Thomas M. Disch – Der Mann ohne jede Idee. Phantastische Erzählungen

Ironische Geschichten für Menschen mit Ideen

Thomas M. Disch gehört wie Norman Spinrad, J.G. Ballard und Michael Moorcock zu jenen Autoren, durch die in den sechziger Jahren die „New Wave“ in Bewegung kam: respektlos staatlichen Autoritäten gegenüber, hellhörig, was politische Entwicklungen betrifft, sozialkritisch und von ätzender Ironie – und stilistisch immer brillant und voller überraschender Ideen.

Neben seinen Romanen wie „Camp Concentration“ und „334“ (dt. „Angoulême“) sowie „Auf Flügeln des Gesangs“ entstanden immer wieder hervorragende Stories, in denen sich Disch als Meister der Satire, der überraschenden Perspektive, des schwarzen Humors und der aberwitzigen Ideen erweist. Eine Sammlung von erzählerischen Leckerbissen aus den siebziger und achtziger Jahren.“ (gekürzte Verlagsinfo)

Der Autor

Thomas Michael Disch (* 2. Februar 1940 in Des Moines, Iowa; † 4. Juli 2008 in New York) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor und Dichter. Er wurde mehrmals für den Hugo Award und den Nebula Award nominiert und gewann 1999 den Hugo Award für sein Sachbuch „The Dreams Our Stuff Is Made Of“, einen ironischen Blick auf das Thema Science Fiction.

Die ersten Texte Dischs erschienen in den 1960er-Jahren in Science-Fiction-Magazinen, und sein erster Roman „The Genocides“ wurde 1965 publiziert. Disch galt bald als Teil der New-Wave-Science-Fiction, indem er für New Worlds und andere Avantgarde-Zeitschriften schrieb. Zu seinen ambitioniert-gesellschaftskritischen Romanen aus dieser Zeit gehören „Camp Concentration“ (1968) und „334“ (1972). „On Wings of Song“ (1979) gewann den John W. Campbell Memorial Award. Seine Novelle „The Brave Little Toaster“ (1980) wurde von Disney verfilmt. Später verlegte sich Disch mit einer Serie von Büchern, die in Minneapolis spielen, von Science-Fiction auf Horror: „The Businessman: A Tale of Terror“ (1984), „The M.D.: A Horror Story“ (1991), „The Priest: A Gothic Romance“ (1994) und „The Sub: A Study in Witchcraft“ (1999). Neben weiteren nicht-fiktiven Arbeiten hat er Theater- und Opernkritiken für New York Times, The Nation und andere wöchentlich erscheinende Magazine geschrieben. Er hat außerdem mehrere Gedichtbände veröffentlicht. (Quelle: Wikipedia.de)

Romane

• The Genocides (1965)
o Deutsch: Die Feuerteufel. Heyne SF&F #3457, 1975, ISBN 3-453-30333-4.
• The House That Fear Builtt: A Gothic Novel (1966, als Cassandra Knye mit John Sladek)
• Black Alice (1968, als Thom Demijohn mit John Sladek, Kriminalroman)
o Deutsch: Alice im Negerland. Kriminalroman. Rowohlt, 1971, ISBN 3-499-42224-7.
• The Puppies of Terra (1966, auch als Mankind Under the Leash)
o Deutsch: Die Herrschaft der Fremden. Knaur Science Fiction & Fantasy #5719, 1979, ISBN 3-426-05719-0.
• Echo Round His Bones (1967)
o Deutsch: Die Duplikate. Heyne SF&F #3294, 1972.
• Camp Concentration (1968)
o Deutsch: Camp Concentration. Übersetzt von Gertrud Baruch. Lichtenberg (Science Fiction für Kenner #14), 1971, ISBN 3-7852-2014-6. Taschenbuch: Heyne SF&F #3405, 1974, ISBN 3-453-30300-X. Weitere Ausgabe: Heyne (Bibliothek der Science Fiction Literatur #9), 1983, ISBN 3-453-30800-X.
• Alfred the Great (1969, als Victor Hastings)
• The Prisoner (1969, auch als I Am Not a Number!)
• 334 (1972)
o Deutsch: Angoulême. Heyne SF&F #3560, 1977, ISBN 3-453-30906-5. Weitere Ausgabe: Heyne (Bibliothek der Science Fiction Literatur #18), 1983, ISBN 3-453-30906-5.
• Clara Reeve. (1975, als Leonie Hargrave)
o Deutsch: Clara Reeve. 1978, ISBN 3-8118-2283-7 (bei Moewig).
• On Wings of Song (1979)
o Deutsch: Auf Flügeln des Gesangs. Übersetzt von Irene Holicki. Edition SF im Hohenheim Verlag, 1982, ISBN 3-8147-0025-2. Taschenbuch: Heyne (Bibliothek der Science Fiction Literatur #40), 1986, ISBN 3-453-31218-X.
• Neighboring Lives (1981, mit Charles Naylor)
• Ringtime (1983)
• Torturing Mr. Amberwell (1985)
• The Silver Pillow: A Tale of Witchcraft (1987)
• The Tale of Dan de Lion (1987)
• A Troll of Surewould Forest (1992)
• The Word of God: Or, Holy Writ Rewritten (2008)
• The Voyage of the Proteus: An Eyewitness Account of the End of the World (2008)
• The Proteus Sails Again: Further Adventures at the End of the World (2008)
• The Demi-Urge (2010)

Supernatural Minnesota-Reihe

• 1 The Businessman: A Tale of Terror (1984)
o Deutsch: Das Geschäft mit dem Grauen. Heyne, München 1984, ISBN 3-453-44065-X.
• 2 The M. D.: A Horror Story (1991)
o Deutsch: Der Merkurstab. Horror-Roman. Übersetzt von Joachim Honnef. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 1993, ISBN 3-404-13459-1.
• 3 The Priest: A Gothic Romance (1994)
• 4 The Sub: A Study in Witchcraft (1999)

• Under Compulsion (1968) Deutsch: Jetzt ist die Ewigkeit. Erzählungen. Übersetzt von Fritz Steinberg. Heyne SF&F #3300, 1972.

• The Man Who Had No Idea (1982) Deutsch: Der Mann ohne jede Idee. Übersetzt von Michael Windgassen. Heyne SF&F #4828, 1991, ISBN 3-453-05015-0.

Die Erzählungen

1) Der Mann ohne jede Idee (The man who had no idea, 1978)

Barry Riordan bekommt von seiner glorreichen Regierung die Lizenz zum Sprechen. Was für eine enorme Freiheit: endlich mündlich kommunizieren zu dürfen! Leider ist die Lizenz aufgrund eines Computerfehlers nur auf drei Monate befristet – er muss also bald eine Verlängerung beantragen und sich bis dahin wohlverhalten. Um die Verlängerung zu bekommen, braucht er drei Gutachten von anderen lizenzierten Sprechern. Die, so denkt Barry, trifft er am ehesten in dem Sprech-Klub „Partyland“.

Doch was er dort so sprechen darf, ist gar nicht so toll. Der Türsteher gibt nur Werbung von sich. Eine Miss Georgia mit dem schönen Namen Cinderella B. Johnson (nach dem Präsidenten, der auf den ermordeten JFK folgte) klagt ihm ihr Leid, und schließlich will ihm ein Pärchen für das Gutachten sein Geld abluchsen. Er verzichtet auf die Gutachten und stellt sich dem Test.

