New York 1982. Viv Delaney arbeitet als Nachtwächterin im Sun Down Motel. Doch die Nächte dort sind lang. Und einsam. Und mit jeder Schicht wächst Vivs Angst. Angst vor einer ungreifbaren Bedrohung …
New York 2017. Carly Kirk zieht es in das in die Jahre gekommene Sun Down Motel, wo ihre Tante Viv vor mehr als 30 Jahren spurlos verschwand. Sie will endlich die Wahrheit herausfinden. Doch das Geheimnis, das das alte Motel hütet und dem nicht nur ihre Tante zum Opfer gefallen ist, übertrifft Carlys schlimmste Albträume … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
„Zimmer 103“ ist ein außergewöhnlicher Thriller: Die Charaktere sind allesamt mehr oder weniger skurrile Sonderlinge, denen die Autorin das Buch auch widmet: „Für die Außenseiterinnen, die Nerds – und alle True-Crime-Besessenen. Dieses Buch ist für euch.“ Die exzentrischen Figuren haben nichts mit der braven Mitte der Gesellschaft zu tun: sie arbeiten nachts, schlafen tagsüber, sie haben düstere Interessen, und scheuen kein Risiko diesen konsequent nachzugehen. Zudem handeln sie ausschließlich nach ihren ganz eigenen Werten, Wahrnehmungen sowie Wahrheiten…Simone St. James – Zimmer 103 weiterlesen →
Ein junger Mann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kostbaren Bestände einer unterirdischen Bibliothek aus dem 16. Jahrhundert zu ordnen. Allein in dem unheimlichen Gewölbe und umgeben von alten Grabstatuen, verrichtet er seine Arbeit als Archivar – und wird plötzlich mit höchst mysteriösen Ereignissen konfrontiert… (verlagsinfo)
Wie geht mann mit einer jungen rothaarigen Frau um, die sich in einen Engel verwandeln will? Mann verliebt sich Hals über Kopf mit Haut und Haar in sie. So eine Frau ist Lore in Peter Verhelsts Roman „Das Muskelaphabet“. Ein junger Archivar schreibt hier sein Tagebuch über die merkwürdigen und tragischen Ereignisse, die ihm nicht nur mit Lore zustoßen.
Seit Jahren träumt Sebastian Turner davon, den Mount Everest zu besteigen – und mit einem Gleitschirm vom Gipfel herunterzusegeln. Um die Einschaltquoten seines privaten TV-Senders hochzutreiben, soll seine Freundin Josie live über die Gipfeltour berichten.
Doch am Tag der letzten Aufstiegsetappe tobt auf dem Everest ein heftiger Sturm, und es kommt zur Katastrophe. Fassungslos erfährt Josie vor laufender Kamera, dass Sebastian vermisst wird. (Verlagsinfo)
Der Autor
„Matt Dickinson is a film-maker and writer who is best known for his award-winning novels and his documentary work for National Geographic Television, Discovery Channel and the BBC. Dickinson was one of the climbers caught in the 1996 Mount Everest disaster (!). In 2003 he was the co-writer and director of „Cloud Cuckoo Land“ — an independent British movie.“ (Quelle: en.wikipdia.org)
Man kann sie nicht sehen, und doch ist sie spür- und sogar messbar: unsere Seele. Sie wirkt sich über das Nervensystem auf unseren ganzen Organismus aus. Sie umfasst unsere Wahrnehmung, beeinflusst Hirn- und Organaktivität, definiert unsere Persönlichkeit, bestimmt die Bindung zu unseren Mitmenschen, ob wir glücklich oder unglücklich sind – und sie kann uns sogar krankmachen. Die bekannte Verhaltenstherapeutin Sabine Wery von Limont beschreibt auf begeisternde Weise, welche Strategien die Seele hat, um mit uns zu kommunizieren. Und warum es sich lohnt, mit ihr in Kontakt zu kommen, um uns selbst und andere besser zu verstehen.
