Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

J. M. Dillard – Dämonen (Star Trek TOS)

Dillard Daemonen Cover eBook 2014 kleinDas geschieht:

Der Hydrilla-Sektor war für die Archäologen vom Vulkan fast vier Jahrzehnte eine reiche Fundgrube. Nun endet die Grabungskampagne auf Beekmans Planet. Der Erfolg wird durch eine Reihe außerordentlich grausiger Morde getrübt. Da dieses Verbrechen unter den gefühlskontrollierten Vulkaniern quasi ausgestorben ist, schickt die Föderation das Raumschiff „Enterprise“ unter dem Kommando von Captain Kirk aus, um die Forschercrew zu bergen und zum Vulkan zu bringen.

Der Wissenschaftsoffizier Spock und die telepathisch begabte Dr. Anitra Lanter haben den Auftrag, die Mordfälle zu untersuchen. Dass die Zeit drängt, wird offensichtlich, als es auch an Bord der „Enterprise“ zu brutalen Morden kommt. Als die Ursache entdeckt wird, ist die Katze bereits aus dem Sack: Team-Leiter Starnn ist vor seinen Leuten auf den Vulkan gereist. In seinem Gepäck hatte er eine Reihe mysteriöser Behälter, die sich als Brutstätte körperloser Wesen entpuppen, die in die Hirne ihrer Opfer schlüpfen und diesen ihren Willen aufzwingen. J. M. Dillard – Dämonen (Star Trek TOS) weiterlesen

Marita Sydow Hamann – Das Amulett (Die Erben der alten Zeit 1)

Graswurzel-Belletristik: Fantasiereiches Runen-Allerlei

Ein verstörendes Erlebnis veranlasst das 14-jährige Findelkind Charlotta Johansson, genannt Charlie, nach ihren wahren Eltern zu suchen. Das darauf folgende Abenteuer sprengt Charlies Vorstellungen von der Welt und ihrer eigenen Rolle in ihr.

Charlie stiehlt die über sie angelegte Akte und verlässt bei Nacht und Nebel das Kinderheim, in dem sie lebt. Mit dabei: ein steinernes Amulett, das der Akte beilag. In Charlies Händen bewirkt es seltsame Dinge: Auf ihrer Flucht wird sie von dichtem Nebel umhüllt und findet sich plötzlich auf einem anderen Planeten namens Godheim wieder. In dieser mittelalterlich geprägten Welt herrscht der grausame Magier Oden, der nun auch nach Charlies Leben trachtet.

Außerdem gibt es noch Sora, eine junge Frau, die nach einem mystischen, nahezu 15.000 Jahre langen Schlaf auf dem fortschrittlichen Planeten Euripides erwacht; hier regieren Wissenschaft und Technik. Welche Verbindung besteht zwischen den beiden Welten und Mädchen? Und was hat dies mit Charlies Herkunft zu tun? Und welche Rolle spielt das Amulett dabei?

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K. J. Parker – Purpur und Schwarz

Obwohl ich meine Bücher normalerweise nicht bei Amazon kaufe, sondern im örtlichen Buchladen, gebe ich meine Einkäufe dennoch immer bei Amazon an. Warum? Weil Amazon auf der Basis dieser Angaben weitere Lektüre empfiehlt. Und diese Empfehlungen sind oft gar nicht schlecht. Eine dieser Empfehlungen war „Purpur und Schwarz“ von K. J. Parker.

Das Buch ist als Briefroman geschrieben und enthält die Korrespondenz zwischen dem Kaiser Nicephorus V. und seinem Freund Phormio, den er als Gouverneur in eine unruhige Provinz geschickt hat.

Phormio ist im Grunde ein Mann, der es gern bequem hat, und sich am liebsten mit den Wissenschaften beschäftigt. Sein Lebensziel war ein Lehrstuhl an der Universität, statt dessen muss er sich nun mit einem Aufstand herumschlagen, wofür er seiner eigenen Meinung nach absolut nicht qualifiziert ist.