Nach der bestandenen Prüfung – vor einem Regierungsgegner – hat Barry wieder drei Monate Zeit bis zum Ablauf seiner Lizenz. Der Prüfer schickt ihn in ein übles Lokal, wo Barry seltsame Kontakte knüpft. Wird es ihm gelingen, seine drei Gutachten zusammenzukratzen? Und was wird seine Frau Debra sagen, wenn sie aus ihrem Exil in Arizona zurückkehrt?

Mein Eindruck

Auf höchst ironische Weise stellt der Autor das bekannte Märchen von Aschenputtel („Cinderella“) auf den Kopf. Bekanntlich muss dort ein PRINZ nach dem Mädchen suchen, zu dem der blutige Schuh, das sie auf dem Ball im Schloss trug, passt. Diesmal ist der Mann kein großzügiger Potentat, sondern der Bittsteller. Es sind die anderen, darunter etliche Frauen, die ihm weiterhelfen müssen, ein Sprecher zu werden bzw. zu bleiben. Hier werden also die Geschlechterrollen ebenfalls hinterfragt.

Natürlich ist die Erzählung eine Satire, die das Recht auf Kommunikation auf den Prüfstand stellt. Nach der Watergate-Affäre mit den von Nixons Leuten abgehörten Vertretern der Demokratischen Partei steht ein Demokratie-Grundrecht auf dem Spiel, nämlich das auf freie Meinungsäußerung. Was aber, wenn man, wie Barry, nichts zu sagen hat, weil man den anderen nach dem Mund reden muss, um eine Lizenzverlängerung für eben dieses Recht zu erhalten?

Die Geschichte geht gut aus. Barry entwickelt sich und gibt schließlich sogar einer Dichterin vor, was sie zu dichten hat: 15 Vorgaben und das begehrte Gutachten ist sein. Er hat also durchaus Ideen, nur sind sie so ausgefallen/originell, dass sie ihm aufgrund des allgegenwärtigen Konformitätszwangs als spinnert und suspekt erscheinen. Auf subtile Weise erforscht der Autor also wieder mal, wie in seinen Romanen „Angoulême“ und „Camp Concentration“, soziopsychologische Grundaspekte, die politisch relevant sind. Dabei ist seine Erzählung sehr unterhaltsam, sinnlich und ironisch.

2) Die schwarze Katze (The Black Cat, 1976)

Der Erzähler berichtet von seinen Erlebnissen, die er in einer Wohnung, die einem verstorbenen Uni-Professor gehört hatte, hat. Ihm läuft eine schwarze Katze zu, die er, wie ihre zwei Vorgängerinnen, „Mitternacht“ tauft. Den Vorgängerinnen ist es nicht gut ergangen: Er hat sie gequält und umgebracht.

Eines Morgens wacht er auf, nur um die Wände seiner Wohnung mit obszöner Graffiti vorzufinden. Wer mag der Übeltäter sein? Er kann zwar ein paar Flächen übertünchen, aber das Original scheint durch. Er scheint ein Tutor zu sein, folglich darf er auf oder nahe dem Campus wohnen. Als eine Studentin anklopft und Einlass erhält, verhält sich die Katze ungewöhnlich: Sie schnurrt freundlich. Als wäre dies ein eindeutiges Signal, zieht sich der Erzähler, zu allen Schandtaten bereit.

Seine Beziehung zur Katze wird inniger, denn sie fehlt ihm, wenn sie mal auf Wanderschaft geht. Zusammen gehen sie im Park am Fluss spazieren. Als ein Postbote anklopft, um etwas abzugeben, greift der Erzähler nach einem Küchenmesser, zu allem bereit…

Mein Eindruck

Diese Story ist Edgar Allan Poe gewidmet, der das Original mit dem Titel „The Black Cat“ schrieb. Folglich ist Dischs Fassung eine Art Interpretation, doch sie ist nicht epigonal nachäffend, sondern entwickelt ihre eigene gruselige Wirkung. Der Autor gibt in seiner Einleitung gerne zu, dass hier etwas Freudianisches am Werk ist, aber es zeigt sich, dass „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ ebenso gut als Vorlage gedient haben mag: Der scheinbar harmlose Tutor entdeckt mithilfe der schwarzen Katze wie mit einem Schlüssel den Zugang zu seiner bösen und unanständigen Seite.

3) Der Weihnachtsmann-Kompromiss (The Santa Clause Compromise, 1975)

Die Zweifel mehren sich in den US-amerikanischen Städten, das es den Weihnachtsmann nicht gibt. Das macht viele Kinder unglücklich. Zwei junge Reporter namens Bobby und Michelle haben sich auf die Suche nach ihm gemacht und ihn nicht gefunden. Doch es gibt verdächtige Indizien.

Eine Kreditkartengesellschaft legt – illegalerweise – einen Kontoauszug vor, denen zufolge Mister Oscar Boyd, ein unbescholtener Familienvater, Geld für Gegenstände abgehoben hat, die dann zu Weihnachten der Weihnachtsmann gebracht haben soll. Eine Übereinstimmung, die zu Misstrauen Anlass gibt. Kaum ist diese Info publik geworden, als auch schon ein Volksauflauf vor Mr. Boyds sonst so trautem Heim stattfindet: eine Demo, um gegen ihn zu protestieren.

Doch wenn am Weihnachtsmann gezweifelt, dann auch am Weihnachtsfest allgemein. Die Folgen sind verheerend: Überall bleiben die Lager mit Weihnachtskram und Geschenken voll, die Kaufhäuser usw. bleiben darauf sitzen, ebenso die Verkäufer von Tannenbäumen. Die Lage wird kritisch, als weder das Eingreifen der Regierung noch des Fernsehpredigers Billy Graham etwas fruchtet. Graham behauptet, der beste Freund von Santa Clause und dessen Frau (!) zu sein und ihn am Nordpol besucht zu haben.

Die Regierung ergreift drastische Maßnahmen. Sie ruft den nationalen Notstand aus, und auf Betreiben der wichtigsten Geschäftsleute verschiebt sie den Weihnachtstag auf den 25. Januar. Außerdem ruft die Nationale Vereinigung der Fabrikanten die Symbolfigur „Großmutter Amerika“ zur neuen Weihnachtsheiligen aus, die durch Wände gehen kann, doch die Konkurrenz bring Aloysius, den zaubernden Schneemann ins Spiel. Auch Disney schläft nicht und erfindet fürs TV „Onkel Quetsch und den Geist der Weihnachtsgeschenke“.

