Schlagwort-Archiv: Heyne

Hale, Georgie – Gift der Rose, Das

_Weibliche Opfer: jung, rot, tot_

Blackport ist eine englische Kleinstadt mit einer Universität, wo sich zum Wintersemester auch Flora Flora Castledine, Tochter eines bekannten Schriftstellers, einschreibt. Sie freundet sich mit dem undurchsichtigen Kieran Willeran an, der den Romeo zu ihrer Julia im bekannten Shakespeare-Stück spielen soll. Doch aufgrund einer Mordserie ergibt sich, dass ein Dozent Kieran beschuldigt, der Urheber all der Morde an jungen Frauen zu seien, die Blackport seit Wochen erschüttern. Die Opfer hatten alle ein gemeinsames Merkmal: leuchtend rote Haare, genau wie Flora …

_Die Autorin_

Georgie Hale studierte an der Universität von Liverpool. Sie lebte lange Zeit in Coventry und unterrichtete dann an der Universität von Warwick. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Das vorliegende Buch ist ihr erster Roman.

_Handlung_

Flora Castledine ist in einer behüteten Umgebung in Cornwall aufgewachsen: bei ihrem Vater, einem Witwer, und in der Klosterschule. Nun kommt sie erstmals in Kontakt mit der freien Welt: Blackport, eine westenglische Universitäts- und Hafenstadt. Sie ist naiv, Jungfrau und voller Entdeckerlust. Die Uni weist ihr eine kleine Wohnung über einem indischen Restaurant zu, die sie mit der quirligen, aber schon erfahreneren Meg teilen muss. Beide haben leuchtend rote Haare. Der stotternde, schüchterne Hausverwalter Norman verliebt sich auf der Stelle in Flora und verspricht, auf sie aufzupassen. Niemand hätte gedacht, dass er seine Aufgabe derartig ernst nimmt, aber schließlich hat es erst kürzlich zwei Morde an jungen rothaarigen Frauen in Blackport gegeben.

Chief Inspector Shenfield, ein vor der Pensionierung stehender Bulle alter Schule, hat sich auf einen gewissen O’Driscoll als Urheber der Mordserie eingeschossen. Er hatte ihn schon, vernahm ihn brutal, wurde deshalb geschasst und musste ihn aus Mangel an Beweisen laufen lassen. Seitdem trägt er einen Groll mit sich herum, und als die Mordserie erneut losgeht, schläft er kaum noch. Sein Freund und Kollege Whitelaw ist besorgt.

Diesmal werden sie zu einem weiteren Tatort gerufen. Tanya Stewart hieß das Mädchen, doch der Fundort ist etwas Besonderes. Es ist die Wohnung von Shenfields Sohn Christopher Heatherington, einem Englisch-Dozenten an der Uni, den Shenfields ablehnt und sogar hasst. Wie auch immer: Sollte die Presse Wind davon kriegen, dass Vater und Sohn in den gleichen Fall verwickelt sind, wird Shenfield dieser Fall garantiert wegen Befangenheit weggenommen. Und da sie einen neuen Mitarbeiter direkt von der Polizeiakademie zugewiesen bekommen haben, wird das wohl nicht mehr lange dauern, setzt Medlock doch mehr auf neue Methoden als auf alte Seilschaften …

Flora ist bis über beide Ohren verliebt. Kieran Willeran ist der Romeo zu ihrer Julia in Shakespeares romantischem Stück, das beide in der Theater-AG der Uni üben. Doch Kieran tut sehr geheimnisvoll, erzählt praktisch nichts von sich und seiner Familie und deshalb fühlt sich Flora zurückgewiesen. Obwohl sie miteinander schlafen, scheint sich Kieran kein gemeinsames Leben mit Flora vorstellen zu können. Doch dann wagt Flora einen kühnen Schritt: Sie lädt Kieran zu ihrem Vater ein, der auf den abgelegenen Scilly-Inseln vor der Küste Cornwalls lebt.

Christopher Heatherington ist ein ehemaliger Schüler ihres Vaters. Er wurde von diesem gebeten, in loco parentis, also an Elternstelle über Floras Wohlergehen zu wachen. Klar, dass er Kierans Eindringen in Floras Privatleben misstrauisch beäugt, doch da ist er nicht der Einzige. Norman tut das Gleiche.