Nicephorus, von Phormio Nico genannt, ist sich dessen zwar bewusst, aber er selbst hat ja auch keine Lust, Kaiser zu sein. Da sein Kaiserreich ein wüstes Gemenge aus rivalisierenden Adligen und selbstherrlichen Beamten ist, die alle nur das eine Ziel haben, den Kaiser am Regieren zu hindern, ist er auf die Unterstützung seiner alten Freunde angewiesen, denn er will den ganzen Koloss reformieren.

Die beiden kennen sich aus ihrer Jugendzeit, wobei zum Freundeskreis noch vier weitere junge Männer gehören. Drei davon hat Nico ebenfalls in seine Regierung eingebunden, einer jedoch wird seit der letzten großen Schlacht des jüngsten Bürgerkrieges vermisst. Während also Phormio mehr oder weniger erfolgreich versucht, den Aufstand niederzuschlagen, ist Nico unter anderem mit der Suche nach dem vermissten Gorgias beschäftigt.

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Michael Farris Smith – Nach dem Sturm

Das geschieht:

In einer allzu nahen Zukunft hat die Erderwärmung zu einer klimatischen Veränderung geführt, die der US-amerikanischen Golfküste nahezu ununterbrochene Wirbel- und Regenstürme beschert. Weil die Natur außer Rand und Band ist und die Schäden nicht mehr behoben werden können, hat die Regierung einen breiten Streifen der Südostküste aufgegeben. Die Bürger wurden dorthin evakuiert, wo das Wetter ein normales Leben noch ermöglicht.

Die geräumte Küstenregion ist zu einer rechtsfreien Zone geworden. Nicht alle Bewohner waren bereit, ihre Heimat aufzugeben. Von außen werden Gesetzlose und Glücksritter magisch von den leeren Städten angezogen, in denen wertvolle Güter und Schätze zurückgelassen wurden. Das Gesetz des Stärkeren regiert in der von permanenten Stürmen heimgesuchten Region. Michael Farris Smith – Nach dem Sturm weiterlesen

Peter David – Q2 (Star Trek – The Next Generation)

David STNG Q2 Cover Heyne 1999 kleinDas geschieht:

Vor einem Jahrhundert hat ihm der legendäre Captain James T. Kirk eine tüchtige Lektion erteilt, doch nun ist er wieder zurück: Trelane, der erste den Menschen bekannt gewordene Bewohner des Q-Kontinuums, Heimat kosmischer Superwesen mit quasi gottgleichen Kräften. Aus dem kindlichen „Squire von Gothos“ ist ein Jugendlicher geworden, dessen weiterhin aufbrausendes Wesen ihn zu einer Gefahr für das ‚normale‘ Universum machen. Daher haben die Q beschlossen, Trelane einen Mentor zur Seite zu stellen: Q, den die Menschen ähnlich faszinieren wie sein Mündel. Dieser stimmt zu, aber da sich Trelane als arges Problemkind herausstellt, wendet sich Q Hilfe suchend an seinen alten Freund bzw. liebsten Streitgenossen. Captain Jean-Luc Picard ist nicht begeistert, als gleich zwei Qs ihn und das Raumschiff „Enterprise“ heimsuchen.

Trelane braucht nicht lange, um sich unbeliebt zu machen. Schlimmer noch: Aus einem alternativen, zukünftigen Zeitstrom dringt ein anderer, bösartiger Trelane in diese Realität ein, der es gelernt hat, sich die kosmischen Mächte des Chaos nutzbar zu machen – und von ihnen überwältigt wurde. Unbemerkt schaltet er sein jüngeres Gegenstück aus und setzt seine Kräfte ein, das ihm lästige Q-Kontinuum hermetisch abzuschotten. Peter David – Q2 (Star Trek – The Next Generation) weiterlesen

Simon R. Green – Unter dem blauen Mond (Der Dämonenkrieg 2)

Der Dämonenkrieg

Band 1: Das Regenbogenschwert“
Band 2: „Unter dem blauen Mond“

Nachdem Prinz Rupert und Prinzessin Julia das Waldland verlassen hatten, hat es sie nach Süden in die Küstenstadt Haven verschlagen. Unter den neuen Namen Falk und Fischer haben sie dort zwölf Jahre lang als Stadtwachen gearbeitet.

