeten-Flucht-Befreiungs-Abenteuer, das von Tom Jacobs perfekt eingelesen wurde, macht hier den Anfang.

Dann hängts ein wenig durch, weil die diplomatische Bremse in Andromeda nicht nur Atlan aufhält, sondern auch den Hörspaß ein wenig trübt. Der Wechsel zum Planetenabenteuer entschädigt dann aber wieder für die ein wenig gestreckte Handlung. Tom Jacobs schöpft aus dem Vollen und hängt sich richtig rein. Seine packende und sehr lebendig variable Sprecherleistung bindet den Hörer auch in Phasen, in denen er die Geschichte gern selbst vorantreiben möchte.

Nun erwartet uns ein Liebes-Drama, das auch ein wenig ablenkt und aufhält. Dann aber gehts spannend an anderer Stelle weiter. Tom Jacobs agiert aber weiterhin überragend vor dem Mikro und lässt nicht den Hauch von Langeweile aufkommen, wo eigentlich welche wäre.

Und als Abschluss erleben wir noch ein recht ausführlich geschildertes Solo-Abenteuer von vier Technikern auf unfreiwilligen Abwegen. Tom Jacobs vermittelt die ganze Dramatik auf Seiten der Techniker und ihrer Gegner perfekt und unterhält auch in diesem abschließenden Teil der Silber Edition gewohnt souverän.

Die Effekte – Der Hintergrund

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.

Die MP3s und das Booklet

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten Silber Edition beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 687 „Begegnung im Chaos“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich auf jeder CD als JPG-Datei in der Auflösung 1427 x 1422 bei. Außerdem bekommen wir noch das Cover von Heft 682, „Terror der Ungeborenen“, als JPG-Datei in der Auflösung 2000 x 2958 zum Ausdrucken als Poster.

Als Bonus gibt es wie immer ein Booklet. Hier finden wir ein Tracklisting mit den Kapitelnamen, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung einer 60-m-Korvette, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser Silber Edition enthaltenen Heftromane Nr. 680, 681, 682, 683, 686 und 687. Außerdem gibts am Ende noch mal die schicke CD-Cover-Version von Band 683 zu sehen. (*Rrrrrrrrrr*)

Mein Fazit:

Wir sind wieder zurück in der Milchstraße und erfahren, wie es den Zurückgebliebenen ergangen ist. Diese Silber Edition ist nicht so actiongeladen wie manch andere und verliert sich manchmal in ein wenig zu langen diplomatischen Verhandlungen oder einem Liebesabenteuer. Da hier aber sechs Romane zusammengefasst sind, wird es für jeden Geschmack etwas geben.

Tom Jacobs unterhält gewohnt lebendig und authentisch und schafft es auch in Phasen, in denen bei dem einen oder anderen Langeweile aufkommen könnte, den Hörer an das Hörbuch zu binden. Und das hat er nach 16.5 Stunden guter Unterhaltung dann auch nicht bereut.

2 MP3-CDs
Spieldauer der Lesung: 16:34 h
Anzahl der Tracks: 189
Gesamtgröße der Dateien: 1.35 GB
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943013078

Auch erhältlich als Download-Abo in jeweils vier Teilen, die im Abstand von je drei Wochen erscheinen.

John Sinclair – Der Ripper kehrt zurück (Folge 69)

Die Handlung:

Ernie Shane ist tot. Unter dem Einfluss des Geistes von Jack The Ripper hatte Shane mehrere Frauen und schließlich sich selbst ermordet. Doch ist der Schrecken damit vorbei? Als in dem Vergnügungs-Park „Horror-Land“ das abgetrennte Haar einer Frauenleiche gefunden wird, ahnt Oberinspektor John Sinclair nicht, dass er bereits einer Spur folgt, die ihm sein Feind gelegt hat. Eine Spur, die Sinclair bis an den Rand des Wahnsinns führen wird. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dieses Mal beglückt uns das Sinclair-Team mit der Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 216, dessen Cover auch diese Hörspielversion ziert und der fieserweise der erste Teil eines Mehrteilers ist. Also darf der Hörer von Anfang an auf einen gemeinen Cliffhanger gespannt sein.

Diese Folge fängt mit einem Grinsen für den Hörer an, befinden wir uns doch im „Vergnügungspark Horror-Land“, der für diese Folge der Hauptschauplatz sein wird. Danach folgt eine Runde Fremdschämen für John mit anschließendem Traurig-sein mit John. Und danach gefriert dem Hörer das Blut in den Adern.

Denn direkt nach diesem „Vorspiel“ wird diese Folge zu einem Psycho-Schocker, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. War die letzte Folge mit der Leichenkutsche noch ein Krimi, ist „Der Ripper kehrt zurück“ blanker Horror. Erst bemächtigt er sich Jane und dann springt er mithilfe der virtuos und mit Liebe zum entsetzlichen Detail eingesetzten Effekte auch in den Kopf des Hörers … der Horror und der Ripper.

Die Sprecher bieten blankes Entsetzen und puren Wahnsinn, die authentisch und lebendig oder nicht-mehr-allzu-lange-lebendig im Horror-Kopfkino des Hörers ankommen. Dramatische Musik untermalt das Szenario und die Effektemacher ziehen alle Register, um wirklich unter die Haut zu gehen.

Und in dem Moment als auch John Sinclair das ganze Ausmaß des Wahnsinns erfasst, da hören wir Joachim Kerzel „Ende des ersten Teils“ sagen und werden zurück in die Realität katapultiert. Der Schrecken geht weiter …

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Joachim Kerzel
John Sinclair – Frank Glaubrecht
Suko – Martin May
Sir James Powell – Karlheinz Tafe
Jane Collins – Franziska Pigulla
Muriel – Anjy Rybiczka
Jill Clark – Tanja Gerke
Ripper – Jörg Hengstler
Phil Bigger – Jörg Döring
Freddy Corman – Robin Kahnmeyer
Dick Reynolds – Phillip Schepmann
Junge – Frederik Döring
Mitch – Gerrit Schmidt-Foss
Martin – Rainer Fritsche
Mark Meyer – Tobias Kluckert
sowie Fred Bogner, Detlef Bierstedt, Ralf Caspers, Marion von Stengel, Marie Bierstedt und Markus Pfeiffer

Technik-Credits:

Produktion: Alex Stelkens (WortArt), Marc Sieper (Lübbe Audio)
Realisation: Ila Schnier von Wittich
Tontechnik und SChnitt: ear2brain productions
Buch und Regie: Oliver Döring

Die Ausstattung:

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Ein echter Psycho-Horror-Schocker, der unter die Haut geht. Der Ripper überfällt nicht nur Jane, sondern schleicht sich auch in den Kopf des Hörers, der in einem blutigen Kopfkino ein echtes Horrorland erlebt.

Audio-CD mit ca. 48 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-7857-4475-8
www.luebbe-audio.de

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)

Sherlock Holmes – Im Schatten des Rippers (Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs 1)

London, Ende des 19. Jahrhunderts: In Viertel Whitechapel geschehen unheimliche Morde an Prostituierten. Der Täter wird „Jack the Ripper“ genannt und bleibt trotz aller Ermittlungen unauffindbar. Inspector Abberline vom Scotland Yard bittet schließlich Sherlock Holmes um Hilfe, den berühmten Detektiv aus der Baker Street.

Sherlock Holmes legt allerdings gerade eine Pause ein und hat kein Interesse an Fällen, erst recht nicht an so einem unappetitlichen Fall wie den Jack-the-Ripper-Morden. Das ändert sich aber, als der Inspector Dr. Watson als Zeugen und eventuell sogar Tatverdächtigen sprechen möchte. Holmes ehemaliger Wohnungsgenosse, Freund und Partner bei Ermittlungen hat vor wenigen Monaten geheiratet, sich anscheinend aber bereits wieder von seiner Frau getrennt.

Sherlock Holmes – Im Schatten des Rippers (Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs 1) weiterlesen

Perry Rhodan – Spur des Molkex (Silber Edition 79, Teil 1 von 4)

_|Spur des Molkex|:_

Teil 1: _363 MB, 4:17 h, 54 Tracks_
Teil 2: – erscheint am 22.11.2011 –
Teil 3: – erscheint am 13.12.2011 –
Teil 4: – erscheint am 03.01.2012 –

_Die Handlung:_

Man schreibt den Mai des Jahres 3460. Die Milchstraße ist von den technisch überlegenen Laren und ihren Helfershelfern, den Überschweren, unterjocht. Die wenigen Menschen, die den Invasoren entkommen konnten, haben sich in den Schutz einer Dunkelwolke geflüchtet. Da verfällt Leticron, der Führer der Überschweren, auf einen teuflischen Plan: Er bringt das Bewusstsein eines Mutanten in seine Gewalt. Es soll ihm den Weg zum letzten Versteck der Menschheit weisen … Erde und Mond sind derweil verschollen. Der Sprung durch den Hyperraum, der die Heimat der Menschheit in die Sicherheit der Dunkelwolke hatte bringen sollen, endete im unendlich weit entfernten Mahlstrom der Sterne. Aber die Zuflucht im Mahlstrom erweist sich bald als brüchig. Seine Herrscher, das Insektenvolk der Ploohns, fassen die Neuankömmlinge als Bedrohung auf – und ihre Königin schickt eine gewaltige Flotte aus, um die Erde und ihren Trabanten in einen Glutball zu verwandeln …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 79|)

|Dieser Teil|:

Thomas Kantenberg, ein ehemaliger USO-Agent, wechselt nach langer Gefangenschaft die Seiten und tritt undercover in die Dienste von LETICRON, dem ersten Hetran der Milchstraße. Dieser will sich in den Besitz der Mutantenbewusstseine bringen, die auf WABE 1000 gespeichert sind. Aber Kantenberg will ihm nicht nur das ermöglichen, denn er erfährt etwas immens Wichtiges …

_Mein Eindruck:_

Nachdem wir in der letzten |Silber Edition| eine Menge Abenteuer mit Perry und dem sonnentransmitterversetzten Sol-System erlebt haben, blendet die Handlung wieder zu den in der Milchstraße Verbliebenen. Hier lernen wir Thomas Kantenberg kennen, der auf der Gefangenenwelt Zabrijina festsitzt.

Von Leticron, dem Ersten Hetran der Milchstraße, unterstützt, wird Kantenberg zum Verräter und der Fokus der ersten drei Hörstunden liegt klar auf der Geheimagenten-Story rund um den Terraner.

Nachdem Kantenberg das Bewusstsein des Teleporters Tako Kakuta aufgenommen hat, schwenkt das Hauptaugenmerk langsam in Richtung des Mutanten, um dann in der letzten Stunde komplett auf ihm zu liegen. Aus Gründen, die dem Hörer nicht entgehen werden.

Die Idee des Autors, den Plan von Leticron nicht durch Suggestion oder Hypnose auf Kantenberg zu übertragen, sondern durch chemische Kapseln, ist interessant. Auch der Einfall, die auf WABE 1000 gelagerten Mutanten-Bewusstseine auf verschiedene Wirte zu übertragen, um sie zu evakuieren, sorgt für Spannung.

Generell gibt es in diesem Teil der |Silber Edition| zwei Handlungsstränge, die generell nacheinander ablaufen und sich nur in der Mitte für eine Weile treffen. Der Verrat Kantenbergs, seine inszenierte Flucht mit anschließender Bespitzelung und später die Flucht von Tako Kakutas Bewusstsein, das sich Rettung suchend mehrfach einen neuen Wirt beschaffen muss, um nicht den Laren in die Hände zu fallen.

Die Laren sind es dann auch, die uns hier den sonst so übermächtig souveränen Leticron einmal auf eine ganz andere Weise zeigen, nämlich als winselnden und ängstlichen Diener, der weiß, dass es ihm an den Kragen geht, weil er Mist gebaut hat.

