Schlagwort-Archiv: Goldmann

[NEWS] Laura Cwiertnia – Auf der Straße heißen wir anders

In Karlas Familie wissen alle, wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören. Karla erlebt es als Kind in Bremen-Nord. Ihr Vater Avi in einer Klosterschule in Jerusalem. Die Großmutter Maryam als Gastarbeiterin in Deutschland. Als Karlas Großmutter stirbt, taucht der Name einer Frau samt einer Adresse in Armenien auf. Karla gelingt es, ihren Vater zu einer gemeinsamen Reise zu überreden – in eine Heimat, die beide noch nie betreten haben. Eindrücklich und bewegend erzählt Laura Cwiertnia davon, wie es sich anfühlt, am Rand einer Gesellschaft zu stehen. Und davon, wie es ist, keine Geschichte zu haben, die man mit anderen teilen kann. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 240 Seiten
Goldmann

Schätzing, Frank – Tod und Teufel

Im Jahre 1260 zieht Jacob, genannt „Der Fuchs“, seine Bettel- und Stehlrunden durch Köln, um zu überleben. Sein Leben ist bis auf „Dieb! Dieb!“-Rufe recht ereignislos – bis er sich eines Tages an die verlockenden Äpfel des Erzbischofs wagt und damit leider zur falschen Zeit am falschen Ort ist.
Vor seinen Augen wird der Kölner Dombaumeister Gerhard Morart von der sich noch im Bau befindlichen Kirche in die Tiefe gestürzt. Und als wäre das nicht schlimm genug, kann Jacob es sich nicht verkneifen, dem Sterbenden noch die letzten Worte abzunehmen, was dafür sorgt, dass der Mörder ihn sieht und Jagd auf ihn macht.
Gerüchten folgend war Morart mit dem Teufel im Bunde und von daher steht für Jacob fest, dass eben dieser ihm nun auf den Fersen ist. Trotzdem gelingt ihm um Haaresbreite die Flucht, was ihm ermöglicht, seinen beiden Freunden Tillmann und Maria von dem Mord zu berichten. Seine Verstörtheit ist komplett, als Zeugen auftauchen, die von einem Unfall, einem Fehltritt des Dombaumeisters, reden, denn er selbst war der einzige Zeuge des Geschehens. Kurz darauf sind Tillmann und Maria tot und Jacob muss um sein Leben rennen.

In dieser mehr als unglücklichen Situation macht er die Bekanntschaft einer höchst interessanten Familie, bestehend aus Richmodis von Weiden, ihrem Vater Goddert und ihrem Onkel Jaspar Rodenkirchen. Während ihr Vater lieber dem Weinkellerinhalt seines Bruders frönt und unsinnige Gelehrtendiskussionen mit diesem ausficht, kümmert Richmodis sich um seine Arbeit als Färber.
Der Physikus, Doktor und Dechant Jaspar entschließt sich nach genauerer Prüfung von Jacobs Intellekt und weil er sich eine anspruchsvolle Abwechslung verspricht, dem Fuchs zu helfen. Und die soll er auch bekommen, denn nach dem Aufspüren der angeblichen Zeugen zeigt sich schnell: Mit diesem Killer ist nicht zu spaßen. Die Zeugen sind kurz darauf tot und der Mörder steht mit beiden Beinen mitten in Jaspars Haus.
Ganz langsam wird den Beiden klar, dass Gerhards Ermordung nur ein lästiges Hindernisbeseitigen war, denn die mächtigste Patrizier-Familie in Köln, die Overstolzen, hat ein viel höheres Ziel…

Frank Schätzing hat mit „Tod und Teufel“ ein wirklich gelungenes Debüt hingelegt. Wie schon bei Kinkels „Die Puppenspieler“ findet sich auch hier eine perfekte Vereinigung von interessantem Geschichtsunterricht und spannender Story. Wir können Neues über die Kreuzzüge lernen (denn der Herr Jaspar Rodenkirchen hat dazu seine ganz eigene Meinung), erfahren die Entwicklung des Kölner Handels und warum sich Päpste, Könige und Erzbischöfe nie einig waren – egal, worum es ging -, wer mit wem was getan hatte und welche Auswirkungen es auf Köln hatte. Und wir laufen natürlich immer vor dem unheimlichen Mörder davon, rätseln, was die Overstolzen vorhaben und lernen vor allem unsere vier „Helden“ lieben.

Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet, besitzen Ausdruckskraft und überzeugen durch eine immense Lebendigkeit. Aufgeteilt in zwei gegensätzliche Lager, geht das Bild eines einzelnen Helden verloren, auch in „gut und böse“ kann man sie nicht grundsätzlich einordnen, denn Schätzing versteht es, dem Leser beide Parteien näher zu bringen, durch häppchenweise eingestreute Hintergründe der Personen, durch lehrreiche Gespräche und durch einen glänzenden Schreibstil.
Doch Glanzlicht der Charaktere sind die oben bereits erwähnten unsinnigen Diskussionen zwischen Goddert und Jaspar, die einfach herzerfrischend und liebenswürdig sind und den Leser zum Lachen bringen. Köstlich!
Kurzum: Ganz und gar empfehlenswert!

Frank Schätzing, 1957 in Köln geboren, studierte Kommunikationswissenschaften, ist Mitbegründer und kreativer Geschäftsführer der Kölner Werbeagentur „INTEVI“ und Mitbegründer der Musikproduktion „Sounds Fiction“. Nach dem Erfolg von „Tod und Teufel“ folgten 1996 der Krimi „Mordshunger“, 1997 die Kurzgeschichtensammlung „Keine Angst“ und der Psychothriller „Die dunkle Seite“ und 2000 der Politthriller „Lautlos“.
„Tod und Teufel“ und „Keine Angst“ gibt es auch als Hörbücher, die der Autor selbst liest und für die er auch die Musik mitkomponierte.

Homepage des Autors: http://www.frank-schaetzing.com

Crichton, Michael – Sphere – Die Gedanken des Bösen

Seit „Timeline“ und „Jurassic Park“ gehört Michael Crichton sicherlich zu den großen amerikanischen Schriftstellern verfilmbarer Belletristik. Seine Bücher sind meist wissenschaftlich angehaucht und dabei lehnt Crichton, der selbst Medizin und Philosophie studiert hat, sich oft weit aus dem Fenster mit seinen pseudowissenschaftlichen Spekulationen.

„Die Gedanken des Bösen“ ist bereits mit Dustin Hoffman, Sharon Stone und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen in „Sphere“ mehr oder weniger gut verfilmt worden.

Handlung

Zu Beginn lernt der Leser den dreiundfünfzigjährigen Psychologieprofessor Norman Johnson kennen, der zu einem vermeintlichen Flugzeugabsturz gerufen wird. In seiner Funktion als Psychologe muss er häufiger an solchen Katastrophenorten die Überlebenden psychologisch betreuen. Doch dieses Mal scheint die Situation eine andere zu sein, denn Norman hat nichts von einem Flugzeugabsturz vernommen. Mit einem Hubschrauber wird er an eine Stelle im Südpazifik zwischen Samoa und den Fidschi-Inseln gebracht, wo einige Navy-Schiffe versammelt sind. An Bord eines der Schiffe wird Norman mit Captain Barnes bekannt gemacht, der die Leitung über die geheime Aktion hat. Was ist eigentlich passiert?

Barnes fragt Norman zu seiner Abhandlung aus, die er einst für den Fall der Begegnung mit Außerirdischen verfasst hat. In dieser Abhandlung hat Norman ein optimales Team aus verschiedenen Wissenschaftlern zusammengestellt, die für eine Begegnung mit Außerirdischen am besten gewappnet wäre und diesen Wissenschaftlern sieht Norman sich plötzlich gegenüber, denn angeblich wurde in der Tiefe des Meeres ein außerirdisches Raumschiff gefunden, das das Team nun zusammen erkunden soll. Warum wird der Fund allerdings so geheim gehalten, wenn tatsächlich die sensationelle Entdeckung eines außerirdischen Objektes gemacht wurde?

