Archiv der Kategorie: Thriller & Krimis

David Baldacci – Ausgezählt (Atlee Pine 01)

Eine Atombombe im Grand Canyon

Als Atlee Pine sechs Jahre alt ist, dringt ein Mann in ihr Kinderzimmer ein und entführt ihre Zwillingsschwester. Mercy taucht nie wieder auf. Knapp 30 Jahre später ist Atlee zur einzelgängerischen FBI-Agentin geworden. Sie soll in einem typischen Provinzfall ermitteln. Am Grund des Grand Canyon liegt ein aufgeschlitztes Maultier. Doch dann stößt Atlee auf ein mörderisches Komplott, das bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Kann sie die Gefahr abwenden – und zugleich dem Entführer ihrer Schwester näher kommen? (Verlagsinfo)
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Grisham, John – Bruderschaft, Die

Originaltitel : The Brethren

John Grisham, ehemaliger Anwalt und Abgeordneter des Repräsentantenhauses von Mississippi, produziert seit seinem erstem Roman ‚Die Jury‘ in 1988 einen Weltbestseller nach dem anderen.

„Die Bruderschaft“ besteht aus drei Richtern, die wegen verschiedener Vergehen im Staatsgefängnis Trumble in Florida einsitzen und dort theaterreife Verhandlungen zwischen Gefangenen um ruinierte Rosenbeete, gestohlene Mobiltelefone und Ähnliches abhalten, aber auch gegen Bezahlung Rechtsberatungen geben und Strafen zu mildern versuchen. Um sich ein finanzielles Polster für die Zeit nach ihrer Entlassung zu schaffen, geben sie sich in einschlägigen Kontaktmagazinen als liebesbedürftige, junge Homosexuelle aus und bauen Brieffreundschaften im ganzen Land auf, nur um diese später mit Hilfe ihres heruntergekommenen Anwalts zu erpressen.

Aaron Lake ist ein stilles, formatloses Mitglied des Abgeordnetenhauses und verrichtet seit Jahren seine Arbeit gut, ehrlich und mit hohen moralischen Ansprüchen. Umso mehr überrascht es ihn, dass er vom todkranken Teddy Maynard, dem Leiter der CIA, als dessen Wunschkandidat für die kommende Präsidentschaftswahl ausgewählt wird. Der Deal ist einfach: Die CIA manipuliert mit Hilfe ihrer weit reichenden Kontakte die Wahl und Lake wird nach seiner Ernennung das amerikanische Militär wieder aufrüsten. Für ein militärisch wiedererstarktes Amerika nimmt Maynard sogar in Kauf, dass bei terroristischen Anschlägen, die er hätte vermeiden können, Amerikaner getötet werden und forciert sogar atomare Zwischenfälle, um den Ruf der Wähler nach einem starken Amerika zu schüren.

Doch Lake, dessen Frau vor etlichen Jahren gestorben ist, hat ein Doppelleben, das die CIA bei ihrer Auswahl übersehen hat und „Die Bruderschaft“ kommt deren Plänen gehörig in die Quere.

Die Welt ist schlecht, jeder ist von Macht und/oder Geld korrumpierbar. Das zumindest scheint die Quintessenz von Grishams „Die Bruderschaft“ zu sein. Dieses mal gibt es keinen einzigen Protagonisten, der frei von moralischem Tadel ist oder für eine gerechte Sache kämpft. Aber Grisham schafft es einmal mehr, dass der Leser trotzdem Sympathie für sie empfindet, sei es nun für die Richter der Bruderschaft, deren verwerfliche Erpressungen einem fast wie die Streiche kleiner Jungen erscheinen wollen, oder für den Präsidentschaftskandidaten, dem man seinen Erfolg fast wünscht, obwohl er von den kriminellen Machenschaften der CIA weiß und für die Wahl seine Seele an den Teufel verkauft.

Grisham entfernt sich ein ganzes Stück von seiner bisher präsentierten Kernkompetenz, die Juristerei hat bei weitem nicht den gleichen Stellenwert wie in den meisten anderen seiner Romane. Für einen reinen und hochklassigen Agenten- oder Politthriller mag es nicht reichen und die unglaubliche Macht und Einflussmöglichkeit der CIA mag übertrieben dargestellt sein, wer vermag das schon zu beurteilen; aber ‚Die Bruderschaft‘ ist eine wohltuende Abwechslung und gehört nach einigen schwächeren Werken mit eher dünnen Stories wieder zu Grishams besseren.

Karin Yapalater – Seelenjagd

Zwei Leichen werden im Abstand weniger Tage im New Yorker Central Park gefunden: ein reicher Psychiater und eine ehemalige Polizistin. Haben sie etwas miteinander zu tun? Die Detectives Kane und Gurson, ein ziemlich ungleiches Paar, werden auf den Fall angesetzt, und ein Staatsanwalt macht ihnen das Leben schwer. Er wird schon wissen, warum …

Die Autorin
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Steve Alten – Goliath – Angriff aus der Tiefe

Ein neuartiges U-Boot mit einem intelligenten Computer an Bord wurde nach US-Plänen in China gebaut und von einem Terroristen gekapert. Sein Ziel: mit Atomschlägen die Welt zu zwingen, Diktaturen zu beenden und mit der atomaren Abrüstung endlich Ernst zu machen. Sein Hightech-U-Boot erlaubt es ihm, seine Drohungen wahrzumachen.

Der Autor
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David Baldacci – Redemption (Amos Decker 5)

Der doppelte Boden einer Kleinstadt

Amos Decker, ein Berater des FBI, verfügt über ein unfehlbares Erinnerungsvermögen. Als der Exhäftling Meryl Hawkins sich als seinen ersten, vor 13 Jahren Verhafteten vorstellt und ihn auffordert, seine Unschuld zu beweisen, bevor er an Krebs stirbt, ist Decker erst ungläubig und lehnt ab. Doch jemand hat definitiv etwas dagegen, dass dieser alte Fall neu aufgerollt wird, denn Hawkins wird mit einer Kugel im Kopf in seinem Hotelzimmer gefunden.

Während weitere Leichen folgen, wird die Zeit knapp, nicht nur den alten Fall aufzuklären, sondern weitere Morde zu verhindern. Zusammen mit seiner FBI-Kollegin Alex Jamison und der Polizistin Mary Lancaster reißt Decker alte Wunden auf, was nicht jedem gefällt… (Verlagsinfo) Um ein Haar wird sein Wagen von einem großen Brummi überrollt und von der Straße geschoben…

Der Autor
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Grisham, John – Richter, Der

|Originaltitel: The Summons|

Der ehrenwerte Richter a.D. Reuben V. Atlee bestellt seine beiden Söhne Ray und Forrest zu seinem heruntergekommenen Haus in Clanton, einer verschlafenen Kleinstadt in Mississippi, um die Regelung seines Nachlasses mit ihnen zu besprechen. Als Ray, Professor einer juristischen Fakultät, dort eintrifft, ist der Richter bereits verstorben. Bevor sein Bruder ankommt, der seit vielen Jahren drogenabhängig ist, findet Ray ein Testament, das beide Brüder zu gleichen Teilen begünstigt und Ray zum Nachlassverwalter einsetzt. Darüber hinaus findet er über drei Millionen Dollar in bar, nur dürftig in Schuhkartons im Haus versteckt.

