Ist die Erde noch zu retten? Zu lange hat man gezögert, obwohl sich die Katastrophe längst abzeichnet. Es wurde viel geredet und publiziert, aber niemand wagte es, die notwendigen drastischen Schritte zu unternehmen. Im Gegenteil: jeder versuchte noch schnell seinen Reibach zu machen – auf Kosten der Zukunft und der folgenden Generationen.
Doch die Macher und Zuwachsoptimisten, die sich seit Jahrzehnten in die Tasche lügen, sehen sich zunehmend militanten quasi-religiösen Bewegungen konfrontiert, die propagieren, Gaia sei nur noch zu retten, wenn der Mensch verschwinde. Und sie machen Ernst. (Verlagsinfo)
Seit Äonen fliegt ein Generationsraumschiff durchs Weltall. Das Ziel ist längst vergessen, die Besatzung in primitive Stämme zerfallen, deren Mitglieder einander bekämpfen. Um dem dumpfen Stillstand zu beenden, begibt sich eine kleine Gruppe auf die gefährliche Suche nach dem legendären „Kapitän“ … – Das Ringen um die eigene Geschichte bzw. Identität im Rahmen einer Weltraumfahrt wird intensiv, d. h. abenteuerlich und düster zugleich dargestellt. Schon in diesem Frühwerk erweist sich Brian W. Aldiss als Meister der Science Fiction, deren Hightech er durch klug erdachte soziale Extrapolationen ergänzt: Im Mittelpunkt steht der Mensch, für den Zukunft hier keineswegs Fortschritt bedeutet.Brian W. Aldiss – Starship. Verloren im Weltraum weiterlesen →
Die Geister, die ich schuf, werd ich nicht mehr los!
Ein Thriller, der auf einem realen parapsychologischen Experiment beruht: Acht Freiwillige wollen einen Geist erschaffen. Der Erfolg kommt schneller als erwartet, doch das Experiment gerät außer Kontrolle. Der Geist verhindert den Abbruch der Sitzungen – das Grauen beginnt… (Verlagsinfo)
„EX“ basiert auf einem Experiment, das Anfang der siebziger Jahre in Toronto tatsächlich stattfand. David Ambrose macht einen effizienten Thriller daraus. Aufgrund der zeitlichen Abfolge kann sein Buch durchaus dem weitaus bekannteren Stephen King und dessen Roman „Sara“ (O-Titel „Bag of Bones“) als Anregung gedient haben. Auch in „Sara“ geht es um Geister und die Schatten der Vergangenheit.
Ein Blitzkrieg verheert den Osten der USA. Der halbe Kontinent ist verwüstet, die Bevölkerung verseucht. Da kein Gegenmittel bekannt ist, werden die wenigen Überlebenden mit Waffengewalt ferngehalten. Im Osten herrschen Hunger und Tod. Ein Ex-Soldat versucht die Grenze zu durchbrechen … – Diese scheinbar typische „Doomsday“-Science-Fiction aus der Ära des Kalten Krieges überrascht durch eine differenzierte Weltsicht. Der Angreifer wird nie enthüllt; Autor Tucker konzentriert sich auf den Überlebenskampf der Opfer, die von ihren eigenen Mitbürgern ausgegrenzt werden, bis sie hoffentlich bald gestorben sind: keine Lektüre für Trump-eltiere.Wilson Tucker – Die Unheilbaren weiterlesen →
Hannah Green ist elf Jahre alt und mit ihrer Gesamtsituation relativ unzufrieden. Ihre Mutter ist in England bei einem anderen Mann, ihr Vater hat sich verdünnisiert und die Entdeckung, dass ihr Großvater der Uhrmacher des Teufels ist, muntert sie auch nicht gerade auf. Ganz davon zu schweigen, dass der Teufel selbst auftaucht, weil er ein Problem hat: Die Maschine, die Mr. Green vor 200 Jahren für ihn gebaut hat, lenkt nicht mehr die für die Hölle bestimmten Seelen in die Hölle, sondern auf die Erde. Des Teufels Herrschaft wird in Frage gestellt, und zwar von seinen engsten Mitarbeitern – den Gefallenen Engeln. Um ihm zu helfen, alles wieder ins Lot zu bringen, öffnet Hannah Green das Tor zur Hölle. Doch es ist eine höchst sonderbare Unterwelt…
Jake und die Monster: Existenzkampf in der Zeitschleife
Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt … (Verlagsinfo) Ransom Riggs – Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children / Die Insel der besonderen Kinder (Die besonderen Kinder 1) weiterlesen →
Auf seiner langen, bisher vergeblichen Suche nach der verschollenen Erde strandet Earl Dumarest auf Gath. Dort steht der jährliche ‚Sturm‘ bevor, der nicht nur die Luft bewegt, sondern auch Menschenhirne mit lebensgefährlichen Folgen beeinflusst. Der Versuch einer rechtzeitigen Abreise scheitert, stattdessen wird Dumarest in eine politische Intrige verstrickt und legt sich mit dem mysteriösen Cyclan an … – Der erste von mehr als 30 Serienbänden bietet ein flaches, leidlich unterhaltsames Science-Abenteuer und erstaunt bzw. deprimiert durch ein düsteres, keineswegs fortschrittliches Zukunftsbild: SF von gestern, simpel, aber passagenweise durchaus effektvoll.E. C. Tubb – Planet der Stürme (Earl Dumarest 1) weiterlesen →
1995 veröffentlichte David Eddings mit seiner Frau Leigh mit „Belgarath der Zauberer“ (siehe meinen Bericht) den Starband zur Trilogie „Aldurs Auge“), ein Zusatzwerk zu den Belgariad- und Malloreon-Zyklen. Darin erzählte Belgarath aus seiner 3000-jährigen Tätigkeit zur Rettung der Welt vor dem abtrünnigen Gott Torak und zur Rettung der rivanischen Königslinie, aus der Garion usw. hervorgingen. Der Roman, obwohl weit weniger actiongeladen als die Zyklen, war leidlich spannend, wenn auch ob seines 1000-Seiten-Umfangs schwer zu bewältigen.
„Polgara die Zauberin“ schildert die GLEICHEN 3000 Jahre aus weiblicher Sicht, nämlich aus der der Tochter des großen Belgarath. Klingt das irgendwie überflüssig? Das ist es auch. Nur wirkliche Fans von Belgarath und Co. werden sich dafür begeistern.
In den zur Diktator entarteten USA nutzen Rebellen eine Erfindung, die sie auf Ameisenformat schrumpfen und die Verteidigung des bisher übermächtigen Gegners unterwandern lässt. Der schlägt brutal zurück, was den Einfallsreichtum der Freiheitskämpfer erst recht herausfordert … – Autor Watkins kombiniert Orwells „1984“ mit einer typischen Science-Fiction-Idee: der Miniaturisierung des Menschen, der sich den Überraschungen des Mikrokosmos‘ stellen muss. Die simple Handlung leidet unter (zu) vielen, detailfroh geschilderten Kampf- und Metzel-Szenen, bleibt aber – auch aufgrund ihrer Kürze – in der Spur und ist spannend.William Jon Watkins – Gegner des Systems weiterlesen →
Zum ersten Mal werden deutschen Lesern (elf) Storys aus dem „Magazine of Fantasy and Science Fiction” vorgestellt; klassische SF-Themen (Kontakt mit Außerirdischen, Zeitreisen, zukünftige Supertechnik) mischen sich mit Erzählungen, die das Seltsame, Unerwartete in eine ‚normale‘ Gegenwart einbrechen lassen. Auch sonst ist das ‚überraschende‘ Ende, das der Handlung womöglich erst im letzten Satz eine gänzlich neue Wendung gibt, den meisten Autoren wichtig, wobei Jahrzehnte nach dem Ersterscheinen viele Storys altmodisch verstaubt wirken – und sind: SF als nostalgischer Rückblick.Charlotte Winheller (Hg.) – Saturn im Morgenlicht [The Magazine of Fantasy and Science Fiction 1] weiterlesen →
Miranda Romanac ist eine attraktive Frau mittleren Alters, die mit seltenen Büchern handelt und eigentlich ein erfülltes Leben führt. Nur der Mann fürs Leben fehlt ihr noch und sie hofft, auf einem Klassentreffen ihrem Ex-Freund James zu begegnen, für den sie immer noch romantische Gefühle hegt. So kommt es einem Schock gleich, als sie erfährt, dass James Stillman drei Jahre zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist.
