Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Jack London- Südseegeschichten: Die Perle & Der Walzahn (Lesungen)

Nicht so idyllischer Ausflug in die Südsee

In seinen bekannten Südseegeschichten aus dem Jahr 1911 stellt Jack London den weißen Mann den Eingeborenen gegenüber. Zunächst geht es um eine Perle von außergewöhnlicher Schönheit und von hohem Wert, doch im Mittelpunkt steht das Wüten der Urgewalt eines Hurrikans. In der zweiten Geschichte will ein weißer Missionar die Bergstämme der Hauptinsel des Fidschi-Archipels bekehren. Allerdings missachtet er ein paar Vorsichtsmaßnahmen. Ob ihm sein Gottvertrauen da helfen kann?

Der Autor

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Menge, Wolfgang / Roland, Jürgen – Stahlnetz 3: Verbrannte Spuren

_Rätselhaft: die Leiche in der Scheune_

Die Rendsburger Mordkommission ermittelt: In der niedergebrannten Scheune des Bauern Cohrs liegt die Leiche einer Frau. War es ein Unfall, Brandstiftung oder gar Mord? Kommissar Strobel geht der Sache auf der Grund und löst den Fall auf jeden Fall.

Die TV-Serie „Stahlnetz“, die der NDR produzierte, ist vom Design her eine Übernahme der US-Krimiserie „Dragnet“, von der auch die markante Titelmelodie stammt. Doch die Inhalte sind quasi urdeutsch und entstammen deutschen Kriminalakten. Besonderes Kennzeichen von „Dragnet“: nur die Fakten zählen! – Die Tonspur wurde fürs Hörspiel bearbeitet und digitalisiert.

_Die Autoren_

Jürgen Roland (Regie), bekannt u. a. für seine TV-Serie „Großstadtrevier“ und mehrere Kriminalspielfilme, die ihn zu einem Pionier und Mentor der deutschen TV-Krimilandschaft gemacht haben.

Wolfgang Menge (Buch) verarbeitete echte Unterlagen der Kripo und schrieb sie Schauspielern auf den Leib. Er ist besonders bekannt für die Comedy-Serie „Ein Herz und eine Seele“ (mit Heinz Schubert).

Zusammen legten die beiden Pioniere den Grundstein für die Endlosserie „Tatort“ der Fernsehanstalten der ARD. In jeder Folge ermittelt ein neues Kommissarengespann in einer anderen Region Deutschlands, insbesondere in Großstädten.

_Die Mitwirkenden_

Kommissar Strobel: Karl-Georg Saebisch
Kommissar Ahrberg: Peter Lehmbrock
Obersekretär Eismann: Eddi Arent
Herr von Altmann: Robert Meyn
Beate von Altmann: Herta Fahrenkrog
Peter Holtzmann: Klaus Kindler
Frau Poppe: Hela Gruel
Nancy: Susanne von Ratony

In weiteren Rollen:
Egon Mohr, Günter Lüdke, Hans Gosslar, Adolf Hansen, Kurt Klopsch, Friedrich Schütter.

Die Produktionsleitung lag in den Händen von Erich Holder, den Ton steuerte Werner Stumpf, die Aufnahmeleitung hatten Edgar Paeper und Wolfgang Rau inne. Die Hintergrundmusik stammt von Ricardo Zandonai und Pérez Prado, die Titelmusik von Walter Schumann und Ray Anthony – sie ist der amerikanischen TV-Krimiserie „Dragnet“ entnommen.

_Handlung_

„Feuer!“ Eine Scheune brennt, und die Feuerwehr rückt mit Sirenengeheul an, doch es bleibt nicht mehr allzu viel zu löschen. Das Gebäude ist bereits zu stark niedergebrannt. Aber in den verkohlten Resten findet man eine völlig unkenntliche Leiche. Das ruft die Mordkommission Rendsburg auf den Plan. War es ein Unfall oder war das Opfer schon vor dem Brand tot? Das gilt es nun herauszufinden.

Die wichtigste Frage, welche die Kommissare Strobel und Ahrberg sowie ihr eifriger Obersekretät Eismann (Eddi Arent in einer nur halb ernsten Rolle) zu klären haben, lautet: Wer ist das Opfer? Dass es sich bei dem Brand um einen Unfall handelte, scheidet aus, denn es mangels Gewitter gab es auch keinen Blitz. Es war also Brandstiftung. Versicherungsbetrug? Nein, denn dann hätte der Täter keinen Mord riskiert.

Obwohl die Leiche bereits am Abend des 7. März gefunden wurde, braucht die Kripo geschlagene sechs Wochen, um die Identität der weiblichen Toten herauszufinden. In dieser Zeit gibt sich Eismann sogar als Pferdemaler aus, um bei dem Pferdezüchter von Altmann undercover zu ermitteln. Leider haben ihn die Damen des Gestüts schnell durchschaut, denn sein „Pferdeverstand“ tendiert gegen Null.

Während nach der Exhumierung der Leiche, die der Staatsanwalt angeordnet hat, diese nochmals von einem Spezialisten untersucht wird, begutachtet ein weiterer Helfer die in den Trümmern der Scheune gefundenen Sachen. Darunter ist ein Buch von Gustav Freytag: Doch „Soll und Haben“ besteht aus zwei dicken Bänden, es liegt nur der zweite Band vor. Warum sollte jemand zwei solche Schwarten auf einen Kurztrip mitnehmen? Das ergibt keinen Sinn.

Der Sinn ergibt sich jedoch sofort, als der Kieler Spezialist das Opfer genauer identifiziert und eine Vermisstenmeldung aus Hamburg eingeht. Die junge Dame wollte nicht aufs grüne Land fahren, das nicht mal eine Stunde entfernt liegt. Nein, sie wollte nach Zurüch, zu ihrem Verlobten, und dafür brauchte sie die zwei Bücher. Leider sollte die Schwangere dort nie ankommen.

Der Name führt zum Arbeitsplatz, und dort findet sich ein Mann, der die Tote sehr gut kannte. Aber: War es wirklich Mord – oder doch etwas ganz anderes?

_Mein Eindruck_

|Bones|

„Verbrannte Spuren“ ist kein Fall aus dem damaligen Lehrbuch des Jahres 1960: Erst muss in mühsamer Arbeit das verkohlte Opfer halb identifiziert werden. Das wäre eine hübsche Aufgabe für jedes CSI-Team gewesen, und Kathy Reichs hätte sicher einen erfolgreichen Bestseller plus einen TV-Krimi darüber schreiben können. Doch die eigentliche Identität wird erst durch die Vermisstenmeldung aus Hamburg feststellbar. Natürlich müssen die Spuren, die beim Opfer gefunden wurden, noch identifiziert werden – kennt man ja.

|Kontrastprogramm|

Doch diese harte kriminalistische Praxis stellt der Drehbuchautor dem scheinbar so friedlichen Landleben gegenüber: Pferdegestüt, Ackerbauern, reetgedeckte Häuser und Scheunen. Doch die Idylle trügt: Hier wurden in drei Monaten sieben Menschen als verschwunden gemeldet. Und wie sieht es mit Brandstiftung und Versicherungsbetrug aus? Der Besitzer der Scheune, Bauer Cohrs, wird halb im Scherz als „Brandstifter“ bezeichnet, was diesen sicher nicht gerade freut. Davon könnte ja was hängen bleiben.

|Charme|

Ein netter dramaturgischer Einfall ist die Undercover-Ermittlung des Polizeiobersekretärs (seltsamer Titel) Eismann. Er tritt als völlig ahnungsloser Pferdemaler auf, natürlich auf dem Gestüt eines gewissen Herrn von Altmann. Wieso der Kommissar aber ausgerechnet Altmann verdächtigt, leuchtete mir nicht ein. Altmann hat sich nur angelegentlich nach dem Scheunenbrand und dem Opfer erkundigt, das ist alles. Das macht ihn doch nicht verdächtig. Aber es passt gut in die Dramaturgie, dass Altman eine hübsche Tochter und diese eine noch hübschere Freundin namens Nancy hat. Da kann Eismann – nomen non est omen – seinen Charme spielen lassen.

|Kritischer Ansatz|

Der Grund für das Zutodekommen der jungen Frau aus Hamburg ist das damals geltende Verbot einer Abtreibung. Sie hätte das uneheliche Kind – sie verlobt, er verheiratet – wegmachen müssen. Das wollten oder konnten beide Elternteile nicht, und so wollten sie sich umbringen. Das klappte nicht so ganz. Mehr sei nicht verraten. – Aber dass die Abtreibung verboten war, kritisieren der Drehbuchautor und sein Film implizit: Das Verbot fordert Opfer, die bei einer Legalisierung der Abtreibung hätten vermieden werden können.

|Sprecher & Inszenierung|

Die Geräusche sind wie aus dem richtigen Leben und so, wie man sie aus einem normalen Fernsehkrimi kennt. Allerdings hört man solche Klänge wie hier nicht mehr allzu häufig. Denn die Handlung beginnt draußen auf dem Lande. Hier zwitschern die Vögel und klappern die Pferdehufe, und stetig weht eine sanfte Brise übers platte Land. Einen Übergang bilden bereits die Bahnhofsgeräusche: eine Dampflokomotive fährt im Hintergrund vorüber.

Das ändert sich natürlich, wenn das Polizeirevier mit seinem Schreibmaschinengeklapper die Szene stellt, oder auch mal eine Kneipe mit ihren Skat klopfenden Kartenspielern. Schließlich landen unsere Kriminaler sogar im geschäftigen Hamburg, und hier ist im Hintergrund quasi die Hölle los. Doch sobald sie ihren Kandidaten gefunden haben, führt die Handlung wieder zurück an den Ausgangspunkt: Es wird eine Rekonstruktion des Tathergangs ausgeführt. Ein Hund heult gar schaurig im Hintergrund, dass man glauben möchte, die Götter hätten den Weltuntergang beschlossen. Nun, für den Täter ist das Gefühl seiner Niederlage nicht viel anders.

Die Sprecher der zwei Kommissare – wieso brauchen die überhaupt zwei? – konnte ich überhaupt nicht auseinanderhalten, obwohl sogar einer der beiden als Erzähler fungiert. Ahrberg hielt ich für Strobel und umgekehrt – ihre Stimmen sind sich einfach viel zu ähnlich. Hingegen gelang es mir nach einer Weile, die wesentlich hellere Stimme von Eddi Arent herauszuhören. Arent war danach regelmäßig in den deutschen Edgar-Wallace- und Winnetou-Verfilmungen zu sehen und trug dabei stets das humorvolle, komische Element bei. In „Stahlnetz“ muss er sich jedenfalls sehr anstrengen, keine Lachnummer abzugeben, aber dass er einen ironischen, ja sogar sinnlichen Aspekt – er wird von zwei hübschen Damen umschwärmt – beiträgt, verleiht der Handlung ein entspannendes Element.

Die übrigen Sprecher sind mir kaum in Erinnerung geblieben, aber es gibt zwei bekannte Stimmen, die wir aus in den sechziger Jahren synchronisierten Fernsehserien kennen. Die eine Stimme gehört Klaus Kindler, der den Peter Holtzmann, den heimlichen Freund der Toten, spielt. Die andere gehört jenem Schauspieler, der den Rechtsmediziner in Kiel spricht, dem aber im Booklet kein Name zugeordnet wird. Er hat eine markante, tiefe Stimme, die später in Fernsehwestern zu hören war.

_Unterm Strich_

Auf dem Lande, da gibt es durchaus Sünden. Und eine der damals schlimmsten Sünden war eine Abtreibung. Ein junges Liebespaar, beide schon gebunden, muss den Preis für die rigiden Gesetze der damaligen Zeit zahlen – sie sehen keinen anderen Ausweg als den Freitod.

Mit dieser Episode der erfolgreichen TV-Krimiserie greift das Erfolgsteam aus Jürgen Roland (Regie) und Wolfgang Menge (Autor) ein für uns heute unvorstellbares Tabu an: das Abtreibungsverbot. Es gab ja damals noch nicht einmal die Pille für die Frau – und alles davor kommt uns wie finsterstes Mittelalter vor. Roland und Menge wollten zumindest den Finger in die Wunde legen und das tabuisierte Problem ins Bewusstsein heben. Ob danach etwas an den Gesetzen geändert wurde, wäre Gegenstand einer politologischen oder juristischen Recherche.

Wer sich also zunächst an der heiteren Landidylle erfreut, die am Anfang und in der Mitte aufscheint – mit Eddi Arent im Mittelpunkt -, der wird am Schluss mit einer ganz anderen Wirklichkeit konfrontiert. Eine, die unsichtbar ist und sich nicht für Postkartenbilder eignet, aber dennoch regelmäßig ihre Opfer gefordert haben muss.

|Die Serie|

Die Serie lieferte den deutschen TV-Zuschauern sowohl Unterhaltung als auch Dokumentation. Diese Kombination stieß ab 1958 auf ein enormes Echo und verschaffte dem Rezept eine lange Lebensdauer.

Die Tonqualität kann sich durchaus hören lassen. Stellenweise ist zwar bei großer Lautstärke noch das berüchtigte Knistern zu hören und die ganze Chose erklingt in Mono- statt Stereoton, aber im Großen und Ganzen erweist sich die digitale Überarbeitung als wahrer Segen für die Rettung solcher Schätzchen – ein Beleg dafür, dass schon damals das deutsche Fernsehen zu guten Leistungen in der Lage und nicht mehr unbedingt auf den Import ausländischer Krimikost wie „Dragnet“ oder „Kommissar Maigret“ angewiesen war.

|64 Minuten auf 1 CD|
http://www.audioverlag.de
Stahlnetz 1: [„Das 12. Messer“ 3394
Stahlnetz 2: [„Das Haus an der Stör“ 3430
Stahlnetz 4: [„Saison“ 3434

Terry Pratchett – Kleine freie Männer (Lesung)

Disney-mäßig: Rettungs-Expedition ins Feenland

Nachdem ein Wasserdämon um ein Haar fast seinen kleinen Bruder Willwoll entführt hat, wendet sich das Milchmädchen Tiffany Weh an eine professionelle Hexe. Miss Tick gibt ihr nach vielen neugierigen Fragen einen wertvollen Ratgeber: eine sprechende Kröte. Als ihr Bruder aber wirklich von der Feenkönigin entführt wird, braucht Tiffany mächtigere Verbündete.

