„Die Gegend um Alderley Edge ist unheimlich und sagenumwoben. Als Susan und Colin ihren Onkel dort besuchen, werden sie schnell in die schreckliche Wirklichkeit der alten Sagenwelt hineingerissen. Durch ihre Ankunft flammen die uralten Kämpfe zwischen dem guten Zauberer Cadellin und dem bösen Grimnir wieder auf. Und sie selbst spielen eine zentrale Rolle dabei – mal erbarmungslos gejagt, mal geheimnisvoll beschützt. Aber warum gerade sie?“ (dt. Verlagsinfo)
Vom Verlag empfohlenes Alter: 12-15 Jahre. Diese Rezension beruht auf der englischen Originalausgabe.
Der „Wilde Westen“, die Zeit des Aufbaus und der Entwicklung der nordamerikanischen Staaten, so wie wir sie aus Film und Fernsehen, aber nicht zuletzt auch durch Erzählungen berühmter Autoren kennen, ist eine Illusion. Es gibt nur wenige Quellen, die mit diesen Vorurteilen aufräumen und uns wirklich in allen Einzelheiten schildern und aufzeigen, wie brutal und blutig, wie unmenschlich und egoistisch die Politik der Besatzer und die Unterdrückung der Indianer durch die Siedler und Pioniere waren.
Unzählige Menschen aus allen Herren Länder wanderten in das Land, welches ein verheißungsvolles und großzügiges Leben in Freiheit und Würde versprach. Doch auch dies war in vielen Fällen nur eine Illusion, und oftmals fanden die Menschen nicht ihre Freiheit, sondern vielmehr Entbehrungen und Qual, oftmals den Tod. In diesem weiten Land gab es in Zeiten der Kolonialisierung keine greifbaren Gesetze, und wenn, dann wurden diese ignoriert. Die Einwanderer mussten um ihre Existenz kämpfen, um jeden Meter, an jedem Tag, sei es gegen die derzeitigen Kolonialherrscher, die Indianer oder die eigenen Reihen neidischer Menschen.
„Die Abendröte im Westen“ schildert die Ereignisse Mitte des 19. Jahrhunderts, beginnend mit den Indianerkriegen und dem nicht immer friedvollen Umgang mit Siedlern und Abenteuern. McCarthy räumt mit den irrigen Vorstellungen, dem Mythos von Freiheit und Abenteuer im Westen Amerikas, auf. Cormac McCarthy – Die Abendröte im Westen. Noir-Western weiterlesen →
Als die Mauer fiel und sich mein Leben plötzlich drastisch veränderte, da war ich elf Jahre alt. Mittlerweile kommt es häufiger vor, dass ich blinzle und verwundert feststelle, dass meine Kindheit anders abgelaufen ist als die meiner westdeutschen Kommilitonen. Oder ich schaue mir die Fotos von meiner ersten Reise nach Westberlin an (das Begrüßungsgeld abholen natürlich) und erkenne mich selbst darauf nicht wieder. Haben wir im Osten wirklich so ausgesehen? Was waren das für Reisen an die polnische Ostseeküste, als wir in heruntergekommenen Bungalows wohnten und jeden Abend vor dem Schlafengehen die Schnecken und Spinnen ermorden mussten, damit wir uns nicht gar so ekelten? Oder die unzähligen Urkunden und Belobigungen, die irgendwo in meinen Schränken vor sich hingilben und die ich regelmäßig beim Fahnenappell verliehen bekam? All diese kleinen Erinnerungen an eine Kindheit in der DDR, die einem alle paar Jahre durch Zufall wieder in die Hände fallen, die man nostalgisch betrachtet und dann wieder weglegt.
Navajo Tribal Police Krimi: Eine Frage der Identität
Margaret Billy Sosi hat von ihrem Großvater einen alarmierenden Brief bekommen, und sie macht sich sofort auf den Weg zu seinem Hogan. Doch als sie ankommt, ist ihr Großvater verschwunden. Haben die Gorman-Brüder etwas damit zu tun, die ein krummes Ding gedreht und bei ihm Zuflucht gesucht haben?
Nachdem mich Tony Hillerman mit „Das Labyrinth der Geister“ ausgesprochen begeistert hat, hat mich mein Interesse für den „Meister des Ethno-Thrillers“ dazu geführt, mir mehr Lektüre dieses Autors zu besorgen.
