Schlagwortarchiv: Fantasy

Novik, Naomi – Drachenbrut (Die Feuerreiter Seiner Majestät 1)

Die Saga von Temeraire, dem edlen Drachen

Anno 1805, England befindet sich im Krieg mit Napoleon. Der englische Seekapitän Will Laurence traut seinen Augen nicht: An Bord einer gerade gekaperten französischen Fregatte befindet sich tatsächlich ein echtes Drachenei! Er ahnt noch nicht, das dieser kostbare Fund sein Leben unwiderruflich verändern wird. Denn als der kleine Drache, den er Temeraire tauft, schlüpft, erwählt er ausgerechnet Laurence zu seinem menschlichen Gefährten – als glorreichen Feuerreiter Seiner Majestät …

Peter Jackson („Herr der Ringe“-Trilogie, „King Kong“, „Heavenly Creatures“, „Forgotten Silver“) will den Roman verfilmen, vielleicht sogar die ganze Trilogie um die Feuerreiter.

Die Autorin

Naomi Novik wurde 1973 in New York City geboren und ist mit polnischen Märchen, den Geschichten um die Hexe Baba Yaga und mit Tolkiens Werken aufgewachsen. Sie hat englische Literatur studiert, im Bereich IT-Wissenschaften gearbeitet und war zudem an der Entwicklung von erfolgreichen Computerspielen beteiligt. Dann schrieb sie ihren Debütroman, mit dem sie Kritiker und Leser gleichermaßen begeisterte. Mehr zu der Welt der Feuerreiter findet man unter http://www.temeraire.org/. Novik lebt mit ihrem Mann in New York.

Die Trilogie „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ besteht aus den Bänden:

Naomi Novik: Drachenbrut. Blanvalet, Berlin Juni 2007, ISBN 978-3-442-24443-0.
Naomi Novik: Drachenprinz. Blanvalet, Berlin August 2007, ISBN 978-3-442-24444-7.
Naomi Novik: Drachenzorn. Blanvalet, Berlin Oktober 2007, ISBN 978-3-442-24445-4.
Naomi Novik: Drachenglanz. Blanvalet, Berlin April 2008, ISBN 978-3-442-26572-5.
Naomi Novik: Drachenwacht. Penhaligon, München Februar 2009, ISBN 978-3-7645-3015-0.
Naomi Novik: Drachenflamme. Penhaligon, München Oktober 2010, ISBN 978-3-7645-3016-7.
Naomi Novik: Drachengold. Penhaligon, München Juni 2012, ISBN 978-3-7645-3073-0.
Naomi Novik: Drachenfeind. Penhaligon, München Juli 2014, ISBN 978-3-7645-3074-7.
Naomi Novik: Drachensieg. Penhaligon, München März 2017, ISBN 978-3-7645-3075-4.

Einzelromane

Naomi Novik: Das dunkle Herz des Waldes. cbj, München November 2016, ISBN 978-3-570-17268-1.
Naomi Novik: Das kalte Reich des Silbers. cbj, München März 2019, ISBN 978-3-570-16549-2.

Handlung

Anno 1805 befindet sich das stolze Albion im Krieg mit Napoleon. Der englische Seekapitän Will Laurence hat gerade im Südatlantik eine französische Fregatte gekapert. Unter dem Beutegut befindet sich auch eine recht große Kiste. Als sie untersucht wird, stellt sich heraus, dass sie ein Drachenei beherbergt. Und das Junge ist kurz davor zu schlüpfen.

Drachenflotte

Nun geraten die britischen Offiziere in Aufregung. Dass es überall auf der Welt seit Urzeiten Drachen gibt, ist nichts Ungewöhnliches. Aber England, das von Napoleon belagert wird, braucht dringend eigene Drachen, um den Franzosen am Ärmelkanal Paroli bieten zu können. Die Flotte zur See, die von Admiral Nelson geführt wird, hat Napoleons Flotte vor dem Nildelta einmal besiegt, aber das reicht nicht. Die Briten brauchen auch eine Luftflotte von Drachen, um den französischen Drachenangriffen standhalten zu können. Einen eigenen Drachen zu haben, wäre eine willkommene Verstärkung der Drachenflotte. Es gibt nur einen Haken: Wer Drachenpilot sein will, kann nicht mehr in der Marine dienen.