Norman begibt sich zusammen mit den anderen Wissenschaftlern Beth, Harry und Ted in die Tiefe. Bei der Erkundung des Raumschiffes entdeckt das Team eine riesige Kugel, die sich leider nicht öffnen lässt. Was verbirgt diese Kugel? Und für welchen Zweck wurde das Raumschiff gebaut? Die Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel und versuchen mit allen Mitteln, die Kugel zu öffnen, doch Harry ist derjenige, der es schafft und in die Kugel verschwindet, bevor diese sich wieder verschließt. Als Harry einige Stunden später wieder heraustritt, ist er verwirrt und verändert, auf Norman und Ted wirkt er manisch, außerdem behauptet er, dass er sich nicht mehr an die Vorgänge im Inneren erinnern könne. Verbirgt Harry etwas vor den anderen? Kurz nach Harrys Rückkehr aus der Sphäre erhalten die Wissenschaftler eine verschlüsselte Nachricht auf den Monitor, die sie zusammen entschlüsseln können. Wer nimmt dort Kontakt mit ihnen auf? Ist es ein Wesen aus der Kugel? Plötzlich ist das Unterwasserhabitat von fremdartigen Lebewesen umzingelt und wird von einem Riesenkalmar angegriffen, der das Raumschiff zu zerstören droht.

Mein Eindruck

Die Geschichte klingt auf den ersten Blick sehr interessant und mysteriös, denn was übt eine größere Faszination auf die Menschheit aus, als die Aussicht auf den Kontakt zu außerirdischen Lebewesen? Doch was sich in der Kugel tatsächlich verbirgt, das bleibt dem Leser zunächst vorenthalten. Crichton ist sich selbst bei diesem Buch wieder treu geblieben, er schreibt kurze und knappe Sätze und Kapitel, um seine Leser gefangen zu halten. Langsam aber sicher wird die Spannung aufgebaut, da der Leser immer begieriger darauf wird zu erfahren, was es mit dem entdeckten Raumschiff tatsächlich auf sich hat und welche Mächte in der Kugel stecken.

Crichtons Bücher sind oft wissenschaftlich angehaucht und erhalten dadurch einen besonderen Reiz. Leider schreibt Crichton oft über Dinge, von denen er offenkundig keine Ahnung hat, denn ein Naturwissenschaftler würde nie eine ganze Garnele unter ein Elektronenmikroskop halten und mit dem Auge durch das Okular schauen, Crichton verwechselt an dieser Stelle leider das Elektronenmikroskop mit einem normalen Lichtmikroskop. Seine Bücher würden mehr Glaubwürdigkeit erhalten, wenn sie an mancher Stelle etwas intensiver recherchiert gewesen wären.

Nichtsdestotrotz versteht Crichton es, seine Leser zu packen und in fremde Welten zu entführen. Durch seine mysteriösen Geschichten und die Gefahren, in die sich seine Hauptcharaktere begeben müssen, wird der Leser an das Buch gefesselt, da er endlich das Geheimnis der Kugel entschlüsseln möchte. Abgesehen von den wissenschaftlichen Fachbegriffen ist Crichtons Sprache einfach zu verstehen und dadurch, dass seine Sätze kurz gehalten werden, erscheint das Buch recht kurzweilig. „Die Gedanken des Bösen“ wird durch die simple Sprache und die kurzen Kapitel zu einem schnellen und flüchtigen Leseerlebnis, das schnell in Vergessenheit gerät, wenn das Buch erst einmal ausgelesen ist. Crichton gelingt es zwar, etwas Spannung in seinem Buch aufzubauen, doch bleibt seine Sprache dabei so einfach und nüchtern, dass er damit leider keinen Eindruck mehr schinden kann.

In seiner Beschreibung konzentriert sich Crichton auf die Person des Norman Johnson, der zwar nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, aber dennoch klar im Mittelpunkt des Buches steht. Über ihn erfährt der Leser etwas mehr als über die anderen Expeditionsteilnehmer, da er Zugang zu Normans Gedanken erhält. Am Rande erhalten auch Beth und Harry etwas mehr Gewicht, alle anderen Charaktere bleiben im Hintergrund, der Leser erfährt gar nichts über ihren Hintergrund oder ihre Gedanken. Ich finde es etwas schade, dass Crichton seinen Charakteren meist so wenig Gewicht verleiht, dass der Leser sich nicht in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen kann. Denn wenn die Wissenschaftler hier in Lebensgefahr durch den Kalmar geraten, lässt uns das überraschend kalt, da die persönliche Beziehung zu den Protagonisten fehlt.

Unterm Strich

Insgesamt ist das Buch wesentlich besser gelungen als der Film, da es näher auf die Faszination, die die Kugel auf die Wissenschaftler ausübt, eingehen kann und bestimmte Phänomene detaillierter beschrieben werden. Am Ende gelangt Norman zu einer Theorie, die die Vorgänge im Raumschiff erklären soll, doch wie er zu dieser Theorie gelangt, wird nur im Buch genauer erklärt.

Nach der Lektüre hatte ich das Gefühl, dass Michael Crichton langsam die Ideen ausgehen, denn vom Aufbau der Geschichte her weist sein neuestes Werk „Beute“ große Ähnlichkeiten zu „Die Gedanken des Bösen“ auf, denn auch hier sind Wissenschaftler eingeschlossen und müssen auf sich alleine gestellt großen Gefahren trotzen und auch das vermeintlich sichere Habitat verlassen, obwohl draußen der Tod durch unbekannte Wesen lauern könnte.

Mich persönlich konnten „Die Gedanken des Bösen“ nicht fesseln und begeistern, da mir einmal der eher schlechte Film in Erinnerung war und mir Crichtons Bücher insgesamt zu ähnlich sind. Ich habe erst drei seiner Werke gelesen, doch selbst damit konnte ich klare Parallelen erkennen, die mich davon zurückhalten, in nächster Zeit ein weiteres Buch von Michael Crichton in die Hand zu nehmen und zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass Crichton seinen Charakteren mehr Farbe verleiht und sich mit seinen wissenschaftlichen Behauptungen nicht zu sehr aus dem Fenster lehnt. Leider ist dem Autor mit diesem Buch kein großer Wurf gelungen, „Die Gedanken des Bösen“ unterhält zwar recht gut, hebt sich aber nicht vom Durchschnitt ab.

Taschenbuch: 480 Seiten
O-Titel: Sphere, 1987
ISBN-13: 9783442458547
https://www.penguin.de/Verlag/Goldmann/4000.rhd

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (9 Stimmen, Durchschnitt: 1,78 von 5)

Benson, Ann – siebte Geißel, Die

|Originaltitel: The Plague Tales|

1348, Cervere, Aragon: Ein Patient des jüdischen Arztes Alejandro Canches stirbt an einer unerklärlichen Krankheit. Der Arzt exhumiert und untersucht die Leiche und wird dabei ertappt und eingekerkert. Sein Vater, ein örtlicher Geldverleiher, erlässt der Kirche ihren Schuldenberg und erkauft die Freiheit seines Sohnes. Dieser verlässt daraufhin das Land und lässt sich nach einer langen und gefahrvollen Reise unter falschen Namen in der Papststadt Avignon wieder als Arzt nieder.

2005, London, England: Die amerikanische Chirurgin Janie Crowe muss in einem totalitären England unter schärfsten Kontrollen der „Bio-Polizei“ wissenschaftliche Grabungen ausführen, um die ihr aufgezwungene Umschulungsmaßnahme zur forensischen Archäologin zu bestehen.

Als Johann, Erzbischof von Canterbury, an der Pestilenz stirbt und England an der Seuche dahinsiecht, wählt der päpstliche Leibarzt Alejandro aus, um am Hof Edwards III. die königliche Familie vor dem schrecklichen Tod zu beschützen. Während Alejandro bei Hofe eingeführt wird und seine Schutzmaßnahmen nur mit Mühe gegen die störrischen und verständnislosen Mitglieder der Königsfamilie durchsetzen kann, stößt Janie Crowe bei ihren Ausgrabungen auf das Ur-Bakterium „Yersinia Pestis“.

