Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Die drei ??? – House of Horrors / Haus der Angst (Top Secret Special, Fall 2)

_Die Handlung:_

Ein besonderer Fall zum Mitraten:

Verschollen, gefunden, endlich auch auf Deutsch veröffentlicht: Eine Geschichte aus dem Jahr 1986 von dem amerikanischen „Die drei ???“-Autorenpaar Megan und H. William Stine.
Wolltest du immer schon den „Die drei ???“ bei ihren Ermittlungen helfen? Jetzt hast Du die Chance dazu!
In der Geisterbahn im Freizeitpark geschehen merkwürdige Dinge. Schreckliche Schreie, ertönen, die mit Sicherheit nicht zum Programm dazugehören. Justus, Peter und Bob, die drei jungen Detektive aus Rocky Beach und ihr Auftraggeber Tony müssen schnellstmöglich herausfinden, was dahinter steckt.
Aber Vorsicht: Eine falsche Entscheidung, und sie sind für immer verloren!
Es liegt an dir. Du kannst den drei ??? und Tony den Weg durch das Haus der Angst schaffen. Oder auch nicht …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Dies ist kein normales „Drei ???“-Abenteuer, sondern ein „FYF-“ („Find Your Fate“) oder auch „Mitmach-„Fall. In den 80ern gab es ein paar Versuche, um jungen Leuten mehr Spaß beim Lesen zu bereiten und sie aktiv ins Geschehen mit einzubeziehen. Mit am bekanntesten war nicht nur hierzulande die Reihe „Einsamer Wolf“.

Die drei ??? haben dem Hörer in der „DIE DR3I“-Variante auch schon einmal eine Mitratefolge angeboten. „Hotel Luxury End“ hieß sie und war auch 2 CDs lang.

Das Prinzip ist recht einfach. Statt eines linear ablaufenden Hörspiels bekommt der Hörer hier nach jedem Track die Möglichkeit, zu entscheiden, was die Jungs machen sollen. Dazu gibts am Ende des Tracks immer eine Ansage der Sprecherin, die die Wahlmöglichkeiten und die dafür vorgesehene Tracknummer ansagt, bei der es weitergehen kann.

Und wenn man nicht clever genug ist oder aber einfach dem Gedankengang der Autoren nicht folgen kann, dann bekommt man eine nette „Leider verloren“-Ansage, mit der Info, dass man sein Abenteuer noch mal mit Track 1 beginnen soll. Wer sich an dieser Stelle also nicht gemerkt hat, von welchem Track er kam, der muss tatsächlich noch einmal ganz von vorn beginnen, was zu einigem Frust führen könnte, falls er das häufiger tun muss.

Dies ist daher auch keine Folge, die man sich auf seinen MP3-Player kopieren kann, um sie im Zug oder im Auto oder beim Sport … zu hören. Zum einen spielt der MP3-Player ja alle Tracks in der Regel in einem Durchgang ab, was die Handlung komplett zerschießt und zum anderen muss man aktiv am Player sitzen, weil das Hörspiel ja in 58 teilweise nur um die zwei Minuten lange Häppchen unterteilt wurde.

Ein Nachteil dieser Hörweise ist, dass der Hörgenuss nicht so fließend und zusammenhängend ist wie bei einem klassischen Fall. Auch weil die Handlungsorte sehr rasch wechseln. Der Vorteil ist aber, dass man hier mehrere Versionen des gleichen Hörspiels bekommt und man sich das „House of Horrors“ sicher mehrfach anhören möchte und sei es nur, um mal absichtlich in eine Sackgasse zu geraten. Zur Not könnte man natürlich auch einfach die CDs von vorn nach hinten durchhören.

Wenn man dies tut, dann erwarten den Hörer etwas über zwei Stunden Abenteuer und wenn man einen direkten Lösungsweg gefunden hat, dann dauert die Folge etwa eine Stunde. Es gibt also gut eine Stunde „verborgenes“ Material, das es zu entdecken gilt.

Trotz aller Auswahlmöglichkeiten schreitet die Handlung dennoch weiter voran und auch die behandelte Thematik ist eher eine ernstere. Alles beginnt auf dem Rummelplatz und steht im Zusammenhang mit der dortigen Geisterbahn. Auch der neue und temporäre Begleiter der drei ???, Tony, fügt sich gut in die Story ein. In der Buchversion hatte der Leser diese Rolle übernommen.

_Das Hörerlebnis:_

Die Liste der Sprecher ist lang, länger, am längsten und alle liefern eine wirklich gute Leistung ab. Alma Clausen als Margarine allerdings klingt ein wenig lustlos und abgelesen und nicht so lebendig wie die anderen Charaktere, mit denen zusammen sie ihre Auftritte hat. Und der sonst so souverän agierende Andreas von der Meden klingt bei seinem ersten Einsatz als Morton eher wie Skinny Norris und beim zweiten Versuch sehr tuntig.

Allein schon, um wirklich alle Sprecher in Aktion zu erleben, lohnt es sich also, mehrere Lösungswege zu gehen. Es gibt viel Interessantes zu entdecken.

Auch bei der Musik und gerade bei den Effekten hat sich das Produktionsteam mächtig ins Zeug gelegt. Von Anfang an entsteht ein perfektes Abenteuer-Kopfkino, wenn man durch die Geisterbahn fährt. Die liebevolle Bearbeitung der Effekte und die Menge an Geräuschen erwecken jede Szene zum Leben.

|Die drei ??? und die 27 Leer-Tracks|

Aus produktionstechnischen Gründen sind auf der zweiten CD die ersten 27 Tracks leer. So kommen weder die nette Sprecherin noch der Hörer mit den Tracknummern durcheinander, bei denen es weitergeht. Der erste Track auf CD 2 also, der „benutzbar“ ist, ist Track 28 … und von dem spricht Claudia Stocksiecker dann auch.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Off-Stimme: Claudia Stocksieker
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Tony: Stefan Kaminski
Joey: Tommaso Cacciapuoti
Ansager in der Schlammringkampfarena: Christian Rudolf
Margarine: Alma Clausen
Lincolnfahrer: Mike Olsowski
Freakshow-Jack: Peter Bänker
Der unergründliche Mickey: Krystian Martinek
Die bärtige Marilyn: Santiago Ziesmer
Miss Luzzy: Katja Brügger
Bubba Detroit: Klaus Dittmann
Junge: Patick Bach
Burger-Verkäufer Arnie: Manou Lubowski
Reporterin: Mara Bergmann
Anna Millar: Christine Pappert
Bombenattentäter Daniel: Tim Grobe
Polizist: Wolfgang Kaven
Papagei: Heikedine Körting
Anna Millar: Christine Pappert
Lily: Verena Wolfien
Max: Holger Umbreit
Milli: Ulrike Knief
Celeste Hummer: Maria Willer
Anthem Hummer: Martin May
Morton: Andreas von der Meden
Bruce Millar: Ben Hecker
Kommissar Reynolds: Wolfgang Draeger
Mr. Albert Hitfield: Volker Bogdan
TV-Sprecher: Friedel Bott

|Technik-Credits:|

Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Produktmanagement & Projektleitung: Corinna Wodrich
Titelmusik: J.-F. Conrad
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Morgenstern, Betty George

|Die Ausstattung:|

Die CDs stecken in einem Jewel-Case. Das Booklet ist ein absolutes Highlight. Hier werden nicht nur alle 58 Tracks aufgeführt, sondern es gibt neben den Tracknamen auch noch zu jedem Titel ein dazu passendes Bild. Das ist ein Aufwand, den die Buchversion nicht erfahren hat. Außerdem werden hier noch sämtliche Sprecher aufgeführt, denen man auf sämtlichen Wegen und Umwegen begegnet und begegnen könnte

_Mein Fazit:_

Ein nicht ganz so komplizierter Fall, bei dem der Hörer entscheidet, wo und wie es weitergeht. Eine schöne interaktive Art ein Hörspiel zu erleben, das so eine Menge Hörspaß bietet. Und da es jede Menge Abzweigungen gibt, möchte man auch mal absichtlich in eine Falle tappen, um die vielen „verborgenen“ Szenen zu hören.

|2 Audio-CD mit 58 Tracks bespielten Tracks (+ 27 Leer-Tracks auf CD2)
Spieldauer: ca. 60 Min. (für einen durchgängigen Lösungsweg) / ca. 125 Min. (komplettes Tonmaterial)
EAN: 0886977733628|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

A. J. Kazinski – Die Auserwählten

_Die Handlung:_

Ein Mönch in China, eine Ärztin in Kanada, ein Bürgerrechtler in Russland – rund um den Erdball werden Menschen ermordet. Menschen, zwischen denen ein geheimnisvoller Zusammenhang besteht: Die Opfer tragen ein blutiges Mal auf dem Rücken. In Kopenhagen laufen die Fälle zusammen, und Kommissar Niels Bentzon übernimmt die Ermittlungen. Unterstützung bekommt er von Hannah Lund, einer genialen Physikerin, die, begeistert von mathematischen Theorien, das Rätsel schließlich löst. Doch damit bringt sie sich und Bentzon in tödliche Gefahr. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das Manuskript des Romans wurde bereits vor der Veröffentlichung in acht Länder verkauft, die Rechte am fertigen Buch in 16. Und wir bekommen das Werk nach Frankreich und Italien mit als Erste zu hören, das will schon etwas heißen und lässt die Vorfreude beim Hörer ansteigen.

Seit einiger Zeit scheint es unglaublich hip zu sein, alles was „psycho“ im Namen hat, in seinen Roman einzubauen. Es gibt keine Krimis mehr, die heißen jetzt „Psychothriller“. In denen spielen meist Psychiater oder psychisch gestörte Protagonisten mit, immer wieder ist auch ein Polizist im Rang eines Kommissars gern genommen, der so seine Probleme hat. Warum unser Niels Bentzon als manisch-depressiv eingestuft wurde, kann sich der Hörer auf jeden Fall nicht erklären, da er während dieser Geschichte keine außergewöhnlichen Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

Die Geschichte geht los und wir erfahren direkt etwas über die Morde vom Klappentext. Dann lernen wir den Kommissar kennen, seine Arbeit und seine Reiseangst, wegen der er von seinen Kollegen mehr oder weniger ausgebootet wurde. Auch seine Ehe verläuft nicht rosig, da seine Frau in Südafrika ist und er sie aus bekannten Gründen nicht besuchen kann.

Und dann begegnen uns immer wieder jede Menge englische Phrasen z. B. beim Chat, am Telefon, im Flugzeug … Die wird nicht jeder verstehen, auch wenn sie natürlich die internationale Kommunikation in diesem Krimi verdeutlichen. Schulenglisch reicht vollkommen aus, aber, wer in der Schule keins hatte oder nicht richtig aufgepasst hat, der wird hier und da ärgerlich grummeln, denn nur wenige dieser englischen Sätze werden anschließend noch mal auf Deutsch kommentiert.

Nach etwa einer Stunde Hörzeit bekommt dann Niels Bentzon eher aus Mitleid den Auftrag, die weltweiten Mordfälle zu untersuchen, von denen der Hörer schon am Anfang erfahren hat. Die weisen mittlerweile einen Zusammenhang auf: Die Opfer haben alle eine seltsame Tätowierung, ein Muster auf dem Rücken.

Eine weitere Hörstunde später kommt dann auch die ebenfalls im Klappentext erwähnte Hannah Lund mit an Bord. Und, richtig geraten, auch in ihrem Charakter gibts ein „psycho“. Sie war einmal in einer geschlossenen Anstalt untergebracht.

Nun hat unser neu gefundenes Duo also noch über fünf Stunden Hörzeit, um den oder die zu finden, die „die Guten“ auf der Welt töten. Spätestens hier wird klar, dass der Titel mit „Die Auserwählten“ seltsam gewählt ist, heißt der Roman doch im übersetzten Original „Der letzte gute Man“ und trägt diesen auch in der englischen Version. Das passt auch besser zur Geschichte, denn ständig wird über „die Guten“ gesprochen und nicht über „die Auserwählten“.

Alle Opfer vereint ein starkes soziales Engagement. Dass Hannah den „Code“ knackt, das verrät der Klappentext ebenfalls und ab da wechseln die Erzählstandpunkte wild hin und her. Denn Hannah und Niels wissen zwar, dass es noch weitere Opfer geben wird, auch wann es geschehen soll, nur das „wo“, da gibt es mehrere Optionen.

Und so steigt die Spannung von Beginn an immer weiter. Wo sich das Autoren-Duo Kazinski jede Menge Zeit lässt, um den Kommissar vorzustellen, wird die Wissenschaftlerin eher per Zufall nebenbei mit eingesammelt und nicht weiter vertieft. Auch die privaten Probleme des Ermittlers interessieren den Hörer eher weniger, zumal niemand an mehreren Orten gleichzeitig auf der Welt sein kann, um Ermittlungen zu führen, Flugangst hin oder her.

Niels und Hannah sind ein interessantes Team, vielleicht grad aufgrund der „psycho“-Vorbelastung von beiden und sei sie nur von außen eingeredet. Die Ermittlungen sind spannend und fangen den Hörer gerade noch ein, als er im Begriff war, gelangweilt zu werden, da es ein wenig dauert, bis die Recherche und die Hetzerei losgehen und die Spannung zunimmt.

Die letzten Stunden möchte man dann einfach am Stück hören, da man gebannt mitfiebert, ob die beiden Erfolg haben werden. Und hin und wieder wird der Hörer dabei auch mal von der Handlung überrascht, was mich sehr gefreut hat, da ich Unvorhergesehenes grad bei Krimis zu schätzen weiß.

Leider waren mir die letzten 90 Minuten allerdings zu metaphysisch-esoterisch-religös langweilig und die haben mir dann mehr oder weniger die Spannung zerstört, die vorher so gekonnt aufgebaut wurde.

Eine Sache hat mich aber wirklich gestört und das möchte ich direkt nach einer Spoiler-Warnung noch loswerden, damit niemand außer mir am Ende enttäuscht ist:

|Spoiler – Anfang|

Dass die Menschen auf der ganzen Welt ermordet werden und die Morde einem Muster folgen, das wissen wir am Ende. Auch was das Muster bedeutet und wie es funktioniert. Aber die Autoren verraten dem Hörer nichts über das Warum! Ich hätte gern eine Erklärung gehabt, warum die „guten Menschen“ sterben sollten. So macht die ganze Geschichte, bei aller Spannung, so gar keinen Sinn mehr, leider. Ein offenes Ende hätte ich akzeptiert, aber ein fehlender Sinn hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Wenn das daran liegen sollte, dass ich einfach zwischen nicht richtig aufgepasst habe oder das im Buch (die Lesung ist gekürzt) erwähnt wird, bitte ich um Entschuldigung.

|Spoiler – Ende|

_Das Hörerlebnis:_

David Nathan kommt sehr leise ins Ohr des Hörers, der bei dieser Lesung die Lautstärke schon eine Ecke weiter aufdrehen muss als bei anderen Hörbüchern.

Hat man das einmal hinter sich gebracht, zeigt Nathan wie so oft, dass er zu den beliebtesten Sprechern Deutschlands gehört. Jede Stimmungslage und jeder Charakter wird von ihm perfekt interpretiert. Ob ein Junkie motzt oder ein Vorgesetzter stutzt, eine alte Dame im Krankenhaus im Sterben liegt oder Hannah und Niels telefonieren. Immer ist David Nathan Herr der Lage und sorgt für ein tolles Kopfkino, indem er die Spannung perfekt transportiert.

Auch die englischen Passagen werden von ihm so deutlich vorgetragen, dass sie leicht zu verstehen sind. Für diesen Roman war er eine gute Wahl.

_Die Autoren_

A. J. Kazinski ist das Pseudonym für das dänische Autorenduo Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich. Anders Rønnow Klarlund, Jahrgang 1971, arbeitet als Autor und Regisseur. Für seine Filme ist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Jacob Weinreich, 1972 in Århus geboren, ist Drehbuch- und Romanautor. „Die Auserwählten“ ist ihr erster gemeinsamer Roman. (Verlagsinfo)

_Der Sprecher:_

David Nathan, die deutsche Stimme von u.a. Christian Bale und Johnny Depp, gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprechern Deutschlands. Für Random House Audio hat er zuletzt die Hörbücher zu Guillermo del Toros „Die Saat“ und „Das Blut“ und Ryan David Jahns „Ein Akt der Gewalt“ gesprochen. Für audible hat er unter anderem die ungekürzten Lesungen von „Es“, „Sie“ und „Die Arena“ gesprochen. (Abgewandelte Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

Die CDs, die in einem Jewel-Case stecken, sind mit dem gleichen mathematischen Symbol bedruckt, das auch auf dem Titelbild zu finden ist. Ich bin in der Materie nicht bewandert, aber ich meine, dass dieses Bild nichts mit dem Roman zu tun hat, aber den Grund hier zu nennen, wäre ein Spoiler. Ein Booklet-Faltblatt gibt der Verlag noch dazu, in dem noch einmal eine andere Variante des Inhalts zu lesen ist, als die Version, die auf der Rückseite des Jewel-Cases steht. Außerdem gibt es noch Infos zu Autor und Sprecher sowie ein Bild des Sprechers zu sehen und etwas Eigenwerbung für zwei weitere Hörbücher des Verlags.