Die Wahl

Die Offiziere stellen sich um das Ei auf, als das Junge schlüpft. Wen wird das Drachenjunge zu seinem Reiter wählen? Der Freiwillige verliert die Nerven und Laurence muss selbst das Junge auf sich aufmerksam machen. Die Bindung beginnt, und aus einem Geistesblitz heraus tauft er das schwarze Drachenjunge auf den Namen „Temeraire“. Der Drache ist einverstanden. Er kann von Anfang sprechen und versteht und spricht Englisch ebenso wie Französisch. Aber was für ein Typ Drache ist er?

Die Luftflotte

Nach und nach freunden sich die beiden grundverschiedenen Wesen miteinander an. Laurence hat sich damit abgefunden, dass er die Marine verlassen muss, und bittet die Admiralität per Drachenpost um seine Entlassung. Er hat aus dem Prisengeld und von seinem begüterten Vater genügend Vermögen, um sich als Drachenpilot ein angenehmes Auskommen zu sichern. Er entsagt seiner Verlobten, die in England auf ihn gewartet hat, denn für Drachenpiloten kann es keine Ehe nach herkömmlichem Muster geben. Sie werden dort stationiert, wo sie gebraucht werden, und dort wird das Leben als zu rau für eine Frau erachtet, zumal für eine Adelige.

Ausbildung

Die Ausbildung im schottischen Hochland bereitet ihn und Temeraire auf Kampftaktik und Telekommunikation (mittels Signalflaggen) vor. Inzwischen ist sein schwarzer Drache zu den Ausmaßen eines Jumbojets angewachsen. Eine komplette Schützenmannschaft kann auf und unter ihm in Netzen Platz nehmen. Ein erster Kampfeinsatz lässt sie Bekanntschaft mit französischen Drachen machen, wobei sich Temeraire als einer der schnellsten und wendigsten Drachen der Einheit auszeichnet. Temeraire ist noch mit sich selbst unzufrieden, denn er kann weder Gift noch Feuer spucken. Welche Waffe hat ihm Mutter Natur mitgegeben?

Die Bewährung

Doch die eigentliche Bewährungsprobe steht dem Paar noch bevor. Sie werden am Ärmelkanal stationiert. Auf der französischen Seite hat Napoleon eine Invasionsflotte zusammengezogen, die zweifellos bald in See stechen wird. Der Seekrieg gegen Napoleon findet einen ersten Höhepunkt, als Admiral Nelson die französische Flotte, die durch Dracheneinwirkung aus Toulon entkommen konnte, vor Kap Trafalgar stellt und in eine Seeschlacht verwickelt. Ohne die britischen Drachen vom Ärmelkanal hätte Nelson einen schlechten Stand, doch er siegt.

Temeraire und Laurence, die nicht nach Trafalgar abkommandiert wurden, entdecken eines Morgens, dass die Invasionsflotte der Franzosen losfährt. Und zwar nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft. Nun wird’s ernst! Nach der Enttarnung eines Verräters verfügen die Drachenpiloten über gute Kenntnisse, was Napoleon vorhat. Laurence erkennt frohlockend, dass er es in Temeraire mit einem der raren kaiserlichen Drachen aus China zu tun hat, und Temeraire kann endlich zeigen, worin seine eigentliche Waffe besteht: im „göttlichen Wind“ …

Mein Eindruck

Der ganze Plot dreht sich um den ungewöhnlichen Drachen Temeraire und seinen erwachsenen Reiter Will Laurence. Ich stelle mir Will immer als eine Variante von Russell Crowes Kapitän in „Master and Commander“ vor. Es ist die richtige Zeit, die richtigen Schiffe und die gleiche geistige Kultur. Mit dem Unterschied, dass es in diesem Buch Drachen gibt. Viele Drachen, überall.

Da gibt es die gewöhnlichen Pascalblauen und die Langflügler, doch die größten Drachen sind die Himmelsdrachen und Königskupfer. Sie alle sind stationiert auf dem Stützpunkt, auf dem auch Will Laurence und Temeraire Dienst tun. Temeraire ist ein unglaublich kluger Drache, der vor lauter Wissensdurst seinen Reiter ganz schön fordert, denn dieser muss Temeraire alle möglichen Bücher vorlesen. Darunter sind sogar mathematische Fachbücher, und diese vorzulesen, kann ganz schön anstrengend werden.

Seine große Bildung macht Temeraire aber keineswegs zu einem arroganten Schnösel. Vielmehr bewahrt er sich in seiner Jugendlichkeit eine große Anhänglichkeit zu seinem Reiter, seinem engsten Freund: Will Laurence. Außer brennt Temeraire darauf, endlich in einen „richtigen“ Kampf zu ziehen, um zeigen zu können, was er draufhat. Die Theorie eines Feindes, den er nur selten sieht und meist auch nicht in Scharmützeln jagen kann, behagt ihm nicht.