Ann Benson ist ein beeindruckender Erstling gelungen, in dem sie geschickt und spannend verschiedene Stilrichtungen vermischt. Das Streben nach Wissen und die Reisen Alejandros erinnern gelegentlich an Gordons „Der Medicus“ und die Schilderungen der Zustände am königlichen Hof lassen Parallelen zu Follets „Die Säulen der Erde“ aufkommen. Nicht, dass Ann Benson etwa kopiert hätte. Die Bilder des Mittelalters, die sie zu erzeugen vermag, sind aber ähnlich anschaulich und überzeugend und versetzen den Leser jederzeit in den Glauben, dass es genau so und nicht anders vor seiner Haustür aussieht, wenn er es denn schaffen würde, das Buch aus der Hand zu legen. Im krassen Gegensatz dazu steht das England im Jahr 2005, in dem Janie Crowe nach der großen Biokatastrophe arbeitet und bei dem George Orwell hätte Pate stehen können. Biocops, Bodyscans und maximale Sterilität bestimmen den täglichen Alltag und bald wird Crowe, angetrieben vom gleichen medizinischen Wissensdurst wie Alejandro, selbst zu einer Gejagten des Systems. Dazu flechtet Benson in beide Epochen noch Fantasy-Elemente ein und lässt den Ärzten unkonventionelle Hilfe durch Heiler mit übersinnlichen Kräften zukommen.

Das alles scheint nur auf den ersten Blick gegensätzlich und zusammenhanglos. Mit viel Liebe zum Detail entwickelt Benson langsam die Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge zwischen den Epochen und liefert einen spannenden und rundum schlüssigen Roman, der große Hoffnungen auf den oder die Nachfolger weckt.

Ann Benson ist ausgebildete Musikerin und war vor ihrem ersten Roman „Die siebte Geißel“ als Sachbuchautorin tätig.

[NEWS] Sharon Bolton – Das Dunkle in dir

Mitten in London wird ein Baby aus dem Kinderwagen gerissen und auf einem Floß in die Themse gestoßen. Lacey Flint von der Flusspolizei ist gerade noch rechtzeitig zur Stelle, um eine Katastrophe zu verhindern. Aber wer könnte ein unschuldiges Kind töten wollen? Für DCI Mark Joesbury kommt der Angriff nicht überraschend. Schon lange hat er eine Gruppe junger Männer im Visier, die vom Hass auf Frauen angetrieben wird. Joesbury und sein Team befürchten, dass weitere Gewalttaten folgen werden. Und Lacey Flint könnte das nächste Opfer sein, denn der Anführer der Gruppierung kennt ihr dunkelstes Geheimnis … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 528 Seiten
Goldmann

[NEWS] Santiago Posteguillo – Die Herrscherin von Rom

192 n. C.: Das Römische Reich leidet unter der Herrschaft von Kaiser Commodus, der als grausam und wahnsinnig gilt. Als er einer tödlichen Intrige zum Opfer fällt, kämpfen die mächtigsten Männer Roms um die Herrschaft. Unterdessen schmiedet Julia Domna, Gattin des Statthalters Septimius Severus, eigene ehrgeizige Pläne: Sie will eine neue Dynastie begründen. Kaum jemand ahnt, dass die bildschöne Julia die Mechanismen der Macht besser durchschaut als all ihre Rivalen. Und so kämpft Julia, bis sie über ihre Feinde triumphiert und an der Seite ihres Gatten auf dem Thron sitzt … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 704 Seiten
Goldmann

John Darnton – Neandertal – Tal des Lebens

Ich habe mich schon immer für unsere haarigen Vorfahren interessiert – vielleicht verraten sie uns etwas über uns selbst, das inzwischen verschüttet ist und das wir vergessen haben. Hominiden-Stories gibt es schon eine ganze Menge. Eine der besten stammt von William Golding: „The Inheritors“, „Die Erben“. Doch Darntons „Neandertal“ ist auch ziemlich gut.

Handlung

Im Pamirgebirge von Tadschikistan verschwindet unter geheimnisvollen Umständen der Paläontologe Prof. Kellicut. Als letztes Lebenszeichen schickt er ein Paket. Der Inhalt: ein überraschend gut erhaltener Schädel eines Neandertalers, einer menschlichen Spezies, die seit 40.000 Jahren als ausgestorben gilt. Doch das Alter des von Kellicut geschickten Schädels beträgt nur 25 Jahre! Eine geschickte Fälschung? Oder die Bestätigung einer unglaublichen Vermutung – dass nämlich ein Stamm dieser Hominiden bis heute überlebt hat?

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Terry Brooks – Schwert von Shannara (Shannara 1/1)

Als es darum ging, Tolkiens Erfolg mit „Herr der Ringe“ fortzusetzen oder gar zu wiederholen, war Terry Brooks mit „Shannara“ rechtzeitig zur Stelle. Kein Wunder, dass er seinen Riesenerfolg von 1977 bis heute fortzusetzen versucht, so etwa mit den Trilogie um „Jerle Shannara“ und den „High Druid of Shannara“. Terry Brooks Homepage hat gerade eine neue Trilogie gestartet, aber nicht im Shannara-Universum.

Shannara-Saga

Der Roman Das Schwert von Shannara (1977) wurde in einer Zeit geschrieben, als das moderne Genre der Fantasy sich gerade erst entwickelte und noch stark von dem Erfolg Tolkiens beeinflusst war. Das Buch von Terry Brooks ist dafür einer der deutlichsten Beweise: Es ist über weite Strecken hinweg fast eine detailgetreue Kopie der Handlung und Motive des Herrn der Ringe. Dies gipfelt in einer Szene, in der der weise Berater der Abenteuer-Gemeinschaft im Kampf mit einem Schergen des Bösen in eine Schlucht stürzt und erst später wieder auftaucht (eine Kopie des Kampfes zwischen Tolkiens Figur Gandalf und dem Balrog). Auch die Figur des herumwandernden Königs, der seinen Thron zurückerobert, taucht in der Figur eines Balinor Buckhannah auf.

Erst in seinem zweiten Teil der Reihe Die Elfensteine von Shannara emanzipierte sich Brooks deutlicher von seinem Vorbild, indem er beispielsweise stärker weibliche Handlungsträger als Protagonisten aufbaute.

Das soll aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der erste Roman „Das Schwert von Shannara“ eine ziemlich offensichtliche Kopie des berühmten Tolkien-Epos ist. Der |Goldmann|-Verlag schlug seinerzeit sofort mit einer – auf drei Bände verteilten – Übersetzung zu. Doch Übersetzungen, die Tony Westermayr anfertigte, begegne ich stets mit einer gewissen Zurückhaltung und Skepsis, seit ich erfahren habe, dass er dazu angeheuert wurde, auch Science Fiction-Romane radikal zu kürzen und sogar zurechtzustutzen. Jeder Heinlein, den er übersetzte, wird seit kurzem wieder in vollständiger Fassung bei |Bastei-Lübbe| herausgebracht.

Unterserien und Chronologie

Schwert von Shannara-Trilogie

I Schwert von Shannara befasst sich mit den letzten 100 Jahren vor dem Verschwinden des letzten Druiden Allanon.
II Die Elfensteine von Shannara ist zeitlich ca. 50 Jahre nach dem Schwert von Shannara angesiedelt.
III Das Zauberlied von Shannara ist zeitlich ca. 20 Jahre nach den Elfensteinen von Shannara angesiedelt.

Erben von Shannara-Tetralogie
Die Tetralogie ist zeitlich ca. 300 Jahre nach dem Zauberlied von Shannara angesiedelt.

First King of Shannara – Der Ausgestossene von Shannara (Prequel-Einzelroman)
Die Vorgeschichte zum Schwert von Shannara spielt ca. 500 Jahre vor diesem. Da das Buch später verfasst wurde, sind Informationen enthalten, die man zu Beginn der Schwert-von-Shannara-Trilogie noch nicht hat.