_Mein Fazit:_

Ein Krimi mit einer interessanten Grundidee, der zu fesseln weiß, auch ohne brutalst verstümmelte Leichen. Ein interessantes Ermittlerduo, das stetig den Spannungsbogen nach oben klettert und dabei von einer von ihm gewohnt brillanten Leistung des Sprechers begleitet wird. Einige kurzweilige Hörstunden sind hier garantiert. Der Rest, der leider den Schluss bildet, war für mich überflüssig und in die Länge gezogen langweilig. Ohne die letzte Stunde hätte das Hörerlebnis keinen leicht faden Abgang gefunden.

|6 Audio-CDs
Spieldauer: ca. 7:48 Std.
Gelesen von David Nathan
Originaltitel: Den sidste gode mand (2010)
ISBN: 978-3-8371-0966-5|
[www.randomhouse.de]http://www.randomhouse.de

Minninger, André (Adaption) / Stine, Megan & H William (Autoren) – Die drei ??? – House of Horrors / Haus der Angst (Top Secret Special, Fall 2) (Hörspiel)

Mit „House of Horrors – Haus der Angst“ wurde nun auch endlich der zweite Band (chronologisch ist es sogar der Erste) aus der jüngst erschienenen „Top Secret Edition“ vertont, welche insgesamt drei lange verschollene – und daher bis zu diesem Zeitpunkt unveröffentlichte – Storys enthält. Darunter auch diese Geschichte vom Autorenpaar Megan und H. William Stine aus dem Jahr 1986, die zu den hierzulande recht unbekannten Mitmach-Fällen („Find Your Fate“, kurz: FYF) gehört, welche die deutschen Leser bis dato in dieser Form nicht zu Gesicht bekamen, da sie von der damaligen Übersetzerin Leonore Puschert gleich zu „normalen“ Romanen umgebastelt wurden. Dies betraf bisher die Fälle „Das Volk der Winde“ und „Der weinende Sarg“. Das „House of Horrors“ folgt nun auch auf dem deutschen Markt – sowohl als Buch von |KOSMOS|, wie auch in der Hörspiel-Adaption der |EUROPA|-Studios – dem originalen FYF-Konzept.

_Zur Story_

Tony ist ein begeisterter Besucher des Vergnügungsparks von Rocky Beach und speziell der Geisterbahn „House of Horrors“ zugetan. Zudem ist er ein Schulfreund der drei ???, deren Ermittlerfähigkeiten er, nach seinem letzten Besuch des ihm so vertrauten Fahrgeschäftes, nur zu gerne in Anspruch nehmen würde. Zumindest ihre Meinung möchte er hören, denn das plötzliche Stehenbleiben der Wagen und ein nicht zur Show gehörender, panischer Hilfe-Schrei eines Mannes, sind doch recht mysteriöse Vorgänge, deren Untersuchung sich für die drei Detektive, die sich um solcherlei ja bekanntlich balgen, vielleicht lohnt. Das tut es auch, denn bei einer weiteren Tour, zu viert durch die Geisterbahn, kommt es wieder zu einem abrupten Halt und geschrien wird auch – diesmal ist es jedoch eine Frau. Joey, der etwas windige Betreiber der Attraktion, benimmt sich sonderbar und der Fund eines mysteriösen Arnzei-Fläschchens bringt die Juniorspürnasen erst recht in Wallung: Hier stimmt was nicht. Tonys Gefühl hat ihn nicht getrogen. Mehr noch. Er darf bei diesem sonderbaren Fall tatkräftig mitmischen.

_Eindrücke_

Ein Fall bei dem der Hörer, durch die Trackwahl das Schicksal der vier Jungs mitbestimmt, ist ein Novum in der Serie (sieht man vom Spin-off „Die Dr3i“ mal ab, wo dies bereits schon einmal erprobt wurde) und funktioniert somit prinzipiell genauso wie im Buch – nur eben per Skip-Taste und nicht mit Umblättern. Und wer nun meint, da er das entsprechende Buch schon kennt, wäre das Hörspiel langweilig, täuscht sich da ein wenig. Das Hörspiel ist zwar fast auf den Punkt mit der Vorlage identisch, kann jedoch naturgegeben auf Stimmen, Soundeffekte und Musik bauen. Das schafft schon mal eine ganz andere Atmosphäre, die speziell beim Rummelplatzambiente sehr vorteilhaft zum Tragen kommt. Nichtsdestoweniger besitzt auch die Vertonung den teils schön schwarzen Humor und die Extraeinlagen – ein glatter linearer Durchmarsch auf dem kürzesten Weg (d. h. man entscheidet sich immer „richtig“) ist nicht unbedingt die unterhaltsamste Lösung. Die eigentlich interessanten und lustigen Dinge passieren eher auf den Seitensträngen.

Doch Vorsicht! Entgegen aller bisher in Deutschland üblichen Drei-???-Traditionen, können diese Abzweige auch mit ernsten, ja geradezu gemeinen Konsequenzen enden. Manche davon sogar sehr endgültig. Meist betrifft dies Tony, aus dem – anders als im Buch, dort ist der Leser selbst der „vierte Detektiv“ – eine eigene Figur wurde. Diese kleine Änderung macht hier durchaus Sinn. Einige fruchtlose Nebenhandlungen kann man auch relativ schadlos wieder verlassen und man gelangt wieder auf den rechten Weg der Geschichte zurück, andere führen wiederum automatisch zum Ende des Abenteuers, wie die Sprecherin (bei den Sondereditionen scheint Stamm-Erzähler Thomas Fritsch nicht mitzuwirken) zuweilen nicht ohne hämischen Kommentar feststellt. Wohl dem, der seine Sinne beisammen hat und sich stets im gewohnten Geist der drei ??? entscheidet. Diese güldene Daumenregel bewahrt meist vor Schlimmerem, ist aber auch keine Garantie. Hinweise auf die nächsten möglichen Schritte geben übrigens auch die 58 Track-Titel im Booklet der Doppel-CD. Einige davon riechen förmlich nach Falle …

Die Sprecherliste ist sehr umfangreich, doch ist es nicht gesagt, dass man auch wirklich alle Charaktere kennenlernt, wenn man, nennen wir es mal nonchalant den „Pfad der Tugend“ nicht verlässt. Muss man auch nicht, um innerhalb einer guten Stunde mit der eigentlichen Story durch zu sein. Andere (Schlüssel-)Figuren sind dagegen Pflichtprogramm (z. B. Kommissar Reynolds, Morton) und können lediglich in der möglichen Interaktion differieren. Stichwort Morton: Leider befindet sich Andreas von der Meden (Synchronstimme von David Hasselhoff u. a.) irgendwie nicht ganz auf der Höhe, selten war seine Performance als sonst so würdevoller britischer Chauffeur und Freund der drei ??? derart schlecht und holprig. Als Skinny Norris geht er spätestens seit „Grusel auf Campbell Castle“ auch nicht mehr so recht durch. Umgekehrte Vorzeichen bei Santiago „Spongebob“ Ziesmer, der klingt ausgerechnet als „Bärtige Marylin“ diesmal viel weniger nach Schwammkopf als im vorgenannten Fall. Auch ansonsten gibt es von der Sprecherleistung und Produktion eigentlich nur Erfreuliches zu berichten.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad

|Sprecher und Figuren|

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Claudia Stocksieker (Erzählerin), Andreas von der Meden (Morton / Skinny Norris), Wolfgang Draeger (Hauptkommissar Reynolds), Stefan Kaminski (Tony), Christine Pappert (Anna Millar), Santiago Ziesmer (Die bärtige Marilyn), Tommaso Cacciapuoti (Joey), Klaus Dittmann (Bubba Detroit), Verena Wolfen (Lily), Ben Hecker (Bruce Millar) uva.

_Fazit_

Zum einmaligen Hören ganz klar zu schade, der Versuchung nachzugeben, sich auch der Sackgassen und Umwege zu widmen, ist nämlich durchaus lohnenswert. Stimmungsvoll, witzig und durchaus selbstironisch kommt das Hörspiel daher und steht der Vorlage in nichts wirklich nach, kann sogar einige atmosphärische Pluspunkte zusätzlich einheimsen. Die Grundstory an sich hat mit Arzneimittelbetrug durchaus aktuellen Bezug, wobei man nicht vergessen darf, dass es sich um eine Geschichte aus dem Jahr 1986 handelt. Damit haben die Stines damals erstens sehr viel Weitsicht bewiesen und zweitens hat sich das Problem in all den Jahren offenbar kaum abgegriffen – allenfalls nur ins Internet verlagert, wie wohl jeder an den Mails in seinem SPAM-Order deutlich ablesen kann. Wie dem auch sei: Ein außergewöhnlicher wie gelungener Fall, dessen FYF-System bislang einen Sonderstatus innehat. Hoffentlich bleibt er nicht allein …

|2 Audio-CDs mit ca. 120 Min. Gesamtspieldauer
Story von Megan und H. William Stine nach Figuren von Robert Arthur
EAN: 886977733628|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Minninger, André (Adaption), Erlhoff, Kari (Autor) – Die drei ??? und die feurige Flut (Hörspiel) (Folge 148)

Nun nähert man sich auch bei den |EUROPA|-Studios mit der Vertonung der „regulären“ Folgen der magischen 150-Fall-Linie und somit einem weiteren Jubiläum in der erfolgreichen Geschichte der inzwischen legendären Serie. Nähme man die ganzen Sondereditionen und -folgen hinzu, hätte man diese Marke bereits jetzt überschritten, wo Nummer 148 „Die drei ??? und die feurige Flut“ Mitte August anno 2011 veröffentlicht ward. Die Buchvorlage dieser Geschichte von Kari Erlhoff stammt übrigens schon aus dem Jahre 2009, was wieder einmal deutlich macht, dass die Hörspieladaptionen den Bänden des |KOSMOS|-Verlags immer noch ein gutes Stück hinterherdackeln.

_Zur Story_

Allie Jamison, eine – aus zwei lange zurückliegenden Fällen – alte Bekannte der drei Fragezeichen, ist wieder da. Das sonst so selbstbewusste Mädel hat einen bedrohlich klingenden Fall für die drei Detektive auf Lager: Allie befürchtet nämlich allen Ernstes, verflucht worden zu sein und binnen weniger Tage zu sterben. Sie ist, da ihre Eltern mal wieder unterwegs sind, derzeit mit ihrer Tante Patricia Osborne in einer Art Zauberer-WG an der Küste Santa Monicas wohnhaft. Dort tummelt sich allerhand seltsames Volk unter einem Dach, von der Handleserin bis zum Alchimisten – und genau jener ist es auch, der das anstehende Problem verursacht hat. Das heißt, eigentlich sein Sohn Emerald Pendragon, mit welchem sich Allie inzwischen ein wenig angefreundet hat. Sie wollte dem jungen Mann, in ihrer typisch forschen Art, eigentlich nur ein wenig unter die Arme greifen.

Der angehende Alchimist sollte nämlich von seinem Vater geprüft werden, ob er des Berufes – welchem die ganze Familie seit Generationen anhängt – würdig sei. Leider ist der Filius nicht so ganz auf der Wellenlänge seines alten Herrn und nutzt während dessen mehrtägiger Abwesenheit lieber das Mittel des Beschisses. Mit anderen Worten: Er will schummeln, indem er das umfangreiche Formelbuch seines Daddys konsultiert, von welchem er schließlich genau weiß, wo dieser es aufbewahrt. Da hat er allerdings die Rechnung ohne seinen mit allen Wassern chemisch rein gewaschenen Erzeuger gemacht, der seinen faulpelzigen Sohnemann offenbar doch bestens kennt. Der olle Wälzer enthält offenbar eine perfide Sicherung gegen unbefugten Zugriff. Diese erwischt Allie und Emerald, deren Gesundheitszustand sich seither zusehends verschlechtert. Das Buch stellt aber auch Rettung in Aussicht. Natürlich in Form eines kniffligen Rätsels.

_Eindrücke_

Schon die Romanvorlage wusste geschickt mit alten Elementen und eben auch der Figur der Allie Jamison zu spielen, die hier – nach den Klassikern „Singende Schlange“ und später noch einmal in der „Silbermine“ – ihr Revival feiert. Selbstverständlich hat sich der Charakter ein wenig gewandelt, oder besser gesagt: Er ist behutsam modernisiert worden. In den seligen Sechzigern und Siebzigern war sie noch so etwas wie das Sinnbild des hochnäsigen Pferdemädels, heute spielt ihr Pferd „Queeny“ keine Rolle mehr, findet aber in Anlehnung an gute, alte Zeiten hier wenigstens ansatzweise Erwähnung. Allie besitzt jedoch noch immer ein selbstbewusstes und eigensinniges Wesen, ein Umstand, durch den man sich manchmal an die nicht minder starke Persönlichkeit Jelena Charkovas erinnert fühlt, deren Figur ganz ähnlich ausgelegt ist und deren frühes Role Model Allie durchaus sein könnte. Leider kommt ihre esoterisch-spinnerte Tante Patricia diesmal nicht in persona vor, doch ihre schrägen WG-Mitbewohner machen die Scharte mehr als wett.

Das trifft auch auf das Hörspiel zu, wo die SprecherInnen passend zu ihren teils ganz schön überkandidelten Freak-Rollen agieren, ohne dabei jedoch zu sehr ins Kitschige abgleiten. Wieder einmal in einer Gastrolle: Comedian und Schauspieler Tetje Mierendorf, wo er sich erneut gut macht, wie bei seinem ersten Auftritt im ???-Fall „Pfad der Angst“. Von den Stammsprechern darf man solcherlei natürlich ohnehin erwarten – insofern bietet sich auch dort allerbeste Performance. Die Geräuschkulisse sowie die Musik passen bei dieser Folge ebenfalls sehr gut, besser als bei manch anderen Adaptionen der jüngeren Vergangenheit. Klar, die Story an sich ist mit ihrem Schüttelrätsel nun kein Ausbund an Innovation und der Plot streckenweise ein wenig herbei gedichtet, doch wir sind hier ja bei den drei ??? und da erwartet man Derartiges irgendwo ja – und vor allem, wenn es so stimmig präsentiert wird, macht’s auch Freude.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad

|Sprecher und Figuren|

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Katrin Fröhlich (Allie Jamison), Holger Mahlich (Inspector Cotta), Birke Bruck (Ursula Burns), Monty Arnold (Emerald Pendragon), Peter Weis (Carl Parsley), Dagmar Dreke (Sunshine), Tetje Mierendorf (1. Mann), Costa Litow (2.Mann)

_Fazit_

Die Lösung des Falles findet auf mehreren Ebenen statt und erst ganz am Schluss werden alle Stränge zusammengeführt bzw. Rätsel nachvollziehbar aufgelöst. Das will schon was heißen. Pädagogisch gesehen gibt diese Folge der Zielgruppe recht brauchbares Allgemeinwissen über Chemie mit auf den Weg. Die Kürzungen, zur doch ausführlicheren Handlung des zugrunde liegenden Buches, fallen nur moderat aus und schaden dem Gesamtkonzept keineswegs. Die rund 66 Minuten Spielzeit reichen vollkommen, um diese nach klassischem Muster gestrickte Geschichte spannend und flott unter – und auf den Punkt – zu bringen. Produktionsseitig gibt man sich auch keine Blöße und liefert besonders saubere Arbeit ab. Bei aller gewohnten Professionalität, scheint es, als motiviere eine gute Vorlage doch noch mal zusätzlich und steht dieser in nichts nach: Das Hörspiel ist dem Team bei |EUROPA| ebenso stimmungsvoll wie schlüssig gelungen. Daumen hoch.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 66 Minuten
Story von Ben Kari Erlhoff nach Figuren von Robert Arthur
EAN: 886978014825|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 80 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Perry Rhodan – Der Zeitagent (Silber Edition 29)

_Die Handlung:_

Es ist eine unglaubliche Reise: Durch einen Zeit-Transmitter wird das terranische Flaggschiff, die CREST III, um rund 50.000 Jahre in die Vergangenheit versetzt. In dieser Epoche erschüttert der große galaktische Krieg zwischen den Lemurern und den Halutern die gesamte Milchstraße – und es besteht kaum Hoffnung auf eine Rückkehr in die Gegenwart.

Um wieder in die eigene Zeit reisen zu können, müssen Perry Rhodan und seine Begleiter die Erde ansteuern. 50.000 Jahre in der Vergangenheit ist der Heimatplanet der Menschheit eine von gewaltigen Eismassen überzogene Welt, auf der die Überlebenden des Krieges ein erbärmliches Dasein fristen, ständig auf der Flucht vor grauenerregenden Mutanten.