Innerhalb kürzester Zeit ist Rays Leben, der seine schmutzige Scheidung noch nicht endgültig verarbeitet hat und der in seinem Beruf zwar Anerkennung, aber keine Befriedigung findet, vollkommen auf den Kopf gestellt. Bei den bescheidenen Einkünften des Richters scheint es unmöglich, dass das Geld aus legalen Quellen stammt. Seinen Bruder, den er vor sich selbst schützen will, und seinen Freund Harry Rex Vonner, einen Kleinstadtanwalt, kann er nicht ins Vertrauen ziehen. Nach wenigen Tagen stellt er fest, dass es Mitwisser geben muss, die ihrerseits Anspruch auf das Geld zu haben glauben und ihm dies mit immer drastischeren Methoden verständlich machen wollen. Ray versucht einerseits, die Quelle des Geldes ausfindig zu machen, und andererseits, das Geld zu schützen. Immer wieder versucht er sich einzureden, dass er das Geld weder will noch braucht, aber immer stärker wird ihm und dem Leser auch klar, dass er es behalten und nicht teilen will.

John Grisham, ehemaliger Anwalt und Abgeordneter des Repräsentantenhauses von Mississippi, produziert seit seinem erstem Roman „Die Jury“ in 1988 einen Weltbestseller nach dem anderen.

Es gibt keinen wirklich schlechten Roman von Grisham. Es ist zwar eine Binsenweisheit, dass kein Buch mehr so gut wird wie der Erstling, aber Grisham beweist das mit jedem seinem Bücher einmal mehr. Bis jetzt hat noch keines seiner Werke nach dem herausragenden Roman „Die Jury“ nur annähernd dessen atmosphärische Dichte und Spannung erreicht und auch „Der Richter“ ist dabei keine Ausnahme.

Das Buch liest sich ohne Frage leicht und auch meistens spannend und die Charaktere sind wie immer gut ausgearbeitet, besonders der Gegensatz zwischen dem sympathischen Ray mit seinen moralischen Stärken und Schwächen und seinem vielschichtigen Bruder Forrest ist sehr gut gelungen. Aber die Story ist insgesamt etwas zu dünn, die Erklärung für den Ursprung des Geldes ist zu einfach konstruiert und fällt Ray geradewegs in den Schoß und das Ende ist weder überraschend noch befriedigend.

Sabine Thiesler – Verschwunden

Gitta und ihr Mann Elmar machen gemeinsam mit ihrem siebenjährigen Sohn Jonas Urlaub in der Toskana. Im beschaulichen Städtchen Ambra besuchen sie abends ein großes Fest, bei dem praktisch der ganze Ort auf den Beinen ist. Während Gitta sich an einem Stand mit Modeschmuck umsieht, holt ihr Mann sich eine Kleinigkeit zu essen. Beide achten nicht auf ihren Sohn, der später dann nicht mehr auffindbar ist. Jonas ist spurlos verschwunden und seine Eltern verzweifelt.

Auch Maresciallo Donato Neri von der Carabinieri-Station in Ambra ist verzweifelt, weil dieser Vermisstenfall seine Ruhe stört und er gezwungen ist, Aktionen in die Wege zu leiten. Doch da es bereits spät am Abend ist, vertröstet er die verzweifelten Eltern zunächst auf den kommenden Tag. Aber auch da bleibt Jonas verschwunden. Gitta ist überzeugt, dass ihr Sohn längst tot ist, aber Elmar will die Hoffnung nicht aufgeben.

Einige Tage später steht Jonas plötzlich unverhofft, völlig verstört und schwer verletzt vor der Carabinieri-Station in Ambra. Was ist ihm zugestoßen?

Elena Ludwig arbeitet als erfolgreiche Maklerin in Siena und ist auf Luxusimmobilien spezialisiert. Sie ist wohl situiert, doch nach dem Tod ihres Mannes ist sie auch etwas gelangweilt, weswegen sie sich regelmäßig über eine Agentur mit fremden Männern trifft.

Kurze Zeit später verschwindet ein Obdachloser, und dann auch Elena. Was geht nur vor in der Toskana?

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Smith, Ian – innere Zirkel, Der

_Verrat im FBI: Der Ermittler wird gejagt_

Als der afro-amerikanische Nobelpreisträger Prof. Wilson Bledsoe ermordet aufgefunden wird, bewegen sich die Ermittlungen der Polizei schon bald in eine ganz bestimmte Richtung. Das Wort „Nigger“, das in die Brust des Toten eingesägt wurde, führt zu einer Gruppe von Fanatikern, die die Überlegenheit der weißen Rasse propagiert. Doch der Bruder des Ermordeten, FBI-Agent Sterling Bledsoe, bezweifelt einen solchen Hintergrund – für ihn ist das Klischee viel zu offensichtlich: ein Köder. Er wird in dieser Vermutung bestärkt, als er die Laborräume seines Bruders durchsucht: Dort stößt er auf eine riesige Sammlung von Vogelkadavern – und ein geheimes Projekt, das auch Menschen nicht verschont …

_Der Autor_

Ian Smith arbeitete lange als Experte für medizinische Themen beim amerikanischen Fernsehsender NCB News. Er ist außerdem Mitarbeiter der Zeitschrift „Men’s Health“. Der Autor lebt in New York City. Der vorliegende Roman ist sein literarisches Debüt. (Verlagsinfo)

_Handlung_

Das neuenglische Städtchen Hanover in New Hamphire existiert hauptsächlich wegen seines weltweit berühmten Dartmouth Colleges. Es ist friedlich hier, denn seit 50 Jahren hat es hier keinen Mord mehr gegeben. Bis heute. Denn an diesem Abend fährt der Nobelpreisträger Wilson Bledsoe nach einer Feier nach Hause, um dort von seiner Frau Kay seine Leibspeise vorgesetzt zu bekommen.

Allerdings wird er am Straßenrand von einem Wagen mit einer fingierten Reifenpanne angehalten. Beim Versuch zu helfen, nehmen ihn die beiden unbekannten Männer in die Mangel. Offenbar wollen sie Wilson entführen. Doch er kann ihnen entwischen. Den nahen Wald kennt der Biologe und Vogelkundler wie seine Westentasche: Wenn er es bis zum Anwesen der Potter-Farm schafft, kann er auf Hilfe hoffen …

Am nächsten Morgen wird Wilsons Bruder Sterling in seinem New Yorker Apartment schon ziemlich früh geweckt: Es ist erst fünf Uhr. Sterling arbeitet für das FBI, lehrt aber auch am Hunter College Anatomie. Nachdem er den ersten Schock über die Nachricht aus Hanover, dass sein Bruder verschwunden ist, verwunden hat, fliegt er gleich los. Eigentlich darf ein Familienmitglied nicht den Fall eines Angehörigen untersuchten, aber sein Boss lässt sich breitschlagen.

|Eine Leiche auf dem Lande|

Was Sterling am Rande des Wäldchens unweit vom Haus seines Bruders vorfindet, erschüttert ihn. Die Leiche seines Bruders ist halb entkleidet. Am Kopf ist eine große Wunde zu sehen, wo Wilson ein Gewehrkolben getroffen hat. Außerdem wurde er gewürgt. Sterling dreht den Körper um und hält die Luft an: In die dunkelbraune Haut auf der Brust seines Bruders wurde das Schimpfwort NIGGER mit einer Stichsäge eingefräst. Außerdem wurde ihm mit einem Brandeisen das Emblem eines Wappenadlers eingebrannt – ein Rassistensymbol. Als ob es noch eines solchen Hinweises bedurft hätte.

