Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Eoin Colfer – Artemis Fowl (Lesung)

Der Junge Artemis Fowl ist weder Zauberer noch Hobbit oder Elf, sondern viel moderner: ein Computerfreak. Und doch hat er indirekt mit all diesen Gestalten zu tun. Dieses Hörbuch erzählt von seinem ersten Coup in Sachen Elfenschatz.

Der Autor

Aus dem Booklet über den Autor: „Bis zu seinem Welterfolg mit ‚Artemis Fowl‚ arbeitete Eoin [ausgesprochen: ouen] Colfer als Lehrer. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. Seine früheren Bücher für junge Leser standen in Irland, England und den USA an der Spitze der Bestsellerlisten. Colfer lebt mit Frau und Sohn im irischen Wexford und widmet sich gegenwärtig ganz dem Schreiben.“ Kein Wunder, dass der zweite Artemis-Band schon fertig und ebenfalls als Hörbuch zu haben ist.
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Poe, Edgar Allan – Maske des roten Todes, Die (Gruselkabinett 46) (Hörspiel)

_Poe-Grusel im Kombipack: ein unvergesslicher Maskenball!_

Italien um 1750: Im ganzen Land wütet eine tödliche Seuche, genannt der Rote Tod. Der genusssüchtige Landesfürst Prinz Prospero verschließt die Augen vor den Nöten seiner Untertanen. Er lässt sogar die Zugänge zu seinem größten Landsitz, einer alten Abtei, verbarrikadieren und feiert dort mit Gleichgesinnten ein ausschweifendes Fest nach dem anderen. Für einen Maskenball fehlt ihm indes noch die rechte Idee, um ihn unvergesslich zu machen … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

_Der Autor_

Edgar Allan Poe (1809-49) wurde mit zwei Jahren zur Vollwaise und wuchs bei einem reichen Kaufmann namens John Allan in Richmond, der Hauptstadt von Virginia, auf. Von 1815 bis 1820 erhielt Edgar eine Schulausbildung in England. Er trennte sich von seinem Ziehvater, um Dichter zu werden, veröffentlichte von 1827 bis 1831 insgesamt drei Gedichtbände, die finanzielle Misserfolge waren. Von der Offiziersakademie in West Point wurde er ca. 1828 verwiesen. Danach konnte er sich als Herausgeber mehrerer Herren- und Gesellschaftsmagazine, in denen er eine Plattform für seine Erzählungen und Essays fand, seinen Lebensunterhalt sichern.

1845/46 war das Doppeljahr seines größten literarischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolgs, dem leider bald ein ungewöhnlich starker Absturz folgte, nachdem seine Frau Virginia (1822-1847) an der Schwindsucht gestorben war. Er verfiel dem Alkohol, eventuell sogar Drogen, und wurde – nach einem allzu kurzen Liebeszwischenspiel – am 2. Oktober 1849 bewusstlos in Baltimore aufgefunden und starb am 7. Oktober im Washington College Hospital.

Poe gilt als der Erfinder verschiedener literarischer Genres und Formen: Detektivgeschichte, psychologische Horrorstory, Sciencefiction, Short Story. Neben H. P. Lovecraft gilt er als der wichtigste Autor der Gruselliteratur Nordamerikas.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Der Erzähler: Hasso Zorn
Roter Tod: Axel Lutter
Prinz Prospero: Ernst Meincke
Erster Minister: Uli Krohm
Zweiter Minister: Viktor Neumann
Dritter Minister: Alexander Turrek
Hopp-Frosch: Sven Plate
Tripetta: Daniela Reidies
Giulietta: Reinhilt Schneider
Kutscher: Peter Reinhardt

Das Skript schrieb Marc Gruppe, der mit Stepahn Bosenius auch Regie führte. Die Aufnahme erfolgte in den Planet Earth Studios. Die Illustration ist von Firuz Askin.

_Handlung_

Um das Jahr 1750 herum wütet der Rote Tod in Europa. Die Symptome sind grausig, denn es dauert nur eine halbe Stunde, bis das Opfer aus allen Poren blutet und elendig verendet. Es ist eine Nacht, in der das Käuzchen schreit und kein Wanderer allein unterwegs sein sollte. Doch die hübsche Tripetta hat sich mit ihrem Gefährten auf den Weg gemacht, um ein besseres Heim zu finden. Da hören sie eine Kutsche, die lärmend und peitschenknallend durch die Nacht rumpelt. Wer mag dies wohl sein und können sie sie wohl mitnehmen?

Es ist Prinz Prospero, der mit seinen drei Ministern lachend und wohlgelaunt vom Besuch eines gewissen Etablissements zurückkehrt. Als er die zwei Gestalten erblickt, lässt er halten. Der Prinz ist offen für alle Arten von Vergnügungen, und wer weiß, was hier wohl auf ihn wartet? Schon die Zwergin bringt ihn zum Kichern, doch erst recht ihr Freund, den er in einem Anfall von Inspiration „Hopp-Frosch“ tauft. Sie behaupten, sie kämen aus einem Zirkus, sie sei eine Tänzerin und er ein Luftakrobat. Als sie berichten, sie wären dem Roten Tod entkommen, tritt kurz Stille ein. Aber das war ja schon heute Morgen, es besteht also keinerlei Gefahr mehr. Sie dürfen mit. Was für ein leckeres Frauenzimmer!

Der Prinz hat – welch ein Genie – schon wieder einen Einfall: Er will dem anrückenden Roten Tod entkommen, in dem er sich und seine Gefolgsleute in der Festung der alten Abtei einschließt. Nur Geladene dürfen bei ihm bleiben, der Rest – nun ja. Und Hopp-Frosch wird sein Hofnarr, verstanden? Wenn sie nicht ausgesperrt werden, müssen Trippetta und ihr Freund wohl gute Miene zum bösen Spiel machen. Auch wenn die Ungerechtigkeit und Demütigung zum Himmel schreit.

Die neue Kurtisane des Prinzen ruft wenige Tage später die zwei Freunde zu ihrem Herrn. Er plant ein Fest, das anders als alle anderen sein soll, ein Maskenball, und dafür fordert er von seinem Hofnarren Einfälle. Na, wird’s bald! Wie alle wissen, bekommt Wein Hopp-Frosch nicht, doch er wird solange abgefüllt, bis die Ideen nur so aus ihm heraussprudeln.

Der Akrobat stellt sich sieben Zimmer vor, jeweils durch Türen abgetrennt und jedes von anderer Farbe. Zu jeder vollen Stunde dürfen die Gäste ins nächste Zimmer wechseln, doch die volle Stunde solle von einer riesigen Pendeluhr geschlagen werden. Das letzte Zimmer jedoch, das erst um Mitternacht betreten werden dürfe, soll schwarz gestrichen sein und nur ein rotes Fenster dürfe es erleuchten, um alle Gäste in blutrotes Licht zu tauchen. Dann sollten alle wie vom Prinzen vorgesehen ihre Masken abnehmen. Bravo, bravo! Welch ein Einfall, lobt der Prinz und lässt die beiden Zirkusleute alles in die Wege leiten. In einer Woche steigt die Fete!

Mit den drei Ministern hat Hopp-Frosch jedoch einen ganz anderen Plan. Sie sollen auf dem Maskenball nicht wie gewöhnliche Sterbliche auftreten, sondern sich als Orang-Utans verkleiden. So sollen sie die Gäste erschrecken, als wären sie aus ihren Käfigen ausgebrochen. Allerdings müssten die Kostüme von ganz besonderer Beschaffenheit sein, um ihren Auftritt unvergesslich werden zu lassen ….

Am Vorabend des Festes beraten sich Tripetta und Hopp-Frosch wieder einmal auf den Zinnen. Tripetta ist bang zumute und hat Zweifel an ihrem Plan, doch er ist rachelüstern. Da bemerken sie einen Unbekannten, der sie belauscht. Er bittet sie, keine Angst zu haben. Er sei ihnen dankbar für den Auftritt auf dem Fest, den sie ihm ermöglicht hätten. Als sie ihn anzweifeln, versichert er ihnen: „Ich spaße nie!“ Und weg ist er.

Der Abend ist gekommen, der Maskenball kann beginnen. Und ja, es werden wie vom Prinzen verlangt jede Menge Überraschungen geboten werden …

_Mein Eindruck_

Schon als ich die beiden Erzählungen Poes zum ersten Mal las, kamen sie mir einzeln ein klein wenig dürftig vor. Das lag daran, dass jede nur, Poes Literaturtheorie gemäß, eine einzige Idee ausspielte. Dabei passen „Die Maske des Roten Todes“ (masque bedeutet auch „Maskenball) und „Hopp-Frosch“ ausgezeichnet zusammen. In Kombination präsentieren sie vor dem Hintergrund einer einzigen Epoche eine doppelte Sensation, so dass der Gehalt dieser Inszenierung weitaus dichter und reichhaltiger erscheint. Es ist, als hätte diese Geschichte nur auf ihr Erscheinen gewartet.

Wie jeder Kenner weiß, ereilt die drei Minister schon bald ihr allzu feuriges Schicksal. Doch während sie kreischen, halten die adeligen und vergnügungssüchtigen Gäste ihr Herumhampeln für einen Teil der Attraktion. Nur die Kurtisane des Prinzen erfüllt ein Gefühl der Beklommenheit, so als stimme etwas nicht. Diese Befürchtung soll sich auf schrecklichste Weise erfüllen.

Denn schon Poe hat in seinen Vorlagen eine Kombination aus Moritat, schwarzer Romantik und Sozialkritik formuliert. Ein Herrscher, der seine Untertanen ihrem Schicksal überlässt und sich derweil dem Vergnügen widmet, hat in Poes Augen jede Legitimation verloren. Die Minister sind in dieser Haltung der Selbst- und Vergnügungssucht seine Komplizen und verdienen ein Schicksal, das keinen Deut besser ist.

Doch der Tod lässt sich vielleicht aufschieben und aussperren, doch man kann ihn nicht um seine Opfer betrügen. Schlag Mitternacht schlägt also den Anwesenden im schwarzroten Zimmer das letzte Stündlein. Und in dieser Stunde, da die Masken fallen, entpuppt sich nur der Totenschädel des roten Todes von beängstigender Authentizität, während alle anderen nur die Maske des schönen Scheins tragen. Und so ist ihr Schicksal besiegelt. Nun zeigt sich, wer in Wahrheit herrscht. Nur zwei Gestalten entkommen der alten Abtei: Die Rechtschaffenen.

Das Stück ist schon bei Poe eine Moritat über Verantwortung der Herrschaft und die Bürde der Schuld, wenn die Beherrschten im Stich gelassen werden. Doch man kann die Vorlage auch anders lesen: Sie erinnert fatal an den Holocaust während des Zweiten Weltkriegs und die neutrale Haltung des Vatikans. Sie wurde bereits von Rolf Hochhuth in seinem Stück „Der Stellvertreter“ angeprangert (und später sehr gut verfilmt).

