Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

King, Stephen – Brennen muss Salem (Lesung)

_Anti-Dracula: Vampire in Neuengland_

Ben Mears, ein mittelmäßiger Schriftsteller, kehrt nach Jahren in seine Heimatstadt Salem’s Lot zurück. Er interessiert sich auffällig für das Marstenhaus, das als Spukhaus gilt und seit dem rätselhaften Tod seiner Bewohner im Jahr 1939 leer steht. Von diesem Haus geht eine unheimliche Kraft aus, und bald zeigt sich, wer in Salem’s Lot sein Unwesen treibt: ein Vampir. Ben Mears wagt es mit einigen Helfern, darunter einem alten Mann, einer jungen Frau und einem Jungen, den Kampf gegen die Macht des Bösen aufzunehmen. Doch dieses Wagnis kostet furchtbare Opfer …

Der Roman ist die amerikanische Antwort auf Bram Stokers Klassiker [„Dracula“. 3489

_Der Autor_

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der |National Book Foundation| für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau und Schriftstellerkollegin Tabitha King. Inzwischen schreibt auch sein Sohn Joe Hill erfolgreich: „Blind“ ist bei |Heyne| erschienen.

Sein Hauptwerk, das zeigt sich immer deutlicher, ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden:

„Schwarz“ (ab 1978); „Drei“; „Tot“; „Glas“; „Wolfsmond“; „Susannah“; „Der Turm“ (2005).

_Stephen King bei |Buchwurm.info|_ (Auswahl):

[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“ 3027
[„Briefe aus Jerusalem“ 3714 (Audio)
[„Friedhof der Kuscheltiere“ 3007 (Audio)
[„Puls“ 2383
[„Trucks“ 2327 (Audio)
[„Colorado Kid“ 2090
[„The Green Mile“ 1857 (Audio)
[„Das Leben und das Schreiben“ 1655
[„Atemtechnik“ 1618 (Audio)
[„Todesmarsch“ 908
[„Der Turm“ 822 (Der Dunkle Turm VII)
[„Der Sturm des Jahrhunderts“ 535
[„Tommyknockers – Das Monstrum “ 461
[„Achterbahn“ 460
[„Danse Macabre – Die Welt des Horrors“ 454
[„Christine“ 453
[„Der Buick“ 438
[„Atlantis“ 322
[„Das Mädchen“ 115
[„Im Kabinett des Todes“ 85
[„Duddits – Dreamcatcher“ 45

_Der Sprecher_

Jürgen Kluckert hat an der Schauspielschule „Ernst Busch“ studiert und spielte Rollen im „Tatort“, bei „SOKO“ und „Liebling Kreuzberg“. Auch am Theater und als Synchronstimme, u. a. von Morgan Freeman, Nick Nolte, Robbie Coltrane und Chuck Norris, wurde er bekannt. 1994 übernahm er die Synchronisation von Benjamin Blümchen.

Kluckert liest die ungekürzte Romanfassung der Übersetzung von 1995. Die Aufnahme erfolgte in den dc-Tonstudios, NRW-Berlin, unter der Regie von Kati Schaefer. Die Musik stammt von Dennis Kassel und Dicky Hank, die Aufnahmeleitung oblag Klaus Trapp.

_Handlung_

Als Ben Mears in sein Heimatstädtchen Jerusalem’s Lot zurückkehrt, lernt er die junge Frau Susan Porter kennen. Sie wiederum erkennt den Autor vom Umschlag seiner Bücher wieder, die sie in der Ortsbücherei ausgeliehen hat. Was er ihr verschweigt: Eigentlich wollte er es in der Großstadt zu etwas bringen, aber der Tod seiner Frau Miranda bei einem Motorradunglück hat ihn aus der Bahn geworfen.

Nun will er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen und ein neues Buch darüber schreiben. Erst wenn er wieder mit sich im Reinen ist, so hofft er, kann er einen Neuanfang wagen. Und für diesen Exorzismus muss er noch einmal in das Marstenhaus zurück. Dieser alte Kasten thront auf einem Hügel über der Stadt wie ein dunkler Gott. Als er einmal bei einer Mutprobe in das Haus ging, stieß er auf die von der Decke baumelnde Leiche des bereits 1939 gestorbenen Besitzers Hubert Marsten. Er hatte sich erhängt, nachdem er seine Frau erschossen hatte. Hatte sich Ben dieses Erlebnis nur eingebildet oder war es real? Um dies herauszufinden, muss Ben noch einmal in das verfluchte Haus gehen. Da sieht er zu seinem Erstaunen ein Auto davor stehen.

Beim lokalen Immobilienmakler will er das Haus mieten, muss jedoch erfahren, dass es bereits verkauft wurde, an einen Mann namens Straker und seinen Partner, einen gewissen Mr. Barlow. Straker eröffnet einen Antiquitätenladen in der Hauptstraße. Ben ist enttäuscht, doch die freundliche Zuneigung Susans muntert ihn wieder auf. Sie stellt ihn ihren Eltern vor, doch die sind überrascht. Ist Susan denn nicht mehr die Verlobte von Floyd Tibbits? Susan sagt nein, doch Floyd scheint noch nichts davon zu wissen. Das dürfte Ärger geben, und Susans Mutter lehnt Ben, diesen „windigen Schreiberling anrüchiger Romane“, von vornherein ab.

Noch ahnt keiner außer einem Totengräber, dass ein Hund tot aufgefunden wurde. Er wurde an das schmiedeeiserne Tor des Friedhofs gehängt. In der folgenden Nacht wird einer der beiden Jungen der Glicks vermisst. Ralph war mit seinem Bruder Danny auf dem Weg durch den Wald, um Mark Petries Monstersammlung zu bewundern, als etwas im Wald sie angriff. Aber was war es? Als Danny ohne seinen Bruder wieder auftaucht, ist er schwer verletzt und steht unter Schock.

Ben Mears beteiligt sich sofort an der Suche nach Ralph, die jedoch ergebnislos verläuft. Der Arzt Jimmy Cody stellt bei Danny Glick mit Verwunderung hochgradige Anämie fest und bemerkt die kleinen Bisswunden an Dannys Hals nicht. Vielleicht hält er sie für Abschürfungen. Am nächsten Tag muss er bestürzt Dannys Tod feststellen. Als Ben davon erfährt, kommt ihm die Häufung dieser Fälle, die noch nicht als Verbrechen erkennbar sind, als nicht ganz zufällig vor. Er bringt sie gefühlsmäßig in Zusammenhang mit dem Auftauchen von Straker und Barlow im Marstenhaus. Da liegt er goldrichtig.

Noch ahnen er und Susan nichts von der wahren Natur der Gefahr, doch der Schatten des Verhängnisses macht sich bemerkbar, als der Totengräber, der den Hund fand, Danny Glicks Sarg öffnet und die Leiche darin die Augen aufschlägt und ihn hypnotisiert. Den Biss in den Hals spürt Mike Ryerson kaum noch …

_Mein Eindruck_

Anders als sein Romandebüt „Carrie“ erreicht Kings Vampirroman „Brennen muss Salem“ (1975) ein klassisches Niveau, auf dem es seine Aufgabe als moderne, amerikanische Antwort auf Stokers „Dracula“ (1897) erfüllen kann. Selbstredend kannte King das britische Vorbild und hat es immer wieder gelesen, wie er im Vorwort zur Ausgabe von 1999 schreibt. Kings Roman beschreibt das gleiche Gefühl einer Invasion durch etwas Falsches, zieht die Geschichte aber völlig anders auf.

|Anti-Dracula|

Während Stoker seinen Grafen die Invasion Britanniens aus den Gräbern heraus vorantreiben lässt, quasi als Rache der Toten, so beginnt Kings Roman völlig im Normalen, nämlich in der typischen neuenglischen Kleinstadt – mit einem Unterschied: Das Marsten-Haus ist wieder bewohnt. Die Invasion hat bereits begonnen, doch es vergeht mindestens ein Drittel des Buches, bis sie als solche erahnt, benannt, erörtert wird, und noch einmal ein Drittel, bis sie auch bekämpft wird. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf, zumal in der Kleinstadt, wo jeder jeden kennt.

Lieber halten sich die Einwohner an den zurückgekehrten Neuling Ben Mears und nennen ihn einen Eindringling, der weiß Gott was im Schilde führt. Man bekämpft lieber den Teufel, den man kennt (pfui, ein Schriftsteller!) als einen Teufel, von dem man noch gar nicht zugeben will, dass er vielleicht existieren könnte. Bis es dann schließlich zu spät ist.

|Invasion|

Die perfide Invasion geht mit überraschender Leichtigkeit vonstatten. Zum einen hat der Tod keine Macht mehr über die vom Obervampir infizierten Opfer. Diese wiederum infizieren ihre Nächsten: Freunde, Eltern, Geschwister, Geliebte. Die Invasion weist die Charakteristika einer Epidemie auf. Doch die Überträger müssen, ähnlich wie Elfen und anderes Zaubervolk, willkommen geheißen und ins Haus gebeten werden. Das setzt die Bekanntheit, ja Vertrautheit mit dem Überträger voraus. Auf diesem Infektionsweg ist es gerade die private und intime Mitmenschlichkeit, die den Opfern den Garaus macht und schließlich zum Untergang der Stadt führt. (Auch „The Stand – Das letzte Gefecht“ beginnt mit einer Seuche …) Auch Ben Mears wird dadurch zur Zielscheibe.

