Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Perry Rhodan – Die Sternenarche (Lemuria 1)

_Perry Rhodan: |Lemuria| – Die Lesungen:_

Band 1: [„Die Sternenarche“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
Band 2: [„Der Schläfer der Zeiten“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
Band 3: _“Exodus der Generationen“_
Band 4: „Der erste Unsterbliche“ (Oktober 2011)
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Januar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (April 2012)

_Die Handlung:_

Perry Rhodan hat sich als Passagier auf dem Zivilraumschiff PALENQUE eingeschifft. Sein Ziel ist das Niemandsland des Ochent-Nebels. Dort will er, ungestört von der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, Kontakt zu den Akonen aufnehmen, den alten Erzfeinden der Menschheit.

Rhodan stößt auf die Akonen – und auf ein gigantisches Raumschiff, das seit Jahrzehntausenden durch das All rast, einem unbekannten Ziel entgegen. Es handelt sich um ein uraltes Generationenraumschiff – und seine Besatzung sind Menschen …
|(Verlagsinfo)|

_Mein Eindruck:_

Nachdem der ANDROMEDA-Sechsteiler offenbar von den Fans als Tratnik-Lesung gut angenommen wurde, macht sich der Verlag nun an LEMURIA. Auch diese eigenständige Reihe, die parallel zu den Heftromanen erschienen ist, umfasst sechs Romane, die zwischen Oktober 2004 und März 2005 herausgegeben wurden und aus den Federn von sechs verschiedenen Autoren stammen. Den Anfang macht Frank Borsch. Er hält sich nicht Seiten schindend mit langen Beschreibungen auf, sondern lässt den Hörer direkt ins Abenteuer einsteigen. Und das Schöne ist, es gibt auch nach so vielen Jahren immer noch spannende Geschichten im Perryversum zu erleben.

Wir befinden uns direkt an Bord der Sternenarche, die Perry Rhodan erst noch finden wird, und erleben die Konflikte, mit denen einige der lemurischen Raumfahrer zu kämpfen haben. Und „Konflikte“ ist das Oberthema dieses ersten Bandes. Jeder hat mit jedem irgendwie einen auszutragen: An Bord der Sternenarche gibt es Konflikte, zwischen Perry Rhodan und den Wissenschaftlern des akonischen Raumschiffs gibt es Stress gerade wegen der Sternenarche. Schließlich greift das akonische Militär ein, nimmt die Sternenarche in Beschlag und macht allen Beteiligten Ärger. Inoffiziell beschließen Rhodan und die Besatzung des akonischen Wissenschaftsraumers aber, zusammenzuarbeiten, um das Geheimnis der Sternenarchen zu lüften. Und am Ende gibts ein großes Besäufnis mit Karaoke.

Ich würde nicht sagen, dass „Die Sternenarche“ langweilig ist, aber mir persönlich passiert zu wenig. Sehr viel Reden, wenig Handeln, so werden hier die Konflikte ausgetragen. Das ist im echten Leben sicher löblich, in einem Roman könnte es zu Längen führen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass dies der erste Teil von sechs ist und dieser Band komplett der Einführung dienen soll.

Wie schwer es sein wird, sich in drei Monaten noch daran zu erinnern, was gerade passiert ist, bleibt abzuwarten. Der nächste Audioband „Der Schläfer der Zeiten“ erscheint im Mai.

_Das Hörerlebnis:_

Bei der Wahl des Sprechers setzte man auf Altbewährtes, was nicht verwundert. Wie auch für ANDROMEDA wurde wieder Josef Tratnik verpflichtet, der seinen Job wie gewohnt super erledigt. Als |Silber Edition|s-Stammhörer könnte man allerdings leicht ins Schlingern kommen, denn Tratniks Charaktere ähneln immer denen, die man bereits „irgendwo schon mal gehört“ hat. Das bleibt aber natürlich bei der Masse an unterschiedlichen Personen irgendwann nicht aus.

Gewohnt spannend, den Zuschauer immer mitnehmend, erzählt Tratnik die Geschichte. Terraner, Lemurer, Akonen – alle werden von ihm akustisch gut in Szene gesetzt. Er ist kein Meister der tausend Stimmen, aber er schafft es dennoch durch leichte Modulationen der Stimmfarbe, oftmals auch über Lautstärke, die Charaktere für den Hörer gut unterscheidbar zu machen.

Selten aufdringlich oder störend unangenehm sind seine Charakterisierungen der handelnden Figuren angenehm im Ohr. Allein Tekker, der Chef der „Reparaturkolonne“ krächzt mir ein wenig zu sehr. Ok, was will Tratnik auch anderes machen, wenn im Skript „Gackern“ steht. Sonst lenkt nichts weiter von der Handlung ab, im Gegenteil, Tratnik sorgt wie gewohnt dafür, dass der Hörer die Geschichte noch intensiver erlebt, als wenn er selbst das Buch lesen würde.

Aber Tratnik muss sich mittlerweile auch mit verschiedenen anderen Kollegen vergleichen lassen. Die haben erst nur die wöchentlichen Romanhefte vertont und sind jetzt auch in „seine“ |Silber Edition|s-Bastion eingedrungen. Und da merkt man, dass Perry Rhodan mit ein wenig mehr Action vor dem Mikro und Schauspiel im Studio sogar noch ein wenig lebendiger wirken kann, auch wenn sich Josef Tratnik hier oftmals ins Zeug legt. Aber, das ist halt seine Art und sie ist gut so.

|Musik und Effekte|

Im Gegensatz zu den |Silber Editionen| ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den |Silber Editionen| verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.

Ich mag dieses Stilmittel gern, weil es eine Story noch mehr zum Kopfkino werden lassen kann. Leider dürfen oder wollen die Toningenieure nicht mehr zur Belebung der Lesung beitragen, sodass die „Effekte“ oftmals eher eine Ablenkung denn eine Unterstützung sind. „Entweder richtig oder gar nicht“, wäre hier die beste Lösung für den Hörer.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln.
|(Quelle: wikipedia)|

_Die Ausstattung:_

Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Pappklappbox zusammengefasst.

Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitelnummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite wird für den nächsten Teil der Reihe „Der Schläfer der Zeiten“ geworben.

Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.

_Mein Fazit:_

Josef Tratnik erzählt in gewohnter Form spannend, mitreißend und gekonnt ein interessantes Abenteuer. Das allerdings ist in diesem Band noch wenig actionlastig. Bei Musik und Effekten ist weiterhin noch viel Luft nach oben.

|8 CDs in Pappklappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 9:18 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3939648963|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de

_Perry Rhodan auf |Buchwurm.info|:_
[„Die Sternenarche“ 769 (Perry Rhodan – Lemuria 1)
[„Der Schläfer der Zeiten“ 871 (Perry Rhodan – Lemuria 2)
[„Exodus der Generationen“ 886 (Perry Rhodan – Lemuria 3)
[„Der erste Unsterbliche“ 949 (Perry Rhodan – Lemuria 4)
[„Die letzten Tage Lemurias“ 1021 (Perry Rhodan – Lemuria 5)
[„Die längste Nacht“ 1137 (Perry Rhodan Lemuria 6)
[„Die Lebenskrieger“ 2189 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 1)
[„Die Trümmersphäre“ 2468 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 2)
[„Die Quantenfestung“ 3050 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 3)
[„PERRY RHODAN: Odyssee“ 3240
[„Die Kaiserin von Therm“ 3241 (Perry Rhodan Silberband 94)
[„Die Rückkehr“ 1611 (Perry-Rhodan-Roman 2295)
[„Das Antares-Riff“ 1706 (Perry Rhodan Extra 2)
[„Perry Rhodan – Das Rollenspiel“ 2925 (Grundregelwerk)
[„Sternenozean“ 5831 (Hörspielserie, Teil 1-25)
[„Das gestrandete Imperium“ (Perry Rhodan – Der Posbi-Krieg 1)“ 6081
[„Perry Rhodan – Silber Edition 24: Die Para-Sprinter“ (Hörbuch) 6330
[„Perry Rhodan – Silber Edition 25: Brennpunkt Andro-Beta“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6492
[„Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6394
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6666
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6721
[„Die Zeitstadt“ (Perry Rhodan – Andromeda 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6740
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6743
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6880
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6916
[„Geisterschiff CREST IV“ (Perry Rhodan – Taschenheft 10]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id%3C/b%3E__book=6925
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6936
[„Die Sternenarche“ (Perry Rhodan – LEMURIA 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
[„Andromeda“ (Perry Rhodan – Silber Edition 27) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6945

Chevy Stevens – Still missing – Kein Entkommen

Die Handlung:

Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Kunde mit einem freundlichen Lächeln. Doch im nächsten Moment liegt die junge Maklerin Annie O’Sullivan betäubt und gefesselt in einem Lastwagen. Als sie erwacht, findet sie sich in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte wieder. Ihr Entführer übt die absolute Kontrolle über sie aus. Ein endloser Albtraum beginnt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ein Autor mit seinem Erstling bei nur einem Agenten und nur einem Verlag vorstellig werden muss, um einen Deal über drei Bücher zu bekommen, dann hat er entweder gute Beziehung oder sein Manuskript ist einfach verdammt gut. In diesem Fall gehe ich davon aus, dass Chevy Stevens keine Beziehungen hatte, denn ihr Psycho-Thriller ist wirklich richtig gut. Und der lässt sich auch verkaufen, ohne zu wissen, dass Frau Stevens auch noch verdammt gut aussieht.

Aber, wie spannend kann ein Roman sein, der aus der Perspektive einer Entführten erzählt, nachdem sie längst wieder in Freiheit ist? Ich meine, sie hat es überlebt, da kann doch keine Spannung aufkommen, oder? „Ein Entführungsopfer erzählt seinem Psychiater, was es erlebt hat“. So hätte die Zusammenfassung des Romans lauten können … dachte ich. Zum Glück kam es doch ganz anders. Denn weder sie noch der Leser weiß, warum sie überhaupt entführt wurde und von wem und das ist viel spannender , als es sich anhört.

Schon nach den ersten Sätzen ist der Hörer so interessiert, dass er vollkommen vergisst, dass eigentlich ein paar Stunden Langeweile auf ihn warten sollten, weil alles, was beschrieben wird, in der Vergangenheit liegt. Dies ist nicht so. Der Stil von Stevens geht unter die Haut. Die teilweise zynischen und dunkel-humorigen Beschreibungen der Entführten und dessen, was sie in ihrem Jahr in der Gewalt des „Psychos“, wie sie ihn nennt, erleiden musste, ließ mich einfach nicht los.

Ich frage mich, ob Psychiater alles Mitgefühl abschalten, damit sie solche Schilderungen nicht an sich heranlassen und den professionellen Abstand wahren können. Oder ob sie nicht manchmal still in sich hinein bitten: „Es ist gut, bitte nicht weitererzählen!“ Dem Hörer fällt es auf jeden Fall schwer, Abstand zu halten. Oftmals möchte man auch einfach nur Abschalten, um einfach mal frei durchzuatmen, bevor es wieder in die beklemmende Geschichte zurückgeht.

Und als Annie dann auch noch herausfindet, warum sie eigentlich entführt worden ist, wird alles noch schlimmer für sie.

Das Hörerlebnis:

Laura Maire schafft es innerhalb weniger Sätze, den Hörer zu fesseln. Ihre Stimmfarbe passt perfekt zum Stil der Autorin. Endlich mal eine Sprecherin, die nicht diese unfassbar künstliche und unnatürlich überdeutliche Schauspielschulaussprache zeigt, bei der man sich den Kiefer ausrenkt, sondern eine der Geschichte angepasste. Das macht es dem Hörer noch leichter, in die Story einzutauchen und Kontakt zu Annie aufzunehmen.

Von Lebendig und natürlich bis zickig, ängstlich oder einfach nur verzweifelt … Laura Maire bietet das gesamte Spektrum an Gefühlen, mit denen es die Protagonistin zu tun hat. Ich habe bislang noch keine Hörbuch-Sprecherin getroffen, der ich so gern zugehört habe, auch wenn das, was sie erzählt, schrecklich ist.

Auf Musik, Klangteppiche oder sonstige Effekte hat der Verlag bei dieser Lesung komplett verzichtet. Das lässt die Sprecherin durch ihre Leistung aber auch nicht vermissen.

Was allerdings stört, ist die Aufnahme selbst. Zu viele Höhen zischen dem Hörer unangenehm ins Ohr. Jedes „s“ ist zu scharf und jedes „t“ klingt zu hart. Wenn man dies allerdings am Abspielgerät nachregeln kann ist das auch in den Griff zu bekommen.

Die Sprecherin:

Laura Maire ist eine deutsche Schauspielerin und Sprecherin, die u. a. in „Verdammt verliebt“, „alphateam“ und „Die Rosenheim-Cops“ im deutschen Fernsehen zu sehen war. Als Sprecherin wirkte sie 2006 in der Radio-Produktion „Das Gespenst von Canterville“ mit und als Marie in „Krieg der Knöpfe“ 2007. Im Kino ist sie als dt. Stimme von Alice Cullen (gespielt von Ashley Greene) in „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ zu hören.

Die Aufmachung:

Sechs schlichte, orangefarbene CDs in einer Jewel-Case-Box mit schwarzer Schrift bedruckt. Auf ein Booklet wurde verzichtet. Stattdessen sind die Infos zu den Tracks und deren Namen auf die Innenseite des rückwärtigen Covers gedruckt. Auf der Rückseite der Front sind zudem noch die Namen der an dieser Produktion Beteiligten aufgeführt. Infos zu Autorin und Sprecherin findet man auf der Rückseite des Jewel-Case‘.

Auch wenn ein CD-Player keine Augen hat und der Hörer die CDs während des Hörens eh nicht sieht, hätte ich eine Fortsetzung des interessanten Cover-Motivs auf den CDs schöngefunden.

Mein Fazit:

Ein packender Psycho-Thriller, der seinem Genre alle Ehre macht und problemlos in der großen Liga mitspielen kann. Eine verstörend fesselnde Entführungsgeschichte, die sogar noch mehr ist, als der Hörer auf den ersten Blick vermutet. Packend und mitreißend erzählt von einer tollen Sprecherin. Absolut empfehlenswert.

Gekürzte Lesung auf 6 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 7:05 h
Originaltitel: Still Missing
Aus dem Englischen von Maria Poets
Gelesen von Laura Maire
ISBN: 978-3-8398-1075-0
www.argon-verlag.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Perry Rhodan – Die Laren (Silber Edition 75, Teil 4)

_|Die Laren (Silber Edition 75)|:_

Teil 1: [244 MB, 4:20 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
Teil 2: [247 MB, 4:24 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
Teil 3: [325 MB, 3:53 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6880
Teil 4: _395 MB, 4:40 h_

_Die Handlung:_

Man schreibt das Jahr 3459. Die Herrschaft des |Konzils der Sieben| in der Milchstraße ist gefestigt. Niemand vermag den SVE-Raumern der Laren Widerstand zu leisten. Als sogenannter Erster Hetran der Galaxis kooperiert Perry Rhodan zum Schein mit den Okkupanten. In Wirklichkeit bereitet er hinter ihrem Rücken den Befreiungskampf vor. Hilfe verspricht ihm der larische Rebell Roctin-Par, der mit seiner Widerstandsgruppe in der Dunkelwolke Provcon-Faust Unterschlupf gefunden hat. Rhodan erlebt auf seinem Flug in diese Region der Milchstraße die Schrecken der Dunkelwolke. In der Zwischenzeit wird auf der Hundertsonnenwelt der Posbis eine Waffe gegen die SVE-Raumer entwickelt. Doch die Laren reagieren mit fürchterlicher Vergeltung, der offene Krieg droht. Perry Rhodan lässt das Solsystem in die Zukunft versetzen, um die völlige Vernichtung der Erde zu verhindern. Damit zieht sich der Terraner vom Amt des Ersten Hetrans zurück. Andere Mächte wollen an seine Stelle treten – und ein mörderischer Kampf um die Macht entbrennt … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition| )

|Dieser Teil:|

Atlan, dessen Versteckspiel vor den Laren nicht lange erfolgreich war, ist bereits am Ende des letzten Teils auf OLYMP enttarnt worden und Rhodan ist darüber nicht wirklich glücklich, als er jetzt davon erfährt. Um sich den Laren zu entziehen, die jetzt wissen, dass er ein doppeltes Spiel getrieben hat und um das Sonnensystem vor Übergriffen zu schützen, lässt Perry Rhodan Vorbereitungen treffen, um es in die Zukunft versetzen zu lassen. Nachdem Rhodan durch sein Handeln nicht mehr das Amt des Ersten Hetrans der Milchstraße bekleidet, drängen sich verschiedene Individuen in den Vordergrund, um ihn zu beerben. Letztendlich setzt sich der Pariczaner Leticron gegen die Konkurrenz durch und wird von den Laren zu Rhodans Nachfolger ernannt. Leticron macht sich auch gleich auf den Weg, um den Verräter Rhodan zur Strecke zu bringen, aber kann nichts gegen das ATG-Feld unternehmen, durch das das Solsystem geschützt ist.

_Mein Hör-Eindruck:_

Bei Kapitel 25 steigen wir in die Handlung ein. Es folgt ein schneller Überblick über das, was grad (vor drei Wochen) passiert ist und dann geht das Krächzen auch schon wieder los, ich hatte es verdrängt. Maier lässt den Laren Hartranta-Too sprechen und ich verziehe unwillkürlich das Gesicht. Es klingt einfach zu hoch, zu kratzig, zu ohrenschmerzig. Kurze Zeit später gesellt sich auch Gucky dazu. Dass Maier ihn als lispelnden |Bugs Bunny| liest, hatte ich auch verdrängt gehabt.

Wenn er keine Außerirdischen oder besonders hektische Passagen zu lesen hat, zeigt Maier, dass er eigentlich ein mitreißender Erzähler ist. Allein seine Stimmen-Wahl für Stress, Aufregung und vor allem für die Außerirdischen ist unglücklich. Nach der Versetzung des Sonnensystems in die Zukunft macht das Zuhören richtig Spaß, da längere Zeit kein störendes Krächzen von der spannenden Handlung ablenkt.

Aufgrund der vielen verschiedenen Rassen, die es in diesem Teil zu vertonen gibt, bleibt nicht aus, dass sich einige Charaktere und Rassen gleich anhören, wenn Maier sie spricht. Grad das störend hohe Krächzen findet auch bei den Hyptons Anwendung. Schmunzelnder Höhepunkt ist allerdings Aifar von Saminien, der einen sehr tuntigen Touch verliehen bekommt.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Auch der letzte Teil von |Die Laren| unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht sonderlich von den Vorgängern. Ein teilweise leicht irritierender New-Age-Klangteppich, der auch gern mal als ein schlichtes moduliertes Surren zu hören ist, wird einfach mal ein- und dann genauso überraschend wieder ausgeblendet. Ich konnte immer noch nicht nachvollziehen, warum die Geräusche so eingesetzt werden, wie der Verlag das macht und warum er das so unregelmäßig tut. Als ob ein Zufallsgenerator einfach mitten in die Lesung hineinspringt und dann ein paar zufällig gewählte Effekte unter den Sprecher legt.

|Die MP3s – Das Booklet|

Die Qualität der MP3s ist wie schon von der letzten Ausgabe gewohnt: 192kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Der Download ist gute 70 MB größer als der letzte und auch die Lesung selbst ist eine gute dreiviertel Stunde länger. Und diesmal erwarten den Hörer 55 Tracks, also auch elf mehr als noch vor drei Wochen.

Dieses Mal sind die Tracks wieder fortlaufend nummeriert, mit der entsprechenden Tracknummer am Anfang. In den ID3-Tags selbst steht die Tracknummer wie gehabt am Ende des Namens.

Auch die Namen der an diesem Teil beteiligten Autoren, Vlcek und Voltz, stimmen in den ID3-Tags wieder und es wurde niemand vergessen. Dieses Mal ziert die Front von Band 663 „Leticron, der Überschwere“, dem Abschlussband dieser |Silber Edition| das Cover und die ID3-Tags der MP3s. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Ein Kompressionsartefakt konnte ich in Track 25 ausmachen, dadurch wird ein Wort leicht zusammengequetscht.