Einer der Lokalpolizisten muss sich übergeben, aber Sterling behält die Nerven. Umgehend wird die Fahndung nach Angehörigen der White Liberation Army ausgeschrieben, aber für Sterling ist dies nur eine falsche Fährte, die jemand zur Ablenkung gelegt hat. Bei der Autopsie durch einen bekannten Chefpathologen findet man das auf den Knöchel geschriebene Wort CHOGAN. Sterling behält für sich, dass er die Handschrift seines Bruders erkannt hat. Wie die Recherche erweist, bezeichnet Chogan unter anderem in einer Indianersprache die in Nordamerika verbreitete Vogelart der Rotschulterstärlinge.

|Ein Dieb im Labor|

Auf einem unscharfen Überwachungsvideo ist vage ein Mann zu sehen, der aus dem Labor Wilsons kommt – morgens um fünf. Er hat offenbar exakt 42 Minuten lang das Labor durchsucht. Nach was? Als Sterling dort sucht, findet er jede Menge Filmcassetten, aber keine Kamera. Nachts, als Kay schon weggezogen ist und Sterling allein in Wilsons Haus übernachtet, bricht jemand ein und durchsucht das Arbeitszimmer. Sobald er den Einbrecher verjagt hat, sucht auch Sterling nach dem Geheimversteck und wird fündig: In einem Tresor steht eine Kamera mit einer Filmcassette. Der Film zeigt Wilsons Gang durch den Wald. Er fand jede Menge Vogelkadaver, und immer nur die von Rotschulterstärlingen.

Wurde Wilson wegen dieses Fundes getötet? Er hatte an einem Artikel gearbeitet, weiß Kay, und wollte ihn in der Nacht seines Todes fertig stellen und abschicken. Feststeht, dass der Artikel jede Menge Staub aufgewirbelt hätte. Möglicherweise hatte jemand etwas gegen diesen Artikel. Doch wer?

|Vogel-Holocaust|

Die Antwort nach dem Warum stellt sich heraus, als Sterling von Wilsons älterem Mentor Juri Mandryka in ein verstecktes Labor geführt wird: Hier sind hunderte von Vogelkadavern konserviert und seziert worden. Alles Rotschulterstärlinge. Und alle starben an derselben Todesursache: Gift. Nicht irgendeines, sondern eines, dessen Substanz nach ein paar Stunden nicht mehr nachzuweisen ist. Der perfekte Massenmord.

|Zu viele Mitwisser|

Als eine Frauenleiche in einem Müllcontainer gefunden wird, stößt Sterling schon wieder auf die Spur des mysteriösen Pickup-Trucks, dessen Spuren im Zusammenhang mit dem Mord an Wilson gefunden wurden. Es stellt sich heraus, dass die junge Frau, eine Deutsche namens Heidi Voss, mit Wilson gut befreundet war. Wusste auch sie von dem Massenmord an den Vögeln? Musste sie sterben, um ihr Geheimnis ins Grab zu nehmen? Dann ist auch Dr. Mandryka in höchster Gefahr – und auch Sterling selbst.

|Der Ermittler wird gejagt|

Das FBI hat inzwischen das Foto der Überwachungskamera über Wilsons Labor aufbereitet. Die an die E-Mail angehängte Bilddatei zeigt jedoch zu Sterlings Verblüffung und maßloser Bestürzung sein eigenes Gesicht! Da hält ihm natürlich Lieutenant Wiley vom lokalen Polizeirevier seinen Dienstrevolver unter die Nase. Sterling wurde von den Drahtziehern hereingelegt und muss sich ganz schnell etwas einfallen lassen. Denn sonst wird auch er bald für immer über das schweigen, was er gefunden hat.

_Mein Eindruck_

Ich habe diesen spannenden Thriller in nur zwei Tagen gelesen. Auf längeren Zugfahrten oder ähnlichen Reisen stellt sich das Buch als optimale Unterhaltung und Ablenkung heraus. Dabei bleibt der Autor doch immer auf dem Boden der Tatsachen. Er bemüht nicht wie Dean Koontz oder Preston/Child irgendwelche übernatürliche oder übersinnliche Phänomene, um seine Story etwas prickelnder zu machen.

Die Fakten, auf die FBI-Agent Sterling Bledsoe bei seinen Ermittlungen stößt, sind überall verfügbar: in Bibliotheken, Archiven, vor allem aber im Internet. Diese Fakten kann ein Journalist wie der Autor ohne weiteres in Fleißarbeit zusammentragen. Doch es gibt eine Kategorie des Wissens, die man schwerlich im Internet finden wird: das Überleben auf den Straßen von New York City.

Sterling muss sich verstecken – vor seinen eigenen Leuten! Am besten kann er das dort, wo er aufgewachsen ist: in Harlem, in der South Bronx. In diesem Teil des Buches erfahren wir endlich mehr über den Werdegang des Sterling Bledsoe, über sein schwieriges Verhältnis zu seinem Bruder Wilson und über die erstaunlichen Kenntnisse, die sich Sterling dabei angeeignet hat. Von seinen Freundinnen ganz zu schweigen.

Denn im Gegensatz zu Wilson ist Sterling ein Charmeur erster Güte, den es bisher noch nie bei einer einzelnen Dame gehalten hat. Sein einziger ständiger Lebensbegleiter ist daher sein schwarzer Porsche. Den haben ihm jetzt allerdings die lieben Kollegen vom FBI konfisziert. Und um das Maß der Probleme vollzumachen, muss sich Sterling auch um seine derzeitige Herzensdame kümmern: Veronica.

Die kaffeebraune Schönheit ist zwar ein Schatz, aber zwei Nächte in einem Stundenhotel für Prostituierte, ohne Kontakt nach außen und ohne ein Stündchen ruhigen Schlafs – das treibt auch die beste Freundin an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Nach einer wilden Flucht vor den FBI-Verfolgern schaffen sie es endlich, vollständig unterzutauchen. James Bond, zieh deinen Hut!

Sterlings Bemühungen, den Feinden in den eigenen Reihen ebenso auf die Spur zu kommen wie den Killern in Hanover, sind ebenso spannend wie der erste Teil, als er den Mord an Wilson untersuchte. Nach einem sehr komischen Intermezzo findet dann der Showdown in Hanover statt. Der Leser darf sich auf einige böse Überraschungen gefasst machen. Denn Sterling hat längst nicht alles herausgefunden, was es an Rätseln im Mordfall Wilson Bledsoe zu lösen gibt. Somit bleibt die Lektüre bis zur letzten Seite spannend. Danach kommt nur noch der obligate Epilog.

|Schwächen|

Für ein Romandebüt ist „Der innere Zirkel“ schon erstaunlich ausgereift. Es gibt kaum Längen, und die Handlung schreitet rasch voran. Doch wie stets in Krimis ist es die so genannte „backstory“, die dem Autor die meisten Fallen stellt. Diese Vorgeschichte kann mitunter Jahre und Jahrzehnte zurückreichen – so auch in diesem Fall. Die Connection zu Heidi Voss und ihrer Mutter Helga Voss – deutsche Frauen müssen in amerikanischen Romanen immer solchen altmodischen Namen tragen – ist recht verwickelt. Man muss schon sehr aufmerksam (oder lieber gleich zweimal) lesen, um sich nicht zu fragen, wieso auf einmal alles dort, im beschaulichen Stuttgarter Ländle, einen verhängnisvollen Anfang nahm.

Die Übersetzung von Peter A. Schmidt ist durchaus kompetent. Nur gegen seine Bevorzugung des Dativs gegenüber dem Genitiv habe ich etwas. Merke: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod!

