Ein unglaubliches Verbrechen erschüttert die nordschwedische Stadt Boden: Eine Lehrerin, die keine Feinde zu haben scheint, wird ermordet aufgefunden. Noch dazu hat der Täter ihren Leichnam brutal inszeniert: Zwei dicke Nägel wurden durch die Hände der Toten getrieben; sie selbst hängt an einem Deckenhaken, als ihr Ehemann sie entdeckt. Kriminalkommissarin Idun Lind muss herausfinden, warum es zu der schrecklichen Tat kam. Zusammen mit ihrem eigenbrötlerischem Partner Calle Brandt taucht Idun tief in eine schockierende Familiengeschichte ein – und bringt sich damit selbst in höchste Lebensgefahr … (Verlagsinfo)
Bürgermeisterin Therese liebt ihre schwäbische Heimat – Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Therese krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen – seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen – einen Ort, an dem der echte Geschmack König ist! (Verlagsinfo)
Ein eiskalter Mörder tötet Flitterwöchner noch in der ersten Hochzeitsnacht – um herauszufinden, was das Schlimmste ist, das jemand tun kann. Doch alle weibliche Opfer verbindet etwas, und das ist der Schlüssel zur ungewöhnlichen Aufklärung des Falls. Denn diesmal wird nicht ein Einzelner wie Dr. Alex Cross aktiv, sondern gleich ein ganzer Klub von couragierten Frauen: der Mordklub.
Dies ist der erste Roman in einer neuen Reihe, die einfach von eins aufwärts durchnummeriert ist. Der 1. Band heißt daher „1st to die“, der nächste „2nd chance“, „3rd degree“ und so weiter.
_Handlung_
Lindsay Boxer ist die einzige Inspektorin in der Mordkommission des San Francisco Police Department (SFPD). Da muss sie manchmal ganz schön hart im Nehmen sein. So wie jetzt, denn nichts hat sie auf den Horror der Flitterwochenmorde vorbereitet. Der erste passiert im gleichen Hotel, in der auch die Hochzeit stattfand. Der zweite passiert verwirrenderweise draußen auf dem Land, im berühmten Weinbaugebiet des Napa Valley. Beide Male wurden an den schönen und wohlhabenden Opfern, die kurz vor ihrem Honeymoon Trip standen, grausame sexuelle Handlungen vorgenommen. Sie wurden nicht nur getötet, sondern auch in jeder Weise entwürdigt.
San Francisco ist dementsprechend geschockt und will schnell Aufklärung der Untaten und die Ergreifung des Monsters. Das ist leichter gesagt als getan. Zum Glück gelingt es ihr, eine neugierige junge Journalistin auf ihre Seite zu ziehen und mit ihr und Claire, Lindsays bester Freundin, einer Gerichtsmedizinerin, einen Klub der Detektivinnen zu gründen. Später ziehen sie noch eine Staranwältin hinzu – wer hätte das gedacht? Schon bald zeitigt das Puzzlespiel der Frauen erste Erfolge.
Doch Lindsay hat auch ein ganz privates Problem, das sie unmittelbar bedroht: Ihr Arzt entdeckt bei ihr eine Blutkrankheit, eine zunehmende Knappheit an roten Blutkörperchen. Als Folge des resultierenden Sauerstoffmangels kippt sie ab und zu in Stresssituationen einfach um. Gut, dass sie einen neuen Freund hat: Chris Raleigh. Nachdem sie ihr Misstrauen überwunden hat, erweist sich der Nichtpolizist Raleigh an ihrer Seite als wahre Stütze. Doch wie kann man eine Beziehung aufbauen, wenn man die wichtigste Wahrheit nicht sagen kann, weil dadurch die Beziehung zum Scheitern verurteilt wäre?
In diesen Zweifrontenkrieg Lindsays platzt die Nachricht eines weiteren Honeymoon-Mordes wie eine Bombe: Der Mörder hat im fernen Cleveland zugeschlagen. Treibt er nun im gesamten Land sein Unwesen? Als die Videoaufnahmen das Gesicht des ungebetenen Hochzeitsgastes enthüllen, traut Lindsay ihren Augen kaum: Der Killer ist eine weltbekannte Persönlichkeit. Wie soll sie ihn zur Strecke bringen?
Wer wird als Erster mit dem Sterben dran sein: das nächste Opfer, der Killer oder – Lindsay?
_Mein Eindruck_
[„Rosenrot Mausetot“ 429 hatte mich mit seinem hammerharten Schluss absolut umgehauen. Daher wagte ich nicht zu hoffen, dass Patterson ein weiteres Mal dieses Kunststück fertigbringen würde. Und dem ist auch so: „Der 1. Mord“ geht viel weiter in die Breite und drückt weitaus stärker auf die Tränendrüsen als „Rosenrot Mausetot“. Dieses Buch ist ergreifend. Dennoch bleibt das Buch spannend bis zur letzten Szene, weil es dem Autor gelingt, immer wieder mal ein neues Karnickel aus dem Hut zu zaubern; eine neue Wendung, auf die der Leser nicht – und die Hauptfigur schon gar nicht – vorbereitet ist.
Was sich schon bei „Rosenrot Mausetot“ anbahnte, setzt sich hier verstärkt fort: Nicht mehr heroische Männer wie Alex Cross stehen im Mittelpunkt des Geschehens, sondern vielmehr starke Frauen. Doch auch diese sind aufeinander angewiesen, sowohl beruflich wie auch privat, wie Lindsays Krankheit zeigt, sonst würden sie scheitern. Die Anwältin beispielsweise wird benötigt, um sich überhaupt an den prominenten Killer heranzuwagen – und dennoch setzt sie ihre Karriere dafür aufs Spiel.