Doch dann interessieren sich auch die Meister der Insel, jene nach wie vor geheimnisvollen Herrscher der Galaxis Andromeda, für die Terraner. Auf der Erde der Vergangenheit wirkt der Zeitagent, und er nimmt den Kampf gegen die Zeitreisenden auf: Es ist zugleich ein erbitterter Kampf um die Zukunft des Solaren Imperiums …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Wow, was für eine Masse an Abenteuern in nur einem Buch. Natürlich ist dies kein normales Buch, sondern ein Sammelband aus ganzen sieben einzelnen Heften, dennoch habe ich selten so einen Haufen an unterschiedlichen Ideen erlebt wie hier.

Der Hörer wird direkt ins Abenteuer geworfen und erlebt jede Menge Action, Zeitreisen, Raumkämpfe, Erstkontakte und und und … Den Autoren scheinen die Ideen nie auszugehen und sie hauen sie raus, als wären dies die letzten Abenteuer, die es für Perry Rhodan und seine Freunde zu erleben gilt.

Die Meister der Insel, MDI, und ihre Gehilfen, die Zeitagenten, werden in der Gegenwart und in der Vergangenheit bekämpft. Es wird in geschickt gestellte Fallen getappt und sich befreit. Und das auch noch an völlig unterschiedlichen Orten, wie der alten Erde vor 50.000 Jahren, die damals noch von den Lemurern bevölkert wurde, die sich einen erbitterten Kampf gegen die Vorfahren von Icho Tolot liefern.

Dann setzt Perry seinen Kampf auf einem urweltlichen Planeten im Wega-System fort und erlebt dort einige Erstkontakte mit ganz neuen Rassen. Es gibt eine kleine Einlage für Steampunk-Fans und dann gehts auch schon wieder auf den nächsten Planeten unter eine eiszeitliche Eisdecke.

Und all das, ohne die Meister der Insel aus den Augen zu verlieren, ohne der Spannung Abbruch zu tun und vor allem, ohne zu langweilen. Jede Idee ist interessant und jeder Wechsel der Erzählperspektive birgt ein neues spannendes Abenteuer.

So geschwärmt habe ich für ein Hörbuch selten, aber hier hatte ich wirklich das Gefühl, als ob ich hier Stoff für eine ganze Reihe von Büchern serviert bekommen habe und nicht „bloß“ sieben einzelne Romanhefte. Und wieder kann ich nachvollziehen, warum der Zyklus, zu dem diese |Silber Edition| zu einem der beliebtesten gehört. Zurecht.

_Das Hörerlebnis:_

Selten hat es Josef Tratnik mit so vielen Charakteren zu tun bekommen, denen er seine Stimme leihen musste, hier muss er sein ganzes Können aufbieten und das tut er auch.

Als kleine Auswahl neben seinem altbekannten „Kermit“-Gucken wären da zum Beispiel Lemy Danger zu erwähnen. Der kleine Siganese mit dem spezialgelagerten Geheimauftrag wird von Tratnik ein wenig zu „knuddelig“ gelesen. Er klingt nicht nur so klein, wie er tatsächlich ist, er klingt „niedlich“ und wenig autoritär, obwohl er General ist. Da möchte der Hörer ihn hochheben und „Dutzi, dutzi, dutzi!“ machen.

Der Teleporter Tako Kakuta klingt bei Tratnik ein wenig zu krächzig und zu hoch, sodass er manchmal schon im Ohr kratzt. Icho Tolot, der riesige Haluter, klingt wie immer statt zur Größe und seinem Volumen passend laut und erhaben wie Professor Hastig aus der Sesamstraße auf Valium, immer kurz vorm Einschlafen. Das passt dann selten zu den Stellen, an denen sich andere die Ohren zuhalten müssen, wenn er lacht. Wenn er länger redet, erhöht das drastisch die Einschlafquote.

Die vier Meter langen Echsen, die Tankan, spricht Josef Tratnik erstaunlich hoch. Bei einer Riesenechse hätte ich eher mit einer dunklen Grollstimme gerechnet. Den Ortungschef der CREST III, Enrico Notami, spricht er mit einem seltsam „wirren“ französischen Akzent.

Das war aber nur Mäkeln auf hohem Niveau, denn Tratnik ist hier in gewohnter Bestform. Die Romanvorlage ist spannend und fesselnd und seine Interpretation ist angemessen prima. Alle Stimmungslagen, alle Konflikte, alle Rassen … Josef Tratnik ist hier der wahre Herrscher des Perryversums und bindet den Hörer an dieses Hörbuch, wie sie es von ihm gewohnt sind.

|Musik und Effekte|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert und den Hörer plötzlich auftretend überrascht, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

Einige Durchsagen von Perry Rhodan, die laut Romanvorlage „anders“ klangen, wurden mit einem Wackel-Stereo-Effekt versehen. Dadurch kann es beim Ohrstöpsel-Hörer zu Gleichgewichtsstörungen kommen, weil der Ton schnell von einem Ohr zum anderen wechselt. Auch über Lautsprecher gehört, wirkt dieser Effekt sehr unangenehm. Warum die Tontechnik nicht einfach nur den „altes Funkgerät“-Effekt benutzt hat oder einen anderen Filter und warum nur ein einziger Effekt in fast 16 Stunden Hörbuch eingebaut wurde, man weiß es nicht. Es wäre prima, wenn die Lesungen entweder konsequent mit Effekten versehen würden, was zu der von mir seit Band 1 gewünschten inszenierten Lesung führen würde oder bitte ganz weglassen. Ein Kompromiss wären auch Effekte, die nicht einfach durch ein Wackeln am Stereo-Schalter entstehen, sondern zur Szene passende Filter oder Verzerrungen sind.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

_Die Ausstattung:_

Wie gewohnt sind die 13 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, die nicht das Cover des entsprechenden Silberbandes zeigt, sondern diesmal einen Ausschnitt des Titelbilds von Heft 269 „Jagd auf den Zeitagenten“. Die CDs sind einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst. Die Rückseiten der Papphüllen (1-12) ergeben zusammengesetzt das Cover von Heft 268 „Stoßtrupp durch Raum und Zeit“. Für die Rückseite der Klappbox ist als Hintergrundbild ein Ausschnitt des Covers von Heft 273 „Unter den Gletschern von Nevada“ gewählt worden. Auch die aneinandergereihten Rücken der Klappboxen bilden mit jeder weiteren Ausgabe ein sich zusammensetzendes schickes Gesamtbild.

Zusätzlich ist wieder ein Booklet enthalten, mit Tracklisting, einem Vorwort von Horst Hoffmann, einer Risszeichnung eines Kampfraumers der Haluter und den Titelbildern der in dieser |Silber Editon| zusammengefassten Hefte (Nr. 268-274) der Erstauflage. Außerdem gibt es noch ein wenig Werbung für die Hörbuchversion der LEMURIA-Reihe.

_Fazit:_

Ein Feuerwerk von Ideen, spannende Abenteuer in Hülle und Fülle und das auch noch zu unterschiedlichen Zeiten und sehr verschiedenen Orten. Das ist Perry Rhodan, wie ich ihn liebe und in den aktuellen Heftromanen schmerzlich vermisse. Das alles perfekt serviert von Josef Tratnik, der der Romanvorlage mit seiner Leistung in nichts nachsteht und fesselnd unterhält.

|13 Audio-CDs in Papp-Klappbox
Spieldauer: ca. 15:45 Std.
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3943013009|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de

Perry Rhodan – Im Mahlstrom der Sterne (Silber Edition 77)

_Die Handlung:_

In der langen Geschichte der Menschheit war Perry Rhodans Plan ohne Beispiel: Die Erde, die Urheimat der Terraner, und der Mond sollten mit einem Sprung durch den Hyperraum an eine neue Heimat versetzt werden. Eine Heimat, die den Flotten der Laren und Überschweren, den neuen Herrschern der Milchstraße, entzogen sein sollte. Doch der tollkühne Sprung endete nicht in der erhofften Sicherheit: Erde und Mond rematerialisierten zwar reibungslos im Normalraum, aber nicht an dem vorgesehenen Zielpunkt. Perry Rhodan und die Menschheit fanden sich in einem unbekannten Teil des Universums wieder, Millionen, möglicherweise sogar Milliarden Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Die Menschheit steht erneut am Anfang. Sie macht sich auf, ihre neue Heimat zu erkunden – und muss erkennen, dass eine dunkle Macht über dem „Mahlstrom der Sterne“ herrscht … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck_

Nachdem die letzte |Silber Edition| mit einem dicken Cliffhanger zu Ende ging, denn die Flucht mit Terra und Luna hatte zwar geklappt, aber die Reise ging nicht dahin, wohin sie eigentlich sollte, war ich mehr als gespannt, wie es weitergeht und darauf, wo es Terra und Luna denn nun hinverschlagen hat.

Die Idee des Mahlstroms, einer Materiebrücke zwischen zwei Galaxien, ist interessant. So entsteht direkt zu Anfang dieser |Silber Edition| gleich eine Handlungsebene, die sich nicht um die Zyklus-bestimmenden Laren dreht. Der erste Teil befasst ausschließlich mit der verwirrten durch die Versetzung verwirrten Menschheit, dennoch ist er nicht langweilig, weil auch der Hörer gespannt darauf ist, zu erfahren, wo Perry ist und wie er da wieder wegkommen will.

Dann driftet das Autorenteam immer weiter vom eigentlichen Zyklus-Plot, dem Kampf gegen die Laren, ab. Das ist in diesem Fall aber gar nicht schlimm und macht sie frei, um interessanten Ideen nachgehen zu können.

Der Kampf gegen die „Eingeborenen“ und die Auseinandersetzung mit „Zeus“ ist kurzweilig erzählt und durchweg spannend. Auch wenn dieser Teil der |Silber Edition 77| die Haupthandlung nicht vorantreibt, so werden die Erfahrungen von Bullys Team und die Bekanntschaft mit „Zeus“ sicher noch eine wichtige Rolle spielen. Einziger Kritikpunkt für mich ist die recht schnelle Sinneswandlung von „Zeus“. Das war mir irgendwie zu einfach.

Gerade als der Hörer dachte, jetzt käme die große Aussöhnung und das Freudenfest mit Zeus … da gerät Perry mit seinem Raumschiff in den Einflussbereich eines „Bannkreises“), der sämtliche elektrisch betriebenen Geräte außer Kraft setzt. Wie Perry diese Situation löst und wie er versucht, etwas gegen den scheinbar undurchdringlichen Schutzschirm zu unternehmen, ist wirklich spannend beschrieben. Und wieder verzeiht der Hörer, dass es nichts über die Laren zu hören gibt.

Und da Perry eh langweilig zu sein scheint, weil es derzeit keine Möglichkeit gibt, etwas Sinnvolles zu tun, planen er und seine Mannschaft einem Funkspruch nachzugehen, der von einem Planeten zu kommen scheint, der über 400 Lichtjahre entfernt ist.

Weiter geht es mit dem nächsten Subplot des Subplots … so scheint es zumindest. Die Umweltakivisten des Müllplaneten Zannack spielen jetzt die Hauptrolle. Um sie und um Roy Danton und seine Forschergruppe dreht sich dann der nächste Teil der Handlung und wechselt dann auch mal den Planeten.

Ziemlich weit weg von den Laren, aber dennoch interessant und spannend genug, um gut zu unterhalten.

_Mein Hör-Eindruck:_

… war sehr positiv. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Andreas Laurenz Maier eine wirklich gute Sprecherleistung abliefert. Und das immer öfter, ohne in das hohe Krächzen zu verfallen, das er anfangs noch gern einigen Charakteren in den Mund gelegt hatte, der Wissenschaftler Goshmo-Khan zum Beispiel ist einer dieser Kandidaten.

Gucky liest er wie gewohnt, auch hoch krächzend und extrem lispelnd. Auf der entspannten Seite lässt ihn das aber aus der Menge der anderen Charaktere schnell hervorstechen und so kann er schnell wiedererkannt werden. Hier und da vergisst Maier mal, bei einem „s“ zu lispeln, aber das ist zu verzeihen.

Wenn er den telepathisch begabten Matten-Willy spricht, dann klingt es hoch, krächzig und viel zu leise, falls man das Hörbuch im Auto hört. Genauso hoch und kratzig klingt es, wenn er die Gedanken von „Zeus“ im Kopf von Fontain spricht. Unfreiwillig komisch klingt es, wenn Gucky den Namen „Zeus“ ausspricht. Hier kann der Hörer förmlich den Regen sehen, der auf das Mikro des Sprechers dabei niedergeht.

Gegen Ende, wenn er von der Welt der Vogelähnlichen erzählt, hätte er in sein ohrenschmerzendes Krächzen abdriften können, das tut er zum Glück nicht und so ist dieser Teil wirklich angenehm zu hören.

Einzig seine lispelnde Bugs-Bunny-Gucky-Variation lädt bei Wörtern wie „einzusetzen“ zum sicher ungewollten Grinsen beim Hörer ein, selbst wenn die Situation alles andere als komisch ist.

Also, abgesehen von der Wahl einzelner Stimmfarben, bietet Maier gute Unterhaltung, die der interessanten Handlung gerecht wird. Je länger die Lesung dauerte, desto besser hat er mir gefallen.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund, der wird er aber auch gern mal spontan mitten in einem Track verlegt. Dieser Teppich fällt manchmal kaum, manchmal gar nicht und manchmal stark auf, weil er in der Lautstärke variiert, was dann teilweise den Sprecher unterstützt oder von ihm ablenkt.

Als der Sprecher von der Flutwelle erzählt, die über Terra fegt und bei der Staubwolke, hat die Tontechnik für den Hintergrund jeweils einen Ambientsound gewählt, der sich nach Rauschen anhört. Hier blitzte ein wenig auf, was mit einer inszenierten Lesung noch alles aus „Perry Rhodan“ rauszuholen wäre.

|Die MP3s und das Booklet|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 182 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Wie auch bei der Romanvorlange, dem Silberband 77, ziert das grafisch aufpolierte Cover von Band 679 „Im Bannkreis der Pyramide“ den Titel dieser |Silber Edition| und der ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG-Datei in der Auflösung 1448 x 1269 bei.

Des Weiteren ist auf den CDs das grafisch aufpolierte Titelbild von Heft 676 „Im Mahlstrom der Sterne“ im gigantischen Format von 2000 x 2958 als JPG-Datei zu finden. Laut Klappentext „zum Ausdrucken oder Entwickeln lassen“. Eine schöne Idee der Verlags. Das nächste Mal gern auch die Cover der anderen Hefte, aus denen sich diese |Silber Edition| zusammensetzt.

Im Booklet findet wir ein Tracklisting, ein Vorwort von Horst Hoffmann, eine Risszeichnung eines Großschlachtsschiffs der Poohns, dem ein wenig mehr Farbe gutgetan hätte, damit es besser zu erkennen wäre, eine Zeitleiste und die Cover der in dieser |Silber Edition| enthaltenen Heftromane Nr. 676, 677, 678, 684 und 685. Auf der Rückseite finden wir nochmals das Cover von Band 676.

Auf der Hülle der CD-Box gibt es Infos zum Sprecher und eine Inhaltsangabe zur Handlung zu lesen.

_Mein Fazit:_

Es war ein Subplot des Subplots, aber es war ein interessanter Ausflug, der am Ende doch zur Aufklärung einiger Fragen beigetragen hat, die sich im Subplot eine Etage höher gestellt haben. Das Ganze wird dann am Ende nicht mit einem Cliffhanger abgerundet, sondern mit einer traurigen Szene, die den Hörer etwas wehmütig zurücklässt.

Andreas Laurenz Maier liest diese |Silber Edition| gewohnt gut, mit fortlaufender Handlung auch ohne allzu viel Krächzen.

Diesmal gabs nichts über den Kampf mit denen Laren zu hören, dennoch war es kurzweilig und unterhaltsam genug, um den Hörer vorfreudig auf den nächsten Teil warten zu lassen.

|2 MP3-CDs mit 16:45 Std. Gesamtspieldauer
Aufgeteilt auf 182 Tracks
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3943013061|
[www.einamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Perry Rhodan – Exodus der Generationen (Lemuria 3)

_Perry Rhodan: |Lemuria| – Die Lesungen:_

Band 1: [„Die Sternenarche“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
Band 2: [„Der Schläfer der Zeiten“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
Band 3: [„Exodus der Generationen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7297
Band 4: „Der erste Unsterbliche“ (Oktober 2011)
Band 5: „Die letzten Tage Lemurias“ (Januar 2012)
Band 6: „Die längste Nacht“ (April 2012)

_Die Handlung:_

Die Milchstraße im 49. Jahrhundert. Die Erde ist das Zentrum der Liga Freier Terraner, der mehrere tausend besiedelte Welten angehören. Der wichtigste Repräsentant der Liga ist Perry Rhodan, jener Mann, der die Menschheit zu den Sternen führte.