(Verlagsinfo)
Nichts bietet mehr Stoff für Komik, Dramen und Hochgefühle als die Liebe. Egal ob es um Teenager geht, die einen Rockstar anhimmeln, bis die Illusion vom coolen Helden an der Realität zerplatzt. Oder ob das perfekt geplante romantische Date daran scheitert, dass der Angebetete es dank einer Fußballübertragung schlicht verpasst. Natürlich gibt es auch Happy Ends und glückliche Verbindungen, die ein Leben lang halten. Von den zahllosen Facetten der Liebe weiß Wladimir Kaminer viele Geschichten zu erzählen: witzig, staunend und immer mit liebevollem Blick für die Schwächen des menschlichen Herzens. (Verlagsinfo)
1914: Nach einem erbitterten Streit mit seinem Bruder hat Alexander von Seydell seine Heimat verlassen und sich in Navarra eine neue Existenz aufgebaut. Als der erste Weltkrieg ausbricht, scheint ihn das nichts anzugehen, doch wegen einer Verwechslung muss er sich der französischen Armee anschließen. Auch sein leiblicher Sohn Robert muss an die Front, wo seine Vaterlandstreue auf eine harte Probe gestellt wird. Und dann stehen sich Vater und Sohn als Feinde auf dem Schlachtfeld gegenüber. Zur gleichen Zeit kämpft Alexanders große Liebe Luise in der Lüneburger Heide um das Gestüt und das Glück ihrer Tochter … (Verlagsinfo)
Evie Cormacs Leben ist eine Lüge. Seit man sie aus den Fängen eines angeblichen Entführers rettete, verbirgt sie verzweifelt ihre wahre Identität und Geschichte. Denn wer immer die Wahrheit ahnte, musste sterben.
Einer ist dennoch entschlossen, ihr zu helfen: Cyrus Haven, Psychologe, polizeilicher Berater und Evies engster Freund. Als er bei Ermittlungen zum Mord an einem Detective auf Hinweise zu ihrer Vergangenheit stößt, will er endlich Licht ins Dunkel bringen. Was er nicht ahnt ist, dass ausgerechnet er damit Evies Todfeinden einen entscheidenden Hinweis liefert. Und die Jagd auf sie beginnt von neuem … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
„Fürchte die Schatten“ ist Band 2 der Cyrus Haven Reihe, aber man kann dieser Fortsetzung völlig problemlos folgen, ohne den ersten Band, „Schweige still“, zu kennen.
Evie ist äußerst mysteriös: sie verrät niemandem ihren tatsächlichen Namen, genau so wenig wie ihr Alter, oder was ihr als Kind zugestoßen ist. Sie hat gute Gründe dafür, aber der Polizeipsychologe Cyrus nimmt ihre Warnungen nicht ernst, zudem ist er überzeugt davon, dass Evie ihr Trauma aufarbeiten muss, um ein einigermaßen geordnetes Leben führen zu können…Michael Robotham – Fürchte die Schatten: Cyrus Haven 2 weiterlesen →
New York 1982. Viv Delaney arbeitet als Nachtwächterin im Sun Down Motel. Doch die Nächte dort sind lang. Und einsam. Und mit jeder Schicht wächst Vivs Angst. Angst vor einer ungreifbaren Bedrohung …
New York 2017. Carly Kirk zieht es in das in die Jahre gekommene Sun Down Motel, wo ihre Tante Viv vor mehr als 30 Jahren spurlos verschwand. Sie will endlich die Wahrheit herausfinden. (Verlagsinfo)
Seine Kindheit birgt ein schweres Trauma, sein Leben hat er dem Kampf gegen das Verbrechen gewidmet: Der Psychologe Cyrus Haven berät die Polizei bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen. Während er einen brutalen Mordfall untersucht, lernt Cyrus Evie Cormac kennen. Evie, die als Kind aus den Fängen eines Entführers gerettet wurde, ist zu einer hochintelligenten, aber unberechenbaren jungen Frau herangewachsen. Und sie verfügt über ein untrügliches Gespür dafür, wenn jemand lügt. Als Cyrus‘ Ermittlungen sich zuspitzen, kommt sie mit dieser besonderen Gabe der Wahrheit lebensgefährlich nahe …
(Verlagsinfo)