Was ich hier um den Erhalt der Spannung willen nicht sagen darf, aber mit das Wichtigste am Buch ist, ist natürlich der Mörder. Die ersten vier Morde begeht er sowohl skrupellos als auch in erniedrigender Absicht. Dennoch will er etwas herausfinden: Was ist das Schlimmste, was man tun kann? Beim dritten Doppelmord mischt sich eine persönliche Beteiligung in die Tat, eine Art Rachsucht. Natürlich überrascht uns der Autor: Im Handumdrehen haben wir es mit mehr als nur einem möglichem Täter zu tun, aber welcher ist der richtige? Menschen können sich verkleiden. Bis zum Schluss bleibt diese ungewisse Spannung erhalten, und man kann nur um die Unversehrtheit Lindsays bangen.
|Patterson, der bessere Koontz?|
Patterson kennt seine Schauplätze aus dem Effeff, als ob er selbst dort gewesen sei. Man nimmt ihm die Akkuratheit seiner Beschreibungen ohne Weiteres ab. Und wo der Hintergrund als sicher gilt, kann bekanntlich im Vordergrund alles Mögliche passieren.
Mit der Betonung der emotionalen und sozialen Dimension des Verbrechens begibt sich Patetrson auf das Spielfeld eines anderen bekannten Spannungsautors, auf das von Dean Koontz. Koontz hat sich wegbewegt vom Übernatürlichen, Unerklärlichen hin zu höchst seltsamen Praktiken der Psychologie, dem Wahnsinn von Serienkillern. Bei Pattersons Killern hat dieser Wahnsinn noch Methode: dahinter steckt der Wunsch zu erkennen und zu schocken.
Glücklicherweise sind seine Büchern noch wesentlich dünner und schneller zu lesen als die Ziegelsteine, die Koontz in letzter Zeit produziert hat. Die superkurzen Kapitel, das Markenzeichen jedes Patterson-Romans, erlauben praktisch keine Atempause. Auch die 350 Seiten von „Der 1. Mord“ waren in drei Tagen verschlungen.
|Originaltitel: 1st to die, 2001
Aus dem Amerikanischen von Edda Petri|
_James Patterson auf |Buchwurm.info|:_
[„Das Pandora-Projekt“ 3905 (Maximum Ride 1)
[„Der Zerberus-Faktor“ 4026 (Maximum Ride 2)
[„Das Ikarus-Gen“ 2389
[„Honeymoon“ 3919
[„Ave Maria“ 2398
[„Wer hat Angst vorm Schattenmann“ 1683
[„Mauer des Schweigens“ 1394
[„Stunde der Rache“ 1392
[„Wenn er fällt, dann stirbt er“ 1391
[„Wer sich umdreht oder lacht“ 1390
[„Die Rache des Kreuzfahrers“ 1149
[„Vor aller Augen“ 1087
[„Tagebuch für Nikolas“ 854
[„Sonne, Mord und Sterne“ 537
[„Rosenrot Mausetot“ 429
[„Die Wiege des Bösen“ 47
[„Der 1. Mord“ 1361
[„Die 2. Chance“ 1362
[„Der 3. Grad“ 1370
[„4th of July“ 1565
[„Die 5. Plage“ 3915
Colter Shaw spürt vermisste Personen auf, mit den ausgesetzten Belohnungen verdient er seinen Lebensunterhalt. Doch dann nimmt ein Auftrag eine tragische Wendung, und Shaw muss herausfinden, wie es dazu kommen konnte. Seine Suche nach Antworten führt ihn zu einer undurchsichtigen Organisation, die sich als Selbsthilfegruppe ausgibt. Shaw tritt der Gruppe bei – denn er hat den Verdacht, dass diese weitaus perfidere Ziele als Trauerbewältigung verfolgt. Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine gefährliche Sekte handelt, die alles dafür tun würde, ihre Geheimnisse zu bewahren. Und bald werden die ersten Mitglieder misstrauisch … (Verlagsinfo)
Eigentlich möchte Ina in Schweden einen geruhsamen Lebensabend genießen. Tiefblaue Seen, endlose Wälder und tiefenentspannte Mitmenschen, dazu noch den richtigen Mann an ihrer Seite – was könnte es Schöneres geben? Doch bei ihrer Ankunft auf dem Tingsmålahof zerplatzen ihre Träume schneller, als man »dumm gelaufen« auf Schwedisch sagen kann. Statt ihres Geliebten Viggo empfängt sie nämlich seine Witwe Agneta und ein paar andere rüstige Senioren. Schlimmer noch: Plötzlich steigt die Rate verdächtiger Todesfälle in der Gegend sprunghaft an, und Ina bleibt nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln. Zum Glück kennt sie sich als Buchhändlerin bestens mit skandinavischen Krimis aus. Kein noch so raffinierter Mord kann sie erschüttern … (Verlagsinfo)
Dies ist der zweite Teil des zweiten Romans in Tom Ardens Zyklus „Der Kreis des Orokon“. Da der Held, Jemany, insgesamt fünf göttliche Kristalle, die verloren gingen, suchen muss und er in jedem ganzen Roman nur einen findet, gibt es entsprechend auch fünf Bände dieses Zyklus‘ – und zumindest ist nach dem deutschen Band 10, „Der fünfte Kristall“, kein weiterer Teil mehr erschienen.