Da trifft es sich gut, dass die Wir-sind-die-Größten, kleine blauhäutige, saufende, stehlende und kämpfende Gnomen, eine Hexe suchen. Durch ihre Heldentat gegenüber dem Wasserunhold hat sich Tiffany eindeutig als solche qualifiziert und kriegt den Job. Zusammen nehmen sie es mit der grausamen Feenkönigin auf, deren Welt dabei ist, in unsere einzudringen, um Träume zu stehlen.

Doch die Rettungsaktion erweist sich als schwieriger als gedacht: Das Reich der Märchen ist längst nicht so schön, wie es uns die Geschichten immer weisgemacht haben, sondern kalt und voller Gefahren. Tiffany und ihre Truppe „kleiner freier Männer“ geraten von einer heiklen Situation in die nächste.
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Menge, Wolfgang / Roland, Jürgen – Stahlnetz 4: Saison

_Feinfühlig: Expedition in ein Mordhaus_

Wintersaison in einem Harzer Kurort. Die 25-jährige Helga Zeller wird erdrosselt in ihrer Wohnung aufgefunden. Im Haus sagt man der Toten Bösartigkeit und Falschheit nach. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Gerede?

Die TV-Serie „Stahlnetz“, die der NDR produzierte, ist vom Design her eine Übernahme der US-Krimiserie „Dragnet“, von der auch die markante Titelmelodie stammt. Doch die Inhalte sind quasi urdeutsch und entstammen deutschen Kriminalakten. Besonderes Kennzeichen von „Dragnet“: nur die Fakten zählen! – Die Tonspur wurde fürs Hörspiel bearbeitet und digitalisiert.

_Die Autoren_

Jürgen Roland (Regie), bekannt u. a. für seine TV-Serie „Großstadtrevier“ und mehrere Kriminalspielfilme, die ihn zu einem Pionier und Mentor der deutschen TV-Krimilandschaft gemacht haben.

Wolfgang Menge (Buch) verarbeitete echte Unterlagen der Kripo und schrieb sie Schauspielern auf den Leib. Er ist besonders bekannt für die Comedy-Serie „Ein Herz und eine Seele“ (mit Heinz Schubert).

Zusammen legten die beiden Pioniere den Grundstein für die Endlosserie „Tatort“ der Fernsehanstalten der ARD. In jeder Folge ermittelt ein neues Kommissarengespann in einer anderen Region Deutschlands, insbesondere in Großstädten.

_Die Mitwirkenden_

Wer welche Rolle spielt, muss sich jeder Hörer zusammenreimen, denn die CD macht dazu keine Angaben:

Grit Boettcher
Hans Hessling
Richard Lauffen
Dieter Eppler
Klaus Kindler
Tilly Lauenstein
Werner Buttler
Thomas Braut
Marina Ried
Vasa Hochmann
Otto Lüthje

Über Produktionsleitung und Aufnahmeleitung macht die CD keinerlei Angaben, was ich schade finde. Die Titelmusik stammt wie stets von Walter Schumann und Ray Anthony – sie ist der amerikanischen TV-Krimiserie „Dragnet“ entnommen.

_Handlung_

In dem kleinen Harzer Kurort ist gerade Misswahl, als zwei der Besucher eine merkwürdige Meldung erhalten: Aus dem Haus der Familie Schinzel, wo einige der Skiortbesucher wohnen, stinkt es gewaltig. Ob man wohl die Polizei benachrichtigen soll? Na, klar doch.

Vor Ort bricht ein Helfer für den Dorfpolizisten Henry Wohlers die Tür zum Zimmer von Helga Zeller auf. Leichengestank schägt den Eintretenden entgegen, eine Scheibe wird eingeschlagen, um frische Luft einzulassen. Sieht so aus, als habe man Zeller den Schädel eingeschlagen, aber Wohlers‘ erster Eindruck ist ein Irrtum. Die Frau wurde erdrosselt. Auf ihrem Nachttisch findet sich ein Abschiedsbrief, aber nicht von ihr …

Nach Wohlers‘ Meldung rücken Kriminalkommissar Hauck und ein Staatsanwalt aus Goslar und Braunschweig an, um die Hintergründe des Mordes aufzuklären. Die Zeller muss schon fast sechs Wochen tot sein, denn sie wollte am 3.1. zurück nach Flensburg reisen. Tags zuvor wurde sie zum letzten Mal lebend gesehen. Schon bald schält sich aufgrund der Zeugenaussagen der Hausbewohner ein wenig schmeichelhaftes Bild von ihr heraus.

Die 25-Jährige hatte offenbar viele Männerbekanntschaften, die sie seit Mitte des vorhergehenden Jahres pflegte. Darunter war nicht nur ein Schrotthändler namens Dieberitz, der im Dezember heiratete, sondern auch Herbert Schinzel, der Sohn der Hauswirtin Clara Schinzel. Er hatte mit Zeller ein Verhältnis, bevor er vor drei Monaten seine jetzige Frau Gisela heiratete. Er wohnte neben Zellers Zimmer, und sofort fällt der Verdacht auf ihn.

Belastend wirkt sich beispielsweise ein mysteriöser Zettel aus, der neben einem 50-Mark-Schein lag, als er am Morgen des 3. Januar vor Frau Schinzels Tür gefunden wurde. Die 50 Mark sollten wohl die Miete der Zeller für den Februar sein, nimmt Hauck an. Der Zettel war jedoch in Sütterlinschrift geschrieben, wie man sie im Dritten Reich lernte und wie sie im Haus nur noch Herbert Schinzel beherrscht … Der Zettel aber sei verschwunden, behauptet seine Mutter. Genau wie der Koffer der Zeller.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Schlüssel. Der Küchenschlüssel passt eigenartigerweise auch zum Zimmer der Zeller. Für den Kommissar ist die Sache klar wie Kloßbrühe, und er lässt Herbert Schinzel festnehmen, aber noch nicht in Haft nehmen. Denn erstens gibt ihm dessen Frau ein Alibi und zweitens müssen noch die diversen Männerbekanntschaften der Zeller überprüft werden. Und da ist immer noch die Frage offen, an die zunächst keiner der Beamten zu denken scheint: Wusste Gisela vom Verhältnis ihres Mannes mit der Zeller? Falls ja, dann …

_Mein Eindruck_

Man sieht also, dass es die Hauptaufgabe der Ermittler in diesem authentischen Fall ist, das soziale Umfeld des Mordopfers auszuloten. Bei diesem kniffligen Vorgehen sind die Beamten auf Fingerspitzengefühl angewiesen, und so wendet sich Wohlers nicht nur einmal an seine Frau, die etwas mehr Einfühlungsvermögen besitzt als er, zumal in Frauendingen. Ihre Meinung trägt zur Aufklärung des Falls bei.

Doch Empathie in allen Ehren – die Beamten müssen auch Durchsetzungskraft und Objektivität aufbringen. Sollen sie vielleicht nur einen Mann als Täter in Frage kommen lassen? Das wäre wohl ein Fall von Parteilichkeit, wenn nicht sogar von Sexismus. Warum sollte nicht auch eine Frau in der Lage sein, eine andere Frau zu erdrosseln, zumal im Affekt? Dem Krimiexperten kommt gleich zu Beginn der Vernehmungen die kühl-nüchterne Unbeteiligtheit von Gisela Schinzel bemerkenswert vor. Sie gibt sogar unumwunden zu, dass sie die Zeller nicht mochte – beim häuslichen Hintergrund nur zu verständlich. Aber kann man sie eines Mordes für fähig halten? Das wird sich noch herausstellen.

Wieder stellt dieser Fall die Grundprinzipien der ordnungsgemäßen Polizeiarbeit vor. Und er tut dies mit solcher Akribie, dass der Drehbuchautor den Polizisten Suhrbier einführt, der die Regeln sogar aus dem Lehrbuch herunterbetet. Dies ist das einzige Aufblitzen von ironischem Humor im ganzen Handlungsverlauf.

Denn das, was Helga Zeller unter Humor verstand und in einer Rückblende an den Tag legt, ist alles andere als lustig: Sie freut sich, dass ihre Nachbarin, Frau Pfeifer, offenbar zu betrunken ist, um unbeschadet die Treppe hinterzugehen. Nicht genug damit, tratscht sie dies auch noch im ganzen Haus herum – wie soll man da nicht wütend werden? Die Diffamierungen, auch von anderen, hören überhaupt nicht mehr auf. Mörderkandidaten gibt es also einige. Merke: Ein Mord kann auch im bestgeführten Haus(halt) vorkommen. Niemand ist sicher.

|Der Sprecher/Die Inszenierung|

Die Geräusche sind wie aus dem richtigen Leben und so, wie man sie aus einem Fernsehfilm kennt. Allerdings erscheinen sie sehr zurückgenommen – kein Vergleich mit dem aufdringlichen und überlagernden Bahnhofsambiente aus „Das Haus an der Stör“. Hier geht alles recht dezent zu, und den lautesten Hintergrund liefert sicherlich die Misswahl und die abschließende Aufführung der „Heiligen Johanna“ (siehe Titelbild). Irgendwo in der Mitte gehen zwei Herren durch den Schnee des Harzes, und ein gemischtes Paar tritt eine Erzhalde hinunter – denn es gibt einen Anachronismus am Ort: eine Erzgrube. Hier lässt so manches zutage fördern …

Da das Booklet keine Rollenzuweisungen ausweist, kann eine Einschätzung der Schauspieler- und Sprecherleistungen nur durch Vermutungen, gestützt auf berechtigte Annahmen, ausgeführt werden. Ich nehme an, dass Grit Boettcher die Rolle der Gisela Schinzel spricht. Sie tut dies auf eine eindringliche und recht ernst zu nehmende Weise, die ihrem späteren Image als Komödiantin ziemlich widerspricht. Am Schluss hat auch Polizeimeister Henry Wohlers, vermutlich gespielt von Hans Hessling, Mitgefühl für sie. Ich glaube nicht, dass ihre Rolle sich mit dem Thema des Stückes der „Heiligen Johanna“ deckt (dessen Auswahl durch den Autor sicherlich kein Zufall ist). Für Gisela wäre wohl schon eher die wütende Amazone „Penthesilea“ oder eine andere Figur von Kleist infrage gekommen gewesen. Aber sie hätte schlecht ins Kurprogramm gepasst.

In der Mitte tritt der obligatorische sorgenerfüllte Kurdirektor auf. Natürlich ist der Tod schlecht für den Tourismus, aber muss man dann gleich so ein Aufhebens darum machen? Das Argument kommt uns bekommt vor und erinnert an selige Zeiten, als Spielbergs Schocker „Der weiße Hai“ die Leute in Scharen vom Strand ins Kino lockte.

_Unterm Strich_

Diese Folge von „Stahlnetz“ ist solide Handwerksarbeit. Der Hörer kann dem Verlauf der Ermittlung ohne weiteres folgen, denn es wird einerseits die Einheit von Ort und Zeit eingehalten (was bei Rückblendentechnik selten der Fall ist), andererseits werden alle Anwesenden stets mit Name identifiziert, so dass man auch ohne Bild stets auf dem Laufenden gehalten wird, wer anwesend ist. Natürlich muss man bei den häufigen Szenenwechseln aufpassen, aber dafür sind die Szenen relativ lang und steuern stets auf eine nützliche, wertvolle Information zu.

Auf diese Weise baut sich ein Gebäude aus Hinweisen auf, sodass der gewiefte Hörer schon nach kurzer Zeit mit dem Finger auf den Täter oder die Täterin weisen könnte. Dieses Wissen entwertet aber nicht den Schluss, vielmehr trägt das Indiziengebäude dazu bei, ein soziales und emotionales Umfeld hervortreten zu lassen, das teilweise zur Erklärung der Mordtat beitragen kann. Dies ist der eigentliche Lerneffekt, den diese Episode, ganz im Sinne der beiden Stahlnetz-Designer Menge und Roland, vermitteln will. Und dabei beachten sie stets auch die Regeln der Spannungserzeugung.

Die Serie lieferte den deutschen TV-Zuschauern damit sowohl Unterhaltung als auch Dokumentation. Diese Kombination stieß ab 1958 auf ein enormes Echo und verschaffte dem Rezept eine lange Lebensdauer.

Die Tonqualität kann sich durchaus hören lassen. Stellenweise ist zwar bei großer Lautstärke noch das berüchtigte Knistern zu hören und die ganze Chose erklingt in Mono- statt Stereoton, aber im Großen und Ganzen erweist sich die digitale Überarbeitung als wahrer Segen für die Rettung solcher Schätzchen – ein Beleg dafür, dass schon damals das deutsche Fernsehen zu guten Leistungen in der Lage und nicht mehr unbedingt auf den Import ausländischer Krimikost wie „Dragnet“ oder „Kommissar Maigret“ angewiesen war.

Ganz am Schluss erklingt die Titelmelodie in voller Länge. PAMM-PA-RAMM-PAM! Mir schlackerten die Ohren, als das Bass-Saxophon durch die Lautsprecher dröhnte. Wer kann, sollte sich eine gehörige Dosis Krimi-Nostalgie verabreichen und die eine oder andere Episode der Stahlnetz-Serie reinziehen.

|74 Minuten auf 1 CD|
http://www.audioverlag.de
Folge 1: [„Das 12. Messer“ 3394
Folge 2: [„Das Haus an der Stör“ 3430
Folge 3: [„Verbrannte Spuren“ 3469

Perry Rhodan – Die Spur der Kartanin (Silber Edition 160)

Die Handlung:

Vor fünfzehn Jahren haben Truppen aus den Galaxien der Mächtigkeitsballung Estartu die Welten der Milchstraße besetzt. Sie wollen ihren Bewohnern die Philosophie des Permanenten Konflikts vermitteln – nötigenfalls mit Gewalt. Die Gegenwehr der Menschen und ihrer Verbündeten ist aber stark.
Beispielsweise hat Julian Tifflor die Group Organic Independence ins Leben gerufen. Mit Mut und Entschlossenheit sowie neu entwickelten Technologien macht die Organisation den Eroberern das Leben schwer.
Zugleich setzen sich Galaktiker auf die Spur der mysteriösen Kartanin. Woher kommen diese katzenartigen Wesen, was sind ihre Pläne? Es zeigen sich Zusammenhänge zwischen den Aktivitäten der Kartanin in Estartu und in der Milchstraße … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dramatisch gehts los, wenn wir erleben, was der Besatzung des Virenraumschiffs AVIGNON passiert. Zum Glück ist Julian Tifflors GOI da, um zu helfen.