Hochhuth stellt die Frage, ob sich Kirchenvertreter in ihren „alten Abtei“ einschließen und die Augen vor dem Schicksal der Juden verschließen dürfen. Der Rote Tod als metaphorische Vorwegnahme des Holocaust also. Die Frage von Schuld und Sühne stellt sich von alleine. Poe antwortet kategorisch: Die Schuldigen müssen sich ihrem Urteil stellen. Und für sie kann es nur eines geben.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Stimmen der Sprecher sind je nach ihrem Geschlecht, ihrem Alter und ihrer jeweiligen Rolle optimal ausgewählt. Der Prinz ist natürlich der Obermacker, und Ernst Meincke spricht ihn mit entsprechend befehlsgewohnter Autorität und Überheblichkeit. Die Minister hingegen sind namenlos und folglich sind sonderlich unterscheidbar. Meistens lassen sie bloß lüstern oder gehässig, es sei denn sie schreien wie am Spieß.

Ihnen steht der Rote Tod gegenüber, recht unheimlich gesprochen von Axel Lutter, aber natürlich auch die Zirkusleute Tripetta und Hopp-Frosch. Daniela Reidies spricht die Tänzerin recht furchtsam und zweifelnd, doch Hopp-Frosch macht eine erstaunliche Entwicklung durch, vom zurückhaltenden Akrobaten zum rachelüsternen Vernichtungsmeister. Sven Plate lässt diese Verwandlung plausibel werden.

Zwischen diesen beiden Parteien steht jedoch Giulietta, die Kurtisane Prosperos. Reinhilt Schneider spricht die Hofdame zunächst mit entsprechender Hinterlist, doch je mehr sich das Maskenfest seinem blutigen Ende nähert mehr Angst muss die Figur an den Tag legen. Einen vernünftigen Grund gibt es dafür natürlich nicht, und so bleibt die Erklärung dieses Wandels rein den Gefühlen überlassen. Die Sprecher stellt dieses entscheidende Element recht angemessen, aber nicht mit vollster Überzeugung dar. Daneben zählt das Booklet noch eine Unzahl von Sprechern auf, die die Gäste akustisch verkörpern.

|Geräusche|

Die Geräusche sind recht genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Horrorfilm erwarten würde, und die Geräuschkulisse wird in manchen Szenen dicht und realistisch aufgebaut, meist aber reichen Andeutungen aus. So steht etwa das Wiehern von Pferden, Hufgetrappel und das Peitscheknallen für eine Kutsche, der Schrei eines Käuzchens für den Nachtwald, das Wellenrauschen das Meer am Fuße der Abtei usw.

In meinem Handlungsabriss habe ich eine Szene ausgelassen: den Besuch in einem Dorf, das dem roten Tod zum Opfer gefallen ist. Es ist, als würden die Kutschenpassagiere von Zombies angegriffen: Man kann sich das Röcheln und Lechzen nach Rettung wohl gut vorstellen, aber auch die erschrockene Fluchtreaktion der Fahrgäste.

In der alten Abtei herrscht eine ganz eigenartige Geräuschkulisse. Zwei Elemente seien besonders hervorgehoben, die neben dem üblichen Gelächter und Gläserklingen zum Tragen kommen. Das Erste ist ein unerklärliches und unerklärtes tiefes Quietschen, wie es entsteht, wenn ein großer Metallkörper an einem anderen reibt. Das Zweite ist das zischende Rauschen eines sehr großen Uhrpendels: Wuuusch! Dieses spezielle Pendel ist zwar längst nicht so groß wie jenes titelgebende in „Grube und Pendel“, aber doch von einer unheimlichen Regelmäßigkeit und Lautstärke. Den tiefen Glockenschlag kann man sich leicht hinzudenken, der dann besonders unheilvoll Schlag Mitternacht erdröhnt, und ein kalter Hauch fährt wieder einmal über die Gäste hinweg …

Eine besonders dynamische Szene ist hingegen der Auftritt der „Orang-Utans“. Die verkleideten drei Minister sind aneinandergekettet, was zu einem fortwährenden Kettengeklirr führt. Und sobald ihre Kostüme in Brand gesetzt sind, sorgt ein knisterndes Feuerchen für zusätzliche akustische Reize. Hinzukommt das panische Kreischen der Opfer.

|Musik|

Gleich zu Anfang stimmt die Musik den Zuhörer auf ein bedrohliches und unheimliches Drama ein. Mehrere Intermezzi wissen diese düstere Grundstimmung aufzulockern, und die Tanzmusik des Maskenballs weiß die Vergnügungen, denen die Gäste nachgehen, wohl anzudeuten. All dies kann natürlich das grausige Ende des Dramas nicht aufhalten. Den Ausklang bilden die klagende Kantilene einer Sängerin, eine Violine und eine Harfe – ein sanft schreitendes Adagio, das in der Ewigkeit verklingt.

|Das Booklet|

… enthält im Innenteil lediglich Werbung für das Programm von Titania Medien. Auf der letzten Seite finden sich die Informationen, die ich oben aufgeführt habe, also über die Sprecher und die Macher. Die Titelillustration von Firuz Akin fand ich wieder einmal sehr passend und suggestiv.

Firuz Akin hat auch eine Seite Werbung für sein Buch „Illustration“ bekommen, das Mitte Dezember im Heider Verlag erscheinen soll.

Diesmal sind in einem zusätzlichen Katalog Hinweise auf die nächsten Hörspiele zu finden:

Nr. 48: Bram Stoker: Die Squaw (November)
Nr. 49: Frederick Marryat: Der weiße Wolf (November)
Nr. 50: Das Gespenst von Canterville (März 11)
Nr. 51: Arthur Conan Doyle: Die Mumie (März 11)
Nr. 52: Robert E. Howard: Tauben aus der Hölle (April 11)
Nr. 53: William Hope Hodgson: Die Herrenlose (April 11)
Nr. 54 + 55: Alice & Claude Askew: Aylmer Vance – Abenteuer eines Geistersehers (Mai 11)

_Unterm Strich_

Regisseur Marc Gruppe hat in seinem Drehbuch die beiden Poe-Erzählungen „Die Maske des roten Todes“ und „Hopp-Frosch“ miteinander verbunden. Die thematische Verbindung legt nahe, dass man die beiden Storys verknüpft, und doch findet dies meines Wissens erstmals in diesem Hörspiel statt. Die wirkungsvolle Inszenierung verhilft der Aussage zu einer Eindringlichkeit, die nicht auf taube Ohren stoßen dürfte. Der Aussage nämlich, dass es sich nicht auszahlt, die Not der Untertanen zu ignorieren und zu glauben, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu können. In sozialkritischer Weise erinnert das Stück deshalb ein wenig an „Final Destination“.

|Das Hörspiel|

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von Hollywoodstars einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Diesmal sind der Grusel des Maskenballabschlusses und die Dynamik des Racheaktes an den Ministern zu einer wirkungsvollen Mischung kombiniert, die keinen Hörer kalt lassen dürfte.

|Audio-CD mit 65 Minuten Spieldauer
Originaltitel: The Masque of the Red Death; Hop Frog, 1845/46
ISBN-13: 978-3785743898|
[www.titania-medien.de]http://www.titania-medien.de
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“ 993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“ 1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“ 1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“ 1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“ 1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“ 1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“ 1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“ 1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ 2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“ 2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“ 2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“ 2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“ 3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“ 3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“ 3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“ 3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“ 4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“ 4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“ 4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“ 4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“ 4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“ 5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“ 5166 (Gruselkabinett 27)
[„Der Glöckner von Notre-Dame“ 5399 (Gruselkabinett 28/29)
[„Der Vampir“ 5426 (Gruselkabinett 30)
[„Die Gespenster-Rikscha“ 5505 (Gruselkabinett 31)
[„Jagd der Vampire. Teil 1 von 2“ 5730 (Gruselkabinett 32)
[„Jagd der Vampire. Teil 2 von 2“ 5752 (Gruselkabinett 33)
[„Jagd der Vampire“ 5828 (Gruselkabinett 32+33)
[„Die obere Koje“ 5804 (Gruselkabinett 34)
[„Das Schloss des weißen Lindwurms“ 5807 (Gruselkabinett 35)
[„Das Bildnis des Dorian Gray (Gruselkabinett 36/37)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5919
[„Die Maske des roten Todes“ (Gruselkabinett 46)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6735
[„Verhext“ (Gruselkabinett 47)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6734

Patricia Cornwell – Dämonen ruhen nicht. Ein Kay Scarpetta Thriller (Lesung)

Ein Serienkiller verbreitet in Louisiana Angst und Schrecken. Das Seltsame: Seine Opfer sehen wie Abziehbilder der Ex-Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta aus. Als diese dann einen Brief aus dem Todestrakt eines Gefängnisses bekommt, ahnt sie, dass die Dämonen der Vergangenheit keine Ruhe geben.

Die Autorin

Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, war Polizeireporterin und Computerspezialistin am Gerichtsmedizinischen Institut von Virginia, bevor sie zu schreiben begann. Mit den Thrillern um ihr literarisches Alter Ego, die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta, wurde sie zur „erfolgreichsten Thrillerautorin der Welt“ (Der Spiegel). Cornwell lebt allein in Richmond/Virginia und in Malibu/Kalifornien. (Verlagsinfo)
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Drake, Ernest / Steer, Dugald A. – Expedition in die geheime Welt der Drachen

_Heimelig: Ein Abend mit den Drachenforschern_

Der Buchhändler Roger Warwick bekommt Besuch von dem Studenten Howard Greenstreak, der auf der Suche nach einem verschollenen Buch über Drachen von Sir Ernest Drake ist. Warwick besitzt tatsächlich ein Exemplar, kann sich aber unmöglich davon trennen. Doch er kann Howard helfen: Er nimmt ihn zu Besuch zu Sir Ernest Drake höchstpersönlich mit! Und so erleben die beiden allerhand Abenteuer und lernen Erstaunliches über die sagenumwobenen Lebewesen.

|Der Hörverlag| empfiehlt dieses Hörspiel ab 10 Jahren.

_Der Autor_

Dr. Ernest Drake lebte angeblich in St. Leonard’s Forest, England, Er veröffentlichte nach seinen zahlreichen Expeditionen, die ihn u. a. 1882 nach Schottland und 1887 nach Ostafrika führten, ein Buch über Drachologie. Es trägt den Titel „Expedition in die geheime Welt der Drachen“. Es wurde 1896 in einer Auflage von nur 100 Stück gedruckt. Nachdem im 21. Jahrhundert ein Exemplar davon in einem Londoner Antiquariat wieder aufgetaucht ist, machte dankenswerterweise Dugald A. Steer, B. A., die Aufzeichnungen des Forschers einem breiten Publikum zugänglich.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Zu den Sprechern gehören Stefan Kaminski (Greenstreak, Abramelin), Robert Missler (Warwick), Christine Pappert (Elodie und Chin Chan Hsi). Ben Hecker leiht dem legendären Drachenforscher Dr. Ernest Drake seine Stimme und entführt den Hörer in die geheimnisvolle Welt der Drachologen.

Stefan Kaminski wurde 1974 in Dresden geboren. Sein Schauspielstudium absolvierte er an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Seit 1996 ist er beim SFB/ORB als freier Schauspieler, Sprecher und Autor tätig. Am Deutschen Theater in Berlin spielte er zunächst als Gast, seit Januar 2003 gehört er fest zum Ensemble. Im |Hörverlag| ist er vor allem als Stimme von „Marvi Hämmer“ bekannt.

Hörspielbearbeiter, Regisseur und Macher ist Volker Präkelt, von dem auch die Rahmenhandlung stammt. Er produziert die mehrfach ausgezeichnete TV-Reihe „Marvi Hämmer präsentiert National Geographic World“. Zudem ist er Regisseur und Autor der Marvi -Hämmer-Reihe des |Hörverlags|.