Eve Dallas ist zufällig in der teuren Weinbar DU VIN, als dort ein aufsehenerregender Mord geschieht: Larinda Mars, selbst ernannte „Gesellschaftsreporterin“, aber in Wirklichkeit eine professionelle Klatschbase, wird erstochen. Eve findet schnell heraus, dass Larinda die saftigsten Skandale für sich selbst behielt, um die Reichen und Berühmten von New York gnadenlos zu erpressen. Offenbar wusste sich jemand nicht mehr anders zu wehren, als sie blutig zum Schweigen zu bringen. (Verlagsinfo)
Anno 1805, England befindet sich im Krieg mit Napoleon. Der englische Seekapitän Will Laurence traut seinen Augen nicht: An Bord einer gerade gekaperten französischen Fregatte befindet sich tatsächlich ein echtes Drachenei! Er ahnt noch nicht, das dieser kostbare Fund sein Leben unwiderruflich verändern wird. Denn als der kleine Drache, den er Temeraire tauft, schlüpft, erwählt er ausgerechnet Laurence zu seinem menschlichen Gefährten – als glorreichen Feuerreiter Seiner Majestät …
Peter Jackson („Herr der Ringe“-Trilogie, „King Kong“, „Heavenly Creatures“, „Forgotten Silver“) will den Roman verfilmen, vielleicht sogar die ganze Trilogie um die Feuerreiter.
Die Autorin
Naomi Novik wurde 1973 in New York City geboren und ist mit polnischen Märchen, den Geschichten um die Hexe Baba Yaga und mit Tolkiens Werken aufgewachsen. Sie hat englische Literatur studiert, im Bereich IT-Wissenschaften gearbeitet und war zudem an der Entwicklung von erfolgreichen Computerspielen beteiligt. Dann schrieb sie ihren Debütroman, mit dem sie Kritiker und Leser gleichermaßen begeisterte. Mehr zu der Welt der Feuerreiter findet man unter http://www.temeraire.org/. Novik lebt mit ihrem Mann in New York.
Die Trilogie „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ besteht aus den Bänden:
Naomi Novik: Drachenbrut. Blanvalet, Berlin Juni 2007, ISBN 978-3-442-24443-0.
Naomi Novik: Drachenprinz. Blanvalet, Berlin August 2007, ISBN 978-3-442-24444-7.
Naomi Novik: Drachenzorn. Blanvalet, Berlin Oktober 2007, ISBN 978-3-442-24445-4.
Naomi Novik: Drachenglanz. Blanvalet, Berlin April 2008, ISBN 978-3-442-26572-5.
Naomi Novik: Drachenwacht. Penhaligon, München Februar 2009, ISBN 978-3-7645-3015-0.
Naomi Novik: Drachenflamme. Penhaligon, München Oktober 2010, ISBN 978-3-7645-3016-7.
Naomi Novik: Drachengold. Penhaligon, München Juni 2012, ISBN 978-3-7645-3073-0.
Naomi Novik: Drachenfeind. Penhaligon, München Juli 2014, ISBN 978-3-7645-3074-7.
Naomi Novik: Drachensieg. Penhaligon, München März 2017, ISBN 978-3-7645-3075-4.
Einzelromane
Naomi Novik: Das dunkle Herz des Waldes. cbj, München November 2016, ISBN 978-3-570-17268-1.
Naomi Novik: Das kalte Reich des Silbers. cbj, München März 2019, ISBN 978-3-570-16549-2.
Handlung
Anno 1805 befindet sich das stolze Albion im Krieg mit Napoleon. Der englische Seekapitän Will Laurence hat gerade im Südatlantik eine französische Fregatte gekapert. Unter dem Beutegut befindet sich auch eine recht große Kiste. Als sie untersucht wird, stellt sich heraus, dass sie ein Drachenei beherbergt. Und das Junge ist kurz davor zu schlüpfen.
Drachenflotte
Nun geraten die britischen Offiziere in Aufregung. Dass es überall auf der Welt seit Urzeiten Drachen gibt, ist nichts Ungewöhnliches. Aber England, das von Napoleon belagert wird, braucht dringend eigene Drachen, um den Franzosen am Ärmelkanal Paroli bieten zu können. Die Flotte zur See, die von Admiral Nelson geführt wird, hat Napoleons Flotte vor dem Nildelta einmal besiegt, aber das reicht nicht. Die Briten brauchen auch eine Luftflotte von Drachen, um den französischen Drachenangriffen standhalten zu können. Einen eigenen Drachen zu haben, wäre eine willkommene Verstärkung der Drachenflotte. Es gibt nur einen Haken: Wer Drachenpilot sein will, kann nicht mehr in der Marine dienen.
Die Wahl
Die Offiziere stellen sich um das Ei auf, als das Junge schlüpft. Wen wird das Drachenjunge zu seinem Reiter wählen? Der Freiwillige verliert die Nerven und Laurence muss selbst das Junge auf sich aufmerksam machen. Die Bindung beginnt, und aus einem Geistesblitz heraus tauft er das schwarze Drachenjunge auf den Namen „Temeraire“. Der Drache ist einverstanden. Er kann von Anfang sprechen und versteht und spricht Englisch ebenso wie Französisch. Aber was für ein Typ Drache ist er?