Doch Vielfalt nährt nicht Freiheit, sondern Zweifel. Dieser breitet sich aus, nicht zuletzt bei Michelle, die beim Anblick leerer Socken, die eigentlich Geschenke enthalten sollten, am 25. Dezember Rotz und Wasser heult. Doch es ist der Präsident höchstselbst, der die Nation vor dem Abgrund bewahrt: Er lädt Bobby und Michelle zu einer Fahrt an den Nordpol ein, damit sie den Weihnachtsmann und seine fleißigen Elfen bei der Arbeit bewundern und begrüßen können. Ihre Berichterstattung ist natürlich hilfreich, doch das letzte Wort hat natürlich der Präsident…

Mein Eindruck

Der Präsident erscheint genau wie Donald J. Trump, der frühere und derzeitige US-Präsident, als guter Onkel, der einem Märchen erzählt. Ja, der gute geist der Weihnacht, wei auch immer er oder sie heißen mag, muss unbedingt erhalten werden. Allein aschon um das Seelenheil der lieben Wähler zu erhalten. Der Autor kennt seine Landsleute und weiß, was sie sich wünschen, selbst wenn es etwa völlig Überholtes und unsinniges wie ein Geist zu Weihnachten sein sollte. Der Leser hingegen darf schmunzeln.

4) Die Rache der Hera oder Der Triumph der Monogamie (The Vengeance of Hera, or Monogamy Triumphant, 1980 in der Anthologie „Kanten“ von Le Guin/Kidd, dt. bei Heyne)

Die Göttin Hera, Hüterin der Ehe und der Mütter, liest in der Klatschspalte, dass Jack Fleetwood erneut geheiratet habe, und zwar Bonnie Maltin, die offenbar keinen Beruf ausübt. Ein Besuch von Iris in Gestalt von Bonnies Uni-Freundin genügt, um Bonnie von den Freuden der Mutterschaft zu überzeugen. Im Handumdrehen hat Bonnie Jack überredet und wird schwanger. Doch die kleinen Monster sind Jacks Sache nicht und er tut, was er immer tut, um ein Problem zu lösen: Er weicht aus und zieht in ein anderes Apartment. Bonnie muss in der Bruchbude leben, die ihr knausriger Vater ihr überlassen hat.

Aber Hera und ihre beste Freundin Iris kennen Fleetwood, den bekannten Fotografen von Bettwäsche, noch aus seiner Ehe mit Min-Tsing, einer Diplomatentochter aus Indonesien. Und die hatte er an seinen Gönner Bullard verloren. Doch als Bullard wieder mal andere Weibchen hinterherjagte, war Min-Tsing von Jack schwanger geworden, und dreimal darf man raten, wer dahintersteckte: Hera und ihr Handlanger Eros.

Nun, zwei Jahre später, sieht es für Jack finster aus: Bullard hat ihn eifersüchtig abserviert und Jack wird bei jeder Agentur der Stadt abgelehnt. Als sich Bonnie wegen ausgebliebener Alimentezahlungen beschwert, fährt er zu ihr hinaus in die Vororte. Doch er kommt nicht weit, denn Heras Plan setzt allen Zukunftsplänen ein Ende. Bei dem Autounfall kommt eine fünffache Mutter ums Leben, denn sie hat ihre Pflicht als Mutter erfüllt. Glücklicherweise können Min-Tsing und Bonnie nun zusammenziehen und Heras Plan erfüllen…

Mein Eindruck

Die Götter leben, versichert der Autor in seiner Einleitung, und ganz besonders die Göttinnen. Mit leiser Ironie schildert der Autor diverse egoistische Verhaltensweisen moderner Großstadtmänner, bei denen die Frauen stets draufzahlen. Man muss nicht Heras Meinung sein, dass die wichtigste Aufgabe einer Frau darin bestehe, zu heiraten und für Nachwuchs zu sorgen. Dass auch dies die Existenz sichert, zeigt der Unfall der fünffachen Mutter. Aber Hauptsache, die pflichtvergessenen Männer erhalten ihre Lektion.

Aber der kuriose Verlauf dieser Geschichte weiß gut zu unterhalten. Der Autor nimmt „Heras Plan“ zum Vorwand, um einige typische soziale Typen kritisch zu beleuchten. Das Veröffentlichungsjahr 1980 lag nur ein Jahr vor dem Start von Ronald Reagans Präsidentschaft (die bis 1989 dauerte). Disch verfolgte bestimmt den Wahlkampf und kannte sicher auch Reagans Gouverneurschaft in Kalifornien (ab 1966-1974). Der Sieg seiner Konservativen schloss auch die Förderung von Ehe und Mutterschaft ein, und an den Spielfilmen, die in der Folge produziert wurden, lässt sich ablesen, welche Stellung die Frau künftig einnehmen sollte: weit unter der des dominanten Mannes.

5) Entwürfe (Concepts, 1978)

Mrs. Betty Manresa ist die Frau eines Physikers, aber leider kinderlos, denn sie ist ein Klon. Während er am Klavier eine Fuge spielt, geht die Kleiderdesignerin auf die Terrasse und holt sich ihren Hyperraum-Funkempfänger. Sobald sie ihn aufgesetzt hat, lauscht sie die Frequenzen der Milchstraße ab. Vielleicht hat ja jemand eine Idee für sie?

Sie stößt auf eine intelligente Datenbank, aber die will sie bloß zu Jesus bekehren. Höflich wimmelt sie sie ab. Schließlich nimmt sie Kontakt mit dem Planeten Media auf, wo nur die tropische Zone bewohnbar ist. Die meisten Bewohner sind Gassäcke, aber sie sind intelligent und können den Hyperraumsender verwenden, um sich ein menschliches Aussehen zu geben. Bobolink ist ein aufmüpfiger Verlierertyp und ausgerechnet in ihn verliebt sich Betty.

Es dauert eine Weile, bis er ihre Liebe akzeptiert, denn er merkt, dass der Betreiber der Hyperraumkommunikation ihm Geld dafür gibt, wenn er die Verbindung aufrechterhält. Und er bekommt sogar noch mehr Geld, wenn er Betty als Fremdenführerin in den Kirchen von Rom einsetzt: Sie Klientinnen sind fasziniert von Bettys Berichten, die sie live aus den Kirchen des Vatikans und der Hauptstadt überträgt. Allerdings sind diese Klientinnen Angehörige einer katholischen Sekte auf Media.

So kommt, dass sich Betty wünscht, was offenbar jede Frau will: ein Kind. Sie will es „Baby Jesus“ nennen, doch der Weg zu ihrem Wunschkind ist lang und beschwerlich. Da die gesamte Hyperraumkommunikation auf Simulation und Virtualität basiert, ist die rein körperlich Erschaffung von Baby Jesus kein großes Problem, wohl aber die Anerkennung durch die katholische Kirche: Bobolink muss konvertieren, ebenso Betty.

Boblinks Begeisterung hält sich sehr in Grenzen, was wiederum Betty betrübt. Sie wirkt bei ihren Führungen abgelenkt und sogar besorgt. Als Folge springen die medeanischen Zuschauer ab, zahlen kein Geld mehr und bringen so Bobolink in finanzielle Not. Er verstummt, doch es dauert weine Weile, bis ihr dies auffällt. Doch da ist immer noch Baby Jesus, der sie trösten könnte. Sie gibt ihn in eine Krippe, auf einer Kassette sind seine Vitaldaten gespeichert, und die übergibt sie der Krippenleiterin. Allerdings wächst Jesus etwas zu langsam für ihren Geschmack, doch wenn sie vorspult, bleibt er in seiner Entwicklung zurück. Schließlich löscht sie enttäuscht die gesamte Medea-Episode.