Da taucht eines Tages unerwartet ein junger Mann namens Allen Chance samt seinem vorlauten Hund Chappie bei ihnen auf mit der Bitte, nach Hause zurückzukehren. Denn König Harald ist ermordet worden …

Obwohl in diesem zweiten Band dieselben Hauptfiguren auftreten, unterscheidet er sich ziemlich stark von seinem Vorgänger.

Natürlich sind zum einen die Protagonisten viel älter und auch erwachsener. Sie haben inzwischen eine Menge Erfahrung, und sie zu erschrecken oder ihnen Angst einzujagen, ist nicht mehr allzu einfach. Was jedoch geblieben ist, ist ihr Gerechtigkeitsempfinden und Falks Pflichtbewußtsein. Simon R. Green – Unter dem blauen Mond (Der Dämonenkrieg 2) weiterlesen

Matthias Falke – Kristall in fernem Himmel (D9E)

Prospektoren sind unterwegs zu einem Ort, den wohl noch kein Mensch zuvor erreicht hat. Ein fantastischer Tipp bringt die zehnköpfige Crew um Kommandant Butch in diesen abgelegenen Spiralarm der Galaxis. Hier wartet das Eldorado der Raumfahrt, die Höhle Ali Babas auf den Finder: Exonium! Das wertvollste Material der Welt, unabdingbar für die Nutzung des Menger-Raums und mit ihm der überlichtschnellen Technik. Doch von Beginn an steht das Unternehmen unter einem schlechten Stern: Der Navigator Guardes scheint zu versagen, der Kybernetiker offenbart merkwürdige Eigenheiten, der Menger-Raum gibt das Schiff nicht mehr frei und der Chefingenieur Derek geht während einer Außenbordreparaturmaßnahme verschollen. Die Aussicht auf unbegrenzten Reichtum ruft jedoch ungeahnte Kräfte in der Besatzung hervor, so dass sie sich gewillt sieht, alle Probleme zu meistern – auch auf Kosten der Kameraden …

Matthias Falke – Kristall in fernem Himmel (D9E) weiterlesen

Simon R. Green – Das Regenbogenschwert (Der Dämonenkrieg 1)

Der Dämonenkrieg

Band 1: „Das Regenbogenschwert“
Band 2: „Unter dem blauen Mond“

Rupert ist der zweite Sohn eines Königs und damit eigentlich überflüssig. Deshalb ist ihm völlig klar, dass er nur deshalb auf diese Queste geschickt wurde, damit sein Vater und das Königreich ihn los sind. Denn Rupert soll einen Drachen töten, und er rechnet nicht damit, das zu überleben … oder?

Simon Green hat seine Geschichte mit einer Menge skurriler Charaktere ausgestattet.

Da wäre zunächst einmal Rupert selbst. Er ist pflichtbewusst, zäh wie Unkraut und hat ein gutes Herz. Sprich: er ist der geborene Held. Wovon er allerdings weder etwas weiß, noch wäre er begeistert, wenn es ihm jemand sagte. Denn Rupert hat, seit er zu seiner Queste aufgebrochen ist, eine ausgesprochen ernüchterte Einstellung zum Heldentum!

Ungewöhnlich ist auch Ruperts Reittier. Nicht, weil es sprechen kann und ständig über sein Befinden jammert, oder weil es keine Lust auf Kampf und Gefahr hat, sondern weil es – ausgerechnet – ein Einhorn ist! Simon R. Green – Das Regenbogenschwert (Der Dämonenkrieg 1) weiterlesen

Jennifer Rush – Hide

Band 1: Escape“
Band 2: „Hide“

Anna und den Jungs ist es vorerst gelungen, den Agenten der Sektion zu entkommen. Aber sie haben einen hohen Preis bezahlt! Trev, den Anna für ihren besten Freund gehalten hat, hat sie verraten! Und da die Sektion immer noch nach ihnen sucht, scheint es fast unmöglich, nach weiteren Information über ihrer aller Vergangenheit zu forschen.

Doch nach einigen Wochen geschieht etwas, das Anna unmöglich ignorieren kann. Eine junge Frau fragt nach ihr, und der Beschreibung nach ist es … Annas für tot gehaltene Schwester Dani!