Die Luftflotte
Nach und nach freunden sich die beiden grundverschiedenen Wesen miteinander an. Laurence hat sich damit abgefunden, dass er die Marine verlassen muss, und bittet die Admiralität per Drachenpost um seine Entlassung. Er hat aus dem Prisengeld und von seinem begüterten Vater genügend Vermögen, um sich als Drachenpilot ein angenehmes Auskommen zu sichern. Er entsagt seiner Verlobten, die in England auf ihn gewartet hat, denn für Drachenpiloten kann es keine Ehe nach herkömmlichem Muster geben. Sie werden dort stationiert, wo sie gebraucht werden, und dort wird das Leben als zu rau für eine Frau erachtet, zumal für eine Adelige.
Ausbildung
Die Ausbildung im schottischen Hochland bereitet ihn und Temeraire auf Kampftaktik und Telekommunikation (mittels Signalflaggen) vor. Inzwischen ist sein schwarzer Drache zu den Ausmaßen eines Jumbojets angewachsen. Eine komplette Schützenmannschaft kann auf und unter ihm in Netzen Platz nehmen. Ein erster Kampfeinsatz lässt sie Bekanntschaft mit französischen Drachen machen, wobei sich Temeraire als einer der schnellsten und wendigsten Drachen der Einheit auszeichnet. Temeraire ist noch mit sich selbst unzufrieden, denn er kann weder Gift noch Feuer spucken. Welche Waffe hat ihm Mutter Natur mitgegeben?
Die Bewährung
Doch die eigentliche Bewährungsprobe steht dem Paar noch bevor. Sie werden am Ärmelkanal stationiert. Auf der französischen Seite hat Napoleon eine Invasionsflotte zusammengezogen, die zweifellos bald in See stechen wird. Der Seekrieg gegen Napoleon findet einen ersten Höhepunkt, als Admiral Nelson die französische Flotte, die durch Dracheneinwirkung aus Toulon entkommen konnte, vor Kap Trafalgar stellt und in eine Seeschlacht verwickelt. Ohne die britischen Drachen vom Ärmelkanal hätte Nelson einen schlechten Stand, doch er siegt.
Temeraire und Laurence, die nicht nach Trafalgar abkommandiert wurden, entdecken eines Morgens, dass die Invasionsflotte der Franzosen losfährt. Und zwar nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft. Nun wird’s ernst! Nach der Enttarnung eines Verräters verfügen die Drachenpiloten über gute Kenntnisse, was Napoleon vorhat. Laurence erkennt frohlockend, dass er es in Temeraire mit einem der raren kaiserlichen Drachen aus China zu tun hat, und Temeraire kann endlich zeigen, worin seine eigentliche Waffe besteht: im „göttlichen Wind“ …
Mein Eindruck
Der ganze Plot dreht sich um den ungewöhnlichen Drachen Temeraire und seinen erwachsenen Reiter Will Laurence. Ich stelle mir Will immer als eine Variante von Russell Crowes Kapitän in „Master and Commander“ vor. Es ist die richtige Zeit, die richtigen Schiffe und die gleiche geistige Kultur. Mit dem Unterschied, dass es in diesem Buch Drachen gibt. Viele Drachen, überall.
Da gibt es die gewöhnlichen Pascalblauen und die Langflügler, doch die größten Drachen sind die Himmelsdrachen und Königskupfer. Sie alle sind stationiert auf dem Stützpunkt, auf dem auch Will Laurence und Temeraire Dienst tun. Temeraire ist ein unglaublich kluger Drache, der vor lauter Wissensdurst seinen Reiter ganz schön fordert, denn dieser muss Temeraire alle möglichen Bücher vorlesen. Darunter sind sogar mathematische Fachbücher, und diese vorzulesen, kann ganz schön anstrengend werden.
Seine große Bildung macht Temeraire aber keineswegs zu einem arroganten Schnösel. Vielmehr bewahrt er sich in seiner Jugendlichkeit eine große Anhänglichkeit zu seinem Reiter, seinem engsten Freund: Will Laurence. Außer brennt Temeraire darauf, endlich in einen „richtigen“ Kampf zu ziehen, um zeigen zu können, was er draufhat. Die Theorie eines Feindes, den er nur selten sieht und meist auch nicht in Scharmützeln jagen kann, behagt ihm nicht.
Die finale Schlacht, welche die Handlung dieses Bandes krönt, gibt Temeraire endlich Gelegenheit, seinen Reiter mit einer neuen Fähigkeit zu überraschen. Endlich wird der Drache zu einer vollwertigen Waffe. Andere Drachen mögen Feuer oder Säure spucken, doch Temeraires Waffe ist auch nicht zu verachten (und ich werde nicht verraten, worin sie besteht). Und sie steht nur den alleredelsten Drachen zur Verfügung.
Probleme
Dieser Umstand entpuppt sich jedoch auch als ein Problem. Denn bei Temeraires Drachenei handelte es sich um ein Geschenk des chinesischen Kaisers an Napoleon, also um etwas ganz Besonderes. Wenn die Briten, allen voran Will Laurence, erkannt hätten, womit sie es zu tun haben, hätten sie Temeraire ganz anders behandelt, ja, ihn vielleicht nicht mal ausgebildet. Deshalb ist über weite Strecken dieses Bandes unabdingbar, dass Temeraires wahre Qualität verborgen bleibt. Folglich wird er wie sein Reiter wie ein gewöhnlicher Rekrut behandelt und genießt keine Sonderbehandlung. Seine Stellung in der Truppe ist daher eine ganz normale und ruft keinen Neid hervor.