Auf Seite 338 unterläuft entweder dem Autor oder dem Übersetzer oder beiden ein blöder Fehler, hoffentlich nur aus Versehen. Die Rede ist von Rotschulterstärlingen, die die Ernte der Farmer im Mittelwesten wegfressen. Dann ist im nächsten Satz die Rede von New Hampshire und Vermont, wo Wilson Bledsoe ja die massenhaft vergifteten Vögel fand. Und dies soll im „Nordwesten“ von Chicago gewesen sein, wie es im Text steht? Wohl eher im „Nordosten“!

_Unterm Strich_

„Der innere Zirkel“ ist ein recht gelungener Krimi, der mit einer ökologisch orientierten Problematik durchaus den Nerv von Europäern treffen dürfte: Vogelmord im industriellen Maßstab? Das dürfte auch Leser hierzulande interessieren, nicht nur in den USA, wo die Story angesiedelt ist.

Ich habe die spannend und routiniert erzählte Geschichte wie erwähnt in nur zwei Tagen gelesen. Es findet sich nicht nur Mord und Totschlag darin, sondern auch eine gute Prise Humor und Sinnlichkeit sowie natürlich eine Menge Gefühle. Allerdings beeinträchtigen diese Zutaten keineswegs die actiongetriebene Ermittlungsarbeit des Helden, der schließlich selbst zum Gejagten wird.

So manche Schwäche kann man in diesem Krimidebüt gerne verschmerzen. Ich hoffe, von diesem Autor bald wieder etwas lesen zu können, um mehr von Sterling Bledsoes bewegtem Vorleben zu erfahren.

|Originaltitel: The blackbird papers, 2004
463 Seiten, aus dem US-Englischen von Peter A. Schmidt|

Garry Disher – Drachenmann (Inspektor Challis 01)

Heiße Zeiten in Waterloo

Im Peninsula District bei Melbourne herrscht kurz vor Weihnachten Hochbetrieb. Detective Inspector Hal Challis würde sich am liebsten ganz der Restaurierung eines alten Flugzeugs widmen. Dann aber wird eine junge Frau nachts auf dem Highway ermordet, kurz darauf geschieht ein zweiter Mord, ein anonymer Brief kündigt ein drittes Opfer an… (Verlagsinfo) Für „Drachenmann“ erhielt der Autor 2002 den Deutschen Krimi Preis.

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Eschbach, Andreas – Nobelpreis, Der

_Eschbach goes Schwedenkrimi_

Hans-Olof Andersson, Mitglied des Nobelpreiskomitees, lässt sich nicht bestechen. Doch genau das versuchen Unbekannte. Er soll für eine bestimmte Kandidatin stimmen. Als der Ehrenmann Andersson sich weigert, entführen sie seine Tochter Kristina. Was niemand weiß: Gunnar, der Bruder seiner verstorbenen Frau, ist ein knallharter Einbrecher und Industriespion, der keine Gnade kennt, wenn es um seine letzte lebende Angehörige geht. Er stürzt sich in die Ermittlung. Doch mit dem, was er herausfindet, hätte niemand gerechnet … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Andreas Eschbach, Jahrgang 1959, studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik, bevor er als Software-Entwickler und Berater arbeitete. Schon als Junge schrieb er seine eigenen Perry-Rhodan-Storys, bevor er mit „Die Haarteppichknüpfer“ 1984 seine erste Zeitschriftenveröffentlichung landen konnte.

Danach dauerte es noch elf Jahre bis zur Romanfassung von „Die Haarteppichknüpfer“, anschließend folgten der Actionthriller „Solarstation“ und der Megaseller „Das Jesus-Video“, der mit dem renommierten Kurd-Laßwitz-Preis für den besten deutschsprachigen Science-Fiction-Roman des Jahres 1998 ausgezeichnet und fürs Fernsehen verfilmt wurde.

Seitdem sind die Romane „Eine Billion Dollar“, „Perfect Copy“, „Exponentialdrift“, „Quest“, „Die seltene Gabe“, „Das Marsprojekt 1+2“ sowie „Der Letzte seiner Art“ erschienen, einige davon zudem als Hörbuch. Auch das Sachbuch „Das Buch der Zukunft“ gehört zu seinen Publikationen. Eschbach hat mehrere Anthologien herausgegeben und eine Reihe von literarischen Auszeichnungen erhalten. Heute lebt er mit seiner Familie als freier Schriftsteller in der Bretagne.

_Handlung_

Der schwedische Medizinprofessor Hans-Olof Andersson ist eines von fünfzig Mitgliedern des Nobelpreiskomitees. Eines Tages zeigt ihm jemand einen Koffer voll Banknoten: Er bekäme drei Millionen schwedische Kronen, wenn er für die spanische Medizinprofessorin Sofia Hernández Cruz stimme. Entrüstet weist Ehrenmann Hans-Olof das lukrative Angebot zurück und erzählt seinem Kollegen Bosse Nordin davon. Der hält ihn für schön blöd. Man brauche sich ja bloß mal die Autos auf dem Parkplatz vor dem Nobel-Stiftungshaus anzusehen: Nobelkarossen fahren nur ganz bestimmte Leute, nämlich solche, die nicht ganz so pingelig wie Hans-Olof seien … Auch der Vorsitzende des Komitees sieht sich nicht zum Handeln veranlasst. Hans-Olof denkt sich: Na schön, wenn die es so haben wollen.

Doch er hat nicht mit einem weiteren Kontakt gerechnet. Man hat seine 14-jährige Tochter Kristina entführt. Wenn er den bekannten Wünschen entspreche, werde ihr nichts passieren. Andernfalls jedoch… Was bleibt Hans-Olof anderes übrig? Zunächst willigt er ein. Als er bei der Polizei Anzeige wegen Erpressung erstatten will, bemerkt er unter den Polizisten den Geldboten. Offenbar ist auch die Staatsmacht bereits unterwandert.

Doch er stellt nervös Nachforschungen an und findet heraus, dass die Professorin Hernández Cruz seit einem Jahr für den Schweizer Konzern Rütlipharm arbeitet. Könnten dessen schwedische Manager hinter der Entführung stecken? Doch was hätte Rütlipharm davon? Die Medizinprofessorin forscht an der Einwirkung von Hormonen auf das menschliche Zentralnervensystem, so zum Beispiel über das Phänomen der sexuellen Anziehungskraft. Hans-Olof schnaubt verächtlich, als er liest, dass sie dazu ihren Testpersonen – allesamt Studenten – Pornografie ausgehändigt hat, um die Reaktion zu analysieren. Wie primitiv!

Und eine solche Kandidatin soll dem Pionier der Aids-Forschung, Mario Gallo, vorgezogen werden? Es ist ein wahrlich trauriger Tag, als nicht weniger als 25 Mitglieder der Nobelpreisversammlung für Hernández Cruz stimmen. Die Preisträgerin ist natürlich erstaunt und erfreut. Doch statt sich über Kristinas Rückkehr freuen zu dürfen, erhält Hans-Olof einen weiteren Anruf. Er werde seine Tochter erst nach der Preisverleihung wiedersehen, um sicher zu stellen, dass der Preis nicht zurückgezogen oder irgendwie entwertet werde, etwa durch negative Presse.

Hans-Olof ist entsetzt: Er muss weitere zwei Monate warten! Als er ab und zu mit seiner Tochter sprechen darf, kann er mitverfolgen, wie sie am Stockholm-Syndrom zu leiden beginnt. Dabei beginnt das Entführungsopfer mit seinen Kidnappern zunehmend zu sympathisieren und schließlich sogar auf ihre Seite überzulaufen. Er wagt nicht, sich auszumalen, wie sehr sie sich binnen zwei Monaten verändert haben könnte.

