Der Kampf gegen die Chimära: spannend & actionreich
Greg Whitman arbeitet als Söldner in dem Black-Ops-Team RED ROVER. Bei seinem jüngsten Einsatz in Pakistan gerät er mit seinem Team in einen Hinterhalt. Ein Mann stirbt, ein zweiter wird schwer verwundet. Wer hat RED ROVER verraten? War es sein Auftraggeber oder dessen Auftraggeber, die NSA, oder noch jemand?
Whitman rekrutiert eine Ersatzfrau, die Waffenexpertin Charlize Daou, die sich drei Jahre zuvor von ihm getrennt hatte. Auch der verwundete, Felix, stößt wieder zum Team, doch ist er seltsam verändert. Was haben die Typen von der NSA mit ihm gemacht? Beim nächsten Einsatz, der entgegen den Instruktionen erneut in Pakistan stattfindet, sollen es Whitman und Charlize auf die harte Tour herausfinden… Eric Van Lustbader – Any Minute Now. Action-Thriller weiterlesen →
Der Ich-Erzähler, ein erfolgloser Schriftsteller und Lyriker, hat eine Leiche beim Spazieren im Park gefunden. Helmut Schröder, so hieß der Ermordete (ob die Ähnlichkeit mit Politikernamen Zufall oder Absicht ist, bleibt offen), hatte ein beneidenswertes Leben als „gemachter Mann“ geführt, bevor ihn der Tod ereilte. Der Schriftsteller berichtet dem Polizeiinspektor genau, welche Gedanken ihn bei der Entdeckung des toten Schröder bewegten. Und diese Gedanken sind überhaupt nicht nett, wie sich generell der Schriftsteller beim Leser durch abfälligen Zynismus unbeliebt macht.
Es könnte so idyllisch sein: ein entlegenes Tal, ein einsames Forsthaus, sympathische Aussteiger und viel, viel Wald. Doch dann liegt die Leiche eines Mannes in einem Hochsitz, und Kommissarin Judith Krieger, kettenrauchend und chronisch müde, beginnt zu ermitteln. Nach einer Reihe von Fehlern wird sie beurlaubt, aber ihr Kampfgeist erwacht, als eine zweite Leiche im Wald gefunden wird – in einem Bombenkrater. (abgewandelte Verlagsinfo)
Erst wird in Greve bei Florenz ein Schreibwarenhändler auf blutige Weise ermordet, dann in Florenz selbst der Gehilfe eines Antiquitätenhändlers. Commissario Ferrara vom Morddezernat erkennt allmählich, dass er es mit einem kaltblütigen Rachefeldzug zu tun hat. Er selbst hat schon zwei anonyme Drohbriefe erhalten, die seine deutsche Frau Petra beunruhigen. Spuren im Hintergrund des Antiquitätenhändlers scheinen zunächst nach Kalabrien und Sizilien zur Mafia zu führen, doch auf einmal verlieren sie sich im Nichts …
Unterdessen beschließt die Kunststudentin Vantina Preti, ihre lesbische Affäre mit ihrer Jugendfreundin abzubrechen und von Bologna nach Florenz zu Mike zu ziehen. Doch der gutaussehende, betuchte junge Mann, der sich als der amerikanische Journalist Mike Ross ausgibt, ist keineswegs der harmlose Reporter, sondern ein Mittelsmann, der der Mafia nahesteht. Mit Valentina hat er besondere Pläne …
_Der Autor_
Michele Giuttari, 1950 in Sizilien geboren, arbeitete für mehrere Mordkommissionen, bevor er 1995 die Leitung der Squadra Mobile in Florenz übernahm. Seine Romane um Kommissar Michele Ferrara wurden Bestseller, z. B. „Die Signatur“. Er lebt mit seiner deutschen Frau in Florenz.
_Handlung_
Der erste Mord, zu dem Commissario Ferrara vom Morddezernat Florenz gerufen wird, hat am 1. Oktober 1999 in Greve stattgefunden, einem beliebten Ausländerwohnort mitten im Chiantigebiet. Der Verkäufer eines Schreibwarenhändlers wurde mit zahlreichen Messerstichen regelrecht niedergemetzelt. Da das Opfer homosexuelle Neigungen auslebte, glaubt der Commissario an ein Verbrechen aus Leidenschaft, aus Rache vielleicht. Dass der gutaussehende junge Priester Sergio Rotondi etwas mit der Sache zu tun haben könnte, lässt sich leider nicht belegen, denn er bekommt ein Alibi von seinem Kollegen.
Am 31. Dezember wird Ferrara aus dem Urlaub zurückgerufen, den er mit Gattin Petra in Wien verbringt. Der junge Angestellte eines Florentiner Antiquitätenhändler wurde auf ähnliche Weise niedergemetzelt wie der Mann in Greve, allerdings wurde er zuvor mit einer Pistole erschossen. Eine Zeugin hat einen hochgewachsenen Mann mit blondem gewelltem Haar gesehen, wie er das Geschäft zur Tatzeit betrat. Ob es ein Priester war, kann sie allerdings nicht sagen.
Wenig später bekommt Ferraras Mitarbeiter Ricci von einem Informanten, der gerade aus der Haft entlassen wurde, gesteckt, dass dieser Antiqutätenhändler Verbindungen zu Hehlerkreisen der kalabresischen Mafia hat, besonders zu einem gewissen Salvatore Dieni. Diesen Hehler quetscht Ferrara so lange aus, bis er weiß, dass es nur um ein gestohlenes Gemälde des spanischen Malers Velasquez geht. Aber wo ist der Zusammenhang mit dem blutigen Mord?
|Nebenschauplatz|
Am 1. Januar 2000 zieht die schöne Kunststudentin Valentina Preti, 22, für ihre Examensarbeit von Bologna, wo sie mit ihrer lesbischen Freundin Cinzia eine Wohnung teilte, nach Florenz, zu einem Mann, den sie nur durch Telefon, SMS und Chat kennt. Doch der gutaussehende, betuchte junge Mann, der sich ihr gegenüber als der amerikanische Journalist Mike Ross ausgibt, ist keineswegs der harmlose Reporter, als der er erscheinen will. Mit Valentina hat er besondere Pläne …
|Der Schlüssel|
Noch zwei weitere Morde an jungen Männern geschehen, und alle Opfer waren Homosexuelle. Hat Ferrara es mit einem homophoben Serienmörder zu tun? Das glauben jedenfalls die Staatsanwaltschaft und der Polizeipräsident. Doch Ferrara zweifelt an einer so einfachen Lösung, denn auch in seinem Fall des [„Monsters von Florenz“ 3686 entpuppte sich die Serien- und Einzeltätertheorie als Holzweg. Ferrara hat die Komplizen hinter Gitter gebracht.
In verbissener Kleinarbeit gelingt es ihm, Indizien und Spuren zusammenzutragen. Er ahnt: Die Opfer sind der Schlüssel. Eines späten Abends sieht er es dann: Die Stichwunden der vier Opfer ergeben Buchstaben. Und diese Buchstaben ergeben seinen Namen: F-E-R-R-A-R-A. Es handelt sich um einen Rachefeldzug, an dessen Ende das Hauptopfer steht. Der Mörder hat seine Taten signiert.
|Nebenschauplatz|
Im März macht der Serienmörder den entscheidenden Fehler, der Ferrara auf seine Spur bringt.