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Die drei ??? – Manuskript des Satans (Folge 221)

Die Handlung:

Ein Manuskript des leibhaftigen Satans und teuflische Lärmattacken – dieser Fall hat es in sich! Begeben die drei ??? sich in höllische Gefahr? Wer steckt hinter dem entsetzlichen Lärmangriff auf das Haus von Professor Bancroft? Während der Wissenschaftler versucht, eine geheimnisvolle alte Handschrift zu übersetzen, machen sich Justus, Peter und Bob auf die Suche nach der Lärmquelle. Haben die Attacken etwas mit dem Manuskript des Satans zu tun, an dem der Professor gerade arbeitet? Die drei Detektive werden es herausfinden. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Die Satanisten unter den Hörern wissen, dass es in der Vergangenheit bereits einen Teufelsberg, einen tanzenden Teufel, Pistenteufel, einen Feuerteufel, Fußball-Teufel, ein Dorf der Teufel, die Musik des Teufels und ein teuflisches Foul gegeben hat. Streiche „Teufel“, setze „Satan“ … und weiter gehts?

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Arthur Conan Doyle & Herman Cyril McNeile – Tod eines Giftforschers (Sherlock Holmes Folge 54)

Rätselhafter Gifttod, nichts für Tierfreunde

Würde sich ein erfahrener Toxikologe aus Versehen selbst vergiften? Rechtsanwalt Alfred Humber, der einen Selbstmord seines Klienten kategorisch ausschließt, hat hier seine Zweifel und bittet Sherlock Holmes, sich im Laboratorium des Toten einmal genauer umzuschauen… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft und dem HÖRKULES ausgezeichnet.
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Ascan von Bargen – Annwyn – Die Tore der Anderwelt (Folge 2)

Halloween: Die Monster kommen aus dem Spiegel!

Auf den Grundfesten eines Jahrtausende alten keltischen Heiligtums erbaut, erhebt sich am Rande der irischen Steilküste das trutzige Gemäuer von Ringwood Manor. Doch niemand ahnt etwas vom mörderischen Vermächtnis der heidnischen Druiden und der tödlichen Gefahr Annwyns, die im Höhlenlabyrinth unter der Burg lauert – und sich aus der Anderwelt unbeirrbar ihren Weg in die Welt der Leben bahnt.

Zwei Jahrhunderte nach den Geschehnissen in „Annwyn 1“ fordert das Tor zur Anderwelt weiterhin Opfer: unter irischen Ortsansässigen, aber auch unter allzu neugierigen Archäologen. Kann das Tor wieder verschlossen werden?

Hinweis: Es handelt sich wie schon beim [ersten Teil 1825 um ein Hörspiel, also um eine dramatische Inszenierung, keineswegs um eine ruhige Lesung. Man könnte also von einem Film ohne Bild sprechen: Kino für die Ohren.

|Der Autor|

Über Ascan von Bargen informiert das Hörbuch nicht und über ihn ist mir nichts bekannt.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Stimme des Erzählers gehört eindeutig Joachim Kerzel, die dt. Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffman. Zu den bekannteren Sprechern zählen der Schauspieler Gerd Baltus sowie die bekannten Synchronsprecher Frank Glaubrecht (dt. Stimme von Al Pacino und Pierce Brosnan) und Daniela Hoffmann (dt. Stimme von Julia Roberts und „Ally McBeal“). Die Namen der restlichen Sprecher sagen mir nichts. Es wäre müßig, sie alle aufzuzählen.

Die Regie führte irgendjemand im „Maritim-Studio“, die Frontillustration stammt von Timo Wuerz. Damit erschöpfen sich die Angaben des Verlags auch schon. Die filmische Musik steuerte vermutlich wieder, wie beim 1. Teil, Terry Devine-King bei.

Der „Genuss“ dieses Hörbuchs wird vom Verlag erst ab 16 Jahren empfohlen. Sobald man die Furcht erregenden Stimmen und Geräusche gehört hat, kann man dem nur beipflichten.

_Vorgeschichte_

Am 25. September 1782 brachte ein Mann namens Meadows eine uralte Handschrift nach Ringwood Manor, das auf hohen Klippen thront, die von Schmuggler- und Piratenhöhlen durchzogen sind. Lord Kilvert, Herr auf Ringwood Manor, hat die Handschrift gefunden und gelesen, doch das Manuskript entzündet sich selbst und verbrennt zu Asche. Fünf Tage später verschwindet seine Tochter Julie spurlos. Eine geisterhafte Stimme warnt Kilvert, dass die Tore zu Annwyn geöffnet wurden …

_Handlung_

Am 25. März des Jahres 1960 vermissen irische Bauarbeiter den Ingenieur Andrew Archer in der Umgebung des mittlerweile verfallenen Gutshauses Ringwood Manor. Der Bauherr John Hamilton Neville wollte hier eigentlich eine Luxushotelanlage errichten, aber offenbar gibt es Fälle von Sabotage. Wie sonst wären die mysteriösen Zwischenfälle zu erklären? Dass es hier spukt, wie die Einheimischen behaupten, glaubt Neville keine Sekunde lang. Sein Vorarbeiter Jackson wird indes in den Höhlen eines Besseren belehrt: Ein Vogelmonster will seine Augen …

Am 16. Mai 1960 in der friedlichen Pension von Mrs. McAdams im irischen Fischerdörfchen Evanbaille nimmt Jenny, die Freundin von James Owens, gerade eine Dusche, als der Strom ausfällt. Sie hört das Grollen eines Monsters, dann ertönt ein Splittern, ein Schrei verhallt … Als Owens, der amerikanische Fotograf, aus einem Gewitter in die heimelige Pension zurückkehrt, fällt ihm zunächst ein angenehmer Duft auf. Dann jedoch öffnet sich eine Tür von alleine, eine Vase fällt … Ein weiblicher Geist erscheint im Dunkeln. Sie klagt, verschwindet – eine irische Todesfee? Owens sucht vergeblich nach seiner Freundin.

Am 31.10.1999 – Halloween – im Cambridge Institute of Sciences and Technology, England. Dr. Beverly Howell ist völlig happy: Die Archäologin hat mehrere Artefakte gefunden, aber was noch mehr ist: Es gibt auch die dazugehörigen Leichen! Diese zeigt sie ihrem Kollegen, dem Keltologen Dr. Parker Craven, nur zu gern, denn schließlich stammen sie aus der Zeit der Kelten, für die er Experte ist. Offenbar handelt es sich um einen irischen Stammesfürsten, nach dem goldenen Torque bzw. Halsring zu urteilen. Und das zweite Artefakt ist das verschollen geglaubte Buch von Lirvaen. Craven ist völlig aus dem Häuschen. Das Buch soll von wahnsinnigen Mönchen mit Menschenblut auf der gegerbten Haut von Jungfrauen geschrieben worden sein. Dann verschwand es im Jahre 1692 mit einem Schiff antibritischer Verschwörer. Klar, dass darauf ein Fluch liegt.

Howell bittet Craven, das Buch zu übersetzen. Und wenn es den dazugehörigen Schatz gibt, soll er ihn in Irland suchen. Tatsächlich findet Craven im Buch eine Karte, auf der Ringwood Manor als die Ringfestung Dun Fein eingetragen ist. Da ruft seine Mitarbeiterin Camilla aus Irland an: An jedem 16. Mai erscheint dort ein Geist, die „leidende Frau von Evanbaille“ genannt. Das erklärt das Erlebnis, das James Owens im Jahr 1960 hatte.

Kurz vor Mittag betritt Craven das Höhlenlabyrinth, das sich unterhalb des Gutshauses entlang der Steilküste erstreckt. Er betritt es und markiert seinen Weg. In einer Grotte stößt er auf Höhlenzeichnungen und Schriftzeichen. Wie ein blutiger Anfänger hämmert er auf eines der Zeichen ein und zerstört es. Dummerweise war es ein Siegel des Schutzes gegen die Schrecken von Annwyn: Die Tore der Anderwelt öffnen sich und eines seiner Wesen verschlingt den Unvorsichtigen.

Es ist Samhain, die Nacht, in der die Welt der Toten und die Welt der Lebenden einander durchdringen. Doch wie kann es gelingen, die Tore wieder zu verschließen?

_Mein Eindruck_

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Die vorliegende Hörspiel-Produktion gehört leider nicht zum Gold. Dies ist pure Horror-Mystery-Exploitation, die sich in den allzu großen Fußstapfen von Hohlbeins Hexer-Romanen und H.P. Lovecraft abmüht, ein Mischmasch aus keltischer und walisischer Mythologie dazu zu verwenden, um eine Horrorstory zu kolportieren, die doch reichlich dünn und zudem verworren ist.

|Augenwischerei|

Mehrere Flüche und Geister werden kombiniert, um der Story den Anstrich eines horrormäßigen Mysteriums zu verleihen. Dabei haben weder das Buch von Lirvaen noch die „Leidende Frau von Evanbaille“ etwas mit der Anderwelt zu tun. Sie sind nur Augenwischerei. Lediglich die Todesfälle in und unter Ringwood Manor sind relevant. Hier kommt der Ingenieur um, aber auch ein paar allzu neugierige Kinder, und schließlich traut sich sogar ein unerschrockener Reporter hinein. Dr. Craven verhält sich keineswegs wie ein vernünftiger Mann vom Fach, sondern zerstört mutwillig Zeichen an der Wand – welcher Archäologe würde so etwas Verbrecherisches tun, das allen Regeln der Wissenschaft hohnspricht?

|Gelobt sei Gandalf|

Die kleine Julie Kilvert aus dem ersten Teil fungiert nun als eine Art Wächtergeist am Tor zu Annwyn. Sie warnt die drei Kinder mit den klassischen Worten: „Flieht, ihr Narren!“ Preisfrage: Wer sprach diese berühmten drei Worte? Na, wer wohl? Gandalf in der deutschen Fassung von „Herr der Ringe: Die Gefährten“. Gleich danach rauschte er mit dem Balrog in den Abgrund von Khazad-dûm. Man sieht also, dass der Autor seinen Tolkien in- und auswendig kennt.

|Filmreifes Finale|

Kurz vor dem Finale treffen der Reporter Joey Heard und die Einheimische Carrie-Ann O’Banion in Ringwood Manor ein, um die zwei hier verschwundenen Jungen zu suchen – nur die Aussage des überlebenden, aber völlig traumatisierten Mädchens leitet sie. Doch sie stoßen auf einen bewaffneten Mann: Tristan Casterly sucht ein Artefakt, um das geöffnete Tor zu Annwyn zu schließen. Zu spät: Die Dämonenbrut bricht bereits über sie herein. Darunter ist auch jemand, der eigentlich tot sein sollte: Dr. Parker Craven.

Dieser Showdown entschädigt für das ganze vorhergehende Drumherumgerede. Es geht beinhart zur Sache, und wer den Überblick nicht verliert, kommt in puncto Action voll auf seine Kosten. Natürlich auch soundtechnisch: Schüsse fallen, Dämonen grollen und fauchen, Feuert prasselt, Carrie-Ann schreit wie eine preiswürdige Scream Queen – endlich weiß auch der letzte Zuhörer, warum Frauen im Horrorgenre unerlässlich sind.

_Die Sprecher/ Die Inszenierung_

Weder über die Macher verrät das magere Booklet Näheres noch über die beachtliche Riege der Sprecher und Sprecherinnen. Als Regie firmiert das „Maritim-Studio“, und das ist lediglich eine Maske, hinter der sich sonstwer verbergen könnte. Diese Informationspolitik flößt mir keinerlei Vertrauen ein. Haben die Macher ein düsteres Geheimnis zu verbergen, das für einen Exorzismus in Frage käme?

Wie bereits gesagt, hat der Star der Produktion, Joachim Kerzel, ziemlich wenig zu tun. Im Verlaufe der Handlung ergibt sich eine Szene aus der vorhergehenden, und so ist immer weniger Hintergrund nachzuliefern. Das macht den Erzähler allerdings nur scheinbar überflüssig. Denn im Finale geht es wieder einmal – wie schon im 1. Teil – drunter und drüber. Um den Überblick zu behalten, muss man auf die Regieanweisungen des Erzählers lauschen.

Im Finale spielen denn auch die bekannten Synchronsprecher Frank Glaubrecht – als Tristan Casterly – und Daniela Hofmann – als Carrie-Ann – ihren Stärken voll aus. Es klingt, als würden Al Pacino (Glaubrecht) und Julia Roberts (Hofmann) einen Schreiwettbewerb bestreiten. Drama muss eben sein. Am besten gefiel mir hingegen Franz-Josef Steffens als Prof. Hendricks vom „Institut für Geodäsie“. Sehr sympathisch, dass er als „Der Schrecken von Windsor Castle“ bezeichnet wird. Noch sympathischer, dass der schon recht betagte Prof sozusagen von echtem Schrot und Korn ist. Steffens bringt dies sehr schön zum Ausdruck.

|Musik & Geräusche|

Die Musik von Terry Devine-King genügt filmischen Ansprüchen, allerdings wiederholt sie ihre Standardmotive allzu häufig. Am Anfang wirkt das poppige Intro doch recht überraschend, danach geht es mit klassischer Sinfonik aber weiter wie gewohnt.

Da lobe ich mir schon die Geräuschkulisse: Vom Sturm über Bestien bis zu Flammen, Schüssen und Explosionen – der Tonmeister bietet alles auf, was das Arsenal an Soundsamples hergibt, um seiner horrormäßigen Mystik-Show das nötige Flair zu verleihen. Eigentlich fehlt nur noch eine saftige Romanze, um den Rest an gefühlvollen Szenen, Musikmotiven und Toneffekten aus dem Arsenal zu kitzeln. Aber vielleicht kommt das ja noch in der Fortsetzung. Eine Seifenoper wie diese braucht das einfach.

