Ein unaussprechliches Geheimnis treibt die englische Studentin Grey nach Tokio. Hier hofft sie, den Schlüssel zu einer Tragödie zu finden, die sie seit Jahren verfolgt. Ein Filmausschnitt, der Gräueltaten japanischer Soldaten im chinesischen Nanking 1937 zeigt, soll die Lösung des Rätsels enthalten. Doch der Besitzer des Films, ein chinesischer Wissenschaftler, ist nur unter einer Bedingung bereit, ihr die Bilder zu zeigen: Grey soll ein Elixier auftreiben, das sich in den Händen des einflussreichsten und gefährlichsten Mannes von Tokio befindet. Grey kann nicht ahnen, dass die Geschichte dieses Elixiers eng mit ihrer eigenen Tragödie verknüpft ist – eine blutige Spur von 1937 bis heute. (abgewandelte Verlagsinfo) Mo Hayder – Tokio (Lesung) weiterlesen →
Auf einer Fahrradtour machen die Fünf Freunde seltsame Entdeckungen: Ein alter Grabstein mitten im Wald, ein Mönch in einer Klosterruine, der ihnen vom „Stein der Weisen“ erzählt und schließlich findet Dick einen kompliziert gefalteten Brief, der sich nicht öffnen lässt. Handelt es sich um eine uralte Geheimbotschaft? Doch bevor sie dieser Frage nachgehen können, wird der Brief gestohlen und immer neue Fragen tauchen auf. Beharrlich folgen sie jedem kleinsten Hinweis und kommen schließlich einem gerissenen Betrug auf die Spur. (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Moment … gabs nicht letzten Monat erst ein Hörspiel der Fünf Freunde? Gabs … dafür gibts aber im nächsten Monat leider keins.
Vor langer Zeit hatte Dr. Tod mir mein Silberkreuz gestohlen und an einem unbekannten Ort versteckt. Nun erhielt ich endlich einen Hinweis auf meinen Talisman. Die Spur führte in die Katakomben von Paris – zu einem meiner größten Erzfeinde! (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
50 Auftritte hatte John Sinclair im Rahmen der GESPENSTER-KRIMIs, bevor er seine eigene Serie bekam. Auf 50 Folgen ausgelegt war entsprechend wohl auch die CLASSICS-Reihe von vornherein.
Ein kleines „Problem“ gibts aber nun: Heft 37 („Der Unheimliche von Dartmoor“) ist nicht bei den CLASSICS erschienen, sondern als Teil der „Sondereditionen“ verhörspielt worden. Also fehlt uns jetzt eine Folge, wenn nicht bei der unrunden 49 Schluss sein soll.
Steve Clarney, ein unerschrockener, verwegener amerikanischer Schatzjäger, durchforstet mit seinem Diener Yar Ali bereits seit Langem den asiatischen Kontinent, um endlich eines sagenumwobenen Juwels habhaft zu werden: des größten Rubins der Welt, bekannt als „Das Feuer von Asshurbanipal“. Doch wo befindet sich bloß die im „Necronomicon“ des verrückten Arabers Abu al-Hazred erwähnte vergessene Stadt, die übersetzt „Stadt der Teufel“ heißt? (korrigierte und ergänzte Verlagsinfo)
Bei der Erwähnung des Necronomicons“ müssen jedem Lovecraft-Fan die Ohren zucken: Und tatsächlich passt diese Erzählung des langjährigen Lovecraft-Freundes Howard genau in den Cthulhu-Mythos von den Großen Alten.
England 1927: Colin und Alwyne Hargreaves, das Ermittlerpaar aus „Heimgesucht“ (Gruselkabinett 83), wird von Colins Tante Marilyn gebeten, sich eines neuen Spuk-Falls anzunehmen. In dem ländlich gelegenen White-Horse-Hotel häufen sich Hinweise, dass es dort nicht recht geheuer ist. Für die neuen Besitzer, die ihr gesamtes Erspartes in die Renovierung des alten Landgasthofs gesteckt haben, ist dies eine Katastrophe. Sie ahnen noch nicht, dass das Problem, welches sie haben, viel größer ist als sie zunächst annahmen … (Verlagsinfo)
Nach dem blutigen und tragischen Ende einer Kindesentführung quittiert Detective Joe Lucchesi seinen Dienst bei der New Yorker Polizei und zieht mit Frau und Sohn an die Ostküste Irlands. Sie sind glücklich. Sie fühlen sich sicher. Und sie werden einen Albtraum erleben, der weit schlimmer ist als jener, den sie hinter sich gelassen haben. Denn Joe Lucchesi hat einen Feind, der alles daransetzt, die Familienidylle zu zerstören, und der von unbändigem Hass getrieben wird. Joe muss schon bald erkennen, dass ihn die schrecklichen Ereignisse in New York bis nach Irland verfolgen … (korrigierte Verlagsinfo)
_Die Autorin_
Alex Barclay wurde 1974 in Dublin geboren und arbeitete als Journalistin für britische Frauenmagazine. Ihren lang gehegten Wunsch, vor dem Erreichen des dreißigsten Lebensjahres einen Thriller zu schreiben, konnte sie mit dem Roman „Schattenturm“ (O-Titel: Darkhouse) verwirklichen. Alex Barclay ist verheiratet und lebt in der Nähe von Dublin.
_Der Sprecher_
Sascha Rotermund, geboren 1974 in Westfalen, studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Schauspiel und hatte sein erstes festes Engagement am Theater Magdeburg. Auch auf den Bühnen in Bremen, Lübeck und Hannover gastierte er. Sascha Rotermund hat sich als Synchronsprecher bereits einen Namen gemacht.
Die Romanfassung wurde von Frank Gustavus gekürzt. Regie führte Kerstin Kaiser, und Michael Marianetti lieferte die „akustischen Motive“.
_Handlung_
PROLOG
New York City. Donald Ricks legt dem kleinen Mädchen Haley Grey, das er entführt hat, einen Gürtel mit einem Kästchen um. Dann begibt er sich zum Treffpunkt für die Übergabe des Lösegeldes. Elise Grey ist in verzweifelter Angst, ihre kleine Tochter nie wieder lebend sehen zu können. Deshalb hat sie sich an die New Yorker Polizei gewandt. Die Detectives Joe Luchesi, Danny Markey und Victor Nicotero helfen ihr und haben sie verdrahtet. Sie überwachen sie, während sie zum Übergabepunkt fährt.
Die Übergabe klappt, überwacht von Polizei und FBI, doch Ricks lässt die Kleine erst 50 Meter weiter frei. Die Kleine läuft sofort zu ihrer überglücklichen Mutter. Das gibt Joe Luchesi zu denken. Warum sollte alles so glatt laufen? Während das FBI Ricks verfolgt, erinnert er sich, dass Ricks in seinem Vorstrafenregister auch als Sprengstoffexperte bezeichnet wird. Vielleicht hat er die Verfolger bemerkt, und was würde er dann tun?
Das Kästchen an Haleys Gürtel explodiert und reißt sie und ihre Mutter in den Tod. Joe ist fassungslos. Er schneidet dem fliehenden Ricks den Weg ab und schießt, so dass Ricks zu Boden geht. In der Hand des blutenden Mannes bemerkt Joe eine Anstecknadel: Sie stellt einen Wüstenbussard dar. Seltsam.
Wenige Tage später erfährt Duke Rawlins aus der Zeitung, dass sein Blutsbruder Donnie Ricks erschossen worden ist. Duke sitzt jedoch im Knast und muss noch auf seine Rache warten.
|Haupthandlung.|
Ein Jahr später. Südostirland, Grafschaft Waterford, Ortschaft Mountcannon. Joe Luchesi hat nach dem grauenhaften Ende der Kindesentführung eine Auszeit genommen. Mit seiner irischen Frau Anna, die von hier stammt, und seinem 16-jährigen Sohn Sean ist er in einen renovierten Bauernhof namens Shaw’s Rock gezogen. Das Haus liegt nahe der Küste und der alte Leuchtturm, der zum Grundstück gehört, wird gerade von seiner Frau renoviert. Sie schreibt für die Architektur-„Vogue“ einen Bericht darüber.
Sein Sohn Sean liebt Katie Lawson, die ebenfalls sechzehn ist. Sie singt wunderschön, und kaum ging er hier zur Schule, verliebte er sich in Katie. Seine anderen Freunde sind die Dichterin Ally Dannaher und Robert Harrington. Sie haben eine Menge Spaß, doch irgendwann will Sean auch mit Katie schlafen. Die Gelegenheit bietet sich, als in der Feriensiedlung Seascapes, wo er als Aushilfe arbeitet, ein Häuschen frei wird. In dieser Nacht soll es passieren. Doch es kommt alles ganz anders, als es sich Sean erhofft hat …
Duke Rawlins trifft in Irland ein. Er mietet sich einen Van und fährt zunächst nach Tipperary. Irgendwie wird er schon herausbekommen, in welchem Ort Luchesi sich verkrochen hat. Er weiß von der New Yorker Polizei, dass er nach Irland gezogen ist. In der Raststätte bei Tipperary lernt Duke die hübsche Siobhan Fallon kennen. Sie folgt nach Dienstschluss in sein Motelzimmer …
Es ist 4:30 Uhr am Morgen, als Katie Lawson von ihrer Mutter als vermisst gemeldet wird. Obwohl schließlich sogar die Zentrale in Waterford hingezogen wird, verläuft die erste Suche ergebnislos. Sean ist erheblich besorgt um Katie, genau wie deren Mutter Martha. Joe erinnert diese Situation irgendwie an Elise Grey und deren kleine Tochter Haley. Soll sich der Albtraum wiederholen? Nachdem die Dorfpolizisten Frank Deegan und Richie Bates seine Hilfe – schließlich er ja Polizist gewesen – barsch zurückgewiesen haben, macht er sich auf eigene Faust auf die Suche. Sein Sohn Sean wird ihm immer verdächtiger – genau wie der Polizei und den Dorfbewohnern.
Da findet der Vater von Robert Harrington die entkleidete Leiche von Katie Lawson in einem Dickicht nahe der Küste. Sein Hund hat sie gerochen und ihn alarmiert. Sogar die Gerichtsmedizin aus Dublin untersucht die Leiche. Das Mädchen wurde nicht vergewaltigt, trug aber schwere Kopfwunden davon. Der trauernde Sean schließt sich in seinem Zimmer ein. Joes Familie scheint zu zerfallen, als Anna ihm eine Untreue beichtet und er sie beleidigt. Um sich abzulenken, geht er in die Kneipe. Dort gibt es einen Zwischenfall auf dem Parkplatz. Joes Kumpel findet ein seltsames Objekt auf dem Asphalt: eine Anstecknadel. Sie stellt einen Wüstenbussard dar. Das Gegenstück zu der Anstecknadel, die Donnie Ricks bei sich hatte, als Joe ihn erschoss.
Für Joe ist sofort klar, was dies bedeutet. Aber wie kann es sein, dass Duke Rawlins aus dem Knast entlassen wurde und nach Irland ausreisen durfte? Ist er bereits hier? Joe ruft in New York an und erhält beunruhigende Nachrichten, die diesen Verdacht bestätigen. Er lässt sich die Akte Haley Grey faxen, um mehr über seinen Gegner herauszufinden. Es handelt sich um einen Serienmörder, der in Texas mindestens neun Frauen auf dem Gewissen hat.
Da verschwindet Anna …
_Mein Eindruck_
Auf den ersten Blick könnte die Handlung dieses Copthrillers nicht konventioneller sein. Doch das wusste die Autorin ebenfalls, als sie ihn schrieb, und daher baute sie ein paar Überraschungen ein. Ohne nun zu viel von diesen Elementen verraten zu wollen, kann ich doch sagen, dass eine davon in dem Parallelplot zu dem oben skizzierten Handlungsverlauf steckt. Und sie hat mit den Wüstenbussarden zu tun.
In Nordtexas, wo Duke Rawlins und Donnie Ricks aufwachsen, sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, und es gibt herzlich wenig, was das Leben aufregend machen könnte. Doch solch eine Attraktion hat Dukes Onkel Bill für ihn parat: die Falknerei. Bill hat den Wüstenbussard Solomon abgerichtet und lernt gerade Shiva an, dessen Partner. Denn Wüstenbussarde, die bis nach Chile verbreitet sind, jagen nicht wie ihre Vettern einzeln, sondern im Teamwork. Der eine hetzt die Beute, der Partner schlägt sie, und zwar genau dann, wenn sie sich schon in Sicherheit wähnt.
