Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Die Elfen: Elfenwinter (Folge 5)

Die Handlung:

Alfadas Mandredson ist als siegreicher »Trollschlächter« aus Albenmark zurückgekehrt – und findet im Augenblick des Triumphes sein Heimatdorf in Schutt und Asche gelegt. Die Trolle haben sich auf ihrer Jagd nach der Elfenkönigin Emerelle blutig an den Menschen gerächt! Alfadas‘ Frau Asla befindet sich zusammen mit den Kindern Ulric und Kadlin auf der Flucht über das blanke Eis des Fjordlands – aber die Trolle sind ihnen bereits auf der Spur … Wird Alfadas noch rechtzeitig eintreffen, um seine Familie zu retten? (3erlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ich gebe zu, dass mich dieser letzte Teil mehr verwirrt hat als die Vorgänger und das nicht nur, weil ich vorher erstmal nachlesen musste, was bisher passiert war. Die Handlung spielt an verschiedenen Schauplätzen und es gibt so viele Beteiligte, dass ich sie irgendwann nicht mehr anhand der Stimmen auseinanderhalten konnte, wenn sie nicht jemand angesprochen hätte. Die Menschen unterscheiden sich stimmlich nicht von den Elfen, das macht die Sache nicht leichter.

Wir erleben hier also die Belagerung von Sunnenberg, deren menschliche Bewohner die im letzten Teil noch schlafende Elfenkönigin Emerelle verstecken und die Trolle, die gegen die Schutzwälle anstürmen. Auch innerhalb der Trollschaft gibt es politische Streitereien und es herrscht Uneinigkeit in diversen Bereichen. Die Stimmen der Trolle allerdings sind elektronisch verzerrt und tiefergelegt worden, sodass der Hörer nach einem Szenenwechsel direkt weiß, wo er sich befindet. So ist das auch, wenn wir dem kleinen Ulric folgen, der mutig das blinde Mädchen Halgard aus dem Trolllager befreit und mit ihr übers Eis flüchtet. Dieser Handlungsfaden berührt am meisten.

Dieser letzte Teil der ELFENWINTER-Hörspielumsetzung ist neben der Belagerung durch die Trolle geprägt von Flucht und Suche. Die Trolle suchen Emerell, Alfadas sucht Asla, Ulric und Halgard suchen den Rückweg, Orgrim sucht einen Weg, um den Trollfürsten Dumgar loszuwerden, für den auch er Asla suchen soll …

Von den Effektmachern der Reihe wird dem Hörer durch ihre gewohnte Liebe zum Geräuschdetail auf die Sprünge geholfen, damit sie den Überblick behalten. Es gibt nämlich wieder Hollywood-Kopfkino vom Feinsten zu hören. Nicht nur die Effekte, auch die Sprecher und die immer zur Szene passende Musikuntermalung bieten Unterhaltung, die den Standard für Fantasy-Hörspiele darstellt. Mehr geht nicht, alles passt perfekt zusammen. Jeder Tritt im Schnee, jedes Zischen eines abgeschossenen Pfeils, jedes Knirschen eines Menschenrippchens geht unter die Haut und vermittelt beste Unterhaltung.

Alle Mitwirkenden legen sich richtig ins Zeug und füllen ihre Rollen sehr lebendig aus. Egal welche Rassen wir zu hören bekommen, jeder Charakter bekommt durch den Einsatz seines Sprechers seinen Platz im opulenten Fantasy-Kopfkino des Hörers. Selbst der junge Ulric, der von Philip Draeger gesprochen wird, entwickelt für sein Alter eine Menge Schauspiel vor dem Mikro und erinnerte mich irgendwie immer an Wickie. Getoppt wird seine Leistung sogar noch durch Carla Sachse, die die blinde Halgard spricht.

Auch wenn hier am Ende schon ein paar Handlungsfäden abgeschlossen sind, bleiben noch einige Fragen offen und bei dem einen oder anderen Hörer etwas Verwirrung zurück. Aber, davon gehe ich stark aus, das ist vom Autor auch so beabsichtigt. Schließlich gibt es noch drei weitere ELFEN-Bände, die es zu verhörspielen gilt. Es wäre für jeden Fantasyfan und jeden Hörspielfreund ein Gewinn, wenn es dazu käme.

Die Reihenfolge der Hörspielumsetzung:

Am Anfang war die Entwirrung. Der |Elfen|-Zyklus von Bernhard Hennen umfasst fünf Bände. |Die Elfen| als Hörspielausgabe beginnt aber nicht beim ersten, sondern beim zweiten Band, ist also die Umsetzung von |Elfenwinter|. Diese Hörspielumsetzung besteht aus fünf Teilen. Die Hörspielumsetzung der Folgebände |Elfenlicht| und |Elfenkönigin| sind laut Verlag bereits in Planung.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Elfen
Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl
Ollowain: Bernd Rumpf
Emerelle: Daniela Hoffmann
Silvyna: Cathlen Gawlich

Trolle
Orgrim: Tilo Schmitz
Dumgar: Jan-David Rönfeldt
Boltan: Frank Felicetti
Birga: Simona Pahl
Brud: Frank Gustavus

Menschen
Asla: Dagmar Dreke
Ulric: Philipp Draeger
Halgard: Carla Sachse
Alfadas: Sascha Rotermund
Lambi: Dirk Hardegen
Kalf: Martin May
Kodran: Erik Schäffler
Sigvald: Helmut Winkelmann
Olav: Jürgen Holdorf
Kadlin: Lilli Martha König
Gundar: Christian Schult

Weitere Bewohner von Albenmark|
Mia Diekow, Celine Fontanges sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach

Technik-Credits:

Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
The one & only Gran und Urs Hauck im Studio Konterfei, Berlin
Christoph Bette, Mango Studios, Köln
Schnitt & Sounddesign & Mischung ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Die Ausstattung:

Die in einfachem Schwarz gehaltene CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet ist eine Augenweide und trägt auf der Vorderseite das in warmen Farbtönen gezeichnete Bild einer Frau, die von Trollen umringt ist, die aussehen wie Oger. Innen finden wir eine ausführliche Erklärung des Autors dazu, warum er tragische Liebesgeschichten liebt und offene Enden, die seiner Meinung nach nicht immer happy sein müssen.

Auch die Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen ist besonders ansprechend gestaltet. Übersichtlich wurde hier nach Rassen getrennt: Elfen, Trolle, Menschen und den restlichen Bewohnern von Albenmark. Zusätzlich gibt es noch die oben erwähnten Technik-Credits nachzulesen und etwas Werbung in eigener Autorensache.

Die Elfen:
Band 1: „Die Elfen“
Band 2: „Elfenwinter“
Band 3: „Elfenlicht“
Band 4: „Elfenkönigin“
Band 5: „Elfenlied“

Elfenwinter als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Der Untergang von Vahan Calyd“
Folge 2: „Firnstayns Kinder“
Folge 3: „Königstein“
Folge 4: „Der Fluch des Schicksalswebers“
Folge 5: „Elfenwinter“

Elfenlicht als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Die goldenen Pfade“
Folgen 2-6: – angekündigt –

Mein Fazit:

Der letzte Teil der Hörspielumsetzung von ELFENWINTER schließt zwar soundtechnisch fulminant arrangiert das Buch ab, hinterlässt aber sicher den einen oder anderen Hörer leicht verwirrt. Nicht alles ist abgeschlossen, nicht jedes Ende ist happy, aber in allen Handlungsfäden gibts Spannung, Freude, Angst und jede Menge Gemetzel zu hören. Ein Fantasy-Ohrenschmaus der Extraklasse, der hoffentlich nicht der Letzte gewesen ist, gibt es doch noch drei weitere Bände in der ELFEN-Reihe.

1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 70 Min.
Tracks: 23
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527772912

www.folgenreich.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (4 Stimmen, Durchschnitt: 1,50 von 5)

Neuschaefer, Katharina – Odin (Nordische Sagen 1)

_Von Odin, dem Göttervater, der um seinen Kopf wettete_

Es gab eine Zeit vor der Zeit. Da herrschte das Nichts. Es gab weder Götter noch Menschen, keine Zwerge und auch die drei Welten waren noch nicht erschaffen. Dann aber gebaren Feuer und Eis die ersten Lebewesen, und mit ihnen trat das Böse in die Welt. In jener Vorzeit war es auch, als der erste Mord geschah und die Feindschaft zwischen Riesen und Göttern begann.

Für Odin, den obersten Gott, war es nun nicht leicht, alle Wesen und Dinge zu erschaffen, denn auf ihm lastete ein Fluch, der ebenso schnell wuchs und gedieh wie Yggdrasil, die Weltesche. Die Seherin erzählt, wie Odin sein linkes Auge verlor, um ewige Weisheit zu erlangen; wie er den Krieg nach Asgard brachte und später den Frieden wiederherstellt; warum er an der Weltesche hing; und schließlich, wie es dazu kam, dass Odin mit dem Riesen Vafthrudnir um seinen Kopf wettete. (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt die Lesung ab sieben Jahren. Ich nicht.

_Die Autorin_

Katharina Neuschaefer studierte Musikwissenschaft und Germanistik und arbeitet als Radiojournalistin und Moderatorin bei |Bayern 4 Klassik|. Sie ist Autorin und Regisseurin zahlreicher Hörspiele und Musikgeschichten für Kinder. Für ihre journalistische Arbeit wurde sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie erzählt die altisländischen Edda-Sagen neu und bietet sie sortiert dar.

Weitere NORDISCHE SAGEN:

1) Die Erschaffung der Welten
2) Thor, der Donnergott
3) Vom Ende der Zeit – Ragnarök

_Der Sprecher_

Peter Kaempfe studierte von 1974 bis 1978 Schauspiel in Hannover. 1980 gründete er die Theater-und Musikcompagnie „Pompoffel“ in Bremen und spielte von 1984 bis 1990 bei der Bremer Shakespeare Company. 1990 gründete er gemeinsam mit zwei Kolleginnen DAS TAB. Er lebt in Bremen und arbeitet als Schauspieler, Sprecher, Autor und Regisseur. Für Igel-Genius nahm Peter Kaempfe die Reihe „Griechische Sagen“ auf, dazu die Jury der |hr-2|-Hörbuchbestenliste: „Die Interpretation von Peter Kaempfe muss überragend genannt werden“. Seine Aufnahme der „Ilias“ wurde 2006 für den |Deutschen Hörbuchpreis| nominiert.

Produzent war Leonhard Huber.

_Inhalte_

Es gab eine Zeit, da lebten die Götter, die Menschen und Elben, die Zwerge und Riesen sowie die Unterirdischen noch in verbundenen Welten. In dieser Zeit saß in jeder Vollmondnacht eine Wölwa oder Seherin auf einem Hügel nahe dem Götterreich Asgard. Ihr inneres Auge blickte in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, und nichts blieb der zauberkundigen Frau verborgen. Selbst die Götter baten sie um Rat, um an ihrem ewigen Wissen teilzuhaben. Wer in jenen besonderen Nächten zu der Seherin auf den Hügel stieg und sich zu ihr ans Feuer setzte, erhielt Auskunft …

|Wie Odin sein Auge verlor|

Odin merkt durch die Berichte seiner klugen Raben Hugin und Munin, dass er nicht genug weiß, um Ragnarök, die Götterdämmerung, verhindern zu können. Als Erstes geht er zum Quell der Weisheit, der an den Wurzeln der Weltenesche entspricht. Dieser wird von dem Riesen Mimir bewacht. Der ist nicht nur hässlich wie die Nacht, sondern hat auch noch eine grausame Ader. Er lehnt als Bezahlung für einen Schluck aus dem Quell alles ab, was Odin anzubieten weiß, und fordert dessen linkes Auge.

Zunächst ist Odin empört und denkt daran, Mimir zu töten. Dieser, weil weise, weiß das natürlich und sagt es Odin ins Gesicht. Aber ohne ihn, so Mimir, erfahre Odin nie, was am Ende der Zeiten passiert. Odin hat kaum eingewilligt, als der Riese, der ja zaubermächtig ist, das linke Auge mit einer Geste entfernt. Odin trinkt und Mimir lobt ihn, nun habe er zu seinem äußeren auch ein inneres Auge. Mimir zeigt ihm, was am Ende der Zeiten passieren wird, und Odin schützt fortan Mimirs Quelle.

|Wie Odin das Wissen über die Runen gewann|

Odin will noch mehr Wissen, vor allem aber die Zauberkraft der Runendeutung. Als er dies von den drei Nornen, geheimnisvollen Jungfrauen, fordert, warnen sie ihn, dass der Preis dafür sehr hoch sein werde. Er müsse sich selbst opfern: „Erhänge dich selbst an der Weltenesche und spieße dich mit deinem Speer auf!“, fordern sie. Protest ist auch diesmal zwecklos, denn die Jungfern lösen sich in Nebel auf.

Odin klettert in die Esche und rammt sich seinen Speer in die Seite, bevor er sich dort aufhängt. Neun Tage lang hängt dort der leidende Gott und niemand hilft ihm. Weisheit wächst in ihm und er dichtet. Deshalb liegen alsbald neun Holztafeln an der Esche. Schmerzvoll berührt er sie, um die Weisheit zu erfassen, und stürzt zu Boden. Die Wunde verheilt. Fortan nennt er sich „Herr der Zauberer“, und das zu Recht.

|Wie der Krieg in den Himmel kam: Odin und der Wanenkrieg|

De Wanen sind im Unterschied zu den Asen Naturgötter. Njörd etwa ist ein Meeresgott. Gulveig kann sich in einen Vogel verwandeln und besitzt seherische Kräfte. Das macht sie in Odins Augen zu einer ernsthaften Rivalin. Sie solle dies gefälligst unterlassen, fordert er, wird aber besänftigt. Wenig später melden die Raben: „Mord in Midgard!“ Der Grund: Gulveig verteilt freigebig goldene Armreifen unter den habgierigen Menschen, die sich für das wertvolle Metall die Köpfe einschlagen. Weder Balder noch Thor, Odins Söhnen, gelingt es, die bockige Gulveig zum Aufhören zu bewegen. Per Runenspruch zitiert Odin sie zu sich, doch sie verteilt noch mehr Gold! Kurzerhand durchbohrt er sie mit seinem Speer.