Ben Mears blickt schon frühzeitig durch, weil in ihm das Misstrauen gegen das Marsten-Haus tief sitzt: Er hat dort einmal ein Horrorerlebnis gehabt, als er noch ein Junge war. Aber er weiß auch aus seiner Lektüre, was ein Vampir ist, was er tut und womit man ihn bekämpft. In diesem Wissen wird er durch den Lehrer und durch den Pfarrer unterstützt. Nur das richtige Wissen über den Feind kann zum Sieg über ihn führen, das wusste schon Sun Tzu im alten China. Allerdings gibt es etwas, was Ben Mears und seine Mitstreiter brauchen, das ihnen in ganz Neuengland nur eine einzige Institution geben kann: die katholische Kirche.

|Segen von oben|

Diese Bedingung kam für mich doch etwas überraschend. In „Dracula“ begnügen sich die wackeren Vampirjäger um Prof. Van Helsing mit Eichenpflöcken, silbernen Kruzifixen und allerlei frommen Sprüchen, aber keiner braucht den Segen der Mutter Kirche. Ganz anders in Salem’s Lot: Hier müssen die Vampirjäger – Mears, Cody, Mark Petrie – in Pater Callahans Kirche erst die Beichte ablegen und um Vergebung ihrer Sünden bitten, bevor der Pater sie segnen kann und ihnen Weihwasser etc. mitgibt.

Was hat dies zu bedeuten? Nun, ganz offensichtlich geht es darum, einen Exorzismus auszuführen, und den kann man nicht erfolgreich durchziehen, wenn das eigene Gewissen nicht absolut rein und gesegnet ist. Denn die schwarzen Flecken auf der Seele würde der Widersacher als Erstes aufs Korn nehmen, in der Erwartung, dass sich sein Opfer vor Schuldgefühlen windet, wodurch es eine leichte Zielscheibe wird. Der Widersacher, in diesem Falle Barlow, ist ein uraltes Wesen aus den Tiefen der Zeit und nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche amerikanischen Gernegroß-Vampirjäger. Es erlebt jedoch eine Überraschung nach der anderen. Katholisch gesegnete Amerikaner haben eben doch einiges an Artillerie vorzuweisen …

|Exorzist|

Man sollte bedenken, dass nur fünf Jahre vor „Brennen muss Salem“ „Der Exorzist“ veröffentlicht wurde und dessen Verfilmung durch William Friedkin alle Besucherrekorde schlug. Von diesem Film könnte sich King ein paar Tipps hinsichtlich eines ordentlichen Exorzismus‘ abgeschaut haben. Und wie dort muss auch in „Brennen muss Salem“ der Priester einen hohen Preis bezahlen.

|Bewährtes Muster|

An diesem frühen Roman lässt sich schon das Strickmuster vieler späterer Bestseller Kings ablesen, wie etwa „Tommyknockers“ und „ES“. Es ist die detailliert geschilderte Kleinstadt mit ihrem engmaschigen Netz aus Beziehungen und Abhängigkeiten, die der Autor einer plötzlichen, fremdartigen Bedrohung aussetzt. Das Übernatürliche wird häufig mit einem bestimmten Ort, etwa wie in „das Haus Usher“, verbunden und lässt sich dort am besten bekämpfen. Die Kämpfer sind ganz unterschiedlich, ebenso wie ihre Methoden und ihr Glaubenssystem. Denn ohne Glaube, Liebe und Hoffnung – in dieser Dreieinigkeit – ist der Kampf von vornherein verloren.

|Der Sprecher|

Tobias Kluckert ist ein vielseitiger und sehr erfahrener Sprecher, der Morgan Freeman, Chuck Norris und Nick Nolte seine Stimme geliehen hat. Insbesondere Freeman und Nolte sind mir als Charakterdarsteller bekannt, und besonders Freeman ist eine hohe Integrität zu eigen. Diese Integrität kommt wiederum dem Erzähler der Geschichte von Salem’s Lot zugute, denn sie verleiht ihm eine Glaubwürdigkeit und Autorität, die für die Präsentation eines so ungeheuren Geschehens wie dem Kampf gegen einen uralten Vampir notwendig ist.

Kluckert gelingt es, die Emotionalität einer Szene ebenso wiederzugeben wie eine Figur genau zu charakterisieren. Sein Sheriff Gillespie spricht behäbig und sehr tief, ganz im Gegensatz zu dem agilen Ben Mears. Die Frauenfiguren wie Susan und Ann Porter haben allgemein eine höhere Tonlage und eine sanftere Sprechweise, genau wie Mark Petrie, der ja erst zwölf Jahre ist. Im finalen Showdown muss Mark unglaublich mutige (oder verzweifelte) Taten vollbringen, und wenn er mal spricht, klingt er häufig ängstlich und leise.

Man darf nun aber nicht meinen, dass alle Figuren leise reden, im Gegenteil. Bens Konfrontation mit dem Vampir ist recht lautstark, und die entsprechenden Rufe der beiden Kontrahenten lässt der Sprecher klar und deutlich aus den Lautsprecherboxen klingen. (Natürlich nicht so laut, dass das Trommelfell des Hörers geschädigt wird.)

Nur mit Kluckerts Aussprache mancher amerikanischer Namen bin ich nicht ganz einverstanden. Er spricht den Namen des Polizisten Parker Gillespie [gilspi] statt wie üblich [gi’léspi] aus, analog zu dem Namen des bekannten Jazzmusikers. Den Namen der Familie Dougall hätte ich [du:gl] statt [dagl] ausgesprochen, in der Hoffnung, dass mir ein nativer Sprecher Recht gibt. Aber dies sind offensichtlich Einzelfälle, über die es sich nicht zu streiten lohnt.

Geräusche hat die Lesung nicht vorzuweisen, und auch keine Hintergrundmusik, dafür jedoch ein In- und ein Outro, das dem düsteren Thema der Geschichte angemessen ist.

_Die Übersetzung_

… stammt von Peter Robert und ist die erste vollständige deutsche Version des Originals. Zuvor veröffentlichten der |Zsolnay|- (Hardcover) und der |Heyne|-Verlag (Taschenbuch) eine gekürzte Übersetzung, die Ilse Winger und Christoph Wagner im Jahr 1979 angefertigt hatten. Ich habe diese alte Version mit dem Original verglichen und zahlreiche Kürzungen vorgefunden, so dass diese Fassung in keiner Weise den Absichten des Autors entsprochen haben dürfte.

Erst Peter Robert hat eine gültige Übertragung angefertigt. Zum Glück folgt die Lesung Kluckerts dieser Fassung. Die enthält sämtliche Motti, darunter zahlreiche Gedichte des griechischen Lyrikers Georgios Seferis (dessen Namen Kluckert sogar korrekt ausspricht!), aber auch ein in den USA bekanntes Gedicht von Wallace Stevens. Dessen Titel „The emperor of ice cream“ leiht dem mittleren Teil des Roman seinen Titel.

In solchen Motti macht sich bemerkbar, dass King kein Groschenschreiberling ist, sondern ein gebildeter Englischlehrer, der erzählen kann. Den Ritterschlag zum ernsthaften Schriftsteller erhielt er erst vor wenigen Jahren – was sofort einen Aufschrei empörter Kritiker zur Folge hatte.

|Statt eines Booklets|

… sind die Hüllen der CDs mit Informationen bedruckt, die über die Biografie des Autors, sein Werk und über den Sprecher eingehend Auskunft geben. Selbst ein King-Fan findet in dieser Biografie noch interessante Details, so etwa die, dass er seinen verfilmten Bestseller „Carrie“ (1974) bereits in die Mülltonne geworfen hatte, weil er das Manuskript zu schlecht fand, bevor seine Frau Tabitha es wieder herausfischte und ihn dazu brachte, das Buch weiterzuschreiben. Für die Filmrechte bekam King seinen ersten dicken Scheck: 400.000 Dollar …

_Unterm Strich_

„Brennen muss Salem“ wurde 1979 fürs Fernsehen verfilmt, der Streifen wird aber nur selten gezeigt. Das liegt sicherlich zum einen daran, dass das Thema Vampire von King nicht gerade originell behandelt wurde, aber auch daran, dass die Darstellung unbedingt die breite Leinwand des Romans benötigt, um funktionieren zu können.

Erst durchs literarische Erzählen vieler winziger Details und der Überlagerung von Erzählsträngen und Zeitebenen macht der Roman dem Leser sinnfällig, dass die neuen Besitzer des Marstenhauses keine gewöhnlichen Besucher sind, sondern innerhalb der räumlichen und zeitlichen Existenz der Stadt Jerusalem’s Lot eine Anomalie und Invasion darstellen, die ihr Fortbestehen bedroht.

Doch so wie sich ein Organismus gegen eine Infektion wehren muss, so gibt es auch in Jerusalem’s Lot Elemente, die die Invasion der Vampire bekämpfen, solche, die sich ihr beugen, und solche, die keine Ahnung haben. Natürlich gibt es auch feindliche Übernahmen, so etwa im Fall von Susan Porter. Wenn sie ihren Geliebten Ben Mears in die Reihen der Vampire einreihen möchte, so kommt es zu einem tiefgreifenden emotionalen Konflikt seitens Ben. Er muss sich fragen, was der Untod für ihn bedeuten würde – ewiges Leben an Susans Seite und / oder ewige Verdammnis? Was würde der echte Tod für Susan bedeuten – ewiges Nichtleben, aber dafür Erlösung?

Der Showdown zwischen Ben und dem Obervampir läuft in mittlerweile klassisch gewordener Manier ab, aber nicht ganz so, wie man es aus „Dracula“ kennt. Die ungekürzte Version, die hier wiedergegeben wird, enthält einen zusammengehörigen Pro- und einen Epilog, der die Hauptgeschichte wie einen Rahmen umgibt und das weitere Schicksal Ben Mears‘ und Mark Petries in knappen Worten erzählt.

|Das Hörbuch|

Tobias Kluckert ist als deutsche Stimme von Morgan Freeman und anderen jedem Filmfreund ein Begriff, zumindest in akustischer Hinsicht, und kann seine Stimme mit Integrität und Autorität, aber auch Warmherzigkeit verbinden. Diese seltene Kombination kommt der Präsentation eines so ungeheuren Geschehens wie einer Vampirinvasion sehr zugute. Kluckert kann nicht nur ruhig erzählen, sondern auch Figuren individuell gestalten und Szenen mit einer angemessenen Stimmung schildern. Nur mit seiner Aussprache von zwei amerikanischen Namen bin ich nicht ganz einverstanden.