Das nächste Buch in meiner persönlichen Reihe hieß „Das goldene Kalb“ und spielt rein zeitlich eine ganze Weile später als der oben angeführte Thriller. Der Hauptdarsteller Joe Leaphorn ist mittlerweile schon berentet und hat seinen Posten dem ehemaligen Kollegen Jim Chee überlassen. Trotzdem hat Leaphorn das Interesse für spannende Kriminalfälle nicht losgelassen, so dass er hin und wieder doch wieder ins Geschehn eingreift und die Navajo-Polizei unterstützt. So zum Beispiel in der Geschichte um die Golden-Calf-Mine … Tony Hillerman – Das goldene Kalb (Navajo Tribal Police 15) weiterlesen →
„Nora“ erzählt die Geschichte zweier Frauen, die auf der einen Seite so unterschiedlich sind, die aber durch zwei Schicksalsschläge so viel gemeinsam haben, dass Nora eine Identifikation mit Amy verspürt, die fast schon an Besessenheit grenzt. Nora stammt ursprünglich aus Deutschland, lebt nun aber bereits seit 20 Jahren als Übersetzerin in New York. Eine gescheiterte Ehe liegt hinter ihr, sodass Nora beschlossen hat, der Einfachheit halber nur noch Affären mit verheirateten Männern einzugehen. Pia Frankenberg – Nora weiterlesen →
Emmanuelle folgt ihrem Mann Ende der fünfziger Jahre nach Bangkok und lernt dort die französische Kolonie der Diplomaten kennen. (Sie wurden vermutlich aus der verlorenen frz. Kolonie Indochina hinausgeworfen.) Weil ihr Mann nur wenig Zeit für sie hat, lässt sie sich mit anderen Frauen, Mädchen und einem mysteriösen Mann ein. Sie erfährt ihre Bekehrung zu Polygamie und Bisexualität. „Dieser erste Band des erotischen Meisterwerks wurde mit Sylvia Kristel in der Hauptrolle verfilmt…“ (Verlagsinfo)
„Emmanuelle“ war ab 1959 (s.u.) jahrelang ein französischer Underground-Bestseller und ist mittlerweile in mindestens zehn Sprachen übersetzt. Die Verfilmung durch Just Jaeckin erregte 1974 weltweites Aufsehen und führte in Paris monatelang zu langen Schlangen an der Kinokasse. In Deutschland wurde der Film sofort verboten.
Chandra ist einer von wenigen weiblichen Werwölfen, und sie ist dazu bestimmt, das Rudel zu führen. Doch vorher muss sie einen Partner wählen. Den Platz an ihrer Seite würde jeder der Werwölfe gerne einnehmen. Schnell entbrennt ein heißer Kampf um Chandras Gunst. Mit wilder Leidenschaft versucht jeder der Männer, sie für sich einzunehmen. Für Chandra beginnt eine Zeit voll animalischer Lust. Doch am Ende muss sie eine schwere Entscheidung treffen… (Verlagsinfo) „Animal Attraction“ ist der Startband der „Neuri-Chroniken“.
Classic Fantasy: Ein Borstenbuckler für den Fleischfetzenfresser
Und dann war er da! Acht Meter groß. Seinen schwarzen Umhang trug er so elegant wie ein vornehmer Herr. Die dünne Trompete hatte er immer noch in der Hand. Die Zofe kreischte. Die Königin seufzte. Und Sophiechen winkte. (Verlagsinfo)
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, illustriert von Sir Quentin Drake.