Durch einen Zufall stößt Rhodan auf ein riesiges Raumschiff, das mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch das All rast. Es ist eine Sternenarche, bewohnt von Menschen, die vor über 55 000 Jahren ihre Reise angetreten haben. Bald erweist es sich als Teil einer ganzen Flotte von Schiffen.

Der Zweck der Archen bleibt im Dunkeln. Wer hat dieses gewaltige Projekt initiiert? Zu welchem Zweck? Und wie kann es sein, dass ihre Kommandanten Zellaktivatoren tragen, die sie unsterblich machen? Die drängenden Fragen bleiben unbeantwortet – bis Perry Rhodan in ein Koma verfällt und sein Geist in die ferne Vergangenheit reist … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Diesmal findet Perry keine neue Arche, zum Glück. Diesmal gibt es eine Geschichtsstunde, die einige interessante Hintergrundinformationen bietet. Zwei sich abwechselnde Handlungsfäden, von denen einer in der aktuellen Zeit des Vorgängerbandes spielt und der andere etwa 51.900 vor Christus, wechseln sich in diesem LEMURIA-Teil ab.

In diese Urzeit wird Perrys Geist versetzt, als er versucht, die Datenchips zu analysieren, die er im Vorgängerband aus der abgestürzten Arche LEMCHA OVIR geborgen hatte. Hier erfährt er vom Chronisten Deshan Apian jede Menge interessante Fakten über den mysteriösen Levian Paronn, der letztendlich dafür verantwortlich war, dass die Lemurer die Sternenarchen gebaut haben. Der Zeitraum von Perrys Gedankenreise erstreckt sich über 150 Jahre, was die später bestätigte Vermutung nahelegt, dass Paronn zumindest relativ unsterblich war … oder immer noch ist … und eine Menge Anstrengungen unternommen hat, um die Lemuren in die von ihm gewünschten Bahnen zu lenken. Zu den Sternen soll es gehen, möglichst schnell und mit möglichst vielen Lemurern. Immer wieder warnt Paronn vor einer Gefahr aus dem All und das tut er teilweise auch verkleidet. So lange, bis er genug Lemurer von seinen Weissagungen überzeugt hat, dass sich alle nur noch darauf konzentrieren, eine Sternenarche nach der anderen zu bauen. Dabei unterstützt er sie mit einem Wissen, das fast unwirklich erscheint.

Der Handlungsstrang, der in der aktuellen Zeit spielt, unterbricht den interessanten Ausflug in die einfühlsam geschilderte Gesellschaft der Ur-Lemurer immer mal wieder. Auch wenn der beliebte Icho Tolot hier die Hauptrolle spielt und er gegen Ende seines Abenteuers auf der alten akonischen Station auch etwas Wichtiges erfährt, so liegt das Hautpohrenmerk des Hörers eigentlich die ganze Zeit auf der Vergangenheitsgeschichte. Etwas aus dem Gesamtrahmen fällt der Anteil von Jorgal und Alahandra am Tolot-Handlungsfaden, der war mir ein wenig zu esoterisch-philosophisch-schräg.

Zwar gibt es auch in diesem Teil wieder wenig Action, aber die ist in einer Geschichtsstunde auch nicht immer nötig, um die Zuhörer wachzuhalten. Endlich erfahren wir, was es mit den Sternenarchen auf sich hat, wer sie wann gebaut hat, wie viele es gibt und … dass offenbar das Wissen darum eine sehr lange Zeit exklusiv für Perry Rhodan bereitgehalten wurde.

Und am Ende bleibt die Vorfreude auf den nächsten LEMURIA-Teil, denn Perry hat immer noch eine Menge spannende und interessante Fragen, die es zu beantworten gilt und auch der Hörer möchte mehr Antworten haben. Auch auf die Frage nach dem „Etwas“, das kurz vor dem Ausschalten noch ins Bild huscht und für Stirnrunzeln beim Hörer sorgt.

_Das Hörerlebnis:_

Josef Tratniks ruhige und gemächliche Erzählweise (im Vergleich zu anderen Perry-Sprechern) passt zu diesem Roman wirklich prima. Mit seiner Art, die Story zu interpretieren, passt er sehr gut zu dieser Geschichtsstunde. Fast hat man das Gefühl, man hört Deshan Apian selbst zu, der sein Wissen um die Vergangenheit der Lemurer und der Sternenarchen an den Hörer weitergibt.

Nur selten verwendet Tratnik Akzente oder verstellt seine Stimme, sodass sie unangenehm klingt. Der Blue Trülhan-Nyulzen-Y’sch-Takan-Nyül klingt etwas zu hoch, aber der soll ja laut Romanvorlage auch „zwitschern“. Und der katzenhafte Gurrad Grresko wird leicht gurgelnd und das „R“ rollend vorgetragen, was wohl an eine Katze erinnern soll. Auch das passt schon, tragen die Gurrads doch eine Löwenmähne.

Tratnik liest auch Schreibfehler mit: „Sharita Coho brachte den Blues mit einem Wink zum Schweigen „. Das hätte einen Sinn, wenn der gemeinte Blue grad ein trauriges Liedchen angestimmt hätte, aber einen Blues gibt es an dieser Stelle nicht zu hören. Und auch der Autor des Romans sorgt für ein Grinsen beim Hörer, wenn er eine „leere Lücke“ beschreibt. Geschlossene Lücken gibt es nicht, denn dann heißen sie nicht mehr „Lücke“.

|Musik und Effekte|

Im Gegensatz zu den |Silber Editionen| ist die Einstiegs- und zugleich auch Kapitel-Vorspann-Musik flotter im Abgang und elektronischer vom Stil her. Die auch in den |Silber Editionen| verwendeten und aufgrund ihrer Seltenheit leicht irritierenden Ambient-Sound-Teppiche sind auch hier vorhanden. Allerdings so selten und so leise, dass ich oftmals dachte, es wären Störgeräusche von außen.

_Der Sprecher:_

Josef Tratnik ist der Sprecher der „klassischen“ |Silber Edtionen|. Er studierte Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik in Köln und absolvierte er dort eine Schauspielausbildung am Theater „Der Keller“. Neben der Sprechertätigkeit für Hörfunk und Fernsehen, hauptsächlich bei den Sendern DLF, DW und WDR mit Hörspiel-/ und Feature-Produktionen, ist er freischaffender Schauspieler, Synchronsprecher und Sprecher in Köln. (Quelle: wikipedia)

_Die Ausstattung:_

Wie vom Verlag gewohnt sind die 8 CDs mit dem Titelbild der |Silber Edition| bedruckt, einzeln in Papphüllen verpackt und in einer stabilen Papp-Klappbox zusammengefasst.

Das vierseitige Booklet enthält die Trackliste der einzelnen CDs mit den Kapitel-Nummern des Buches und den Gesamtspieldauern der Scheiben. Auf der Rückseite wird für den nächsten Teil der Reihe „Der erste Unsterbliche“ geworben.

Als Extra gibt es ein entfaltbares Poster in der Größe 36 x 48cm mit dem Cover-Motiv der Box.

_Mein Fazit:_

Eine eher ruhige Geschichtsstunde, die aber dennoch interessant ist. Die Fragen nach der Herkunft der Sternenarchen und ihres Erbauers werden beantwortet und die Spannung wird weiterhin hochgehalten, weil nicht nur Perry Rhodans Neugier noch lange nicht gestillt ist. Josef Tratnik passt mit seinem Erzähl-Stil perfekt zu der Story und unterhält den Hörer prima.

|8 CDs in Papp-Klappbox, einzeln in Papphüllen verpackt
Spieldauer: ca. 9:50 Stunden
Gelesen von Josef Tratnik
ISBN-13: 978-3943013023|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[Hörprobe auf der Verlagsseite]https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=37416

_Perry Rhodan auf |Buchwurm.info|:_

|LEMURIA|:
[„Die Sternenarche“ 769 (Perry Rhodan – Lemuria 1)
[„Der Schläfer der Zeiten“ 871 (Perry Rhodan – Lemuria 2)
[„Exodus der Generationen“ 886 (Perry Rhodan – Lemuria 3)
[„Der erste Unsterbliche“ 949 (Perry Rhodan – Lemuria 4)
[„Die letzten Tage Lemurias“ 1021 (Perry Rhodan – Lemuria 5)
[„Die längste Nacht“ 1137 (Perry Rhodan Lemuria 6)

|LEMURIA|-Hörbücher:
[„Die Sternenarche“ (Perry Rhodan – LEMURIA 1) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6935
[„Der Schläfer der Zeiten (Perry Rhodan – LEMURIA 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7093
[„Exodus der Generationen“ (Perry Rhodan – LEMURIA 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7297

|PAN-THAU-RA|:
[„Die Lebenskrieger“ 2189 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 1)
[„Die Trümmersphäre“ 2468 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 2)
[„Die Quantenfestung“ 3050 (Perry Rhodan PAN-THAU-RA 3)

|Silber Edition|:
[„Die Para-Sprinter“ (Perry Rhodan – Silber Edition 24) (Lesung)“ (Hörbuch) 6330
[„Brennpunkt Andro-Beta (Perry Rhodan – Silber Edition 25) (Lesung) „]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6492
[„Kontrollstation Modul“ (Perry Rhodan – Silber Edition 26) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6738
[„Andromeda“ (Perry Rhodan – Silber Edition 27) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6945
[„Lemuria“ (Perry Rhodan – Silber Edition 28) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7094
[„Der Zeitagent“ (Perry Rhodan – Silber Edition 29) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7299
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6743
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6936
[„Raumschiff Erde (Perry Rhodan – Silber Edition 76) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=7092
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=7298

|Silber Edition|-Downloadversion:
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 1 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6560
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 2 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6614
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 3 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6666
[„Konzil der Sieben“ (Perry Rhodan – Silber Edition 74, Teil 4 von 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6721
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6775
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6824
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6880
[„Die Laren“ (Perry Rhodan – Silber Edition 75, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6916
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6950
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6990
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7027
[„Raumschiff Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 76, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7052
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7091
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 2 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7108
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 3 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7142
[„Im Mahlstrom der Sterne“ (Perry Rhodan – Silber Edition 77, Teil 4 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7196
[„Suche nach der Erde“ (Perry Rhodan – Silber Edition 78, Teil 1 von 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7270

[„PERRY RHODAN: Odyssee“ 3240
[„Die Kaiserin von Therm“ 3241 (Perry Rhodan Silberband 94)
[„Die Rückkehr“ 1611 (Perry-Rhodan-Roman 2295)
[„Das Antares-Riff“ 1706 (Perry Rhodan Extra 2)
[„Perry Rhodan – Das Rollenspiel“ 2925 (Grundregelwerk)
[„Sternenozean“ 5831 (Hörspielserie, Teil 1-25)
[„Das gestrandete Imperium“ (Perry Rhodan – Der Posbi-Krieg 1)“ 6081
[„Perry Rhodan: Der Posbi-Krieg“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6394
[„Die Zeitstadt“ (Perry Rhodan – Andromeda 6) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6740
[„Geisterschiff CREST IV“ (Perry Rhodan – Taschenheft 10]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id%3C/b%3E__book=6925

Dorian Hunter – Die Teufelsinsel (Folge 15)

_Die Handlung:_

Dorian Hunter hat seine acht dämonischen Brüder zur Strecke gebracht. Bleibt noch Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie!

Die Spur führt Hunter zusammen mit seinem Begleiter, dem Journalisten Armand Melville, auf ein Eiland im Mittelmeer vor Sizilien, das angeblich Asmodis Rückzugsgebiet darstellt. Doch auf der Insel wimmelt es vor magischen Fallen und als Armand Melville vier Tage später allein zurückkehrt, fehlt von Hunter jede Spur …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Wer in dieser Folge auf einen spektakulären Showdown zwischen Asmodi und Dorian Hunter auf der „Teufelsinsel“ wartet … der muss leider weiterwarten.

Die Spannung langsam immer weiter aufbauend, hören wir dem Ton der Videoaufzeichnung von Armand Melville zu, der von seinem Trip auf die Insel zusammen mit Hunter allein zurückkam. Natürlich ist diese Aufzeichnung genau dann zu Ende, wenns am spannendsten ist. An dieser Stelle trennen sich dann die Wege von Melville und Hunter, der mit Überleben beschäftigt war und gejagt wurde.

Und parallel verfolgen wir noch den Weißen hassenden Mackandal, der am Anfang des 18. Jahrhunderts bei Mama-Loi Jorubinia in die Voodoo-Schule geht, um Rache zu nehmen. Zuvor war er von einem getarnten Asmodi in die Sklaverei verkauft worden, damit sein Hass weiter wächst.

Und grad, wenns interessant werden könnte und es doch noch mit vielen Effekten ausgestattete Kämpfe geben könnte … sind die 80 Minuten auch schon wieder vorbei, gemein. So gibts diesmal mehr Infos als Action zu hören. Was der Autor damit sagen will, das kann man im Booklet nachlesen, denn er hat für diese Folge jede Menge recherchiert.

_Das Hörerlebnis:_

Der Abmischung der Sprache zu folgen ist zuweilen recht anstrengend, weil die einzelnen Stimmen sehr unterschiedlich laut sind. Eine fast flüsternde Frauenstimme erleben wir auf der Insel, die so gut wie gar nicht zu hören ist, wenn man diese Folge im Auto, der Bahn oder irgendwo sonst mit Nebengeräuschen hört. Hier muss man richtig aufdrehen, um dann im nächsten Augenblick zusammenzuzucken, wenn der nächste Charakter spricht. Auch Dorian Hunter, der wie Jack Bauer in „24“ keinen normal lauten Satz sprechen kann, sondern so gut wie alles gedrängt flüstern muss, ist manchmal aus den gleichen Gründen schwer zu verstehen.

Erfreulich ist zwar, dass die CD fast aus allen Nähten platzt mit ihren 80 Minuten Spieldauer und den 26 Tracks, aber allein die neunminütige Szene auf der „Sirenen-Insel“, die nichts mit Hunter selbst zu tun hat, dauert gefühlte 20 und hätte gut gekürzt werden können.

Auch wer sich mit einem Vorschussgrinsen auf Oliver Kalkofe gefreut hat, wird ein wenig enttäuscht sein. Der Autor bietet ihm leider nur wenig Raum, um sein komödiantisches Talent auszuleben. Nur in wenigen Szenen zusammen mit Hunter auf der „Teufelsinsel“ blitzt es ein wenig durch.

Generell machen alle Sprecher einen guten Job und bringen die Stimmungslage ihrer Charaktere prima ins Ohr des Hörers. Gut oder böse, sirenenhaft betörend oder ängstlich, alles wird lebendig vermittelt.

|Geräusche und Musik|:

Die Geräuschkulisse ist aufwendig und abwechslungsreich gestaltet, mit vielen Effekten, die die Szenen sehr lebendig wirken lassen. Auch die Soundeffekte bei den Übergängen der Handlungen und Tracks sind … interessant.

Die Musik wird hier nicht als Lückenfüller verwendet, sondern dezent wenig und auch nur aus dramaturgischen Gründen.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Dorian Hunter – Thomas Schmuckert
Armand Melville – Oliver Kalkofe
Trevor Sullivan – Konrad Halver
Mackandal – Bernd Vollbrecht
Valiora – Daniela Hoffmann
Marvin Cohen – Frank Gustavus
Coco Zamis – Claudia Urbschat-Mingues
Steve Powell – Marco Sand
Mama-Loi Jorubinia – Luise Lunow
Asmodi – K. Dieter Klebsch
Fabricio – Dirk Hardegen
Don Chiusa – Christian Schult
Georgos – Costa Meronianakis
Costa – Georgos Meronianakis
Erzählerin – Dagmar Dreke
Capitán – Eckart Dux
Olivaro – Stefan Krause
In weiteren Rollen: Marco Göllner, Leonhard Mahlich, Thomas Nicolai, Simona Pahl, Martin Sabel

|Technik-Credits:|

Romanvorlage: Ernst Vlcek
Produktion: Dennis Ehrhardt, Zaubermond Verlag
Skript, Regie, Tonproduktion: Marco Göllner
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Gary Stack im Studio Konterfei, Berlin
Marijo Dolic, Hurst Media Company, Offenbach
Musik: MoorlandMusic
Titelmusik: Joachim Witt
Illustrationen: Mark Freier
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp
Label: Folgenreich

|Die Ausstattung:|

Das Cover des Booklets zeigt eine düstere Küsten-/Strand-Szene im Stil der „Dorian Hunter“-Serie. Die CD, die mit dem gleichen Motiv bedruckt ist, steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen und eine ausführliche Beschreibung der Recherche für diese Folge vom Autor Marco Göllner. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits. Und dann gibts noch ein paar Infos zu den Buchausgaben von „Dorian Hunter“.

