Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Stephan Harbort – Phänomen Serienmörder: Blaubeer-Mariechen

Mogelpackung: Kriminalfall mit Predigt

Der Kriminalkommissar berichtet in seiner Hörbuchserie „Phänomen Serienmörder“ authentische Kriminalfälle aus der deutschen Kriminalgeschichte. In der Folge „Blaubeer-Mariechen“ wirkt die Serientäterin wie das nette, rundliche „Muttchen“ von nebenan, das keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Doch in den Verhören auf dem Polizeirevier kommt die dunkle Seite von Maria Horn ans Licht …

_Der Autor_

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Michael Connelly – Die Frau im Beton. Ein Harry-Bosch-Krimi

Solide Wertarbeit für spannende Unterhaltung

Vor vier Jahren hat Detective Harry Bosch einen vermeintlichen Serienmörder erschossen: den „Puppenmacher“. Nun bringt ihn die Witwe wegen Mordes vor Gericht. Kaum hat der Prozess begonnen, wird die Polizei mit einem anonymen Brief im Stil des „Puppenmachers“ auf eine einbetonierte Frauenleiche aufmerksam gemacht. Dieser Fund lässt es zweifelhaft erscheinen, dass der als „Puppenmacher“ Erschossene tatsächlich der Mörder gewesen sind.

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Tolkien, J. R. R. – Lord of the Rings, The

_Musikalisch-poetische Version, mit Ecken und Kanten_

Der Herrscher der Dunkelheit, Sauron, ist im Dritten Zeitalter Mittelerdes wieder erstarkt und sucht angestrengt nach dem Einen Ring, den ihm am Ende des Zweiten Zeitalters die Fürsten der Menschen abgenommen haben. Dieses Instrument totaler Macht, genannt „Isildurs Fluch“, ist inzwischen in der Obhut eines unwahrscheinlichen Hüters, eines Hobbits. Von hier muss der Ring der Macht dorthin zurückgebracht werden, wo er geschmiedet wurde: Im Schicksalsberg muss er zerstört werden, um ihn Saurons Zugriff endgültig zu entziehen und dessen Herrschaft über Mordor zu beenden. Dies ist die Geschichte, wie diese Heldentat unternommen wurde. Ob sie wohl gelang?

Das englische Hörspiel, das Brian Sibley 1981 für die BBC inszenierte, wurde persönlich von Tolkiens Sohn Christopher überwacht und ist die der Vorlage am engsten folgende Version in englischer Sprache. Ganz gleich, welche deutsche Übersetzung man bevorzugt – hier ist eine Fassung, die dem Original, wie es gedacht war, so nah wie nur möglich kommt: knapp zwölf Stunden lang.

Die Titelillustration stammt von John Howe und zeigt einen der Nazgûl auf seiner geflügelten Bestie im Anflug auf Barad-dûr, den Schwarzen Turm. Die Zeichnung entstammt einem der tollen Tolkien-Kalender und der englischen Jubiläums-Ausgabe des Buches.

_Der Autor_

Professor John R.R. Tolkien (1892-1973) hat das „wichtigste Buch des 20. Jahrhunderts“, so die Umfrageergebnisse, geschrieben: „Der Herr der Ringe“ (1954/55). Nicht allzu viele Menschen hingegen wissen, dass die Ereignisse, die in HdR geschildert werden, nur die Spitze des Eisbergs dessen darstellen, was Tolkien zeit seines Lebens geschaffen hat. Dieses imaginäre Universum findet sich zu großen Teilen (aber nicht vollständig) im [„Silmarillion“ 408 wieder, das erst vier Jahre nach dem Tod des Oxford-Professors erscheinen konnte, so kompliziert war die Arbeit daran.

_Die Inszenierung der BBC 1981_

Brian Sibley und Michael Bakewell schufen die dramaturgische Fassung für das Hörspiel. Sibley hat bereits das erste Buch über die filmhistorischen Hintergründe von Peter Jacksons „Herr der Ringe: Die Gefährten“ geschrieben. Das Buch wurde verdientermaßen ein internationaler Bestseller.

Die feine, sinfonische Musik komponierte und dirigierte Stephen Oliver, wobei er auf die Originaltexte zurückgriff. Das merkt der Hörer an den zahlreichen Liedern, die verschiedenen Traditionen angehören. Diese Lieder und diverse Hintergrundgesänge wurden von den Mitgliedern des New Chamber Soloists Ensembles, mit den Ambrosian Singers und mit manchen Sprechern unter der Leitung von Barry Rose aufgeführt.

Der Radio-Sound wurde von Elizabeth Parker ausgesteuert. Produziert haben das Ganze die Regisseurinnen Jane Morgan und Penny Leicester.

_Die Sprecher_

Es sind hier einige bekannte Schauspieler versammelt, die als Sprecher der weltbekannten Figuren arbeiteten. Ich nenne nur die wichtigsten Figuren.

Sir Ian Holm: Frodo Baggins
William Bighy: Samwise Gamgee
John le Mesurier: Bilbo Baggins
Michael Hordern: Gandalf
Robert Stephens: Aragorn
Peter Woodthorpe: Gollum / Sméagol
Richard O’Callaghan: Merry (Meriadoc Brandybuck)
John McAndrew: Pippin (Peregrine Took)
David Collins: Legolas
Douglas Livingstone: Gimli Gloin’s son
Michael Graham Cox: Boromir of Gondor
Peter Vaughan: Denethor
Andrew Seear: Faramir
Jack May: King Théoden of Rohan
Peter Howell: Saruman
Hugh Dickson: Elrond
Marian Diamond: Galadriel
Stephen Thorne: Treebeard
Philip Voss: Lord of the Nazgûl, Witchking of Angmar
Gerard Murphy: the narrator

_Handlung_

Der Zauberer Gandalf, ein alter Freund der Hobbits im Auenland, trifft rechtzeitig zum Geburtstag des Hobbits Bilbo Beutlin in ein. Bilbo übergibt beim lange geplanten Abschied von der Heimat einen goldenen Ring an seinen Neffen Frodo. Diesen Ring hatte er einst einem Wesen namens Gollum abgenommen. Bilbo geht nach Bruchtal, einem Refugium der Elben. Gandalf findet durch Recherchen in der Stadt Gondor heraus, dass Frodos goldener Ring der beherrschende Ring der Macht ist, den der dunkle Herrscher Sauron schmiedete, um alle anderen Ringe der Macht – die der Elben, der Zwerge und der Menschen – zu beherrschen.

Gandalf findet auch heraus, dass Sauron bereits seine Ringgeister in Gestalt schwarzer Reiter ausgesandt hat, um den Ringträger zu töten und den Einen Ring zu ihm zu bringen. Auf Gandalfs Geheiß muss Frodo mit seinem Freund Sam Gamdschie schleunigst das Auenland verlassen und sich nach Bruchtal durchschlagen. Zwei Freunde, Merry und Pippin, schließen sich ihnen an. (Auch in dieser Fassung fällt die Begegnung mit Tom Bombadil und dem Dämon in den Hügelgräberhöhen aus.) In der Grenzstadt Bree nimmt ein zwielichtiger Waldläufer sie unter seine Fittiche. Ein erster Angriff im Gasthaus schlägt durch eine List Streichers fehl.

|Der Kampf auf der Wetterspitze|

Dieser „Streicher“, wie er genannt wird, kann aber einen zweiten Angriff der Ringgeister auf dem Berg Wetterspitze nicht verhindern, bei dem Frodo durch eine vergiftete Klinge schwer verwundet wird. Der plötzlich auftauchende Elb Glorfindel bringt Frodo auf seinem schnellen Pferd mit knapper Not vor den Schwarzen Reitern in Sicherheit. An der Furt des Bruinen beschwört er die Flussgeister herauf, die Reiter des Feindes zu verschlingen. Dies gelingt, und Frodo erlebt es nebulös noch mit, bevor sein Geist in Bewusstlosigkeit versinkt.

Frodo erwacht genesen in Bruchtal, im Haus des Halbelben Elrond, Arwens Vater. Er trifft seinen Onkel Bilbo wieder, der in nur wenigen Monaten beträchtlich gealtert ist, aber inzwischen sein Buch fertiggestellt hat, in dem er seine Abenteuer mit den Zwergen und dem Drachen unter dem Einsamen Berg erzählt („The Hobbit or There and Back Again“).

|Elronds Rat|

Ein Rat der Freien Völker Mittelerdes beschließt unter Elronds Vorsitz, den Einen Ring nicht zu benutzen, sondern in den Feuern des Schicksalsberg zu zerstören. Allerdings muss man sich dazu ins schreckliche Land Mordor unter die Augen Saurons wagen. Frodo nimmt die Aufgabe freiwillig auf sich, denn alle anderen zerstreiten sich in dieser Frage. Aragorn, der einstige „Streicher“ und König im Exil, verabschiedet sich von seiner Verlobten Arwen, Elronds Tochter.