Die Musik steuerten Volker Präkelt, Frank Tschöke und am Cello Antje Harders bei. Die Tonaufnahme erfolgte durch Martin Langer, der Tonmeister war Svenno Nakielski.

_Handlung_

Kalter Februarwind bläst durch den Londoner Stadtteil Notting Hill. Hier hat Roger Warwick sein Buchantiquariat: „Warwicks wundersamer Buchladen“. Ein junger Mann tritt ein, der etwas für sein Studium sucht. Er nennt sich Howard Greenstreak. Und er weiß genau, was er sucht: Ernest Drakes „Dr. Drakes Drachologie“. Der freundliche Buchhändler zeigt es ihm, sein einziges Exemplar. Ein Brief gehört dazu: Der Autor beschreibt den Auftrag von Drachologen. Er bestehe nicht im Töten, sondern im Erforschen und Beschützen der geheimnisvollen Kreaturen. Er als Drachenmeister wolle zudem sein Wissen gerne an einen Würdigen weitergeben.

Der junge Mann fühlt sich sofort angesprochen und will das Buch haben. Doch Warwick lehnt ab: Es sei unverkäuflich. Denn er sei Mitglied der Geheimgesellschaft der Drachologen. Da wird der Student regelrecht verzweifelt, denn er benötige das Buch, um eine Wette gegen einen Kommilitonen zu gewinnen und ebenso die Hand einer schönen jungen Dame – sie heißt Elisabeth. Er muss beweisen, dass er eine Elle Drachenhaut mitbringen kann, und zwar von einem Knucker: einem Höhlendrachen. Roger Warwick lässt sich erweichen. Der Student könne Drake am 16. Februar 1904 gerne in seinem Landhaus kennen lernen. Denn dann wird das chinesische Neujahr gefeiert. Und was beginnt am 16. Februar? Es ist bekanntlich das Jahr des Drachen!

Mit dem Zug fahren die beiden nach Wales, doch auf einer hohen Talbrücke heißt es plötzlich: „Aussteigen!“ Ein Erdrutsch blockiere die Strecke, sagt der Schaffner. Greenstreak erweist sich als nicht ganz schwindelfrei, doch Warwick führt ihn in Sicherheit. Fachmännisch erkennt er die Spuren der Tätigkeit eines Knuckers: Der Erdrutsch wurde von einem Drachen verursacht. Ein Werbeschild beweist: Es ist nicht mehr weit bis zu Dr. Drakes Landhaus.

Als sie ein seltsames Horn hören und einen gereimten Ruf, merken sie, dass es sich um einen Drachenmeister handeln muss: um Dr. Drake himself. Er lockt gerade Drachen an. Freundlich heißt er seine zwei Besucher willkommen und fährt sie mit seinem Automobil tuckernd nach Hause. Die Drachenforscherkollegen aus China und Kasachstan seien bereits eingetroffen.

Der kasachische Drachenbändiger Abramilin (nicht mit Borat verwandt oder verschwägert) ist mit seinem europäischen Flugdrachen Thorfax gelandet, welcher nun natürlichen Hunger verspüre. Mit Dr. Drakes Erlaubnis bekommt Thorfax sowohl Wildschweinbraten als auch Kopfsalat. Drachen stehen drauf. Von der Chinesin Chin-Chan Hsi ist hingegen wenig zu sehen. Der Grund ist einfach: Sie hat Hong-Weis Unsichtbarkeitszauber gewirkt, der nun etwa vier Stunden anhält. Als Einziges ist ihre hübsche Hand zu sehen. Sie verrät, wie Drachen in Wirklichkeit Feuer speien können und widerlegt damit die abenteuerlichsten Theorien.

Drake stellt zu guter Letzt Elodie, seine hübsche, aber recht schüchterne Nichte vor. Ihre Sprache sei die Musik, und prompt trägt sie ein schönes Drachenlied vor, zu dem ihr Onkel sie auf dem Cembalo begleitet. Nachdem Drake Greenstreak verraten hat, wie er an eine Stück Knucker-Haut kommen könnte, übt der Student fleißig die Zähmungsformel, die ein wahrer Zungenbrecher ist.

Am nächsten Morgen fährt Drake ihn und Warwick zur Schlucht, wo der Knucker namens Draco seine Höhle hat. Drake sagt, Greenstreak habe das Zeug zum Drachenmeister. Schön, aber wird er dieses Abenteuer überleben? Was, wenn der Drache Feuer speit? Der hypernervöse Student versucht sich krampfhaft auf seine Zähmungsformel zu besinnen, aber da kommt auch schon die schuppige Schnauze des Drachen aus der Höhle …

_Mein Eindruck_

Es ist, als würde man eine Zeitreise in die gute alte Zeit der Viktorianer unternehmen – oder zumindest einen Film aus dieser Zeit hören. Die Bilder muss man sich natürlich dazudenken. Aber das ist ja gerade der Reiz eines Hörspiels: Es weckt die eigene Vorstellungskraft, um das Gehörte mit Bildern zu verbinden. Wer die Enthüllungen über Drachen und Drachenforscher nachlesen möchte, schlage das schön gestaltete Booklet (siehe unten) auf.

Für Kinder ist es vielleicht nicht so wichtig, aber mich hat an der Geschichte der Mangel an Handlung gestört. Die einzige „Story“ besteht darin, dass ein Student ein Stück Drachenhaut besorgen will, um eine Wette zu gewinnen. Alles andere ist streng genommen Brimborium. Sicher, es ist für den wackeren Drachenforscher Greenstreak von Vorteil, wenn er dieses Wagestück auch überlebt und zu diesem Zweck auch Unterricht in Drachenangelegenheit erhält.

Aber wenn sich Howard auch noch in die hübsche Nichte von Ernest Drake verliebt hätte, wäre das der Geschichte sicher nicht schlecht bekommen. Und sicherlich hätte die junge Dame dann wesentlich mehr Anteilnahme am Schicksal des angehenden Drachologen gezeigt. Doch sollte Howard wirklich Drakes Nachfolger werden, so besteht noch Hoffnung für die beiden. Dieser Aspekt verlangt nach einer Fortsetzung der Geschichte.

So aber ist das Hörspiel vor allem eine Sammlung von Kuriositäten, von denen die bemerkenswerteste sicherlich das Ei eines asiatischen Lung ist, das im Drake-Haus ausgebrütet wird. Mit viel Humor werden einige strittige Fragen geklärt wie jene, warum Drachen gerne Kopfsalat fressen – und Wildschwein.

_Das Booklet_

Allein schon das Äußere des stabilen Booklets ist beeindruckend: In den dunkelroten Kartoneinband sind nicht nur metallisch wirkende Ecken eingelassen, sondern auch eine Art Siegel in der Mitte der Frontseite. Um das Siegel wickelt sich ein eingravierter Drache, dessen Gravurlinien rötlich schillern. Des Drachen Klaue greift nach einer Kugel, die mit einem verschlungenen Muster gefüllt ist, wie es die alten Kelten zu zeichnen pflegten.

In dieser Hülle findet der Leser bzw. Hörer in Ringheftung (!) zwölf Seiten, die ihn mit den wichtigsten Informationen versorgen. Dazu gehören die Kapitelüberschriften, Infos über den fiktiven Autor und die real existenten Mitarbeiter an diesem Projekt. Erst ab Seite sechs geht es mit den Drachen los: Was ist Drachologie? Darauf folgen die „goldenen Regeln der Drachologie“, darunter jene, die wirklich beherzigenswert ist ist: „Unfallvermeidung ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Karriere.“ Könnte eigentlich nicht nur für Drachologen gelten.

Noch einen Tick interessanter sind die zwei Seiten Drachenkunde, die folgen: Der Asiatische Lung gesellt sich hier zum Europäischen Drachen, der als einziger Vertreter über enorme Schwingen verfügt. In puncto Flügel kann der Knucker nicht mithalten: Sie würden in seinem Höhlendomizil alias „Knuckerlock“ nur stören.

Dass man Drachen beikommt, ist durch die Anwendung der niedergeschriebenen „Zaubersprüche und –formeln“ zu schaffen. „Dr. Dees Drachenruf“, „Abramelins Zähmungsformel“ und „Der Hong-Wie-Unsichtbarkeitsspruch“ dürften den gebildeten Drachologen mit jedem Lindwurm fertig werden lassen. Da in der Handlung mehrere Rätsel zu hören sind, kann man ihren Text auch im Booklet nachlesen.

Und wer sich nun fragt, wo denn nun die CD im Booklet versteckt sein soll, dem sei verraten, dass auf der Innenseite des vorderen Bookletumschlags eine Tasche eingeklebt ist, die sich wie ein Briefumschlag öffnen und schließen lässt. Darauf steht ein Text, der auf den Ursprung des Buches hinweist.

Alles in allem ist dieses ausgezeichnete Booklet ein dicker Pluspunkt dieses Hörspiels für Zehnjährige, die scharf auf Drachen sind.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Sprecher, die Geräusche und die Musik machen dem jungen Hörer die oben genannte Zeitreise wirklich leicht. Die Musik ist klassisch instrumentiert, mit Cello, Cembalo und Geigen. Die Geräusche könnten aus einem Film stammen und wirken durchgehend realistisch, von der Pfeife der Dampflok bis zum Horn des Drachenmeisters, vom Feuerwerk bis zum Rattern eines alten Automotors. Insgesamt ist die Atmosphäre bei Dr. Drake, als würde man Bilbo Beutlin in seiner Wohnhöhle besuchen. In der Tat ist die Stimmung recht tolkienesk und Hobbit-artig, komplett mit Trinksprüchen, Rätseln und Liedern. Das Auenland liegt bestimmt gleich um die Ecke.

Deshalb gibt es auch Szenen, die das Hörspiel zum Musical machen. Eines der Lieder wird von Drakes Nichte Elodie gesungen und handelt natürlich – na, von was wohl? – von Drachen. Weil das Lied nicht im Booklet abgedruckt ist, sollte man die Ohren spitzen, um die Worte zu verstehen. Am Schluss wird es wiederholt, um so einen schönen Ausklang zu bilden.

Wer sich die obige Liste der Rollen und Sprecher durchschaut, wird feststellen, dass zwei Sprecher je zwei Rollen gestalten. Christine Pappert spricht sowohl den Part von Elodie (der winzig ist) als auch den der Chinesin Chin Chan Hsi, deren Part wesentlich umfangreicher ist. Ben Hecker ist die Autoritätsperson Ernest Drake in Person, und an einer Stelle ist er sogar durch einen Filter verzerrt zu hören (als sein Telegramm von Warwick vorgelesen wird). Stefan Kaminski ist als Allroundtalent bekannt, und so verwundert es nicht, dass er zwei so gegensätzliche Figuren wie Howard Greenstreak und den Kasachen Abramelin darstellen kann.

Abramelin ist vom Gimli-Typ: tiefe grollende Stimme, mit gutturaler Ausdrucksweise, aber sehr leutselig und immer für leibliche Genüsse aufgeschlossen. Warwick, gesprochen von Robert Missler, steht ihm in dieser Beziehung in nichts nach, doch der Drache hat sich schon den Wildschweinbraten geschnappt, so dass er in die Röhre guckt. Die Nöte der Drachologen sind manchmal einfach, aber einschneidend.