Als eines Morgens eine rothaarige junge Frau im Garten vor Floras Haus tot aufgefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse, denn jeder der Beteiligten zieht die falschen Schlüsse. Und von Kieran Willeran findet sich keine Spur. Eine Tragödie nimmt ihren unausweichlichen Lauf.

_Mein Eindruck_

Ich habe diesen fein gestrickten Psychothriller in kurzer Zeit gelesen. Nicht bloß, weil die Schrift so groß gedruckt ist, dass die Seiten nur so vorüberrauschen, sondern auch weil die Spannung kaum jemals nachlässt. Denn die Autorin hat einen Thriller mit doppeltem Boden geschrieben. Aus der vordergründigen Kriminalerzählung über die Aktivitäten von Inspektor Shenfield und seinen Mannen entwickelt sich unversehens ein menschliches Drama, und aus der Liebesromanze Flora wird ein Spiel auf Leben und Tod.

|Infomangel|

Der Trick, mit dem der Autorin dies gelingt, besteht vor allem an einem ganz normalen Mangel an Informationen, die die Beteiligten wie auch der Leser erhalten. „Normal“ deshalb, weil die Informationen nicht das Maß übersteigen, über das ein realistisch geschilderter Polizist oder Bürger verfügt. Der alternde Shenfield ist kein Supermann mehr, und Medlock, obwohl Computercrack, ist ein Charakterschwein. Die Figuren, die Flora umgeben, werden unzureichend geschildert, wozu Kieran mit seiner Geheimniskrämerei nicht wenig beiträgt.

|Drei Kandidaten|

Ständig fragt sich der Leser, wer wohl der Schreiber jener eingestreuten poetischen Zeilen ist, der Flora seine Verehrung erklärt – solange sie sich nicht zur Metze ihres Lovers machen lässt. Dann nämlich beginnen die „Stimmen“ in seinem Kopf sich zu beklagen und ihn aufzufordern, etwas gegen diese Schande zu unternehmen. Doch wer kann solche Zeilen verfassen? Ist es der Englischdozent Christopher Heatherington, der schon von Berufs wegen Yeats & Co. auswendig kennt und selbst Gedichte veröffentlicht hat? Ist es Kieran, sein bester Schüler, der Flora mit Yeats‘ Poesie beglückt? (Der Originaltitel ist ein Yeats-Zitat.) Oder ist es der literaturbeflissene Wachmann und Verwalter Norman, der über Flora in ihrer nächsten Nähe wacht? Das Rätselraten hält bis fast zu Schluss an.

|Falsche Fährten|

Als Kieran untertaucht, setzt sich natürlich jeder Cop auf seine Fersen. Doch der Leser ahnt, dass diese Lösung viel zu leicht wäre. Und romantische Genmüter werden sich wünschen, dass Flora / Julia schließlich doch noch ihren Kieran / Romeo bekommt. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wenn es aber nicht Kieran war, wer dann? Der mitdenkende Leser wird schon in jener komplexen Szene auf den richtigen Täter kommen, in der die rothaarige Frau vor Floras Haus gefunden wird. Ist die Tote Flora oder ihre ähnlich gekleidete Mitbewohnerin Megan? Die Autorin hat – nicht gerade geschickt – dafür gesorgt, dass sich Meg Klamotten gekauft hat, die sie wie Flora aussehen lassen. Zusammen mit dem gleichen roten Haar sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich. Doch welche von beiden wollte der Mörder töten? Oder hat er sich geirrt?

|Showdown|

Auf den stürmischen Scilly-Inseln finden alle Rätsel ihre Antwort. Dass die Autorin diese schöne, vom warmen Golfstrom verwöhnte Meereslandschaft wie ihre Westentasche kennt, ist offensichtlich, denn jede Zeile darüber verrät ihre Liebe zu diesem rauen Land und seinen knorrigen, kantigen Bewohnern. Der Computerfreak Medlock ist hier so fehl am Platz wie ein Fisch auf dem Trockenen, und so ist er es, der zu den falschen Maßnahmen greift. Whitelaw fällt ihm gegen alle Dienstvorschrift in den Arm, denn nun müssen Dinge getan werden, die man nicht an der Polizeiakademie lernt.

|Familiengeschichten|

Der Vergleich mit den Thrillern von Nicci French liegt nahe, aber das Autorengespann French verlässt sich doch mehr auf den Kontakt mit der harten, widerwärtigen Realität. Georgie Hale hat in ihren Thriller eine Romanze hineingewoben und sie der gesellschaftlichen Realität ausgesetzt. Ihr Romeo ist ein gebrochenes Kind, das, wie er zögernd erzählt, schon früh von seinem Stiefvater missbraucht wurde und in der Folge zu einem Kleinkriminellen wurde. Das Kieran überhaupt an die Uni gelassen wurde, verdankt er nur Heatheringtons Fürsprache. Als Flora in Gefahr gerät und Kieran unter Verdacht, findet sich Heatherington unversehens mitten in der Schusslinie. Kann er dem Druck von allen Seiten standhalten?

