Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Wallace, Edgar / Herwald, Hans-Joachim – Edgar Wallace – Der Unheimliche (Folge 3) (Hörspiel)

Fast jeder kennt den englischen Dramatiker, Regisseur und Kriminalschriftsteller Richard Horatio Edgar Wallace (1875 – 1932), unter dessen Namen grade im deutschen Kino der Spätsechziger eine ganze Reihe inzwischen berühmt-kultige Filme entstanden. Sein Werk ist voller Evergreens der Krimiliteratur, an welche sich auch MARITIM bereits in den Achtzigern in Form von Hörspiel-Adaptionen machte. Damals noch mit Manfred Krug. Ab 2004 erfuhr die Serie dort eine Frischzellenkur und wurde noch einmal neu aufgelegt. Das heißt, andere bekannte Sprecher hinzugezogen und die Soundkulisse aufgepeppt. Lediglich die Musik blieb weitgehend unverändert. Inzwischen werden diese Hörspiele auch als Downloadfassung angeboten und es gibt sie entweder einzeln oder in einer Edition zu vier Folgen zusammengefasst.

_Zur Story_

Eigentlich arbeitet Elsa Marlowe gerne als Sekretärin für die Firma „Amery & Amery“ für die auch ihr Onkel und Vormund Maurice Tarn seit 35 Jahren tätig ist. Doch seit Major Paul Amery aus Indien zurückkam, um die Geschäftsführung zu übernehmen, weht dort ein anderer, barscher Wind. Obendrein scheinen er bzw. die Firma irgendwie in Drogengeschäfte verwickelt, worum sich zwei rivalisierende Londoner Rauschgiftbanden balgen: Die „Amateure“ und eine mächtige wie skrupellose Organisation namens „Soyoka“. Die ist bemerkenswerterweise erst so aktiv gegenüber der Konkurrenz, seit sich Amery – der offenbar über jede Menge Insider-Wissen verfügt – wieder im Lande befindet. Zufall?

Tatsächlich stellt sich heraus, dass Elsas Onkel einer der beiden Köpfe der „Amateure“ ist. Maurice Tarn will nach vermehrten Drohungen seitens „Soyoka“ aussteigen, bezahlt seinen Kompagnon aus, gedenkt Elsa zu heiraten (die davon überhaupt nichts hält) und sich nach Übersee absetzen. Tarn wird jedoch ermordet, just als ihn Inspector Bickerson von Scotland Yard befragen will. Major Amery, der überall seine Nase und Finger im Spiel zu haben scheint, wird nicht zuletzt wegen seiner rigiden Art und auch seines mysteriösen chinesischen Assistenten firmenintern hinter vorgehaltener Hand nur „Der Unheimliche“ genannt. Doch gehört er wirklich zum Syndikat, ist vielleicht dessen rechte Hand oder gar „Soyoka“ selbst?

_Eindrücke_

Eine Vorstellung der Figuren oder irgendwelches einleitendes Geplänkel gibt es nicht – es geht gleich in die Vollen. Ohne zu wissen, wer, wie, was und warum, sieht sich der Zuhörer gleich mit einer Vielzahl von Personen und Fakten konfrontiert, die zu sortieren zunächst unmöglich scheint. Das wird dadurch noch erschwert, dass ein paar der Stimmen recht nah beieinanderliegen, sodass es beim ersten Hören schwerfällt, die Charaktere auseinanderzuklamüsern, da man vorrangig darum bemüht ist, die ganzen Zusammenhänge irgendwie auf die Kette zu kriegen. Dabei sind nämlich einige handlungs- bzw. szenentechnische Rösselsprünge zu verdauen, die zunächst zusätzlich verwirren, sich später aber zumindest zum Teil zu einem stimmigen Gesamtbild zusammensetzen lassen. Spätestens beim zweiten Anlauf hat man dann den Durchblick und muss der recht komplexen Geschichte Respekt zollen. Sie geht letzten Endes ganz gut auf.

