„Hildy Johnson ist Zeitungsreporter in der Kolonie Luna, einer Welt, in der alle Probleme wie Krankheit und Umweltzerstörung gelöst zu sein scheinen. Doch sind die Menschen von Luna wirklich glücklich? Immer mehr Menschen zeigen seltsame Veränderungen. Die Selbstmordrate steigt. CC, der Computer der die ganze Kolonie steuert, beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Das Maschinenwesen aber braucht eine Testperson – Hildy Johnson.
Ein Roman voller origineller Einfälle, faszinierender Charaktere und phantastischer Schauplätze. Dieses neue, lang erwartete Buch von John Varley ist mit Sicherheit einer der besten SF-Romane des Jahres.« Publishers Weekly“ (Verlagsinfo 1994)
Dieser Roman handelt von einem fünfzehnjährigen Jungen, der sich auf eine Reise zum Mond begibt, wo er seinen Vater besuchen will. Doch im All lauern Gefahren, denn ein mysteriöser Pirat, genannt der Basilisk, treibt dort sein Unwesen…
Dieser spannende Science-Fiction-Roman ist ein Jugendbuch für ca. 15-jährige Jungs: flott geschrieben, mit aufregenden Schauplätzen und packenden Zweikämpfen, bei denen das Leben des Helden auf dem Spiel steht.
Handlung
Dick Murdock geht mit seinen 15 Jahren noch zur Schule, aber in den Ferien darf er mal seinen Vater besuchen. Eigentlich wohnt Dick ja auf der Venus im Miracle Valley bei seiner Mutter. Sein Vater arbeitet auf dem Mond, wo er seit ein paar Monaten als Chefastronom das neue Observatorium leitet.
Doch schon die Anreise scheint gefahrvoll zu sein. Zunächst begegnet Dick einem falkengesichtigen, dünnlippigen Mann namens A. B. Sende, der als Funker auf dem Mond arbeiten soll, doch wie sich zeigt, verfügt er über eine Menge anderer Qualitäten. Das Passagierschiff fliegt durch den so genannten „Friedhof“: Hier wurden bereits zwei Raumschiffe von Raumpiraten gekapert und zerstört, wobei alle Passagiere ihr Leben durch Dekompression verloren. Die Raumpiraten sind die des so genannten „Basilisken“, der offenbar eine Flotte mit Kriegsschiffen aufbaut. Wo er sein Versteck hat, weiß niemand. Und die Raumflotte der Erde ist noch zu klein und schwach, um ihm Paroli bieten zu können.
Dicks Passagierschiff entkommt einem weiteren Angriff nur dadurch, dass auf einmal Funk und Radar ausfallen, so dass es sich nicht anpeilen lässt. Merkwürdig, dass A.B. Sende genau zu dieser Zeit verschwunden ist …
Auch auf dem Mond ist es Dick schon bald nicht mehr geheuer. Hier hat es im Teleskop einen tödlichen Unfall gegeben. Der Chefastronom verbrannte, weil jemand den Sonnenlichtfilter entfernt hatte. Dicks Vater rückt nun nach: Wird er das nächste Opfer sein? Denn das Observatorium hat im erdnahen Raum eine Schlüsselposition: Damit lassen sich alle Schiffsbewegungen erfassen. Leider kann der Funk nur über die alte, inzwischen aufgegebene Sicherheitsbasis der Vereinten Nationen in Betrieb gehalten werden. Das könnte ein Schwachpunkt sein …
Wenigstens findet Dick einen netten Freund auf dem Mond: den irren Sam, der so genannt wird, weil er mal die einheimischen Mondbewohner gesehen hat. Mit großen gelben Augen hätte ihn einer mal angestarrt. Dick meint auch: So könnte der „Basilisk“ aussehen. Bekanntlich versteinerte der Blick dieses Fabelwesens denjenigen, der ihn ansah. Mit Sam fliegt Dick auf einem Raumfloß zu einer Gegend, wo sich Edelsteine en masse finden. Dort werden sie fast von einem Felsbrocken erschlagen. Will ihnen jemand an den Kragen?
Je mehr Dick Detektiv spielt und sich damit zunehmend unbeliebt macht, desto mulmiger wird ihm auf dem Mond. Dennoch lässt er sich durch kodierte Funksprüche, fiese Kameraden und weitere Anschläge nicht unterkriegen. Erst als er herausfindet, dass das Leben seines Vaters in ernster Gefahr ist, muss er sich zum Äußersten entschließen. In einer waghalsigen Aktion setzt er sein Leben ein.
Mein Eindruck
Exotisches Universum für den Meistbietenden
Dieses spannende Abenteuergarn für Jungs (Frauen kommen nur als Stewardess vor) versetzt den erstaunten heutigen Leser in die Steinzeit der Science-Fiction, ins Jahr 1952/53. Die Venus stellt sich der Autor als tropisches Paradies à la Südsee vor. Der Mars ist zwar staubtrocken, aber von wasserführenden Kanälen à la Venedig durchzogen und (ebenso wie der Mond!) mit pittoresken Ruinenstädten der Ureinwohner dekoriert. Der Mond ist in den Kratern mit schwarzem Glas und Lava überzogen, die Juwelen warten nur auf den glücklichen Finder.
Allein für die Eroberung dieser Urlaubsparadiese würde sich die Expansion der Erdherrschaft lohnen, suggeriert uns der Autor. Nur der böse, fiese Basilisk macht den Erdträumen einen Strich durch die Rechnung: Er hat selbst Pläne für die Weltherrschaft. Allerdings sind dabei auch eine Million Tote eingeplant.