Aber es gibt noch einen letzten Strohhalm. Er besucht seinen Schwager Gunnar Forsberg im Gefängnis. Gunnar, 37, sitzt bereits sechs Jahre wegen Einbruchs und Industriespionage. Der Bruder von Hans-Olofs verstorbener Frau Inga hasst Hans-Olof dafür, dass Inga bei einem Autounfall starb, für den er ihn verantwortlich macht. Dennoch verspricht Hans-Olof ihm, ihn rauszuholen. Das ist mit dem Amnestie-Erlass der neuen Justizministerin auch kein Problem. Es ist der 1. Dezember: Bleiben noch zehn Tage bis zur Preisverleihung. Die Zeit drängt also. Über Handys bleiben Hans-Olof und Gunnar ständig in Kontakt.

(Von nun ab erzählt Gunnar den Rest der Geschichte.)

Als allererste Tat bricht Gunnar in die schwedische Zentrale von Rütlipharm ein. Bingo! Im Safe von Rütli-Landeschef Reto Hungerbühl stößt Gunnar zwar nicht auf Hinweise zu Kristinas Aufenthaltsort, aber auf Unterlagen über Testergebnisse zu einem neuartigen Medikament. Das Projekt mit dem Tarnnamen „Rasputin“ ist mit einem Phänomen namens Juveniles Aggressions-Syndrom, kurz JAS, verbunden. Davon hat Gunnar noch nie gehört, aber er war ja auch sechs Jahre von der Welt abgeschnitten. Eine Diskette mit der Beschriftung „JAS“ nimmt er mit. Darauf befindet sich, wie er festellt, eine einzige Datei „JAS.DOC“. Dummerweise ist sie verschlüsselt. Er muss Dimitri, einen russischen Computerhacker finden. Dieser lebt allerdings im Untergrund.

Was Gunnar aber viel mehr stört, ist die Tatsache, dass er während seines Einbruchs von der Polizei beinahe auf frischer Tat ertappt worden wäre. Sind diese neumodischen Handy-Dinger etwa doch nicht abhörsicher, wie ihm Hans-Olof versichert hat? Oder hat man seine Anwesenheit bei Rütlipharm vom gegenüberliegenden Hochhaus bemerkt und die Polizei gerufen? Oder hat ihn sein Bewährungshelfer Per Falander verraten? Nur eins ist sicher: Er kann keinem mehr trauen.

Als er Dimitri endlich findet und dessen Software die stark verschlüsselte Datei knackt, erlebt Gunnar sein blaues Wunder: Für JAS finden Tests an Kindern und Jugendlichen statt – in Waisenhäusern wie jenem, aus dem er vor 25 Jahren zusammen mit Inga ausbrach. Diese bösen Erinnerungen machen Gunnar richtig wütend. Ist Kristina etwa in die Hände von skrupellosen Experimentierern gefallen?

_Mein Eindruck_

Die Story, die ich hier skizziert habe, klingt nach einem durchschnittlichen amerikanischen Wissenschaftsthriller. Aber auch ein Schwedenkrimi wäre nicht ganz abwegig, denn schließlich spielt die Handlung ausschließlich im Großraum Stockholm. Allerdings ist „Der Nobelpreis“ keines von beiden, höchstens ein wenig davon. Denn der Autor führt den Leser auf geniale wie perfide Art und Weise hinters Licht, und die Geschichte entpuppt sich als etwas ganz anderes. Er demonstriert, wie relativ Wahrheit ist.

|Die Erzähler|

Wenn uns Hans-Olof Andersson am Anfang von seinen Gewissensbissen erzählt, an einer manipulierten Nobelpreisabstimmung teilzunehmen, so müssen wir das für bare Münze nehmen. Wie sich zeigt, ist Gunnar Forsberg der alleinige Erzähler, und er gibt diesen Part so wieder, wie Hans-Olof ihn ihm erzählt hat. Dass damit etwas nicht stimmen könnte, fällt Gunnar erst sehr spät ein.

Denn Gunnar ist leicht zu durchschauen. Er liebt seine Nichte Kristina in ebenso hohem Maße wie er Hans-Olof, seinen Schwager, nicht ausstehen kann. Er glaubt fest daran, dass er selbst ein kompetenter Einbrecher und Industriespion ist. Okay, er muss ein wenig Technik-Knowhow nachholen, zum Beispiel was Handys und Computer angeht, aber dafür gibt es ja Experten, nicht wahr? Leider stellt er Hans-Olofs Auskunft über die Abhörsicherheit von Handys nicht in Frage, was sich als Fehler erweist. Und er hätte besser noch ein paar ander Fakten nachgeprüft.

Gunnar behauptet zwar stets im Brustton der Überzeugung, er wolle sich als Profi stets selbst vom jeweiligen Zielobjekt überzeugen, aber die grundlegenden Annahmen prüft er nicht. Seine Annahmen stehen auf tönernen Füßen. Der Grund für seine Betriebsblindheit sind seine starken Gefühle, die er für Kristina und Hans-Olof hegt. Aber das merkt er erst ziemlich spät.

|Über Naivität|

Zum Beispiel dann, als er Kristinas hübsche Klassenlehrerin Birgitta Nykvist kennen lernt. Gunnar sagt sich bei ihrem Anblick: blond, blöd und mit großem Balkon. Die Tatsache, dass sie ihn zum Kuchenessen in ihre Wohnung einlädt – ihn, einen völlig Fremden! – schreibt er ihrer „endlosen Naivität“ zu. Am liebsten würde er ihre Naivität ein für allemal beenden, um sie aus ihrem schulischen Reservat auf den Boden der grässlichen Wirklichkeit zu holen. Als ob ihm das eine besondere Befriedigung verschaffen wurde. Als sie ihm erklärt, dass sie ihn mit einer bestimmten Absicht eingeladen habe, ist er verblüfft.

Seine eigene Naivität zeigt sich an Per Falander, seinem jetzigen und früheren Bewährungshelfer. Falander hat Gunnar als Industriespion eingesetzt und sich seinen Anteil an den Einnahmen geben lassen. Dass Gunnar ihm von Rütlipharm erzählt und danach einige Dinge schief laufen, hätte ihm eigentlich zu denken geben sollen. Er hätte sich fragen sollen, für wen Falander jetzt arbeitet.

Dass sich jeder Mensch (so auch Gunnar) seine eigene Weltsicht zimmert und diese mit Klauen und Zähnen verteidigt (so etwa Brigitta), erkennt Gunnar an seinem Zimmernachbarn in der schmuddeligen Pension, wo er jetzt wohnt. Toller Lillequist ist ein superchristlicher Verschlüsselungswissenschaftler, der überall eine kodierte Botschaft der Satanisten erblickt, z. B. in Zeitungen. „Die Welt wird vom Teufel regiert“, sagt er, und wenn es sich Gunnar genau überlegt, hat er wohl Recht. Leider ist diese Sache zweischneidig: Toller hält Gunnar für einen Satanisten und holt die Polizei.

|Der unzuverlässige Berichterstatter|

Dass diese Ich-Erzählung von Gunnar wiedergegeben wird, macht sie keinen Deut verlässlicher. Denn wie sich zunehmend herausstellt, ist Gunnar ein unzuverlässiger Berichterstatter, wie ihn sich Henry James nicht besser hätte ausdenken können. Gunnar verschweigt uns eine ganze Menge seiner eigenen Untaten, so etwa das, was er seiner eigenen Schwester Inga angetan hat, nachdem sie Hans-Olof geheiratet hatte.