_Mein Fazit:_

Zwar kommt es auf der „Teufelsinsel“ nicht zum erhofften finalen Endkampf, aber es gibt ein paar interessante, Jahrhunderte alte Hintergrundinformationen und einen echt fiesen Cliffhanger, der den Hörer schon gespannt auf die nächste Folge warten lässt.

|1 Audio-CD mit 80 Minuten Spieldauer
UPC: 0602527711867|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de/dorianhunter
[www.marcogoellner.de]http://www.marcogoellner.de
[www.dorianhunter.net]http://www.dorianhunter.net

Rick Riordan – Im Bann des Zyklopen (Percy Jackson 2)

Percy Jackson:

1) „Diebe im Olymp“
2) „Im Bann des Zyklopen“
3) „Der Fluch des Titanen“
4) „Die Schlacht um das Labyrinth“
5) „Die letzte Göttin“
6) „The Demigod Files“ (noch ohne dt. Titel)

Spannend: Monsterbekämpfung als Teamarbeit

Percy Jackson, der Sohn des Gottes Poseidon, erlebt ein ziemlich ruhiges sibtes Schuljahr. Wenn da nicht diese Albträume wären, in denen sein bester Freund in Gefahr schwebt. Und tatsächlich: Grover befindet sich in der Gewalt eines Zyklopen. Zu allem Übel ist Camp Half-Blood, die Ausbildungsstätte der Götterkinder, nicht mehr sicher: Jemand hat den Baum der Thalia vergiftet, der die Grenzen dieses magischen Ortes bisher geschützt hat. Nur das goldene Vlies kann noch helfen. Wird es Percy gelingen, Grover und das Camp zu retten? (Verlagsinfo)

Rick Riordan – Im Bann des Zyklopen (Percy Jackson 2) weiterlesen

Perry Rhodan – Suche nach der Erde (Silber Edition 78, Teil 1 von 4)

_|Suche nach der Erde|:_

Teil 1: 325 MB, 3:52 h, 47 Tracks
Teil 2: – erscheint am 30.08.2011 –
Teil 3: – erscheint am 20.09.2011 –
Teil 4: – erscheint am 11.10.2011 –

_Die Handlung:_

April 3460: Die Milchstraße ächzt unter der Herrschaft der technisch überlegenen Laren und ihrer skrupellosen Helfer, den Überschweren. Perry Rhodan blieb keine andere Wahl, als Erde und Mond in einem gewagten Manöver dem Zugriff der Invasoren zu entziehen: Die Urheimat der Terraner und ihr Trabant gingen durch einen gigantischen Sonnentransmitter, sprangen durch den Hyperraum und rematerialisierten im „Mahlstrom der Sterne“, einem Gebiet des Alls, unendlich weit von dem vorgesehenen Zielpunkt entfernt. Lordadmiral Atlan organisiert derweil den Widerstand gegen die Invasoren – und die Suche nach der verschollenen Erde. Sein Weg führt ihn nach Andromeda, zu sterbenden, von Jahrzehntausende alten Ruinen übersäten Welten und zu einer mysteriösen Geisterflotte. Aber für vier seiner Begleiter erweist sich die Mission als ein Flug durch tausend Höllen …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 78| )

|Dieser Teil|:

Zwei terranische Wissenschaftler wollen vom heißen Strafplaneten Watsteyn fliehen. Derweil schickt Atlan den USO-Spezialisten Ronald Tekener getarnt auf die Reise, um gerade diese beiden zu befreien. Und zum Schluss macht sich auch Atlan auf die Suche nach der Erde.

_Mein Eindruck:_

Warum es am Ende des letzten Teils der |Silber Edition 77| keinen Cliffhanger gegeben hat, wird schnell klar. Wie an einem straffen Gummiband gezogen, schnellt der Handlungsfaden wieder zurück in die Milchstraße. Das wird sicher alle freuen, die sich seit einiger Zeit fragen, was denn die Zurückgelassenen und auch die Laren zwischenzeitlich so unternehmen, um Perry und die Erde zu finden.

Und so findet sich der Hörer direkt an der Seite des Wissenschaftlers Goarn Den Thelnbourg wieder, einem Spezialisten für Sonnentransmitter. Ihn und viele weitere Wissenschaftler hatten die Laren auf „Strafplaneten“ verfrachtet, um sie zu „überreden“, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Hier kommt auch die Peitsche zum Einsatz, die auf dem Cover zu sehen ist.

Sicher ist es spannend und interessant die auch für Atlan wichtig gewordenen Transmitter-Experten bei ihren Fluchtplänen zu begleiten, aber das Ganze wirkt irgendwann ein wenig in die Länge gezogen. Auflockerung gibt es aber später durch die Wechsel zum Tekener-Handlungsstrang, weil man ja erfahren möchte, ob sich die beiden Gruppen tatsächlich irgendwann mal treffen.

Eigentlich hätte man, um einen guten und auch von der Handlung her vertretbaren Bruch zwischen den Einzelteilen dieser |Silber Edition| zu erreichen, nach Track 37 Schluss machen können. Denn dann ist die Flucht-/Befreiungsthematik abgearbeitet. Ab hier gehts mit dem nächsten Heftroman weiter, der einen anderen Handlungsfaden verfolgt. Da dieser Hörbuch-Teil aber eh schon eine halbe Stunde kürzer ist als der Letzte und man verständlicherweise nicht noch früher das Licht ausmachen wollte, gibts also noch einen Appetizer auf den nächsten Teil. Diesen können wir dann noch gute 40 Minuten lang zusammen mit Atlan und den Laren verfolgen, bevor der Erste von vier Teilen dieser |Silber Edition| vorbei ist.

_Mein Höreindruck:_

Tom Jacobs liefert in gewohnt souveräner Art und Weise ab. Der Hörer fiebert die ganze Zeit mit den beiden Wissenschaftlern mit, die von glänzend gut umgesetzten Bewachern malträtiert werden. Die Fiesen klingen gemein und die Guten klingen verzweifelt, verschwörerisch oder ängstlich. Jede Gefühlslage bringt Jacobs hüben wie drüben perfekt ins Ohr des Hörers.

|Die Effekte – Der Hintergrund|

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Melodie oder ein paar Sound-Effekten. Danach folgt bei einigen Kapiteln noch ein Ambient-Teppich als Untermalung für den Hintergrund. Dieser Teppich fällt aber kaum auf, weil er so leise und unscheinbar klingt, als wären es Nebengeräusche.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die 47 Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 680 „Strafplanet der Eroberer“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Die Handlung springt wieder zurück in die Milchstraße, wo man auf Hochtouren daran arbeitet, den neuen Standpunkt der Erde zu finden. Ein Planeten-Flucht-Befreiungs-Abenteuer, das von Tom Jacobs perfekt eingelesen wurde. Und am Ende gibts noch ein „Kurzabenteuer“ aus dem nächsten Heftroman, weil die Lesung sonst zu kurz geraten wäre. Somit bekommt der Hörer schon mal einen Vorgeschmack auf das, was ihn in drei Wochen erwartet. Ich bin gespannt.

|MP3-Download mit ca. 325 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:52 h
Anzahl der Tracks: 47
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943013078|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 78| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 11. Oktober 2011 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

Kliesch, Vincent – Todeszauberer, Der (Lesung)

_|Julius Kern|:_

01 [„Die Reinheit des Todes“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6359
02 _“Der Todeszauberer“_

Eine zerteilte Frauenleiche in Berlin bringt Hauptkommissar Julius Kern auf die Spur des Schläfenmörders, der in den letzten sieben Jahren in allen Teilen Deutschlands mindestens 17 Frauen ermordet hat. Immer wieder ändert er seine Vorgehensweise, nie hinterlässt er wichtige Spuren, sodass die Polizei immer noch im Dunkeln tappt. Und auch der einfühlsame Ermittler Julius Kern, dessen Ziel es stets ist, sich in die gesuchten Mörder hineinzuversetzen, weiß zunächst nicht weiter.

Und dann kreuzt auch noch ein alter Bekannter Julius Kerns Weg – nämlich Tassilo Michaelis, ein Mörder, den Kern zwar vor Gericht gebracht hat, der damals aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Immer noch hat Kern eine Rechnung mit Tassilo Michaelis offen, auch wenn dieser ihm während der Ermittlungen im Fall des Putzteufel-Mörders (in Vincent Klieschs genialem Debüt „Die Reinheit des Todes“) das Leben gerettet hat. Als Michaelis sich auch noch an Kerns Tochter heranschleicht, sieht seine Frau rot und setzt ihren Mann vor die Tür.

Kern aber hat schnell einen Zufluchtsort gefunden, denn die sympathische bayrische Ermittlerin, die sich schon seit dem ersten Mord mit dem Schläfenmörder mit diesem Fall befasst, hat längst ein Auge auf Kern geworfen und bietet ihm nun ohne zu zögern Unterschlupf.

Parallel lernen wir den Schläfenmörder kennen – den Zauberer Rufus, der in einem Berliner Varieté auftritt und uns nach und nach Einblicke in seine Vergangenheit gewährt. Als Kind wurde Rufus wegen seines enormen Körperumfangs gehänselt. Inzwischen hat er zwar die überflüssigen Pfunde abgeschüttelt, nicht aber die Dämonen, die ihn seit der Kindheit begleiten und die ihn immer wieder morden lassen …

_Katz- und Maus-Spiel_

Wie schon in seinem grandiosen Debütroman „Die Reinheit des Todes“, erzählt Vincent Kliesch auch in seinem zweiten Fall, der sich rund um den Ermittler Julius Kern dreht, zwei Handlungsstränge parallel. Während wir im ersten Buch neben der eigentlichen Mordserie erfahren haben, was Tassilo Michaelis verbrochen hat, ist es hier neben der Geschichte um den Schläfenmörder wieder einmal die Geschichte von Tassilo Michaelis. Dieser ist zwar weiterhin auf freiem Fuß, da man ihm die Taten nicht nachweisen konnte, zudem hat er viel Geld mit seinem Buch gemacht, doch da ihn jeder kennt, wird er auch häufig angefeindet. So ist er auf einen Deal mit der Polizei aus – Informationen über den Schläfenmörder gegen eine neue Identität.

Der Schläfenmörder nämlich hat Tassilo zahlreiche Briefe geschrieben, von seinen eigenen Taten berichtet und sogar Videos von seinen Taten geschickt. Tassilo ist fasziniert, zumal Rufus deutlich mehr Menschen auf dem Gewissen hat als er selbst und fröhlich weiter vor sich hin morden kann, während Tassilo die Hände gebunden sind. Jeder kennt ihn und jeder beobachtet ihn, sodass er nun brav sein Leben leben muss. Sein einziges Vergnügen besteht darin, seinen Widersacher Julius Kern immer wieder vorzuführen, und so bringt er Rufus schließlich auf eine ausgesprochen perfide Idee, als der Deal mit der Polizei platzt …

Immer wieder wechselt die Erzählperspektive, Vincent Kliesch beleuchtet den Fall des Schläfenmörders von vielen verschiedenen Seiten und stellt uns die handelnden Personen sehr genau vor. Um Rufus kennen zu lernen, springt er in dessen Vergangenheit zurück und verrät uns ganz allmählich, wie aus einem kleinen Jungen schließlich ein Massenmörder werden konnte. Da Kliesch immer an den passenden Stellen die Erzählperspektive wechselt, kurbelt er das Erzähltempo immer weiter an und sorgt für einen extrem gelungenen Spannungsbogen. Besonders packend ist die Szene, in der es einem Opfer des Schläfenmörders gelingt, diesen zu überwältigen und zu fliehen. Schon früh droht der Mörder also sein Spiel zu verlieren, bis ihm das Schicksal in die Hand spielt. Doch die Minuten, in denen uns Erzähler Uve Teschner diese Szene präsentiert, sind absolut packend und lassen einem eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Für Spannung sorgt Vincent Kliesch demnach ausgesprochen gut, auch wenn ihm der Spannungsbogen in seinem ersten Thriller zugegebenermaßen _noch_ besser gelungen war.

_Des Pudels Kern_

Im Zentrum der Geschichte steht zum zweiten Mal Ermittler Julius Kern, der die Jagd nach einem Mörder immer zu seiner persönlichen Mission macht und sich stets in die Mörder hineinversetzen will. Doch dieses Mal schafft er es nicht, sich dem Mörder gedanklich zu nähern und ist darauf angewiesen, auf ein Angebot seines Erzfeindes Tassilo Michaelis einzugehen. Das nagt selbstverständlich an Kern, der immer noch das Ziel verfolgt, Tassilo hinter Schloss und Riegel zu bringen. Lassen wir uns überraschen, wann ihm dies gelingt …

Julius Kern ist verheiratet und hat eine kleine Tochter, doch wie der Stereotyp des erfolgreichen Hauptkommissars es erfordert, hat er natürlich Eheprobleme, weil er ständig nur für den Job lebt, nichts mehr mit seiner Tochter unternimmt und alles stehen und liegen lässt, sobald er zu einem Tatort gerufen wird. Auch seine Tochter ist enttäuscht von ihm, da er nicht wie versprochen mit ihr in den Zoo geht und als es endlich soweit ist, dort auch noch jemanden trifft und sie ihn folglich mit einem fremden Mann teilen muss. Was Vincent Kliesch uns hier präsentiert, ist zwar ganz nett, allerdings nicht sonderlich innovativ, das muss bei aller Begeisterung über den spannenden Fall doch gesagt werden.

Tassilo Michaelis ist da von ganz anderem Format. Schon in der „Reinheit des Todes“ hat er den eigentlichen Mörder in den Schatten gestellt, da er immer noch in den Köpfen der Ermittler herumgespukt ist und ihnen die Arbeit erschweren wollte. Michaelis begeht keine Fehler, was er anpackt, endet tödlich und auch hier schafft er es, Rufus für seine Zwecke einzusetzen, das ist schon sehr gut gelungen.

Rufus als zaubernder Mörder ist ganz nett, die Idee gefiel mir gut, auch wenn am Ende klar wird, dass Rufus doch aus ziemlich hanebüchenen Gründen handelt. Das war leider nicht ganz schlüssig.

_Sprachgewaltig_

Uve Teschner spricht diesen spannenden Roman und macht seine Sache recht gut. Etwas einfacher ist die Sache für ihn dadurch, dass er meist männliche Protagonisten zu sprechen hat, was ihm aus offensichtlichen Gründen natürlich leichtfallen dürfte. Wie er den einzelnen Figuren eine eigene Stimme verleiht, ist schon gut, wenn auch nicht überragend.

Für meinen Geschmack macht er manchmal zwischen den einzelnen Kapiteln eine zu kurze Pause, so purzelt man mitunter ziemlich unsanft von einer Situation in die andere, ohne gemerkt zu haben, dass Vincent Kliesch die Perspektive gewechselt hat und wir uns jetzt an einem anderen Schauplatz befinden. Etwas mehr Ruhe und Geduld hätte Teschner hier gut angestanden.

Eins hat mir leider gar nicht gefallen und das war sein Gesang. Der Mörder neigt dazu, seine Taten mit Musik zu untermalen und stellt dabei den Titelsong aus „Cabaret“ an, was Teschner ziemlich schräg nachsingt. Er versucht dabei irgendwie klarzumachen, dass Rufus total durchgeknallt ist, aber dadurch klingt dieser Gesang so verschroben, dass man als Zuhörer geneigt ist, sich etwas für den Sprecher (hier Sänger) fremdzuschämen …

Insgesamt macht Teschner seine Sache aber trotzdem recht gut.

_Spannung pur_

Schon mit seinem Debüt „Die Reinheit des Todes“ hat Vincent Kliesch mich in Atem gehalten. So war klar, dass ich auf jeden Fall wieder reinhören würde, sobald es den zweiten Teil auch als Hörbuch gibt. Auch das zweite Hörbuch habe ich praktisch verschlungen und konnte es kaum noch ausschalten, als ich einmal damit begonnen hatte. Kliesch baut nahezu perfekt Spannung auf, baut Cliffhanger ein und wechselt immer dann die Szenerie, wenn es gerade am spannendsten ist. Nur Tassilo Michaelis hat in diesem Fall keinen so starken Auftritt mehr wie in Klieschs Debüt. Der Ermittler Julius Kern fällt dagegen deutlich ab, zu sehr orientiert er sich am Klischee eines Hauptkommissars, aber vielleicht überrascht uns Kliesch ja in seinem dritten Roman damit, dass er Kern neue Facetten angedeihen lässt. Der Fall des Schläfenmörders ist absolut spannend, gruselig und reißt den Zuhörer von Anfang an mit. Die Auflösung enttäuscht ein wenig, zu profan fand ich den Grund, den Rufus dafür angibt, warum er all diese Frauen ermordet hat, aber darüber kann ich dennoch hinwegsehen und das Hörbuch uneingeschränkt weiterempfehlen – allerdings erst dann, wenn man zuvor Klieschs (noch besseres) Debüt gelesen oder gehört hat. Sonst entgeht einem etwas!

|Ungekürzte Downloadversion
Spieldauer: 8:18 Std.
Gelesen von Uve Teschner|
[www.audible.de]http://www.audible.de

Sick, Bastian – Dativ ist dem Genitiv sein Tod, Der (Teil 3) (Lesung)

_Deutsche Sprache, schwere Sprache:_

Sie sind legendär, berüchtigt und mittlerweile auch schon berühmt: Bastian Sicks ‚Zwiebelfisch‘-Kolumnen bei Spiegel Online gehören zu den unterhaltsamsten Blogs in der deutschsprachigen Internet-Welt. Nicht zuletzt durch die Zusammenfassung seiner Artikel im monatelang an oberster Stelle platzierten Bestsellers „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ hat Sick Ruhm und Ansehen erlangt und sich als Retter der deutschen Sprache, als Verfechter grammatikalischer Regeln und schließlich als Hilfskraft bei der Bewältigung linguistischer Problemfälle in die Medien gepusht. Mit dem dritten Teil seiner Buchreihe setzt Sick seinem Anspruch, richtigzustellen, zu unterhalten und schließlich auch mit Wortwitz und Charme zu begeistern, schließlich die Krone auf – leider auch zum vorerst letzten Mal.