_Mein Eindruck_
Dass es sich bei Commissario Ferrara um das Alter Ego des Autors selbst handelt, ist spätestens dann klar, als die Rede vom „Monster von Florenz“ ist. Diesen Fall bearbeitete und löste Giuttari selbst, wie man seinem Polizeiberichtsroman [„Das Monster von Florenz“ 3686 entnehmen kann. Dieses Wissen ist von Bedeutung, denn einerseits verleiht dieser reale Hintergrund dem fiktiven Geschehen in „Die Signatur“ eine erhöhte Glaubwürdigkeit und hohen Realismus. Die Begegnungen zwischen Polizei, Staatsanwälten und Kriminellen sind realistisch gestaltet. Der Commissario selbst ist als Sizilianer gezeichnet, dem immer wieder ein Ausdruck der heimischen Muttersprache rausrutscht.
Aber ein Held wie der Kommissar kann sich nur dann wahrlich als solcher erweisen, wenn er einen Gegner hat, der ihm zumindest ebenbürtig ist. Leichte Beute interessiert den Meisterjäger nicht, sondern ist für Untergebene vorgesehen. Zum Glück macht ihm der Mörder der Schwulen von Florenz das Leben alles andere als leicht. Nicht nur ist der Killer sehr gut verkleidet, er kennt sogar das Standardvorgehen der Kripo für Serienmörder aus dem Effeff.
Die italienische Kripo geht in ihre eigene Falle, denn sie hat lediglich die Lehrbücher des FBI abgeschrieben, statt sich mal eigene Gedanken zu machen. Selbst graduierte Kriminologen beten bloß FBI-Propaganda nach, und so fällt es dem Commissario schwer, seine berechtigten Zweifel anzumelden. Nicht genug damit: Er wird wegen Erfolglosigkeit sogar unter Kuratel gestellt! Eine Staatsanwältin schaut ihm bei einer Tataufnahme über die Schulter, ob seine Leute auch alles nach Lehrbuch machen. Diese Entmündigung ist einfach demütigend. Sie ist ein Indiz dafür, dass der Polizeipräsident und der Oberstaatsanwalt ihren kollektiven Hintern retten wollen, um die Presse bzw. öffentliche Meinung zu besänftigen – durch ein Bauernopfer, das da „Ferrara“ heißen könnte.
Der Mörder ist ebenso intelligent wie wahnsinnig. Das macht ihn so gefährlich und für Ferrara so unberechenbar. Aber er hat eine schwache Seite: Er ist Vollwaise und vermisst seine Mutter. Sie sucht er in zahlreichen Frauen, allesamt Madonnengestalten. Als er glaubt, in Valentina Preti eine solche Madonna gefunden zu haben, verliebt er sich. Als sie jedoch zu neugierig wird und hinter seine Geheimnis kommt, muss auch sie ihren Preis zahlen. Und nicht nur sie, sondern auch ihre Liebhaberin Cinzia.
Den Schlüssel zur Lösung des Falles findet Ferrara natürlich in der Vergangenheit des Täters. Dabei zeigt sich eine weitere Schwäche des Polizeisystems. Gesucht wird in der Regel nur im sozialen und wirtschaftlichen Umfeld des Täters, nur in den seltensten Ausnahmen aber auch in dessen Kindheit und Jugend. Deshalb muss Ferrara in jene entlegene Vergangenheit zurückgehen, um die Kette zu finden, die den Täter mit seinen Opfern verbindet.
Eine weitere Ironie der italienischen Verhältnisse: Der Ort, der für diese Vergangenheit von entscheidender Bedeutung ist, liegt für die Polizei off limits – dies ist die sakrosankte Domäne der römisch-katholischen Kirche. Doch wie bekommt man als Bulle einen Durchsuchungsbefehl für ein Kloster? Man macht es wie jeder Italiener: Man lässt seine Beziehungen spielen.
|Die Übersetzung …|
… ist in der Regel sehr gut gelungen. Doch auch die Übersetzerin sollte wissen, dass bei uns die Bedienung eines Computers neben der Maus auch die „Tastatur“ erfordert und keineswegs die „Konsole“, wie sie auf Seite 28 behauptet. Auf Seite 105 wurde in dem Satz: „Klar, da bist bei mir genau an der richtigen Adresse“ das Wörtchen „du“ vergessen. Diese zwei Fehler sind die einzigen, die ich finden konnte.
_Unterm Strich_
„Die Signatur“ hat mich zu keiner Zeit gelangweilt oder durch Spitzfindigkeit verwundert. Ferraras Art sind das Grübeln und die Nabelschau nicht, und so geht die Handlung geht flott und relativ geradlinig voran. Doch die verhältnismäßig sachlichen und trockenen Ermittlungsszenen werden immer wieder durch recht emotionale Szene unterbrochen, in denen die zwei Beziehungen geschildert werden, zwischen denen Valentina Preti auf verhängnisvolle Weise gefangen ist.
In der Schilderung sexueller Praktiken erweist sich der Autor dabei als keineswegs zimperlich. Da kann durchaus mal erzwungener Analverkehr vorkommen. Die Einstellung des Autors zu den Praktiken der Homosexuellen zeugt von Unvoreingenommenheit und detaillierter Sachkenntnis – hier wird niemand verurteilt, sondern sachlich mit Praxiskenntnis geschildert. Homosexualität ist keine Krankheit für ihn, sondern eine Neigung, mitunter eine von einem Pädophilen erschlichene oder gar erzwungene Neigung.
Dass es Pädophile auch unter Kirchenleuten gibt, gibt ja nicht gerade eine weltbewegende Neuigkeit, wie man aus den Skandalen in Österreich und den USA weiß. Aber vielleicht ist sie für Italiener immer noch so ein empörender Aufreger, dass sie dem Autor vielleicht Drohungen einbrachte. Jedenfalls tat dieser Umstand den Verkaufszahlen des Buches gut – es verkaufte sich bestens. Wahrscheinlich vor allem in der Stadt, die als doppelbödiger Schauplatz der Ermittlungen Ferraras dient: die Arno-Metropole Florenz.
|Originaltitel: Scarabeo, 2004
397 Seiten, aus dem Italienischen von Karin Diemerling|
http://www.blt.de/
Vor sechs Jahren quittierte Jack Reacher, damals Spitzenermittler der US-Militärpolizei, den Dienst. Er tauchte unter – unerreichbar, unauffindbar. Doch dieses eine Mal kommt der rastlose Einzelgänger freiwillig aus der Deckung. Durch puren Zufall ist er einem Mann begegnet, den er seit zehn Jahren für tot gehalten hat. Die Narben auf dessen Stirn erinnern Reacher an sein furchtbarstes Erlebnis, und er weiß: Noch immer geht von dem Janusmann eine tödliche Gefahr aus … (Verlagsinfo)
Als der Journalist Joe Oakes eine zurückgezogen lebende Sekte auf einer abgelegenen schottischen Insel besucht, will er eigentlich nur das Rätsel um ein Touristenvideo lüften. Es zeigt zwei Sekunden lang ein großes Wesen, das auf zwei Beinen geht, aber einen langen Schwanz trägt. Sind die Sektenmitglieder Satanisten? Oakes kennt den Sektenführer Malachi Dove schon seit langen Jahren.
Doch Oakes Erwartungen werden enttäuscht. Dove ist verschwunden. Warum will absolut niemand in der Sekte etwas über die satanische Erscheinung auf dem Video sagen? Und was verbirgt sich hinter dem hohen Elektrozaun jenseits der zentralen Schlucht? Es kommt zu einer gewalttätigen und blutigen Auseinandersetzung. Und Oakes muss sich fragen, ob es nicht seine Einmischung war, die erst zu dieser Katastrophe geführt hat. Mo Hayder – Die Sekte. Thriller weiterlesen →
Algonquin Bay ist eine Kleinstadt in der kanadischen Provinz Ontario. Die Beamten des hiesigen Morddezernats werden von den „Windigo“-Morden in Atem gehalten. Auf einer Insel wurde die Leiche der jungen Katie Pine entdeckt. Seit Monaten galt sie als vermisst. Detective John Cardinal vermutete bereits damals eine Entführung. Als wenig später zwei weitere Teenager verschwanden, sprach er sogar von Serienmord. Seinem Vorgesetzten, dem ehrgeizigen Detective Sergeant Don Dyson, missfiel diese Theorie. Als Cardinal dennoch nicht nachgab, wurde er in die Abteilung für Einbruchsdiebstähle versetzt.