Das Durchbohrtwerden zeigt keinerlei Wirkung. Ebenso wenig das Verbrennen etc. Odins Urteil ist nicht vollstreckbar und er bittet die Wanen um Verzeihung, doch Njörd reicht das nicht, sondern er verlangt Gleichberechtigung mit den Asen. Natürlich lehnt Odin ab, doch seine Gattin Frigg bewegt ihn zu Verhandlungen. Vergebens: Es kommt zum Krieg. Und dann zum Frieden, für einen hohen Preis.

|Odin und Mimirs Haupt|

Der Krieg verläuft unentschieden, doch Asgard und Wanenheim werden verwüstet. Beim widerwilligen Friedensschluss werden wie üblich Geiseln als Unterpfänder ausgetauscht. Njörd, Frey und Freya kommen nach Asgard und Hönir und Mimir nach Wanenheim. Doch Hönir ist so ein Trottel, dass er nichts ohne den schweigsamen Mimir entscheidet. Die Wanen fühlen sich betrogen und schlagen Mimir kurzerhand den Kopf ab, den sie Odin als Gruß schicken. Odin gelingt es, den Kopf des Orakels zu retten – und bekommt von nun an exklusive Weissagungen.

|Odin und der Dichtermet|

Odin schickt den Riesen Quasir zu den Menschen, um sie Verstand zu lehren. Quasir hat einen Kessel voller Götterspucke dabei, der die Weisheit enthält. Alle Menschen bedanken sich, doch nicht die zwei fiesen Zwerge Fjallar und Gallar. Sie erschlagen Quasir und kochen aus seinem Blut, der Spucke und Honig einen Zaubertrank, der jedem Dichter seine Kunst ermöglicht. Sie sind sogar so frech, zu Odin zu eilen und ihre Unschuld zu beteuern. Odin befiehlt seinen Raben, diese sonderbaren Zwerge zu beschatten. Insgeheim hat er es auf den Dichtermet abgesehen.

Den Zwergen gelingt es, ein Paar Riesen zu töten, doch deren Sohn Suttung rächt sich an ihnen. Um sich freizukaufen, geben sie ihm den Dichtermet. Suttung akzeptiert und versteckt die Töpfe tief in einer Berghöhle, wo seine Tochter Gunnlöd sie bewacht. An die macht sich Odin, von seinen Raben informiert, heran, aber erst nachdem er durch Suttungs Bruder Böji Zutritt erlangt hat. Odin ist als Knecht verkleidet und nennt sich Bulverk, Übelstifter. Doch Suttung zeigt ihm zwar die Töpfe Met, weigert sich allerdings, ihm etwas davon abgzugeben. So kriecht Odin als Schlange in die Höhle, durch einen Tunnel, den Böji graben lässt.

Als Bulverk umschmeichelt und umgarnt er die arglose Gunnlöd. Weil er verspricht, sie zu heiraten, darf er vom Met kosten. Er säuft wider Erwarten beide Kessel aus und verwandelt sich in einen Adler. Während er nach Asgard fliegt, jammert die betrogene Gunnlöd ihrem Vater was vor. Wütend fliegt Suttung dem Asen hinterher, doch Odin schafft es, den Großteil des Mets in bereitstehende Kessel zu spucken. Doch nicht alles: Einen Tribut zahlt er, und den bekommen seitdem die irdischen Dichter.

|Odin verwettet seinen Kopf|

Nach einem weiteren Krieg gegen die Riesen stellt Odin eine eigene Armee auf: aus im Kampf gefallenen Menschen. Seine Söhne fragen ihn, wie er das Einsammeln wohl besorgen will, doch Odin antwortet, das würden seine Walküren erledigen, in Rüstung gewandete Jungfrauen, die über besondere Kräfte, die er ihnen verleiht, verfügen.

Odin denkt mal wieder über die Riesen nach. Einer unter ihnen fällt ihm besonders auf, denn Vafthrudnir soll der klügste von ihnen sein. Klüger als Odin? Der Gott beschließt, dies in einem Wettstreit herauszufinden. Es wird ein denkwürdiges Aufeinandertreffen, denn der Riese ist nicht nur schier allwissend, sondern auch listig. Der Einsatz bei dem Wettstreit soll Odins Kopf sein, aber der Gott macht sich keine Sorgen: Es gelingt ihm, alle Fragen des Riesen zu beantworten. Schließlich hat er die Welt selbst miterschaffen.

Aber er hat nicht erwartet, dass auch Vafthrudnir alles weiß, was er ihn fragt. Deshalb wird er unfair. Er stellt eine Frage, deren Antwort nur er wissen kann. Doch eines hat er vom Riesen gelernt: Dass Ragnarök mit Gewissheit kommen wird, ist allein die Schuld der Asen.

_Mein Eindruck_

Wie oben ersichtlich, ist dies der erste Teil der vierteiligen Serie über Nordische Sagen. Der Text ist leicht verständlich, auch wenn die Ereignisse, von denen die Wölwa berichtet, mitunter höchst wunderlich und sogar komplex sind. Dies sind eben nicht die Vorstellungen der Antike oder der nordamerikanischen Völker über die Weltentstehung, sondern eben die düstere nordische Variante. Aber geschickt wird jede Art von nationalistischer Überhöhung vermieden, damit ja kein Teutonenkult geweckt wird.

Diesmal geht es um die sechs wichtigsten Abenteuer des Obergottes und Allvaters. Sicherlich hat er als Unsterblicher noch andere erlebt, wie man in „Die Entstehung der Welten“ erfährt. Aber diese sechs Abenteuer sind doch ein ganz anderes Kaliber.

In stark geraffter Form erfahren wir so, wie Odin zu seiner Allwissenheit gekommen ist und was seine Gründe waren, dies überhaupt anzustreben. Dazu zählt vor allem das Damoklesschwert der Götterdämmerung, die die Nornen fest eingeplant haben – ohne jemals einen Starttermin zu nennen. Das ist schlecht für die Planung, vor allem wenn man eine Welt zu regieren hat.

Mit seinem Tod an Weltenbaum liefert Odin so eine Art Vorlage für römische Kreuzigungen, und man fragt sich, was zuerst da war: die Römer oder die Göttersagen (auch die Römer waren ja Indogermanen aus Asien). Er opfert sich und erleidet große Schmerzen. Na, wenn uns das nicht irgendwie bekannt vorkommt! Auch der Speer und die Auferstehung dürfen nicht fehlen.

|Der Sprecher|

Peter Kaempfe ist ein Routinier, wie man an seiner ruhigen Vortragsweise erkennt. Er tritt hinter der Erzählerin Wölwa und dem Erzählten zurück, haucht aber unversehens den Figuren wieder Leben ein, wenn Emotionen gefragt sind. Zu diesen Figuren gehört in erster Linie der Göttervater selbst. Man merkt Odin an, wenn er seinen Zorn mühsam unterdrückt, wenn er mit dem oberschlauen Vafthrudnir spricht. Da kann die Stimme schnell in tiefste Tiefen fallen, wohingegen der Riese ihm grollend Widerworte gibt.

Aber Odin lacht auch viel, vor allem über Unterlegene und Riesen im Allgemeinen. Seine bemerkenswerteste Begegnung hat Odin vielleicht mit den drei Schwestern, den Nornen. Ungeachtet ihrer unbarmherzigen Tätigkeit des Schicksal-Spinnens und -Abschneidens (man denke an die griechischen Parzen Klotho, Lachesis und Atropos) sprechen sie äußerst sanft und beruhigend. Dieser Gegensatz kann einen richtiggehend nervös machen.

Die beiden Raben krächzend heiser, die Wölfe heulen, doch am lustigsten sind die beiden fiesen Zwerge Fjallar und Gallar. Sie sind so böse, wenn sie morden, und heuchlerisch, wenn sie ihre Unschuld beteuern, dass man ihnen kaum böse ist, wenn sie sich über die Blödheit der Götter und Riesen halbtot lachen.

|Die Aussprache|

Eine der erstaunlichsten Feststellungen, die man über Kaempfes Vortrag machen kann, ist die über seine korrekte Aussprache des Norwegischen. Alle Us werden als Ü ausgesprochen, und wenn ein Konsonant doppelt vorhanden ist, wie etwa TT oder LL, dann kommt ein Anlaut davor (ähnlich wie im Walisischen). Aus ‚Suttung‘ wird gemäß dieser Regel die Aussprache ‚Süchtjung‘, was zunächst wie ‚Züchtigung‘ klingt. Was durchaus passend wäre, denn der Riese ist die Nemesis der Mordzwerge. Deren Namen werden dementsprechend ‚Fjadlar‘ und ‚Gadlar‘ ausgesprochen.

|Die Musik|

Die Instrumente sind ganz einfache, aber sehr alte: ein afrikanische Krugtrommel; ein Balafon, „die afrikanische Urform des Marimbaphons“ (eine Art Xylophon also); eine tibetische Handtrommel, chinesische Glocken, Zimbeln, Klangschalen und Becken, außerdem ein „traditionelles finnisches Saiteninstrument“, eine „tibetische Trompete“, ein Saxophon, Bass und „verschiedene traditionelle Flöten“.

Man sieht also, dass hier auf sehr ursprüngliche Klänge geachtet wurde. Die entsprechenden Melodien sind ebenso urtümlich, lassen sich aber noch in manchen (abgelegenen) Weltgegenden erlauschen. Es ist, als würde der Hörer in die ferne Vergangenheit lauschen. Das finde ich höchst passend, wenn es um Geschichten über die Entstehung der Welten geht.

Die Musik mischt sich niemals in den Vortrag ein. Nach einem stimmungsvollen Intro hören wir sie stets nur als Intermezzo zwischen Textabschnitten. So haben wir Zeit, das Gehörte zu verdauen. Das Outro geleitet uns wieder uns wieder aus der Lesung hinaus, als würden wir eine andere Zeit verlassen.

|Das Booklet|

Das Booklet ist ein wichtiges Hilfsmittel für den Hörer, um sich in der Vielzahl der im Vortrag geschilderten Welten zurechtzufinden. Fünf Welten sind abgebildet (von oben nach unten): Ginungagap, die Leere, aus der alles hervorging; Asgard, Heim der Asen / Götter; daneben Vanheim, Heim der Vanen; darunter Midgard alias Mittwelt, wo Menschen, Riesen (in Jötunheim) und Zwergen existieren: schließlich ganz unten Niflheim, wo Drache, Wölfe und die Totengöttin existieren.

Zweitens bietet diese Darstellung auch einen Stammbaum für die wichtigsten Asen und ihre Kinder. Odin und seine zwei Brüder stammen also von den Riesen ab, und daraus ergibt sich eine Menge Ärger. Das Booklet liefert also erhellende Zusammenhänge, die sich angesichts der verzweigten Handlung und der Vielzahl der Namen als höchst willkommen erweisen. Achtung: Die Namen von Suttung, Fjallar und Gallar werden anders geschrieben als ausgesprochen – siehe dazu oben unter „Aussprache“.

_Unterm Strich_

Diese Fassung der Götter-Saga vermittelt die nordische Schöpfungsgeschichte den Kindern ab sieben Jahren sowohl gut verständlich als auch spannend und unterhaltsam. Der Humor bleibt allerdings weitgehend auf der Strecke, wenn man das fiese Lachen der Zwerge über ihre Untaten nicht zählt.

Allerdings bin ich nicht so sicher, ob selbstmordgefährdete Götter, mordende Zwerge und Kriege im Himmel der richtige Stoff sind, um ein siebenjähriges Kind zu unterhalten. Da kann man geteilter Meinung sein. Die CD über die „Erschaffung der Welten“ war jedenfalls wesentlich lustiger.

Diese Fassung macht neugierig auf mehr, insbesondere auf die makaberen Streiche von Loki sowie die Taten von Thor, dem Donnergott – die mit 145 Minuten bei weitem längste Geschichte. Man sollte sich also das gesamte Quartett der Nordischen Sagen zulegen.

|Das Hörbuch|

Peter Kaempfe trägt die Erzählung der Seherin routiniert und zurückhaltend vor. Er haucht den Figuren Leben ein, wenn es darauf ankommt, ohne sie jedoch individuell zu charakterisieren. Vor meinem geistigen Auge wurde Odin diesmal zu einer Gestalt, die bestimmte Eigenschaften hat, und zwar vor allem deshalb, weil ich in schon aus „Die Erschaffung der Welten“ kannte. Er ist ein Rechthaber, der über alles bestimmen und alles wissen möchte, eben Numero uno sein.

Seine Abenteuer, in denen er relativ große Risiken eingeht, sind aber auch nicht von Pappe. Er verwettet seinen Kopf, opfert ein Auge und hängt sich auf – nicht gerade die übliche Existenzform eines Obergottes. Dafür gewinnt er jede Menge Weisheit und Macht, so etwa mit Hilfe der Runen. Wer mehr darüber erfahren möchte, ohne sich zu langweilen, der lese Joanna „Chocolat“ Harris‘ wundervolles Jugendbuch [„Feuervolk“.]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4254

Die bemerkenswert instrumentierte Musik hebt den musikalischen Beitrag über das gewohnte Maß hinaus. Das Booklet liefert willkommene Zusatzinformationen für den erwachsenen Hörer und Leser. Insgesamt hat sich meine Begeisterung gegenüber „Die Erschaffung der Welten“ gesteigert, was vor allem an der episodischen Geschichtenform liegt, in der wir von Odins Abenteuern erfahren.

|Info: 2 CDs, 94 Minuten
ISBN-13: 978-3893532674|
http://www.igel-records.de

John Sinclair – Die Werwolf-Elite (Teil 1 von 2, Folge 73)

_Die Handlung:_

Eine Vollmondnacht in Stanmore nahe London. Die kleine Debbie kann nicht schlafen und schleicht sich ins Wohnzimmer. Durch die Scheibe sieht sie etwas Seltsames, Schwarzes auf der Terrasse liegen. Als Debbie hinaustritt, wird sie von dem grauenhaften, knurrenden Ding angefallen. Ein Werwolf! Und er ist nur der Erste. Denn die Königin der Wölfe schickt sich an, ihre gesamt Armee in die alles entscheidende Schlacht zu schicken … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Diesmal hat sich die neue Sinclair-Vertonungs-Gang an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer 11 gemacht, das erstmalig im Februar 1982 erschienen ist, ganz knapp also 20 Jahre auf dem Werwolf-Buckel hat. Mit von der Partie ist Lupina, die Königin der Wölfe, die wir schon mal im Sinclair-Universum begrüßen durften. Und da John mit dieser Dame im Taschenbuchformat ein wenig mehr erlebt als im simplen Heftroman, hat der Verlag aus der Story eine Doppelfolge gemacht, deren zweiter Teil „Lupinas Sohn“ im Mai dieses Jahres erscheint. Der geneigte Grusel-Fan darf hier also mit einem Cliffhanger rechnen … den er auch bekommt. Mit dem ursprünglichen Stoff des Taschenbuchs hat die Hörspielumsetzung allerdings nur den Titel, Lupina selbst, ihre Werwölfe und die Mordliga gemein, alles andere ist eine komplett eigene Story geworden. Aber, das muss ja nichts Schlechtes sein.

Stellt zu Anfang ein genervter Sinclair noch mal fest, dass seine Jane nun zur anderen Seite zwangsübergelaufen ist und noch niemand etwas dagegen unternehmen konnte und vergrault damit seine Sekretärin, wirds für den Hörer dieses ersten Werwolf-Teils leicht unübersichtlich. Dass Sinclair jeder an den Kragen will, das ist für uns ja nichts Neues, aber es scheint im Moment keinen akuten Grund zu geben, warum dem so ist. Lupina stellt ihm nach und auch die Mordliga will ihn tot sehen, schon klar, aber irgendwie dauert es eine gefühlte Ewigkeit, nämlich genau bis zum Ende dieser Folge, bis einer von ihnen John auch mal gegenübertritt, das sind wir aber fesselnder und spannend komprimierter gewohnt.