_Unterm Strich_

Erstaunlich, was man mit einem niedrigen Budget, einem halbgaren Drehbuch, einer Riege von bekannten Sprechern und einigen Gigabyte an Soundsamples heute doch alles erreichen kann. Der Zuhörer fühlt sich prächtig von der horrormäßigen Seifenoper mit dem Mystik-Touch unterhalten. Doch der Kenner wird bemerken, dass so manche Figur im Nirgendwo verschwindet, ganz besonders in diesem Teil, der vor allem aus Episoden besteht. Erst das letzte Drittel stellt eine kontinuierliche Handlung dar, die mit einem actionreichen Finale gekrönt wird.

Aufgrund der allenthalben inszenierten Gewalt empfiehlt der Verlag sein Produkt erst Jugendlichen ab 16 Jahren. Dem kann ich nur beipflichten. Aber echte Horrorfreunde wird dies keinesfalls abschrecken. Und wer mit der walisischen Mythologie vertraut ist, den zieht das Wort „Annwyn“, ursprünglich der Name für den Herrscher über das Totenreich bzw. die Geisterwelt, natürlich wie magisch an. Allerdings lautet der Name im Walisischen korrekt „Annwn“, wobei das W wie ein U ausgesprochen wird. Macht nix: Im Hörspiel ist trotzdem von „Ännwin“ die Rede. Hauptsache, die Figuren glauben wenigstens daran.

107 Minuten auf 2 CDs
http://www.maritim-produktionen.de

John Sinclair Classics – Die Rache des Kreuzritters (Folge 49)

Die Handlung:

Einst war der Kreuzritter Alexander von Rochas aus Jerusalem zurückgekehrt und hatte seine untreue Frau Elisabeth mit dem Tod bestraft. Seitdem verschwanden immer wieder Frauen in der Umgebung von Burg Rochas. Will Mallmann und ich begaben uns auf die Spur des Kreuzritters – und erlebten das pure Grauen! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 215 gemacht, der erstmalig am 25. Oktober 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Roman-Cover wurde hier nicht verwendet. Das Titelbild des Hörspielcovers ist nicht vom Romanheft übernommen worden, auch wenn der Ritter selbst hier recht ähnlich aussieht.

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Arnaldur Indriðason – Gletschergrab (Lesung)

Ein Isländer in Dan Browns Fußstapfen

Die Eiskappe des Vatnajökull-Gletschers auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavík sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: Ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der »Operation Napoleon« … Der Thriller ist 2023 verfilmt worden.

Der Autor
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Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (Hörspiel)

Man schreibt das Jahr 1961. 29 Jahre nach dem Selbstmord des Verbrechergenies Dr. Mabuse scheint jemand dessen Vermächtnis anzutreten, um die Grundfesten der Staatsgewalt zu erschüttern.

Der geniale Professor Erasmus hat eine Möglichkeit gefunden, Gegenstände sowie Personen für das menschliche Auge unsichtbar zu machen. Als nach einem Theaterstück, in dem die attraktive Schauspielerin Liane Martin auftritt, ein Kriminalbeamter ermordet wird, ruft Kommissar Brahm FBI-Agent Como zu Hilfe. Dieser erkennt, dass Dr. Mabuse sich für die Erfindung interessiert und hinter dem Verbrechen steckt. Da Joe Como auch ein Auge auf Liane Martin geworfen hat, wird diese kurzerhand von Mabuse hypnotisiert, um den Beamten in eine tödliche Falle zu locken …

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Frank Schätzing – Der Schwarm (Inszenierte Lesung)

Vor Kanadas Küste greifen Wale Touristenschiffe an. Merkwürdige, gefräßige Organismen nehmen den norwegischen Meeresboden in Besitz. Etwas scheint das Leben im Meer unter Kontrolle gebracht zu haben und gegen den Menschen zu wenden.

Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, sieht eine Katastrophe heraufdämmern. Gemeinsam mit dem kanadischen Walforscher Leon Anawak und der britischen Journalistin Karen Weaver nimmt er den Kampf auf – gegen eine Macht tief unten im Meer … (Verlagsinfo) Zum 20-jährigen Jubiläum erscheint eine CD-lose Deluxe-Edition des Hörbuchs.

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Kai Meyer – Die Wellenläufer (Wellenläufer-Trilogie 1)

Actionreicher Auftakt zur Karibik-Fantasy

Ein magisches Beben erschüttert die Küsten der Karibik. Und in finsteren Piratenhäfen werden Kinder geboren, die über Wasser gehen können. Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine anderen Wellenläufer mehr am Leben sind. Bis sie Munk begegnet. Auch er versinkt nicht im Wasser – und kann aus Muscheln einen uralten Zauber beschwören. Ein rätselhafter Fremder, der Geisterhändler, schickt die beiden auf eine fantastische Reise. Gejagt von Klabautern, Ungeheuern und allen Seeräubern der karibischen See, stellen sie sich einer tückischen Gefahr: dem Mahlstrom, einem dunklen Strudel, der die Barriere zwischen den Welten niederreißt.

Der Roman spielt Anfang des 18. Jahrhunderts unter den Piraten der Karibik. Die Heldin Jolly, ein 14-jähriges Seeräubermädchen, verfügt von Geburt an über ein besonderes Talent: Sie kann über Wasser gehen. Nach dem Untergang ihres Schiffes und dem Verlust ihrer Mannschaft findet sie neue Freunde: Munk, der sich auch auf die Kunst der Muschelmagie versteht, den Geisterhändler, der die Geister ertrunkener Seeleute als Sklaven verkauft, Bonaventure, ein Wesen halb Mensch, halb Hund. Doch die Gefährten haben einen mächtigen Feind – den Mahlstrom, einen meilenbreiten Strudel, der von einer teuflischen Intelligenz beseelt ist. Jollys Reise führt weit über die Karibik hinaus – geradewegs ins Mare Tenebrosum, das legendäre „Meer der Dunkelheit“. (abgewandelte Verlagsinfo)
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Robert Jordan – Drohende Schatten (Das Rad der Zeit 1 – gekürztes Hörbuch)

Massiv gekürzt: Auftakt zur Saga von Rand al’Thor

Der junge Rand al’Thor muss erleben, wie eine Horde Trolloc-Krieger seinen Vater angreift und sein Heimatdorf fast komplett zerstört. Nur knapp entgeht er selbst den Häschern des Dunklen Königs und übernimmt das Schwert seines Vaters. Zusammen mit der magiebegabten Aes Sedai Moiraine, ihrem Behüter Lan und Rands Freunden Matt, Perrin und Egwene sowie einem Gaukler und einer Seherin bricht Rand nach Tar Valon auf, der Stadt der Aes Sedai. Doch der Feind ist alles andere als untätig …

Dieser erste Band bietet lediglich das erste Drittel des ersten Romans „Eye of the World“.

Der Autor

Robert Jordan war ein Pseudonym des amerikanischen Schriftstellers James Oliver Rigney, Jr. (* 17. Oktober 1948 in Charleston, South Carolina; † 16. September 2007 ebenda), der in erster Linie durch seinen Fantasy-Romanzyklus Das Rad der Zeit bekannt wurde.

Robert Jordan wurde in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina geboren. Er war von 1968 bis 1970 als US-Soldat im Vietnamkrieg, in dieser Zeit wurde er mehrfach ausgezeichnet und erhielt in Folge dessen eine kleine Zahl an Medaillen. Jordan studierte anschließend an der Militärakademie von South Carolina Physik und arbeitete nach seinem Abschluss für die US-Marine als Nuklearphysiker. Er lebte mit seiner Frau Harriet McDougal bis zu seinem Tod in seinem Geburtsort Charleston (South Carolina).
Am 25. März 2006 gab der Schriftsteller bekannt, dass bei ihm die sehr seltene Blutkrankheit Amyloidose diagnostiziert wurde, die ohne Behandlung innerhalb eines Jahres tödlich verlaufen könnte und selbst mit medizinischer Unterstützung nur eine durchschnittliche Lebenserwartung von vier Jahren garantierte. Jordan erklärte daraufhin, um all die Bücher zu beenden, die ihm vorschwebten, brauche er noch etwa 30 Jahre, und er habe fest vor, noch mindestens so lange zu leben.
Jordan begann im April 2006 in der Mayo-Klinik in Rochester (Minnesota) mit der Behandlung. Am 22. Dezember erklärte er in seinem Blog, die Therapie schlage gut an, und er sei trotz regelmäßiger Pflichtkontrollbesuche im Krankenhaus optimistisch. Seinen Hoffnungen zuwider starb Jordan am 16. September 2007 im Alter von 58 Jahren. (Quelle: Wikipedia)

Die Reihe „The Wheel of Time“:

0) New Spring (2004, Prequel)
1) The Eye of the World (1990)
2) The Great Hunt (1990)
3) The Dragon Reborn (1991)
4) The Shadow Rising (1992)
5) The Fires of Heaven (1993)
6) Lord of Chaos 81994)
7) A Crown of Swords (1996)
8) The Path of Daggers (1998)
9) Winter’s Heart (2000)
10) Crossroads of Twilight (2003)
11) Knife of Dreams (2005)
12) The Gathering Storm (2009, abgeschlossen von Brandon Sanderson)
13) Towers of Midnight (2010, dito)
14) A Memory of Light (Herbst 2012, dito)

Von dieser Reihe gibt es nicht nur Computerspiele, sondern auch Kalender, Vertonungen und Hörbücher. Seit 2008 will Universal den ersten Band verfilmen. Mehr aktuelle Infos: http:// www.RadDerZeit.de (ohne Gewähr)
und http://www.Dragonmount.com (dito).

Der Sprecher

Helmut Krauss ist seit Jahrzehnten ein viel beschäftigter Schauspieler. Man kennt ihn als einen begnadeten Sprecher für fesselnde Hörspiele & prickelnde Literatur. In Hollywood-Filmen schenkt er Marlon Brando & Samuel L. Jackson sonore und beeindruckende Stimmen. Sein männlicher Sound lässt jeden Kino-Saal erbeben.

Helmut Krauss (1941-2019) erweist sich als wahres Stimmwunder, wenn er nicht nur Stimmungen und Atmosphäre in seine rauchigen, getragenen Vortrag legt, sondern er erweckt tatsächlich einen Charakter zum Leben, erschafft eine ganze Stadt um ihn herum und schickt ihm und dem Hörer dann einen fleischgewordenen Alptraum hinzu.

Regie führte Oliver Hörth, der auch die Aufnahme vornahm. Helmut Krauss hat die deutsche Übersetzung 2010 einfach für Audible.de ungekürzt eingelesen (Übersicht siehe Wikipedia.de). Jessika Güsken hat den Text dann einfach gekürzt, ohne etwas hinzuzufügen. Die Musik stammt von Dennis Kassel & Dicky Hank.

Handlung

Kaum ist der Winter vorüber, machen sich die beiden Schäfer Tam al’Thor und sein Sohn Rand auf den Weg ins Dorf Emondsfelde, um Apfelmost zu verkaufen. Das Fest Beltain steht bevor. Doch auf dem Weg durch den Wald, in dem ihr Hof liegt, erblickt Rand einen schwarzen Reiter, der ihnen folgt. Der Reiter ist gleich darauf verschwunden. Im Dorf weiß man nichts von schwarzen Reitern oder nahendem Unheil. Vielmehr bereiten sich alle aufs Fest vor. Sogar der Gaukler Tom Merrilin ist eingetroffen und ein fahrender Händler, obendrei eine geheimnisvolle Lady und ihr Behüter. Rand trifft seine Freunde Matt Cauthon, Perrin Ayabra und Egwene al’Vere, die schöne Tochter des Bürgermeisters und Schankwirts. Doch ein verdächtiger Rabe beobachtet alles, was er tut.

Rands Vater Tam hat es eilig, auf seinen Hof zurückzukehren. Als sie im Westwald eintreffen, schein alles in Ordnung zu sein, doch Tam gürtet sein Schwert und sperrt alle Türen ab. Gerade rechtzeitig! Ein heftiger Schlag erschüttert die Haustür. Trolloc-Krieger mit Ziegen- und Wolfsgesichtern begehren Einlass. Tam schickt seinen Sohn zur Hintertür, doch auch diese wird bereits belagert. Ein Myrddral befehligt die Horde, ein blasser Halbmensch ohne Augen – ein schwarzer Reiter. Im folgenden Kampf Tams gegen die Eindringlinge, die es offenbar nur auf den Jungen abgesehen haben, trägt der Schwertkämpfer eine vergiftete Wunde davon. Und Rand hat selbst einen von ihnen mit Tams Schwert getötet. Doch die Trollocs sind verschwunden. Aber für wie lange?

Unter Einsatz seiner letzten Kräfte gelingt es Rand, seinen Vater auf einer Trage nach Emondsfelde zu bringen. Doch dort hat man nicht gerade auf ihn gewartet: Das halbe Dorf ist zerstört. Hier waren die Trollocs und Myrddrals also ebenfalls. Nur dem Magieeinsatz der Lady Moiraine und dem Schwert ihres Behüters sei es zu verdanken, dass überhaupt noch Häuser stünden, erfährt Rand von der Seherin Nynaeve und von Egwene, die der Heilerin hilft. Doch Nynaeve erschüttert Rand, als sie sagt, sie könne seinem Vater nicht helfen. Dies kann zum Glück Moiraine, die einen speziellen zauber der Aes Sedai anwendet. Dennoch müsse Tam lange ruhen.

Ein seltsamer Aspekt an dem Angriff, auf den Moiraine aufmerksam macht, gibt Anlass zur Sorge: Nur die Höfe von Rand, Matt und Perrin wurden angegriffen. Etwas hat es mit den drei jungen Männern auf sich, das der Dunkle König fürchtet und haben will. Nachdem sich Moiraine mit Nynaeve und Egwene beraten hat, fordert sie die drei Jungs und Egwene auf, sich so rasch wie möglich mit ihr nach Tar Valon zu begeben. Dort, am Sitz des Ordens der Aes Sedai, könne man erkennen, warum die Schattenkrieger hinter ihnen Vieren her seien.