Mein Eindruck

Wie der Autor in seiner Einleitung schreibt, war dieser Text als Beitrag zu Harlans Ellisons Shared-World-Anthologie „Medea“ vorgesehen, doch die Veröffentlichung des Buches sollte noch bis 1985 dauern. Ellison wollte nicht nur Veteranen beteiligen, sondern auch New-Wave-vertreter wie Disch. Deshalb veröffentlichte Disch seine Story vorab 1978.

Wie der deutsche Titel besagt, geht es um Entwürfe, doch der O-Titel ist weniger eindeutig: „concept“ (Begriff) kann auch bedeuten, dass etwas empfangen wurde, eine Empfängnis nämlich. „conception“. Und darum geht es im Kern: Es ist die Geschichte von Mariä Empfängnis, dem ungewöhnlichen Vater und dem noch ungewöhnlicheren Jesus: Der existiert nur als Simulation, sein Vater ist ein Alien und seine Mutter ist ein Klon. Offensichtlich sollen alle diese Abweichungen die Katholiken zum Protest herausfordern.

6) Das Apartment neben dem Krieg (The Apartment Next to the War, 1974)

Die Familie, von der der Chronist berichtet, schätzt sich zunächst glücklich, ein großes Apartment mit einem 36 qm großen Balkon ergattert zu haben. Die Kriegsgeräusche in der Wohnung nebenan ignorieren sie geflissentlich. Doch einmal muss die Ehefrau draußen in der Halle warten, weil sie ihren Schlüssel vergessen hat. Deshalb wird sie Zeugin, wie zwei Sanitäter einen Verwundeten die Treppe hinabtragen (der Fahrstuhl ist dafür zu klein).

Das Erlebnis ändert noch nichts, aber das ändert sich, als Töchterchen Rosemary den 23 Jahre alten Gene kennenlernt. Er darf einziehen, doch sein Gleichmut verfliegt, je länger er dem Kriegslärm von nebenan lauscht. Aus Gleichmut wird Besorgnis und daraus schließlich Panik. Er argumentiert, dass der Krieg schließlich ihn und alle anderen angehe. Doch als er sich einmischt, erleidet er eine schwere Bauchwunde.

Das hätte allen eine Warnung sein sollen, denn der Krieg breitet sich im ganzen Haus aus. Proteste führen nur dazu, dass das Treppenhaus verwüstet wird. Endlich reagieren die Vermieter, aber viel zu schwach. Da beschließt die Familie unseres Chronisten hinaus in die Vororte zu ziehen.

Mein Eindruck

Diese überspitzte Schilderung der Zustände in einem Innenstadt-Wohnhaus beruht auf einer persönlichen Erfahrung des Autors, die er in seiner Einleitung wiedergibt. Zwischen 1957, als er aus dem Elternhaus auszog, und 1970 besaß er kein Fernsehgerät: Er brauchte es nicht. Aber nach einer Operation musste er einen Monat im Bett verbringen. Er schaltete die TV-Nachrichten ein – und wurde süchtig danach. Schwer traumatisiert schrieb er später diese Story, die 1974 veröffentlicht wurde.

Inzwischen gibt es keine Generation mehr, die ohne Glotze aufwuchs, und auch die Leute, die ohne Internet leben können (die letzten „Baby-Boomer“), werden immer weniger. Aber sie alle müssen sich ein dickes Fell zulegen, um den Horror, den ihr jeweiliges Medium in ihr Zimmer spült, aushalten zu können. Persönliches Eingreifen? Keine gute Idee, wie diese Story zeigt.

7) Der Fötus (The Foetus, 1980)

Agnes Bill ist im Jahr 1969 genau 24 Jahre alt. Sie hat sich ihre irisch-katholische Jungfräulichkeit für den Richtigen aufbewahrt und ist stolz darauf. Das ändert sich, als sie eine Kirche in Baltimore, Maryland betritt und zu Gott betet, er möge ihr den Richtigen schicken. Stattdessen tritt ein Priester zu ihr, der sie mit einem Messer bedroht. Sie gibt keinen Mucks von sich, als er sie im Beichtstuhl vergewaltigt. Doch danach schneidet er sich mit dem Messer die Kehle durch. Neues Leben keimt in Agnes‘ Schoß – teuflisches Leben.

Sie ahnt nichts davon, als sie von Lou Donovan gefreit und schließlich geheiratet wird. Er arbeitet in der gleichen Wohltätigkeitsorganisation der katholischen Kirche wie Agnes. Als sie im fünften Monat, versucht sie mithilfe einer Freundin und eines Chemiecocktails abzutreiben, denn sie kann ja keinen Vater vorweisen, und der Selbstmord eines Priesters ist ganz gewiss ein Verbrechen, zumindest unter gläubigen Katholiken. Der Versuch, den Fötus abzutreiben, bringt nichts außer Schmerzen und einen Stillstand des Wachstums des Fötus. Der weitet seine teuflische Macht auf Agnes aus – und auf Lou. In der Nacht, als er zum Gouverneur von Maryland berufen werden soll, schlitzt er sich die Kehle auf.

Agnes erbt Lous Villa in Phoenix, Arizona. Er hatte genug Spendengelder veruntreut und unterschlagen, um sich ein feines Domizil bauen zu lassen. Doch Agnes ist einsam und kurvt in der Gegend herum. Durch den Fötus abgelenkt, übersieht sie den anderen Wagen, der flugs demoliert im Straßengraben landet. Sie kommen einander näher und es stellt sich heraus, dass Sam Winchester beim Militär ist und auf einem Stützpunkt arbeitet. Weil Agnes keinen Zutritt hat, darf auch er nicht aufs Gelände.

Doch nun hat der Teufel im Fötus das ideale Zielobjekt seiner Wünsche gefunden. Als in Indochina der Krieg ausbricht, wünscht sich Sam so sehr den Krieg herbei, dass er am liebsten gleich auf den Knopf zum Start einer Atomrakete drücken würde…

Mein Eindruck

Das Böse ist immer und überall, doch hat es gewisse Einschränkungen, was seine Machtausübung angeht: Es kann bloß nachäffen, nicht aber erschaffen. Und es muss sich, wie ein nicht abgetriebener Fötus, einnisten, um direkte Telepathie auszuüben. In Agnes‘ Fall kommt es zu einigen grotesken Überspitzungen, was Agnes‘ Chancen, ein Baby zu bekommen und eine Ehe zu führen, angeht.

Bemerkenswert ist die Steigerung in der Potenz ihrer Männer, wo „Potenz“ auch nicht sexuell gemeint ist. Der Priester hat eine theologische Macht, Lou Donovan eine wirtschaftlich-politische Macht – er soll Gouverneur werden – und Sam Winchester schließlich verfügt offenbar über militärische Macht. Diese erweist sich als die gefährlichste, misst man ihr Potential an der Zahl der möglichen Opfer – in einem Atomkrieg.

Agnes hat es wirklich nicht leicht, aber sie ist nur das Werkzeug des Bösen. Und am Schluss fragt sich der Leser, ob der Teufel nicht doch auch in den Männern steckt, mit denen es Agnes zu tun bekommt.