Madame Katerina, Hellseherin und Inspector McGrays enge Vertraute, hält eine Séance mit sechs Mitgliedern von Edinburghs reichster Familie ab. Am nächsten Morgen sind alle Teilnehmer tot, nur Madame Katerina selbst hat überlebt. Sie beteuert, dass der herbeigerufene Geist die Opfer aus Rache tötete. McGray glaubt ihr jedes Wort, muss aber eine weltliche Erklärung finden, um sie vor dem Galgen zu bewahren. Verzweifelt bittet er Ian Frey um Hilfe, der sich nach der grausamen Ermordung seines geliebten Onkels zurückgezogen hat. Doch in diesem mysteriösen Fall fällt es selbst dem vernunftbegabten Engländer schwer, nicht an Geister zu glauben … (Verlagsinfo)
Das »House of Farrell« – ein altehrwürdiges, luxuriöses Kosmetiklabel mit einem eleganten Geschäft in traumhafter Londoner Location. Unerschütterlich führt die legendäre Athina Farrell das Familienunternehmen, während ihre treue Mitarbeiterin Florence Hamilton den exklusiven Laden und so manches Geheimnis hütet. Doch nach einigen mageren Jahren steht das House of Farrell vor dem Ruin. Bianca Bailey, erfolgreiche Firmenretterin, soll das Unternehmen wieder neuem Glanz zuführen. Kein leichtes Unterfangen, denn mit dem House of Farrell ist eine große Geschichte voller Schicksal, Macht und Leidenschaft verbunden … (Verlagsinfo)
Bis vor einer Minute war Dan Gurlick nur ein Individuum der Spezies Homo sapiens, und noch dazu ein unterdurchschnittliches. Doch jetzt hat dieser feige, würtende, kaum des Lesens und Schreibens fähige Trunkenbold eine Spore in sich aufgenommen, die Lichtjahre weit gereist war, bevor sie unseren Planeten traf. Diese Spore hat ihrerseits Gurlick in sich aufgenommen und ihn in den Wirt für Medusa verwandelt. Medusa ist ein Schwarmbewusstsein und so immens groß, dass es die Lebensformen einer Milliarde Planeten in drei Galaxien umfasst. Und diese Schwarmintelligenz hat es nun darauf abgesehen, auch die Erde in sich aufzunehmen. (Verlagsinfo) Ob das so eine gute Idee ist, muss sich erst noch herausstellen.
Die irische Engelsflüsterin Lorna Byrne vermittelt die hoffnungsvolle Botschaft der Engel. In diesem sehr persönlichen Buch erfahren wir, wie sie selbst ihre Hellsichtigkeit erlebt, wie Engel in ihrem Leben schützend eingreifen und wie die Verbindung zu ihrem eigenen Schutzengel ist, der sie von Kindheit an begleitet. Erstmals verrät Lorna außerdem, wie die Seelen unserer Lieben aus dem Himmel zurückkehren, um uns zu helfen und zu führen. Anhand zahlreicher, direkt von den himmlischen Wesen übermittelter Übungen lernen wir, Zeichen der Engel wahrzunehmen und mit unserem persönlichen Schutzengel Kontakt aufzunehmen. (Verlagsinfo)
Weizen macht krank: Der Neurologe Dr. David Perlmutter belegt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass Weizen unsere Gesundheit, speziell unsere Denkleistung und unser Gedächtnis, massiv angreift. Das genetisch veränderte Getreide des 20. und 21. Jahrhunderts zerstört schleichend unser Gehirn. Eine Folge können chronische Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen, Demenz oder Alzheimer sein. Dr. Perlmutter zeigt Alternativen mit kohlenhydratarmer und fettreicher Ernährung auf. Für ein gesundes Leben mit einem leistungsstarken Denkorgan bis ins hohe Alter. Der Weltbestseller endlich im Taschenbuch. (Verlagsinfo)
„Die Feuer von Eden“ – damit sind die mächtigsten und aktivsten Vulkane der Welt gemeint, die auf Hawaii, besonders Mauna Loa und der benachbarte Kilauea. 9670 Meter ragt der Mauna Loa vom Meeresboden des Pazifiks auf – der höchste Berg der Welt. Ereignet sich in dieser Gegend ein Seebeben, verwüstet wenig später eine Tsunami von ungeheurer Wucht die Küstenstriche.