_Unterm Strich_

„Das Gift der Rose“ ist beste Krimiunterhaltung. Einigermaßen raffiniert erzählt, wird der Leser aber doch nicht so hart gefordert wie von Minette Walters oder Val McDermid. Die romantischen Elemente spielen eine tragende Rolle, und alles endet in einer Tragödie. Aber werden sich die Liebenden finden? Was in jedem Schnulzenrtoman die Kardinalfrage ist, wird auch hier nicht vernachlässigt. Für Leserinnen mit einer romantischen Ader, die sich spannend unterhalten lassen wollen, ist der Krimi optimal geeignet. Sie können das melodramatische Ende wohl auch besser goutieren als männliche Leser. Die dürften sich mehr Action wünschen, denn davon gibt es fast überhaupt nichts.

|Originaltitel: Tread softly, 2000
Aus dem US-Englischen von Ruth Keen|
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Herbert, Brian / Anderson, Kevin J. – Das Haus Corrino (Der Wüstenplanet: Die frühen Chroniken 3)

„Haus Corrino“ bildet quasi den krönenden Abschluss der Trilogie der „frühen Chroniken“ um den Wüstenplaneten DUNE. Das Finale ist spannend und fesselnd, geformt aus einem halben Dutzend parallel verlaufender Handlungsstränge, die zu mehreren dramatischen Höhepunkten führen. Schließlich steht die Existenz des Imperiums und des Wüstenplaneten selbst auf Messers Schneide.

So muss unterhaltsame Science-Fiction sein, finde ich. (Ich sage nicht, dass dies auch gute Science-Fiction ist. Was „gute SF“ ist, darüber streiten sich die Leser – und die Gelehrten sowieso.)

Ich konnte den dritten Band kaum aus der Hand legen und habe ihn binnen drei Tagen verschlungen. Vielleicht ist das eine Empfehlung. Ansonsten gelten die Empfehlungen, die ich am Beginn meiner „Harkonnen“-Rezension gebe.
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Robert Harris – Vaterland. Thriller

Alternativwelt-Thriller mit großer Wucht

Hitler hat den Krieg gewonnen – Nazideutschland beherrscht ganz Europa. Daher kommt der plötzliche Tod eines hohen NS-Parteibonzen der ersten Stunde höchst ungelegen und muss sofort aufgeklärt werden. Das ist das Horrorszenario in Robert Harris‘ frivolem Politthriller. >>Harris versteht, gut und spannend zu schreiben. Es kommt alles vor: Verbrechen, Verschwörungen, Vertuschung, Irreführung, Gewalt und Liebe. Harris kann den Historiker nicht verleugnen – so würzt er seine Geschichte mit historischen Dokumenten.<< DIE ZEIT

Der Autor
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Isaac Asimov – Foundation (Foundation-Zyklus 4; Neuübersetzung)


Classic SF: Der Tausendjahreplan der Psychohistoriker

Der Psychohistoriker Hari Seldon hat auf der galaktischen Hauptwelt das Ende des Imperiums vorhergesagt – in etwa 500 Jahren. Gaal Dornick stammt von einer Provinzwelt, aber Hari Seldon hat den Mathematiker eingeladen, an einem Symposium teilzunehmen, das an der Imperialen Universität stattfinden soll. Schon am ersten Tag auf der wundervollen Stadtwelt Trantor wird Gaal von der Kommission für Öffentliche Sicherheit festgenommen, verhört und vor Gericht gestellt… (Verlagsinfo)

Diese Fassung in der Heyne SF Bibliothek wurde neu übersetzt, ist also erstmals vollständig. Im Komplett-Zyklus „Foundation & Robots“ kamen dann noch Illustrationen hinzu: die absolute Deluxe-Ausgabe, komplett in einem Schuber.