Nachdem wir am Anfang der Folge eine leider nicht sehr überzeugende Darbietung einer vom Werwolf Getöteten bekommen, würden wir ihre Tochter Debbie am liebsten knuddeln. Wer die Sprecherinnen der beiden Rollen sind, lässt sich vom Klappentext her leider nicht zuordnen. Aber auch der gespielte Schrecken des Kindes hält sich im Vergleich zu den wirklich hollywoodreifen Splattereffekten dieser Folge, die gerade ihre Mutter töten, in eher unglaubwürdigen Grenzen.

Beschrieben wird das alles von der gewohnt lasziven und rauchig erotischen Stimme der Sprecherin, die in dieser Folge nur angenehm wenige Auftritte hat, da die meisten Szenen selbsterklärend sind und durch die überragenden Effekte plastisch auf die Kopfkinoleinwand des Hörers gebracht werden. Und so wird hier im Grund eine Stunde lang „nur“ ermittelt. Die böse Seite geht dabei in Brutalo-Baller-Manier vor, um an ihre Informationen zu gelangen und John und Suko ermitteln auf die klassische Art. Ach ja, Lupina gibts ja auch noch … die scheint den leichtesten Job zu haben, lässt sie Sinclair doch einfach zu sich kommen. Und dafür wird sie dann auch mit den geringsten Seiten im Skript bedacht, auch wenn ihre „Werwolf-Elite“ den Titel stellt. Tja, und dann ist dieser erste Teil auch schon zu Ende und der Hörer fragt sich, warum diese Folge nicht als Doppel-CD erschienen ist oder wenigstens als zeitgleiche Veröffentlichung von beiden Folgen, wenn man schon einen Mehrteiler aus dem Stoff gemacht hat. Denn so als reine Ermittlungsfolge, die einzeln gehört nicht viel Spaß macht und Sinn ergibt und ganz offensichtlich nur zur Vorbereitung dessen dient, was da wohl im nächsten Teil John und dem Hörer passieren wird, kann sie nicht wirklich allein dastehen.

Eines ist auf jeden Fall gewiss … die nächste Folge wird nicht langweilig beginnen.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

John Sinclair: Frank Glaubrecht
Suko: Martin May
Erzählerin: Alexandra Lange
Erzähler (Intro): Ronald Nitschke
Ansage: Jürgen Holdorf
Lady X: Katrin Fröhlich
Sergeant Gary Burke: Christian Gaul
Mr. Trent: Thomas Petruo
Dr. Tod: Tilo Schmitz
Lupina: Claudia Urbschat-Mingues
Luparo: Rasmus Borowski
Logan Costello: Bernd Vollbrecht
Constable Brian Jones: Peter Weis
Glenda Perkins: Ilya Welter

sowie: Maresi Bischoff-Hanft, Simona Pahl, Eckart Dux, Gerlinde Dillge, Lilli Martha König, Anna Julia Kapfelsperger, Jörg von Liebenfelß, Susanne Meikl, Marco Göllner

|Technik-Credits:|

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

|Die Ausstattung:|

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Liste der bereits veröffentlichten Folgen der „2000er“-Serie und der „Classic“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Nichts Halbes und nichts Ganzes. John ermittelt und auch die Gegenseite ermittelt und am Ende treffen sich die beiden Seiten. Mehr oder weniger ist es das, was hier passiert. Garniert und gewohnt soundtechnisch genial aufbereitet auf jeden Fall, aber spannungstechnisch unbefriedigend, weil irgendwie das gewisse Etwas fehlt und wir auf das noch einen weiteren Monat warten müssen. Dann kommt nämlich der zweite Teil dieser Doppelfolge raus. Einzeln gehört macht diese Folge auf jeden Fall weniger Spaß, als man das vom Sinclair-Team her gewohnt ist.

|Audio-CD
Spieldauer: 56 Min.
Tracks: 10
ISBN: 978-3-7857-4552-6|
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de

Über 40 Rezensionen rund um den beliebten Geisterjäger |John Sinclair| findet ihr in [unserer Datenbank]http://buchwurm.info/book

Rick Riordan – Die letzte Göttin (Percy Jackson 5)

Finale: Die letzte Schlacht um den Olymp

Percys Todfeind Kronos, der Titan, holt zum letzten Schlag aus und marschiert auf den Göttersitz Olymp zu, mitten ins Herz von New York City – dabei sind doch die olympischen Götter alle ausgezogen, um gegen das wiedererstandene Monster Typhon zu kämpfen!

Gemeinsam mit den Jägerinnen der Jagdgöttin Artemis/Diana und den zum Leben erweckten Denkmälern der Stadt versuchen die jungen Halbblute, den Sitz der Götter zu verteidigen. Aber zu allem Unglück haben sie auch noch einen Spion in den eigenen Reihen. Gut, dass wenigstens eine Göttin im Olymp zurückgeblieben ist … (erweiterte Verlagsinfo)

Rick Riordan – Die letzte Göttin (Percy Jackson 5) weiterlesen

Die drei ??? und das Fußballphantom (Folge 153)

Die Handlung:

Das Fußballstadion brodelt. Die Los Angeles Hawks spielen gegen die Philadelphia Tornados um den amerikanischen Highschool-Meisterschaftstitel. Peter gerät durch eine Fehlvermittlung zufällig in ein fremdes Handygespräch. Was er mithört, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. Unversehens müssen die drei ??? einem gefährlichen Erpresser das Handwerk legen. Werden sie die seltsamen Rätsel des Fußballphantoms lösen können? Sie müssen. Das Leben eines Menschen draußen auf dem Spielfeld hängt davon ab. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Die drei ??? und das Fußballphantom (Folge 153) weiterlesen

Fünf Freunde und das gefährliche Treibgut (Folge 96)

_Die Handlung:_

Ein Kreuzfahrtschiff macht Station in Kirrin und sorgt für viel Touristenrummel in der kleinen Küstenstadt. Zur selben Zeit finden die Fünf Freunde schreckliche Dinge am Strand von Kirrin. Doch haben diese Funde wirklich etwas mit dem Schiff zu tun? Die Freunde verfolgen natürlich eine heiße Spur und geraten dabei in größte Gefahr. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

In ihren 96. Sommerferien am Stück erleben die immer noch jungen Freunde diesmal ein Öko-Abenteuer. Die Prämisse ist recht einfach, aber leider auch seit vielen Jahren immer wieder aktuell: Die Verklappung von Plastikmüll in den Meeren. Und in diesem klassisch strukturierten und kindgerecht aufbereiteten Abenteuer stoßen die Kinder erst auf etwas Ungewöhnliches, beginnen dann mit den Ermittlungen, haben einen Verdächtigen im Auge, kommen bei den Nachforschungen in Schwierigkeiten, werden gerettet und fassen den Bösewicht.

Das klingt abgedroschen, wird aber von der Autorin mit einer ordentlichen Prise Spannung gewürzt und hält die Spannung und das Interesse des Hörers die ganze Zeit über hoch. Hier lösen die fünf Kinder nicht als geschlossene Gruppe den Fall, hier bekommt jeder seine fünf Minuten des Ruhms. Und sogar die sonst eher schüchterne und zurückhaltende Anne zeigt, dass sie Mut hat und bekommt gegen Ende eine wichtige Solo-Runde spendiert. Genau wie Hund Timmy, der in bester Lassie-Manier einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, dass nicht nur die Umweltverschmutzer gefasst werden, sondern auch die Kinder unverletzt dieses Abenteuer überstehen.

Und nebenbei lernen wir wiedermal etwas: Nicht nur stellt die in diesem Abenteuer behandelte Umweltverschmutzung tatsächlich eine Bedrohung für die Meerestierwelt dar, auch die hier erwähnten „Friendly Floatees“ gibt es wirklich. Die bunten Quietscheentchen und das andere Spielzeug, das 1992 mit einem chinesischen Schiff unterging und seitdem über die Weltmeere trieb, halfen den Meeresforschern tatsächlich dabei, die Meeresströmungen zu erforschen. Das war und blieb aber auch der einzige Nutzen, den diese Art von Umweltverschmutzung hatte, denn durch das Verschlucken der Plastikteile verenden weiterhin jährlich viele Tiere.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Lutz Mackensy
Julian: Ivo Möller
Dick: Jannik Endemann
Anne: Theresa Underberg
George: Alexandra Garcia
Mr. Fisher: Kai-Hendrik Möller
Alf Fischer: Timo Sünnemann
Kapitän: Michael Bideller
Henk (Kabel-Ede): Christian Rudolf
Smutje Sam: Robert Missler
Steuermann Dexter: Horst Stark
Bootsführer: Urs Affolter
Constable Wilbert: Achim Schülke
Matrose Thomas: Cornelius Henne

|Trackliste:|

1 – Ein Kreuzfahrtschiff in Kirrin
2 – „Falsche Quallen“ am Strand
3 – Schreckliches in der Felsenbucht
4 – Vier Freunde gehen an Bord
5 – Hinter Schloss und Riegel
6 – Anne und Timmy im Alleingang
7 – Der Schwindel fliegt auf

|Technik-Credits:|

Buch: Katrin McClean
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Hilla Fitzen, Wanda Osten
Geräusche: Wanda Osten
Musik: Tonstudio EUROPA

|Die Ausstattung:|

Die in Meeres-Blau bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt, das außen passend zur Folge in warmen Sommerferien-Tönen gehalten ist, enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen sowie Werbung für die Hörspielfassung des neuen „Fünf Freunde“-Kinofilms.. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Dies ist eine Öko-Folge, die auf die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll aufmerksam macht. Das tut sie aber nicht langweilig und mit erhobenem Zeigefinger, sondern eingepackt in ein spannendes Abenteuer, in dem die Fünf Freunde auch mal einzeln zeigen können, was in ihnen steckt.

|1 Audio-CD mit ca. 53 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren
EAN: 0886972309620|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Die |Fünf Freunde|-Hörspiele bei |Buchwurm.info|:_
[„… verfolgen den Wilderer“ (Folge 74)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4674
[„… und die verlorenen Blüten“ (Folge 86)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6365
[„… und das rätselhafte Sternbild“ (Folge 87)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6519
[„… und das Geheimnis des Winterwaldes“ (Folge 93)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7400
[„… und die Sturmflut“ (Folge 94)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7549
[„… in der Höhle des Urmenschen“ (Folge 95)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7720
[„… und das gefährliche Treibgut“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7839

TKKG – Die Spur der Wölfin (Folge 177)

Die Handlung:

Auch wenn sie zunächst ihren Augen kaum trauen, so sind sich TKKG dann doch sicher: Sie haben im Wald einen Wolf gesehen. Wo kommt er her, wird er im Stadtwald bleiben ? und ist er für den Menschen gefährlich? Niemand, der sich mit Wölfen auskennt, will den vier Freunden glauben: Wölfe, die bei uns ein Jahrhundert lang ausgestorben waren, wagen sich zwar allmählich wieder in unsere Wälder zurück – ein Wolf im Stadtwald der Millionenstadt aber scheint einfach unmöglich! Tim, Karl, Gaby und Klößchen lassen nicht locker. Sie wollen die Existenz des Wolfes beweisen und dem Tier das Leben retten. Denn der Wolf hat Feinde, die mit ihren miesen Machenschaften gegen TKKG arbeiten. Die Vier lassen sich aber nicht davon abhalten, einen spannenden Fall aufzudecken, zu dem die Spur der Wölfin führt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dass diese Folge ab 6 Jahren empfohlen wird, das erkennt der geneigte Fan sehr schnell. TKKG sind (mit Hund!) auf einem Klassenausflug im Wald und sehen einen Wolf, was ihnen keiner glaubt. Das wars, mehr Spannung gibts nicht. Keine Entführung, keine Erpressung, kein Verbrechen und keine Dramatik, die den Hörer direkt in die Story zieht und an die Lautsprecher oder Ohrstöpsel klebt.

Und das ändert sich auch in den ersten 40 Hörminuten leider nicht. Die Meinung, dass dies ein „spannendes Abenteuer“ ist, hat der Sprecher zu diesem Zeitpunkt leider exklusiv. Auch, dass der Wolf kein Wildtier ist, sondern einen Besitzer hat, ändert wenig an dieser Ödlage und lässt den Hörer nach einem Blick auf die Restzeitanzeige des CD-Players Schlimmes befürchten.

Doch diese Befürchtungen werden zum Glück enttäuscht. Als ob die Macher der Folge gemerkt hätten, dass sie nicht nur zum Seelenheil der älteren Hörerschaft doch ein wenig gewaltig an der Spannungsschraube drehen sollten, holen sie den Akkuschrauber raus und legen los.

Auf einmal gibts eine Frage nach der anderen, die nicht nur TKKG rätseln lassen, sondern auch das Interesse der Hörer binden können, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeschlafen waren oder abgeschaltet hatten. Wer bis hierher durchgehalten hat, der wird eindeutig belohnt. Plötzlich entpuppt sich die ganze Geschichte hintergründiger, als man es hätte vermuten können (wie hätte man aber auch, ohne Hintergrundwissen). Es gibt nun echte Verdächtige, echte Spuren, die interessant aufbereitet verfolgt werden, und eine Auflösung, die mit den letzten Tracks dieses „spannenden Abenteuers“ einige der verlorenen Sympathiepunkte wieder reinholen kann.

Und am Ende hat der Fan dann ein paar interessante Fakten rund um das Paarungsverhalten der Eichhörnchen und die Verbreitung von Wölfen und Waldmeister gelernt … und doch noch ein spannendes Abenteuer erlebt, wenn auch mit erheblichen Ladehemmungen.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler: Wolfgang Kaven
Tim: Sascha Draeger
Karl: Niki Nowotny
Klößchen: Manou Lubowski
Gaby: Rhea Harder
Kommissar Glockner: Edgar Bessen
Ettel: Andre Minninger
Hank Zacher: Tim Kreuer
Elly Eichbaum: Christine Pappert
Oswald Öchsner: Urs Affolter
Edgar Flint: Erik Schäffler
Schafzüchter Weidner: Kai-Hendrik Möller
Kai Lederer: Utz Richter
Harry Zacher: Tobias Schmidt
Reporter: Leonhard Mahlich
Vater Zacher: Achim Schülke
TV-Kommentator: Cornelius Henne
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Trackliste:

1. Mücken und ein Kobold
2. Bishudo
3. Wölfe und ein Jäger
4. Eichhörnchen
5. Tote Schafe
6. Roxy
7. Wildwechsel
8. Schüsse
9. Harry The Wulf
10. Siegesparty

Technik-Credits:

Buch: Veronika Hampl nach Motiven von Stefan Wolf
Hörspielbearbeitung und Effekte: André Minninger
Redaktion: Wanda Osten, Maike Nagel
Geräusche: Wanda Osten
Produktion und Regie: Heikedine Körting
„TKKG – Die Profis in spe“: Bonda / Büscher
Cover Illustration: Comicon S.L. – nach Artwork-Vorlagen von Reiner Stolte Rahmendesign: KB&B
Gestaltung: Atelier Schoedsack
Inhaltliche Beratung: Martin Tripp (Niedersächsische Landesforsten)

Die Ausstattung:

Die Hörspiel-CD steckt in einem Jewel-Case und ist in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet, das in der gleichen Farbe daherkommt, enthält diesmal eine Menge Infos rund um das Thema „Wölfe“, aufbereitet in einem Pseudo-Interview zwischen TKKG und Elly Eichbaum. Dazu gibts dann noch einen Steckbrief des Europäischen Wolfs und Internetadressen für Interessierte Wolf-Fans. Eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen sowie die Technik-Credits finden wir auf der Rückseite des Booklets.