In dieser von Elementarkräften der Natur beherrschten Welt hat sich bis in unsere Zeit eine vielfältige Mythologie erhalten. In ihr beherrscht die Göttin Pele die Kräfte des Vulkanfeuers und des Erdbebens. Sie hat zahlreiche Feinde, darunter Kamapua, der mit Sturm und Regen ihre Feuer zu ersticken versucht. Er erscheint seinen Opfern, deren Seelen er frisst, als riesiger Eber. Um die Gebete, um diese beiden Naturgottheiten zu beschwören, wissen nur noch die kahunas, die weisen Männer auf Hawaii. Doch wie sich herausstellt, gibt es auch noch die Schwesternschaft Peles, die im Verborgenen wirkt … Optimale Voraussetzungen für einen horrormäßigen Zombie-Roman.
Der Autor
Dan Simmons ist bekannt geworden mit dem Horror-Roman „Sommer der Nacht“, der auch für „A Winter Haunting“ den Hintergrund bildet. Beide Romane sind in dem Buch „Elm Haven“ vereint. Noch erfolgreicher wurde er allerdings mit Science Fiction-Romanen: „Hyperion“ und Hyperions Sturz“ sowie „Endymion“ und „Endymion – Die Auferstehung“ fanden ein großes Publikum. Diese Tradition setzte er im Herbst 2003 mit seinem Roman „Ilium“ fort, in dem griechische Götter eine wichtige Rolle spielen. (Die Fortsetzung trägt den Titel „Olympos“.)
Außerdem ist Dan Simmons ein Verfasser exzellenter Kriminalthriller (z.B. „Darwin’s Blade/Schlangenhaupt“) und Kurzgeschichten (z.B. „Styx“ bei Heyne oder „Lovedeath“ bei Festa). Mit „Eiskalt erwischt“ hat er eine Krimireihe um den „gefallenen“ Privatdetektiv Joe Kurtz gestartet, die mit „Bitterkalt“ und „Kalt wie Stahl“ fortgesetzt wurde.
Dan Simmons‘ erster Roman „Göttin des Todes“ (Song of Kali) wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet (siehe dazu meinen Bericht). Weitere Horror-Romane und zahlreiche –Stories folgten. Für seine Science Fiction-Romane um die Welten Hyperion und Endymion wurden er mit Preisen überhäuft.
In den letzten Jahren hat sich Simmons dem Mainstream angenähert. „Fiesta in Havanna“ erzählt von Hemingways Spionageabenteuern auf Kuba, und „Darwin’s Blade“ ist ein waschechter Kriminalthriller. Sein Bestseller „Terror“ wurde zu einer erfolgreichen TV-Serie verarbeitet.
Simmons lebt in Colorado in dem Ort Windwalker in einem Haus namens „Shrike Hill“. „Shrike“ heißt das Monster in den „Hyperion“-Romanen…
Handlung (deren zwei)
Der amerikanische Milliardär Byron Trumbo hat drei Frauen und ein teures Hotel. Zwei der Frauen will er loswerden, zugleich mit dem Luxushotel, das auf Big Island, der größten Insel von Hawaii, liegt. Als er es baute, zog er sich den Zorn der Insulaner zu, weil er in einer heiligen Gegend baute, gar nicht weit weg von Mauna Loa. Inzwischen häuft sich das mysteriöse Verschwinden von Hotelgästen.
Als er einfliegt, um das Hotel samt riesigem Areal mit zwei Golfplätzen an Japaner zu verscherbeln und sich damit zu sanieren, sind bereits neue Opfer zu beklagen. Die Gäste werden unruhig. Kurz nach seinem Eintreffen finden sich auch seine drei Frauen ein: seine Ex, seine Ex-Geliebte und seine aktuelle Loverin, eine Minderjährige. Damit beginnt für Byron Trumbo eine Kette von mittleren bis größeren Katastrophen – er bewältigt sie allerdings mit bewunderswerter Dickschädeligkeit. Trumbo ist ein richtiges New Yorker Arschloch, das seine Untergebenen opfert, wenn es ihm nur die eigene Haut rettet oder ihm einen Vorteil verschafft.