Das Leben der beiden Jungs ist bislang ziemlich mies verlaufen. Dukes Mutter ist eine Nutte, und einer ihrer Freier vergreift sich auch an ihrem Sohn. Warum es also nicht wie die Bussarde machen und sich das nehmen, was den beiden Jungs zusteht? Nachdem ihnen Onkel Bill die Anstecknadeln als Zeichen seines Stolzes geschenkt hat, schwören sie sich Blutsbrüderschaft und gehen auf die Jagd: Ihre Beute ist zweibeinig und stets jung und weiblich. Ihre Waffen sind der Bogen und das Messer.
Doch nach fast einem Dutzend Jahre der gemeinsamen Jagd läuft etwas schief, nachdem Duke die neunzehnjährige Samantha geheiratet hat. Und an diesem Punkt kann Joe Luchesi ansetzen. Denn Duke weiß noch nicht, was Donnie mit Sammie vereinbart hatte, sobald er das Lösegeld aus der Grey-Entführung hätte …
Diese Entwicklung einer Entführung habe ich bisher noch selten gelesen. Und dass der Schurke im Stück derart genau und ungeschminkt charakterisiert wird, ist in letzter Zeit in der Thrillerliteratur auch immer unüblicher geworden. Diesmal gelingt es der Autorin jedoch, nicht nur Verständnis für den Gegner zu erzeugen, sondern im Leser bzw. Hörer beinahe so etwas wie Sympathie für ihn zu wecken. Das aber erweist sich am Schluss als eine Falle, in die der gutgläubige Rezipient tappen wird. Denn er sollte immer daran denken, wie Wüstenbussarde zu jagen pflegen: im Team.
Aber auch Joe Luchesi ist nicht Superman. Nicht nur in seiner Familie unterlaufen ihm grobe psychologische Fehler. Auch in seiner Einschätzung der verfügbaren Polizeikräfte verhaut er sich gewaltig. Denn was er nicht ahnt, ist die Existenz eines Drogenrings, der mit der Polizei unter einer Decke steckt. Im Showdown soll ihm diese Fehleinschätzung zum Verhängnis werden. Die Information, die er von Victor Nicotero über den korrupten Sheriff in Nordtexas erhalten hat, hätte Joe eigentlich misstrauisch werden lassen sollen. Er hat es vor allem (aber nicht nur) der Tüchtigkeit des Chefinspektors von Waterford zu verdanken, wenn er und seine Familie lebend aus dieser Sache herauskommen.
Natürlich werden einige Klischees abgehakt. So ist der titelgebende Turm natürlich von Anfang an als die optimale Bühne für eine gewalttätige Konfrontation geeignet. Man kennt dies aus zahlreichen Kino- und Fernsehthrillern. Erhöhte Punkte waren auch für Hitchcock optimale Showdown-Settings, so etwa die Freiheitsstatue in „Sabotage“ und der Mount Rushmore in „Der unsichtbare Dritte“ (North by Northwest). Warum sollte ausgerechnet die Newcomerin Barclay eine Ausnahme machen?
Doch Klischees lassen sich auch gegen den Leser bzw. Hörer verwenden. So hoffen wir ständig, dass Sean wirklich unschuldig am Tod von Katie Lawson ist. Das muss aber keineswegs zutreffen. Vielleicht haben die Dorfbewohner, die die Luchesis zu schneiden anfangen, Recht? Was mag wohl wirklich in jenem Ferienbungalow Nr. 15 zwischen Sean und der süßen Sechzehnjährigen vorgefallen sein, fragen sie sich. Und sein Vater beginnt sich dies allmählich ebenfalls zu fragen, was natürlich für den Familiensegen nicht besonders zuträglich ist. Aber Hand aufs Herz – können wir Sean als Täter wirklich ausschließlich? Und was ist mit diesem zwielichtigen Polizisten Richie Bates? Joe Luchesis ist keineswegs so sicher, wie er glaubt.
Die Einzige, die schlecht wegkommt, ist die arme Anna. Sie ist die Gute im Stück, eine einmal untreu gewordene Maria Magdalena, die um ihre Ehe und ihren Sohn kämpft, dann aber überrumpelt wird. Nun muss sie um ihr eigenes Leben kämpfen. Ein äußerst undankbare, weil höchst passive Rolle, wie sich herausstellt. Aber vielleicht entwickelt auch sie ungeahnte Kräfte, mit deren Hilfe sie es gegen Duke Rawlins, den neunfachen Mörder, aufnehmen kann.
_Der Sprecher_
Sascha Rotermund ist kein Sprachkünstler wie Rufus Beck, aber er weiß seine Stimmbänder flexibel und einfühlsam einzusetzen. So gelingt es ihm glaubhaft, in einer stockenden, atemlose Ausdrucksweise das Entsetzen des alten Mick Harrington nach dem Fund von Katies Leiche auszudrücken. Natürlich gehören auch Betrunkene wie John Miller, Annas Ex-Lover, zu seinen leichtesten Übungen. Schwieriger ist da schon, Seans ständig verletzt werdende Seele (Tod der Freundin, Verachtung der Dörfler, Zerwürfnis der Eltern) zum Ausdruck zu bringen. Richtig in seinem Element scheint er jedoch zu sein, wenn er die beiden „Jäger“ Donnie und Duke porträtieren darf.
Aber Rotermund sollte seine Englischkenntnisse auffrischen. Er spricht die Wörter „Manor“ und „Mariner“ falsch aus, und Stinger’s Creek wird sicherlich nicht mit einem weichen dsch in der Mitte ausgesprochen, sondern wie im Deutschen mit ng. Immerhin: Der gälische Mädchenname Siobhan, mit dem auch Duke seine Probleme hat, ist völlig korrekt [schi’vå:n] ausgesprochen.
Die Musik, die aus Intro und Extro besteht, ist relativ belanglos.
_Unterm Strich_
Alles in allem wartet der zunächst konventionell beginnende Thriller aus irischen Landen doch mit einigen Überraschungen und einer ziemlich haarsträubenden Doppel-Täterbiografie auf. Das Finale ist wiederum wendungsreich, und es ist keineswegs ausgemacht, dass „die Guten“ die Oberhand behalten. Da aber der Schurke im Stück entkommt, können wir mit einer Fortsetzung rechnen. Ich freue mich schon darauf.
Das Hörbuch wird von Sascha Rotermund kompetent gestaltet, so dass die Figuren zum Leben erwachen. Die paar Aussprachefehler irischer und englischer Namen lassen sich verschmerzen, werden aber den Fachmann leicht nerven.
Allerdings ist festzustellen, dass der Handlungsverlauf deutlich auf Action und Dialog reduziert worden ist. Es gibt kaum jemals Stimmungsbeschreibungen. Daher ist das Hörbuch zwar durchweg spannend, es können aber auch unplausible Stellen auftreten. Das ist besonders dann möglich, wenn der Zuhörer nicht aufpasst oder Figuren verwechselt. Das Personal ist zwar auf ein Minimum reduziert, aber auch ich verwechselte schon mal die Polizisten. Man sollte entweder das Buch lesen oder das Hörbuch zweimal genießen.
|Originaltitel: Darkhouse, 2005
Aus dem Englischen übersetzt von Karin Meddekis
359 Minuten auf 5 CDs|
Ökologisches Karnickel-Epos in eigenwilliger Umsetzung
Das tapfere Kaninchen Hazel Rah führt mit seiner Sippe ein glückliches Leben – bis seinen Bruder Fiver eine düstere Vorahnung befällt: Bauland soll im Kaninchenland entstehen! Unter Hazels Führung machen sich die Mutigsten auf zu einer Wanderung voller Abenteuer mit Hunden, reißenden Flüssen, despotischen Karnickelgenerälen – mit Intrigen, Kampf, Flucht und Bewährung. Auch die bezaubernden Kaninchenfräuleins müssen erst listig erobert werden … (Verlagsinfo)
Der englische Schiffsarzt Lemuel Gulliver sticht 1699 in See. Er strandet zunächst bei den Liliputanern, auf einer zweiten Reisen bei den Riesen von Brobdingnag und schließlich auf der fliegenden Insel Laputa. Enttäuscht von den seltsamen Wesen, denen er begegnet ist, schließt er sich mit Begeisterung den vierbeinigen Bewohnern des Landes der Hoyhnhms an. Wieder zurück in der Heimat, fällt es ihm jahrelang nicht leicht, wieder mit den Yahoos zusammenzuleben …
Der [erste Teil 1818 war nur der Anfang, doch es wird der Tag kommen, an dem das Böse wieder erwacht, weiß Inspektor John Sinclair von Scotland Yard.
Zwei Jahre sind vergangen, seit er zum ersten Mal gegen die Mächte der Finsternis gekämpft hat. Inzwischen wird der Oberinspektor von einem schlagkräftigen Team im Kampf gegen die Dämonen und Vampire unterstützt. Doch was ihn nun erwartet, stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten.
Kalurac, ein Nachfahre des berüchtigten Grafen Dracula, kehrt zurück, um die Menschheit unter sein Joch zu zwingen. In dem rumänischen Dorf Petrija legt er die Vampirsaat aus und fordert die Aktivität der alten Widersacher heraus: der „Pfähler“. Auch John Sinclair versucht, die tödliche Gefahr aufzuhalten – ohne zu ahnen, dass sein Kampf in Rumänien aussichtslos ist, denn der „König der Vampire“ holt bereits in London zum entscheidenden Schlag aus. (abgewandelte Verlagsinformation)
Der Autor
Der unter dem Pseudonym „Jason Dark“ arbeitende deutsche Autor Helmut Rellergerd ist der Schöpfer des Geisterjägers John Sinclair. Am 13. Juli 1973 – also vor 32 Jahren – eröffnete der Roman „Die Nacht des Hexers“ die neue Romanheft-Gruselserie „Gespenster-Krimi“ aus dem Hause |Bastei|. Inzwischen sind über 1700 John-Sinclair-Romane erschienen, die Gesamtauflage der Serie beträgt laut Verlag über 250 Millionen Exemplare.
1999 veröffentlichte Oliver Döring das erste John-Sinclair-Hörbuch, und der Autor war davon begeistert: „Sprecher, Special Effects – wirklich Kino im Ohr“. Bis heute sind von den drei Dutzend Hörspielen rund 1,5 Millionen Stück über den Ladentisch gegangen, so dass sich 2002 Oliver Döring ermutigt fühlte, eine Sonder-Edition zu produzieren. Sie trägt den Titel [„Der Anfang“. 1818 Nach Verlagsangaben war dies das erste Hörspiel, das es jemals in die Top 100 der deutschen Media-Control-Longplayer-Charts geschafft hat: „bis Platz 36“, sagt Döring.
Die vorliegende Sonder-Edition 2 mit dem Titel „Der Pfähler“ hat mit 40 Schauspielern und Synchronsprechern noch mehr hochkarätige Stimmen vorzuweisen als die SE 1: sozusagen 90 Minuten Kino-Feeling. Der Soundtrack wurde eigens dafür komponiert und vom Berliner Filmorchester eingespielt, tönt die Presseerklärung.
Die Handlung stammt aus mehreren Romanheften („Der Pfähler“, „Dracula gibt sich die Ehre“, „Die Vampirfalle“), die „zum Teil abgeändert, gekürzt und an anderen Stellen durch neue Szenen ergänzt“ wurden, verrät Rellergerd. Neue Elemente wie etwa Handys wurden eingefügt, und einmal musste der Autor ein Detail von Dörings Drehbuch korrigieren. In England fährt man links ran, nicht rechts, denn es herrscht ja Linksverkehr.
Übrigens nahm der Autor selbst aktiv an dem Hörspiel und spricht die kleine Rolle des 42-AKA: „dreieinhalb bis vier Sätze“: „Sie haben mich zwar keine Nerven gekostet, aber ich war doch ziemlich aus der Fassung, dass man so viel einsetzen muss, um diese paar Worte zu sprechen“, sagt der Mann, der sich Jason Dark nennt.
Die Sprecher / Die Inszenierung
Wie schon erwähnt, ist bei dieser Produktion die crème de la crème der deutschen Synchronsprecher versammelt. Ich kann hier nur die Hauptfiguren und bekanntesten Sprecher erwähnen, da 40 Einträge einfach den Rahmen dieses Beitrags sprengen würden.
Erzähler: Joachim Kerzel, dt. Stimme von Jack Nicholson u.v.a.
John Sinclair, Scotland Yard: Frank Glaubrecht, dt. Stimme von Pierce Brosnan
Jane Collins, Scotland Yard: Franziska Pigulla, dt. Stimme von Gillian „Scully“ Anderson
Bill Connolly, Journalist: Detlef Bierstedt, dt. Stimme von George Clooney und Jonathan Frakes (Star Trek TNG)
Sheila Hopkins, seine Verlobte und von Kalurac ausersehene Vampirbraut: Daniela Hoffmann , dt. Stimme von Julia Roberts und „Ally McBeal“
Graf Kalurac: Thomas Fritsch, dt. Stimme von William Hurt u.a.