_Das Hör-Erlebnis:_

Andreas Laurenz Maier macht einen engagierten Job, indem er viel Einsatz vor dem Mikro zeigt. Sein Leticron klingt mächtig und wichtig, nachdem er sich Kakuta einverleibt hat noch stärker. Aber auch emotionaler, gegen Ende gar ängstlich, verzweifelt und heulend, als er von den Laren verhört wird.

Atlan klingt gewohnt souverän und selbstsicher und Thomas Kantenberg je nach Situation aufgebracht, aufrührerisch, nervös, neugierig, müde oder erschöpft.

Maier trennt die Charaktere wiedererkennbar für die Hörer voneinander und verleiht jeder Figur Leben. Dabei legt er sich zur jeweiligen Situation passend richtig ins Zeug und bringt spannende Unterhaltung ins Ohr des Hörers.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 48 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 689 „Die Irrfahrt des Mutanten“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

Neu ist die Kürzung der Dateinamen in der Mehrtrack-Version. Aus „Perry__Rhodan__Silber__Edition“ wurde ein kompaktes „PRSE“, was das Ganze übersichtlicher macht, grad für MP3-Player mit kleinem Display, die nicht das ID3-Tag, sondern den Dateinamen anzeigen.

_Mein Fazit:_

Wir sind wieder in der Milchstraße angekommen und treffen auf Leticron und die Laren. Dieser Teil ist zu zwei Dritteln ein Geheimagenten-Abenteuer eines übergelaufenen Terraners und zum letzten Drittel ein Fluchtabenteuer eines Mutantenbewusstseins. Und da diese Flucht noch nicht beendet ist, wartet der Hörer gespannt auf den nächsten Teil und drückt die Daumen, dass Tako Kakuta auch wirklich entkommen wird.

Andreas Laurenz Maier macht einen prima Job und unterhält kurzweilig durch seinen engagierten Einsatz vor dem Mikro.

|MP3-Download mit ca. 363 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:17 h
Anzahl der Tracks: 54
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943393163|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 79| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 03. Januar 2012 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Indridason, Arnaldur (Autor) / Kreye, Walter (Sprecher) – Abgründe (Lesung)

_|Kommissar Erlendur Sveinsson|:_

Band 1: |Synir Duftsins|, 1997 (deutsch: [„Menschensöhne“ 1217 2005)
Band 2: |Dauðarósir|, 1998 (deutsch: [„Todesrosen“ 5107 2008)
Band 3: |Mýrin|, 2000 (deutsch: [„Nordermoor“ 402 2003)
Band 4: |Grafarþögn|, 2001 (deutsch: [„Todeshauch“ 2463 2004)
Band 5: |Röddin|, 2002 (deutsch: [„Engelsstimme“ 2505 2004)
Band 6: |Kleifarvatn|, 2004 (deutsch: [„Kältezone“ 4128 2006)
Band 7: |Vetrarborgin|, 2005 (deutsch: [„Frostnacht“ 3989 2007)
Band 8: „Kälteschlaf“
Band 9: „Frevelopfer“
Band 10: _“Abründe“_
Band 11: „Furðustrandir“ (noch ohne dt. Titel)

_Grenzenlose Gier: Nummer vier muss sterben_

Island 2005 – die Wirtschaft boomt in nie gekanntem Ausmaß. Ehrgeizige junge Unternehmer machen durch clevere Finanzgeschäfte weltweit von sich reden. Ganz Island bewundert seine „Expansionswikinger“. In dieser Zeit des unbegrenzten Wachstums kommt ein Banker durch einen Sturz von einer Steilklippe ums Leben. Ein Unfall? Kurz darauf wird eine junge Frau von einem Schuldeneintreiber zu Tode geprügelt. Beide Ereignisse scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Nur eines ist sicher: Geld spielte in beiden Fällen eine entscheidende Rolle … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Arnaldur Indriðason, Jahrgang 1961, war Journalist und Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung. Heute lebt er als freier Autor bei Reykjavik und veröffentlicht mit großem Erfolg seine Romane. Sein Kriminalroman „Nordermoor“ hat den „Nordic Crime Novel’s Award 2002“ erhalten, wurde also zum besten nordeuropäischen Kriminalroman gewählt, und das bei Konkurrenz durch Hakan Nesser und Henning Mankell!

Weitere Romane von Indriðason:

Engelsstimme
Todeshauch
Kältezone
Gletschergrab
Nordermoor
Todesrosen
Menschensöhne
Codex Regius
Frostnacht

_Der Sprecher:_

Walter Kreye, geboren 1942, studierte an der „Schauspielschule Bochum“. Er spielte an den großen Theatern Deutschlands und ist dem Hörer nicht nur durch zahlreiche Film- und TV-Rollen bekannt. Seit Anfang 2008 ist kreye als Nachfolger von Rolf Schimpf alias „Leo Kress“ in der Krimiserie „Der Alte“ zu sehen. Seine Stimme war in den verschiedensten Hörspiel- und Hörbuchproduktionen zu hören. Für Hörbuch Hamburg hat er beispielsweise „Der Professor“ von Amélie Nothomb gesprochen.

Regie in den L.A. Tonstudios, Köln, führte Thomas Krüger. Die Musik trug Michael Marianetti bei. Den Text kürzte Kai Lüftner.

_Handlung_

Kommissar Erlendur ist im Urlaub. Seine Assistent Sigurdur Oli denkt, er tut einem Freund nur einen Gefallen, als er an die Haustür des Ehepaars Sigurlina Thorgrimsdottir und Ebenezer – kurz „Lina“ und „Ebi“ – klopft. Doch dann geht die Tür von alleine auf … Sein Freund, der Ingenieur Patrickur, hat ihn mit dem erfolgreichen Reiseleiter Hermann bekannt gemacht. Der hat behauptet, „Lina“ und „Ebi“ würden ihn und seine Frau erpressen. Sie drohten, die Fotos und Videos, die sie auf gemeinsamen Swinger-Partys gemacht hätten, ins Internet zu stellen, sollten sie nicht zahlen. Tja, und nun tritt Sigurdur in Linas Haus.

Eine weibliche Gestalt liegt blutüberströmt auf dem Boden des verwüsteten Wohnzimmers. Ist es Lina? Als Oli sie untersucht – sie lebt noch – bemerkt er eine Bewegung aus dem Augenwinkel und kann den Hieb eines Baseballschlägers gerade noch abwehren. Da flüchtet der Mann sofort, Oli ihm nach. Doch der Mann scheint ein wahrer Sprinter zu sein, und Oli verliert seine Spur im Park vor der psychiatrischen Klinik. Die Fahndung erbringt nichts. Lina wird im Koma ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Mann Ebenezer kehrt sofort von seiner Gletschertour zurück und starrt Lina bestürzt an. Alle Fragen Olis hinsichtlich Erpressung und so wehrt er als Unsinn ab.

Doch als Sigurdur die Besitzer der Autos am Tatort abklappert, stößt er auf die Telefonistin Sara. Sie hat ihn angelogen, findet er zu seinem Leidwesen heraus. Beim Nachhaken gibt sie zu, dass ihr Bruder Kristian ihr Auto einfach genommen habe. Und Kristian, ein Junkie, gibt an, er habe das Auto seinem Freund Thorarinn leihen müssen, um seine Schulden abzubauen. Thorarinn ist offenbar laut Akte ein Drogendealer, der Kristian einsetzte, und zudem ein Schuldeneintreiber mit Knochenbrecherqualitäten. Und Lina und Ebenezer haben offenbar hohe Schulden bei ihm.

Genau wie Hermann und seine Frau, die politische Ambitionen hat. Als Oli eine Kollegin der inzwischen verstorbenen Lina in einer Wirtschaftsprüferkanzlei befragt, steht auf den Kundenlisten auch der Name von Hermann und Patrickur. Die beiden haben Oli ebenfalls angelogen. Sie kannten Lina und Ebi schon vor der Swinger-Party. Und zur Rede gestellt gibt Patrickur unumwunden zu, er habe mit Lina geschlafen. Aber nur einmal. (Wirklich?) Was verschweigen die beiden ihm noch, fragt sich Oli. Er ahnt noch nicht, dass der isländische Banker Thorfinnur, der auf einer von Linas Wandertouren erst verschwand und viel später tot im Meer wiedergefunden wurde, etwas mit dem Angriff auf Lina zu tun haben könnte.

Denn Oli beschäftigt sich mit einem zweiten, erschütternden Fall. Der Stadtstreicher Andres gibt ihm einen kurzen 8-Millimeter-Film, auf dem er selbst als zehnjähriger Junge zu sehen ist. Wer filmt den offensichtlich verzweifelten Jungen? Ist es der Peiniger? Mit Hilfe einer Lippenleserin erfährt er, was der gepeinigte Junge fortwährend zu dem Filmer sagt: „Hör auf! Ich will nicht mehr.“

In einem Gespräch mit Andres wird Olis Verdacht erhärtet, dass es sich bei dem Filmer und Peiniger des jungen Andres – das muss um das Jahr 1970 gewesen sein – um dessen Stiefvater Rögnvaldur handeln muss. Der war zwischenzeitlich verschwunden, ist aber vor wenigen Monaten wieder aufgetaucht. Und wieder verschwunden. Hat Andres dabei die Finger im Spiel? Wozu hat er sich eine Ledermaske gefertigt?

Dann widmet sich Oli wieder dem Fall des Mordes an Lina. Von dem Junkie Kristian erhält er einen Hinweis auf Höddi, einen Freund des untergetauchten Thorarinn. Er folgt ihm spätabends und gelangt zurück in jene Gegend, in der er seinerzeit die Spur des Sprinters verlor. Tatsächlich war Thorarinn mal Leichtathlet und trägt den Spitznamen „Toggi Sprint“. Kein Wunder, dass er Oli abhängte. Nachdem Höddi für eine halbe Stunde mit einer Tüte Hamburger in einer Autowerkstatt verschwunden und ohne diese Tüte wieder weggefahren ist, schleicht sich Oli vorsichtig zur Werkstatt …

_Mein Eindruck_

Olis Ermittlung bewegt sich relativ zielstrebig und linear ihrem Ziel zu. Er hat zwei Morde aufzuklären, den an Lina und den an dem Banker Thorfinnur. Offenbar besteht zwischen den beiden Fällen eine Verbindung. Hat der Schuldeneintreiber Thorarinn etwas mit den Bankern zu tun, die den Mord an ihrem Kollegen vertuschen wollten, indem sie Lina, die Reiseleiterin, ebenfalls beseitigten? Oder steckt noch mehr dahinter?

Welche Rolle spielen dann in dieser Verbindung die Herrschaften Hermann und Patrickur sowie ihre Frauen? Erst als Oli spätabends noch mal die Abhörprotokolle von Höddis Telefon durchliest, stößt er auf den Schlüssel, einen Namen, der ihm sehr bekannt vorkommt. Er schimpft sich einen dämlichen Hornochsen, weil er sich von einer persönlichen Beziehung zu einem Namen in dem Fall hat abhalten lassen, genauer nachzuforschen. Er schwört sich, keine Gnade mehr walten zu lassen und dann den gesamten Doppelfall an seine Kollegen abzugeben – er steckt viel zu tief persönlich drin.

|Nemesis der Gier|

Soweit so schön. Der Rest der Geschichte ist allerdings ein wenig vorhersehbar. Vier isländische Banker führen anno 2005 – also kurz vorm Crash – mit Lina nach Nordisland, doch nur drei kehrten zurück. Warum musste Nummer 4 sterben? Und warum hat Lina laut Kollegin gesagt, die vier würden ein „kaltschnäuziges Projekt“ einfädeln?