Jetzt holt ihn Dyson zurück. Er stellt Cardinal Detective Lise Delorme zur Seite. Sie ist nicht nur eine Frau ist, sondern war bisher zuständig für interne Ermittlungen gegen möglicherweise korrupte Kollegen. Delorme ist noch unerfahren, vor allem aber hat sie einen geheimen Auftrag: Sie soll John Cardinal ausspionieren. Dieser wird verdächtigt, im Sold eines Gangsterbosses aus Toronto zu stehen, den er angeblich schon mehrfach vor geplanten Razzias gewarnt hat. Tatsächlich hat Cardinal keine reine Weste. Um seiner Tochter das teure Kunststudium an einer Elite-Hochschule zu ermöglichen, hat er vor Jahren Geld unterschlagen. Diese Tat liegt dem eigentlich ehrlichen Mann auf dem Gewissen. Zudem schickt ihm der wütende Drogenhändler aus dem Knast Drohungen: Er will sein Geld zurück!
Ein neuer NASA-Satellit hat unter dem Eis der Arktis ein großes Objekt entdeckt. Rachel Sexton und andere Zivilisten werden auf Bitten des US-Präsidenten eingeflogen, um die Echtheit des Fundes zu bestätigen. Sie finden heraus, dass es sich bei dem großen Felsbrocken a) um einen Meteoriten handelt und b) dass darin außerirdische Lebensformen als Fossilien eingeschlossen wurden. Die Begeisterung der Wissenschaftler ist ebenso so groß wie bei den NASA-Mitarbeitern. Der Präsident wird mit dieser Sensation sowohl die NASA retten als auch seinen Wahlkampf gewinnen.
Doch als der riesige Felsen gehoben ist und die Sektkorken knallen, macht einer der Wissnschaftler in dem nun offenen Schacht im Gletscher eine sehr beunruhigende Entdeckung. Doch keine Sorge, Mister President – der Mann befindet sich bereits im Visier einer gut bewaffneten Truppe, die dafür sorgt, dass es keine unliebsamen Überraschungen gibt. Dan Brown – Meteor. Thriller weiterlesen →
„Amtsrichter Siggi Buckmann hat sich geschworen, für Gerechtigkeit einzustehen – notfalls auch nach Feierabend. Als sein einstiger Mentor tot in einem Waldstück aufgefunden wird, macht er sich auf die Suche nach den Schuldigen. Schneller als gedacht handelt er sich dabei Ärger mit einer dubiosen Immobilienfirma, der russischen Mafia und dem Sohn des Ministerpräsidenten ein. Die einzige Verbündete gegen seine neuen Feinde ist die kluge Journalistin Robin Bukowsky. Aber kann er ihr wirklich trauen? Vieles scheint dagegen zu sprechen. Zum Beispiel Buckmanns nicht ganz so gesetzeskonforme Vergangenheit …“ (Verlagsinfo) Thorsten Schleif – Richter jagen besser (Siggi Buckmann 02) weiterlesen →
Eines Tages liegen auf Jack Reachers Konto 1030 Dollar. Der Mann ohne Telefon und festen Wohnsitz weiß sofort: Seine Vergangenheit hat ihn wieder. Er spürt die Frau auf, die ihm den militärischen Notrufcode zugespielt hat: seine Expartnerin aus Army-Zeiten, Frances Neagley. Sie hat schlechte Nachrichten. Calvin Franz, ein Mitglied der einstigen Neunergruppe, wurde grausam ermordet. Und es scheint, als sei Franz nicht der Einzige aus Reachers altem Team, der einem gefährlichen Gegner zum Opfer gefallen ist … (Verlagsinfo) Lee Child – Bad Luck and Trouble / Trouble (Jack Reacher 11) weiterlesen →
Als Dennis Doherty sein Büro betritt, weiß Spenser sofort, dass etwas nicht stimmt. Spenser ist aber einverstanden, als Doherty ihn bittet, dem verdächtigen Verhalten seiner Frau Jordan auf den Grund zu gehen. Ein Auftrag ist ein Auftrag. Ein paar Tage später jedoch bricht die Hölle los und drei Menschen sind tot. Jordans Exgeliebter leitet eine Gruppe, die bei der Finanzierung von Terroristen behilflich ist. Spenser muss seine sämtlichen Verbindungen nutzen, legale wie illegale, um die Wahrheit aufzudecken.
Die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Der gute Terrorist“ (2008 bei Pendragon).
Der Autor
Der US-Autor Robert B. Parker, geboren 1932, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren “ er hat bis zu seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 60 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine neun „Jesse Stone“-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wurde vom ZDF gezeigt. Der ehemalige Professor für Amerikanische Literatur Robert B. Parker lebte mit seiner Frau Joan in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen viele seiner Krimis.
Außerdem schrieb Parker ein Sequel zu Raymond Chandlers verfilmtem Klassiker „The Big Sleep“ (mit Bogart und Bacall) und mit „Poodle Springs“ einen unvollendeten Chandler-Krimi zu Ende. „Gunman’s Rhapsody“ ist seine Nacherzählung der Schießerei am O.K. Corral mit Wyatt Earp und Doc Holliday, ein klassischer Western.
Handlung
Dennis Doherty liebt seine Frau Jordan Richmond wirklich, doch in letzter Zeit findet er ihre langen Abwesenheiten vom gemeinsamen Heim ungewöhnlich – und verdächtig. Er engagiert Spenser, um sie zu überwachen und herauszufinden, ob sie ihm untreu ist. Für den Privatdetektiv ist dieser Alltagsjob ein Klacks. Denkt er. Falsch gedacht.
Nichts leichter, als der Dozentin Jordan Richmond von der Universität zu ihrem Date mit ihrem Lover zu folgen. Sie trifft sich mit einem gutaussehenden Kerl, der, wie sich zeigt, ebenfalls an ihrer Uni lehrt: Perry Alderson. Nach dem Rendezvous geht sie regelmäßig mit ihm in sein Apartment, von wo sie Stunden später zu ihrem Männe ins traute Heim zurückkehrt.
Soweit so schlecht. Aber welchen Beweis kann Spenser seinem Klienten vorweisen, dass Jordan nicht einfach nur plaudern will, wenn sie Alderson besucht? Um diesen Beweis zu erhalten, engagiert Spenser die Hilfe seines besten Kumpels Hawk. Gemeinsam pflanzen sie eine Wanze in Jordans Handtasche. Doch was sie dann belauschen, übersteigt ihre Erwartungen bei weitem. Nach dem Sex – also doch! – soll Jordan ihrem Lover genau berichten, was Dennis Doherty weiß und vorhat. Er benutzt sie als seine Spionin.
Alderson lehrt an der Uni eine Philosophie, derzufolge es die Pflicht des Bürgers ist, sich vom Joch des „Despotismus der amerikanischen Regierung“ zu befreien. Er hat eine Freiheitsliga gegründet, eine Bewegung namens Freedom’s Front League (FFL). Es ist nicht undenkbar, dass das FBI die FFL beobachtet. Und Spenser hat umso Grund für diesen Verdacht, weil er herausfindet, dass Dennis Doherty ein Agent eben dieser Bundespolizei ist.