Eleanor Perry
Dr. Eleanor Perry ist Doktor der Philosophie in Ohio. Sie stellt Nachforschungen auf der Insel an, die auf Informationen aus dem Tagebuch ihrer Urururugroßtante Lorena Kidder beruhen, die im Jahr 1866 Big Island besuchte, zu einer Zeit, als Missionare versuchten, die Heiden zu bekehren und dabei manchmal Opfer von Pogromen der Einheimischen wurden. In Kidders Begleitung befand sich der junge Korrespondent Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt unter seinem Schriftstellerpseudonym „Mark Twain“. Tante Kidders Tagebuch stellt eine parallel geschaltete Handlungsebene dar, die die unheimlichen Geschehnisse im Mauna Pele Hotel von Byron Trumbo auflockern, antizipieren und in ein neues Licht rücken. Tante Kidder steig nämlich mit Mr. Clemens in die Unterwelt hinab, um eine vom Gott Kamapua geraubte Seele zurückzuholen …
Cordie Stumpf
Begleitet wird Eleanor bei ihren Forschungen ins Unheimliche von Cordie Stumpf, einer pummelig und weich erscheinenden Geschäftsfrau aus Illinois, die sich jedoch als ein gestandenes Weibsbild herausstellt, das ebenso mit ihrer spitzen Zunge wie mit ihrem 38er-Revolver umgehen kann. Und das am Schluss für eine ziemliche Überraschung gut ist. Eleanor hat Cordie das Tagebuch von Tante Kidder zu lesen gegeben, und so weiß Cordie, womit sie es zu tun haben, als ihnen ein schwarzer Hund mit Menschen- statt Hundezähnen über den Weg läuft und als Cordie auf dem Wasser von einem Haifisch mit Menschenbeinen attackiert wird. Es sind Dämonen, die von Kamapua angeführt werden. Sie wurden von kahunas herbeibeschwört, die Trumbo vertreiben wollen. Das Tor zur Unterwelt ist geöffnet, und die kahunas können es nicht mehr schließen …
Ein Mitarbeiter Trumbos nach dem anderen wird ein Opfer der Dämonen. Krampfhaft versucht der Milliardär, nichts davon merken zu lassen, aber es nützt ihm nichts, als eines Nachts auch einer der Japaner verschwindet. Nachdem auch Eleanor das Opfer von Kamapua geworden ist, wird er schließlich von Cordie gezwungen, mit ihr zusammen – wie weiland Tante Kidder und Mark Twain – in die Unterwelt zu steigen. – Mehr soll nicht verraten werden.
Mein Eindruck
Der Roman bietet hochgradig spannenden und unterhaltsamen Lesestoff. Die letzten 50 Seiten sind einfach un-put-down-able! Die unheimliche Atmosphäre des Buches wird nicht vom Autor behauptet, sondern entsteht aus dem Zauber des Ortes, der in aller gebotenen Tiefe erklärten Mythologie und Kultur sowie durch die zeitliche Spannen zwischen 1866 und der Gegenwart der Erzählung. Was damals galt, gilt nun auch weiterhin. Und wer sich, wie Trumbo, diesen Gesetzen widersetzt, muss büßen. Da nützt auch Trumbo all seine Kaltschnäuzigkeit nicht, die ihn selbst in der Unterwelt zu einer frechen Antwort an Kamapua veranlasst…
So erscheint das Geschehen ebenso plausibel wie spannend. Simmons zieht den Leser unmerklich tiefer in den Bann der Story. Doch nicht allein Horror ist darin das treibende Element, sondern auch die keimende Liebe zwischen Tante Kidder und Samuel Clemens, einem höchst gegensätzlichen Paar, das dennoch in einer Unternehmung des blanken Wahnsinns – wer steigt schon freiwillig in die Welt der Toten und Dämonen? – zueinander finden. Allerdings gibt sie ihm nicht das Ja-Wort, was zwar ein Jammer ist, aber verhindert, dass ihre Geschichte in einem kitschigen, aufgesetzten Happyend ihren Abschluss findet. (Mark Twain fand wenig später die Frau seines Lebens.)