Mein Fazit:

Das vom Sprecher versprochene „spannende Abenteuer“ geht leider erst nach der 40. Minute los. Vorher bekommen wir Grundschul-Bio-Unterricht und durchweg Langeweile. Dann aber dreht die Spannung unerwartet noch mal auf und es geht endlich interessant zur Sache. Und nach dem Abschlusslacher ist der Fan dann ein wenig milde gestimmt, wenn auch nicht begeistert von diesem Fall, der so langsam anlief wie kaum ein anderer.

1 Audio-CD ca. 64 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren
1. Auflage, April 2012

EAN: 886919239522
www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

Wallace, Edgar; Herwald, Hans-Joachim – Edgar Wallace – Der Banknotenfälscher (Folge 4) (Hörspiel)

Fast jeder kennt den englischen Dramatiker, Regisseur und Kriminalschriftsteller Richard Horatio Edgar Wallace (1875 – 1932), unter dessen Namen grade im deutschen Kino der Spätsechziger eine ganze Reihe inzwischen berühmt-kultige Filme entstanden. Sein Werk ist voller Evergreens der Krimiliteratur, an welche sich auch MARITIM bereits in den Achtzigern in Form von Hörspiel-Adaptionen machte. Damals noch mit Manfred Krug. Ab 2004 erfuhr die Serie dort eine Frischzellenkur und wurde noch einmal neu aufgelegt. Das heißt, andere bekannte Sprecher hinzugezogen und die Soundkulisse aufgepeppt. Lediglich die Musik blieb weitgehend unverändert. Inzwischen werden diese Hörspiele auch als Downloadfassung angeboten und es gibt sie entweder einzeln oder in einer Edition zu vier Folgen zusammengefasst.

_Zur Story_

Jane wird quasi zwangsverheiratet. Ihr Vater hatte den starken Wunsch geäußert, dass sie den Künstler Peter Clifton ehelicht. Als folgsame Tochter tut sie wie geheißen. Liebe war dabei nicht im Spiel – zumindest nicht seitens Jane, die Peter nach der Trauung stets auf Distanz hält. Dieser jedoch würde sich schon mehr Nähe wünschen, respektiert Janes Ablehnung jedoch, bis hin zu getrennten Schlafzimmern auf dem mysteriösen Landsitz Longford Manor. Dort geschehen in der Folge einige sehr unangenehme Dinge, wie etwa unerwünschter Herrenbesuch des Nachts. Ist dieses Haus vielleicht sogar die Zentrale des fähigsten Banknotenfälschers Londons, dessen Identität niemand kennt aber nach dem fieberhaft gesucht wird – allen voran von Scotland Yard? Ist Peter vielleicht „Der Gerissene“ persönlich oder warum entdeckt Jane ihn in einem geheimen Raum zusammen mit einer banknotenspuckenden Druckerpresse? Was ist dran an seiner angeblich erblichen Geisteskrankheit, vor der Basil Hale, ein alter Bekannter, sie eindringlich warnt? Als es zum Mord an Hale kommt, scheint die Schuldfrage klar. Nur zwei Leute zweifeln die Indizienkette an: Jane und Chief-Inspector Bourke.

_Eindrücke_

Edgar Wallace lieferte bis zu seinem Tod im Jahre 1932 Kriminalfälle am laufenden Band und wusste offenbar auch um die Vorlieben seines Publikums. Kein Wunder, dass genau diese Strickmuster in seinen Geschichten immer wieder verwendet werden, welche die Leser gern lesen wollten (und wollen). Bei „Der Banknotenfälscher“ wich er, zumindest was das sonst so gepflegte Frauenbild angeht, ein wenig vom üblichen Pfad ab. Die Figur Jane Cliftons passt zwar leidlich ins Klischee der sittsamen und integren (Ehe-)Frau, muss aber nicht gerettet werden. Im Gegenteil: Sie steht ihrem Mann tatkräftig bei. Woher allerdings der krasse wie plötzliche Sinneswandel herrührt, geht aus dem Hörspiel nicht hervor, wo gleich zu Beginn klargestellt wird, dass sie zwar mit Peter verheiratet sei, aber ansonsten da nichts Weiteres läuft. Nicht mal viel Sympathie. Doch kaum findet sie ihren Gatten morgens nach der Tat, bewusstlos mit blutgetränktem Smoking und der Mordwaffe auf seinem Bett liegend, „weiß sie, was eine gute Ehefrau zu tun hat“ und verwischt eifrig Spuren und beseitigt Beweismittel.

Öh? Wie jetzt?! Erst hält sie Peter für den „Gerissenen“ und muss nach Spurenlage sogar ganz stark davon ausgehen, einen geisteskranken Mörder vor sich zu haben – der zudem just einen guten, alten Bekannten von ihr gemeuchelt hat – und dann das? Doch sie ist nicht allein. Selbst wenn man die kriminologischen Maßstäbe von 1927 anlegt, wirkt auch Inspector Bourke alles andere als realistisch. Wenn er Jane doch offenbar fast so sehr vertraut, wie seinem Kumpel Peter, dann ist das ganze geheimnisvolle Brimborium, das er veranstaltet, ziemlich für die Katz und sogar gefährlich kontraproduktiv. Es dient lediglich dazu, das Publikum auf die Folter zu spannen und der Geschichte einen etwas interessanteren Touch zu geben. Tatsächlich aber zieht es die ohnehin zuweilen nicht ganz ausgegorene und konfuse Story nur unnötig in die Länge. Sprecherseitig gibt es hingegen wenig zu maulen, lediglich die Stimme von Dr. Wells klingt um Einiges zu jung für einen schon so lange praktizierenden Arzt. Ansonsten passt die Soundkulisse – und somit die Atmosphäre – ganz gut ins Vorkriegs-London der Spätzwanziger.

_Die Produktion:_

Regie & Bearbeitung: Hans-Joachim Herwald
Musik: Alexander Ester
Buchadaption: Mik Berger

_Sprecher und Figuren:_
Eckhart Dux (Erzähler), Mark Bremer (Peter Clifton), Christine Pappert (Jane Clifton), Marco Sand (Donald Wells), Holger Potzern (Basil Hale), Wolf Frass (Chief-Inspector Bourke), Kai Henrik Möller (Inspector Rouper), Traudel Sperber (Madame Unterson)

_Fazit_

Gegenüber der Vorlage verstrickt sich das Maritim-Hörspiel in manche Unlogik und zieht sich – trotz seiner vergleichsweise kurzen Laufzeit von ziemlich genau einer Stunde – spannungstechnisch unnötig in die Länge. Hauptsächlicher Grund dafür sind Kürzungen zum Original, die Figuren und Handlung hier ziemlich konfus sowie unplausibel wirken lassen – bis hin zum sehr rasch und holprig herbei gedichteten Ende. Das kann der Wallace-affine Hörer zwar in groben Zügen bereits früh erahnen, sich aber anhand des Hörspiels kaum en detail selbst erarbeiten. Immerhin geht die Atmosphäre im Großen und Ganzen in Ordnung, wenn auch das bestimmt nicht dafür sorgen wird, dass dieses, im Endeffekt dann doch nur leider eher mittelmäßige, Hörspiel häufiger abgespielt wird – sei es als CD oder digital.

|Hörspiel mit einer Laufzeit von ca. 62 Minuten
Nach dem Roman „The Forger“ (1927) von Edgar Wallace|

Erhältlich als:
CD/MC (Maritim 2008)
Download (Audible 2008), ungekürzte Hörspielfassung – ca. 60 MB, AAX-Format

|Direktlinks zu Audible:|

Als Einzeltitel – [Edgar Wallace – Der Banknotenfälscher]http://www.audible.de/pd/B004V7DP0U?ref__=sr__1__1

Als Teil einer Sammlung – [Edgar Wallace – Edition 1]http://www.audible.de/pd/B004UW3DXA?ref__=sr__1__1

_Die Edgar-Wallace Hörspiel-Serie von MARITIM bei |Buchwurm.info|:_
01 – [Das Gesicht im Dunkeln]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2051
02 – [Bei den drei Eichen]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2094
03 – [Der Unheimliche]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3770
_04 – Der Banknotenfälscher_

Perry Rhodan – Aphilie (Silber Edition 81, Teil 1 von 4)

_|Aphilie|:_

_Teil 1: 332 MB, 3:56 h, 49 Tracks_
Teil 2: – erscheint am 01.05.2012 –
Teil 3: – erscheint am 22.05.2012 –
Teil 4: – erscheint am 12.06.2012 –

_Die Handlung:_

Im Jahr 3540 steht die Bevölkerung der Erde im Bann der Aphilie. Reine Vernunft und Urinstinkte bestimmen das Verhalten der Terraner, Gefühle zählen nichts mehr. Auch Reginald Bull ist der Aphilie verfallen: Er entmachtet seinen Freund Perry Rhodan und treibt ihn mit mehr als tausend Begleitern in die Verbannung. An Bord des Fernraumschiffs SOL verlassen die Verurteilten ihre Heimat ohne Hoffnung auf eine Rückkehr, aber auch ohne Aussicht, die Milchstraße im Meer der Galaxien zu finden. Eine Odyssee durch Raum und Zeit nimmt ihren Anfang, geprägt vom unbeugsamen Willen der Verbannten, dem Schicksal zu trotzen. Auf der Erde greift die Aphilie indessen unaufhaltsam um sich. Als es Bull gelingt, die Fessel der Aphilie abzuschütteln, wird er ebenfalls zum Gejagten …
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 81|)

|Dieser Teil|:

Von der neuen Sonne krank gemacht, stürzen Reginald Bull und die „Aphiliker“ Perry Rhodan und verbannen ihn und alle, die noch Gefühle empfinden können, mit dem neuen Raumschiff SOL in den Weltraum.

_Mein Eindruck:_

Dass Perry und seine Leute zusammen mit unserem Planeten Terra den Weg zurück in die heimische Milchstraße dann doch nicht geschafft haben, das musste der Fan am Ende der letzten |Silber Edition| des letzten Zyklus schon feststellen. Auch diesmal scheint der Heimweg nicht so einfach zu werden, denn der neue Zyklus, |Aphilie|, der mit dieser |Silber Edition| gleichen Namens startet, umfasst stolze 13 Bände. Der Kampf gegen die Laren scheint sich also noch ein wenig zu ziehen und die Autoren dürfen sich wohl auch im Mahlstrom noch ein wenig austoben.

Und wenn der Hörer sich drauf einlässt und nicht zu geknickt darüber ist, dass es unter fremder Sonne weitergeht, dann wird er auch eine Menge Spaß damit haben, was diese Sonne namens Medaillon mit den Terranern anstellt. Denn „Aphilie“ klingt nicht nur wie eine Krankheit, sondern ist auch eine. Von der Sonne beschienen, verwandelten sich in der 80-jährigen Pause zwischen der letzten |Silber Edition| bis zu dieser eine Menge Menschen in reine Logiker. Klingt ein wenig nach Spock von „Star Trek“, geht auch in die Richtung, entwickelt sich aber weniger sympathisch, sondern eher dramatisch. Und Begriffe wie „Söhne der reinen Vernunft“, „Buch der Liebe“ und „Organisation Guter Nachbar“ klingen wie eine Mischung aus Hippie-Kult, Esoterik und Scientology-Sektenwahn … und hat auch von all dem was.

Dieser Zyklus beginnt also nicht mit einem übermächtigen Gegner, der mit Waffengewalt aus dem Weltall geblasen werden muss, sondern mit einer ganz unerwarteten, gar gewaltlosen und neuen Möglichkeit, die Serie weiterhin abwechslungsreich und spannend zu halten. Bully und Perry sind durch Bullys „Zwangslogik“ entzweit, die ihn dazu bringt, Perry am Ende dieses ersten Teils mit dem neuen und bei vielen Lesern beliebten Raumer SOL in den Weltraum zu verbannen … denn Bully geht davon aus, dass Rhodan selbst krank geworden ist. Die Koordinaten der Milchstraße werden Perry dabei aber nicht überlassen. Und so können wir uns auf eine interessante Irrfahrt Perrys freuen, während sich auf Terra der fühlende und nicht-logische Untergrund formiert, der die Terraner heilen möchte. Faszinierend!

|Das Hör-Erlebnis:|

Da die „Aphiliker“ nichts mehr fühlen, hat auch Andreas Laurenz Maier vom Skript her nicht wirklich die Gelegenheit bekommen, vor dem Mikro schauspielerische Akzente zu setzen, „sachlich“ klingen die Verstrahlten und passend sachlich klingt dann auch der Sprecher. Dennoch versteht er es, die neue Entwicklungslage auf Terra plastisch und lebendig ins Ohr des Hörers zu transportieren. Und entgegen der Gefühlslosen, fängt der eine oder andere sicher schon mal an darüber nachzugrübeln, wie es wohl wäre … so ganz ohne Gefühle … nur mit Logik … wäre mein Leben dann einfacher oder einfach langweiliger?

Dass Maier Bruder Trailokanat hoch und krächzend spricht, wie man Maier zu Anfang seiner Sprechertätigkeit bei „Perry Rhodan“ zu oft hören musste, ist aber dem Skript geschuldet, denn er klingt halt „hell“ und „quäkend“, da passt das (leider) sehr gut.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Jubiläums-Band 700 „Aphilie“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Wieder überrascht die Serie mit einem neuen Twist. Es geht nicht zurück in die Milchstraße zu den Laren, es wird sogar noch ein weiterer Keil in die Menge getrieben. Die „Aphiliker“ vertreiben Perry und alle Gefühlsempfinder in den Weltraum, von wo aus er von den Autoren auf eine interessante Odyssee geschickt werden könnte. Ich bin sehr gespannt, wohin es ihn treiben wird.

|MP3-Download mit 332 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 3:56 h
Anzahl der Tracks: 49
Sprecher: Andreas Laurenz Maier
ISBN-13: 978-3-943393-32-3|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

|Hinweis:| Die |Silber Edition 81| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 12. Juni 2012 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

 

Professor van Dusen 7: Whisky in den Wolken

_Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen:_

Folge 1: [„Eine Unze Radium“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6717
Folge 2: [„Das sicherste Gefängnis der Welt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6672
Folge 3: [„Mord bei Gaslicht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6718
Folge 4: [„Der Mann, der seinen Kopf verlor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6685
Folge 5: [„Stirb schön mit Shakespeare“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7408
Folge 6: [„Die Perlen der Kali“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7668
Folge 7: _“Whisky in den Wolken“_

_Die Handlung:_

Sir Hector McMurdock, Clanchef im schottischen Hochland, will in seinem Ballon den Atlantik überqueren und Amerika erreichen. Doch schon beim Start explodiert der Ballon – Sir Hector stirbt. „Mord!“ meint Professor van Dusen. Unbeirrt forscht er nach, und während eines Gastmahls auf Schloss Glenmore, bei Haggis, Blutsuppe und Whisky, begleitet von Dudelsackklängen, nennt er den Namen des Täters, mit dem niemand gerechnet hat. Damit ist der Fall jedoch noch nicht zu Ende … (Verlagsinfo)

_Das Hörerlebnis:_

Da es sich hier um die Neuauflage einer 1979 erstmalig ausgestrahlten Radio-Produktion handelt, darf man nicht allzu viele Effekte erwarten. Die gibts bei Radiohörspielen eh selten, weil sie in der Regel sehr textlastig sind. „Whisky in den Wolken“ bildet hier keine Ausnahme, aber lässt auch nichts vermissen. Alle Dialoge sind immer lebendig mit Geräuschen unterlegt, die die Szenen passend unterstützen. Der rauschende Wind allerdings klang mir ein wenig sehr nach elektronischem Rauschgenerator als nach echter bewegter Luft.