Vom heutigen Kenntnisstand aus gesehen, ist die Bankenkrise in Island eine Geschichte der allseitigen Gier, des Größenwahns und des Filzes gewesen. Als Indridason seinen Roman schrieb, kamen die wichtigsten Fakten zu dem allumfassenden Skandal, der den Präsidenten das Amt kostete, in einem Klima der Empörung ans Tageslicht, und entsprechend prangert der Autor auch die Machenschaften der Banker an.

Anno 2009 trug dieser Krimi sicher zu Erhellung der Fakten bei und klagte zurecht die richtigen Drahtzieher an. Aber uns Mitteleuropäern ist vielleicht das gesamte Ausmaß der Katastrophe nicht bewusst, und in dieser Hinsicht liefert der Roman einen nützlichen Beitrag. Und erst unter diesem Blickwinkel ergibt der Handlungsstrang mit dem als Kind missbrauchten Andres einen Sinn.

|ACHTUNG, SPOILER!|

Den Bankern in Island ging es vor allem um billige Kredite. Diese bekamen sie aus allen möglichen Quellen, solange jeder jedem die Bonität bescheinigte – ein Geflecht von Interessen, Filz genannt. Damit die Kredite Zinsen abwarfen, bedurfte es zweier Bedingungen: einer Spezialität des isländischen Kapitalmarktes, die den Zins laufend steigen ließ, und einer Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten. Die Jung-Banker wurden zu „Expansionswikingern“, die in ganz Europa, v. a. aber in London, Anlagemöglichkeiten suchten.

Als ihnen ein Luxemburger Bankmanager die Riesensumme von 45 Mio. Euro als Darlehen anbot, konnten sie die günstigen Bedingungen kaum fassen. Ein Jahr lang keine Tilgung, die Zinsen praktisch garantiert und – aufgeteilt auf fünf – in Steueroasen praktisch unversteuert anlegbar. Was für ein Schnäppchen! Doch Banker Nr. 4, Thorfinnur, wurde misstrauisch: Woher stammt diese Riesensumme?, wollte er wissen. Für wen sollten sie das Geld waschen, etwa für die Mafia? Als er es endlich erfuhr, stieg er sofort aus und wollte zur Polizei gehen. Das konnten die anderen drei nicht zulassen. Auch wenn sie selbst ein mieses Gefühl dabei hatten, Geld aus der Kinderpornografie zu verwenden …

Das Stichwort „Kinderpornografie“ ist der Berührungspunkt zu Andres‘ Tragödie. Denn von ihm wurden ja Pornofilme gedreht, die dann wiederum ordentlich Profit einbrachten. Die 45 Millionen sind richtiges Blutgeld, erkauft mit dem Leid von kleinen Kindern. Als Andres auf einem schneebedeckten Grabstein einsam und verlassen erfriert, stirbt er stellvertretend für alle Opfer der Kinderpornografie – und der Finanzhaie in Island. Genauso gut hätte der Autor die Banker ans Kreuz nageln können. (Der Kreuzigungstod ist einer der qualvollsten: Das Opfer verblutet nicht, sondern erstickt.)

_Der Sprecher_

Walter Kreye ist einer der besten männlichen Sprecher im deutschsprachigen Raum. Man nimmt ihm den Ausdruck der Anklage und der Betroffenheit durchaus ab, wenn er Sirgurdur Oli dies darstellen soll. Oli ist ein altertümlicher Typ: Er regt sich noch über die Fehler junger Männer auf, statt sie apathisch zu ignorieren oder sarkastisch abzuqualifizieren. Er ist seine eigene „moralische Anstalt“, um mit Schiller zu reden. Das macht ihn als Mensch so sympathisch, als Ermittler so hartnäckig und als Figur so anachronistisch. Für eine solche Figur ist Kreyes Vortragsweise wie geschaffen.

Denn er legt noch Emphase in seinen Vortrag, statt den Text routinemäßig runterzurattern. Seine Figuren seufzen noch, flehen und klagen, regen sich auf und drohen sogar. Wenn er den alten Andres darstellt, dann stimmt das zwar nicht alles hundertprozentig, aber die stockende, heiser-leise Ausdrucksweise des Missbrauchsopfers und Alkoholikers geht dennoch unter die Haut. Wenn man gewillt ist, genau zuzuhören.

Die männlichen Figuren weiß Kreye gut auseinanderzuhalten, doch die weiblichen klingen alle gleich. Deshalb muss er sie situationsbedingt individuell darstellen. So ist etwa Linas Kollegin in Zeitnot und redet hastig – was Oli in keinster Weise aus seiner Seelenruhe bringt. Die markanteste männliche Figur neben Andres ist Höddi, der Schläger, der stets eine Drohung auf den Lippen hat.

Jede CD endet mit einem Teil des Intros bzw. Outros, das Michael Marianetti beigesteuert hat. Ein Piano spielt dramatische Kadenzen, bis schließlich die unterstützende Rhythmusgruppe hinzukommt, so dass das Grundmotiv allmählich in Fahrt kommt. Das ist zwar nicht ausgefeilt, aber wirkungsvoll, und das reicht.

_Unterm Strich_

Das Anliegen Indridason ist löblich: Die Kritik an der Exportwikinger-Mentalität der Isländer vor 2008, die alles, was sie raffen konnten, auf Pump kauften – bis das Pump-System zusammenbrach. Die dabei an den Tag gelegte Gier kostete nicht nur zwei Menschenleben, deren Verlust unser braver Inspektor herauszufinden hat, sondern hatte auch einen moralischen Preis: Kinderpornografie, deren Profiten gewaschen werden sollten.

Was mir an diesem Plot fehlte – und das lag vielleicht an der Kürzung des Textes – waren eine Liebesgeschichte und eine persönliche Verstrickung des Ermittlers in den ganzen Fall. Diese Verstrickung ist zwar in den Augen der Polizei gegeben, aber nicht in unseren Augen. Ein paar Frenden einen Gefallen zu tun, das erscheint eher als Kavaliersdelikt.

|Das Hörbuch|

Womit ich mehr Unbehagen hatte, ist die radikale Kürzung des Textes auf den Kern des Plots hin. Das fördert zwar das Verständnis der Handlung ungemein, lässt aber praktisch nur noch zwei Charakterisierungen zu: die des Ermittlers und von Andres, seinem Antipoden, der offenbar auch im Gerechtigkeitsgeschäft ist. Wer also mehr über die gierigen Banker und ihre Mentalität erfahren will, der sollte zum Buch greifen. Allen anderen reicht die Lesung.

Walter Kreye wirft seine sprecherspezifische Autorität in die Waagschale, um die moralische Haltung des Autors und des Ermittlers zu stützen. Zurückhaltung wäre hier falsch am Platz gewesen. Und Kreye gelingt auch, die beiden Hauptfiguren Oli und Adres einigermaßen zu charakterisieren. Die meisten anderen bleiben charakterlich schattenhaft, deshalb erweckt sie per situationsabhängiger Dramatik zum Leben. Das ist okay für eine befriedigende Lesung.

|4 Audio-CDs mit 310 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Svörtuloft (2009)
Aus dem Isländischen übersetzt von Coletta Bürling
ISBN-13: 978-3785744581|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

_Arnaldur Indriðason bei |Buchwurm.info|:_
|Napóleonsskjölin|, 1999 (deutsch: [„Gletschergrab“ 3068 2005)
|Bettý|, 2003 (deutsch: [„Tödliche Intrige“ 1468 2005)
[„Tödliche Intrige“ (Hörspiel)]http://buchwurm.info/REDAKTION/review/book.php?id__book=7155

Heitmann, Tanja – Traumsplitter (Lesung)

_In flirrend heißen Sommernächten_ beginnt die junge Ella von Gabriel zu träumen. Vom ersten Moment an fühlte sie sich von dem umwerfend charmanten Mann, der plötzlich vor ihrer Tür stand, wie magisch angezogen. Doch dann entdeckt Ella, dass Gabriel tatsächlich den Weg in ihre Träume kennt und sie lenkt. Eine gefährliche Gabe mit einem hohen Preis, der sie beide in den Abgrund stürzen könnte. (Verlagsinfo)

_Kritik_

„Traumsplitter“ von Tanja Heitmann überzeugt neben einer realistischen Geschichte durch die fein eingestreuten Fantasyelemente. Besonders, da es sich hier um einen Roman handelt, der trotz der Fantasy nicht zu abgehoben wirkt. Das macht „Traumsplitter“ aus. Besonders das sommerliche Flair und der abwechslungsreiche Plot verdienen Anerkennung. Die Autorin bedient sich einen poetischen Erzählstiel, dem spielend gefolgt werden kann.

Aus der Perspektive einer beobachtenden dritten Person werden die Ereignisse erzählt. Der Beobachter konzentriert sich dabei nicht auf Ella allein, auch Gabriel lernt der Leser sehr gut kennen. Oft ist der Hörer Ella dabei etwas im Voraus und begreift schneller, was es mit Gabriel auf sich hat. Schnell fiebert der Hörer so mit dem „Traum“-Paar und hofft, dass zum Ende doch alles gut ausgeht.

Zauberhaft hat Tanja Heitmann die Umgebung, in der „Traumsplitter“ spielt, entwickelt. Allein der märchenhafte Garten von Ella lädt zum Verweilen und Träumen ein.

Aber nicht nur die zauberhafte Umgebung punktet, auch die Darsteller sind allesamt sehr eindrucksvoll und vor allem glaubwürdig skizziert. Besonders die Protagonisten sind äußerst sympathisch und liebenswert. Die Entwicklungen, der sich die einzelnen Charaktere unterziehen, wirken begründet und realistisch. Aussehen und Charaktereigenschaften sind bei allen Darstellern vorhanden. Schnell kann der Leser sie einzeln zuordnen.

Neben den Protagonisten Ella und Gabriel spielt auch Ellas Neffe Kimi (Konstantin) eine zentrale Rolle. Ella kennt ihn nur als schüchternes und sehr zurückhaltendes Kind und lernt nun den pubertierenden Kimi kennen. Durch sein auffälliges Aussehen will der Jugendliche provozieren und schafft dies auch zumeist. Hinter seiner Maske verbirgt sich aber auch ein sehr hilfsbereiter und sensibler junger Mann, den die Leser in Handumdrehen ins Herz schließen dürften.

_Das Hörerlebnis_

Traumhafte Sprecher treffen hier auf eine traumhafte Geschichte.

Annina Braunmiller transportiert die Emotionen und die Atmosphäre mit ihrer Stimme perfekt. Die Leichtigkeit, mit der sie die Geschichte vorträgt, passt zu dem sommerlichen Flair in Traumsplitter. Ihr Timbre lässt die Hörer an den Emotionen Ellas teilnahmen. Eindringlich lässt Annina Braunmiller uns an der Handlung teilnehmen. Fröhlich, drohend, flüsternd und sogar singend werden die Passagen erzählt. Die Betonung passt zu jeder Zeit perfekt. Die Sprecherin scheint jede Figur zu leben und passt sich der jeweiligen an, da kann die jugendliche hohe Stimme auch mal tief und sexy klingen. Annina Braunmiller erzählt die Geschichte nicht nur, sie lebt sie.

Auch Sprecher Philipp Schepman passt zu seiner Figur. Passagen, die ausschließlich aus der Perspektive Gabriels erzählt werden, hat Philipp Schepman übernommen. Seine Stimme passt zu dem geheimnisvollen Protagonisten. Düster unterlegt werden die Geheimnisse Gabriels und seine Zerrissenheit erzählt.