Der Ring geht nach Süden, zuerst Richtung Rohan, dann über das Nebelgebirge, doch als durch Saruman auch dieser Weg blockiert wird, in die düsteren Minen von Moria, einem einstigen Zwergenreich. So will es der verräterische Zauberer Saruman, der Boss der Zauberer. Doch Gandalf ahnt, welcher Schrecken in Moria auf ihn wartet. Dennoch hat er keine Furcht und stellt sich seiner Aufgabe.

|In die Tiefen Morias|

In der Grabkammer eines Zwergenfürsten werden die neun Gefährten von Orks überrascht und Frodo stirbt fast an dem Speerstich eines Höhlentrolls. An der Brücke von Khazad-dûm jedoch lauert größerer Schrecken: Ein Feuerdämon aus der Alten Welt stellt sich Gandalf in den Weg und reißt ihn mit in den Abgrund. Die übrigen acht Gefährten sind am Boden zerstört. Im Waldreich der Hochelbin Galadriel (sie ist Arwens Oma) und Celeborn erholen sich die Gefährten und Frodo wird auf eine schwere Probe gestellt.

|In Lórien|

Nach der Weiterreise auf dem großen Strom Anduin kommt es zur Entscheidung, wohin sich die Gemeinschaft wenden soll: nach Westen gen Rohan oder nach Osten Richtung Mordor. Eine Auseinandersetzung zwischen Frodo und dem Gondorkrieger Boromir zwingt Frodo zum Verlassen seiner Freunde. Nur Sam begleitet ihn auf seinem einsamen Weg ins Reich des Bösen.

Doch die anderen Gefährten müssen sich ihres Lebens erwehren, weil ein Trupp von Uruk-hai-Kriegern Sarumans hinter dem Ring her ist und droht, alle abzuschlachten. Boromir fällt, doch kann er nicht verhindern, dass die Uruk-hai die Hobbits Merry und Pippin entführen. Irrtümlich nehmen sie an, dass dies die Ringträger sind. Aragorn, Gimli und Legolas verfolgen die Uruk-hai.

(Mit dieser Zusammenfassung des ersten Teils möchte ich die Inhaltsangabe bewenden lassen. Der Rest der Geschichte ist eh schon ziemlich bekannt.)

_Mein Eindruck_

Die Geschichte Mittelerdes reicht ins Tolkiens Roman zunächst rund 3000 Jahre zurück, bis zu jener Entscheidungsschlacht, als die verbündeten Heere der Menschen (unter Isildur) und der Elben (unter Gil-galad) die Armeen des Dunklen Herrschers Sauron besiegten. Im Zweikampf verlor Sauron nicht nur seine Hand, sondern auch seinen Meisterring und damit auch seine leibliche Existenzform. Sein Geist bestand im Ring fort, der dann später im Strom Anduin verloren ging.

Nun, 3000 Jahre danach, muss der Ring seine Reise wieder nach Osten antreten und dorthin zurückkehren, wo er geschmiedet wurde: im Vulkan des Schicksalsbergs, mitten in Mordor selbst. Mit der Erfüllung von Frodos Mission, den Einen Ring zu zerstören, schließt sich der Kreis – und das Dritte Zeitalter findet seinen Abschluss, die Ära der Herrschaft der Menschen beginnt. Die alten Götter sind tot: der halbgöttliche Maia Sauron und sein Verbündeter Saruman. Aber auch die Unsterblichen verlassen Mittelerde: die Elben. Und die Hauptstadt der Zwerge, Khazad-dum, später Moria genannt, ist längst untergegangen. Bleiben also noch die Menschen – und die Hobbits in ihrem von Gandalf geschützten Reservat.

|Ein Schöpfungsmythos|

Unter diesem größeren Blickwinkel ist „Der Herr der Ringe“ ein alternativer Schöpfungsmythos für eine Vorgängerwelt zu unserer Welt: Mittelerde. Dieses Charakteristikum hat Tolkiens Roman mit den großen Schöpfungsmythen der Erde gemeinsam: mit dem „Kalevala“ der Finnen oder dem Gilgamesch-Epos Mesopotamiens, mit dem Osiris-Mythos der alten Ägypter oder der Artus-Legende der keltischen Völker Britanniens. Denn wie es im Vorspann der Verfilmung heißt: „Aus der historischen Wahrheit wurde Erzählung, aus der Erzählung Legende, und aus der Legende Mythos“. Das Spektrum dieser Geschichten ist fließend, ein Kontinuum.

Deshalb kann nicht nur Tolkien einen Roman darüber schreiben, sondern auch das Hörspiel vorgeben, eine historische Begebenheit zu erzählen – denn beide erzählen den Stoff, aus dem der Mythos ist. Und dem ist die vierte Dimension der messbaren Zeit gleichgültig, denn er birgt eine überzeitliche Wahrheit: die Story davon, dass und wie es möglich ist, dass das Gute das Böse besiegt – in jedem einzelnen Lebewesen, wie der Kampf um den Ring zeigt.

|Frodos Machtprobe|

Nicht umsonst bietet Frodo jedem der Mächtigen den Besitz des Ringes an. Dies ist eine Probe, wie man es mit der Macht hält. Nacheinander lehnen Gandalf, Galadriel und Aragorn den Besitz des Ringes ab, doch Boromir, ein edler Kämpfer der Menschen von Gondor, nicht. Man kann sich fragen, worin er sich von Aragorn unterscheidet, der doch ebenso ein edler Krieger der Menschen ist und ein künftiger König obendrein. Doch während Boromir den Ring als Instrument der Machterweiterung betrachtet, ist er für Aragorn etwas anderes: Der Ring ist selbst eine Macht, denn in ihm wohnt der Geist des Maia Sauron. Und den kann man weder für die eigenen Zwecke einsetzen noch bezwingen.

Doch besseres Wissen reicht nicht, wie Boromir kurz vor seinem Tod zeigt, als er den Ringträger angreift. Es muss bei Aragorn offenbar noch ein weiterer Faktor hinzukommen, um ihn immun gegen die Verlockung des Rings zu machen. Ich denke, es ist die Liebe Arwens, der Elbin, die ihrer Unsterblichkeit entsagt, um einen Sterblichen lieben und heiraten zu können (dies ist erst der zweite oder dritte derartige Fall in den drei Zeitaltern Mittelerdes, von dem uns Tolkien berichtet), die es Aragorn ermöglicht, materielle Macht, das Versprechen des Rings, abzulehnen.

|Die Rolle von Freiheit und Liebe|

Arwens Liebe ist aus freien Stücken gegeben, nicht erzwungen. An zahlreichen Stellen betont der Autor, wie wichtig es ist, dass Frodo das Tragen des Rings freiwillig auf sich nimmt: nicht um das Ding und seine Macht für sich zu besitzen (Bilbo erzählt, wozu dies führt), sondern um die Aufgabe für seine Freunde, die ja die Weltbevölkerung repräsentieren, zu erfüllen. Nachdem er diese Aufgabe bei Elronds Rat freiwillig auf sich genommen hat, ist es ihm möglich, sie bis zum Ende auszuführen, und sei die Bürde noch so schwer. (Der Ring verändert sich ja, je mehr Frodo sich Mordor nähert und so dem Herrn der Ringe. Der Ring erscheint Frodos Geist am Schluss wie ein feuriger Mühlstein, den er um den Hals trägt und der ihn zu Boden zieht.)

Es gäbe zu den zwei weiteren Romanteilen in diesem Zusammenhang sicher noch einiges zu sagen, aber ich möchte euch die Spannung und Freude an diesen beiden Teilen nicht nehmen, indem ich schon alles verrate. Und das müsste ich, um weiterzuerzählen. Also lasse ich es bei diesen Zeilen bewenden.

_Die Inszenierung der BBC 1981_

Wie Sibley in dem ausgezeichneten (englischen) Booklet verrät, galt es für eine Aufbereitung des gewaltigen Textes kleine Stücke von jeweils 30 Minuten zu produzieren. Dies war die Länge einer Episode. Und insgesamt sollten 26 Episoden erstellt werden – nicht ganz zufällig genau die Hälfte der Anzahl der Wochen in einem Jahr.

Wie sich zeigte, mussten die Ereignisse, die besonders in der Mitte der Handlung parallel laufen, umverteilt werden, damit in jeder Episode wenigstens beide Handlungsstränge vorkamen. Tolkiens eigene Chronologie in „War of the Ring“, einem der von Christopher Tolkien herausgegebenen Bände mit dem kompletten Material, lieferte einen ausgezeichneten Ausgangspunkt.

Natürlich blieb es nicht aus, dass bestimmte Figuren gestrichen und vielen Szenen gekürzt werden mussten. Das war ja bei Peter Jacksons Verfilmung nicht anders. Hier wie dort fiel die Figur des Tom Bombadil den Kürzungen zum Opfer. Er hat nämlich nichts mit dem Ring zu schaffen, im Gegensatz zu vielen anderen Figuren. Das mag schade sein, doch dafür bekamen die übrigen Figuren mehr Platz, was natürlich schön und wichtig ist.