8) The Feuer fing an, den Stock zu verbrennen; der Stock fing an, den Hund zu schlagen (The fire began to burn the stick, the stick began to beat the dog, 20.5.1976)

Ormond ist städtischer Techniker, der sich um Reklamationen kümmern muss. Ein mühseliger Job, doch der Präsident möchte volksnah erscheinen und dafür sorgen, dass man sich ums Volk kümmert. Diesmal hat die 90-jährige Mrs. Wasserman reklamiert, ihr TV-Antenne funktioniere nicht richtig. Ormond stellt dies fest, doch wie will die alte Frau den Service vergüten? Man müsste ihre Nachbarin Mrs. Horner fragen. Die will in vier Unzen Marihuana bezahlt werden. Ormond handelt sie auf zweieinhalb Unzen herunter – plus einen Eimer Joghurt. Dafür bietet sie eine Erstausgabe eines Homosexuellenmagazins aus dem Jahr 1976 an.

Auch dafür findet sich ein Interessent, doch der junge Mann hat kein Gras. Dies hat wiederum einer der Weihnachtsmänner in Manhattan. Der wiederum will einen Fick, doch dazu ist Ormond nicht bereit. Er kommt von der Hetero-Fraktion. Wie auch immer: Santa lässt das Gras rüberwachsen, der Schule kriegt das Magazin, Mrs. Horner ihren Joghurt und Mrs. Wasserman ihre Antenne. Alles in Butter. Reklamation beseitigt, und alles ohne staatliche Beteiligung in Sachen Finanzen. Wer braucht schon Geld?

Mein Eindruck

Bei diesem Tauschhandel ist jedoch ein offener Geist und flexible Moral vonnöten. Nicht jeder würde Drogen und Schwulenficks als Zahlungsmittel akzeptieren, oder? Der Autor gewährt Einblick in die städtische Gesellschaft des Jahres 1976. Lockere Sitten sind das, die er da schildert. Ist alles nur eine Wunschvorstellung, die er da skizziert, oder hätte es das Szenario doch an gewissen Orten wie etwa San Francisco (viele Homosexuelle, viele Drogen) geben können. Die Pointe ist natürlich die bargeldlose Wirtschaft, die da floriert.

9) Im Vergnügungszentrum (At the pleasure center, 1974)

Gloria hat einen langen Tag im Büro hinter sich, deshalb geht sie abends ins Vergnügungszentrum. Sie sieht die vielen Kabinen, geht sie entlang, bis sie auf eine geeignete stößt. Ein Polizist steht schon bereit, um sie zu bedienen. Sobald sie sitzt, legt sie die Steckdose in ihrer Stirn frei, und der Polizist bringt den Stecker darin an. Dann kann’s losgehen.

Die Maschine bereitet ihr über diese einfache Verbindung Vergnügen der sinnlichen und sensorischen Art. Sobald die gekaufte Zeit abgelaufen ist, wird die Verbindung wieder unterbrochen. Der Polizist stellt ihr ein paar indiskrete Fragen, dann gehen beide wieder ihrer Wege.

Mein Eindruck

Wozu sich Sex-Video reinziehen oder eine schnelle Nummer mit einem Unbekannten schieben, wenn man und frau das, was gewünscht wird, doch auch aus einer Maschine zu beziehen ist? Gloria jedenfalls bekommt eine erfüllende sensorische Erfahrung aus einer Maschine, deren Funktionsweise der Autor wohlweislich nicht beschreibt. Aber die direkte Schnittstelle zwischen Hirn und Computer wird wenige Jahre später im Cyberpunk-Subgenre eine zentrale Rolle spielen.

10) Der Erwachsene (The Grown-up, 1981)

Der Zehnjährige hat von einer Verwandlung geträumt, tja, und hier erwacht er nun, im Körper eines Mittdreißigers. Von der tiefen Stimme, den starken Muskeln und ja, dem Ding zwischen seinen beinen hat geträumt. Er zieht sich an mit dem, was er in dieser großen Wohnung vorfindet, nimmt alle 20 Stockwerke (er scheint im Penthouse zu wohnen) und begrüßt den Portier. Der begrüßt ihn als „Mister Kellerman“. Entzückend.

Er besorgt sich eine Zeitung, doch deren Inhalt versteht er immer noch nicht. In einem Café bestellt er ein Bier, und die Kellnerin, Ramona, begrüßt ihn als „Frank“. Und da steht sein Name: im Führerschein, auf Kreditkarten und auf einem Klubausweis. Woher kennt Ramona ihn bloß, fragt er sich. Er geht einkaufen und in die Kirche. Kaum zurück im Haus, entdeckt er, dass seine Wohnungstür offensteht. Das ist einerseits günstig, weil er den Schlüssel vergessen. Andererseits raubt da ein glatzköpfiger Mann gerade seine Wohnung aus! Er schlägt ihn mit einer massiven Stehlampe K.O., zieht ihn aus und lässt ihn im Treppenhaus liegen.

Diesmal denkt er daran, den Schlüssel zu Wohnung und Haus mitzunehmen. Er holt seinen Wagen, einen 76er Camaro und düst durch die Stadt. Er gerät in ein Rotlichtviertel und wird prompt angemacht. Warum nicht? Er hat es noch nie getan! Die rothaarige Frau ist geschickt darin, es mit Männern in einem Auto zu treiben, fällt ihm auf. Als es ihm kommt, gerät er jedoch in den Traum des ursprünglichen Körperbesitzers, eben jenes „Frank Kellerman“, der offenbar ein denkbar ödes Leben als Bürohengst führt. Zu blöd aber auch. Aber vielleicht gibt es ein nächstes Mal.

Mein Eindruck

Es ist keine Zeitmaschine und kein Voodoo nötig, um einfach mal den Körper und das Alter zu wechseln. Zwar ist der Sprung vom zehnten zum 35. Lebensjahr etwas riskant, aber mit etwas Übung lässt sich auch dies bewältigen. Und was aufregende Entdeckungen dieser „Francis Kellerman“ machen kann. Die Kellnerin Ramona scheint seine Geliebte zu sein, denn sie nimmt sich Freiheiten heraus und kennt Francis nur als „Frank“. Und dann der Sex mit der Rothaarigen im Auto – ein Augenöffner, wenn nicht sogar mehr!

Doch wer ist der Einbrecher in Franks Wohnung? Es könnte gut sein, dass dies Franks Lebensgefährte ist, was Frank zu einem Homosexuellen machen würde. Aber was will der Mann mit gleich zwei Koffern? Dies herauszufinden, überlasse ich dem klugen Leser. Wiedermal verknüpft der Autor schlüpfrige erotische Details mit einer Handlung, die es wie ein Verbrechen zu entschlüsseln gilt.

11) Wie man fliegt (How to fly, 1977)

Fliegen ist im Grunde ganz einfach, aber man braucht viel Selbstvertrauen und darf keine Fehler machen. So wäre es bestimmt ein Fehler, durch die Luft zu schwimmen, mit den Armen zu schlagen oder einen auf Superman zu machen. Man sollte singen. Zudem kommt es auf das Energiesparen an. Fliegen sollte man daher nur zweimal die Woche, so wie Sex zu haben. Und auf diese Weise kann man ein hohes Alter erreichen.