Nach New York zurückgekehrt, lernt sie den reichen Kunsthändler Hugh Oakley kennen, der lange Zeit mit James befreundet war. Sie verlieben sich und alles scheint sich wieder zum Guten zu wenden. Doch dann wird Miranda von einer Folge unerklärlicher Ereignisse heimgesucht, die ihr buchstäblich den Teppich unter den Füßen wegziehen.… (Quelle: Amazon.de) Jonathan Carroll – Fieberglas / The Marriage of Sticks weiterlesen →
Zwei Agenten eines US-Industriekonzerns verschlägt es per Zeitmaschine ins New York des Jahres 1939. Rassismus und Antisemitismus herrschen allenthalben, doch Amerika nennt sich weiterhin eine Demokratie. Zurückgekehrt sehen die beiden Agenten ihre eigene Zeit unter dem Regime des Dryco-Konzerns mit anderen Augen.
Hinweis: „Terraplane“ ist eine alte amerikanische Automarke, die nur von 1932 bis 1939 gebaut wurde. Siehe die Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Terraplane.
Der Autor
„Jack Womack (* 8. Januar 1956 in Lexington, Kentucky) ist ein US-amerikanischer Autor. Die Thematik seiner Bücher ist im Bereich der spekulativen Fiktion angesiedelt und enthält aber auch häufig Elemente des Cyberpunk. Sein Hauptwerk ist die Ambient-Serie, die bis heute 6 Bände umfasst, in der deutschen Fassung erschienen im Heyne Verlag und bei Bastei-Lübbe. Die Reihenfolge der Veröffentlichung dieser Bücher weicht dabei von der werkimmanenten Zeitlinie ab. Jedes Buch kann aber auch für sich allein gelesen werden, da keine Vorkenntnisse aus einem anderen Band erforderlich sind.“ (Quelle: Wikipedia.de)
Mondfrau Jazz schlägt sich auf der Luna-Kolonie Artemis durch – meist hart an der Grenze zur Legalität, die sie dieses Mal jedoch (unfreiwillig) zu weit hinter sich lässt, weshalb nicht nur die mondeigene Polizei, sondern auch finstere Killer von der Erde hinter ihr her sind … – Nach seinem Sensationsdebüt versucht sich Autor Weir an einem geradlinigen SF-Thriller, der recht zäh beginnt, bis eine simple, aber spannende Handlung in Gang kommt, die sich keiner Neu-Ideen bedient, sondern ‚nur‘ unterhält: klassisches SF-Handwerk wird unnötig und kontraproduktiv zum ‚Bestseller‘ gehypt.Andy Weir – Artemis weiterlesen →
Eine Geschichte von zwei Freunden, von denen der eine Selbstmord begeht. Dieser Horror-Regisseur hinterlässt ein Vermächtnis: Bilder von Dingen, die es nicht geben kann… Ein ungewöhnlich erzählter, verwirrender und darum umso stärker berührender Phantastik-Roman, der zu Carolls Wiener Sextett gehört (s.u.).