Dennoch übergibt er dem erschütterten Dennis Doherty ein gekürztes Abhörband, dass Jordan nicht als Spionin zeigt, sondern lediglich als untreue Ehefrau. Man weiß ja nie, in was man sonst hineingerät. Doch selbst dieses „harmlose“ Band zeitigt ungeahnte Konsequenzen. Wenige Stunden später sind drei Menschen tot.
Spenser erinnert sich an jene schreckliche Zeit vor rund 20 Jahren, als er selbst, ähnlich wie jetzt Dennis Doherty, von seiner Liebsten, Susan Silverman, um eines anderen Mannes willen verlassen wurde (in „Valediction“) und er sein Leben riskieren musste, um sie zurückzugewinnen (in „A Catskill Eagle“). Es tut ihm leid um Dennis Doherty, den man tot aus der Mündung des Charles River gefischt hat. Und er beschließt, ihm Gerechtigkeit zu verschaffen.
Dafür allerdings muss er Perry Alderson herausfordern. Wie sich schnell zeigt, hat die FFL Zähne – und das wiederum bringt Susan in Gefahr. Es kommt zu einem riskanten Katz-und-Maus-Spiel …
Mein Eindruck
Wie schon so häufig bei Parker ist auch hier der Hintergrund, den sein Detektiv durchleuchtet, der einer Selbsterfindung: Es ist der American Dream. Doch Perry Alderson ist kein Hollywood-Schauspieler, der seine ärmliche Herkunft zu verbergen hat, sondern er ist in ein ganz anderes Geschäft eingestiegen: Anwerbung von Anhängern der Revolution sowie die Vermittlung terroristischer Logistik. Er vermittelt also Informationen, wo Terroristen und „Freiheitskämpfer“ bestimmte Ressourcen beschaffen können, seien es Waffen, Bomben oder Spezialisten.
Diesen lukrativen Geschäftszweig hat er auf zweifache Weise abgefedert: Die einschlägigen Informationen holt er aus seinen zahlreichen Geliebten heraus, und falls jemand vom FBI doch zu neugierig werden sollte, hetzt er ihm seine „Anhänger der Revolution“ auf den Hals. Sie sind auch sehr gut geeignet für Notfälle wie Jordan Richmond, die bei Perry einziehen will. Na, das kann sie sich gleich mal abschminken. Und dann wird sie entsorgt.
Dass Spenser in Perrys Vergangenheit zu schnüffeln anfängt, macht ihn gleich zu einer Gefahr. Doch nachdem es ihm gelungen ist, den Angriff Perrys abzuwehren, macht sich der Möchtegernrevolutionär an Dr. Susan Silverman heran – als ihr Klient in der Praxis. Was hat er davon zu halten, fragt sich Spenser. Am besten man trifft Vorkehrungen für den schlimmsten Fall. Wie sich zeigt, hat Perry die Absicht, Susan zu verführen …
Zurück zum American Dream. Die Spur führt nach Cleveland, wo es mal einen Bradley Turner gab, der ebenfalls ein Schürzenjäger war. Nur dass dieser Bradley Turner eines Tages anno 1994 mit seiner Frau spurlos verschwand. Zufällig genau zu der Zeit, als die Yacht eines gewissen Perry Alderson auf dem nahen Erie-See auf Grund lief – allerdings ohne eine Menschenseele an Bord …
Susans derzeitiger Klient ist also nicht nur ein Betrüger, sondern auch ein Doppelmörder, der einfach die Identität seins Opfers angenommen hat. Und diesen Typen soll Spenser in der Praxis seiner Lebensgefährtin dulden? No way! Es kommt zu einem Showdown mit Alderson und seinen Schergen.
Unterm Strich
Der Krimi ist spannend, mitunter actionreich, aber auf jeden Fall voller interessanter Wendungen. Der deutsche Leser wundert sich zunächst, warum es in den USA so einfach ist, eine falsche Identität anzunehmen und den Besitz von Qualifikationen zu behaupten. Allerdings ist es in Deutschland nicht weniger leicht, sich Doktorhüte zu erschwindeln, wie der Fall Guttenberg und ähnliche gezeigt hat.
Wenn wir inzwischen amerikanische Verhältnisse haben (waren es jemals andere?), dann darf man sich schon mal fragen, was alles eigentlich nur Fassade und Schwindel ist. Die Banken, die Riester-Rente, die Doktortitel, die FDP, Stuttgart 21 – was kommt denn noch alles?
Der Originaltitel „Now and Then“ hat wohl mehrere Bedeutung im Kontext des Buches. Es gibt den Unidozenten Perry Alderson, aber damals war er noch der Studienabbrecher Bradley Turner. Und für Spenser bedeutet die Aufklärung dieser Selbsterfindung sowie der Betrug an Dennis Doherty eine mentale Rückkehr in jene Zeit, als er um Susan Silverman kämpfen musste (in „A Catskill Eagle“).
Das ist der ganz persönliche Bezug, der Spenser zu einem so guten Ermittler im Fall Doherty-Alderson macht. Doch der Bezug entsteht nur, weil Spenser ein ganz spezielles Empfinden für Gerechtigkeit in dieser Sache hat. Er könnte sich ja auch abwenden und Gott einen guten Mann sein lassen. Spenser folgt einer seiner persönlichen Regeln (ähnlich wie Cole & Hitch), die nirgendwo geschrieben steht, die Susan und Hawk aber ganz genau kennen. Deshalb lieben sie Spenser.
Dennoch hatte ich am Schluss das undefinierbare Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht weil es diesmal keinen Spenser-seitigen Abschluss von Aldersons Organisation gibt. Diese Schließung übernimmt das FBI, vertreten von Agent Epstein, der in zahlreichen „Spenser“-Krimis auftaucht, weil der Jude und der Ire ein nahezu perfektes Team bilden – so unglaublich das auch klingen mag.
Hinweis
Schon im nächsten „Spenser“-Roman „Rough Weather“ arbeiten Epstein und Spenser erneut zusammen. Diesmal sind aber auch alle anderen Bostoner Standardfiguren mit von der Partie: Captain Healy von der Staatspolizei, Martin Quirk von der Bostoner Kripo, Hawk sowieso, dann aber auch die sexy Staatsanwältin Rita Fiore und schließlich der liebenswerteste Gangster aller Zeiten, Tony Marcus. Wie es Spenser es geschafft hat, Marcus mal hinter Gitter zu bringen, muss ich noch herausfinden.
„Commissario Montalbano findet seine Bestimmung“ lautet der Untertitel des neuesten Buches um den sizilianischen Ermittler mit der lebhaften Neigung zu gutem Essen und schönen Frauen. Das Buch besteht aus drei Erzählungen, und in der ersten erfahren wir endlich, wie sein Leben aussah, bevor er Kommissar in Vigàta wurde. Gab es vor Livia noch andere Liebschaften in seinem Leben? Und ob! Und warum fand er ausgerechnet in Vigàta seine Heimat? Fragen, die Montalbano-Fans seit jeher bewegt haben, werden nun beantwortet.