Der Autor
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[NEWS] Dr. med. Ulrich Strunz – 77 Tipps für mehr Kraft und Ausdauer

Beweglich, kraftvoll und fit zu sein ist elementar, um gesund zu sein und zu bleiben: Denn viele Erkrankungen – von Gelenk- und Haltungsproblemen über Darmerkrankungen bis hin zu Entzündungen im Körper – resultieren aus mangelnder Bewegung. Bestsellerautor und Fitnesspapst Dr. med. Ulrich Strunz belegt anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie starke Muskeln und Ausdauer den Weg in ein gesundes und langes Leben ebnen: Mit der richtigen Bewegung und Ernährung, gezielter Entspannung und ausreichend Schlaf steigern wir nicht nur unsere Fitness, sondern aktivieren auch die Selbstheilungskräfte, beugen Krankheiten vor und bleiben jung. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 224 Seiten
Heyne

Caroline Corcoran – Die Vermisste

Inhalt

Romilly ist verschwunden. Nur wenige Stunden nach der Geburt ihrer Tochter. Ihre Familie kümmert sich um den Säugling und versucht herauszufinden, was mit Romilly geschehen ist. Ihr Mann Marc hat eine Erklärung. Aber ist die einfachste Erklärung immer die richtige? Wissen ihre Freunde und ihre Schwester mehr, als sie zugeben? Während ihre Geheimnisse nach und nach ans Licht kommen, wird klar: Die Wahrheit ist düsterer, als sie alle dachten. Und nicht alle werden am Ende noch leben, um sie zu erfahren … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Die Vermisste” hat mich schon nach wenigen Kapiteln gepackt und dann nicht mehr losgelassen! Wieso hat Romilly ihr Neugeborenes kurz nach der Entbindung zurückzulassen und ist abgetaucht? Die Handlung rund um diese Frage wird abwechselnd aus der Perspektive der Mutter, des Vaters sowie Romillys bester Freundin Steffie erzählt. Caroline Corcoran – Die Vermisste weiterlesen

[NEWS] H. P. Lovecraft – Das Grauen von Dunwich

Das Meisterwerk von H. P. Lovecraft, kongenial illustriert von François Baranger

In den abgelegenen Wäldern von Massachusetts liegt das Dorf Dunwich, wo die alten Geschichten von Hexerei noch lebendig sind und wo zuweilen seltsame Geräusche von den unheimlichen Hügeln herabhallen. Hier wird eines Tages im Jahre 1913 der kleine Wilbur Whateley geboren. Aufgrund seines ungewöhnlichen Wachstums und Aussehens wird das Kind schon bald von allen gemieden, zumal keiner weiß, wer der Vater ist. Der alte Whateley, Wilburs Großvater, war in seiner Jugend wegen Zauberei verschrien. Als er stirbt, beschließt der junge Wilbur schließlich, den Gerüchten nachzugehen und mehr über seine Herkunft zu erfahren. Doch damit setzt er eine Kette tragischer Ereignisse in Gang, die schließlich das namenlose Grauen zum Leben erwecken, das unter Dunwich geschlummert hat …
Mit »Das Grauen von Dunwich«, 1928 erschienen, führte H. P. Lovecraft den lose zusammenhängenden Kreis von Erzählungen fort, die später als der Cthulhu-Mythos seinen literarischen Weltruhm begründeten. Nach »Cthulhus Ruf« und »Berge des Wahnsinns« ist es das dritte Werk Lovecrafts, das François Baranger mit seinen meisterhaften Illustrationen in Szene gesetzt hat. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 64 Seiten
Heyne

[NEWS] Kate Rose – Die drei Lieben deines Lebens

In der Liebe offenbart sich wie nirgendwo sonst, wer wir wirklich sind, was wir uns im Grunde unseres Herzens wünschen und was uns wahrhaft glücklich macht. Denn jede Liebesbeziehung ist auch eine Reise der Selbstfindung – und jeder Mensch, mit dem wir zusammen sind, lehrt uns etwas über uns selbst: Sei es der »Seelenpartner«, der uns in den romantischen Traum der Liebe einführt, die »karmische Liebe«, die sich am Anfang so richtig anfühlt und am Ende meist ein gebrochenes Herz zurücklässt, oder unsere »Zwillingsflamme«, die uns bedingungslos liebt und so akzeptiert, wie wir sind – alle diese drei Arten der Liebe werden uns irgendwann begegnen. Egal welche Beziehung wir gerade leben: Erfüllende, wahre Liebe gibt es wirklich – und mit dem Wissen über die verborgenen spirituellen Seelenverbindungen können wir sie finden! (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 256 Seiten
Heyne