The Voyage of the Jerle Shannara – Die Reise der Jerle Shannara
Die Reise der Jerle Shannara ist zeitlich ca. 130 Jahre nach der Erbe-von-Shannara-Tetralogie angesiedelt.

High Druid of Shannara – Die Magier von Shannara
Die Magier von Shannara ist zeitlich ca. 20 Jahre nach der Reise der Jerle Shannara angesiedelt. (Wikipedia.de)

Die Legende von Shannara
Die Legende von Shannara ist zeitlich ca. 500 Jahre nach den Großen Kriegen angesiedelt.

Die dunkle Gabe von Shannara
Die dunkle Gabe von Shannara ist zeitlich ca. 100 Jahre nach Die Magier von Shannara angesiedelt.

The Fall of Shannara
Geplant als Tetralogie sollen diese Romane den chronologischen Abschluss des Shannara-Zyklus bilden, wobei Brooks nicht ausschließt, dass noch weitere Geschichten veröffentlicht werden. Neue Romane würden entsprechend zeitlich zwischen den vorhandenen Abschnitten spielen.

Handlung

Rund 2000 Jahre in der Zukunft spielt die Saga, lange nachdem die Großen Kriege fast die gesamte Welt verwüstet haben. Der Entwicklungsstand der Kulturen von Menschen, Elfen, Zwergen und Gnomen entspricht unserem frühen Mittelalter, doch die meisten dieser Völker besitzen nicht einmal Pferde oder Mulis. Das ist ein guter Grund, um die Helden der Saga lange, lange Fußmärsche ausführen zu lassen – so kriegen sie wenigstens etwas von der Gegend zu sehen, beispielsweise Sumpfungeheuer.

Doch der Reihe nach: Der junge Shea (sprich: schej) wächst als der Halbbruder von Flick Ohmsford in einem idyllischen Bergdorf namens Shady Vale auf. Bis eines Tages der zwielichtige Mystiker und Gelehrte Alannon in sein Heim platzt und ihn warnt, er solle sich sofort auf die Socken machen, um vor einer großen Gefahr aus dem Nordland zu fliehen. Shea sei nämlich der letzte Sproß eines elfischen Königshauses, jenes von Shannara, und daher bestimmt, mit dem sagenhaften Schwert von Shannara die Welt vor dem Dämonenkönig aus dem Nordland zu retten.

Na klasse, was soll der Scheiß?, denkt sich Shea, und kaum ist Alannon wieder auf unbekannten Missionen unterwegs, fällt er in tiefen Schlaf. Doch als sein Bruder Flick ihn weckt, ist es schon fast zu spät: ein dunkler Schatten schleicht durchs Dorf und macht die Hunde kalt. Im letzten Moment können die beiden fliehen. Auf dem Weg zu Sheas Freund Prinz Menion von Leah erweisen sich die Elfensteine, die Shea von Alannon empfangen hat, von großem Nutzen gegen Ungeheuer.

Um Alannon wiederzusehen, müssen die drei zu der Zwergenstadt Curvalen reisen, natürlich wieder zu Fuß. Vorbei an unheimlichen Wäldern und sich bewegenden Bäumen sowie verhängnisvollen Sirenen – Nachahmungen des Alten Weidenmannes am Rande des Alten Waldes im „Herr der Ringe“ – führt sie ihr Weg, doch gerettet werden sie von geheimnisvollen Lichtern, alten Männern und zu guter Letzt den Zwergen.

Curvalen entspricht Bruchtal, einem Refugium vor allen Gefahren, einem Ort der Heilung und des Fassens neuer Pläne. Mit Alannon, zwei Elfen, dem Krieger Balinor und dem Zwerg Höndel machen sich Shea und Flick auf den Weg, um das Schwert von Shannara aus der Höhle des Löwen zu holen. In der ehemaligen Druidenfestung Paranor „hinter den sieben Bergen“ liegt das Schwert nun in der Hand des Erzbösewichts, des Dämonenkönigs Brona…

Mein Eindruck

Mal abgesehen von den für jeden Kenner offensichtlichen Parallelen zum „Herrn der Ringe“ bietet „Das Schwert von Shannara“ solide Fantasyabenteuer für Leser ab etwa zehn bis zwölf Jahren. Gegenüber der Masse an Routinearbeiten dieses Genres hebt sich „Shannara“ durch eine genaue (aber nicht zu penible) Charakterisierung der Figuren und durch einen einheitlichen geschichtlichen Hintergrund seiner Welt ab. Der Hintergrund ist wie die Geografie von höchster Bedeutung für die Glaubwürdigkeit der Handlung und die Tragkraft der Idee, dass es immer wieder Ausbrüche des Bösen gibt – etwa alle 500 Jahre – die von aufrechten Zauberern und tapferen Menschen etc. bekämpft werden müssen und können.

Wer die Vorgeschichte dieses Bandes erfahren möchte, der lese „Der Ausgestoßene von Shannara„. Darin erfährt man, wie die letzte Invasion des Dämonenkönigs Brona abgewehrt wurde: vom Druiden Brimen und dem Elfenkönig Jerle Shannara.

Taschenbuch: 192 Seiten
Originaltitel: The sword of Shannara (Part 1), 1977
Aus dem US-Englischen übertragen von Tony Westermayr.
ISBN-13: 9783442249749

Hinweis

Seit Dezember 2003 gibt es die ersten drei Bücher auch im preiswerten Sammelband „Shannara I: Das Schwert – Der Sohn – Der Erbe“ beim Blanvalet-Verlag zu erstehen.

Mo Hayder – Die Behandlung (Jack Caffery 02)

Nichts für schwache Mägen oder Nerven

Spannung, Horror und Action verbindet Mo Hayder erneut in ihrem zweiten Thriller, der quasi die Geschichte von „Der Vogelmann“ fortsetzt. Angesichts der Detailkenntnisse, die sie über die Polizeiarbeit und die Verbrecherszene im Londoner Stadtteil Brixton an den Tag legt, kann man ihr unbedenklich vertrauen, wenn sie uns hier eine Geschichte erzählt, in der es um Kindesmissbrauch in allen Spielarten geht.

Handlung

Mo Hayder – Die Behandlung (Jack Caffery 02) weiterlesen

[NEWS] Rosa Ventrella – Im Schatten des Oleanders

Carbonara, ein Dorf in Apulien, in den 30er Jahren: Margiala, eine starke Frau von außergewöhnlicher Schönheit, hat drei Töchter: Rosetta, schön und furchtlos wie sie selbst, Cornelia, die das honigfarbene Haar und die hellen Augen ihres tragisch verstorbenen Vaters besitzt, und Diamante, die jüngste, mit ihren ungezähmten Locken und ihrem rebellischen Geist. Die vier Frauen sind eine eingeschworene Gemeinschaft, mutig gehen sie gemeinsam durchs Leben. Auch als Rosetta und Cornelia heiraten und Diamante eine freie Beziehung zu ihrer großen Liebe Antonio beginnt, halten sie zusammen. Doch dann stehen die vier vor der größten Herausforderung ihres Lebens, denn der große Krieg kommt nach Apulien … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
Goldmann

[NEWS] Jasmin Schreiber – Abschied von Hermine

Wir Menschen, die Tiere im Wald und definitiv fast jede Büropflanze dieser Welt – alle müssen irgendwann sterben. Zieht der Tod in unserem Umfeld ein, bringt er Schmerz mit und hinterlässt Lücken in unseren Reihen und Herzen, die nur schwer oder gar nicht wieder zu schließen sind. Oft denken wir dann: warum, warum, warum? Und genau hier setzt dieses Buch an, denn als Biologin geht Jasmin Schreiber den Dingen gern auf den Grund. Sie sieht sich an, was Leben überhaupt ist und was mit uns im Laufe der Zeit passiert, wenn wir altern. Sie betrachtet die Zellen, aus denen wir bestehen, wir treffen mit ihr ungewöhnlich jung gebliebene Kiefern, schwimmen mit unsterblichen Quallen und durchschreiten gemeinsam das Tal der Trauer. Am Beispiel ihres verstorbenen Hamsters Hermine erfahren wir außerdem, was passiert, wenn ein Körper verwest. Und wieso dieser Prozess auch Chancen birgt – für andere. Denn es lebt und stirbt sich einfach besser, wenn wir verstehen, dass der Tod zwar unschön ist, wir ihn aber trotz allem brauchen.
(Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
Goldmann

Almudena Grandes – Atlas der Liebe. Frauenroman

Der Atlas der Humangeografie (aus weiblicher Sicht)

Sie sind alle um die vierzig und ganz verschieden: Rosa, Ana, Marisa und Fran. Vier spanische Frauen, die der Zufall zusammengeführt hat: In einem großen Verlag geben sie 1998 gemeinsam einen „Atlas der Humangeographie“ heraus. Vor zwanzig Jahren waren sie noch jung gewesen, offen und neugierig auf das Leben und die Liebe, jetzt schauen sie zurück und fragen sich, was denn geblieben ist von den Wünschen und Sehnsüchten von damals.