Um es gleich vorweg zu sagen: auch der zweite Band der Geschichte ist gut gemacht. Jennifer Rush – Hide weiterlesen

Steffen König – Die Dämonen vom Ullswater

Sein unspektakulärer Titel macht es nicht leicht ersichtlich, aber: Dieser Roman hat alles, um als Highlight der phantastischen Literatur aus dem Jahr 2014 hervor zu gehen. Bis dahin ist es zwar noch etwas hin, jedoch hat Steffen König stark vorgelegt und präsentiert eine unfassbar spannende Geschichte von geradezu klassischer Struktur – letzteres mag angesichts des avisierten Handlungszeitraums nicht weiter verwundern, abgesehen von der Meisterschaft, mit der sich König in dieser uns heute recht fremden Sprache bewegt.

Voranstellen möchte ich der Rezension ein Zitat aus der Danksagung des Autors als Verweis auf die Schwierigkeit, die eine Besprechung dieses Romans hervor ruft, wenn man allzu große Vorwegnahmen auf den Inhalt vermeiden möchte. Dementsprechend wird ein bestimmter Abschnitt der Besprechung gesondert gekennzeichnet sein, und der geneigte Leser wird selbst zu entscheiden haben, wie viel er von dem entsprechenden Abschnitt liest:

»Mein Dank geht auch an H. G.Wells und Jeff Wayne, die auf ihre jeweils eigene unvergleichliche Art England in Schutt und Asche gelegt haben und mich damit zu dieser Geschichte inspirierten.« (Steffen König, 2014, aus: Danksagung, Die Dämonen vom Ullswater, Wurdack-Verlag Nittendorf)

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Jim C. Hines – „Die Buchmagier“ (Magic ex Libris 1)

Magic ex Libris

Band 1: „Die Buchmagier“
Band 2: „Codex Born“ (noch ohne dt. Titel)

Isaac Vainio ist Bibliothekar. Zumindest, seit er vor zwei Jahren vom Außendienst suspendiert wurde wegen Kontrollverlustes infolge zu hoher Nutzung von Magie. Nun katalogisiert er Bücher, sowohl für die ganz und gar harmlose Bibliothek in Michigan, in der er arbeitet, als auch für die Pförtner. Bis eines Tages auf einmal ein Trio Vampire in seiner Bibliothek auftaucht und Informationen von ihm verlangt … dabei sind Informationen etwas, was ihn die letzten zwei Jahre beharrlich gemieden hat!

Um ehrlich zu sein, wenn ich vorher gewusst hätte, dass in diesem Buch Vampire vorkommen, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen, denn mit Vampiren hab ich es eigentlich nicht so. Aber ganz ehrlich … ich hätte echt was verpasst! Jim C. Hines – „Die Buchmagier“ (Magic ex Libris 1) weiterlesen

Robert Rescue – Der Intimitätendieb

Robert Rescue ist Lesebühnenautor. Sein angestammtes Metier sind die kurzen, knackigen, pointierten Texte über Berlin (seine Wahlheimat), seinen Kiez (Wedding), das Leben und was es im Allgemeinen so für Fallstricke für einen bereithält. Diese Texte trägt er dann auch regelmäßig auf den Lesebühnen der Stadt vor, unter anderem als Mitglied der Brauseboys. Dass so einer irgendwann den Wunsch verspürt, sich auch an der längeren Form des Romans zu versuchen, ist vielleicht nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist eher, dass sich der Autor mit „Der Intimitätendieb“ in ein ziemlich artfremdes Genre vorgewagt hat – das der Fantasy nämlich.

Es geht um Hexen. Genauer gesagt, es geht um Hexen in Berlin. Und zwar nicht in erster Linie um die, die lange Röcke tragen und Heilsteine in Esoterikgeschäften kaufen (die kommen im Roman allerdings auch vor). Nein, es geht um waschechte Hexen, die teilweise schon ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Sie können Menschen verhexen und ihren Erzfeinden eine fiese Migräne verpassen. Allerdings reiten sie nicht auf Besen und leben in ganz normalen Mietwohnungen. Das Gesetz der Anonymität gebietet jedoch, keinen Namen auf dem Klingelschild zu haben und keinen Kontakt zu Nicht-Hexen zu pflegen. Dieses Gesetz wird zwar von den meisten Hexen zumindest teilweise missachtet, doch die Berliner Oberhexe Mathilda warnt immer wieder vor den Gefahren einer neuen Inquisition – schließlich hat sie die im Mittelalter mitgemacht. Und sie soll recht behalten, denn plötzlich werden Hexen ermordet und es gilt herauszufinden, wer dahinter steckt.