Die finale Schlacht, welche die Handlung dieses Bandes krönt, gibt Temeraire endlich Gelegenheit, seinen Reiter mit einer neuen Fähigkeit zu überraschen. Endlich wird der Drache zu einer vollwertigen Waffe. Andere Drachen mögen Feuer oder Säure spucken, doch Temeraires Waffe ist auch nicht zu verachten (und ich werde nicht verraten, worin sie besteht). Und sie steht nur den alleredelsten Drachen zur Verfügung.

Probleme

Dieser Umstand entpuppt sich jedoch auch als ein Problem. Denn bei Temeraires Drachenei handelte es sich um ein Geschenk des chinesischen Kaisers an Napoleon, also um etwas ganz Besonderes. Wenn die Briten, allen voran Will Laurence, erkannt hätten, womit sie es zu tun haben, hätten sie Temeraire ganz anders behandelt, ja, ihn vielleicht nicht mal ausgebildet. Deshalb ist über weite Strecken dieses Bandes unabdingbar, dass Temeraires wahre Qualität verborgen bleibt. Folglich wird er wie sein Reiter wie ein gewöhnlicher Rekrut behandelt und genießt keine Sonderbehandlung. Seine Stellung in der Truppe ist daher eine ganz normale und ruft keinen Neid hervor.

Doch als die Katze aus dem Sack ist und Temeraire als kaiserlicher Drache erkannt wird, dauert es nicht lange, bis eine hohe chinesische Delegation die Rückgabe des kaiserlichen Geschenks fordert.

Romantik

Nun mag sich so mancher Leser fragen, wo denn hier, bitteschön, die Romantik bleibt. Wie erwähnt, muss Will Laurence seiner Verlobten entsagen und das einzige weibliche Wesen, das für ihn in Frage kommt, ist eine Drachenreiterin, die er in Schottland kennen lernt. Allerdings ist die Reiterin von Lily noch ziemlich jung, sie könnte glatt seine Tochter sein. Deshalb stolpert er gewissermaßen in die Beziehung zu einer gestandenen Drachenreiterin namens Jane Harcourt hinein, die ihn auch körperlich befriedigt. Und deren Tochter Emily ist Mitglied in seiner Mannschaft.

Nur für Erwachsene?

Was mich immer wieder erstaunte und mir zunehmend besser gefiel, ist die erwachsene Verhaltensweise von Laurence und Co. Diese Leute nehmen Rücksichten aufeinander, die unsereins heutzutage nicht einmal mehr in den Sinn kommen würde, aber damals achtete man beim Militär noch sehr auf gutes Benehmen und Etikette sowie auf respektvolle Behandlung. Einmal begeht Laurence einen kapitalen Fehler, indem er sich mit einem Drachenreiter anfreundet, der seinen Drachen misshandelt. Infolgedessen grenzt er sich selbst von den Truppenoffizieren ab, die diesen Drachenmisshandler ablehnen. Er erkennt seinen Fehler gerade noch rechtzeitig, bevor er seinem Ruf bei der Truppe Schlimmeres zufügt.

Verfilmung

Auf diesem Niveau werden Geschichten leider nur noch sehr selten erzählt, schon gar nicht in sogenannter Jugendliteratur. Und in dieser Hinsicht hat die Autorin offenkundig von ihren Studien englischer Literatur profitiert. Wer einmal Jane Austen, Hardy, Fielding oder Thackeray gelesen hat, weiß, woher eine solche Erzählhaltung rührt. Kein Wunder, dass sich Peter Jackson so begeistert von dieser Trilogie zeigte, und ich freue mich auf seine Verfilmung dieses vielversprechenden Stoffes.

Die Übersetzung

… ist nahezu fehlerfrei. Nur auf Seite 353 fiel mir ein grober Schnitzer auf. Da heißt es „und ihre gemeinsame Zeit näherte sich SEINEM Ende“. Die Zeit ist hierzulande immer noch weiblich. Es muss daher „IHREM Ende“ heißen.

Zum Buch gehören übrigens nicht nur eine Leseprobe und eine Tafel mit grafischen Darstellungen von vier Drachentypen, sondern auch eine wissenschaftliche Abhandlung über die weltweit vertretenen Drachentypen. Darin finden sich auch Informationen über den raren Drachentyp, die Temeraire vertritt: die Kaiser- und Himmelsdrachen.