Doch schon im nächsten Ort, Tarens Fähre, müssen sie erkennen, dass sie verfolgt werden. Und spätestens in Baerlon, wo Nynaeve sie einholt, spitzt sich die Lage zu. Ein Myrddral spricht Rand an, doch der Dunkle König wolle ihn für sich, sagt er. Deshalb verschont er Rands Leben. Kurz nachdem die Gefährten mit Nynaeve den Gasthof verlassen haben, wird Feuer daran gelegt.

Und vierhundert Trollocs sind den Gefährten auf den Fersen. Wohin können sie sich in der Wildnis wenden? „Es gibt nur einen Ort, an den selbst Trollocs nicht gehen würden“, sagt Lan, der Behüter Moiraines, und dieser Ort stellt sich eine von gierigen Geistern heimgesuchte Ruinenstadt heraus – Shadar Logoth …

Mein Eindruck

In diesem Auftakt sind die Ähnlichkeiten mit dem großen Vorbild „Der herr der Ringe“ und der Artus-Sage noch sehr deutlich. Trollocs statt Orks und Myrdraals als Nazgul – was möchte man mehr? Na, viel mehr natürlich. Nur skizzenhaft erfahren wir von der Jahrtausende währenden Geschichte des Kontinents und dass der Dunkle König eigentlich in einem Verlies in der Einöde in Ketten liegt. Dennoch scheint er seine Häscher mit Leichtigkeit zu kommandieren.

Auch in den vier jungen Auserwählten schlummert die Vergangenheit, nur um in Momenten großer Not wieder hervorzubrechen. Sie rufen „Manetheren!“ und andere Namen, wenn sie die Trollocs attackieren. Offenbar gibt es eine Kraft, die sie alle durchdringt. Diese Eine Kraft des Schöpfers, die von den Aes Sedai genutzt wird, ist zweifaltig, eine männliche Hälfte und eine weibliche.

Doch die männliche, Saidin genannt, wurde einst vom Dunklen König verdorben, so dass ihr Einsatz zum Wahnsinn führe, erzählt Moiraine. Deshalb kommt es dazu, dass vor allem Magierinnen auftreten, denn sie nutzen Saidar, die weibliche Seite der Kraft. Dabei greifen sie oft auf Hilfsmittel wie Amulette und An’greal zurück, um die Eine Kraft zu bündeln und beispielsweise einen Schutzschirm aufzubauen.

Den brauchen sie u.a. auch in der Geisterstadt Shadar Logoth, die einst Aridol hieß und eine Verbündete von Manetheren war. Dieser Ort erinnert stark an die unterirdische Stadt der Toten im dritten Band von „Der Herr der Ringe“. Leider findet sich (noch?) keiner, um den Geistern Einhalt zu gebieten.

Während Moiraine bereits beginnt, Egwenes Kräfte zu wecken und zu formen, mehren sich die Vorzeichen, dass in Rand mehr als nur ein junger Schäfer und Schwertkämpfer schlummert. Dafür sind seine Träume viel zu lebhaft. Aber auch in Perrin und Matt stecken verborgene Kräfte. Das Quartett entspricht den vier Hobbits bei Tolkien, und so können wir mit Recht erwartet, dass die Zukunft für jeden ein besonderes Schicksal bereithält. Immerhin konnte Robert Jordan 18 Jahre lang daran schreiben und seinem Nachfolger detaillierte Anweisungen hinterlassen.

Der Sprecher

Helmut Krauss hat die passende sonore Stimme für die Action der Kampfszenen. Und auch wenn männliche Figuren wie Tom Merrilin oder Lan sprechen, klingt er passend. Allerdings äußern sich auch die drei Damen vielfach, und dann klingt er eben nicht mehr so passend.

Außerdem bin ich mit seiner Aussprache der englischen Namen nicht einverstanden. So weigert er sich permanent, auch nur das geringste TH auszusprechen, etwa in „Manetheren“ oder „Shadar Logoth“. Er spricht immer ein T. Das ist nicht das, was der Autor ursprünglich im Sinn hatte. Und es lässt die Übersetzung noch unbeholfener wirken, als sie eh schon ist.

Die Kürzungen gegenüber der Audible-Fassung (s.o.) sind recht massiv und machen sich besonders am Anfang störend bemerkbar. Auf einmal tauchen da Rands Freunde Matt und Perrin aus dem Nichts auf, von Egwene ganz zu schweigen. Ausführlich wird der Text immer dann, wenn es Kampfszenen und verbale Auseinandersetzungen zu schildern gibt. Das macht den ganzen Vortrag recht dramatisch. Das ist sicherlich in Ordnung im Sinne des Unterhaltungswertes, aber für Fans fallen doch zu viele wesentliche Informationen unter den Tisch.

Geräusche und Musik

Geräusche gibt es leider keine; man muss sie sich dazudenken, wenn es heißt, da erschallen Rufe, Hörner oder Schreie. Musik gibt es nur jeweils am Anfang der ersten CD und am Schluss jeder CD. Sie dient lediglich der Einstimmung, nicht aber zur Stimmungslenkung. Das lässt dem Hörer nichts anderes übrig, als sich auf den Vortrag zu konzentrieren.

Zusatzinfos

In der Verpackung finden sich Informationen zum Autor und zum Sprecher sowie Angaben zu den Machern. Die Aufmachung gleicht einem alten Pergament. So verwundert es nicht wirklich, in der Einstecktasche der ersten CD eine mittelalterliche Darstellung der Tierkreiszeichen zu finden. Was sie hier allerdings soll, bleibt das Geheimnis des Verlags.

Unterm Strich

Den Auftakt zur großen Saga um das Rad der Zeit habe ich eigentlich recht eindrucksvoll in Erinnerung, denn bekanntlich „liegt ein Zauber über jedem Anfang“, wie der Dichter sagt. Rätsel gibt es auch hier viele und sogar schon erste Heldentaten der Hauptfigur Rand al’Thor. Die Rätsel machen neugierig auf das unbekannte Universum, dass der erprobte CONAN-Autor Robert Jordan entwarf. Die beiden Seiten scheinen klar verteilt zu sein, doch unsere Gefährten – es sind acht und nicht neun wie bei Tolkien – müssen sich durchmogeln, wollen sie heil an ihr Ziel Tar Valon gelangen.

Das Hörbuch

Die massiven Kürzungen sind auf die Erhöhung des Unterhaltungswertes der Haupthandlung angelegt. Allerdings geht dies einerseits auf Kosten der Charakterzeichnung, die in Andeutungen steckenbleibt, und auf Kosten der Weltbeschreibung. Das macht sich vor allem hinsichtlich der Historie negativ bemerkbar, die mehr oder weniger nebulös bleibt. Wenigstens wird die Saga um Mordeth und das Schicksal Aridols komplett wiedergegeben, wofür ich dankbar war.

Doch was hat Manetheren mit unseren drei jungen Kämpen zu tun? Sind sie einfach Hüllen für verblichene Seelen, quasi Proto-Zombies? Solche und viele weitere Fragen bleiben unbeantwortet, und es steht zu befürchten, dass sich dieses Niveau nicht in den kommenden Episoden bessert.

Der Fan greift sowieso zur ungekürzten Download-Version bei Audible.de. Nur der Einsteiger kann sich mit der gekürzten Lübbe-Fassung zufriedengeben. Diesem ist zu raten, sich so bald wie möglich die ungekürzte Variante zuzulegen. Leider muss man sich in beiden Fällen mit den Unzulänglichkeiten des Sprechers abfinden, der einfach kein englisches „TH“ aussprechen kann.

6 Audio CDs mit 431 Minuten Spieldauer
Gelesen von Helmut Kress
Produziert von Michael Treutler (Audible)
ISBN-13: 978-3785743409
www.luebbe.de/luebbe-audio

Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

TKKG – Der Täter ist unter uns (Folge 226)

Die Handlung:

Auf dem Weg zu einer großen Familienfeier, zu der Klößchen seine Freunde Tim, Karl und Gaby mitbringen darf, bleibt der Sauerlich-Jaguar in einem fürchterlichen Schneesturm stecken. Ein heruntergekommener Gasthof ist die Rettung. Dort stranden auch Klößchens Onkel Kurt, seine Tante Linda und deren Cousine Hedwig Müntefering mit ihrem Mann. Die Verbindung zur Außenwelt ist abgeschnitten, die Telefonleitung ist tot und der Wirt wirkt alles andere als vertrauenswürdig. Nach einem turbulenten Abend voller Familienstreitigkeiten muss die herrische Hedwig Müntefering am nächsten Morgen feststellen, dass der überaus wertvolle Siegelring der Familie Sauerlich aus ihrer Schmuckschatulle entwendet wurde. Es stellt sich heraus, dass jeder der Anwesenden ein Motiv für den Diebstahl hat. Der Täter ist also mitten unter ihnen. TKKG nehmen die Ermittlungen auf und ahnen nicht, in welche Gefahr sie sich begeben … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wow, die längste Verlagsinfo für ein TKKG-Hörspiel ever? Und das Ganze für ein mutmaßlich recht simples Whodunit, das jeder schon zigmal in jeder Krimireihe gesehen, gehört und gelesen hat?

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Die drei !!! – Das Konfetti-Komplott (Folge 82)

Die Handlung:

Helau! Alaaf! Narri, Narro! Kim, Franzi und Marie besuchen den Rosenmontagszug. Als sie dabei einen Überfall auf einen Kiosk beobachten, heften sich die drei !!! sofort an die Fersen der Diebe. Doch bei der Verfolgungsjagd gerät Franzi in große Gefahr. Werden Kim und Marie es schaffen, die Täter zu finden und ihre Freundin zu retten? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, der Titel klingt nicht so dramatisch wie der Klappentext. Was hat denn Konfetti wohl mit einem Überfall zu tun und wie groß ist denn „die große Gefahr“, in die Franzi gerät? Pappnase auf und losgehört. Verkleidung angelegt und ab zum Umzug.

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Lian Hearn – Der Pfad im Schnee (Der Clan der Otori 2) (Lesung)

Japan, Ende des 15. Jahrhunderts: Eines Morgens wird Takeos Dorf überfallen, und er überlebt als Einziger. Lord Shigeru vom Clan der Otori rettet ihn und nimmt ihn in seine Familie auf. Von ihm, einem Helden wie aus versunkenen Zeiten, lernt Takeo die Bräuche des Clans. Er lehrt ihn Schwertkampf und Etikette. Die Liebe zu Kaede entdeckt Takeo allein.

Als er herausfindet, dass er dunkle Kräfte besitzt – die Fähigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu sein und sich unsichtbar zu machen, und dass er so gut „hören kann wie ein Hund“ -, gerät er immer tiefer in die Wirrungen der Lügen und Geheimnisse, aus denen die Welt der Clan-Auseinandersetzungen besteht. Trotz seines Widerwillens ist es ihm bestimmt zu rächen. Takeo verbindet sein Schicksal mit dem der Otori. (Verlagsinfo, modifiziert)
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David Baldacci – Im Bruchteil der Sekunde . Ein King & Maxwell-Thriller (Lesung)

„Sean King ist Agent des Secret Service und soll einen Präsidentschaftskandidaten schützen. Doch im entscheidenden Moment versagt er. Sein Schützling wird vor seinen Augen erschossen. – Acht Jahre später: Die junge Agentin Michelle Maxwell in ihrem ersten großen Einsatz. Auch ihr Auftrag ist der Schutz eines Kandidaten. Auch sie lässt sich täuschen. Doch sie sieht noch eine Chance – Sean King. Denn solche Dinge geschehen nicht zweimal. Nicht aus Zufall!“ (Verlagsinfo)

Der Autor
David Baldacci – Im Bruchteil der Sekunde . Ein King & Maxwell-Thriller (Lesung) weiterlesen

Lovecraft, H. P. – Grusel-Box (Insz. Lesungen)

_Wahnsinn reitet den Sternenwind: Lovecraft en gros_

„Dunkle Geschichten“ bestreiten den ersten Teil der „Grusel-Box“ (CD 1+2). H. P. Lovecrafts bizarre und hintergründige Geschichten „Der Hund“ und „Das Fest“ führen an sehr unterschiedliche Orte im Kosmos des Grauens. In „Wälder der Finsternis“, dem zweiten Teil der „Grusel-Box“, jedoch melden sich hier weder Cthulhu noch andere Persönlichkeiten aus seinem Kosmos des Grauens zu Wort, auch das Necronomicon bleibt dieses eine Mal verschlossen. Das Grauen erscheint vielmehr als Monstrum in Menschengestalt bzw. in Form einer mitleidslosen wie unpersönlichen Macht aus dem All, die es nicht nötig hat, sich einen Namen zu geben, und dadurch umso beängstigender wirkt.

_Inhalt von CD 3+4:_

– |Das Bild im Haus| (gesprochen von Torsten Sense);
– |Astrophobos| / |The Messenger| / |The House| (Poems; gesprochen von Simon Newby);
– |Die Farbe aus dem All| (gesprochen von Simon Jäger)

Das Hörbuch bietet eine deutsch-englische Lesung mit Musik vom „Orchester der Schatten“, die eigens hierfür eingespielt wurde.

_Der Autor_

Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) wird allgemein als Vater der modernen Horrorliteratur angesehen. Obwohl er nur etwa 55 Erzählungen schrieb, hat sein zentraler Mythos um die Großen Alten, eine außerirdische Rasse bösartiger Götter, weltweit viele Nachahmer und Fans gefunden, und zwar nicht nur auf Lovecrafts testamentarisch verfügten Wunsch hin.

Aber wie in den Zusatztexten zu „Innsmouth“ zu erfahren war, reicht Lovecrafts Grauen weit über die landläufige Vorstellung von Hölle hinaus: Das Universum selbst ist eine Hölle, die den Menschen, dessen Gott schon lange tot ist, zu verschlingen droht. Auch keine Liebe rettet ihn, denn Frauen kommen in Lovecrafts Geschichten praktisch nur in ihrer biologischen Funktion vor, nicht aber als Liebe spendende Wesen oder gar als Akteure. Daher ist der (männliche) Mensch völlig schutzlos dem Hass der Großen Alten ausgeliefert, die ihre Welt, die sie einst besaßen, wiederhaben wollen. Das versteht Lovecraft unter „kosmischem Grauen“. Die Welt ist kein gemütlicher Ort – und Einsteins Relativitätstheorie hat sie mit in diesen Zustand versetzt: Newtons Gott ist tot, die Evolution eine blinde Macht, und Erde und Sonne nur Staubkörnchen in einem schwarzen Ozean aus Unendlichkeit.