Ian Holm sprach Frodo, die Hauptfigur – zumindest in meinen Augen – so wie er später Bilbo spielen sollte. In diesem Hörspiel klingt er dementsprechend auch 20 Jahre jünger. Keine Debatte gab es über die Wahl des Sprechers von Gollum. Peter Woodthorpe hatte bereits in Ralph Bakshis Zeichentrickversion die Figur des verstoßenen Hobbits synchronisiert und lieferte für das BBC-Hörspiel eine fabelhafte Vorstellung: eine schleimerische, zischelnde Sprechweise, die ganz genau dem hinterlistigen und dann wieder jammervollen Wesen dieses schizophrenen Charakters entspricht.

Die fertig geschriebenen Episodenskripte schickten die beiden Ko-Autoren nach Frankreich, damit Christopher Tolkien sie prüfen konnte. Hier erfolgte ein wichtiger Arbeitsschritt: Er korrigierte die Aussprache. Und zwar dergestalt, dass er eine Tonkassette aufnahm, auf der die akzeptable Aussprache mittelirdischer Wörter und Namen zu hören war. (Jackson hätte sicher einiges dafür gegeben, um diese Kassette zu bekommen, aber er hatte ja andere Experten.)

In den folgenden zwei Monaten wurden die Episoden gemäß einem strengen Terminplan geprobt und aufgenommen. Sibley berichtet von der Aufregung, wenn das Team dem Weg Frodos vom idyllischen Auenland zu den Schrecken des Schicksalsberges folgte. Eine erhöhte Authentizität erhielt die Handlung durch die vielfältigen Soundeffekte, zu denen auch das Tappen von Gollums Füßen gehört. Eine Technikerin klatschte sich dafür einfach auf die entblößten Schenkel …

Nach viel Lachen, Weinen und vielen zerrütteten Nerven wurden die Episoden gemischt und geschnitten, so dass die erste Episode am 8. März 1981 über den Äther gehen konnte. Sibley und sein Ensemble sind erstaunt über das große positive Echo, das ihre Produktion in 25 Jahren hervorgerufen hat.

_Mein Hörerlebnis_

Aus Peter Jacksons Kommentaren zum ersten Teil seiner „Herr der Ringe“-Trilogie weiß ich, dass er sich stark an dem Handlungsaufbau und der sprachlichen Ausdrucksweise der BBC-Hörspielfassung orientierte. In visueller Hinsicht nahm er gleich John Howe und Alan Lee ins Boot, deren Illustrationen für die Tolkien-Kalender und die illustrierte LOTR-Ausgabe er bewunderte – sie wurden seine Art Directors.

Die BBC-Fassung zeigte Ian Holm als Frodo Beutlin – bei Jackson spielte er, rund 20 Jahre älter, den Bilbo. Und in beiden Fällen ausgezeichnet. Die anderen Sprecher sind leider hierzulande völlig unbekannt geblieben, was ich recht schade finde, denn sie mache ihre Sache ebenfalls gut. Wer sich einen edlen britischen Akzent zulegen möchte, der braucht ihnen nur genau zuhören.

Der unter dieser Restgruppe herausragende Sprecher ist zweifelsohne Peter Woodthorpe, der Sprecher des Gollum. Nun ist Gollum bekanntlich nicht nur ein zwielichtig Charakter, sondern bei Jackson auch noch schizophren. So weit treibt es Woodthorpe nicht in seiner Darstellung, aber sein Gollum wirkt dennoch sehr glaubhaft in seiner Gespaltenheit: mal Frodos schlimmster Feind, dann wieder eine Jammergestallt oder sein ergebener Diener. Folglich ist Woodthorpes Ausdrucksweise sehr wandlungsfähig, und wie der brave Sam fragen wir uns früher oder später, ob man diesem zwielichtigen Gesellen über den Weg trauen kann.

Auf der Seite der weiblichen Rollen ist das Hörspiel sehr spärlich ausgestattet. Arwen tritt nur am Rande auf, wird aber nicht einmal in den Credits genannt. Einzig Eowyn und die unerlässliche Galadriel treten mit halbwegs beachtlichen Szenen auf, aber leider nur recht kurz. Wieder einmal spielen die Jungs fast ganz allein für sich. Interessant ist vielleicht noch, dass sowohl der Herr der Nazgûl, gesprochen von Philip Voss, und der Mund Saurons, gesprochen von John Rye, einen Auftritt haben. Sie sind bei Jackson bekanntlich recht vernachlässigt, und Saurons Mund kommt nur in der Extended Edition vor.

Die Handlung erinnert ansonsten an die Entscheidungen, die auch Jacksons Drehbuchautoren gemacht haben. Tom Bombadil fiel komplett weg, ebenso die Hügelgräberhöhen. Das wird verständlich, wenn man berücksichtigt, dass nur 13 Stunden zur Verfügung standen. Durch diese Einsparung konnten daher andere Szenen besser präsentiert werden, und dafür ist der Zuhörer natürlich dankbar. So wird beispielsweise die Schlacht um Hobbingen dargestellt, die bei Jackson bekanntlich fehlt.

Am Schluss werden die Besitzer der drei Elbenringe enthüllt: An Elronds Hand blitzt Vilya, der Ring des Wassers, an Galadriels funkelt Nenya, der Ring der Luft, und dreimal dürfen wir raten, wer Narya, den Ring des Feuers, trägt: Gandalf. Den Ring gab ihm der Schiffbauer Círdan von den Grauen Anfurten. Frodo trägt das Sternenglas, das ihm Galadriel gab und das Licht des Abendsterns Earendil enthält. Sam kann es sehen, während das letzte Elbenschiff in den Westen segelt.

|Geräusche und Musik|

Im Vergleich zu den heutigen raffinierten Profiproduktionen ist das BBC-Hörspiel nur sparsam mit Geräuschen ausgestattet worden: hier mal ein Hufgetrappel, dort mal ein Schrei – das war’s auch schon. Besonders gefiel mir das Erdbeben, als der Eine Ring in den Schicksalsklüften zerstört wird. Viel mehr Wert scheinen die Macher (s.o.) auf die Präsentation von Gedichten und Liedern gelegt zu haben, die ja im Roman zu Dutzenden vorkommen.

Das Lied „The road goes ever on / Die Straße gleitet fort und fort“, das Bilbo im Film singt, wird hier als Gedicht vorgetragen. Dann wieder taucht ein Gedicht als neues Lied auf: „Upon the hearth / Auf dem Herd“, das im Film nicht vorkommt. Auf der Wetterspitze singt jemand das Lied über Gil-galad, den letzten Elbenkönig, der die Allianz gegen Sauron vor rund 3000 Jahren anführte. Damals fiel der Eine Ring Isildur in die Hände.

Auch Boromir singt ein Lied, und zwar jenes mit der im Traum empfangenen Prophezeiung, dass die Rettung Gondors durch den Ringträger aus dem Norden kommen werde. Aber er hält Gollum für den Ringträger. Und was ist überhaupt der Eine Ring? — Auch Gimli hat ein Lied zum Besten zu geben: über den Zwergenkönig von Moria, Dûrin. In L´roien singen die Elben ein Klagelied für den in den Abgrund gestürzten Gandalf. Dass im Fangornwald der Baumhirte Baumbart singt, versteht sich fast von selbst, aber er tut es gleich zweimal.

Nun ja, diese Aufzählung könnte noch seitenweise weitergehen. Das Gesagte soll genügen. Anzumerken ist noch, dass die Musik und die Lieder durchweg kein Selbstzweck sind, sondern dazu dienen, erstens den Sänger als Vertreter seines Volkes (Elb, Zwerg, Hobbit usw.) zu charakterisieren und zweitens eine Geschichte zu erzählen. Alle Lieder sind auch Balladen. Die über Gil-galad berichtet vom Schicksal des Einen Rings und wie er den Menschen in die Hände fiel und wieder verschwand. Dass er sich nun in Händen Bilbos und Frodos befindet, wird tunlichst geheim gehalten. Schließlich suchen die Schwarzen Reiter überall nach dem Schmuckstück ihres Herrn und Meisters.

Man braucht sich diese Lieder nicht immer als Soli vorzustellen. Gerade in der Phase nach der Rettung Gondors durch Aragorn und Co. schwingt sich der Gesang zu hymnischer Pracht auf: Solisten, Chöre und ein Orchester – das komplette Paket – vermitteln eine Vorstellung von höfischer Prachtentfaltung. Das können die monarchistischen Briten seit jeher recht gut.

_Unterm Strich_

Ich fand dieses Hörspiel recht interessant und mitunter geradezu kurios. Als Variante zum Roman, mit dem ich es vielfach verglich, und zur Jackson-Verfilmung geht es einen Mittelweg: nicht ganz so drastisch gekürzt wie der Film, aber lange nicht so ausführlich wie der Roman. Es enthält jede Menge Lieder, dass man meinen könnte, man befinde sich auf einer aufs Poetische versessenen Welt. Dabei ist es lediglich so, dass in den mythischen Vorzeiten – als „Beowulf“ und die isländischen Eddas geschrieben wurden – die mündliche Überlieferung die vorherrschende Form darstellte, genau wie einst bei Homer.