Unterm Strich

Der erste Band der Trilogie um die Feuerreiter schildert die Lehr- und Wanderjahre des edlen Drachen Temeraire und seines Herren und Freundes Will Laurence, Ex-Seekapitän. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, insbesondere die Schlacht gegen die französische Invasionsarmee am Ende, in der Temeraire wieder mal mit einer faustdicken Überraschung aufwartet. Die Figuren verhalten sich wie Erwachsene, und das ist in Jugendliteratur selten genug, eine angenehme Abwechslung im Fantasy-Genre.

Ironie

Außerdem fand ich zu meiner Freude jede Menge Humor von feiner und feinster Ironie vor. Beispielsweise interessiert sich Temeraire in seiner jugendlichen Unschuld lebhaft für das, was er als „Dirnen“ beschreibt. Laurence klingen die Ohren. Sein Drache hat diesen Ausdruck für Prostituierte von gewöhnlichen Soldaten der Garnison gehört, und Laurence windet sich vor Verlegenheit, um seinem Freund zu erklären, was es damit auf sich hat…

Insbesondere die Kampfszenen sind allesamt recht lebhaft und lebendig geschildert, so dass sie sich gut für die geplante Verfilmung eignen, die Peter Jackson vorhat. Ich kann den ersten Band jedem empfehlen, der etwas für Drachen übrighat. Und ich hoffe, dass die zwei nächsten Bände ebenso gut sein werden, hoffentlich dann mit etwas mehr Action in der Mitte.

Originaltitel: His Majesty’s Dragon, 2006
480 Seiten
Aus dem US-Englischen von Marianne Schmidt

http://www.temeraire.org/
http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch/

Arden, Tom – Geheimnis im Spiegel, Das (Der Kreis des Orokon Band 3)

Zeitreise ins 18. Jahrhundert

Dies ist der erste Band des zweiten Romans um den „Kreis des Orokon“. Der zweite Teil hat den Titel „Der goldene Baum“.

Der Autor

Tom Arden (* 1961 in Mount Gambier, Australien; † 15. Dezember 2015 in London, England; bürgerlich David Christopher Rain) war ein australischer Fantasy-Schriftsteller.
Arden, Tom – Geheimnis im Spiegel, Das (Der Kreis des Orokon Band 3) weiterlesen

Madelaine L’Engle – Der Riss im Raum

Zäher, pseudo-religiöser Fantasy-Brei

Meg Murry kann nicht schlafen: Sie macht sich Sorgen um ihren Vater, einen Wissenschaftler, denn er ist seit einem Jahr spurlos verschwunden. Und sie ist zutiefst beunruhigt, als ihr kleiner Bruder Charles Wallace von einer Schar Drachen im Garten erzählt – schließlich ist er schwer krank. Aber die Drachen gibt es wirklich. Sie sind gekommen, Charles Wallace zu retten. Doch damit das gelingt, müssen Meg und ihr Bruder es schaffen, die Echthroi zu besiegen, die alles Sein in der Welt bedrohen…(Verlagsinfo)

Madelaine L’Engle – Der Riss im Raum weiterlesen

Tanith Lee – Im Herzen des Vulkans (Birthgrave-Trilogie 1)



Frühe feministische Fantasy

Die Angehörige einer beinahe verschwundenen Rasse von Superwesen erwacht im Herzen eines Vulkans. Draußen wird sie aufgrund ihrer übermenschlichen Kräfte als Göttin verehrt. Sie stellt erstaunt fest, dass nicht nur ihre Berührung, sondern allein ihr Name heilen können. Denn ein Dämon im Vulkan hat ihr vorausgesagt, dass sie überall das Böse verbreiten werde.

Sie entdeckt, dass es noch weitere Abkömmlinge der alten Rasse auf der Welt gibt. Doch sie wird von ihnen nur benutzt, als Frau wie als Zauberin. Sie wird versklavt und gedemütigt, aber sie nicht auf bei ihrer Suche nach ihrem Ursprung und ihrer Bestimmung. (aus der Verlagsinfo)

Mit dieser Trilogie hat sich die Engländerin Tanith Lee (geb. 1947, gest. 2015) auf Anhieb den Ruf erworben, neben C. J. Cherryh und Katherine Kurtz die wichtigste Vertreterin der gehobenen epischen Fantasy zu sein. (ergänzte Verlagsinfo)

Die Autorin
Tanith Lee – Im Herzen des Vulkans (Birthgrave-Trilogie 1) weiterlesen

Tom Arden – Der rote Schlüssel (Der Kreis des Orokon Band 2)

Zusammen mit „Der Tanz des Harlekin“ ist dies Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS. Die vollständige Lektüre des ersten Romans, den der deutsche Verlag in zwei Bände aufgeteilt hat, fördert aber auch einige Schwächen zutage.