Die Drachen sollen nicht vergessen werden. Thorfax und Draco, der Knucker, knurren und fauchen recht bedrohlich – nun ja, singende Drachen wären einfach lächerlich, nicht wahr?

_Unterm Strich_

Wer sich für eine gute Stunde mal ins Phantasiereich der Drachenforscher und ihres Forschungsgegenstands entführen lassen möchte, erhält mit diesem Hörspiel das ideale Zeitreisevehikel. Das Kino für die Ohren entführt in eine tolkieneske Welt, wo Bilbo Beutlin seine Besucher bewirten könnte. Es ist aber ein waschechter Drachenmeister, und deshalb nimmt die Versammlung der Drachologen zum chinesischen Neujahrsfest einen ganz anderen Verlauf als Bilbos berühmte Geburtstagsfeier.

Die Produktion ist stilecht und dürfte Kindern Spaß machen, aber ein Mangel an Handlung lässt sich Erwachsenen wohl schnell langweilig erscheinen. Das Booklet spricht ebenfalls mehr Kinder an, beeindruckt aber durch eine schöne Ausstattung. Kurzum: ein ideales Weihnachtsgeschenk – aber nicht mehr für 14-Jährige. Die brauchen anderes Futter für die Phantasie.

|Original erschienen 2003, bei Templar Publishing
Aus dem Englischen übersetzt von Cornelia Panzacchi
76 Minuten auf 1 CD|
http://www.hoerverlag.de

TKKG junior – Kletterhalle in Gefahr (Folge 30)

Die Handlung:

TKKG haben sich in den Sommerferien für einen Kurs im Kletterverein von Susanne Ehrlicher angemeldet. Die sympathische Trainerin ist eine wahre Kletterkünstlerin. Doch dann entdeckt die Polizei bei einer Durchsuchung der Kletterhalle in Susannes Ehrlichers Umkleideschrank einen wertvollen Diamantring, welcher kürzlich gestohlen worden ist. Ein anonymer Anrufer hatte Kommissar Glockner einen Tipp gegeben. TKKG glauben fest an die Unschuld ihrer Trainerin und übernehmen den Fall! Doch der ist viel verzwickter, als sie zunächst vermutet haben – und bei ihren Ermittlungen, geraten die Freunde in große Gefahr … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Bei TKKG waren in der Vergangenheit ja schon mehrere Lebewesen „… in Gefahr“, aber eine Kletterhalle ist mal was Neues. Und wenn man dem Klappentext glauben kann, wirds für die vier (plus Hund) selbst auch ganz schön eng.

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Daniel Defoe – Robinson Crusoe (Hörbuch)

Abenteuerlich: Vom Schiffbrüchigen zum Vizekönig

Das Leben und die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe, eines Seemannes aus York, welcher 27 Jahre ganz allein auf einer unbewohnten Insel vor der südamerikanischen Küste nahe der Orinoco-Mündung lebte. Ein Schiffbruch, bei dem die ganze Besatzung ums Leben kam, verschlug ihn auf dieses selbst von Kannibalen nur selten besuchte Eiland.

Der Autor
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Jonathan Stroud – Bartimäus – Das Amulett von Samarkand (Lesung)

Der Dschinn Bartimäus, ein uralter orientalischer Geist, bekommt eines Tages den Auftrag, dem hochnäsigen Zauberschüler Nathanael zur Seite zu stehen: ein Auftrag, der Bartimäus zunächst alles andere als glücklich macht. Dann aber beginnt ein Abenteuer, das die zwei aneinander schweißt. Nathanael versucht, sich für den Tod seines Ziehvaters am mächtigen Zauberer Simon Lovelace zu rächen und ihm das berühmte Amulett von Samarkand zu stehlen. Mit Bartimäus‘ Hilfe gelingt das auch – aber es löst eine ganze Reihe von Problemen aus … (Verlagsinfo)

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Gerdt von Bassewitz / Marc Gruppe – Peterchens Mondfahrt (Hörspiel)

Magisches Hörspiel: Märchenhafte Mondfahrt

Der tapsige Maikäfer Sumsemann gehört zu einer schwer vom Schicksal geplagten Sippe, die vor Generationen ihr sechstes Beinchen eingebüßt hat. Unterstützt durch die Geschwister Anneliese und Peterchen, denen er in einer magischen Vollmondnacht flugs das Fliegen beibringt, will er es nun todesmutig vom Mond zurückholen. Ein großes Abenteuer im nächtlichen Himmel steht den dreien bevor. Denn sie treffen auf den Sandmann, die Nachtfee und ihre Freunde und schließlich auf den bösen Mondmann … (Verlagsinfo)

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Lovecraft, H. P. – Der Flüsterer im Dunkeln (Lesung)

_Dagmar Berghoff: ein Gewinn für die Hörbuchszene_

Schauderhafte Kadaver außerirdischer Kreaturen in den Bergen Neuenglands?! Was wollen die Aliens auf der Erde? Die umfassende Korrespondenz zwischen dem Erzähler Wilmarth und Mr. Akeley fesselt den Zuhörer. Man fühlt, wie der Wahnsinn leise hereinkriecht. Der unterschwellige suggestive Horror dieser Erzählung lässt einen stellenweise den Atem anhalten. Spannend ohne Entspannung – bis zum grausigen Höhepunkt. Aber „besser als jeder Horrorfilm“, wie die Verlagsinfo behauptet? Mal sehn.

|Der Autor|

Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) wird allgemein als Vater der modernen Horrorliteratur angesehen. Obwohl er nur etwa 55 Erzählungen schrieb, hat sein zentraler Mythos um die Großen Alten, eine außerirdische Rasse bösartiger Götter, weltweit viele Nachahmer und Fans gefunden, und zwar nicht nur auf Lovecrafts testamentarisch verfügten Wunsch hin.

Aber Lovecrafts Grauen reicht weit über die Vorstellung von Hölle hinaus: Das Universum selbst ist eine Hölle, die den Menschen, dessen Gott schon lange tot ist, zu verschlingen droht. Auch keine Liebe rettet ihn, denn Frauen kommen in Lovecrafts Geschichten praktisch nur in ihrer biologischen Funktion vor, nicht aber als liebespendende Wesen oder gar als Akteure. Daher ist der (männliche) Mensch völlig schutzlos dem Hass der Großen Alten ausgeliefert, die ihre Welt, die sie einst besaßen, wiederhaben wollen. Das versteht Lovecraft unter „kosmischem Grauen“. Die Welt ist kein gemütlicher Ort – und Einsteins Relativitätstheorie hat sie mit in diesen Zustand versetzt: Newtons Gott ist tot, die Evolution eine blinde Macht, und Erde und Sonne nur Staubkörnchen in einem schwarzen Ozean aus Unendlichkeit. Auf Einstein verweist HPL ausdrücklich in seinem Kurzroman „Der Flüsterer im Dunkeln“.

|Die Sprecher|

David Nathan, geboren 1971 in Berlin, gilt laut Verlag als einer der besten Synchronsprecher Deutschlands. Er leiht seine Stimme Darstellern wie Johnny Depp, Christian Bale und Leonardo DiCaprio. In „Der Flüsterer im Dunkeln“ erweckt er die Spannung und den Horror zum Leben.

Torsten Michaelis ist der Synchronsprecher von Wesley Snipes. Durch sein Spektrum an verschiedenen Klangfarben wird er für die unterschiedlichsten Rollen eingesetzt. Er kann auf über 400 synchronisierte Filme zurückblicken.

|Die Sprecherin|

Dagmar Berghoff erlangte große Bekanntheit als die erste „Tagesschau“-Sprecherin Deutschlands. Von 1995 bis zum 31.12.1999 war sie die Chef-Sprecherin der ARD-Nachrichtensendung. Die gelernte Schauspielerin wurde zweimal mit dem „Bambi“ und einmal mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet.

|Regie, Produktion & Dramaturgie| übernahm Lars Peter Lueg, seines Zeichens Verlagsleiter von |LPL records|.

|Schnitt, Musik und Tontechnik| lagen in den kompetenten Händen von Andy Matern.

_Handlung_

Man schreibt das Jahr 1927, als große Hochwasser die Flüsse des bergigen US-Bundesstaates Vermont anschwellen lassen. Dabei werden merkwürdige Kadaver angeschwemmt, die vage an Krebse mit Schwingen erinnern. Die Zeitungen sind voll von Spekulationen, doch der Ich-Erzähler Albert Wilmarth, seines Zeichens Uni-Dozent in Arkham, will sich diesen Spinnereien nicht anschließen. Dennoch zählt er gewissenhaft all die einheimischen Legenden sowohl der Kolonisten wie auch der Indianer auf. Demnach haben sich in den unzugänglichen Bergen Außerirdische niedergelassen, um nach Metall zu schürfen, das sie sonst nirgendwo bekommen.

Im April 1928 erhält Wilmarth den ersten Brief von Henry Wentworth Akeley, einem geachteten Privatgelehrten aus uralter angesehener Familie. Er bestätigt, dass diese Berichte und Legenden einen Funken Wahrheit enthielten. In einem zweiten Brief schickt er Dokumente wie etwa Fotos sowie einen schwarzen Stein mit einer unbekannten Inschrift mit. Der Höhepunkt ist jedoch ein Tondokument, das eines der Phänomene wiedergibt, die in jener Gegend am Dark Mountain wahrzunehmen waren: Eine menschliche Stimme und eine summende, nichtmenschliche Stimme preisen ein Wesen namens Shub-Niggurath, die „Schwarze Ziege aus den Wäldern mit den tausend Jungen“.

Wilmarth läuft ein kalter Schauder den Rücken hinunter und ein namenloses Grauen erfasst sein Herz. Soll er den Phänomenen auf den Grund gehen? Der immer ausgedehnter werdende Briefwechsel mit Akeley drängt ihn dazu, sich in größte Lebensgefahr zu begeben. In den Bergen um den Dark Mountain wartet man bereits auf sein Erscheinen, und es wird denn auch durch Akeleys seltsamen letzten Brief ausgelöst.

Akeley äußert sich darin voller Verständnis und keineswegs mehr grauenerfüllt gegenüber den Außerirdischen, verrät sogar einige ihrer Geheimnisse: Sie hätten eine Operationsbasis auf dem Planeten Yuggoth errichtet, der jenseits des Neptun seine Kreisbahn ziehe und von irdischen Astronomen erst in Kürze entdeckt werde (der Pluto). Akeley drängt Wilmarth, schnellstens zu kommen und dabei keinesfalls sämtliche Beweisstücke zu vergessen. Diese würden noch gebraucht. Wilmarth nimmt den Zug und wird am Zielbahnhof von einem schweigsamen jungen Mann abgeholt.

Um Akeleys Haus herrscht zwar eine Grabesstille – keine Spur von Vieh oder Wachhunden – doch der Mann selbst lebt noch, wenn er auch unter einem asthmatischen Fieber leidet und so stark vermummt ist, dass nur sein Gesicht aus dem Halbdunkel hervorschaut, in das das Zimmer getaucht ist.

Mit wachsender Verwunderung lauscht Wilmarth dem halb gesummten Monolog Akeleys, während eine seltsame Vibration sein Gehirn erfüllt. Dann schlägt die Verwunderung in wachsendes Grauen um.