Als Bonus gibt es, wie auch schon mit dem Abschlussdownload von |Silber Edition 74| ein Booklet als PDF-Datei. Hier gibt es ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung eines Walzenraumers der Überschweren, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 657, 658, 660,661, 662 und 663 zu sehen.

_Mein Fazit:_

Der Abschlussteil der |Silber Edition 75| ist spannend und wird von Maier gut gelesen. Wichtigster Störfaktor bleibt weiterhin das hohe Krächzen, das zu vielen Charakteren verliehen wird und so den Hörspaß immer mal wieder dämpft. Die Stimmung und die Emotionen der Figuren und die spannende Handlung bringt Andreas Laurenz Maier aber prima ins Ohr des Hörers. Und das muss jetzt wieder drei Wochen warten, um zu erfahren, wie es mit den Laren und vor allem mit Perry Rhodan weitergeht.

|MP3-Download mit ca. 395 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:40 h
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3939648949|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 75| ist zusammen mit dem letzten Download-Teil seit dem 1. Februar 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich.

John Grisham – Theo Boone und der unsichtbare Zeuge

Die Handlung:

Theo Boone, Anwaltssohn mit ausgeprägtem Sinn für Recht und Gerechtigkeit, löst die schwierigsten Fälle – und er ist erst dreizehn! Als in seinem Heimatstädtchen Strattenburg, Louisianna, ein Aufsehen erregendes Verbrechen geschieht, ist Theo wie elektrisiert – nun endlich kann er aus nächster Nähe einen großen Prozess verfolgen. Es scheint das perfekte Verbrechen zu sein, und schnell zeichnet sich ab, dass der Angeklagte seiner gerechten Strafe entkommen wird. Doch niemand hat mit Theo gerechnet: Er allein weiß, dass es einen Augenzeugen gibt …
(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

John Grisham hat ein Jugendbuch geschrieben? Kann er das überhaupt? Überfordert das nicht den jugendlichen Leser/Hörer? Wenn man mal seine ganzen Justiz-Romane mit den knackigen Zwei-Wort-Titeln betrachtet: „Die Firma“, „Die Akte“, „Der Anwalt“ … könnte man das leicht annehmen. Und, warum taucht sein erstes Jugendbuch auf seiner offiziellen Homepage gar nicht auf? An der mangelnden Aktualität der Seite liegt es nicht.

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Eoin Colfer – Artemis Fowl VI – Das Zeitparadox (Lesung)

Artemis Fowl blickt mittlerweile auf eine lange und verzwickte Geschichte zurück, eine Reihe von Romanen, die in chronologischer Reihenfolge die Erlebnisse des jungen irischen Genies berichten und Bezug aufeinander nehmen, wobei gerade die ersten Bände direkt zusammenhängen. Mit dem vorliegenden Roman begibt sich Colfer auf gefährliches Terrain, fügt er der Historie des Jungen doch komplexe Aspekte hinzu und läuft Gefahr, sich in den Zeitparadoxa zu verzetteln und in Widersprüche zu verwickeln. Andererseits ist die Zeitreise eine logische Folge im Konzept der Reihe, die Artemis mit immer schwierigeren Problemen konfrontiert und sein Genie herausfordert. Hier ist es ein Höhepunkt: Der Konflikt zwischen Artemis und seinem jüngeren Ich.

Angelina Fowl, die Mutter des Artemis, ist an einer Seuche der Unterirdischen erkrankt: Die Funkenpest, die sich durch Magie überträgt. Artemis kontaktiert seine unterirdischen Freunde Foaley und Holly Short, die ein Gegenmittel kennen: die Hirnflüssigkeit eines madagaskischen Lemuren. Unglücklicherweise war es Artemis selbst, der in seiner Kindheit das letzte Tier an eine Extinktionistengruppe (die das Ziel verfolgte, möglichst viele Tierarten auszurotten) verkaufte, um seinen Vater zu retten. Die einzige Chance besteht in einer Zeitreise, um dem eigenen Ich zuvor zu kommen und den Lemur in die eigene Zeit und vor der Auslöschung zu retten. Doch in der Vergangenheit wartet nicht nur der jüngere Artemis als skrupelloser und genialer Gegenspieler, sondern auch eine alte Feindin des Jungen, die machtgierige, verrückte und größenwahnsinnige Wichtelin Opal Coboi …

Ein Hörbuch lebt zum großen Teil von seinem Sprecher, und da ist Rufus Beck eine sichere Wahl: Er liest mit ruhiger, modulationsfähiger Stimme und der Erfahrung regelmäßiger Engagements. Im Hörbuchbereich ist er inzwischen eine feste Größe, und so greift man gerne zu, wenn sein Name auf dem Booklet prangt. Im vorliegenden Projekt trifft er wie gewohnt gut die Charakteristika der einzelnen Protagonisten – mit Ausnahme zweier wichtiger Figuren: Butler, dessen Name für die Öffentlichkeit Programm ist, verpasst er die tiefste und kratzigste Stimme, derer er fähig zu sein scheint, und so klingt der Freund, Beschützer und Gefährte Artemis‘ eher wie ein dumpfer Schlägertyp als wie der bestausgebildetste, hochintelligente Weltmann, der er ist. Und der Zwerg Mulch Diggums malträtiert unsere Ohren mit einem bayrischen Dialekt, dessen Herkunft eine Erklärung schuldig bleibt.

Die Intonation ist auch konsequent situationsgerecht und gerade Foaleys Zentaurwiehern ist göttlich. Man fragt sich nur, warum es zur Formulierung von Zaubersprüchen einer eintönig leiernden Stimme bedarf.

Was den Vorgängern zu Eigen war, nämlich die unbedingte Jugendlichkeit der Erzählung, wird in diesem Band verwässert zu Gunsten eines beginnenden Geschlechterkonflikts zwischen Holly und Artemis. Dadurch gewinnt der Roman natürlich vor allem für weibliche Hörer eine interessante Nuance, und natürlich bleibt genügend Fowl-Manier übrig, um komplizierte Winkelzüge und überraschende Menschlichkeit zu transferieren. Dabei nutzt Colfer das direkte Aufeinandertreffen zweier Artemisse, um seine frühere Unnahbarkeit, seine überhebliche Art und sein Genie in Abhängigkeit der Erfahrung und des Alters gegenüberzustellen. Man bekommt also fast eine (im übertragenen Sinne) tabellarische Auflistung der positiven Veränderungen, die Artemis durch Holly erfahren hat. Und Artemis selbst bekommt natürlich einen ungewollten Spiegel vorgehalten, was ihn zum Nachdenken anregt. Neben der unauffälligen Wesensentwicklung über die vorherigen Bände thematisiert Colfer also hier ganz direkt die Weiterentwicklung vom sympathischen Gauner zum typischen strahlenden Helden.

Neu ist, dass neben Artemis und seinem Freund Butler jetzt auch die Mutter Kenntnis von den Unterirdischen hat.

Ein kleiner Punkt, der negativ auffällt, ist die Mächtigkeit der Magie, die je nach Bedarf von Colfer manipuliert wird. Vor allem scheint Opal Coboi in einem Moment übermächtig und unbesiegbar, um im nächsten mit fast weltlich zu nennenden Problemen an die Grenze ihrer magischen Fähigkeiten zu stoßen. Ansonsten gestaltet sich die Erzählung sehr konsistent. Colfer umschifft geschickt die Gefahren der Zeitreisegeschichte oder nimmt sie bewusst und ironisch aufs Korn, konfrontiert seine Protagonisten mit diesen Problemen, ohne sich in pseudowissenschaftlichen Erklärungen zu ergehen. So bleibt die Frage nach der Henne und dem Ei gänzlich ungeklärt, sprich: Wäre Artemis auch in die Vergangenheit gereist, wenn seine Mutter nicht erkrankt wäre? Und Opal Coboi folgte ihm nur in die Zukunft, weil er ihr den Lemur vor der Nase wegschnappte, also hatte sie dazu keinen Grund, bevor er auf die durch sie verursachte Bedrohung seiner Mutter die Reise antrat … Demnach trägt die Geschichte zumindest ihren Titel zu Recht!

„Das Zeitparadox“ ist eine schnelle, typisch Fowl’sche mit Ironie geladene und super unterhaltende Geschichte, die durch Rufus Becks professionelle und charismatische Interpretation als Hörbuch ein Genuss ist. Dass sie dabei erwachsener wird, tut ihrer Faszination keinen Abbruch.

6 Audio CDs mit 476 Minuten Spieldauer
Gekürzte Lesung
Gelesen von Rufus Beck
Deutsch von Claudia Feldmann
Originaltitel:
Artemis Fowl and The Time Paradox
ISBN-13: 978-3899036534

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 2,33 von 5)

Arthur, Robert (Buch); Francis H.G. (Adaption) – Die drei ??? und der seltsame Wecker (Hörspiel – Folge 12)

Bald feiert man 50jähriges Jubiläum bei einer der wohl ältesten, immer noch fortgeführten Jugendserien überhaupt. Bekannt wurden die „Drei ???“ hierzulande aber erst durch die Hörspieladaptionen des |EUROPA|-Studios in den späten Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Von da an war der Erfolgskurs gesetzt und nur selten mussten Klippen umschifft werden. „Der seltsame Wecker“ wurde 1980 vertont und ging als Folge 12 an den Start. 2009 erlebte er seinen zweiten Frühling, als das inzwischen berühmte sowie kultige Hörspiel-Ensemble mit diesem Fall auf groß inszenierte Live-Tour ging. Das Original ist da doch wesentlich bescheidener gestrickt.

_Zur Story_

Ein dubioser Wecker, aus einer Kiste mit anderem Trödelkram stammend, erweckt Justus‘ Interesse. Er lässt als Weckton nämlich nicht etwa ein Klingeln, Rasseln oder gar Beethovens Neunte, sondern einen grausigen Schrei erschallen. Dazu noch ein Brief mit einem sehr seltsamen Rätsel, in welchem ein gewisser Rex aufgefordert wird, sich auf die Suche nach irgendetwas zu begeben. Ein gefundenes Fressen für die Jugenddetektei „Die drei ???“, denn wer lässt sich so etwas Schräges bloß einfallen? OK, wir befinden uns schließlich in Kalifornien und gar nicht so weit weg von Los Angeles, sprich: Hollywood – und ein Teil der Lösung hat entfernt sogar mit dem Umfeld der amerikanischen Traumfabrik zu tun. Doch zunächst gilt es heraus zu finden, wer so ein verrücktes Teil baut.

Es gelingt tatsächlich, den Uhrmacher des vermeintlich seltenen Stücks zu ermitteln und einen Namen zu bekommen: Clock. Dabei stellt sich heraus, dass dieser Kunde mit dem zum offensichtlichen Uhren-Tick passenden Namen nicht nur diese eine Sonderanfertigung bei ihm in Auftrag gab. Die Spur führt weiter zu Alfred Hitchcock, Mentor und Förderer der Jungs, der zu berichten weiß, dass er sowohl den Schrei als auch Bert Clock sehr wohl kenne, der ist früher einmal ein gefragter Mann beim Hörfunk gewesen, wo er als Spezialist fürs Schreien zur Untermalung von Hörspielen tätig war. Er hat sich schon vor geraumer Zeit aus dem Business zurück gezogen, doch eine Adresse hat der Altmeister immerhin zu bieten.

Dort kennt man allerdings niemanden diesen Namens. Lediglich die Haushälterin Smith und ihr Sohn Harry bewohnen das Haus, das einem Mr Hadley gehört. Dieser ist jedoch schon vor Längerem Hals über Kopf nach Südamerika abgezischt – wo er kürzlich verstarb. Die Fakten sprechen eindeutig dafür, dass es sich dabei in der Tat um Bert Clock handelte. Kurz nach seiner Flucht wurde seinerzeit eine Razzia im Haus veranstaltet und dabei Harrys Vater – bis dato ein braver, unbescholtener Versicherungsvertreter – verhaftet. Nach einem Indizienprozess kam er für einen Kunstdiebstahl hinter Gitter, den er stets beteuerte nicht begangen zu haben. Die drei Fragezeichen müssen gut kombinieren, um das Geheimnis des seltsamen Weckers zu lüften, die restliche Beute aufzuspüren und somit einen Unschuldigen zu rehabilitieren.

_Eindrücke_

Der markante Schrei des Weckers gleich zur Eröffnung dieses 1980 erschienenen Hörspiels gehört sicher zu den nennenswertesten Stil-Ikonen in der gesamten Reihe. Beigesteuert hat ihn die bis heute noch für die“Die-drei-???“-verantwortliche Regisseurin Heikedine Körting. Die Buchvorlage stammt noch vom Erfinder der „Three Investigators“ (so der Originaltitel der Serie aus den Sechzigern) selbst: Robert Arthur. Dessen in den Büchern so unverkennbare Handschrift wird in der Audiofassung leider ein wenig verwässert. Schuld daran ist maßgeblich die Technik. Damals war die Laufzeit auf LP/MC auf rund 45 Minuten begrenzt, was zwangsläufig immer teils erhebliche Kürzungen nach sich zog. SciFi-Autor (u.a. „Perry Rhodan“, „Commander Perkins“) und EUROPA-Drehbuchschreiber H.G. Francis hat dennoch eine spannende Kultfolge daraus gezaubert.

Dass die Hörspiele nicht in chronologisch korrekter Reihenfolge zu den Büchern vertont wurden, ist im Prinzip eigentlich vollkommen unerheblich, da die Fälle stets in sich abgeschlossene Episoden sind, welche nur sehr selten auf vorangegangene Bezug nehmen. Gelegentlich stößt man hier und dort doch auf ein paar Löcher in der Kontinuität. So kennt das Publikum seit der vermeintlichen Nummer 1 („Super-Papagei“ – eigentlich Band 2) Victor Hugenay schon, weshalb es den deutschen Hörer leicht verwundert, dass er den Dreien hier so seltsam fremd und distanziert erscheint – tatsächlich lernen sie den Meisterdieb nicht erst jetzt kennen. Der „Super-Papagei“ ist zeitlich auch bei den Büchern vor dem „seltsamen Wecker“ einzuordnen (Band 9), welcher bei |EUROPA| die Nummer 12 verpasst bekam.

Pace und Handlungsverlauf weichen vom Original ab und verleihen dem Hörspiel ein anderes Flair als dem Buch. Dass so Manches heute generell vielleicht anders laufen würde, dürfte niemanden wirklich stören und gehört zum nostalgischen Charme der erfolgreichen Jugendkrimireihe. Trotzdem funktioniert die Story mit den alten Patentrezepten der Serie, sprich: durch ein Rätsel angestoßene Schnitzeljagd, nicht nur gut, sie kommt auch trotz aller nötigen Kürzungen ohne Logikpatzer daher. Dass zudem eine Menge Interaktion zwischen den Figuren zu erwarten steht, wird bereits aus der recht umfangreichen Sprecherliste (mal wieder eine Gastrolle: Volker Brandt – die deutsche Stimme von Michael Douglas) ersichtlich. Die Leistungen der üblichen Verdächtigen – der Stimmbruch von Justus, Peter und Bob rückt übrigens merklich näher – sind wie immer tadellos und auch die Geräuschkulisse kann sich durchaus hören lassen.

_Fazit_

Ein geradlinig erzähltes und sauber produziertes Hörspiel aus den Anfangstagen der Serie, welches sich keine wirklich ankreidbaren Schwächen leistet. Die Story mag gegenüber der (noch besseren, weil ausgeklügelteren) Vorlage stark eingedampft worden sein, ihren Kern trifft sie aber immer noch. Somit darf sich dieser Fall, im besten Sinne ein Klassiker alter Schule, zu Recht als eine der Folgen mit erhöhtem Kultstatus schimpfen. Eine gute Wahl auch für Einsteiger, sei es als relativ puristische Version von 1980 (CD/MC/LP) oder als aufgebohrte „Live and Ticking“-Tour (DVD) von 2009. Der seltsame Wecker hat seit 30 Jahren einen festen Platz im Herzen der Fans. Verdient.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_
Titel: „Die drei ??? und der seltsame Wecker“ – Folge 12
EUROPA (Sony Music), März 1980
Laufzeit: ca. 43 Minuten
Buchvorlage: Robert Arthur
Hörspieladaption: H.G. Francis
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Brac, George, Stahlberg, Morgenstern, Zeiberts
Cover: Aiga Rasch

|Die Figuren und ihre Sprecher:|
Erzähler – Alfred Hitchcock: Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Mr Felix: Karl-Ulrich Meves
Harry Smith: Marco Beddis
Mrs Smith: Maria Benders
Mrs King: Helga Bammert
Julie Taylor: Renate Pichler
Gerald Cramer: Volker Brandt
Gerald Watson: Werner Cartano [alias Werner van Thiel]
Victor Hugenay: Wolfgang Kubach [alias Albert Giro]
Mr Jenkins: Lothar Zibell
Carlos: Günter Heising [alias Hans-Werner Kuhn]
Martha Harris: Marga Maasberg
Hauptkommissar Reynolds: Horst Frank

Clarke, Arthur C. – 2001 – Odyssee im Weltraum (Lesung)

_Endlich im Hörbuch: HAL9000 und die Monolithen_

Dieser Roman erschien 1968 im gleichen Jahr wie der zugehörige Film von Stanley Kubrick. Aber die literarische Idee ist viel älter. Schon 1948 schrieb und 1951 veröffentlichte Clarke in seiner Kurzgeschichte „Der Wächter“ (|The Sentinel|) den Einfall, dass ein Sternenvolk der Menschheit zu Intelligenz verholfen habe und nach dem Ausgraben des Wächtersteins auf dem Mond erfahren würde, dass die Menschen die Raumfahrt entwickelt hätten. Ein Signal lockt eine Expedition zum Planeten Saturn, doch die Besatzung der „Discovery“ ist todgeweiht …

Dieses Hörbuch ist vollständig mit Fotos aus Stanley Kubricks Kultfilm ausgestattet.

_Der Autor_

Sir Arthur C. Clarke, geboren 1917 in England, lebte seit den fünfziger Jahren in Sri Lanka, wo er im Jahr 2008 starb. Seine besten und bekanntesten Werke sind „Die letzte Generation “ (|Childhood’s End|) und „2001 – Odyssee im Weltraum“. Ebenfalls empfehlenswert ist der Startband des RAMA-Zyklus‘: „Rendezvous mit 31/149“ (|Rendezvous with Rama|), von dem Morgan Freemans Filmproduktionsfirma seit Jahren eine Verfilmung vorbereitet. Übrigens erfand der Ingenieur Clarke schon 1947 das Konzept eines künstlichen Satelliten und später das eines Fahrstuhls in die Erdumlaufbahn. Clarke starb am 19. März 2008, also mit rund 90 Jahren.

Der |Odyssee|-Zyklus:

1) [„2001 – Odyssee im Weltraum“ (1968)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1510
2) „2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen“ (1985)
3) „2061 – Odyssee III“ (1988)
4) „3001 – Die letzte Odyssee“ (1997)

Die |Zeit-Odyssee|-Romane, mit Stephen Baxter:

1) [„Die Zeit-Odyssee“ (|Time’s Eye|, 2004)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1496
2) [„Sonnensturm“ (|Sunstorm|, 2005)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2128
3) [„Wächter“ (|Firstborn|, 2008)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5870

_Der Sprecher_

Zu Wolfram Koch liefert das Hörbuch keine Informationen.

Regie führte Simon Jaspersen, den Ton nahm Martin Freitag auf.