Der kurze James Bond
Um den Basilisken zu stoppen, stellen sich jedoch alle Erwachsenen als irgendwie zu dämlich oder borniert an. Das findet zumindest Dick Murdock, unser aufgeweckter Junge mit intimen Kenntnissen des Fotografierens, des Code-Entschlüsselns und des Chemiekastens. Dieser Tausendsassa ist ein wahrer James-Bond-Ersatz. Sein Problem ist nur, dass ihn – außer seinem Vater – keiner ernst nimmt. Er muss also noch zwei Jahre drangeben, dann ist er endlich reif für die Aufnahme in die Raumakademie: sozusagen der Ritterschlag für die Rettung des Universums.
Wie man von einem James Bond mit Geheimagentenwissen erwarten kann, ist die Handlung prall mit Action gefüllt, es gilt, die Schurken ausfindig zu machen und auszuschalten. Dass Dick dabei selbst mehrmals sein Leben wagen muss, versteht sich von selbst. Dass dabei so mancher logische Denkfehler auftritt, ist hingegen nicht ohne Weiteres hinzunehmen. Und dass Dick einem Anschlag mit Blausäure entkommt, grenzt schon ans Mirakulöse.
Fortsetzung des Zweiten Weltkriegs mit anderen Mitteln
An vielen Stellen musste ich daran denken, dass Jack Vance während des Zweiten Weltkriegs in der amerikanischen Handelsmarine diente und dabei mehrmals von japanischen U-Booten torpediert wurde. Deren Rolle nimmt der „Basilisk“ ein. Als wir ihn endlich zu Gesicht bekommen, hat er zwar keine japanischen Schlitz-, sondern nur Glubschaugen, doch die Farbe Gelb ist ebenso dominant: die „Gelbe Gefahr“ ist amerikanischen Jungs (und Seefahrern) zur Genüge bekannt.
Die Kriegsmarine der Erde befindet sich nach dem Rückzug der Vereinten Nationen vom Mond in einer extrem geschwächten Position – genau wie die US-Flotte nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Doch dann lief ein beispielloses Flottenbauprogramm an. Und dessen Erfolge zeigen sich schließlich auch in Vances Romanhandlung. Merke: Die Amis mögen zwar angeschlagen und blöd sein, aber sie sind fähig zur Umkehr und sich wieder aufzurappeln – wenn nur die Jugend ordentlich mitmacht. Jungs, der Geheimdienst braucht euch!
Die Übersetzung
… muss wohl in den fünfziger oder frühen sechziger Jahren entstanden sein. Sie ist gespickt mit altmodischen Ausdrücken, die heute niemand mehr benutzen würde. So etwa „galvanische Spannung“ oder „zaudern“ statt „zögern“. Leider steht im Impressum keine Information, von welchem Verlag |Bastei-Lübbe| das Buch lizenziert hat. Könnte ein alter west- oder sogar ein ostdeutscher Verlag gewesen sein.
Unterm Strich
„Freibeuter des Alls“ ist ein kurzweiliges und spannendes James-Bond-Abenteuer für amerikanische Jungs mit Unternehmungsgeist. Dies sorgt für sehr gute Unterhaltung. Dick könnte ein Vorbild sein, wenn er nicht noch klüger als Harry Potter und technikverliebter als Artemis Fowl wäre.
Die unterschwellige Ideologie ist durchgängig die des Kalten Krieges der Eisenhower-Ära, so dass vor dem Missbrauch der Atomenergie keineswegs gewarnt wird. Vielmehr ist der Feind beim Totalitarismus zu suchen, der nicht nur brutale Schurken beschäftigt, sondern auch noch ein doppeltes Gesicht trägt: Russen, Chinesen – Japaner womöglich!
Insgesamt bietet der Roman zwar nicht Heinlein-Niveau, aber auch nicht dessen libertären Militarismus, der zu solchen Machwerken wie [„Starship Troopers“ 495 führte. Vances Helden sind alle Individualisten: Sie verbessern zwar die Welt, brauchen dafür aber weder Familie noch die Army. Das zeigt sich auch in den Dämonenprinz-Detektivromanen.
Der Autor
Jack Vance hat zahlreiche Trilogien und Zyklen geschaffen, die allesamt mit großer Liebe zum Detail geschaffene Vertreter des romantischen Abenteuer-Thrillers sind. Häufig wird die Handlung nach dem Vorbild eines Agententhrillers aufgebaut, so etwa in der |Dämonenprinz|-Serie.
Er gilt als wichtigster Vertreter der |Planetary Romance|, also für Abenteuer, die auf einem ganzen Planeten spielen, wobei der Planet sicherlich eine Hauptrolle spielt. Die |Cadwal|-Chroniken („Araminta Station“ usw.) etwa spielen auf Cadwal, einem Naturschutzgebiet von Planetengröße.
Jack Vance wurde 1916 in San Francisco geboren und wuchs im idyllischen San Joaquin Valley auf. Das prägte seine Liebe für das Land, die selbst in abgewandelten Polizeithrillern wie der „Dämonenprinz“-Serie immer wieder aufscheint.
Vance studierte Bergbau, Physik und schließlich Journalismus. Im 2. Weltkrieg war er Matrose bei der Handelsmarine und befuhr den Pazifik. Er wurde auf zwei Schiffen Opfer von Torpedoangriffen. Ansonsten weiß man wenig über ihn: Er lebt in Oakland, liebt alten Jazz, spielt Banjo und bereist unermüdlich die Welt.