Der Autor

Tom Arden (* 1961 in Mount Gambier, Australien; † 15. Dezember 2015 in London, England; bürgerlich David Christopher Rain) war ein australischer Fantasy-Schriftsteller.
Tom Arden – Der rote Schlüssel (Der Kreis des Orokon Band 2) weiterlesen

Christina Henry – Die Chroniken von Alice. Finsternis im Wunderland (Chroniken von Alice 01)

Alice-Abenteuer für Slasher-Fans

Seit zehn Jahren ist Alice in einem düsteren Hospital gefangen. Alle halten sie für verrückt, während sie vor sich hindämmert auf der Suche nach ihrer Erinnerung. Wer ist sie? Warum befindet sie sich an diesem grausamen Ort? Und warum quälen sie jede Nacht Albträume von einem Mann mit Kaninchenohren?

Als ein Feuer im Hospital ausbricht, gelingt Alice endlich die Flucht – an der Seite des geisteskranken Axtmörders Hatcher. Doch nicht nur Alice ist frei. Ein dunkles Wesen, das in den Tiefen des Irrenhauses eingesperrt war, ist ebenfalls entkommen und auf der Jagd nach Blut. Erst wenn Alice dieses Ungeheuer besiegt, wird sie die Wahrheit über sich herausfinden – und was das weiße Kaninchen ihr angetan hat… (Verlagsinfo) Alle sagen, sie sei eine Zauberin, aber worin, zum Kuckuck, soll diese Magie bestehen, fragt sie sich. Sie wird es auf die harte Tour herausfinden.

»Christina Henry nutzt die düstere Seite von Lewis Carrolls Werk, durchtränkt es mit Tim Burtons cineastischer Bildwelt und fügt ihm ihre eigene alarmierend groteske Vorstellungskraft hinzu. Daraus entsteht ein Roman, halb Rachetragödie, halb Slasherfilm.« The Guardian (04. Juni 2019)
Christina Henry – Die Chroniken von Alice. Finsternis im Wunderland (Chroniken von Alice 01) weiterlesen

Tom Arden – Der Tanz des Harlekin (Der Kreis des Orokon Band 1)


Die Prophezeiung des Orokon

Dies war Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS.

Der Autor

Tom Arden (* 1961 in Mount Gambier, Australien; † 15. Dezember 2015 in London, England; bürgerlich David Christopher Rain) war ein australischer Fantasy-Schriftsteller.
Tom Arden – Der Tanz des Harlekin (Der Kreis des Orokon Band 1) weiterlesen

Roger Zelazny – Corwin von Amber (Die Chroniken von Amber 1)

Die Chroniken von Amber:

Vol. 1: Nine Princes in Amber, 1970, dt. Corwin von Amber, Heyne, 1977, ISBN 3-453-30432-2.
Vol. 2: The Guns of Avalon, 1972, dt. Die Gewehre von Avalon, Heyne, 1977, ISBN 3-453-30445-4.
Vol. 3: Sign of the Unicorn, 1975, dt. Im Zeichen des Einhorns, Heyne, 1977, ISBN 3-453-30466-7.
Vol. 4: The Hand of Oberon, 1976, dt. Die Hand Oberons, Heyne, 1978, ISBN 3-453-30500-0.
Vol. 5: The Courts of Chaos, 1978, dt. Die Burgen des Chaos, Heyne, 1981, ISBN 3-453-30743-7.

Vol. 1–5: The First Chronicles of Amber, 1999, dt. Die Prinzen von Amber, Heyne, 1986, ISBN 3-453-31271-6.

Spannender Startband einer legendären Fantasyreihe

Ein Mann erwacht ohne Erinnerung in einer Privatklinik auf dem Lande. Er merkt schnell, dass man ihn hier bloß ruhigstellen will und kämpft sich seinen Weg nach draußen. Einziger Anhaltspunkt: sein „Schwester“. Hat er eine? Doch sie ist der Schlüssel zu seiner wahren Existenz: Er ist Corwin, einer der neun Prinzen von Amber, der wahren Welt. Und er muss gegen die anderen acht Brüder und vier Schwestern antreten, will er den Thron von Amber erringen …

Roger Zelazny – Corwin von Amber (Die Chroniken von Amber 1) weiterlesen

Andrzej Sapkowski – Die Dame vom See (Geralt-Saga, 5. Roman)