Obwohl das Hörbuch „Traumsplitter“ gekürzt ist, hat der Hörer nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Alles, was diese wundervolle Geschichte ausmacht, wird wiedergegeben. Sei es das sommerliche Flair, der „verzauberte“ Garten und auch die lebendigen Figuren. In Kombination mit den charmanten Sprechern werden die Kürzungen nebensächlich, so sehr kann dieses Hörbuch genossen werden.

_Ausstattung_

Die sechs CDs sind in einer Jewel-Case-Box untergebracht. Das Cover ist eine verkleinerte Version des Buchcovers und findet sich auf jeder CD wieder. Im doppelseitigen Booklet wird kurz auf Autorin und Sprecher eingegangen. Dazu gibt es eine Kurzfassung des Inhaltes.

_Die Autorin_

Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman „Morgenrot“ war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Zuletzt bei Heyne erschienen: „Nachtglanz“.

_Die Sprecher_

|Annina Braunmiller|, 1985 in Augsburg geboren, absolvierte eine Musicalausbildung an der Stage School Hamburg und arbeitet als Sprecherin und Schauspielerin. Als deutsche Stimme von Bella Swan in den „Biss“-Verfilmungen und den Hörbuch-Lesungen wurde sie einem großen Publikum bekannt.

|Philipp Schepman|, Jahrgang 1966, ist Sprecher, Produzent und Rundfunkautor. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der renommierten Folkwanghochschule in Essen. Er hat zahlreiche Hörbücher gelesen, u. a. Romane von Ken Follett, Paul Temple und Michael Peinkofer.

_Fazit_

420 Minuten absoluter Hörgenuss werden hier von |Schall und Wahn| geboten. Die traumhafte Geschichte von Tanja Heitmann wird perfekt durch die beiden Sprecher interpretiert. Jeder Charakter bekommt hier eine Stimme und die Handlung wird durch die eindringliche Betonung der Sprecher getragen.

Kurz: Traumhafte Geschichte trifft auf traumhafte Sprecher! Perfekt!

|6 Audio CDs
Spielzeit: ca. 420 Minuten
ISBN-13: 978-3837109993|
[www.randomhouse.de/randomhouseaudio]http://www.randomhouse.de/randomhouseaudio/index.jsp

_Tanja Heitmann bei |Buchwurm.info|:_
[„Morgenrot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5865
[„Wintermond“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6345
[„Nachtglanz“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6674
[„Traumsplitter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7437

Mark Brandis: Alarm für die Erde – Teil 2 (Folge 18)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 „Sirius Patrouille“ (geplant für März 2012)

_Die Handlung:_

2130: Die tödliche Mischung aus Vulkanlava und hochradioaktivem Atommüll verseucht immer größere Teile Afrikas. Hochkommissar Mark Brandis hat alle Hände voll zu tun, um die Evakuierungsmaßnahmen mit den eintreffenden Katastrophenmeldungen zu koordinieren. Allen Bemühungen zum Trotz haben die „Fliegenden Löwen“ zunehmend Erfolg damit, die Menschen in den betroffenen Gebieten zum Bleiben zu bewegen. In Peking reift ein Plan, wie man sich das Chaos am besten zunutze machen könnte …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Brandis handelt gleich zu Anfang der Folge eigenmütig und wird wieder als Hochkommissar abgesetzt. Das Amt mochte er eh nicht.

Derweil haben sich kluge Köpfe einen neuen Plan ausgedacht, wie man der atomaren Verseuchung entgegentreten kann. Ein mit Sprengstoff beladener Gleiter soll den Vulkan kontrolliert zum Einsturz bringen und so eine weitere Seuchenausbreitung stoppen. Der erste Versuch schlägt fehl. Da beschließt Mark Brandis, selbst den zweiten Anlauf zu unternehmen.

In diesem zweiten (wenn man „Operation Sonnenfracht“ hinzuzählt, sogar dritten) Teil der Folge gibt es wieder mehr Spannung als im Letzten. Hatte sich der Vorgänger noch darauf konzentriert, ein bedrückendes Bild der Flüchtlingssituation zu zeichnen und von den Mächten, die das auch noch ausnutzen, so konzentriert man sich hier auf Einzelschicksale und Brandis-Spannung.

Wenn Commander Monnier während des ersten Sprengungsversuchs erfährt, dass gerade seine Frau gestorben ist, fühlt sich auch der Hörer betroffen. Und auch Brandis, der sonst immer der Optimist überhaupt ist, wirkt in dieser Folge sehr menschlich. Aufgrund des vielen Stresses in letzter Zeit leidet er unter Kopfschmerzen, Burn-Out, ist sehr mies drauf und lässt sich gehen.

Doch er wäre nicht Mark Brandis, wenn er sich nicht wieder in den Griff kriegen und selbst zur Tat schreiten würde.

_Das Hörerlebnis:_

In dieser Folge zeigen die Macher wieder, was sie drauf haben. Grad, wenn es aufs packend spannende und actiongeladene Ende zugeht, wird hier fulminant Kopfkino mit einer tollen Effektuntermalung und dramatischer Musik geboten. Perfekte Unterhaltung, wie sie nicht besser im Ohr des Hörers ankommen kann.

Bester Sprecher ist wie gewohnt Michael Lott als Mark Brandis, der hier vom Skript auch einmal die Gelegenheit bekommt, weltgeschmerzt und depressiv zu spielen. Auch dass mit Meylan Chao eine gebürtige Chinesin für die (kurze) Rolle der Nanami Kotahoshi gewählt wurde, ist eine prima Wahl. Andere hätten einfach jemanden einen schlechten Akzent auflegen lassen. Bei Chao klingt es natürlich. Oliver Rohrbeck als Reporter Walter Hildebrand kommentiert den ersten Sprengungsversuch anfangs genauso monoton und leb- und gefühllos, wie im letzten Teil den Bericht aus dem Flüchtlingslager, später zeigt er aber kurz, dass er es auch ein wenig mitreißender kann.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

John Harris: Gerhart Hinze
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Walter „Wally“ Ryan: Uve Teschner
Henri Vidal: Marion von Stengel
Nanami Kitahoshi: Meylan Chao
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
Cpt. Grigori „Grischa“ Romen: David Nathan
Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Walter Hildebrand: Oliver Rohrbeck
Cmdr. Robert Monnier: Holger Umbreit
Iris Monnier: Ulrike Kapfer
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
John Malembo: Jan Spitzer
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
sowie Dennis Bruhn, Markus Kähler, Jochim-C. Redeker, Balthasar v. Weymarn

|Technik-Credits:|

Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Chorimprovisation: Sven-Michael Bluhm
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Thomas Weichler, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen, einen Vordruck des „Q-Papiers“, das den Flüchtlingen mitteilt, in welche Kategorie sie eingeteilt wurden und ein Auszug aus der Romanvorlage.

Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Menschliche Schicksale, die berühren. Ein Held, der ein menschliches Tief durchlebt und ein dramatisch packendes Finale, das vor Effekten und passender Musikunterstützung nur so strotzt, sorgen für ein fulminantes Finale einer dreiteiligen Geschichte. Hier wird allerfeinstes Hollywood-Kopfkino geboten.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 52 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804170|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Mark Brandis: Alarm für die Erde – Teil 1 (Folge 17)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 „Sirius Patrouille“ (geplant für März 2012)

_Die Handlung:_

2129: Kein ruhiges Weihnachten für Commander Brandis und seine Crew. Die Evakuierungsmaßnahmen eines Gebiets von 500 km² um den Kilimandscharo in Ostafrika stellt die Logistik der Helfer bereits vor unüberwindbare Probleme. Anscheinend immun gegen die radioaktive Strahlung schießen selbsternannte Freiheitskämpfer, die „Fliegenden Löwen“, auf die Hilfstruppen. Und Ruth wartet verunglückt in einem gestrandeten Transporter bei Nairobi auf Rettung …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Endlich geht es weiter. Endlich erfahren wir, wie es auf der Erde weitergeht, nachdem der Versuch, den radioktiven Müll unter dem Kilimandscharo zu bergen und in die Sonne zu schießen, nicht ganz gelang. Während Brandis und sein Team noch dabei waren, den strahlenden Unrat auszufliegen, erschütterte ein starkes Beben die Region.

Mark Brandis wird gegen seinen Willen zum Hochkommissar ernannt und hat jetzt alle Streitkräfte unter sich, damit er schneller handeln kann. Doch die Evakuierungen der Menschen, die im verstrahlten Gebiet leben, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Zum einen gibt es Widerstand von Aufständischen, die glauben, „der weiße Mann“ will sich das Gebiet aneignen. Und zum anderen gibt es politisch-diplomatische Probleme.

Was in der letzten Folge die Dramatik um die rechtzeitige Beseitigung des Atommülls war, ist diesmal die humanitäre Katastrophe. Das verstrahlte Gebiet ist so groß wie Europa und die Menschen werden in bewachten Auffanglagern aufgenommen. Wer allerdings von ihnen weitertransportiert und somit überleben wird, das entscheidet seine jeweilige Klassifizierung. Jeder Flüchtling wird nämlich in eine Kategorie gesteckt und die entscheidet über Leben und Tod.

Das stört Mark Brandis gewaltig und er versucht, etwas dagegen zu unternehmen …

_Das Hörerlebnis:_

Mit aufwendigen Effekten versehen und mit einer Schar engagierter Sprecher vor dem Mikro, erwartet uns hier eine Folge, die menschlich berührt. Michael Lott als Mark Brandis bekommt von der Romanvorlage ein großes Spektrum an Emotionen, die er gekonnt dem Hörer vermittelt.

Schwachpunkt dieser Folge ist für mich Oliver Rohrbeck als Reporter Walter Hildebrand, der immer monoton und nicht neutral, sondern emotionslos seinen Text runterliest. Wenn er so die Nachrichten sprechen würde, könnte ich seinen Stil ja noch verstehen, aber bei einem Bericht aus einem Flüchtlingslager, bei dem aufwühlende Entdeckungen gemacht werden, da sind Emotionen gefragt. Die bietet Rohrbeck an dieser Stelle leider nicht an.

Dennoch wird dem Hörer hier ein fulminantes Kopfkino geboten, das zum Nachdenken, Mitfühlen und Mitfiebern einlädt … und den schnellen Griff zur nächsten MARK-BRANDIS-Folge nach sich zieht. Denn natürlich endet diese Folge wieder mit einem spannenden und offenen Ende.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Cpt. Grigori „Grischa“ Romen: David Nathan
Walter „Wally“ Ryan: Uve Teschner
Boleslaw Burowski: Ozan Ünal
Sgt. Monelli: Stefan Flüeck
Col. Friedrich Chemnitzer: Thomas Nero Wolff
Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Prolog: Wolf Frass
Henri Villiers: Wolfgang Kaven
Henri Vidal: Marion von Stengel
Walter Hildebrand: Oliver Rohrbeck
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
John Harris: Gerhart Hinze
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Iris Monnier: Ulrike Kapfer
John Malembo: Jan Spitzer
Nanami Kitahoshi: Meylan Chao
Col. Ernest Leighton: Reinhard Kuhnert
Cmdr. Robert Monnier: Holger Umbreit
sowie: Melanie Blenke, Dennis Bruhn, Jochim-C. Redeker

|Technik-Credits:|

Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker,
Chorimprovisation: Sven-Michael Bluhm
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Thomas Weichler, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen, einen Bericht zur „Operation Sonnenfracht“, der von Henry Villiers im Jahr 2142 geschrieben wurde und ein Kartenausschnitt, der Teile von Ostafrika mit dem Kilimandscharo zeigt.

Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Nach der teilweise gescheiterten „Operation Sonnenfracht“ kommt die humanitäre Katastrophe. Flüchtlinge, die rigoros in Kategorien eingeteilt werden und über die entschieden wird, ob sie leben dürfen oder sterben müssen, das geht schon an die Nieren. Schnell will der Hörer wissen, wie Brandis das in den Griff kriegen will und greift direkt zur nächsten Folge, weil das Ende wieder spannend und offen ist.

|1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804163|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Ahner, Dirk – Hui Buh – Neue Welt: Der Geist der Weihnacht (Folge 13) (Hörspiel)

So ziemlich jeder aus der „Generation Golf“ kennt „HUI BUH – das Schlossgespenst mit der rostigen Rasselkette“. Erfunden wurde die Figur von Jugendbuch- und Hörspielautor Eberhardt Alexander-Burgh in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Ihren Erfolg feierte die ursprüngliche Hörspielserie, die es auf 23 Folgen brachte, nicht zuletzt durch Hans Clarins markant-krakeelende und somit eigenwillige Interpretation des zuweilen tolpatschigen – einzig amtlich zugelassenem – Gespensts auf Schloss Burgeck. 2006 nahm sich auch die Filmindustrie des Stoffes an und läutete damit eine neue Ära ein. „Hui Buh – Neue Welt“ heißts seit 2008 bei den |EUROPA|-Studios, was nichts anderes bedeutet, dass die Kultserie inzwischen entsprechend dem Vorbild des Leinwandauftritts dem Zeitgeist angepasst, also modernisiert und aufgemöbelt, wurde. Bis zum September 2011 sind inzwischen schon 13 neue Spukereien erschienen.

_Zur Story_

Es ist einen Tag vor Heiligabend und Seltsames geschieht in und um Schloss Burgeck. Alle machen einen gehetzten Eindruck, niemand ist in festlicher Stimmung. Weihnachten? Keine Spur! Das findet Tommy doch etwas bedenklich und fragt Hui Buh um Rat, doch der hält das Fest ohnehin für vollkommen überbewertet, er steht nämlich viel mehr auf Halloween. Was die Sterblichen nur immer damit haben?! Man könne allerdings doch mal den Geist der Weihnacht fragen, doch wie erreicht man den? Zufälligerweise hat Sophies Tante Roswitha einen geheimnisvollen Geister-Telefonapparat über ihren Lieblings Magie-Versand erstanden, der genau dies ermöglichen zu können scheint. Und tatsächlich: Hui Buh erwischt darüber zwar nicht den Obermuffti persönlich, wohl aber erscheinen seine drei getreuen Diener, die nacheinander drei knifflige Aufgaben parat haben, nach deren Lösung die Probanden zu ihrem Chef vorgelassen werden können. Scheitern sie, so könnte Weihnachten allerdings auch für immer verloren sein.

_Eindrücke_

Natürlich basiert die Story zu einem großen Teil auf Charles Dickens berühmte Geschichte „A Christmas Carol“ und macht auch gar keinen Hehl daraus. Im Gegenteil, man bezieht sich ganz offen auf Vorlage. Bei HUI BUH geht man aber doch noch andere Wege, sozusagen einen Schritt weiter: Wird Ebenezer Scrooge im Original einfach nur von den drei Geistern der vergangenen, der jetzigen und der zukünftigen Weihnacht das eigene Leben vor Augen geführt, wobei dieser eher passiver Zuschauer ist, dürfen bzw. müssen die Akteure hier selbst tätig werden und (pädagogisch wie moralisch wertvolle) Aufgaben lösen. Erst dann sehen sie sich dem eigentlichen Geist der Weihnacht gegenüber. Der ist inzwischen etwas amtsmüde und desillusioniert geworden, braucht also einen kleinen Schubs, um selbst wieder in Festtagsstimmung zu kommen. Selbstverständlich und wenig überraschend bekommt er diesen letzten Endes auch.

Dass das Ganze ein wenig rührselig daherkommt, mag man eingedenk des Themas respektive des höheren Ziels eine positive Message herüber zu bringen gewiss in Kauf nehmen. Kitschig wirkt es aber keinesfalls. Das liegt bestimmt auch daran, dass die eigens dafür eingespielte Musik und somit die Atmosphäre heimelig aber nichtsdestoweniger fluffig rüberkommen. Die Sprecher tun ihr Übriges, damit der weihnachtliche Grundgedanke nicht mit dem Holzhammer verabreicht wird. Die Regie legt ihnen dazu auch manch flott-markige Sprüche in den Mund, die nicht selten frei von Selbstironie sind. Für altgediente HUI-BUH-Fans vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, doch man kann sich nach einer kurzen Phase der Einfindung gut mit dem modernen Zuschnitt arrangieren und Spaß haben. Auch wenn offenbar (leider) längst nicht mehr so viel „altdeutsche“ Ausdrücke verwendet werden wie in früheren Zeiten der Serie. Die Zielgruppe ist heute halt eine andere.

Gut, dass Stefan Krause trotz der Modernisierung weiterhin einige Grundzüge des Ur-HUI-BUH pflegt, jedoch nicht in den Fehler verfällt, Hans Clarin kopieren zu wollen. Das wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt. Seine Interpretation der Figur ist eine ganz andere – was dem Schlossgespenst eine frische Note gibt, die auch etwas zurückhaltender ausfällt, ohne dabei jedoch alle liebenswerten Kanten des Originals preiszugeben. Überhaupt lässt man bei der Sprecherriege nichts anbrennen. Christoph Maria „Stromberg“ Herbst ist als König Julius eine vortreffliche Wahl und Synchron- und Schauspiel-Urgestein Jürgen Thormann als Kastellan steht diesem in Nichts nach. Ganz zu schweigen von Andreas „Bob Andrews“ Fröhlich als Erzähler. Insgesamt hat sich hier ein Ensemble zusammengefunden, bei dem die Chemie stimmt – das ist auch wohl ein Grund, warum das neue Setup der Serie an die alten Erfolge durchaus anknüpfen kann.

_Die Produktion_

Buch: Dirk Ahner
Nach Motiven von Eberhardt Alexander-Burgh
Konzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester

|Sprecher und Figuren|

Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach), Andreas Fröhlich (Erzähler / Intro von Hans Paetsch), Gerald Schaale (Cupidus), Joachim Pukaß (Malus), Christian Hagitte (Ignarus), Horst Lampe (Geist der Weihnacht), Helmut Krauss (Adolar), Sebastian Walch (Graf Hadamar), Ingo Albrecht (Fürst Roderich)

_Fazit_

Selbst der ansonsten vollkommen weihnachtsresistente Rezensent kann sich dem zuckersüßen Charme des Hörspiels nicht entziehen. Dickens Klassiker wird hier kindgerecht und flott aufgearbeitet, wobei es themenbedingt auch ruhig etwas sentimentaler und rühriger zugehen darf, als in den üblichen Folgen. Der Druck auf die Tränendrüse ist allerdings moderat und wirkt nicht auf Weihnachtsmann-komm-raus erzwungen. Schön auch, dass die Kommerzialisierung des Festes durchaus – und sehr deutlich – kritisiert wird. Wobei natürlich die Frage erlaubt sein muss, ob das Hörspiel selbst nicht auch zum diesbezüglichen Merchandise gehört. Aber das, liebe Kinder und solche, die es geblieben sind, klären wir vielleicht, wenn Hui Buh demnächst auch noch auf den Geist des Osterhasen treffen sollte. Bis dato: Gehabt euch Wohl – und: Schauriges Fest!

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 69 Minuten
EAN: 886978193025|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buch bei |Buchwurm.info|:_
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478

Die drei ??? – Der namenlose Gegner (Folge 149)

Die Hörspiele der berühmten Jugend-Serie aus dem Hamburger Studio |EUROPA| marschieren unaufhaltsam auf das nächste Jubiläum zu. Fall Nummer 150 kratzt bereits an den Händlerregalen, eine Schwelle, welche die zugrunde liegenden Bücher aus dem |KOSMOS|-Verlag bereits satt überschritten haben. Kari Erlhoffs „Der namenlose Gegner“ ist der 149. Einsatz des Detektiv-Trios aus Rocky Beach und erblickte bereits 2009 das literarische Licht der Welt. Damit brauchte die im Oktober 2011 veröffentlichte Adaption immerhin gute zwei Jahre, bis sie nun auch endlich auf die gespannt wartende Hörerschaft losgelassen werden konnte. Allerdings holen die Hörspiele derzeit langsam aber stetig ihren Rückstand auf.

Zur Story

Die drei ??? – Der namenlose Gegner (Folge 149) weiterlesen

Apocalypsis: Episode 1 – Dämonen

_|Apocalypsis|:_

[Prolog – „Zeichen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7434
_Episode 1 – „Dämonen“_
Episode 2 – „Uralt“ (24.10.2011)
Episode 3 – „Thoth“ (31.10.2011)
Episode 4 – „Baphomet“ (07.11.2011)
Episode 5 – „Insel des Lichts“ (14.11.2011)
Episode 6 – „Elixier“ (21.11.2011)
Episode 7 – „Vision“ (28.11.2011)
Episode 8 – „Seth“ (05.12.2011)
Episode 9 – „Wearily Electors“ (12.12.2011)
Episode 10 – „Die sieben Schalen des Zorns“ (19.12.2011)
Episode 11 – „Das Ding unter dem Stein“ (26.12.2011)
Episode 12 – „Konklave“ (02.01.2012)

_Die Handlung:_

Während Kardinalstaatssekretär Menendez bereits heimlich Wahlkampf für das anstehende Konklave betreibt, hofft Peter Adam bei der Suche nach dem verschwundenen Papst auf die Unterstützung von Don Luigi, Chef-Exorzist des Vatikan. Dabei lernt er die junge Nonne Maria kennen. Bei einem Exorzismus verdichten sich die Hinweise, dass sich die vierte Prophezeiung von Fatimá schon bald erfüllen wird. Die Spur führt in ein abgelegenes Kloster in Sizilien. (Verlagsinfo)

_Das Hörerlebnis:_

So begeistert ich nach und von dem Prolog war, so enttäuscht bin ich von der ersten Episode. Hier gibts von allem weniger. Weniger Musik, weniger Effekte, und wenn, dann sind sie manchmal so leise im Hintergrund zu hören, dass man sie beim Spazierengehen oder im Auto hörend nicht wahrnimmt. Einzig der Sprecher spricht weiter mit einer guten Leistung.

Das größte Problem allerdings, ist, dass auch die Story nicht mit dem Prolog mithalten kann. Der Paukenschlag am Ende des letzten Teils, die Vernichtung des Vatikans, entpuppt sich als bloße Vision, als Vorahnung des Reporters Peter Adam. Das war für mich ein echter Game-Changer, dahin ist die ganze Spannung. Nun scheint alles darauf hinauszulaufen, dass in sechs Tagen, sprich im letzten Teil der Reihe, „Konklave“, entweder der Vatikan explodiert oder halt nicht. Klingt nach einem langweiligen Dan-Brown-Clone, der schnell vergessen in der Versenkung verschwinden könnte … auch wenn er nett aufgemacht und in vielen Versionen daherkommt.

In diesen 73 Lesungs-Minuten erleben wir also hauptsächlich einen gefühlt zu langen Besuch Adams beim Exorzisten Luigi, bei dem sich herausstellt, dass der Journalist Peter Adam vielleicht der Dämon Petrus ist, der den oben genannten Untergang einläuten könnte.

Und auch der spontan zurückgetretene Papst Laurenz, der sich in Sizilien versteckt hat, aber dennoch von Adam aufgespürt werden konnte, hält Peter Adam für aufhaltenswürdig böse und sperrt ihn am Ende dieser Episode in ein Gefängnis, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Warum er Adam nicht gleich tötet, wenn er ihn für einen Dämon hält? Man weiß es nicht. Warum er ihn nicht selbst aufgesucht und vor Ort getötet hat, wenn er ihn doch für so bedrohlich hält? Auch das erschließt sich mir nicht.