Dass man für das Verständnis dieses Hörspiels sehr gut Englisch können muss, versteht sich von selbst. Dieses Englisch ist kein modernes à la BBC oder Oxford, sondern ein mitunter dem Englisch des 17. und 18. Jahrhunderts angenähertes Englisch. Das passt zwar zu den alten, mythischen Zeiten, in denen die Handlung spielt, frustriert den heutigen Zeitgenossen aber etwas, der kein Mittel- oder Frühneuenglisch gelernt hat.

Die Ausstattung durch den |Hörverlag| ist in Ordnung. Das Booklet (s.o.) ist nicht weitschweifend, erklärt aber eine ganze Menge hinsichtlich der Zielsetzung und den Produktionsbedingungen. Die Soundqualität entspricht etwa DD 2.0, also Stereoton, aber mehr darf man nicht erwarten (es sei denn auf einer besseren HiFi-Anlage als meiner). Die CDs sind einzeln in Karton verpackt und allesamt in einem aufklappbaren Schuber untergebracht – eine stabile und kompakte Sache.

_Hinweis_

Nach dem großen Erfolg seines Sprechers Achim Höppner, der Synchronstimme Gandalfs, mit dem ungekürzten „Silmarillion“ und der Novelle „Der Elbenstern“ bereitet der Münchner |Hörverlag| eine ungekürzte Lesung des „Herrn der Ringe“ vor. Sprecher ist wieder Achim Höppner, versteht sich. Diese Lesung dürfte das bestehende deutsche Hörspiel endlich ablösen. Und wer weiß – vielleicht gibt es dereinst auch eine vollständige Lesung des „Hobbits“.

|713 Minuten auf 10 CDs|
http://www.hoerverlag.de

Eoin Colfer – Fletcher Moon, Privatdetektiv

Detektiv in Nöten: Barbie erobert die Welt

Fletcher Moon, von allen wegen seiner geringen Körpergröße auch „Halbmond“ genannt, ist alles andere als eine halbe Portion: Mit seinen 12 Jahren hat er – nach Vorlage der Geburtsurkunde seines Vaters – einen Online-Detektivlehrgang abgeschlossen, und das auch noch mit Bravour!

Als sich an seiner Schule mysteriöse Diebstähle häufen, ist wieder einmal sein Spürsinn gefragt. Wie alle anderen hat er die vermeintlich kriminellen Gebrüder Sharkey in Verdacht. Doch schon bald muss er zwei Dinge einsehen: 1.) Das Leben eines Detektivs ist brandgefährlich, und 2.) Nichts ist, wie es scheint!

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Dieter Wellershoff – Der Liebeswunsch (Hörbuch)

Im Viereck der Begierden: Liebeswahn und Liebestod

Wellershof erzählt in seinem Roman die dramatische Geschichte eines Ehebruchs und dessen Folgen. Marlene hat vor Jahren ihren Mann Leonhard verlassen, um mit dessen bestem Freund Paul zusammenzuleben. Nur mühsam gelang es ihnen, den Freundschaftsbund wieder in Balance zu bringen. Als Leonhard die junge Anja heiratet, scheint das Glück wiederhergestellt. Aber Leonhard kann Anjas verzweifelten Wunsch nach Liebe nicht erfüllen. Und so wiederholt sich die Geschichte. Anja betrügt ihren Mann mit Paul – und zahlt dafür einen hohen Preis…

Der Autor erzählt die subtile Dramatik des Geschehens aus den wechselnden Perspektiven seiner Figuren. Man erlebt sie in ihren privaten und beruflichen Lebenswelten und blickt in die Intimität ihrer heimlichen Gedanken und Gefühle. Jeder versucht die anderen zu durchschauen und zu beeinflussen, während sich etwas vollzieht, das ihnen allen aus der Hand gleitet. (Verlagsinfo)
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Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes – Das Rätsel von Boscombe Valley (Folge 15)

Der Hinkebein-Mord am Teich: Holmes ermittelt in der Provinz

Im westenglischen Boscombe Valley wird der Pächter der Hatherley-Farm, Charles McCarthy, an einem kleinen Waldsee erschlagen. Er hatte dort angeblich einen wichtigen Termin mit einem Unbekannten. Zeugenaussagen zufolge soll ihm sein 19-jähriger Sohn James mit einer Waffe gefolgt sein… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.

Der Autor

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen ca. 60 Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: „The Lost World“ erwies sich enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Schon 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel „The Poison Belt“ (dt. als Im Giftstrom, 1924) folgen.

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H. P. Lovecraft – Die Ratten in den Wänden (Gruselkabinett Folge 138)

In den Abgrund der Vergangenheit

Der Amerikaner William Delapore entschließt sich im Jahr 1918, den Stammsitz seiner Familie in Südengland zurückzukaufen und aufwendig zu restaurieren. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts ist dort, bis auf ein Familienmitglied, unter mysteriösen Umständen die gesamte Familie zu Tode gekommen… (Verlagsinfo)

Fünf Jahre später sind die Restaurierungsarbeiten an der uralten Abtei fertiggestellt, und der Sohn von William Delapore kann mit seinen zwei Dienern und einer Schar Katzen einziehen. Doch schon in der ersten Nacht kommt es zu merkwürdigen Ereignissen. Zusammen mit Captain Edward Norrys, einem Spross der Vorbesitzerfamilie, beschließt er, den unerklärlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen und wagt sich in die unerschlossenen Tiefen unter dem Altarstein der Abtei vor…

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

Der Autor

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H. P. Lovecraft – Der Ruf des Cthulhu (Teil 1+2. Gruselkabinett 114+115)

Gruselchronik mit Action-Finale

Providence, Rhode Island, November 1926. Francis Wayland Thurston wird zum Nachlassverwalter seines Großonkels bestimmt. Dieser war zu Lebzeiten Professor für semitische Sprachen an der Brown-Universität. Aus den zu sichtenden Unterlagen erfährt der Großneffe Erschreckendes über den eigentlichen Forschungs-Schwerpunkt seines Verwandten.

Thurston besucht einen befreundeten Wissenschaftler und stößt dabei eher zufällig auf weiteres erschütterndes Material den unheimlichen Cthulhu-Kult betreffend … (Verlagsinfo)

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TKKG – Das Geld, das niemand wollte (Folge 228)

Die Handlung:

Tim, Karl, Klößchen, Gaby und natürlich Hund Oskar verbringen einen sommerlichen Badetag am Moorsteiner See. Am Ufer präsentiert Karl seinen Freunden seine selbstgebastelte Abhörwanze, die mitgelauschte Audiosignale direkt auf sein Smartphone überträgt. Er bringt das winzige Ding an Oskars Halsband an und Gaby schickt ihren Hund durchs dichte Schilf zur nächsten Badebucht. So werden TKKG Ohrenzeugen eines befremdlichen Dialogs über ein mögliches Verbrechen. Mehr noch: Wenig später finden TKKG einen Rucksack voll Geld im Schilf – Geld, das keiner der Badegäste haben will. Nicht einmal der, dem es offensichtlich geklaut wurde. Die vier Detektive stehen vor einem rätselhaften Fall. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, ok, ok. Bevor jetzt hier zu viel Aufregung entsteht … wenn keiner das Geld haben möchte, ich nehms gern, damit sich alle wieder beruhigen! Aber, im Ernst … der Klappentext macht schon mal richtig neugierig, auch wenn die Abhöraktion legal grenzwertig ist. TKKG sind aber nur vor dem Mikro längst erwachsen und daher ist es nachvollziehbarer, warum sie Abhör-Oskar loslassen.

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Henry S. Whitehead – Die Falle (Gruselkabinett 95)

Teuflische Herausforderung: Die Falle des Zauberspiegels

Ben Canevin ist Lehrer an einer Privatschule in Connecticut, USA. Sein wertvollster Besitz und von seinen Schülern am meisten bewunderter Besitz ist ein alter, prächtig verzierter Spiegel, den er auf den Jungferninseln aus einem verlassenen Herrenhaus mitgenommen hat…. (Verlagsinfo) Kurz vor Weihnachten verschwindet darin einer seiner Schüler…

 

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 14 Jahren.

Der Autor

Henry S. Whitehead (1882-1932) war Erzdiakon auf den Virgin Islands, deren Kultur und Bevölkerung er genau beschrieb. Er gehörte zum engeren Zirkel um H. P. Lovecraft und veröffentlichte mehrere unheimliche Erzählungen, nicht nur über die Karibik und Voodoo, sondern auch über griechische Anbeter des Gottes Pan (vgl. auch Arthur Machen).

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Bram Stoker – Das Schloss des weißen Lindwurms (Gruselkabinett 35)



Sehr unbritisch: die Priesterin des Wurmgottes

England 1860: Der junge Australier Adam Salton folgt der Einladung seines einzigen noch lebenden Verwandten auf den Landsitz Lesser Hill. Richard Salton hofft, dass sein Großneffe dort eines Tages sein Erbe antreten wird. Das Anwesen liegt in einer äußerst geschichtsträchtigen Gegend, der es nicht an exzentrischen Bewohnern mangelt. Eine von ihnen ist die faszinierende Lady Arabella March, die Herrin eines auf einer Halbinsel gelegenen Schlosses mit dunkler Vergangenheit … (Verlagsinfo)

Vom Verlag wird das Hörbuch empfohlen für Hörer ab 14 Jahren.