_Bonusmaterial_

|- Muriel E. Eddy: Eine persönliche Erinnerung an Howard Phillips Lovecraft (veröffentlicht 1996) (ca. 27:00 Minuten).|

Es war im heißen August 1923, als die Chronistin Eddy mit ihrem Mann den „Gentleman alter Schule“ Howard Phillips Lovecraft persönlich kennen lernte. Eddy erinnert sich an dunkelbraune Augen und fast schwarzes Haar. Er hatte ein Paket Manuskripte dabei, denn er schrieb – kostenlos – für diverse Amateurmagazine. Die Eddys sind Lyriker, und HPL ist so freundlich, ihnen ein paar Tipps zu geben. Da Mr. Eddy zudem die Horrorstory „The Beloved Dead“ (Die geliebten Toten) schrieb, gerät man bald ins Fachsimpeln. Lovecraft schreibt seit seinem vierzehnten Lebensjahr, und er zeigt ihnen seine Story „The lurking fear“. Dabei erklärt seine Ästhetik: Es komme darauf an, die Vorstellungs- und Einbildungskraft des Lesers anzuregen, aber niemals banale Fakten aufzutischen.

Bei seinem nächsten Besuch brachte er die Geschichte [„Die Ratten im Gemäuer“ 589 mit und las sie selbst vor. Das wurde für Muriel Eddy zu einem unvergesslichen Erlebnis, denn Lovecraft steigerte sich in das Vorlesen hinein, als ob er selbst bei den erzählten Geschehnissen dabei gewesen sei. Da wurde Muriel klar, dass sie es mit einem Genie vom Kaliber eines Edgar Allan Poe zu tun hatte.

Vor seiner Eheschließung mit der Schriftstellerin Sonia Haft Greene, die im Frühjahr 1924 stattfand, unterrichtete er die Eddys kaum davon, und dass er von Providence nach New York City zog, kam auch etwas überraschend. Aus seinen Briefen wurden Postkarten, und seltsamerweise kamen diese von allen möglichen Orten. Lief es mit seiner Ehe etwa nicht so gut? (Sonia wurden von HPLs Tanten abgelehnt, die ein strenges Regiment führten.) Nach seiner Scheidung 1929 bringt er aus New York nur die wunderbare Erzählung „Das Grauen von Red Hook“ mit, die er seinen Freunden vorliest. Muriel Eddy hält sie für eine seiner besten Geschichten.

Lovecraft ist als Korrektor, Lektor und sogar als Ghostwriter für Prominente wie Harry Houdini, den Zauberkünstler, tätig. Er geht sehr sparsam mit Papier um, was es für Muriel Eddy, die seine Handschriftmanuskripte abtippte (er fasste weder Schreibmaschine noch Telefon an) schwierig machte, seine Anweisungen zu entziffern. Einmal verlor er sogar am Bahnhof ein getipptes Manuskript für Houdini, aber zum Glück hatte er noch das Original.

Im März 1937 erhielten die Eddys die Nachricht von seinem Tod und besuchten den Trauergottesdienst auf dem Swan Point Friedhof mit seinen anderen Freunden. Ein zweideutiger Wunsch zum Schluss: „Möge der Geist (!) von Howard Phillips Lovecraft, Gentleman, lange leben!“

|- „Soundtrack des Schreckens“ (14:40 Minuten) umfasst zehn Tracks, darunter „Der Cthulhu-Mythos“, „Der Flüsterer im Dunkeln“, „Die Sprechmaschine“, „Von einem anderen Stern“, „Am Gipfel des Dark Mountain“ und „Mr. Akeley’s Sessel“.|

Die meisten dieser Stücke sind nur ein bis zwei Minuten lang und eignen sich dadurch am besten als Intros, Extros und Pausenfüller. Manche sind komplexer, polyphon und mit Stimmen versehen, andere hingegen sehr einfach. Während der Erzählung selbst werden sie nicht als Pausenfüller eingesetzt, daher ist ihre Zusammenfassung auf der Bonus-CD willkommen.

_Mein Eindruck_

Der Übergang von der Horrorstory zur Science-Fiction-Erzählung ist – wie in „Die Farbe aus dem All“ – fließend. Wie schon oben erwähnt, handelt es sich bei den Monstren auf Akeleys Grundstück und in den Bergen ringsum tatsächlich um Außerirdische. Sie haben, so erfährt Wilmarth aus dem letzten merkwürdigen Brief Akeleys, eine Basis auf dem Planeten Pluto errichtet, den sie Yuggoth nennen.

Und sie haben eine Technik entwickelt, um das Gehirn vom restlichen Körper abzutrennen und auf Reisen schicken zu können. Tatsächlich begegnet Wilmarth in Akeleys Haus einem dieser mobilen Gehirne, das mittels dreier Schaltungen zu sprechen, zu sehen und zu riechen in der Lage ist. Akeley offeriert Wilmarth, sein Gehirn auf diese Weise zu mobilisieren und zu unbekannten, immens weit entfernten Welten mitzunehmen. Wilmarth fasst dies als Drohung auf: Will man ihn erst seines Körpers und dann seiner Menschlichkeit berauben? Eine ähnliche Anordnung habe ich auch bei Stanislaw Lem gelesen, allerdings als erkenntnistheoretisches Experiment.

Die Story ist so ungemein geschickt erzählt, dass die Pointe erst ganz am Schluss, im letzten Satz, gesetzt wird, so dass sie den Leser mit voller Wucht trifft. Allerdings ist die Erzählweise nicht kunstvoll genug, um den Leser daran zu hindern, schon frühzeitig die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der Schluss kommt also für den gewieften Leser nicht allzu überraschend.

Es gibt auch einen kleinen Insiderwitz, den ich meinem Leser nicht vorenthalten möchte. Im letzten Drittel erwähnt Akeley einen „Hohepriester Klarkash-ton“. Damit ist kein anderer als Clark Ashton-Smith gemeint, einer der engsten Schriftstellerfreunde von H. P. Lovecraft. Die großen Jungs machten sich ein Späßchen daraus, einander in ihre jeweiligen Geschichten einzubauen, denn Kunst und Leben waren für sie eins.

|Bonusmaterial|

Während die Musik eine nette Zugabe darstellt, so liefert die „Erinnerung an H. P. Lovecraft“ wertvolle Informationen für denjenigen Leser, der noch nichts bis wenig über den Menschen Lovecraft weiß. Der Gentleman scheint zwar ein netter Zeitgenosse gewesen zu sein, aber warum, um Himmels willen, hat er solch schreckliche Geschichten geschrieben? Das erfahren wir leider nicht.

Aufgrund von Muriel Eddys Angaben können wir allenfalls spekulieren, dass Lovecraft meist ein sehr einsamer Mensch war, um dessen Gesundheit es nie zum Besten stand. Er litt unter der Kälte – einmal brach er sogar auf der Straße zusammen, doch Mr. Eddy rettete ihn. Dass HPL Katzen über alles liebte, erklärt deren häufiges Auftauchen in seinen Storys, so etwa in „Die Ratten im Gemäuer“ und natürlich in „Die Katzen von Ulthar“.

Weil der Cthulhu-Mythos, der ihn unsterblich gemacht hat, mit keinem Wort erwähnt wird, erhalten wir ein Bild von ihm, das ihn uns als sympathischen Anachronismus belächeln lässt: den romantischen Lovecraft, der mit dem Kurzroman „Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath“ den Höhepunkt seiner ersten Schaffensphase erreichte (auch davon kein Wort). Lovecraft lehnte die Technik der Moderne ab: keine Schreibmaschine, kein Telefon, kein Auto wollte er benutzen (höchstens im Notfall). Dass seine Außerirdischen solche Teufelsdinger benutzen – wie etwa die Sprechmaschine in „Flüsterer im Dunkeln“ – passt genau ins Bild: Es charakterisiert sie als böse und menschenfeindlich.

|Zur Übersetzung|

Der erste deutsche Übersetzer Lovecrafts war H. C. Artmann in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Doch sie ist heute obsolet. Ein Vergleich mit Andreas Diesels Übersetzung etwa von „Cthulhus Ruf“ zeigt, dass Artmanns Fassung unvollständig, altertümelnd (absichtlich?) und stellenweise sogar verfälschend ist. Für moderne Leser, die ohne Vorbereitung darauf stoßen, ist sie stellenweise wohl unverständlich.

Zum Glück liegen mit Festas und Diesels Fassungen mittlerweile praktisch alle Lovecraft-Erzählungen in lesbarer, moderner Diktion vor. So kann es gelingen, dass die unzähligen Adjektive wie unheilvoll, grausig, finster, düster, modrig usw. usf. nicht völlig veraltet daherkommen, sondern halbwegs modern. Nun stellt sich dem Leser zumindest kein Sprachproblem mehr entgegen. Der Inhalt ist natürlich etwas anderes.

|Die Sprecher|

David Nathan: Er spricht den Ich-Erzähler Albert Wilmarth. Wie so oft gelingt es Nathan auch diesmal, die Bedeutungshöhepunkte des Textes mit großem Gespür herauszuarbeiten. Wo also Action angesagt ist und Autorität, da spricht er flüssig und laut. Doch wo es um eine höchst zwielichtige Versammlung der Außerirdischen und ihrer Schergen geht, sinkt sein Vortrag fast zu einem Flüstern ab, so dass die Anspannung im Leser unwillkürlich steigt. Hier ist offensichtlich Verbotenes zu vernehmen, das nicht für Wilmarths, d. h. unsere Ohren bestimmt ist, und tatsächlich fallen die Namen diverser Großer Alter wie Nyarlathotep und Azathotep. (Warum diese Namen an sich bereits „blasphemisch“, also gotteslästerlich sein sollen, wird nicht ohne Weiteres klar. Dazu muss man wohl schon ein streng gläubiger Christenmensch sein. Jedenfalls klingt das Wort „blasphemisch“ schon ziemlich horrormäßig.)

Torsten Michaelis: Er spricht den titelgebenden Flüsterer, also Mr. Henry Akeley. Oder doch nicht? Das ist eben die Pointe der Story, und die darf nicht verraten werden. Jedenfalls jagte mir seine krächzende Sprechweise Schauder über den Rücken. Akeley hält einen ellenlangen Vortrag über die Geschenke der Außerirdischen, die sie nicht nur Akeley gemacht haben, sondern auch Wilmarth anbieten. Aber nach dem antiken Motto „Timeo Danaos et dona ferentes“ (Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen) ist Wilmarth das Angebot nicht ganz geheuer, und wie ihm seine finale Entdeckung enthüllt, liegt er damit ganz richtig.

Dagmar Berghoff: Mit ihrer samtweichen, melodiösen und relativ tiefen Stimme eignet sich Berghoff als Sprecherin von Texten, die besonders mit menschlichen Schicksalen zu tun haben. Daher wirkt es auch keineswegs peinlich, wenn sich Muriel Eddy am Schluss zu ein wenig Pathos aufschwingt und der Besuch des Trauergottesdienstes zu einer Manifestation der Ehrerbietung gegenüber einem literarischen „Genie“, wie sie HPL nennt, wird. Ich könnte mir daher Berghoff nicht als Interpretin eines knallharten Sexualmord-Thrillers vorstellen (wahrscheinlich bekäme ich Mitleid mit dem Killer). Iris Böhm erledigt diesen Job bereits auf eindrucksvolle Weise.