Ein von „Dudel-Angus“ hörbar genervter Freund, Assistent und Reporter Hutchinson Hatch erzählt uns diesen von Doppelrollen geprägten Fall. Der Mitreisende der „Denkmaschine“ stört sich nicht nur am Dudelsackspiel des Angestellten von Sir Hector MacMurdock, sondern auch am typisch schottischen Essen, das während dieser spannenden Folge serviert wird. Nachdem die Haushälterin allerdings eingehend beschrieben hat, was so alles in ihrem Haggis drinsteckt, könnte auch dem einen oder anderen Hörer der Appetit vergehen. Aber, der soll ja auch eine Stunde lang nicht essen, sondern zuhören.

Zu hören gibts im Hintergrund vor allem „Dudel-Angus“, dessen Dudelsackspiel den einen Hörer recht schnell und den Freund schottischer Klänge etwas später anfängt zu nerven. Interessanterweise bittet Professor van Dusen selbst exakt in dem Moment darum, mit der Musik aufzuhören, als es auch mir selbst zu viel wurde.

Dass „Dudel-Angus“ in diesem Mordfall auch in der Rolle des Gärtners zu hören ist (nein, er ist nicht der Mörder, das wäre zu profan), stört nicht weiter, denn Letzterer artikuliert sich nur spärlich. Dass aber das Opfer und sein Bruder vom gleichen Sprecher ins Ohr des Hörers gebracht werden, das mutet schon seltsam an. Aber, auch der Grund für diese recht ungewöhnliche Wahl wird gegen Ende klar, wenn der Professor nicht nur den Tathergang und das Tatwerkzeug, sondern auch gleich Täter und Motiv liefert. Und wieder bleibt dem Hörer nur die Rolle des passiven Stauners, denn es kommen Informationen zu Tage, die ihm nicht zugänglich waren. Und selbst nachdem die Sachlage geklärt ist, gibt es noch einen Nachschlag und wir erleben eine Verfolgungsjagd zwischen einem Ballon und einem Luftschiff.

Am Ende dann, wenn dem einen oder anderen aufgefallen sein mag, dass ja schon lange nicht mehr „gedudelt“ worden ist … wird es das … und das wird dann jeder Fraktion ein Lächeln abverlangen, ist dies doch eine traditionsreiche, schottische Folge und da gehört diese Musik halt dazu … finde ich auch.

|Trackliste:|

01 – 09 Whisky in den Wolken
10. Kommentare zu Whisky in den Wolken
11. Persönliche Anekdote von Michael Koser

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Prof. van Dusen: Friedrich W. Bauschulte
Hutchinson Hatch: Klaus Herm
Sir Hector MacMurdock: Alexander Kerst
James MacMurdock, sein Bruder: Alexander Kerst
Inspektor Smiley, Scotland Yard: Rolf Marnitz
Marmaduke Porter vom Kgl. Brit. Luftschiffer-Club: Hermann Ebeling
Susan Porter, seine Tochter: Angelika Thomas
Flora MacNab, Haushälterin: Susanne Lüpertz
Angus, Dudelsackspieler: Herbert Weißbach
Fergus, Gärtner: Herbert Weißbach

|Technik-Credits:|

Produzent & Initiator der CD-Auflage: Sebastian B. Pobot, Highscore Music
Skript: Michael Koser
Regie: Rainer Clute
Aufnahmen: RIAS Berlin
Covergestaltung: Lars Vollbrecht
Illustrationen: Lars Vollbrecht und Gerd Pircher
Product Management: dp

|Die Ausstattung:|

Die wie immer stilvoll und aufwendig bedruckte CD steckt in einem Jewel-Case. Als Bonus enthält die CD noch Kommentare zur Folge und eine Anekdote des Autors, in der er unter anderem über das Treffen mit einem Fan der Reihe berichtet.

Im Booklet-Faltblatt zieht Michael Koser schriftlich den Hut vor Jules Verne, der ihn stark beeinflusst hat. Dazu gibts noch ein paar Fotos und Hintergrundinfos zu Jacques Futrelle, Michael Koser, Sebastian Pobot, der die CD-Version angeschubst hat sowie eine „Sprecher und ihre Rollen“-Aufstellung. Außerdem sehen wir die Cover der bereits erschienen Folgen sowie der kommenden Episode und Werbung für den van-Dusen-Comic und den Van-Dusen-Roman. Und als besonderes Schmankerl sehen wir auf der Rückseite einen gezeichneten „Dudel-Angus“, der sturmgebeutelt am Meer aufspielt.

_Mein Fazit:_

Zwei Doppelrollen, die erst seltsam anmuten, sich aber nach einem interessanten und wie immer spannenden Twist dem Hörer erklären, sind die Basis für diese durch und durch schottische Folge. Die geht allen Beteiligten (und auch dem Hörer) durch Ohren und Magen und bietet eine gewohnt gediegene und feinhumorig spannende Stunde mit der „Denkmaschine“.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 58:40 Min. (davon 53 Min. Hörspiel)
Tracks: 11
Erstausstrahlung im Radio: RIAS Berlin, 1979
Empfohlen ab 10 Jahren
UPC: 0602527699127|
[www.universal-music.de]http://www.universal-music.de
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.vandusen.de]http://www.vandusen.de

Strobel, Arno – Skript, Das (Lesung)

Eine Mordserie, die einem Kriminalroman nachempfunden ist? Nein, das ist sicherlich keine neue Idee, und dennoch hat Arno Strobel sie so überzeugend umgesetzt, dass ich von der ersten Minute an an das Hörbuch gefesselt war.

Die Studentin Nina Hartmann erhält ein mysteriöses Paket – ein Stück „Stoff“, der aussieht wie menschliche Haut und der mit dem Beginn eines Kriminalromans beschrieben ist. Sie meldet die seltsame Post der Polizei und die findet schnell heraus, dass es sich tatsächlich um menschliche Haut handelt, die da beschrieben wurde. Zur gleichen Zeit wird die Tochter eines bekannten Hamburger Verlegers vermisst – ist es etwa ihre Haut, die als Grundlage für diesen perfiden Roman diente?

Es dauert nicht lange, bis die polizeilichen Ermittler – Andrea Matthiesen und Stephan Erdmann – herausfinden, dass der Autor Christoph Jahn ein Buch geschrieben hat, das genau so beginnt. Hat Jahn etwa mit dem Päckchen an die Studentin zu tun? Jahn ist erst seit Kurzem in der Stadt, vorher hat er in Köln gewohnt, doch als ein nie gefasster Täter dort einen Roman aus Jahns Feder „nachgemordet“ hat, beschloss Jahn, die Schriftstellerei an den Nagel zu hängen und sich in Hamburg ein neues Leben aufzubauen.

_Grusel pur_

Obwohl Strobels Idee alles andere als innovativ ist und ich schon mehrere Krimis oder Thriller gelesen habe, in denen ebenfalls ein Täter die Taten aus einem Kriminalroman nachspielt, war ich sofort gepackt. Arno Strobel schafft es von der allerersten Minute an, Spannung aufzubauen. Wir lernen zunächst die Studentin Nina Hartmann kennen, kurz bevor sie dieses grausige Paket zugestellt bekommt. Und vom ersten Moment an ist klar, dass nun gleich etwas Entscheidendes geschehen wird. So fiebert man von Sekunde zu Sekunde diesem entscheidenden Moment entgegen und weiß sofort, dass es sich natürlich um menschliche Haut handeln muss, die Nina Hartmann in den Händen hält. Und schon ist man nach nur wenigen Minuten mitten im Geschehen und völlig angefixt von der erzählten Geschichte! Normalerweise muss ich mich in einem Buch oder Hörbuch immer erstmal einfinden, die Charaktere kennen lernen und wissen, worum es geht, doch aus einem mir kaum erfindlichen Grunde schaffte es Arno Strobel, mich mitzureißen, bevor ich überhaupt wusste, in welche Richtung sich sein Thriller entwickeln würde – grandios!

Und es geht nicht minder spannend weiter: Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf, befragt die unterschiedlichsten Personen und verdächtigt immer neue Figuren – alles im Wettlauf mit der Zeit, immerhin ist die Verlegerstochter spurlos verschwunden und es steht zu befürchten, dass auch ihre Haut als Grundlage für ein Buchkapitel herhalten muss.

Was uns Arno Strobel präsentiert, ist eine sehr gruselige Geschichte – nichts für schwache Nerven! Denn zwischendurch schaltet er immer wieder zu einem weiblichen Opfer, das sich in der Gewalt des Täters befindet und mit ansehen muss, wie eine andere Frau grausam misshandelt und ermordet wird. Dieses Opfer bleibt die längste Zeit über namenlos, sodass der Zuhörer nicht weiß, ob es sich bei ihr um die Verlegerstochter handelt oder ob diese womöglich bereits tot ist. Aber der Zuhörer erfährt sehr genau, was der Täter mit den Frauen anstellt, welche Qualen sie erdulden müssen und welch perfides Spiel er spielt. Und dadurch, dass er ein Buch nachspielt, erfährt der Leser mitunter sogar vorher, was noch geschehen wird.

_Verdächtige Personen_

Der Kreis der verdächtigen Personen wird mit der Zeit immer größer. Zunächst tappt die Polizei – natürlich! – völlig im Dunkeln, doch dann machen sich immer mehr Figuren verdächtig. Da wäre zum einen der Schriftsteller selbst, schließlich ist er es doch, der am meisten profitiert. Seine Bücher haben sich nur mäßig verkauft, bis in Köln jemand ein Buch nachgespielt hat, und plötzlich eroberte Christoph Jahn die Bestsellerlisten. Nun ist sein Konto leer und es käme ihm sehr zupass, würde auch sein neues Buch, an dem er aktuell schreibt, ebenso einschlagen. Doch natürlich hat auch der Verlag ein Interesse daran, dass das neue Buch sich gut verkauft. Zudem wäre da noch der frustrierte Lektor, der das mittelmäßig geschriebene Buch aus der Feder Jahns gründlich überarbeiten musste, damit es überhaupt lesbar wird. Auch er hat ein Interesse daran, dass sich das neue Buch gut verkauft und die Öffentlichkeit mal erfährt, wer der eigentliche Autor von Jahns Werken ist. Und natürlich hat Jahn auch Fans, wie eine Buchhändlerin, die ihn anhimmelt wie ein verliebter Teenager. Wer ist bloß der Schuldige? Beim Zuhören verdächtigt man selbst die unterschiedlichsten Personen und hat natürlich eine immer stärker werdende Ahnung, aber am Ende musste ich bemerken, dass mich Arno Strobel an der Nase herum geführt hat. Zwar hatte ich den wahren Täter zwischenzeitlich auch mal auf dem Schirm, sodass die Wendung am Ende durchaus schlüssig ist, aber dann scheinen doch die Ermittlungen jemand ganz anderes einzukreisen, sodass ich mich auch auf jemand anderen eingeschossen hatte. Prima, wie Strobel das gelöst hat!

Auch die anderen Figuren gefallen gut, Arno Strobel gibt all seinen handelnden Charakteren ein Profil, sodass man sie bildlich vor Augen hat. Mir persönlich breitete Strobel die Geschichte um Andrea Matthiesen etwas zu sehr aus, denn im Grunde genommen spielte es keine Rolle, welche Probleme sie mit ihrem Vorgesetzten hat und was ihr vor dem jetzigen Fall mit ihrem damaligen Partner passiert ist, aber es störte mich auch nicht weiter, dass Arno Strobel hier sehr ins Detail gegangen ist. Denn immerhin sorgte diese Nebenhandlung auch ein wenig für Spannung, da Matthiesens Partner Erdmann aufgrund des Wissens über seine Partnerin bei allen Einsätzen fürchten musste, dass diese ihn im Stich lassen könnte. Das war schon auch ein kleines Spannungsmoment.

_Hörbar_

Gelesen wird das Hörbuch von Sascha Rothermund, der mir persönlich als Sprecher bislang gar nicht untergekommen war. Rothermund ist ein deutscher Schauspieler, Hörbuchsprecher und die Synchronstimme von Lee Pace und Jon Hamm – wer auch immer diese beiden US-Schauspieler sind.

Sascha Rothermund macht seine Sache prima. Mir gefiel nicht nur seine Stimme ausgesprochen gut, sondern auch seine Interpretation der verschiedenen Charaktere und der Geschichte an sich. Er verleiht jedem Charakter eine individuelle Stimme, ohne aber je zu übertreiben und er sorgt mit seiner warmen, angenehmen Stimme für eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre. Ich fand seinen Vortrag sehr unaufdringlich, aber total stimmig. Auch wenn ich Sascha Rothermund bislang als Hörbuchsprecher noch nicht gehört hatte, so werde ich mit großer Sicherheit künftig gezielt nach ihm als Sprecher Ausschau halten.

_Skript für einen Bestseller_

„Das Skript“ überzeugte mich auf ganzer Linie. Ich war von der ersten bis zur allerletzten Minute komplett von der Geschichte gefangen, gefesselt und fasziniert. Die Geschichte war wie ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte, und zwar von Beginn an. Auch wenn Strobels Idee keine neue war, so gefiel mir die Umsetzung dennoch ausgesprochen gut.

Von Arno Strobel hatte ich noch nichts gelesen oder gehört, aber für mich gehört er schon jetzt zur persönlichen Entdeckung des Jahres, sodass ich bald weitere Bücher von ihm hören werde – hoffentlich wieder von Sascha Rothermund gelesen. Das vorliegende Hörbuch gefiel mir durchweg gut, sodass ich es uneingeschränkt jedem Thrillerfreund mit starken Nerven ans Herz legen möchte!

|Download-Version mit 9:53 h Spieldauer|
http://www.audible.de

Direkt-Link zu audible: [Arno Strobel – „Das Skript“]http://www.audible.de/pd/B006B2ZXN0

auch erschienen als:

|6 Audio-CDs
Sprecher: Sascha Rothermund
ISBN-13: 978-3839811085|
http://www.argon-verlag.de

Lini, Jana – Filly Unicorn – Gaias unendliche Träumerei (Hörspiel) (Folge 6)

Ganz weit oben im Himmel schwebt das Inselland Chrystalia. Hier wohnen die Filly Einhörner – auf jeder der Inseln eine Familie. (|Covertext|)

Insgesamt sind es deren Sieben, die von der Zentralinsel „Iridia“ aus tagsüber mit Regenbogenbrücken miteinander verbunden sind. Diese können sie nur überqueren, wenn sie ihre Kristallkronen auf dem Haupt tragen, die den Einhörnern auch ihre individuellen magischen Fähigkeiten verleihen, deren speziellen Ausrichtungen zudem davon abhängig sind, von welcher der Inseln sie stammen.