Diese Aufgabe fällt der jungen Hexe in Ausbildung Tasha Me quasi unverhofft in den Schoß. Plötzlich wird sie von Mathilda darauf angesetzt, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Allerdings lässt ihr kriminalistischer Spürsinn etwas zu wünschen übrig und überhaupt ist sie eher an der Fehde mit ihrer Ausbilderin interessiert … und so braucht Tasha Me die Unterstützung einer ganzen Reihe skurriler Charaktere, bis sie dem Mörder endlich auf den Fersen ist.

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Charlaine Harris – Cocktail für einen Vampir (Sookie Stackhouse 12)

Nach über zehn Jahren befindet sich Charlaine Harris nun auf der Zielgeraden: „Cocktail für einen Vampir“ ist das zwölfte und damit vorletzte Buch ihrer Reihe um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse. Die „Southern Vampire Mysteries“, wie die Romanreihe ursprünglich einmal hieß, wurde vor ein paar Jahren von HBO fürs Fernsehen adaptiert und geistert nun als „True Blood“ auch über die deutschen Bildschirme. Wer als Fan der TV-Serie allerdings erwartet, mehr vom Gleichen in Buchform präsentiert zu bekommen, wird enttäuscht werden. TV- und Romanreihe haben außer den Charakteren relativ wenig miteinander zu tun. Beide sind mehr oder weniger eigenständige Universen.

Was passiert also in „Cocktail für einen Vampir“? Felipe hat sich mit seiner Entourage bei Eric eingeladen, um dem Mord an Victor auf den Grund zu gehen. Entsprechend nervös sind die Vampire aus Shreveport, schließlich haben sie Victor vorsätzlich um die Ecke gebracht. Eric spannt seine Vampirehefrau Sookie ein, zu der Party in seinem Haus als hübsches Anhängsel zu erscheinen. Doch als sie endlich eintrifft, findet sie Eric im Schlafzimmer vor, wie er gerade am Hals einer unbekannten Werwölfin nuckelt. Sookie ist wenig begeistert, Eric ist wortkarg, und die unbekannte Blutspenderin liegt Minuten später tot in Erics Vorgarten.

Da ein Unbekannter die Polizei informiert hat, muss sich der gesamte Northman’sche Haushalt einer Befragung durch Detective Ambroselli stellen, einer sehr ambitionierten Polizistin, die im Roman dennoch nichts anderes tut, als den gleichen Charakteren erfolglos die immer gleichen Fragen zu stellen. Da die Tote aber in Erics Vorgarten gefunden wurde, ist er irgendwie verdächtig, sie getötet zu haben, und so hat auch Sookie ein Interesse daran, seinen Namen reinzuwaschen.

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Dirk van den Boom – Ein Lord zu Tulivar

Hauptmann Kaitan ist ein Kriegsheld, ein Mann von geringem Adel, der sich in vielen wichtigen Konflikten und Schlachten in ausschlaggebender Weise durchgesetzt und damit zu einem guten Teil am endlichen Sieg des Imperiums mitschuldig ist. Die hohen Häuser fürchten ihn, den Emporkömmling, ob seiner Unzurechenbarkeit im intriganten Spiel bei Hofe. Deshalb schieben sie ihn ab als Baron einer verwaisten und verarmten Baronie.

In dem heruntergekommenen Ländchen Tulivar, umgeben von Meer und weit im Norden gelegen, verteilen sich drei Dörfer auf die weite Landschaft. Der neugebackene Baron hat einen schweren Start vor den eigenbrödlerischen Bewohnern, und gleichzeitig nutzen seine Neider die Abgeschiedenheit, um ihn vollends loszuwerden. Und sie hätten leichtes Spiel, wären da nicht seine kluge Hand im Umgang mit den Menschen, das Land selbst und die fähigen Gefährten, die ihrem Hauptmann in die Ödnis folgen.
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Garth Nix – Das Imperium der Prinzen

Nix kann auch Science-Fiction!

