Schlagwort-Archiv: Heyne

Brian W. Aldiss – Helliconia: Frühling (Helliconia 1)

Auftakt zur besten Planeten-Trilogie der SF

Der erste Band der Trilogie, die als ein zusammenhängender Roman zu lesen ist, stellt das komplizierte Doppelsternsystem vor, das den Schauplatz des dramatischen Geschehens um Klimawandel und Kulturfolgen auf der Welt Helliconia darstellt. Eine Raumstation verfolgt das geschehen und berichtet der weit entfernten Erde davon: Dies ist ihr Bericht. In der Einleitung lernen wir einen der Helden kennen: Yuli, den abtrünnigen Priester, der zum Gründer der Stadt Oldorando wird. Doch verhilft neues Denken der menschlichen Rasse auch zu erfolgreichem Überleben?
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Brian W. Aldiss – Graubart. Senioren-SF-Roman

Ein Roman mit Mümmelgreisen als Hauptfiguren? Das soll wohl ein Scherz sein! So dachte ich zumindest, bevor ich mich an dieses wundervolle Buch von 1964 herantraute. Und das Wagnis hat sich gelohnt: Dies ist nicht nur eine unterhaltsame, sehr menschliche Geschichte, sondern sie ist auch humorvoll und skurril. Doch die Botschaft ist ernst.

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Greg Bear – Blutmusik. Zukunftsroman

Darwins Nanotech: Eine Schöpfung kleiner Organismen

Greg Bear schlug 1983 bei der Vergabe von Science-Fiction-Preisen gleich zweimal zu: Seine Erzählung „Blood Music“ und seine Novelle „Hardfought“ erhielten beide – in ihren jeweiligen Kategorien – den begehrten Nebula Award der SF-Kritiker. Auf Bitten seiner Freunde und seines Verlegers baute er „Blood Music“ zu einem Roman aus.

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Robert Charles Wilson – Die Chronolithen

Invasion aus der Zukunft

Auf der Erde tauchen einer nach dem anderen gigantische Obelisken aus unzerstörbarem Material auf. Die Inschrift verkündet den Sieg eines gewissen Kuin im Jahre 2041 – 20 Jahre in der Zukunft. Ist dieser Kuin ein Welteroberer, der zusätzlich auch die Zeit bezwungen hat? Oder ein Messias, der sein Kommen auf zerstörerische Weise ankündigt? Und was hat Programmierer Scott Warden mit den Dingern zu tun?

Der Autor

Robert Charles Wilson, geboren 1953, lebt mit seiner Familie in der Nähe des kanadischen Toronto. Laut Verlag zählt er zu den „bedeutendsten Autoren der modernen Science-Fiction“. Eine Einschätzung, die ich nicht teile. Immerhin erhielt er einmal den |Philip K. Dick Award| für das beste SF-Taschenbuch und einmal den |John W. Campbell Award|, ein Preis für Newcomer, für „Die Chronolithen“. Eine Auszeichnung mit dem |Hugo Gernsback| oder dem |Nebula Award| fehlt in dieser Liste, aber er stand öfters unter den Nominierten. Seinen Roman „Darwinia“ habe ich hier ebenfalls rezensiert.

Spin-Trilogie

Spin, Tor 2005, ISBN 0-765-30938-6
Spin, Heyne 2006, Übersetzer Karsten Singelmann, ISBN 3-453-52200-1
Axis, Tor 2007, ISBN 0-765-30939-4
Axis, Heyne 2008, Übersetzer Karsten Singelmann, ISBN 3-453-52335-0
Vortex, Tor 2011, ISBN 978-0-7653-2342-2
Vortex, Heyne 2012, Übersetzer Marianne und P. H. Linckens, ISBN 978-3-453-52898-7
Magic Time
3. Ghostlands, Eos / HarperCollins 2004, ISBN 0-06-105070-9 (mit Marc Scott Zicree)

Einzelromane

A Hidden Place, Bantam Spectra 1986, ISBN 0-553-26103-7
Memory Wire, Bantam Spectra 1988, ISBN 0-553-26853-8
Gypsies, Doubleday Foundation 1989, ISBN 0-385-24933-0
The Divide, Doubleday Foundation 1990, ISBN 0-385-26655-3
A Bridge of Years, Doubleday Foundation 1991, ISBN 0-385-41937-6
Bis ans Ende aller Zeit, Goldmann 1994, Übersetzer Michael Kubiak, ISBN 3-442-42012-1
auch: Chronos, Heyne 2008, ISBN 978-3-453-52448-4
The Harvest, Bantam Spectra 1993, ISBN 0-553-09123-9
Mysterium, Bantam Spectra 1994, ISBN 0-553-37365-X
Darwinia, Tor 1998, ISBN 0-312-86038-2
Darwinia, Heyne 2002, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 3-453-19659-7
Neuveröffentlichung: Februar 2010, ISBN 978-3-453-52646-4
Bios, Tor 1999, ISBN 0-312-86857-X
Bios, Heyne 2003, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 3-453-86360-7
The Chronoliths, Tor 2001, ISBN 0-312-87384-0
Die Chronolithen, Heyne 2005, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 3-453-52105-6
Blind Lake, Tor 2003, ISBN 0-765-30262-4
Quarantäne, Heyne 2007, Übersetzer Karsten Singelmann, ISBN 3-453-52316-4
Julian Comstock: A Story of 22nd-Century America, Tor 2009, ISBN 978-0-7653-1971-5
Julian Comstock, Heyne 2009, Übersetzer Hendrik P. und Marianne Linckens, ISBN 978-3-453-52566-5
Burning Paradise, Tor 2013, ISBN 978-0-7653-3261-5
Kontrolle, Heyne 2017, Übersetzer Friedrich Mader, ISBN 978-3-453-31658-4
The Affinities, Tor 2015, ISBN 978-0-7653-3262-2
Netzwerk, Heyne 2017, Übersetzer Friedrich Mader, ISBN 978-3453316577
Last Year, Tor 2016, ISBN 978-0-7653-3263-9