Stella, behütete Ehefrau eines englischen Offiziers, viktorianisch erzogen, wird von den Maori verschleppt und erfährt am eigenen Leib sexuelle Praktiken, von deren Existenz sie nichts ahnte. Eine Hölle, so glaubt sie anfangs, – die sich aber bald verwandelt in ein Paradies der Lust, ein Paradies ohne Tabus und Prüderie, in dem Stellas verdrängte Sexualität erwacht. Und sie hofft nur eines: aus diesem Paradies nie vertrieben zu werden … (Verlagsinfo)
Die schonungslose erotische Beichte eines jungen Malers. Enttäuscht von den ersten Erfahrungen wird Roger von der vorurteilslosen Clotilde während einer hemmungslosen Bildungsreise auf die labyrinthischen Pfade des Eros geführt. Roger wandelt sich zu einem einfühlsamen Liebhaber, der nur in der Lust, die er seiner Partnerin schenkt, auch seine eigene Erfüllung findet. (Verlagsinfo)
Staatsanwältin Chloe J. Townsend (ehemalige Larson) schmiedet Hochzeitspläne mit Special Agent Dominick Falconetti, mit dem sie vor drei Jahren die Cupido-Morde aufklärte. Doch eine Reihe von Polizistenmorden schreckt die beiden Turteltäubchen auf. Die Medien nennen den Killer „Morpheus“. Alle Cops wurden übel verstümmelt, doch wie sich zeigt, hatten alle Dreck am Stecken – und fast alle waren in den Cupido-Fall verwickelt. Die Staatsanwältin hat ein dunkles Geheimnis. Und das Monster, das im Todestrakt auf den Tag der Rache wartet, möchte ihr noch etwas sagen …
»Nachtjagd« spielt auf einem der Hurtigruten-Kreuzfahrtschiffe, die entlang der norwegischen Küste verkehren. Dort verliebt sich eine junge Frau in einen mysteriösen amerikanischen Fotografen, der die spektakulären Nordlichter ablichten möchte. Am Ufer eines Sees in Norwegen wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, ihr geschundener Körper ist mit Wunden übersät.
Kriminalkommissar Anton Brekke von der Polizei Oslo läuft es bei dem Anblick eiskalt den Rücken herunter. Wenn sich sein Verdacht bestätigt, dann hat der flüchtige Serienmörder Stig Hellum sein grausames Werk wiederaufgenommen – und bereits sein nächstes Opfer im Visier. Für Brekke beginnt ein Kampf gegen die Zeit und gegen unvorstellbar Böses. Zur gleichen Zeit treffen die Leser*innen einen Mann in der Todeszelle in Texas, der nur noch Stunden von seiner Hinrichtung entfernt ist.
»Diese beiden Geschichten verschmelzen miteinander, während mein Kriminalkommissar Anton Brekke versucht, den berüchtigten Serienmörder Stig Hellum zur Strecke zu bringen«, so der Autor (siehe das Interview). »Ich denke, dass die Kombination all dieser Elemente das ganz Besondere an diesem Thriller ist.« Jan Erik Fjell – Nachtjagd (Anton Brekke 06) weiterlesen →
Warum ist das Volk der Anasazi im 12. Jahrhundert einfach vom Erdboden verschwunden? Dr. Eleanor Friedman-Bernal ist drauf und dran, dieses alte Rätsel der Anthropologie zu lösen. Doch dann taucht sie auf einmal selbst nicht mehr dem Ausgrabungsgebiet auf.
Wien, 1909. Ein heikler Fall führt die junge Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann auf ein ganz neues Parkett. Sie wird mit ihrem Kollegen Franz an die Britische Botschaft gerufen, wo ein Diplomat tot aufgefunden wurde. Nackt, auf seinem Schreibtisch, umgeben von Rosen. Und obwohl sein Körper Zeichen von Gewalteinwirkung aufweist, war keine davon die Todesursache. Fanny kämpft mit aller Kraft dafür, den Toten eine Stimme zu geben, ihnen Gerechtigkeit zu verschaffen. Doch dieser Fall wird ihr mehr abverlangen als je zuvor. Denn der Diplomat wird nicht der letzte Tote bleiben. Und eines der Opfer steht ihr nah. So unendlich nah … (Verlagsinfo)
Eigentlich soll Spenser in Port City nur herausfinden, wer der Stalker ist, der dem Direktor des einzigen Theaters nachstellt. Doch als Spenser die aufführung eines politisch umstrittenen Stücks besucht, wird ein Schauspieler auf offener Bühne erschossen. Nun hat er noch einen Auftrag. Allerdings bekommt er von Lonnie Wu, dem Anführer einer chinesischen Gang, unmissverständlich klargemacht, dass er sich von Port City fernhalten soll, sonst… Natürlich tut Spenser genau das Gegenteil. Und so kommt eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang, die drei Menschenleben fordert.