Fazit: Volle Punktwertung für diese Produktion.

|Originaltitel: Salem’s Lot, 1975
Aus dem US-Englischen übersetzt von Peter Robert
1237 Minuten auf 17 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

Ingrid Noll – Stich für Stich. Erzählungen (Lesung)

Der Noll-Faktor: spannend, kurios, amüsant, makaber

Das Hörbuch umfasst fünf „schlimme“ Geschichten, die entgegen der Erwartung, die man an Noll-Storys hat, nicht immer mit dem Ableben eines Beteiligten enden. Fünf Protagonisten – eine Domina, eine virtuose Stickerin, eine blonde Krankenschwester, die alle Klischees erfüllt, die Ehefrau eines passionierten Anglers, die verheiratete Ärztin mit der Hundedame. Fünf überraschende Wendungen – auch wenn man „seine“ Ingrid Noll schon kennt.

Die Autorin

Ingrid Noll wurde 1935 in Schanghai geboren, also kurz vor der japanischen Invasion, und studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Nachdem ihre drei erwachsenen Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie, Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt Bestseller wurden. „Die Häupter meiner Lieben“ wurde mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet, und „Kalt ist der Abendhauch“ sowie „Die Apothekerin“ wurden verfilmt.

Weitere Noll-Hörbücher:
– Die Häupter meiner Lieben
– Die Apothekerin (verfilmt)
– Kalt ist der Abendhauch (verfilmt)
– Selige Witwen
– Die Sekretärin
– Der Hahn ist tot

Die Sprecherin

Ursula Illert, 1946 in der Nähe von Frankfurt/M. geboren und aufgewachsen, ist eine Schauspielerin mit Erfahrung bei Theater, Funk und Fernsehen. Als passionierte Sprecherin hat sie für |Steinbach Sprechende Bücher| bereits zahlreiche Hörbücher gelesen. Ihre Begeisterung gilt Lesungen mit musikalischer Begleitung vor Publikum.

Handlung der 5 Erzählungen

1) Ein milder Stern herniederlacht

Eine Domina setzt sich mit 37 zur Reihe und verkauft all ihre Accessoires und Möbel – für ihre „Sklaven“ eine echte Überraschung. Drei Wochen später ist sie mit Oliver verheiratet, der sich schon auf das gemeinsame Kind freut. Mit dem drögen, anstrengenden Leben als Hausmütterchen werde sie schon zurechtkommen. Denkt sie. Denn Oliver weiß natürlich nichts von ihrem anrüchigen Vorleben.

Just im schönsten Moment in ihrem neuen Leben, beim Abendessen zu Weihnachten, klingelt es an der Tür und eine Gestalt der Vergangenheit verlangt ihr Recht: Georg, der Bankier, ist einer ihrer früheren „Sklaven“ und hat wegen Urlaub noch nicht mitgekriegt, dass sie aus dem Gewerbe ausgestiegen ist. Er verlangt hartnäckig sein Recht auf eine fachgerechte Demütigung.

Da die Ex-Domina nicht mit der Wahrheit über Gregors Verhältnis zu ihr herausplatzen kann, dauert es eine ganze Weile, bis Oliver die Sache endlich kapiert. Dann jedoch handelt er konsequent: Georg wird angekettet und darf den Abwasch machen. Ein weiterer „Sklave“ muss mit Demütigung versorgt werden: Er darf das Auto blitzblank schrubben. Schon bald finden sich jede Menge Haushaltsarbeiten, die es zu erledigen gilt, und der Haushalt ist endlich auf Vordermann gebracht.

Es gibt nur ein winziges Problem: Wie erklärt man den Familien der Sklaven ihr allzu langes Fernbleiben vom trauten Weihnachtsabendfeiern? Geniale Idee: Man inszeniert einen Frontalzusammenstoß der Autos, so dass man auch noch die Versicherung abzocken kann. Bei diesem im Schnee inszenierten Manöver geht leider etwas mächtig schief …

2) Stich für Stich

Das Geschlecht der Person, die ihre Geschichte erzählt, bleibt bis zuletzt unklar, denn darin besteht ja der Clou. Die Person liebt es schon seit ihrem 17. Lebensjahr zu sticken. Damals lag sie lange Zeit mit Hepatitis im Bett und musste ruhen. Ihre Mutter brachte ihr das Sticken bei und fortan stickte sie, was der Faden hergab: Deckchen, Brieftaschen, eine komplette Gemäldegalerie klassischer Meister.

Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, da die Person bei einem Schwächeanfall im Supermarkt umkippt und ihr der Arzt eine Kneipp-Kur in Bad Wörishofen verordnet. Gesagt, getan. Man findet einen Kurschatten, eine echte Freundin: Gunda Mortensen. Nach dem Abschied setzt ein Briefwechsel die Freundschaft fort.

Der freudige Tag naht, da Gunda unsere Hauptfigur in ihren eigenen vier Wänden besuchen wird, wo auf sie eine handfeste Überraschung wartet. Nein, die Stickereien habe keineswegs die werte Frau Mutter gefertigt, sondern seien alle selbstgemacht. Langes Schweigen. Danach kommt Gunda nie wieder … Schade, ein solches Talent links liegen zu lassen.

3) Die blaurote Luftmatratze

In der Privatklinik für psychosomatische Krankheiten hat sich eine Krankenschwester – nennen wir sie Isolde – in einen besonderen Patienten verliebt, den sie gerne Tristan nennt. Wie sie steht er auf altmodische Luftmatratzen, denn darauf liegt er gerne im schönen Park der Klinik. Sie nennt ihn aber auch den „Schlangenmenschen“, denn er sagt, er habe eine Phobie vor Schlangen. Sie fragt ihn, wie es dazu gekommen sei. Ach, das sei nur ein Vorwand, um in Ruhe gelassen zu werden, meint er.

Mit 24 sei er Privatdetektiv geworden und wurde von der deutschen Textilindustrie damit beauftragt, die Herkunft von besonders schönen Pullovern etc. festzustellen, die zu Dumpingpreisen angeboten wurden. Folglich blieben die deutschen Fabrikanten auf ihren Erzeugnissen sitzen.

Er flog nach Hongkong und entdeckte eine Spur, die ins Innere Asiens führte. Er versteckte sich auf einem LKW und fuhr dort zwei Wochen lang mit, denn obwohl ihn die Fahrer entdeckten, blieben sie freundlich. Und so gelangte er in eine tropische Region, in der eine versteckte Anlage von Männern in weißen Kitteln geleitet wurde. Lügen erwies sich als zwecklos, daher rückte er mit der Wahrheit heraus.

Statt ihn wegzuschicken, weil er spionierte, zeigten ihm die Männer voller Stolz ihre Anlage. Aber wo kamen die fabulösen Strickwaren her? Nirgendwo waren Strickmaschinen zu sehen. Da wies einer der Forscher ins Zentrum der weitläufigen Anlage, wo mehrere große Bäume standen. Und in den Bäumen befanden sich große Schlangen. Und jede Schlange strickte, was das Zeug hielt: Pullover, Westen, Schals, in allen Farben. Ja, er durfte sich sogar einen eigenen Pulloverentwurf wünschen.

Der Oberarzt glaubt natürlich kein Wort von diesem Garn. Professor Higgins wird von den gespannt lauschenden Patienten indigniert weggeschickt. Doch in der folgenden Nacht will Schwester Isolde die Wahrheit über den „Schlangenmenschen“ herausfinden und schleicht sich zu seiner Tür …

4) Fisherman’s Friend

Als sie 17, dumm und noch unschuldig war, lernte sie bei einer Fischerparty Eugen kennen, heiratete ihn mit 18 und wurde mit 19 Mutter von Jonas. Als Ladenbesitzer konnte ihr Eugen, der mittlerweile auf die 40 zuging, zwar ein Leben in Wohlstand bieten, doch sie erfuhr mit dem passionierten Angler weder Freude noch Liebe.

Da ist Uli schon ein ganz anderer Typ. Der Textilingenieur ist jung, gut aussehend und lustig. Sie verliebt sich sofort in ihn und hat eine Affäre. Sie überlegt, dass sie mit Eugens Erbschaft ziemlich angenehm mit Uli leben könnte. Ihren zielstrebigen Plan setzt sie in mehreren Phasen um, an deren Ziel sie und Uli Eugens Unfalltod beschließen. So weit, so gut. Doch der Plan sieht nicht vor, dass Uli und Eugen gute Kumpels werden und gemeinsam Angeln gehen!

Wütend und frustriert greift sie zur Selbsthilfe. Das unverdächtige Mordinstrument: selbstgemachte Frikadellen aus Fischpaste, in die sie ein paar Gräten platziert. Das funktioniert auch ganz hervorragend, allerdings mit einem ganz anderen Opfer als vorgesehen. Nach dem nächsten Angelwochenende berichtet die Zeitung von einem tot am See aufgefundenen Förster …

Monate vergehen, niemand wird festgenommen, doch die Affäre mit Uli endet. Da ruft die Witwe des Försters an und bittet um ein Treffen. Au weia, der Fluch der bösen Tat, denkt unsere Heldin und ist auf das Schlimmste gefasst. Zu ihrer Verwunderung bedankt sich jedoch Adelheid herzlich für die Tat. Sie erklärt, wie sie die Wahrheit herausgefunden habe und dass sie nun herrlich von der Erbschaft leben könne. Ob sie sich nicht erkenntlich zeigen könne?