Der Roman erweist sich als Dekonstruktion einer Geschichte, der wir glauben können. Tatsächlich besagt der Roman, dass die ganze Welt eine Geschichte ist, nämlich ein Modell von Wirklichkeit, das sich jeder selbst zusammenbastelt. Ironsicherweise ist es genau die bislang so scheel angesehene Professorin Sofia Hernández Cruz, die sich damit beschäftigt, wie das Gehirn Realität und Wahrheit erzeugt. Nämlich durch Modelle aufgrund von Daten, die in bestimmten Nervenzellen gespeichert sind.

|Modelle sind notwendig|

Der Knackpunkt ist jedoch der, dass das individuelle Realitätsmodell umso komplexer und „realistischer“ wird, je mehr Neuronen sich vernetzen und ihre Informationen austauschen. Geschieht dies spontan, so nennt man dies gemeinhin einen „Geistesblitz“, manchmal auch „Epiphanie“. Der traurige Aspekt dieser Funktionsweise besteht darin, dass wir umso mehr Illusionen abstreifen müssen, je „realistischer“ wir sein wollen. Birgitta kann beispielsweise ohne diese ihre Illusionen nicht mehr arbeiten, denn sie würde sich ständig Sorgen machen, was ihr oder jemandem, den sie liebt, als nächstes zustoßen könnte. „Realität“ ist also auch eine Gratwanderung zwischen Euphorie und Suizidgefährdung durch Paranoia. Jeder muss wählen, wo er oder sie sich am wohlsten fühlt.

(Dass der religiöse Glaube ebenfalls ein Realitätsmodell anbietet, ergibt sich aus dem Gesagten, aber es wird in Gestalt des Satanistenhassers und Verschwörungstheoretikers Toller Lillequist gleich wieder ad absurdum geführt. Das ist ziemlich schade, denn sicherlich gibt und gab es eine Menge Wissenschaftler, die forschten und dennoch an Gott glaubten, so etwa auch Albert Einstein. Er trieb die Erkenntnisfähigkeit mit bewiesenen Theorien voran, macht aber dann einen „Sprung des Glaubens“, um an Gottes Existenz glauben zu können.)

|Die Lösung des Dilemmas|

Wie lässt sich das Dilemma, auf das uns der Autor mit der Nase stößt, auflösen? Einerseits sind Illusionen und Lügen in Form von Geschichten notwendig, andererseits lassen sie sich aber auch zwecks Manipulation missbrauchen. So wie zum Beispiel die Mitglieder des Nobelpreiskomitees manipuliert werden.

Das Buch ist die Antwort. Es hat die Absolutheit von „Wahrheit“ und „Realität“ dekonstruiert, nun muss es auch die Antwort bereithalten. Die Professorin liefert die erste Antwort: Man muss möglichst viele Informationsquellen miteinander vernetzen und dieses Wissen aus- und bewerten, um zu so etwas wie „Weisheit“ zu gelangen. Die andere Antwort liegt im finalen Showdown zwischen Gunnar Forsberg und Hans-Olof Andersson. Ihr Dialog ist ein Streitgespräch, das viele Wahrheiten ebenso wie jede Menge Lügen aufdeckt. Das Instrument des erkenntnisorientierten Dialogs ist das zweite Mittel, das der Autor anbietet.

|Gute Gesellschaft|

In diesem Anliegen befindet sich Eschbach in guter Gesellschaft. Auch John Brunner selig (gestorben 1995) hatte sich diesem erkenntnistheoretischen Ansatz verschrieben. Der britische Krimi-, Science-Fiction- und Fantasy-Autor enthüllte in einer Handvoll innovativer SF-Romane wie [„Morgenwelt“ 1274 und „Schafe blicken auf“, welche Fakten über genetische Manipulationen und ökologische Katastrophen sich aufdecken lassen, um ein völlig anderes Bild der Wirklichkeit zu enthüllen.

Und wo ist jetzt die arme Kristina abgeblieben, wird sich mancher fragen. Keine Sorge: Für sie hat der Autor kein so schreckliches Schicksal vorgesehen, wie es oben von Gunnar ausgemalt wurde. Selber lesen!

Am Schluss hat es der Autor so hingekriegt, dass der Leser noch nie eine spannendere Preisverleihung des Nobelpreises gesehen hat. Wird Sofia Hernández Cruz den höchstdotierten Wissenschaftspreis der Welt aus den Händen des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf entgegennehmen oder ihn zurückweisen und den König und dessen Nation brüskieren? Gunnar hat alles Menschenmögliche versucht, um Letzteres herbeizuführen. Doch war das klug?

|Humor|

Eines der unnachahmlichen Markenzeichen von Eschbachs Romanen ist ihr spezieller Humor. Dieser äußerst sich sowohl sprachlich als auch in der Handlung. Gunnar betritt z. B. die Rezeption von Rütlipharm als Pizzabote (wie schon der Held in „Eine Billion Dollar“), setzt sein „debilstes Gesicht“ auf und bewundert die Telefonanlage der Empfangsdame. Diese Anlage ist so groß, dass sie aussieht, „als könne man damit einen Weltkrieg kommandieren“. Allein schon der Name „Rütlipharm“ ist ein Witz.

In der Handlung erfolgt ein komödiantischer Höhepunkt nur wenig später, als sich Gunnar nach gelungenem Einbruch dennoch vor der angerückten Polizei verstecken muss. Er wird entdeckt, aber nicht als Gunnar Forsberg, sondern als Zahnarzt, der gerade ein Schäferstündchen mit einer „Dame der Gesellschaft“ hat (nachts um drei?). Die Dame ist zwar nie zu sehen (und auch nicht zugegen), aber Gunnar spielt seine Rolle des ertappten Liebhabers so überzeugend, dass sich die Bullen und der Hausmeisters übertölpeln lassen.

Aus dem weiter oben Gesagten ergibt sich, dass es jede Menge Ironie zu belächeln gibt, denn ob Gunnar der Naive ist oder seine Umgebung, allen voran Birgitta und Hans-Olof, muss man selbst herausfinden und entscheiden. Man merkt häufig, dass es dem Autor ungeheuren Spaß gemacht haben muss, unterhaltsam zu erzählen und den Leser an der Nase herumzuführen.

_Unterm Strich_

„Der Nobelpreis“ ist ein unterhaltsamer, spannender und penibel recherchierter Krimi, der aus den üblichen Mustern für Wissenschaftsthriller und Schwedenkrimis (Marke Marklund oder Mankell) ausbricht und eine ernst zu nehmende Aussage über die heutige Welt macht. Die Erzählweise ist auf Spannung und Action ausgerichtet, lässt aber auch Erotik und Humor nicht vermissen. Im Finale gibt es eine Menge Aha-Erlebnisse, der Epilog schließt alle Handlungsfäden zufrieden stellend ab.