Seine Karriere begann 1945 mit der Story „The World Thinker“ in dem Magazin „Thrilling Wonder Stories“. Bis 1955 schrieb er abenteuerliche Science-Fiction, die bereits durch farbig geschilderte Schauplätze und spannende Handlungsbögen auffiel. Es war das Goldene Zeitalter der Magazin-Science-Fiction. 1950 wurde sein erstes und berühmtestes Buch publiziert, der Episodenroman „The Dying Earth“. Die Episoden spielen in einer fernen Zukunft, in der die Wissenschaft durch Magie abgelöst wurde. Dadurch spannt sich die Handlung zwischen reiner Science-Fiction und einer Spielart der Fantasy, die nicht ganz von der Logik aufzulösen ist. Herausstechende Stilmerkmale sind bereits die Ironie in Sprache, Handlungsverlauf und Figurenbeschreibung, aber auch schon der Detailreichtum darin. In der Science-Fiction wurde Vance selbst zu einem „world thinker“, der exotische Kulturen mit ulkigen Bräuchen und Sitten erfand, so etwa in der wunderbaren Novelle „Die Mondmotte“ (Musik als eine Form der Kommunikation).
Vance schrieb ab 1957 etwa ein Dutzend Kriminalromane, darunter auch unter dem bekannten Pseudonym Ellery Queen. Er bekam sogar für einen Roman, „The Man in the Cage“, einen |Edgar| verliehen. Dieser kriminalistische Einschlag findet sich in mehreren von Vances Hauptfiguren wieder, darunter bei den galaktischen Spürhunden Magnus Ridolph, Miro Hetzel und Kirth Gersen. Gersen ist der Held der |Dämonenprinz|-Serie, der Rache an fünf grausamen Sternkönig-Aliens nimmt.
Vances Stärke ist sein Prosastil. Er baut in wenigen beschreibenden Detail eine Atmosphäre, eine Stimmung auf, die er dann immer wieder mit wenigen Schlüsselwörtern aufrufen kann. Insofern ist Vance, fernab von jeglicher |Hard SF|, der farbigste und barockeste Autor im Genre, dessen charakteristische Sprache in jedem beliebigen Absatz erkennbar ist.
Leider verstand er es in seinen Werken bis in die 80er Jahre nicht, eine Geschichte durch eine Konstruktion zu stützen, die wenigstens eine kompletten Roman getragen hätte: Er schrieb meistens Episodenromane oder Fix-up-Novels. In ähnlicher Weise ließ auch sein Interesse an Fortsetzungen nach, so dass spätere Romane in einer Serie in der Regel schwächer ausfielen als der Anfangsband.
Vance hat die Kunst der Namensgebung zu wahrer Meisterschaft getrieben: Seine Namen sind phantasievoll und haben stets den richtigen Klang. Ich weiß, woher er seine Einfälle nimmt: aus dem Mittelalter, aus exotischen Kulturen der Erde oder sonstwoher. Im 1. Band der Dämonenprinz-Serie sind dies beispielsweise die Namen „Attel Malagate“, „Lugo Teehalt“ und „Hildemar Dasce“.
Da Vance aber kein einziges Buch geschrieben hat, das ihn durch seine Thematik weltberühmt gemacht hätte – so wie es George Orwell mit „1984“ gelang -, ist er immer ein Geheimtipp, ja ein Kultautor der Science Fiction-Szene geblieben. Das bedeutet nicht, dass Vance unkritisch oder unaktuell gewesen sei: Er griff Themen wie Religion, Sprachwissenschaft, Social Engineering und Ökologie auf, um nur ein paar zu nennen.
Siehe auch die Rezension zum Erzählband „Grüne Magie„.
Taschenbuch: 269 Seiten
Originaltitel: Vandals of the Void, 1953
Aus dem US-Englischen übersetzt von M. W. Andres
Mit Illustrationen von Johann Peterka.
ISBN-13: 9783404232505
Nicholas Linnear hat den „Ninja“-Angriff überlebt, nun reist er mit seinem Boss und künftigen Schwiegervater nach Tokio, um einen Firmenfusion in die Wege zu leiten. Doch er kreuzt den Weg der Miko, einer gewissenlosen Hexe mit okkulten Kräften. Ihr Auftrag lautet, Rache an Nicholas zu nehmen. Nicholas muss alle seine erweiterten Sinne und kriegerischen Kräfte aufbieten, um gegen sie bestehen zu können. Doch für wen arbeitet sie? Eric Van Lustbader – Die Miko (Nicholas Linnear 2) weiterlesen →
Ein mysteriöser Wanderer aus dem legendären Reich Askir trifft im Gasthof „Zum Hammerkopf“ ein. Er unterrichtet den Krieger Havald und die Halbelfe Leandra über die Zersplitterung des Reiches. Leandra, Havald und einige Gefährten machen sich auf zum magischen Portal, um die Bewohner Askirs davor zu warnen, dass der brutale Herrscher Thalak auch sie zu unterjochen droht. Das Portal soll die Gefährten unmittelbar nach Askir führen. Doch stattdessen landen sie im gefährlichen Wüstenreich Bessarein …
_Der Autor_
Richard Schwartz, geboren 1958 in Frankfurt/Main, hat seine Ausbildung als Flugzeugmechaniker und ein Studium der Elektrotechnik und Informatik absolviert. Er arbeitete als Tankwart, Postfahrer und Systemprogrammierer und restauriert Autos und Motorräder. Am liebsten widmet sich der passionierte Rollenspieler jedoch phantastischen Welten. Er schreibt gern in der Nacht, so auch seinen Debütroman „Das Erste Horn“. Dieser bildet den Auftakt zum Zyklus „Das Geheimnis von Askir“:
1) [Das Erste Horn 3196 (September 2006)
2) Die Zweite Legion (März 2007)
3) Das Auge der Wüste (September 2007)
_Handlung_
Der Krieger Havald und seine Geliebte, die Magierin Leandra, haben den gefährlichen Ausflug in das unterirdische Labyrinth unterm Gasthof „Hammerkopf“ lebend überstanden. Sie und ihre Gefährten, darunter eine Dunkelelfe, wurden von einem feindlichen Magier namens Balthasar in einem uralten Tempel attackiert. Nur der Zauber der Dunkelelfe Zokora rettete sie vor der völligen Vernichtung und führte den Tod Balthasars herbei. Im Verlaufe der Aktion gingen die Geister der Untoten, die unter dem „Hammerkopf“ begraben lagen, in die Wirtstochter Sieglinde und in Ser Havald über.