Frantisek Marek, der Pfähler: Joachim Höppner, die dt. Stimme von Ian „Gandalf“ McKellen
Dominik de Louise: Mogens von Gadow, dt. Stimme von Joe Pesci und Ian Holm
Harold Farmer, sein Assistent: Charles Rettinghaus, dt. Stimme von Jamie Foxx und LeVar Burton (Star Trek TNG)
Philip Russel, Staatssekretär: Hans-Werner Bussinger, dt. Stimme von John de Lancie („Q“ aus Star Trek)
Flugcontroller Peter: Arne Elsholz, dt. Stimme von Tom Hanks und Bill Murray
Jack Rambaldi: Martin Semmelrogge, dt. Stimme von Bösewicht „Randall“ in „Monster AG“
Außerdem ist noch die deutsche Stimme von John Cleese zu hören, der in den neueren Bond-Filmen die Rolle des Erfinders Q spielt und auch in diesem Hörspiel die Rolle des Entwicklers von Spezialwaffen ausfüllt, diesmal allerdings gegen Vampire.
Und noch viele andere bekannte Hollywood-Stimmen.
Die Macher:
Buch und Regie: Oliver Döring
Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: Christian Hagitte, Simon Bertling, Florian Göbels
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Kessler
Produktion: Alex Stelkens (WortArt), Marc Sieper, Patrick Simon
Original Paintings (auch im Booklet): Vicente Ballestar (Cover), John Bolton, M. Harrison
Jack und Carl brechen in die Wohnung von Vera Menössy ein, um sie auszurauben. Die beiden Londoner Ganoven suchen Geld, und als sie nur lumpige 30 Pfund erbeuten, werden sie wütend. Jack, der Drahtzieher, droht, Vera zu töten, doch er hat den Schatten nicht gesehen, der ihnen durch Soho hierher gefolgt ist. John Sinclair greift im letzten Moment ein und setzt die beiden Verbrecher außer Gefecht. Leider hat Jack Vera verletzt, und mit ihrem letzten Atem bittet sie Sinclair, aus einer Schublade eine Schatulle zu holen. Darin liegt ein silbernes Kreuz. „Dies ist das Kreuz des Propheten Hesekiel. Du bist sein rechtmäßiger Hüter und Erbe, denn du bist der Sohn von …“, doch da verlassen sie die Kräfte.
Ein Vierteljahrhundert später wird das Kreuz, das dem Geisterjäger stets als Schutz gedient hat, in einer ganz anderen Weltgegend erkannt als das, was es ist: als eine mächtige Waffe gegen Dämonen und Vampire. Gerade rechtzeitig.
HAUPTHANDLUNG
Sonntag, Petrija, (Transsylvanien), Rumänien. Der alte Schmied Frantisek Marek ignoriert die Warnungen seiner Frau und geht trotz der Gefahr auf den Berg, wo das düstere Schloss steht. Er hat einen Pfahl dabei, denn er ist der letzte Angehörige einer Familie, die sich die „Pfähler“ nennt, weil sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Vampire und Untoten auszurotten.
Frantisek hat Glück. Petroc Jurc, ein junger Mann aus seinem Dorf, geht um Mitternacht zum Schloss des Grafen. Petroc ist agiler als der alte Frantisek und schlägt ihn nieder. Wenig später hört der Pfähler aus dem Schloss einen langen Schrei … Eine riesige Fledermaus erscheint auf den Zinnen und fliegt hinunter zum Dorf. Während Frantisek die Schlossgruft betritt, besucht der Vampir Graf Kalurac, der sich der Gestalt einer Fledermaus und anderer Formen bedient, das Haus der Varescus. Nachdem er Boris beseitigt hat, macht er sich mit seinen langen Fangzähnen über Jovanka her …
Unterdessen in London
Mitten auf dem zentralen Leicester Square ereilt eine schreckliche Vision den Geisterjäger: Menschen werden von Vampiren und anderen Untoten zerfleischt. Wie konnte es dazu kommen? Kann er es verhindern? Die Stimme eines Engels schickt ihn nach Petrija. Er erwacht aus seiner Trance mit einem brennenden Gefühl auf der Brust: Hesekiels Kreuz ist heiß.
Er ruft seinen Freund, den Journalisten Bill Connolly, an, der gerade mit seiner Verlobten Sheila Hopkins im Bett liegt. Bill sagt Sheila, er gehe mal kurz Zigaretten holen und verschwindet. In der Redaktion findet er heraus, dass es in Petrija einen Grafen Kalurac gebe, der ein Verwandter Draculas sei. Aber dort lebe auch die Familie Marek, die Dracula besiegte – und zwar mit dem Kreuz Hesekiels. Wie gelangte das Kreuz von dort in Vera Menössys und Sinclairs Hände? Die Mareks sind telefonisch nicht zu erreichen. Sinclair will hinfliegen und ringt seinem Chef, Sir James, die Erlaubnis dafür ab.
Wien
Graf Kalurac macht sich in Gestalt einer Fledermaus, die als UFO auf dem Radar erscheint, auf den Weg nach Wien, wo er die im Untergrund lebenden Untoten der Familie Cerpac aktiviert. Er schildert ihnen ihre Zukunft in den schillerndsten Farben. Er werde die Militärs aufeinander hetzen, sich Zugang zu ihren Nuklearwaffen verschaffen, den Atomkrieg entfesseln und während des folgenden nuklearen Winters die Herrschaft der Vampire über die Menschen errichten. Ein exzellenter Plan, loben die Cerpac-Kreaturen, besonders Rebecca, die Kalurac als seine Sklavin ausersehen hat. Doch wird der Plan auch gelingen? Keine Angst, beruhigt Kalurac. Nächste Station ist London, denn Großbritannien ist bekanntlich eine Nuklearmacht. Noch zwei Tage, dann kann er losschlagen.
Rumänien
Unterdessen ist Frantisek Marek in der Gruft auf den verwandelten Petroc Jurc gestoßen. Ihm bleibt bei dem folgenden wütenden Kampf nichts anderes übrig, als Petroc den Pfahl in die untote Brust zu stoßen. Doch daheim in seinem Dorf erwartet ihn eine Überraschung. Kalurac war hier und hat die Familie Varescu bis auf einen Überlebenden ausgelöscht. Corucz sagt ihm, die Leichen seien oben im Schlafraum, doch als Frantisek hinaufsteigt, um die Todesursache herauszufinden, tappt er in eine fiese Falle. Nun fällt Jovanka über ihn her. Sie hat großen Durst. Nach seinem Blut.
Ob John Sinclair wohl noch rechtzeitig eintrifft?
Mein Eindruck
Ich dachte, das Vampir-Genre sei mittlerweile durch die Romane von Laurell K. Hamilton, Kim Newman und Poppy Z. Brite weiterentwickelt worden. Doch dieses Hörspiel hält sich an die alten Wurzeln um Dracula und seine Verwandten. Wer also auch nur einmal im Leben „Tanz der Vampire“ und „Bram Stoker’s Dracula“ oder die alten Christopher-Lee-Filme gesehen hat, wird sich sofort zurechtfinden.
Untot sein macht Spaß
Wieder einmal machen sich die alteingesessenen Vampire unter Einsatz ihrer patentierten Bio-Engineering-Methode daran, die Weltherrschaft zu ergreifen. Natürlich pflastern Leichen ihren Weg aus dem trüben Transsylvanien in die noch trübere Themse-Metropole, doch die Leichen werden alsbald wieder lebendig. Die Untoten haben einfach mehr Spaß am Leben, wie Dom De Louise, seines Zeichens britischer „Wirtschaftssekretär“ (vielleicht ist damit ein Minister gemeint), mit hohem Lustgewinn erkennt.
Gerade hat ihn eine schöne Vampirin ausgesaugt und schwupps! – steht er wieder auf. Mit mächtigem Appetit auf den roten Lebenssaft. Da die Vampirin dank ihres Bio-Engineerings herzlich wenig davon in sich hat, muss er sich ein neues Opfer suchen: Harold Farmer. Denn wozu ist ein Assistent sonst gut, wenn man ihn nicht ausbeuten bzw. aussaugen darf? Und die Kette des Bio-Engineerings ließe sich endlos fortsetzen, wenn, ja, wenn es nicht diese dumme Gegner gäbe, die offenbar schwere, politisch völlig unkorrekte Vorurteile gegen Vampire und Untote hegen. Man sollte eine Vampirpartei gründen. Allerdings ist die Bio-Engineering-Methode der Vampire alles andere als demokratisch, sondern überaus hierarchisch organisiert. Und der Obermotz ist immer ein Macker. Seltsam, dass die Lady-Vampire das völlig in Ordnung finden. Jedenfalls tun sie, was man ihnen sagt.
„Der Pfähler“ ist also in weiten Teilen konservativer und traditionsverhafteter als die erste Sonderedition mit dem Titel „Der Anfang“. Wahrscheinlicher dürfte ihr daher ein noch größerer Erfolg beschieden sein, denn erfahrungsgemäß mögen es Genre-Konsumenten – Leser, Videogucker, Spieler – nicht besonders, wenn man die bewährten Klischees und Regeln auf den Kopf stellt oder gar unterminiert.
Die Gegenseite versteht keinen Spaß
Dem Angriff der Vampire Kaluracs steht eine erhebliche Aufrüstung des Gegners gegenüber. Der Pfahl Mareks – vermutlich ein geweihter Pflock – entspricht waffentechnisch gesehen dem Faustkeil des Neanderthalers. Wie schön deshalb, dass Scotland Yard über eine supergeheime Abteilung für die Entwicklung von Spezialwaffen gegen Vampire und andere unheilige Geschöpfe verfügt! In den James-Bond-Laboren herrscht Agent Q (gespielt von Ex-Monty-Python John Cleese) über die neuesten Gadgets und händigt James regelmäßig eine unheimlich komplizierte aussehende Fernsteuerung aus. In „Der Pfähler“ hören wir die deutsche Stimme von John Cleese – da werden sich die Bond-Fans aber freuen!
Qs Gegenstück Dr. Dan präsentiert Waffen, die einem Kreuzzügler alle Ehre machen würden, zöge er ins Heilige Land, um die Monster und Ungläubigen zu vertreiben. Weihwasser ist ein unverzichtbarer Bestandteil der geheimen Superwaffen und natürlich Silber. Viel Silber: in Kugeln und Pfeilen (vermutlich nicht in Faustkeilen). Und Eichenpflöcke im „Pfähler-MG“. Oder so.
Als die wichtigste Superwaffe erweist sich jedoch ironischerweise nicht eines der neuen Gadgets, sondern das uralte Kreuz Hesekiels. Frei nach dem Motto „Alles Gute kommt von oben“, lassen sich damit, so erzählt Marek, die vier Erzengel herbeirufen und aktivieren. Na, und wo der Feldherr Gottes, Michael, zuschlägt, da wächst kein Gras mehr. Was doch zu einem sehr actionreichen und befriedigenden Finale führt.
Humor
Die Macher haben ihr Werk zum Glück nicht hundertprozentig ernst genommen, sonst wäre es unerträglich geworden. Abgesehen von den „Outtakes“ (siehe unten: „Soundtrack“), die sehr lustig sind, gibt es einige Stellen im Text, an denen die Vertreter des Guten schon ein wenig ins Schwimmen geraten. Da gibt es beispielsweise die Stelle, als John Sinclairs Kollege, der Chinese Suko, das zeitweilige Hauptquartier des „Königs der Vampire“ betritt. Er erwartet, nur etwa ein halbes Dutzend Widersacher vorzufinden. Allerdings ist die Halle mit mehreren hundert Vampiren angefüllt: „Oh, Scheiße“, fällt ihm dazu nur ein. Die Agenten haben es nicht leicht.
Ein „Ministerium für kooperative Zusammenarbeit“ hätten wir in Deutschland sicher auch gerne, denn dann würde die Kollaboration zwischen den Bürgern und der Regierung sicher wie geschmiert laufen.
Die Sprecher
Die Macher dieser Hörspiele suchen ihren Vorteil im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb der Hörbuchproduktionen offensichtlich darin, dass sie dem Zuhörer nicht nur spannende Gruselunterhaltung bieten, sondern ihm dabei auch noch das Gefühl geben, in einem Film voller Hollywoodstars zu sitzen. Allerdings darf sich niemand auf vergangenen Lorbeeren ausruhen: bloßes Namedropping zieht nicht, und So-tun-als-ob ebenfalls nicht.