„Ganz in Eile. Hawk sitzt in Mill River, Kalifornien, im Gefängnis. Du mußt ihn herausholen. Ich brauche auch Hilfe, Hawk wird es Dir erklären. Es steht schlimm, aber ich liebe Dich, Susan.“ – Dem Brief seiner ehemaligen Freundin Susan Silverman läßt der Bostoner Privatdetektiv Spenser augenblicklich Taten folgen. Doch dann jagt die Polizei der gesamten Vereinigten Staaten Spenser und seinen Gefolgsmann Hawk. Und um den eigenen und Susan Silvermans Hals zu retten, müssen sich der Detektiv und der schwarze Killer auf ein schmutziges Geschäft einlassen. Ihre Partner sind FBI und CIA …
Titel der Übersetzung: „Spenser auf der Flucht“ (1986 bei Ullstein).
|Hinweis|
Der Originaltitel beruht auf einem abgedruckten Zitat von Herman Melville, dem Autor von „Moby Dick“ (und vielen anderen Seeabenteuern). Das Bild vom Bergadler – gemeint ist vermutlich ein Weißkopfseeadler, das amerikanische Wappentier – aus den Catskill-Bergen meint eine Entität in der Seele mancher Menschen, die in der Lage sind, die tiefsten Tiefen wie auch die höchsten Höhen des seelischen Erlebens zu erkunden und doch unverändert weiterzufliegen. Worin diese Entität besteht, erklärt Melville jedoch nicht. Deshalb zeichnet er ja dieses Bild.
_Der Autor_
Der US-Autor Robert B. Parker, geboren 1932, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren – er hat bis zu seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 50 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine etwa acht „Jesse Stone“-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wurde 2010 vom ZDF gezeigt. Der ehemalige Professor für Amerikanische Literatur Robert B. Parker lebte mit seiner Frau Joan in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen viele seiner Krimis.
_Handlung_
Daheim in Boston erhält Spenser einen verzweifelten Brief seiner Freundin Susan Silverman: „Hawk in Mill River im Gefängnis. Ich bin in Not. Komm schnell.“ Abgeschickt in San José bei San Francisco. Natürlich lässt Spenser nicht gleich alles stehen und liegen, sondern trifft erst einmal Vorbereitungen.
Von einer Anwaltskanzlei erfährt er, dass sein Kumpel Hawk tatsächlich wegen Mordes im Knast von Mill River sitzt – einer Kleinstadt, die sich ganz in der Hand des Industriemagnaten Jerry Costigan befindet. Dessen Sohn Russell habe Hawk zudem die Zähne eingeschlagen, als er Susan besuchte. Möglicherweise handelt es sich um eine Falle, in die Hawk gelockt wurde.
In Mill River lässt er sich wegen öffentlicher Trunkenheit und Urinierens von den Cops festnehmen. Nur wenige Stunden später zieht er eine Pistole aus dem Gipsverband an seinem Fuß und zwingt die nichtsahnenden Cops, ihn und Hawk freizulassen. Zusammen fahren sie zum letzten Domizil von Susan – sie ist nicht überstürzt abgereist, sondern planvoll, wie Spenser erkennt. Doch wohin? In San Francisco quartieren sie sich bei zwei Prostituierten ein und rauben deren Zuhälter Leo aus: Endlich haben sie mehr Geld als die mageren 200 Piepen, die Spenser mitgebracht hat. Doch wo steckt Susan?
Am besten fragen sie Costigan selbst. Doch der residiert in einer Art Festung, die sich über Mill River erhebt – und dorthin wollten sie eigentlich überhaupt nicht. Aber sie haben keine Wahl. Wer hätte gedacht, dass die Sicherheitsvorkehrungen des Magnaten so lasch sind? In Nullkommanix haben sie das Tor überwunden und pberwinden die erste Schicht von Wachleuten. Als sie endlich Costigan als Geisel haben, durchsuchen sie die Burg. Außer Mrs. Costigan finden sie niemanden. Susan muss bei Costigans Sohn Russell sein, aber wo?
Nach einem beschleunigten Rückzug redet Spenser mit Susans Psychotherapeutin in der Gegend von San Francisco. Dr. Hilliard macht ihm klar, dass sich Susan nicht zwischen ihm Spenser, und Russell Costigan entscheiden könne, sondern sich ihren eigenen Weg suchen müsse. Erst dann könne sie ein selbständiger Mensch sein, der auch ein guter Psyschotherapeut sei. Zum Abschied gibt sie ihm einen Tipp.
In den Wäldern des Staates Washington um den Crystal Peak liegt Costigans feudale Berg- und Jagdhütte. Spenser und Hawk schauen sich das Gebäude genau an. Sie wissen natürlich, dass die Sicherheitsleute schon vorgewarnt worden sein müssen. Nach einer ziemlich regnerischen Nacht wissen sie, dass etwa ein Dutzend Scharfschützen auf sie warten, gut versteckt im Wald ringsum. Aber wenn sie Susan, falls sie da ist, befreien wollen, müssen sie einen Weg hineinfinden.
Es geht aber auch umgekehrt. Wenn man in eine Festung nicht hineinkommt, muss man deren Bewohner dazu bringen, von selbst herauszukommen …
_Mein Eindruck_
Anders als in fast allen anderen „Spenser“-Romanen handelt es sich hier nicht um einen Krimi, der eine Ermittlung schildert, sondern um einen Actionthriller. Ich traute Parker diese Spielart durchaus zu, denn schon „The Judas Goat“ war ein echter Action-Hammer: Eine Terroristenhatz von London über Kopenhagen bis nach Montral (siehe dazu meinen Bericht).
|Wiedergänger|
Es überraschte mich daher auch nicht, dass der damalige Auftraggeber Spenser, Der Magnat Hugh Dixon, nun auch in „A Catskill Eagle“ wieder auftaucht. Der dankbare Mäzen gibt Spenser kurz mal ein Taschengeld von zehntausend Dollar – in kleinen Scheinen. Dieser Auftritt ist eine Reverenz des Autors – und eine Werbemaßnahme in eigener Sache. Auch das erneute Auftreten von Rachel Wallace, der lesbischen Feministin, fällt in diese Kategorie (siehe meinen Bericht über „Loking fort Rachel Wallace“). Rachel, der Spenser einst das Leben rettete, bildet die Recherche-Abteilung der Detektei Spenser.
|Action und Symmetrie|
„A Catskill Eagle“ schildert nicht weniger als vier Attacken des dynamischen Duos Spenser & Hawk, um Susan zu finden und zu befreien. Nach Mill River und der Berghütte geht es – nach einer Reorganisation – weiter nach Connecticut und wieder zurück in die Berge von Idaho. Diese Abfolge verleiht dem für die Verhältnisse des Parker-Frühwerks außergewöhnlich langen Roman eine stabile Symmetrie. Auf diese Weise austariert kann die Handlung auch noch eine ganze Reihe anderer Thema transportieren.
|Schurke Nr. 1|
Da ist als erstes Thema der Schurke im Stück. Jerry Costigan ist keineswegs ein großzügiger Menschenfreund à la Hugh Dixon, sondern eher das Gegenteil: Ein Rassist und Anti-Semit, entpuppt sich Costigan senior als Waffenproduzent und -händler, der sämtliche Interessengruppen, die eine Knarre haben wolle, versorgt, um einen Reibach zu machen.
Aber damit begnügt er sich nicht: Er bildet selbst „Militärberater“ aus, die er vor Ort nach Belieben einsetzen kann, um Rebellengruppen zu stärken oder zu schwächen beziehungsweise deren Opponenten in der Regierung. Kurzum: Der Milliardär Costigan schert sich keinen Deut um die Politik der US-Regierung, sondern spielt sein eigenes Spiel.
Das ist der US-Regierung natürlich ein Dorn im Auge. Schließlich kann es nicht angehen, dass ein einzelner Bürger ihre Strategie torpediert, sei es nun in kleinen Belangen oder in großem Maßstab. Auf diese Weise wurden schon kriege ausgelöst. Deshalb treten die CIA und das FBI in Gestalt von Agenten an Spenser und Hawk heran, als diese nach der Sache in Washington eine kreative Pause einlegen.