Aus Sieglinde ist unter der Obhut des Geistes von Kundschafterin Serafine eine Kriegerin geworden, die nun mit ihrem Geliebten, dem vorgeblichen Räuberhauptmann und vielleicht tatsächlichen Agenten des Reiches von Askir, eine Ausbildung zur Schwertkämpferin absolviert. Zokora hat sich Varosch, einen anderen Krieger, als Ersatz für den gefallenen Rigurd zum Liebhaber genommen. Und alle zusammen versuchen nun herauszufinden, wie sie dem Reich Askir beistehen können, das von den Heerscharen des grausamen Königs Thalak bedroht wird. Askir wurde vor Urzeiten von seinem Herrscher Askannon verlassen und wird nun von zerstrittenen Emiren regiert.
Ein geheimnisvoller Wanderer, der sich Kennard nennt, unterrichtet sie, dass der nächste und schnellste Zugang zu Askirs Herrschaftsbereich in der Donnerfeste existiert, die den nahen Donnerpass gegen die Barbaren verteidigen sollte. Die Feste sei mittlerweile dem Verfall preisgegeben, doch noch immer gingen Geister umher, denen unvorsichtige Plünderer und Wanderer zum Opfer fielen. Doch in der Feste befindet sich eines der magischen Dimensionstore, wie sie es auch unter dem „Hammerkopf“ benutzt haben, und mit Hilfe der magischen Torsteine, die ihnen teils Kennard gibt und die sie teils noch von der Ersten Kompanie haben, könnten sie nach Askir gelangen, um es zu warnen. Leandra will an einem bestimmten Tag vor dem Rat des Reiches sprechen.
|Die Feste der Geister|
Nachdem sie die Passage durch die unterirdischen Gänge und die Eiswüste lebend bewältigt haben, gelangen die Gefährten in den Pass, der von der Feste versperrt wird. Die Donnerfeste ist zwar von Eis überzogen und verlassen, aber keineswegs leer. Fallen und gefährliches Ungeziefer müssen sie überwinden, bevor sie einer weiteren Gefahr gegenüberstehen: ein Agent Thalaks greift sie an. Der Feind weiß offenbar, dass sie hier sind. Weil Havald inzwischen erblindet ist, müssen die anderen für ihn kämpfen. Sein Bannschwert Seelenreißer nützt ihm wenig. Doch die Verteidigung gelingt ebenso wie der Durchtritt durch das Tor nach Askir.
|Die Wüste|
Eines der sieben Emirate von Askir ist Bessarein, und es besteht hauptsächlich aus Sandwüste. Immerhin gibt es eine gepflasterte Straße vom Tor, das in einer Ruine verborgen liegt, bis zur Hauptstadt Gasalabad. Sie stoßen auf die Spur von Wüstenräubern und retten ein verstecktes Baby aus den Trümmern eines überfallenen Zeltlagers von Reisenden. Ein Zettel besagt, das Kind heiße Faraisa und entstamme dem Haus des Baumes, ist also adliger Herkunft. Sie brauchen dringend Milch für das Kleine und kehren in dem Gasthof von Fahrd ein.
Nach einem ausgiebigen Abendessen sinken alle Gefährten in einen tiefen Schlaf – wie unvorsichtig! Havald erwacht erst drei Tage später, und dann auch noch nackt und in Ketten. Immerhin hat er Gesellschaft: sein Mitgefangener nennt sich Armin di Basra, ein ehemaliger Gaukler. Und er quasselt Havald die Ohren voll, er sei mit seiner Karawane überfallen worden und hier in Fahrds Gasthof gelandet. Vielleicht werde er als Sklave verkauft, wer weiß. Von Havalds Geliebter Leandra findet sich keine Spur. Mit dem Wächter vor der Tür ist ebenfalls nicht gut Kirschen essen.
Nun ist guter Rat teuer. Havald ist seines Bannschwertes beraubt worden, mit dem er die Ketten kinderleicht hätte zersprengen können. Aber vielleicht tut es auch ein wenig Hitzemagie …
_Mein Eindruck_
Der Roman zerfällt in zwei Teile, die ziemlich genau auf die beiden Hälften verteilt sind. Die Zäsur fällt auf den Überfall in Fahrds Gasthof, der sich als klassische Touristenfalle entpuppt. In der ersten Hälfte fand ich zu meinem Missvergnügen wenig gute Einfälle und insgesamt nur die übliche Fantasyroutinehandlung. Genauso gut hätte der Autor ein schlechtes Fantasy-Game in Prosa transponieren können – es wäre auch nicht aufregender geworden. Immerhin zeichnet sich zunehmend die überragende Bedeutung der magiebegabten Dunkelelfe Zokora ab.
|Die andere Hälfte|
Die zweite Hälfte ist in einem anderen Tonfall und mit einem guten Schuss Humor erzählt. Zwar entspricht der Schauplatz Gasalabad in allen Details dem Bagdad zu Zeiten von Harun al-Raschid seligen Angedenkens, aber es gibt einen wichtigen Unterschied. Zum einen steht in der Mitte eine exterritorialen Festung des Alten Reiches von Askir, die auf Havald eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt (in einem Traum hat ihn Askannon zum Kommandanten der verschwundenen Zweiten Legion ernannt). Und die Stadt und die Festung liegen offenbar im Streit miteinander. Als früherer Soldatenführer erkennt Havald sofort die strategischen Möglichkeiten dieser Zitadelle.