Robert Harris – Imperium (Cicero-Trilogie 1)

Marcus Tullius Cicero ist ein gerissener, mit allen Wassern gewaschener Anwalt und geborener Machtpolitiker. Er wittert seine Chance für eine rasante Karriere – und ahnt noch nicht, dass er damit über Aufstieg und Fall Roms entscheiden soll … (Verlagsinfo)

Der Autor

Robert Harris wurde 1957 im britischen Nottingham geboren. Nach seinem Geschichtsstudium in Cambridge war er als BBC-Reporter und politischer Redakteur des „Observer“ tätig. Die historischen Hintergründe seiner Romane recherchiert Harris als Historiker exakt. Trotzdem schreibt er keine Sachbücher: Er will die Leser gleichzeitig unterhalten und informieren, schreibt der Verlag.

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Bob Shaw – Die Heißluft-Astronauten (Die Zwillingswelten 1)

Weltenwanderung per Ballon

In einer der Zwillingswelten wird das Land knapp, deshalb beschließt der König die Eroberung der Nachbarwelt. Die Auswanderer können leicht per Heißluft-Ballon die Kluft zwischen den nahe beieinander liegenden Welten überwinden, doch die Expedition steht unter einem Unstern und wird von etlichen Überraschungen begleitet…

Für diesen Roman wurde der Autor 1986 mit dem BSFA Award ausgezeichnet.

Der Autor
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Patrick McCormack – Die Hüter des Grals

Der letzte Schatz von König Artus

Nach dem Untergang des arthurischen Reiches von Britannien fallen irische Piraten und sächsische Eroberer über die Überreste her. Doch einer von Artus‘ Gefährten hat überlebt, und er hütet ein kostbares Kleinod. Um die Vorherrschaft in Britannien zu erlangen, ist der Pirat Eremon hinter diesem Schatz her, und er hat einen Zauberer mitgebracht. An der Küste Cornwalls kommt es zum Showdown.
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[NEWS] Caroline Corcoran – Die Vermisste

Romilly ist verschwunden. Nur wenige Stunden nach der Geburt ihrer Tochter. Ihre Familie kümmert sich um den Säugling und versucht herauszufinden, was mit Romilly geschehen ist. Ihr Mann Marc hat eine Erklärung. Aber ist die einfachste Erklärung immer die richtige? Wissen ihre Freunde und ihre Schwester mehr, als sie zugeben? Während ihre Geheimnisse nach und nach ans Licht kommen, wird klar: Die Wahrheit ist düsterer, als sie alle dachten. Und nicht alle werden am Ende noch leben, um sie zu erfahren … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 480 Seiten
Heyne

Patrick Robinson – In tödlicher Mission – H.M.S. Unseen. Seekriegthriller

Unsichtbare Bedrohung

Ein geprellter irakischer Spion startet einen Rachefeldzug gegen sein Land. Mithilfe eines «unsichtbaren» U-Boots greift er westliche Ziele an. Der Verdacht fällt auf den Irak. Wie reagiert der Westen? Kann er den Amokläufer stoppen? (Verlagsinfo)

Dies ist der zweite U-Boot-Thriller, der von dem britischen Journalisten Patrick Robinson in deutscher Sprache erscheint. Mit „Nimitz Class“ machte er schwer Eindruck: Die Detailkenntnis, die Routine im Aufbau der Handlung, der furiose Schluss brachten ihm Pluspunkte ein. Daher wagte Heyne es, den Roman „HMS Unseen“ anno 2000 bereits im Hardcover zu veröffentlichen.

Der Autor

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David & Stella Gemmell – Königssturz (Troja 3)


Weibliche & andere Helden: das Ende eines Zeitalters, lebendig erzählt

Der Trojanische Krieg geht in die letzte Runde. König Priamos, dem trojanischen König, geht langsam das Gold aus, um neue Waffen produzieren oder Söldner kaufen zu können. Doch genau nach diesem Schatz gieren die 8000 Mykener unter König Agamemnon.

Unterdessen gerät Andromache, die Gattin Hektors, in einen seelischen Zwiespalt, weil sie sich zunehmend zu Helikaon (Aeneas) hingezogen fühlt, der ihr das Leben rettete – ihr Kind Astyanax ist nicht von Hektor, und dieser weiß es.