Und was die anderen Morde und die Spiral-Zeichnungen damit zu tun haben, das erfahren wir sicher in den nächsten Teilen.

_Achtung: Spoiler zum Ende der ersten Staffel:_

Auf Facebook haben sich die Macher schon verplappert, die Explosion wird also stattfinden.

_Apocalypsis – Das Konzept:_

Lübbe traut sich was. Mit einem Aufmarsch von Mönchskuttenträgern auf der Frankfurter Buchmesse stellte der Verlag Mitte Oktober 2011 seine neue Idee vor: |Apocalypsis|. Eine als „Webnovel“ betitelte Reihe von 13 Teilen, von der jede Woche Montag ein Teil erscheint. Und das tut er in verschiedenen Versionen: als reines eBook für den Kindle und andere Reader, als aufwendig inszenierte Lesung, als Smartphone- und Tablet-App, bei der als Schmankerl vor den zu lesenden Kapiteln kurze zur Szene passende Videosequenzen eingespielt werden oder interaktiv zu verwendende Gegenstände auf dem Text „liegen“. Und als read&listen-Version, bei der sich der Käufer das eBook vorlesen lassen kann, wobei jeder gelesene Satz, ähnlich wie beim Karaoke, farblich gekennzeichnet wird. Zum Anfixen potenzieller Käufer verteilte der Verlag den Prolog in allen Varianten kostenlos.

Wenn sich bei diesem Projekt der erhoffte Erfolg einstellt, wird der am 02.01.2012 veröffentlichte 13. Teil nicht der Letzte sein. Schon im Frühjahr soll es weitergehen, die Planungen dafür sind in vollem Gange.

_Der Autor:_

Mario Giordano, dessen Name nicht auf dem Cover steht, steckt hinter der Webnovel. Er studierte Psychologie und Philosophie an der Universität Düsseldorf. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher, Drehbücher und Hörspiele. Heute lebt Giordano in Köln. Sein Roman „Black Box“ (1999), der auf einer wahren Begebenheit (Stanford-Prison-Experiment) beruht, wurde unter dem Namen Das Experiment unter der Regie von Oliver Hirschbiegel verfilmt. Der Film wurde vielfach ausgezeichnet, Giordano erhielt dafür unter anderem beim Bayerischen Filmpreis den Drehbuchpreis. Für seinen Jugendroman „Der aus den Docks“ erhielt er den Hans-im-Glück-Preis 1998. Er gibt Drehbuchseminare an der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Trickfilmfestival in Stuttgart (ITFS). Seit 2007 ist Mario Giordano außerdem als Mentor für TV-Serien bei der Akademie für Kindermedien tätig. (Quelle: Wikipedia)

_Der Sprecher:_

Matthias Koeberlin absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Im Jahr 2000 erhielt er den Günter-Strack-Fernsehpreis und 2007 gewann er gegen renommierte Konkurrenz als Bester Schauspieler den Deutschen Fernsehpreis. Matthias Koeberlin war bereits zweimal für den Deutschen Hörbuchpreis als Bester Sprecher nominiert: 2003 für DAS JESUS VIDEO und 2010 für DER HIMMEL IST KEIN ORT. (Verlagsinfo)

_Die MP3s:_

Die neun MP3-Dateien liegen in der Qualität von konstanten 320 Kbps und 44.1 kHz in Joint Stereo vor und tragen die Tracknummer am Ende des Dateinamens. Dies könnte bei einigen Playern zu Verwirrung führen. Die ID3-Tags hat der Verlag informativ gefüllt, aber den Namen des Sprechers vergessen. Aber das Cover dieses Teils gibts im ID3-Tag zu sehen, was sich bei MP3-Playern mit Display immer nett macht.

_Mein Fazit:_

Episode 1 kann leider nicht mit dem imposanten Prolog mithalten. Weniger Musik, weniger Effekte, weniger Spannung. Es könnte sogar passieren, dass |Apocalypsis| lediglich ein großartig produzierter, vielformatig herausgegebener Dan-Brown-Clone wird, dessen Handlung aber bei Weitem nicht mit seinen Romanen mithalten kann. Es kann aber auch ein spannender Thriller werden, denn nicht nur der Herr Brown kann gute Bücher schreiben.

|MP3-Download: 175 MB
Tracks: 9
Spieldauer: 1:13 Std.
Gelesen von Matthias Koeberlin
Auch als One-Track-Version oder Stream verfügbar
ISBN: 978-3-8387-6840-3|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

Lauenroth, Frank – Boston Run (Lesung)

Marathon – das ist Adrenalin pur. 42,195 km voller Anstrengung, Kampf gegen den inneren Schweinehund, aber auch voller Glücksgefühle, wenn die eigenen Beine einen schließlich die gesamte Strecke bis ins Ziel tragen. Einer der traditionellsten Marathonläufe ist der in Boston, der seit 1897 einmal im Jahr – am sog. Patriot’s Day im April – stattfindet. Rund um diesen geschichtsträchtigen Lauf hat der deutsche Autor Frank Lauenroth seinen packenden Thriller „Boston Run“ angesiedelt, der nun auch in einer ungekürzten Hörbuchfassung, gelesen von Johannes Steck, erhältlich ist.

_Auf Droge_

Mittelpunkt der Geschichte ist der Hobbyläufer Brian Harding, der dank einer ausgeklügelten Droge den legendären Boston Marathon gewinnen möchte. Eigentlich ist er nicht mehr als ein Durchschnittsläufer, doch sein Freund Christopher Johnson hat ein Dopingmittel entwickelt, das dem Läufer Kraft und Ausdauer schenkt und sich im Laufe des Marathons abbaut. Direkt nach der Ziellinie lässt sich das Mittel im Blut nicht mehr nachweisen, sodass Harding den Dopingkontrollen bedenkenlos entgegen blicken kann.
Getarnt als Fred Longer geht Harding ins Rennen. Durch die Droge aufgeputscht, kann er den Start gar nicht erwarten und möchte das Rennen am liebsten von vorne weg in Angriff nehmen, doch weiß er aus eigener bitterer Erfahrung, dass er es nicht übertreiben darf. Denn jede (Über-)Anstrengung führt dazu, dass sich das Mittel schneller abbaut und könnte dazu führen, dass es nicht bis ins Ziel reicht. So ist es ihm in Berlin passiert, wo er zu schnell ins Rennen gegangen ist und kurz vor dem Ziel eingebrochen ist und viele Läufer passieren lassen musste. Das soll sich in Boston nicht wiederholen.

Per Funk hält er Kontakt zu seinem Freund Christopher, der ihn immer wieder bremsen muss, denn das Mittel macht Harding extrem übermütig. Doch dauert es nicht lange, bis Christopher sich einem viel kritischeren Problem stellen muss: Sein ehemaliger Arbeitgeber, die NSA, hat erfahren, dass er in der Stadt ist und den Boston Marathon aufmischen will. Schnell ist die NSA ihm dicht auf den Spuren, da sie noch eine Rechnung mit ihm offen hat: Denn eigentlich hatte er die Droge im Auftrag der NSA entwickeln sollen, doch bevor die Formel dafür ausgereift war, hat Christopher nach einem Schicksalsschlag die NSA verlassen und all seine Forschungsergebnisse mitgenommen. Angeführt von Rachel Parker rückt das Team der NSA dem ehemaligen Kollegen schnell immer dichter auf die Pelle, bis dieser zu einem letzten Rettungsanker greifen muss …

Brian Harding alias Fred Longer spult derweil Kilometer um Kilometer ab. Als die NSA jedoch davon ausgehen muss, die Formel für die Wunderdroge nur noch in seinem Blut zu finden, beginnt eine atemberaubende Hatz auf den Marathonläufer – immer live verfolgt von Fernsehkameras, da Longer sich inzwischen an die Spitze des Feldes gesetzt hat und entsprechend große mediale Aufmerksamkeit erhält. Die Anschläge auf den Läufer werden allerdings immer perfider, immer gefährlicher, sodass Longer nicht nur fürchten muss, dass sich das Wundermittel in seinem Blut zu schnell abbaut, sondern dass die NSA ihn noch vor der Ziellinie schnappen kann …

_Atemlose Hatz_

Das Hörbuch von „Boston Run“ verspricht 345 Minuten Hochspannung. Obwohl die Lesung ungekürzt ist, gibt es keinerlei Längen. Die Geschichte setzt direkt vor dem Start zum Boston Marathon an, wenn Brian Harding sich das Wundermittel spritzt und sich in Fred Longer verwandelt. Und schon fiebert man als Zuhörer genau wie Longer dem bevorstehenden Start entgegen. Zunächst spaltet sich die Geschichte in zwei Handlungsstränge auf: Einmal begleiten wir Fred Longer auf seinem Weg vom Start in Hopkinton nach Boston und werden Zeuge seiner Gespräche mit Christopher Johnson. Hier erfahren wir recht schnell, mit welchen Mitteln Longer den Marathon gewinnen und auf sich aufmerksam machen will. Und wir hören, welche Ziele Johnson verfolgt, um sein Mittelchen zu Geld zu machen. In einem zweiten Handlungsfaden betreten wir das Studio des regionalen Fernsehsenders, der live vom Boston Marathon berichtet und alle wichtigen Läufer genau unter die Lupe nimmt. Den zwei Kommentatoren entgeht nichts und so werden sie auch schnell auf den ungewöhnlichen Läufer Fred Longer aufmerksam, von dem sie vorher noch nie etwas gehört hatten. Schnell kommt ein dritter Handlungsstrang hinzu, der sich um die NSA dreht. Hier werden wir Zeuge, wie Rachel Parker ihrem ehemaligen Kollegen Johnson auf die Spur kommt und recht schnell eine Ahnung davon hat, wo dieser sich verstecken könnte.

Im Laufe der Geschichte wechseln wir zwischen diesen einzelnen Handlungssträngen hin und her, werden mal Zeuge, wie die NSA Christopher Johnson umkreist und wie dieser die Gespräche über Funk mit seinem Freund Brian Harding einstellen muss, erfahren dann, wie die Fernsehreporter das spannende Geschehen beim Marathon beurteilen und müssen schließlich miterleben, wie Fred Longer – komplett auf sich allein gestellt – den perfiden Angriffen der NSA ausweichen muss. Passend zum Marathon, wo die Spitzenläufer immer mal wieder das Tempo erhöhen und an ihren Konkurrenten vorbeiziehen, schlägt auch Frank Lauenroth ein immer höheres Tempo an. In rasantem Wechsel springen wir von einer Szenerie zur nächsten und müssen diesen Schauplatz dann meist im spannendsten Moment wieder verlassen, weil Lauenroth uns zur nächsten Szene mitreißt. Zeit zum Luftholen bleibt kaum, Zeit für eine Hörpause erst recht nicht. Hat man das Hörbuch einmal begonnen und ist in der Geschichte versunken, möchte man die 345 Minuten am liebsten am Stück hören. Und eins ist sicher: Dafür benötigt man nicht ansatzweise so viel Ausdauer wie für einen Marathon, zumal uns Frank Lauenroth im Ziel seines Romans mit einem fulminanten Ende belohnt, das dem Zuhörer mit großer Sicherheit ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte.