Zum zweiten lässt sich hier Magie wirken. Havald selbst kann kleine magische Tricks ausüben und so das Leben einer Prinzessin retten – und sein eigenes. Er ist von seinen Gefährten getrennt worden. Während Zokora, Varosch und die mysteriöse Natalyia bald wieder zu ihm stoßen, muss er vernehmen, dass Leandra wahrscheinlich Sklavenhändlern in die Hände gefallen ist. Es gibt in Gasalabad noch eine zweite Stadtebene: die Unterwelt.
|Feind und Freund|
Die Nebenhandlung um die Rückgewinnung der gestohlenen Torsteine erschien mir zunächst überflüssig, doch nach einer Weile stellt sich heraus, dass hier unten bereits die Agenten Thalaks ihr Unwesen treiben. Er und Zokora haben Gelegenheit, ihre Loyalität zum Alten Reich unter Beweis zu stellen, indem sie diese Agenten bekämpfen und ein imperiales Zeichen hinterlassen.
Nun wissen die Machthaber Gasalabads, die zerstrittenen Häuser sowie der Emir, dass imperiale Agenten in der Stadt sind, und finden das gar nicht lustig. Folglich hebt eine heimliche Hetzjagd auf die Gefährten an. Wie man sieht, ist diese zweite Hälfte nicht mehr Abarbeitung alter Vorgaben, wie dies die erste Hälfte kennzeichnet, sondern die Einführung zahlreicher neuer Bedingungen für das Vorgehen unserer Helden. Endlich gewinnt Havald ein Bild von den aktuellen Machtverhältnissen in Askir. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, sich gegen die zahlreicher werdenden Feinde zu behaupten. Dabei könnte er Leandra sehr gut gebrauchen, doch sie bleibt verschwunden. Sie zu finden, ist im nächsten Band zu erzählen.
|Humor|
Sehr gut gefiel mir die Entwicklung Zokoras von einem Alien zu einem halbwegs menschlichen Wesen. Es ist ungefähr so, als würde man Grace Jones bei einer Verwandlung zuschauen. Schließlich gelingt es Zokora sogar, einen Witz zu machen, über den die meisten lachen können. Auch wenn der Anlass reichlich makaber ist.
_Unterm Strich_
Es ist schon ein merkwürdiges Leseerlebnis. Da hat man die erste Hälfte des Buches mit Ach und Krach überstanden, da wird plötzlich eine völlig andere Tonart angeschlagen, nämlich genau jene, die man im Vorgängerband so schön und unterhaltsam fand. Daher ist auch mein Urteil ziemlich gespalten. Ähnelt die erste Hälfte der Nacherzählung eines durchschnittlichen Videospiels, so hat man es in der zweiten Hälfte mit recht ordentlicher Literatur zu tun. Der Autor hat sich sogar die Mühe gemacht, mal ein wenig Atmosphäre heraufzubeschwören, und das ist ihm ausnehmend gut gelungen. Es kann eben nicht immer nur Action geschildert werden, auch wenn die Leser (zu Recht) darauf bestehen.
Sieben Jahre nach dem fatalen Erstkontakt startet die Providence Five. Es ist das größte und modernste Kampfschiff und soll die Menschheit vor ihrem bisher schlimmsten Feind schützen: Aliens, die sich so grundlegend von uns unterscheiden, dass keine Kommunikation mit ihnen möglich ist. Die Besatzung der Providence besteht nur aus vier Personen, deren Aufgabe es ist, das Schiff zu überwachen und durch Videos in den Sozialen Netzwerken den Menschen auf der Erde von ihren vermeintlich heroischen Taten zu berichten. Doch die Schiffs-KI hat andere Pläne: Sie fliegt einen Bereich an, der so weit von der Erde entfernt ist, dass der Kontakt zur Flotte abbricht. Hier befindet sich die Hauptbasis der Außerirdischen. Für Gilly, Talia, Anders und Jackson wird der Kampf im All plötzlich sehr, sehr real … (Verlagsinfo) Max Barry – Providence. SF-Roman weiterlesen →
Ein Sprachfest: Evolution im Zeichen des Dominosteins
Die Lotterie Domino Bones bestimmt das Leben und das Bewusstsein der Bewohner von Manchester. Kleine Miniroboter berieseln jeden Bürger mit ihren Werbesprüchen, und jeden Freitag, wenn Ziehung ist, tritt die üppige Lady Luck auf, die Galionsfigur der Lotterie. Doch in Wahrheit gibt es nur einen Gewinner: AnnoDomino, die Company hinter der Lotterie.
Eine Gruppe von Mathestudenten untersuchen die Geheimnisse hinter der Lotterie. Sie entdecken die beängstigenden Möglichkeiten, die in der Lotteriemanie liegen. Die Company übernimmt Manchester wirklich, denn sie verfügt über die Nymphomation, einen evolutionären Prozess mit der Kraft, die Träume der Stadt zu übernehmen…
Der Roman ist im Grund eine echte Räuberpistole, nur dass sie sich um eine neue Computergeneration dreht.
|Der Autor|
Ian Watson gehört zu den besten britischen Autoren in der Science-Fiction und Fantasy, sicherlich aber ist er einer der intelligentesten. Er beherrscht es routiniert, eine verzwickte, aber spannende Handlung auf einigen gewagten wissenschaftlichen Theorien aufzubauen. In „Quantennetze“ ist die Anwendung der Quantenphysik auf die Computertechnik eine solche Theorie.