_Handlung_

Am Anfang ist die Erde „wüst und leer“, wie es in der Genesis heißt. Schließlich ein Menschenaffe und seine wenigen Artgenossen, die als friedliche Pflanzenfresser neben Tapiren koexistieren (das wird sich ändern). Diese Sippe ist die von Alphamännchen Mond-Schauer. Die Menschenaffen verständigen sich zwar, aber Sprache würde man das nicht nennen. Eingesetzt wird diese Kommunikation aus Beschwichtigungs-, Droh- und Wutschreien besonders dann, als Mond-Schauers Sippe vom einzigen Wasserloch weit und breit verjagt wird und eine andere, wildere Sippe das Loch übernimmt.

Mond-Schauers Sippe ist ganz klar vom Aussterben bedroht, und die Angst vor dem nächsten Angriff des Leoparden beherrscht ihn. Am nächsten Morgen steht jedoch ein schwarzer Monolith von perfekter Glätte aufrecht vor ihm, den eine merkwürdige Aura umgibt. Dem anfänglichen Schrecken Mond-Schauers weicht die Berührung dieses unnatürlichen – und in der Tat außerirdischen – Objektes. Mond-Schauer und seine Leute wandeln sich von Menschenaffen zu Affenmenschen, insbesondere durch den Erwerb von Sprache. Plötzlich verfügen die Affenmenschen nämlich über ein Gedächtnis, das ihnen ermöglicht, in die Vergangenheit zu schauen und sich eine Zukunft vorzustellen.

Schon bald triumphiert Mond-Schauer über die Tapire, schmeckt Blut, isst Fleisch und besiegt die feindliche Sippe im Kampf um das Wasserloch, Brudermord inklusive. Die Geschichte der Menschheit ist offensichtlich eine Geschichte der Gewalt, des Mordens – und der dabei eingesetzten Technik. Mond-Schauer wirft sein Werkzeug des Sieges in die Luft, den Knochen. Aber ist es wirklich sein Sieg – oder der des Monolithen?

Drei Millionen Jahre später.

Dr. Heywood Floyd, ein führender Bürokrat der Nationalen Raumfahrtbehörde, befindet sich auf dem PanAm-Flug der Raumfähre „Orion 3“ zur halbfertigen Orbitalstation. Auf der Station schlendert Floyd nach dem Sicherheitscheck am Hilton-Hotel und Howard-Johnson-Restaurant vorbei, ruft seine Tochter an, wimmelt ein paar neugierige Russen ab und trifft endlich beim Anlass seines Besuchs hier ein: eine Sitzung der Verwalter der amerikanischen Zone des Mondes. Die Amis teilen sich die Mondverwaltung mit den Russen.

Man munkelt, auf dem Mond sei eine Epidemie ausgebrochen. Ist da was dran? Seltsame Dinge gehen auf Luna vor sich, und Floyd muss die Maßnahmen der Amis rechtfertigen: In seiner Rede erneuert er die Kontrolle, die seine Behörde ausübt, indem er die Tarngeschichte einer Epidemie und die Nachrichtensperre verteidigt. Aber warum das alles?

Floyd fliegt mit dem Mondtransporter „Aries“ und zwei Kollegen weiter. Das Ritual des Essens verbindet sie mit Mond-Schauers Sippe. Der Astro-Dom der amerikanischen Mondbasis öffnet sich wie eine Blüte. Der Weiterflug führt zum Krater Tycho, wo die Ursache des Aufruhrs und der supergeheime Anlass für Floyds Reise steht: Es ist eine weitere Ausgabe des schwarzen Monolithen.

Der erstaunliche Befund: Er wurde vor drei Millionen Jahren hier verbuddelt, von wem, weiß man nicht. Aber dies ist offensichtlich der erste Beweis für außerirdische Intelligenz, wie die Proportionen 1:4:9 beweisen. Floyd kann nicht umhin, es Mond-Schauer nachzumachen: Er muss das mysteriöse Objekt berühren. Dieses stößt nicht nur einen schrillen Pfeifton aus, sondern sendet zugleich ein starkes Radiosignal – zum Saturnmond Japetus. Der Monolith ist ein Wachposten. Wen oder was warnt er?

18 Monate später.

Die „Discovery“, ein knochenförmiges Raumschiff, fliegt am Jupiter vorbei und auf den Riesenplaneten Saturn zu, um auf dessen Mond Japetus den zweiten (eigentlich den dritten) Monolithen zu suchen. Die Startvorbereitungen waren natürlich wieder mal supergeheim, sodass die zwei wachen Piloten David Bowman und Frank Poole nicht ahnen, was sie dort sollen.

Lediglich die drei im Kälteschlaf eingesargten Wissenschaftler ahnen, was der wahre Grund ihrer Reise ist, denn sie sollen den Monolithen untersuchen. Der Einzige, der ihn ebenfalls kennt, ist kein Mensch, sondern ein „Elektronengehirn“, eine künstliche Intelligenz namens HAL-9000. Dem Paar der zwei wachen Piloten entspricht das Zwillingspaar der beiden HAL-9000s, dem an Bord der „Discovery“ und dem in Houston bei der NAC. Man ist auf Ausfallsicherheit und Kontrolle bedacht. Entsprechend technisch ist der Jargon, in dem man mit der Bodenstation kommuniziert.

Das nützt aber alles nichts, als HAL Dave Bowman bekanntgibt, dass in 72 Stunden ein Bauteil der Außenantenne zu 100 Prozent und mit absoluter Sicherheit ausfallen werde. Der Grund: „ein menschlicher Irrtum/Fehler“. Eine seltsame Begründung für einen neutralen Computer, der ständig seine Verpflichtetheit gegenüber der „Mission“ beteuert. HALs Zwilling kann die Prognose nicht bestätigen. Als auch Bowman an dem ausgebauten Bauteil keine Fehler finden kann und somit HAL widerlegt, überlegen er und Poole, HAL abzuschalten. HAL und ergreift Gegenmaßnahmen.

Beim Wiedereinbau des Bauteils kappt er mit Hilfe der Greifarme des Außenbordmoduls Pooles Luftschlauch, sodass der Astronaut nicht nur erstickt, sondern auch abtreibt. Als Nächsten nimmt er sich Bowman vor. Doch Dave ist gewitzter als Poole und versteckt sich in einer Luftkammer, wo er in einen Raumanzug schlüpft. Nachdem HAL auch die drei Wissenschaftler in ihren Kühlkammern getötet hat, macht sich Dave daran, die Speichermodule HALs zu entfernen.

Was HAL dem Kapitän nicht verraten darf, ist der wahre Grund der Expedition. Man zwang ihn zu lügen, und dieses Dilemma veranlasste ihn, die menschliche Crew zu eliminieren, um nicht als Lügner entlarvt zu werden und die Mission wie vorgesehen „erfolgreich“ zu Ende zu führen. Doch nach HALs „Tod“ bekommt es Dave mit dem Monolithen zu tun und entdeckt, was es damit auf sich hat: „Mein Gott, es ist voller Sterne!“

_Mein Eindruck_

Es wird sehr wenig geredet in diesem Hörbuch, und was geredet wird, ist oft nicht der Rede wert. Die Menschen des 21. Jahrhunderts haben verlernt, auf natürliche Weise zu kommunizieren. Sie verständigen sich durch Funksignale von der Missionskontrolle, abgespielte Filmaufnahmen mit Geburtstagsglückwünschen, einem Ferntelefonat. Falls es doch einmal zu einem Mensch-zu-Mensch-Gespräch kommen sollte, was Gott verhüten möge, so endet es an einer Mauer des Schweigens: Zuerst blockiert Heywood Floyd den Versuch des Russen ab, mehr über die „Epidemie“ auf dem Mond zu erfahren, dann vergattert er selbst seine Mitbürokraten zu Stillschweigen. Selbst Bowman und Poole dürfen nur funktionieren, wenn sie sich auf knappe Anfragen und Befehle beschränken. Sie haben keine Ahnung, was Sache ist.

|Mensch gegen Maschine|

Der unentrinnbare Konflikt zwischen Mensch und Technik bzw. Maschine beginnt schon mit dem Gebrauch des ersten Werkzeugs durch Mond-Schauer und endet erst, als Bowman HALs Speichermodule deaktiviert – der erste Mord an einem äffischen Rivalen findet sein Echo in einem letzten Mord an einer intelligenten Maschine. Sind die Monolithen gute oder böse Maschinenwesen? Und: Wo sind sie alle geblieben, wenn sie uns vor Urzeiten geholfen haben? Baxter zieht Parallelen zu Romanen von Gregory Benford (|Contact|-Zyklus) und Fred Saberhagen (|Berserker|-Zyklus), die Clarke erst in seinem letzten Odysssee-Roman, „3001 – Die letzte Odyssee“, weiterführt und abschließt (siehe meinen Bericht zum Original).

Zwischen den zwei Morden liegt ein Erwachen. Es beginnt, als Bowman auf der Brücke von HAL alle Luft entzogen wird. Er soll sterben wie sein Kollege Poole. Denn HAL hat ja den Menschen an sich als Störfaktor und Bedrohung der Mission ausgemacht. Der Mensch muss kämpfen oder aussterben, abgelöst durch eine Maschinen-Evolution. (Diese hat beispielsweise der Sciencefiction-Autor und Physiker Gregory Benford geschildert.)

Das Erwachen und der Mord an HAL führen Bowman zu einer weiteren Stufe seines evolutionierenden Bewusstseins. Weiterzukommen hilft ihm das Sternentor, das der schwarze Monolith bietet. Durch Stufen der Alterung und des Todes gelangt Bowman – als erster Vertreter der Menschheit – zu einem Neuanfang: Als Sternenkind. Erst jetzt ist der Mensch nicht mehr fremd im Kosmos, sondern ein Teil davon: Ein Sternenkind. Und als der Atomkrieg die Erde zu zerstören droht (wieder ein Sieg der Maschinen und Werkzeuge?), setzt Bowman seinen neu erworbenen Willen dazu ein, die schwebenden Bomben detonieren zu lassen, bevor sie Schaden anrichten können.

|Der Film|

Clarke lieferte mit der Story „The Sentinel“ (|Der Wachtposten|) aus dem Jahr 1948 die literarische Vorlage zu Kubricks Filmsymphonie in vier Sätzen, die ursprünglich „Journey beyond the stars“ heißen sollte. Sie wurde zwischen 1964 und 1968 für die damals astronomische Summe von 10,5 Millionen Dollar realisiert. Wobei 4,5 Millionen Dollar für die Spezialeffekte und Tricks verbraten wurden – was allerdings zu Kubricks einzigem OSCAR führte, immerhin. Clarke hat das detaillierte Treatment zu seinem gleichnamigen Roman ausgearbeitet, der in zahlreichen Punkten vom Film abweicht. Diese aufzuzählen, würde hier zu weit führen.

_Der Sprecher_

Wie oben schon angedeutet, bildet Sprache einen zentralen Aspekt für die Bedeutungsebenen dieser Geschichte. Die Sprachverwalter Floyd und Halversen, der Mondgouverneur, reden ja noch ganz manierlich, ebenso die beiden Piloten Frank Poole und Dave Bowman, wenn sie gerade keine technischen Arbeiten erledigen oder mit der Bodenkontrolle reden.

Aber daneben begegnet einem ständig ein funktionaler und entpersönlichter Sprachgebrauch, so etwa von der Flugbegleiterin an Bord des Shuttle „Orion 3“, aber natürlich auch von HAL9000 selbst. Die Sprache ist zu einem Werkzeug geworden, um andere Wesen zu manipulieren, so wie es Mond-Schauer von Anfang getan hat, instruiert vom Monolithen. Ist dies also der Preis der Evolution, oder gibt es noch etwas darüber Hinausweisendes, scheint der Autor zu fragen.

Der Sprecher vollzieht diesen unterschiedlichen Sprachgebrauch sehr deutlich nach. Mal klingt er heiter und freundlich, dann wieder mechanisch, monoton und abgehackt. Neben diesen zwei Sprachregistern gibt es ein drittes: Das des Erzählers. Dieser bestreitet während des letzten Aktes von Bowmans Reise und Evolution fast den gesamten Text, denn Bowmans Tagebucheinträge sind ziemlich kurz und sachlich.

Als Erzähler versucht der Sprecher dem Hörer die Aufgabe zu erleichtern, das Erzählte zu begreifen. Denn die Wunder, die Bowman nun erlebt, sind etwas völlig Neues. Dementsprechend langsam und deutlich spricht Wolfram Koch, ohne jedoch in weihevolles Pathos zu verfallen. Das hätte ich lächerlich gefunden. Der Grat, den Koch stilistisch wandelt, ist denkbar schmal, doch er entledigt sich seine Aufgabe sehr zufriedenstellend. Ich muss an keiner Stelle lachen oder die Stirn runzeln.

|Zusatzinformationen|

Der Einsteckkarten des Hörbuchs enthält Informationen über den Autor Clarke, aber nicht über den Sprecher Koch, was ich sehr schade finde. Für den Sammler empfiehlt sich das Hörbuch unter anderem durch seine Filmbilder, die heute wie Ikonen wirken und vielfach Dave Bowman zeigen. Weitere Informationen betreffen die Verantwortlichen seitens des Verlags.

_Unterm Strich_

Sobald man sich an Clarkes betulichen Tonfall aus den sechziger Jahren gewöhnt hat – er erklärt alle Geschehnisse ganz genau – macht es richtig Vergnügen, Dave Bowmans Odyssee zum Saturnmond Japetus und darüber hinaus zu folgen. Den Spekulationen des Autors über das, was der Monolith beabsichtigt, muss man nicht unbedingt folgen, denn die Geschichte gibt an sich schon einiges an Gedankennahrung her. Ich finde nicht, dass das Eingreifen von Außerirdischen an den Haaren herbeigezogen ist. Erstens handelt es sich um Fiktion, zweitens um Clarkes Fiktion und drittens hat es wirklich Sprünge in der Entwicklung der Menschheit gegeben. Nur Anhänger des Absurden nennen Sprache einen „virus from outer space“ (William S. Burroughs).

Wie schon „Childhood’s End“ (|Die letzte Generation|) ist „2001“ ein philosophischer Roman, der das Verhältnis von Mensch und Maschine untersucht, aber auch Phänomene wie Gewalt, Sprache und Wahrheit. Wäre HAL nicht zum Lügen gezwungen worden, wäre die Expedition nicht gescheitert, indem er die Besatzung fast komplett auslöschte.

Einer (im Film) der ergreifendsten Momente ist die umgekehrte Evolution HALs, der Dave Bowman, seinen Gegner, unterwirft, indem er ihm die Speichermodule entzieht. So wie Mond-Schauer einst sein Gedächtnis gewann, so verliert nun HAL seines. Diese Gewalttat lässt sich nur sühnen, indem Dave eine Weiterentwicklung seines Bewusstseins durchmacht: Zur Transzendenz, der Grenzüberschreitung. Dann bieten sich ihm ganz neue Möglichkeiten: Gewalt ist ebenso überflüssig geworden wie Sprache und Maschinen.

|Das Hörbuch|

Die Handlung ist nur stellenweise spannend, denn der Autor setzt auf das bewährte Mittel des „sense of wonder“, wodurch Action und Humor fast überflüssig werden. Im Mittelpunkt stehen, umgesetzt in Szenen, philosophische Aussagen über Sprache, Maschinen und Evolution. Wolfram Koch trägt den vielschichtigen Text meines Erachtens kompetent, wenn auch nicht umwerfend oder gar unterhaltsam vor.

|5 Audio-CDs mit 352 Minuten Spieldauer
Originaltitel: 2001: A Space Odyssey
Aus dem Englischen von Egon Eis (1969)
ISBN-13: 978-3898137607|
[www.der-audio-verlag.de]http://www.der-audio-verlag.de

_Arthur C. Clarke bei |Buchwurm.info|:_
[„Das Lied der fernen Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=649
[„Das Licht ferner Tage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1503
[„Die letzte Generation“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1511
[„Im Mondstaub versunken“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2807
[„Inseln im All“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4067
[„Rendezvous mit Rama“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4930

Perry Rhodan – Die Laren (Silber Edition 75, Teil 3)

_|Die Laren (Silber Edition 75)|:_

Teil 1: [244 MB, 4:20 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
Teil 2: [247 MB, 4:24 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
Teil 3: _325 MB, 3:53 h_
Teil 4: – erscheint am 01.02.2011 –

_Die Handlung:_

Man schreibt das Jahr 3459. Die Herrschaft des |Konzils der Sieben| in der Milchstraße ist gefestigt. Niemand vermag den SVE-Raumern der Laren Widerstand zu leisten. Als sogenannter Erster Hetran der Galaxis kooperiert Perry Rhodan zum Schein mit den Okkupanten. In Wirklichkeit bereitet er hinter ihrem Rücken den Befreiungskampf vor. Hilfe verspricht ihm der larische Rebell Roctin-Par, der mit seiner Widerstandsgruppe in der Dunkelwolke Provcon-Faust Unterschlupf gefunden hat. Rhodan erlebt auf seinem Flug in diese Region der Milchstraße die Schrecken der Dunkelwolke. In der Zwischenzeit wird auf der Hundertsonnenwelt der Posbis eine Waffe gegen die SVE-Raumer entwickelt. Doch die Laren reagieren mit fürchterlicher Vergeltung, der offene Krieg droht. Perry Rhodan lässt das Solsystem in die Zukunft versetzen, um die völlige Vernichtung der Erde zu verhindern. Damit zieht sich der Terraner vom Amt des Ersten Hetrans zurück. Andere Mächte wollen an seine Stelle treten – und ein mörderischer Kampf um die Macht entbrennt … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Editon| )

|Dieser Teil:|

Die Posbis haben die Laren mit ihrer neuen Waffe angegriffen und sind gescheitert. Aber anstatt einen Vergeltungsschlag auszuführen, ziehen sich die Laren plötzlich zurück. Der Grund wird schnell bekanntgegeben: Die Laren drohen damit, das gesamte SOL-System durch eine Bombe zu vernichten, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Dies kann Perry Rhodan verhindern, beides. Atlan spioniert getarnt als Satago Werbot auf OLYMP, aber wird dabei entdeckt.

_Mein Hör-Eindruck:_

Mit Kapitel 17 geht es los und dem Hörer wird noch mal vor Ohren geführt, dass die Fragmentraumer der Posbis mit ihrer Offensive gescheitert sind und die Laren die Schlacht gewonnen haben. Und zum Grinsen gibt es auch gleich wieder etwas, wenn Maier, wie schon in der letzten Teillesung, das Plasma der Posbi-Raumer als leicht verschlafener |Samson| aus der |Sesamstraße| spricht.

Hatte Jacobs dem Chef der Solaren Abwehr in der letzten |Silber Edition| einen unnötigen amerikanischen Akzent verpasst und Maier das bisher gelassen, so gibt er jetzt Vancan
de Corst, dem Kommandanten der KOSMOPOLIS einen französischen. Dieser klingt leider genauso krächzig, wenn er ihn schnell und hektisch spricht, wie der Vogel, dem man Reginald Bull als Trojanisches Pferd untergejubelt hat. Und wenn mich meine Ohren nicht täuschen, klingt Gucky anfangs auch wieder anders als im letzten Teil, bevor Maier wieder auf einen lispelnden |Bugs Bunny| überschwenkt, bei dem der Zahnarzt die Tampons in den Wangentaschen vergessen hat.

Bei der Springer-Versammlung legt sich Maier allerdings richtig ins Zeug und ist mehr als nur ein ambitionierter Vorleser. Hier verleiht er jedem der hitzigen und mächtigen Springer eine eigene Stimmfarbe und macht sie dadurch gut unterscheidbar.