Handlung

Scott Warden ist ein Programmierer, der gerade mit seiner Frau Janice und seiner kleinen Tochter Kaitlin Urlaub in Thailand macht. Da ereignet sich etwas in der Weltgeschichte Unerhörtes ganz in der Nähe. Ein 70-Meter-Obelisk erscheint aus dem Nichts und macht mit seiner Druckwelle den umliegenden Wald platt. Mit seinem Kumpel Hitch Paley, einem Drogenhändler, macht sich Scott auf den Weg, den Obelisken zu besichtigen, bevor die Gegend vom Militär zur Sperrzone erklärt wird. Bei seiner Abfahrt macht er einen schweren Fehler: Er sagt Janice nicht, wo er hingeht. Als er am nächsten Tag zurückkehrt, ist sie weg.

Der Obelisk selbst ist ziemlich beeindruckend. In seiner Umgebung ist es saukalt, als sauge er Energie ab. Die Inschrift kann niemand vollständig entziffern, bis auf eine Zahl: 2041 – genau 20 Jahre in der Zukunft und einen Namen: Kuin. Ein zweites Merkmal ist unübersehbar: das Antlitz von Kuin ist eingraviert. Kuin verkündet seinen Sieg über das Land, das er unterworfen habe. Das Gegenteil eines Mahnmals.

Das Omen wird nicht das letzte sein: Wenige Tage später macht ein weiterer Obelisk Bangkok platt, dann folgen Macao, Taipeh und Sapporo, schließlich Istanbul, Kairo und sogar Jerusalem. Weitere Obelisken tauchen in China auf: Sie zerstören einen Staudamm am Gelben Fluss, was eine zerstörerische Flutwelle zur Folge hat. Der chinesische Versuch, einen der Obelisken mittels Atomrakete zu beschädigen, schlägt fehl. Lediglich die Umgebung wird radioaktiv verstrahlt. Die Weltwirtschaft gerät in eine schwere Krise, weil riesige Märkte wegbrechen. Und das Klima verändert sich.

Back in the U.S.A.

Nachdem der Geheimdienst Scott freigelassen hat, sieht er seine Familie erst in den USA wieder. Dort erklärt ihm Janice, was er alles falsch gemacht. So ungefähr alles. Kait hatte eine lebensbedrohliche Ohreninfektion und musste dringend ins Krankenhaus – wo war da Scott? Wo war er, als Frau und Kind wieder ausreisen konnten? Scott kann von Glück sagen, dass er wieder einen Job als Programmierer bekommt, in Minneapolis.

Jahre später, nach eindrucksvoller Pionierarbeit, wird er urplötzlich gefeuert. Seine Frage nach dem Grund wird von seiner ehemaligen Dozentin Sulamith Chopra beantwortet. Sie ist der führende Kopf der Chronolithenforschung und will ihn als Programmierer, um ihre Computermodelle auf Vordermann zu bringen. Sie kann messen, wo der nächste Obelisk „landen“ wird. Endlich befindet sich Scott mitten in der wichtigsten Anstrengung der Menschheit, um gegen die Bedrohung durch die Kuin-Chronolithen vorzugehen. Das beschäftigt ihn die nächsten Jahre, wobei besonders der Jerusalem-Kuin ein denkwürdiges Ereignis bereithält.

Allerdings hat er nicht mit Abtrünnigen aus der eigenen Familie gerechnet…

Mein Eindruck

„Chronolithen“ ist ein Invasionsroman der besonderen Art. Die Eroberung der Erde erfolgt nicht nur von keinem erkennbaren Ort, sondern nur aus der Zukunft. Das macht die Bekämpfung ziemlich schwierig, um nicht zu sagen: unmöglich. Doch in den rund 20 Jahren, die der Erzählzeitraum umfasst, gelingt es Sulamith Chopra, einen Grenzfaktor herauszufinden, bei dessen Überschreiten ein Obelisk instabil wird. Man muss nur ein kleines bisschen nachhelfen, und schon kracht der Obelisk zu Boden.

Second Coming

So weit zumindest die Theorie. Doch die menschliche Psyche ist ein wunderbares und schauriges Ding, und so kann es nicht ausbleiben, dass das angekündigte Erscheinen von Kuin, dem großen Eroberer, seine Schatten weit vorauswirft. Wie würden sich Gläubige und Ungläubige verhalten, wenn sie erführen, dass Jesus Christus ein zweites Mal auf der Erde auftauchen würde, das berühmte „Second Coming“?