_Handlung_
Clare Conway, britische Wissenschaftlerin in Cambridge, wollte auf der Konferenz „Harte Fragen“ in Tucson, Arizona, eigentlich nur von ihrer Auffassung erzählen, dass das menschliche Gehirn auch als eine Art Lichtwellen-Computer betrachtet werden könne. Doch sie wollte dann doch nicht auf Jacks Begleitschutz verzichten, als ihr Foto, das sie splitternackt am Rivierastrand zeigt, in der Regenbogenpresse auftaucht – sehr zum Verduss ihrer Uni-Leitung. Jack, der, wiewohl verheiratet, in Clare verknallt ist, findet das Foto toll, insgeheim.
Im Wilden Westen Anfang des 21. Jahrhunderts angekommen, hat sie auch bald allen Grund dazu, für Jacks Anwesenheit dankbar zu sein: Zwei Leichen liegen in ihrem Hotelzimmer. Sie wird von einer verrückten, technikfeindlichen Sekte entführt. Deren Anführer, Gabriel Soul, hat von gefangen genommenen russischen Agenten erfahren, dass Clare eigentlich die Computerfirma QX im Silicon Valley besuchen soll, die den supergeheimen, superschnellen Quantencomputer Q hergestellt hat. Diesen Computer will der verrückte Gabriel mit Clares Hilfe vernichten – oder zumindest für seine eigenen Zwecke missbrauchen.
Doch als Gabe es wider alle Erwartungen und Hindernisse geschafft hat, sich den Q-Computer zu krallen, geschehen einige unerwartete Dinge mit der Realität. Q operiert in mehreren Paralleluniversen gleichzeitig und ist daher um mehrere Faktoren schneller als alle anderen Computer. Seine Dekodierungsgeschwindigkeit würde alle Geheimnisse von Wirtschaft und Regierung offen legen und manipulierbar machen.
Als der Computer erstmals von einem Unbefugten eingeschaltet wird, gehorcht er prompt. Der Befehl lautet: „Rette mich!“ Q ändert die Realität. Und nur Clare und Jack merken, dass die nun folgenden Realitätswechsel zu einer Katastrophe führen müssen. Jack überlebt – um einen hohen Preis.
_Mein Eindruck_
Der Roman ist im Grund eine rechte Räuberpistole, in der Gabriel Soul und mafiose Gestalten die Hauptrolle spielen. Clare und Jack, die beiden Unschuldsengel aus dem Elfenbeinturm der reinen Wissenschaft, sind lediglich unter die Räuber und Teufel gefallen, die in der modernen Wirtschaft den Ton anzugeben scheinen – und wenn man Bill Gates‘ Gebaren vor dem Gericht anschaut, dann könnte das auch hinkommen. Watson nutzt zahlreiche Gelegenheiten, ironische Seitenhiebe auszuteilen: Auf Konferenzen, Polizisten, Sektenführer, FBI, Computergenies und viele andere. Dennoch vermittelt er zudem einen |sense of wonder|: Nachdem Q eingeschaltet wurde, ist nichts mehr wie zuvor, und die Achterbahnfahrt beginnt.
Watson verrät mit vielen Details, dass er die Orte, die er beschreibt, selbst gesehen hat: San Francisco, Tucson, das Silicon Valley, und Cambridge sowieso. Er vermittelt das Gefühl, dass man seinen Angaben, da sie so glaubwürdig scheinen, bedingungslos vertrauen kann. Die „freiwillige Aufgabe der Ungläubigkeit“, wie Coleridge formulierte, wird umso leichter.
|Noch was:| Der Klappentext erzählt mal wieder Stuss: Clare hat den Computer Q nicht „vollendet“. Sie hat nur davon gehört.
|Originaltitel: Hard questions, 1996
Aus dem US-Englischen übertragen von Bernhard Kempen|
1) „Das Schwert aus dem Feuer“
2) „Der Pfad der Jägerin“
3) „Die silberne Klinge“
4) „Der Auserwählte“
Magie und Schwertkampf: Artus und Merlin lassen grüßen
In Thrandor, dem Nachbarkönigreich von Shandar, glaubt niemand an Magie – auch Calvyn nicht. Bis ein alter Magier ihn zu seinem Schüler macht, um den Waisenjungen für die schwere Aufgabe auszuwählen, die ihm vorbestimmt ist. Denn Calvyn ist „Das Schwert“. Er allein, so besagt die Prophezeiung, kann die böse Macht besiegen, die in dem Blut-Amulett schlummert.