Fazit
Am Schluss hat man etwas fürs Leben gelernt: Die Inseln von Hawaii gehören gewiss zu den magischsten Orten der Welt! Empfehlung: uneingeschränkt lesenswert!
Taschenbuch: 450 Seiten
Originaltitel: Fires of Eden, 1994
Aus dem Englischen von Ute Thiemann
ISBN-13: 9783442415977 www.randomhouse.de
Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: (6 Stimmen, Durchschnitt: 2,00 von 5)
Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts. Die Porzellanmanufaktur Strehlow von Hardenstein hat ihr großes Ziel erreicht und alle ehrgeizigen Mitbewerber weit hinter sich gelassen. Die Zukunft des legendären Unternehmens aber liegt nun auf den Schultern der jungen Sophie, die in einem abgelegenen Bergdorf aufgewachsen ist und durch nichts auf ihre Rolle vorbereitet wurde. Erschrocken muss Sophie erkennen, dass man von allen Seiten auf ihr Verderben sinnt: beim traditionsreichen Konkurrenzunternehmen Teutschenthal, auf dem Familiengut Hohensandau, ja, in den Reihen der eigenen Familie. Mit einem Mal steht alles auf dem Spiel. Wird es der Porzellan-Erbin gelingen, die Bedrohungen zu meistern? (Verlagsinfo)
Judiths Leben steht an einem Wendepunkt: Eine große berufliche Herausforderung wartet auf sie, und gleichzeitig entwickeln sich ihre Gefühle für ein Waisenmädchen auf unerwartete Weise. Doch dann stirbt Eva Kellermann, eine frühere Stasi-Spionin. Ihr letztes Geheimnis setzt eine tödliche Jagd in Gang, auf einen der größten Verbrecher dieser Zeit: Bastide Larcan. Er ist Judiths Vater – der unendlich viel Leid verursachte und sich nie dafür verantworten musste. Seine Spur führt nach Odessa, und Judith muss sich entscheiden: für ihr Leben oder für eine Reise in die Vergangenheit, in der die Schatten der Toten sie erwarten … (Verlagsinfo)
Im Auftakt zu ihrer Kaffeehaus-Trilogie entführt uns die Autorin Marie Lacrosse nach Wien in die 1880er-Jahre. Die junge Sophie von Werdenfels hat ihren geliebten Vater verloren und leidet nun unter ihrem strengen Stiefvater. Wann immer es ihr möglich ist, flüchtet sie sich daher in das Kaffeehaus Prinzess ihres bürgerlichen Onkels. Obwohl Sophie adlig ist und kurz vor der Einführung in die Gesellschaft steht, ist sie sich nicht zu schade, im Café auszuhelfen und in der Backstube eigene Kreationen auszutesten. Als sie Richard von Löwenstein – einen engen Vertrauten des Kronprinzen Rudolf – kennenlernt, verliebt Sophie sich Hals über Kopf in ihn. Doch Richard ist ein Lebemann, der ständig wechselnde Freundinnen hat und bald auch im Café eine sehr peinliche Szene erleben muss…
Sophies beste Freundin Mary Vetsera schwärmt dagegen für den unglücklich verheirateten Kronprinzen Rudolf. Mit allen Mitteln versucht die junge hübsche Frau, Rudolfs Aufmerksamkeit zu erlangen. Und der ist dem Ganzen nicht abgeneigt, zwar hat er sich neben seiner unglücklichen Ehe in seiner Affäre mit einer ehemaligen Edelhure gut arrangiert, doch diese Freundin möchte ihn nicht unterstützen in einem teuflischen Plan, den er für sich vorgesehen hat. Und so beginnen Mary und Rudolf eine Liebelei, die großes Unglück heraufbeschwört.