Die Autorin
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[NEWS] Maren Gottschalk – Fräulein Steiff

Ein starker Wille, Humor und eine ausgeprägte Neugier – schon als kleines Mädchen will die 1847 im schwäbischen Giengen geborene Margarete die Welt erobern. Selbst nachdem sie unheilbar an Kinderlähmung erkrankt und nie wieder wird laufen können, lässt sie sich den Lebensmut nicht nehmen. Entschlossen folgt sie ihrem Ziel, unabhängig zu sein, und setzt nicht nur ihren Wunsch durch, Schneiderin zu werden, sondern eröffnet auch ein florierendes Filzgeschäft. Und dann kommt der Tag, der alles verändern wird: Margarete näht aus einer spontanen Laune heraus ein Nadelkissen in Gestalt eines Elefanten. Als sie es ihrem kleinen Neffen in die Hände legt, scheint das Tier auf magische Weise zum Leben zu erwachen – und da hat Margarete plötzlich eine Idee … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 416 Seiten
Goldmann

Patterson, James / Roughan, Howard – Honeymoon

_Die Schwarze Witwe spielt Katz und Maus_

Nora Sinclair wird von jedem Mann begehrt und von jeder Frau, die nicht selbstbewusst genug ist, beneidet: Sie ist schön, reich, erfolgreich – und hatte bereits drei Ehemänner oder Verlobte. Leider haben zwei davon bereits vorzeitig den Löffel abgegeben. Aber das ahnt Opfer Nummer 3 noch nicht, als er Nora eröffnet, er habe nun endlich das Geheimnis um ihre heimliche Ehe gegenüber einer großen Zeitung eröffnet. Das bringt Nora unvermittelt in Zugzwang. Der Ehemann sollte unverzüglich seine Lebensversicherung kündigen …

An Todesfall Nummer zwei nimmt die Versicherung des Verblichenen ungewöhnlich viel Anteil. Niemand verdächtigt Nora wegen irgendetwas. Doch für den Mann, der sich Nora gegenüber als Versicherungsvertreter „Craig Reynolds“ ausgibt, sind einige Umstände an diesem Todesfall verdächtig. Nora hingegen hat ein feines Näschen für Ermittler, die sich zu sehr für ihre Angelegenheiten interessieren …

|Hinweis|

„honeymoon“ nennt man im Englischen die Flitterwochen – das dürfte weitgehend bekannt sein. Das Wort erhält im Verlauf der Handlung eine reichlich unheilvolle Zweitbedeutung.

_Der Autor_

James Patterson, ehemaliger Besitzer einer Werbeagentur, ist der Autor zahlreicher Nummer-1-Bestseller. Allerdings sind es vor allem seine Alex-Cross-Thriller, die den Leser berühren. Folglich war Alex Cross bereits zweimal im Film zu sehen: „Im Netz der Spinne“ und „… denn zum Küssen sind sie da“ wurden beide erfolgreich mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt. Für Einsteiger sei gesagt, dass Alex Cross ein sympathischer schwarzer Polizeipsychologe ist, der mit seiner Familie in Washington, D.C., lebt.

Patterson ist extrem fleißig. Sein letzter Solo-Roman in Deutschland hieß „Ave Maria“, ein Alex-Cross-Roman. Davor erschienen neue Alex-Cross-Romane mit den Titeln „The Big Bad Wolf“ und „London Bridges“. Im Original sind bereits „Cross“ und „Double Cross“ erschienen. Seit 2005 sind weitere Patterson-Kooperationen veröffentlicht worden, darunter „Lifeguard“ sowie „Judge and Jury“; am 3. Juli 2007 erschien die Zusammenarbeit „The Quickie“. Im Frühjahr 2003 (deutsch Mitte 2005) erschien auch eine Kollaboration mit dem Titel „Die Rache des Kreuzfahrers“ (The Jester), deren Story im Mittelalter spielt.

Nähere Infos finden sich unter www.twbookmark.com und www.jamespatterson.com. Patterson lebt mit seiner Familie in Florida.

Howard Roughan lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Connecticut. Er ist der Autor der Romane „The Up and Comer“ und „The Promise of a Lie“.

_Handlung_

Nora Sinclair ist eine aufstrebende und sehr schöne Innenarchitektin in New York City. Sie hat ein kleines Problem: Sie hatte eine sehr traurige Kindheit und Jugend, die sie, nachdem ihre Mutter in den Knast musste, in Waisenheimen verbrachte. Sie sah mit an, wie die Mutter ihren Vater tötete, das kann ganz schön verstörend wirken und trägt nicht gerade dazu bei, Vertrauen in die Menschen zu setzen.

Besonders, was Männer betrifft. Inzwischen hat Nora gelernt, reiche Männer als Quelle von Vergnügen und Geld zu benutzen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sie eine hervorragende und somit kaltblütige Schauspielerin ist. Wer sagt denn, dass man nur einen Mann zur gleichen Zeit haben darf? Und irgendwie muss man die Kerle auch wieder loswerden, nachdem sie ihre Schuldigkeit getan haben.

Gleich in der ersten Szene schleppt sich einer der Kerle – es wird wohl Ehemann Nr. 1 sein – im Todeskampf ins Badezimmer, wo er verendet. Wie konnte es nur dazu kommen? Und vor allem: warum? Das sind die spannenden Fragen, die erst im Laufe der Handlung beantwortet werden, wenn wir Nora, die Schwarze Witwe, etwas näher kennen lernen.

Als Nora gerade ihren Verlobten Connor Brown abserviert hat – das Gift im Essen ist nicht nachzuweisen -, taucht dieser Versicherungsmensch auf, der sich Craig Reynolds von der Centennial One nennt. Er behauptet, Nora sei die Begünstigte von Connors Lebensversicherung, und ihr stünden 1,9 Mio. Dollar zu. Peanuts gegen das, was Nora bereits von Connors Schweizer Nummernkonto auf die Cayman-Inseln transferiert hat! Und unangenehm obendrein, denn Reynolds will auf Geheiß seines Bosses John O’Hara ein paar Nachforschungen anstellen.

Wir werden ziemlich stutzig, als dieser Reynolds von seinem Boss angerufen wird – und dieser Susan heißt. Auch mit dem Versicherungsbüro in der Stadt, wo Connor Brown lebte, stimmt etwas nicht, wie Nora ein wenig spät, fast zu spät herausfindet: Es gibt nur eine Mitarbeiterin, die keine Ahnung hat, und Reynolds ist nie anzutreffen. Dennoch läuft eine ordentliche Ermittlung, bei der Reynolds die angebliche Klientin beschattet und mit einer Digitalkamera fotografiert. Dabei lernt er auch die Schwester des Toten, Elizabeth Brown aus Kalifornien, kennen. Aber er muss stets an die weisen Worte seines seligen Vaters denken: Manchmal ist nichts so, wie es zu sein scheint.