In der letzten Episode von „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ holt Sick dann aber noch einmal gekonnt zum Rundumschlag aus. Anhand vieler alltäglicher Situationen schildert er den Missbrauch von Pleonasmen und Präpositionen, stolpert über die Sinnlosigkeit doppelter Verneinungen, erklärt die Fehlverwendung von Verben und Adverbien und macht sich einen Scherz aus dem missbilligenden Sprachgebrauch bei Artikeln oder lokal bedingten Akzentuierungen. Schließlich zieht er zur Erklärung der einzelnen Sachverhalte gerne wieder alte Bekannte hinzu, so zum Beispiel Frau Jackmann, jene bürgerliche, sprachlich weniger gewandte Hausfrau, die es mit der deutschen Sprache nicht immer so genau nimmt. Andererseits greift Sick auch in der Prominenten um sich, beispielsweise wenn die Aussagen einiger Sportler zitiert werden, allen voran Lothar Matthäus, der hier gleich doppelt sein Fett weg bekommt. Es sind so viele typische Situationen, die der Autor aufzählt, sei es nun bei der plumpen, aber grundsätzlich sinnentleerten Ansage bei der Deutschen Bahn bis hin zu den peinlichen Statements bekannter Persönlichkeiten in Interviews und weniger vorteilhaften Selbstdarstellungen.

Natürlich mag man Sick hier und dort gerne als Besserwisser wahrnehmen, da er die jeweiligen Themen bis ins kleinste Detail herunterbricht und jeden Wortfetzen durch sein grammatikalisches Vorbildschema lenkt und schließlich auch jeden Fehltritt durch den Kakao zieht. Doch Sick hat Charme, er verkündet Selbstbewusstsein, bleibt logisch und hat letzten Endes immer wieder den passenden Kommentar zu der jeweils brisanten Situation. Wenn zum Beispiel verdrehte Redewendungen ins Gespräch kommen und dabei die sonderbarsten Verbindungen zustande kommen, gelingt es dem Autor immer wieder, mit einer noch heftigeren Verdrehung einen draufzusetzen und aus einem Schmunzeln einen echten Schenkelklopfer zu machen. Da wird man auch keinen Schnee über die Sache wachsen lassen können, um manche Aussage ungeschehen zu machen – legendär, ja wahrhaftig kultig, was hier manchmal geschieht und durch den sprachlichen Fleischwolf gedreht wird.

Im Rahmen der knapp zweieinhalbstündigen Inszenierung kommen schließlich die vielfältigsten Schauplätze der deutschen Sprache auf den Tisch: Zeitprobleme, Wortstellungsfehler, amüsante Ausschweifungen der Umgangssprache, die Wechselwirkung von Anglizismen, Wortschöpfungsfehltritte und schließlich die alles entscheidende Frage, ob man nach, zu oder bei Aldi geht – sehr stark.

Die Audiofassung der dritten Episode lebt schlussendlich von der zunehmend ironischeren Sichtweise des Autors selbst. Nachdem er die erste Episode der Hörbuch-Variante noch an einen Auftrags-Sprecher (Rudolf Kowalski) abgegeben hatte, legt Sick seit Teil 2 selbst Hand und Mund an – und dies zahlt sich alsbald aus, weil der Autor schlicht und einfach sehr tief in der Materie steckt und den Humor der ‚Geschichte‘ viel besser an den Mann und die Frau bringen kann. Sehr schön ist hierbei vor allem, wie Sick den Überraschten mimt, sobald er mal wieder mit einer unberechenbaren Wendung im Sprachgebrauch konfrontiert wird. Das ist charmant, das ist witzig und vor allem ist das Unterhaltung auf sehr hohem Niveau. Schade ist lediglich, dass man im Vergleich zum gleichnamigen Buch rapide gekürzt hat. Ungefähr ein Drittel des Gesamtinhalts wurde herausgestrichen, sodass die Originalausgabe dem Hörbuch der Vollständigkeit halber sicher vorzuziehen ist. In diesem Fall tut man sich aber wohl den größten Gefallen, wenn man doppelt investiert: Denn wie Sick die Sprache hier zum Leben erweckt und vermeintlich nüchterne Themen in feinstes Entertainment verwandelt, sollte man auf jeden Fall einmal gehört haben!

|2 Audio-CDs
Spieldauer: ca. 146 Minuten
Sprecher: Bastian Sick
ISBN-13: 978-3898135665|
[www.der-audio-verlag.de]http://www.der-audio-verlag.de

_Bastian Sick bei |Buchwurm.info|:_
[„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=952
[„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – Das große Spiel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5199

Nothomb, Amélie – Quecksilber (Lesung)

_Die Schlacht um Freiheit, Wahrheit und Schönheit _

Auf der Normandie-Insel Mortes-Frontières hält der alte Kapitän Loncours die junge Hazel gefangen. Als sie erkrankt, reist Krankenschwester Francoise vom Festland an, um sie zu pflegen. Sie ist die einzige Person, die Zutritt zu Hazels Zimmer bekommt. Denn der Alte scheint ein furchtbares Geheimnis zu hüten. Warum zum Beispiel gibt es im ganzen Haus keinen Spiegel? (Verlagsinfo)

_Handlung_

Am Abend des 1. März 1923 schreibt Hazel in ihr Tagebuch, dass sie mit dem „Alten“ seinen 77. Geburtstag gefeiert habe. Danach sei er wie so oft in ihr Bett gekommen. Sie wird am 31. März 23 Jahre alt – „dann sind wir zusammen ein Jahrhundert alt“, freut sich der Alte. Nun sind es schon fünf Jahre, die sie hier auf der einsamen Insel Mortes- Frontières bei ihm lebt. Denn er ist nicht nur ihr Pflegevater, sondern auch ihr Lebensretter.

Hazel stammt aus einer internationalen Familie. Ihr Vater war Franzose, der eine Polin aus Warschau heiratete und mit ihr nach New York City zog, als Hazel erst sechs war. Dort lebten sie sechs Jahre, um dann pünktlich zum Ausbruch des Weltkrieges wieder in Paris zu leben. Aber erst 1918 zog ihr Vater von dort weg, in die Normandie. Dort wurden sie von einem deutschen Flieger angegriffen. Nur Hazel überlebte, und Kapitän Loncours nahm sie mit auf seine Insel. Aber er sagte ihr nicht, warum es in seinem Haus keine Spiegel gibt.

Doch Hazel wird eines Tages krank. Der Alte ruft eine Krankenschwester aus der nächsten Stadt, und dort wird Schwester Francoise Chavegnes gebeten, sich um Hazel zu kümmern. Zusammen mit der Dienerin Jaqueline setzt sie auf der Fähre über, nur um ihre Sachen dann von vier Männern inspiziert zu bekommen.

Kapitän Loncours gibt ihr ausdrückliche Anweisungen, sich auf professionelle Fragen zu beschränken, nichts Privates darf sie mit Hazel besprechen. Er ist aber von Francoises Schönheit recht angetan. Hazel versteckt sich unter der Bettdecke und kommt erst hervor, nachdem der Alte gegangen ist. Sie hält sich für hässlich, weil der Unfall vor fünf Jahren sie entstellt habe. Doch Francoise kann deutlich sehen, dass Hazel das schönste Mädchen ist, das sie je gesehen hat. Sie wagt jedoch nichts zu sagen, weil sie mutmaßt, dass der Alte sie belauscht.

Nach der ersten begegnung erweist sich Hazel als aufgewecktes Mädchen, das sich wie eine Zwölfjährige über die weibliche Besucherin freut. Schon nach wenigen Tagen sind die beiden die dicksten Freundinnen und erzählen einander von Liebesdingen und ihrer Vergangenheit.

Um herauszufinden, ob der Alte wirklich lauscht und worin das Geheimnis der fehlenden Spiegel besteht, ersinnt Francoise einen ausgeklügelten Plan …

_Mein Eindruck_

Die Dreiecksgeschichte entwickelt sich zu einer Geschichte über Freiheit, Wahrheit und Schönheit, also grundlegende Bedingungen des Menschen. Denn eines ist klar für Francoise: Durch Enthüllung der Wahrheit über ihre Schönheit soll Hazel befreit werden. Das erweist sich als schwieriger als gedacht. Und so fand es die Autorin sogar nötig, zwei mögliche Schlüsse der Geschichte zu schreiben.

Hazel lebt im Stande der Unschuld, als wäre sie Eva im Garten Eden. Loncours spielt den Adam, ihren Liebhaber und Retter. Nun drängt sich Francoise wie die Schlange dazwischen und will diesen Zustand beenden. Denn die Unschuld Hazels beruht ja auf einem Betrug. Die Perfidie dieser Tat verdoppelt sich für Francoise, als sie von Loncours erfährt, dass er dies alles schon einmal gemacht hat: mit Adèle, seiner ersten Frau. Auch sie wurde im falschen Glauben gelassen, entstellt zu sein. Für Francoise wird der Alte zu einem Ungeheuer, das einem Blaubart in nichts nachsteht.

Die erste Maßnahme muss also darin bestehen, das Lauschen zu unterbinden und einen Spiegel zu finden. Doch der Alte ist auf der Hut. Er hat vom Apotheker der Stadt erfahren, dass Francoise täglich ein Quecksilberthermometer kauft. Offenbar ist es ihr Plan, aus dem Quecksilber eine spiegelnde Fläche zu schaffen – bevor sie es benutzt, ihn damit umzubringen. Francoise weist diesen Verdacht selbstredend weit von sich. Sie wird eingesperrt.

Doch mit einem genialen Trick kann sie sich befreien und sich zu Hazel schleichen. In der ersten Fassung ist Hazel unbewacht, sodass Francoise ihr die schreckliche Wahrheit enthüllen kann. Doch wo ist der Spiegel, den Loncours versteckt hat? Sie müssen ihn überfallen und zwingen, ihnen Spiegel und Wahrheit herauszurücken. Bei ihrem eigenen Anblick fällt Hazel schier in Ohnmacht, dann versucht sie, Loncours umzubringen. Kann sie es übers Herz bringen, ihren Retter zu töten, auch wenn sie ihren Liebhaber hasst?

Der zweite Schluss sieht vor, dass Francoise entdeckt und gepackt wird, bevor sie Hazel erreicht. Die Handlung verläuft völlig anders, sodass es durchaus der Mühe wert ist, sich diese Variante anzuhören. In dieser Fassung findet beispielsweise Loncours ein anderes Ende, und die beiden Freundinnen fahren nicht in die USA, sondern bleiben auf der Insel bis an ihr Lebensende. In jedem Fall erben die beiden Loncours‘ Vermögen. Das klingt wie ein Märchen. Der König ist tot – hoch lebe sein Geld!

Nun aber zur Last der Schönheit. Sie ist die Ursache für Hazels Leid – und für ihr Überleben, wenn man Loncours glauben darf. Nur deswegen habe er sie aus den Trümmern gerettet und bei sich aufgenommen. Fünf Jahre lang sah sich Hazel als die Hässlichste unter den Evastöchtern und traute sich nicht unter Menschen, sodass ihre Gefangenschaft gerechtfertigt erschien.

Nun jedoch soll sie sich mit ihrer Schönheit und Anziehungskraft abfinden? Das wäre ja gerade so, als solle sie die Löwen einladen, das Lämmchen zu verspeisen! Alles nicht so einfach, muss Francoise feststellen. Loncours muss ihr helfen und einige Fakten erklären. Das dauert. So wie das Drama von Anfang an aus Dialogen bestand, so werden die Dialoge nun zu Streitgesprächen. Und dafür, dass sie zuweilen in Philosophie ausarten, muss man eben Geduld aufbringen.

_Die Sprecherin_

Die wichtigste Aufgabe der Sprecherin bestand offenbar darin, den drei Hauptfiguren Leben einzuhauchen. Das gelang ihr durchaus, und zwar vor allem durch die unterschiedliche Tonlage, die sie den Figuren zuwies.

Francoise spricht in einer weiblichen Alt-Tonlage, die wesentlich tiefer ist als die von Hazel. Die ist meist sehr emotional, leicht begeistert oder erzürnt. Der Kapitän ist das genaue Gegenteil: In der tiefsten, der Sprecherin möglichen Tonlage spricht er langsam und bedächtig, wie es einem 77-Jährigen angemessen ist. Nichts, was ihm Francoise vorwirft, kann ihn aus seiner Ruhe bringen. Für Aktionen hat er ja seine „Schergen“.

Musik gibt es ebenso wenig wie Geräusche, was das Ganze zu einem Kammerspiel macht, für das man Geduld aufbringen muss. Ich konnte pro Tag stets nur eine CD ertragen, also rund 65 Minuten. Sonst wäre ich eingeschlafen.

Marlen Diekhoff, vielseitige Bühnen- und Filmschauspielerin, gehört nach Verlagsangaben seit vielen Jahren zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Für Hörbuch Hamburg hat sie bereits Texte von A. Baricco, Amélie Nothomb, Colette, Sándor Márai und „Tausendundeine Nacht“ gelesen.

_Die Autorin_

Amélie Nothomb, 1967 in Kobe/Japan geboren, verbrachte ihre Kindheit als Tochter eines belgischen Diplomaten in japan und China. Nach ihrem Philologiestudium begann sie zu schreiben. Besonders in Frankreich feiert sie Erfolge. Sie lebt in Paris. „Mit Staunen und Zittern“ trug ihr den „Prix de l’Académie Francaise“ ein.

Bei Hörbuch Hamburg sind bereits ihre Romane „Quecksilber“, „Metaphysik der Röhren“ und „Der Professor“ erschienen. Die Buchfassungen erscheinen bei Diogenes. Sie sind bei Amazon.de nicht zu bekommen.

_Unterm Strich_

Eine junge, die als Gefangene eines alten Knackers wie eine gefangene Sexsklavin gehalten wird – kann das gutgehen? Die Krankenschwester jedenfalls will schleunigst für den Sieg von Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit sorgen. Doch aus dem Dreiecksverhältnis entwickelt sich unversehens ein Drama darum, wer die Oberhand behalten wird. Das ist durchaus spannend, wenn man etwas für Wortgefechte übrig hat. Der Ausgang ist so oder so möglich, sodass die Autorin zwei Schlüsse präsentiert.

Dass diese Schlacht um die Befreiung Hazels zugleich auch als Kampf um die Emanzipation – also Befreiung aus Sklavenschaft – der Frauen allgemein gelesen werden kann, versteht sich wohl von selbst. Der Alte spielt in diesem Szenario den tyrannischen Patriarchen, der die Frau gefangen hält, weil er sie liebt – das ist ja das Perfide daran.

|Das Hörbuch|

Die Sprecherin erweckt die drei Hauptfiguren dieses Kammerspiel zum Leben, indem sie ihnen nicht nur eine jeweils passende und unterschiedliche Stimme zuweist, sondern auch indem sie ihre Emotionen deutlich zum Ausdruck bringt. Das gelingt ihr am besten bei de emotionalsten Figur, der jungen Hazel.