Der Plan ist ganz einfach. Und tatsächlich hat Eugen diesmal keine Chance, der Falle zu entgehen.

5) Der gelbe Macho

Sie ist eine gefühl- und fantasievolle Ärztin, ihr Mann Oswald ein eher prosaischer Typ. Sie holt aus dem Tierheim einen Hund, der sehr anhänglich wird und sich als sehr klug erweist: Klara. Über ihre Spaziergänge lernt die Ärztin einen anderen Hundehalter kennen: Der junge Jens hat einen gelben Hund namens Macho. „Macho ist spanisch und bedeutet männliches Tier“, erklärt er. Macho und Klara werden unzertrennliche Freunde. Zwischen der Ärztin und Jens klappt es nicht gleich, denn erstens ist sie verheiratet, und zweitens hat er eine Freundin.

Aber sie merkt bald, dass sie Jens liebt, und die schlaue Klara merkt das auch. Sie beißt ihr Herrchen Oswald und gehorcht ihm nur noch widerwillig. Bei einer Abi-Party tanzt die Ärztin wild mit Jens und küsst ihn. Welch ein feinfühliger Mann: Er will nach dem Abi Psychologie studieren. Nachts darf Klara ins Bettchen von Frauchen, und Oswald muss im Arbeitszimmer schlafen.

Danach nimmt die Natur unaufhaltsam ihren Lauf. Klara wird läufig, und Macho muss weggesperrt werden. Doch während eines Schäferstündchens mit Jens vergeht die Zeit wie im Flug, und wer denkt da schon an die Hunde? Das Ergebnis der doppelten Liebesnacht ist schon nach wenigen Monaten zu besichtigen: Mischlinge.

Mein Eindruck

Im Grunde folgt nur eine einzige dieser fünf Erzählungen dem klassischen Muster, dass dem Schicksal „nachgeholfen“ und ein Mann geopfert wird – aber dies natürlich in unnachahmlicher Noll-Manier. Die anderen Geschichten fallen ziemlich aus diesem Rahmen und lassen sich wohl eher unter der Bezeichnung „ironisch erzählte Kuriosa“ zusammenfassen.

Unter diesen vier Geschichten hat mir jene mit den spinnenden und strickenden Schlangen auf den Bäumen am besten gefallen. Sie ist so wunderbar schrullig und doch unglaublich detailreich ausgeschmückt. Natürlich ist kein Wort davon wahr, würde jetzt Prof. Higgins wie in „My Fair Lady“ knurren. Aber hat das jemals passionierte Geschichtenerzähler und -lauscher gestört? Natürlich nicht. (Übrigens scheint dies eine der Storys zu sein, die seinerzeit für die „Süddeutsche Zeitung“ über „Die blaurote Matratze“ geschrieben wurden.)

Es ist ein wenig auffällig, welch eine bedeutende Rolle Erotik in diesen Storys spielt. Dass eine Ex-Domina ihre Ex-Sklaven wieder einspannt, ist ein netter Einfall. Doch dass auch der Ex-Domina-Mann der Sache auf pragmatische Weise einige positive Seiten abgewinnen kann, ist der typische Noll-Schlenker, der die Sache erst richtig interessant macht. Womit es natürlich nicht sein Bewenden haben kann.

Eine ganz andere Seite der Erotik zeigt sich in „Der gelbe Macho“. Hier kommt die Liebe sozusagen auf den Hund, um es mal flapsig zu sagen. Doch der Hund – gemeint ist die schlaue Klara – trägt viel dazu bei, der Liebe Gelegenheit zu machen, indem sie Herrchen Oswald auf Abstand hält. Der Hund ist doch der beste Freund des Menschen.

Die Sprecherin

Ursula Illert kann sich sehr gut in die Lage der weiblichen Protagonisten hineinversetzen. Mit Verve trägt sie ihre Geschichten vor, mit deutlicher Aussprache und der Betonung auf die richtigen Stellen. Allerdings ist die letzte Geschichte wegen der immerhin fünf Akteure so vertrackt, dass man sie vielleicht noch einmal anhören sollte.

Unterm Strich

Bis auf eine eher konventionelle – und daher umso willkommenere – Geschichte („Fisherman’s Friend“) wissen die fünf Beiträge in dieser Sammlung mehr durch ihre Schrulligkeit zu amüsieren als durch Spannung zu fesseln. Das macht aber nichts, denn der typische Noll-Faktor ist durchweg gegeben: eine ungewöhnliche, zuweilen makabre und augenzwinkernde Note ist stets eingeflochten. Ich kann nur hoffen, nicht zu viel verraten zu haben – und um Vergebung für meine Sünden zu bitten, falls ich es doch getan habe.

Die Sprecherin bringt die Erzählungen voll zur Geltung und beeinträchtigt die Botschaft der Autorin in keiner Weise. Das Hörbuch kann einem Zuhörer durchaus einen schönen Nachmittag bereiten.

120 Minuten auf 2 CDs
steinbach sprechende bücher

Lehane, Dennis – Shutter Island (Lesung)

_Ermittlung in der Irrenanstalt: Fall mit doppeltem Boden_

Im Sommer 1954 wird US-Marshall Teddy Daniels nach Shutter Island zum Ashcliffe Hospital für geisteskranke Verbrecher gerufen. Es soll eine angeblich geflohene Mörderin aufspüren. Doch bald erweist sich die Insel als gefährlicher Albtraum. Wird er sie überhaupt je wieder verlassen? (Verlagsinfo)

Der Psychothriller wurde von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio und Ben Kingsley in den Hauptrollen verfilmt.

_Der Autor_

Seit 1994 veröffentlicht der Bostoner Autor einen exzellenten Krimi nach dem anderen. „Streng vertraulich!“ war sein erster und wurde gleich mit dem Shamus Award ausgezeichnet. „Mystic River“ von 2003 wurde oscargekrönt von Clint Eastwood verfilmt. In seinen Romanen verarbeitet Lehane u. a. seine Erlebnisse mit geistig behinderten und sexuell missbrauchten Kindern. Alle deutschen Übersetzungen erscheinen bei Ullstein und werden von Andrea Fischer besorgt.

|Dennis Lehane bei Buchwurm.info:|

[Kein Kinderspiel 1433
[Regenzauber 1346
[Mystic River 1340
[Shutter Island 1150
[Streng vertraulich 1435
[In tiefer Trauer 1436

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist bekannt für seine Sprechrolle als Justus Jonas in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Als Sprecher synchronisierte er Hauptrollen in vielen Filmen und ist die deutsche Stimmbandvertretung von Ben Stiller.

Rohrbeck liest eine von Frank Gustavus gekürzte Fassung. Regie führte Tanja Fornaro, die Herstellungsleitung hatten Christian Neumann und Monja Ecker inne.

_Handlung_

Shutter Island liegt im Außenhafengebiet von Boston, Massachusetts. Die Insel hat eine bewegte Geschichte hinter sich, so etwa dass Piraten hier ihr Gold gehortet hätten, bis das Militär sie vertrieb und eine Festung samt Leuchtturm baute. Nachden Militärs kamen jedoch die Ärzte: Ashcliffe Hospital ist eine Klinik für geistesgestörte Schwerverbrecher, die in drei Blöcken untergebracht ist. Es ist eine Einrichtung der Bundesregierung, und deshalb sind auch Bundes-Marshals Edward Daniels und Chuck All hingeschickt worden.

Marshal Teddy Daniels ist hier in der Gegend aufgewachsen, sein Vater war ein Fischer, der 1938 auf See an Bord eines Walfängers unterging. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Teddy gegen die Deutschen, von der Landung in der Normandie bis in die Ardennen, der letzten westlichen Offensive der Wehrmacht. Nach dem Krieg lernte er seine Frau Dolores kennen und verliebte sich total in sie. Vor zwei Jahren ist sie beim Brand ihres Mietshauses ums Leben gekommen, doch den Brand legte der Hausmeister, ein gewisser Andrew Ladis. Ladis soll sich hier auf Shutter Island befinden, aber das ist natürlich nicht der offizielle Grund für Teddys Dienstfahrt. Die Vorgesetzten könnten sonst meinen, Teddy wolle sich an Ladis rächen.

Nein, der offizielle Grund, mit der Fähre zur Insel rauszufahren, ist die Flucht einer gewissen Rachel Solando, Patientin des Hospitals und Mörderin ihrer drei Kinder. Dr. Macpherson, der stellvertretende Anstaltsleiter, begrüßt die Marshals und bittet sie, ihre Dienstwaffen abzugeben. Sie tun dies nur unter Protest, der zu Protokoll genommen wird. Der Anstaltsleiter Cawley, ein Psychiater, erklärt ihnen, dass keiner wisse, wie die Patientin entkommen konnte. Oberpfleger Ganton, ein Schwarzer, habe sie ordnungsgemäß als Letzter eingeschlossen. Dennoch ist sie verschwunden – an vier wachhabenden Pflegern vorbei, und noch dazu barfuß. Doch als die Marshals um die Akten der Mitarbeiter bitten, werden diese ebenso verweigert wie die der Patienten. Cawley behauptet, er benötige dafür die Erlaubnis des Kuratoriums, das die Anstalt finanziert.