Bobo erfreut als sympathischer Siebenschläfer seit Jahren viele Kinder. Umso schöner, dass man nun aufgrund seiner Lieblingsrezepte den ganzen Tag an ihn denken kann. Denn in diesem Buch, sind seine 50 liebsten Rezepte aufgeführt – passend zu jeder Tageszeit.
Zum Frühstück mag er nämlich am liebsten Quarkbrötchen mit Hasis Lieblingsmarmelade, in seiner Brotdose befinden sich fruchtige Energiebällchen und zum Mittagessen gibts seine allerliebste Nudelsoße. Natürlich mag Bobo sehr gerne Snacks am Nachmittag, auch diese Rezepte hat er in dieses Buch gepackt.
Jeder kennt diesen Traum, einmal in die Rolle einer anderen Person zu schlüpfen. Für Sam bietet sich diese Gelegenheit völlig unerwartet, als sie nach dem Training im Sportsclub versehentlich zur falschen Tasche greift. Der Inhalt unterscheidet sich in jeglicher Hinsicht von ihrem Stil. Bei der wunderschönen Chanel-Jacke und den wertvollen Premium High Heels kann sie nicht widerstehen. Als sie die Kleidungsstücke anzieht, fühlt sie sich plötzlich wie ein anderer Mensch – fernab von Geldsorgen, Tristesse und ohne einen Ehemann, der statt zu arbeiten nur noch auf dem Sofa gammelt.
Nisha ist die Besitzerin dieser Sporttasche. Nach außen hin führt sie la dolce vita. Immer perfekt angezogen, makellos sitzendes Make Up, ein reicher Ehemann und ein Leben, in dem Geld keine Rolle spielt. Doch so erging es ihr nicht immer und gerade scheint dieses mühsam aufgebaute Leben erneut zu scheitern.
01 „Frucht der Sünde“
02 [„Mittwinternacht“ (Rezension)
03 [„Die fünfte Kirche“ (Rezension)
04 [„Der Turm der Seelen“ (Rezension)
05 _“Der Himmel über dem Bösen„_
06 „Die Nacht der Jägerin“ (erscheint am 01.04.2011)
07 „The Smile of a Ghost“ (noch ohne dt. Titel)
08 „Remains of an Altar“ (noch ohne dt. Titel)
09 „The Fabric of Sin“ (noch ohne dt. Titel)
10 „To Dream of the Dead“ (noch ohne dt. Titel)
11 „The Secrets of Pain“ (noch ohne dt. Titel)
Inhalt
Gomer Parry hat sein Leben lang in Herefordshire Landwirtschaftsdienste angeboten. Er ist eine Art Mädchen für alles, wofür man Bagger oder anderes großes Gerät braucht, und unermüdlich im Einsatz. Die letzten Jahre haben es nicht gut mit ihm gemeint: Viel zu früh hat er seine große, späte Liebe Minnie verloren, und jetzt kommt auch noch so ein Schnösel aus der Stadt und macht ihm Konkurrenz bei seinen rundum wohl funktionierenden Sickergruben. Und der Junge pfuscht. Aber es ist mehr als das, etwas stimmt mit ihm nicht. Gomer horcht auf, als eine Londonerin ihn völlig verängstigt um Hilfe bittet bei dem Abwassersystem, das der andere installiert hat. Doch noch ehe er Nachforschungen anstellen kann, überschlagen sich die Ereignisse: Sein Lager brennt aus, in den Flammen kommt sein Neffe ums Leben. Das war Brandstiftung, da ist sich Gomer sicher. Einwände, dass sein Neffe immer wieder zu viel getrunken hat und das Feuer selbst ausgelöst haben könnte, wischt er beiseite.