Mein Eindruck

Diese kurze Story von gerade mal zwei Seiten ist der Urkeim zum preisgekrönten Roman „Auf Flügeln des Gesangs“ aus dem Jahr 1978/79. Alle Elemente und Merkmale des Fliegens sind hier schon vorzufinden. Ein sehr schöner, einfallsreicher Beitrag. In der Einleitung verrät der Autor uns auch, wie er darauf gekommen ist.

12) Planet der Vergewaltigung (Planet of the Rapes, 1977)°°°°

Es ist an der Zeit, dass Colly endlich vergewaltigt wird. Sie ist immerhin schon fast 17 zarte Lenze als, findet Mama Joey, und wenn sie im Utopia der Frauen ein Wahlrecht im Rat erhalten will, braucht sie eine Vergewaltigung. Nicht dass eine Begegnung mit den bekanntermaßen hässlichen Männern sonderlich erstrebenswert wäre, aber was sein muss, muss eben sein. Also ab mit Colly – ihr Name ist die Kurzform von Oecologia – zur Vergnügungsinsel auf dem Uraltplaneten Erde. Mama Joey schärft ihr ein, die Amnesiepille rechtzeitig zu schlucken, damit sie diese potentiell traumatische Erfahrung binnen 24 Stunden wieder vergessen kann. Diesen Rat schlägt Colly in den Wind, was fatale Folgen nach sich zieht.

Als sie auf der irdischen Vergnügungsinsel mithilfe eines Sprunganzugs – Schiffe gehören alle dem Militär – eintrifft, wird sie von einem Kerl mit stählernem Helm in Empfang genommen. Mit einem spitzen Schrei fällt sie in Ohnmacht. Es ist nur der Kostümbildner und Kosmetiker. Als sie wieder erwacht, entkleidet er sie, steckt sie in ein viktorianisches Korsett, malt ihre Brüste blau an und versieht die Nippel mit Klimbim. Voilà, eine erstklassige Polly! Auf einer sich drehenden Plattform bietet sich Colly mit verbundenen Augen dem Mannsvolk an. Wer wird sie auswählen?

Hardscrabble

Leutnant J73 Hardscrabble erhält den Befehl, per Sprunganzug zur Vergnügungsinsel auf der Erde zu reisen und dort seinen Dienst als Vergewaltiger zu versehen. Schon als Teenager ist er auf Polly-Puppen geprägt worden, und nach eifrigem Training schafft er es mittlerweile, eine Polly binnen zwei Minuten zu benutzen. Das erscheint nicht nur ihm rekordverdächtig, sondern auch allen seinen Kameraden. Die stehen aber mehr auf die Afrikanische Königin und andere Puppen.

J73 ist von der Erde nicht begeistert. Dieser abgewrackte Planet gehört dringend terraformiert! Doch auf Pleasure Island erblickt er endlich eine Polly – sie erscheint ihm wie eine Göttin. Er braucht nur ihre Brüste in die Hand zu nehmen und in ihre roten Lippen zu beißen, da kommt es ihm schon. Er schleppt sie mit ins Schweinesuhlen-Sheraton-Hotel, wo er sie drei Tage und Nächte lang liebt. Ein wertvoller Ratgeber ist ihm dabei das Handbuch „Kriegerische Liebe“.

Er ist so verliebt in seine Polly, dass er ihr sogar erlaubt, die Augenbinde abzunehmen und die langen Handschuhe zu entfernen. Sie verlangt etwas zu essen, aber er hat ihr nur Pillen anzubieten. Ein Monat vergeht, in dem sie bis über beide Ohren verliebt Geheimnisse austauschen. Am Tag vor dem Abschied saugt er an ihrem Ohr und etwas flutscht heraus in seinen Mund. Nun, ein harter Krieger hat nichts gegen ein wenig Ohrenschmalz. Er schluckt das Zeug runter. 24 Stunden später hat er vergessen, welche militärischen Geheimnisse er ihr verraten hat.

Colly jedoch nicht. Sie ergattert einen Termin bei der Aufseherin ihres Planeten und erzählt, dass sie nicht nur vier Wochen lang auf höchst befriedigende Weise vergewaltigt worden sei, sondern auch das größte Geheimnis der Krieger erfahren habe. Dass sie ihre Pille nicht genommen hat, sorgt schon mal für hochgezogene Augenbrauen, aber auch noch das Geheimnis der Hyperbolaner? Das geht wirklich zu weit. Die Aufseherin sorgt dafür, dass Colly eine Hypnotherapiekur erhält und wieder nach Pleasure Island zurückgeschickt wird – für eine unbegrenzte Dienstzeit…

Mein Eindruck

Dies ist die wesentlich kürzere Magazinfassung, die ca. 1977 in der Londoner Ausgabe des Herrenmagazins PENTHOUSE abgedruckt wurde. In dieser gekürzten Fassung lernt der Leser dieser Satire NICHT den gesamten gesellschaftlichen Hintergrund des Universums kennen, in dem Lt. J73 Hardscrabble und Colly einander begegnen können.

Worin besteht das Geheimnis der Hyperbolaner, mag sich der Leser nun fragen. Die Aliens, gegen die die Weltraummarine angeblich kämpft, gibt es schon lange nicht mehr. Das macht die Existenz und den Einsatz der Marine wenig sinnvoll. Aber die Hyperbolaner haben ihr Werk bereits verrichtet: die aus der Heimat gewohnte Aufteilung in dauergeile Krieger und zu vergewaltigende Frauen.

Bestürzt hat Colly erfahren, dass die aktuelle Geschlechtertrennung vor Jahrhunderten von den Aliens eingeführt worden war, weil diese die Fähigkeit besitzen, sich per Mimikry als Menschen auszugeben, mal als Frau, mal als Mann. Aber vor dieser Zeit lebten Mann und Frau – ketzerischer Gedanke! – vertraut zusammen. Colly wünscht sich, dass es wieder so sein könnte. Aber es soll nicht sein, denn dreimal darf man raten, was die Aufseherin ist…

Dieses Szenario hat also rein gar nichts mit John Normans Wunscherfüllungsmaschine namens Gor zu tun, wie eine Leserin es dem Autor Disch ca. 1977 vorgeworfen hat – in seiner Einleitung geht er darauf ein – und hängt sogar noch ein langes Gedicht daran.

13) Die Offenbarung (The Revelation, 1980)

Der Regisseur Ingman Bergmar (ein leicht zu durchschauendes Anagramm auf „Ingmar Bergman“) ist mit Gott unzufrieden: Er zeigt sich nie und ist ungerecht. Also dreht Bergmar etliche Filme voller Leid und Ungerechtigkeit und Verzweiflung. Doch als sich ihm der Herr offenbart, kann er es nicht glauben.

Denn Gott spricht aus einem Laib Brot, den Ingman in Stockholm bei seinem Lieblingsitaliener gekauft hat und verspeisen will: eine Canolle. Doch der Herr spricht schwedisch und zwar in seinem Kopf. Es gibt also keine Missverständnisse, was die Worte anbelangt, die der Herr an Ingman richtet.