Ich kann die Konstruktion dieses komplexen Romans nur bewundern. Nicht nur wendet sich die Wahrheit der Geschichte – siehe oben – um 180 Grad, nein, auch die Hintergrundstory Gunnars und Hans-Olofs wird lückenlos nachgeliefert und wirft ein neues Licht auf das Erzählte. Der aufmerksame Leser wird natürlich schon nach der Hälfte des Buches seine Schlüsse ziehen können, was los ist, aber ob die alle so zutreffend sind, dürfte erst das Finale erweisen.

|Hinweis: Zu folgenden Werken Andreas Eschbachs liegen Rezensionen auf Buchwurm.info vor:|

[Die Haarteppichknüpfer 1556
[Quest 1459
[Exponentialdrift 187
[Das Jesus-Video 267 (Hörbuch)
[Der Letzte seiner Art 1250
[Der letzte seiner Art 317 (Hörbuch)
[Das Marsprojekt 1102
[Die blauen Türme 1165 (Marsprojekt 2)
[Eine Billion Dollar 653
[Perfect Copy – Die zweite Schöpfung 1458
[Die seltener Gabe 1161
[Die Rückkehr 1611 (Perry Rhodan 2295)

Gerritsen, Tess – Roter Engel

_Medizinthriller: E.R. lässt grüßen_

Eine Mischung aus „ER“ und Wissenschafts-Thriller à la Michael Crichton und Robin Cook. Sehr spannend, anschaulich und kenntnisreich erzählt, spekuliert die Autorin, wohin wohl eine skrupellose Altersforschung (Geriatrie) führen könnte.

_Handlung_

Dr. Toby Harper ist die Nachtschicht-Stabsärztin in der Notaufnahme eines kleinen Bostoner Krankenhauses. Hier gibt es die üblichen Intrigen und Persnalquerelen, Abwechslung bringt aber auch Tobys eigentliche Aufgabe: die Rettung von eingelieferten Patienten. Als ein alter Mann, der mit Koordinationsschwierigkeiten eingeliefert wurde, spurlos verschwindet, ist die Hölle los. Das war nicht bloß irgendein alter Knacker, Dr. Harper, sondern ein Patient eines unserer besten Kunden, Brant Hill!

Da kommt Toby ganz schön ins Schwitzen, vor allem weil ihr absolut schleierhaft ist, wie der bewegungsunfähig erscheinende Senior sich vom Acker machen konnte. Er war ja schließlich angebunden. Leider bleibt auch seine Leiche, sofern er inzwischen tot ist, wie vom Erdboden verschluckt. Seltsamerweise wies ihn seine Akte im Brant-Hill-Altenheim als völlig gesund aus.

Die Aufregung legt sich wieder – die Autorin gewährt einen Blick ins Privatleben Tobys. Und das ist reichlich trist und nervenaufreibend. Toby versorgt ihre an Alzheimer leidende Mutter selbst. Weil sie selbst Nachtschicht arbeitet, braucht sie tagsüber einen Pfleger. Als der wegen eines besseren Jobs kündigt, muss sie Ersatz suchen. Eine adrette Mittdreißigerin findet sich – Toby ist heilfroh, denn inzwischen ist an ihrer Klinik wieder die Hölle los.

Ein zweiter Brant-Hill-Pflegefall wird zufällig auf Tobys Station abgeladen, auf dass sie ihn sofort behandelt: ein gewisser Angus Parmenter. Vor einem Kapitel noch hat er Hanteln gestemmt, nun zittern ihm sämtliche Glieder und er hat Halluzinationen. Als Toby diesen Patienten stabilisiert hat, wird ihr Angus praktisch aus der Hand genommen, und zwar von keinem Geringern als Carl Wallenberg, dem Star-Chefarzt von Brant Hill. Sie führt gerade die Computertomografie durch, da reißt er ihr den alten Mann fast aus den Händen. Extrem merkwürdig!

Wenig später ist Angus tot und soll abtransportiert werden. In letzter Sekunde ordnet Toby die Überstellung der Leiche an die Rechtsmedizin an. Sie riecht Unrat. Obwohl Wallenberg natürlich tobt, gelingt es ihr und Dr. Dvorak von der Gerichtsmedizin herauszufinden, woran Angus Parmenter verstarb: sein Hirn ist von der Konsistenz eines Schwamms – genau wie bei BSE. Eine Folge der neuartigen Hormontherapie an der Brant-Hill-Klinik, die der Verjüngung der betuchten Patienten dienen soll?

Nun wird man aber in den oberen Etagen des Brant-Hill-Konzerns etwas nervös, denn die Behörden haben nun etwas in der Hand, das sich nicht vom Tisch wischen lässt – und Toby stellt weiterhin Nachforschungen an. Völlig skrupellos versuchen Wallenberg und einige Arztkollegen an diesem Jungbrunnen-Projekt alles, um Toby und ihre Freunde an ihren Schnüffeleien zu hindern. Wenig später schleppt sich ein angeschossener Brant-Hill-Pfleger in Tobys Notaufnahme-Station, sterbend …

_Fazit_

Gerritsen kennt keine Scheu, dem Leser auch die unappettitlichen Seiten der Altersforschung und der von ihr geschilderten (fiktiven?) Verjüngungskuren darzustellen. Anhand der skizzierten Handlung ahnt der Leser noch nicht, welch schrecklichen Weiterungen sich ergeben: Die Hormone stammen nicht aus irgendwelchen Rindern, die mit BSE befallen sind oder so, sondern aus speziell gezüchteten menschlichen Föten. Das Schicksal der betroffenen Mütter geht wirklich an die Nieren. Empfindliche Mägen sollten deshalb vielleicht auf die Lektüre verzichten. Auch Toby selbst, die sympathische Kämpfernatur, entkommt nur um Haaresbreite dem Tod.

Wie bereits gesagt, erinnert mich die Geschichte an Michael Crichton und die von ihm geschriebene Serie „E.R.“. Emergency Room (E.R.) bedeutet Notaufnahmestation. Aber die Spekulation über die skrupellose Anwendung von Wissenschaftsmethoden an Menschen erinnert mich eher an Horrorautoren wie Dean Koontz und an den engagierten Humanismus von James Patterson in seinem Roman „Wenn der Wind dich trägt“.

Der deutsche Titel hat wieder mal gar nichts mit dem Buch und dem Originaltitel zu tun. „Life support“ bedeutet lebenserhaltende Maßnahmen am Krankenhaus. In diesem Buch erhält der Ausdruck eine ziemlich makabre zweite Bedeutung: Lebenserhaltung der Alten gleich Tötung und Ausschlachtung der ganz Jungen, ja der Ungeborenen.

|Originaltitel: Life support, 1997
Aus dem US-Englischen übertragen von Klaus Kamberger|

Riley Sager – Night – Nacht der Angst

Inhalt

1991. George W. Bush sitzt im Weißen Haus, im Kassettendeck läuft Nirvana, und die filmbegeisterte Studentin Charlie fährt mit einem Mann durch die Nacht, der vielleicht ein Serienkiller ist. Es war nur eine Mitfahrgelegenheit. Josh behauptet, er wolle zu seinem kranken Vater in Ohio. Aber etwas stimmt nicht an seiner Geschichte. Während sie über leere, dunkle Highways fahren, steigt in Charlie ein furchtbarer Verdacht auf. Ist es möglich, dass Josh der Campus-Killer ist, der ihre beste Freundin ermordet hat? Sie kann nicht weg, Hilfe holen ist unmöglich. Sie ist gefangen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Charlie wollte mitten im Semester so schnell wie möglich nach Hause, denn ihre Freundin und Mitbewohnerin Maddy wurde von dem berüchtigten Campus-Killer ermordet. Sie hält es nicht länger an der Uni aus, auch weil sie sich verantwortlich dafür fühlt, dass Maddie dem Serienmörder in die Hände fallen konnte. Sie hat bereits zuvor Traumatisches erlebt und ist nun vollkommen verzagt. Riley Sager – Night – Nacht der Angst weiterlesen

Eric Van Lustbader – Jian (China Maroc 01)

Aufstieg eines Tai-Pan

Jake Maroc, ein chinesisch-amerikanischer Agent mit einer Ausbildung in den Kampfkünsten, arbeitet in Hongkong für eine geheime US-Killertruppe namens „The Quarry“, die im Gegensatz zur CIA direkt dem US-Präsidenten unterstellt ist. Seit 15 Jahren erledigt The Quarry das schmutzige Geschäft des jeweiligen Herrschers im Weißen Haus. Seit zehn Jahren ist Jake dabei, doch seit vor drei Jahren viele Gefährten von einem japanischen Yakuza namens Nichiren getötet wurden, verfolgt er eine private Vendetta. Die Amerikaner sind alles andere als glücklich, dass Jake mitten in Tokio Nichiren angegriffen hat. Ihr Name tauchte dabei auf. Noch beunruhigender: Jakes Frau Mariana ist gleichzeitig mit seinem Angriff auf Nichiren in Tokio verschwunden.