Der Autor

Bram Stoker ist der Künstlername des irischen Schriftstellers und Theatermanagers Abraham Stoker (1847-1912), dessen Karriere mit der des damals berühmten Theaterschauspielers Henry Irving verbunden war, der von 1838 bis 1905 lebte. Stoker begann schon 1872 mit dem Veröffentlichen seiner Erzählungen, was 1897 in der Publikation des Horrorklassikers „Dracula“ gipfelte, der aber 1901 kräftig revidiert wurde. Stoker schrieb noch ein paar weitere unheimliche Romane („The Lair of the White Worm“, 1911 gedruckt, wurde erst 1986 vollständig veröffentlicht) und etliche Erzählungen wie etwa „Die Squaw“.

Bram Stoker – Das Schloss des weißen Lindwurms (Gruselkabinett 35) weiterlesen

Hakan Nesser – Die Fliege und die Ewigkeit (Lesung)


Kurios: Opfer stirbt, Mörder weint, Fliege lacht

Jahrelang saß der 54-jährige Bibliotheksangestellte Maertens wegen Mordes im Gefängnis. Inzwischen wieder in Freiheit, lebt er völlig zurückgezogen. Er spielt Schach und schreibt Klassiker ab. Doch plötzlich gerät sein Dasein aus dem Gleichgewicht. Nun ist sein einstmals bester Freund und Studienkollege, der Philosoph Tomas Borgmann, gestorben und hat ihm ein ungewöhnliches Erbe hinterlassen. Borgmanns Witwe Marlene erklärt ihm, dass Tomas verfügt hat, dass Maertens eine Woche bei Marlene in ihrem einsam gelegenen Haus am Meer verbringen solle. Mit freiem Zugang zur Bibliothek. Ob er will oder nicht, Maertens muss sich an seine Zeit mit Tomas erinnern, an die Zeit vor dem Mord, an jene Zeit, in der er ein anderer war: Leon Delmers. Allmählich wird ihm klar, dass sein Freund ihn vor Jahren schamlos hinterging.

Der Autor
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Lloyd Alexander – Taran – Der Spiegel von Llunet (Taran 4) (Hörspiel)

Taran in Not: das Horn der Zwerge erklingt

„Der Spiegel von Llunet“ (auch: „Der Zauberspiegel“ bzw. „Taran und der Zauberspiegel“) ist das vierte Hörspiel eines fünfbändigen Fantasy-Zyklus, der es vielleicht nicht mit Tolkiens „Herr der Ringe“ aufnehmen kann, aber ebenso stark auf Mythen und Fantasythemen zurückgreift. Und die Hauptfigur Taran, die im Laufe des Zyklus eindrucksvoll heranreift, lieferte wie Tolkiens „Herr der Ringe“ die Vorlage zu einem Zeichentrickfilm. Diesmal sucht Taran nach den Wurzeln seiner Herkunft – er ist nämlich Vollwaise.
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James Patterson – Das Pandora-Projekt (Maximum Ride 1)

Bewegend: Aufstand der Mutantenkinder

Die Tierärztin Frances O’Neill entdeckt eines Tages in Colorados Wäldern ein genmanipuliertes Wesen, das aussieht wie ein Mädchen mit Engelsflügeln. Tatsächlich kann Maximum, so nennt sich diese Kombination aus Mensch und Vogel, fliegen, wie man sich das von Engeln vorstellt. Der Haken dabei ist natürlich, dass es sich bei Max um das Ergebnis verbotener Experimente eines illegalen Genlabors handelt, das den Decknamen „Die Schule“ trägt. Und dass Max und ihresgleichen enorm wertvolle Organismen darstellen, die entsprechend gejagt werden. Frances gewährt Max und ihren Freunden Unterschlupf und Schutz, wodurch sie selbst in die Schusslinie gerät.

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Mary Higgins Clark – Denn vergeben wird dir nie (Lesung)

Das Stöbern in der Vergangenheit wird für die Journalistin Ellie Cavanaugh zu einem lebensgefährlichen Unterfangen, denn der vor 22 Jahren ihretwegen verurteilte und jetzt freigelassene Mörder ihrer Schwester gehört einer mächtigen Familie an – und er ist absolut skrupellos.

Die Autorin
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Wakonigg, Daniela / Harrsch, Peter – Mythos & Wahrheit: Sherlock Holmes. Eine Spurensuche mit Musik und Geräuschen

_Shilling Shocker Sherlock_

Sherlock Holmes ist ohne Zweifel der größte Meisterdetektiv aller Zeiten. Seine Beobachtungsgabe ist berühmt, sein überlegener Verstand legendär. Mit ihrer Hilfe und der moralischen Unterstützung seines Freundes John H. Watson löst Holmes im düsteren, nebligen London des ausgehenden 19. Jahrhunderts Fälle, um deren Aufklärung sich Scotland Yard vergeblich bemüht.

Wie begann die Freundschaft zwischen Holmes und Watson? Wie steht es mit Holmes und den Frauen? Und vor allem: Hat der Meisterdetektiv tatsächlich gelebt oder ist er „nur“ eine literarische Erfindung?

Das vorliegende Hörbuch gehört zu der Sach-Hörbuch-Reihe „STIMMBUCH Mythos & Wahrheit“ und will dem Hörer „spannende historische Spurensuche, untermalt von Musik und Geräuschen“ bieten. Ob das so hinhaut, wie gedacht, wird sich herausstellen.

_Der Autor Arthur Conan Doyle_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um seinen Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: [„The Lost World“ 1780 erwies sich enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt.

|Arthur Conan Doyle bei Buchwurm.info (Auswahl):|

[„Die geheimnisvolle Kiste“ 3756
[„Im Zeichen der Vier“ 2285
[„Die vergessene Welt“ 1780
[„Der Hund der Baskervilles“ 1896
[„Eine Studie in Scharlachrot“ 2066
[„Der griechische Dolmetscher“ 2427
[„Der Patient“ 3609

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Stimme des Erzählers gehört Bodo Primus, den Holmes spricht Matthias Haase, den Dr. Watson spricht Axel Gottschick und Arthur Conan Doyles Stimmbandvertretung ist Hans-Gerd Kilbinger.

|Die Macher|

Daniela Wakonigg wirkte als Autorin, Übersetzerin, Regisseur und Sounddesignerin an diesem Hörbuch mit. Die Musik und Teile des Sounddesigns steuerte Peter Harrsch bei.

_Inhalte_

1. Die Wahrheit über Mr. Sherlock Holmes
2. Holmes, Watson und wie alles begann
3. Die Wissenschaft der Deduktion
4. Der erste Fall (Eine Studie in Scharlachrot)
5. Holmes‘ dunkle Seite (Im Zeichen der Vier)
6. Erfolg in London
7. Holmes und die Frauen (Irene Adler, Eine Affäre in Böhmen)
8. Wundersames und Wunderliches
9. Sherlock Holmes muss sterben (die Reichenbachfälle)
10. Die Wiederauferstehung (Das leere Haus)
11. Veränderungen (Der Hund der Baskervilles)
12. Vielleicht das letzte Mal

_Handlung_

Man schreibt das Jahr 1893 und das ganze Königreich trauert: Sherlock Holmes ist tot! Das GANZE Königreich? Nicht ganz: Holmes‘ Schöpfer Arthur Conan Doyle atmet erleichtert auf. Endlich ist er seinen Helden los. Denn eigentlich betrachtet sich der Augenarzt Doyle als seriöser Schriftsteller und nicht als Verfasser von Storys für die Massenblätter. Das hat etwas Degoutantes an sich.

Doch Doyle freut sich zu früh. Seit fünf Jahren, genauer: Seit dem März 1886 schreibt er über seine berühmteste Schöpfung und dessen Biographen Dr. John Watson, einen Militärarzt. Doch die Geschichte „Eine Studie in Scharlachrot“ wird erst im Dezember 1887 gedruckt: als „Shilling Shocker“. Dann folgen 1890 „Das Zeichen der Vier“ und 1891 im berühmten „Strand“-Magazin (Auflage: 300.000 Exemplare!) schließlich der Durchbruch mit „Ein Skandal in Böhmen“. Danach folgen viele weitere Storys wie etwa „Das Musgrave-Ritual“ und „Die fünf Orangenkerne“, insgesamt 24 Geschichten. Doyle ist ausgepumpt. Holmes muss sterben.

Doch auf welche Weise befördert man ein Genie ins Jenseits? Jemanden, der schon im Voraus alle Schliche kennt und Kniffe vorausahnt? Die Antwort: Dafür ist ein ebenso großes Genie vonnöten, eines des Verbrechens. Ein Superschurke. Auftritt Professor Moriarty, Genie des Bösen, in der Erzählung „Das letzte Problem“. Der diabolische Mathematiker hat ein globales Syndikat gegründet, das seine Schergen überallhin schicken kann. Am 4. Mai 1891, fast genau zehn Jahre nach Watsons erster Begegnung mit Holmes, stürzen beide Gentlemen die Schweizer Reichenbachfälle hinab.