Ingman gelobt, ein besseres, eben ein gottgefälliges Leben zu führen. Dafür gewährt ihm der Herr einen Blick in die Zukunft: In genau zwei Jahren werde die Erde untergehen. Sprach’s und verschwand. Ingman ist geläutert, wirft aber das alte Brot schließlich weg. Aber was nützt ihm jetzt das Filmemachen noch, sagt er sich.

Er hört mit den Filmen auf, geht in sein Heimatdorf Sveg zurück und versucht, ein gottgefälliger Mensch zu sein, indem er seine Nächsten liebt. Dann kommen die Zweifel zurück: Wird die Offenbarung doch noch Wahrheit? Doch genau nach zwei Jahren geht die Welt unter. Zufrieden schießt Ingman die Augen zur letzten Ruhe.

Mein Eindruck

Auch diese Story ist wieder ein groß angelegter Witz. Denn was nützt dem Zweifler die authentische Offenbarung, wenn er doch bloß noch zwei Jahre zu leben hat? Wie man an den letzten Sätzen ablesen kann, ist dem Zweifler die Widerlegung seines Zweifels durch Gottes Gegenwart wichtiger als der ständige Zustand der Ungewissheit selbst. Die Story lässt sich auch als Variante auf die Offenbarung des Johannes lesen, denn „Offenbarung“ bedeutet im Altgriechischen, in dem Bibel geschrieben wurde, nichts anderes als „Apokalypse“…

14) Pyramiden für Bayern (Pyramids for Minnesota, 1973, gedruckt 1974)

Der Autor versichert, dass dieser Vorschlag kein Scherz, sondern absolut ernstgemeint sei: der Bau von Pyramiden in Bayern als große, gemeinschaftliche Anstrengung. Nicht unter seiner Leitung, sondern unter der eines Experten für Pyramidenbau bzw. eines engagierten Amateurs. Nicht eine soll errichtet werden, sondern möglichst viele. Für die Erbauer ist nur Bedingung, dass sie entweder spenden oder jeweils einen halben Arbeitstag mitwirken.

Aber warum nicht Kirchen oder Schlösser, will der Interviewer wissen. Weil jeder die Version seiner Konfession verwirklichen olle, doch bei Pyramiden – ohne Innenleben oder Geheimnisse – sei das nicht der Fall: Sie sind einfach nur Quadrate mit einem Neigungswinkel von 45 Grad, fern von jeder Nützlichkeit, also ohne Treppe, Aussichtsplattform oder sonstigen Schnickschnack.

Mein Eindruck

Interessanter als der Vorschlag, ernstgemeint oder nicht, sondern die Reaktionen, die der Artikel anno 1974 hervorrief, als er in „Harper’s Magazine“ abgedruckt wurde. Die fielen nämlich positiv aus: Viele wollten mitmachen und sogar etwas spenden, wenn auch unter gewissen Bedingungen.

Der Heyne-Verlag und sein Übersetzer Michael Windgassen haben die ganze Geschichte eingedeutscht, das heißt, auf Bayern zugeschnitten. Das macht den Vorschlag einerseits realistischer, andererseits noch witziger. Pyramiden – viele! – in der nebligen Landschaft hinter Dingolfing? Das hat was!

15) Josie und der Fahrstuhl: Eine Geschichte zur Warnung (Josie and the Elevator: A Cautionary Tale, 1980)

Josie Hardwinter ist die verzogene Göre eines reichen Mannes, doch eines Tages widerfährt ihr Schlimmes. Wie es ihre Gewohnheit ist, drückt sie im Fahrstuhl ihres Hauses die Knöpfe sämtlicher Stockwerke. Der Fahrstuhl protestiert und ermahnt sie, das nicht mehr zu tun und sie solle an die anderen Hausbewohner denken, die den Fahrstuhl rufen könnten. Sie protestiert, bis sie wie in kleines Kind auf dem Boden herumtrampelt. Der Fahrstuhl kommt zu dem Schluss, dass ihr eine Lektion erteilt werden muss, und fährt bis ganz hinunter: in die Hölle.

Die Hölle, muss man wissen, sieht haargenau so aus wie die gewohnte Erde, doch die Bewohner sind, nun ja, wahre Höllenhunde: Sie nehmen keinerlei Rücksicht auf Josie Hardwinter, die barfuß über Glasscherben gehen muss. Denn die Menschen hier lieben es, Flaschen usw. zu zerschmettern. Da der Fahrstuhl wieder weg ist, kann Josie nicht zurückkehren. Sie hat zwar immer noch Papa und Mama, doch die zerstreiten sich. Papa verfällt dem Suff und Mama wandert nach Ibiza aus.

Nun beginnt für die junge Frau eine schlimme Zeit, die Jahre anhalten soll. Den sie zieht mit Dad in immer schlechtere und gefährlichere Wohnviertel, wird mehrfach vergewaltigt und muss Männer heiraten, die sie nicht mag. Erst nach langer Zeit findet sie den Weg zu ihrem Elternhaus und besteigt den guten alten Fahrstuhl. Sie fleht ihn an, ihr zu verzeihen, und er lässt sich so erweichen, dass er sie aus der Hölle wieder zur Normalerde transportiert. Noch mal Glück gehabt.

Mein Eindruck

Schon wieder ein großartiger Witz und wieder ein Kommentar auf die Bibel, diesmal auf die Geschichte des Hiob. Denn wie Hiob muss auch Josie ihre Lektion auf die harte Tour lernen. Grausam und zahlreich sind ihre Lektionen in der Hölle. Diese sieht perfiderweise genauso aus wie unsere Welt, zumindest in manchen Stadtvierteln. An diesen Stellen wird deutlich, dass die Story als kritische Satire auf die realen Zustände gemeint ist, besonders auf New York City und andere US-Städte.

Schon nach wenigen Seiten entwickelt der Leser wider Erwarten Mitleid mit dem verzogenen Gör Josie, einer Millionärstochter. Doch welche Role spielt der intelligente und fühlende Fahrstuhl in dieser Fabel, mag sich der Leser fragen. Er ist nicht nur der Agent Gottes und des Schicksals, sondern auch eine Art Lehrer. Hätte Josie bloß auf ihn gehört! Zusammen mit ihm ist der Leser froh, dass Josie, die hartgeprüfte Sünderin, ihren Besuch in der Hölle heil übersteht und „nach Hause“ zurückkehrt. Das findet man in der Regel nur im Märchen.

16) Eine Italienischstunde (An Italian Lesson, 1982, Erstveröffentlichung!)

Sie ist erst 18 Jahre alt, als sie ohne Begleitung zum Ball beim Italiener geht. Sie ist hübsch ganz in Rosa gekleidet, doch nur ein Kellner spricht sie auf Italienisch an, um ihr Champagner zu kredenzen. Kaum ist er weg, merkt sie, dass sie sich in ihn verliebt hat – und dass er ihr ein Taschentuch und einen Handschuh geklaut hat. Sie ist untröstlich ob dieser Peinlichkeit, so dass sie nur die nächste Aufforderung zum Tanz ablehnen kann. Oje, es ist der Prinz!

