„Beth Is Dead“ ist ein Jugendthriller, der einen rätselhaften Todesfall mit einer Familiengeschichte verbindet. Im Mittelpunkt steht Beth, die tot aufgefunden wird. Für ihre Schwestern beginnt damit eine schwierige Zeit voller Fragen, Verdächtigungen und Unsicherheiten. Während sie versuchen herauszufinden, was wirklich passiert ist, geraten nicht nur Außenstehende, sondern auch Menschen aus ihrem engsten Umfeld in den Fokus. Die Geschichte beschäftigt sich dabei nicht nur mit der Aufklärung eines Verbrechens, sondern auch mit familiären Beziehungen, Geheimnissen und der Frage, wie gut man die Menschen kennt, die einem am nächsten stehen.
Inhalt
Die Handlung setzt direkt mit Beths Tod ein und macht schnell deutlich, dass hinter dem Fall mehr steckt, als zunächst sichtbar ist. Die Ermittlungen entwickeln sich nach und nach und werden von verschiedenen Perspektiven begleitet. Dadurch erhält man Einblicke in die Gedanken, Erinnerungen und Gefühle der beteiligten Figuren.
Im Verlauf der Geschichte werden immer neue Informationen enthüllt. Vergangene Ereignisse, unausgesprochene Konflikte und persönliche Geheimnisse spielen dabei eine große Rolle. Immer wieder entstehen neue Verdachtsmomente, die bestimmte Personen in ein anderes Licht rücken. Gleichzeitig werden frühere Annahmen infrage gestellt, sodass man als Leser ständig versucht, die einzelnen Puzzleteile zusammenzufügen.
Neben dem eigentlichen Kriminalfall nimmt die Entwicklung der Figuren viel Raum ein. Die Beziehungen zwischen den Schwestern, ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und ihre individuellen Probleme stehen häufig ebenso stark im Mittelpunkt wie die Suche nach der Wahrheit. Dadurch entsteht eine Geschichte, die weniger auf schnelle Action setzt, sondern vor allem von ihren Charakteren und ihren Verbindungen zueinander lebt.
Mein Eindruck
Ich bin mit relativ hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, weil die Grundidee sehr spannend klingt. Ein Todesfall innerhalb einer Familie, verschiedene Perspektiven und zahlreiche Geheimnisse versprechen eigentlich einen fesselnden Thriller. Teilweise konnte das Buch diese Erwartungen auch erfüllen, insgesamt blieb ich jedoch etwas zwiegespalten zurück.
Positiv fand ich vor allem die Figurenkonstellation. Die Schwestern unterscheiden sich deutlich voneinander, wodurch die verschiedenen Sichtweisen interessant bleiben. Es war spannend zu beobachten, wie jede Figur mit dem Verlust umgeht und welche Rolle die familiären Konflikte für die Handlung spielen. Auch die Tatsache, dass man nie sofort sicher sein kann, wem man vertrauen sollte, sorgt immer wieder für Neugier.
Allerdings hatte ich häufig das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig vorankommt. Viele Szenen beschäftigen sich ausführlich mit Gedanken, Erinnerungen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, weil dadurch die Charaktere mehr Tiefe erhalten. Für einen Thriller nahm dieser Aspekt für meinen Geschmack aber zu viel Raum ein. Immer wieder hatte ich den Eindruck, eher eine Familiengeschichte oder eine ausführliche Erzählung über die Figuren zu lesen als einen spannenden Kriminalroman.
Dadurch entstanden einige Längen, die meinen Lesefluss gebremst haben. Gerade in der Mitte des Buches zog sich die Handlung stellenweise deutlich. Es gibt zwar immer wieder neue Hinweise und kleinere Wendungen, doch die Spannung blieb für mich oft auf einem eher gleichmäßigen Niveau, anstatt sich kontinuierlich zu steigern. Ich habe das Buch nie als langweilig empfunden, aber ich hatte auch selten das Gefühl, unbedingt sofort weiterlesen zu müssen.
Gut gefallen hat mir dagegen, dass die Autorin verschiedene Themen miteinander verbindet. Neben dem Kriminalfall geht es um Familie, Vertrauen, Schuld, Erwartungen und darum, welche Auswirkungen Geheimnisse auf Beziehungen haben können. Diese Aspekte verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und machen die Figuren nachvollziehbar.
Das Ende konnte mich dann wieder etwas mehr überzeugen. Einige Entwicklungen waren überraschend und sorgten dafür, dass sich viele offene Fragen schlüssig zusammenfügten. Dadurch wurde das Buch zum Schluss noch einmal deutlich interessanter, auch wenn der Weg dorthin für mich etwas zu lang geraten war.
Über die Autorin und die Übersetzerin
Katie Bernet ist eine in Dallas, Texas, lebende Autorin. Sie ist ein langjähriges Mitglied des DFW Writers Workshops und die Leiterin der DFW Writers Conference 2025. Sie ist die älteste von drei Schwestern und ein eingefleischter Fan von ›Little Women‹.
Katarina Ganslandt hat schon als Kind angefangen zu übersetzen (Schlagertexte in die Schäli-Geheimsprache) und kann sich keinen Beruf vorstellen, der ihr mehr Spaß machen würde. Hoffentlich verliert ihr nie die Lust an Büchern! (Verlagsinfo)
Fazit
„Beth Is Dead“ ist ein Buch mit einer interessanten Ausgangsidee, vielschichtigen Figuren und einer Handlung, die nach und nach ihre Geheimnisse offenlegt. Besonders die familiären Beziehungen und die unterschiedlichen Perspektiven machen den Roman lesenswert. Wer gerne charakterorientierte Geschichten liest und sich Zeit für die Entwicklung der Figuren nimmt, dürfte hier einiges finden, das ihm gefällt.
Wer jedoch einen durchgehend spannenden Thriller mit hohem Tempo erwartet, könnte ähnlich empfinden wie ich. Viele Passagen wirken eher wie eine ausführliche Erzählung über die Figuren und ihre Beziehungen, während die eigentliche Krimihandlung zeitweise in den Hintergrund rückt. Dadurch entstehen einige Längen, die das Spannungsniveau abschwächen.
Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Die Figuren, die Familiengeheimnisse und die Auflösung des Falls waren interessant genug, um mich bis zum Ende dabeizuhalten. Für mich bleibt „Beth Is Dead“ deshalb ein solider Jugendthriller mit guten Ansätzen, der sein Potenzial nicht immer vollständig ausschöpft.
E-Book: 1.8 MB
Ins Deutsche übersetzt von
ISBN: 978-3423449380
www.dtv.de
Der Autor vergibt: 