Schade, dass es weder Musik noch Geräusche gibt. So neigt das dialoglastige Stück dazu, den Hörer einzulullen. Ich konnte jeweils nur eine CD pro Tag von dieser Dosis vertragen. Daher empfiehlt sich diese Lesung vor allem für Hörer, die gut zuhören können und das Drama in den Dialogen erkennen. Theaterschauspieler dürfte diese Präsentation wohl am meisten entgegenkommen.

|4 Audio-CDs
Spieldauer: 260 Minuten
Originaltitel: Mercure
Aus dem Französischen übersetzt von Wolfgang Krege
Regie: Margrit Osterwold,
Toningenieur: Ansgar Döbertin
ISBN-13: 978-3899037487|
[www.hoerbuch-hamburg.de]http://www.hoerbuch-hamburg.de

_Amélie Nothomb bei |Buchwurm.info|:_
[„Der Professor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1308
[„Mit Staunen und Zittern“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1358

Ken Follett – Der Schlüssel zu Rebecca

Die Handlung:

Sommer 1942: Rommels Armee rückt auf Kairo vor. Die Strategie des Wüstenfuchses scheint unschlagbar. Seine Geheimwaffe: der Meisterspion Wolff in Kairo. Wolffs Auftrag: Die Pläne der Engländer auszukundschaften und sie Rommel verschlüsselt zu übermitteln. Als Schlüssel dient ihm Daphne du Mauriers weltberühmter Roman „Rebecca“. Doch die andere Seite ist nicht untätig. Während die deutschen Truppen unaufhaltsam vorstoßen, beginnt in den nächtlichen Straßen Kairos eine tödliche Verfolgungsjagd. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wer hätte gedacht, dass es bei der Fülle an Hörbuchumsetzungen von Ken Folletts Romanen noch Lücken gibt. Die gibts tatsächlich, ganz offenbar. Und so schließt der Verlag mit dieser Lesung eine dieser Restlücken aus dem Jahr 1982. Interessanterweise sagt die nette Frauenstimme am Ende des Hörbuchs, dass es sich hier um eine Produktion aus dem Jahr 2009 handelt. Ich konnte allerdings keine Informationen darüber finden, ob diese Lesung tatsächlich auch zu diesem Zeitpunkt schon einmal veröffentlicht wurde oder sich der Verlag damit einfach nur etwas Zeit gelassen hat.

Ken Follett – Der Schlüssel zu Rebecca weiterlesen

Plichota, Anne & Wolf, Cendrine – Entschwundenen, Die (Oksa Pollock 2) (Lesung)

_|Oksa Pollock|:_

Band 1: [„Die Unverhoffte“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7073
Band 2: _“Die Entschwundenen“_
Band 3 – 6: -geplant-

_Klappentext_

Wenn dein bester Freund in Gefahr ist, wirst du dein Leben aufs Spiel setzen, um ihn zu retten. Die zweite große Prüfung für Oksa Pollock beginnt …

Kaum sind Oksa und Gus gemeinsam aus Orthons Fängen entkommen, da verschwindet Gus plötzlich auf seltsame Weise. Bald wird klar, dass er in einem Gemälde gefangen wurde – und dass eigentlich Oksa hätte, das Opfer sein sollen. Gemeinsam mit den „Rette-sich-wer-kann“, ihrem Vater und dem Jungen Tugdual folgt Oksa Gus in das Gemälde, um ihn zu retten. Dort warten nicht nur gefährliche Abenteuer auf sie. Oksa merkt, dass sie sich nicht nur zu Gus, sondern auch zu Tugdual hingezogen fühlt.

Für wen soll sie sich entscheiden?

_Kritik_

Mit „Die Entschwundenen“ gehen die Abenteuer von Oksa Pollock und den „Rette-sich-wer-kann“ in die zweite Runde. Die Autorinnen Anne Plichota und Cendrine Wolf lassen ihrer Fantasie wieder freien Lauf und so dürfen die Hörer sich erneut auf die unterhaltsamen Erlebnisse der „Rette-sich-wer-kann“ und deren Gegenspieler freuen.
Die Autorinnen bedienen sich einem, auch schon für junge Zuhörer geeignetem, klarem Erzählstil, dem spielend gefolgt werden kann. Unterstützt wird dies durch kurze Kapitel die höchstens zehn Minuten lang sind.

Anne Plichota und Cendrine Wolf hauchen ihren sympathischen Figuren und der hier ungewöhnlichen Umgebung, in der die fantasievolle Geschichte spielt, so viel Leben ein, dass der Hörer sich diese schnell bildlich vor Augen führen kann. Auch die Handlung an sich zeigt das sich hier zwei kreative und vor allem einfallsreiche Köpfe zusammengetan haben. Gemeinsam wurde hier ein origineller Plot entwickelt der mit viel Charme besticht.
Im Rückblick auf die Ereignisse wird uns Hörern die Geschichte aus der Perspektive eines Beobachters erzählt. Da sich die Ereignisse zeitgleich in zwei verschiedenen Ebenen abspielen, wechselt diese Person immer mal wieder von den Erlebnissen der „Eingemäldeten“ zu den „Rette-sich-wer-kann“, die sich im realen London aufhalten. So kann der Hörer beide Gruppen gut im Auge behalten.

Da sich die Perspektivwechsel immer an besonders spannenden Stellen ereignen, wird der sowieso schon fesselnde Spannungsbogen noch zusätzlich erhöht. Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich in ein stimmiges Gesamtbild zusammen und harmonieren sehr gut miteinander. Mit einem neugierig machenden Cliffhanger endet dann auch der zweite Teil um Oksa Pollock viel zu schnell. Auch wenn die Abenteuer zufriedenstellend bewältigt wurden, möchte man doch zu gerne am besten sofort wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Oksa und ihre Familie lernt der Leser in „Die Entschwundenen“ noch besser kennen, Gleiches gilt auch für die Mitstreiter auf dem Weg zurück nach Edefia. Oksa findet sich mittlerweile mit ihrer Bestimmung besser ab und kann ihre Gaben sehr gut annehmen. Mit ihrer ehrlichen und charmanten Art wickelt sie die Leser schnell um den Finger. Glaubwürdig entwickelt sich die junge Protagonistin weiter und zeigt sich dabei auch etwas als Vorbild für die Zielgruppe. Mit Werten wie Respekt, Charakterstärke, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit ausgestattet ist sie keinesfalls eine unsympathische Überfliegerin, sondern aufgrund ihrer auch mal explosiven Art sehr menschlich.
Ebenfalls lernt der Hörer Oksas Vater Pavel Pollock besser kennen, auch er hütet eine besondere Gabe, die sich als lebensrettend zeigen dürfte. Auch wenn Pavel sich so manches Mal gegen eine Rückkehr nach Edefia ausspricht, steht er doch mit seinen geballten Kräften hinter der gemeinsamen Sache.

Tugdual, ebenfalls ein junger und im „Da-Draußen“ geborener „Rette-sich-wer-kann“ bleibt düster und geheimnisvoll, scheint aber eine ehrliche Haut zu sein der unbedingt hinter der jungen Huldvollen und der „Rette-sich-wer-kann“ steht. Nur Gus scheint ihm ein Dorn im Auge und nicht nur einmal kommt es zwischen den beiden zu vernichtenden Auseinandersetzungen. Zudem bringt Tugdual Oksas Gefühle ordentlich durcheinander.
Selbstverständlich dürfen auch die nicht menschlichen Wesen aus Edefia hier nicht fehlen, ob Plemplem und Plempline, Sensybille, Kapirnix oder auch die empfindliche Goranov, gerade diese Geschöpfe machen die Geschichte unverwechselbar und bezaubernd charmant.

Die sechs CDs sind in einer Jewel-Case-Box untergebracht. Alle sechs sind im gleichen Grün wie das Cover gehalten, zusätzlich ist noch der Titel sowie Oksa selbst abgebildet. Weiterhin befindet sich eine Doppelseite in der Hülle, auf dieser ist die Vorgeschichte kurz angerissen und eine Kapitelübersicht und Infos zu der Sprecherin abgedruckt.

_Das Hörerlebnis_

Auch für den zweiten Teil der Geschichte um Oksa Pollock und die die Flüchtlinge Edefias konnte der Oetinger-Verlag Cathlen Gawlich als Sprecherin gewinnen. So leiht sie Oksa und den „Rette-sich-wer-kann“ wieder ihre wundervolle Stimme und macht dieses Hörbuch zu etwas ganz Besonderem. Die Sprecherin gestaltet mit ihrer Stimme, die anscheinend spielend zwischen den Höhen und Betonungen wechselt, jeden Charakter ganz individuell. Jeder menschlichen Figur und auch den außergewöhnlichen Wesen Edefias wird so Leben einhaucht und durch Klangfarbe und origineller Betonung gibt sie jedem Charakter eine authentische Stimme. Selbst wenn es zu längeren Hörpausen kommt, ist durch die verschiedenen Betonungen ein hoher Wiedererkennungswert vorhanden, schnell findet der Hörer sich so wieder in der Geschichte zurecht. Durch die erzählerische Begabung der Sprecherin wird der Hörer abwechslungsreich durch die atemberaubende Geschichte Oksas geführt.

Das Hörbuch „Die Entschwundenen“ ist gekürzt, dies fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, da dennoch der rote Faden des Plots wiedergegeben wird. Sicherlich gibt es das eine oder andere, was jemand, der neben dem Hörbuch auch das Buch genossen hat, vermissen wird, alles für die Handlung Ausschlaggebende ist hier allerdings erzählt worden.

_Die Autorinnen_

|Anne Plichota|

Geboren in Dijon, ist Bibliothekarin in Straßburg, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften, lebte einige Zeit in Korea und arbeitete in China. Sie hat eine elfjährige Tochter, ist ein Fan von angelsächsischer Literatur und interessiert sich für Geschichten und Sehnsüchte anderer Menschen.

|Cendrine Wolf|

Geboren in Colmar, studierte Sport und arbeitete viele Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in Straßburg wurde. Sie liebt alles, was schnell ist, fantastische Literatur und malt sehr gerne.

_Die Sprecherin_

Cathlen Gawlich wurde an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam ausgebildet und spielte später in verschiedenen Theatern in Berlin und Potsdam. Sie war in den Serien „Doppelter Einsatz“, „Polizeiruf 110“, „Tatort“ (Fernsehreihe), „Gefährliche Wahrheit“, „Die Wache“, „Die Cleveren“ zu sehen, außerdem spielte sie in den Kinofilmen „Nachtgestalten“ und „Emil und die Detektive“ mit. In der Serie „Die Sitte“ spielte sie eine der Hauptrollen.

Sie ist die Synchronstimme von Sandy, dem Eichhörnchen, in „SpongeBob Schwammkopf“, spricht den Kakadu im gleichnamigen Kinderprogramm von Deutschlandradio Kultur und gibt Rose in der Fernsehserie „Two and a Half Men“ ebenfalls ihre Stimme. In der Serie „Supernatural“ spricht sie die Rolle der Dämonin Ruby. Cathlen Gawlich lebt mit ihrem Mann in Berlin. (Quelle Wikipedia)

_Fazit_

Auch der zweite Band um Oksa Pollock „Die Entschwundenen“ besticht wieder durch einen kreativen Plot und liebenswerte Charaktere. Neben der hervorragenden Leistung der Autorinnen ist hier auch die vielstimmige Cathlen Gawlich hervorzuheben. Sie schafft es, eine einzigartige Stimmung beim Hören zu erzeugen, und die Zeit mit dem Hörbuch „Die Entschwundenen“ vergeht viel zu schnell. Cathlen Gawlich liest die Geschichte so wunderbar vor, dass man am liebsten noch stundenlang weitergelauscht hätte.

|6 Audio CDs / 412 Minuten
ISBN-13: 978-3837305647
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 – 15 Jahre
Originaltitel: La Forêt des égarés
Text von Anne Plichota / Cendrine Wolf
Bearbeitung von Antje Seibel
Einbandillustration von Anike Hage
Gesprochen von Cathlen Gawlich
Produziert von: Benjamin Dittrich
Regie: Frank Gustavus
Aus dem Französischen von Bettina Bach / Lisa Maria Rust|
[www.oetinger.de]http://www.oetinger.de

Kate Kacvinsky – Die Rebellion der Maddie Freeman

_|Maddie Freeman|:_

Band 1: _“Die Rebellion der Maddie Freeman“_
Band 2: „Middle Ground“ (noch ohne Erscheinungstermin)

_Die Handlung:_

Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen – das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt.

Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben – und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen? (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das Jahr 2060, das Katie Kacvinsky in ihrem Roman beschreibt, unterscheidet sich gar nicht allzu sehr von unserer Zeit. Für den einen ist es eine Utopie, für den anderen eine Dystopie. Der Staat weiß im „Big Brother“-Stil über jeden Schritt seiner Bürger Bescheid und eine echte Privatsphäre gibt es nicht mehr.

Offenes Feuer und selbst der Schulunterricht, wie wir ihn kennen, ist verboten und die Schüler besuchen alle die „Digital School“ … von zu Hause aus … als Avatar. Auch sonst spielt sich das komplette Sozialleben aller Menschen in den eigenen vier Wänden vor großen Displays ab. Niemand braucht mehr wirklich das Haus zu verlassen, und niemand will das, weil der Staat zusätzlich zu den tatsächlich stattgefundenen schrecklichen Ereignissen, Fehlinformationen und „Gruselgeschichten“ unters junge Volk streut, sodass alle Kinder glauben, sie wären tatsächlich zu Hause am besten aufgehoben und draußen würden nur böse Dinge lauern und passieren.

Nicht erst seitdem Maddie online (wo auch sonst) Justin kennengelernt hat, rebelliert sie innerlich gegen das System, das ausgerechnet ihr Vater erfunden hat und vorantreibt. Alles zum Wohle der Bürger natürlich. Totale Überwachung als Preis für angebliche totale Sicherheit.

Durch Justin erfährt die zuerst unsichere Maddie zum ersten Mal, wie es ist, außerhalb des Hauses echte Menschen kennenzulernen, Freundschaften von Angesicht zu Angesicht zu schließen, mit Leuten, die sich nicht hinter Fantasie-Avataren verstecken.

Mehr und mehr fühlt sie, dass es die Welt von Justin ist, die sie will und dass es Justin selbst ist, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Das bemerken auch ihre Eltern, die davon gar nicht begeistert sind und sie in ein Umerziehungslager schicken wollen. Justin verhilft ihr zur Flucht und Maddie lernt noch mehr das „echte Leben“ kennen, abseits der virtuellen und staatlich überwachten Netzwerke.

Bis hierher ist der Roman auch wirklich interessant und jeder, der gern (zu viel) Zeit bei Facebook verbringt, wird sich schnell in Maddie wiedererkennen. Wie einfach ist es doch, sich hinter einem Avatar zu verstecken und „heile Welt“ zu spielen.

Nach ihrer Flucht aus dem System, das ihr Vater aufgebaut hat, wird die Geschichte erst kurz zum Roadmovie und dann immer mehr zur Love-Story. Immer weniger Handlung, immer mehr Beziehungsproblematik, und es passiert eigentlich bis kurz vor Schluss wenig bis gar nichts mehr, was sehr schade ist.

Wir erfahren zwar jetzt, warum Maddies Welt so geworden ist, wie sie jetzt ist und schauen ihr dabei über die Schulter, wie sie versucht, Justins harten Herzenspanzer zu knacken, aber das wars dann leider auch schon im Großen und Ganzen. Erst am Ende gibts noch mal ein wenig Aufregung.

Bleibt zu hoffen, dass im Folgeroman „Middle Ground“ die echte Rebellion der Maddie Freeman losgetreten wird, denn Veränderungen passieren in diesem Roman nicht. Alles Wichtige und die Gesellschaft grundlegend Verändernde war bereits in der Vergangenheit passiert.

Und da Maddie ihre eigene „Rebellion“ schon seit Jahren in sich trägt, verändert auch sie sich nicht wirklich, sie macht lediglich ein paar neue Erfahrungen. Eine gesellschaftskritische Einstellung hatte sie schon vor Beginn der Handlung des Romans. Der original Titel „Awaken“ passt hier einfach besser als der deutsche. Maddie wacht in dieser Geschichte langsam auf aus ihrem staatlich verordneten Digitalschlaf und muss nun lernen, sich in dieser für sie fremden Welt zurechtzufinden.

_Das Hörerlebnis:_

Marie Bierstedt macht einen tollen Job. Perfekt transportiert sie die Stimmungen von Maddie ins Ohr des Hörers. Ob verzweifelt, unsicher, sauer, wütend, erfreut oder verliebt … Bierstedt weiß ihre Stimme genau richtig einzusetzen, um dem Hörer das Gefühl zu geben, dass Maddie uns grad selbst ihre eigene Geschichte erzählt.

Sie legt keine albernen Akzente auf und sie verändert auch nicht unnatürlich ihre Stimmhöhe oder -farbe, wenn sie männliche Charaktere spricht, da wird Bierstedt dann einfach nur energischer. Jeder klingt authentisch und glaubwürdig und auch der beschreibende Text wirkt lebendig und erzählt und nicht abgelesen.

Am Anfang und am Ende jeder CD gibt es ein paar Takte Home-Shopping-Kanal-Hintergrundmusik zu hören.