Unter dem Einfluss jenes verruchten Amuletts wiegelt Lord Demarr die Stämme der Nomaden zum Krieg gegen Thrandor auf. Als das gewaltige Heer dessen Königssitz Mantor erreicht, gibt es nur noch eine Hoffnung: Calvyn und sein Zauberschwert. Kann er den Bann brechen, der auf Demarr liegt, bevor der Graf das ganze Land ins Verderben stürzt? (abgewandelte Verlagsinfo) Mark Robson – Das Schwert aus dem Feuer (Das Vermächtnis von Thrandor 1) weiterlesen →
600 Jahre in der Zukunft ist die Menschheit auf acht Welten des Sonnensystems verstreut, vertrieben von Alien-Invasoren. Seit 400 Jahren profitieren die Menschen von einem Informationsstrom aus dem Sternbild Ophiuchus. Nun bereitet die Freie Erd-Partei einen Gegenschlag vor, und die Gentechnikerin Lilo Alexander-Calypso soll als vervielfältigte Agentin des Parteichefs den Angriff einleiten. Doch Lilo wäre viel lieber frei und unabhängig … John Varley – Der heiße Draht nach Ophiuchi. SF-Roman weiterlesen →
Tarl Cabot, der sich nun Bosk nennt und als Kapitän und Kaufmann agiert, gelangt zu Reichtum und Ruhm in Port Kar. Doch die Suche nach Talena lockt ihn in die gefährlichen und unzugänglichen Wälder des Nordens. In dieser Wildnis fällt er in die Hände der Panthermädchen, aber eine noch größere Gefahr droht ihm von einem – scheinbar unbekannten – Gegner. (Verlagsinfo) John Norman – Hunters of Gor (Gor 8) weiterlesen →
Spannender SF-Krimi mit Schreckensvisionen
„Die Nano-Blume“ ist der Abschlussband der furiosen Mindstar-Trilogie, mit der sich der Brite Peter F. Hamilton seinen Platz auf den vordersten Ränge im Science Fiction-Genre erobert hat: eine gekonnte, rasante Mischung aus Detektivkrimi und Science Fiction, ein Actionreißer aus der nahen Zukunft, in dem auch Aliens ein Wörtchen mitreden. Peter F. Hamilton – Die Nano-Blume (Mindstar 3) weiterlesen →
Offenbar verspürt jeder erfolgreiche SF-Autor einmal den unstillbaren Drang, einen richtig großen Roman zu schreiben, der dem Leser eine Krisen-Welt im Panorama zeigt. 1994 reiht sich auch John Barnes ein: „Was geschieht mit der Welt, wenn der Mensch eine natürliche Bombe – willentlich oder unwillentlich – zündet und die Gesetze der Chaostheorie auf die Folgen angewendet werden?“ Im Jahr 2028 löst eine Atomexplosion am Nordpol die Freisetzung der ozeanischen Methanvorräte aus. Diese verändern das Weltklima und die Meeresströmungen dramatisch. Gigantische Wirbelstürme machen die Küsten platt, und nach dem Versiegen des Golfstroms erlebt Europa eine Eiszeit.
Eine gekonnte, rasante Mischung aus Detektivkrimi und Science-Fiction, ein Actionreißer aus der nahen Zukunft. Dies ist der zweite Band der furiosen Mindstar-Trilogie, mit der sich der Brite Peter F. Hamilton seinen Platz auf den vordersten Ränge im Science-Fiction-Genre erobert hat.
Mit seiner Mindstar-Trilogie verhalf der Engländer Hamilton der Space-Opera in der Science-Fiction wieder zu neuen Ideen und neuem Glanz. In stilistischer Hinsicht ist „Das Mord-Paradigma“ ein spannender Actionkrimi vor dem Hintergrund einer phantasievoll weitergeführten Wirklichkeit.
Es ist das Jahr 2600. Die Menschheit entdeckt endlich ihr ganzes Potential. Hunderte von Kolonien, verstreut über die ganze Galaxis, bieten eine Unzahl unterschiedlichster Kulturen und unermesslichen Reichtum. Gentechnik hat die Grenzen der Natur gesprengt. Der Handel blüht und die Konföderation sorgt für Frieden und Sicherheit. Ein goldenes Zeitalter ist angebrochen. Doch etwas ist schiefgelaufen. Auf einem kleinen, unscheinbaren Planeten trifft ein Mensch unvermittelt auf ein vollkommen nichtmenschliches Wesen – und löst die Apokalypse aus: eine Macht, die all unsere Ängste wahr werden lässt … Endlich liegt der Armageddon-Zyklus von Science-Fiction-Großmeister Peter F. Hamilton in komplett neuer Ausstattung vor. (Verlagsinfo zur Neuausgabe anno 2017)
Band 2: „Die Besessenen breiten sich scheinbar unaufhaltsam über Lalonde aus. Die Konföderation entsendet eine Flotte, um ihnen Einhalt zu gebieten. Kann sie verhindern, dass der Planet aus dem Universum entführt wird? Gleichzeitig wird eine skrupellose Frau nach langer Zeit im Exil wieder aktiv, um uralte Rachepläne zu verfolgen. Wenn es ihr gelingt, den Geheimdiensten zu entkommen, droht dem gesamten Universum größte Gefahr …“ (Verlagsinfo)
Es ist das Jahr 2600. Die Menschheit entdeckt endlich ihr ganzes Potential. Hunderte von Kolonien, verstreut über die ganze Galaxis, bieten eine Unzahl unterschiedlichster Kulturen und unermesslichen Reichtum. Gentechnik hat die Grenzen der Natur gesprengt. Der Handel blüht und die Konföderation sorgt für Frieden und Sicherheit. Ein goldenes Zeitalter ist angebrochen. Doch etwas ist schiefgelaufen. Auf einem kleinen, unscheinbaren Planeten trifft ein Mensch unvermittelt auf ein vollkommen nichtmenschliches Wesen – und löst die Apokalypse aus: eine Macht, die all unsere Ängste wahr werden lässt … Endlich liegt der Armageddon-Zyklus von Science-Fiction-Großmeister Peter F. Hamilton in komplett neuer Ausstattung vor. (Verlagsinfo zur Neuausgabe anno 2017)
Paris im 22. Jahrhundert: Der Niedergang der Kulturzentren der Welt, darunter Paris, manifestiert sich in verlassenen Wohnblöcken, dschungelartigen Straßen. Hier hausen die arbeitslosen „Antriebsmänner“, jene Navigatoren, die die Sternenschiffe einst mit der Kraft ihres Geistes zu den fernsten Zielen lotsten. Man hat sie nach der Einführung der übergangslosen KV-Interfaces – Direktverbindungen zu den Kolonien – alle entlassen, die stolzen Schiffe verschrottet. Viele Antriebsmänner setzen ihrer sinnlosen Existenz ein freiwilliges Ende.
Antriebsmann Ralph Mirren bekommt ein unverhofftes Angebot: Er soll ein restauriertes Schiff zu einer der Randwelten steuern, streng geheim natürlich und illegal. Mirren sagt sofort zu, denn die Gelegenheit, sich geistig wieder mit dem Nada-Kontinuum zu vereinen, würde das ersehnte Ende seines langen Entzugs von dieser höchsten quasi-religiösen Erfahrung bedeuten. Er nimmt seinen Bruder Bobby mit. Bobby lebt seit seinem letzten Flug zeitversetzt: Er erlebt das, was vor 24 Stunden geschah, als die Gegenwart.