Die Suche im Hinterland verläuft erfolglos, Teddy bemerkt jedoch die Höhlen in den Klippen und den ehemaligen Leuchtturm. Der werde nun zur Abwasseraufbereitung verwendet, sagt man ihm. Er glaubt es nicht. Er glaubt vieles nicht, was man ihm hier erzählt. So etwa, dass die Strömung im Meer zu stark sei, um darin bis zur nächsten Insel schwimmen zu können. Nur die Ratten, die überall auf den Felsen zu sehen sind, die sind unwiderlegbar. Ein schwerer Sturm ist im Anzug. Wie Teddy erfährt, ist einer der Ärzte, ein gewisser Sheehan, mit der Fähre, auf der er kam, abgereist, um Urlaub zu machen. Ausgerechnet der Mann, der Rachel therapierte, ist also unerreichbar – na prächtig.

Die Vernehmung der Pfleger und der Patienten, die bei der letzten Gruppensitzung Rachels dabei waren, ergibt sehr wenig. Aber eine der Patientinnen, eine vernünftig redende Blondine, schreibt in Teddys Notizbuch: „Lauf!“ Nach dem Abendessen und einem Pokerspiel um Zigaretten gehen Teddy und Chuck zu Bett. In der Nacht träumt Teddy ungewöhnlich lebhaft von seiner Frau Dolores, die ihn der Lieblosigkeit und des Alkoholismus anklagt. „Zähl die Betten! Rachel ist hier!“ Als er den Zettel, den er in Rachels Zelle fand, entschlüsselt, wird ihm einiges klar: Es ist ein einfacher Zahlen-und-Buchstaben-Code, der Rachel Solandos Namen ergibt. Aber was bedeutet die Zahl 67? Auch Chefarzt Cawley weiß es nicht. Zum ersten Mal kommt Teddy der Verdacht, Rachel habe ihn hergelockt. Aber wozu? Teddy plagen Kopfschmerzen und er verrät Chuck die Sache mit Ladis, wegen der er sich um diesen Auftrag bemüht hat.

Inzwischen hat der Sturm die Insel erreicht. Chuck und Teddy finden in einem Mausoleum des Friedhofs Schutz vor stürzenden Bäumen und heulendem Wind. Mit einer Fähre ist jetzt garantiert nicht zu rechnen, sie sitzen hier fest. Das Ashcliffe Hospital ist keine Behandlungsklinik, sondern ein Forschungszentrum, das vom Komitee gegen unamerikanische Umtriebe finanziert wird, weiß Chuck. Aber was wird hier eigentlich erforscht? Vielleicht gibt die Station C darüber Aufschluss, doch Station C, untergebracht in der alten Festung, ist selbst für U.S. Marshals tabu.

Jedenfalls so lange, bis ihnen der Hurrikan dort Tür und Tor öffnet …

_Mein Eindruck_

„Shutter Island“ ist ebenso Thriller wie Psychodrama, und als solches stellt er die ganze Vorstellung, die sich der Leser bzw. Hörer von der Handlung macht, auf raffinierte Weise auf den Kopf. Zunächst betrachtet Teddy die Anstalt mit den Augen eines unter Verfolgungswahn Leidenden: Alle sind seine Feinde, insbesondere die Ärzte. Nach dem besuch in Station C stellt er sich ein stalinistisches Lager von Gehirnwäschern vor, das von Ex-Nazis geleitet wird. Aber ist das wirklich so, müssen wir uns fragen.

Teddy, unser Gewährsmann, hat die gelben Pillen von Dr. Cawley geschluckt, obwohl ihn seine innere Stimme (ganz besonders Dolorores) eindringlich davor gewarnt hat. Doch die Schmerzen der Migräne waren zu stark, und er schluckte die Pillen. Die Schmerzen sind vier Stunden später zwar weg, aber ist das, was er nun erlebt, auch wirklich – oder entspringt es nur seiner Einbildung? Mich erinnert dieser Plot sehr an einen der radikaleren Romane von Philip K. Dick, etwa an „Ubik“.

Nachdem Chuck für ihn das Einlieferungsformular für Andrew Ladis in Station C gefunden hat, hat Teddy die Handhabe, das Hospital schließen zu lassen und damit die Karrieren einer Menge verdienter Ärzte zu beenden, allen voran die von Dr. Cawley. Teddy erscheint es darum völlig logisch, dass die Anstaltsleitung alle Heben in Bewegung setzt, um ihn, Teddy, daran zu hindern, die Insel mit diesem brisanten Beweisstück zu verlassen. Sogar ein Ablenkungsmanöver wie die Sprengung von Dr. Cawleys geliebtem Oldtimer kann die Wachen nicht genügend abhalten, um die Fähre, die nun endlich eingetroffen ist, unbewacht zu lassen.

Teddy hat in den Höhlen, die er in den Klippen entdeckte, eine Frau getroffen. Da sie ein Skalpell trägt, muss sie entweder Patientin oder Ärztin sein. Er ist überzeugt, die echte Rachel Solando vor sich zu haben. Sie sagt, sie habe gegen die Methoden der Anstaltsleiter protestiert, doch vergeblich, und man habe sie zur Patientin degradiert. Denn es sei absolut unmöglich für einen, der zum Wahnsinnigen erklärt worden sei, seine Unschuld zu beweisen. Es ist ein Catch-22: Alles, was er argumentiert, wird als Beweis für seinen Wahnsinn aufgefasst.

Folglich gibt es kein Entkommen, auch nicht für Teddy Daniels. Teddy braucht Dr. Cawley nur zu sagen, er habe einen Kollegen namens Chuck All und – zack! – reif für die Klappsmühle. Denn Teddy glaubt doch nicht etwa, dass dieser Kollege, mit dem er noch nie zusammengearbeitet hat, echt ist, oder? Ob Teddy das Nervengift, das man ihm in Kaffee und Zigaretten verabreicht habe, schon spüre?

In einem Klima der wachsenden Paranoia muss Teddy alle seine Annahmen überprüfen – und wir ebenfalls. Um nicht alles zu verraten, sei nur gesagt, dass die Codes, die Rachel angeblich hinterlassen hat, wichtige Hinweise sind, auf das, was wirklich vorgeht. Es wird noch einige Überraschungen geben. Ich kann mir Leonardo DiCaprio in der Rolle des Teddy Daniels sehr gut vorstellen: ein Mann, der zunächst absolut integer erscheint, und sich dann doch als das Gegenteil erweist.

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck, die deutsche Stimme von Ben Stiller, hat bereits in den Lesungen von Garth Nix’ siebenteiliger Fantasyreihe „Die Schlüssel des Königreichs“ seine sprecherischen Qualitäten und seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Ich hielt seinen Stimmumfang bislang für begrenzt, aber das hat sich jetzt geändert. Es gelingt ihm in „Shutter Island“ mühelos, die zahlreichen weiblichen Stimmen darzustellen. Insbesondere Dolores, Teddys verstorbene Frau, spielt eine ganz zentrale Rolle – als Stimme seines Gewissens, als Figur in seinen Träumen und als Hauptfigur in seinem finalen Erleben. Sie wirkt an keiner Stelle lächerlich: So könnte eine weibliche Stimme, die verführen soll, wirklich klingen. Natürlich gibt es auch vernünftig klingende Frauen wie Bridget Kearns, oder alte Schachteln wie die Moonpie-Lady, die eher krächzt als trällert.

Die Stimmen der männlichen Figuren sind eindeutig zu unterscheiden und charakterisieren die jeweilige Figur. Dr. Naring, der Kuratoiumsvorsitzende mit dem deutschen Namen (ein verkappter Nazi etwa?), klingt so zwielichtig böse, dass man Teddys Abneigung mühelos nachvollziehen kann. Dr. Cawley – im Film gespielt von Ben Kingsley – ist ebenso zwielichtig, einerseits scharfsichtig als Psychiater, andererseits fähig zu jeglicher Hinterlist, denkt Teddy. Und dann der Direktor erst: ein Bursche mit babyblauen Augen, der über die Notwendigkeit der Gewalt im Plan Gottes daherphilosophiert. Da schaudert es den Hörer unweigerlich.

Die wichtigsten Männerfiguren sind Teddy und Chuck. Chuck ist stets der coole Kumpel, mit dem man Pferde stehlen könnte, aber allmählich erscheint er in einem anderen Licht. Teddy klingt anfangs ganz normal, aber seine Stimme verändert sich je nach Situation und Emotion. Ganz hervorragend wechselt der Sprecher im finalen Showdown Teddys stimmlichen Ausdruck, von Selbstsicherheit und überlegenem Zweifel hin zu Selbstzweifel und Selbsthinterfragung. Bis in einem langen Monolog, der in einer traumhaft gehobenen Stimmlage vorgetragen wird (man denke an Hamlet oder Leopold Bloom in „Ulysses“), das Grauen langsam in Teddys Stimme schleicht, und aus Grauen Wahnsinn wird. Klasse!

Ich konnte keinerlei Aussprachefehler erlauschen.

|Musik|

Da es weder Musik noch Geräusche auf der Aufnahme gibt, brauche ich darüber kein Wort zu verlieren.

_Unterm Strich_

Der Thriller bleibt auf vier Fünfteln der Strecke absolut spannend und wird zunehmend beklemmend. Doch das letzte Fünftel ist nicht mehr Thriller, sondern pures Psychodrama. Das erweist sich aber auch als notwendig, um die Welt, die wir hier durch Teddys Augen gesehen haben, komplett auf den Kopf zu stellen. Die Werte von Gut und Böse, von Heiler, Opfer, Verfolger, Strafe und Erlösung verkehren und relativieren sich. Das Finale ist erschütternd, indem es Einblick in echten Wahnsinn gewährt. Der Schluss jedoch ist wieder auf ironsiche Weise witzig, nach dem Motto: Wir sind zwar die Irren, aber es wäre doch gelacht, wenn wir nicht aus dieser Anstalt rauskämen.