Die Einhörner Chrystalias sind jedoch nicht die einzigen Fillys im gesamten Feenland. Neben ihnen existieren noch die (Boden-)Königreiche der „Princess“, „Ice Fairys“ und „Fairys“ – allesamt haben inzwischen nicht nur ein beachtliches Merchandise zu bieten, jedes von ihnen hat auch eigene Hörspiele beim |EUROPA Mini|-Label. Zielgruppe sind Mädchen ab 4 Jahre. Bei allen Filly-Folgen sind stets zwei abgeschlossene Geschichten zu finden:

|Gaias unendliche Träumerei|

Einhorn-Mädchen Gaia soll eine besondere Ehre zuteilwerden, Prinzessin Sparkle hat sie ausgewählt die Frühlingsbotin zu sein, die eben jenen in ganz Chrystalia verkündet, wenn es endlich soweit ist, dass der Winter nicht noch einmal zurückkehrt. Dieses Amt erfordert genaue Beobachtung der Sterne und des Wetters, damit die Einhörner nicht zu früh mit der Bepflanzung beginnen und plötzlicher Frost ihre Bemühungen noch einmal zunichtemacht. Allerdings ist Gaia eine unverbesserliche Tagträumerin, die diese wichtige Aufgabe nicht mit dem gebührlichen Ernst angeht. Die Vorboten eines aufziehenden Unwetters übersieht sie. Damit sie weiter in Ruhe vor sich hinträumen kann, verkündet sie den Frühling leichtfertig auch etwas zu früh. Der folgende nächtliche Hagelschlag hat Konsequenzen für das Reich der Einhörner. Das anstehende Frühlingsfest droht diesmal weitaus weniger harmonisch zu werden, als sonst üblich.

|Romeos wundervolles Gedicht|

Der jungendliche Romeo ist der Poet unter den Einhörnern, der jeden Tag ein schönes Gedicht schreibt. Nicht immer ist dies eine leichte Aufgabe, doch meist gelingt es ihm intuitiv, doch die richtigen Worte zu finden. Nur bei einem „Problem“ scheint ihm genau diese Fähigkeit zu versagen: Er ist Feuer und Flamme für das Einhorn-Mädel Kirina. Das weiß nur keiner, die Angebetete am allerwenigsten. Bis sich Romeo gegenüber seiner Cousine Rose unfreiwillig outet. Diese Plappertasche kann nie ein Geheimnis für sich behalten, gerade dann nicht, wenn sie um Stillschweigen gebeten wird. Rose zieht ihn ein wenig mit seiner Verliebtheit auf und drängt, sich Kirina zu offenbaren. Derart in Zugzwang gebracht, versucht Romeo alles Mögliche Kirina ein Zeichen seiner tiefen Zuneigung zukommen zu lassen, bevor Rose etwas herausrutscht. Eine denkbar schwierige Aufgabe – schon ohne die permanent nervende Cousine im Nacken.

_Eindrücke_

Eingedenk des Publikums, welches mit der Filly-Serie angesprochen werden soll, verwundert die recht einfache Struktur der Geschichten und Figuren nicht wirklich. Grundsätzlich wirkt schließlich auch dieses Hörspiel eher so, als würde aus einem Märchenbuch vorgelesen (was Erzählerin Isabella Grothe auch sehr schön ruhig wie einfühlsam gelingt) und die Handlung mit entsprechenden Dialogen, Geräuschen und sanfter Hintergrundmusik weiter aufgewertet – ein „ausgewachsenes“ Hörspiel klingt sicherlich anders, da es mit weitaus weniger verbalen Erklärungen auskommt und mehr auf subtile (Geräusch-)Effekte setzt. Doch wie gesagt: Diese Produktion richtet sich schließlich an ein weitaus jüngeres Klientel, da ist es absolut legitim, dass sozusagen durch die Handlung hindurch moderiert wird – solange für die eigene Fantasie noch genug Raum übrig bleibt. Das ist, auch durch Beschreibungen scheinbar unwichtiger, kleiner Details, gegeben.

Als Erwachsener muss man sich selbstverständlich schon ein wenig daran gewöhnen, dass Einhörner (als verwandte Vertreter der paarhufigen Gattung Equus) mit Geschirr hantieren und sogar die hohe Kunst des Töpferns praktizieren, doch OK, das gelingt ziemlich problemlos. Auch die stets leicht verkitschten Geschichten, sind immer wieder dazu angetan dem leidlich erwachsenen (außerdem erschwerend hinzukommend: männlichen) Rezensenten ein mehr oder weniger gequältes „Oh, bitte! Nicht doch!“ zu entlocken. Das hielt sich bei Folge 6 aber in Grenzen, wobei es noch erstaunlicher ist, dass ausgerechnet die zweite Story mit der Liebesgeschichte überraschend realistisch präsentiert wird. Niedlich, aber nicht zu schmalzig. Allerdings dürfte diese, von Verständnis und Problematik her, schon fast etwas zu sehr in Richtung Teenager pendeln. Die jüngsten Zuhörer können sich mit Gaias Geschichte und die darin enthaltene Botschaft wohl besser und leichter identifizieren. Oder um es professioneller auszudrücken: Die titelgebende Geschichte ist zielgruppengerechter.

_Die Produktion_

Buch: Jana Lini
Regie: Thomas Karallus
Sounddesign: Christoph Gruder
Musik: CallasDesign / Titelsong: Jose Infiesta
Redaktion: Maike Nagel

_Sprecher und Figuren_

Isabella Grothe (Erzählerin), Leonie Landa (Gaia), Anne Moll (Prinzessin Sparkle), Tammo Kaulbarsch (Karkadan), Heidi Berndt (Ashia), Mathilda Charisius (Samba / Kirina), Mareike Fell (Rose), Flemming Stein (Romeo), Tim Knauer (Agnix), Thomas Karallus (männliche Stimme)

_Fazit_

Warum Prinzessin Sparkle im Hörspiel fast schon schwäbisch ausgesprochen wird (nämlich „Spark-le“) und nicht – wie phonetisch eigentlich naheliegend – Englisch (Immerhin ziert auch ein höchst anglikanisches „Unicorn“ die Titelzeile), ist zumindest diskussionswürdig. Viel mehr kann man der inzwischen sechsten Folge der Hörspielserie kaum ankreiden. Klar sind hier reihenweise Klischees am Werk, angefangen beim quietschbunten Setup mit grundguten, magischen Mini-Einhörnern aber auch allem anderen Pipapo, auf den die Zielgruppe so steht. Also kleine Mädchen ab Vier. Die haben nachweislich ihren Spaß an „Gaias unendliche Träumerei“ und auch die allerlei Kummer gewohnten Eltern konnten, bei exzessiv wiederholter (Zwangs-)Beschallung, bislang der Versuchung widerstehen den kindlichen CD-Player entweder endlich mit schalldichten Kopfhörern auszustatten oder ihn gar dezent in der Badewanne zu ertränken. Das heißt schon was, nämlich dass die CD eigentlich so übel nicht ist.

|Audio CD mit einer Spielzeit von ca. 60 Minuten
mit 2 Geschichten aus der Filly® Unicorn Welt
EUROPA Mini / Sony Music Entertainment, Februar 2012
EAN 886919220520|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Die Fillys® bei |Buchwurm.info:|_

[Folge 05 – Fairy: Oberon und das Zauberkraut]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7772
_Folge 06 – Unicorn: Gaias unendliche Träumerei_

Ernest Cline – Ready Player One

Die Handlung:

Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!
(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

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Andreas Eschbach – Solarstation (Lesung)

Wohl einer der bekanntesten Sätze Eschbachs lautete etwa so: „Ihr wollt mehr Action? Sollt ihr haben!“ Und so ist „Solarstation“ seine Antwort auf die Kritiker seines Romanerstlings „Die Haarteppichknüpfer“ die ihm Langeweile vorwarfen. Die typische Umschreibung des vorliegenden Romans lautet: ‚Stirb langsam‘ im Weltraum – nur intelligenter, tiefgründiger und – actionreicher!

Andreas Eschbach wurde geboren, erlebte eine Kindheit, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete als Softwareentwickler, ehe es ihn nach Frankreich zog. Dort lebt und arbeitet er mit seiner Familie an der Bretagne im Urlaub.

Die Nippon ist eine Raumstation mit Forschungsaufgaben, ihr Hauptzweck ist die Entwicklung der Solarenergiegewinnung und -übertragung für und auf die Erde. An Bord ist eine ständige, rotierende Besatzung, zumeist Asiaten, da sich die Station von der ursprünglich internationalen Planung zu einem Projekt Japans entwickelte. Der derzeit einzige Nichtasiat ist Leonard Carr, der als Reinigungsfachkraft, Mädchen für alles und Securitybeauftragter angestellt ist.

Die Sicherheit war bisher kein Problem, so dass sich Carr vor allem um die Dinge des täglichen Lebens kümmerte. Bis sich eine als unplanmäßig ausgestiegen erklärte Raumkapsel der Europäer auf Kollisionskurs nähert, ein interner Saboteur die Funkanlage unbrauchbar gemacht hat und ein Mord an Bord geschieht.

Leonard Carr ist der Ich-Erzähler der Geschichte. Er führt sich selbst mit teils tiefgründigen, teils wehmütigen Gedanken über Sex im Weltraum im Allgemeinen und seine Affäre mit der Japanerin an Bord im Besonderen ein, ehe es schnell zur Sache geht. Eschbach beginnt also seine Geschichte mit einem erotischen Abenteuer mit direkter Überleitung zum Sabotageverdacht an Bord, der die ganze Mission gefährdet, so dass der Konsument erstens gleich eingefangen wird und zweitens ersten Kontakt mit dem Spannungspotenzial der Grundidee bekommt, ohne dass Eschbach dabei zu ausschweifenden Erklärungen genötigt wäre, denn der Konflikt durch den Saboteur thematisiert die Problematik auf spannende Weise.

In diesem Abschnitt hat Carr eine eher beobachtende Rolle, in der er uns das Leben und Arbeiten an Bord einer schwerelosen Raumstation näher bringt. Dass er dabei schon erste Puzzleteile zur Lösung des Konflikts einsammelt, wird erst später deutlich, doch insgesamt hat seine Arbeit als Mädchen für alles den Vorteil, dass er sich überall ungehindert und unbeobachtet bewegen kann. So wird er Zeuge einer Unterhaltung, die eines der Crewmitglieder im späteren Mordverdacht belastet. Eschbach inszeniert noch ein paar Zusammentreffen, die später eine Rolle spielen werden. So lernen wir die Crew gleichermaßen kennen wie die Station und die Aufgaben, die hier von Wichtigkeit sind.

Richtig spannend wird es, als die europäische Raketenstufe auf Kollisionskurs mit der Station geht und sich schließlich heraus stellt, dass es ein geplantes Rendevous ist, um die Nippon zu überfallen und zu übernehmen. Hier treffen wir auf eine recht typische Gruppierung von Extremisten, wobei die einzelnen Personen fast alle Klischees bedienen, die durch einschlägige Filme von derlei Situationen geschaffen wurden. Der schieß- und mordwütige Handlanger, der Technikfreak, der Verräter und der überlegene, ausgefuchste Anführer der Bande sind mit von der Partie.

Eschbach schafft hier eine ausweglos scheinende Situation, in der die überlebende Mannschaft der Station Zeit zum Nachdenken bekommt – und auf den wahren Sinn des Überfalls stößt, der wiederum bei Leonard einen unüberwindbaren Grund, ein absolutes MUSS erzeugt. Ein Muss, dem er sich unter allen Umständen und unter jedem Risiko stellen muss, denn die Besatzer bedrohen mittels des hochenergetischen Übertragungsstrahls der Solarstation seinen Sohn … Der suggestive Begriff des „Stirb langsam im Weltraum“ entsteht in diesem letzten Abschnitt der Geschichte, denn Carr begibt sich auf eine Einzelmission, deren Erfolgschancen gleich Null zu sein scheinen und während der er immer wieder in Kämpfe, Verletzungen, blutige Szenen getrieben wird, bis er sich mit dem überaus zähen und übermächtig scheinenden Anführer der Bande hoch über der Erde einen fanatischen, in jeder Hinsicht rücksichtslosen Kampf liefert.

Ist eigentlich der Spinnenroboter „Nummer Vier“, der seit Entstehung der Solarstation unermüdlich an der Erhaltung und Erweiterung der Solarfläche arbeitet, ein Deus ex machina? Mit seiner Hilfe erst gelingt Carr nämlich die Flucht aus ihrem Gefängnis. Doch seine Anwesenheit ebenso wie die des toten Wissenschaftlers an Bord der Raketenstufe wird von Eschbach plausibel in die Geschichte eingeflochten, so dass sich diese Frage nur auftut, wenn man im Zuge einer Kritik auch nach Schwachpunkten sucht. Und trotz der stark gekürzten Ausgabe als Hörbuch sind mir derer keine aufgefallen.

Das Hörbuch ist so geschickt eingekürzt, dass sich eine stringente und logische Handlung ergibt, die vollauf zu befriedigen weiß. Und nervenzerreißende Spannung ist Eschbach hier in höchster Qualität gelungen, so dass man als Fazit sagen kann, er hat den Mund mit seiner Ankündigung bei Weitem nicht zu voll genommen!

Sascha Rotermund ist als Sprecher im ersten Moment eine strittige Wahl, denn seine Modulation ist recht unauffällig, so dass man während der ersten Personenwechsel Probleme hat, die Stimmen zuzuordnen. Im Laufe der Geschichte gelingt es dem Hörer immer besser, zwischen den Personen zu unterscheiden, und schlussendlich bleibt auch hier ein rundum zufriedener Eindruck zurück. Dieses Hörbuch ist umfassend gelungen.

6 Audio CDs
Spieldauer: 450 Min.
Sprecher: Sascha Rotermund
ISBN-13: 978-3785746028
www.luebbe.de
andreaseschbach.de

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

 

Arthur Conan Doyle – Ring des Thot, Der (Gruselkabinett 61)

Für die Ewigkeit: eine Liebe und ein Fluch

John Vansittart Smith war eine merkwürdige Gestalt – sicherlich wäre er der Welt noch heute, so viele Jahre nach seiner Forschungstätigkeit am Ende des 19. Jahrhunderts, ein Begriff, wenn er sich nicht durch unvorsichtige Reden über das, was er an einem trüben Oktobertag in der ägyptischen Sammlung des Louvre in Paris erlebt haben will, für alle Zeiten unmöglich gemacht hätte … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen fast 50 Erzählungen und Romanen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um seinen Einkommen aufzubessern.