Ciri, Prinzessin von Cintra und Schützling des Hexers Geralt von Riva, ist auf geheimnisvolle Weise in eine fremde Welt versetzt worden. Dort trifft sie auf einen jungen Ritter namens Galahad, der sie für die Dame vom See hält und dem sie ihre Geschichte erzählt:

Die Kriege und Machtkämpfe, die seit Langem tobten, haben ihren Höhepunkt erreicht. Vilgefortz mit seinen Helfershelfern stellt sich zur Schlacht, bei der viele von Geralts Gefährten ihr Leben lassen müssen. Und es droht neue Gefahr in Gestalt des Kaisers Emhyr von Nilfgaard. Er wird von derselben uralten Prophezeiung geleitet, die auch das Handeln von Vilgefortz und Ciri bestimmte. Wiewohl im Besitz überwältigender Übermacht, scheut Emhyr bei der Konfrontation mit Geralt und Ciri vor der letzten Konsequenz zurück: Denn mit Ciri verbindet ihn mehr als nur die alte Weissagung … (Verlagsinfo)

Der Autor
Andrzej Sapkowski – Die Dame vom See (Geralt-Saga, 5. Roman) weiterlesen

Justine Larbalestier – Magische Töchter (Cansino-Trilogie 1)


„Smallville“ in Sydney und New York

Seit die 14-jährige Reason Cansino denken kann, ist sie mit ihrer Mutter Sarafina auf der Flucht vor den dunklen magischen Ritualen, die angeblich von ihrer Großmutter Esmeralda praktiziert werden. Als sie in Sydney vom Jugendamt ins Haus Esmeraldas gesteckt wird, traut sie sich nicht, irgendetwas zu essen oder zu lesen – es könnte ja magisch verseucht sein.

Als sie jedoch mit einem gestohlenen Schlüssel die magische Hintertür von Esmeraldas Haus öffnet, steht sie plötzlich in einer tief verschneiten Stadt statt im Hochsommer Sydneys. In dieser Stadt, die sich als New York City entpuppt, erfährt sie etwas Schicksalhaftes: Magie gibt es wirklich. Sie ist gefährlich und sie kann töten. Denn ein gewisser Jason Blake ist hinter ihr her, um ihre unverbrauchten Magiereserven anzuzapfen …
Justine Larbalestier – Magische Töchter (Cansino-Trilogie 1) weiterlesen

Tanith Lee – Herr der Nacht. (Die Chroniken der flachen Erde 01)

Schabernack vom Dämonenpack

„In jener Zeit, da die Erde noch keine Kugel war, sondern eine flache Ebene, unter der die Dämonen hausten und über der die Götter thronten, beherrschte Ashrarn die Unterwelt, einer der Mächtigsten der Finsternis.

Er stieg des Nachts in Gestalt eines schönen Jünglings an die Oberfläche, um den Menschen nachzustellen und mit ihnen seine grausamen Scherze zu treiben. Er verteile Lust und Grauen ganz nach Laune und brachte Unsägliches über die Bewohner der Erde, mit denen er spielte und denen er seine alptraumhaften Kreaturen auf den Hals hetzte.

Doch Ashrarn, der Herr der Nacht, wusste, dass seine Macht nur so lange währen konnte, solange es Menschen auf Erden gab. Und so war er bereit, sich für sie zu opfern, als ein Wesen sie bedrohte, das noch grausamer war als er: der Hass.“ (korrigierte Verlagsinfo)

Dieser Roman war 1978 für den World Fantasy Award nominiert.

Tanith Lee – Herr der Nacht. (Die Chroniken der flachen Erde 01) weiterlesen

Stephen King – Die Augen des Drachen. Fantasy-Roman

Einfallsreiches Märchen

König Roland von Delain wird ermordet, und man bezichtigt Peter, seinen Sohn und Erben, der Tat. Hinter dem Ränkespiel steckt der mächtige Hofzauberer Flagg. Der Kampf um den Thron beginnt … ‚Der Zauber von Stephen King ist überaus verführerisch – unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.‘ The Washington Post.(Verlagsinfo)

King schrieb den Roman ursprünglich für seine Tochter Naomi King und den Sohn von Peter Straub. Er veröffentlichte ihn erstmals im Jahre 1983 durch den Verlag Philtrum Press in einer limitierten Auflage von 1250 Stück. Erst 1987 veröffentlichte der Viking-Verlag den Roman nach Erwerb der Rechte. Es gibt zwei deutsche Übersetzungen – siehe unten!