Kurz und bündig mehr über Lovecraft: [www.orchesterderschatten.de]http://www.orchesterderschatten.de/autor.htm

_Die Sprecher _

Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin. Seit 1982 arbeitet er als Synchronsprecher bei Film und TV. Er lieh u. a. Josh Hartnett, James Duvall, Balthazar Getty, River Phoenix seine Stimme, aber auch „Grisu, dem kleinen Drache“, und war auch in TV-Serien wie „Waltons“, „Emergency Room“ zu hören. Seit 1998 arbeitet er zudem als Autor und Dialogregisseur. (Homepage-Info)

Simon Newby, geboren 1961 in Long Eaton, England, studierte an der Guildhall School of Music & Drama (Bachelor-Abschluss in Dramatic Arts). Seit 1990 erledigte er zahlreiche Regiearbeiten an verschiedenen Bühnen Berlins, war als Voice Over- und Synchronsprecher sowie als Dialog-Coach tätig, seine Hobbys sind Trompete spielen und Tauchen. Zu seinen Sprachkenntnissen zählt er: „Englisch (Britisch und Amerikanisch), Deutsch (perfekt)“.

_Die Musik: Das „Orchester der Schatten“_

„Das Orchester der Schatten präsentiert klassische Geschichten von Kultautoren wie H. P. Lovecraft und E.A. Poe, die mit ihren bizarren Welten des Grauens schon Generationen von Lesern begeistert haben. Ohne vordergründige Effekte wird von Mythen, fremden Mächten oder einfach von dem Horror erzählt, der sich in der menschlichen Seele verbirgt. Begleitet werden die Erzählungen vom Orchester der Schatten, dessen Live-„Filmmusik“ komponierte Scores, Klangeffekte und improvisierte Elemente vereint.“ (Homepage-Info)

Matthias Manzke:
*4.10.1971; Jazzstudium an der HdK Berlin sowie an der New School New York; Unterricht u.a. bei David Friedman, Peter Weniger, Richie Beirach, und Jane-Ira Bloom; Rumänien-Tournee 1997; Teilnahme am Jazzfestival Hradec Kralove, Engagements bei Theater- und Filmproduktionen; CD-Aufnahmen mit der Berliner Big Band JayJayBeCe (BIT-Verlag 1997), mit dem Sänger Robert Metcalf (Dt. Grammophon 1998) sowie mit dem FRAW FRAW Saxophon4tett (2002); zzt. regelmäßige Konzerttäigkeit mit dem FRAW FRAW Saxophonquartett in ganz Deutschland und mit Projekten im Berliner Planetarium am Insulaner

Stephan Wolff:
1956 in Berlin geboren; Jurastudium; Dirigierstudium, Kompositions-Unterricht bei N. Badinski; Tätig als Komponist, Dirigent, Keyboarder; seit 1994 Lehrtätigkeit an der Leo-Borchard-Musikschule; Stilübergreifende Kompositionen zwischen Klassik, Jazz und Pop. Produktion und Mitgestaltung diverser Live-Elektronik-Projekte, u.a. „Dialogues“ (1998), „Losing One’s Head“ (1999), Filmmusiken, Bühnenmusiken, Traumspiel-Oper „Abaddon“ (1998/2001); Zahlreiche Songs und Lieder, auch für Kinder, z.B. „Erdenklang & Sternenbilder“ (1996), „Songs aus dem All“ (2000/2001), „Cool & Cosi“ (2000)

Sven Hinse:
* 1974, Absolvent der UdK Berlin und des „Kontaktstudiengangs Popmusik“ an der Hamburger Musikhochschule, CD-Produktionen u.a. mit dem Berliner LandesJugendJazzOrchester (1998) und mit der Band „tritorn“ (2002), Konzertreisen u.a. nach Südamerika, Rumänien, Spanien

Merle Ehlers:
geb. 1974 in Hamburg, lebt in Berlin. Schlagzeugstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Langjährige Bühnenerfahrung mit dem zeitgenössischen Tanzensemble „Contact 17”. Spielt Kompositionen für Gitarre und Schlagzeug im Duo „rant“ mit dem Gitarristen Torsten Papenheim, improvisierte Musik im Trio „Tunar” mit Sabine Vogel (Flöten und electronics) und Dave Bennett (Gitarre) sowie dem Trio „Nom“ mit Dave Bennett und Antoine Chessex (Saxophone). Seit Sommer 2004 existiert das Trio „Tranceducer” mit Tony Buck (hier:Gitarre, Voc) und Derek Shirley (Bass) für Songs von Tony Buck. Zusammenarbeit mit dem Performer Sten Rudstrøm. Mitinhaberin des Plattenlabels „schraum” für gegenwärtige Musik.

_Handlung von „Der Hund“ (Länge: ca. 36 Min.)_

Der Berichterstatter hält während der Niederschrift der zurückliegenden Ereignisse bereits den Revolver bereit, um sich nach Abschluss dieser Aufgabe eine Kugel durch den verzweifelten Schädel jagen zu können. Denn die zurückliegenden Ereignisse lassen ihm keine andere Wahl …

Es muss sein Kumpel Saint John gewesen, der damit angefangen hat; ganz bestimmt. Zunächst waren sie nur vom Dasein gelangweilt, dann reichten ihnen auch der Nervenkitzel durch die verstiegenen Erzählungen und Gedichte der Dekadenten Baudelaire, Huysmans und wie sie alle heißen nicht mehr. Es war ganz bestimmt St. John, der auf die Idee mit der Grabräuberei verfiel, oder?

Sie richteten ein gut verstecktes Museum bei sich ein, indem sie die Statuen von Dämonen, antike Mumien, Grabsteine und Schrumpfköpfe sammelten, natürlich auch Schmuckstücke aller Art. Es gab eine Mappe aus Menschenhaut, Musikinstrumente, die seltsame Disharmonien erzeugten. Die Raubzüge, die sich über die ganze Welt erstreckten, waren von der Umgebung, der Stimmung und der Jahreszeit bestimmt: Ein zugefrorenes Grab aufhacken zu müssen, ist sicherlich kein Vergnügen. Schließlich hörten sie von dem wertvollen Amulett im Grab eines 500 Jahre begrabenen holländischen Kapitäns. Das war der Anfang vom Ende.

Die holländischen Bauern erzählten ihnen, der Seemann sei seinerzeit von einer Bestie zerfleischt worden und seine Leiche verfluche jeden, der ihre letzte Ruhestätte berauben wolle. Sie hätten darauf hören sollen. Den Sarg zu öffnen, war erstaunlich leicht, doch dann grinste sie ein gut erhaltenes Gerippe an. Das Amulett auf seiner Brust ist aus grüber Jade und in Form eines Hundes oder einer Sphinx geformt, die Augen scheinen voll Bosheit zu funkeln. Die beigelegte Inschrift können sie leider nicht entziffern, doch offensichtlich sind sie auf einen Schatz gestoßen, der nur im verbotenen Buch „Necronomicon“ als Talisman eines Körperfresserkultes aus Zentralasien erwähnt wird.

Als sie sich gegenseitig auf die Schulter klopften, begann das Grauen. Fledermausschwärme stiegen auf, und ein großer Hund begann in der Ferne zu heulen …

_Drei Gedichte (ca. 7:40 Min.)_

Lovecrafts Gedichte werden von Simon Newby vorgetragen. Die drei englischsprachigen Texte sind im Booklet abgedruckt (allerdings mit einem Druckfehler, auf den ich später zu sprechen komme.) Eine Übersetzung fehlt.

|The Cats|

In der erfundenen Alptraumstadt Arkham streunen nur die Katzen durch die nächtlichen Gassen. Alles ist öde und verlassen, von Verfall erfüllt, ein Inbild des Untergangs. Nichts geschieht außer dem unheilvollen „Heulen“ und „Schreien“ der geisterhaften Katzen.

|The Wood|

Der uralte majestätische Wald, der hier einst stand, hat dem Wald der hochragenden Wolkenkratzer weichen müssen; nur wenige Jahrhunderte waren dazu nötig. Doch der alte Wald war keineswegs unbewohnt. Die Bewohner der Marmortürme feierten bis zu jenem Tag, als ein unvorsichtiger Troubadour mit fluchwürdigen Worten einen alten Schrecken aus den Tiefen weckte. Nun steht hier, wo sich die Stadt einst befand, wieder ein urtümlicher Wald. Doch die Morgensonne weigert sich, dort zu scheinen.

|Festival|

Die Toten feiern das Julfest zur Wintersonnenwende an einem Alter, der inmitten von Druidengräbern in einem Eichenwald liegt. Und der Hörer mag ein Abt oder Priest sein, der sich dem Satan geweiht hat und dem Altar das „Zeichen des Tiers“ zeigt, von dem der Evangelist berichtet.

_Handlung von „Das Fest“ (Länge: 44:44 Min.)_

Unser Chronist ist ein junger Mann, der zur Stadt seiner Väter am Ostmeer (= Providence an der US-Ostküste) gereist ist, von der er nur aus seinen Träumen weiß, aber wohin man ihn gerufen hat. Es ist die Zeit des Julfestes, das unter Christenmenschen als „Weihnachten“ bekannt ist. Nur ist unser Berichterstatter alles andere als ein Christenmensch. Das Land wurde vor 300 Jahren besiedelt, doch sein Volk ist weit älter und kam aus dem Meer, weshalb es noch die alten Riten ehrt.

Er trifft in Kingsport ein, der uralten, verwinkelten Stadt unter dem kirchengekrönten Berggipfel, wo der Friedhof noch viele alte Grabsteine beherbergt, darunter auch die von vier Verwandten, die im Jahr 1692 wegen Hexerei hingerichtet wurden. Er findet das Haus an der Green Lane, das noch vor dem Jahr 1650 erbaut worden ist.

Auf sein Klopfen öffnet ein alter Mann, doch weil der stumm ist, schreibt er dem Besucher seinen Willkommensgruß auf ein Stück Papier. Sein Gesicht ist so wächsern bleich, dass es aussieht, als trage er eine Maske. Zwischen Möbeln aus dem 17. Jahrhundert sitzt eine Alte an einem Spinnrad, die ihm zunickt. Nach der Lektüre bekannter Bücher wie dem verbotenen „Necronomicon“ schließt sich der junge Mann seinen Gastgebern an. In Kapuzenmäntel gehüllt, machen sich die drei auf den Weg, um am Julfest teilzunehmen. Er wundert sich, dass er und seine Begleiter im Schnee keine Fußabdrücke hinterlassen …

((Weiterlesen auf eigene Gefahr!))

Auf dem Friedhof brennen Totenlichter, und sie betreten zusammen mit anderen Bewohnern der Stadt ein Kellergewölbe oder eine Krypta, in der eine Wendeltreppe weit hinab in die Tiefe des gewachsenen Felsens führt, durch die stinkenden Katakomben, bis zu einer ausgedehnten Höhle. Hier fließt träge ein Fluss, dessen ölig schwarzes Wasser im Schein einer grünlich leuchtenden Flammensäule glitzert. Neben Giftpilzen werden Pflanzenopfer dargebracht: Das Fest hat begonnen. Da kommen geflügelte Wesen an, die die Gläubigen besteigen, um in weitere Tiefen der Unterwelt zu fliegen, wer weiß, zu welchem Ziel.

Doch unser junger Mann ist mittlerweile derart von Grauen erfüllt, dass er sich weigert, den letzten geflügelten Vorboten des wahren Gottes zu besteigen. Zum Beweis dessen, dass er ein Teil dieser Bevölkerung ist und mitkommen muss, zeigt ihm der stumme Alte, offenbar ein Anführer, zuerst einen Siegelring und eine alte Taschenuhr – sie stammen aus dem Jahr 1698 – dann entfernt er seine Maske. Entsetzen packt den Erzähler, und er wirft sich in den Styx. Nur um im Krankenhaus von Kingsport zu erwachen, wo eine unangenehme Überraschung ihn erwartet …

|Mein Eindruck|

In diesen beiden frühen Geschichten befolgt Lovecraft konsequent die Forderung des von ihm glühend verehrten Edgar Allan Poes, wonach eine „short story“ in allen ihren Teilen auf die Erzielung eines einzigen Effektes ausgerichtet („unity of effect“) sein solle, egal ob es sich um die Beschreibung eines Schauplatzes, von Figuren oder um die Schilderung der Aktionen handele, die den Höhepunkt ausmachen (können).

Um die Glaubwürdigkeit des berichteten Geschehens und der Berichterstatter zu erhöhen, flicht Lovecraft zahlreiche – teilweise verbürgte, meist aber gut erfundene – Quellen ein, die beim weniger gebildeten Leser den Unglauben aufheben sollen. Erst dann ist die Erzielung kosmischen Grauens möglich, das sich Lovecraft wünschte. In den meisten Erzählungen gelingt ihm dies, und daher rührt auch seine anhaltende Wirkung auf die Schriftsteller weltweit. Erfolgreiche Serien wie Brian Lumleys „Necroscope“ oder Hohlbeins „Hexer von Salem“ wären ohne Poe und Lovecraft wohl nie entstanden.

Das heißt aber nicht, dass Lovecraft keine negativen Aspekte eingebracht hätte. Als gesellschaftlicher Außenseiter, der nur intensiv mit einer Clique Gleichgesinnter kommunizierte (er schrieb Briefe wie andere Leute E-Mails), ist ihm alles Fremde suspekt und verursacht ihm Angst: „Xenophobie“ nennt man dieses Phänomen. Darüber hinaus hegte er zunächst rassistische und antisemitische Vorurteile (wie leider viele seiner Zeitgenossen), sodass er von kultureller Dekadenz und genetischer Degeneration schrieb.

|Degenerierte Hauptfiguren|

Degeneration ist das Hauptthema in „Die Ratten im Gemäuer“, eine Story, die 1924 im gleichen Jahr wie „Der Hund“ entstand und nur ein Jahr vor „Das Fest“. In „Der Hund“ sind die beiden frevlerischen Grabräuber moralisch so weit herabgesunken, dass ihre Sünden einen rächenden Fluch heraufbeschwören, der für ihre Bestrafung sorgt. In „Das Festival“ gehört der junge Chronist, ohne es zunächst zu ahnen, einem uralten Geschlecht von Humanoiden an, das seit alters einem unheiligen Gott opfert, der vermutlich mit Cthulhu gleichzusetzen ist. Denn an einer Stelle heißt es, dass dieses Volk aus dem Meer kam, genau wie die sinistren Bewohner des unseligen Innsmouth. Und in Lovecrafts Meer herrscht immer nur „der träumende Cthulhu“ in der Unterwasserstadt R’lyeh.