Doch als die Katze aus dem Sack ist und Temeraire als kaiserlicher Drache erkannt wird, dauert es nicht lange, bis eine hohe chinesische Delegation die Rückgabe des kaiserlichen Geschenks fordert.
Romantik
Nun mag sich so mancher Leser fragen, wo denn hier, bitteschön, die Romantik bleibt. Wie erwähnt, muss Will Laurence seiner Verlobten entsagen und das einzige weibliche Wesen, das für ihn in Frage kommt, ist eine Drachenreiterin, die er in Schottland kennen lernt. Allerdings ist die Reiterin von Lily noch ziemlich jung, sie könnte glatt seine Tochter sein. Deshalb stolpert er gewissermaßen in die Beziehung zu einer gestandenen Drachenreiterin namens Jane Harcourt hinein, die ihn auch körperlich befriedigt. Und deren Tochter Emily ist Mitglied in seiner Mannschaft.
Nur für Erwachsene?
Was mich immer wieder erstaunte und mir zunehmend besser gefiel, ist die erwachsene Verhaltensweise von Laurence und Co. Diese Leute nehmen Rücksichten aufeinander, die unsereins heutzutage nicht einmal mehr in den Sinn kommen würde, aber damals achtete man beim Militär noch sehr auf gutes Benehmen und Etikette sowie auf respektvolle Behandlung. Einmal begeht Laurence einen kapitalen Fehler, indem er sich mit einem Drachenreiter anfreundet, der seinen Drachen misshandelt. Infolgedessen grenzt er sich selbst von den Truppenoffizieren ab, die diesen Drachenmisshandler ablehnen. Er erkennt seinen Fehler gerade noch rechtzeitig, bevor er seinem Ruf bei der Truppe Schlimmeres zufügt.
Verfilmung
Auf diesem Niveau werden Geschichten leider nur noch sehr selten erzählt, schon gar nicht in sogenannter Jugendliteratur. Und in dieser Hinsicht hat die Autorin offenkundig von ihren Studien englischer Literatur profitiert. Wer einmal Jane Austen, Hardy, Fielding oder Thackeray gelesen hat, weiß, woher eine solche Erzählhaltung rührt. Kein Wunder, dass sich Peter Jackson so begeistert von dieser Trilogie zeigte, und ich freue mich auf seine Verfilmung dieses vielversprechenden Stoffes.
Die Übersetzung
… ist nahezu fehlerfrei. Nur auf Seite 353 fiel mir ein grober Schnitzer auf. Da heißt es „und ihre gemeinsame Zeit näherte sich SEINEM Ende“. Die Zeit ist hierzulande immer noch weiblich. Es muss daher „IHREM Ende“ heißen.
Zum Buch gehören übrigens nicht nur eine Leseprobe und eine Tafel mit grafischen Darstellungen von vier Drachentypen, sondern auch eine wissenschaftliche Abhandlung über die weltweit vertretenen Drachentypen. Darin finden sich auch Informationen über den raren Drachentyp, die Temeraire vertritt: die Kaiser- und Himmelsdrachen.
Unterm Strich
Der erste Band der Trilogie um die Feuerreiter schildert die Lehr- und Wanderjahre des edlen Drachen Temeraire und seines Herren und Freundes Will Laurence, Ex-Seekapitän. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, insbesondere die Schlacht gegen die französische Invasionsarmee am Ende, in der Temeraire wieder mal mit einer faustdicken Überraschung aufwartet. Die Figuren verhalten sich wie Erwachsene, und das ist in Jugendliteratur selten genug, eine angenehme Abwechslung im Fantasy-Genre.
Ironie
Außerdem fand ich zu meiner Freude jede Menge Humor von feiner und feinster Ironie vor. Beispielsweise interessiert sich Temeraire in seiner jugendlichen Unschuld lebhaft für das, was er als „Dirnen“ beschreibt. Laurence klingen die Ohren. Sein Drache hat diesen Ausdruck für Prostituierte von gewöhnlichen Soldaten der Garnison gehört, und Laurence windet sich vor Verlegenheit, um seinem Freund zu erklären, was es damit auf sich hat…
Insbesondere die Kampfszenen sind allesamt recht lebhaft und lebendig geschildert, so dass sie sich gut für die geplante Verfilmung eignen, die Peter Jackson vorhat. Ich kann den ersten Band jedem empfehlen, der etwas für Drachen übrighat. Und ich hoffe, dass die zwei nächsten Bände ebenso gut sein werden, hoffentlich dann mit etwas mehr Action in der Mitte.