Die Sprecher, die vom Starruhm der synchronisierten Vorbilder zehren, müssen selbst ebenfalls ihre erworbenen Sprechfähigkeiten in die Waagschale werfen. Zum Glück machen sie dies in hervorragender und glaubwürdiger Weise. Statt gewisse Anfänger zu engagieren, die mangels Erfahrung bei den zahlreichen emotionalen Szenen unter- oder übertreiben könnten, beruht der Erfolg dieser Hörspielreihe ganz wesentlich darauf, dass hier zumeist langjährige Profis mit schlafwandlerischer Sicherheit ihre Sätze vorzutragen wissen.
Durch die beigefügten Outtakes wissen wir allerdings ganz genau, welche Pannen ihnen dabei unterlaufen sind. Feststeht aber, dass in der Endfassung keine Pannen oder Fehler zu hören sind. Ich kann keinen der Sprecher herausstreichen, denn im Grunde machen alle hervorragende Arbeit. Nur Franziska Pigulla tut ein klein wenig mehr: Sie sagt nicht nur ihre Sätze auf, sondern fügt noch Ächzen und Keuchen hinzu, denn ihre Rolle, Jane Collins, muss einen Sprint zum Londoner Hilton Hotel hinlegen, um Dom De Louise – noch so ein Insiderwitz – rechtzeitig das Handwerk zu legen.
Musik und Geräusche
Die Geräusche sind genau die gleichen, wie man sie in einem realistischen Spielfilm erwarten würde. Die Musik gibt ziemlich genau die vorherrschende Stimmung einer Szene wieder und leitet in den kurzen Pausen bzw. Übergängen gleich zur nächsten Szene über. Die Musik ist von einem Orchester eingespielt, und so entsteht der Eindruck, die Begleitmusik zu einem alten Hollywood- oder British Horror Film zu hören.
Der Soundtrack als Bonus
Insgesamt handelt es sich um 20 Tracks unterschiedlicher Länge. Von den alten Dracula-Filmen kennt man die klassische Instrumentierung: unheimlich klingende Streich- und Holzblasinstrumente. Solche Stücke gibt es hier mehrere zu hören, und sie gehören zu den schönsten in dieser Sammlung.
Aber sie treffen nicht den modernen Geschmack der MTV-Generation. Das tun schon eher die rockigen Kompositionen von Florian Göbels und anderen Komponisten. (Alle Urheber sind angegeben.) Das rockigste Stück erklingt in Heavy-Metal-Instrumentierung und mit entsprechendem Gesang.
Als Bonus gibt es den Trailer zu „Der Pfähler“: Joachim Kerzel liest die dramatischsten Stellen der Handlung vor, die entsprechenden Actionszenen werden eingeblendet.
Die „Outtakes“ …
… stammen aus den John-Sinclair-Hörspielen, den Gespenster-Krimis und der SE2 „Der Pfähler“. Die meisten Beispiele für klassische Fehlleistungen der Sprecher sind einfach zum Totlachen, ganz besonders die Stelle, an der Frank Glaubrecht etwa fünfmal vergeblich versucht, einen verschachtelten Satz richtig hinzukriegen. Am Schluss der Outtakes-Sammlung geht alles in Geblubber und Gegurgel unter – auch eine Art Humor. Man muss den Job offenbar mit Selbstironie angehen und keineswegs verbissen. Wenn eine Stelle nicht klappt, denn wird sie eben umgeschrieben.
Unterm Strich
Hier schlagen Sammlerherzen höher. Endlich gibt es wieder ein herausragendes Hörspiel mit ihrem Lieblings-Helden, und das obendrein in Hollywoodfilmqualität. Die Dramaturgie ist straff und konsequent auf ein Finale hin ausgerichtet. Dabei werden die Etappen dorthin mit dramatischen Genreszenen gespickt, so dass an keiner Stelle Langeweile aufkommt.
Natürlich sind solche Genretexte nicht frei von Fehlern. Wer hätte schon einmal in Rumänien tschechische Namen wie Frantisek Marek gehört? Oder von einem britischen „Ministerium für kooperative Zusammenarbeit“ (als ob es eine andere Form der Zusammenarbeit gäbe)?
Zu einer richtig runden Sache wird das Hörspiel aber nicht durch den Text, sondern durch die stets passende Musik und die ausgezeichneten Sprecher. Sie konnten sich wahrscheinlich an mancher Stelle das Lachen kaum verbeißen, so hammerhart klingen manche Sätze („Nimm das, du Monster!“), würde man sie aus dem Kontext reißen. Aber die Lacher sind für die Outtakes reserviert.
90 Minuten + 30 Min. Soundtrack auf 2 CDs
Empfohlen ab 16 Jahren
ISBN-13: 978-3785730195
Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: (No Ratings Yet)
_|Geisterjäger John Sinclair| auf |Buchwurm.info|:_
[„Der Anfang“ 1818 (Die Nacht des Hexers: SE01)
[„Der Pfähler“ 2019 (SE02)
[„John Sinclair – Die Comedy“ 3564
[„Im Nachtclub der Vampire“ 2078 (Folge 1)
[„Die Totenkopf-Insel“ 2048 (Folge 2)
[„Achterbahn ins Jenseits“ 2155 (Folge 3)
[„Damona, Dienerin des Satans“ 2460 (Folge 4)
[„Der Mörder mit dem Januskopf“ 2471 (Folge 5)
[„Schach mit dem Dämon“ 2534 (Folge 6)
[„Die Eisvampire“ 2108 (Folge 33)
[„Mr. Mondos Monster“ 2154 (Folge 34, Teil 1)
[„Königin der Wölfe“ 2953 (Folge 35, Teil 2)
[„Der Todesnebel“ 2858 (Folge 36)
[„Dr. Tods Horror-Insel“ 4000 (Folge 37)
[„Im Land des Vampirs“ 4021 (Folge 38)
[„Schreie in der Horror-Gruft“ 4435 (Folge 39)
[„Mein Todesurteil“ 4455 (Folge 40)
[„Die Schöne aus dem Totenreich“ 4516 (Folge 41)
[„Blutiger Halloween“ 4478 (Folge 42)
[„Ich flog in die Todeswolke“ 5008 (Folge 43)
[„Das Elixier des Teufels“ 5092 (Folge 44)
[„Die Teufelsuhr“ 5187 (Folge 45)
[„Myxins Entführung“ 5234 (Folge 46)
[„Die Rückkehr des schwarzen Tods“ 3473 (Buch)
Anne Clark wurde am 14. Mai 1960 in Croydon, südlich von London, geboren. Ihre Mutter war Irin, ihr Vater Schotte und das Elternhaus streng katholisch. Die rebellische Anne musste die Schule bereits mit 16 Jahren verlassen und wurde trotz ihres Bedürfnisses nach künstlerischem Ausdruck und ihrer Liebe zu Musik und Büchern von den Eltern zu einem Job gezwungen.
Sie arbeitete als Pflegeassistentin in einem psychiatrischen Krankenhaus, gefolgt von einer Arbeit bei Bonaparte Records, einem damaligen lokalen Plattenladen und -label in der aufkeimenden Punk- und Independentszene. In der Punkszene der ersten Stunde fand Anne mit Bands wie den SEX PISTOLS Stimmen, die ihre eigene Wut hinausschrien. Die Explosion des Punkrock führte aber auch zu einem neuen Umgang mit Musik, Kunst und der Gesellschaft als solcher.
Zu dieser Zeit war alles möglich, auch dass Anne die Leitung des „Warehouse Theater“ übernahm, einem heruntergekommenen Theater in der Nähe des Plattenladens. Gegen anfänglichen Widerstand der Theaterleitung, die wohl lieber Independent- und Performancestücke dort aufgeführt gesehen hätten, arrangierte Anne dort für fast zwei Jahre Konzerte von Szenegrößen wie Paul Weller, Linton Kwesi-Jhonson, French & Saunders, The Durutti Column, Ben Watt und anderen.
Sherlock Holmes wird von Dr. Tevelyan um Hilfe gebeten, weil sein Förderer und gleichzeitiger Patient Mr. Blessington, der unter Paranoia leidet, der unumstößlichen Ansicht ist, dass bei ihm eingebrochen wurde, obwohl augenscheinlich nichts entwendet wurde. Dr. Trevelyan ist allerdings der Ansicht, dass die Meinung seines Patienten die Folge seiner Erkrankung ist. Doch eine erste Begehung des Tatortes überzeugt Sherlock Holmes schnell, dass sein neuer Klient Recht hat und bei Mr. Blessington tatsächlich eingebrochen wurde. Hintergründe und Motive der Tat bleiben aber auch dem Meisterdetektiv verborgen, da sich Mr. Blessington standhaft weigert, Holmes die volle Wahrheit zu erzählen.
|Lübbe Audio| vertont die Abenteuer des Kadetten Kantiran und des Sternenadminstrators Perry Rhodan, die in der Unterserie „Sternenozean“ im Perry-Rhodan-Universum spielen. Bislang sind zwölf Hörspiele veröffentlicht, doch will |Lübbe| offenbar vierzig Hörspiele produzieren. Dies ist die zweite Staffel.
Folge 12, Fortsetzung von Folge 10 und 11: Zephyda ist bereit, für ihr Volk den Kampf gegen die Unterdrücker aufzunehmen: Sie wird in das Geheimnis der verfemten Gesänge eingeweiht. Währenddessen dringen Perry Rhodan und Atlan ins Crythumo ein, die Festung der Krybb-Cranar. Doch sie geraten in einen Hinterhalt … (Verlagsinfo)
Die Reihe
„Perry Rhodan“ ist die größte SF-Heftchen- und Roman-Reihe der Welt. Eine Vielzahl von Autoren schreibt seit Jahrzehnten für die Reihe, und koordiniert wird dieser Aufwand vom |Pabel|-Verlag in Rastatt. Auch Andreas Eschbach fühlte sich geehrt, einen oder zwei Bände beitragen zu dürfen.
Es gab vor der aktuellen |Lübbe Audio|-Reihe schon Vertonungen der PR-Silberbände, doch nicht in der stilvollen Inszenierung des |STIL|-Tonstudios. Die Romanvorlage für das vorliegende Abenteuerhörspiel stammt von Arndt Ellmer („Die Femesängerin“).
Die ersten Staffel:
1) [Der Sternenbastard
2) [Die Mascantin
3) [Der Hyperschock
4) [Planet der Mythen
5) [Havarie auf Hayok
6) Das Blut der Veronis
Die 2. Staffel:
7. [Der Gesang der Motana
8. [Sonderkommando Kantiran
9. [Tau Carama
10. [Überfahrt nach Curhafe
11. [Entscheidung in Vhalaum
12. [Die Femesängerin
Die 3. Staffel:
13. [Der Flug der Epha-Motana
14. [Terraner als Faustpfand
15. [Die Sekte erwacht
16. [Der Todbringer
17. [Kampf um den Speicher
18. [Die mediale Schildwache
Die 4. Staffel:
19. [Operation Kristallsturm
20. [Das Land unter dem Teich
21. [Attentat auf Hayok
22. [Kybb-Jäger
23. Auf dem Weg nach Magellan
24. Jenseits der Hoffnung
Die Sprecher/Die Inszenierung
Erzähler: Joachim Höppner (Stimme von Sir Ian „Gandalf“ McKellen)
Perry Rhodan: Volker Lechtenbrink (Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher)
Atlan: Volker Brandt (Stimme von Michael Douglas)
Zephyda: Claudia Urbschat-Mingues (Stimme von Angelina Jolie, Maria Bello)
Rorkhete: Charles Rettinghaus (Stimme von Jean-Claude van Damme und Robert Downey jr.)
Garombe: Carmen-Maja Antoni (Schauspielerin)
Anthloza: Luise Lunow (Liz „Helen Seinfeld“ Sheridan)
Kybb-Cranar: Markus Krane und Thomas Schmuckert (J. LaRose/Troy in „Saw 3“)
Und weitere.
Volker Lechtenbrink wurde 1944 in Cranz/Ostpreußen geboren. Bereits als Achtjähriger sprach er im Kinderfunk und stand zwei Jahre später auch schon auf der Bühne. 1959 wurde er durch den Antikriegsfilm „Die Brücke“ (Regie: Bernhard Wicki) bundesweit bekannt. Er besuchte die Schauspielschule in Hamburg und ist heute in zahlreichen TV-Serien zu sehen. Darüber hinaus ist er am Theater tätig, geht auf Tourneen oder wirkt als Intendant. (Verlagsinfo)
Die Hörspieladaption stammt von S. A. Effenberger. Regie, Musik, Ton und Programmierung lagen in den Händen von Christian Hagitte und Simon Bertling vom Ton-Studio |STIL|. „Die Musik wurde exklusiv für die Perry-Rhodan-Hörspiele komponiert und vom Berliner Filmorchester unter der Leitung von Christian Hagitte live eingespielt. Die elektronischen Klänge und Effekte wurden speziell für die Hörspiele vom |STIL|-Team durch den Einsatz von Computertechnik generiert“, heißt es im Booklet. Executive Producer der Reihe ist Marc Sieper.