Genau wie bei Kuin würde sich ein mehr oder weniger militantes Lager der Unterstützer und eines der Gegner bilden. Sie würden einander bis aufs Blut bekämpfen, wenn sie es als notwendig erachten – und dabei ist der Messias noch nicht einmal erschienen. Das Gleiche würde vermutlich passieren, wenn die Menschen erführen, dass es einen zweiten 11. September geben wird.

Das Portillo-Ereignis

Dementsprechend bildet sich weltweit ein Lager der Kuinisten, und ein besonders militanter Ableger etabliert sich in Texas, an der Grenze zu Mexiko, wo es einfacher ist, Waffen und Menschen zu schmuggeln. Dort unten erlebt Scotty erstmals, was es bedeutet, unter Kuinisten zu geraten. Sie haben sich bei dem Städtchen Portillo versammelt, wo sie wie bei einem Open-Air-Konzert ihre Zelte aufstellen, während die Medien und Wasserverkäufer sie umschwärmen. Sie alle warten auf den von Sue Chopra angekündigten Obelisken, haben aber keine Ahnung, auf was sie sich gefasst machen müssen.

Scotty, geführt von Hitch Paley, hat Ashlee dabei, die Mutter eines verschwundenen Jungen namens Adam Mills. Als es Hitch gelingt, Adam in der Zeltstadt aufzustöbern, muss Ashley erkennen, dass es ihr unmöglich ist, ihren kuinistischen Sohn zurückzuholen. Er benimmt sich vielmehr so, als seien ihm sie und ihresgleichen herzlich gleichgültig. Die Bücher, die er gelesen hat, begrüßen das Kommen Kuins ausdrücklich als Chance für die Menschheit, eine Veränderung herbeizuführen, um der allgegenwärtigen Misere ein Ende zu bereiten. Dabei lassen die Autoren geflissentlich außer Acht, dass es Kuins Obelisken waren, die diese Misere herbeigeführt haben.

In Adams Gruppe befindet sich auch Scottys eigene Tochter Kaitlin, nach der er verzweifelt gesucht hat. Er rettet sie aus diesem Höllenloch, doch da ist sie bereits sehr krank und wird einen irreversiblen Schaden davontragen: Sie wird unfruchtbar. Es sind Ereignisse wird die Portillo-Erscheinung, durch die der Leser an der Geschichte Anteil nimmt. Solche Dinge lassen einen nicht kalt und können von jedem – zumindest ansatzweise – nachvollzogen werden. Dass dies noch nicht das Ende der Gräueltaten bedeutet, darf ich ruhig verraten, und empfindsame Leser seien gewarnt.

Soft Science

Im Vordergrund stehen also nicht die naturwissenschaftlichen Entdeckungen, die wie in der frühen SF dem Menschen zur Bewältigung sämtlicher Schwierigkeiten verhelfen, sondern vielmehr die allzu menschlichen, psychologischen und weltpolitischen Probleme, die sich aus der Invasion durch die Kuin-Obelisken ergeben.

Das ist allerdings nicht so spannend, wie es sich vielleicht anhört. Vielmehr geschieht ziemlich wenig, denn der Autor – und wohl auch sein Erzähler Scotty – kennt sehr wohl den chinesischen Fluch: „Mögest du in interessanten Zeiten leben!“ Scotty versucht vielmehr, sich aus den „interessanten Zeiten“ herauszuhalten, nachdem er seinen Beitrag geleistet hat. Aber wie Sue Chopra klar erkannt hat, ist er ein Teil der Verbindung aus Ereignissen, die sie in ihrem Physiker-Kauderwelsch als „Tau-Turbulenz“ bezeichnet (alle Fachbegriffe wurden übersetzt, keine Sorge). Folglich ist er an den entscheidenden Ereignissen beteiligt, auch als der erste Obelisk auf dem Boden der USA erscheint.

Es sind auf eine perfide Weise eben diese „Landungen“, die für die Action im Buch sorgen, angefangen von der ersten in Chumpon bis zur letzten in Wyoming. Sie bilden sozusagen die Spannungsspitzen in einem weiten Tiefland aus weitaus weniger spannenden menschlichen Interaktionen. Deshalb hat der Autor auch dafür gesorgt, dass der Aufbau einer solchen Spannungsspitze möglichst sorgfältig und langsam erfolgt. Ist es dann endlich so weit, hinterlässt die Katastrophe einen umso nachhaltigeren Eindruck. Um die Wirkung nicht abzuschwächen, finden nur sehr wenige solcher „Landungen“ statt, von denen Scotty uns berichtet.

Die Übersetzung

Obwohl ich mit mancher stilistischen Wortwahl nicht ganz einverstanden war, habe ich die Übersetzung durch die beiden Linckens, die schon lange für |Heyne| arbeiten, als sehr kompetent und leserfreundlich empfunden. Nicht nur gibt es keine offensichtlichen Fehler, sondern auch jeder Begriff, der etwas schwieriger oder unvertrauter sein könnte, wird in einer Fußnote erklärt. Das betrifft nicht nur Bezeichnungen aus der Quanten- und Kernphysik, sondern auch so einfache Dinge wie den deutschen Titel von „A Christmas Carol“ von Charles Dickens.