Der russische Multimillionär Vasily Federov träumt davon, Russland wieder zu alter Größe zurückzuführen. Als der alte und unbeliebte Präsident zurücktritt, wähnt er seine Zeit gekommen, das Ruder zu übernehmen. Doch um das russische Volk auf seine Seite zu ziehen, bedarf es eines symbolischen Akts. Was wäre, wenn es Federov gelänge, den Russen einen einmaligen Kunstschatz zurückzugeben? Das Bernsteinzimmer! Frances Coffey, die legendäre Chefin des CIA, weiß, dass sie Federovs Machtstreben Einhalt gebieten muss. Sie muss das Bernsteinzimmer vor dem Russen finden. Doch dafür benötigt sie einen ganz besonderen Spion: Argylle – mit einem Rucksack voll Problemen und einer nicht ganz reinen Vergangenheit, aber mit den einzigartigen Fähigkeiten, die benötigt werden, um es mit einem der mächtigsten Männer der Welt aufzunehmen … (Verlagsinfo)
Mein Name ist Harry Blackstone Copperfield Dresden, und ich bin ein echter Magier, kein Jahrmarktskünstler. Dieses Mal bekam ich es mit einer wirklich abartigen Magie zu tun. Totenbeschwörer rangen in Chicago, meiner Stadt, um ein mächtiges magisches Buch. Und es scherte sie nicht, was dabei zu Bruch ging. Wenn Sie mir nicht glauben, dass es kaum etwas Erschreckenderes gibt als Totenbeschwörung, dann gehen Sie doch mal ins hiesige Naturhistorische Museum. Vielleicht fällt Ihnen in der Dino-Abteilung etwas auf … (Verlagsinfo)
Vor sechs Jahren quittierte Jack Reacher, damals Spitzenermittler der US-Militärpolizei, den Dienst. Er tauchte unter – unerreichbar, unauffindbar. Doch dieses eine Mal kommt der rastlose Einzelgänger freiwillig aus der Deckung. Durch puren Zufall ist er einem Mann begegnet, den er seit zehn Jahren für tot gehalten hat. Die Narben auf dessen Stirn erinnern Reacher an sein furchtbarstes Erlebnis, und er weiß: Noch immer geht von dem Janusmann eine tödliche Gefahr aus … (Verlagsinfo)
Zusammen mit „Der Tanz des Harlekin“ ist dies Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS. Die vollständige Lektüre des ersten Romans, den der deutsche Verlag in zwei Bände aufgeteilt hat, fördert aber auch einige Schwächen zutage.
München, 1965. Die 17-jährige Anna hat sich in ihrer Familie schon immer fremd gefühlt. Mit ihren dunklen Locken sticht sie buchstäblich wie das schwarze Schaf der Sonnlechners hervor. Und während ihre Eltern und ihre Schwester das unaufgeregte bürgerliche Leben genießen und den familieneigenen Friseursalon mit Eifer betreiben, sehnt sie sich nach Freiheit und Abenteuer. Vor allem das Malen – das Spiel mit unzähligen Farben und Formen – hilft ihr dabei, ihren Träumen Ausdruck zu verleihen. Als Anna eines Tages auf einen alten Brief stößt, in dem von einem Findelkind die Rede ist, wird sie stutzig: Könnte sie dieses Kind sein? Sie begibt sich auf die Suche nach ihren wahren Wurzeln – und findet dabei nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu ihrer großen Liebe … (Verlagsinfo)
Als seine Geliebte, die hinreißende Alette Lamartine, plötzlich ihre Beziehung beendet, erhält Marcs Selbstwertgefühl einen empfindlichen Dämpfer. Schließlich gilt er bei den Damen der feinen Gesellschaft seit jeher als ein Mann von äußerster erotischer Finessse: Marc taucht ein in Erinnerungen an leidenschaftliche Affären mit den schönsten Frauen der Welt … Eine prickelnd erotische Liebesgeschichte aus dem Paris der 1920er Jahre. (Verlagsinfo)
Dies war Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS.
„Das Lied von Eis und Feuer“, so heißt das ambitionierte Großprojekt von George R. R. Martin auf dem Gebiet der epischen Fantasy. Die vier ersten Bände davon sind bereits auf Deutsch erschienen (hier auf 8 Bände verteilt) und lassen sich zum Besten einordnen, was diese Literaturgattung bisher hervorgebracht hat.
Mehrere Handlungsstränge aufgreifend, bietet Martin einen Blick auf eine farbenprächtige Welt voller Gegensätze, ein buntes Gewimmel verschiedenster Schicksale, verstreut vom kargen, frostklirrenden Norden bis zu den orientalisch prächtigen Ländern des Sommers. Eine Welt, in der die Jahreszeiten sich über Jahre erstrecken können und auf einen milden langen Sommer ein umso härterer Winter folgt. In diesen Wintern erwachen im Norden dunkle Mächte. Und der jetzige Sommer währte bereits die Rekordzeit von zehn Jahren … Doch noch ist die Witterung wohlgesonnen und die Menschen sind mit ihrem eigenen Streit beschäftigt.
|Der Zyklus „Das Lied von Eis und Feuer“|
Band 1: Die Herren von Winterfell (ISBN 978-3-442-24729-5, 10/97, A Clash of Kings)
Band 2: Das Erbe von Winterfell (ISBN 978-3-442-24730-1, 4/98)
Band 3: Der Thron der Sieben Königreiche (ISBN 978-3-442-24923-7, 4/00, A Game of Thrones)
Band 4: Die Saat des goldenen Löwen (ISBN 978-3-442-24934-3, 10/00)
Band 5: Sturm der Schwerter (ISBN 978-3-442-24733-2, 11/01, A Storm of Swords)
Band 6: Die Königin der Drachen (ISBN 978-3-442-24734-9, 06/02)
Band 7: Zeit der Krähen (ISBN 978-3-442-24350-1, 05/06, A Feast of Crows)
Band 8: Die dunkle Königin (ISBN 978-3-442-24416-4, 10/06)
geplant: A Dance with Dragons
_Vorgeschichte in Band 1 & 2_
Der König, das ist der Thronräuber Robert Baratheon, einst ein großer Kämpfer, nun nur noch ein Säufer und Schürzenjäger. Die Königin ist Cersei aus dem reichsten Haus des gesamten Inselkönigreichs, derer von Lannister. Was kaum jemand weiß: Ihre Kinder, die der König sein Eigen glaubt, stammen alle von ihrem Bruder, dem strahlenden Ritter Jaime. Kaum ein Geheimnis ist jedoch, dass die beiden Lannisters des Königs alten Premierminister – hierzulande Rechte Hand genannt – mit Gift um die Ecke gebracht haben, um ihre Stellung zu stärken: Jaime sollte sein Nachfolger werden. Doch den Ersatz wählt der König nicht in seiner Nähe, sondern im hohen Norden, bei seinem alten Freund und Mitstreiter, dem rechtschaffenen Lord Eddard Stark. Das Schicksal der Angehörigen der Großfamilie derer von Stark von Winterfell ist der eigentliche Inhalt des umfangreichen Romans.