Britannien trauert. Das heißt: natürlich nicht nur die Insel an sich, sondern das British Empire – und die ehemaligen Kolonien jenseits des Atlantiks ebenso. Dort war „Das Zeichen der Vier“ erstmals in Philadelphia gedruckt worden. Die Leser sind entsetzt. Das „Strand“-Magazin bekommt auf einen Schlag 20.000 Abonnementkündigungen ins Haus geschickt. Selbst die königliche Familie zeigt sich bestürzt, und das will was heißen. Doyle zeigt sich erstaunt, bleibt aber standhaft. Er zieht in den Krieg gegen die südafrikanischen Holländer („Buren“ genannt) und kehrt erst acht Jahre später zurück.

Mit einer genialen Geschichte: „Der Hund der Baskervilles“, die 1901/02 erscheint. Die Auflage ist ratzfatz ausverkauft. Holmes muss leben! Im Jahr darauf (1903) erklärt Doyle die Wiederauferstehung seines Helden in „Das leere Haus“. Holmes erscheint unangekündigt in Watsons Praxis, und dieses eine Mal fällt sein Freund tatsächlich in Ohnmacht. Holmes erklärt: Totsein ist eine Chance. Eine Chance, etwas ganz anderes zu tun, denn man wird weder beobachtet noch von Moriartys Ganoven verfolgt. Holmes bereiste die Welt, sah Tibet und den Orient.

Mehr Geschichten erscheinen, doch 1904 ist England stark verändert. Die Königin ist tot, Edward regiert. Alles ist elektrifiziert, die Welt schnelllebiger geworden. Viktorianische Tugenden wie Beständigkeit sind nicht mehr gefragt. Während Doyle einen Hang zum Spiritismus und Elfenglauben entwickelt, setzt sich Holmes in Sussex zur Ruhe und züchtet Bienen. Watson, nunmehr Witwer (er heiratete Miss Mary Morston aus „Das Zeichen der Vier“), kommt einmal in der Woche zu Besuch.

Von 1908 bis 1917 und dann wieder bis 1927 schreibt Doyle noch weitere Geschichten, die bis alle bis auf eine vor Holmes‘ Ruhestand spielen. In der letzten, „Die letzte Vorstellung“, wird Holmes ein Spion für die Krone und besiegt einen perfiden deutschen Agenten. Der Weltkrieg hat alle und alles verändert. Doyle verlor einen Sohn und seinen Bruder. Am 2. August 1914 endet die Freundschaft zwischen Holmes und Watson nach 33 Jahren für immer …

Nach Doyles Tod 1930 schreiben die Imitatoren bis heute Erzählungen mit und im Geiste von Sherlock Holmes. Er trifft sogar Alice im Wunderland und taucht im 22. Jahrhundert auf.

_Mein Eindruck_

Ich habe diese biographische Werkschau mit fasziniertem Interesse verfolgt. Zum einen deshalb, weil ich keineswegs der totale Holmes-Kenner und absolute Fan bin, und zweitens, weil die Zusammenhänge zwischen Leben und Holmes‘ Entstehung und Entwicklung mit zahlreichen Fakten unterfüttert werden, die selbst gestandene Holmes-Kenner noch interessieren könnten.

So wird die Frage geklärt, wieso Holmes so schrecklich Geige spielt (Doyles Onkel Richard spielte Geige), warum er so eine seltsame Deerstalker-Mütze trägt (Sidney Pagets Bruder trug sie; Paget zeichnete Holmes‘ Gesicht für das Strand-Magazin) und woher überhaupt sein Hauptmerkmal, die Fähigkeit zur logischen Deduktion, stammt. Sie rührt von Prof. Dr. Joseph Bell her, einem Medizindozenten, den Doyle persönlich kannte und für diese seine Fähigkeit endlos bewunderte. Die weltberühmte Adresse Baker Street 221B existiert erst seit 1931, davor war sie rein fiktiv.

Witzig fand ich die Untersuchung von Holmes‘ Verhältnis zu den Frauen. Der Detektiv findet sie unberechenbar und stuft sie als nicht vertrauenswürdig ein. Dies ist nicht die einzige abstoßende Seite seines Charakters. Aber nur einmal bietet ihm eine Frau Paroli und besiegt Holmes sogar: Irene Adler in „Ein Skandal in Böhmen“. Holmes bewundert seine Gegenspielerin sogar, zumindest die Art und Weise, wie sie ihn ausgetrickst hat. Sie schlug ihn mit seinen eigenen Waffen. Allerdings bleibt dies der einzige Fall von Heldin in Holmes‘ Leben. Ob Doyle auch heldenhafte Frauen in seinen historischen Romanen (die heute alle vergessen sind) auftreten ließ, entzieht sich meiner Kenntnis und wird auch in dieser Biografie nicht erwähnt.

|Das Booklet|

Eine kurze Zusammenfassung von Doyles Biografie findet sich zudem im Booklet. Diese ist wesentlich weniger ermüdend als die – eh schon komprimierte – Langfassung, die vorgetragen wird. Die Darstellung wird natürlich in dieser Form nicht den geltenden literaturwissenschaftlichen Ansprüchen gerecht, denn alle Quellenangaben fehlen. Und diese wären das Minimum an Glaubwürdigkeit im Sinne der beanspruchten Spurensuche. Also handelt es sich um eine populärwissenschaftliche Darstellung, die möglichst auch unterhalten soll.

|Die Inszenierung|

Die Stimme des Erzählers gehört Bodo Primus, den Holmes spricht Matthias Haase, den Dr. Watson spricht Axel Gottschick und Arthur Conan Doyles Stimmbandvertretung ist Hans-Gerd Kilbinger. Insgesamt bieten drei Sprecher ihre stimmliche Darstellungskunst auf, um uns die Zitate aus den Werken und Briefen Doyles näherzubringen.

Der Erzähler verbindet die Zitate mit seiner populärwissenschaftlichen und leicht verständlichen Darstellung. „Holmes“ und „Watson“ spielen auch Szenen nach, so dass beispielsweise Holmes schwermütig darüber sinnieren kann, warum er sich Kokain spritzt. (Noch so ein Detail, das den wenigsten Lesern bekannt ist.)

Schön dezent fand ich die zurückhaltend eingesetzte Musik. Die klassische Instrumentierung beschränkt sich in der Hauptsache auf das bekannte Stück des seinerzeit beliebten Viktorianers Edward Elgar, das den Titel „Pomp and Circumstance“ trägt. Diese Instrumentalversion wurde später mit dem Text „Land of Hope and Glory“ versehen und zu einer zweiten oder dritten Nationalhymne der Briten. („Rule, Britannia!“ und „Jerusalem“ sind weitere solche Hymnen des vergangenen Empires.)

Ab und zu klimpert auch mal eine Harfe aus dem Hintergrund, oder eine Oboe klagt – warum ausgerechnet bei der Erwähnung von Mycroft Holmes, ist mir schleierhaft geblieben. Rein illustrativ ist hingegen ein Geigenmotiv eingesetzt. Es soll Holmes‘ idiosynkratische Weise des Geigenspiels verdeutlichen. Sie ist in der Tat gewöhnungsbedürftig und für jedes Orchester ungeeignet.

Geräusche gibt es nur sehr wenige. Einmal tickt eine Uhr im Hintergrund, in einer anderen Szenen stehen „Holmes“ und „Watson“ an der Küste: Möwen schreien über dem Rauschen der Meeresbrandung. Man kann also nicht sagen, dass sich bei diesem Hörbuch um ein Hörspiel handelt, sondern es ist, wie der Verlag richtig schreibt, eine „inszenierte Lesung“.

_Unterm Strich_

Diese populärwissenschaftliche Darstellung (es werden keinerlei Quellenangaben gemacht) bietet demjenigen, der Arthur Conan Doyle und seinen größten Helden kennenlernen will, einen leicht verständlichen, aber durch die Methode begrenzten Zugang.

Mich jedenfalls hat die biografische Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Mythos Holmes und Wahrheit so interessiert, dass ich der inszenierten Lesung mehr als einmal zugehört habe. Die Informationsdichte ist so hoch, dass sich das genaue Zuhören ebenso lohnt wie das mehrmalige anhören. Aber nicht so hoch, dass man vor lauter Details keine Zusammenhänge mehr erkennen würde. Also genau das richtige Niveau für Einsteiger und solche, die den Meisterdetektiv genauer kennenlernen wollen.

Für mich war völlig neu, dass Arthur Conan Doyle neben seinen Geschichten über Holmes und Professor Challenger („The Lost World“, ebenfalls mehrfach verfilmt) auch historische Romane verfasst hat. Leider sind sie in Vergessenheit geraten. Wer weiß: Vielleicht würde es sich angesichts der aktuellen Mode historischer Mystery-Romane durchaus lohnen, sie wieder aus der Versenkung zu holen. Doyle hat schließlich mittlerweile einen klangvollen Namen, und ein „Sir“ ist er obendrein. Die Zeiten der „Shilling Shocker“ hat er längst hinter sich gelassen.