Die Aussage des Buches ist deutlich, und doch spannend verpackt. Dass sich die Geschichte obendrein in einer Ära der Kommunistenhatz und Paranoia zugetragen haben soll, wirft ein Licht auf jene Zeit. Ganz nebenbei kommentiert der Autor eine Wende in der Psychiatrie, weg von der Gesprächstheorie, die dem Patienten eine Chance lässt, hin zum Einsatz von Psychopharmaka, die der Patient schlucken muss, will er nicht der Lobotomie entgehen, der „Hirnamputation“.

Das klingt ziemlich grimmig, und wenn man die Hintergrundgeschichte mit Dolores und Teddy erfährt, dann wird sie auch erschütternd. Das man sie nun verfilmt hat, spricht aber dafür, dass die Geschichte ernstzunehmen ist. Sie ist kein Effekt heischendes Hirngespinst, sondern ein Kommentar auf den Zusammenhang zwischen Verbrechen, Gewalt und Wahnsinn , nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen.

|Das Hörbuch|

Eigentlich hätte ich einen Sprecher mit einer tieferen, sonoren Stimmlage für einen so grimmigen Stoff erwartet, beispielsweise Wolfgang Pampel. Aber Oliver Rohrbeck macht seine Sache sehr gut, indem er sich als flexibler und feinfühliger Handhaber von Stimmlagen, Klangfärbungen und emotionalem Ausdruck erweist. Er kann die Figuren zwar nicht hundertprozentig zum Leben erwecken, aber er kann wenigstens hinter ihnen verschwinden, und das gelingt auch nicht jedem Sprecher. Um die Lesung zu einem Fünf-Sterne-Erlebnis zu machen, hat mir die entsprechende Musik gefehlt. Geräusche hätten hingegen nur gestört. Andy Matern hätte solche Musik wohl adäquat beisteuern können.

|6 CDs mit 470 Minuten Spielzeit
Aus dem US-Englischen übersetzt von Andrea Fischer
ISBN-13: 978-3-7857-4225-9|
[www.luebbe-audio.de]http://www.luebbe-audio.de/
[www.lauscherlounge.de]http://www.lauscherlounge.de/

Clive Barker – Das dritte Buch des Blutes (Lesung)

Der Leichentuchkiller: Wildwest in Soho

Leser mit schwachen Nerven seien gewarnt: Clive Barker ist nichts für zart besaitete Gemüter! In seinen phantastischen Geschichten beschwört er voller Wortgewalt das Grauen und geht über alles hinaus, was man sich in seinen schlimmsten Alpträumen vorgestellt hat. (Verlagsinfo) Für seine „Bücher des Blutes“ bekam Clive Barker 1985 den |World|- und den |British Fantasy Award|. Seine Schrecken sind (meist) in der realen Welt angesiedelt, im Hier und Jetzt, oft sogar mitten in der Großstadt.

Das Hörbuch enthält zwei ausgewählte Erzählungen und ist für Hörer ab 14 Jahren zu empfehlen.

Der Autor

Clive Barker, 1952 in Liverpool geboren, ist der Autor von bislang zwanzig Büchern, darunter die sechs „Bücher des Blutes“. Sein erstes Buch für Kinder trägt den Titel „The Thief of Always“ (Das Haus der verschwundenen Jahre). Er ist darüber hinaus ein bekannter bildender Künstler, Filmproduzent und -regisseur [(„Hellraiser 1“) 2433 sowie Computerspiel-Designer

Er lebt in Beverly Hills, Kalifornien, mit seinem Lebenspartner, dem Fotografen David Armstrong, und ihrer Tochter Nicole. Sie teilen sich das Haus mit vier Hunden, fünf Goldfischen, fünfzehn Ratten, unzähligen wilden Geckos und einem Papagei namens Malingo.

Seit 2002 veröffentlicht Barker einen Zyklus von wunderschön illustrierten Kinderbüchern mit dem Titel [„Abarat“. 1476 Alle Bücher spielen in der titelgebenden Fantasywelt, die – wie könnte es anders sein – auch einige teuflische Figuren vorweisen kann. Sie machen der 16-jährige Heldin Candy Quackenbush das Leben im Abarat schwer.

Der Sprecher und andere Mitwirkende

Matthias Koeberlin, geboren 1974, absolvierte die Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam. Für seine Verkörperung des Ben in „Ben & Maria – Liebe auf den zweiten Blick“ erhielt er den Günther-Strack-Fernsehpreis. Für seine Interpretation des Lübbe-Hörbuchs [„Das Jesus-Video“ 267 wurde er für den Deutschen Hörbuchpreis des WDR (2003) nominiert. In der ProSieben-Verfilmung des Bestsellers spielte er den Stephen Foxx.

Regie führte Kerstin Kaiser, die musikalischen Motive stammen von Andy Matern.

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu-Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

Das Hörbuch bietet lediglich eine Auswahl aus den Storys des Buches, das 1984 erstmals erschien.

Die Erzählungen

1) Sündenböcke

Auf einem Segeltörn stranden die vier jungen Besatzungsmitglieder auf einer winzigen Hebrideninsel vor Schottland. Raymond, Jonathan, Angela und Frankie, die Köchin. Ray, der irgendwie das Kommando übernommen zu haben scheint, flucht über Nebel, Funkstille und überhaupt alles, was ihm über den Weg läuft. Nach einer Weile des Herumärgerns machen sich die vier Twens auf den Weg, um die öde Insel zu erkunden, auf der ihre |Emmanuelle| gestrandet ist.

Sie machen ein paar beunruhigende Entdeckungen. Erst einmal: Es wohnt keine Menschenseele hier, und es stinkt erbärmlich. Unrat und massenhaft Fliegen wirken nicht gerade einladend. Auf der anderen Seite stoßen sie auf einen Pferch, in dem drei krank aussehende Schafe weiden. Seltsam: Hat man die Viecher hier ausgesetzt? Aber wofür? Jonathan, der besoffen ist, nennt Angela, die zu Ray gehört, ein „dummes Luder“, und Frankie nennt ihn dafür ein „fieses Schwein“. Jonathan wiederum flucht über die „bekackten Schafe“, von denen eines zusammengebrochen ist. Mit einem Stein schlägt er dem wehrlosen Tier den Schädel ein. Als er wieder aus seinem Blutrausch erwacht, kotzt er sich die Seele aus dem Leib.

Frankie, die angeekelt ist, wundert sich über den Gestank und die ständig rieselnden und klappernden Steinlawinen. Was kann sie bloß verursachen? Inzwischen hat Ray herausgefunden, dass diese Insel ein Grabhügel für die Gefallenen der Weltkriege ist. Sie wurden hier angeschwemmt. Einer der kullernden Stein trifft Jonathans Schädel und schlägt ihn ein.

Da taucht ein Einheimischer auf, ein Fischer, wie es scheint. Er jammert: „Was habt ihr angerichtet? Ihre Gaben …“ Er hat das getötete Schaf gesehen. Die Schafe waren Gaben der Anerkennung an die Toten.

Diesen Frevel sollen die Anwesenden, ob Besucher oder Einheimische, mit dem Leben bezahlen. Denn nun machen sich alle Steine der Insel auf verhängnisvolle Weise selbständig …

Mein Eindruck

Die Erzählung greift drei Themen auf und verknüpft sie auf komplexe Weise. Die vier Reisenden auf dem Boot mit dem bezeichnenden Namen „Emmanuelle“ sind nicht miteinander verheiratet und frönen der freien Liebe, wenn auch nicht untereinander, sondern in den Paaren Ray & Angela sowie Frankie & Jonathan. Ihre lustbetonte Weltanschauung wird konfrontiert mit den zwei Themen Tod und Religion. Der Grabhügel gehört den Toten, welche nach Anerkennung heischen wie auf einem Friedhof. Stattdessen verhöhnt der besoffene Jonathan die Toten, indem er die Gabe der Anerkennung, eines der Schafe, mutwillig erschlägt.

Obwohl von Kreuzen und Kirchen weit und breit nicht die Rede ist, hat Jonathan dennoch gegen ein religiöses Gebot verstoßen: Ehrung der Toten. Die Sühne des Frevel kann nur in seinem eigenen Tod bestehen, doch dabei bleibt es nicht: Alle müssen sterben, damit sie sich dem Totenheer anschließen, selbst die relativ unschuldige Frankie.

Von Anfang an spielt der Text auf Jesus an. Raymond, der Anführer, soll einen „Jesus-Komplex“ haben, und seine Freundin Angela versucht „die Speisung der Fünftausend“. Ray schließlich sieht im Tod aus, als wolle er übers Wasser wandeln, doch er ist nur eine Marionette jener Puppenspieler, die auf der Insel der Toten das Sagen haben. Diese Puppenspieler haben für Jesus genauso wenig übrig wie Ray. Sie sind Heiden und verlangen Anerkennung, Huldigung. Ihre Strafe für Frevel ist nicht nicht christliche Vergebung, sondern heidnische Vergeltung. Die Opfer werden selbst Mitglieder des Totenreichs.

2) Bekenntnisse eines (Pornografen-) Leichentuchs

Ronny Glass, 32, dementiert, dass er jemals ein Pornograph gewesen sei, ja, er mochte nicht mal Sex, denn er war schließlich mit Bernadette, einer braven Katholikin, verheiratet und hatte zwei ebenso brave Töchter mit ihr. Der Buchhalter hatte nur ein einziges Laster, das ihm zum Verhängnis wurde: Habgier.

Eines Tages bot ihm ein Unternehmer namens McGuire einen Buchhaltungsjob in Soho an, den Ronny gleich hätte ablehnen sollen. Aber wie gesagt: Habgier. Und McGuire ist großzügig, denn er braucht Ronny, um seinem zwielichtigen Unternehmen einen seriösen Anstrich zu verleihen. Worin dieses besteht, entdeckt Ronny nur durch Zufall. Er stolpert in die Lagerhalle, und da stehen sie: Paletten voller Pornomagazine. Ronny kann sich kaum sattsehen an den Schweinereien. „Sex pur! Grauenvoll!“ Diese Ablehnung amüsiert McGuire keineswegs und er droht, Ronnys guten Ruf zu zerstören, sollte er nicht kooperieren. Angstvoll haut Ronny zu, doch McGuire schlägt zurück.