Berghoff bemüht sich redlich, die zahlreichen englischsprachigen Bezeichnungen und Namen des Textes korrekt auszusprechen, und in 99,99 % aller Fälle gelingt ihr dies auch. Allerdings nicht im Falle von „The lurking fear“. Dieser Storytitel kommt zweimal vor, und beide Male spricht sie das Wort „lurking“ nicht korrekt aus. Das U spricht sie wie ein A aus statt wie ein offenes Ö. Auch langjährige Profis lernen eben nicht aus.

_Unterm Strich_

Die Erzählung ist einer der Höhepunkte im Zyklus um den „Cthulhu-Mythos“, auch wenn sie meiner Ansicht nach schwächer ist als etwa [„Schatten über Innsmouth“. 424 Das liegt zum Teil daran, dass Wilmarth nicht vorbelastet, sondern im Gegenteil geradezu ein Saubermann ist. So bleibt die Grenzlinie zwischen uns (Wilmarth & Co.) und Denen (Aliens & Handlanger) durchweg aufrechterhalten, wohingegen sie in „Schatten über Innsmouth“ komplett zusammenbricht, was doch einen beträchtlich größeren Horroreffekt auf den Leser ausübt.

Während „Innsmouth“ den Alien IN UNS aufspürt, zeigt uns Akeley den Alien da DRAUSSEN. Dort draußen, das ist Yuggoth alias Pluto, wo die Aliens ihren Stützpunkt errichtet haben, quasi einen Umsteigebahnhof für reisende Gehirne, aber auch Umschlagplatz für auf Erden abgebautes Eisenerz. Deshalb ist der Science-Fiction-Aspekt in dieser Erzählung viel gewichtiger als in den anderen Cthulhu-Storys. Wie bei den mobilen Hirnen (vgl. St. Lem) nimmt auch die Idee einer Alien-Operationsbasis viele spätere Space-Operas vorweg.

Wie kam HPL auf solche visionären Einfälle? Aus der „Erinnerung an HPL“ erfahren wir es nicht, aber diese Reminiszenz ist dennoch von einem gewissen Reiz. Neulinge im Lovecraft-Universum lernen den Autor solcher Horrorschocker wie „Die Ratten im Gemäuer“ als einen netten „Gentleman alter Schule“ kennen, der nur ein wenig verschroben auftritt, aber ansonsten ein sehr umgänglicher und zuvorkommender Zeitgenosse war, der, nach Muriel Eddys Worten, keinen Neid kannte, sondern allen Freunden auf selbstlose Weise half.

Die drei Sprecher erweisen sich als kompetente Ausführende in diesem ausgezeichnet und professionell produzierten Hörbuch. Berghoff, Nathan und Michaelis decken drei verschiedene Aspekte aller Texte ab (s. o.) und ergänzen sich somit in optimaler Weise. Berghoff als Sprecherin im Hörbuchbereich zu gewinnen, ist nicht nur ein Geniestreich, sondern eine echte Bereicherung der Szene.

|Originaltitel: The Whisperer in the Dark, 1931; Howard Phillips Lovecraft: A Reminiscence“, 1996, Necronomicon Press, USA
Aus dem US-Englischen übersetzt von Andreas Diesel und Frank Festa
243 Minuten auf 4 CDs|

J. R. R. Tolkien – Der Herr der Ringe. Die Komplettlesung

Der Fantasyklassiker schlechthin, endlich komplett vorgelesen

Ein verlängertes Wochenende in Mittelerde – hier ist das Ticket zu lösen! Fast 60 Stunden Eintauchen in den Kontinent der Phantasie, den Professor Tolkien mit dem „Herrn der Ringe“ geschaffen hat. Mögen auch die Meinungen über die Aussage auseinandergehen und vor allem der Mangel an weiblichen Figuren beklagt werden, so bleibt doch dieses Epos die Urmutter aller Fantasy in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und immer noch wird an der Verarbeitung dieses Stoffs gestrickt. 2011 soll die Verfilmung des „Hobbits“ in unsere Kinos gelangen.

In dieser Audio-Box bekommt der Tolkien-Fan die ungekürzte Lesung von zwei der besten Sprechkünstler deutscher Zunge geboten: Achim „Gandalf“ Höppner und Gert Heidenreich.
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Jean-Louis Glineur – Todesangst in der Nordeifel

Spannend: Rasante Verfolgungsjagden in der Eifel

Euregio, Eifel. Gegenwart. Eine junge Mutter wird zwischen den Eifel-Dörfern Hammer und Dedenborn überfallen und fast erwürgt. Kurz danach wird eine ermordete Jugendliche in der Nähe Schleidens zwischen Broich und Wintzen aufgefunden. Dem Ehemann der ersten überfallenen Frau arbeitet die Polizei zu langsam, und er beauftragt die Privatdetektive Alwin Schreer und dessen Kollegin Anne-Catherine Vartan – die Detektei Schreer & Vartan.

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Charlotte Brontë – Jane Eyre (Lesung)

Schwerstarbeit: Leiden mit der Gouvernante

Jane Eyre tritt im Jahr 1837 auf dem düsteren Landsitz von John Rochester eine Stelle als Erzieherin von dessen Mündel Adèle an, verliebt sich in den eigenwilligen Tyrannen und muss am Tage ihrer Hochzeit feststellen, dass Rochester bereits verheiratet ist. Wie ein wildes Tier wird seine wahnsinnige Frau auf dem Dachboden gehalten – die entsetzte Jane verlässt den geliebten Mann. |“Ich bin kein Vogel, und kein Netz umgarnt mich, ich bin ein freier Mensch mit einem freien Willen – das werde ich zeigen, indem ich Sie verlasse.“| Erst nach einem furchtbaren Unglück finden die beiden Liebenden zueinander.

Die Geschichte der Waise, die allen Widrigkeiten zum Trotz zur selbstbewussten Persönlichkeit heranreift und am Ende das Glück in der Liebe findet, ist millionenfach gedruckt, in fast alle Sprachen übersetzt, mehrfach verfilmt und von Lesergenerationen verschlungen worden.
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Frank Schätzing – Der Puppenspieler (Lesung)

Mörderische Pointe – kongenialer Vortrag

Der Kurzkrimi in Kürze: Eine seltsame Freundschaft verbindet Schlemmer, jung, gut aussehend, selbstbewusst, mit dem alten und todkranken Koch. Beide arbeiten als Puppenspieler. Der eine hat große Theaterambitionen, der andere führt ein sonderbares Einsiedlerdasein. Als Koch seinem Freund gesteht, dass er vor langer Zeit zehn Millionen von einer Kaufhauskette erpresst, das Geld aber nie ausgegeben hat, wittert Schlemmer seine Chance …

Der Autor
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Die drei ??? – Böser die Glocken nie klingen (Hörspiel-Adventskalender 2023)

Die Handlung:

Weihnachten auf dem Schrottplatz – doch die drei ??? gönnen sich keine Pause. Auch in der besinnlichen Adventszeit übernehmen Justus, Peter und Bob jeden Fall.Die drei Detektive schmücken den Weihnachtsbaum auf dem Schrottplatz, als sie plötzlich einen kryptischen Hilferuf in einem Weihnachtsglöckchen entdecken. Doch wer ist der Absender? Die Spur führt die drei ??? in ein Wohnheim für Jugendliche. Die Zeit drängt – wird es ihnen bis zum 24. Dezember gelingen, den Fall zu lösen? Ein weihnachtlicher Fall in 24 Kapiteln. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, das ist neu. Eigentlich gibts einen Hörspiel-Adventskalender bei EUROPA-Hörspielen immer erst im Folgejahr nach Erscheinen der Romanversion (oder der Download-only-Fassung). In diesem Jahr gibts im September das Buch und schon Anfang November die XXL-Hörspielfassung des Abenteuers. Doppelter Spaß, Overkill oder ein Versuch, die Abstände zwischen Buch und Hörspiel generell zu verkürzen? Das würde zumindest bei mir gut ankommen, freue ich mich doch meist direkt nach dem Lesen des Romans aufs Hörspiel und hätte kein Problem damit, es mir direkt gleich auch anzuhören.

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H.P. Lovecraft – Herbert West, der Wieder-Erwecker (Gruselkabinett Folge 150)

Die Rache der Untoten

Arkham 1904: Zwei Studenten der medizinischen Fakultät der Miskatonic University wagen sich trotz eines ausdrücklichen Verbotes an höchst umstrittene Forschungsarbeiten: Sie wollen mit einer Injektion chemischer Flüssigkeiten kürzlich Verstorbene ins Leben zurückholen. Doch die Toten zeigen eine ganz unerwartete Reaktion auf ihre Wiedererweckung… (Verlagsinfo)
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Stephen King – Friedhof der Kuscheltiere (Hörspiel)

Achtung: Manchmal kommen sie wieder!

Wer erinnert sich nicht mit Schaudern an den Film „Friedhof der Kuscheltiere“? Vielleicht sogar an dessen Fortsetzung von 1992? Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) produzierte 1999 ein stimmungsvolles Hörspiel, das dem Film durchaus das Wasser reichen kann. Tatsächlich dringt der Horror des Endes noch stärker zum Zuhörer durch, denn keine Bilder unterstützen seine Vorstellungskraft – diese wird vielmehr selbst aktiv, wodurch der Horror umso unmittelbarer wirkt.

Tierliebhaber seien gewarnt: Wiederauferstandene Katzen gehören nicht ins Haus oder in die Nähe von Kindern!

_Der Autor_

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Marlen Haushofer – Wir töten Stella (Lesung)

Familienhölle: eine tödliche Maschine

Die Novelle „Wir töten Stella“ ist die eiskalte Bestandsaufnahme einer gescheiterten Beziehung. Aus ängstlicher Bequemlichkeit und dem vergeblichen Wunsch, dem 15-jährigen Sohn eine perfekte Familie vorzugaukeln, nimmt eine Ehefrau und Mutter die Affären ihres Mannes duldend hin. Sie schreitet auch nicht ein, als Richard die 19-jährige Titelfigur verführt. Diese nimmt sich schließlich aus Verzweiflung das Leben, obwohl es dabei wie ein Verkehrsunfall aussieht. Wer hat hier wen getötet? Die Ehefrau klagt sich als Komplizin ihres Mannes an …

Die Autorin

Marlen (eigentlich Marie Helene) Haushofer wurde am 11. April 1920 in Frauenstein, Oberösterreich, als Tochter eines Revierförsters geboren. Sie studierte 1940 Germanistik in Wien und Graz und lebte später mit ihrem Mann, einem Zahnarzt, und zwei Kindern in Steyr. Sie starb am 21. März 1970 in Wien. Sie schrieb neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Sprechstundenhilfe hauptsächlich Romane, Novellen, Erzählungen sowie Kinder- und Jugendbücher. Sie wurde von österreichischen Schriftstellern gefördert.

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Lucas, George – Star Wars – Krieg der Sterne, Episode IV: Eine neue Hoffnung

Es war ja abzusehen, aber nun gibt es die erste Star-Wars-Trilogie auch im Hörspiel. Wer darauf skeptisch reagiert, sollte sich von der Qualität selbst überzeugen: Sie ist erstklassig. Mir hat die Episode IV am besten gefallen. Wer seine Stereoanlage ordentlich aufdreht, bis die Wände wackeln, wird den Angriff auf den Todesstern erleben, als sitze er selbst in einem X-Wing-Jäger.