Die vier CDs gingen viel zu schnell zu Ende und nun muss ich warten, was Maddie wohl als Nächstes macht und ob es zum Showdown mit dem digitalen System kommen wird.

|Die Sprecherin:|

Marie Bierstedt ist die deutsche Stimme von Alyson Hannigan in BUFFY, synchronisiert Kirsten Dunst (SPIDERMAN und Disneys CINDERELLA), Reese Witherspoon (EISKALTE ENGEL), Kristin Kreuk (SMALLVILLE), Kate Hudson und viele andere. Marie Bierstedt ist auch als Hörbuchsprecherin sehr beliebt. (Verlagsinfo)

_Die Ausstattung:_

In zielgruppenfreundlichen Rosa- und Pinktönen ist die aufklappbare Pappbox gehalten. Die CDs, die in Einschubschlitzen stecken, sind farblich passend bedruckt, sodass ein harmonischer Gesamteindruck entsteht.

Im Inneren sehen wir Bilder der Autorin und der Sprecherin, zusammen mit ein paar Infos über sie. Außerdem gibt es noch ein wenig Eigenwerbung zu weiteren Hörbüchern aus dem Verlagsprogramm zu lesen.

_Mein Fazit:_

Jeder Facebook-User kann nachvollziehen, in welcher Welt Maddie wohnt, auch wenn sie 50 Jahre in der Zukunft lebt. Und jedes Mädchen möchte einen geheimnisvollen Typen wie Justin kennenlernen, mit dem sie ihre eigene Rebellion starten kann.

Lebendig und gefühlsbetont gelesen, fesselt Marie Bierstedt den Hörer an „Die Rebellion der Maddie Freeman“, die nicht ganz so spektakulär ist, wie es der Titel vermuten lässt, aber dennoch ein interessantes Kopfkino bietet.

Unterm Strich wird jeder Power-Onliner darüber nachgrübeln, vielleicht doch mal wieder im „echten Leben“ vorbeizuschauen.

|4 Audio-CDs
Spieldauer: 277 Min.
Gelesen von Marie Bierstedt
Originaltitel: Awaken
Aus dem Amerikanischen von Ulrike Nolte
ISBN: 978-3-7857-4556-4|
[www.luebbe.de]http://www.luebbe.de

Die drei ??? – Grusel auf Campbell Castle (Folge 147)

Die EUROPA-Studios holen bei der Vertonung der berühmten Jugendserie gegenüber den „???“-Büchern aus dem |Kosmos|-Verlag stetig auf. Mit der Audio-Fassung des 147. Falles der drei Detektive im Juli 2011 verringert sich der Abstand auf nunmehr knapp zehn Bände. Das Original zu „Grusel auf Campbell Castle“ stammt von Marco Sonnleitner und datiert zurück auf das Jahr 2009. Es musste also demnach ganz schön lange auf seine Adaption warten, wie auch die anderen Fälle welche in diesem Jahr auf die treue, nach weiteren Geschichten lechzende Hörerschaft losgelassen wurden. Derzeit schaffen durchschnittlich zwei bis drei Storys im Quartal diesen Sprung, womit ihre Veröffentlichungsfrequenz im Moment etwas über der der Bücher liegt. Die kürzlich erschienenen und erscheinenden Sondereditionen sind dabei noch nicht einmal mit gerechnet.

_Zur Story_

Bob, der einen Artikel über das unweit von Rocky Beach gelegene Campbell Castle verfasst, wird vom Hausherren Adam Campbell eingeladen, an einer von ihm veranstalteten Séance teilzunehmen. Dort gelingt ihm ein Mitschnitt einer Geisterstimme, welche sich an Adam wendet und ihm ein Vermächtnis in Aussicht stellt – wenn er ein Rätsel löst. Zum Schluss gibt sich der angebliche Geist als sein verstorbener Vater Samuel zu erkennen, was Adam verständlicherweise sehr irritiert. Seine Eltern starben von 15 Jahren bei einem tragischen Brand im Schloss und er versucht eher schlecht als recht den Unterhalt für den Familienbesitz aufzubringen, weswegen er die inszenierten Geisterbeschwörungen zusammen mit dem treuen Butler Edward veranstaltet, um mit diesen Events etwas Geld in die bedrohlich klamme Kasse zu bekommen. Edward ist auch derjenige, der für die ganzen Special Effects des gefakten Spukprogramms zuständig ist.

Doch dieser war am fraglichen Abend mit einer Autopanne liegen geblieben und somit gar nicht im Schloss, um seine Aufgabe als vermeintlicher (und gut informierter) Geist wahrzunehmen. Die Stimme richtet sich normalerweise immer an einen der Gäste, über welche man zuvor gründliche Auskünfte einzog. Dass diesmal allerdings Adam selbst Ziel des Hokuspokus wurde und Edward definitiv als Quelle ausfällt, beunruhigt ihn. Das ruft die drei ??? auf den Plan, die alarmiert von Bob heraus finden möchten, wer dahinter steckt und warum. Als wäre das alles nicht geheimnisvoll genug, ist Edward tags darauf spurlos verschwunden und sein Zimmer durchwühlt. Zeit das Rätsel zu dechiffrieren und Klarheit in die Sache zu bringen. Und was für ein Vermächtnis beherbergt das alte Gemäuer – bedeutet es vielleicht sogar das Ende der finanziellen Sorgen Campbells? Ein windiger Immobilienmakler kreist schon wie ein Geier um das Schloss und würde gern einen Vergnügungspark daraus machen.

_Eindrücke_

Die Grundidee ist sicherlich alles andere als neu und mehr als einmal fühlt sich der Hörer um etliche Jahre in die Vergangenheit versetzt, in selige Zeiten des Klassikers „Gefährliche Erbschaft“ nämlich. Hier hat Marco Sonnleitner als Verfasser der Buchvorlage offenbar ganz kräftig gewildert und den Fall mit einigen weiteren Standard-Serienelementen aufgedonnert sowie modernisiert. Die rätselbefeuerte Schnitzeljagd ist ein Beispiel dafür und innerhalb der Serie eine sehr, sehr alte Bekannte wie Konstante. Eine leichte Spur „Gespensterschloss“ (sogar Erzfeind Skinny Norris taucht hüben wie drüben auf) kann diese Folge ebenfalls nicht verhehlen. Eine gewisse Langatmigkeit auch nicht. Dabei fällt das Gesamtkonzept aber noch gelungen aus. Motive und „Täter“ sind vielschichtig und die tatsächliche Faktenlage – was zumindest für das Miträtseln beim erstmaligen Kontakt mit der Story besonders positiv ist – trotz aller altbekannten stilistischen Kniffe und Versatzstücke, bis zuletzt unklar. Auch der recht unerwartete Finaltwist wertet die Geschichte ein Stück weiter auf.

Die Umsetzung zum Hörspiel oblag selbstverständlich wieder André Minninger, der ebenso selbstverständlich das Skript gegenüber dem Buch um einige Passagen kürzen musste. Weh getan hat es der Geschichte nicht, straff und gradlinig geht es voran und auch grobe Löcher in der Logik sind kaum anzutreffen – sieht man einmal davon ab, dass u. a. vier Personen sich, trotz offensichtlicher Gegenwehr bzw. hörbarem Gerangel, von einem einzigen Einbrecher/Räuber (Gastrolle: Patrick Bach) überrumpeln und ihn mit einer Schriftrolle entkommen lassen. Apropos: Gastsprecher. Anders als der vorgenannte Schauspieler, der nicht zum ersten Mal dabei ist, leiht Santiago Ziesmer (Adam Campbell) sonst Film- und TV-Figuren seine charakteristische, leicht quäkige Stimme, die aber wundersamerweise hier gar nicht mal so störend auswirkt, obwohl man irgendwie ständig „Spongebob“ in Ohr und Hinterkopf hat. Erschreckend gealtert ist die Stimme von Andreas von der Meden, der als Skinny Norris langsam nicht mehr so recht passt.

_Fazit_

Dem „Star Trek“ erprobten Rezensenten springt ein „Where ‚Gefährliche Erbschaft‘ has gone before“ spontan vors geistige Auge, doch das wäre zu platt und würde der Story nicht ganz gerecht. Aber: Wie viele alte Schlösser und Spukhäuser gibt’s in Kalifornien eigentlich noch? Na ja, es werden schon ein paar sein und die drei ??? somit nicht von der Arbeitslosigkeit bedroht sein. Alles in allem ist die Geschichte also nicht wirklich originell, doch insgesamt stimmig und gut umgesetzt. Sprecher und Geräusche sind auf gewohnt hohem Niveau. Sicher ein Fall, der so für zwischendurch wohl auch mal häufiger gehört werden wird.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad

_Sprecher und Figuren_

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Santiago Ziesmer (Adam Campbell), Christian Rudolf (Henry Campbell), Holger Umbreit (John Taylor), Ben Hecker (Edward Crockett), Katja Brügger (Mrs. Harkort), Stefan Kaminski (Mr. Prescott), Andreas von der Meden (Skinny Norris), Volker Bogdan (Jack Leech), Holger Mahlich (Inspector Cotta), André Minninger (Godween), Patrick Bach (Einbrecher), Tommaso Cacciapuoti (Max)

Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 65 Minuten
Story von Marco Sonnleitner nach Figuren von Robert Arthur
EAN: 886978014726
www.natuerlichvoneuropa.de

Ahlers, Jörgpeter – Wunder von Björn, Das (Hörspiel)

_Das runde Leder_

Neben allerlei Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten hat ein zentrales Thema den jugendlichen Hörspiel-Markt in den vergangenen Monaten übermäßig stark bevölkert: der Fußball. Nicht erst im Zuge der vergangenen Weltmeisterschaften ist das Interesse an der Nationalmannschaft, aktuelle auch an ihrem weiblichen Pendant unglaublich gestiegen und zieht sich bis hin zu den kleinsten Kickern. Dementsprechend scheint der Markt für Geschichten um das runde Leder derzeit sehr lukrativ.

Jörgpeter Ahlers hat dieses Potenzial erkannt und vor geraumer Zeit im Verbund mit dem NDR eine Geschichte erstellt, die sich ein wenig von den klassischen Heldengeschichten im Sport abgrenzt. Seine Titelfigur ist ein typischer Verlierer – und damit eben nicht die verehrenswerte Persönlichkeit, die bei reißerischen Franchises wie „Die wilden Kerle“ die Gunst des Nachwuchses sicher hat. Doch gerade dieser Umstand macht die Sache gleich viel sympathischer.

_Story:_

Der junge Björn ist schier verzweifelt: Seit Jahren versucht er bereits, in seiner Jugendmannschaft Anschluss zu finden, wird dabei aber immer wieder mit der traurigen Tatsache konfrontiert, dass er mit seinen Mitspielern nicht mithalten kann. Die Talentfreiheit wird ihm auch gerade wieder zum Verhängnis, als die wichtigsten Spiele der Meisterschaft anstehen und Björn nicht mal für den Kader nominiert wird. Platzwart Sparwasser erkennt die Traurigkeit des Jungen und will ihm mit außergewöhnlichen Mitteln zum Erfolg und zu mehr Zugehörigkeit in der Mannschaft verhelfen. Er schenkt Björn die sagenumwobenen Krakenhandschuhe, deren Träger sicher sein kann, jeden Ball zu halten. Beim ersten Training erweisen sich die Handschuhe tatsächlich als Wunderwaffe – und machen Björn zuversichtlich, endlich die Akzeptanz, die er sich so lange gewünscht hat, zu erfahren. Als das wichtige Spiel gegen die Jugendabteilung vom FC Bayern München ansteht, scheint sich das Schicksal jedoch erneut gegen den tapferen Björn zu wenden; die Handschuhe wurden in der vorherigen Nacht gestohlen. Nun muss der Fußballbegeisterte beweisen, dass er auch mit den üblichen Mitteln zum Wunderknaben taugt …

_Persönlicher Eindruck:_

Die Geschichte um den kleinen Björn ist eine allzu typische Erfahrung, die viele Jungs in ihrer ‚Laufbahn‘ als Fußballer durchleben müssen: Talentfreiheit als großes Problem, fehlende Akzeptanz als Folge – Kinder können in diesem Fall grausam sein, ohne sich dabei Gedanken darüber zu machen, wie es dem vermeintlichen Loser-Kandidaten eigentlich bei der Sache geht. Dieser Umstand wird von Hörspiel-Autor Jörgpeter Ahlers jedoch nicht allzu weit in den Vordergrund gestellt. Häme und Spott fallen im Gegensatz zu manch vergleichbarer Geschichte also komplett unter den Tisch, was dem Hörspiel auch einen sehr sympathischen, leichter zugänglichen Charakter verpasst.

Stattdessen geht es vielmehr darum, einem verzweifelten Jungen auf die Sprünge zu helfen und darzustellen, dass es sich immer lohnt, die Hoffnung nicht aufzugeben. Und dies geschieht im Rahmen der ca. 50-minütigen Inszenierung auch nicht. Björn ist sich seiner mangelnden Qualitäten bewusst, steckt den Kopf jedoch nicht in den Sand, sondern drängt sich beim Trainer auf, endlich seine Chance zu bekommen. Die Wendung mit den Wunderhandschuhen trägt zwar nicht gerade dazu bei, dass sich die Story realistisch weiterentwickelt, bringt aber ein wenig Humor in die ganze Sache, welcher schließlich auch noch von der erfinderischen Person des Platzwarts getragen wird. Ahlers beweist hier Kreativität, lehnt sich aber nicht zu weit aus dem Fenster, sodass der Kern der Handlung nie aus den Augen verloren wird – denn schließlich muss Björn sich am Ende auch ohne seine außergewöhnlichen Hilfsmittel beweisen.

Während die Geschichte sich wirklich sehr schön gestaltet und im angenehmen Fluss für Unterhaltung sorgt, ist die Inszenierung gelegentlich ein bisschen hektisch. Zwar sind die einzelnen Figuren klar herausgehoben und individuell identifizierbar, doch gerade in den Spielreportagen schwenkt man teilweise zu sehr zwischen den einzelnen Schauplätzen und sorgt ab und an für ein bisschen Verwirrung. Der Strang bleibt aber nichtsdestotrotz sehr linear und verstrickt sich nicht in Nebengeschichten, die dem Hauptplot in irgendeiner Form nicht mehr zuträglich wären. Insofern sind die hier genannten Kritikpunkte nicht von großer Tragweite und können schlussendlich auch gerne vernachlässigt werden.

Wem die „Wilden Kerle“ also zu arrogant und die „Teufelskicker“ zu heroisch sind, der darf sich gerne bei dieser netten Alternative bedienen – vielleicht auch gerade weil die Geschichte in sich abgeschlossen ist und nicht noch dutzende Male neu aufgekocht werden muss!

|CD-Spielzeit: 53:22 Minuten
ISBN-13: 978-3833725371|
[www.jumboverlag.de]http://www.jumboverlag.de

Die drei ??? – Zwillinge der Finsternis (Folge 144)

Der 144. Fall des berühmten Juniordetektiv-Trios musste vergleichsweise lange auf seine Vertonung vom Studio |EUROPA| warten. Die Vorlage von Marco Sonnleitner fiel im Jahr 2008 genau in die Zeit, in welchen der Lizenzstreit über die Rechte der Serie noch soeben schwelte bzw. dessen Auswirkungen unmittelbar spürbar waren. Bekanntlich wurden die angedachten, neuen Hörspiele der Originalserie dadurch zunächst auf Eis gelegt und stattdessen das (wenig erfolgreiche) Nebenprodukt „Die Dr3i“ ins Rennen geschickt. Bis dann im gleichen Jahr (glücklicherweise, für die große Fangemeinschaft) eine Einigung erzielt wurde. Vielleicht auch ein Grund, warum die Hörspiele den Büchern seither stets rund 10 – 15 Folgen hinterherhinken. „Zwillinge der Finsternis“ erreichte im März 2011 endlich die wartende Hörerschaft. Doch das Hamburger Studio, welches inzwischen zu |Sony Music| gehört, holt stetig auf.

_Zur Story_

Die drei ??? – Zwillinge der Finsternis (Folge 144) weiterlesen

Die drei ??? – Der Biss der Bestie (Folge 146)

Seit über 30 Jahren ist es die wohl bekannteste und erfolgreichste Hörspielserie in der deutschen Medienlandschaft und immer noch gibt es neue Geschichten zu erzählen. Dabei hinken die EUROPA-Produktionen den aktuellen Buch-Veröffentlichungen aus dem Hause |Kosmos| stets etwas hinterher. Die 2008 beigelegten Lizenzstreitigkeiten machten die Situation nicht besser. Derzeit sind es rund 15 Fälle, die noch nicht als vertonte Version vorliegen, doch das Hamburger Studio, welches inzwischen zum Sony-Konzern gehört, knabbert stetig am Vorsprung. Der Daumenregel nach erscheinen im Quartal etwa drei bis vier neue Hörspieladaptionen „regulärer“ ???-Fälle. Kari Erlhoffs „Der Biss der Bestie“ ist der 146. Fall des Trios und brauchte immerhin noch gut zwei Jahre, bis er im Mai 2011 auch die Hörspielfans erreichte.

Die drei ??? – Der Biss der Bestie (Folge 146) weiterlesen