Der Autor
Stephen King – Die Augen des Drachen. Fantasy-Roman weiterlesen

Diana Wynne Jones – Die Spielleute von Dalemark (Dalemark 1)

Versetzt Berge: die Magie der Musik

Das Königreich Dalemark ist seit Jahrhunderten gespalten. Nur fahrenden Spielleuten wie Clennen und seinen Kindern ist es gestattet, zwischen dem Süden und dem Norden hin und her zu reisen. Manchmal nehmen sie in ihrem Wagen auch Passagiere mit. Ein solcher ist Kialan, ein geheimnisvoller junger Mann, der der Familie nur Unglück zu bringen scheint. Als Clennen getötet wird, sind die Kinder in einer feindlichen Welt ganz auf sich alleine gestellt.

Die Autorin

Die Britin Diana Wynne Jones, geboren 1934, kannte Tolkien und C.S. Lewis und veröffentlichte ihren Debütroman „Changeover“ bereits 1970, also mit 36 Jahren. Bis 1975 suchte sie ihre eigene, originäre literarische Stimme und fand sie ab 1975 mit dem Dalemark-Quartett (s. u.). Die meisten Elemente sind traditioneller Fantasy wie etwa von Tolkien und C. S. Lewis verpflichtet, doch gibt es bereits eigenständige Ansätze, so etwa die Magie der Musik.

Diana Wynne Jones – Die Spielleute von Dalemark (Dalemark 1) weiterlesen

Brandon Sanderson – Die Seele des Königs (3 Novellen)

Als „Die Seele des Königs“ in den Vorankündigungen auftauchte, dachte ich erst, es sei die Fortsetzung der Sturmlicht-Chroniken. Nach dem Lesen der Kurzbeschreibung war klar, dass es das nicht ist. Aber erst, als ich mein Exemplar in der Hand hielt, stellte ich fest, dass es sich hierbei nicht um einen Roman, sondern um drei Novellen handelt.

„Die Seele des Königs“ ist die erste der drei.

Nach einem Attentat liegt der König im Koma. Sollte das an die Öffentlichkeit dringen, wird der fünfköpfige Regierungsrat seine Macht verlieren. Deshalb ringen seine Mitglieder sich widerwillig dazu durch, der jungen Fälscherin Shai, die eigentlich hingerichtet werden sollte, die Freiheit anzubieten … wenn sie dafür die Seele des Königs fälscht! Brandon Sanderson – Die Seele des Königs (3 Novellen) weiterlesen

C. J. Cherryh – Der Koboldspiegel. Fantasyroman

Hexerei im Land der Magyaren

Caroline Cherryh schreibt nicht nur Science-Fiction-Zyklen, sei es um das Union-Allianz-Universum oder um die Rasse der Chanur, sondern auch recht düstere Fantasy, so etwa den Morgaine-Zyklus. Mit ihrer bei uns weiterhin unveröffentlichten Rusalka-Trilogie hat sie ihre Fangemeinde bereits einmal mit den osteuropäischen Sagen und Legenden vertraut gemacht. Diese Tradition setzt sie mit „Der Koboldspiegel“ fort.

C. J. Cherryh – Der Koboldspiegel. Fantasyroman weiterlesen

Raymond Feist / Janny Wurts – Die Auserwählte & Die Stunde der Wahrheit (Kelewan-Saga 1)

„Nur wenige Gongschläge trennen die junge Mara von einem Leben hinter Klostermauern, da erfährt sie, dass ihr Vater und ihr Bruder auf der barbarischen Welt Midkemia im Kampf getötet wurden und dass sie jetzt das neue Oberhaupt des Hauses Acoma ist. Unterstützt von einer Handvoll treuer Soldaten und Bediensteter muss sie sich einer Aufgabe stellen, die schwieriger kaum sein könnte. Doch Mara ist entschlossen, die Acoma zu alter Größe zurückzuführen. Sie fasst einen waghalsigen Plan …“ So weit also der Klappentext; den kann man so stehen lassen.