Ronny muss Bernadette anlügen und kann nicht schlafen. Am Sonntag ist seine Ehe ruiniert, sein Ruf zerstört: Die Sonntagszeitungen pfeifen es von allen Dächern, dass er ein Pornograph sei. Seltsam, dass McGuire kein einziges Mal erwähnt wird. Ronny sinnt auf Mord und greift McGuire und dessen Männer tätlich an, doch er zieht schließlich den Kürzeren und landet in der Leichenhalle. Hier beginnt Ronnys zweites Leben.

Nachdem sich sein Geist in das Leichentuch übertragen hat, bevor der Körper entsorgt wird, kann sich Ronny wieder auf den Weg machen, um seine Rache zu vollenden. Doch wie stellt es ein Leichentuch an, einen schwer bewachten Gangsterboss um die Ecke zu bringen?

Mein Eindruck

Thematisch dreht sich die Story um die Verflechtung der Unterwelt mit der Polizei, auch wenn es sich „nur“ um so genannte Pornographen handelt (von denen es in Merry Old England einige gibt) sowie um die Verstrickung eines unbescholtenen Mannes mit diesen kriminellen Kreisen.

In erzählerischer Hinsicht entwickelt sich die anfängliche Blut & Mord-Story zu einer immens grotesken Gespenstergeschichte. Ein auf der Straße wandelndes weißes Leinentuch, das Mordgedanken hegt? Wie lächerlich? Doch der Autor hieße nicht Barker, wenn er dieses irrsinnige Konzept nicht mit tödlicher Präzision und Beharrlichkeit ins Ziel steuern würde. Auch am finalen Schauplatz des Showdowns hagelt es wieder groteske Momente, so etwa der, als McGuire entdeckt, dass es seine Frau mit seinem Leibwächter treibt. Da fliegen wieder die blauen Bohnen um die Wette!

Doch was wird aus Ronny, dem heroisch rächenden Buchhalter mit den ungeahnten Machoqualitäten? Er endet als Wischtuch in einer Kirche. Dort haben die Spermaflecken, die der Pfarrer beim Fotografieren einer Nutte verursacht, schließlich nichts zu suchen. Der Kreis der Sünde schließt sich.

Der Sprecher

Als ausgebildeter Schauspieler weiß Koeberlin seine Stimme wirkungsvoll einzusetzen und die Sätze deutlich und richtig betont zu lesen. Auch die Aussprache aller englischen Namen und Bezeichnungen geht reibungslos vonstatten. Aber die Flexibilität seiner Stimme scheint noch relativ begrenzt zu sein. Der weiblichen Stimmlage passt sich Koeberlin ein wenig an. Selten sinkt die Lautstärke zu einem Flüstern herab oder erhebt sich zu einem Fauchen. Keuchen, Zischen, sogar Würgen gehören zum breiten Repertoire der situationsbetonten Darstellung.

Die Betonung hat sich inzwischen der des |Lübbe|-Stammgastes David Nathan angenähert, und das tut Koeberlins Vortrag sichtlich gut. Er ist wesentlich eindringlicher als noch beim „ersten Buch des Blutes“, besonders in der grotesken „Leichentuch“-Erzählung. Seine stimmliche Darstellung im Zusammenspiel mit den Soundeffekten und der Hintergrundmusik bildet ein eindringliches Stück Kopfkino, das mir selbst nach Wochen immer noch in Erinnerung geblieben ist.

Die Musik

Die Musik von Matern ist dasjenige Stilelement, das den Zauber dieser Lesung ausmacht. Sie kommt selbstverständlich als Intro und Outro zum Einsatz, und regelmäßig ist an den spannenden und dramatischen, sprich; gruseligsten Stellen Hintergrundmusik zu hören. Diese nun aber zu charakterisieren, stellt sich als schwierige Aufgabe heraus. Ich konnte kein einzelnes Motiv heraushören, vielmehr handelt es sich um Klangfolgen mit klassischen Instrumenten (und wohl dem einen oder anderen Synthesizer), die eine Atmosphäre der Beunruhigung, Anspannung, kurzum: des Grauens erzeugen. Um diese Wirkung erzielen, hat Andy Matern jedenfalls ganze Arbeit geleistet.

Unterm Strich

Ich kann das Hörbuch mit Einschränkungen empfehlen. Eine Einschränkung betrifft das Fehlen von drei der fünf Erzählungen aus der literarischen Vorlage: „Rohkopf Rex“, „Der Zelluloidsohn“ und „Menschliche Überreste“. „Sündenböcke“, die erste Erzählung des Hörbuchs, verrät etwas von der Sprachgewalt und Stimmungsmalerei, zu der Barker in seinen besten Geschichten fähig ist. „Bekenntnisse eines (Pornographen-) Leichentuchs“ ist mehr auf groteske Effekte und handfeste Action aus, sozusagen die Wildwestversion einer Gespenstergeschichte.

Die seit dem „ersten Buch des Blutes“ beträchtlich verbesserte Vortragskunst des Sprechers eignet sich meines Erachtens gut für die dramatischeren gruseligen Stellen. Massiv wird Koeberlin unterstützt von Andy Materns ausgezeichnet passender Musik, die für die entsprechende Gänsehaut sorgt.

Books of Blood vol. 3, 1984
Aus dem Englischen übersetzt von Peter Kobbe
147 Minuten auf 2 CDs

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Fünf Freunde und der Schokoladendieb von London (Folge 137)

Die Handlung:

Im neuen Abenteuer der Fünf Freunde dreht sich alles um Schokolade. Die Fünf Freunde haben an einem Themenwettbewerb zu fairem Handel teilgenommen und dürfen zur Belohnung eine Schokoladenmanufaktur in London besuchen. Doch kurz zuvor wurde dort eingebrochen. Und wenig später wird Dick sein Rucksack mit Schokolade gestohlen. Da die Freunde nicht an Zufälle glauben, nehmen sie ihre eigenen Ermittlungen auf und decken trotz aller Hindernisse ein gemeines Verbrechen auf. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein Schokoladendieb? Wäre das nicht ein Fall für Klößchen oder ist der mal wieder verschwunden? Man weiß es nicht, schließlich wohnen die Kirrins ja nicht in der „Millionenstadt“.

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Jörg Maurer – Jörg Maurer trifft Mozart (Audio)

Leicht & verspielt: Mozart-Revue

Der Musikkabarettist und Autor Jörg Maurer zeigt uns eine Seite von Mozart, die wir ganz sicher noch nicht kannten! In seiner Hommage an das „Wunder von Salzburg“ streift er schwungvoll und gekonnt abschweifend, um originelle Interpretationen und parodistische Variationen nicht verlegen, durch Sonaten, Evergreens und Anekdoten. So erfährt man auch einiges über die lückenhafte Biografie des Herrn Mozart. (bearbeitete Verlagsinfo) Anlass für dieses Kabarettprogramm war der 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2006. Die Aufnahme ist schon etwas älter, aber das merkt man der Tonqualität nicht an.
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Jörg Maurer – Beethovens kleine Patzer

Musikkabarettistische Revue

Ludwig van Beethoven ist bei Pianisten berüchtigt, dabei hatte er durchaus Unterhaltung im Sinn. Jörg Maurer präsentiert als ehemaliger Konzertpianist ein hochmusikalisches und zutiefst heiteres Kabarettstück über den wahren Beethoven, live und virtuos am Pianoforte präsentiert. (bearbeitete Verlagsinfo) Anlass für dieses Kabarettprogramm war der 175. Todestag des Komponisten im Jahr 2002. Die Aufnahme ist schon etwas älter, aber das merkt man der Tonqualität nicht an.
Jörg Maurer – Beethovens kleine Patzer weiterlesen

Andrea Camilleri – Der Hund aus Terracotta (Lesung)

In einem Waffenversteck der sizilianischen Mafia findet Commissario Montalbano eine unheimliche Szene: ein eng umschlungenes Paar Leichen, bewacht von einem Hund aus Terrakotta.

Des Rätsels Lösung war bereits einmal im deutschen Fernsehen zu erfahren. Wer den Film verpasst hat, kann die Lösung in diesem Hörspiel herausfinden.

Der Autor

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Perry Rhodan – Der Einsame der Tiefe (Silber Edition 149)

Die Handlung:

Die Tiefe ist ein gigantisches Gebilde, das am »Rand des Universums« existiert und von dem die Menschen erst seit Kurzem wissen. Von dort ist vor Jahrmillionen der Frostrubin verschwunden, der offenbar einen Teil der Naturgesetze lenkt.
Dessen Rückkehr sollen der Arkonide Atlan und der Terraner Jen Salik vorbereiten. Scheitern sie, sind die Existenz der Menschheit und die gesamte Milchstraße aufs Äußerste bedroht. Unter anderem müssen die beiden Männer das Grauleben bezwingen, einen mächtigen Gegner, der sich unaufhaltsam in der Tiefe ausbreitet und bislang nie besiegt worden ist.
Als eine der letzten Bastionen erweist sich Kyberland. Das sogenannte Reich der Technotoren wird von einem undurchdringlichen energetischen Wall geschützt. Doch das Grauleben hat bereits einen der wichtigsten Verteidiger übernommen. Atlan und Jen Salik müssen sich auf einen waghalsigen Plan einlassen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Klappentext klingt ja richtig nach Action und Abenteuer. Was erleben wir denn wohl zusammen mit Atlan und seinen Freunden in dieser Lesung so alles Spannendes?

