Die Handlung:
Wer hat die Bibliothek von Mr Lehmann verwüstet? Die drei ??? stehen vor einem Rätsel, das sie zu einem Nobelpreisträger führt. Bei Mr Lehmann wurde eingebrochen, doch nicht nur ein wertvolles Buch wurde gestohlen, auch alte Briefe seiner Eltern sind verschwunden. Als wenig später auch bei Lehmanns Bruder eingebrochen wird, werden die Detektive hellhörig. Die Ermittlungen führen Justus, Peter und Bob nach Seven Palms, dem Haus von Thomas Mann in Kalifornien. Was hat die Familie Lehmann mit dem Schriftsteller zu tun? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Etwas verwirrend und durchaus schmerzhaft gehts los. Justus kriegt eins auf die Rübe und muss sich anschließend der Polizei gegenüber erklären, was er denn im Haus von Mr Lehmann gemacht hat. Ein „Schnabelmonster“ hat also eingebrochen, aha. Ok, der Schlag auf den Kopf war vielleicht doch schlimmer als gehofft.
Wie dem auch sei … Eis auf die Beule und los gehts mit den Ermittlungen! Der Dieb hat also nur ein Buch geklaut (und ein paar alte Briefe), obwohl er die Auswahl unter mehreren Hundert hatte. Von denen sind einige laut Besitzer auch mehr wert als „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann, was er hat mitgehen lassen. Seltsam, interessant und auf jeden Fall ein wichtiges Detail.
Bemerkenswert ist, dass beim Bruder des Bestohlenen auch eingebrochen wurde. Auch hier wurden Bücher von Mann gestapelt, aber nicht gestohlen. Aber, auf alte Briefe hatte der Dieb es auch hier abgesehen und die hat er oder sie dann mitgenommen. Was da wohl Interessantes drinstehen könnte?
Die Jungs hangeln sich entlang des Stammbaums der bestohlenen Brüder und wieder stehen alte Briefe im Mittelpunkt. Die haben definitiv irgendeinen wichtigen Inhalt zu bieten.
Per riesigem Zufall, aber nicht völlig unmöglich konstruiert, bekommen wir dann endlich mal ein paar von diesen Briefen zu lesen. Und die enthalten zum Teil tatsächlich Rätselhaftes. Weiterbringen tut uns das aber (noch) nicht.
Bei den Ermittlungen in Seven Palms, dem ehemaligen Grundstück von Thomas Mann, das so heißt … weil auf dem Grundstück eben sieben Palmen standen … gibts die nächsten Zwischenfälle. Aber, auch die helfen uns nicht weiter. Was eventuell daran liegen könnte, dass wieder niemand erwischt werden konnte, obwohl jemand erwischt werden könnte.
Dann aber gibts erste Früchte zu ernten. Zusammenhänge werden gezogen, Verdächtige sortiert und Mutmaßungen angestellt. Lagen die Drei ??? wohl richtig? Finden sie womöglich eines der verschollenen Manuskripte? Oder gehen am Ende alle leer aus?
Es ist kompliziert. So sehr, dass Peter irgendwann anmerkt, ihm rauche der Kopf. Das geht den Hörern sicher ähnlich, wenn sie mal einen Moment nicht genau zuhören.
Zum „Glück“ gibts am Ende jede Menge Monologe, die vieles er- und aufklären möchten.
Die Sprecher und ihre Rollen:
Erzähler – Axel Milberg
Justus Jonas, Erster Detektiv – Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv – Jens Wawrczeck
Bob Andrews, Recherchen und Archiv – Andreas Fröhlich
Joseph Lehmann – Claus Wilcke
Felix Lehmann – Olaf Kreutzenbeck
Officer Brandon – Achim Schülke
Imma – Anika Baumann
Lorenzo – Mathias Renneisen
Dr Paul Hayden – Michael Bideller
Wendell Larimer – Axel Stosberg
Annabelle Fox – Sofie Junker
Inspektor Cotta – Holger Mahlich
Axel Field – Stephan A. Tölle
Trackliste:
1. Das Schnabelmonster
2. Und immer wieder: Thomas Mann
3. Rätselhafte Briefe
4. Dynamik der Geschehnisse
5. Ein Werk des Teufels?
6. Nacht der Geheimnisse
7. Untergejubelt
Technik-Credits:
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion: Maike Müller
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Jan-Friedrich Conrad, Jens-Peter Morgenstern, Detlef Oels, Nathaniel Steinbrecher, Thomas Köerting, Andris Zeiberts, Betty George, Studio EUROPA
Cover-Illustration: Andreas Ruch · Design: Atelier Schoedsack
Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Marco Sonnleitner erschienen im
Kosmos Verlag, Stuttgart © 2025
Based on characters created by Robert Arthur.
Mit freundlicher Genehmigung der Universität Michigan.
Die drei ??? © 2026 Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.
(P) & © 2026 EUROPA a division of SONY MUSIC ENTERTAINMENT GERMANY GmbH
Die Ausstattung:
Die schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält ein paar ausgewählte Cover bereits erschienener Fälle und etwas ???-Werbung. Dazu kommt noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und eine kleine Bildvorschau für die kommende Folge. Auf der Rückseite des Case finden wir eine kurze Inhaltsangabe und die Trackliste.
Mein Fazit:
Bei verstorbenen Autoren, gerade bei den berühmten, kann man eigentlich immer davon ausgehen, dass es sich irgendwie in der Geschichte um etwas Verschollenes dreht. Ist hier zwar wie erwartet auch so, aber von Thomas Mann gibts tatsächlich verschwundene Manuskripte. Die musste sich der Autor dieses Falles gar nicht erst ausdenken.
Und da sie bis heute verschwunden sind, sind na klar der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die wird hier gekonnt mit echten Fakten zum Leben und Schaffen von Thomas Mann vermischt.
Das allerdings macht sich für meinen Geschmack als Hörspiel nicht wirklich gut. Hier wird sehr viel geredet und hin und wieder auch recherchiert.
Die Story ist dann so komplex, dass es am Ende langer Erklärungen bedarf, bis endlich alles aufgedröselt ist … mutmaßlich.
Als Roman hat das Ganze für mich besser funktioniert.
Audio-CD mit 78:48 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 9 Jahren
1. Auflage, Mai 2026
www.play-europa.de
Der Autor vergibt: 