Dass der Chef der Bostoner Kripo, Martin Quirk, diesen Kontakt vermittelt, trägt dazu bei, Spenser zu beruhigen. Mit Quirk hat er schon lange gut zusammengearbeitet, auch wenn Spenser sich durch Unbotmäßigkeit nicht gerade zum Liebling der Cops gemacht hat. Quirk und die Agenten müssen Spenser und Hawk im Gegenzug für ihre Kooperation Straffreiheit zusichern. Und sie verschaffen ihnen als Erstes ein „sicheres Haus“. Denn Costigans Killers sind bereits auf der Suche nach ihnen.
|Schurke Nr. 2|
Susan muss sich bei Russell Costigan aufhalten. Dessen mehrfach betrogene Ehefrau Tyler residiert in Chicago und erzählt Spenser nicht nur von Russells Psychologie, sondern verrät ihm auch dessen aktuellen Aufenthaltsort in Connecticut. Erstmals hat der Privatdetektiv Gelegenheit, sich näher mit der Psyche seines Rivalen um Susans Hand zu befassen. Russell ist als einziges Kind des Konzernchefs verwöhnt und nutzt dies aus, um gegen seinen Vater zu rebellieren.
Dass er dem Antisemiten Jerry nun auch noch eine jüdische Freundin präsentiert, ist ein weiterer Tort gegen den Tyrannen. Es ist die klassische Ödipuskonstellation. Und obwohl Mrs. Costigan charakterlich die Schwächste der drei ist, manipuliert sie beide Männer doch nach Strich und Faden. Auch dies ist höchst interessant, um einen Ansatzpunkt für den nächsten und den finalen Angriff zu finden. Dass Tyler Susan aber als „Hure“ bezeichnet, verbittet sich Spenser.
|Susan Silverman|
Wie in dem Muster eines Ritter-Epos, das Spenser und Hawk immer wieder ironisch zitieren, spielt Susan quasi die Rolle der Jungfer in Not, die aus dem Bau des Drachen geholt werden muss. Den Drachen selbst gilt es anschließend zu erschlagen – was mich außerdem zu Erinnerungen an Bilbo Beutlin, den tolkienschen Meisterdieb, veranlasste (der wiederum Vorbilder in den isländischen Sagas hat) – auch wenn Bilbo den Drachen in seinem Fall NICHT erschlägt. Er hat Besseres zu erledigen, z. B. den Diebstahl eines Schatzes aus dem Drachenhort.
Wie auch immer: Susan Silverman ist vor Spenser in Russells Arme geflohen. Diese erstaunliche Tatsache muss Spenser erst einmal anerkennen und verarbeiten. Gar nicht so einfach, wenn einem dabei das Herz blutet (siehe dazu meinen Bericht über den „Spenser“-Krimi „Valediction“). Dr. Hilliard erklärt ihm Susans Lage und dass sie sich weiterentwickeln wolle, bevor sie zu Spenser zurückkehren könne. Denn Susan sei zu Russell bereits auf Distanz gegangen, habe er doch keinen Respekt für ihre Wünsche und betrüge sie mit seinen anderen Geliebten – von seiner Gattin Tyler ganz zu schweigen.
Es nützt Spenser also erst einmal wenig, Susan aus Russells Klauen befreit zu haben. Sie ist noch längst nicht bereit, zu ihm zurückzukommen. Und er muss ihr versprechen, Russell nicht zu töten. Gar nicht so einfach, wenn die US-Regierung darauf besteht.
Die Figur Susan erfordert vom Leser, sich in ihre Lage zu versetzen. Es führt zu nichts, sich nur auf die Action zu konzentrieren und dann Spensers Handlungsweise gegenüber Russell Costigan nicht zu verstehen. Ich fand Susans Passivität etwas enervierend, aber ihre Entwicklung ist eben innerlich statt äußerlich. Sowohl Spenser als auch Hawk respektieren das. Wir sollten es auch.
_Unterm Strich_
„A Catskill Eagle“ bildet für mich, der ich schon über 30 Spenser-Krimis gelesen und besprochen habe, den krönenden Höhepunkt von Parkers Frühwerk. Immer wieder verweist Spenser später auf die hier geschilderten Ereignisse. Da Parker 1973 sein Debüt gab, dauerte diese Periode rund 13 Jahre.
Die zweite und mittlere Periode würde ich bis 1997 datieren, also weitere zwölf Jahre, denn 1997 erschien der erste Roman der Jesse-Stone-Reihe und wenig später das Debüt der „Sunny Randall“-Reihe – Parkers endgültiger Durchbruch. Der endgültig letzte „Spenser“-Krimi (Nr. 39) erscheint im Mai 2011 mit „Sixkill“.
|Ritter-Epos|
Der vorliegende Roman ist kein Krimi, der eine Ermittlung schildert, sondern ein Actionthriller, der Züge eines mittelalterlichen Ritter-Epos à la „Sir Gawain und der grüne Ritter“ aufweist (über das die beiden Helden ständig witzeln). Spensers geliebte Susan wurde jedoch keineswegs entführt, sondern ist vor ihm geflohen. In Kalifornien ist sie leider dem Schürzenjäger Russell Costigan aufgesessen, der sie nicht mehr weglassen will. Daher ihr knapper Hilferuf an Spenser.
|Apocalypse Now|
Zum anderen handelt es sich um Parkers Variante des Themas „Apocalypse Now“, das bekanntlich auf dem Roman „Heart of Darkness“ von Joseph Conrad beruht. Ein Mann wird von der Regierung ausgeschickt, um Colonel Kurtz zu töten, der eine Rebellenherrschaft im Dschungel errichtet hat. Spensers Begrüßung „Hallo, Kurtz!“ für Jerry Costigan liefern den Schlüssel zum Verständnis dieses Aspektes des Thrillers. Allerdings dreht Spenser wieder mal sein eigenes Ding, denn was kann man von den „Clowns“ in Washington schon als Belohnung erwarten?
Die Handlung führt unsere beiden edlen Ritter – einer weiß, einer schwarz – wieder zusammen und zu vier Attacken gegen die beiden Costigans. Ich fand die Action vergleichbar mit den Werken von Autoren wie Eric Lustbader, Andy McNab oder Lee Child. Auch ein oder zwei Gegenangriffe werden bravourös gemeistert.
Der Actionfan wird keineswegs enttäuscht, wie ich befürchtet hatte. Und wer ein Gran Sinn für Humor hat, wird ebenso auf seine Kosten kommen wie der Freund von Psychologie und Romanze. Der Roman bildet ein kleines Schatzkästlein im Gewand eines Thrillers.
Emerson ist eine wohlhabende und scheinbar idyllische amerikanische Vorstadt. Doch dann wird die junge Eden in einer der schönsten Villen dort tot aufgefunden. Bald stellt sich heraus, dass drei Jugendliche in der Mord-Nacht bei Eden waren: Hannah, ein liebes, aber psychisch labiles Mädchen. Ihr launenhafter Freund Jack, Sohn der reichsten Familie vor Ort. Und Christopher, ein Außenseiter, der verzweifelt versucht dazuzugehören. Die Eltern der drei tun alles, um ihre Kinder zu schützen – selbst auf Kosten der anderen. Und noch dazu haben sie ihre je eigenen Motive, um verhindern zu wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt … (Verlagsinfo)
Mein Eindruck:
Die Handlung beginnt sofort unheilvoll, mysteriös und spannend: Während einer nächtlichen Autofahrt erlebt der alkoholisierte Patrick etwas sehr Befremdliches. Etwas von großer Bedeutung, dass die Macht hat Leben zu retten oder zu zerstören, allerdings ist ihm das nicht klar… Stephen Amidon – Das Ende von Eden weiterlesen →
Eine einfühlsame Mischung aus Roadmovie, Hanni und Nanni und „Am wilden Fluss“, doch beileibe kein Psychothriller à la „Schweigen der Lämmer“. Hier treten keine Serienmörder und FBI-Profiler, sondern lediglich zwei junge, aber überraschend couragierte Frauen auf. Sie haben das Rätsel der Herkunft der einen zu lösen und müssen dazu einen gefährlichen Unbekannten aufstöbern.
|Die Autorin|
Die Amerikanerin Martha Grimes ist eine der bekanntesten Krimiautorinnen der Welt. Zuletzt begeisterte ihr Roman „Die Treppe zum Meer“ und „Was am Meer geschah“ Leser und Kritik gleichermaßen. Sie lebt u.a. in Santa Fé, New Mexico, wo auch der vorliegende Roman beginnt.