Dieses berühmte Buch ist für die Geschichte insofern wichtig, weil darin Scrooge, der Geizhals, dem Geist der ZUKÜNFTIGEN Weihnacht begegnet. Und er fragt ihn, ob diese Dinge geschehen MÜSSEN oder geschehen KÖNNEN. Das ist natürlich für den Umgang mit den Chronolithen von großer Bedeutung. Ist die Eroberung durch Kuin und seine Voraus-Truppen unabwendbar — oder kann jeder Einzelne von uns einen kleinen Unterschied bewirken?

Unterm Strich

Dies ist wohlgemerkt ein Invasionsroman, aber man sollte Robert Charles Wilson nicht in einen Topf mit seinem Kollegen John Ringo werfen, der ja auch sehr erfolgreich Invasionen verheerenden Ausmaßes stattfinden lässt. Wo Ringo Herrscharen von Soldaten und Söldnern auf böse, böse Aliens treffen lässt, inszeniert Wilson ein Drama ganz anderer Art. Wenn auch beide Autoren das Ende gut ausgehen lassen, so verläuft der Weg dahin doch völlig verschieden. Wilson legt mehr Wert auf die Schilderung des menschlichen Dramas in wenigen fein gezeichneten Figuren, Ringo scheint mehr Wert auf die Action zu legen: je bombastischer, desto besser.

Wilson schreibt so gut wie sein Landsmann Robert J. Sawyer, den ich sehr schätze, gelingt es Sawyer doch, interessante Ideen auf verständliche und unterhaltsame Weise auszubreiten, zu entwickeln und zu einem stets interessanten Ende zu führen. Man hat ihn einmal als legitimen Nachfolger von Isaac Asimov bezeichnet – kein übler Vergleich. Leider ist Sawyer ungleich weniger erfolgreich als der gute Doktor. In der gleichen Liga spielt John Barnes, der zur Zeit bei |Festa| verlegt wird.

Wilsons Roman eignet sich als weniger für Actionfreunde und mehr für Leute, die lieber denken und empfinden möchten. Die Übersetzung ist kompetent und in vielerlei Hinsicht hilfreich. Das Einzige, was mich gestört hat, ist die Schriftgröße: Hiermit hat der Verlag offensichtlich Seiten geschunden, und was sich nun auf 430 Seiten ausbreitet, hätte man vor 20 oder 30 Jahren auf lediglich 200 Seiten untergebracht.

Taschenbuch: 720 Seiten.
Originaltitel: The Face, 2003
Aus dem US-Englischen von Bernhard Kleinschmidt.
ISBN-13: 978-3453521056

www.heyne.de

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Philip K. Dick – Zeit aus den Fugen. Phantastischer Roman

Paranoia-Klassiker

Zeit aus den Fugen“ (ein Zitat aus „Hamlet“), 1959 erschienen, kommt als unscheinbare Prosaerzählung daher, genauso wie das Geschehen in einem unscheinbaren Ort spielt, der nicht einmal einen richtigen Namen hat: „Old Town“. Doch das Ganze ist eine gigantische Truman-Show, eine Matrix, die nur einen Zweck zu haben scheint: ihren wichtigsten Bewohner, Ragle Gumm, über die Natur der Wirklichkeit zu täuschen.

Der Autor
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Friedel Wahren (Hg.) – Isaac Asimov’s Science Fiction 52. Folge. SF-Stories

Das Gesetz des Wandels: Von Mafs, Kindern und Künstlern

Dieser 52. IASFM-Auswahlband bietet drei Geschichten über Kinder im weitesten Sinne sowie über Kunst und Imagination. Den neun angloamerikanischen Erzählungen hat die Herausgeberin eine von einer deutschen Autorin beigefügt. Das ist Tradition in der deutschen Ausgabe von Asimov’s Science Fiction Magazin.

Hier findet man:

– Die Story von zwei Astronautinnen auf dem Jupitermond Io, die eine bemerkenswerte Entdeckung machen.
– Die Story vom überfluteten Los Angeles, wo durch Mutation angepasste Kinder nach Liebe suchen.
– Die Story von der Welt, in der Zweigeschlechtlichkeit die Norm ist, was für Monosex-Musliminnen Probleme bedeutet.
– Die Story vom Blutrache übenden Mädchen in Nordirland, die das gesetz der Serie bricht.
– Die Story vom klug gemachten Schimpansen, der in freier Wildbahn keine Artgenossen mehr findet.
Und fünf weitere Geschichten.
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Jack Vance – Die grüne Perle (Lyonesse 02)

Edle Fräuleins, listige Agenten

Lyonesse – das ist ein Königreich auf den Älteren Inseln, die einst im Golf von Biskaya vor den Tagen König Arthurs lagen. Sie sind die Heimat von zehn – natürlich zerstrittenen – Königen, von Barbaren (den Ska), von Recken, Hexen und Zauberern, Ogern und Elfen.