Hamburg 1835. Mit dem Export von Eis sind Katya und die anderen Eisbarone zu Vermögen gelangt. Das Geschäft floriert, doch in Katyas Ehe kriselt es, und ihr Kinderwunsch ist unerfüllt geblieben. Im Hamburger Gängeviertel trifft sie eines Tages auf die kleine Betje, die sie sofort in ihren Bann zieht – nicht nur wegen ihres brandroten Haars. Das Mädchen ist erstaunlich geschäftstüchtig und stellt sich beim Betteln und Feilschen deutlich geschickter an als die anderen Kinder. Katya beschließt, Betje bei sich aufzunehmen und ihr vielleicht sogar eines Tages das Geschäft zu überlassen. Doch Habgier und Eifersucht drohen alles zu zerstören … (Verlagsinfo)
Im Sommer 2001 kam Tim Burtons Verfilmung des „Planet der Affen“-Konzeptes auch in unsere Kinos. Das vorliegende Buch folgt dem originalen Drehbuch von Broyles, Konner und Rosenthal. Es hat wenig mit dem Roman von Pierre Boulle zu tun, und auch der Schluss ist ganz anders als in der ersten Verfilmung. Burton nennt seinen Film eine „Neuerfindung“, um so seine Änderungen zu rechtfertigen. Entscheide jeder für sich selbst, ob ihm das gelungen ist. Von der deutschen Filmbewertungsstelle jedenfalls hat „Planet der Affen“ nicht das begehrte prädikat „sehr wertvoll“ erhalten, sondern lediglich „wertvoll“. Das kommt einer Degradierung gleich.
_Handlung_
Im Jahr 2029 tut unser Mann im Weltraum, Astronaut Leo Davidson (im Film Mark Wahlberg), Dienst an Bord einer Forschungsstation. Hier werden Experimente durchgeführt, um Schimpansen intelligenter zu machen, so dass sie in der Lage sind, Rettungsmissionen selbständig auszuführen. Als ein kosmischer Energiesturm die Station in Bedrängnis bringt, darf der klügste Chimp namens Perikles die erste Erkundungskapsel steuern. Leider verschwindet er auf Nimmerwiedersehen. Das tut Astronaut Leo Davidson im Herzen weh.
Noch schlimmer wird’s für ihn jedoch, als der Sturm weiter wütet und der Käptn keinen Schimmer hat, was er tun soll. Also tut Davidson so, als führe er eine Routinekontrolle der zweiten Raumkapsel durch, macht sich aber klammheimlich aus dem Staub, um Perikles zu folgen. Mal sehen, was er davon hat. Wie es scheint, steckt im Sturm ein Wurmloch in eine andere Zeitraum-Dimension. Mit seiner Kapsel strandet Davidson auf einem fremden Planeten, über dem zwei Sonnen und zwei Monde leuchten.
Glücklicherweise ist die Luft atembar und alles fast wie daheim in Afrika, ja, die Leutchen hier sprechen sogar modernes Englisch: nicht nur die Menschen, die bald aus dem Wald hervorbrechen, sondern auch die Affen, von denen sie verfolgt werden! Unter ihnen befinden sich die Rebellen Karubi (im Film Kris Kristofferson) und seine schöne blonde Tochter Daena (im Film Estella Warren).
Davidson sieht sich bald in den Netzen der flinken Menschenaffen gefangen, die auf diesem Planeten die herrschende Spezies darstellen: Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans. Die Affentruppe wird angeführt von General Thade (im Film Tim Roth), dem sein treuer Leutnant Attar (Michael Clarke Duncan), ein Gorilla, zur Seite steht.
Einer der Orang-Utans ist der Sklavenhändler Limbo (im Film Paul Giamatti), der seinen neuen Sklaven sogleich das Brandzeichen aufdrücken lässt. Doch in der Stadt stellt sich Limbo die junge Menschenrechtsaktivistin Ari (im Film Helena Bonham Carter) in den Weg. Sie behauptet, dass auch Menschen eine Seele hätten. Ungeheuerlich! Limbo ist empört.
Weil Ari aber die Tochter des mächtigen Senators Sandar ist, kann er nichts unternehmen. Ari kauft ihm Daena und Davidson ab, die sie in ihren Haushalt aufnimmt. Dort lernt Davidson als Diener bei einem Festmahl den grausamen General Thade näher kennen – und umgekehrt.