Auch die Figuren gefallen gut. Da wäre einmal der Hobbyläufer Brian Harding, der nun den Höhepunkt seiner Sportlerkarriere vor Augen hat – den Sieg bei einem großen Marathon. Diesen Wunsch kann ihm wohl jeder Hobbyläufer nachfühlen, auch wenn man selbst froh wäre, überhaupt die ganze Strecke durchhalten zu können. Und so fiebert man von Minute zu Minute immer mehr mit Harding mit. Er wird nicht nur für die Fernsehreporter zum Liebling des Tages, sondern auch zum Helden für den Zuhörer, da er immer wieder den Anschlägen der NSA ausweichen muss. Ihm gegenüber steht der Tüftler Christopher Johnson, der extrem intelligent ist und entsprechend das Zeugs dafür hat, eine solche Wunderdroge zu entwickeln. So wundert es nicht weiter, dass er menschlich etwas unnahbar wirkt, da Lauenroth ihn eben verständlicherweise als „Laborratte“ charakterisiert. Die dritte Hauptfigur ist Rachel Parker, die ganz offensichtlich noch eine Rechnung mit ihrem ehemaligen Kollegen offen hat und die ihn an dem Tag des Marathons daher unbedingt finden und zur Rede stellen will. Als dies nicht mehr möglich scheint, macht sie umso erbarmungsloser Jagd auf Fred Longer, was sie als ziemlich taffe und rücksichtslose Karrierefrau wirken lässt. Doch so eindimensional, wie es scheinen mag, ist Rachel Parker gar nicht. Aber hierzu möchte ich nicht mehr verraten außer, dass Frank Lauenroth uns im Laufe der Geschichte noch zeigen wird, wie sehr der erste Schein bei Rachel Parker trügt.

_(Hochge-)Steck(t)_

Johannes Steck ist mir als Hörbuchsprecher bereits bekannt, da er nicht nur die spannenden Romane von Simon Beckett eingelesen hat, sondern auch zahlreiche Romane von Markus Heitz. Sein Name weckt daher hohe Erwartungen, doch diese kann er vollauf erfüllen! Gekonnt schlüpft er in die verschiedenen Rollen, spricht den konsequent laufenden Fred Longer genauso überzeugend wie den eigenbrötlerischen Christopher Johnson oder die aufgeregte Fernsehreporterin. Am beeindruckendsten fand ich Stecks schauspielerische Leistung immer dann, wenn wir ins Fernsehstudio geschaltet haben und er den Dialog zwischen den beiden Fernsehkommentatoren (eine weiblich, einer männlich) nachgesprochen hat – und wer häufig Sportereignisse im Fernsehen verfolgt, weiß, wie übertrieben aufgeregt, genau analysierend und beschreibend die Kommentatoren reden. Dies überzeugend – auch noch in wechselnden Rollen zweier Kommentatoren – nachzuspielen, ist sicherlich alles andere als einfach. Daher Hut ab vor Johannes Steck, der diese schwierigen Sprechsituationen bestens meistert und genau die angespannte Stimmung bei solchen Sportereignissen nachstellt. Sehr routiniert verleiht er all den verschiedenen Rollen seine Stimme und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Seinem Vortrag merkt man an, dass er sein Fach (nämlich das Schauspielern) gelernt hat!

_Am Ziel_

Das vorliegende Hörbuch zum ohnehin schon sehr spannenden „Boston Run“ hat mich begeistert. Johannes Steck trägt auch schwierige Sprechrollen überzeugend vor und schafft es, in seinem Vortrag stets die richtigen Töne zu treffen und die passende Stimmung zu erzeugen. Beim Zuhören kann man vollkommen in der Geschichte versinken und sich von Steck nach Boston entführen lassen. Die fünf CDs sind viel zu schnell durchgehört!

|5 Audio-CDs
Spieldauer: 345 Minuten, 73 Tracks (ungekürzt)
Gelesen von Johannes Steck
ISBN: 978-3-941297-09-8|
[www.sportwelt-verlag.de]http://www.sportwelt-verlag.de

Eine Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.sportwelt-verlag.de/Leseproben/Boston%20Run%20Demo.mp3 an.

Zu bestellen ist das Hörbuch beim Verlag unter [dieser Adresse]http://www.sportwelt-verlag.de/buechershop/product_info.php?info=p29_Boston-Run—8211–Der-Marathon-Thriller–Hoerbuch-.html

_Frank Lauenroth bei |Buchwurm.info|:_
[„Simon befiehlt“ 2478
[„Boston Run“ 5434

Jack Slaughter 15: Bedrohung aus dem All

_|Jack Slaughter|:_

Folge 1: [„Tochter des Lichts“ 5532
Folge 2: [„Tochter des Lichts 2: Professor Dooms Erwachen“ 5552
Folge 3: „Das Tor zur Hölle“
Folge 4: [„Virus in Jacksonville“ 6065
Folge 5: [„Am Ende der Welt“ 6079
Folge 6: [„Im Land der Vampire“ 6082
Folge 7: „Dr. Jekyll und Mrs. Hyde“
Folge 8: „Das Herr der Finsternis“
Folge 9: „Die Wurzel des Bösen“
Folge 10: [„Werwolf im Schafspelz“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6386
Folge 11: [„Im Haus des Todes“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6508
Folge 12: [„Der dämonische Hellseher“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6741
Folge 13: „Der Ponyhof des Grauens“
Folge 14: [„Draculas großes Comeback“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7144
Folge 15: _“Bedrohung aus dem All“_

_Die Handlung:_

Ein Meteorit ist in Jacksonville eingeschlagen. Die Regierung versucht etwas zu vertuschen. Als nach und nach die Kämpfer für das Gute nicht mehr sie selbst sind, wird eines klar: Die Körperfresser sind gelandet! Nur Bob, der eigentlich Robert Stark heißt und ein erfahrener Weltraum-Cop ist, kann die Gefahr aus dem Weltraum abwenden. Doch reicht ein einzelner Mann aus, um gegen eine ganze Armee von Gehirnsoldaten anzutreten? (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Die Serie zeigt endlich wieder, dass sie auch lustig kann. Zwischen Beauty-Tipps der toten Grandma, ein langes, aber echt witziges „Ich packe meinen Koffer …“-Spiel von Professor Doom und einen Im-Schlaf-Sprecher („Du erinnerst mich an meine Mutter … das macht mich irgendwie geil“) stopfen die Macher dieses Hörspiels jede Menge dummer Sprüche und unnötige, aber lustige Bemerkungen.

Da macht es gar nichts, dass diesmal nicht Jackie Slaughter die Welt rettet, wie auch, es sind ja fast alle Beteiligten von außerirdischen Gehirnsoldaten übernommen worden, sondern Professor Doom himself. Der will es sich nämlich von Außerirdischen nicht nehmen lassen, die Welt zu zerstören. Aber eine Handlung gibts tatsächlich in dieser Folge, auch wenn die natürlich nicht allzu breit gefächert ist. Schließlich gehts ja um Blödsinn und nicht um Tiefsinn.

Nur wenig trübt den Schwachsinns-Spaß der „Bedrohung aus dem All“, die diesmal kein Horror, sondern Science-Fiction ist. Michael Pan kling als Piet gewohnt roboterhaft, auch nachdem er von den Außerirdischen übernommen wurde, ändert sich das nicht. Und im Ballettstudio, das auch ein Solarium ist, brummen die ganze Zeit die Solarien penetrant ins Ohr des Hörers, dass es wirklich unangenehm ist.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Till Hagen
Tony Bishop: David Nathan
General Wilson: Sven Plate
Jack Slaughter: Simon Jäger
Dr. Kim Novak: Arianne Borbach
Bob: Andy Matern
Robert „Bob“ Stark: Dietmar Wunder
Piet: Michael Pan
Lloyd Skinner: Lutz Mackensy
Jean-C. Van Helsing: Thomas Nero Wolff
White Silk: Ulrike Stürzbecher
Grandma Abigail: Gisela Fritsch
Dog Hurley: Lutz Riedel
Flopper: Delphin Mitzi
Professor Doom: K. Dieter Klebsch
Basil Creeper: Rainer Fritzsche
Computer: Cathleen Gawlich
Mr. Ming: Fang Yu

|Technik-Credits:|

Idee, Konzeption & Story: Lars Peter Lueg
Dialogbücher: Devon Richter & Nikola Frey
Musik, Arrangements, Instrumente: Andy Matern
Weitere Gitarren: Stefan Ellerhorst
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Aufnahmeleitung: Anno Storbeck
Artwork: Alexander Lux, torius
Product Management: dp

|Die Ausstattung:|

Die in EUROPA-Gruselserien-Neontönen bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Im farblich dazu passend gehaltenen Booklet finden wir die Rollen und ihre Sprecher, die Cover der bislang erschienen Folgen sowie die Technik-Credits. Außerdem wird uns erklärt, aus welchen energierückgewinnenden Gründen Außerirdische so gern mit Kühen experimentieren.

_Mein Fazit:_

Kein Horror, sondern Science-Fiction. Nicht Jackie Slaughter, sondern Professor Doom. Nicht langweilig, sondern saukomisch. So ist diese Folge der Serie, die wieder richtig zugelegt hat und diesmal gern noch ein wenig länger hätte blödeln dürfen.

|Audio-CD: ca. 59 Minuten Spielzeit
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527615882|
[www.jack-slaughter.de]http://www.jack-slaughter.de
[www.lpl.de]http://www.lpl.de
[Myspace-Website]http://www.myspace.com/jackslaughtertochterdeslichts
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de

Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

_|Augen…|:_
Band 1: [„Der Augensammler“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6334
Band 2: _“Der Augenjäger“_

_Die Handlung:_

Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen.

Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Wer den „Augensammler“ nicht kennt, sollte sich im Vorfeld überlegen, ob er nicht doch erst das erste Buch aus der Zorbach-Reihe liest oder sich von Simon Jäger vorlesen lässt. Denn ein Zurück gibt es nach ein paar Minuten nicht mehr, wobei, schon, aber ein sehr langweiliges Zurück. Gleich zu Anfang des Hörbuchs wird nämlich „Der Augensammler“ noch einmal kurz zusammengefasst und die Lösung nebst Stellungnahme des Täters bekanntgegeben. Wirklich abgeschlossen war der Teil ja nicht, denn Zorbach selbst war ins Visier des Täters geraten und sein Sohn war entführt worden. Von daher hat der Hörer mit Vorkenntnissen das Gefühl, es ginge direkt weiter und der Zugereiste ist nach der kurzen Einleitung auch auf dem gleichen Stand.

Wir lernen erst kurz den „Augenjäger“ kennen, bevor sich Zorbach erstmal weiter mit dem „Augensammler“ befassen muss. Den Teil mit dem „Augenjäger“ übernimmt seine Mitstreiterin aus dem Vorgängerband, Alina Gregoriev, die den gefangenen Dr. Suker physiotherapeutisch behandeln soll. Das könnte im Prinzip auch jeder andere tun, aber man verspricht sich von ihren Berührungen wieder Visionen, mit denen sie im letzten Fall bereits helfen konnte. So haben wir also hier zwei Handlungsfäden. Alexander auf der Suche nach seinem Sohn und Alina, die der Polizei beim Kampf gegen Dr. Suker hilft, der mich direkt an Hannibal Lecter aus „Das Schweigen der Lämmer“ erinnert hat.

Und genauso geistesgestört genial, genauso verwirrend widerlich und den Hörer schon nach kurzer Zeit nicht mehr loslassend, stürzt uns der Autor dann in den Abgrund der menschlichen Psyche. Da stellt sich dem Hörer schnell die Frage: Wer ist hier eigentlich gestört? Der, dem solche Dinge einfallen und der sie dann aufschreibt oder der, der das lesen will?

Ein Hörbuch wie ein Unfall: Man weiß, dass man eigentlich nicht sehen will, was passiert ist, aber man kann einfach nicht wegsehen, weil die Faszination des Unfassbaren seinen eigenen, verstörenden Reiz hat. Und so muss der Hörer auch hier wieder viele Stunden „durchleiden“ und eine Spannung „ertragen“, die kaum noch auszuhalten ist.