Für Reynolds – und seine Susan – stellt sich die Frage, ob Nora Connor getötet hat (aber womit?) oder wirklich ein reines Gewissen hat. Um das herauszufinden, muss er der Lady auf den Zahn fühlen. Susan sieht es gar nicht gern, dass ihr Mitarbeiter der Klientin so auf die Pelle rückt. Sie würde jedoch komplett ausrasten, wenn sie erführe, dass Mr. Reynolds seine Hormone nicht im Zaum halten konnte und mit der schönen Nora in der Kiste gelandet ist – die ganze Nacht hindurch.

Am nächsten Tag kocht Nora wie allen ihren Männern auch Craig ein schönes Omelett – nach Art des Hauses. Als er einen Erstickungsanfall erleidet, kommen ihm ernste Zweifel an Noras Unschuld.

_Mein Eindruck_

Die ganze Handlung besteht aus einem ausgetüftelten Katz-und-Maus-Spiel, einem sehr amerikanischen Spiel. Doch wer ist die Katze und wer die Maus? Wenn Nora Sinclair alias Olivia Sinclair ihre Männer reihenweise abserviert, entsteht der Eindruck, sie wäre die Katze. Doch dann taucht dieser Craig Reynolds alias John O’Hara auf, der genauso viel auf dem Kasten hat wie Nora. Natürlich denkt er, er wäre die Katze und sie die Maus, die er mit Leichtigkeit zur Strecke bringt.

Typisch männliche Selbstüberschätzung! Susan (auch ihre Identität ist eine Überraschung) versetzt ihm sofort einen Dämpfer für sein aufgeblasenes Ego. Dennoch weiß er nicht, ob er Nora bewundern soll, weil sie ein mindestens ebenso guter Schauspieler ist wie er selbst. Er ist ein Undercover-Agent, okay, aber diesmal ist mit dem „cover“ auch das Betttuch gemeint. Und was Fahrkünste und Action-Initiative anbelangt, so zeigt ihm Nora, wo der Hammer hängt. So ein armer FBI-Agent, der hat’s schon schwer.

Man merkt dem Buch an, dass es nicht von James Patterson ist, sondern vom Meister lediglich gründlich überarbeitet wurde: Die Kapitel sind gewohnt kurz und stets auf den Punkt gebracht, an dem der Leser unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Auch ein ziemlich schräger Humor spielt durchweg eine amüsante Rolle.

|Sympathy for the devil|

Aber der Schwerpunkt der Handlung liegt – und das ist für Patterson untypisch – auf diesem Katz-und-Maus-Spiel, dem Krieg der Geschlechter, dem Wettstreit der Schauspieler. Wie so oft ist von Anfang an klar, wer der Täter, der Schurke im Stück ist. Das Perfide ist jedoch, dass der Leser allmählich dazu gebracht wird, Sympathie mit der Serienmörderin Nora zu empfinden. Ganz besonders dann, als sie erkennt, dass sie (wieder einmal) die Hintergangene und Gejagte ist. Sie ist diejenige, deren Herz (wieder einmal) gebrochen wurde. Als sie den Spieß umdreht, sind wir völlig auf ihrer Seite und wir blicken mit sehr gemischten Gefühlen auf das, was der Gesetzeshüter John O’Hara tut.

Die Story entfaltelt sich anfangs nur langsam und recht verzweigt. Dass dies planvoll und mit hinterlistiger Absicht so angelegt ist, erweist sich im letzten Viertel des Romans, als es eine Überraschung nach der anderen hagelt. Denn John O’Haras Ermittlung gegen Nora Sinclair hat einen viel weiter reichenden Hintergrund: O’Hara ist Anti-Terrorexperte …

|Kein typischer FBI-Thriller|

Zu Beginn machte ich den Fehler, eine Story zu erwarten, die ähnlich aufgebaut ist wie „Lifeguard“. „Honeymoon“ – wieder so ein super-ironischer Titel! – steigert sich ganz langsam zu einem packenden Finale hin. Und obwohl es sich im Grunde um einen FBI-Thriller handelt, hat die Story einen völlig anderen Schwerpunkt – siehe oben. Etwas Ähnliches hat der Leser vielleicht schon in „Body of Evidence“ gelesen, der mit Madonna (ziemlich schlecht) verfilmt wurde: ein erotischer Thriller, in dem der männliche Ermittler in die „tender trap“ fällt, die die weibliche Täterin für ihn aufgestellt hat.

Was ich immer wieder an Pattersons Kooperationsthrillern bewundere, ist die kenntnisreiche und (zu)treffende Beschreibung von Örtlichkeiten wie Ladengeschäften, Museen, Ortschaften und Verkehrswegen. Diese Realia verleihen der Handlung einen Anstrich von Glaubhaftigkeit und Authentizität, selbst wenn das Geschehen schon ans Unwahrscheinliche und Bizarre grenzt.

|Eins-a-Infos über Land und Leute|

Patterson selbst lebt in Südflorida und kann ausgezeichnet über diese Gegend schreiben, so etwa in „Lifeguard“. Sein Ko-Autor Andrew Gross lebt in New York City, aber nicht er schreibt über die Stadt in „Honeymoon“, sondern Hoaward Roughan, der in Connecticut lebt – quasi um die Ecke. Die Ko-Autorin Maxine Paetro wiederum schreibt über San Francisco, mit ebenso großer Kenntnis über Land und Leute. Wer also noch etwas Insiderwissen über diese Gegenden und Städte mitnehmen möchte, der kann sie in Pattersons Thrillern abholen.

|Offene Fragen|

Die Erzählweise bringt es mit sich, dass Spannung durch Rätsel erzeugt wird, und diese Rätsel wiederum auf einem Informationsdefizit beruhen: einem Mangel an Beweisen etc. In der Regel werden in Pattersons Romanen alle offenen Fragen beantwortet, wie sich das gehört, um den Leser zufrieden zu stellen. Doch nicht in „Honeymoon“. Ziemlich gegen Schluss führt O’Haras Weg ihn in die Klapsmühle. Dort lebt Nora Sinclairs Mutter seit mehreren Jahren. Nora besucht sie einmal im Monat und bringt ihr dabei Kriminalromane mit.

Nachdem Nora bei ihrem letzten Besuch fast einen Nervenzusammenbruch hatte, beschloss ihre Mutter, ihr das Geheimnis jener Mordnacht zu enthüllen, in der Nora ihrer Mutter beim Töten zusah. (Und wenn sie dies kann, dann kann sie ja wohl auch nicht verrückt sein, oder? Warum also versteckt sie sich in der Anstalt?) Der mütterliche Brief wird jedoch abgefangen – durch einen so unwahrscheinlichen Zufall, dass er unplausibel erscheint. Das ist aber unwichtig. Wichtig ist, dass wir das Geheimnis nie erfahren. Ist der Autor gemein zu seinen Lesern?

_Unterm Strich_

Nach einem langsamen, behutsam aufgebauten Anfang gewinnt die Handlung mit dem Auftritt von Ermittler Craig Reynolds recht schnell an Spannung. Sobald er sich mit der Serienmörderin eingelassen hat, geht es um Leben und Tod, für ihn wie auch für Nora. Wer wird gewinnen, wer lacht zuletzt? Diese Fragen werden erst ganz am Schluss beantwortet und erzeugen einen Spannungsbogen vom zweiten Drittel bis zum Ende.