Er ist nicht der erste mit seiner Geschichte über einen dem hohen Adel entsprungenen Protagonisten, der sich durch seine Fähigkeiten und Erfahrungen aus dem Kreislauf löst, die Menschlichkeit der normalen Bürger kennen lernt, sich natürlich in eine Bügerliche verliebt und infolgedessen seine Bestimmung missachtet, die Regeln über die Grenze strapaziert und eine Übereinkunft sucht, die ihm ein normales Leben in der Bürgerlichkeit mit seiner Liebe ermöglicht. Nein, damit ist Garth Nix nicht der erste. Was ihn nicht daran hindert, einen sehr unterhaltsamen Roman zu schreiben und diese Geschichte in ein phantastisches Universum zu betten, dessen Eigenschaften er über die Erlebnisse seines Protagonisten beleuchtet und begreiflich macht.

Die Menschheit hat die Erde verlassen und die Galaxis besiedelt. Hier spaltet sie sich auf in verschiedene Gruppen und Staaten, und das starre Imperium vereinigt die technischen Stärken aller Zivilisationen in sich: Die Mech-Tech, was der toten Technik entspricht. Die Bio-Tech, die sich auch aus ihrem Namen erklärt, die jedoch interessante Dimensionen erreicht: Es gibt Völker, die ihre Zivilisation auf Bio-Tech aufbauen, es gibt lebende Raumschiffe und alle vorstellbaren Apparate und Konstrukte auf lebender Basis. Und die Psi-Tech, die sich dem nicht ganz unerfahrenen Leser auch sofort erschließt: Geistige Kräfte. Das Imperium verbindet diese Charakteristika und ist dadurch gegen die unterschiedlichen Angriffe der fremden Völker gut gewappnet, ja, im Imperium erreichen die Techs durch die Verknüpfung ihren evolutionären Höhepunkt.

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Edgar Rice Burroughs – Tarzan bei den Affen

Das geschieht:

Im Jahre 1888 ist Großbritannien als Kolonialmacht global präsent. Als wieder einmal irgendwo in Afrika die Ureinwohnerschaft rebelliert, schickt die Regierung einen Edelmann aus: John Clayton, Lord Greystoke, schifft sich mit seiner jungen Gattin Alice ein. Die Reise steht unter einem Unstern. Die Mannschaft meutert und setzt die Passagiere an einer verlassenen Stelle der afrikanischen Küste aus. Tatkräftig beginnt Clayton, sich und Alice ein Heim in der Wildnis zu schaffen, denn Nachwuchs kündigt sich an. Wilde Tiere und besonders eine Horde wüster Schimpansen haben es auf die Neuankömmlinge abgesehen.

Ihr Anführer Kerchak belauert Clayton, und eines Tages erwischt er ihn, der inzwischen seine Frau verloren hat. John jr., noch ein Säugling, wird von der Äffin Kala gerettet. „Tarzan“, d. h. „Weiße Haut“, nennt sie ihr Adoptivkind. Es wächst unter den Affen auf und fühlt sich im Dschungel wie zu Hause. Was Tarzan an schierer Kraft fehlt, macht er durch Geschicklichkeit und vor allem Intelligenz wett. Edgar Rice Burroughs – Tarzan bei den Affen weiterlesen

China Miéville – Perdido Street Station

Perdido Street Station: Hört sich das nicht schon an wie ein Gesang, ein Gedicht unheimlicher Gestalten, fremder Wesen und düsterer Welten? China Miéville war für mich ein Unbekannter, als ich das Buch „Die Falter“ auf dem Lesetisch eines Bekannten entdeckte. Ich dachte sofort an eine Sache wie „Der Herr der Fliegen“ oder sowas, aber die glänzenden Augen des Lesers belehrten mich, dass es sich um etwas Besonderes, etwas Herausragendes handeln müsse.