Der Englischlehrer Thomas Abbey begibt sich mit seiner Freundin Saxony Gardner nach Galen, Missouri, denn dort lebte ihrer beider Lieblingsautor Marshall France und schrieb seine wunderbaren Kinderbücher, bis er vor wenigen Jahren starb. In Galen werden sie freundlicher empfangen als erwartet, und als Tom Frances Tochter Anna verrät, er wolle die Biografie ihres Vaters schreiben, bekommt er wider Erwarten ihre ausdrückliche Erlaubnis. Er könnte nicht glücklicher sein, als die Dinge in Galen schließlich ihr wahres Gesicht zeigen. Denn in ihnen ist der verblichene Marshall Frances gegenwärtiger als je zuvor… Jonathan Carroll – Das Land des Lachens weiterlesen →
Gattinnen-Mörder Largwell trifft die ebenfalls flüchtige Joan; das ungleiche Paar gerät in ein Sperrgebiet des Militärs, das dort ganz besondere Kinder hütet, was auf keinen Fall öffentlich bekanntwerden darf … – Der Kalte Krieg schürte die Angst vor einem atomaren III. Weltkrieg. Dieser Apokalypse soll hier ein Schnippchen geschlagen werden, wobei die Moral im Trump-Stil zur Nebensache wird. Vergleichsweise betulich erzählt Autor Lawrence eine Geschichte, die wesentlich intensiver verfilmt wurde: typisch ‚langsamer‘, reichlich angestaubter britischer SF-Katastrophen-Roman.H. L. Lawrence – Kinder des Lichts weiterlesen →
Im Kriegsjahr 1943 wird ein blutjunges US-Landei Baseball-Profi. Danny Boyle kämpft gegen Vorurteile, persönliche Probleme sowie spielerische Rückschläge und wird dabei allmählich erwachsen, wobei ihm ein besonderer Teamkamerad und Freund hilft: Frankensteins Monster … – Ungewöhnlicher „Coming-of-Age“-Roman, dessen Autor selbst für Laien spannend von einer besonderen Episode der Baseball-Geschichte erzählt und dem das Kunststück gelingt, das genannte ‚Monster‘ völlig überzeugend darin unterzubringen: seiten- und inhaltsstarkes Lesefutter!Michael Bishop – Brüchige Siege weiterlesen →
Mittag, 17. Februar 1996.
Starttermin für den ersten Zeitreisenden der Welt: Frank Mihalik. Er soll ins Jahr 1939 zurückgeschickt werden, um dort die Weltaustellung in New York zu besuchen.
Der Versuch gelingt, aber irgend etwas geht doch schief bei diesem Experiment. Was ein Tagesausflug hätte werden sollen, wird zum Horrortrip.
Er gelangt nicht wieder in die Zukunft zurück, sondern immer wieder kommt er zum selben Zeitpunkt, in derselben Sekunde, am selben Ort im Jahre 1939 heraus: Auf der Weltausstellung.
Kann er aus sich aus eigener Kraft aus dieser Zeitschleife befreien, in die er geraten ist? Oder muß er er in alle Ewigkeit die Weltausstellung des Jahres 1939 besuchen.
Ein kosmischer Slapstick durch Raum und Zeit, voll Witz, Humor und satirischen Seitenhieben. (Verlagsinfo)
Existentialistische SF: Für die Liebe zum Menschen
Dies ist die Geschichte von TECT, dem gottgleichen Computer, der in seiner Weisheit, in seiner Allmacht und in seiner maschinenhaften Gleichgültigkeit die Geschicke der Menschen verwaltet. Seine Ratschlüsse sind ebenso unergründlich wie unmenschlich. Ist TECT ein müde gewordener Gott, der seinen „Heilsplan“ durchsetzen will und gleichzeitig seine Abschaltung betreibt, um sich seiner Verantwortung für die Menschheit zu entheben?
Und es ist die Geschichte von Sandor Courane, dem guten Kerl, der immer für andere da ist, den man herumschubsen und demütigen kann und den TECT schließlich ohne Grund in die Hölle eines fernen Planeten schickt, weil er ja nur ein unbedeutendes Werkzeug ist. (Verlagsinfo) George Alec Effinger – Die Wölfe der Erinnerung weiterlesen →
Kaz und seiner Truppe ist es wider alle Wahrscheinlichkeit gelungen, in den Eispalast einzudringen und lebend wieder herauszukommen. Zwar ist der Wissenschaftler, den sie befreien sollten, bei der Aktion gestorben, aber sie haben seinen Sohn mit nach Ketterdam gebracht.
Jan van Eck, der Auftraggeber, ist allerdings nicht im geringsten bereit, einer Bande Barrelratten tatsächlich die versprochene Belohnung auszuzahlen. Wylan hat Kaz diesbezüglich bereits vorgewarnt, aber obwohl Kaz mit einem Betrugsversuch rechnet, gelingt es van Eck, ihn zu linken und Inej zu entführen. Eine ausgesprochen schlechte Idee …!Leigh Bardugo – Das Gold der Krähen (Glory or Grave 2) weiterlesen →
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