_Handlung_
Eine 17-jährige junge Frau wacht eines Morgens in einem Motel in der Nähe von Santa Fé, New Mexico, auf. Über dem Stuhl hängen Kleidungsstücke eines Mannes, doch der ist verschwunden. Und sie kann sich weder an ihn noch ihren eigenen Namen erinnern. Alles ist weg: die letzte Nacht, ihre Herkunft, nur noch Bruchstücke tauchen aus ihrem Gedächtnis auf.
Klar, dass die junge Frau ziemliche Angst verspürt. Sie hat keine Ahnung, wie sie hierher kam. Als sie von der redseligen Wirtin des Motels, Patsy Orr, die Auskunft erhält, sie sei am Abend zuvor mit ihrem ‚Daddy‘ angereist, steigert sich ihre Angst zu Panik. Was hat dieser unbekannte ‚Daddy‘ mit ihr angestellt? Sie schnappt sich sechshundert Dollar aus der Jacke des Unbekannten, der in die Stadt gefahren ist und bald zurückkehren will. Dann schnappt sie sich ihren Rucksack, auf dem die Initialen ‚A.O.‘ eventuell ihre eigenen sind. Aus dem Wagen ‚Daddys‘ entwendet sie eine halbautomatische Pistole und macht sich auf die Socken.
Auf ihrer Flucht lässt sie sich von einem Mann mit sehr blauen Augen mitnehmen, der sie in die nahen Sandia-Berge bringen kann. Könnte er ihr ‚Daddy‘ sein? Herrje, fast jeder könnte ‚Daddy‘ sein! Offenbar darüber beruhigt, dass sie ihn nicht wiedererkannt hat, verabschiedet er sich wieder. Zum Glück findet sie eine abgelegene Berghütte, in der sie sich einrichten kann. Von den SANDIA-Bergen leitet sie ihren neuen Namen ab: ANDI. Und weil die Initialen auf dem Rucksack ‚A.O.‘ lauten, nennt sie sich fortan Andi Olivier und erfindet eine ganze Familie samt ihrer Geschichte. Nachdem sie merkt, dass jemand während ihrer Abwesenheit in der Hütte war (Daddy?!), beginnt sie mit Schießübungen und kann schon bald passabel mit der Knarre umgehen. Das wird für sie noch wichtig.
Dort in den Bergen rettet sie gefangene und verletzte Wildtiere aus den Schlingen und Fallen der Wilderer. Um die Schmerzen der Tiere zu lindern, braucht sie Morphium und ähnliche Stoffe. Die besorgt sie sich klammheimlich aus der Apotheke des nächsten Dorfes, in der sie sich einschließen lässt. Beim dritten Mal wird sie allerdings erwischt. Die 14-jährige Mary Dark Hope findet heraus, wozu Andi diese Substanzen klaut, und freundet sich sofort mit ihr an. Mary ist Vollwaise, die nicht nur Eltern, sondern auch ihre Schwester verloren hat und nun von ihrer Haushälterin Rosella betreut wird.
Mary ist geschockt, als sie herausbekommt, welches Schicksal Andi widerfahren ist. Sie sieht auch ein, dass sie ‚Daddy‘ finden müssen, der angeblich aus Idaho kommt und kurz in der Spielerstadt Cripple Creek abgestiegen war. Obwohl die beiden keinen Führerschein haben, fahren sie nach Cripple Creek und Idaho. Auf dem Weg tun sie etwas, was am Ende ausschlaggebend wird für das Urteil, das sie über ‚Daddy‘ fällen: Sie befreien Wildtiere und misshandelte Haushunde aus ihrer Not. Das führt mitunter zu komischen Szenen, die sich im menschenleeren Westen schnell herumsprechen. Allerdings verdächtigt niemand die beiden Mädchen.
Erst in Idaho treffen sie auf ‚Daddy‘, eine miese Ratte, der wirklich alles zuzutrauen ist. Vorgeblich ein Führer bei Wildwasserfahrten – sie machen eine davon mit – hat Daddy auch eine Vorliebe für illegale Wildtierjagden, Kinderpornofotos und Frauenmisshandlungen. Zum Glück finden Andi und Mary schnell einen Verbündeten, mit dessen Hilfe sie es mit Daddy und seinen Kumpanen aufnehmen können, bis zum bitteren Ende …
|Zum Klappentext|
Der Klappentext erzählt mal wieder Unsinn. Es geht nicht um einen „mysteriösen Verfolger“, denn der ist bereits über alle Berge und wiegt sich in Sicherheit, als Andis Geschichte beginnt. Außerdem würde ich nicht sagen, dass dies ein „Psychothriller“ ist. Vielmehr musste ich rund 240 Seiten warten, bis die beiden Mädchen in Idaho ankommen, wo sie dann wenigstens herausfinden, um wen es sich bei ‚Daddy‘ handelt. Das Finale ist noch in weiter Ferne. Davor kommen noch jede Menge Roadmovie und Wildwasserabenteuer.
_Mein Eindruck_
Der Roman ist sehr schnell und flüssig zu lesen – ein Zeichen für gute Erzählkunst. Es bereitet auch keinerlei Mühe, selbst komplexere Zusammenhänge und Andeutungen zu verstehen. Der Leser, der gut kombinieren kann, wird schon das Ende der ‚Daddy‘-Handlung voraussehen können. Es kommen auch nur sehr wenige überraschende Wendungen vor, die einen in die Irre führen könnten. Vielmehr öffnet sich das Geheimnis um Daddy wie eine große Blüte. Andi und Mary setzen auf ihrer Tour nach Idaho alle Indizien zusammen, bis sie recht genau wissen, was sie dort erwartet.
Die beiden Mädchen entwickeln ihre jeweils unterschiedlichen Persönlichkeiten rasch weiter. Mary, die den Großteil der Handlung erzählt, ist als die Jüngere weitaus vorsichtiger und zaghafter. Andi hingegen scheint sich zu einer entschlossenen Frau zu entwickeln, die manchmal mit einem Pokergesicht die härtesten Fragen stellt. Ihr alter Kumpel Reuel vergleicht Andi mit einem vor langer Zeit abgeschossenen Pfeil, der nun bald in sein Ziel einschlagen muss. Andi ist die Faszinierendere von beiden, doch durch ihr entschlossenes Schweigen wirkt sie unnahbar, wenn nicht sogar furchterregend. Sie jagt nicht nur Mary, sondern auch ‚Daddy‘ Angst ein. Und „Janie’s got a gun“!
Nachdem Andi wieder aus ihrem Leben verschwunden ist, sieht sich Mary außerstande, so wie bisher weiterzumachen: die Augen vor dem Bösen, das Menschen tun, zu verschließen. Und so wird sie auf ihre eigene stille Art eine Heldin. Natürlich geht es um Tiere, aber nicht nur.