Leider fängt er später als aufgeregter Lare Hartranta-Too wieder so an zu krächzen, dass es in den Ohren wehtut.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Der dritte Teil von |Die Laren| unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht sonderlich von den Vorgängern. Ein teilweise leicht irritierender New-Age-Klangteppich ist in einigen wenigen Tracks zu finden. Irritierend, weil von diesem Stilmittel so selten Gebrauch gemacht wird, dass sich der Hörer fragt, ob die Geräusche nicht von außen kommen. Ansonsten gibt es vor jedem neuen Kapitel wie gewohnt eine kleine Melodie als Einleitung.

|Die MP3s|

Bei den MP3s ist dieses Mal so einiges neu, anders und teilweise schiefgelaufen. Die Größe des Downloads ließ erst vermuten, dass dieser Teil richtig viel länger sein würde als die Vorgänger. Dem ist aber nicht so. Die Qualität der MP3s ist nicht wie gewohnt: 128kbps, 41,1kHz und Joint Stereo. Dieses Mal gibt es die Lesung in 192kbps, das macht den Größenunterschied aus und entspricht der Qualität, wie sie auch bei der letzten CD-Ausgabe der |Silber Edition 74| verwendet wurde. Die Auflösung birgt die Umgestaltung der Eins-A-Medien-Homepage. In der neuen FAQ wird erläutert, dass es jetzt durchweg 192kbps als MP3-Qualität gibt.

Teil drei ist knappe 80 MB größer und eine halbe Stunde kürzer als der letzte. Die Dateien sind auch nicht, wie gewohnt, fortlaufend durchnummeriert. Die Tracknummer steht hier am Ende der Dateien, was einige MP3-Player in Schwierigkeiten bringen könnte, die die Tracknummer nur am Anfang der Dateien lesen und zuordnen können.

Auch in den ID3-Tags sieht es leider nicht so übersichtlich aus wie in den letzten Teillesungen der |Silber Edition 75|. So tragen alle MP3s den gleichen Namen, was dazu führt, dass Wiedergabelisten (z. B. in iTunes) 44 Mal den gleichen Eintrag „Perry Rhodan Silber Edition 75 – Die Laren (Teil 3) – Track 01“ untereinander anzeigen und der Hörer nur hoffen kann, dass die Reihenfolge dennoch stimmt.

Auch unter den in den ID3-Tags genannten Autoren dieser Teillesung fehlt einer. In diesem Teil der |Silber Edition| sind die Heftromane 660, 661 und 662 enthalten und Hans Kneifel ist nicht zu finden, er hatte den Roman Nr. 661 geschrieben. Lediglich H. G. Ewers und Ernst Vlcek werden hier genannt.

Dieses Mal ziert die Front von Band 662 „Jagd auf einen Toten“ das Cover und die ID3-Tags der MP3s. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

_Mein Fazit:_

Ab und zu lassen sich die unterschiedlichen Charaktere gut unterscheiden, meist, wenn Außerirdische sich unterhalten. Die Stimmen der Humanoiden lassen sich wie schon bei den Vorgängerteilen nur schwer voneinander trennen. Das hohe Krächzen, das Maier oft auflegt, um Dramatik und Aufregung in der Handlung und dem Handeln der Charaktere darzustellen, tut nach wie vor in den Ohren weh.

Die Story bleibt aber weiterhin spannend und das Krächzen ist zum Glück nicht dauerhaft, sodass dieser Teil dennoch Spaß macht. Und besonders der gut gesetzte Cliffhanger am Ende dieses Teil macht Lust auf den finalen Download in drei Wochen.

|MP3-Download mit ca. 325 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:53 h
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3939648949|
[einsamedien.connectare.de]http://einsamedien.connectare.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 75| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil am 1. Februar 2011 auch auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Mark Haddon – Boom!

Spadwetsch! Die Aliens sind unter uns

Das ziemlich eintönige Leben des 13-jährigen Jim ändert sich schlagartig, als er und sein Freund Charlie einer mysteriösen Verschwörung auf die Spur kommen. Warum reden die Lehrer in einer Geheimsprache miteinander? Als Jim und Charlie ihnen folgen, landen sie plötzlich in einer fremden Galaxie, auf dem Planeten Plonk. Und damit beginnt das Abenteuer: Denn sie müssen nicht nur ihre Lehrer retten, sondern die ganze Welt … (Verlagsinfo)

Der Autor

Mark Haddon – Boom! weiterlesen

Robert Jordan – Drohende Schatten (Das Rad der Zeit 1 – gekürztes Hörbuch)

Robert Jordans Rad der Zeit erscheint jetzt in gekürzter Hörbuchausgabe bei Lübbe Audio, während die ungekürzte Produktion schon seit einiger Zeit bei Audible läuft. Lübbe brachte im August 2010 die ersten beiden Folgen der umfangreichen Fantasyserie unters Volk.

Band 1 beschäftigt sich mit der einsteigenden Entwicklung, die aus normalen Dorfbewohnern von übermächtigen Feinden gejagte macht, die ungeahnte Qualitäten entwickeln/entdecken und so der Gefahr immer wieder ein Schnippchen schlagen, natürlich nicht ohne die Hilfe zweier mächtiger Mentoren und williger Helfer, denen sie unterwegs immer wieder begegnen. Denn natürlich startet in diesem Band die typische „Queste“, zu der eine Gruppe von Gefährten – mehr oder weniger grün miteinander – aufzubrechen gezwungen ist. Das vorerst formulierte Ziel – ohne die Hintergedanken zu kennen – ist das Erreichen eines sicheren Ortes für die Gejagten …

Es tummeln sich typische Elemente, zwischen denen die neuen Schreckenswesen eingebettet sind und die Charakterisierung ihren Lauf nimmt. So gibt es Tolkienart nach Jordan, z. B. mit den orkähnlichen Trollocs, die in Horden morden und brandschatzen, angeführt von den Nazgûl-artigen Halbmenschen (Myrddraal) und begleitet von fliegenden, scharfäugigen und stumpfsinnigen Fledermausmenschen.

Dagegen ist die Konstruktion der Welt sehr interessant und eigenständig, denn es gibt eigene Mythologien und Prophezeihungen, das |Rad der Zeit| ist treibender Weltantrieb und Spender der thaumaturgischen Energien, die im gegensätzlichen Paar als gut und gefährlich gelten. Es gibt magiebegabte Frauen, die zu den positiven Energien eine Affinität haben, während Männer nur (wenn überhaupt) die antipolaren nutzen könnten.

Die Handlung treibt unterhaltsam und recht abwechslungsreich (unter anderem durch begleitende Einführung von Weltcharakteristika) dahin, offenbart aber keine Innovationen oder überraschende Wendungen. Von dieser Seite muss man in den Folgebänden mehr erwarten, wenn das |Rad der Zeit| seinem Ruf gerecht werden soll.

Es ist ein – auch noch gekürzter – erster Teil einer umfangreichen Geschichte, der dadurch vor allem der Einführung von Welt und Charakteren dient. Wie üblich ist die Involvierung der Charaktere typisch plötzlich; Jordan schildert aus der Sicht weniger Protagonisten, vor allem Rand al’Thor ist das Auge des Hörers. Leider springt Jordan hin und wieder kurz in jemand anderes Augen und gibt dadurch den klaren Bezugspunkt auf. Ansonsten ist noch nicht viel Charakterentwicklung erkennbar – außer einigen Grundzügen wird wenig angelegt.

Die Sprecherleistung kann als solide bezeichnet werden. Helmut Kress, bekannt zum Beispiel als Stimme von Samuel L. Jackson, liest mit seiner kratzigen Stimme sehr ruhig und gleichmäßig. Anfangs fällt es schwer, in den kaum bemerkbaren Stimmveränderungen die unterschiedlichen Charaktere zu erkennen, doch im Lauf der Lesung gewöhnt man sich daran und entwickelt ein Gespür dafür. Vor allem die Frauenstimmen sind gewöhnungsbedürftig, unterscheiden sie sich doch kaum von denen der Männer. Erstaunlich ist hier, dass man trotzdem mit voranschreitender Geschichte so tief eintaucht, dass man sich nicht mehr an den kratzigen, tiefen Frauenstimmen stört, sondern vielmehr sie in das Flair der Erzählung integriert und in ihrer Eigenart erwartet.

Ein unterhaltsamer, stark aufs Einführen ausgerichteter erster Teil mit großem Potenzial. Vor allem der Weltentwurf fasziniert!

6 Audio CDs mit 431 Minuten Spieldauer
Gelesen von Helmut Kress
Produziert von Michael Treutler (Audible)
ISBN-13: 978-3785743409

Der Autor vergibt: (3/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 2,00 von 5)

Perry Rhodan – Die Laren (Silber Edition 75, Teil 2)

_|Die Laren (Silber Edition 75)|:_

Teil 1: [244 MB, 4:20 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
Teil 2: [247 MB, 4:24 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
Teil 3: – erscheint am 11.01.2011 –
Teil 4: – erscheint am 01.02.2011 –

_Die Handlung:_

Man schreibt das Jahr 3459. Die Herrschaft des |Konzils der Sieben| in der Milchstraße ist gefestigt. Niemand vermag den SVE-Raumern der Laren Widerstand zu leisten. Als sogenannter Erster Hetran der Galaxis kooperiert Perry Rhodan zum Schein mit den Okkupanten. In Wirklichkeit bereitet er hinter ihrem Rücken den Befreiungskampf vor. Hilfe verspricht ihm der larische Rebell Roctin-Par, der mit seiner Widerstandsgruppe in der Dunkelwolke Provcon-Faust Unterschlupf gefunden hat. Rhodan erlebt auf seinem Flug in diese Region der Milchstraße die Schrecken der Dunkelwolke. In der Zwischenzeit wird auf der Hundertsonnenwelt der Posbis eine Waffe gegen die SVE-Raumer entwickelt. Doch die Laren reagieren mit fürchterlicher Vergeltung, der offene Krieg droht. Perry Rhodan lässt das Solsystem in die Zukunft versetzen, um die völlige Vernichtung der Erde zu verhindern. Damit zieht sich der Terraner vom Amt des Ersten Hetrans zurück. Andere Mächte wollen an seine Stelle treten – und ein mörderischer Kampf um die Macht entbrennt … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Editon| )

|Dieser Teil:|

Perry Rhodan fliegt mit Hilfe der Vincraner, die sich als Lotsen zur Verfügung stellen, mit der MARCO POLO in die Dunkelwolke „Point Allegro“. Die Vincraner setzen sich aber kurzfristig ab und so wird Perrys Schiff von dem Volk der Tekheter gerettet, die nicht ganz so selbstlos sind, wie es erst den Anschein hatte. Zur gleichen Zeit wird auf der Hundertsonnenwelt der Posbis an einer neuen Waffe im Kampf gegen die Laren gearbeitet …

_Mein Hör-Eindruck:_

Andreas Laurenz Maier macht wie zu erwarten weiter, wie er aufgehört hat. Die Terraner, die mehr als nur einen Satz zu sagen haben, sind kaum bis gar nicht zu unterscheiden und die Außerirdischen spricht er oftmals mit einer hohen Krächzstimme, die auf die Ohren geht. Ausnahmen bilden hier der Mausbiber Gucky, den Maier weiterhin wie eine Kreuzung zwischen „Bugs Bunny“ und einer schlechten Parodie auf Marcel Reich-Ranicki spricht und das Plasma der Posbis, das sich manchmal irgendwie leicht wie Samson aus der |Sesamstraße| anhört. Der epsalische Kommandant Gulbrand Toorna ist Maier besser gelungen. Er klingt angenehmer als die Epsaler, die Tratnik an dieser Stelle schreien würde, wenn auch manchmal etwas brünftig.

Im Gegensatz zum vorangegangenen neuen |Silber Editions|-Sprecher Tom Jacobs, legt Maier dem Chef der Solaren Abwehr, Galbraith Deighton, keinen amerikanischen Akzent auf. Er mischt sich unter die anderen Charaktere und wird nur erkennbar, wenn er vor der wörtlichen Rede angekündigt wird.

Das hat aber natürlich auch den Vorteil, dass den Hörer eventuell nervige Interpretationen einiger Charaktere die ganze |Silber Edition| hindurch begleiten. Wie der Weinvertreter bei Loriot schon sagte: „Einer wie der andere!“ Auch wenn der Hörer durch die Gleichheit der gesprochenen Figuren ein „pelziges Gefühl“ in den Ohren hat.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Der zweite Teil von |Die Laren| unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht sonderlich vom Vorgänger. Ein New-Age-Klangteppich ist diesmal nur in sehr wenigen Tracks zu finden. Ansonsten gibt es bei jedem neuen Kapitel wie gewohnt eine kleine Melodie als Einleitung.

|Die MP3s|

Die Downloadgröße ließ vermuten, dass dieser zweite Teil der |Silber Edition 75| genauso lang sein wird, wie der erste, und er ist es auch fast auf die Minute genau.

Daher verwundert es nicht, dass es in der Mehr-Track-Version wieder 53 Tracks in der gewohnten Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo in die ZIP-Datei geschafft haben. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und jede Datei enthält neben den Angaben zu Titel der |Silber Edition| und Autor des gerade vorgelesenen Heftromans auch ein schickes Cover, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Dieses Mal ziert die grafisch nachbearbeitete Front von Band 660 „Operation Bumerang“ das Cover und die ID3-Tags der MP3s. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

_Mein Fazit:_

Maier bleibt seiner Interpretation des |Silberbandes| treu und mit seiner Leistung hinter Jacobs und Tratnik zurück. Am meisten stört die oftmals schlechte Unterscheidbarkeit der sich unterhaltenden Charaktere und die Stimme, die er bei Außerirdischen auflegt ist auch nicht immer sehr angenehm zu hören. Dennoch kann er fesselnd vorlesen und den Hörer mit Vorfreude auf den dritten Teil zurücklassen.

|MP3-Download mit ca. 247 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:24 h
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3939648949|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 75| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil am 1. Februar 2011 auch auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Perry-Rhodan-Team / Böhmert, Frank / Effenberger, S. A. / Sieper, Marc – Hyperschock, Der (Perry Rhodan – Sternenozean 3) (Hörspiel)

_Perry und Kantiran: Flucht und Wiedersehen_

Lübbe Audio vertont die Abenteuer des Kadetten Kantiran und des Sternenadminstrators Perry Rhodan, die in der Unterserie „Sternenozean“ im Perry Rhodan-Universum spielen. Bislang sind sechs Hörspiele veröffentlicht, doch will Lübbe offenbar vierzig Hörspiele produzieren. Dies ist die erste Staffel.

_Die Reihe_

„Perry Rhodan“ ist die größte SF-Heftchen- und Roman-Reihe der Welt. Eine Vielzahl von Autoren schreibt seit Jahrzehnten für die Reihe, und koordiniert wird dieser Aufwand vom Pabel Verlag in Rastatt. Auch Andreas Eschbach fühlte sich geehrt, einen oder zwei Bände beitragen zu dürfen.

Es gab vor der aktuellen Lübbe-Audio-Reihe schon Vertonungen der PR-Silberbände, doch nicht in der stilvollen Inszenierung des STIL-Tonstudios. Die Vorlage für das vorliegende Abenteuerhörspiel lieferten die Romane „Die Macht der Sekte“ von Michael Nagula und „Brennpunkt Talan“ von Arndt Ellmer.

Die ersten sechs Hörspiele:

1) [„Der Sternenbastard“ 3030
2) [„Die Mascantin“ 3031
3) „Der Hyperschock“
4) „Planet der Mythen“
5) „Havarie auf Hayok“
6) „Das Blut der Veronis“

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Erzähler: Christian Schult
Perry Rhodan: Volker Lechtenbrink
Mondra Diamond: Heide Domanowski
General Traver: Klaus Dieter Klebsch
Homer G. Adams: Hasso Zorn
Erzähler: Achim Höppner (Stimme von „Gandalf“)
Kantiran: Christian Stark
Mal Detair: Jürgen Kluckert

Volker Lechtenbrink wurde 1944 in Cranz/Ostpreußen geboren. Bereits als Achtjähriger sprach er im Kinderfunk und stand zwei Jahre später auch schon auf der Bühne. 1959 wurde er durch den Antikriegsfilm „Die Brücke“ (Regie: Bernhard Wicki) bundesweit bekannt. Er besuchte die Schauspielschule in Hamburg und ist heute in zahlreichen TV-Serien zu sehen. Darüber hinaus ist er am Theater tätig, geht auf Tourneen oder wirkt als Intendant. (Verlagsinfo)

Die Hörspieladaption stammt von S.A. Effenberger. Regie, Musik, Ton und Programmierung lagen in den Händen von Christian Hagitte und Simon Bertling vom Ton-Studio STIL. „Die Musik wurde exklusiv für die Perry-Rhodan-Hörspiele komponiert und vom Berliner Filmorchester unter der Leitung von Christian Hagitte live eingespielt. Die elektronischen Klänge und Effekte wurden speziell für die Hörspiele vom STIL-Team durch den Einsatz von Computertechnik generiert“, heißt es im Booklet. Executive Producer der Reihe ist Marc Sieper.

Am Schluss erklingt der vierminütige Song „Passing By – Perry Rhodan Mix“ von der Band Camouflage. Der Originaltitel stammt von der LP „Relocated“ (SPV 2006).

_Vorgeschichte_

Die Lage des Jahres 1332 Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist in der Galaxis so bedrohlich und zugleich offen wie seit Jahren nicht mehr. Und alles bewegt sich auf eine einzige Veränderung hin: Die Erhöhung des des Hyperphysikalischen Widerstandes, kurz Hyperimpedanz genannt. Dieser „Hyperimpedanzschock“ trifft die Galaxis mehrfach. Durch ihn fällt jede hochwertige Technologie aus. Dies kündigt sich durch eine stark verminderte Höchstgeschwindigkeit der Raumschiffe eine reduzierte Reichweite des interstellaren Hyperfunks an. Auch das Gesicht der Galaxis verändert sich. Durch die Hyperimpedanz ausgelöst, kommt es zu schweren Hyperstürmen und Raumbeben. Bisher unter Hyperkokons verborgene Sternenhaufen stürzen in die Galaxis zurück.

Diese Vorgeschichte aus Episode wird in Rückblenden in Folge 2 integriert. Daher soll sie hier wiederholt werden.

Der 14-jährige Junge Kantiran lebt als Sohn eines Terraners und einer Arkonidin als Untertan des Kristallimperiums auf einem friedlichen Agrarplaneten. Nach dem Verlust seiner Eltern, die auf einer Schürfexpedition verschollen, wächst er bei seinen Pflegeeltern Weigel und Arachya auf. Eines Tages holt ihn sein arkonidischer Freund Valizon in seinem Gleiter ab und lädt ihn zu einer Spritztour in den Dschungel ein. Valizons Freund Tam neckt den „Terranerbastard“ ständig.

Sie landen auf einem weißen Felsen und erkunden den Urwald. Unbekannte Laute erfüllen die Vegetation, und Kantiran findet seine Begleiter erst auf einer Lichtung wieder. Doch im Dickicht gegenüber liegen Krochen auf der Lauer: schwebfähige Raubtiere, die aus einem Menschen ruckzuck Kleinholz machen können. Zur Überraschung Valizons nimmt Kant keineswegs Reißaus, sondern geht vielmehr auf das Leittier zu und verbeugt sich vor ihm. Seine Ehrerbietung wird gnädig ankzeptiert, und die Krochen trollen sich. Bis auf ein Jungtier, das Kant auf den Namen Torn tauft.

Seine Freunde sind mehr als verwundert über Kants mutiges Verhalten. Tam verspottet ihn trotzdem. Am Abend isst Kant mit seinen Pflegeeltern, als sie ein bemerkenswertes Geräusch hören: Ein Sternenkreuzer landet. Der riesigen Kugel entsteigen ein Riese und eine Frau. Es sind die Flottenführerin Ascari da Vivo und ihr Leibwächter Shallowain. Die Admiralin nimmt Kant auf einen kurzen Flug mit, um ihm etwas zu geben: ein Erbstück von seinem Vater. Es sieht zwar aus wie eine terranische Uhr, ist aber ein intelligenter persönlicher Assistent. Er tauft ihn Tonto. Außerdem lädt sie ihn zur imperialen Kadettenschule ein, der Parageta. Kant ist baff.