Die Autoren
Raymond Feist / Janny Wurts – Die Auserwählte & Die Stunde der Wahrheit (Kelewan-Saga 1) weiterlesen

Roald Dahl – Matilda

Geniale Mädels schlagen zurück

Matilda ist ein Wunderkind, verständig und blitzgescheit. Ihr Verstand ist so hell und scharf, dass es selbst den beschränktesten Eltern auffallen müsste. Aber weder sie noch die Lehrer sehen das Außergewöhnliche an ihr. Für die Schmach in Schule und Elternhaus sinnt die kluge Kleine auf Rache. Sie entdeckt, dass sie übersinnliche Kräfte hat, und macht von ihnen Gebrauch … (Verlagsinfo)

Roald Dahl – Matilda weiterlesen

Robert Holdstock – Odins Wolf (Berserker-Saga 1)

Die Berserker-Saga:

Band 1: „Odins Wolf“
Band 2: „Die Jägerinnen von Connacht
3) „The Horned Warrior“ (1979, nicht übersetzt)

Dem Ewigen Helden ebenbürtig, aber lausig übersetzt

Harald Schmetteraxt, ein junger Norweger, von Odin verflucht, wird zu einem wahnsinnigen Krieger, der Tausenden den Tod bringt. Wenn ihn der Kampfrausch überkommt, treibt er ganze Heere in die Flucht, und nicht einmal seine eigene Familie ist vor ihm sicher. Verzweifelt flieht er vor dem eigenen Schicksal, aber wohin er auch kommt, bringt er Tod und Verderben – er ist ein Berserker. (Verlagsinfo)
Robert Holdstock – Odins Wolf (Berserker-Saga 1) weiterlesen

Robert Holdstock – Die Jägerinnen von Connacht ( Berserker-Saga 2)

Die Berserker-Saga:

Band 1: „Odins Wolf“
Band 2: „Die Jägerinnen von Connacht
Band 3: „The Horned Warrior“ (nicht übersetzt)

Der Berserker trifft König Artus: eine Odyssee durch Irland

Harald Schmetteraxt, ein junger Norweger, von Odin verflucht, wird zu einem wahnsinnigen Krieger, der Tausenden den Tod bringt. Wenn ihn der Kampfrausch überkommt, treibt er ganze Heere in die Flucht, und nicht einmal seine eigene Familie ist vor ihm sicher. Verzweifelt flieht er vor dem eigenen Schicksal, aber wohin er auch kommt, bringt er Tod und Verderben – er ist ein Berserker.

Nun sucht Harald Erlösung von dem Fluch, doch der Weg führt zurück an den Anfang, in sein Heimatdorf. Dort wird er getötet. Nun erwacht er wieder, denn sein Geist findet keine Ruhe. Es ist das wilde Irland des 5. Jahrhunderts, und Harald kämpft mit den Stämmen gegen die Jägerinnen von Connacht. In diesem Kampf scheint sich sein Schicksal zu wiederholen … (wenig zutreffendes Verlagsinfo)
Robert Holdstock – Die Jägerinnen von Connacht ( Berserker-Saga 2) weiterlesen

Martha C. Sammons – Der Reiseführer durch Narnia

Hilfreicher Führer durchs Wunderland

Die „Narnia-Chroniken“ von Clive Staples Lewis, einem zum Anglizismus konvertierten Oxford-Professor, haben weltweit Millionen Kinder bezaubert und ihnen etwas über die tieferen Gründe von Ethik, Moral und Religion beigebracht. Doch abgesehen von der vordergründigen, spannenden Handlung stecken doch etliche Geheimnisse in den Büchern.

Diese Geheimnisse versucht Martha C. Sammons (s.u.) aufzudecken. „Klare Zusammenfassungen und Interpretationen auf der Basis von Lewis‘ eigenen Äusserungen vermitteln neue Dimensionen. Neben einer Gesamtdarstellung der Geschichte Narnias sind Landkarten, vergleichende Chronologien sowie ein erklärendes Orts- und Namensverzeichnis enthalten.“ (Verlagsifo)

Sammons nennt „Namen, Orte, Fakten“ und erklärt sie. Das ist besonders bei Personen- und Ortsnamen nützlich, die in einer übersichtlichen Liste erläutert werden. Dass dabei das Oxford Dictionary of English, eine Art Sprachenzyklopädie des Englischen, zu Ehren kommt, dürfte nicht weiter verwundern – schließlich kannte sich Lewis als Professor mit dieser Materie sehr gut aus. In seinem Diskussions- und Lesekreis, den Inklings, gab zum Beispiel auch ein Sprachtüftler namens Professor Tolkien seine Erfindungen zum Besten. Sie sind gemeinhin als „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ bekannt geworden.

Die Autorin

Martha C. Sammons (Jahrgang 1949) war Professorin für Anglistik an der Wright State University in Dayton, Ohio. (Verlagsinfo)

Martha C. Sammons – Der Reiseführer durch Narnia weiterlesen