Im dritten Band nun treffen endlich die Mykener unter Agamemnon ein, doch sie wollen nicht die schöne Helena, sondern Gold – und Blut. Kassandra orakelt etwas von einem hölzernen Pferd, doch wie üblich hört mal wieder keiner auf die kleine Irre…
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Wolfgang Jeschke / Ben Bova (Hrsgg.) – Titan-9. SF-Erzählungen

Classic SF: Zauber der X-Logik

Die Großen der Science-Fiction werden mit ihren Meisterwerken bereits in der so genannten „Science Fiction Hall of Fame“ verewigt, welche natürlich in Buchform veröffentlicht wurde (statt sie in Granit zu meißeln). Daher können Freunde dieses Genres noch heute die ersten und wichtigsten Errungenschaften in der Entwicklung eines Genres nachlesen und begutachten, das inzwischen die ganze Welt erobert und zahlreiche Medien durchdrungen hat.

In der vorliegenden Ausgabe des Auswahlbandes Nr. 9 von „Titan“, der deutschen Ausgabe der „SF Hall of Fame“, sind Storys von Henry Kuttner alias Lewis Padgett, Fredric Brown, Clifford Simak und Murray Leinster gesammelt.
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[NEWS] Nora Roberts – Spur der Finsternis

Morgan arbeitet hart, um sich den Traum vom eigenen Haus und einer eigenen Bar zu erfüllen. Doch ihr bescheidenes Leben wird jäh aus den Angeln gehoben, als ihre beste Freundin Nina ermordet wird. Zeit zum Trauern bleibt ihr nicht, denn das FBI eröffnet Morgan, dass sie es mit einem Serienmörder und Identitätsräuber zu tun hat. Nina war für den kaltblütigen Killer nur ein Hindernis, das er aus dem Weg geräumt, um an diejenige zukommen, auf die er es wirklich abgesehen hat: Morgan. Schritt für Schritt nimmt der perfide Hacker ihr alles: ihr Erspartes, ihr Haus, ihre Identität. Verzweifelt flüchtet Morgan zurück zu ihrer Familie nach Vermont und setzt Stück für Stück die Scherben ihres zerstörten Lebens wieder zusammen. Doch Morgans Verfolger ist ihr stets auf den Fersen – ihr und den Menschen, die sie liebt. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 528 Seiten
Heyne

Iain M. Banks – Exzession. Ein Roman aus dem KULTUR-Universum

Der Autor erhielt für diesen Roman 1998 den British Science Fiction Award. Banks ist inzwischen der erfolgreichste SF-Autor von den Britischen Inseln.

Exzession (englischer Originaltitel Excession) ist ein 1996 erschienener Science-Fiction-Roman von Iain M. Banks. Auf Deutsch erschien der Roman zuerst 1997 als Hardcover unter dem Titel „Die Spur der toten Sonne“, erst die Taschenbuchausgabe von 2002 hieß „Exzession“. „Exzession“ ist der vierte Roman, den Banks innerhalb seines Kultur-Zyklus veröffentlichte.

Dieses Buch erschien anno 1997 als Hardcover-Ausgabe in der normalen |Heyne|-Kategorie – natürlich wurde es dort ein ziemlicher Flop. Bei diesem Roman handelt es sich um pure Science-Fiction – dementsprechend erschien es nun bei Heyne in der richtigen Reihe. Außerdem wurde dem Titel eine schöne neue Illustration spendiert, die durchaus zum Lesen animiert. Sie erinnert im Stil an die Planetenromane Ben Bovas – keine schlechte Empfehlung.

Der Autor

Iain Banks ist der wahrscheinlich bedeutendste schottische Schriftsteller der Gegenwart. Seine Mainstream- und Science-Fiction-Romane befassen sich mit aktuellen Themen, sein SF-Zyklus über das Culture-Universum gehört zu den wichtigsten Werken des Genres. Er starb 2013.