_Das Hörspiel_

Der technische Standard der Hörspiels ist vom Feinsten – wie es sich für eine Lucas-Produktion gehört. Der Ton erklingt in Stereo, und wer seine HiFi-Anlage ordentlich aufdreht und die Bässe zuschaltet, wird ein Klangerlebnis ernten, das dem der DVD-Version (in DD 5.1) kaum nachsteht. Leider kommt der Soundstandard der CD momentan nicht über DD 2.0 hinaus.

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Doch Hörer, die das Buch nicht kennen, werden über so manchen Namen stolpern, der in den Filmen entweder nicht erklingt oder überhört wird. Es könnte aber auch an den Änderungen liegen, die Lucas in den DVD-Fassungen vornahm.

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten, so etwa von zwei C3POs, einem silbernen und einem goldenen.

Star-Wars-Fans werden sogleich auch die Poster-Art wiedererkennen. Sie ist auch auf der Innenseite und Rückseite der Jewelbox zu finden. Das dürfte auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales Lucasfilm-Produkt, lizenziert von WortArt, handelt.

|Der Sprecher|

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine sonore Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Handlung_

Es war einmal in ferner Zukunft in einer weit entfernten Galaxis. Diese Galaxis wird von einem Bösewicht namens Grand-Moff Tarkin beherrscht, dessen rechte Hand ein schwarz gewandeter Sith-Lord mit Namen Darth Vader und eiserner Gesichtsmaske ist. Das Röcheln seines Atemgeräts wirkt direkt hypnotisch.

Wieder einmal hat Vader ein Rebellennest ausgehoben und dabei eine alderaanische adlige Senatorin geschnappt, die sich Leia Organa nennt und eine gar absonderliche Haartracht trägt (kommt im Hörbuch leider nicht zur Geltung 😉 ).

Bevor man sie verhaftet und in die Mangel nimmt, um weitere Rebellenwelten aufzuspüren, gelingt es ihr, ihren Droiden namens R2-D2 mit einer geheimen Botschaft loszuschicken. Diese Botschaft enthält die Positionsdaten der planetengroßen, gepanzerten Zentrale Tarkins, des so genannten „Todessterns“, der in der Lage ist, ganze Planeten zu pulverisieren – und dies sogleich mit der Vernichtung der Welt Alderaan demonstriert.

R2-D2 und seine Kumpel, der goldene Dolmetscherroboter C3PO, stranden auf der Wüstenwelt Tatooine, werden von zwergenhaften Schrotthändlern gefunden und an einen „Gewürzfarmer“ verkauft, dessen Adoptivsohn Luke Skywalker die beiden Maschinen fortan warten soll. R2-D2 spielt Luke die Botschaft Prinzessin Leias vor. Darin bittet sie auch um Hilfe von einem Typen namens Ben Kenobi, doch Luke kann sich darunter nur einen verrückten Alten in den Bergen vorstellen.

Dieser entpuppt sich als Schlüsselfigur für alles Weitere. Kenobi war ein Jedi-Ritter, jener mit Psi-Kräften ausgestatteten Ordnungsmacht der gestürzten Regierung. Er schenkt Luke ein Laserschwert, das seinem leiblichen Vater gehört hat: Auch dieser sei einst ein Jedi-Ritter gewesen. Kenobi sympathisiert natürlich mit den Rebellen und will Luke zur Beherrschung der „Macht“ verhelfen, die angeblich alle Lebewesen miteinander vereint und Grundlage ihrer religiösen Philosophie ist.

Doch unterdessen sind Tarkins Truppen den Spuren der Roboter gefolgt und haben Lukes Adoptiveltern getötet. Luke, Kenobi & Anhang begeben sich zum lokalen Raumhafen und heuern die Dienste eines charmanten Glücksritters und Schmugglers namens Han Solo an. Er soll sie nach Alderaan fliegen, wo sie Leia vermuten. Doch Alderaan wurde ja inzwischen vernichtet. Dafür fliegen sie den Spähern Tarkins und Vaders in die Arme. Man bringt sie in den Todesstern. Gibt es für sie eine Chance aufs Entkommen?

_Mein Eindruck_

Eine Kritik des Filmes versuchen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen: Jeder hat schon darüber geschrieben. Tatsächlich ist „Krieg der Sterne Episode 4“ einer der meistkritisierten und -gelobten Filme aller Zeiten. Bei seinem Erscheinen 1976/77 wurde er von der Filmkritik regelmäßig verrissen, doch die Kids standen Schlange. Das 50-Millionen-Dollar-Sternenmärchen „haute die 20th Century Fox schlagartig aus den roten Zahlen.“ Und allein die Merchandising-Produkte, für die sich Lucas die alleinigen Rechte gesichert hatte, brachten ihm etwa eine Milliarde Dollar ein. Mit den bislang vier Fortsetzungen wuchs dieser Geldstrom noch, und Lucas, der seit 1971 an „Star Wars“ gearbeitet hatte, gründete ein Firmenimperium, zu dem Tonstudios und SFX-Schmieden wie ILM gehören, von Merchandising ganz zu schweigen.

Ich brauche nicht mehr zu sagen. Im Jahr 2004 ist die Doppel-Trilogie beinahe fertig: Nächstes Jahr kommt der (vorerst) letzte Film in unsere Kinos: Episode III (es geht um die Sith). Die DVD-Box der ersten Trilogie ist nun mit großem Erfolg in den Läden. Und sie ist der Ausgangspunkt der Hörspielfassung. Das bedeutet auch, wie der Kenner weiß, dass sämtliche Änderungen, die Lucas an den Originalen vornahm, auch in den Hörspielen zu finden sind. Und das sind eine ganze Menge.

|Der Sprecher / Das Hörspiel|

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Darth Vader, Luke, Han Solo – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“. Am besten gefiel mir die jazzig-beschwingte Musik der Alienkapelle in der Schmugglerbar im Raumhafen Mos Eisley auf Tatooine. Und R2-D2s Gefiepe.

Es gibt für mich nur einen Wermutstropfen: Für die Produktion hat man die alten deutschen Sprecherstimmen übernommen. Das erscheint als Pluspunkt, doch leider hat man deren mindere Klangqualität nicht ebenfalls digital aufgebessert. Zuweilen klingen sie etwas scheppernd, und in Szenen mit zahlreichen Sprechrollen kommt es hin und wieder, wenn man ganz genau hinhört, zu Interferenzen und Verzerrungen. Dieser Effekt ist absolut minimal und selten, aber mit einem guten Ohr – und noch besserem Equipment – wahrzunehmen.

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Seine Leistung wird besonders im Finale und dem Epilog, der Siegerehrung, deutlich. Seine tiefe Jack-Nicholson-Stimme klingt dann geradezu enthusiastisch. Die Klangqualität entspricht höchsten Standards.

Änderungen, die Lucas vorgenommen hat, sind hier noch nicht zu hören. Diese folgen am deutlichsten im nächsten Hörbuch.

_Unterm Strich_

Episode 4 ist von allen ersten drei Star-Wars-Episoden die am stärksten an Vorbildern angelehnte Story. (Zu den Vorbildern gehören nicht nur die Science-Fiction-Serien der dreißiger und fünfziger Jahre, sondern noch weit ältere Erzählstrukturen der westlichen Welt, wie etwa Ritterepen.)

Im Vergleich zu den beiden anderen Hörbuch-Episoden ist sie die am klarsten aufgebaute und am leichtesten verständliche Episode. Episode 5 ist so vollgepackt mit Action und Drama, dass sie schon wieder hektisch erscheint. Und Episode 6 verblüfft mit langen philosophischen Szenen, die das Tempo der Handlung beinahe ausbremsen. Daher hat mir Episode 4 am meisten Spaß gemacht: hundert Punkte!

|Umfang: 62,5 Minuten auf 1 CD|

Lumley, Brian – Necroscope 5 – Totenwache (Lesung)

_Das Ende des Wartens: vier Action-Höhepunkte_

In den bewaldeten Berghängen Rumäniens schlummert eine tödlich vergessene Gefahr ihrem Erwachen entgegen. Währenddessen wird sich Vampir Yulian Bodescu in seinem englischen Landhaus seiner unglaublichen Kräfte bewusst. Das britische E-Dezernat stürmt den Ort bizarren Schreckens. Doch Totenhorcher Harry Keogh braucht die schonungslose Hilfe seiner toten Freunde, um den Vampir auszuschalten!

_Der Autor_

Brian Lumley wurde 1937 in England geboren. 1981 beendete er seine Militär-Karriere. Seither arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine ersten Veröffentlichungen standen ganz unter dem Einfluss von H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. 1986 schuf Brian Lumley mit seiner Vampyr-Saga »Necroscope« eine der erfolgreichsten Horror-Serien der Welt.

Alleine in den USA haben sich seine Bücher weit über zwei Millionen Mal verkauft. So wie Brian Lumley den Vampyr darstellt, hat es noch kein Autor zuvor gewagt. Mittlerweile hat Brian Lumley mehr als 50 Bücher veröffentlicht und schreibt fleißig weiter. Er und seine Frau Barbara Ann leben in Devon im südwestlichen England. (Verlagsinfo)

_Der Sprecher_

Lutz Riedel, geboren 1947, ist ein hochkarätiger Synchron-Regisseur und die deutsche Stimmbandvertretung von „James Bond“ Timothy Dalton. Er war auch „Jan Tenner“ in der gleichnamigen Hörspielserie. Ich schätze besonders seine Interpretation von H. P. Lovecrafts Schauergeschichten wie etwa [„Das Ding auf der Schwelle“. 589 Er zeigt hier seine herausragenden Sprecher-Qualitäten, die den Hörer mit schauriger Gänsehaut verzaubern.

Der Berliner Schauspieler hat u. a. Timothy Dalton (James Bond) und Richard Hatch (Kampfstern Galactica) synchronisiert. Auch Richard Gere, Samuel L. Jackson und Christopher Walken hat er schon gesprochen. Lutz Riedel ist mit seiner Kollegin Marianne Groß verheiratet.

Riedel liest einen von Frank Festa bearbeiteten und gekürzten Text. Für Regie, Produktion und Dramaturgie zeichnet Lars Peter Lueg verantwortlich, für Schnitt, Musik und Tontechnik Andy Matern.

_Der Regisseur Lars Peter Lueg_

Der Verlag LPL in eigenen Worten: „Nach 10 erfolgreichen Jahren in der Musik- und Medienbranche als Musikproduzent, Künstlermanager, Leiter von Multimediaprojekten und Tontechniker in verschiedenen Tonstudios war es an der Zeit, die vorhandenen Kontakte und Erfahrungen zu nutzen, um eine vollkommen neue und andersartige Firma zu gründen.