Ich besorgte mir also die Neuausgabe, die dieser Tage bei Heyne erschien. Zum Inhalt schreibt der Verlag: Eine Stadt, eine Welt für sich, ein Moloch: Das ist New Crobuzon, bevölkert von Milliarden Menschen und Mutanten, unterjocht von einem strengen Regime und angefüllt mit den ungezählten Sehnsüchten, Ängsten, Problemen und Kämpfen seiner Bewohner. Als eines Tages ein seltsames Wesen den geheimen Laboren der Stadt entflieht, ahnt niemand, dass dies der Untergang New Crobuzons sein könnte. Auch Isaac Dan dar Grimnebulin ahnt die Gefahr nicht, als er dem Wesen begegnet … (Verlagsinfo)
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Laurell K. Hamilton – Blinder Hunger (Anita Blake 15)

Wer es auf die ersten Seiten von „Blinder Hunger“ von Laurell K. Hamilton geschafft hat, dem ist zu gratulieren. Denn vermutlich hat er sich durch die fast 600 beliebigen Seiten von „Schwarze Träume“ gekämpft und danach trotzdem noch den Folgeband zur Hand genommen. Das ist echtes Durchhaltevermögen und es wird zumindest in manchen Abschnitten von „Blinder Hunger“ belohnt.

Los geht es mit einer weiteren toten Stripperin, dieser Handlungsstrang aus dem Vorgängerband wird nun also endlich wieder aufgegriffen. Anita untersucht die Leiche und den Tatort und beim Leser keimt als zartes Pflänzchen die Hoffnung auf, dass Hamilton in „Blinder Hunger“ zu alter Form zurückfindet. Zwar wird dieses Setting auch bald wieder zugunsten einer Sexszene aufgegeben, doch diese ist dann tatsächlich – ausnahmsweise – mal gut geschildert. Leider driftet die Autorin danach wieder in endloses Geschwafel und endlosen Sex ab. So erklärt Anita ihrem Ex Richard tatsächlich dreißig Seiten lang, was Sadomasochismus ist und warum er beim Sex auf Schmerzen steht. Nur um es dann mit ihm und Jean-Claude für vierzig (!) Seite so richtig krachen zu lassen. Natürlich unterbrochen von noch mehr Gerede. Gäbe es einen Preis für den geschwätzigsten Sex, Laurell K. Hamilton würde ihn gewinnen. Und zwar mit Leichtigkeit.
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Laurell K. Hamilton – Schwarze Träume (Anita Blake 14)

„Schwarze Träume“, das vierzehnte Abenteuer von Laurell K. Hamiltons totenerweckender Heldin Anita Blake, ist ein klassisches Beispiel für einen missratenen Klappentext. Denn dort ist von einer von Vampiren ermordeten Stripperin die Rede. Anita wird zu dem Fall hinzugerufen, um ihre Expertenmeinung abzugeben. Laut Klappentext wird dieser Fall „Anita an ihre Grenzen bringen … und darüber hinaus…“

Aha. Vergleicht man diese Inhaltsangabe mit dem, was tatsächlich in dem Roman beschrieben ist (von dem Terminus „Handlung“ soll hier lieber nicht die Rede sein), so kommt man zu dem Schluss, dass der Autor des Klappentexts offenbar ein ganz anderes Buch gelesen haben muss. Sicher, in „Schwarze Träume“ geht es für ungefähr zwanzig Seiten um eine ermordete Stripperin. Doch Hamilton verliert daran recht schnell die Lust und so spielt das Mordopfer auf den restlichen 550 Seiten (immerhin!) überhaupt keine Rolle mehr. Erst im letzten Absatz des Romans wird dieser Handlungsstrang wieder aufgegriffen und so könnte man gar zu der Annahme gelangen, die ermordete Stripperin sei kaum mehr als eine lauwarme Rahmenhandlung.
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Eugene Burdick/Harvey Wheeler – Feuer wird vom Himmel fallen

Burdick Wheeler Feuer Cover Ruetten 1963 kleinEin technischer Defekt setzt die atomare Vergeltungsmaschine der USA in Gang. Zunehmend verzweifelt und schließlich sogar in Kooperation mit dem sowjetischen Erzfeind versuchen Regierung und Militär, die Bombenflugzeuge zu stoppen … – Betont nüchtern und quasi journalistisch beschäftigt sich dieser 1962 erschienene Roman mit der zum Zeitpunkt seines Erscheinens aktuellen Frage, wie stabil das „Gleichgewicht des Schreckens“ tatsächlich ist: spannend, eindringlich und grundsätzlich weiterhin aktuell.
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