Folgende Bücher gehören zum Kultur-Zyklus (deutsch alle im Heyne Verlag erschienen) (Quelle: Wikipedia.de):

Consider Phlebas (1987)
Deutsch: Bedenke Phlebas. Übersetzt von Rosemarie Hundertmarck. Heyne SF&F #4609, 1989, ISBN 3-453-03479-1.
The Player of Games (1988)
Deutsch: Das Spiel Azad. Übersetzt von Rosemarie Hundertmarck. Heyne SF&F #4693, 1990, ISBN 3-453-04275-1.
Use of Weapons (1990)
Deutsch: Einsatz der Waffen. Heyne SF&F #4903, 1992, ISBN 3-453-05826-7.
The State of the Art (Erzählungen, 1991)
Deutsch: Ein Geschenk der Kultur. Übersetzt von Irene Bonhorst. Heyne SF&F #4904, 1992, ISBN 3-453-05827-5.
Excession (1996)
Deutsch: Die Spur der toten Sonne. Übersetzt von Irene Bonhorst. Heyne, 1997, ISBN 3-453-12909-1. Auch als: Exzession. Heyne SF&F #6392, 2002, ISBN 3-453-19679-1.
Inversions (1998)
Deutsch: Inversionen. Übersetzt von Irene Bonhorst. Heyne SF&F #6346, 2000, ISBN 3-453-16198-X.
Look to Windward (2000)
Deutsch: Blicke windwärts. Übersetzt von Irene Bonhorst. Heyne SF&F #6443, 2003, ISBN 3-453-87066-2.
Matter (2008)
Deutsch: Sphären. Übersetzt von Andreas Brandhorst. Heyne SF & F #52500, 2008, ISBN 978-3-453-52500-9.
Surface Detail (2010)
Deutsch: Krieg der Seelen. Übersetzt von Andreas Brandhorst. Heyne, 2012, ISBN 978-3-453-52871-0.
The Hydrogen Sonata (2012)
Deutsch: Die Wasserstoffsonate. Heyne, 2014, ISBN 978-3-453-31546-4.

Handlung

Das Buch hat eine Haupt- und eine Nebenhandlung. Im Universum der „Kultur“ leben biologische und elektronische Intelligenzen einträchtig/utopisch zusammen, meistens. Die KIs werden als „Minds“ bezeichnet und kommt vor allem in Form von Raumschiffen vor, die es natürlich in verschiedenen Funktionsklassen gibt. Wie jede Regierung hat die Kultur auch eine Art Geheimdienst, die Abteilung für Besondere Gegebenheiten, kurz BG. Der sogenannte Diplomat Byr Gen-Hofoen – zur Zeit der Handlung gerade ein Mann – wird auf eine Mission geschickt, um einerseits ein Alien-Objekt – die Exzession – zu untersuchen und andererseits an Bord des Raumschiffes „Sleeper Service“ (Schlafwagen/Schläfer-Service) eine alte Freundin zu besuchen: Dajeil Gelian. Sie ist seit 40 Jahren von ihm schwanger. An Bord soll er außerdem die eingelagerte Seele einer Kapitänin wiedererwecken, die vor über 2000 Jahren schon einmal auf das Alien-Objekt gestoßen war, um ihm Infos zu liefern. Alles ganz einfach. Leider wird Byr von einer BG-Aspirantin bei der Arbeit erheblich behindert, ist also nicht sonderlich produktiv.

Allerdings belässt es Banks nicht dabei. Schließlich betrifft die Exzession, die fünfzigmal älter als das bekannte Universum ist, die ganze Kultur. Die Fraktionen der Minds verdächtigen sich gegenseitig, Vorteil aus dem Exzessionskontakt schlagen zu wollen, und behindern sich. Hinzu kommt, dass die abstoßende Zivilisation der Affronter einen Krieg gegen die Rest-Kultur vom Zaun bricht, um sich gleichzeitig die Exzession anzueignen. Es stellt sich heraus, dass sie dazu verleitet wurden, um ihre Flotte zu vernichten und sie so zur Räson zu bringen.

Zahlreiche fein gesponnene Handlungsfäden laufen am Ende zusammen. Finale: Die „Sleeper Service“ hatte sich ihrer Fracht entledigt, nun setzt sie auch noch Dajeil und Byr aus und konstruiert in Nullkommanichts 80.000 Mini-Kriegsschiffe, um damit mit Karacho die Exzession anzugreifen!