Jeder König will Herrscher über ganz Lyonesse, die Hauptinsel, werden, allen voran der ehrgeizige König Casmir von Lyonesse, der seinen alten Gegenspieler Aillas vom Inselkönigreich Troicinet bekämpft, wo es nur geht. Die Inseln werden jedoch in ihrer Gesamtheit von den Ska bedroht, die als nordische Herrenmenschen alle anderen Völker als minderwertig einstufen und entsprechend behandeln.

Dies ist der zweite Band von Vances „Lyonesse“-Trilogie, zu der noch die Bände „Herrscher von Lyonesse“ und „Madouc“ gehören. Die Ideen zu dieser Fantasy-Trilogie hatte Vance noch vor 1950 konzipiert, vor seinem großen Erfolg mit „Die Sterbende Erde“.

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Robert Charles Wilson – Darwinia. Zukunftsroman

Europa ist verschwunden, das British Empire existiert nicht mehr, es schlägt die Stunde der Neuen Welt: Der Kontinent Darwinia, der an der Stelle der Alten Welt aufgetaucht ist, lädt zur Erkundung ein. Dieser Roman vereinigt Elemente aus Büchern von Joseph Conrad, Stephen King und Arthur C. Clarke zu einer ganz eigenen, faszinierenden Mischung.

Der Autor

Robert Charles Wilson wurde 1953 in Kalifornien geboren und lebt in Toronto. Er gehört seit seinem mehrfach preisgekrönten Roman „Darwinia“ zu den bedeutendsten Science-Fiction-Autoren der Gegenwart. Für diesen Roman erhielt er den Philip K. Dick Award für das beste Science-Fiction-Taschenbuch. Er schrieb auch den Bio-Thriller „Bios“ (1999), der bei uns Anfang 2003 erschien.

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Elizabeth A. Lynn – Die Tänzer von Arun (Die Chroniken von Tornor 2)

Chearas in Arun: Konfliktlösung im Geist der Harmonie

Im Galbareth, der fruchtbaren Ebene von Arun, haben sich im Laufe der Jahrzehnte Menschen, die über besondere mentale Gaben verfügen, über Telepathie, die Kunst des Gedankenlesens und der Telekinese, zu einer Gemeinschaft zusammengefunden. Sie nennen sich „cheari“, die „Tänzer“, weil sie sich blitzschnell durch Gedankenkontakt verständigen und die Absichten ihrer Feinde rechtzeitig durchschauen können – bis auch in den Reihen ihrer Gegner, den räuberischen Bewohnern der Asech-Steppe, mental begabte Krieger auftauchen.

Dies ist die Geschichte von Kerris, dem verwaisten Sohn eines berühmten Kriegsherrn, der als Kind durch einen Schwerthieb einen Arm verlor. Als Krieger ungeeignet, weiß er seinem Leben keinen Sinn zu geben, bis ihn sein Bruder Kel in die Gemeinschaft der „cheari“ einführt und er einen Meister findet, der eine mentale Gabe in ihm weckt, die mächtiger ist als jedes Schwert und die keines starken Arms bedarf, um einen Gegner zu überwinden. Doch im einst friedlichen Elath lauern erbarmungslose Gegner – und jetzt ist es an Kerris, dem Tod ins kalte Auge zu sehen… (KNAUR-Verlagsinfo)
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Walter Jon Williams – Hardware. Cyberpunk-Roman

Ganz schön bunte Action!

„Leben Sie in der Todeszone? Wir garantieren Ihnen einen Bonus!“ So lautet einer der makabren Werbesprüche der Wirtschaftsunternehmen, die, angesiedelt in einer Orbitalwelt in der Erdumlaufbahn, eine brutale, alles bestimmende Macht darstellen, nur etwa 50 Jahre in der Zukunft des Jahres 1986, also schon 2036.

Der Autor

Walter Jon Williams (* 15. Oktober 1953 in Minnesota) gehörte Anfang der 80er Jahre zu den Hauptvertretern des Cyberpunk. „Hardwired“ (1986, dt. als „Hardware“ bei Heyne) brachte ihm frühen Ruhm ein: eine Art Neuromancer für Trucker und Cowboys. Leider ist dessen Plot, obwohl ein Videospiel danach kreiert wurde, wenig wahrscheinlich. „Die Stimme des Wirbelwinds“ spielt zwar im gleichen Cyberpunk-Universum, ist aber stilistisch ausgereifter.

Privateers and Gentlemen(als Jon Williams)

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Gene Wolfe – Das Buch der Feiertage. Kurzgeschichten

Heitere, skurrile und bitterböse Einfälle eines großen SF-Stilisten

Dieses Buch mit originellen Geschichten erschien sinnigerweise direkt vor den Weihnachtsfeiertagen. Zu den US-Spezialitäten gehören allerdings Lincoln’s Geburtstag, Der Tag des Baums, der Sankt-Patricks-Tag (Iren aufgemerkt!), Tag der Erde, Tag der Streitkräfte, Heldengedenktag, Beginn der Jagdsaison, Tag der Kriegsheimkehrer und der Jahrestag des Waffenstillstandes (vom 18.11.1918).