Da die Polizei ihm nicht glaubt, bittet er Merrily Watkins um Hilfe, seine Freundin, die gleichzeitig Beraterin für spirituelle Grenzfragen im Bistum Hereforfshire ist. Auf sein Drängen hin begleitet sie ihn und findet zu ihrem Entsetzen bei dem undurchsichtigen Unternehmer eine verweste Frauenleiche. Nun gerät alles vollkommen außer Kontrolle: Verbindungen zu einem der scheußlichsten Serienmörder der Geschichte Englands tun sich auf. Was hat all diese schrecklichen Ereignisse ausgelöst? War es reine menschliche Bosheit? Steckt eine andere Macht dahinter? Welche Rolle spielt Roddys mysteriöse vermisste Freundin? Was ist dran an den Gerüchten, dass die Hochspannungsleitungen in der Gegend einigen Menschen den Geist verwirren? Was hat die wunderschöne Jenny Box mit den unheimlichen Vorfällen zu tun, dieses ehemalige Model, das offenbar eine Wandlung durchgemacht hat und so tief spirituell ist, dass sie übergeschnappt wirkt?
Und mal völlig abgesehen von den beängstigenden Begebenheiten: Wie soll Merrily sich Lol gegenüber verhalten, mit dem die Beziehung nicht ganz einfach ist? Und was um alles in der Welt ist in ihre Tochter Jane gefahren, die Zeit ihres jungen Lebens nach der richtigen Glaubensform gesucht hat und nun deutlich atheistische Züge aufweist? Wird sie die noch frische Liebe zu dem freundlichen Waliser Eirion zerstören? Merrily hat einmal mehr alle Hände voll zu tun, um die Fäden zu entwirren, während etwas Altes, Böses über ihr schwebt und ihr Leben zu vergiften droht …
Kritik
„Der Himmel über dem Bösen“ ist ein ausgesprochen komplexer Roman mit so vielen verschiedenen Ansätzen und Nuancen, dass man den Überblick verlieren könnte, wenn Phil Rickman kein so hervorragender Autor wäre.
Mit beneidenswerter Geschicklichkeit verknüpft er die vielen einzelnen Fäden zu einem dichten Gewebe fantastischer Erzählkunst. Kirchenpolitik findet ebenso ihren Platz wie menschliche Niedertracht, zarte Bande, Freundlichkeit, das Böse an sich – und darüber hinaus wird ein realer Fall mit in das Geschehen mit eingebunden.
Rickman hat sorgfältige Recherche betrieben, sich mit Phänomenen auseinandergesetzt, die (noch) nicht zu den anerkannten Wissenschaften gehören, und daraus ein buntes Potpourri gemischt. Seine wahre Stärke aber war immer und sind auch hier die Charaktere seiner Protagonisten: Der grimmige, unglückliche, aber gutmütige Gomer geht ans Herz, man hofft mit Eirion und Lol, grummelt sich durch die Veranstaltungen der großartig gezeichneten Dorfgemeinschaften.
Merrily und Jane aber sind im vorliegenden fünften Band der Reihe schon zu Freundinnen des Lesers geworden. Bei den ganzen schrecklichen Ereignissen atmet man schon fast erleichtert auf, wenn Merrily die Zeit hat, sich eine Zigarette anzustecken, und ihr schwieriger Balanceakt zwischen der Notwendigkeit der Repräsentation und dem Wunsch nach Nähe zu ihrem sanften Musikerfreund zerrt an den Nerven.
Jane hingegen, der naseweise Fratz, macht die Pubertät durch und leidet so, wie man es nur in diesem Alter kann. Sie gibt Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen, und neben dem wirklich spannenden Fall ist es auch ihre Geschichte, die den Leser das Buch nicht weglegen lässt: Fängt sie sich, oder dauert ihre Zerrissenheit durch die nächsten Bände an?
Unterm Strich
Phil Rickman ist ein extrem talentierter Autor und seine Mystery-Krimi-Reihe um Merrily Watkins absolut großartig. Er weiß um Spannungsbögen, um den perfekten Rhythmuswechsel zwischen herb und zart, zwischen schrecklich und lieblich, zwischen Gut und Böse – was nicht heißen soll, dass ihm Ambivalenz fremd wäre, keinesfalls. Wäre dem so, wären seine Charaktere kaum so überragend gezeichnet, dass sie fast real erscheinen.
Wer noch nicht begonnen hat, diese Reihe zu lesen, sollte das dringend nachholen. Es lohnt sich!
Taschenbuch: 688 Seiten
Originaltitel: The Lamp of the Wicked
Aus dem Englischen von Karolina Fell und Nicole Seifert
ISBN-13: 9783499253348 http://www.rowohlt.de