Nach drei Jahren ist seine Ausbildung zum Flottenoffizier fast beendet. In vielen Kämpfen hat er sich zum besten Dagorista der Parageta emporgearbeitet. Seit einem Jahr liebt er eine schöne Schneiderin mit dem klangvollen Namen Thereme. Sie arbeitet im Haushalt des Geheimdienstchefs Kilor, aber das stört Kant nicht, denn Theremes Liebe genügt ihm, um alle Unbill zu ertragen. Eine Woche vor der Prüfung beehrt ihn sogar der feindliche terranische Resident Perry Rhodan höchstpersönlich mit einem Besuch der Kadettenschule, denn Kantiran bewundert ihn sehr. Sie tauschen einen Handschlag gemäß dem alten barbarischen Brauch Terras aus, was der arkonidische Ausbildungsleiter später scharf rügt.

Doch dann kommt der Tag, der Kantirans Leben für immer verändern soll.

_Handlung von Episode 2_

Kantiran hat die Geliebte tot auf ihrem Bett gefunden. Doch er glaubt nicht, dass sie an einem Herzschlag gestorben sein soll, wie der Med behauptet. Der Tierheiler Mal Detair, der zufällig hinzukam, hat da schon einen plausibleren Grund auf Lager: Mord. Er riecht den Duft von Trivipern, exotischen Stechinsekten, die von Adligen gern für unauffällige Attentate verwendet werden, weil ihr Gift nicht nachzuweisen ist. Doch wer sollte den Tod einer Schneiderin wünschen? Warum, wenn nicht wegen ihrer Liebe zu Kantiran …

Da der Geheimdienst, in dessen Haus Thereme wohnte, die Ermittlungen übernimmt, macht Mal Detair seinem neuen Freund Kant keine Hoffnung, dass der Täter je gefunden wird. Also müssen sie ihn auf eigene Faust aufspüren. Mal muntert den Trauernden auf, indem er andeutet, dass die Verweigerung der Abschlussprüfung einem Verrat an der Verblichenen gleichkäme. Na, wenn das kein guter Grund ist weiterzumachen!

Die Spur der Trivipern deutet in eine Richtung, die Kantiran ganz und gar nicht behagt, ja, die ihm sogar unmöglich vorkommt. Doch etwas anderes lenkt ihn ab: In der Tierarztpraxis Mals entdeckt er seine telepathische Gabe wieder, die er schon gegenüber den Krochen seiner Heimatwelt angewandt hat. Die imperialen Mediziner, die den Prüfling untersuchen, erwarten völlig andere Psi-Kräfte bei einem Mutanten wie ihm, sodass sie nicht auf seine telepathische Gabe stoßen. Sie wirkt obendrein nur auf Tiere, nicht auf Arkoniden. (Terraner gibt es weit und breit keine.)

Die Mascantin Ascari da Vivo, die ihn von seinem abgeschiedenen Heimaltwelt im Hayok-Sektor geholt hat, ist ein wenig besorgt um die geistige Gesundheit ihres Schützlings, als er sich der Abschlussprüfung auf der Welt Iprasa unterzieht. Und tatsächlich muss dort etwas Furchtbares mit ihm geschehen sein, denn er wacht erst drei Monate nach der Prüfung aus seinem Koma wieder auf.

Bei Mal Detair findet er ein neues Schoßtier, mit dem er telepathisch kommunizieren kann. Kemi ist ein aggressiver Tarox-Marder, und hört nur auf seinen Befehl. Er trägt das Tier, das Mal ihm schenkt, wie einen Pelz um den Hals. Und ein Besuch bei der Mascantin eröffnet ihm auch den Weg, wie er an Ascaris vertrauliche Daten über sich selbst kommen kann. Und wer weiß, was er dabei auch über den Mord an Thereme entdecken könnte. Der Verdacht, den er schon vor seinem Koma gegen die Admiralin, die direkt dem Imperator unterstellt ist, hegte, muss überprüft werden.

Doch Kantiran findet mehr über seine Identität heraus, als ihm lieb ist …

_Handlung von Folge 3_

Kantiran ist mit Mal Detair und seinem Haustier auf der Flucht vor der arkonidischen Polizei. Dieses Tier hat Kantirans Mutter Ascari da Vivo schwer im Gesicht verletzt, eine Vergeltung für Ascaris Mord an Kantirans Freundin Thereme. Die Reanimation bleibt bislang erfolglos. (Aber Ascari taucht später wieder auf.)

Commander Shallowain, der grausame Kralazene, und sein Kollege Kimur müssen sich beim Imperator der Arkoniden für Kantirans Anschlag auf die Mascantin verantworten. Shallowain, so lautet der imperiale Befehl, soll den Attentäter lebend schnappen.

Kantiran wird demzufolge der Boden unter den Füßen zu heiß: Er muss runter von diesem Planeten, Arkon II, und schleicht sich mit Mal Detair ins Frachtzentrum des Raumflughafens. Sie wimmeln einen zuvorkommenden Roboter ab, denn eigentlich wollen sie bloß den nächsten Raumer erwischen, der abdüst. Dieser erweist sich als der Raumer eines Springer-Patriarchen. Kapitän Geltani sind jedoch blinde Passagiere an Bord recht unwillkommen, wohl aber zahlende Gäste – und genau das macht Kantiran verdächtig: Er zahlt zuviel. Dennoch ist er froh über sein Matratzenlager.

Als Kantiran und Mal vor der Tür einen Knall hören, springen sie auf – gerade noch rechtzeitig, um den Überfall von drei Springerkämpfern abzuwehren. Sie töten die Kerle und löschen einen Brand. Es ist vielleicht nicht sonderlich klug von Kantiran, dem Käptn die drei Leichen zu zeigen. Jetzt hat er die ganze Springersippe an Bord gegen sich. Zeit für einen geordneten Rückzug! Zum Glück ist der Frachtraum mit den schnellen Raumgleitern ganz in der Nähe …

|Unterdessen|

Perry Rhodan, der terranische Administrator, erhält von Agent Miles Kantor eine dringende Warnmeldung, dass sich Gravitationswellen nach einem Beben ausbreiten und sich die Hyperimpedanz erhöht, was bedeutet, dass Hyperraumfunk und -flug in Gefahr geraten könnten, nicht mehr zu funktionieren. Da die Überlichtkristalle versagen, wird auch überlichtschneller Raumflug unmöglich, und ein Rückfall auf den Stand der Frühzeit der Raumfahrt droht. Perry sieht sich in seinen Warnungen bestätigt. Natürlich hat ihm keiner geglaubt. Jetzt ist ein Hypersturm im Anzug.

Zwei Tage später sitzen Miles und Perry in Terrania City zusammen, um im Restaurant Marco Polo zu Abend zu essen. Trin Marath, der „Kosmosspürer“, den Perry für Miles abgestellt hat, hat einen Asteroiden mit einer unbekannten Orterstation gefunden, die eine Reichweite von zwei Lichtjahren aufweist. Doch innerhalb dieses Radius findet sich keine Mutterstation. Merkwürdig, nicht?

Da melden die Sicherheitsleute, dass sie zwei mutmaßliche Terroristen gefasst hätten, die möglicherweise von Arkon II kommen. Perry hat durch seinen Geheimdienst vom Anschlag auf seine Exgeliebte Ascari da Vivo erfahren. Könnte es sich um die gleichen Angreifer handeln? Agentin Mondra Diamond führt die zwei gefassten Terroristen herein: Es sind Kantiran und Mal Detair. Endlich steht Kantiran seinem Vater gegenüber. Und es gibt eine Menge Fragen zu klären – unter vier Augen, versteht sich …

_Mein Eindruck_

Nachdem Perry Rhodan, der Präsident der Liga Freier Terraner (LFT), die Identität Kantirans bestätigt hat, nimmt er dessen Asylantrag an und erzählt ihm vertraulich, wie es dazu kam, dass Perry mit dieser Arkonidin einen Sohn zeugte: Ascari erinnerte Perry an seine erste Frau Thora. Gut, dass auch Kantiran schon weiß, dass er seine Mutter um ein Haar umgebracht hätte. Ascari liegt im Krankenhaus mit einem verätzten Gesicht. Wer weiß, was sie tun wird, wenn sie wieder bei Kräften ist. Perry tadelt Kantiran ob dieser unbeherrschten Racheaktion. Dann lädt er ihn dazu, ihn auf der Reise in den Hayok-Sektor zu begleiten (siehe die weiteren Folgen und meine Berichte dazu).

Neben dieser Zusammenkunft zweier Zentralgestalten des Handlungskomplexes „Der Sternenozean“ spielt das Erscheinen des Hypersturm eine weitere Rolle. Allerdings gehen nur halb glaubwürdige Meldungen von diesem kosmischen Phänomen ein, und so bleiben ernstzunehmende Reaktion vorderhand aus. Der Hypersturm verhindert, wie gesagt, den überlichtschnellen Raumflug sowie die entsprechende Hyperraum-Kommunikation. Aber was hat den Hypersturm ausgelöst und welche Konsequenzen wird dieses Phänomen auf die Entwicklung der Ereignisse haben? Diese zwei Fragen werden erst ganz allmählich und in kleinen Schritten beantwortet.

_Die Sprecher / Die Inszenierung_

So fangen Sternenopern an: Mit einer schmissigen Titelmelodie und raunenden Stimmen, die Schicksalhaftes verkünden. Ein Erzähler wie Achim Höppner hat eine recht hohe Autorität und wir glauben ihm seine Geschichte nur allzu gern, wenn er von den ersten Abenteuern des jungen Helden berichtet. Die Musikbegleitung besteht mal aus unschuldig klingenden Geigen mit einer Pianobegleitung, mal aus dynamischer Hintergrundmusik, als Kantiran auf der Flucht ist.

Schon bald melden sich düster dräuende Instrumente wie etwa Posaunen und etliche Bässe, als Kantiran in Gefahr gerät. Insgesamt ist die Musik und die Geräuschkulisse eine ganze Menge Aufwand für eine simple Sternenoper, aber es lohnt sich: Das Hörspiel klingt höchst professionell produziert. Ich könnte Gegenbeispiele nennen, in denen die Musikbegleitung in die Hose ging, aber sie stammen alle nicht von STIL. Die Geräusche können in Sachen Professionalität absolut mithalten.

Die größte akustische Leinwand bemalen jedoch die tausend elektronisch erzeugten Sounds, die der ganzen Handlung erst das kosmische Science-Fiction-Feeling verleihen. Ohne sie könnte es sich ebenso gut um Fantasy auf einem fernen Planeten handeln, wie sie z. B. Jack Vance fabriziert hätte.

Der Abschlusssong von Camouflage klingt nach solider deutscher Wertarbeit: mit einem fetzigen Bassriff und einem Sänger, der sich die Feinheiten der englischen Aussprache noch antrainieren muss („head“ klingt wie „hat“). Der Song dauert vier Minuten und ist wenig bemerkenswert. PR-Fans werden ihn sicherlich begrüßen.

_Unterm Strich_

Wie die meisten Perry-Rhodan-Abenteuer verbindet auch diese Episode Action mit menschlichem Drama. Die abenteuerliche Flucht Kantirans und seiner Gefährten ist spannend und actionreich in Szene gesetzt, entbehrt auch nicht gewisser witziger Momente: Wie wird sich Kantiran aus seiner Klemme befreien?

Auf der anderen Seite sorgt das erste Wiedersehen Kantirans mit Perry, seinem Vater – sie sahen sich erstmals an der Militärakademie – für einige bewegende Momente. Denn Perry, der Präsident der Freien Terraner, muss entscheiden, ob er einem gesuchten Verbrecher Asyl gewährt. Eigentlich ist das bei seinem leiblichen Sohn keine Frage, aber dennoch: Ein Politiker muss stets auf Nummer sicher gehen. Zum Glück verläuft die Begegnung konstruktiv und Perry lädt den Sohnemann auf einen kleinen Raumflug ein.

Der Ausblick ist jedoch alles andere als heiter und hoffnungsfroh stimmen: Ein Hypersturm ist im Anzug und wird die Gesetze des Universums auf den Kopf stellen. Dass noch mehr dahintersteckt, wird sich schon bald herausstellen – eine tödliche Bedrohung für die Erde …

|Das Hörspiel|

„Der Hyperschock“ bildet eine vielversprechende Fortsetzung zu einer wahrscheinlich ziemlich langen Hörspielserie (sie hat bislang über 30 Folgen). Sie wird offenkundig von Profis produziert, von mancher bekannten Hollywoodstimme gesprochen und liefert einen soliden Gegenwert für den Preis von rund acht Euronen. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren dürften sich rasch mit dem jungen Titelhelden Kantiran identifizieren und das ist eine der besten Voraussetzungen, ein treues Publikum aufzubauen.

|Audio-CD mit 73 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3785731659|
[www.perryrhodan.org]http://www.perryrhodan.org
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

_Perry Rhodan auf |Buchwurm.info|:_
[„Die Sternenarche“ 769 (Perry Rhodan – Lemuria 1)
[„Der Schläfer der Zeiten“ 871 (Perry Rhodan – Lemuria 2)
[„Exodus der Generationen“ 886 (Perry Rhodan – Lemuria 3)
[„Der erste Unsterbliche“ 949 (Perry Rhodan – Lemuria 4)
[„Die letzten Tage Lemurias“ 1021 (Perry Rhodan – Lemuria 5)
[„Die längste Nacht“ 1137 (Perry Rhodan Lemuria 6)
[„Die Lebenskrieger“ 2189 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 1)
[„Die Trümmersphäre“ 2468 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 2)
[„Die Quantenfestung“ 3050 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 3)
[„PERRY RHODAN: Odyssee“ 3240
[„Die Kaiserin von Therm“ 3241 (Perry Rhodan Silberband 94)
[„Die Rückkehr“ 1611 (Perry-Rhodan-Roman 2295)
[„Das Antares-Riff“ 1706 (Perry Rhodan Extra 2)
[„Perry Rhodan – Das Rollenspiel“ 2925 (Grundregelwerk)
[„Sternenozean“ 5831 (Hörspielserie, Teil 1-25)
[„Das gestrandete Imperium“ (Perry Rhodan – Der Posbi-Krieg 1)“ 6081
[„Perry Rhodan – Silber Edition 24: Die Para-Sprinter“ (Hörbuch) 6330
[„Perry Rhodan – Silber Edition 25: Brennpunkt Andro-Beta“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6492
[„Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6394
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 3)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6666
[„Perry Rhodan – Silber Edition 74: Konzil der Sieben“ (Teil 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6721
[„Die Zeitstadt“ (Perry Rhodan – Andromeda 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6740
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6743
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775

Collins, Suzanne – Tödliche Spiele (Die Tribute von Panem 1) (Lesung)

In dem Erstlingswerk „Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ von Suzanne Collins erzählt die Autorin von einem zerstörten Nordamerika in einer düsteren Zukunft. Kriege und Hungersnöte haben das Land zerstört, die überlebenden Menschen leben in Distrikten. Jeder der zwölf Distrikte hat etwas Besonders an sich und konzentriert sich auf seine produktive Stärke. Es gibt einen Distrikt, der sich auf Bergbau spezialisiert hat, ein anderer widmet sich ganz der Landwirtschaft, der nächste der technischen Produktion von elektronischen Gütern oder Waffen.

Panems 13. Distrikt wurde vom „Kapitol“, dem imperialen Machtzentrum, zerstört. In diesem Distrikt rebellierten die Einwohner gegen das Regime, und es rächte sich, indem der Distrikt ausgelöscht wurde. Das Exempel verfehlte seine Wirkung nicht, die anderen Distrikte verstanden die Warnung, dass Rebellion im Keim erstickt wird. Doch auch die verbliebenen Distrikte mussten von nun an ihren Tribut an das „Kapitol“ mit einem Blutzoll entrichten, denn kurz nach der Zerstörung des 13. Distrikts wurden die „Hungerspiele“ ins Leben gerufen.

Nun müssen Jahr für Jahr die zwölf Distrikte zwei „Tribute“ – Jugendliche im Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren – in einer großen Arena auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen lassen. Den Überlebenden und dessen Familie erwartet dann ein erfülltes und sicheres Leben, kein Hunger, keine Angst – reich und berühmt für den Rest des Lebens. Auf die anderen warten nur der Tod und unglückliche Familien, die ihre Kinder in einer Unterhaltungsshow verloren haben. Die „Hungerspiele“ werden rund um die Uhr live im nationalen Fernsehen übertragen. Der Kampf, die Angst, die Verzweiflung und der grausame Tod werden den Zuschauern und natürlich auch den Angehörigen live vor Augen geführt.

Als Prim, die jüngere Schwester von Katniss, aus dem 12. Distrikt ausgelost wird, stellt sich Katniss vor ihre Schwester und nimmt ihren Platz als Freiwillige ein. Als männlicher Part des Distrikts wird Peeta, der Sohn des hiesigen Bäckers, ausgelost. Die anderen jugendlichen Tribute kennt das Duo nicht. Katniss, die immer für ihre Familie die Versorgung übernommen hat, indem sie Kleintiere jagte, rechnet sich keine großen Chancen auf einen Sieg aus.

In der Vorbereitungszeit gibt es Trainingseinheiten und die Chance für die Tribute, ihre Fähigkeiten auszubauen. Als Mentoren für die ausgelosten Tribute fungieren ehemalige Sieger der Hungerspiele. Es ist ein Medienspektakel, und genauso, wie sich Sponsoren für die kämpfenden Jugendlichen einfinden, werden hier auch Wetten darüber abgeschlossen, wie die diesjährigen Hungerspiele ausgehen werden. Interviews mit den Tributen und eine Zurschaustellung der Kombattanten dienen der Unterhaltung. Die Diktatur überlässt nichts dem Zufall, alles dient nur dazu, die Macht des Kapitols zu präsentieren. Ihre Spielmacher, die sich die Fallen in der Arena einfallen lassen, um das Publikum zu begeistern, verstehen ihr tödliches Handwerk.

Als die tödlichen Spiele beginnen, muss Katniss in der Arena entweder töten oder sie wird getötet …

_Kritik_

Auch wenn „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ ein Buch für Jugendliche ist und so vor allem die Zwölf- bis Sechzehnjährigen ansprechen soll, ist es doch mehr als eines unter vielen ähnlich gelagerten Jugendbüchern und schlägt eine deutlich andere Gangart an.

Die Thematik, die Suzanne Collins aufgreift, ist vielschichtig und spiegelt auch unsere Gesellschaft wider. Die Macht der Medien, Manipulation und Unterdrückung finden hier ebenso ihren Platz wie ethische und moralische Werte, Pflicht- und Mitgefühl gegenüber anderen, vor allem schwächeren und benachteiligen Personen. Der Roman erzählt primär die spannende und sehr ergreifende Geschichte von Katniss und Peeta, aber auch die durchaus zahlreichen Nebenfiguren haben ihren bemerkenswerten Auftritt und bleiben dem Leser auch nach dem literarischen Tod noch lange im Gedächtnis.

Die Story wird ausschließlich aus der Perspektive von Katniss geschildert. Der Leser hat nun die Möglichkeit, Katniss‘ Weg in die Arena mitzuerleben, so dass ihre Emotionen sehr greifbar und realistisch nachklingen, wenn sie von ihrer Angst und Verzweiflung erzählt, aber auch ihrer Wut freien Lauf lässt. Die Sympathie für ihre Figur entwickelt sich im Laufe der Handlung, und auch ihre persönliche Entfaltung ist nachvollziehbar, auch wenn Katniss oft unsicher und naiv wirkt. Peeta verhält sich zunächst zurückhaltend, aber seine Persönlichkeit birgt starkes Potenzial, und es dauert nicht lange, bis seine Fähigkeiten an die Oberfläche drängen. Er weiß, was er tut, und er spielt in der Arena nach seinen eigenen Regeln.

Spannung sowie viel Raum für Gesellschaftskritik und einen Ausblick in eine nicht allzu ferne Zukunft versprechen ein außergewöhnliches Lesevergnügen. Menschliche Abgründe und ein perverser Voyeurismus, aber auch bedingungslose Liebe sowie Verantwortung gegenüber anderen sind der Tenor des Romans. Die Hungerspiele sollen den Einwohnern der Distrikte aufzeigen, wo sie in einer totalitären Gesellschaft stehen. Einschüchterung, Angst und Brutalität sind die Noten dieser grausamen Melodie, aber auch in dieser Dunkelheit flammt am Ende ein Hoffnungsfunke auf, denn Katniss ist nicht gewillt, sich kontrollieren und manipulieren zu lassen. Doch ihre Entscheidung wird Folgen haben, die sie sich zunächst nicht ausmalen kann. Entscheidungen schlagen immer Wellen, und selbst wenn man vor den Konsequenzen davonläuft, werden sie einen immer wieder ein- und überholen.