Zunächst widerwillig, doch vom Ehrgefühl getrieben, begibt sich Lord Eddard in die Hauptstadt, um als Rechte Hand zu regieren, während der König Mädchen und Wildschweinen nachstellt. Es kommt zum unausweichlichen Konflikt mit den Lannisters, als Eddards Frau Catelyn herausfindet, von wem ein Meuchelmörder in ihre Burg geschickt wurde, um ihren Sohn Bran zu töten: die Lannisters. Sie weiß nicht, dass Bran das Geheimnis des feindlichen Geschwisterpaares belauscht hatte. Ihr Verdacht fällt auf den Besitzer des Attentäterdolches: auf Tyrion Lannister, Königin Cerseis zwergenhaften Bruder. Sie lässt ihn verhaften und verschärft die Krise bis zum offenen Krieg. Der König kommt unter mysteriösen Umständen um.
Im zweiten Band des Romans, „Das Erbe von Winterfell“, kommt es zu mehreren Schlachten zwischen aufrechten Stark-Freunden und Lannistervasallen. Der Autor weiß die Kämpfer in der Schlacht auf eindrückliche Weise zu beschreiben. So erscheint etwa der Feldherr der Lannisters als eine Art Julius Cäsar. Seine Statur wird von der mickrigen Größe seines – inzwischen freigekommenen – Sohnes Tyrion noch erhöht, was aber nichts über seine moralischen Qualitäten aussagt. Lord Eddard, nach Roberts Tod von der Königin im Staatsstreich verhaftet und eingekerkert, wird vom neuen König und Cerseis Sohn, dem 14-jährigen und eigensinnigen Joffrey, als Verräter zum Tode verurteilt und enthauptet. Eddards zwei 10- und 12-jährige Töchter müssen dies mit ansehen. Ein Gegenkönig zeigt sich im Süden.
Am Ende des Romans sind viele Karten ausgespielt worden, aber die Partie ist weiterhin offen. In den Ländern jenseits der Meerenge gelangt Daenerys, die letzte Überlebende des Herrschergeschlechts, das Robert Baratheon dezimierte und verjagte, zu Macht an der Seite eines Reitervolkhäuptlings. Es gelingt ihr, den ausgestorbenen Drachen zur Wiedergeburt zu verhelfen. Und im höchsten Norden, an der Mauer, die das Königreich vor den Geistern des Verwunschenen Waldes schützt, kehrt der Winter zurück – für lange Jahre.
_Handlung von Band 3_
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht auch im dritten Band die Familie der Starks. Seit Tausenden von Jahren stellt sie die Könige des Nordens, eine harte, ehrenhafte, aber auch pragmatische Sippe. Der sich seit dem Anfang der Serie aufbauende Zwist zwischen den Starks und der mächtigen Adelsfamilie der Lannisters eskaliert zu einem mörderischen Krieg, der einen Großteil der Sieben Königreiche verheert.
Und noch mehr Heere sind im Anmarsch. Denn Stannis, der Bruder des verstorbenen Königs, schickt sich an, den Thron an sich zu reißen, mit der Begründung, der Thronfolger und neue König Joffrey sei nicht seines Bruders Sohn, sondern das Produkt aus der Verbindung der Königin mit ihrem Bruder. Nicht zu Unrecht, wie der Leser aus der Vorgeschichte weiß.
Gleichzeitig ruft sich auch Stannis‘ Bruder Renly zum König aus und kann durch die Unterstützung der südlichen Provinzen auf eine riesige Armee zurückgreifen. Der Kampfverlauf ist allerdings anders, als die Beteiligten erwarten.
Derweil nehmen die Männer der Nachtwache, welche das Land seit altersher gegen den Norden schützt, erschreckt Veränderungen war. Nicht nur dass Männer verschwinden und als Untote wiederkehren, auch die Wildlinge, die Menschen auf der anderen Seite der Mauer, sind spurlos verschwunden, wie eine Expedition feststellt. Diese ist mit Snow, dem Bastard Eddard Starks, losgezogen, um die Vorgänge jenseits der Mauer zu erforschen.
Ein bisher eher am Rande agierender Handlungsträger bekommt von Martin mehr Aufmerksamkeit zugemessen: der junge Theon, das Mündel Eddard Starks, zieht heimwärts, um als kommender Erbe des Thrones der Eisen-Inseln zu Ruhm zu kommen.
Die junge Targaryen Daenerys, eine Favoritin unter den Handlungsträgern und frischgebackene „Mutter“ von drei Drachen, macht sich mit ihrem kleinen Khalazar auf eine ungewisse Reise in die Wüste. Zwar finden die geplagten Reste des ehemaligen Khalazars von Drogo bald fruchtbares Land, doch die ehrgeizige Daenerys treibt es weiter. Eine gewisse Gleichgültigkeit, was ihre Untertanen betrifft, lässt sich bei ihr nicht verleugnen. Dennoch wünscht man ihr alles Gute. Doch die Erfüllung ihrer Träume bedeutet noch mehr Krieg für die Sieben Königreiche.