Während die erste Story ebenso gut von Wolfgang Hohlbein („vgl. dazu seinen Roman „Anubis“) stammen könnte und mit ihrer Grusel-Action jedem modernen Leser gefallen dürfte, ist „Das Fest“ doch ein ganz anderes Kaliber. Sie ist auf sehr spezifische Weise Teil des Lovecraft-Mythos, wonach in der Gegend von Providence und dem nahe gelegenen Salem im 17. Jahrhundert – historisch belegte – Hexenprozesse stattgefunden haben. Dabei habe es sich um echte Hexer und echte Hexen gehandelt, die und deren Verwandte jedoch überlebt haben. Und wenn nicht in Fleisch und Blut, so doch als Gespenst: als untote Erinnerung.

|Unheilige Riten|

Diese Geister, behaupten diese und andere Stories, versammeln sich zum Julfest, um unheilige Riten in den Tiefen der Hügel Neuenglands etc. zu feiern. Neuengland ist bei HPL der Hort von Dimensionstoren, aus denen die Großen Alten, die einst von Göttern vertrieben wurden, wieder in unsere Welt einbrechen, manchmal um unheiligen Nachwuchs zu zeugen („Das Grauen von Dunwich“), manchmal um Menschen zu ihren Jüngern zu machen („Der Fall Charles Dexter Ward“). Dass die alten Salem-Hexer („Das Ding auf der Schwelle“) ihnen helfen, dürfte klar sein. Und dass Cthulhus Nachkommen hier ihre Feste feiern, ebenfalls.

Das alles kann aber nicht verhindern, dass dieser Story irgendwie die Pointe abhandenkommt. Denn was ganz am Schluss folgt, ist viel zu schwach in der Wirkung, um aus der Story viel mehr als eine stimmungsvolle Studie in Horrorphantasien zu schmieden.

|Die Gedichte|

Auch den Gedichten mangelt es eklatant an Handlung. Dies sind allerdings keine Balladen von Goethe („Erlkönig“ lässt sich auch als Grusel interpretieren) oder Schiller (der hatte mit „Der Geisterseher“ richtig guten Grusel-Trash geschrieben), sondern eine Art pseudoviktorianische Dekadenzlyrik, wie man sie vielleicht von einem Epigonen Baudelaires erwarten könnte. Baudelaire schrieb richtig gute Vampirstorys in seinen Gedichten, die in „Die Blumen des Bösen“ veröffentlicht wurden (ab 1861 in mehreren, teils verbotenen und zensierten Ausgaben).

HPL zieht die gleichen Sujets heran, doch hat er es nicht so mit Vampiren (in keiner einzigen Story), sondern mit uralten Flüchen („The Wood“), mit pittoreskem Verfall („The Cats“) und den degenerierten Anhängern verbotener Riten („Festival“). Alle drei Themen gehören zu HPLs Standardrepertoire und bieten dem Kenner nichts Neues. Neu ist jedoch die Tatsache, dass sie erstmals in der Originalsprache auf einem deutschen Medium präsentiert werden, noch dazu von jemandem, der der englischen Sprache mächtig ist.

_Handlung von „Das Bild im Haus“ (gesprochen von Torsten Sense)_

Ein junger Archäologe interessiert sich für die unheimlichen einsamen Gehöfte, die in Neu-England verlassen und überwuchert vor sich hin schlummern. Doch sie bergen das Grauen und das Groteske. Und ihre Fenster blicken wie Augen auf den ahnungslosen Besucher, sie erinnern sich an Unaussprechliches …

Es ist November 1896, als der junge Ich-Erzähler Zuflucht vor einem Wolkenbruch sucht. Er ist durch das Miskatonic Valley nahe Arkham (= Salem/Massachusetts) geradelt. Ein Haus unter Ulmen bietet ihm Obdach, niemand antwortet auf seine Rufe, die Tür ist offen, und der Besucher tritt in eine andere Zeit.

Zuerst fällt ihm ein widerlicher Geruch auf. Sie entsteigt dem Inventar, das offenbar aus der Zeit vor 1776 stammt, als der amerikanische Unabhängigkeitskrieg ausbrach. Auf dem Tisch fällt ihm ein aufgeschlagenes Buch aus dem 16. Jahrhundert auf, das den Titel „Beschreibung des Kongo“ trägt und auf der Tafel 12 aufgeschlagen ist. Es zeigt den Metzgerladen von Menschenfressern auf drastischste Weise. Daneben steht ein Buch von Cotton Mather, der puritanischen Hauptfigur der Hexenprozesse von Salem.

Da hört er Schritte, die von oben kommen. Es ist ein alter, weißbärtiger Mann, doch erscheint er überraschend stämmig und kräftig, seine blauen Augen blicken wach, wenn auch ein wenig blutunterlaufen. Nur will sein lumpenartiges Äußeres gar nicht dazu passen. Der Besucher ist abgestoßen und verspürt Beklommenheit. Der Alte bietet höflich einen Stuhl an und erwähnt, es würden keine Postkutschen mehr von Arkham kommen und der Bezirkslehrer sei seit anno 84 verschwunden. Er setzt eine alte Brille mit achteckigen Gläsern auf. Dann bittet er seinen Besucher, aus dem „Regnum Congo“, das in Latein geschrieben ist, zu übersetzen.

Seine freundliche Geschwätzigkeit vermag das gierige Glitzern in den Augen kaum zu verbergen, mit der er seinen Gast belauert. Während des folgenden bizarren Gesprächs wächst in unserem jungen Besucher nicht nur der Ekel vor den sonderbaren Ausführungen seines Gastgebers, sondern auch die Gewissheit, dass der Alte ein böses Spiel mit ihm treibt und sein Opfer bereits in der Falle weiß …

|Mein Eindruck|

Diese frühe Erzählung aus dem Jahr 1920 wird selten abgedruckt, denn sie rührt an ein Tabu, der sehr unappetitlich ist: Kannibalismus. Der Alte verschlingt seine ahnungslosen Opfer, nach dem Vorbild der Bewohner des Kongo. Degeneration – ein häufig wiederkehrendes Motiv in Lovecrafts Erzählungen. Degeneration nicht so sehr im körperlichen Sinne (der Alte ist unnatürlich kräftig und gesund), sondern vielmehr im moralischen. Die Grenze zwischen Tier und Mensch existiert für den Alten nicht mehr.

Eingebettet in das Bild vom Haus des Menschenfressers ist die Warnung vor der unheiligen Vergangenheit Neu-Englands – der Verweis auf Cotton Mather spricht für den Eingeweihten Bände. Lovecraft entführt den Leser bzw. Hörer in diese andere Zeit, um ihn mit schaurigen Phänomenen zu konfrontieren und davor zu warnen.

Archäologen sind in dieser Phase seine bevorzugten Protagonisten – beispielsweise in „Der Hund“ in „Ruf des Dämon 1“, aber auch in vielen weiteren Erzählungen. Sie begegnen schrecklichen verbotenen Geheimnissen, denen ihr säkularisierter Verstand, der Gott entsagt hat, nicht entgegenzusetzen hat. Anfällig für alle Arten von „unheiligen“, blasphemischen und sonstigen Dingen, leisten sie auch selten Gegenwehr gegen die Großen Alten, von denen in der nächsten Geschichte die Rede sein soll.

_Handlung von „Die Farbe aus dem All“ (gesprochen von Simon Jäger)_

Es gibt eine Gegend am Miskatonic westlich von Arkham, wo die Berge steil emporsteigen, die man die „Verfluchte Heide“ nennt. Die früheren Bewohner sind fortgezogen, und Fremde werden hier nicht heimisch, weil schlechte Träume sie heimsuchen. Nur der alte Ammi Pierce, der unweit Arkham lebt, spricht über das, was hier einst blühte und gedieh, an der alten Straße, wo die Farm von Nahum Gardner lag. Die neue Straße macht einen großen Bogen nach Süden um dieses Gebiet herum.

Möge der geplante Stausee bald die verfluchte Heide bedecken und die seltsam unnatürlichen Farben auslöschen, in denen sie funkelt. Aber ob man vom Wasser dieses Sees trinken sollte, fragt sich der Landvermesser, der diese Gegend zuerst besucht hat. Die Heide mit ihrem stinkenden Moder, den verkrüppelten Bäumen und dem verdorrten Gras breitet sich jedes Jahr weiter aus.

Folgendes erfuhr er von Ammi Pierce, dem besten Freund der Familie Gardner: Dort, wo einst die florierende Farm von Nahum Gardner stand, umgeben von fruchtbarem Weideland und Obstanbau, existiert nur noch toter Staub, der das Sonnenlicht in merkwürdigen, unirdischen Farben reflektiert.

Alles begann, nachdem 1882 der Meteorit sich in der Nähe von Nahums Brunnen in die Erde gegraben hatte. Ammi ist überzeugt: Eine fremde Macht aus dem All versank in der Erde, kurz darauf setzten rätselhafte Veränderungen bei Tieren und Pflanzen ein. Die Natur schien aus dem Gleichgewicht, die armen Menschen – zuerst Mrs Gardner – wurden von einem Wahnsinn ergriffen oder verschwanden spurlos, und alle Dinge weit und breit begannen, in unbeschreiblichen, widerwärtigen Farben zu leuchten – bis heute …

|Mein Eindruck|

Dies ist eine der besten Geschichten des Meisters aus Providence. Sie besticht den Leser bzw. Hörer durch ihre reportagehafte Genauigkeit, die Kühlheit ihrer genauen Beschreibungen, die trotz des horriblen Inhalts dennoch von der Vernunft gesteuert werden, als habe Edgar Allan Poe selbst die Feder des Schreibers geführt. Auch die „Einheit der Wirkung“, eine zentrale Forderung Poes von der Kurzgeschichte, ist vollständig und vorbildlich erfüllt.

Diese Geschichte steigert sich in Stufen und mit Verschnaufpausen bis zu einem solch phantasmagorischen Moment kosmischen Schreckens, dass es ein Wunder wäre, wenn der Leser bzw. Hörer nicht davon ergriffen würde. Zuerst zeigen sich nur leise Andeutungen, die sich zunehmend verdichten, je schwerer die Beeinträchtigung von Nahum Gardners Farm wird. Ammi Pierce ruft auch Wissenschaftler der Miskatonic Universität herbei, die aber auch nicht allzu viel ausrichten können. Sie finden allerdings Kugeln in einer unirdischen Farbe, und es ist anzunehmen, dass diese Substanzen ihren Weg in den Brunnen und somit ins Trinkwasser der Gardners finden.

Schon bald ändert sich der Geisteszustand von Mrs Gardner. Ihr Mann sperrt sie auf den Dachboden, ihr folgen ihre drei Söhne. Das menschliche Drama nimmt seinen Lauf, bis selbst der Alte vom Wahnsinn ergriffen wird. Erst als Ammie Pierce Nachbarn und besorgte Bücher mobilisiert, um nach ihm zu sehen, erreicht der Horror seinen Höhepunkt. Sie blicken aus dem Farmhaus hinaus auf eine Vision der Hölle. Denn nun wächst das Grauen um eine weitere Dimension: das Grauen wird kosmisch. Es kommt von den Sternen und es kehrt zu den Sternen zurück, allerdings nicht ohne ein sinistres Erbe zu hinterlassen: die sich ausbreitende „verfluchte Heide“.

Diese Heide birgt etwas, das nicht nur physisch existiert, sondern auch die Träume des Heidebesuchers heimsucht. Wie schon Nahum Gardner sagte: „Es zieht einen an, man kommt nicht weg.“ Und deswegen blieb er auf seiner Farm bis zum bitteren Ende, ähnlich wie Ammi Pierce. Und ob der Landvermesser je davon loskommt, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

_Die Gedichte (gesprochen von Simon Newby)_

|Astrophobos|

Das lyrische Ich beobachtet einen golden scheinenden Stern in der Nähe des Polarsterns und fabuliert von Schönheit, Heiterkeit, ja von himmlischer Herrlichkeit. Doch die Schönheit stellt sich als Trugbild heraus, als sich ein roter Schein darüber legt. Aus Hoffnung wird Hohn, aus Schönheit ein Zerrbild und aus Vergnügen Wahnsinn. Der Stern mag verschwinden, doch der Horror bleibt „forevermore“.

Das Gedicht hat in seiner gedanklichen und bildlichen Abfolge starke Ähnlichkeit mit Poes Gedicht „The Haunted Palace“, das in der Erzählung „Der Untergang des Hauses Usher“ nachzulesen ist.

Simon Newbys langsamer und gut verständlicher Vortrag erscheint mir sowohl falsch betont als auch falsch intoniert. Der Ton müsste nicht erschreckt klingen, sondern zunächst verzückt und in der zweiten Hälfte verrückt. Über die Aussprache der altertümlichen Wörter bin ich mit ihm als Anglist ebenfalls nicht einer Meinung.

|The Messenger| (|Der Bote|)

Dieses Gedicht lässt sich nur als Replik auf einen Journalisten verstehen. Bertrand Kelton Hart lebte fröhlich in Providence, Rhode Island, und arbeitete als Autor einer Kolumne für das Providence Journal, als er entdecken musste, dass das Wohnhaus der Figur Wilcox in HPLs berühmter Story „The Call of Cthulhu“ sein eigenes in Thomas Street Nr. 7 war.

Hart war nicht auf den Kopf gefallen und revanchierte sich in seiner Kolumne mit der Drohung, HPL in dessen Domizil in der Barnes Street einen Geist oder Ghoul auf den Hals zu schicken, der ihn täglich morgens um 3 mit dem Rasseln von Ketten wecken sollte.