Durch seine schnörkellose Erzählweise und seinen authentischen Sprachstil entfacht Fitzek einen psychologischen Flächenbrand im stockdunklen Kopfkino des Hörers. Und während man sich immer weiter ins Hörbuch und die Geschichte hineinhört, immer mehr Grausamkeiten erlebt, die so unter die (Netz-)Haut gehen, dass man eigentlich zwischendurch eine Pause einlegen sollte, um sich draußen ein paar Blümchen anzuschauen, ist man Fitzek auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Wie immer bei Fitzek bräuchte man sich während des Hörens eigentlich gar keine eigenen Theorien zurechtzulegen, weil er sie am Ende eh wieder über den Haufen schmeißt. Aber Theorien schmieden macht Spaß, das weiß auch der Autor, also wirft er uns immer wieder ein paar gemeine Brocken hin.

_Das Hörerlebnis:_

Simon Jäger, der Fitzek-Stammsprecher, macht den Job, den man von ihm gewohnt ist: Er geleitet den Hörer ins Psycho-Kopfkino und bietet ihm Popcorn an. Nur, um ihn im Anschluss direkt an den Sitz zu fesseln und die Kopfhörer an seinen Ohren festzukleben, damit er ihm nicht mehr entkommen kann.

Beschreibende Handlung, gesprochener Text, Sprechpausen im richtigen Moment, Modulation der Stimme … Jäger beherrscht die ganze Palette und wendet sie gekonnt und immer im richtigen Moment an. Und wenn er die ganzen Grausamkeiten beschreibt, dann tut er das mit so viel widerlichem Einfühlungsvermögen, dass man am liebsten vorspulen möchte, weil das kaum zu ertragen ist.

Jäger und Fitzek bieten zusammen dem, der sich traut, ein verstörend spannendes Psycho-Erlebnis.

_Der Autor:_

Sebastian Fitzek, Jahrgang 1971, geboren in Berlin, entschied sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Promotion zum Dr. jur. gegen einen juristischen Beruf und für eine kreative Tätigkeit in den Medien. Nach dem Volontariat bei einem privaten Hörfunksender wechselte er als Unterhaltungschef und später als Chefredakteur zur Konkurrenz und machte sich danach als Unternehmensberater und Formatentwickler für zahlreiche Medienunternehmen in Europa selbständig. Er lebt in Berlin, wo er derzeit in der Programmdirektion eines großen Hauptstadtsenders tätig ist. (Verlagsinfo)

_Der Sprecher:_

Simon Jäger, 1972 in Berlin geboren, ist neben seiner Tätigkeit als Synchronsprecher auch Autor und Regisseur. Bekannt ist er unter anderem als deutsche Synchronstimme von Matt Damon („Die Bourne Verschwörung“), Heath Ledger („Brokeback Mountain“), Josh Hartnett („Pearl Harbour“, „40 Tage und 40 Nächte“) und River Phoenix („Indiana Jones III“). (Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

In einer umweltfreundlichen Papp-Klappbox stecken die vier CDs in Einschubschlitzen. Innen sind große Bilder von Autor und Sprecher abgedruckt und ein paar Infos zu ihnen. Die Fotos laden zum Schmunzeln ein, blickt Sebastian Fitzek doch übertrieben mysteriös und hält die Hände wie ein Boxer (obwohl es wohl so wirken soll, als würde er seinen Mantelkragen nach oben ziehen) und Simon Jäger schaut, als hätte er ein dringendes menschliches Bedürfnis oder die Frage „Wirklich? Noch ein Foto? Habt ihr nicht langsam genug?“ im Kopf. Dazu gibt es noch ein wenig Eigenwerbung des Verlags und eine kurze Klappeninfo … und auf der Rückseite noch ein Foto von Simon Jäger mit noch mehr Infos zu ihm.

_Mein Fazit:_

Fitzek gehen die Grausamkeiten, die aus der Tiefe der gestörten menschlichen Seele entspringen, offenbar nie aus. Immer neue Einfälle zaubert er aus seinem Psycho-Hut, um den Hörer mit immer neuen Ideen zu „quälen“. Perfekt gelesen von Simon Jäger, der im Kopfkino des Hörers einen Psycho-Sturm entfacht. Nichts für schwache Nerven, nichts für Weicheier, aber alles für Thriller-Fans, die auf „derbe Kost“ stehen. „Der Augenjäger“ ist ein packender Thriller, der den Zusatz „Psycho“ mehr als verdient hat.

Und, nein, ich bin nicht vom Verlag bestochen worden, um solch eine Werbung für den Titel zu machen, es hat halt einfach alles gestimmt.

|4 Audio-CDs
Spieldauer: 284 Minuten
Gelesen von Simon Jäger
ISBN: 978-3-7857-4561-8|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

Eine Hörprobe bietet der Verlag [hier]http://www.luebbe.de/Hoerbuecher/Spannung/Details/Id/978-3-7857-4561-8# an.

_Sebastian Fitzek bei |Buchwurm.info|:_
[„Amokspiel“ 3503
[„Das Kind“ 4601
[„Die Therapie“ 5230
[„Der Seelenbrecher“ 5280
[„Splitter“ 6044

Apocalypsis: Prolog – Zeichen

_|Apocalypsis|:_

_Prolog – „Zeichen“_ (13.10.2011)
Episode 1 – [„Dämonen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7465 (17.10.2011)
Episode 2 – „Uralt“ (24.10.2011)
Episode 3 – „Thoth“ (31.10.2011)
Episode 4 – „Baphomet“ (07.11.2011)
Episode 5 – „Insel des Lichts“ (14.11.2011)
Episode 6 – „Elixier“ (21.11.2011)
Episode 7 – „Vision“ (28.11.2011)
Episode 8 – „Seth“ (05.12.2011)
Episode 9 – „Wearily Electors“ (12.12.2011)
Episode 10 – „Die sieben Schalen des Zorns“ (19.12.2011)
Episode 11 – „Das Ding unter dem Stein“ (26.12.2011)
Episode 12 – „Konklave“ (02.01.2012)

_Die Handlung:_

Rom, Mai 2011. Nachdem Papst Johannes Paul III. überraschend zurückgetreten und spurlos verschwunden ist, werden enge Vertraute des Papstes bestialisch ermordet. Der Journalist Peter Adam recherchiert zusammen mit seiner amerikanischen Kollegin Loretta. Ihre einzige Spur ist ein Buch über mystische Symbole, die auf ein beunruhigendes Ereignis hinweisen, dass in zehn Tagen eintreten wird. (Verlagsinfo)

_Das Hörerlebnis:_

So muss sich eine inszenierte Lesung anhören! Ein Sprecher, der sich nicht nur Mühe gibt, sondern sein Handwerk auch versteht und ein Hintergrund, der den Hörer in ein unglaublich lebendiges und actiongeladenes Kopfkino einlädt. Ständig gibt es etwas zu hören … Musik, Effekte oder einfach nur eine Menge Hall für die Stimme des Sprechers, wenn es zur Szene passt.

Aber all das würde auch nicht viel nützen, wenn die Story langweilig wäre … ist sie zum Glück aber nicht, auch wenn man unbedarft leicht geneigt ist „Schon wieder eine Vatikanverschwörung?“ zu denken. Aus dauert nur einen Augenblick und dann fesselt (oder „friert“) die Kombination von Sprecher, Story und Hintergrund an seinen Kopfkinositz, von dem er gar nicht mehr aufstehen möchte.

Was hier allein im Prolog passiert, das dehnen andere auf ein Vielfaches aus. Hier kommt keine Langeweile auf, weil jeder Handlungsfaden interessant und spannend ist. Vom Verschwinden des Papstes bis hin zum Paukenschlag am Ende wird der Hörer nicht behutsam in die Story eingeführt, sondern ruppig hineingestoßen und das ist gut so, macht Spaß und Lust auf die kommenden Wochen und die Entwicklung der Geschichte.

_Apocalypsis – Das Konzept:_

Lübbe traut sich was. Mit einem Aufmarsch von Mönchskuttenträgern auf der Frankfurter Buchmesse stellte der Verlag Mitte Oktober 2011 seine neue Idee vor: |Apocalypsis|. Eine als „Webnovel“ betitelte Reihe von 13 Teilen, von der jede Woche Montag ein Teil erscheint. Und das tut er in verschiedenen Versionen: als reines eBook für den Kindle und andere Reader, als aufwendig inszenierte Lesung, als Smartphone- und Tablet-App, bei der als Schmankerl vor den zu lesenden Kapiteln kurze zur Szene passende Videosequenzen eingespielt werden oder interaktiv zu verwendende Gegenstände auf dem Text „liegen“. Und als read&listen-Version, bei der sich der Käufer das eBook vorlesen lassen kann, wobei jeder gelesene Satz, ähnlich wie beim Karaoke, farblich gekennzeichnet wird. Zum Anfixen potenzieller Käufer verteilte der Verlag den Prolog in allen Varianten kostenlos.

Wenn sich bei diesem Projekt der erhoffte Erfolg einstellt, wird der am 02.01.2012 veröffentlichte 13. Teil nicht der Letzte sein. Schon im Frühjahr soll es weitergehen.

_Der Autor:_

Mario Giordano, dessen Name nicht auf dem Cover steht, steckt hinter der Webnovel. Er studierte Psychologie und Philosophie an der Universität Düsseldorf. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher, Drehbücher und Hörspiele. Heute lebt Giordano in Köln. Sein Roman „Black Box“ (1999), der auf einer wahren Begebenheit (Stanford-Prison-Experiment) beruht, wurde unter dem Namen Das Experiment unter der Regie von Oliver Hirschbiegel verfilmt. Der Film wurde vielfach ausgezeichnet, Giordano erhielt dafür unter anderem beim Bayerischen Filmpreis den Drehbuchpreis. Für seinen Jugendroman „Der aus den Docks“ erhielt er den Hans-im-Glück-Preis 1998. Er gibt Drehbuchseminare an der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Trickfilmfestival in Stuttgart (ITFS). Seit 2007 ist Mario Giordano außerdem als Mentor für TV-Serien bei der Akademie für Kindermedien tätig. (Quelle: Wikipedia)

_Der Sprecher:_

Matthias Koeberlin absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Im Jahr 2000 erhielt er den Günter-Strack-Fernsehpreis und 2007 gewann er gegen renommierte Konkurrenz als Bester Schauspieler den Deutschen Fernsehpreis. Matthias Koeberlin war bereits zweimal für den Deutschen Hörbuchpreis als Bester Sprecher nominiert: 2003 für DAS JESUS VIDEO und 2010 für DER HIMMEL IST KEIN ORT. (Verlagsinfo)

_Die MP3s:_

Die elf MP3-Dateien liegen in der Qualität von konstanten 160 Kbps und 44.1 kHz in Joint Stereo vor und tragen die Tracknummer am Ende des Dateinamens. Dies könnte bei einigen Playern zu Verwirrung führen. ID3 Tags hat der Verlag ebenso wenig spendiert wie ein Cover in den Dateien, die bei MP3-Playern mit Display immer nett anzuschauen sind.

_Mein Fazit:_

Wenn der Prolog stellvertretend für die gesamte „Webnovel“ steht, dann wird das eines der interessantesten und bestproduziertesten Projekte, die ich bislang gehört habe. So klingt eine Inszenierung, wenn sich die Macher wirklich Mühe geben. Hier gibts echtes Kopfkino und keine Langeweile. Der Prolog stellt die Weichen und Sprecher, Musik, Effekte und der Antichrist nehmen den Hörer mit auf eine wochenlange, spannende Reise.

|MP3-Download: 99 MB
Tracks: 11
Spieldauer: 1:18 Std.
Gelesen von Matthias Koeberlin
Auch als One-Track-Version oder Stream verfügbar
ISBN: 978-3-8387-6890-8|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de