„Honeymoon“ ist spannende, sinnliche und stellenweise sehr ironische Lektüre. Ich habe lediglich einen genauer gezeichneten biografischen Hintergrund der beiden Hauptfiguren vermisst. In dieser Hinsicht ist „Lifeguard“ („Die Palm-Beach-Verschwörung“, zusammen mit Andrew Gross) besser.

|Originaltitel: Honeymoon, 2005
Aus dem US-Englischen übersetzt von Andreas Jäger
350 Seiten|
http://www.goldmann-verlag.de

_James Patterson auf |Buchwurm.info|:_

[„Das Pandora-Projekt“ 3905 (Maximum Ride 1)
[„Der Zerberus-Faktor“ 4026 (Maximum Ride 2)
[„Das Ikarus-Gen“ 2389
[„Honeymoon“ 3919
[„Ave Maria“ 2398
[„Wer hat Angst vorm Schattenmann“ 1683
[„Mauer des Schweigens“ 1394
[„Stunde der Rache“ 1392
[„Wenn er fällt, dann stirbt er“ 1391
[„Wer sich umdreht oder lacht“ 1390
[„Die Rache des Kreuzfahrers“ 1149
[„Vor aller Augen“ 1087
[„Tagebuch für Nikolas“ 854
[„Sonne, Mord und Sterne“ 537
[„Rosenrot Mausetot“ 429
[„Die Wiege des Bösen“ 47
[„Der 1. Mord“ 1361
[„Die 2. Chance“ 1362
[„Der 3. Grad“ 1370
[„4th of July“ 1565
[„Die 5. Plage“ 3915

Audrey Blake – Die Chirurgin von London

Worum gehts?

Nachdem Nora Beady beide Elternteile verloren hat, wächst sie bei dem Chirurgen Horace Croft auf. Im Gegensatz zu anderen jungen Damen, die sich mit Handarbeiten und höflicher Konversation beschäftigen, assistiert Nora lieber bei Operationen und Sektionen. Die Medizin und deren Techniken sind ihre Leidenschaft. Doch als Dr. Croft den jungen Arzt Dr. Gibson einstellt, muss Nora ihr Wissen vor ihm verbergen. Jedoch findet sie sich mit der Rolle der anständigen Dame nicht so einfach ab und schließlich greift sie eines nachts selbst zum Skalpell. Prompt wird sie von Dr. Gibson erwischt. Dieser weiß nicht so recht, ob er entsetzt sein oder Noras Fähigkeiten bewundern soll.

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[NEWS] Madeleine Henry – Die physikalische Notwendigkeit der Liebe

Die Physikstudentin Sophie Jones, die bereits als der neue Einstein gefeiert wird, hat sich zum Ziel gesetzt, die Rätsel des Universums zu entschlüsseln. Doch dann lernt sie Jake Kristopher kennen und verbringt schon bald jede freie Minute mit ihm. Während Jake sein Studium mit großem Ehrgeiz weiterverfolgt, verliert Sophie mehr und mehr den Fokus. Statt sich auf das Universum zu konzentrieren, opfert sie sich für ihre Beziehung und Jakes Träume auf. Jake beobachtet diese Veränderung mit großer Sorge, bis er sich schließlich von Sophie trennt. Von da an hat sie nur noch ein Ziel: wissenschaftlich nachzuweisen, dass wahre Liebe ewig währt … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 304 Seiten
Goldmann

French, Nicci – In seiner Hand

_Horror der Gefangenschaft, Triumph des Überlebens_

Abigail Deveraux, eine junge Engländerin, wird eines Tages entführt und ohne ein erkennbares Motiv tagelang gefangen gehalten. Danach kann sie sich nicht mehr an ihr früheres Leben erinnern. Erst nach langen Wochen der Furcht und der Frustration gelingt es ihr, eine Spur zurück zum Ort ihres Martyriums zu entdecken.

Ein ziemlich spannender, gelungener Thriller von einer Autorin, die es durchaus mit Mo Hayder und Minette Walters aufnehmen kann.

_Die Autorin_

„Nicci French“ ist das Pseudonym einer Londoner Autorin mit weitreichenden psychologischen Kenntnissen und eines Journalisten. Die beiden haben mit „Höhenangst“ und vor allem mit dem genialen „Sommermörder“ viele Fans unter Thrillerfreunden gewonnen.

_Handlung_

Eines Morgens erwacht die 25-jährige Engländerin Abigail Devereaux in einem Albtraum. Sie weiß nicht, wo sie sich befindet, noch wie sie an diesen Ort kam. Gefesselt und geknebelt, mit einem Kapuze über dem Kopf und einem partiellen Gedächtnisverlust findet sie sich in der Gewalt eines Mannes wieder, dessen Gesicht sie niemals zu sehen bekommt. Nur sein keuchendes Lachen und Kichern jagt ihr Entsetzen ein.

Ihr Entführer gibt ihr zu Trinken, etwas zu Essen und hilft ihr, ihre Notdurft zu verrichten. Er sagt nie, was er von ihr will. Ohne dass er sie vergewaltigt, erniedrigt er sie, würdigt sie auf die Stufe eines gefangen gehaltenen Tieres herab. Er ezählt ihr von den Anderen: der ständig weinenden Kelly, der betenden Lauren, der feilschenden Fran und den zwei anderen. Abbie ist die Gefangene Nummer 6. Auch sie werde sterben, wie die anderen, nachdem sie einen Abschiedsbrief geschrieben habe.

Mit einem letzten Funken Überlebenswillen gelingt Abbie die Flucht zurück ins Leben, in die Freiheit. Doch der Albtraum hört damit keineswegs auf. Denn Polizei, Ärzte und Psychologen halten ihren Bericht für das Hirngespinst eines pathologischen Opfers. Verbittert erkennt Abbie, dass man ihr erst glauben wird, wenn der Mann, der sie entführte, sie getötet hat.

Als Kämpfernatur verspürt sie den Zwang, Gerechtigkeit zu erlangen. Und sei es um den Preis ihres eigenen Leben, das sie dem Entführer als Köder anbietet. Sie will sich aus befreien von der albtraumhaften Macht, die er in ihren Träumen über sie ausübt. Sie muss ihm in die Augen sehen, die sie nicht kennt. Allerdings muss sie zuerst herausfinden, warum auch sie von ihm als Opfer ausgewählt wurde. Wer ist Abigail Devereaux wirklich?

_Mein Eindruck_

Nach diesem beklemmenden Auftakt bemüht sich die Hauptfigur über den größten Teil der Handlung hinweg, ihr Leben zu rekonstruieren, an das sie sämtliche Erinnerungen verloren hat – entweder wegen der schlechten Behandlung oder wegen des posttraumatischen Schocks, den sie erlitten hat. Sie findet heraus, dass sie nicht mehr dieselbe ist wie vor ihrem Martyrium. Daraus ergeben sich neue Hoffnungen, aber auch neue Ängste: Da sie SEIN Gesicht nicht kennt, kann praktisch jeder Mann, mit dem sie |davor| zu tun gehabt hatte, der Täter sein. Die Welt ist ein Schattenreich geworden.

Was es für Abigail besonders schmerzhaft macht, das Martyrium zu verarbeiten, ist die Missachtung, die ihr die Behörden, die dafür zuständig wären, zuteil werden lassen. Insbesondere Inspektor Cross von der Polizei ist ein Mann, der nur nach Fakten handelt, weil er sich ständig für seine Aktionen verantworten muss. Wie aber kann er, so sein Argument, nur auf den Verdacht und die Befürchtungen einer traumatisierten Frau ohne Erinnerung hin einen Einsatz veranlassen? Wenn es nach ihm ginge, denkt Abbie, so müsste sie erst tot sein, bevor Cross etwas unternimmt.

Allerdings: Es gab doch bereits eine ganze Reihe vermisster Frauen. Leider reiche der Vorname nicht aus, um eine Verschwundene suchen, geschweige denn finden zu können, so Cross. Am Ende bleibt Abbie nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche zu begeben, ja: sich selbst als Köder anzubieten. Wenigstens führt dieser Akt der Verzweiflung zum gewünschten Erfolg. Doch über den Showdown soll hier nichts verraten werden.

|French-Style-Krimi|

Anders als bei Minette Walters oder Patricia Cornwell stehen nicht die Polizei- oder Forensikerarbeit, die Aktionen eines sozialen Umfelds im Vordergrund der Darstellung, sondern vor allem die rein private Ermittlung eines schutzlosen Opfers eines Verbrechens. Ähnlich wie bereits in „Der Sommermörder“ liegt über dem Mittelteil eine ungemütliche Vorahnung kommenden Unheils, denn jeden Moment könnte ja der Täter wieder zuschlagen. Als eine weitere Frau ermordet aufgefunden wird, der Abbie vor ihrer neuen Verkleidung ähnlich gesehen hatte, weiß Abbie, dass der Verfolger sie noch sucht. Alle ihre Ängste sind wieder da.