Vertrauter sind uns da schon Valentinstag (14.2.), Allerheiligen, Vater- und Muttertag, Erntedank, Heiligabend, Weihnachten und Silvester.

Der Autor

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Hahn, Ronald M. (Hg.) / Cassut, M. / Wheeler, D. / Reed, K. / Lethem/Kessel/Kelly / Bova, B. / Ducha – Tod im Land der Blumen, Der (The Magazine of Fantasy and Science Fiction, Band 98)

SF-Storys: Kulturen treffen aufeinander

Diese Auswahl aus dem „Magazine of Fantasy and Science Fiction“ fällt im Niveau der Beiträge merklich gegenüber dem „Asimov Science Fiction Magazine“ ab. Es gibt keine witzige Story, und einziger gemeinsamer Nenner scheint das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen zu sein. Das allerdings ist eines der uralten Themen der Science-Fiction. Die beste Story ist meiner Ansicht nach Ben Bovas schon oft anthologisierte Story „Der Caféhaus-Putsch“. Sie hat Pfiff und eine überraschende Pointe.

Die Storys

1) Bei Michael Cassuts Story |“Auf großer Fahrt“| ist bereits der Titel der blanke Hohn. Das große Generationenraumschiff, das zum Alpha Centauri fliegen soll, hängt seit Jahren in der Kreisbahn über der Erde fest. Schon haben sich an Bord Menschen entwickelt, die unter Erdbedingungen kaum noch leben könnten. Unterklasse und Management sind streng getrennt, denn die Verwalter sind alle mit dem Gehirn in das weltumspannende Netz (Internet?) eingeklinkt, die anderen nicht. Es geht um zwei Brüder, die aufeinandertreffen, sozusagen Jakob und Esau. Der eine ist Verwalter, der andere lebt unvernetzt in der Arbeiterklasse. Letzerer lässt eines Tages einen Virus auf die Verwalteranlagen los, bringt das Netz zum Absturz. Sein Kontrahent zieht sich zurück und überlässt ihm den Posten. Am Schluss steht „Alpha Cen“ nicht mehr für Tod, sondern für Leben. Die Fahrt kann losgehen.

Die Story ist schlecht und unübersichtlich erzählt, vieles muss man sich zusammenreimen. Insgesamt ein schlechter Einstieg in das Buch. Das Thema Vernetzung taucht später nochmal auf.

2)

Da erledigt Deborah Wheeler mit |“Der Tod im Land der Blumen“| einen wesentlich besseren Job. Wie in der nachfolgenden Story treffen zwei Kulturen aufeinander: hier die mittellosen, kranken, stets vom Tode bedrohten Einwohner einer kolumbianischen Küstenstadt und dort die reichen, gesunden Anglo-Urlauber, die auf einer vorgelagerten Insel, dem Land der Blumen, ihre Freizeit verbringen. Eines Tages wird es Javier gestattet, dort im Hotel zu putzen.

Sofort beginnt er eine superscharfe Affäre mit einer weißen Anglo. Die stellt sich als krank in der Seele heraus, während man bei ihm eine Blutkrankheit diagnostiziert. Nach dem Austausch ihrer Lebenssysmbole (ihr Dolch, mit dem sie sich die Pulsadern aufschneidet; seine Pistolenkugel, die ihn fast erledigt hätte) haut die Anglo ab und lässt ihn sitzen. Javier kehrt gebrochen, aber reicher heim.

Stimmungsvoll, packend, realistisch und höchst erotisch.

3)

In seiner Story |“Rajmahal“| stellt Kit Reed die Erlebnisse dreier Personen in Indien einander gegenüber. Der Rajmahal ist ein altes Grabmal, in dem eine Gruppe ahnungsloser Amis aus Minnesota Abenteuerurlaub macht. Das Dorf, das sie ab und zu besuchen, ist bettelarm und fühlt sich miss- bzw. verachtet. Als eine der US-Frauen eine Affäre mit dem Dorfschullehrer anfängt, um ihren Mann zu ärgern, bricht Gewalt aus, in deren Verlauf nicht nur diese Frau umkommt, sondern auch das Monument geschlossen wird.

Reed macht klar, welchen Störfaktor reiche Touristen in einem bettelarmen Land darstellen und dass es nur eines kleinen Funkens bedarf, um dieses Pulverfass explodieren zu lassen. Ironisch wird das subjektive Bild, das sich jeder der Beteiligten vom Gegenüber macht, gespiegelt – ein Kaleidoskop der Missverständnisse.

4)

Gleich drei Autoren – Lethem/Kessel/Kelly – haben sich daran gesetzt, ums uns zu erzählen: |“So endet die Welt wirklich“|. Die Welt des 21. Jahrhunderts ist gespalten in die Mehrzahl der Menschen mit einer geistigen Verstärkung, die an Telepathie grenzt, und eine kleine Minderheit von Verweigerern dieser so genannten CK-Verstärkung, die sich in kleine autarke Kolonien zurückgezogen haben. In der doppelbödigen Handlung werden zwei der wichtigsten Verweigerer umgedreht, um angeblich zu ihrem eigenen Wohl Erlösung zu erlangen – ihre eigene Welt endet.