Es wäre zu begrüßen, wenn der Verlag auf seiner Website entsprechende Links zur Verfügung stellen würde. Per Suchmaschine stößt man schnell auf die Erzählungen, die sämtlich online zur Verfügung stehen. Aber Links zu Sekundärliteratur in deutscher Sprache sind etwas schwieriger zu finden. Hier kann sich der Verlag als Helfer beweisen.

|70 Minuten auf 1 CD
Aus dem Englischen übersetzt von Daniela Wakonigg|
http://www.stimmbuch.de/

Die drei !!! – Voller Einsatz für die Erde (Folge 83)

Die Handlung:

Advent, Advent, die Erde brennt! Kim, Franzi und Marie engagieren sich bei einer großen Demo gegen die Rodung des Stadtwalds. Ein Pharmakonzern möchte dort seinen Firmensitz erweitern. Der Streit zwischen den Umweltschützern und dem Pharmakonzern eskaliert, als eine Rodungsmaschine beschädigt wird und Giftköder die Waldtiere gefährden. Die drei !!! nehmen die Ermittlungen auf, um die Täter zu finden und den Wald mit fairen Mitteln zu retten. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Umweltschutz, Klimaschutz, alles prima … aber am Ende haben immer die die Entscheidungsgewalt, die am meisten verdienen können. Und wenn die Stadt / der Landkreis den Wald an ein Unternehmen verkauft, dann können die damit machen, was sie wollen. Schließlich gehts nicht um Sympathien, sondern um Geld.

Ob den Streit zwischen denen, die sich aufregen und denen, die nur Geld verdienen wollen, jemand in diesem Fall wohl ausnutzt? Aber, um genau was zu erreichen? Er/sie scheint ja beiden Seiten zu schaden, wenn ich den Klappentext richtig verstehe.

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Mankell, Henning – Mann, der lächelte; Der

_Kurt Wallander, der James Bond von Ystad?_

Im ZDF lief die TV-Verfilmung dieses frühen Mankell-Krimis von 1994. Ein Vergleich mit der vorliegenden Hörspielfassung fördert einige Abweichungen zutage. Dabei kommt das Hörspiel aber keineswegs schlecht weg.

_Der Autor_

Henning Mankell, 1948 in Stockholm geboren und jetzt in Mosambique lebend, sieht sich selbst weniger als Krimiautor denn als Gesellschaftskritiker. Bereits mit 20 arbeitete er in Stockholm als Autor und Regisseur an einem Theater. In den siebziger Jahren veröffentlichte er mehrere Werke, die sich den Klassenkampf und die Arbeiterbewegung zum Thema machten.

Seit 1990 widmet er sich seinem Hauptwerk: den neun Fällen des Kommissars Wallander. Sie wurden Weltbestseller und alle im |Hörverlag| in Hörspielfassungen veröffentlicht. „Der Mann, der lächelte“ erschien 1994 in Schweden und wurde 2001 von Erik Gloßmann ins Deutsche übersetzt.

_Handlung_

Kurt Wallander, Schwedens bekanntester Kommissar, ist ausgebrannt und bereits fest entschlossen, den Polizeidienst zu quittieren. Die Papiere liegen schon bereit, sein Chef hat extra eine Pressekonferenz einberufen.

Selbst als sein Freund Sten Torstensson, ein Anwalt, ihn bittet, den mysteriösen Unfalltod seines Vaters Ole, ebenfalls Anwalt, zu untersuchen, ändert Wallander seine Entscheidung nicht.

Erst als er am Tag seiner vorgesehenen Entlassung die Todesanzeige Stens entdeckt, erwacht sein kriminalistischer Spürsinn aufs Neue. Er tritt wieder seinen Dienst an, gräbt nach Spuren und wird fündig. Sten Torstensson wurde mit drei tödlichen Schüssen von Profis kaltgemacht.

Ole und Sten Torstensson waren Anwälte, die nur einen Klienten hatten: Alfred Harderberg. Der ist einer der bedeutendsten und angesehensten Unternehmer Schwedens. Allerdings gehörte ihm über Umwege auch eine Firma, über die vier Millionen Kronen Steuern hinterzogen wurden.

Nun scheint Wallander auf einmal gefährlich zu leben: Bei der Sekretärin der beiden Torstenssons stößt er auf eine Landmine, die denn auch prompt detoniert. Später wird er von einem Wagen verfolgt, als er mit seiner neuen Kollegin Ann Britt Höglund unterwegs ist. Nur durch einen winzigen Verdachtsmoment denkt Wallander an eine Autobombe, steigt mit Ann Britt aus – und schon fliegt die Kiste in die Luft!

Wer Wallander kennt, weiß, dass ihn nun nichts mehr aufhalten kann, bis er den Drahtzieher dieser Anschläge gestellt hat. Kandidat Nr. 1 auf seiner Liste: Alfred Harderberg.

_Mein Eindruck_

Der Dramaturg des Hörspiels der Produktionsgesellschaft STIL, Moritz Wulf Lange, hat den Stoff des Romans vor allem auf Aktion getrimmt: Ständig passiert etwas, das die Ermittlungen Wallanders und seiner Kollegen weiterbringt. Das ist für dieses Medium auch völlig in Ordnung. Es ist eine Todsünde, den Zuhörer zu langweilen. Dabei geht allerdings die angeblich „subtil gesponnene Gesellschaftskritik“ (|Der Spiegel|) völlig flöten.

Gegenüber dem Film fehlt auch die Figur der Maja, zu der Wallander so etwas wie eine Liebesbeziehung aufzubauen versucht – was natürlich nicht besonders gut klappt. Die Kollegin Ann Britt des Hörspiels steht jedoch nicht für Bettszenen zur Verfügung – so viel wird deutlich.

[SPOILER]

Was nun das Anliegen betrifft, das Mankell am Herzen liegt, wenn er einen Krimi schreibt: Es geht um Organhandel, den Harderberg organisiert. Nicht ganz die feine englische Art, die man einem Wohltäter Schwedens zuschreiben würde.

[SPOILER Ende]

Die Spannung ist durchweg gewährleistet, und manche Szenen erreichen beinahe schon Gruselqualität, so etwa dann, wenn Wallanders nachts um drei durch den Wald vor Schloss Farnholm kraucht und am Schloss auf eine Leiche stößt …

|Die Sprecher & die Inszenierung|

Alle Sprecher sind professionelle Sprecher, wie deutlich zu hören ist. Am wichtigsten ist natürlich die Figur des Kurt Wallander: Heinz Kloss verleiht dem ebenso beliebten wie beleibten Kommissar eine imposante Statur: einmal voller Energie, dann wieder lethargisch-verpennt, schließlich wieder gegen die Windmühlen der Bürokratie ankämpfend. Dann wird Wallander zum James Bond von Ystad. So kommt es zum Showdown auf der Flughafenpiste.

Die kühl-jazzige Musik erzeugt genügend Spannung, dass man weiterhören möchte, ist aber mehrmals ziemlich einfach gehalten. Zu einfache Tonfolgen – so etwa Arpeggios – können jedoch nerven, zumal dann, wenn sie minutenlang ohne Variation wiederholt werden.

Die Geräusche sind in der Mehrzahl ebenfalls passend eingesetzt, sei es nun eine Kuckucksuhr oder ein startenden Automotor. Insbesondere die Explosionen sind gelungen. Schade, dass diese CD keinen DD-5.1-Sound hat! Am Schluss sind jedoch Luftschutzsirenen zu hören, und das ist nun völlig daneben. Es müssten die Martinshörner eines Krankenwagens sein.

_Unterm Strich_

Aufgrund der spannenden Handlung würde ich dem Hörspiel gerne eine Höchstwertung verleihen, aber die merkwürdigen Schwächen in der Sounduntermalung bringen dem Produkt einen Punktabzug ein.

|Originaltitel: Mannen som log, 1994
ca. 107 Minuten auf 2 CDs|
http://www.hoerverlag.de

McDermid, Val – Erfinder des Todes, Die

_Spieß umgedreht: Mörderische Literaturkritik _

Eine Mordserie rafft einen bekannten Krimiautor Englands nach dem anderen dahin. Profilerin Fiona Cameron bangt schon bald um ihren Lebensgefährten, den Thrillerautor Kit Martin. Schon bald bewahrheiten sich ihre schlimmsten Alpträume. Und die Polizei ist natürlich wieder mal auf dem Holzweg …

_Die Autorin_

Verlagsinfo: „Val McDermid wuchs in einem schottischen Bergbaugebiet auf und studierte dann Englisch in Oxford. Nach Jahren als Literaturdozentin und als Journalistin bei namhaften englischen Zeitungen lebt sie heute als freie Schriftstellerin in Manchester. Sie gilt als eine der interessantesten neuen britischen Autorinnen im Spannungsgenre – und ist außerdem Krimikritikerin.“

_Die Sprecherin_

Judy Winter, Jahrgang 1944, erhielt ihre Ausbildung an der Staatlichen Musikhochschule in Stuttgart. Sie ist eine vielseitige Schauspielerin und Regisseurin, ist einem breiten – vermutlich älteren – Publikum besonders durch ihre Fernsehrollen, wie in dem Kult-Tatort „Die Reifeprüfung“, bekannt. Für ihre Leistungen wurde sie laut Verlag mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.
http://www.judy-winter.de/

_Handlung_

Fiona Cameron ist Profilerin und konnte als Täterpsychologin mit ihren Tipps der Metropolitan Police schon so manchen Serientäter finden helfen. Seit ihre kleine Schwester Leslie vor Jahren ermordet wurde, ohne dass man den Täter aufspüren konnte, lastet ein dunkler Schatten – ihre Dämonen – auf Fionas Seele. Die Tätigkeit als Profilerin verschafft ihr Erlösung. Bislang hat sie hervorragend mit Steve Preston zusammengearbeitet, doch seit dem letzten Fall gehen sie getrennte Wege.