„Brot und Spiele“ verlangen nach einer blutigen Show, doch die Autorin verzichtet auf detailreiche Beschreibungen der Tötungen. Zwar fließt hin und wieder Blut, doch die Autorin umschifft diese Klippe und konzentriert sich auf die Emotionen von Katniss und den anderen Tributen. Actionreich ist „Die Tribute von Panem“ nur phasenweise, doch auch die Vorbereitungen für den finalen Kampf in der Arena sind spannend und der Leser erhält einen Überblick über die Fähigkeit und Talente der anderen Kandidaten.

Suzanne Collins‘ Erzählstil ist äußerst pragmatisch zu nennen. Der Aufbau ihrer Sätze ist zumeist kurz und anfangs gewöhnungsbedürftig. Ich hätte mir manchmal mehr Erklärungen zu einzelnen Situationen und Szenen gewünscht, oftmals mangelte es mir an Details, zu schnell wechseln die Szenen. Auch die Vergangenheit Panems, die Entwicklung der Distrikte, die Macht des Kapitols, die früheren Kriege in Nordamerika sowie die Erklärung der anderen Distrikte bleiben (noch) im Verborgenen. Zudem wäre es vorteilhaft gewesen, wenn der Roman nicht nur aus der Sicht von Katniss erzählt worden wäre, sondern vielleicht auch die Perspektive der Zuschauer, der Angehörigen der Kandidaten und zuletzt der Spielmacher berücksichtigt worden wäre. Diese eindimensionale Perspektive ist zwar spannend, aber nicht sonderlich informativ gewählt.

_Vertonung_

Das Hörbuch beginnt mit einem musikalischen Intro, das sich im Laufe der Geschichte wiederholt und zum inhaltlichen Thema passt. Zu bedeutenden Szenen und bei Wechseln der einzelnen Teile bekommt der Hörer Ausschnitte dieser intensiven Musik zu hören. Sie unterstützt das Hörbuch durch eine akustische Untermauerung, die mit der inhaltlichen Spannung der Handlung gleichzusetzen ist.

Die Stimme der Sprecherin Maria Koschny passt perfekt zur Protagonistin Katniss. Sie wirkt authentisch in der Rolle des 16-jährigen Mädchens. Maria Koschny holt einiges aus der Protagonistin raus, Katniss wirkt durch die Sprecherin lebendig, und ihre Bandbreite an Gefühlen wird durch die Sprecherin empfindsam umgesetzt.

Mit ihrer dunklen und intensiven Stimme vermittelt die Sprecherin überzeugend die Ängste, Nöte, die Zwiespälte, aber auch das leise Glück, das Katniss empfindet.

Trotzdem das Hörbuch gekürzt wurde, bekommt der Hörer alles mit, was das Buch ausmacht. Lediglich die Trainingszeit der Tribute fehlt merklich. Alles, was diese Geschichte aber sonst ausmacht, wird dem Hörer übermittelt und grandios umgesetzt.

_Fazit_

„Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele“ ist der erste Roman einer geplanten Trilogie von der Autorin Suzanne Collins. Selten habe ich einen Jugendroman gelesen, der sich so ernsthaft mit gesellschaftlichen Themen befasst und zugleich eine Spannung entwickelt, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Suzanne Collins versteht ihr Handwerk, und nach Ende des ersten Teils wird man es nicht vermeiden können, gleich den zweiten Band zur Hand zu nehmen, in dem das Schicksal von Katniss fortgeführt wird.

Emotional und spannend, regt der Roman auch zum Nachdenken an. Zwischen den Zeilen wird so mancher Gedanke transportiert, und auch die bei Jugendlichen oft von hormongelenkten Emotionen durcheinandergewirbelte Welt lässt es zu, dass sich der junge Leser gut mit Katniss oder Peeta identifizieren kann. In „Die Tribute von Panem“ verschwimmen die Grenzen zwischen Gefühl und Verstand, und wie so oft liegt in der Liebe die Antwort zu allen Fragen.

Das Hörbuch verdient eine absolute Hör-Empfehlung. Die Sprecherin ist eine für mich optimale Besetzung und die musikalische und sehr eindringliche Untermalung passt perfekt zum Roman. Das Timbre der Sprecherin ist weder zu jugendlich noch zu erwachsen für den Charakter von Katniss, die trotz ihrer jungen Jahre schon viel erlebt hat und früh erwachsen werden musste.

_Autorin_

Suzanne Collins (* 1962 in New Jersey) ist eine in Connecticut ansässige Autorin für Cartoons und Kinder- und Jugendliteratur. Collins schreibt seit 1991 sehr erfolgreich für das US-amerikanische Kinderfernsehen. Mit den Abenteuern von Gregor und seiner kleinen Schwester Boots veröffentlicht sie seit 2003 ihre ersten eigenen Kinderbücher, die in den USA schon bald auf Empfehlungslisten für Kinderliteratur erschienen und bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Collins wurde für „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ mit dem Buxtehuder Bullen 2009 ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert.

_Sprecherin_

Maria Koschny ist intensiv als Synchronsprecherin tätig. Sie übernahm Synchronrollen in Kinofilmen, Fernsehserien und bei Animes. Sie lieh ihre Stimme unter anderem Lindsay Lohan, Christina Ricci und Jessica Biel.

Maria Koschny ist außerdem als Sprecherin für Hörbücher tätig. Sie las unter anderem die Romane „Shopaholic“ und „Charleston Girl“ von Sophie Kinsella. Bekanntheit erlangte sie auch durch die Lesung des autobiografischen Tagebuch-Romans „Seelenficker“ über das Schicksal einer Drogenabhängigen und Prostituierten. (Quelle Wikipedia)

|6 Audio-CDs mit 396 Minuten Spieldauer
ISBN 978-3-8373-0515-9|
http://www.dietributevonpanem.de
http://www.oetinger.de

_Nadine Warnke_ & _Michael Sterzik_

Perry Rhodan – Die Laren (Silber Edition 75, Teil 1)

_|Die Laren (Silber Edition 75)|:_

Teil 1: [244 MB, 4:20 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
Teil 2: [247 MB, 4:24 h]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
Teil 3 – erscheint am 11.01.2011
Teil 4 – erscheint am 01.02.2011

_Die Handlung:_

Man schreibt das Jahr 3459. Die Herrschaft des |Konzils der Sieben| in der Milchstraße ist gefestigt. Niemand vermag den SVE-Raumern der Laren Widerstand zu leisten. Als sogenannter Erster Hetran der Galaxis kooperiert Perry Rhodan zum Schein mit den Okkupanten. In Wirklichkeit bereitet er hinter ihrem Rücken den Befreiungskampf vor. Hilfe verspricht ihm der larische Rebell Roctin-Par, der mit seiner Widerstandsgruppe in der Dunkelwolke Provcon-Faust Unterschlupf gefunden hat. Rhodan erlebt auf seinem Flug in diese Region der Milchstraße die Schrecken der Dunkelwolke. In der Zwischenzeit wird auf der Hundertsonnenwelt der Posbis eine Waffe gegen die SVE-Raumer entwickelt. Doch die Laren reagieren mit fürchterlicher Vergeltung, der offene Krieg droht. Perry Rhodan lässt das Solsystem in die Zukunft versetzen, um die völlige Vernichtung der Erde zu verhindern. Damit zieht sich der Terraner vom Amt des Ersten Hetrans zurück. Andere Mächte wollen an seine Stelle treten – und ein mörderischer Kampf um die Macht entbrennt … (Verlagsinfo für die komplette |Silber Editon| )

|Dieser Teil:|

Nach der Zeitleiste folgt ein Prolog, der noch einmal die Handlung des Vorgängerbandes, |Silber Edition 74 „Konzil der Sieben“| zusammenfasst. Und danach passiert nicht so wirklich viel. Der Versuch, den Tod von Atlan vorzutäuschen, hat offensichtlich geklappt und der Arkonide weilt in einem Versteck, von dem aus er mit Perry Rhodan in Verbindung steht.

Perry Rhodan selbst plant und bereitet den Kampf gegen die Laren vor, die die Milchstraße besetzt halten, auch wenn sie selbst das anders auslegen. Hier gelingt es ihm auch, ein gegnerisches Schiff zu vernichten, ohne dabei erkannt zu werden. Am Ende dieses Teils enttarnt Rhodan einen von den Laren in die Besatzung des Schlachtschiffs der Terraner eingeschleusten Spion.

_Mein Hör-Eindruck:_

Jetzt ist es also an Andreas Laurenz Maier, zu beweisen, dass auch er sich nicht hinter dem |Silber Editions|-Altmeister Josef Tratnik zu verstecken braucht. Freunde der wöchentlichen Heftroman-Lesungen kennen ihn schon länger, Fans der |Silber Editionen| begegnen ihm hier das erste Mal.

Leider stellt sich heraus, dass Maier der Schwächste unter den Sprechern ist. Der Hörer erlebt ihn zwar als ambitionierten Vorleser, aber im Vergleich zu Tom Jacobs fehlt bei ihm die schauspielerische Leistung vor dem Mikro. Auch seine Stimmfarbe ist unangenehmer im Ohr des Hörers als die der beiden anderen Sprecher.

Besonders fällt dies bei der Interpretation einiger Charaktere auf. Wenn Maier schon einmal die Stimme verstellt, um Unterschiede zwischen den Sprechern erkennen zu lassen, geht das meist auf Kosten des Hörgenusses. Allzu häufig benutzt er dann eine sehr unangenehm klingende, krächzend hohe Quakstimme, die wirklich unangenehm für die Ohren ist, wenn man die Lesung per Kopfhörer hört. Polatrom-Upas, der larische Kommandant in der Milchstraße, der Supermutant Ribald Corello und auch der Sekretär von Hotrenor-Taak, Loremaar-Hunut, krächzen dem Hörer auf diese Weise ins Ohr. Interessanterweise spricht er Gucky, den die meisten anderen Sprecher der Rhodan-Lesungen nach |Kermit| klingen lassen, wie |Bugs Bunny|. Vielleicht, weil beide gern Karotten essen.

Leider ist auch die Unterscheidbarkeit der miteinander agierenden Charaktere nicht immer gegeben. Wenn Atlan sich mit Perry Rhodan unterhält, muss man sehr genau aufpassen, weil Maier beide mit dem gleichen Tonfall liest.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Der erste Teil der neuen |Silber Edition| unterscheidet sich in Sachen Hintergrundgestaltung nicht vom Vorgänger. Hier und da gibt es ein paar Ambientsounds oder -teppiche zu hören oder eine leichte New-Age-Melodie. Leider tragen diese Stilmittel auch hier wieder zur Verwirrung des Hörers bei, denn es ist nicht nachvollziehbar, warum sie nur zu bestimmten Zeiten im Hintergrund lauern und so vom eigentlichen Geschehen ablenken, anstatt die Handlung zu unterstützen. Außerdem verschwinden sie auch nicht nachvollziehbar wieder nach ein paar Minuten.

|Die MP3s|

Mit 4:20 h ist dieser erste Teil der |Silber Edition 75| eine halbe Stunde länger als der erste Teil der vorherigen Ausgabe.

Die 53 Tracks der neben der One-Track-Version erhältlichen Download-Version liegen wie gehabt in der Qualität 128kbps, 41,1kHz und in Joint Stereo vor. Die ID3-Tags sind sauber gesetzt und jede Datei enthält neben den Angaben zu Titel der |Silber Edition| und Autor des gerade gelesenen Heftromans auch ein schickes Cover, was sich bei MP3-Playern der iPod-Touch-Fraktion immer nett im Display macht.

Dieses Mal ziert die grafisch nachbearbeitete Front von Band 658 „Flug in die Dunkelwolke“ das Cover und die ID3-Tags der MP3s. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

_Mein Fazit:_

Maier ist mit seiner Leistung in diesem ersten Teilabschnitt der bislang schwächste der |Silber Band|-Sprecher, der oftmals eine unangenehme Stimmfarbe auflegt und weniger Vorfreude auf den nächsten Teil hinterlässt, als Jacobs und Tratnik das tun. Und das liegt nicht daran, dass nicht wirklich viel Interessantes passiert ist in diesem ersten Teil.

|MP3-Download mit ca. 244 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:20 h
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3939648949|
[perry-rhodan-shop.de]https://perry-rhodan-shop.de
[perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 75| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil am 1. Februar 2011 auch auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Döring, Oliver – Don Harris, Psycho-Cop – Triaden-Terror (Folge 8) (Hörspiel)

_|Don Harris – Psycho Cop|:_

Folge 1: [„Das dritte Auge“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: [„Der Club der Höllensöhne“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3922
Folge 3: [„Das schwarze Amulett“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6690
Folge 4: „Das Erbe der Wächter“
Folge 5: [„Das Killer-Kommando“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6701
Folge 6: [„Das Glastonbury-Rätsel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6709
Folge 7: [„Drei Gräber in Sibirien“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6711
Folge 8: _“Triaden-Terror“_

_Story:_

Als Don Harris in seiner Wohnung einen geflochtenen Seidenschal entdeckt, scheint ihm die Botschaft unmissverständlich. Die Triaden haben es auf den Psycho-Cop abgesehen, doch Don kann den aktuellen Affront absolut nicht deuten. Sein Kollege Terry Sheridan empfiehlt den Kontakt zu seiner Bekannten Li, die im Stammlokal des ESI-Agenten arbeitet und dort zu einer engen Vertrauten Sheridans gereift ist. Doch schon der erste Besuch bei Li entwickelt sich zum inszenierten Schlachtfeld: Ein Gaunertrupp der asiatischen Mafia zerlegt das Restaurant und richtet die volle Aufmerksamkeit auf Harris. Doch die Spuren verwischen sich, denn im Eifer des Gefechts werden die Zeugen ermordet, und auch Elliot Hackman, der als Anwalt der erschossenen Ganoven auftritt, scheint nicht durchsichtig genug, um den Ursprung des Verbrechens zu analysieren. Erst als weitere Opfer erbracht werden müssen und Li in Gefangenschaft von Dons neuen Häschern gerät, lichtet sich das Dunkel – doch es scheint ganz so, als würde der Blutzoll der Triaden noch nicht ausreichend entlohnt worden zu sein …

_Story:_

Erzähler – Douglas Welbat
Don Harris – Dietmar Wunder
Elektra – Claudia Urbschat-Mingues
Terry Sheridan – Gerrit Schmidt-Foss
Jack O’Donnell – Bernd Rumpf
Elliot Hackman – Oliver Stritzel
Li – Tanja Geke
Stevens – Martin Kessler
Tan Lu – Thomas Petruo
Zhu De – F.G. Beckhaus

Buch: Gerry Streberg & Oliver Döring
Regie: Oliver Döring
Seounddeisgn & Schnitt: ear2brain productions
Produktion: WortArt / AS Hörspiel GmbH
Realisation: Pe Seimon
Illustration: Vladimir Bondar
Artworkgestaltung: Friedemann Weise
Product Management: dp
Musik: Universal Publishing Production Music GmbH

_Persönlicher Eindruck:_

‚Na also, geht doch!‘, werden sich Liebhaber des Psycho-Cops Don Harris dieser Tage sagen. Nachdem die Hörspielproduktion um Dörings zweiten Liebling eine gefühlte Ewigkeit auf Eis lag und der Release-Rhythmus nach einjähriger Pause ziemlich ins Wanken geraten war, legen die Macher der Audio-Fassung im Herbst nun direkt doppelt nach. Ein knapper Monat ist seit der Veröffentlichung des waghalsigen und vor allem actionreichen Sibirien-Trips des Protagonisten vergangen, nun kämpft Harris auch schon wieder an vorderster Front, und zwar gegen einen weiteren Frischling in der Reihe, der mal wieder vollen Einsatz auf Seiten des Psycho-Cops fordert. Und es dauert auch nicht lange, bis sich das Gefühl herausbildet, die Sprecher und Hintergrundakteure hätten eine ganze Menge Schwung mitgenommen, um das Comeback (im kleinen Rahmen) mit richtig viel Elan anzugehen.

Dabei ist die aktuelle Story inhaltlich eher gewöhnlich, vielleicht an manchen Stellen reißerisch, in diesem Sinne aber definitiv nicht spektakulär. Der Kampf gegen die Triaden ist ein bekanntes Motiv für eine Action-Story, und im Falle von „Don Harris“ geschehen eigentlich auch kaum Dinge, die hier vom traditionellen Schema abweichen. Selbst Harris‘ Visionen, die ihn einige Male retten und vor den jeweiligen Anschlägen warnen, sind nur kleine Ergänzungen zu einer temporeichen Erzählung, aber nichts Außergewöhnliches, was den Plot jetzt aus dem bekannten Raster heraustrennen könnte.

Stattdessen liegt es einmal mehr an den Sprechern, aus dem Standard eine Top-Story herauszuschlagen, was diesmal vor allem dem Hauptdarsteller mit einem superben, sehr souveränen Auftritt gelingt. Harris steht in Episode Nr. 8 nicht mehr im Schatten seiner Partnerin Elektra, die in „Triaden-Terror“ lediglich für einen Kurzeinsatz abgerufen wird. Aber auch Terry Sheridan, der erstmals im Zentrum des Geschehens geparkt wird und sich in dieser Ausgangssituation wirklich prächtig verkauft, wird von Gerrit Schmidt-Foss würdig vertreten und seiner Hauptrolle vollends gerecht.

Schade ist lediglich, dass die Geschichte in vielen Passagen zu stark vorhersehbar ist und die überraschenden Momentaufnahmen nicht in dem Maße ausgereizt werden, dass es der Spannung wirklich zuträglich wäre. Auch die Verbindung zu den Höllensöhnen, die hintergründig ebenfalls ihre Finger in der Sache haben, wird nicht ganz befriedigend ausgearbeitet, sondern dient hier nur dem Zusammenhalt des in den ersten sieben Episoden mühsam aufgebauten Gesamtkonstrukts. Aber auch das geht in Ordnung, hätte aber nicht zwingend in die Handlung eingeflochten werden müssen.