Die Ironie dabei: Die Frau, die sie bekehrt, behauptet, lediglich die Eingebungen der Jungfrau Maria weiterzuleiten! Sie ist auch deshalb so glaubwürdig, weil sie selbst einst bis zu einem Unfall CK-verstärkt war. Als Renegatin ist sie doppelt so glaubwürdig, aber insgeheim arbeitet sie – quasi als Märtyrerin – für die Sache der CK-Verstärkung.

Eine komplexe Erzählung also, in der die subjektive Annahme über die Realität sowohl der Figuren wie auch des Lesers unterlaufen wird – vielleicht ein wenig zu clever für manchen Leser, der Action bevorzugt. Die gibt’s hier nicht.

5)

Ben Bova ist mit seiner bekannten Story |“Der Caféhaus-Putsch“| vertreten, die ich schon einmal in einer anderen |Heyne|-Anthologie gelesen habe. Ein Zeitreisender sitzt in einem Pariser Café in einem Jahr nach dem Ersten Weltkrieg, dessen Verlauf er selbst verändert hat, so dass die USA nicht in den Krieg eintraten. Sein Ziel war es, Hitler zu verhindern. Denn dessen geistige Nachkommen bedrohen die Zivilisation der Zukunft, aus der der Zeitreisende kommt. Ironischerweise verhindert er zwar Hitler und dessen Antisemitismus, zeitigt aber in Frankreich eine anti-arische Bewegung, die ebenso fanatisch ist.

Wie man also auch immer in die Geschichte eingreift – es ist stets verkehrt, wie es scheint.

6)

L. Timmel Duchamp hat sich in der 75-Seiten-Novelle eines ungewöhnlichen Themas angenommen: In „De secretis mulierum“ geht es um zwei Fälle von Frauen, die sich Zeit ihres Lebens als Männer ausgaben: Leonardo da Vinci und der heilige Thomas von Aquin. Jane, eine Historikerin, darf eine neu entwickelte Methode benutzen, mit deren Hilfe man Menschen der Vergangenheit aufgrund ihrer DNS quasi virtuell wiederbeleben kann. Was sie beobachtet, erschüttert besonders in Thomas‘ Fall die Lehren der katholischen Kirche. Was Jane aber umso mehr ärgert, ist der Unglauben und Zweifel ihres Doktorvaters und Lovers Teddy, der seine Glaubenssätze als männlicher Vertreter der Spezies in Frage gestellt sieht, dies aber nie zugeben würde. Jane hintergeht Teddy und führt die Versuche weiter. Am Schluss kann sie ihre Dissertation zwar vergessen, hat sich aber emanzipiert.

Der/die AutorIn hält es offenbar für wichtiger, wenn eine Frau ihre geschlechtliche Identität nicht verrät, dafür aber die Beziehung zu einem Menschen, der sie zu der Unterdrückung dieser Identität und anderer unangenehmer Wahrheiten zwingen will.

Faszinierender als dieses Thema, dessen Querelen wenig unterhaltsam dargestellt sind, ist die Entdeckung, dass es zu allen Zeiten – nun ja, die US-Regierung lässt Forschungen nur bis zum Jahr 1750 zu – Frauen gab, die sich als Mann verkleideten. Im Mittelalter war dies verboten und wurde mit dem Tode bestraft.

Es bleibt jedem Leser selbst überlassen, die offensichtlichen Parallelen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart der Erzählung zu ziehen.

Eine engagierte Story, leider wenig routiniert umgesetzt, aber einen Blick auf jeden Fall wert.

Unterm Strich

Ich würde diesen Auswahlband aus dem MFSF nicht noch einmal lesen. Kein Wunder, dass diese Reihe schon bald danach – mit Band 101- eingestellt wurde. Storys liefern und verarbeiten zwar Ideen, aber die Zubereitung derselben sollte den Geschmack des Lesers treffen. Dieser Geschmack hat sich seit Ende der neunziger Jahre offenbar erheblich gewandelt.

Taschenbuch: xxx Seiten
Diverse Übersetzer.
ISBN-13: 9783453140097

www.heyne.de

Philip K. Dick – Eine andere Welt. Phantastischer Roman

Dieser Parallelwelt-Thriller leitete Dicks dritte und letzte Schaffensperiode ein. Er brachte ihm nicht nur hohe Bekanntheit, sondern auch die Verfolgung durch die US-Behörden ein.

Jason Taverner gehört zur genetisch gezüchteten Elite der Gesellschaft um 1988: Der Sänger und Unterhaltungskünstler tritt jede Woche im Fernsehen auf, um ein Millionenpublikum mitzureißen. Bis ihm sein Betthäschen eines Tages einen tödlichen Alien-Schwamm auf die Brust setzt und er ohnmächtig ins Krankenhaus eingeliefert wird. Er erwacht in einer ungewohnten Umgebung: einem schäbigen Hotelzimmer, neben ihm ein Haufen Geldscheine, und kein Mensch scheint ihn mehr zu kennen, auch seine Freundin nicht.