_Mein Eindruck_
Man kann darauf gespannt sein, wie der Autor die sich anbahnenden Konflikte zwischen den Sympathieträgern der verschiedenen Parteien in seiner Serie auflösen wird. Denn das mag für viele Leser vielleicht doch etwas ungewohnt sein: Nicht nur hat Martin die bekannten Schwarz-Weiß/Gut-Böse-Zuordnungen über Bord geworfen, auch mit seinen Helden geht er nicht immer pfleglich um. Es kann durchaus passieren, dass ein Sympathieträger am Ende eines Buches nicht mehr am Leben ist, wie sich an Eddard Starks Schicksal zeigte.
In den Winterfell-Romanen herrscht bitterster Realismus, Drama zwischen Ironie und Tragödie, grimmig zuweilen bis zur Schmerzgrenze. Doch Martin desavouiert seine Figuren nicht, er lässt ihnen ihre Würde. Allerdings schildert er nicht das Innenleben der bösen Lannisters – hier ist der philosophische Zyniker Tyrion die Ausnahme.
Die Figuren erscheinen sehr lebendig und menschlich; Martin verschließt die Augen nicht vor ihren intimsten Gefühlsregungen oder sexuellen Betätigungen. Dass der Sex ebenso wie der Humor zuweilen von der derberen Sorte ist, verleiht dem geschilderten Leben Authentizität: So könnte es im Frankreich oder England des 13. oder 14. Jahrhunderts zugegangen sein. Man lese einmal Shakespeares „Heinrich V.“ nach oder sehe Brannaghs Verfilmung.
Alles in allem ist die Serie eine Ausnahmeerscheinung in der Fantasy. Brillant geschrieben und weit über dem Durchschnitt. Möglicherweise wirklich die beste epische Fantasy überhaupt, wie sich Marion Zimmer Bradley geäußert hat. Für mich ist die Serie jedenfalls die derzeitige Referenz und zu Recht mit Preisen überhäuft.
|Originaltitel: A Clash of Kings (Pages 1-332)
Originalverlag: Bantam Books
Aus dem Amerikanischen von Andreas Helweg
Paperback, 544 Seiten
Mit drei Landkarten|
http://www.blanvalet.de
http://www.georgerrmartin.com/
http://www.eis-und-feuer.de/
Vor zwölf Jahren fasste DI Monica Kennedy die Serienkillerin Pauline Tosh. Es war ihr erster großer Fall. Vergessen von der Welt, sitzt die Mörderin seitdem hinter Gittern. Die Morde hat sie nie gestanden. Als DI Kennedy eine Nachricht erhält, dass Tosh um ein Treffen bittet, ist die Kommissarin entsprechend überrascht. Sie gibt ihrer Neugier nach und stattet der Inhaftierten einen Besuch ab. Diese übergibt der Polizistin eine handgezeichnete Karte von einem abgelegenen Moorgebiet mit einem Kreuz darauf. Gibt es etwa noch mehr Opfer? DI Kennedy geht dem neuen Hinweis nach und findet tatsächlich eine Leiche. Doch schnell stellt sich heraus, dass Tosh zum Todeszeitpunkt des Opfers bereits hinter Gittern saß. Gibt es einen Nachahmungskiller, oder sitzt Pauline Tosh gar unschuldig im Gefängnis und der wahre Mörder läuft noch frei herum? (Verlagsinfo)
Ein Neuanfang im charmanten Oceanside ist genau das, was Hope Godwin nach dem tragischen Tod ihres Zwillingsbruders braucht. Er war Hopes letzter lebender Verwandter, und nun ist sie völlig allein. Um ihrer Trauer zu entfliehen, beginnt Hope im örtlichen Tierheim auszuhelfen. Dort trifft sie auf Cade Lincoln. Auch der Ex-Marinesoldat hat einen großen Verlust erlitten und dieses Erlebnis nie verwunden. Hope und Cade verstehen einander wie es sonst niemand vermag, und all der Schmerz weicht langsam einer neuen Hoffnung. Vielleicht ist es für die Liebe doch noch nicht zu spät? (Verlagsinfo)
Schon einmal im Hafen mit der Galionsfigur eines Handelsschiffes gesprochen? Schlimmer noch, hat sie sich bewegt und geantwortet? Wird es Zeit, geistigen Getränken völlig zu entsagen?
Keine Panik, alles ganz normal. Zumindest in Bingtown.
Solche Dinge, die man gewöhnlicherweise als unter Alkoholeinfluss enstandenes Seemannsgarn abtun würde, sind dort Realität: Die aus Hexenholz gebauten Lebensschiffe der alteingesessenen Händlersippen sind im wahrsten Sinne des Wortes lebendig. Sie haben ihren eigenen Charakter, können sprechen und sich bewegen – sobald sie erwacht sind. Mindestens drei Angehörige einer Familie müssen auf den Planken eines Hexenholz-Schiffes versterben, um es mit Leben zu erfüllen. Hexenholzschiffe sind schneller, widerstandsfähiger und in nahezu jeder Beziehung gewöhnlichen Schiffen überlegen – welches normale Schiff könnte selbständig einer Sandbank ausweichen, wenn der Steuermann unachtsam ist?