Schließlich ist „Triaden-Terror“ ein gutes Hörspiel, ein solider Vertreter einer zumeist überzeugenden Serie, vielleicht nicht herausragend in seiner Ausarbeitung, aber definitiv unterhaltsam und mit einer angenehmen Geschwindigkeit versehen. Man hat Don Harris und sein Team zwar schon spektakulärer in Action gesehen; aber das hohe Tempo, die toll aufgelegten Sprecher und die knallharten inhaltlichen Wendungen entschädigen für all das, was unter der Überschrift ‚Spektakel‘ nicht vollkommen abgerufen wird!

|Audio-CD mit 49 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 0602527369945|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de/donharris]http://www.folgenreich.de/donharris

Minninger, André – Hanni & Nanni: Das Original-Hörspiel zum Film

_Story:_

Hanni und Nanni haben es nicht leicht: Ständig den Erwartungen ihrer Mitschülerinnen unterworfen nutzen sie ihr Zwillingsleben hin und wieder dazu, den Leuten in ihrer Umgebung einen Streich zu spielen und ihre gravierende äußerliche Ähnlichkeit zu missbrauchen. Als hierbei eines Tages ein Diebstahl im Kaufhaus begangen wird, in dem die beiden Schwestern just zuvor ihren Schabernack getrieben haben, kommt es für Hanni und Nanni knüppeldick: Auf Empfehlung ihrer Schule werden die beiden in das streng geführte Mädcheninternat ‚Lindenhof‘ verwiesen, wo das Zwillingspärchen zunächst absolut keine Akzeptanz findet – aber auch nicht darum kämpfen mag. Erst als ihre neuen Freundinnen wahrnehmen, dass die hitzköpfige Hockey-Dauerbrennerin Hanni und ihre ambitionierte, musikinteressierte Schwester Nanni ein echter Gewinn für das Eliteinternat sind, wendet sich das Blatt. Doch dann erfolgt eine plötzliche Wende; der Diebstahl wurde aufgeklärt und Hannis beste Freundin Oktavia als Täterin entlarvt. Für die Mädchen bedeutet dies eine Rückkehr in ihre alte Schule – doch davon sind die beiden plötzlich gar nicht mehr so begeistert …

_Sprecher:_

Erzähler – Lutz Mackensy
Hanni – Sophia Münster
Nanni – Jana Münster
George Sullivan – Heino Ferch
Jule Sullivan – Anja Kling
Frau Theobald – Hannelore Elsner
Frau Mägerlein – Suzanne von Borsody
Mademoiselle Bertoux – Katharina Thalbach
Rüdigeer Hack – Oliver Pocher
Direktor Werner – Joram Voelklein
Jenny – Zoe Thurau
Erika – Aleen jana Kötter
Suse – Lisa Vicari
Kathrin – Ricarda Zimmerer
Oktavia – Emelie Kundrun
Antonia – Eva Haushofer
Linda Turn – Davina Schmid
Sophia – Franca Bolegno
Winni – Amina Heinemann
Letitia – Maxine Göbel
Silke – Sophia Thomalla

Drehbuch: Adnré Minninger
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie: Heikedine Körting
Musik: Alex Geringas & Joachim Schlüter

_Persönlicher Eindruck:_

Enyd Blytons beliebte Kinderbuchfiguren in einem moderneren Setting: Das schien im Zeitalter der Remakes auf Dauer unvermeidlich. Und dennoch hätte „Hanni & Nanni“ nicht einfach bloß ein zeitgemäßes Märchen mit vielen witzigen Pointen sein dürfen; die Erwartungen waren berechtigt groß, denn immerhin ging es darum, zwei der populärsten Figuren der Mädchenbuch-Literatur in einer Art und Weise in Szene zu setzen, die dem Original gerecht wird, gleichzeitig aber auch in die Jetztzeit passt.

In diesem Sinne muss man den Machern des gleichnamigen Kinostreifens also durchaus zugestehen, einen sehr guten Job gemacht zu haben, auch wenn die sprachliche Performance in manchen Passagen wieder übermäßig reißerisch erscheint. Ganz nach dem Vorbild der wilden Fußball-Kerle greifen in den Dialogen Facetten, die bei Teilen des jugendlichen Publikums sicher gut ankommen werden, die inhaltlich aber nichts weiter sind als erzwungene Phrasen, auf die man zumindest phasenweise gut hätte verzichten können. Allerdings gehört genau diese Entwicklung wohl auch ganz klar in das aktuelle Jahrzehnt, wobei man auch an dieser Stelle wieder bedauern muss, dass mit solchen Stilmitteln versucht wird, einige erzähltechnische Defizite auszugleichen – zumal die Erzählung als solche wirklich lückenlos gut ist.

Sieht man nämlich mal davon ab, dass die Entwicklungen innerhalb des Plots zu großen Teilen vorhersehbar sind und es bei Weitem nicht viele Optionen gibt, in welche Richtung die gegenläufigen Entscheidungen der beiden Schwestern laufen, ist die Inszenierung spannend aufbereitet und in vielen Passagen witzig transferiert. Die Szene, in der Hanni beispielsweise das Internat heimlich verlässt, während Nanni parallel dazu im Waschraum und Musikunterricht zugegen sein soll, hat etwas von besonderer Situatuionskomik und beschreibt wohl auch das, wofür Filme und allgemein Produktionen mit Zwillingsgeschwistern seit jeher stehen. Und genau diese Szene zeigt auch charakteristisch für viele andere Parts im Hörspiel, dass der Transfer der klassischen „Hanni & Nanni“ prima funktioniert hat, dass man sich einerseits nicht anbiedert, andererseits aber wirklich die elementaren Stränge des Originals adaptiert, um eine lose, aber immerzu notwendige Verbindung herzustellen.

Natürlich hat die moderne Fassung – und hier landen wir schließlich wieder im Lichtspielhaus – diverse Tücken, die unabdingbar mit der Erwartungshaltung der angesprochenen Zielgruppe zusammenhängt. Und wieder ist es die Sprache, aber auch Utensilien wie Laptops, Smartphones etc., von denen Enyd Blyton zu Lebzeiten nicht mal hatte ahnen können, dass sie eines Tages die Jugend bestimmen könnten, die natürlich einzelne Zweifel an der Authentizität der Adaption offenlegen. Aber in diesem Sinne sei darauf verwiesen, dass der Anspruch heuer ein anderer ist – und dass die Macher von Film und Hörspiel diesem in nahezu allen Belangen gerecht werden. Im Zweifelsfall ist die audiovisuelle Version zwar vorzuziehen; aber das Hörspiel als Ergänzung für unterwegs ist durchaus eine nette Sache!

|Audio-CD mit 79 Minuten Spieldauer
ISBN-13 0886976870126|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Dark, Jason – John Sinclair – Das Erbe des Schwarzen Tods (Folge 59) (Hörspiel)

_Verhängnis aus Atlantis: die Sense des Todes_

„Geisterjäger“ John Sinclair ist Oberinspektor in einer Sonderabteilung von Scotland Yard, die sich mit übersinnlichen Fällen befasst. Sinclair wird von einem Kreuz beschützt und gewarnt, das vom Propheten Hesekiel selbst stammt. Zur doppelten Sicherheit trägt er auch eine Beretta-Pistole mit sich, die mit Silberkugeln geladen ist. Werwölfe und ähnliches Gelichter mögen so etwas gar nicht. Heißt es.

Folge Nr. 59 entspricht dem Band 199 der Bastei-Heftromanserie.

Die Hörspiele dieser Reihe sind Vertonungen der gleichnamigen Bastei-Heftserie. Mit der Folge 60 feiert die Hörspielreihe ein weiteres Jubiläum – mit einem Online-Gewinnspiel. Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 16 Jahren.

_Der Autor_

Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 37 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause Bastei. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Frank Glaubrecht spricht den Geisterjäger himself und ist die deutsche Stimme von Al Pacino.
Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman, spricht den Erzähler.
Suko: Martin May
Sir James Powell: Karlheinz Tafel
Glenda Perkins: Ilya Welter
Bill Conolly: Detlef Bierstedt
Sheila Conolly: Daniela Hoffmann (Stimme von Julia Roberts)
Johnny Conolly: Frederik Döring
Myxin: Eberhard Prüter
Kara: Susanna Bonaséwicz
Erik Hansen: Simon Jäger (Stimme von Josh Hartnett, James Duvall, Balthazar Getty, River Phoenix u.a.)
Harry Cumberland: Peter Flechtner
Gil Meier: Oliver Kalkofe
Cliff: Jan Spitzer
Zack Zacharry: David Nathan (Stimme von Johnny Depp u.v.a.)
Phil Green: Ingo Albrecht
Dschinn: Jörg Hengstler
Charles: Ingo Oschmann
Ansage: Fred Bogner

_Der Regisseur_

… ist Oliver Döring, Jahrgang 1969, der seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche ist. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Immerhin: Dörings preisgekröntes Sinclair-Spezial-Hörspiel „Der Anfang“ hielt sich nach Verlagsangaben wochenlang in den deutschen Charts.

Buch und Regie: Oliver Döring
Realisation: Patrick Simon
Tontechnik und Schnitt: ear2brain productions
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Produktion: Alex Stelkens (WortArt) und Marc Sieper (Lübbe Audio)

_Handlung_

Zack Zacharry ist ein Forscher und lässt sich in der Antarktis von Cliff herumkutschieren. Sie stoppen mitten im Schneesturm, als Zack eine grüne Wolke erspäht. Eine grüne Wolke, die sich gegen die Windrichtung auf sie zubewegt! Der Schnee beginnt grün zu leuchten. Weil das Schneemobil feststeckt, müssen sie aussteigen, um es freizuschaufeln. Staunend stellen sie fest, dass der Wind zu pfeifen aufhört. Ein merkwürdiges Geräusch erklingt – wie von einer gigantischen Sense. Dann spürt Zack, wie etwas Scharfkantiges aus Metall mit großer Wucht in seinen Körper fährt …

Unterdessen in London. John Sinclair flucht über den Bericht, den er für Sir Powell schreiben soll. Da lässt ihn der Chef zu sich rufen, und zusammen mit Suko vernimmt John die erstaunliche Nachricht, dass am Südpol ein Forscher zusammen mit seinem Fahrer tot aufgefunden worden sei. Die Wunden stammen entweder von einem großen Schwert, einer Machete oder einer Sense. John erinnert sich an die Waffe, die der Schwarze Tod benutzte, den er besiegte. Statt hinzufliegen sollen John und Suko lieber das Medium Kara und ihren Freund Myxin kontaktieren.

Wenig später am stürmischen Kap Hoorn, an der Südspitze Lateinamerikas. Kapitän Phil Green lässt alle Schotten der „Lucky Bay“ dichtmachen. Da bemerkt sein Funktechniker etwas Merkwürdiges auf dem Radarschirm: Etwas bewegt sich gegen die Windrichtung auf das Schiff zu. In Greens Fernglas lässt sich ein grünliches Leuchten erspähen. Und ist da etwa eine Fratze in der Wolke? Doch selbst nach einer Kursänderung folgt ihnen die grüne Wolke. Schon bald befinden sie sich auf Kollisionskurs. Das Radar fällt aus, das Funkgerät ebenso. Die Fenster zerbersten, und eine riesige Sense fegt über die Brücke …

In der Nähe von London wohnen Bill und Sheila Conolly, John Sinclairs Freunde, mit ihrem Sohn Johnny zusammen in einem gemütlichen Heim. Denken sie. Bill stellt die Möbel um, damit Kara und Myxin einen Landeplatz im Wohnzimmer haben. Sheila macht Bills Verhalten nervös. Und er hat eine Waffe. Sie zuckt zusammen, als Geheul erklingt. Bill geht hinaus auf Veranda und Rasen. Er erblickt zwei helle Augen, die sich dem Bannkreis weißer Magie nähern, und ein Knurren: ein Wolf! Sheila ruft nach ihm, doch Bill warnt sie, im Haus zu bleiben. Der Wolf lässt sich durch den Bannkreis nicht davon abhalten, Bill zu Boden zu werfen und ihm an die Gurgel zu fahren …

Nur drei Mann überleben die Katastrophe auf der „Lucky Bay“. Harry Cumberland, ein erfahrener Seemann, lenkt das Rettungsboot, in dem Eric und Gil sitzen, auf eine Insel zu, die er erspäht hat. Sie betreten einen kahlen, leeren Strand unter den Uferfelsen. Noch ahnen sie nichts von den Schrecken, die diese Insel birgt …

Als John und Suko bei den Conollys eintreffen, hören sie die Schreie und eilen in den Bannkreis, um dem am Boden liegenden Bill beizustehen. John zielt auf den Wolf. Doch auch Kara und Myxin sind per Teleportation eingetroffen; sie gebieten John Einhalt: „Nicht schießen!“ Kara erklärt, dass es sich nicht um einen gefährlichen Werwolf handle, sondern um eine Inkarnation von Nadine Bergers Seele (siehe Folge 55, „Fenris, der Götterwolf“). John liebte Nadine einst sehr und trauert immer noch um sie.

Die Wölfin ist gekommen, um John vor großer Gefahr zu warnen. Keinen Augenblick zu früh, denn schon können die Gefährten eine grüne Wolke erblicken, die sich über London bildet und sich in ihre Richtung bewegt. Das verheißt nichts Gutes, und John meint, ein leises Zischen wie von einer Sense zu vernehmen …

_Mein Eindruck_

Die zwei Handlungsstränge führen zu verschiedenen Erkenntnissen und liefern gleich zwei Showdowns. Was die drei Schiffbrüchigen auf der Insel bei Feuerland antreffen, ist ein Lager von Zombies – und das Hauptquartier der Mord-Liga. Das wird in späteren Folgen noch von Bedeutung sein, wie der Schluss vermuten lässt.

Viele eindrucksvoller ist jedoch die Konfrontation auf dem Grundstück der Conollys. Offensichtlich hat es der Sensenschwinger ausschließlich auf John Sinclair abgesehen, der den Schwarzen Tod besiegt hat. Dessen Tod will der Dschinn, der sich als Erbe des Getöteten versteht, blutig rächen. Da gerät er aber an den Falschen. Der Dschinn, ein Wesen aus Atlantis, mag ja eine riesige Sense zur Hand haben, doch John hat ja bekanntlich sein heiliges Kreuz, das allerlei Höllengezücht abwehrt. Äh, wenn er es nicht gerade verlegt hat, so wie jetzt zum Beispiel.

Doch es ist ja nicht das erste Mal, dass John quasi mit heruntergelassenen Hosen erwischt wird. Es muss schon ein wenig brenzlig werden, bevor der Sieg nahe ist. Außerdem: Wozu hat John denn seine Freunde dabei? Eben. Die heruntersausende Sense gibt Suko Gelegenheit, wieder mal seinen weltberühmten Zaubertrick mit der gestoppten Zeit vorzuführen. Nein, damit ist kein Hundertmeterlauf gemeint, sondern der Zeitstopp, den er mit einem magischen Stab veranlasst, den ihm irgendwelche tibetanischen Weisen geschenkt haben.

Gegegn Dschinns, also Geistwesen, helfen bekanntlich weder geweihte Kugeln noch Bazookas. Deshalb braucht John unbedingt sein geweihtes Kreuz. Es müsste hier irgendwo rumliegen, oder? Wie gut, dass die Wölfin jetzt an John Seite wacht. Nadine Berger sorgte schon zu Lebzeiten gut für ihren John, nun kann sie ihm auch diesmal hilfreich beistehen – durch Apportieren beispielsweise.

_Die Sprecher / Die Inszenierung_

Die Macher der „Geisterjäger“-Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: Bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.

Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück tun Pigulla, Kerzel, Glaubrecht und Co. dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.

Übertriebene Ausdrucksweisen heben die Figuren in den Bereich von Games- und Comicfiguren. Das kann bei jugendlichen Hörern ein Vorteil sein. Die Figuren schreien wütend, fauchen hasserfüllt oder lachen hämisch. Besonders unheimlich ist die Darstellung des Spuks, eines wirklich mächtigen Dämons. Leider erfahren wir rein gar nichts über seine Herkunft und Entstehung. Auch alle anderen Figuren muss der Hörer bereits kennen, um sie zuordnen zu können. Aber als Fan der Serie kennt man ja Jane Collins, Sinclair, Glenda Perkins, Kara, Myxin usw. bereits.

|Geräusche|

Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem halbwegs realistischen Genre-Spielfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Schlüsselszenen recht stimmungsvoll aufgebaut. Insbesondere die Szenen im Garten der Conollys sind akustisch recht eindrucksvoll umgesetzt. Vom Zischen der Sense über die auffälligen Schüsse und Schreie bis hin zum absoluten Sound Overkill, wenn die Macht des Kreuzes auf die Kraft der Sense trifft – Explosionen, die auf einer leistungsfähigen Anlage die Wände zum Wackeln bringen können. So haben wir das gern!

Das Kontrastprogramm dazu bietet das Hörspiel ebenfalls. Die drei Überlebenden der „Lucky Bay“ geraten nämlich in eine unheimliche Szenerie. Leise Töne sind hier angesagt, geflüsterte, verzweifelte Dialoge – und zombiemäßiges Röcheln, Knurren und schließlich Blutspritzen … Während der Showdown in Conolly Garten recht archaisch anmutet, liefert das Geschehen bei Kap Hoorn entsprechend moderne Geräusche: Funksprüche, Motorengeräusche, eine SOS-Rakete und dergleichen mehr.

|Musik|

Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Sie wurde von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British Horror Movie zu hören.

Stets gibt die Musik genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und ist mit einem klassischen Instrumentarium produziert. Mit einer einzigen Ausnahme: Die Titelmelodie der Serie erschallt in einem hämmernden Rock-Rhythmus aus den Lautsprecherboxen. Sehr sympathisch.

Musik, Geräusche und Stimmen wurde so fein aufeinander abgestimmt, dass sie zu einer Einheit verschmelzen. Dabei stehen die Dialoge natürlich immer im Vordergrund, damit der Hörer jede Silbe genau hören kann. An keiner Stelle wird der Dialog irgendwie verdeckt.

|Booklet|

… enthält im Innenteil Angaben über die zahlreichen Sprecher, die Macher sowie sämtliche Hörfolgen. Auf der letzten Seite weist der Verlag auf den offiziellen JOHN-SINCLAIR-Song „CAIN – Age of Darkness“ hin, der „auf allen bekannten Musik-Downloadportalen“ zur Verfügung stehe.

_Unterm Strich_

In einem reizvollen Wechselspiel von Kontrasten führt diese Episode von Sinclairs Abenteuern zwei separate Handlungsstränge zu ihrem jeweils spektakulären Ende. Der Aufbau der Spannung durch Rätsel einerseits und Horror andererseits lässt den Zuhörer bei der Stange bleiben. Er wird durch einen explosiven Showdown in London belohnt und durch die Ereignisse auf der Feuerlandinsel neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

Die Andeutung, dass Atlantis unter dem Südpol zu vermuten ist, machte mich ebenfalls stutzig. Wer weiß, was noch alles unter den tauenden Eismassen verborgen liegt – man hat bereits einen der größten Seen der Welt dort entdeckt. Und Lovecraft wusste in „Berge des Wahnsinns“ von weit faszinierenderen Dingen zu berichten – und sie versprechen nicht geringeren Horror als eine Sinclair-Folge.

|Das Hörspiel|

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Hollywoodstars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Die Action kommt niemals zu kurz, was die Game-Freunde doch einigermaßen zufriedenstellen sollte.

|Audio-CD mit ca. 56 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-7857-4238-9|
[www.sinclair-hoerspiele.de]http://www.sinclair-hoerspiele.de
[www.wortart.de]http://www.wortart.de

Noch mehr über |John Sinclair| finden Sie in unserer [Rezensionsdatenbank]http://www.buchwurm.info/book .

Paul W. Catanese – Der gefundene Junge (Die Bücher von Umber 1)

Die Handlung:

Als Hap in einer Höhle erwacht, kann er sich an nichts erinnern – nicht einmal daran, wer er ist. Auch der Mann, der sich seiner annimmt, ist ihm unbekannt: Lord Umber, Abenteurer, Erfinder und königlicher Berater. Mit Boroon, einem Wal, der zugleich ein U-Boot ist, bringt Lord Umber ihn nach Kurahaven. Als sie versuchen, etwas über Haps Vergangenheit herauszufinden, stoßen sie auf merkwürdige Dinge. Zum Beispiel kann Hap alle Bücher lesen, egal, in welcher Sprache. Und dann ist da noch diese unheimliche Kreatur, die Hap auf den Fersen ist. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dies ist der erste Teil der „Umber“-Serie. Denn, so interessant das Schicksal des jungen Happenstance (auf Deutsch „Zufall“, so nennen ihn Umber und seine Begleiter) auch sein mag, noch eine Spur mysteriöser ist Lord Umber selbst. Okay, Happenstance kann im Dunkeln sehen, ziemlich weit und hoch springen, unzählige Sprachen sprechen, komplett ohne Schlaf auskommen – und er kann sich an absolut nichts erinnern. Das ist schon mal was. Aber Lord Umber, der ihn mit seinen beiden seltsamen Begleitern aufnimmt, ist und bleibt dennoch der Mittelpunkt der Geschichte. Schließlich heißt die Serie ja nicht „Die Bücher von Happenstance“.

Und während der Hörer nach und nach immer mehr über Happenstance erfährt und darüber, was er für außergewöhnliche Fähigkeiten hat, und dass ihm eine Kreatur auf den Fersen ist, fragt sich der Fantasy-Fan, ob er das nicht irgendwo schon einmal gehört hat. Hat er, mindestens bei den „Harry Potter“-Büchern, die Rufus Beck auch schon einmal vorgelesen hat.