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[NEWS] Bernhard Hennen – Schattenelfen 4. Das Labyrinth der Nacht

Fürstin Alathaia ist auf der Flucht. Ihr Traum von einem Fürstentum, in dem unbegrenzte Freiheit herrscht, ist zerbrochen, ihr Leben ein Labyrinth der Finsternis. Alle Wege scheinen versperrt. Zu übermächtig ist ihre Gegenspielerin, die Elfenkönigin Emerelle. Doch größte Verzweiflung gebiert größte Entschlossenheit. Und so macht sich Alathaia mit ihren letzten Getreuen auf den Weg, um das Undenkbare zu wagen. Sie reist in die Eiswüsten der Snaiwamark und bittet die geschworenen Feinde der Elfen um Hilfe: die Trolle. (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 416 Seiten
Heyne

[NEWS] Stefanie Lasthaus – Schneewittchens dunkler Kuss

Viele Legenden ranken sich um das sogenannte Dunkelvolk, das einst sein Unwesen trieb und den Lebenden ihre Herzen nahm. Inzwischen ist das Dunkelvolk verschwunden, doch die wenigen Menschen, die über eine magische Gabe verfügen, werden immer noch mit den düsteren Wesen in Verbindung gebracht. Die 23-jährige Cyntha ist die Tochter einer Magiebegabten, und auch ihr begegnet man im Dorf mit Misstrauen. Als der Earl von Falstone um ihre Hand anhält, bleibt ihr nichts anderes übrig, als seinen Antrag anzunehmen. Auf dem Gut ihres Zukünftigen angekommen, lernt Cyntha ihre Stieftochter Snow kennen – eine junge Frau von betörender Schönheit. Dann werden die Ländereien des Earl immer häufiger von einem eigenartigen Nebel heimgesucht, Menschen verschwinden spurlos, man findet Tote, denen das Herz herausgerissen wurde. Ist das Dunkelvolk zurückgekehrt? Und warum verhält sich Snow so eigenartig? Cyntha muss sich auf ihr eigenes magisches Erbe besinnen, um das Böse, das in ihre Mitte getreten ist, aufzuhalten. (Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 464 Seiten
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Conn Iggulden – Sturmvogel (Die Rosenkriege 1)

England zwischen Bauernaufstand und Königssturz

Ein Königreich, zwei Familien, drei Jahrzehnte Krieg. England 1443: Der fromme König Henry VI. ist kränklich und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich (wo England umfangreiche Gebiete besitzt), der England in eine Katastrophe reißen könnte. Eine Heirat mit einer Französin soll einen dauerhaften Frieden sichern.

Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou, 14, soll die macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft unter den englischen Siedlern auf dem Kontinent eine Rebellion ins Leben: Die siegreichen Kämpfer von Azincourt wollen ihr Land nicht einfach so hergeben, Kämpfer wie der Bogenschütze Thomas Woodchurch.

Richard, der mächtige Herzog von York, sieht endlich seine Chance gekommen: Er nutzt den Hass auf den König, und zusammen mit seiner willensstarken Gemahlin Cecily of Neville beginnt er die Rosenkriege – York gegen Lancaster… (korrigierte, erweiterte Verlagsinfo)
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Iain Banks – Träume vom Kanal. Zukunftsroman

Mit Cello und Bazooka in die Apokalypse

Eine junge japanische Cellistin gerät im Panamakanal in die Wirren des lokalen Bürgerkriegs. Unter dem Druck tragischer Ereignisse an Bord der festsitzenden Schiffe wandelt sich ihre Persönlichkeit zu etwas Schrecklichem, das schon lange in ihr schlummerte.

Der Autor

Iain Banks ist der wahrscheinlich bedeutendste schottische Schriftsteller der Gegenwart. Seine Mainstream- und Science-Fiction-Romane befassen sich mit aktuellen Themen, sein SF-Zyklus über das Culture-Universum gehört zu den wichtigsten Werken des Genres. Er starb 2013.
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Ben Bova – Jupiter (Das Sonnensystem / The Grand Tour 04)

Gibt es intelligentes außerirdisches Leben auf dem Riesenplaneten Jupiter? Und falls ja, darf man dann darüber sprechen? Eine knifflige politisch-religöse Frage, mit der sich der Astrophysiker Grant Archer auseinandersetzen muss – denn die christlichen und islamischen Fundamentalisten der Erde betrachten intelligente Aliens als Gotteslästerung.

Während in „Venus“ die dramatische Handlung derart überwog, dass die menschlichen Klischees das wissenschaftliche Interesse erdrückten, gelingt es Bova in „Jupiter“, das Ruder herumzureißen und einen ordentlichen Roman über eine lebensgefährliche Forschungsexpedition ins Innere des Riesenplaneten abzuliefern.

Der Autor
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[NEWS] Sylvia Day – Too Far (Blacklist 2)

Nachdem sie sich jahrelang nacheinander verzehrt haben, ist das heiße Powercouple Kane und Lily Black wieder vereint. Lily hat mit ihrer traumatischen Vergangenheit aufgeräumt und dabei eine mysteriöse Schneise der Verwüstung hinterlassen. Können sich die beiden eine gemeinsame Zukunft auf diesem tragischen Fundament aufbauen? Und was wird aus dem Familienunternehmen Baharan? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
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