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Michael Crichton / Richard Preston – Micro

_Die Handlung:_

Eine Gruppe von Studenten wird von einem Unternehmen für den Einsatz an der Front der Mikrobiologie rekrutiert. Die streng geheime Arbeit führt die Forschungstalente nach Hawaii. Hier sehen sie sich nicht nur einer erbarmungslosen Natur, sondern auch einer radikalen neuen Technik gegenüber, die die Gruppe schnell beherrschen lernen muss, will sie nicht für immer in den undurchdringlichen Wäldern Oahus verschwinden … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Das ist es nun, das wirklich letzte Buch, an dem Michael Crichton bis zu seinem Tod im Jahr 2008 gearbeitet hat. Gut ein Drittel hatte er zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt. Sein Verlag engagierte Richard Preston, um aus den restlichen Aufzeichnungen und Notizen einen kompletten Roman zu fertigen.

Aber, hatte Michael Crichton nicht schon mal einen Roman über winzige Naniten geschrieben, die im Rudel gejagt haben? Hat er und das Ergebnis hieß BEUTE. Nun wollte Crichton aber nach eigenen Angaben mal wieder eine Geschichte erzählen, die in Richtung JURASSIC PARK geht und deshalb wurden seine sieben Helden auch in einen Urwald verfrachtet, in dem sie ums Überleben kämpfen müssen. Von großen Uraltmonstern also hin zu winzigen neumodernen Monstern. Die Größenverhältnisse aber bleiben dennoch, denn im Laufe der Geschichte werden die Protagonisten geschrumpft und jedes Insekt wird zur Bestie.

Ob sich Crichton bei seinem Teil von MICRO von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ hat inspirieren lassen oder von Klassikern des SciFi-Films wie „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“, wir werden es nie erfahren. Parallelen sind aber schon zu erkennen. Zumindest bei den Teilen mit dem Schrumpfen und den Kämpfen gegen die Insekten. Denn das beschert der Bösewicht des Romans, der irre und machtbesessene Chef einer Hightech-Firma, denen, die nicht so spuren, wie er das gern hätte. Er schrumpft sie einfach und überlässt sie ihrem Schicksal.

Und so darf man hier keine epischen Charakterentwicklungen oder Beziehungsgeschichten erwarten, sondern ein „Dschungelabenteuer“ auf Oahu, einen bösen Wissenschaftler und jede Menge Spannung. Gewürzt mit den üblichen schulmeisterlichen Kurzvorträgen über das recherchierte Fachwissen des Autors, trauert der Leser im Anschluss dem Tod von Michael Crichton noch einmal nach. Denn er konnte wirklich kurzweilig unterhalten, was er hier (wenn auch nur zu einem Drittel) posthum wieder unter Beweis stellt. Die wirklich vielen und kurzen Kapitel helfen dabei auch und halten die Handlung spannend und knackig.

|Das Hörerlebnis|

Womit wir beim großen „Aber“ dieser Hörbuchumsetzung wären: dem Sprecher. Gordon Piedesacks Art des Vortrags klingt von Anfang an irgendwie genervt, gelangweilt, einschläfernd und nörgelig. Das, zusammen mit einer Prise „überarbeiteter Großstadt-Cop“. Auch legt er zum Teil in den Sätzen seltsam lange Sprechpausen ein … wohl um die Dramatik der Szene zu steigern oder die Aufmerksamkeit und die Geduld des Hörers auf die Probe zu stellen. Das würde hervorragend zu einem New-York-Krimi der 70er Jahre, als Synchronstimme für Robert De Niro oder Peter Falk als Columbo passen, dieser Story kommt es aber nicht zugute, sondern lässt das Szenario häufig leblos wirken und bremst die an sich spannende Handlung aus. Und immer wieder verschwindet im Kopfkino des Hörers der Dschungel, wenn er denn schon da war und man sieht einen Sprecher in einer abgedunkelten Kabine mit einer kleinen Lampe, der ein Skript vorliest.

Wo andere Sprecher zur besseren Unterscheidbarkeit zwischen den Charakteren mit der Stimmfarbe spielen, wird Piedesack fast ausschließlich erstmal pauschal unangenehm lauter beim Sprechen. Das hat er gar nicht nötig … und der Hörer würde sich weniger oft erschrecken … denn er kann auch fremdsprachige Akzente und weibliche Figuren gut umsetzen.

|Die Ausstattung|

Die mit dem Titelmotiv bedruckten CDs stecken in einem Jewel-Case. Im Bookletfaltblatt finden wir ein paar Vorschusslorbeeren des Verlags für die Autoren, Infos zu den Autoren selbst und auch ein paar Hinweise zum Sprecher. Außerdem gibts noch etwas verlagsinterne Werbung für weitere Hörbücher zu sehen.

_Die Autoren und der Sprecher_

|Michael Crichton| wurde 1942 in Chicago geboren und studierte in Harvard Medizin; seine Romane, die in über 36 Sprachen übersetzt werden, verkauften sich mehr als 200 Millionen Mal, dreizehn davon wurden verfilmt. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Next“, „Welt in Angst“, „Timeline“, „Jurassic Park“ und „Andromeda“. Crichton, Schöpfer der Serie Emergency Room, ist bis heute der einzige Künstler, der es schaffte, mit Film, Fernsehserie und Roman gleichzeitig die ersten Plätze der Charts zu belegen. Crichton, der seit Mitte der Sechzigerjahre Romane schrieb, griff immer wieder gekonnt neueste naturwissenschaftliche und technische Forschungen auf. Im November 2008 starb Michael Crichton im Alter von 66 Jahren. Bis zuletzt hat er an seinem neuen Wissenschaftsthriller „Micro“ geschrieben. (Verlagsinfo)

|Richard Preston| studierte am Pomona College in Claremont, Kalifornien und graduierte summa cum laude in Englisch. Anschließend studierte Preston an der Princeton University, wo er 1983 seinen Doctor of Philosophy machte. Während des Studiums nahm er an dem Kurs The Literature of Fact teil, welcher von dem amerikanischen Schriftsteller John McPhee gehalten wurde. Dieser Kurs über das Schreiben nichtfiktiver Bücher ebnete Prestons Weg zu seiner späteren Schriftsteller-Karriere. Für sein erstes Buch „First Light“ erhielt er 1988 vom American Institute of Physics den Science Writing Award. Der Asteroid Preston ist nach ihm benannt. Richard Preston ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein jüngerer Bruder Douglas ist ebenfalls Schriftsteller. (Wikipedia)

|Gordon Piedesack|, geboren 1972, ist professioneller Sprecher für Hörspiele, Hörbücher und Synchron. Fernsehzuschauern ist er als Station-Voice von 3sat bekannt. Für Random House Audio hat er die Hörbücher zur Kultreihe „Shaft“ von Ernest Tydiman gelesen. (Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

Geschrumpfte Studenten kämpfen gegen die Probleme, die man an als reiskorngroßer Mensch so hat. Wer JURASSIC PARK mochte, der könnte auch hier seinen Spaß haben, wenn die durchaus spannende Story nicht vom Sprecher gebremst würde. Wenig fesselnd und irgendwie gelangweilt wirkt er die ganze Zeit über, egal wie dramatisch die Ereignisse grad sind. Ein lebendigerer Vortrag mit mehr Schauspiel vor dem Mikro hätte diesem wirklich packenden Roman besser getan und hätten der Hörbuchumsetzung mehr Feuer und fühlbares Abenteuer verliehen. So aber sitzt der Hörer in einem Kopfkino, in dem in schwarz-weiß ein Super-8-Film läuft, der von einem Sprecher mit einer Kurbel im immer gleichen Tempo abgespult wird … das ist bei Super-8-Filmen auch nötig, im Kopfkino aber wirds schnell langweilig.

|6 Audio-CDs mit insg. 64 Tracks
Laufzeit: 7:33 Std.
Originaltitel: Micro
ISBN-13: 978-3837109009|
[www.randomhouse.de/randomhouseaudio]http://www.randomhouse.de/randomhouseaudio/index.jsp

_Michael Crichton bei |Buchwurm.info|:_
[„Next“ 3300
[„Welt in Angst“ 880
[„Sphere – Die Gedanken des Bösen“ 698
[„Timeline“ 360
[„Gold – Pirates Latitudes“ (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6108

Perry Rhodan – Menschheit am Scheideweg (Silber Edition 80, Teil 4 von 4)

Menschheit am Scheideweg:

Teil 1: 351 MB, 4:09 h, 47 Tracks
Teil 2: 370 MB, 4:22 h, 53 Tracks
Teil 3: 363 MB, 4:18 h, 52 Tracks
Teil 4: 415 MB, 4:53 h, 59 Tracks

Die Handlung:

Das Jahr 3460. Die Milchstraße steht unter der Herrschaft des technisch überlegenen Konzils der Sieben. Leticron, der oberste Helfershelfer der Invasoren, erstickt jeden Widerstand mit eiserner Faust. Die wenigen Menschen, die seinen Truppen entkommen konnten, haben sich in den Schutz einer Dunkelwolke geflüchtet. Da keimt unerwartet neue Hoffnung. Kroiterfahrn, der todkranke Angehörige des bislang unbekannten Konzilvolks Greikos, trifft in der Galaxis ein. Er glaubt, eine Insel des Friedens und des Wohlstands vorzufinden, geschaffen von der gütigen, gerechten Hand des Konzils. Wird es den Menschen gelingen, ihm die Augen für die Wahrheit zu öffnen? Erde und Mond treiben währenddessen nach der misslungenen Flucht durch den Hyperraum weiter im »Mahlstrom der Sterne«, einer unendlich weit entfernten Region des Alls. Noch wärmt das Licht hunderter Atomsonnen die Urheimat der Menschen – doch Perry Rhodan weiß, dass er eine neue Sonne für sie finden muss. Rhodans einzige Hoffnung sind die erklärten Feinde der Terraner. (Verlagsinfo für die komplette Silber Edition 80)

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Lissa Price – Starters (Starters 1)

_Die |Starters|-Dilogie_:

01 _“Starters“_
02 „Enders“ (Herbst 2012)

_Die Handlung:_

Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Seit Jugend-Dystopien hoch im Kurs stehen, wird jeder neue Roman, der auch nur annähernd in diese Richtung schaut, mit den „Hunger Games“ verglichen. Das ist eine Art „Herr der Ringe“-Phänomen. Wenn man aber das Genre mal zur Seite schiebt und auf die Idee schaut, die hinter dem Roman steckt, dann gibts doch so einige erhebliche Unterschiede und das macht „Starters“ interessant. Die Weichen für die aktuellen gesellschaftlichen Probleme bereitete ein dem Roman vorangegangener Krieg, der offenbar ohne Rücksicht auf Verluste geführt wurde, bei dem es keine Sieger gab und der die USA isoliert zurückgelassen hat. Dabei starben alle Menschen, die nicht schnell genug gegen die eingesetzten Sporen geimpft wurden … und die Geimpften waren die Jungen (die Starters) und die Alten (die Enders).

Ein wenig unlogisch erschien mir aber die Tatsache, dass die Enders reich wurden, durch den Verkauf von Dingen, die aufgrund der vielen Tode in der produzierenden Altersschicht keiner mehr produzieren oder reparieren konnte und daher immer neu gekauft werden müssen … wer aber stellt die denn dann her, wenn die Enders alle so alt sind, dass sie sich junge Körper mieten müssen, um wieder ein wenig Action im Leben zu haben?

Nehmen wirs halt mal so hin und schauen auf die Situation. Die Enders, werden also immer reicher und viele der Starters, die keine Familie mehr haben, immer ärmer … das sorgt schon mal grundsätzlich für Spannung, in die man seine Protagonisten werfen und um die man eine interessante Story wickeln kann. In die wird der Hörer auch sofort hineingezogen, denn sowohl die Autorin als auch die Sprecherin tun dazu ihr Übriges.

Zusammen mit Callie erfahren wir gleich zu Anfang, was es mit der ominösen und bestimmt nicht ganz legalen „Body Bank“ des Unternehmens Prime Destinations auf sich hat und welch verlockenden Angebote sie Teenagern in Not machen. Und schnell fragt sich der Hörer, was er an ihrer Stelle tun würde, um für die zu sorgen, die ihm noch geblieben sind … würde er nicht alles tun? Selbst wenn dies bedeutet, seinen Körper anderen zur Verfügung zu stellen … Menschen, die man nicht mag und denen man nicht mal vertraut? Das klingt nach einer Kreuzung aus moderner Prostitution und Sklaverei.

In dieses Setting baut die Autorin noch einen interessanten Twist ein, denn es geht nicht alles glatt bei der finalen Körper-Ausleihe von Callie. Und aus einem anfänglich grinsenden „Oh, cool!“ im Kopf des Hörers wird schnell ein „Oh, oh!“ und schließlich ein „Oh mein Gott!“, wenn Callie und ihm die Hintergründe bewusst werden und sich die Ereignisse abzeichnen, die es nun zu verhindern gilt. Aber auch dieser Twist birgt noch einen weiteren Twist und die Intensität steigert sich immer weiter, denn in „Starters“ ist nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint und auch bei den Menschen kann man sich da nie so sicher sein. Und immer, wenn der Hörer sich an eine neue Situation gewöhnt hat, setzt die Autorin noch einen drauf und zieht die Spannungsdaumenschrauben weiter an. Und das geht bis zur letzten Minute so weiter … sogar bis zur letzten Sekunde!

Und auch wenn dies der erste Teil einer Dilogie ist, so hat es die Autorin geschafft, sowohl ein befriedigendes Ende zu schaffen, als auch die Lust darauf zu wecken, sofort den nächsten Teil in den CD-Player zu werfen … wenn er denn nur schon erschienen wäre.

|Das Hörerlebnis|

Annina Braunmiller gelingt es von der ersten Minute an, das Gefühlsleben von Callie eindrucksvoll zu vermitteln. Ihre ganze Wut, Verwirrung, Liebe, die Verzweiflung und das Misstrauen den „alten Säcken“ gegenüber kommen so lebendig im Ohr des Hörers an, als würde die Sprecherin selbst diese Gefühle teilen. Und schon kurz darauf hat man das Gefühl, Callie erzählt ihre Geschichte selbst, so authentisch wirkt der Erzähltstil von Annina Braunmiller. Ihre Stimmlage und Stimmfarbe passen perfekt zur Protagonistin und sie kann auch auch prima damit spielen. Hier macht sich bemerkbar, dass sie ihr Talent als Synchronsprecherin auch in dieser Lesung einzusetzen weiß, was dem Hörer ein fesselndes Kopfkinoerlebnis bietet.

_Die Autorin und die Sprecherin_

|Lissa Price| ist Drehbuchautorin und lebt nach mehreren Aufenthalten in Japan und Indien heute mit ihrem Mann und gelegentlichen Rehen im Süden Kaliforniens. Ihr Roman »Starters« ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre. (Erweiterte Verlagsinfo)

|Annina Braunmiller|, Jahrgang 1985, ist die Synchronsprecherin von Kristen Stewart, der Bella Swan aus den „Twilight“-Verfilmungen. Sie absolvierte an der Stage School Hamburg eine Ausbildung zur Bühnendarstellerin für Gesang, Tanz und Schauspiel. Als Sprecherin ist sie u. a. auch die deutsche Stimme von „Camp Rock“-Star Demi Lovato. Sie lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfo)

_Mein Fazit:_

„Starters“ ist eine Jugend-Dystopie, die sich durch die spannende Grundidee von den anderen Romanen des Genres abhebt. Der Hörer erlebt mithilfe der genialen Annina Braunmiller Callies Gefühle hautnah mit und sitzt in einem Kopfkino, das auf eine Gefühlsachterbahn montiert wurde. Die Spannung steigt kontinuierlich an und ein Twist folgt dem Nächsten. Bis zur letzten Sekunde gibts hier fesselnde Unterhaltung, die mit zum besten gehört, was das Genre derzeit zu bieten hat.