Das war dann aber auch die einzige Gemeinsamkeit mit dem Zauberschüler, denn die Abenteuer, die der Junge zusammen mit seinen neuen Freunden erlebt, sind schon andere. Und die Auflösung, woher Lord Umber eigentlich stammt, war für mich überraschend.

Die Geschichte macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Und für den, der des Englischen nicht mächtig ist, bleibt zu wünschen, dass der Verlag auch die Fortsetzungen auf Deutsch veröffentlichen wird.

Das Hörerlebnis:

Rufus Beck ist einer der Sprecher, die den Hörer von Anfang an in seinen Bann ziehen können. Hat der Hörer in den ersten Minuten noch das Gefühl, dass jemand neben ihm sitzt und ihm von einem Jungen erzählt, der ohne Erinnerungen in einer Höhle erwacht, so steht man kurz danach schon neben dem Jungen und erlebt seine Abenteuer mit.

Auch wenn es hier weder Musik noch Effekte zur Unterstützung gibt, schafft Beck es gekonnt, die vom Autor gewünschte Atmosphäre ins Ohr des Hörers zu bringen. Die Charaktere sind gut zu unterscheiden und auch die Emotionen werden von Beck perfekt transportiert.

Nie wird er zu laut oder zu leise, immer ist der Sprecher gut zu verstehen, und das schafft ein rundum angenehmes Hörerlebnis.

Der Sprecher:

Rufus Beck ist als Hörbuchsprecher vor allem durch „Harry Potter“ populär geworden. Für die Interpretation hat er vier Goldene und vier Platin-Schallplatten sowie 2008 den HÖRkulino im Rahmen des Deutschen Hörbuchpreises bekommen. Er ist bis heute einer der beliebtesten Hörbuchsprecher überhaupt. (Verlagsinfo)

Die Ausstattung:

Die vier CDs ließen sich leicht aus den Trays der Jewel-Case-Box entnehmen. Sie sind mit dem ansprechenden Wal-Cover bedruckt, das sowohl Buch als auch Hörbuch ziert. Das Booklet ist ein kleines Faltblatt, in dem Informationen zu Autor und Sprecher zu finden sind und eine Handlungszusammenfassung, die etwas ausführlicher ist als die von der Rückseite der CD-Box.

Die Serie:

Aus der „Umber“-Serie sind bislang im englischen Original zwei Bücher erschienen. „Happenstance Found“ (2009) und „Dragon Games“ (2010). Das dritte Buch soll am 8. Februar 2011 unter dem Titel „The End of Time“ erscheinen.

Wann und ob in Deutschland mehr als nur der erste Titel erscheinen wird, ist bislang nicht bekannt und womöglich vom wirtschaftlichen Erfolg von „Der gefundene Junge“ abhängig.

Nachtrag vom 24.06.2015: Offenbar hat sich die Geschichte bei uns nicht gut verkauft, denn es ist kein weiterer Teil der Trilogie auf Deutsch erschienen.

Mein Fazit:

Ein schönes Abenteuer für die vom Verlag angepeilte Zielgruppe, das ohne unpassende Gewaltdarstellungen auskommt. Spannend und mit einem offenen Ende, das Lust auf den nächsten Band macht, ohne zu frustrieren. Denn die wichtigen Fragen werden beantwortet und nicht auf die nächste Ausgabe verschoben.

Eine knapp dreiminütige Hörprobe bietet der Verlag hier an.

Gekürzte Lesung auf 4 Audio-CDs
Gesamtspielzeit: 5:05 h
Originaltitel: Happenstance Found (2009)
Aus dem Englischen von Birgit Schmitz
Vom Verlag empfohlenes Alter: 10 – 11 Jahre
ISBN-13: 978-3837105636
www.randomhouse.de/cbjaudio

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

Morgenstern, Jens-Peter – Bob der Baumeister 33: Mixi und die Fledermäuse

_Inhalt:_

|“Baggi weiß alles“|

Bauer Gurke hat eine zündende Idee: Er will sein hohes Sonnenblumenaufkommen nutzen, um einen Vertrieb zu eröffnen und mit dem Öl zu handeln. Allerdings fehlt ihm noch ein Depot, in dem er die Flaschen unterbringen kann. Bob und sein Team nehmen sich der Sache an und bekommen hierbei tatkräftige Unterstützung von der neuen Maschine des Bauers. Doch Lifty, der Gabelstapler, ist noch ein wenig unbeholfen. Und auch Baggi ist verzweifelt, weil Lifty nicht alle Arbeiten so ausführt, wie es eigentlich vorgesehen war …

|“Mixi und die Fledermäuse“|

Bob und seine Mannschaft bekommen den Auftrag, die alte Wassermühle in den Hügeln des Sonnenblumentals zu restaurieren. Doch die Instandsetzung des alten Mühlwerks bringt ein unerwartetes Problem mit sich: In der Mühle hausen Fledermäuse! Bob überlegt, wie er seinen Auftrag ausführen kann, ohne die Tiere zu gefährden, und ruft zwecks dessen den Experten, Herrn Bettermann, zur Hilfe. Vor allem Mixi scheint von dem Gedanken angetan, die Tiere einmal näher zu beobachten und das Projekt harmonisch zu Ende zu bringen – und die kleine Mischerdame wird nicht enttäuscht …

_Sprecher:_

Erzähler – Douglas Welbat
Bob der Baumeister – Fabian Harloff
Wendy – Celine Fontanges
Buddel – Lutz Harder
Baggi – Eberhard Haar
Mixi – Traudel Sperber
Rollo – Bertram Hiese
Heppo – Sven Dahlem
Bauer Gurke – Olaf Kreutzenbeck
Lifty – Simona Pahl
Rumpel – Eric Schäffler
Müller Max – Henry König
Herr Bettermann – Jörg Gillner

Hörspiel: Jens-Peter Morgenstern
Regie: Heikedine Körting
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Musik: Paul K. Joyce

_Persönlicher Eindruck:_

Die insgesamt bereits 33. Doppelfolge um den geschäftigen Bauarbeiter-Meister Bob und seine sprechenden Maschinen, gehört sicherlich zu den nettesten Episoden aus der Hörspiel-Reihe um die Kinder-Kultfigur. Insbesondere die erste der beiden hier enthaltenen Folgen gefällt mit vielen witzigen Ideen, einigen schönen Wendungen und einer leicht verständlichen, aber dennoch spannenden Geschichte. Das Ganze wird auf kompaktem Raum untergebracht, ist aber dennoch nicht auf das Allersimpelste reduziert, sondern lässt schon noch genügend Spielraum, um der Geschichte einige kleine (und sprichwörtliche) Nebenbaustellen aufzubauen, die wiederum genutzt werden, um die einzelnen Figuren passend in Szene zu setzen. Die Sprecher sind derweil mit dem Herz bei der Sache, speziell Douglas Welbat, der einmal mehr den Erzähler-Posten für die Erzählungen von der Baustelle übernimmt. Man spürt, dass der fehlende Anspruch, den einige der hier beteiligten Redner aufgrund langjähriger Erfahrungen sicherlich an eine Hörspiel-Story haben könnten, der Darbietung keinesfalls im Wege steht. Und das ist für eine Reihe wie „Bob der Baumeister“ definitiv elementar.

Daher kann man auch verkraften, dass die Titelstory im zweiten Abschnitt nicht ganz so überzeugend ist, weil ab und an ein paar recht alberne Entwicklungen eingebaut werden und die Faszination für die Fledermäuse ein wenig Überhand nimmt. Die Unterhaltung ist aber dennoch sehr schön und letzten Endes genau das, was man von einer solchen Produktion erwarten darf.

Unterm Strich sind die kleinen Fans der Serie daher auch wieder bestens bedient. „Mixi und die Fledermäuse“ kann man sich als Liebhaber des kleinen Baumeisters sicherlich blind ins Regal holen!

|Audio-CD mit 43 Minuten Spieldauer
Empfohlen ab 3 Jahren
ASIN: B003EADFQE|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Spillane, Mickey / Collins, Max Allan – Ende der Straße, Das (Lesung)

_Keine Ruhe im Ruhestand: Aschenputtel und die Bombe_

Der pensionierte New Yorker Cop Jack Stang glaubt seine Freundin seit 20 Jahren tot, gestorben bei einer versuchten Entführung. Doch sie lebt und hat alles verloren – außer ihren Feinden. Er besucht sie, um sie zu beschützen, doch gleichzeitig will er die alte Sache von vor 20 Jahren zum Abschluss bringen. Er kommt gerade zur rechten Zeit, wie sich zeigt …

_Der Autor_

Mickey Spillane, geboren 1918, ist der legendäre Schöpfer der Mike-Hammer-Krimis, die mit Stacy Keach in der Titelrolle verfilmt wurden. Seine Bücher haben sich weltweit über 200 Mio. Mal verkauft. Der König des Pulps starb 2006, dieser Roman erschien posthum, vollendet vom bekannten Autor Max Allan Collins.

_Der Sprecher_

Reiner Schöne lebte lange in Hollywood und drehte dort mit Filmgrößen wie Clint Eastwood und Lee van Cleef. Der Schauspieler, Synchronsprecher und Sänger mit der tiefen, markanten Stimme trägt die passende raue Note bei. (abgewandelte Verlagsinfo)

Regie führte Thomas Wolff. Die Buchvorlage erschien 2008 bei Rotbuch Verlag.

_Handlung_

Der New Yorker Ex-Cop Jack Stang ist mit 56 Jahren in Pension gegangen, zuvor war er 30 Jahre lang beim NYPD, und als Captain hat er in Manhattan so manchen Gauner gefasst – und erschossen. Schließlich war Jack mal beim Marine Corps, das bekanntlich nur die härtesten Burschen aufnimmt. Doch Jack ist nie verheiratet gewesen, hat keine Kinder, und liegt an der Geschichte, die ihm vor 20 Jahren passiert ist. Seine Verlobte Betty wurde entführt und kam dabei ums Leben.

Heute stellt ihm sein früherer Kollege Davy Ross den Tierarzt Dr. Thomas Bryce vor, der auf Staten Island eine Tierarztpraxis führt. Jack setzt sich mit Bryce in ein Café und der erzählt ihm eine erstaunliche Geschichte: Betty sei damals gar nicht im Hudson River gestorben, sondern vielmehr auf Staten Island von Bryces Vater gefunden worden. Aber sie hatte bei dem Unfall ihr Gedächtnis an all das verloren, das davor gewesen war, und sie war erblindet. Der Vater zog sie wie seine eigene Tochter auf. Heute lebe Betty in Sicherheit in Florida. Was aber noch mehr sei: Der Vater habe für 100.000 Dollar auch für Jack ein Haus gekauft und zwar gleich neben dem von Betty …

|Blick zurück|

Ist dies ein Neuanfang, fragt sich Jack etwas benommen, während Bryce nach der Überschreibung des Hauses wieder seiner Wege geht. Soll er gleich nach Florida übersiedeln? Was ist, wenn ihn Betty nicht mehr wiedererkennt? Schließlich sind zwei Jahrzehnte eine lange Zeit. Jack zögert. Und dann sind da noch seine Träume von einem Ganoven, dessen Gesicht er nicht erkennt. Eine Sache ist noch unerledigt. Und sie hat mit seiner alten Straße zu tun.

Die Straße, in der einst die Jacks Polizeiwache des 1. Reviers von Manhattans lag, ist ein sehr langer New Yorker Verkehrsweg, und er kannte die Gesichter der Bewohner, die in seinem Abschnitt wohnten. Da ist Mr. Wong, der seinen Laden dichtmacht und zurück nach China will. Da ist die neunzigjährige Bessie, die stets im Fenster hängt und alles beobachtet. Und da ist das unheimlich stille Haus, das früher mal einem Gangsterboss während der Prohibition gehöre. Wer wohnt da jetzt wohl drin, fragt sich Jack und entdeckt frische Fußspuren. Merkwürdig. Er sollte das Haus mal im Auge behalten – und seine Exkollegen um Hilfe bitten.

Betty arbeitete seinerzeit in der Datenerfassung bei der Firma Credential. Jack besucht ihren früheren Boss, Mr. Bernwald. Betty war Mitglied einer Gruppe von Computerspezialisten. Jack fragt, ob sie vielleicht Zugang zu geheimen Daten hatte. Und als Bernwald ihm dies bestätigt, denkt sich Jack seinen Teil: Möglicherweise wurde sie entführt, weil sie etwas über die Mafia herausgefunden hatte. Und die gefundenen Daten hatte sie vielleicht sogar kopiert und anschließend die Kopien versteckt. Bis heute war auch die Mafia auffallend still gewesen. Da wird Mr. Bernwald angeschossen. Offenbar ist die Mafia aufgewacht …

|Florida|

Als Jack in Sunset Lodge sein neues Haus bezieht, ist ihm schon ganz kribbelig. Wird sie ihn erkennen? Betty sieht immer noch umwerfend aus, und in seinen Augen ist sie keinen Tag gealtert. Sie trägt eine Sonnenbrille über den blinden Augen, bewegt sich aber wie ein Sehender, und ein kräftiger Windhund dient ihr als Leibwächter und Führer. Als Jack aus der Mode gekommene Wörter wie „Sweetie“ und „Kleines“ benutzt, will Betty hellhörig. Sie meint sich erinnern zu können, dass jemand, der ihr nahestand, so geredet hat …

Sunset Lodge mag zwar eine Kolonie von Expolizisten sein, doch es ist beileibe keine Insel der Seligen. Es gibt einen Polizeichef namens Kinder, dem sich Jack anvertraut. Kinder merkt, dass sich zwischen Jack und Betty etwas anbahnt und ist gern bereit, ein Auge auf die Lady zu haben. Außerdem erwähnt er noch, dass unweit der kleinen Siedlung die Garrison Estates lägen, und dort hätten sich etliche Mafiosi niedergelassen. Vielleicht fahren deshalb in letzter Zeit so viele Eisverkäufer mit ihren Wägen durch die Straßen der Polizistensiedlung …

Während Jack der Sache von vor 20 Jahren auf den Grund geht und ein sich anbahnendes Verbrechen aufdeckt, zieht sich der Kreis der Mafia um Bettys Haus immer enger. Wird Jack rechtzeitig zur Stelle sein, wenn es darauf ankommt?

_Mein Eindruck_

Als Autor Mickey Spillane 2006 verstarb und in die ewigen Jagdgründe einging, hinterließ er offenbar ein unvollendetes Manuskript. Seine Witwe, nicht faul und wahrscheinlich vom Finanzamt getriezt, bat offenbar den bekannten Autor Max Allan Collins um Vollendung der Vorlage. Collins hat beispielsweise die Romanfassung zum Film „Road to Perdition“ sowie einige Krimis geschrieben. Diese Ausgangslage mag dafür verantwortlich sein, dass der vorliegende Krimi einen so unausgewogenen Eindruck hinterlässt.

Der alte Cop und seine frühere Flamme – ihr Zusammenkommen ist, als würde das Märchen von Aschenputtel wahr werden. Natürlich gilt es vor dem Ausbruch allgemeiner Seligkeit ein paar Hindernisse zu beseitigen, teils in Form der Mafia, teils in Form eines terroristischen Verbrechens, teils in der Rekonstruktion der Vergangenheit. Diese drei Elemente wollen nicht so recht zueinanderpassen.

Doch die Vergangenheit wird mit der Gegenwart durch die Figur des Ganoven Bucky verknüpft. Vor 20 Jahren drehte Bucky schon mal ein Ding, wurde dann vorübergehend bürgerlich, bis ihn eine gewisse Geldknappheit dazu zwingt, auf eine alte Ressource zurückzugreifen: Radioaktives Atommaterial. Diese vor 20 Jahren von einem Transporter gestohlene Beute hat er im Keller des alten Gangsterhauses vergraben. Dass nicht das gesamte Haus grün strahlt, verdankt es nur dem Umstand, dass das Material in einem Tresor gebunkert ist. Jetzt will Bucky es meistbietend an ein paar Araber verkaufen, die nicht sonderlich ehrenwerte Motive haben. Jack vermutet der Einfachheit halber, dass sie Manhattan in die Luft jagen wollen.

Verständlich also, dass der gute alte Jack seiner Reloaded-Braut in Florida immer mal wieder Adieu sagen muss, um sich die Entwicklung der Dinge in seiner alten Straße zu kümmern. Und um Manhattan, das er offenbar als seinen eigenen Grund und Boden betrachtet, vor dem finalen Exitus zu bewahren. Wäre ja auch zu schade um die Wall Street, oder?

Es ist dieser terroristische Hintergrund, der den Schrecken des 21. Jahrhunderts geschuldet ist, der nicht so recht zum Old-School-Tonfall und -Plot des restlichen Romans passen will. Terroristen und Atommaterial einerseits, auf der anderen Seite jedoch das philanthropische Hausgeschenk und der Kampf ums Aschenputtel – die Schieflage der Handlung wird offensichtlich.

_Der Sprecher_

Reiner Schöne war schon vor 30 Jahren in den Hörspielen des Bayerischen Rundfunks zu hören, so etwa in der Titelrolle als Paul Cox, aber auch in etlichen Western. Seine Stimme ist „männlich herb“, tief und etwas rau, also genau richtig für ein kriminelles Milieu, in dem die Sitten ebenso rau sind. Er kann heiser auflachen, aufgebracht aufschreien, und zwar sowohl in einer männlichen wie einer weiblichen Rolle. Wie sich zeigt, kann er durchaus auch in einer hohen Tonlage sprechen, so etwa in der Rolle der alten Bessie.

Für die Charakterisierung der Figuren steht ihm allerdings nur ein begrenztes Instrumentarium zur Verfügung. An Rufus Beck reicht er also nicht heran. Die Charakterisierung erfolgt eher durch Situationen und Emotionen, die eine entsprechende Ausdrucksweise erfordert. In Jacks Verhör des Ganoven Bucky durchläuft Schönes Stimme die ganze Skala zwischen nervös, angstvoll gepresst bis hin zu offener Panik. Das ist ein starker Kontrast zu Jacks eigener Beherrschtheit und Coolness. Nur wenn Jack mit Betty zusammen ist, schleicht sich eine ungewohnte Sanftheit und Zärtlichkeit in Schönes Stimme.

_Unterm Strich_

Trotz aller Schwächen im Aufbau der Handlung (siehe oben) weiß dieser Krimi von Spillane/Collins durchaus zu unterhalten. Die Spannung bleibt aufrechterhalten, die Ironie bleibt durchweg menschenfreundlich statt bissig, und die Romantik kommt nach einem zünftigen Showdown endlich zu ihrem Recht: Amor vincit omnia!

Es bleibt einem Leser des 21. Jahrhunderts nichts anderes übrig, als diesen Märchenplot mit der aufgesetzten Modernisierung mit einem ungläubigen Schmunzeln hinzunehmen – oder das Buch in die Ecke zu feuern. Von der Härte eines Mike Hammer fehlt also jede Spur, und der Autor – welcher auch immer – erfüllt jedes Klischee vom braven New Yorker Bullen und der bösen, bösen Mafia.

|Das Hörbuch|

Reiner Schöne ist fast schon die Idealbesetzung als Erzähler dieser Hardboiled-Krimis, die Argon jetzt bringt. Es mag ihm zwar etwas an Flexibilität hinsichtlich seiner Stimme fehlen, aber dafür ist seine Ausdrucksfähigkeit hinsichtlich bestimmter Szenen und Emotionen sehr vielseitig. Er könnte die Figuren aber noch etwas besser charakterisieren.

|4 Audio-CDs mit 282 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Dead Street
Aus dem US-Englischen Lisa Kuppler
ISBN-13: 978-3866105379|

_Mickey Spillane bei |Buchwurm.info|:_
[„Tote kennen keine Gnade“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=376
[„Tod mit Zinsen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=657
[„Das Ende der Straße“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=5307