Nun will Nichiren in Hongkong ein profitables Unternehmen übernehmen, doch das russische KGB hat das gleiche Interesse. Von den Amis verstoßen wendet sich Jake Maroc an jede Organisation in Honkong, um an Nichiren heranzukommen und ihn zur Strecke zu bringen, und er verschmäht selbst die Triaden nicht…
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Brian Freeman – Doppelmord (Unmoralisch)

Spannendes Thrillerdebüt: Mädchenmorde im hohen Norden

Lieutenant Jonathan Stride ermittelt in einer Serie von Mädchenmorden, die seine Heimatstadt Duluth, Minnesota, erschüttern. Das erste Opfer war Kerry McGrath, lebenslustig und süße sechzehn. Ihre Leiche wurde noch nicht gefunden. Und jetzt Rachel Deese, das gleiche Lied. Doch die Wahrheit hinter Rachels Verschwinden ist komplizierter, als sich Stride das hätte träumen lassen. Und viel unmoralischer. Aber nach dem Indizienprozess erhält er eine seltsame Postkarte mit einer weiblichen Handschrift. Die Spur führt nach Las Vegas.

Der Autor

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K. C. Crowe – Schwarze Bucht. Neuseeland-Krimi (Inspektor Parnell 02)

Neuseeland sehen und sterben

Im malerischen Städtchen Dunedin, ganz im Süden der Südinsel Neuseelands, verbringt Inspektor Parnell seinen Urlaub. Vor allem die Pinguin-Kolonien bieten ein faszinierendes Schauspiel für Touristen. Als im Nachbarzimmer seines Bed & Breakfast eine Leiche gefunden wird, ist es für Parnell jedoch mit der Ruhe vorbei. Neben der Leiche liegen nicht nur schwarze Pinguin-Federn, sondern Parnell gerät selbst unter Mordverdacht. Durch einen alkoholbedingten Filmriss kann er sich an nichts mehr erinnern. Wie soll er seine Unschuld beweisen? (Verlagsinfo)
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Frauke Buchholz – Blutrodeo. Calgary-Krimi (Ted Garner 02)

Ermittlungen in der Hölle der Ölfelder

In der kanadischen Provinz Alberta hat der Ölsandabbau giftige Spuren hinterlassen. Ein brutales Verbrechen führt den Profiler Ted Garner in die völlig zerstörte Landschaft bei Fort McMurray. Dort gehen die mächtigen Ölkonzerne rücksichtslos ihren lukrativen Geschäften nach und verwandeln die kanadische Wildnis und das Land der indigenen Bevölkerung in riesige Kraterlandschaften und verseuchte Klärteiche, ohne sich um die Gesundheit der Menschen zu scheren. Doch Garner muss sich nicht nur mit der hemmungslosen Gier nach Öl und Geld auseinandersetzen, sondern auch mit den eigenen seelischen Abgründen, die ihn fast an seine Grenzen bringen. (Verlagsinfo)

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Parker, Robert B. – Stranger in Paradise (Jesse Stone 7)

Trouble im Paradies: Ein Apache auf dem Kriegspfad

Wilson Cromartie versetzte Paradise vor zehn Jahren in Aufregung, entkam aber nach einem Coup mit 20 Mio. Dollar Beute. Was treibt „Crow“ jetzt wieder hierher, fragt sich Chief Jesse Stone. Crow sucht für einen Florida-Gangster dessen geflohene Frau und Tochter. Als Crow die beiden findet, erteilt ihm der Gangster den Befehl, die Frau umzulegen und das Kind zu ihm zu bringen. Crow hat jedoch Prinzipien. Dazu gehört, niemals Frau zu töten oder zu verletzen. Seine Weigerung führt dazu, dass der Gangster eine Gang mit seiner Ermordung beauftragt und der Gangster persönlich nach Paradise kommt. Es kommt zum Krieg im Paradies …
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Michael Connelly – Desert Star. A Ballard & Bosch Thriller 04

Gräber in der Wüste, Mörder in Key West

Detective Renée Ballard bekommt die Chance ihres Lebens: die alte Cold-Case-Abteilung des LAPD wiederzubeleben und Gerechtigkeit für die Familien der Vergessenen zu erreichen. Zusammen mit Harry Bosch, ihrem widerwilligen Mentor, muss sie zuerst den Mörder der Schwester des Stadtrats Jake Pearlman finden, der die Abteilung sponsert, oder alles verlieren.

Harry Bosch steht auf ihrer Liste der Ermittler ganz oben. Der pensionierte Kripomann ist eine lebende Legende, verhält sich aber unorthodox und verfolgt seine eigenen Pläne: Die Ermordung einer ganzen Familie namens Gallagher, die mitten in der Mojave-Wüste vergraben wurde, verfolgt ihn seit Jahren. Doch sein Hauptverdächtiger McShane scheint untergetaucht zu sein. Schließlich steht er vor einer Wahl, von der er hoffte, sie nie machen zu müssen.
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Tom Clancy – Jagd auf Roter Oktober (Jack Ryan 4)

Seekriegsgarn mit großem Durchhänger

Der höchste Politoffizier der russischen Marine erfährt, dass »Roter Oktober«, das modernste russische Raketen-U-Boot, in den Westen überzuwechseln droht. Innerhalb kürzester Zeit machen sich 30 Kriegsschiffe und 58 Jagd-U-Boote an die Verfolgung. Es beginnt ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Großmächten. (Verlagsinfo)

Dies ist, nach „Die Stunde der Patrioten“, der zweite, noch rasantere Auftritt von CIA-Berater Jack Ryan.

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Andrea Camilleri – Die schwarze Seele des Sommers. Commissario Montalbano blickt in den Abgrund

Rasanter Krimi: Der Kommissar wird eingewickelt

„Commissario Montalbano blickt in den Abgrund“ lautet diesmal der Untertitel. Für seine Livia tut Montalbano alles. Deshalb sucht er für ihre Freundin Laura und deren Familie ein kleines Häuschen, in dem sie ihren Urlaub verbringen können. Alles klappt wie am Schnürchen, bis sich herausstellt, dass die kleine Villa ein unheimliches Eigenleben beherbergt: Schaben, Mäuse, Spinnen – das kann man ja noch verkraften. Aber Lauras Sohn verschwindet, und Montalbano findet eine unbekannte Leiche im verborgenen Parterre. Nun hört der Spaß endgültig auf. Und ein seltsamer Mordfall beginnt.

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