+++ SPOILER-ALARM! +++
Obwohl der Leser um die vernichtende Kraft der Exzession weiß – es scheint sich um ein intelligentes Schwarzes Loch beziehungsweise Wurmloch zu handeln -, kommt es nicht zur Zerstörung der „Sleeper Service“ – die Exzession zieht sich zurück und verschwindet vollends. Damit ist auch das kleine Fahrzeug mit Byr und Dajeil außer Gefahr. Nach einem klärenden aber tränenreichen Gespräch haut Byr wieder ab, doch Dajeil schenkt bald danach einem Mädchen das Leben.
+++ Ende des SPOILER-ALARMs +++

Mein Eindruck

Die erzählten Handlungen sind leider wesentlich verschachtelter als meine Darstellung. Immerhin ist der Roman weitaus stringenter erzählt als etwa „Bedenke Phlebas“ oder „Einsatz der Waffen“. Der Humor ist häufig von feiner Ironie. Er spiegelt sich beispielsweise in den ungewöhnlichen Namen der Minds wider: „Erschieß sie später“ und „Wundersame Wege des Schicksals“ sind nur zwei harmlose Beispiele (Banks-Fans dürfen weitere Namen vorschlagen). Auch die in Computerschrift gesetzten Dialoge der Minds entbehren nicht der Ironie. Lästig sind allerdings die jeweils vorangestellten Daten über eine Übertragung, die für viele Leser unverständlich sind.

Die menschlichen Romanfiguren sind allerdings weniger lebendig als die Minds, wohl weil sie weniger zu sagen haben. Einzige Ausnahme ist die BG-Aspirantin Ulver Seich, eine verzogene junge Jetset-Lady, die sich als Agentin betätigt, um daheim mal wieder im Gespräch zu sein. Wie bitter sie enttäuscht ist, als sie herausfindet, dass sie aufgrund ihrer langen Reise schon lange kein Thema mehr ist!

Von Krähen und Kultur

Und natürlich gibt es mal wieder eine Krähe in diesem Buch, wie stets bei Banks – Gravious ist ein Spion und berichtet an eine Fraktion der Minds, die den BG nicht gerade loyal gegenübersteht. Wenigstens kommen keine Schotten vor! (Banks ist Schotte und lebt bei Edinburgh.)

Die Exzession hat eine Parallele im schwarzen Monolithen in Arthur C. Clarkes „Odyssee 2001“ – an diesem Rätsel scheiden sich die Geister. Das „Kultur“-Universum erinnert an das „Low-Down“-Universum, das Altmeister Vernor Vinge in „Ein Feuer auf der Tiefe“ (|Heyne|-SF) entwarf.

Taschenbuch: 656 Seiten
Originaltitel: Excession, 1996
Aus dem Englischen von Irene Bonhorst.
ISBN-13: 978-3453196797

www.heyne.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Kôji Suzuki – Ring. Horror-Roman

Dies ist die Romanvorlage für die japanische und die US-amerikanische Verfilmung „The Ring“: ein Gruselschocker, der in Japan eine Renaissance des Psychohorrors auslöste und acht Millionen Exemplare von der Ring-Saga verkaufte. Die Unterschiede zur US-Verfilmung, die ich kürzlich gesehen habe, sind erheblich. Ich gehe in meinem Bericht darauf ein. Wer den US-Film kennt, wird die Unterschiede interessant finden.

Der Autor
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Patrick Robinson – Nimitz Class. Seekriegs-Thriller

Katz-und-Maus-Spiel im Reich der U-Boote

Das Kriegsschiff „Thomas Jefferson“ ist ein Wunder moderner High-Tech und eine eigene Stadt im Meer. Doch eines Tages geschieht das Unvorstellbare – eine atomare Explosion versenkt den Flugzeugträger. Welches U-Boot hat den Nukleartorpedo abgefeuert? Die Jagd beginnt.
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John Brunner – Schnittstelle. Phantastischer Roman

Im Provinzkaff ist der Teufel los – oder was anderes?_
In den Provinzstädtchen Weyharrow ist der Teufel los – buchstäblich, wie manche meinen. Die Menschen sind von ungehemmter Aggressivität und begehen Gewalttaten. Selbstmorde und Forderungen nach Todesstrafe sind an der Tagesordnung. Reporter der nationalen Presse schnüffeln schon bald nach dem Grund dieses seltsamen Verhaltens, auch Hippies und Neoheiden lassen sich im Ort unweit von Stonehenge nieder.

Dr. Steven Gloze, ein junger Arzt, und Jenny Severance, eine Lokalreporterin, glauben, dass hinter den Ereignissen nichts Übernatürliches steckt, wie manche gern glauben möchten, sondern ein merkwürdiger Nebel, der einige Nächte vorher über dem Fluss lag. Könnte dieser Nebel die Ursache für die Verhaltensstörungen sein?
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