Im Gedicht ist das lyrische Ich also vorgewarnt, glaubt aber nicht so recht an das Erscheinen des Gespenstes. Er fühlt sich vom Kreuz der Kirche (dem Elder Sign) beschützt. Die Kirchturmuhr schlägt drei, als auf einmal an der Tür ein Klirren und Rasseln von Ketten anhebt …

Simon Newby intoniert das Gedicht melodramatisch, doch ein koketter, zynischer Ton hätte zu der Haltung des Autors wohl besser gepasst.

|The House |

Gemeint ist das konkrete Haus auf Nr. 135 Benefit Street in Providence, Rhode Island. Dies hat HPL auch zu seiner bekannten und verfilmten Erzählung „The Shunned House“ („Das gemiedene Haus“) inspiriert.

Wie so viele Gruselhäuser in der Schauerliteratur ist auch dieses Haus entsprechend ausstaffiert, doch wird es lediglich von außen gezeigt, als wäre ein bewusstes Wesen von unermesslichem Alter, vor dem man sich fürchten sollte. Die Pointe ist jedoch die Haltung des Betrachters in der vierten Strophe. Ähnlich wie die Hauptfigur in der Story „Der Außenseiter“ wird sich der Betrachter bewusst, dass er schon einmal hier war, und zwar vor ziemlich langer Zeit. Wer oder was ist er?

|Mein Eindruck|

Diese Gedichte sind keine Balladen von Goethe („Erlkönig“ lässt sich auch als Grusel interpretieren) oder Schiller (der hatte mit „Der Geisterseher“ richtig guten Grusel-Trash geschrieben), sondern (außer in „The Messenger“) eine Art pseudoviktorianische Dekadenzlyrik, wie man sie vielleicht von einem Epigonen Baudelaires oder Poes erwarten könnte. Baudelaire schrieb richtig gute Vampirstorys in seinen Gedichten, die ab 1861 in „Die Blumen des Bösen“ veröffentlicht wurden.

Furcht vor den kalten und wankelmütigen Sternen gehört ebenso zu HPLs Standardrepertoire wie verfallende, sinistre Häuser und Geister. Die Gedichte bieten dem Kenner nichts Neues. Neu ist jedoch die Tatsache, dass sie erstmals in der Originalsprache auf einem deutschen Medium präsentiert werden, noch dazu von jemandem, der der englischen Sprache sehr gut mächtig ist.

|Die Sprecher|

Simon Jäger, die deutsche Stimme von Heath Ledger und Josh Hartnett, ist ein sehr fähiger Sprecher für diese gruseligen Texte. In der actionbetonten Story „Der Hund“ hat mir sein Vortrag besser gefallen als in „Das Fest“, aber das liegt vor allem an der grundverschiedenen Machart der beiden Erzählungen. In „Das Fest“ muss die Musik einen ungleich größeren Beitrag zur gewünschten Wirkung leisten, was dazu führt, dass Jägers Vortrag ständig von Musik unterbrochen wird.

Auch Simon Newby, der in viel größerem Maße als Jäger als Schauspieler tätig gewesen ist, verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme, die es ihm erlaubt, auch so schwierige Texte wie die auf alt getrimmten Gedichte HPLs vorzutragen. Über die korrekte Aussprache solcher exotischen Ausdrücke wie „fungi“ (= Pilze) und „foetor“ (eine Übersetzung dafür konnte ich in meinen Wörterbüchern nicht finden, aber es klingt nicht nach etwas Gesundem) lässt sich wohl streiten.

|Schwächen|

Die Freude über die Premiere der Gedichtvorträge wird dadurch getrübt, dass der Englischkenner statt des erwarteten britischen Akzents, der der britischen Schreibweise der Texte („colour“ und „splendour“ statt des amerikanischen „color“ und „splendor“) angemessen wäre, einen Akzent zu hören bekommt, der mit dem amerikanischen R viel mehr gemeinsam hat als das Britische. Stellt man sich vor, ein BBC-Schauspieler wie, sagen wir mal, Ian Holm würde die Gedichte vorgetragen, so erhielten sie eine ganz andere Versmelodie, die einem kalte Schauer den Rücken hinunterjagen würde. Statt der vorhandenen, gewollt düsteren Wirkung bekäme ich einen nobel erhabenen Vortrag. So jedoch ließen mich die Gedichte unberührt.

Die Forderung nach einem britischen Akzent ist nicht abwegig, denn HPL war erstens ein äußerst gebildeter Bewohner Neuenglands (wo man eher die britische Aussprache pflegte), kein Hinterwäldler aus Texas, und zweitens ein Verehrer von anderen Horrorschriftstellern wie etwa Poe, der ebenfalls sehr klang-abhängige Gedichte („quoth the raven >Nevermore<") verfasste, die für den Vortrag in einer Teegesellschaft bestimmt waren, nicht fürs Lesen. (Horror, richtig vorgetragen, packt das Gemüt des Zuhörers an Stellen, von denen dieser nicht einmal deren Existenz ahnte, und zerrt ihn dann unbarmherzig über die Kante des Abgrunds.)

Dass diese These hinsichtlich der Akustik zutrifft, belegt schon ein kurzer Blick auf das Klangschema der Verse von "The Cats": Da wimmelt es nicht nur von streng ausgeführten Kreuzreimen, sondern auch von Alliterationen wie "Babels of blocks" und "High heavens". Verse wie "Colour and splendour, disease and decaying" erwachen erst im angemessenen Vortrag zu Leben, um ihre gruselige Wirkung zu entfalten. Der Knackpunkt ist lediglich der "angemessene Vortrag". An diesem hapert es. Eine Sache der Einstellung zum Text.

Simon Jäger liest "eine Vision von Fuseli" [sic] statt "eine Vision wie von Füeßli", denn Lovecraft meint den Schweizer Maler schauriger Motive wie "Der Nachtmahr", das wohl sein bekanntestes Bild ist (ein dunkler Gnom sitzt auf dem Bauch einer ohnmächtigen, weißgewandeten jungen Frau, und hinterm Vorhang lugt ein weiterer Dämon hervor).

_Die Musik _

Da es keinerlei Geräuschkulisse außer ein paar Spezialeffekten (Hundegeheul etc.) gibt, beruht die emotionale Wirkung der Akustik einzig und allein auf dem Vortrag des Sprechers und auf der Musik. Die Musik stellt so etwas wie ein experimentelles Novum dar (wie so einiges auf dem Hörbuch). Sie wurde nicht von einem einzelnen Komponisten zwecks Aufführung durch ein Orchester geliefert, sondern wird von einem Musikerkollektiv erstellt und zugleich aufgeführt: dem "Orchester der Schatten".

Wie uns ein Blick auf die Biografien von Stephan Wolff und Matthias Manzke informiert, so sind beide Komponisten, Wolff noch viel mehr als Manzke. Der Musikdozent Wolff bewegt sich als Komponist in Jazz und Pop ebenso gewandt wie in Klassik oder Filmmusik. Ja, selbst für Kinder hat er Songs und Lieder komponiert. Er spielt Keyboards. Manzke trat in Jazzensembles und Bigbands auf, dirigiert und komponiert; auf dem Foto hält er ein Saxophon, das auf der CD ebenso erklingt wie seine Flöte. Neben diesen beiden Herrschaften gehören zum "Orchester der Schatten" noch Lady Merle Ehlers (Drums, Perc), Sven Hinse (Bass) und Bernhard Suhm (Cello).

Über den Einsatz von jazzbasierten Instrumenten und Musikmotiven in einer Gruselproduktion ließe sich trefflich streiten. Das Booklet behauptet, es handle sich um ein "Stummfilmorchester". Ich für meinen Teil konnte mich nach einer Weile daran gewöhnen, besonders an die einfühlsam eingesetzte Percussion und an das in unheimlichen Kadenzen schwelgende Piano.

|Soundqualität (DDD)|

Da alle Produktionsstufen auf digitaler Technik basieren, ist der Qualitätsverlust beim Aufnehmen und Übertragen sowie bei der Wiedergabe absolut minimal. Der Zuhörer bekommt folglich optimale Qualität zu hören, sofern er über das angemessene Equipment verfügt. Einem Computerlautsprecher aus China würde ich die CD nicht unbedingt überantworten, eher schon meiner HiFi-Anlage oder auch meinem DVD-Spieler.

_Unterm Strich_

Die Kombination aus "Der Ruf des Dämon 1: Dunkle Geschichten" und "Wälder der Finsternis" bietet dem Liebhaber gepflegten Grusels aus dem House Lovecraft eine interessante Mischung aus total Traditionellem – die Storys und Gedichte – und innovativ Neuem: Die akustische Untermalung durch das "Orchester der Schatten". Nicht jedem wird dieser zweite Aspekt schmecken, muss doch erst einmal eingefahrene Hörgewohnheiten ablegen oder umstellen, um sich für das Neue zu öffnen.

Abgesehen von einigen kritischen Punkten hinsichtlich der Gedichte halte ich das Hörbuch für eine herausragende Produktion. Das Textmaterial ist ebenso anregend wie die kreativ gestaltete Musik, und das achtseitige Booklet wartet mit umfangreichen, ausreichenden Informationen zu Autor, Orchester, den Machern und mit den Gedichttexten auf. Mehr kann man zu diesem Preis kaum verlangen. Für Lovecraft-Puristen dürfte das ganze Ding der Horror sein.

"Der Ruf des Dämon 2: Wälder der Finsternis" ist wohl eher eine Missinterpretation, denn weder in "Das Bild im Haus" noch in "Die Farbe aus dem All" stehen Wälder im Vordergrund, sondern eher am Rande des Geschehens. Besonders die zweite, sehr lange Erzählung ist ein Meisterstück HPLs, das jeder Fan kennen sollte. Es steht in einer Reihe mit Grundpfeilern des lovecraftschen Werkes wie "Der Schatten aus der Zeit" (1934) oder "Schatten über Innsmouth" (1936), obwohl es bereits 1927 entstand.

Das Audiobook bietet dem Liebhaber gepflegten Grusels aus dem Hause Lovecraft eine interessante Mischung aus total Traditionellem – die Storys und Gedichte – und innovativ Neuem: die einfühlsame akustische Untermalung durch das "Orchester der Schatten". Insgesamt also mehr etwas für Spezialisten.

Preislich ist diese Zusammenfassung der beiden separaten Hörbücher "Dunkle Geschichten" und "Wälder der Finsternis" ein Gewinn, denn statt zweimal knapp 20 Euro zahlt der Käufer nur noch knapp 15 Euro.

|Inszenierte Lesungen auf 4 Audio-CDs
Spieldauer: 240 Minuten
Info: The Hound; The Festival (1924/25); The Cats; The Wood, Festival;
Aus dem Englischen von Susanne Althoetmar-Smarczyk, Anke Püttmann (Bild im Haus) und Matthias Manzke (Farbe aus dem All)
ISBN-13: 978-3821863436|
[www.eichborn.de]http://www.eichborn.de

_Das |Gruselkabinett| von H. P. Lovecraft auf |Buchwurm.info|:_

["Carmilla, der Vampir" 993 (Gruselkabinett 1)
["Das Amulett der Mumie" 1148 (Gruselkabinett 2)
["Die Familie des Vampirs" 1026 (Gruselkabinett 3)
["Das Phantom der Oper" 1798 (Gruselkabinett 4)
["Die Unschuldsengel" 1383 (Gruselkabinett 5)
["Das verfluchte Haus" 1810 (Gruselkabinett 6)
["Die Totenbraut" 1854 (Gruselkabinett 7)
["Spuk in Hill House" 1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
["Dr. Jekyll und Mr. Hyde" 2349 (Gruselkabinett 10)
["Untergang des Hauses Usher" 2347 (Gruselkabinett 11)
["Frankenstein. Teil 1 von 2" 2960 (Gruselkabinett 12)
["Frankenstein. Teil 2 von 2" 2965 (Gruselkabinett 13)
["Frankenstein. Teil 1 und 2" 3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
["Die Blutbaronin" 3032 (Gruselkabinett 14)
["Der Freischütz" 3038 (Gruselkabinett 15)
["Dracula" 3489 (Gruselkabinett 16-19)
["Der Werwolf" 4316 (Gruselkabinett 20)
["Der Hexenfluch" 4332 (Gruselkabinett 21)
["Der fliegende Holländer" 4358 (Gruselkabinett 22)
["Die Bilder der Ahnen" 4366 (Gruselkabinett 23)
["Der Fall Charles Dexter Ward" 4851 (Gruselkabinett 24/25)
["Die liebende Tote" 5021 (Gruselkabinett 26)
["Der Leichendieb" 5166 (Gruselkabinett 27)
["Der Glöckner von Notre-Dame" 5399 (Gruselkabinett 28/29)
["Der Vampir" 5426 (Gruselkabinett 30)
["Die Gespenster-Rikscha" 5505 (Gruselkabinett 31)
["Jagd der Vampire. Teil 1 von 2" 5730 (Gruselkabinett 32)
["Jagd der Vampire. Teil 2 von 2" 5752 (Gruselkabinett 33)
["Jagd der Vampire" 5828 (Gruselkabinett 32+33)
["Die obere Koje" 5804 (Gruselkabinett 34)
["Das Schloss des weißen Lindwurms" 5807 (Gruselkabinett 35)
["Das Bildnis des Dorian Gray (Gruselkabinett 36/37)"]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5919
["Die Maske des roten Todes" (Gruselkabinett 46)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6735
["Verhext" (Gruselkabinett 47)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6734

Die drei ??? Kids – Gefahr im Spiegelkabinett (Folge 91)

Die Handlung:

Onkel Titus kauft ein altes Spiegelkabinett. Bei genauerer Inspektion hören die drei ??? Kids plötzlich rätselhafte Reime. Vielleicht kann der berühmte Rätselerfinder Mr Think helfen? Doch als Justus, Peter und Bob in seiner Villa ankommen, fehlt von ihm jede Spur… (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Los gehts mit einem super Schnäppchen für Onkel Titus. Ein komplettes Spiegelkabinett, frei Haus geliefert, für nur 100 Dollar! Da wird nicht lang überlegt, sondern direkt gekauft!

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