Am Schluss erklingt der Song „How do you feel? Perry Rhodan Mix“ von der Band |Camouflage|. Der Originaltitel stammt von der LP „Relocated“ (SPV 2006).
Vorgeschichte
Perry Rhodan und sein arkonidischer Freund Atlan sind auf einem Minenplaneten der bösartigen Kybb Cranar in deren Gefangenschaft geraten. Die igelförmigen Aliens verpassten ihnen metallene Halsringe, die mit einem Giftstachel bewehrt sind: die Krynn Varid. Bei Widerstand kann das Gift per Fernsteuerung injiziert werden. Nur aufgrund ihrer persönlichen Zellaktivatoren können die beiden Gefährten das Gift neutralisieren, doch jedes Mal kostet es sie mehr Kraft.
Sie schaffen es zu den einheimischen Motana, wo sich Atlan in die adlige Wegweiserin Zephyda verliebt. Sie führt sie zur Planetaren Majestät, die sie willkommen heißt. Doch als die Kybb Cranar auch die Residenz der Majestät angreifen, gelingt Rhodan, Atlan und Zephyda nur mit knapper Not die Flucht, als ein Nomade namens Rorkhete sie in seinem Schweber mitnimmt.
Das Quartett flieht, bis sie schließlich vor acht Wesen stoppen müssen, die vor ihnen über dem Boden schweben. Rorkhet bezeichnet sie als „Orakel“, und sie wollen helfen. Die Wesen teleportieren die vier auf eine andere Welt, wo sie erst einmal mitten im Ozean landen. Es dauert eine ganze Weile, die riesigen Wellen zu verlassen und zum Strand der Vulkaninsel Ore zu finden. Perry und Rorkhete sind zwar verletzt und erschöpft, können aber das unbekannte Land erkunden.
Unterdessen gelangen Atlan und seine Freundin Zephyda woanders an den Strand. Eine Gruppe Motanakrieger, angeführt von der Amazone Halkorate, nimmt sie in ihre Mitte und teilt Atlan mit, sie seien auf der Welt Ash-ir-tumo gelandet, auf der Insel Ore, und sie werde sie nun nach Oreshme bringen, wo ihre Lokale Majestät über sie richten werde. Atlan bittet um schnelle Behandlung der Wunden, die Zephyda erlitten hat. Die Heilerin Phylatoke nimmt sich Zephydas an und bringt sie in ihre Hütte, die auf einem 20 Meter hoch über die Ebene emporragenden Plateau liegt.
Nachdem Atlan auch Perry und Rorkhete gefunden hat, beschließen die Gefährten, mit einem Schiff über den Ozean zu dem Kontinent Curhafe segeln zu wollen. Vom dort gelegenen Raumhafen aus wollen sie zurück in den Weltraum, um die anstehenden Angelegenheiten zu regeln. Er überredet die Motana, mit ihm zusammen ein zehn Meter langes Boot zu bauen, das in einer geschützten Montagehalle entstehen soll.
Zehn Tage später ist Zephyda wieder auf den Beinen, wenn auch noch etwas wackelig. Da spürt sie in ihrem Geist, dass eine Riesenwelle auf die Insel zurollt, noch bevor sie sie sehen kann. Sie warnt die Motana, die sich sehr über diese Frau wundern. Denn um die anrollende Tau Carama spüren zu können, muss man eine Irtumo-Lauscherin sein, eine wie Intake, die Lokale Majestät. Der Alarm, den Zephyda ausgelöst hat, rettet eine Menge Leben. Dennoch donnert der Tsunami über das Land und droht sogar die Inselstadt Oreshme unter sich zu begraben …
Zephyda lehnt die Einladung, die Position von Intake auf Ore einzunehmen, freundlich ab, doch sie möchte lieber ihre Rache an den Kybb-Cranar für den Mord an ihrem Bruder verfolgen, und dies kann sie nur auf dem Kontinent Curhafe mit etwas Aussicht auf Erfolg. Die uralte Seherin Intake hatte einen Traum und weiß schon Bescheid: Zephyda, die mächtiger ist als sie, muss den Raum befahren, um das ganze Volk der Motana zu befreien. Einst bewegten die Motana ihre Raumschiffe nur mit der Kraft ihres Geistes. Die Navigatorinnen wurden Eva-Motana genannt, erklärt Rorkhete. Könnte Zephyda so eine Navigatorin sein? Er glaubt es zumindest. Doch diese Kräfte sind mittlerweile alle verboten worden.
Sie setzen die Segel des Bootes „Terra Incognita“ (= Unbekanntes Land). Curhafe liegt rund 800 km entfernt. Nach vielen Gefahren wie einem Sturm und einem Riesenraubfisch, den Rorkhete tötet, gelangen sie an die Küste Curhafes. Von hier können sie bereits ein großes Gebilde am Horizont erkennen. Es handelt sich um das Krytomo, die große Festung der Kybb-Cranar. Seltsamerweise sind keinerlei Raumschiffe der Unterdrücker zu sehen. Perry erklärt dies damit, dass sich die physikalischen Bedingungen für den Raumschschiffflug geändert haben.
Nach einer Nacht im Wald bemerkt Zephyda, dass Motana nahe sind, und drängt zum Aufbruch. Sie gelangen in die Flussebene um das Krytomo und bemerken zu ihrer Verwunderung, dass eine Bahnstrecke zur Festung führt. Aber wo ist der Zug? Da hetzt eine junge Motanafrau vorüber, doch sie hält nicht an, sondern wird verfolgt und läuft weiter. Ihre Verfolger sind ebenfalls Motana. Sie packen Zephyda, müssen aber schnell erkennen, dass sie die Falsche ist und laufen weiter. Schließlich fangen sie die Fliehende ein und fesseln sie. Auf Anfrage erklären sie nur, die Frau wolle die Quote nicht erfüllen. Rorkhete mahnt zu Zurückhaltung. An der Bahnlinie wartet die Gruppe mit der Gefangenen auf den Zug. Als dieser hält, steigen alle ein, und auch die vier Gefährten beeilen sich, an Bord zu gelangen.
Als der Zug eine Station vor dem Krytomo wieder hält, steigen sie aus, werden aber sofort als mögliche Spionklone der Kybb-Cranar verhaftet. Von der Planetaren Majestät Garombe, die hier in Billient residiert, erfahren sie, was unter der rätselhaften „Quote“ zu verstehen ist. Alle schwangeren Frauen müssen, wenn ihr Fötus drei Monate alt ist, ins Krytomo, damit ihnen dort der Fötus abgesaugt wird.
Zephyda ist empört und schwört den Kybb-Cranar abermals Rache und Vernichtung. Garombe warnt sie, dass der Preis für ihre Rache sehr wohl in der Vernichtung aller Motana im Sternenozean von Yamondi bestehen könnte. Perry bietet Zephyda seine Unterstützung beim Angriff auf das Krytomo an, die sie gerne annimmt.
Während ein weiterer Zug mit weiblichen Opfern zum Krytomo rollt, verstecken sich Perry, Atlan und Rorkhete in den Radkästen, um so in die Festung eindringen zu können. Unterdessen zeigt Garombe der jungen Motana das „größte Geheimnis auf Ash-ir-tumo“ …
_Handlung von Episode 12_
Perry, Atlan und Rorkhete, der Nomade mit den roten Augen, dringen unbemerkt in die Festung der Kybb-Cranar ein. Es sind überraschend wenige Soldaten anwesend. Die Wachen führen die im Zug angelieferten Frauen ins Innere der Festung, wahrscheinlich in Verliese, von wo die Opfer für die „Quote“ ausgewählt werden. Die Gefährten folgen ihnen, obwohl nur Rokhete über eine Waffe verfügt, und errichten eine Operationsbasis in einem Versteck auf der vierten Ebene …
Unterdessen bringt die Planetare Majestät Garombe ihren Gast Zephyda in die Wüste zu einer verborgenen Siedlung der Motana und stellt sie der lokalen Anführerin Anthloza vor. Verborgen ist die Siedlung deshalb, weil hier Riten ausgeführt werden, welche die Hybb-Cranar streng verboten haben: magische Choräle. Anthloza ist sauer auf Garombe, weil sie eine Fremde gebracht und ihr Versteck verraten hat. Doch sie beugt sich Garombes Autorität und tut wie gebeten. Sie zeigt Zephyda, worum es sich bei den verbotenen Riten handelt.
Im Krytomo finden die Gefährten heraus, was es mit dem Vorgang auf sich hat, welcher der Erfüllung der „Quote“ dient. Eine junge, betäubte Motana wird ihres Fötus beraubt, der sofort eingefroren wird. Perry wird stinkesauer und will möglichst bald kämpfen. Aber womit?
Anthloza hat Zephyda in den Zirkel von 20 Sängerinnen gesetzt, der sich auf einer Felsplattform eingefunden hat. Bei dieser Prüfung wird sich zeigen, was Zephyda zu bieten hat – oder ob sie eine Spionin der Besatzer ist. Der verbotene „Choral an den Flügelschlag“ wird angestimmt, und die Wirkung der Psikräfte der Sängerinnen ist schon bald zu bemerken. Zephyda schreit vor psychischen Schmerzen auf. Anthloza sieht verwundert, wie sich die Felsen des Sängerplatzes langsam in die Höhe heben. Immer höher und höher. Bis sie in den Weltraum verschwinden. Zephyda bricht zusammen.
In der Festung beginnen die Gefährten auf getrennten Wegen mit der Befreiung der Gefangenen. Dabei setzen Atlan und Perry nur ihre Kampfsportfähigkeiten ein, und Rorkhete feuert mit seinem Strahler. Leider bleibt es nicht aus, dass Perry und Atlan einer Übermacht der Angreifer unterliegen und gefangen genommen werden. Woher kommen sie, was wollen sie hier, wer hat sie geschickt? Die Elektrofolter wird ihre Zungen schon lockern …
Die ehrfürchtige Anthloza bittet Zephyda, ihre enormen Kräfte zu kontrollieren. Ihre Mitsängerinnen sind von dem letzten Ereignis noch völlig orientierungslos, geradezu psychisch ausgebrannt. Sobald sich Zephyda erholt hat, darf sie sich in die Mitte des Zirkels setzen und Anthlozas Platz einnehmen. Nun ist sie Fokus und Katalysator für die freiwerdenden Psikräfte. Sie stimmt den Choral an den Flügelschlag an. Die Felsen beginnen bald zu schweben …
_Mein Eindruck_
Wenn die Szene in der Festung Krytomo an Matrix (Hauptquartier der Agenten), Mordor (Sauron), Isengard (Saruman) und andere Burgen der unterdrückenden Perversion erinnert, so kommt dies nicht von ungefähr. An solchen Gegenbildern können die Gefährten ihre Menschlichkeit, ihren Einsatz und ihre Fähigkeiten im Kampf unter Beweis stellen. Da aber Rhodan und Atlan nicht bewaffnet sind, muss ein anderer sie wieder aus der Patsche holen: Rorkhete hat einen Ballermann und darf ihn im Falle einer Nothilfe einsetzen, um Wesen zu erschießen. Wie man sieht, ist „Perry Rhodan“ eine Actionserie für Pazifisten.
Dieser eher sattsam bekannten Szenerie steht das exotische Ambiente gegenüber, das wir bereits aus Frank Herberts „Wüstenplanet“ kennen, und zwar aus den verborgenen Sietches der Fremen. Hier werden okkulte und selbstverständlich verbotene Fähigkeiten gezüchtet und ausgebildet. Ebenso geschieht es in dem kleinen Dorf, in dem Anthloza die Anführerin ist.
Wieder einmal kommt es zu einer Offenbarung. Die Heldin, gemeint ist Zephyda, hat bislang nicht an sich selbst geglaubt, wird aber nun unter Anleitung eines Besseren belehrt. Sie muss anerkennen, dass sie über eine mächtige psychische Kraft verfügt, die Felsen – ach was! Berge zu versetzen vermag. Sonderbarerweise scheint dies die junge Motanafrau überhaupt nicht aufzuregen. Sie will bloß ihre Rache an den Unterdrückern. Selbstzweifel fechten sie nicht an, wie es Frank Herbert bei Paul Atreides so seitenlang geschildert hat. Dass sie eines Tages ein Sternenschiff mit ihrem Geist lenken wird, steht für sie außer Frage – als sei es ihre prophezeite Bestimmung. Auch dies wird nicht erklärt. Es ist halt so.