Marketingtaktisch klug geplant, dass der Roman in Deutschland genau zum Kinostart der HUNGER GAMES erscheint.

|6 Audio-CDs
Laufzeit: 7:29 Minuten
Originaltitel: Starters
ISBN-13: 978-3492702638|
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Nicholls, David – Zwei an einem Tag (Lesung)

Es klingt nach Romantik pur: Auf ihrer Abschlussfeier lernen sich Emma und Dexter kennen, verbringen die Nacht zusammen und fragen sich dann, wo und wie sie wohl in 20 Jahren, also im stolzen Alter von 40, sein würden. Und tatsächlich beginnt in dieser Nacht eine ganz besondere Beziehung, obwohl Emma und Dex doch so unterschiedlich sind: Emma ist zwar ausgesprochen hübsch, ist sich dessen aber nicht bewusst. Sie würde zu gerne bei einem Verlag arbeiten und Karriere machen, doch klappt das nicht so recht. Dexter lässt dagegen nichts anbrennen, er landet mit allen Frauen im Bett, arbeitet später als Moderator und bereist die Welt. Die beiden schreiben sich Briefe – sie lange, gefühlvolle Briefe, er dagegen obercoole Postkarten, die in den meisten Fällen im Alkoholsuff entstanden sind. Treffen sich Emma und Dexter mal persönlich, so geht das meistens schief – sie beleidigen sich und merken nicht wirklich, was sie am anderen haben. Doch insgeheim denken sie immer intensiver über den anderen nach.

Emma beginnt eine Beziehung mit einem eher weniger erfolgreichen Comedian, zieht mit ihm zusammen, fragt sich aber dennoch dauernd, ob das wirklich die richtige Entscheidung war und wie es wohl mit Dexter (gewesen) wäre. Der dagegen hat ständig wechselnde Freundinnen, moderiert immer schlechtere Sendungen im Fernsehen. Aber schließlich lernt er eine ganz besondere Frau kennen, die ihm endlich klar macht, dass das Leben keine immer dauernde Party ist. Er trinkt weniger und versucht, seiner neuen Freundin alles Recht zu machen. Als er Emma auf einer Hochzeit wiedersieht, überreicht er ihr schließlich die Einladung zu seiner eigenen Hochzeit … Gibt es für Emma und Dexter noch eine Chance??

_Schicksalhafte Begegnung_

Die Geschichte von Emma und Dexter beginnt wie im Märchen: Beide feiern ihren Abschluss und starten ins richtige Leben. Die beiden verstehen sich gut und verbringen irgendwie die Nacht miteinander. Und obwohl sie doch so unterschiedlich sind und Dexter bereits eine Reise ins Ausland geplant hat, beginnen die zwei, über ihre (gemeinsame?) Zukunft zu philosophieren. Dexter versucht, sich Emma in 20 Jahren vorzustellen. Wie wird sie aussehen, was wird sie wohl machen? Und wird er noch eine Rolle in ihrem Leben spielen?

Aus diesem Gedankenspiel wird eine jahrelange Freundschaft, die allerdings nicht immer unter einem guten Stern steht. Dexter nimmt diese Freundschaft nicht immer ernst und schreibt Emma meist nur sehr oberflächliche Postkarten, die ihm hinterher schrecklich peinlich sind. Doch irgendwie kommen die zwei nicht voneinander los. Ein magisches Band zieht sie immer wieder zueinander. Aber dennoch kommen sie nie zusammen, immer kommt jemand anderes dazwischen – meist hat Dexter eine neue Flamme, deren Name es sich laut Emma gar nicht zu merken lohnt.

Es ist zunächst ein ewiges Hin und Her. Der Beginn der Geschichte findet praktisch ausschließlich im Schriftwechsel zwischen Dexter und Emma statt, ohne dass die beiden sich mal persönlich treffen. Und irgendwie kommt die Geschichte am Anfang auch gar nicht von der Stelle. In der ersten Hälfte des Hörbuchs musste ich mich voran quälen, denn mich packte die Geschichte einfach nicht. Über weite Strecken wird nicht klar, worauf David Nicholls eigentlich hinaus will, außerdem vermisste ich irgendwie seinen ganz besonderen witzigen Schreibstil, der mich in seinen Büchern immer an Nick Hornby erinnert hat und der mir beim Lesen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich erstmals eine Geschichte von David Nicholls gehört statt gelesen habe, aber ich fand seinen Schreib- bzw. Erzählstil in diesem Fall nicht sonderlich gelungen. Wortwitz habe ich praktisch keinen erkannt, was ich etwas schade fand. Und auch seine Charakterzeichnung überzeugte mich zunächst nicht. Dexter wirkt schablonenhaft für den unreifen Mann aus gutem Hause, der nichts mit sich und seinem Leben anzufangen weiß und der glaubt, das Leben sei eine einzige, immerwährende Party. Lange dauert es, bis Dexter aus Emmas Schatten tritt und Profil entwickelt. Die erste Hälfte der Geschichte krankt aber meiner Ansicht nach an allen Ecken und Enden.

Glücklicherweise kriegt David Nicholls irgendwann die Kurve, lässt die Beziehung zwischen Dexter und Emma reifen, Dexter scheint endlich erwachsen zu werden und auch Emma beginnt zu wissen, was sie eigentlich vom Leben möchte – ein Mann scheint es nicht zu sein. Etwa ab der Hälfte war ich plötzlich in der Geschichte versunken, zumal mir wirklich nicht klar war, ob die beiden tatsächlich mal zusammen kommen werden und eine Chance als Paar haben. Diese Frage zog mich immer weiter mit, hier hatte David Nicholls mich endlich gepackt. Aber dann gibt er seiner Geschichte eine Wendung, wie ich sie nicht vorhergesehen hatte und die ich natürlich auch nicht verraten möchte. Nur so viel: Wer wie ich am Anfang seine Probleme mit „Zwei an einem Tag“ hat und wer nicht so recht in die Geschichte hinein findet, soll unbedingt bis zur Hälfte warten, denn dann wird die Story immer spannender und faszinierender und auch die Charakterzeichnung reift deutlich. In der zweiten Hälfte war ich plötzlich sehr begeistert!

_Auf die Ohren_

Die Kapitel sind wechselweise aus Dexters bzw. Emmas Sicht erzählt und je nachdem, wer gerade den momentanen Teil der Geschichte erzählt, spricht entweder Andreas Fröhlich für Dexter oder Nina Petri für Emma. Beides sind bekannte und anerkannte Hörbuchsprecher und obwohl ich persönlich Nina Petris Stimme nicht besonders mag, macht sie ihre Sache im Prinzip doch gut. Sie verleiht Emma Profil und bringt ihre Gefühlsschwankungen gut rüber. Andreas Fröhlich mag ich ohnehin sehr gern und natürlich überzeugt er wieder auf ganzer Linie, doch es gibt ein ganz großes Aber: Andreas Fröhlich hat eine sehr sanfte und gefühlvolle Stimme, Nina Petri dagegen eine tiefe, fast schon männlich wirkende Stimme – und meiner Ansicht nach passen beide Stimmen nicht zu den Rollen, die sie zu sprechen haben. Emma ist die unsichere junge Frau mit mangelndem Selbst- aber großem Sendungsbewusstsein – hier hätte ich mir eine höhere und vor allem zartere Stimme gewünscht, vielleicht Marie Bierstedt, die meist als Synchronsprecherin von Kirsten Dunst zum Einsatz kommt.

Dexter ist der obercoole Draufgänger, der eine Frau nach der anderen flach legt und dazu passt irgendwie die sanfte Stimme Andreas Fröhlichs nicht. Dexter hätte ich eine männlichere und viel rauere Stimme gegeben.

So bemühen sich sowohl Andreas Fröhlich wie auch Nina Petri sehr, ohne aber zu ihren Rollen passen zu können. Sehr schade, aber ich konnte mich bis zum Ende nicht mit den Stimmen und den zugehörigen Charakteren anfreunden, das passte einfach nicht.

_Es waren einmal zwei junge Menschen ,.._

Die Idee zur Geschichte ist sicherlich nicht so neu, dennoch macht David Nicholls, zumindest in der zweiten Hälfte, eine ausgesprochen gute Story daraus. „Zwei an einem Tag“ ist die Geschichte zweier junger Menschen, die sich zufällig begegnen und fortan zwar nicht recht zueinander finden, aber auch nicht voneinander lassen können. Irgendwie ist die Geschichte schon recht kitschig, wenn sie auch nie so trieft, wie man es aus den ZDF-Sonntagabendfilmen kennt, aber ich denke, David Nicholls hat hier schon eher für Frauen geschrieben. Die Geschichte beginnt zunächst schleppend und reißt nicht recht mit, dreht dann aber richtig auf und überzeugte mich im zweiten Teil auch sehr.

Leider krankt die Umsetzung als Hörbuch daran, dass die beiden Stimmen überhaupt nicht zu den beiden Hauptcharakteren passen. Nina Petri und Andreas Fröhlich sind ausgezeichnete Sprecher, aber nicht in den hier zugedachten Rollen. Ich denke, „Zwei an einem Tag“ sollte man vielleicht besser lesen, dann kann man in der ersten Hälfte auch mal quer über einige langatmige Passagen hinweg blättern und hat nicht das Problem, dass man sich mit den Stimmen nicht anfreunden kann. Für Liebhaber einer gut gemachten Liebesgeschichte ist „Zwei an einem Tag“ definitiv eine gute Wahl.

|Download-Version mit 7:58 h Spieldauer|
http://www.audible.de

Direkt-Link zum Titel bei audible: [Daniel Nicholls – „Zwei an einem Tag“]http://www.audible.de/pd/B004V3EYMW

auch erschienen als:

|6 Audio-CDs
Sprecher: Nina Petri & Andreas Fröhlich
ISBN-13: 978-3899033120|
http://www.hoerbuch-hamburg.de

_Daniel Nicholls bei |Buchwurm.info|:_

[„Keine weiteren Fragen“ 3258
[„Ewig Zweiter“ 4696

John Sinclair – Das Ölmonster (Folge 72)

Die Handlung:

Alarm in der saudi-arabischen Botschaft in London! Menschen verwandeln sich in blutrünstige Bestien und fallen über die Botschaftsangehörigen her. Doch dies ist nur der Anfang, denn aus dem Wüstensand nahe Riad erhebt sich ein Heer von Untoten, um die Menschheit für ihr Vergehen an der Natur zu bestrafen. Können Geisterjäger John Sinclair und sein Kollege Suko die Apokalypse aufhalten? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dieses Gruselabenteuer ist die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 215, der erstmalig im Jahr 1982 an den Kiosken zu kaufen war. Somit haben die Produzenten einen „Heftsprung“ von acht Romanen nach vorn gemacht.

Es geht in dieser Geschichte zwar um einen Dämon, El-Chadd, aber um einen, der einen Öko-Touch hat. Ist doch sein Hauptanliegen, die Erde vor der Ausbeutung durch den Menschen zu schützen. Und dass grad richtig tief und viel gebohrt wird, das passt ihm gar nicht. Und so gibts eigentich auch nicht nur ein Ölmonster, wie der Titel verheißt, sondern El-Chadd schickt eine ganze Menge schleimig, glitschige Gegner los, gegen die sich der Geisterjäger wehren muss. Ölmonster-Zombies sozusagen. Und das wars eigentlich auch schon, was die Handlung anbetrifft.

Wir erleben eine soundtechnisch prima umgesetzte Massenpanik in einem Hotel und lernen, dass Johns Gemme Ölmonster zum Platzen bringen kann, Sukos Dämonenpeitsche und auch Silberkugeln sind diesmal keine besonders hilfreiche Wahl. Der abschließende Show-down im Einkaufszentrum ist dann aber leider weniger dramatisch und packend, als die Musik es im Hintergrund gern vermitteln möchte.

Und dann gibts noch einen vorgeschobenen Drei-???-Abschlusslacher zwischen John und Suko, bei dem der Hörer auch grinsen muss … mehr, als er sich vielleicht vorher im Geisterbahnschauder gegruselt hat.

Die Sprecher

Da es hier so einige Arabisch sprechende Rollen zu besetzen gab, hat der Verlag sich entschlossen, dies nicht ausschließlich mit Deutschen zu tun, die einen (doch oftmals) schlechten oder in diesem Fall von Kai-Henrik Möller als Djamal Faruk überhaupt keinen Akzent auflegen. Laut Sprecherliste hat man für die Folge auf Sprecher zurückgegriffen, die ihre Wurzeln zumindest dem Namen nach nicht in Deutschland haben. Das tut der Authentizität der jeweiligen Rolle sehr gut.

Die Erzählerin führt mit gewohnt verrucht-rauchiger Liebes-Roman-Stimme durchs Programm und macht recht früh ihren ersten Aussprachefehler: Der Name „Liam“ (leitet sich von „William“ ab) wird nicht „Leiem“ ausgesprochen, sondern „Li-äm“. Aber, auch John Sinclair höchst persönlich und sein Chef sprechen den Namen falsch aus. Dann wirds wohl eine Regieanweisung gewesen sein.

Ansonsten sorgt das Sprecherensemble für ein lebendiges Glitschmonster-Kopfkino, das von reichlich Effekten und dramatischer Musik unterstützt wird.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzählerin – Alexandra Lange-Behr
Erzähler (Intro) – Ronald Nitschke
John Sinclair – Frank Glaubrecht
Suko – Martin May
Djamal Faruk – Kai-Henrik Möller
Iskandar Chalid – Karim Chamlali
Liam Farell – Frank Jordan
Halim – Imtiaz ul-Haque
Raimond Jones – Erik Schäffler
Sir James Powell – Karlheinz Tafel
Page – Tim Kreuer
Ishaq – Frank Gustavus
Glenda Perkins – Ilya Welter

sowie: Romanus Fuhrmann, Shristian Gaul, Silke Haupt, Jürgen Holdorf, Hussein Saad und Chadi Soueidan

Technik-Credits:

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

Die Ausstattung:

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Liste der bereits veröffentlichten Folgen der „2000er“-Serie und der „Classic“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Zwar kämpft der Geisterjäger diesmal mit seiner Gemme gegen einen echten Dämon, der aber lässt sich recht einfach besiegen. Ölmonster statt Zombies, Öko-Grusel statt Horror. Eine durchschnittliche Folge, die dennoch phasenweise durch gutes Sounddesign und dramatische Musik Akzente setzen kann.

Audio-CD
Spieldauer: 54 Min.
Tracks: 10
1. Auflage, März 2012

ISBN-13: 978-3-7857-4551-9
www.luebbe-audio.de