Diese Ängste, die sich gegen fast jeden in Frage kommenden Mann richten, stehen im Mittelpunkt der Schilderung, mit der sich die Autorin bemüht, ihr Anliegen zu vermitteln: Allzuoft sind die Opfer eines Verbrechens, bei dem der Täter nicht gefasst wurde, schutzlos weiteren Attacken preisgegeben. Einer Rechts- oder Selbstschutzorganisation solcher Opfer begegnen wir im Roman vergeblich. Ihr würde in Deutschland der Weiße Ring entsprechen. Auch psychologische Betreuung erhält Abbie nicht. Kein Wunder, dass sie unter Albträumen leidet. Dass Abbie so allein gelassen wird, verwundert durchaus.

Abbie ist eine ganz durchschnittliche junge Frau ohne intellektuellen Hintergrund. Ja, sie selbst schimpft sich des öfteren „du dumme, dumme Frau!“, wenn sie wieder etwas vergessen oder übersehen hat. Viele Frauen werden sich mit ihr identifizieren können. Denn Abbie verfügt über die Kraft des intuitiven Einfühlungsvermögens in eine menschliche Situation: Sie kann mit praktisch jedem Menschen schon nach wenigen Augenblicken zurechtkommen – außer wenn man sich ihr gegenüber unzugänglich zeigt. Dann tritt sie den Rückzug an. Ihre emotionale Stärke und Empathie machen sie sympathisch und bringen uns dazu, gespannt ihren zaghaften Ermittlungen zu folgen, selbst wenn sie noch so abwegig erscheinen: „Wo ist eigentlich die Katze?“ …

_Unterm Strich_

Nach dem hammerharten Auftakt und der darauf folgenden Ablehnung von Abbies Fall durch die Behörden erschien mir der Mittelteil zunächst wie ein spannungsloses Zwischenspiel. Aber hier sind wir bereits richtig: Abbie muss erst herausfinden, wer sie war, dann aber auch, wer sie jetzt ist. Nachdem sie ein erstes Koordinatensystem gefunden hat, kann sie schließlich unter dem Eindruck mehrerer schockartiger Entdeckungen in ihrer nächsten Umgebung daran gehen, den Täter aktiv zu suchen. Und von da an bricht die Spannung nicht mehr ab.

French hat einen sauber konstruierten Psychothriller abgeliefert, in dem sie mehr Wert darauf legt, mit Hilfe der Psychologie, des „inner space“, den Thrill zu erzeugen, als auf irgendwelche spaktakulären Aktionen. Im Grunde ist es ein Buch, das Hoffnung macht: Ein Opfer, das sich nicht aufgibt, hat die Chance, sich zu retten und obendrein auch noch Gerechtigkeit zu erlangen. Traurig ist jedoch, dass die moderne Gesellschaft diesem Opfer keinen Beistand leistet. Vielleicht hilft die Empörung über diesen Skandal, etwas zu verändern.

|Originaltitel: Land of the living, 2002
Aus dem Englischen übersetzt von Birgit Moosmüller|

Sheckley, Robert – Aliens – Blutige Ernte

_Mit Aliens ist nicht gut Kirschen essen _

Die ALIENS-Reihe – erfunden nach dem gleichnamigen James-Cameron-Film – bietet literarische Massenware, die ohne viele Schnörkel das Bedürfnis nach gruselig-spannender Unterhaltung befriedigt. Robert Sheckley hingegen, der Autor dieses Bandes, ist als Klassiker der satirischen SF in die Annalen eingegangen – da darf man schon etwas mehr Stil erwarten.

_Handlung_

Stan Myakovsky war einst ein berühmter Kybernetiker, der Roboter baute und Patente erwarb, doch die Zeiten des Ruhms sind vorbei. Die Behörden konfiszieren sein Raumschiff, die |Dolomite|, und der Arzt sagt ihm, er habe Krebs und nur noch wenige Monate zu leben.

Da taucht Julie Lish auf. Sie ist nicht nur schön und geheimnisvoll, sondern auch eine ausgezeichnete Diebin. Sie hat einen unglaublichen Plan: Mit Stans Hilfe will sie an Gelee Royal von den Aliens herankommen. Gelee Royal verfüttern diese Insekten an ihre junge Brut. Gleichzeitig lindert es die Schmerzen, die man zum Beispiel im Endstadium von Krebs erleidet. Kein Wunder, dass Stan nicht lange braucht, bis er mitmacht – auch wenn die Chancen minimal sind.

Mit Dreistigkeit kommt man weit – Stan kapert die Dolomite, besetzt sie mit einer Mannschaft aus Verbrechern auf Bewährung, und ab geht die Post zum gottverlassenen Planeten AR-32. Zusammen mit seinen Begleitern und seinem treuen Roboter Norbert, der genau wie ein Alien-Krieger aussieht (und nach dem Begründer der Kybernetik, Norbert Wiener, benannt ist), dringen sie in das ausgedehnte Nest der Aliens ein. Leider läuft alles schief, was nur schief gehen kann …

_Mein Eindruck_

Der Könner Sheckley zeichnet die beiden Gestalten von Stan und Julia mit geübten, aber für die ALIENS-Buchreihe ungewohnt detailreichen, fast liebevollen Strichen. Der Leser kann zu weiten Teilen der inneren Entwicklung im Liebesverhältnis der beiden folgen, auch wenn gegen Ende die Psychologie unter der Action leidet. Es stehen gegen Schluss – also auf den letzten 100 Seiten – die spannenden Handlungselemente im Vordergrund. Dennoch ist der Tod von Stan und Norbert von geradezu tragischer Größe – keine geringe Leistung des Autors. (_SPOILER_ Nur Julie und der Kapitän der Dolomite überleben das Massaker – Frauen und Selbstmordgefährdete dürfen das, quasi zum Trost. _SPOILER ENDE_)

|Originaltitel: ALIENS – Alien harvest, 1995
288 Seiten
Aus dem US-Englischen übertragen von Michael Nagula|

[NEWS] LalalaLetMeExplain – No More Tears. Dein Anti-Fuckboy-Guide

Gibt es überhaupt anständige Männer?
Wo kann man sie finden?
Und ist es die Mühe wirklich wert?
Die Antwort ist klar: In den meisten Fällen ist Frau mit einem Hund oder einer Katze besser beraten als mit einem Partner – leider. Fakt ist, dass Frauen nicht nur lustig-peinliche, sondern auch unangenehme, übergriffige und beängstigende Situationen beim Dating und beim Sex erleben müssen. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
Goldmann

Davernos – Julie. Eine Meisterin der Liebe

Früh übt sich, was ein Meister, pardon: eine Meisterin werden will: Julie. Schon als Heranwachsende verspürt die hübsche Julie heftiges Liebesverlangen. Zunächst sind es noch recht harmlose Spiele, die sie mit anderen Mädchen erprobt. Bald aber geht sie zu den viel interessanteren der Erwachsenen über und sammelt bei ihnen, unermüdlich aktiv, die reizvollsten Erfahrungen.

Bisexuell veranlagt, verführt Julie in der Folge Jungen und Mädchen auf jede nur denkbare Weise: die unschuldige Judith, John, den Bruder ihrer „Spielgefährtin“ Maud, und seine Kameraden. Sie treibt es mit der Erzieherin Germaine und dem Gärtner Bacchio und schließlich, nach dem Spiel zu zweit, zu dritt, zu viert, in schrankenloser Ausgelassenheit mit einem halben Dutzend junger Burschen… (Verlagsinfo Goldmann)

Die Autorin
Davernos – Julie. Eine Meisterin der Liebe weiterlesen