Obwohl er Ari heiraten möchte, nimmt Thade politisch die entgegengesetzte Haltung zu Ari ein: „Extremismus, der der Verteidigung von Affen dient, ist nicht falsch.“ Von Ari daher abgewiesen, verlässt Thade das Festmahl. Gut so, denn nun kann Davidson Ari überzeugen, ihnen zur Flucht zu verhelfen, Karubi und andere Sklaven zu befreien und aus der Affenstadt zu fliehen. Bei der Verteidigung ihres Fluchtwegs opfert sich Karubi im Kampf, was Leutnant Attar doch ziemlich zu denken gibt. Sollten die stinkenden Menschen etwa doch Ehre im Leib haben?
Wenig später erfährt Thade von Davidsons abgestürzter Raumkapsel, doch tötet er die Zeugen. Dann liegt sein Vater im Sterben und offenbart ihm das letzte und größte Geheimnis seiner Familie: den Besitz eines verrosteten Revolvers, der aus grauer Vorzeit stammt. Man hatte die Waffe den Menschen abgenommen.
Keineswegs ironisch ist es, wenn Thades Vater im Film von Charlton Heston gespielt wird (er gab 1968 den George Tayler im Originalfilm), dem derzeitigen Präsidenten der amerikanischen Schützenvereinigung (NRA), einem erklärten Befürworter des Waffenbesitzes. Das Geheimnis bestärkt Thade in seinem Hass auf die Menschen, denn er hat nun Grund, ihren potenziellen Waffenbesitz zu fürchten, weil die Affen Feuerwaffen noch nicht erfunden haben.
Davidson organisiert den Widerstand der verborgen im Wald lebenden Rebellen. Auch er kommt einem Geheimnis auf die Spur: In den Ruinen von Colima soll Semos, der Gott und Gründervater der Affen, verborgen sein und dort wiederkehren. Wie Davidsons Peilgerät anzeigt, befindet sich hier unter der Erde ein abgestürztes Raumschiff der Menschen. Die Logbücher verraten ihm, dass es vor 3000 Jahren seinen Kapitän, dessen Besatzung und natürlich auch die Forschungsaffen hier abgesetzt hat. So entstand die gegenwärtige Affenkultur.
Das Raumschiff lässt sich nicht mehr bewegen, doch im Kernreaktor ist nach all dieser Zeit noch etwas Brennstoff übrig – Brennstoff, der sich während der nun folgenden Schlacht gegen die angreifende Affenarmee General Thades wirkungsvoll einsetzen lässt …
|Der abweichende Schluss (SPOILER!)|
Mehr soll hier nicht verraten werden. Der Schluss im Buch ist jedenfalls konsequent und zufriedenstellend, voller Hoffnung auf eine friedliche Koexistenz beider Rassen.
Doch der Film macht hier keineswegs halt. Es folgt ein derartig billige Begründung für eine Fortsetzung der Geschichte, dass sich zahlreiche Kritiker an den Kopf fassen und viele Filmbesucher die Story nicht kapieren: Der zur Erde zurückgekehrte Davidson landet in Washington, D.C., dort, wo normalerweise das Lincoln Monument steht. Doch Lincoln hat auf dieser Erde erstaunliche Ähnlichkeit mit General Thade …
_Fazit_
Diese Romanfassung der Story verfügt über keine nennenswerten literarischen Qualitäten. Jeder dreizehnjährige Leser vermag ihr zu folgen, so dass kaum Fragen offen bleiben. Die Handlung mag ja spannend erscheinen, doch die Psychologie ist ebenso holzschnitthaft, wie die Beschreibungen der Figuren es sind. Davidson etwa wird mit gerade mal einem halben Dutzend Wörtern gezeichnet. Die Frauen erscheinen ihm zwar irgendwie anziehend, doch Sex ist nicht dabei. Dies ist ein absolut jugendfreies Buch. Das Motto lautet also: durchlesen, Film angucken, vergessen.
Hervorzuheben ist lediglich, dass die sehr gut lesbare Übersetzung von Science-Fiction-Spezialist Horst Pukallus besorgt wurde. So hat der Verlag die schlimmste literarische Bruchlandung verhütet.
|Originaltitel: Planet of the Apes, 2001
Aus dem US-Englischen übertragen von Horst Pukallus|
Geist ist geil! Seit 2002 – Ständig neue Rezensionen, Bücher, Lese- und Hörtipps