Ein kompetentes Netzwerk von ca. 20 spezialisierten Unternehmen lässt LPL sehr effektiv und unabhängig arbeiten. Durch eine Passion für Filme, (Hör)Bücher und (Hör)Spiele, die sich dem Thema Horror verschrieben haben, sind Lars Peter Lueg und seine Partner mit viel Herzblut dabei. LPL stellt ausschließlich Produkte her, hinter denen der Verlagsleiter auch zu 100 % steht.“

_Der Komponist_

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu-Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Für seine Arbeiten an den Hörbüchrn zu „Illuminati“ und „Sakrileg“ erhielt er ebenfalls Gold und Platin. Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

_Handlung_

Anno 1977. In Devonshire beginnt der finale Angriff auf das Gutshaus, in dem sich der Vampyr Yulian Bodescu, der letzte Spross von Thibor Ferenczy, aufhält. Er hat drei Frauen ebenfalls zu Vampyren gemacht, so dass sie ihm zu Willen sind. Als die Agenten des ESP-Dezernats des britischen Geheimdienstes, bewaffnet mit Armbrust und Flammenwerfer, anrücken, werfen sich die Frauen, mit einer Ausnahme, den Agenten entgegen und es kommt zu grausigen Szenen. Einer der Agenten muss geopfert werden, um Schlimmeres zu verhüten. Nur Georgina Bodescu, die Mutter des Vampyrs, verbrennt in der Ruine des gesprengten Hauses.

Doch haben sie den Blutsauger wirklich erwischt, fragen sich die Agenten zu Recht, oder ist er ihnen entwischt? Guy Roberts erlebt in der Einsatzbesprechung eine handfeste Überraschung. Newton hat nicht nur den schwarzen Schäferhund Vlad gesehen, den sie erwischt haben, sondern noch einen zweiten Hund. Und jetzt, wo er daran denkt, kommt ihm dessen halb aufrechte Bewegungsweise merkwürdig vor. Für Roberts ist der Fall klar: Bodescu ist entkommen und sucht als nächstes den alten Widersacher seines Vaters: den Agenten und Necroscopen Harry Keogh.

Sofort setzt Roberts zwei Agenten, darunter Newton, nach York in Marsch und folgt selbst im Zug. Brenda Keogh ist inzwischen gewarnt. In ihrem Haus logieren bereits zwei anderen Agenten und sogar zwei lokale Polizisten. Sollten sie ihr und ihrem Baby Harry Keogh jr. nicht ausreichend Schutz bieten, fragt sie sich. Wie sich herausstellt, ist dies beileibe nicht der Fall, und so sehen sich Roberts und seine Mannen fast hilflos einer unheimlichen Kreatur gegenüber, die sich nach Belieben in Mensch, Wolf oder Fledermaus verwandeln kann. Doch Junior hat für das Monster eine Überraschung parat.

Unterdessen haben in den Karpaten die britischen und russischen ESP-Agenten ganze Arbeit geleistet. Die Gruft des alten Obervampyrs Thibor Ferenczy wurde ausgebrannt und gesprengt. Nun befinden sie sich auf der Fahrt zu der Burg Fetor Ferenczys, der Thibor vor tausend Jahren zu einem Vampyr gemacht hatte. Dort soll es in den Ruinen noch Überreste von infizierten Wesen geben, die sie beseitigen wollen.

Aber der neue Leiter des russischen E-Dezernats, Ivan Girenko, hat hochfliegende Machtpläne und möchte die Vampyre keineswegs vernichten, sondern sie vielmehr als Waffe gegen seine Gegner einsetzen. Er kann einen ersten Erfolg verbuchen. Er hat den britischen Chef der ESPer, Andy Kyle, geschnappt und nach Moskau entführen lassen. Die ostdeutsche Telepathin Zakyntha durchforstet das weitreichende Wissen in Kyles betäubtem Gehirn, doch Girenkos Techniker gehen viel weiter: Mit ihren Methoden zerstören sie Kyles mentale Essenz so weit, bis der Mann hirntot ist. Doch nun ist Zak die Einzige, die Kyles Geheimnisse über Harry Keogh und sein Treiben kennt. Das macht sie zu einer gefährlichen Widersacherin Girenkos, als sich ihr Gewissen regt.

Für die Vampyrjäger in den Karpaten wird die Zeit knapp, denn Girenko hat einen Top-Killer des KGB auf sie angesetzt. Theo Dogyk hat bereits einen Briten auf dem Gewissen, der ihm in Genua übel mitgespielt hat. Und Dolgyk macht das Töten von Menschen wirklich Vergnügen. Aber er hat nicht mit dem Erscheinen Harry Keoghs gerechnet.

_Mein Eindruck_

Nachdem der Autor die Vorgeschichte Harry Keoghs und der zwei Urvampyre Fetor und Thibor Ferenczys des Langen und Breiten erzählt hat, kommt er nun endlich zur Sache. Diese Episode der inzwischen über zwanzigbändigen Serie ist prallvoll mit Action, Drama und Spannung. Die Kampfszenen sind keineswegs für zartbesaitete Gemüter geeignet, aber diese Warnung gilt für die gesamte Serie. Insgesamt gibt es vier Actionhöhepunkte, und einer ist besser als der vorhergehende. Nur der letzte, der in den Karpaten stattfindet, dauert eine halbe Ewigkeit, bis es den bösen Buben endlich erwischt.

Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht so viele Abschlüsse erwartet, sondern die übliche Taktik des Autors, Enden offenzulassen und bewährte Figuren für eine weitere Episode aufzusparen. Diese Salamitaktik scheint Lumley endlich aufzugeben und alle losen Fäden zu einem Ende zu bringen. Auch sämtliche Keoghs sind in Sicherheit. Deshalb lautet am Schluss die einzige entscheidende Frage: Woher stammen eigentliche diese merkwürdig außerirdisch anmutenden Vampyri? Sie können einen völlig normalen Menschen wie eine Amöbe übernehmen und sich in ihm ausbreiten, fügen ihm dadurch aber keinen Schaden zu, sondern verleihen ihm im Gegenteil übermenschliche Fähigkeiten – siehe Yulian Bodescu. Die Antwort soll in dem Band „Das Dämonentor“ gegeben werden. Ich erwarte jedoch den Beginn eines erneuten Binnenzyklus innerhalb der Reihe.

Nur an einer Stelle machten mich die Kürzungen stutzig: Dass der britische Top-Agent Andy Kyle von den Russen geschnappt wird, wird mit keiner Silbe erzählt und auch nicht im Nachhinein geschildert. Dramaturgisch gesehen, ist das völlig gerechtfertigt, aber der Hörer reibt sich doch etwas verwundert die Ohren: Wo kommt denn Kyle plötzlich her?

|Die Übersetzung|

… könnte auch etwas besser sein. Mit Bedauern vernahm ich, dass englische „authorities“ nicht deutsche „Behörden“ sind, sondern nebulöse „Autoritäten“, was auch immer das sein mag. Die eins-zu-eins übernommenen Bezeichnungen für Agenten mit speziellen Fähigheiten finde ich ebenfalls überdenkenswert. Was hat man sich unter einem „Lokator“ vorzustellen? Nun, es ist ein simpler Aufspürer. Und ein „Deflektor“ ist ein Abwehrspezialist. Fremdsprache kann pompöses Brimborium sein und manchmal gibt es ausgezeichnet geeignete Entsprechungen. Nicht immer, aber immer wieder.

|Übrigens …|

Lustig ist auch immer wieder der ominöse „Möbius-Raum“ bzw. das „Möbius-Universum“, in das Harry Keogh in seiner Geistform vordringen kann, um sich von A nach B zu bewegen. Das Konzept, das der Autor schon frühzeitig eingeführt hat, beantwortet auf anschauliche Weise die Frage, wo die Geister hingehen, wenn man sie nicht zu Gesicht bekommt. Im Möbius-Universum scheint es wie auf einer Rennbahn zuzugehen, denn Harry entdeckt die Lebenslinien von lebenden und postmortalen Existenzen in diesem virtuellen Raum. Die Guten sind blau, die „bad guys“ wie die Vampyre sind, wie es sich beim Militär von jeher schickt, rot gezeichnet. Wie schön, dass es auch nach dem Ableben eine Moral gibt.

|Der Sprecher|

Lutz Riedel liefert auch hier eine tolle Leistung ab. Sein modulationsreicher, dramatischer Vortrag hat mich ziemlich beeindruckt. Wer mit dem Geist zu sehen vermag, kann sich das Entsetzen der entsprechenden Szenen lebhaft und geradezu wie einen Film vorstellen. Einfach fabelhaft. Geradezu unheimlich ist mir die sehr tiefe, schleimig-böse Darstellung von Obervampyr Fetor Ferenczy im Gedächtnis. Gelungen finde ich auch, wie Riedel Frauen intoniert, allerdings hat er hier seine Taktik geändert. Statt eine Art Fistelstimme einzusetzen, lässt er Frauen wie Zakyntha ganz normal klingen, also mit seiner typischen männlichen Stimme, wenn auch wenig weicher. Die Wirkung ist wesentlich natürlicher als in den ersten Hörbüchern.

|Die Musik|

Geräusche gibt es keine, aber dafür eine Menge Musik. Diese ist nicht in den Hintergrund verbannt, sondern dient (außer als Intro und Extro) der Abgrenzung der einzelnen Kapitel wie auch deren Unterabschnitte. Diese Abschnitte sind aufgrund der nichtlinearen Erzählstruktur oftmals mit Rückblenden durchsetzt. Man kann ja auch die beiden Binnenhandlungen als sehr umfangreiche Rückblenden auffassen.

In meinen Notizen habe ich überall das Auftreten von Pausenmusik eingetragen, und dabei stellt sich ein deutliches Muster heraus. Sobald eine Szene ihren Höhepunkt erreicht hat, wird sie oftmals abgebrochen, damit sie sich in der Vorstellung des Lesers bzw. Hörers fortspinnen lässt. Sofort setzt Musik ein, die diesen Vorgang auf emotionaler Ebene steuert und stützt. Auf einer geistigen Ebene tritt hier allerdings eine kleine Verschnaufpause ein …

Man sollte auch bedenken, dass wir es diesmal mit einer stark gekürzten Fassung zu tun haben. Statt der vorherigen sechs CDs sind es diesmal nur noch vier. Abgebrochene Szenen sind zwar mitunter sehr wirkungsvoll, aber wer weiß, was dabei alles verschwiegen wird. Mir war es jedenfalls genug.

_Unterm Strich_

Der Ausdruck „Non-stop-Action“ wäre zu hoch gegriffen, denn zwischen vier dramatischen Höhepunkten sind immer wieder ruhigere Sequenzen eingeschoben, die den nächsten Höhepunkt vorbereiten. Aber endlich bringt der Autor eine Menge Handlungsfäden zu einem befriedigenden Abschluss, so dass sich diese Episode der Serie erheblich von ihren Vorgängern unterscheidet. Ich konnte sie in einem Durchgang ohne Pause anhören und fühlte mich lediglich im endlos hinausgezögerten Finale etwas gelangweilt.

Der Sprecher Lutz Riedel stellt wieder einmal seine Engagiertheit für die Horrorliteratur unter Beweis, ebenso wie die Flexibilität seines Sprechorgans und seiner Darstellungskraft. Dies trägt dem Hörbuch einen dicken Pluspunkt ein.

|313 Minuten auf 4 CDs|
http://www.lpl.de
http://www.luebbe-audio.de
http://www.festa-verlag.de
http://www.andymatern.de/

John Sinclair – 164 – Baals Opferdolch (Teil 1 von 2)

Die Handlung:

Ein Hinweis auf das Testament des legendären russischen Heilers Rasputin führte uns zu einem Kloster in der Nähe von St. Petersburg. Auch unser Erzfeind Akim Samaran war auf der Jagd nach dem Testament. Um es zu erlangen, war er sogar bereit, sich mit dem Götzen Baal zu verbünden! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 403 gemacht, das erstmalig am 24. März 1986 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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