Im Rahmen einer guten Radiostunde erlebt der Hörer hier ein mal mehr, mal weniger actiongeladenes Drama, das es in puncto Produktionsqualität mit einer Star-Wars-Episode aufnehmen kann. Die SF-Handlung, kombiniert mit Fantasyelementen – immer wieder sind Psikräfte am Werk -, weiß für flotte Unterhaltung zu sorgen. Die Guten kämpfen gegen die eindeutig als böse und fremdartig gekennzeichneten Bösen, die igelförmigen Kybb Cranar. Ob sie den Sieg erringen, bleibt abzuwarten. Vorerst wirken Perry und Atlan wie Aragorn und Legolas und müssen die kostbare Zephyda in Sicherheit bringen. Sie spielt inzwischen eine wichtige Rolle. Leider kommt ihre Liebe zu Atlan überhaupt nicht zum Ausdruck.
Natürlich bieten die beiden Gutmenschen Atlan und Rhodan ihre Hilfe an – das ist bereits ein Standardspruch in diesen Hörspielen und so vorhersehbar wie Feuerwerk an Silvester. Aber es gibt noch einen zweiten Standardspruch Rhodans, und der besteht darin, Rorkhete, der sich zu einem verlässlichen Gefährten entwickelt, in allen seinen Vorschlägen kritiklos und ohne zu zögern zuzustimmen. Dadurch erscheint der Sternenadministrator eher wie ein rückgratloses Weichei statt als Herrscher mit eigenem Willen. Ich würde mir von ihm mehr Eigenständigkeit wünschen.
Nur ein Pedant würde daran herummäkeln, dass Perry und Atlan auf allen Welten, auf die sie geraten, keine Probleme mit dem Sauerstoffgehalt der Luft, den Mikroben oder gar der Schwerkraft der Welt haben. Daran ist zu merken, dass alle Planeten im Grunde nur alternative Versionen der Erde sind. Und wenn die Motana mitten im Wald in Baumhäusern leben, so erinnert uns dies entweder an Robin Hood oder an die gute alte Mittelerde. So gesehen, wirken die fremden Welten der Motana, sei es Baikalkejn oder Ashirtumo, fast schon wieder heimelig.
|Die Inszenierung|
So fangen Sternenopern an: mit einer schmissigen Titelmelodie und raunenden Stimmen, die Schicksalhaftes verkünden. Ein Erzähler wie Achim Höppner hat eine recht hohe Autorität und wir glauben ihm seine Geschichte nur allzu gern, wenn er von der Flucht Perrys und Atlans erzählt. Atlan klingt wie Michael Douglas. Ihm und Volker Lechtenbrink als Perry Rhodan nehme ich die Actionhelden ab.
Ihnen stehen zwei gleichwertige Frauengestalten gegenüber: Zephyda, die kämpferische Amazone, und die weise Alte, die Stimme der Vergangenheit. Zwischen diesen steht der zwielichtige Nomade Rorkhete, von dem ich mir einige Überraschungen erwarte. Charles Rettinghaus, die deutsche Stimmbandvertretung von Jean-Claude van Damme, spielt ihn energisch und zupackend.
Insgesamt ist die Musik und die Geräuschkulisse (s. u.) eine ganze Menge Aufwand für eine simple Sternenoper, aber es lohnt sich: Das Hörspiel klingt höchst professionell produziert. Ich könnte Gegenbeispiele nennen, in denen die Musikbegleitung in die Hose ging, aber sie stammen alle nicht von |STIL|.
Die Geräusche können in Sachen Professionalität absolut mit Kinoproduktionen mithalten. Eine große Bandbreite an Sounds charakterisiert die verschiedenen fremdartigen Wesen und Maschinen, die die Helden auf seinen Streifzügen antreffen. Da sausen die Gleiter, da zischen die Strahler. Vielerlei Viehzeugs zwitschert, knurrt und fiept in Wald und Steppe rings um Perry und Atlan. Wenn sie sich auf ihren Folterliegen unter Stromschlägen krümmen, so knistert und prasselt es aus den Boxen.
Die größte akustische Leinwand bemalen jedoch die tausend elektronisch erzeugten Sounds, die der ganzen Handlung erst das kosmische Science-Fiction-Feeling verleihen. Ohne sie könnte es sich ebenso gut um Fantasy auf einem fernen Planeten handeln, wie sie z. B. Jack Vance fabriziert hätte.
Der Abschlusssong von |Camouflage| klingt nach solider deutscher Wertarbeit: mit einem fetzigen Bassriff und einem Sänger, der sich die Feinheiten der englischen Aussprache noch antrainieren muss („head“ klingt wie „hat“). Der Song dauert vier Minuten und ist wenig bemerkenswert. PR-Fans werden ihn sicherlich begrüßen. Mehrere Zitate aus der aktuellen Episode wurden eingeflochten.
_Unterm Strich_
Insgesamt bildet „Die Femesängerin“ einen befriedigenden Abschluss zur zweiten Staffel der Hörspielserie „Perry Rhodan: Sternenozean“. Sie wird offenkundig von Profis produziert, von mancher bekannten Hollywoodstimme gesprochen und liefert einen soliden Gegenwert für den Preis von rund zehn Euronen.
Jugendliche beiderlei Geschlechts zwischen 14 und 17 Jahren dürften sich rasch mit den Helden identifizieren und das ist eine der besten Voraussetzungen, ein treues Publikum aufzubauen. Auch Zephyda ist eine solche Identifikationsfigur, und ich hoffe, dass sie möglichst lange Teil des Serienpersonals bleibt.
Was die Qualität des Inhalts angeht, so darf man wohl kaum tiefschürfende und daher langweilige Monologe erwarten. Vielmehr ist kämpferische Action und romantische Exotik angesagt – das ist genau die Mischung, die auch „Star Wars“ so erfolgreich gemacht hat.
|67 Minuten auf 1 CD|
http://www.perryrhodan.org
http://www.luebbe-audio.de
http://www.stil.name/
[Ausführlicher Überblick über diesen Zyklus der Heftromanserie]http://www.perrypedia.proc.org/Der__Sternenozean__%28Zyklus%29
Acht mächtige Studenten-Verbindungen beherrschen nicht nur den Campus der Elite-Universität Yale, sondern nehmen seit Generationen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der USA – das neunte Haus jedoch überwacht die Einhaltung der Regeln. Denn die Macht der Verbindungen beruht auf uralter, dunkler Magie: So können die Mitglieder der »Skull & Bones« die Börsenkurse aus den Eingeweiden lebender Opfer vorhersagen, während Haus Aurelian durch Blutmagie Einfluss auf das geschriebene Wort nehmen kann – ebenso hilfreich für Juristen wie für Bestseller-Autoren …
Tim hat bei einem Gewinnspiel ein Wochenende für vier Personen in einer Westernstadt gewonnen. Klar, dass Karl, Klößchen, Gaby und Oskar mitfahren, verstärkt durch Herrn Sauerlich. Beim Goldwaschen, Zielschießen und Bullenreiten haben die Juniordetektive den Spaß ihres Lebens – bis eine Gruppe Banditen in die Stadt reitet und beginnt, ihr Unwesen zu treiben. TKKG heften sich an die Fersen der Bösewichte und geraten schon bald in höchste Gefahr… (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Das Setting klingt laut Klappentext schon mal richtig cool, da wär ich gern dabei. Na ja, bei dem Teil, der vor den Banditen spielt. Dann hören wir doch mal, was Willi the Kid so alles erlebt. Also, Hut auf und Abenteuer ab.
Die Anreise haben wir nämlich zu Beginn des Hörspiels schon hinter uns und können uns direkt den Attraktionen vor Ort widmen. Gold Waschen zum Beispiel oder Banküberfälle. Die sollten aber eigentlich vom Betriebspersonal durchgeführt werden und der Belustigung der Westernstadtgäste gelten. Und am Ende sollten eigentlich auch alle Überfallenen ihre Wertgegenstände wieder zurückbekommen.
Die drei ??? Kids auf Geisterjagd im alten Leuchtturm. Ein Lichtstrahl zeichnet gruselige Fratzen in den nebligen Himmel über dem Meer. Nach dem ersten Schrecken wollen Justus, Peter und Bob der Sache auf den Grund gehen. Treiben hier wirklich Geister ihr Unwesen? (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Ok, erster Gedanke: Da hält jemand ausgeschnittene Papierfiguren vor die Lampe vom Leuchtturm. Fall gelöst? Na hoffentlich nicht, das wäre zu einfach.
Los gehts am Strand. Bei einem Tag in den Wellen, auf und neben dem Surfbrett von Peter, hatten die Jungs Spaß. Als sie es sich aber mit ihrem Stockbrot am Lagerfeuer gemütlich machen wollen, sehen sie die Leuchtgruselfratze vom Cover.
In der Eiswüste der Arktis kommen in der Nähe ihrer Forschungsstation „Trudeau“ vier Wissenschaftler unter rätselhaften Umständen ums Leben. Völlig unklar ist die Todesursache – es scheint, als habe etwas die Lungen und Augen in kürzester Zeit zerstört. Die Augen der Toten haben keine Pupille mehr.
Doch woher kam in derlebensfeindlichen Umwelt dieser todbringende Stoff? Jessie Hanley, eine weltweit anerkannte Wissenschaftlerin, wird zur Station in die Arktis eingeflogen, um vor Ort die Untersuchung zu leiten. Was sie am meisten interessiert: Was weiß die kurz vor den Todesfällen abgereiste russische Wissenschaftlerin über die Vorkommnisse in Trudeau? Dummerweise ist das Atom-U-Boot, in dem die Russin abreiste, seitdem verschollen. Juris Jurjevics – Der Trudeau-Vektor (Lesung) weiterlesen →
Ein Toter wird im Kleifarsee bei der isländischen Hauptstadt Reykjavik entdeckt. Nach einem Erdbeben hatte sich der Wasserspiegel gesenkt und ein menschliches Skelett sichtbar werden lassen. Es ist an ein russisches Sendegerät aus dem Jahr 1961 angekettet. Dass es Mord war, belegt ein Loch in der Schläfe des Schädels. Wer ist der Mann, wer war sein Mörder?
Kommissar Erlendur Sveinssons Ermittlungen führen ihn in die fünfziger Jahre, als der Kalte Krieg herrschte. Isländer, die von einer gerechteren und besseren, sprich: sozialistischen Welt träumten, gingen in den fünfziger Jahren oft zum Studium in die DDR. Einer von ihnen gerät unter Verdacht.
Der Autor
Arnaldur Indriðason, Jahrgang 1961, war Journalist und Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung. Heute lebt er als freier Autor bei Reykjavik und veröffentlicht mit großem Erfolg seine Romane. Sein Kriminalroman „Nordermoor“ hat den „Nordic Crime Novel’s Award 2002“ erhalten, wurde also zum besten nordeuropäischen Kriminalroman gewählt, und das bei Konkurrenz durch Håkan Nesser und Henning Mankell!
Die Regie bei dieser Hörspielfassung, die Claudia Kattanek erstellte, führte Martin Zylka, der für den Westdeutschen Rundfunk WDR arbeitet.
Die wichtigsten Sprecher und ihre Rollen:
Bernhardt Schütz: Erlendur Sveinsson, Kommissar
Sandra Borgmann: Elínborg, Polizistin
Michele Cucuiffo: Sigurdur Oli, Polizist
Michael Ewers spricht den Erzähler Thomas
Rita Lengyel spricht Ilona, die ungarische Studentin, die Thomas liebte
Claus-Dieter Clausnitzer spricht den alten Hannes
Daniel Berger spricht den jungen Hannes
Thomas Arnold spricht Lothar
Martin Bross spricht Emil
Und viele andere.
(Alle Angaben sind dem Booklet entnommen.)
Handlung
Es ist Mai, als nach einem Erdbeben der Kleifarvatn-See trockenfällt und eine Spaziergängerin darin ein Skelett findet. Die Knochen sind an ein altes russisches Sendegerät aus dem Kalten Krieg gekettet. Ein klarer Hinweis auf Mord. Kommissar Erlendur Sveinsson und sein Assistent Sigurdur Oli werden eingeschaltet. Erlendur lässt Vermisste aus dem Zeitraum zwischen 1965 und 1975 suchen.