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Die drei ??? Kids – Blinde Passagiere (Folge 76)

Die Handlung:

Vor der Küste von Rocky Beach liegt ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker. Doch an Bord geschehen seltsame Dinge und anscheinend macht sich eine Diebesbande ans Werk. Justus, Peter und Bob gehen der Sache… sie mischen sich unter die Passagiere. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ein Schiff ausläuft, ists weder eklig noch gibts was aufzuwischen … es fährt halt einfach nur los. Unentspannt könnte es allerdings werden, wenn man zu diesem Zeitpunkt an Bord ist, obwohl man das gar nicht (mehr) vorhatte … und sowieso keinen Fahrschein gelöst hat. Na dann mal ahoi!

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John Sinclair – Albtraum-Comic (Folge 138)

Die Handlung:

Eine einsame, regnerische Nacht in London. Auf dem Heimweg geriet ich in eine Polizeikontrolle und suchte vergeblich nach meinem Dienstausweis… als sich der Uniformierte vor mir in einen Werwolf verwandelte! Im nächsten Moment erhielt ich die Nachricht, dass Bill entführt war – und Sheila tot! Und das war nur der Anfang des morbiden Spiels, das Harold Painter sich für mich ausgedacht hatte… (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer
370 gemacht, das erstmalig am 5. August 1985 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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Die drei !!! – Tatort Geisterbahn (Folge 67)

Die Handlung:

Der Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, Karussells und die Geisterbahn ‚Gruselschloss‘ locken nicht nur Kim, Franzi und Marie auf den Jahrmarkt. Doch schnell bemerken die drei, dass dort etwas oberfaul ist. Die Geisterbahn wird mehrfach sabotiert, in die Wohnwagen der Schausteller wird eingebrochen. Die drei Detektivinnen steigen sofort in die Ermittlungen ein, werden jedoch bald von den Besitzern der Geisterbahn gebeten, damit aufzuhören. Sehr verdächtig! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ok, klarer Fall: Versicherungsbetrug in einem Halloween-Fall … nur … zum einen wärs zu einfach und zum anderen haben wir nicht Halloween … auch nicht in der Story. Schade auch. Tja, warum also will ein Geschädigter nicht, dass man ihm hilft? Irgendwas haben die doch zu verstecken, oder? Die Mädels werdens bestimmt rauskriegen!

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Die drei ??? – Das rätselhafte Erbe (Folge 205)

Die Handlung:

Ein merkwürdiger Anruf erreicht die drei ???: Eine Frau scheint sich in großen Schwierigkeiten zu befinden. Doch bevor die Detektive Näheres erfahren, unterbricht eine seltsame Stimme das Gespräch: „Hände hoch, oder es knallt!“ Als Justus, Peter und Bob kurz darauf auch noch ein Gemälde der jüngst verstorbenen und bekannten Künstlerin Caroline di Santo erben, ist ihre Verwirrung komplett. Was steckt hinter den geheimnisvollen Ereignissen? Eine spannende Suche beginnt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Oooook, den Anruf vom Klappentext würde ich jetzt spontan nicht mit dem geerbten Gemälde in Verbindung verbinden, sodass eine Verwirrung komplett wäre. Außer, es ist die Malerin, die angerufen hatte … oder die Besitzerin (sofern es nicht die gleiche Person ist), die kurz nach oder während des Anrufs verstorben ist.

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Robert Rankin – Warten auf Oho (Hörbuch)

Detektivparodie, Verschwörungsfantasie und metaphysische Komödie

Gott ist tot, und seine Frau Eartha ist sauer. Gott hat nämlich vor seinem Ableben die Erde seinem Sohn Colin vererbt, obwohl er sie ihr geschenkt hatte. Damit nicht genug, trachten nun Dämonen im Auftrag eines „Ministeriums für glückliche Zufälle“ (lies: Hölle) nach der Herrschaft über eben jene nichts ahnende Erde.

Moment, ein wenig Ahnung gibt es hinieden doch: ein Dieb und ein Privatschnüffler kommen der übelriechenden Sache aus ganz unterschiedlichen Richtungen auf die Spur. Doch nach dem zu urteilen, wie sie sich anstellen, ist das Schicksal Terras mehr als ungewiss…

„Warten auf Oho“ bezieht sich im Titel – sowohl des Originals wie auch in der Übersetzung – auf Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“. Allerdings ist Rankins Roman wesentlich lustiger, unterhaltsamer und wortreicher.
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Ambrose Bierce – Das Auge des Panthers (Gruselkabinett Folge 157)

In Liebe mit einem Werpanther

USA, 1890: Der Anwalt Jenner Brading ist einigermaßen überrascht, dass Irene Marlowe, die ihn zweifellos liebt, seine Heiratsanträge vehement ablehnt. Indes hat die begehrenswerte junge Frau mit den faszinierenden blauen Augen mehr als einen guten Grund, unverheiratet zu bleiben, wie sie ihm eines Abends in der freien Natur offenbart… (Verlagsinfo)
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TKKG junior – Rote Karte für Betrüger (Folge 11)

Die Handlung:

TKKG sind im Fußballfieber! Doch kurz nach dem Anpfiff des brisanten Spiels zwischen SC Südstadt und Lokomotive Nordstadt fallen drei Schlüsselspieler der Südstädter und ihr Trainer mit Magenkrämpfen und Erbrechen aus. Als dann noch ihr Trainingsplatz spontan gesperrt wird und auf dem Bolzplatz des Internats akute Verletzungsgefahr herrscht, sind sich die Junior-Detektive einig: Hier hat jemand ganz böse die Finger im Spiel! Doch wer möchte der Mannschaft schaden und wieso? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Tja, was kann ich noch sagen? Der Klappentext hat ja schon die Fragen aufgebracht, die ich mir beim Lesen des Spoilers auch gestellt hab. Wie wichtig ist denn die Liga, in der die Mannschaften kicken, damit jemand manipuliert? Vor allem … es spielt ja auch „nur“ die E-Jugend!

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Perry Rhodan – Der Loower und das Auge (Silber Edition 113)

Die Handlung:

Im Jahr 3587 stehen die Menschen und die anderen Bewohner der Milchstraße im Zentrum kosmischer Ereignisse. Weltraumbeben erschüttern die besiedelten Sonnensysteme der Galaxis, und eine sogenannte Materiequelle wird manipuliert – das wird in naher Zukunft zum Untergang mehrerer Sterneninseln führen.Um das zu verhindern, sind Perry Rhodan, sein Raumschiff BASIS und dessen Besatzung in der fernen Galaxis Erranternohre unterwegs. Dort existiert die Materiequelle, und dort muss er einen Zugang zu den Kosmokraten erzwingen, die als einzige den drohenden Untergang abwenden können. Dafür muss Rhodan das mysteriöse Auge in seinen Besitz bringen – ein uraltes Werkzeug, das von den Loowern geraubt wurde.Auch in der heimatlichen Galaxis wächst die Gefahr. Mit ihrer Raumflotte haben die Orbiter das Sonnensystem besetzt – sie sehen in den Menschen gefährliche Feinde aus ihrer Vergangenheit, gegen die sie vorgehen müssen. Die Terraner scheinen auf verlorenem Posten zu stehen .. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Los gehts mit Gucky, der auf Guckys Inn unfreiwillig Bekanntschaft mit einer neuen Rasse macht, die wir noch nicht kannten. Immerhin halten die Valugi sich ganze vier Heftromane im Perryversum auf, andere Völker waren da schon früher abgefertigt.

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Der kleine Drache Kokosnuss bei den Römern

Worum geht’s?

In seinem neuesten Abenteuer hat es den kleinen Drachen Kokosnuss und seine Freunde Oskar und Matilda ins ferne Rom verschlagen. Oskar träumt schon sein halbes Leben davon, einen echten Gladiatoren-Kampf zu sehen. Matilda weiß wirklich nicht, was seine beiden Drachenfreunde am Kämpfen so schön finden, wahrscheinlich ist das reine Jungssache. Doch dann lässt sie sich überreden, mit auf eine Laserphaser-Reise zu gehen und so landen sie tatsächlich im alten Rom. Dort treffen sie einen Sklaven, der auf der Flucht ist. Als dieser den Freunden gerade seine Geschichte erzählt, werden sie urplötzlich von den Häschern des Kaisers gefangen genommen und finden sich schließlich in der Gladiatoren-Schule wieder.

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Angie Sage – Septimus Heap – Magyk (Lesung)

Genialer Vortrag einer Durchschnitts-Fantasy

In der Burg wütet der fürchterliche Zauberer DomDaniel, der den Turm der Zauberer erobert hat und eine Herrschaft des Schreckens errichtet. Der Einzige, der ihn aufhalten könnte, ist Septimus Heap. Denn er verfügt als siebter Sohn eines siebten Sohns (wie sein Name schon sagt) über große magische Kräfte. Aber wo steckt Septimus? Ist er tatsächlich bei seiner Geburt gestorben, wie die Hebamme behauptet, oder wurde er sogar entführt? Und warum lässt DomDaniel ohne Unterlass nach der Tochter der ermordeten Königin fahnden?

Das magische Abenteuer wird vom Verlag ab elf Jahren empfohlen.

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Ingrid Noll – Die Sekretärin. Erzählungen (Lesung)

Rache ist süß. Ob Sekretärin, Putzfrau oder Hausfrau, wenn sie zu sehr gedemütigt werden und ihnen der Kragen platzt, dann zahlen sie es ihren Chefs, ihren Herrschaften, ihren Pantoffelhelden heim. (Verlagsinfo)

Die Buchvorlage erschien im Jahr 2000 im Diogenes-Verlag.

Die Autorin

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