Mit Marys Tun klagt die Autorin die korrupten Zustände in den Vereinigten Staaten an, wenn es um den Schutz von Tieren und die Beachtung des Washingtoner Artenschutzabkommens geht. Mit dem Schicksal Andis und Daddys Verbrechen prangert sie offen das Verhalten der Bevölkerung gegenüber missbrauchten Mädchen und Frauen an. Man schaut lieber weg, als etwas dagegen zu unternehmen.
|The mystery stranger – der Fremde ohne Namen|
Wie Clint Eastwood in „Pale Rider“ und anderen Filmen tritt Andi als Beschützerin der Bedürftigen auf. Selbst eine Vollwaise und ohne Namen oder Herkunft in diese Welt geworfen, solidarisiert sie sich mit den schutzlosen Wildtieren und mit einer anderen Waise, Mary Dark Hope (‚dunkle Hoffnung‘ – dieser Beiname wird leider nie erklärt). Dass sie dabei zwangsläufig auch der Ursache dieses Zustands auf den Grund gehen muss, ist konsequent. Daddy verrät ihr, dass sie nach einem schrecklichen Busunglück als einzige Überlebende am Straßenrand entlangstolperte, als er sie auflas. Warum sie überlebte, wird im Dunkeln gelassen.
|Hanni & Nanni|
Meine Überschrift bezieht sich auf die bekannte Mädchenbuchserie und nimmt sie ein wenig auf die Schippe. Aber wie schon angedeutet, muss man sich 240 Seiten lang gedulden, bis die beiden endlich in so etwas wie eine brenzlige Situation geraten. Die Autorin ist zunächst auffällig konfliktscheu. Dafür kommen die finalen Auseinandersetzungen umso härter daher.
Wendet sich Martha Grimes also an ein jugendliches Publikum? Durchaus. Doch von diesen gedämpften, geradezu netten Anfängen führt sie die Leser zu immer provozierenderen Szenarien und Enthüllungen. Schließlich ist Mary, ihre Protagonistin, mehrmals so weit, einfach nur noch abhauen zu wollen, um die Augen weiterhin vor der Wahrheit verschließen zu können. Als dies nicht mehr geht, ist sie selbst ein abgeschossener Pfeil.
_Mein Eindruck_
„Das Mädchen ohne Namen“ kommt ohne große Dramatik und Action daher, denn die Opferzahl scheint gering zu sein. Doch das täuscht. Denn für die Autorin zählen auch jene zu den Opfern, die nicht getötet wurden, sondern lediglich permanente Opfer der Gewalt von Männern sind: misshandelte Frauen, missbrauchte Kinder, sinnlos abgeschlachtete Wildtiere.
Immer wieder habe ich mich über den Mut der beiden jungen Frauen gewundert, und dieser Mut ist übertragbar, wie sich zeigt. Insofern ist dies kein Psychothriller à la „Schweigen der Lämmer“, sondern ein Aufruf an die Leser, besonders an die Frauen, sich auf die Hinterbeine zu stellen und etwas zu tun. Denn „es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ (E. Kästner).
|Der Originaltitel|
„Biting the moon“ wird zum Glück erklärt. Dieses „Beißen des Mondes“ scheinen die Kojoten zu tun, wenn sie den Erdtrabanten anheulen. Das Bild lässt sich leicht auf Andis psychische Verfassung übertragen. Eine schöne, passende Metapher.
|Originaltitel: Biting the moon, 1999
Aus dem US-Englischen übertragen von Cornelia Walter|
Der neue US-Präsident fühlt sich von der Vorsehung dazu ausersehen, die Feinde des amerikanischen Imperiums nicht nur in aller Welt, sondern auch im Inland zu bekämpfen. Damit haben die CIA- und anderen Agenten ein Problemen: Sie haben auf die Verfassung geschworen, nicht auf einen Politiker. Inländische Tätigkeit ist ihnen verboten. Daher bildet der Präsident seine eigene, geheim operierende Truppe. Liam Grey und Noa Himel erledigen ihre Arbeit, doch der Feind schlägt zurück. Und Liam erkennt ein weiteres Problem: Der Präsident ist eindeutig paranoid. Doch er sitzt am längeren Hebel und besitzt in seinem Assistenten ein Mann fürs Grobe… (Verlagsinfo)
Das Ermittlerduo aus Rostock, bestehend aus Hauptkommissar Erik Kemper und der Kriminalpsychologin Anne Wahlberg, scheint sich bewährt zu haben, denn mit „Zum Töten nah“ haben die beiden ihren zweiten Fall zu lösen.
Dieses Mal geht es um die Leiche eines farbigen Nachwuchsspielers des |Hansa Rostock|, die verbrannt im Hafen entdeckt wird. Zur gleichen Zeit will ein Zeuge den BMW des Kripobeamten Kai Hauser dort gesehen haben, und Kai, der an diesem Abend sehr betrunken war, kann sich nicht erinnern und hat kein hieb- und stichfestes Alibi. Zudem findet sich in der Nähe der Leiche das Handy eines stadtbekannten Kleindealers, der zuletzt von Kai Hauser angerufen wurde.
Alle Indizien zeigen auf Hauser, doch Anne Wahlberg, zu deren besonderen Fähigkeiten es gehört, immer sicher zu wissen, ob jemand die Wahrheit sagt, ist von seiner Unschuld überzeugt. Auch die Kollegen wollen nicht glauben, dass Hauser ein Mörder ist. Doch die Ermittlungen nehmen keine gute Wendung, denn plötzlich steht ein junges Mädchen im Mittelpunkt: Lilith, die Tochter des Kriminaloberrats Roland Behrens, dem Vorgesetzten von Kemper.
Staatsanwältin Chloe J. Townsend (ehemalige Larson) schmiedet Hochzeitspläne mit Special Agent Dominick Falconetti, mit dem sie vor drei Jahren die Cupido-Morde aufklärte. Doch eine Reihe von Polizistenmorden schreckt die beiden Turteltäubchen auf. Die Medien nennen den Killer „Morpheus“. Alle Cops wurden übel verstümmelt, doch wie sich zeigt, hatten alle Dreck am Stecken – und fast alle waren in den Cupido-Fall verwickelt. Die Staatsanwältin hat ein dunkles Geheimnis. Und das Monster, das im Todestrakt auf den Tag der Rache wartet, möchte ihr noch etwas sagen …
Der Physiker Alex Hoffmann hat eine Software geschrieben, mit der sein Hedgefonds hohe Profite erzielen soll – mit der Angst der Anleger. Nun hat es offenbar jemand auf ihn abgesehen. Es beginnt mit einem Einbruch, geht weiter mit mysteriösen Überweisungen und Einladungen, und mit einem Mord endet es noch lange nicht. Wird Alex, die Geister, die er rief, wieder los?
Der Autor Robert Harris – Angst. Thriller weiterlesen →
In Hamburg, Berlin und anderen deutschen Großstädten brechen Menschen unvermittelt mit Herzrhythmusstörungen und Schwindelanfällen zusammen. Auch Hans Brionis Sohn Jakob gehört dazu. Brioni ist ein Feinkost-Kaffeeröster mit einem Laden in Berlin. Daher hat er ein persönliches Interesse, den oder die Verursacher dieser Unfälle aufzuspüren: Denn alle Opfer tranken vor ihrem Zusammenbruch Kaffee vom Röster Drachus. Brioni tut sich mit der angehenden Fernsehreporterin Agathe Weidemann zusammen und gemeinsam kommen sie einer nationalen Verschwörung auf die Spur.