Oli findet heraus, dass in jenem See mehrmals Abhörsender aus Russland gefunden worden waren. Sie hatten eine Reichweite, mit der Spione den Funkverkehr des amerikanischen Luftwaffenstützpunktes in Keflavik nahe der Hauptstadt Reykjavik belauschen konnten. Da meldet eine siebzigjährige Frau, dass ihr Verlobter vor 30 Jahren verschwand. Er nannte sich Leopold, war Vertreter für Baumaschinen und kam daher ganz schön was rum. Die Maschinen stammten allesamt aus der DDR und der Sowjetunion. Eines Tages erschien er nicht mehr bei einem Kunden und verschwand spurlos.
Dieser Hinweis führt zu den Russen. Der Sekretär der Botschaft jedoch gibt sich freundlich, aber völlig ahnungslos. Dabei war Island ein lohnendes Ziel für sowjetische Agenten: Überall auf der Insel hielten sich Amerikaner auf. Endlich meldet sich auch die amerikanische Botschaft: Etwa 1967 kam ein DDR-Vertreter nach Island, verließ es aber nicht wieder, sondern verschwand im Herbst 1968 spurlos. Der Mann nannte sich Lothar Weiser, geboren in Bonn, lange Zeit wohnhaft in Leipzig, DDR.
Bei der deutschen Botschaft erfahren Erlendur und Oli, dass Weiser ein Stasi-Mann war, der 1953 bis 1958 in Leipzig zwecks Observierung der Ausländer arbeitete. Dazu gehörten auch Isländer. Und „Leopolds“ ehemaliger Chef erklärt, die Baumaschinenhersteller aus der DDR hätten ihn praktisch erpresst, den Mann schwarz einzustellen. Dieser „Leopold“ rekrutierte Leute für die Stasi auf Island, damit sie die Amis abhörten. War Lothar Weiser also „Leopold“? Das ist nicht sicher.
Jetzt sieht Erlendur einigermaßen klar. Aber wer ist der Mörder Lothar Weisers – falls dieser das Skelett im See ist? War es ein Mann aus seiner Vergangenheit oder jemand aus Island?
Die Geschichte von Thomas
Die andere Hälfte des Hörspiels besteht aus einem Handlungsstrang, der 45 Jahre vorher einsetzt, im Jahr 1953. Damals geht der isländische Jungsozialist Thomas nach Leipzig, um dort Ingenieurswissenschaften in einem aufstrebenden sozialistischen Staat zu studieren. Aber als er 1956 zurückkehrt, ist er total verändert und verkriecht sich als gebrochener Mann ohne Hoffnung in seinem Haus. Erst 1998, als der Tote im See gefunden worden ist, beginnt er mit der Niederschrift seiner Erlebnisse in Leipzig.
Thomas, der Ausländer, verliebt sich in eine andere Ausländerin, Ilona aus Ungarn. Obwohl sich das Misstrauen gegen die aufmüpfigen Ungarn, deren Aufstand ja 1956 blutig niedergewalzt wurde, auch in Leipzig bemerkbar macht, verschließt der verliebte Thomas die Augen vor der Realität. Er vertraut den falschen Leuten. Und selbst dann noch, als die Stasi zuschlägt und Ilona spurlos verschwinden lässt, kann er nicht glauben, dass ein „sozialistisches Bruderland“ zu so etwas fähig sein könnte.
Man sollte meinen, dass 1990 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung der Stasi-Archive Ilonas Spur verfolgbar sein müsste. Dem ist nicht so, wie Thomas bitter feststellen muss. Die Geheimdienste haben 1956 zu gründliche Arbeit geleistet. Wahrscheinlich wurde sie, gebrochen von Folter und Misshandlung, irgendwo in einem Internierungslager zwischen der DDR und der Sowjetunion verscharrt.
Aber wer waren die Verräter? Thomas muss es unbedingt wissen, bevor seine Seele Ruhe finden kann. Und er folgt dem Weg bis zum bitteren Ende. Dort erkennt er, dass er nie einen Freund in Leipzig hatte. Als die Kripo 1998 in sein Haus eindringt, ist er froh, denn das Manuskript seiner Geschichte fertig. Er spannt den Hahn des Revolvers …
Die Inszenierung
Ein trauriges Kapitel in der Geschichte von Isländern, die ihr Glück im Ostblock suchten. In der Schilderung der Erlebnisse, die Thomas in Leipzig hat, legt der Autor eine große Detailkenntnis an den Tag. In der Porträtierung der einzelnen Vertreter der verschiedenen Interessensgruppen an der Universität Leipzig lassen sich die sorgfältige Recherche und der Realitätssinn des Autors ablesen. Man sieht also, dass der reinen Krimihandlung eine ergreifende Geschichte zugrunde liegt, ja, dass der Krimi im Grunde nur eine Fußnote darstellt, in der die losen Fäden zusammengeführt werden.
Die Inszenierung des Hörspiels trägt diesen Voraussetzungen in mehrfacher Hinsicht Rechnung. Zunächst einmal sind die Kripo-Ermittlungen Erlendurs auf Island den Erlebnissen Thomas‘ in Leipzig direkt gegenübergestellt. Während sich die Ermittlung schrittweise der Lösung des Rätsels nähert, verläuft Thomas‘ Geschichte in einer dramatischen Abwärtskurve: Liebe und Verlust Ilonas, der Anwerbungsversuch durch die Stasi, der allgemeine Verrat, die Ausweisung. Das Ende vom Traum eines „sozialistischen Bruderstaates“.
ACHTUNG, SPOILER
Dann das Nachspiel auf Island. Thomas lässt nicht locker in seinem Bemühen, Ilonas Schicksal aufzuklären. Und hier wird das Hörspiel etwas verwirrend. Thomas stößt auf zwei Männer, die er aus Leipzig kennt. Erstens wird nicht klar, wann das war – vermutlich 1961, dann stimmt der Ablauf der Ereignisse. Ich dachte, er würde Hannes wiedersehen, doch es ist stattdessen Emil, der Mann, der sich „Leopold“ nennt.
Das Drama spitzt sich zu, bis es zu einer fatalen Kurzschlusshandlung kommt. Das Ergebnis ist bekannt. Ein weiterer Mann kommt hinzu – wie heißt er? Ist es Lothar Weiser? Nein, anscheinend handelt es sich um Hannes, und der ist bereit, Thomas aus der Patsche zu helfen. Eine gewisse Wiedergutmachung dafür, dass er Thomas in Leipzig fünf Jahre zuvor im Stich ließ (Hannes wurde ebenfalls ausgewiesen). Auf einmal heißt es, Lothar Weiser sei in Gefahr. Wat denn nu? Um im vernünftigen Rahmen der Logik zu bleiben, ist anzunehmen, dass der Tote im See dennoch nicht Lothar, sondern Emil ist.
SPOILER ENDE
Musik und Geräusche
Der Zweiteilung der Handlung in Vergangenheit und Gegenwart entspricht die Musik. Im Hintergrund der Ermittlung Erlendurs erklingt eigentlich nur Konservenmusik, z. B. aus dem Radio oder aus einer Musikbox. Das ist keine Hintergrundmusik im eigentlichen Sinne, sondern nur Teil der Geräuschkulisse, wie sie in jedem Fernsehkrimi zu hören ist.
Das Klappern der Tastatur der Schreibmaschine (er hat keinen PC), auf welcher der alte Thomas tippt, bildet eine Zäsur und die Brücke in die Vergangenheit. Die Szenen in Leipzig sind mit richtig schöner Hintergrundmusik unterlegt: Hier spielt sich das menschliche Drama ab, zumal eine Romanze. Piano, Violine, Flöte, Cello und Oboe bzw. Klarinette sind die vorherrschenden Instrumente, die eine bittersüße Stimmung schaffen, die immer wieder heraufbeschworen wird. Das fand ich sehr gelungen.
Natürlich gibt es auch hier wieder Hintergrundgeräusche, so fährt beispielsweise eine Straßenbahn vorbei. Am Schluss kreischen die Möwen über dem Kleifarvatn wie eh und je, als Erlendur die Hydrologin wiedersieht, die den Toten am Anfang gemeldet hat – der Kreis schließt sich. Bevor die Absage beginnt, erklingt wieder das traurige Piano.
Die Sprecher
Die Sprecher haben die Aufgabe, sowohl Realismus zu vermitteln als auch Emotionalität, um glaubwürdig zu wirken. Zum Realismus gehört, dass der Mitarbeiter der russischen Botschaft einen russischen und der Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft einen amerikanischen Akzent aufweist, der Stasimann verrät einen sächsischen Akzent.
Zur Emotionalität gehört, dass Thomas, die Hauptfigur des zweiten Handlungsstrangs, zunehmend Gefühle zeigt, wenn es um Ilona geht, und aufgeregter wird, je mehr er einsehen muss, dass er sie nicht nur verloren hat, sondern er und sie von denen verraten wurden, die er bisher für seine Freunde gehalten hat. Seine Verzweiflung schlägt in Wut und umgekehrt um, was dann schließlich 1961 in einer Kurzschlusshandlung gipfelt.
Es lohnt sich bestimmt, dieses Hörspiel, das auf nur 54 Minuten eingedampft wurde und somit alles sehr verdichtet darstellt, mehrmals zu hören. Man wird feststellen, dass es nichts von seiner Wirkung verliert, sondern immer weitere Fassetten an Bedeutung preisgibt.
Unterm Strich
Dass Island ein Brennpunkt des Kalten Krieges war, hätte ich nicht erwartet, obwohl es doch die Logik nahelegt: Hier ein Luftwaffenstützpunkt der Amis, dort, nur wenige Kilometer entfernt, die Russen in Murmansk in der Arktis. Es war eine Atmosphäre der gegenseitigen Bespitzelung und des Misstrauens. Dies ist die negative Seite des Sozialismus, den die Isländer kennenlernten.
Dabei gab es offenbar 1953 allen Anlass, den Sozialismus von seiner positiven Seite kennenzulernen: offene Universitäten, preisgünstige Agrarmaschinen, Knowhow-Transfer. Diese Seite wollte Thomas, die Hauptfigur des zweiten Erzählstrangs, kennenlernen und nutzen. Doch der Traum wurde zum Albtraum, der nie zu enden schien. Dann aber bekam er Hinweise auf DDR-Spione auf Island – eine neue Chance, mit den alten Geschichten reinen Tisch zu machen.
Hier findet die Handlung zu einem abschließenden Finale voller Spannung und unerwarteter Enthüllungen. Kommissar Sveinsson wird quasi zum Nachlassverwalter dieses Dramas, das aus dem Kalten Krieg erwuchs und etliche Opfer forderte. Der Traum vom sozialistischen Weltbruderstaat wurde zum Albtraum, und zwar nicht unter Feinden, sondern unter sozialistischen „Brüdern“. Die sowjetischen Invasionen in den sozialistischen Satellitenstaaten DDR (1953), Ungarn (1956) und Tschechoslowakei (1968) werden ausdrücklich in diesem Zusammenhang erwähnt. Dass sich die Amis in Island keinen Deut besser verhielten, ist die Aussage von Indriðasons Thriller „Gletschergrab“.
Das Hörspiel
… verdichtet die doppelte Handlung, die in Vergangenheit und Gegenwart spielt, auf angemessene, aber möglicherweise auch verwirrende Weise. Daher ist es nicht nur angemessen, sondern auch notwendig, das Stück mehrmals anzuhören. Über die Musik, die Geräusche und vor allem die Sprecher kann ich mich nicht beklagen. Beeindruckt hat mich vor allem die Figur des Ich-Erzählers Thomas.
Das Hörspiel kann als Einstieg in die ausführlichere Lesung dienen, doch ich würde sogar noch eher dazu raten, gleich das Buch zu lesen, das schließlich sämtliche Informationen enthält, die der Autor hineingepackt hat, die er für notwendig erachtete, um die Figuren und ihr Handeln zu verstehen. Wer aber mit der Form des Hörspiels als dramatischer Darstellung vertraut ist, dürfte mit der nun vorliegenden Hörspielfassung wenig Schwierigkeiten haben. Dass ich sie dennoch hatte, ist ein Kritikpunkt. Ein weiterer ist der unverhältnismäßig hohe Preis von knapp 15 Euro.