Eine junge „zingara“ tritt an sie heran, mit einem Pappschild, auf dem anscheinend steht, dass sie, die Zingara, von ihr adoptiert werden will. Oje, sie erklärt ihr, dass sie das nicht könne. Doch die Zingara treibt sie in die Arme des Dienstboten, der sie beiden in ein Taxi steckt. Es fährt in einen verrufenen und ärmlichen Stadtteil. Oje, denkt sie noch, alle ihre Kleider werden schwarz werden!

Mein Eindruck

Schnell wird klar, dass es bei dieser merkwürdigen Italienischstunde nicht um Sprache geht, sondern um Lebensumstände. Dass die Rosafarbene über keinerlei Erfahrung im Leben verfügt, ist zwar bedauerlich, aber ihre eigene Schuld: Sie hätte niemals ohne erfahrene Begleiterinnen auf den Ball gehen sollen.

17) Zum Verstehen menschlichen Verhaltens (Understanding Human Behaviour, Februar 1982)

Richard Roe hat sich das Gedächtnis löschen lassen, so wie es viele Menschen in seiner Zeit tun. Nun versieht er einen ganz einfachen Job als Verkehrsregler in der Video-Überwachungszentrale eines Schnellrestaurants mit Einkaufszentrum. Die sitzende Tätigkeit hat ihn fett und kurzatmig werden lassen. Worum er sich noch Gedanken macht, sind die Rätsel menschlichen Verhaltens.

Als er seine Instruktorin „Lady Astor“ näher kennenlernt, findet er im Laufe der Zeit heraus, dass sie im ärmlichsten Teil der Stadt in einer Art Bretterbude lebt und schon morgens um elf eine Flasche Wodka verputzt. In besäuseltem Zustand versucht sie ihm weiszumachen, das sie seine frühere Frau gewesen sei. Von ihr habe er sich scheiden und sich anschließend das Gedächtnis löschen lassen. Aber warum sollte er so etwas tun wollen, fragt er sich. Wie sich herausstellt, ist er keineswegs der erste oder einzige, bei dem sie diese Masche ausprobiert. Erhofft sie sich Almosen, eine Rücknahme oder was?

Erst bei einem schönen Ausflug in die Berge bemerkt er, wie ein Hubschrauber des Forstamts Forellen in einem Bergsee auszusetzen versucht. Alle Fische landen neben dem rettenden Wasser. Instinktiv beeilt sich Richard, die Fische ins Wasser zurückzuwerfen, wo sie hingehören. Nur wenige überleben, was ihn traurig macht. In diesem Moment begreift er, worum es beim menschlichen Verhalten wirklich geht – und macht „Lady Astor“ einen Antrag…

Mein Eindruck

Der ironische Humor in dieser Geschichte ist gut verpackt und meist nur unterschwellig spürbar. Der große Witz an Richard Roes (engl. „roe“ = Reh) Geschichte besteht darin, dass er ein leichtes Opfer seiner Vergangenheit wird. Er hat seine Erinnerung an sein Vorleben ausgelöscht, aber das kann sich eine gewiefte Person wie „Lady Astor“ zunutze machen, um ihm weiszumachen, dass sie seine Frau gewesen sei – und er doch noch gewisse Verpflichtungen habe. Eine geistige Tabula rasa wirkt sich also nicht entlastend aus, sondern schwächt den Gelöschten hinsichtlich seiner Verantwortlichkeit – ist er schuldig, verantwortlich, haftbar? Er kann es nicht sagen.

Der Haken in dieser Geschichte wird natürlich zur Sprache gebracht: So wie Eltern, die ihr Kind zur Adoption freigeben oder ihre Fortpflanzungskeime (Eier, Sperma) spenden, vor dem Aufspüren geschützt werden, so ist auch Richard Roe per Gesetz vor seinem Vorleben geschützt. Zumindest theoretisch. „Lady Astor“ belehrt ihn eines Besseren: Mit einem ausreichenden Betrag Schmiergeld lässt sich auch diese Barriere umgehen. Da dies nun mal so ist, zieht Richard die Konsequenzen und heiratet die hartnäckige Verfolgerin.

Die Übersetzung

S. 77: „Ensign“ wird nicht übersetzt: Fähnrich der Marine.

S. 83: “nach ihren neugefortmen Absichten“: Ein Buchstabendreher. Gemeint ist „neugeformten“.

S. 90: “Berichte [über] ihre jeweiligen Stimmungen”: Das Wort „über fehlt.

S. 120: „Daten für die Ausgabe [von] Essensmarken“: Das Wörtchen „von“ fehlt.

S. 125: „dass Sie sich nicht aus freien Stücken dafür entschieden hast“. Um die zweite Person Singular („Hast“) benutzen zu dürfen, darf nicht „Sie“ stehen, denn das ist für den Plural reserviert. Korrekt wäre also „Dass du dich nicht… entschieden hast“.

S: 133: „wies ein Schuld darauf hin…“: Gemeint ist jedoch ein Schild.

S. 143: „im Gegensatz zu einer gewöhnlicher Simulation“: Korrekt wäre „gewöhnlichen“.

S. 174: „dass der Fahrer keine Verletzung davongezogen hatte“: Besser wäre „davongetragen“.

S. 187: „Lächerlichkeit eines Unzens Gras“: Gemeint ist eine Lappalie, und mit „Gras“ ist wohl Marihuana gemeint. „Unze“ ist inzwischen stets weiblich gemeint: die Unze.

S. 244: „die Sache mit den leiden[d]en Kindern“: Das D fehlt.

S. 251: „Die Sklaven, die beim Bau der ersten Pyramide“ usw. Veralteter Wissensstand! Inzwischen wissen wir, dass es sich um freie Arbeiter handelte.

S. 252: „Der BAD“: wird nicht erklärt. Vielleicht die bayerische Variante des MAD, des Militärischen Abschirmdienstes?

S. 257: „Sie beschloss also, zu ihm [zu] gehen.“ Das Wörtchen „zu“ fehlt.

Unterm Strich

Der Leser merkt schnell, dass er es hier mit einem respektlosen Satiriker zu tun hat. Nur wenige Heiligtümer der Gläubigen und der Bildungsbürger werden verschont, wenn der Autor sie auf einfallsreiche Weise durch den Kakao zieht. Man lese nur die „Medea“-Geschichte um Maria, die eine geklonte Selbstmörderin ist, sich in einen egoistischen Alien verliebt und schließlich eine Simulation namens „Baby Jesus“ als ihr Kind betrachtet. Die Bibel hält so viele Geschichten bereit, dass dem Autor die Vorlagen nie ausgehen: Hiob, die Offenbarung, Thomas der Zweifler und viele mehr.

Starker Tobak ist sicherlich „Planet der Vergewaltigungen“, und doch lässt der Autor seine Figuren nie im Stich, es sei denn, sie hätten es verdient. Aber es gibt auch schräge Einfälle wie „Pyramiden für Bayern“, ein Projekt, das dazu angetan ist, den Gemeinschaftssinn zu fördern.

Für die vielen Druck- und Verständnisfehler gibt es Punktabzug.

Taschenbuch: 300 Seiten.
O-Titel: The Man Who Had No Idea, 1982
Aus dem US-Englischen von Marcel Bieger, Michael Windgassen und Hannelore Hoffmann
ISBN-13: 9783453050150

www.heyne.de

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