In ihrem Roman „Pina fällt aus“ erzählt Vera Zischke von Pina und ihrem 20-jährigen Sohn Leo. Pina hat ihr gesamtes Leben darauf ausgerichtet, ihrem Sohn Sicherheit und Struktur zu geben. Leo braucht feste Abläufe und vertraute Rituale, und Pina ist diejenige, die seinen Alltag kennt und zusammenhält.
Doch dann bricht Pina völlig unerwartet zusammen und kommt ins Krankenhaus. Plötzlich ist Leo auf sich allein gestellt – und niemand weiß so recht, wie es weitergehen soll. Die Menschen aus der Hausgemeinschaft, die Leo bisher eher aus der Distanz wahrgenommen haben, müssen sich plötzlich mit der Frage auseinandersetzen, wer Verantwortung übernimmt, wenn die Person ausfällt, die bisher alles getragen hat.
Als Pina mitten auf der Straßenkreuzung zusammenbricht, hat sie nur einen Gedanken: Wer kümmert sich jetzt um Leo? Ihr Sohn ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, die außer ihm nur Pina kennt. Morgens verlässt er das Bett erst, wenn eine grüne Blase in seiner Lavalampe aufsteigt. Wenn er Treppen geht, dann in seinem eigenen Rhythmus: immer zwei Schritte vor und einen Schritt zurück. Die übrigen Hausbewohner verstehen den merkwürdigen Jungen nicht. Die sechzehnjährige Schulabbrecherin Zola, der resignierte Einsiedler Wojtek und die lebensmüde Seniorin Inge haben mit sich selbst schon genug zu tun. Doch jetzt liegt Pina auf der Intensivstation und Leo ist zum ersten Mal allein in der Wohnung. Die Nachbarn sind in Schockstarre. Sie können doch wohl nicht zuständig sein! Aber Leo braucht sie. Und während diese ungewöhnliche Truppe durch einen völlig neuen Alltag stolpert, realisiert jeder Einzelne von ihnen: Sie brauchen Leo auch. (Verlagsinfo)
Seitenzahl der Print-Ausgabe : 304 Seiten
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