54 Minuten auf 1 CD
Originaltitel: Kleifarvatn, 2004
Aus dem Isländischen übersetzt von Coletta Bürling
ISBN-13: 9783785733998 http://www.luebbe.de/luebbe-audio
Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: (No Ratings Yet)
Fesselnd: Die jungen Gladiatoren in der grünen Arena
Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden. Die sechzehnjährige Katniss meldet sich freiwillig für die tödlichen Spiele, um ihre kleine Schwester zu retten. In der Arena trifft sie auf Peeta und der Kampf um Liebe und Überleben beginnt. (Verlagsinfo) Suzanne Collins – Tödliche Spiele (Die Tribute von Panem 1) (Lesung) weiterlesen →
Der Marketingmitarbeiter und Familienvater Tom Bryce legt eine CD, die er im Zug fand, in seinen PC ein und wird sofort mit einer Website verbunden. Er ahnt nicht, was auf ihn zukommt. Als er durch eine Webcam beobachtet, wie eine schöne junge Frau bestialisch ermordet wird, glaubt er noch an einen Erotikthriller. Doch dann muss er feststellen, dass auf seinem Mac-Laptop alle seine Daten gelöscht wurden. Und wenige Tage später erhält er eine E-Mail, die ihn davor warnt, zur Polizei zu gehen. Oder seiner geliebten Familie werde das Gleiche zustoßen wie der jungen Frau im Web-Film.
_Der Autor_
Peter James ist Schriftsteller und Filmproduzent, liebt schnelle Autos und hat ein Faible für das Übersinnliche. Er lebte lange Jahre in den USA und war dort als Drehbuchautor und Filmproduzent tätig. Mittlerweile leitet er seine eigene Filmproduktionsfirma in England. Er lebt in Sussex und in London. Mehr Info: http://www.peterjames.com (ohne Gewähr). (Verlagsinfo)
Buchrezensionen zu Peter James bei |Buchwurm.info|:
[„Mein bis in den Tod“ 2493
[„Stirb schön“ 3154
[„Stirb ewig“ 3268
_Der Sprecher_
Hans Jürgen Stockerl studierte Schauspiel an der Neuen Münchner Schauspielschule Ali Wunsch-König. Neben seiner Theater- und Fernsehkarriere ist Stockerl als gefragter Hörbuch- und Hörfunksprecher tätig, dessen markante Stimme u. a. im Bayerischen Rundfunk, ZDF, WDR und DeutschlandRadio zu hören ist.
Vera Teichmann kürzte den Text und führte Regie. Als Tonmeister fungierte Christoph Tampe im Studio Plan 1 Media, München.
_Handlung_
Tom Bryce ist ein verschuldeter Familienvater, der in seiner Londoner Firma das Marketing leitet. Er ist so mit Arbeit eingedeckt, dass er sogar noch im Pendelzug nach Brighton seine E-Mails abruft und beantwortet. Im Zug vergisst ein Passagier, eine CD-Rom mitzunehmen. Tom nimmt sie mit, um sie auf dem Fundbüro abzugeben. Hätte er das nur getan!
Unterdessen bereitet sich die Jurareferendarin Janey Stratton, die abends noch als Prostituierte arbeitet, auf einen Kunden vor. Er hat alles genau vorgeschrieben, doch obwohl er ein Kontrollfreak ist, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Sie zieht sich gemäß seinen Vorschriften um. Da öffnet sich unbemerkt die Tür ihres Schlafzimmers …
Tom Bryce hat mit seiner geliebten Familie zu Abend gegessen und begutachtet in seinem Arbeitszimmer die unbekannte CD aus dem Zug. Das Antivirenprogramm beanstandet sie nicht, doch die Software auf der CD übernimmt sofort den gesamten Rechner und stellt eine Internetverbindung her: zu Scarab Productions. Tom bestätigt alle User-Abfragen und starrt schließlich durch das Objektiv einer Webcam in das Zimmer einer jungen Frau, die gerade aus dem Badezimmer tritt, um sich umzuziehen. Sie weiß offenkundig nicht, dass sie beobachtet wird. Und auch den kleinen kräftigen Mann, der aus ihrem Schlafzimmer tritt, bemerkt sie nicht, so beschäftigt ist sie mit Makeup und Ankleiden. Der vermummte Mann packt sie und stößt ihr ein Stilett in Brust und Unterleib. Der brutale Mord verfehlt seine Wirkung auf Tom nicht. Unglauben weicht Schock.
Als die Tür zu seinem Zimmer klickt, klappt Tom sofort den Deckel seines Laptops zu. Seine Frau Kelly will ihn ins Bett holen. Als sie wieder weg ist, ist die Verbindung ins Web abgebrochen worden. Toms Herz hämmert. Was für ein irrer Erotikthriller! Oder war das etwa echt? Kann doch nicht sein, oder? Als er am nächsten Morgen seinen Laptop aufklappt, um seine E-Mails zu lesen, sind alle seine Daten weg …
|Am nächsten Tag|
Detective Sergeant Roy Grace von der Mordkommission Sussex in Brighton wird von der Polizei Peacehaven zu einem Fall hinzugezogen. Eine Spaziergängerin bzw. ihr Hund hat in einem Rapsfeld eine Frauenhand gefunden. Nach und nach finden sich auch die anderen Körperglieder, die zum völlig zerstochenen Torso einer jungen Frau zwischen 20 und 35 Jahren gehören, doch der Kopf bleibt verschwunden. Roy Grace ahnt, dass dieser Fall seine nächsten Tage völlig beanspruchen wird. Sein Kollege Glen Branson tippt auf die vermisst gemeldete Janey Stratton, Jurareferendarin. Sie erinnert Grace an seine eigene Frau Sandy, die vor zehn Jahren spurlos verschwand.
Als Tom Bryce nach der Reparatur seines Mac-Laptops wieder seine Mails lesen kann, klickt er zweimal eine Website an, die ihm den Zugriff verwehrt. Wenig später bekommt er eine Mail ohne Absender. Der Text warnt ihn, Tom Bryce höchstpersönlich, irgendetwas von dem, was er verbotenerweise gesehen hat, an die Polizei weiterzuleiten. Oder seiner geliebten Familie könnte das Gleiche zustoßen wie dem Opfer der Tat, die er live mitangesehen hat. Für Tom beginnt ein Albtraum.
_Mein Eindruck_
Der Titel „Stirb schön“ ist bereits Programm. Es geht ums Sterben und darum, dabei gut auszusehen – vor einer Kamera, versteht sich. Nur dass die Kamera ebenso gut versteckt ist wie der Mörder, der für beides sorgt: sterben und gut dabei aussehen. Jemand hat ihn dafür bezahlt und der Auftraggeber wird wiederum von den Käufern des Snuff-Videos bezahlt, das er vom Mord vor laufender Kamera anfertigt. Das Internet macht’s möglich: Mord vor laufender Kamera, angeschaut durch zahlreiche Kanäle, die die Webcams anzapfen. Der Haken ist die Einschaltzeit: Man muss pünktlich sein oder man verpasst die „Show“. Doch die CD-Software stellt sowohl die Verbindung zum „Tatort“ her als auch die zum Zuschauer und sorgt so fürs rechtzeitige „Einschalten“.
In dieses verbotene und verborgene Märchenland perverser Aktivitäten und Phantasien tappt nun ein unbescholtener Familienvater. Das Ergebnis ist natürlich ein Albtraum, und der Autor tut alles, um ihn weidlich auszuspielen. Da der Familienvater ein unwillkommener Zeuge ist und dann auch noch zur Polizei geht, ist er mitsamt Gattin Star der nächsten Mords-Show. Unser Geschäft ist Mord – besser könnte man es nicht zusammenfassen.
Höchste Zeit, dass die Hüter von Gesetz und Ordnung auf die Plan treten. Doch Kommissar Roy Grace scheint mehr mit seiner neuen Flamme beschäftigt zu sein als mit der Verfolgung von Hacker und Snuff-Videoten. Auch ein nächtlicher Unfall bei einer Verfolgungsjagd kann ihn nicht aus Cleos Armen reißen. Er hat soeben einen göttlichen Orgasmus gehabt – was für eine Frau, diese Gerichtsmedizinerin Cleo Murray! Schade, dass Roy bald herausfinden muss, dass sie einen Verlobten hat.
Dieses kleine Hindernis in seinem dunklen Drange verleiht ihm jedoch den Freiraum, um mal wieder in seiner kleinen Mord-Ermittlung nach dem Rechten zu sehen. Zwei Zeugen entführt – so, so, gleich mal hinterherdüsen, Leute! Bei der Verfolgung von Verdächtigen lässt er auch schon mal die Tiefgarage eines Supermarktes absperren – und wenn sich die Leute auf den Kopf stellen, was sein muss, muss sein. Einer Geschäftsführerin eines „Hostessen“-Vermittlungsdienstes droht er schon mal damit, ihr Büro auf den Kopf zu stellen – was die Dame denn auch schnell kooperativ werden lässt. Nur eines kriegt er nicht auf die Reihe: dass sein Polizeihauptquartier in seinen Reihen einen Verräter beschäftigt.
Der Showdown ist für jeden Actionfan vom Feinsten. Dass der Oberböse abhauen will, wenn’s brenzlig wird, versteht sich von selbst, aber da hat Kommissar Grace auch noch ein Wörtchen mitzureden – und greift rechtzeitig zu. Was ihm erst recht das Händchen seiner Angebeteten einbringen dürfte, Verlobter hin oder her (sie wollte den Typen sowieso nicht, ist ja klar).
|Der Sprecher|
Hans Jürgen Stockerl kann zwar nicht so sehr die Tonlage variieren, aber dieses Manko macht er leicht wieder wett, indem er a) die Lautstärke wechselt und/oder b) das Tempo variiert. Beispiel: Carl Venner, der böse Bube im Hintergrund. Er brüllt seinen Helfershelfer, einen gehemmten Hacker, an, bis der andere fast in die Hose macht. Der Hacker weiß aber etwas, was ihm wertvoll erscheint. Dennoch spricht er leise, zögernd und langsam, so dass man gleich Bescheid weiß: Der wird nicht lange vor Carl Venner bestehen. Auf diese Weise charakterisiert der Sprecher seine Figuren.
Gegenbeispiel: Cleo Murray. Sie wird die Geliebte des Helden Roy Grace von der Mordkommission. Sie spricht zwar ebenfalls langsam und leise, als sie ihn vor ihrer Haustür willkommen heißt, aber dann macht sie auf verführerischste Weise einen netten Vorschlag, den Roy nicht ablehnen kann. Der Sprecher findet genau die richtige Tonlage, um sie echt klingen zu lassen. Man muss nur genau hinhören, um solche feinen Untertöne herauszuhören. Denn der Sprecher weiß, dass die Kunst in der Beschränkung liegt, nicht im Übertreiben.
|Das Booklet|
Das mehrseitige Booklet, das dem Klappkarton beiliegt, liefert Informationen über den Autor, den Sprecher, den Inhalt der Story, die Mitwirkenden. Schließlich gibt es noch ein Verzeichnis der Tracks auf den sechs CDs. Den Umschlag ziert das Bild eines blauen Skarabäus – wie passend.
_Unterm Strich_
An Grips und Raffinesse hat der Thriller von Mystery-Fachmann Peter James wenig zu bieten, aber dafür umso mehr an zielstrebiger Lösung eines Mordfalls, der durch den Grad seiner Perversität nur das Schlimmste für die Zukunft des Internets ahnen lässt. Auftragsmord vor laufendem Web-Publikum? Das ist sicher schon heute machbar, genauso wie Live-Sex – nur eine weitere Variante der Beglückung durchs Schlüsselloch. Peter James bietet spannende Unterhaltung unter einer aufregend erscheinenden Prämisse, aber mehr auch nicht. Der O-Titel „Looking Good Dead“ ist von echt britischem schwarzen Humor.
Das Hörbuch wird von Hans Jürgen Stockerl kompetent gestaltet, aber auch er muss sich nicht der Sprachakrobatik eines Rufus Beck bedienen, um sein Soll zu erfüllen. Mir ist es viel lieber, wenn sich der Sprecher zurückhält und nur andeutet, wie die Figuren sich ausdrücken. Den Rest besorgt meine Phantasie und Vorstellungskraft.
|Originaltitel: Looking Good Dead, 2006
Aus dem Englischen übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
429 Minuten auf 6 CDs|
http://www.argon-verlag.de
Dies ist der dritte Fall der legendären „Damen-Krimi“-Reihe aus den 1950er Jahren. Philip Odell, Privatschnüffler und ehemaliger Mitarbeiter des Secret Service und des FBI, sitzt im Büro, als es zaghaft an seine Tür klopft. Eine kleine ältere Dame schluchzt: „Meine Tochter ist verschwunden. Finden Sie sie!“ Und schon ist der weichherzige Odell in einen Fall verwickelt, der viel Aufregung, aber wenig Bares verspricht. Und wie immer hat seine scharfsinnige Freundin Heather bei einem Glas in der Mondscheinbar eine rettende Idee …