Als der „Hampstead-Heath-Mörder “ soll Francis Blake in diesem Londoner Park Susan Blanchett, Mutter von Zwillingen, vergewaltigt und ermordet haben. Allerdings wird Blake vor dem Gericht Old Bailey freigesprochen. Der Grund: Die Polizei, also Preston, habe unlautere Ermittlungsmethoden eingesetzt. Blake, der acht Monate lang in Haft war, fordert Entschädigung für die Zerstörung seines Lebens. Kann man ihm nicht verdenken, deshalb wird er überwacht. Er wird später noch wichtig.

Während Steve Preston also immer noch den wahren Mörder Susan Blanchetts und anderer Vergewaltigungsopfer sucht, beunruhigt Fiona Cameron eine andere Serie von Morden. In Edinburgh wurde der schwule Krimiautor Drew Shand ermordet aufgefunden. Seltsamerweise folgte der Tathergang fast genau jenem Szenario, das Shand in seinem Serienkiller-Roman „Copycat“ gezeichnet hatte – die Morde Jack the Rippers. Dieser Mord erschüttert Fionas Lebensgefährten: Kit Martin ist selbst Krimiautor und war Shands Kumpel. Erst Fionas Besorgnis um ihn führt ihm die Möglichkeit vor Augen, selbst zum Ziel des Killers zu werden.

Als sowohl er als auch seine Kollegin Georgia Lester einen Drohbrief erhalten, ist Fiona verständlicherweise alarmiert. Angeblich sollen die beiden Arbeiten kopiert haben – Blödsinn. Im Internet findet sie die Site „Murder behind the headlines“ (Mord hinter den Schlagzeilen) und stößt auf weitere Informationen. Weniger später wird die Autorin Jane Elias tot aufgefunden – ermordet nach einem Schema aus ihrem Roman „Death on arrival“.

Als auch Georgia vermisst wird, schaltet Fiona Chefinspektorin Duvall von der Metropolitan Police ein. Doch die springt auf einen Typen an, der ihre Pressekonferenz massiv stört, indem er sich als Urheber der Mordserie an Krimiautoren denunziert. Dieser Charles Radford lenkt die Duvall derartig ab, dass sie wichtige Hinweise in andere Richtung missachtet. Steve Preston ist es mit Hilfe einer von Fiona empfohlenen Profilerin, Terry Fowler, gelungen, einen Verdächtigen, einzukreisen: Gerard Coyle könnte der wahre „Hampstead-Heath-Mörder“ sein.

Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Fiona in Edinburgh weilt: Ihr Geliebter Kit Martin wird entführt und soll nach dem Schema aus seinem Roman „The blood painter“ in einem Ferienhaus sterben: Der Täter will ihm das Blut so lange abnehmen und damit die Wände bemalen, bis das Opfer stirbt. Als Fiona die Gefahr erkennt, in der Kit schwebt, ist es schon fast zu spät.

Kann sie noch rechtzeitig zu Kit gelangen, um seinen Tod zu verhindern? Und wer verbirgt sich hinter seinem Entführer?

_Mein Eindruck_

„Die Erfinder des Todes“ ist ein wirklich ausgefuchst clever konstruierter Thriller, der aber einem bekannten Strickmuster folgt. Man führe den Leser auf eine Fährte, die sich zunächst als Irrweg erweist. Dann stelle man eine zweite, scheinbar separate Serie von Taten in den Vordergrund, der von Fährte Nummer 1 ablenkt. Irgendwann werden sich die beiden Handlungsstränge derartig negativ stören, dass der Leser wirklich mit der Hauptfigur – in diesem Fall Fiona – zu zweifeln beginnt, ob das alles noch gut ausgehen kann. An diesem Punkt lasse man der Action sämtliche Zügel schießen, bis es einen oder besser noch zwei Showdowns geben kann.

Val McDermid folgt dem vielfach erprobten Strickmuster auf sehr erfolgreiche Weise. Allerdings ist ihr Anliegen ein ganz anderes, als irgendwelche blutigen Morde bis ins Detail zu schildern, zu sezieren und aufzuklären, wie das etwa Thomas Harris („Das Schweigen der Lämmer“) gemacht hat.

Denn diesmal geraten die Krimiautoren als „Erfinder des Todes“ selbst in die Schusslinie. Und die letzten Absätze, in denen Fiona Resümee zieht, machen klar, warum der Täter die Autoren auf dem Kieker hat. Sie machen die Profiler zu allmächtigen Halbgöttern, die zu allem fähig sind. Und wenn sie dann bizarrste Serienmorde aufklären, glauben die Leser – und später die Kino- und TV-Zuschauer der Verfilmungen – sogar noch, dass die Morde nicht so schlimm sein können: Es gibt ja Leute, die sie aufklären und die Täter der Gerechtigkeit zuführen können.

Der Autorenkiller übt eine makabre Art von Literaturkritik: Er demonstriert den Autoren am eigenen Leibe, wie es sich anfühlt, selbst à la livre ermordet zu werden. Das hat einen gewissen ironischen Charme. Aber es verdeckt das ernsthafte Anliegen der Autorin, die Leser aufzurütteln, zwischen erfundenen und realen Morden und Polizisten bzw. Profilern zu unterscheiden. Man kann ihr zum Vorwurf machen, sie setze selbst die kritisierten Methoden ein. Das haut aber nicht hin, denn weder schildert sie die Greueltaten noch werden diese schon verfilmt.

|Die Sprecherin|

Judy Winter ist eine sehr routinierte Sprecherin, das merkt man ihrem Vortrag schon nach wenigen Sätzen an. Gefühlvoll zeichnet sie Fionas von Ängsten heimgesuchtes Seelenleben, vermag aber auch Fionas Zornesausbrüche glaubhaft zu inszenieren, wenn Fiona angesichts der Borniertheit mancher Zeitgenossen verzweifeln will. Und besonders dann, als Steve Preston auf keinem einzigen Kanal zu erreichen ist (das Werk seiner Geliebten Terry Fowler).

Es gibt aber auch eine Schwäche, die Judy Winters Stimme offenbart. An ganz wenigen Stellen scheint die Stimme brüchig und rau zu werden, so als wolle sie im nächsten Augenblick versagen. Das passiert zum Glück nie. Aber man fragt sich dann doch, wie lange Frau Winter noch ihren Job erledigen kann.

_Unterm Strich_

„Die Erfinder des Todes“ ist ein ungewöhnlich spannendes Krimiwerk. Geschrieben von einer Kennerin sowohl der Polizeiarbeit wie auch der Krimischreibergemeinde, weiß das Buch sowohl zu unterhalten als auch aufzuklären. Und der actionreiche Showdown in den schottischen Bergen schadet auch nicht.

Die erfolgreiche Schauspielerin Judy Winter setzt das Buch angemessen und mit allen sprachlichen Finessen um. Leider gibt es Musik nur am Schluss, und Geräusche kommen überhaupt nicht vor. Aufgrund dessen ist der hohe Preis von knapp 30 Euro nicht zu verstehen.

|Originaltitel: Killing the shadows, 2001
Aus dem Englischen von Doris Styron
379 Minuten auf 5 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

Andrea Camilleri – Der Kavalier der späten Stunde (Hörspiel)

„Commissario Montalbano wundert sich“ lautet der Untertitel dieses Abenteuers des sizilianischen Originals Montalbano. Denn auch in seiner Heimat hofft man auf das schnelle Geld: Aktien, Spekulanten, Börse – hohe Gewinne verspricht Emanuele Gargano, der „Magier der Finanzen“. Doch nicht lange, denn plötzlich ist er verschwunden … Montalbano muss herausfinden, ob Gargano ein gemeiner Dieb – oder ebenfalls ein Opfer ist.

Der Autor

Andrea Camilleri ist kein Autor, sondern eine Institution: das Gewissen Italiens. Der 1925 in dem sizilianischen Küstenstädtchen Porto Empedocle geborene, aber in Rom lebende Camilleri ist Autor von Kriminalromanen und -erzählungen, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur. Er hat dem italienischen Krimi die Tore geöffnet. Er starb 2019.

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