Auf der Randwelt |Hennessy’s Reach| angekommen, findet Ralph heraus, was mit Bobby passiert war. Auf Reach existieren noch Reste der insektenhaften, intelligenten Alien-Urbevölkerung, die Lho. Die geistliche Lho-Elite hatte mit ihren Psi-Kräften versucht, Bobby zur ewigen Einheit mit dem Nada-Kontinuum zu verhelfen. Weil die menschliche Technik den Kontakt abbrach, wurde Bobbys Geist geschädigt. Nun, auf dem Flug nach Reach, wird Bobby wiederhergestellt und selbst mit Psi-Kräften ausgestattet: Er ist der erste menschliche „Verwirklicher“. Auch Ralph wird diese Ehre zuteil und er erkennt, dass das Universum, das er im Nada-Kontinuum wahrnimmt, durch die Energieausbrüche der Interfaces in seiner Existenz bedroht ist.
Die Lho werden von der faschistischen „Danzig-Organisation“ systematisch ausgerottet. Ralph und Bobby retten die letzten Überlebenden und kehren zur Erde heim. Ihr Auftraggeber ist ein ehemaliger Danzig-Anhänger, jetzt ein Nadaner. Allen zusammen gelingt es, die Interfaces zu schließen. 15 Jahre später fliegen die Antriebsmänner als „Verwirklicher“ wieder Raumschiffe.
_Fazit_
Eric Brown ist bei uns mit exzellenten, einfallsreichen Kurzgeschichten bekannt geworden, die unter dem Titel „Pithecanthropus Blues“ (Heyne) erschienen. Auch „Das Nada-Kontinuum“ belegt sein Talent für Sprache, geschickten Handlungsaufbau, lebendige Charakterzeichnung und überraschende Einfälle. Actionreiche Passagen wechseln sich mit psychologisch fundierten Retrospektiven ab. So genannte „Flashbacks“ liefern paketweise die – in Mirrens Gehirn gelöschte – Vorgeschichte. Eine Nebenhandlung um eine Pariser Malerin, die von Reach stammt und mit den Lho Kontakt hatte, bildet ein Gegengewicht zu Mirrens Geschichte.
„Das Nada-Kontinuum“ mag vielleicht ein „langsames“ Buch sein, aber die Geduld lohnt sich!
|Originaltitel: Engineman, 1994
Aus dem Englischen übertragen von Yoma Cap|
Michael Bishop hat seine lange, Aufsehen erregende Novelle „Tod und Bestimmung unter den Asadi“ 1979 zu dem Roman „Transfigurationen“ (ebenfalls bei Heyne) ausgebaut. Doch auch so ist die xenobiologische Story vom Forscher, der langsam die Eigenarten und Abgründe einer Alien-Zivilisation entdeckt, immer noch packend. Das Titelbild passt nur zu Bishops Roman „Das Herz eines Helden“. Die Illustrationen von Klaus D. Schiemann geben die teils gruselige Atmosphäre viel besser wieder.
Der Autor
Michael Lawson Bishop (* 12. November 1945 in Lincoln, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Autor, der in erster Linie Science-Fiction-Literatur schreibt. Er besitzt einen Master-Abschluss in Englisch der University of Georgia und unterrichtete an verschiedenen Schulen und Universitäten. (Quelle: Wikipedia)
Der Science-Fiction-Roman erzählt in detailgenauen und farbigen Schilderungen vom Leben auf zwei der von Menschen vor langer Zeit terraformierten und besiedelten Welten. Genauer gesagt: Es geht um die radikale Änderung der menschlichen Kultur auf den zwei Welten. Und erst dadurch wird der Roman wirklich interessant. John Barnes – Eine Million offener Tore (Giraut 01) weiterlesen →
Hunderte von Jahren hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschheit heimlich manipuliert. Nun hat es einen Krieg angezettelt, der in der Zerstörung der bewohnten Systeme gipfeln soll. Der Feind: eine grässliche fremde Spezies, der Dutzende von Welten in die Hände fallen. Die Navy wehrt sich mit kriegsentscheidenden Superwaffen, muss jedoch feststellen, dass die gegnerische Flotte ebenso gut bewaffnet ist. Wie der Gegner an diese Waffen gelangt ist, bleibt ein Rätsel. Wurde das streng geheime Verteidigungsprojekt von den Agenten unterwandert? Oder ist die Wahrheit sogar noch schlimmer? (Verlagsinfo)
Der Konflikt der Menschheit mit den Primes, einer kriegerischen Spezies, spitzt sich zu … Das Commonwealth steckt eine Niederlage nach der anderen ein … Steckt hinter alledem ein geheimnisvolles Wesen namens Starflyer? Oder gibt es Verräter im System? Abschluss der erfolgreichen Commonwealth-Saga von Peter F. Hamilton. (Amazon.de)
Die Welt im Jahr 2100 ist nicht für alle von strahlendem Glanz. Ein junges Paar mit hohen Idealen versucht auszusteigen, scheitert, fällt sozial auf die niederste Stufe und wird wundersam gerettet.
Das Titelbild zeigt, wie alle Romane dieser Wells-Reihe beim |dtv|, ein Motiv, das H. R. Giger, der Alien-Schöpfer, anfertigte: eine biomechanische Frau aus dem Jahr 1974. Ein ähnliches Motiv findet sich auf der LP „Brain Salad Surgery“ von der Band Emerson, Lake & Palmer, auch aus dieser Zeit.