Auch wenn man vor Klischees und einer gewissen Grundnaivität nicht sicher ist. Etwa die junge, hübsche Dame, welche ausnahmslos auch stets (und meist gleichzeitig umstrittenes) Love-Interest ist, sowie natürlich häufig in Gefahr befindlich, selbstredend gerettet werden muss. Irgendwelche fiesen, undurchsichtigen Dunkelmänner (hier besonders passend der englische Originaltitel: „The Sinister Man“ – sinngemäß also: „Der Finstere“) flitzen ja praktischerweise immer durch Edgar-Wallace-Geschichten. Quasi als Standardausstattung. Genau das wollte das Publikum damals (und selbst heute noch) so haben und ist alles in allem natürlich auch ein absolutes Spiegelbild der Gesellschaft der Zwanzigerjahre bzw. ihrer Ideale. Das Hörspiel versucht dieses Flair einzufangen und es gelingt ihm sogar recht ordentlich – besser jedenfalls als einigen anderen Vertretern der Serie. Diesmal gibt es keine wirklichen Patzer in Sachen epochalem Kontext, sieht man einmal davon ab, dass die im Tanzclub zu hörende Musik nicht in diese Zeit gehört.

„Der Unheimliche“ ist keine der so bekannten Geschichten von Edgar Wallace, was angesichts der heute noch aktuellen, ja zeitlosen, Thematik schon etwas verwundert. Das Verwirrspiel um Soyoka und die Person Major Amerys ist bis zuletzt undurchsichtig. Erst kurz vor Toresschluss fallen die letzten Puzzleteile an ihren Platz. Dann aber recht hastig – vielleicht sogar schon eine Spur zu hastig. Die Erzählstruktur wirkt ohnehin zuweilen leicht konfus und so manchen Haken, den die Story schlägt, kann man nicht immer ganz nachvollziehen – speziell das Auftauchen und die endgültige Gewichtung einiger Figuren, die man bis zum späten Zeitpunkt ihres Erscheinens und Agierens in der Handlung kaum – oder überhaupt nicht – auf dem Radar hatte. Mr. Tame etwa, oder auch Yard-Inspector Bickerson, der die ganze Zeit immer wieder mal kurz auftaucht, aber irgendwie bis zum Showdown nicht viel zu beizutragen hat. Eckhart Dux als routinierter Erzähler hat dafür im Gegenzug eine ganze Menge zu erklären.

_Die Produktion_

Regie & Bearbeitung: Hans-Joachim Herwald
Musik: Alexander Ester
Buchadaption: Mik Berger

_Sprecher und Figuren:_

Eckhart Dux (Erzähler), Robert Missler (Major Paul Amery), Eva Michaelis (Elsa Marlowe), Michael Bideller (Dr. Ralph Hallam), Traudl Sperber (Luise Trene Hallam), Mark Bremer (Inspector William Bickerson), Marco Sand (Mr. Tupperwill), Christine Pappert (Jessie Tame), Kai Henrik Möller (Mr. Tame), Wolf Frass (Maurice Tarn)

_Fazit_

Atmosphärisch wie thematisch sicherlich der bislang authentischste Kriminalfall der neu aufgelegten Edgar-Wallace-Serie von MARITIM. Und spannend obendrein. Sprecherisch können alle Rollen diesmal voll überzeugen, auch die Musik (übrigens seit der Erstauflage der Reihe in den seligen Achtzigern unverändert) steuert ihren Teil dazu bei, dass dieses Hörspiel trotz einiger Schönheitsfehler beim Storytelling, dennoch Freude macht. Auch mehrfach, wenns beim ersten Mal mit dem Verständnis der kniffligen Zusammenhänge nicht so hinhaut. Schön, dass auch mal wieder ein Roman zum Zuge kommt, der (unverdient) nicht einen solchen Bekanntheitsgrad genießt wie etwa „Der Hexer“ oder andere des gleichen Kalibers. „Der Unheimliche“ braucht sich dahinter beileibe nicht zu verstecken.

|Hörspiel mit einer Laufzeit von ca. 64 Minuten
nach dem Roman „The Sinister Man“ (1924) von Edgar Wallace|

Erhältlich als:
CD/MC (Maritim 2006)
Download (Audible 2008), ungekürzte Hörspielfassung – ca. 60 MB, AAX-Format

|Direktlinks zu Audible:|

Als Einzeltitel – [Edgar Wallace – Der Unheimliche]http://www.audible.de/pd/B004V5F226?ref__=sr__1__1

Als Teil einer Sammlung – [Edgar Wallace – Edition 1]http://www.audible.de/pd/B004UW3DXA?ref__=sr__1__1

_Die Edgar-Wallace Hörspiel-Serie von MARITIM bei |Buchwurm|:_
01 – [Das Gesicht im Dunkeln]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2051
02 – [Bei den drei Eichen]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2094
03 – _Der Unheimliche_
04 – [Der Banknotenfälscher]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3229

Wallace, Edgar / Herwald, Hans-Joachim – Edgar Wallace – Bei den drei Eichen (Folge 2) (Hörspiel)

Fast jeder kennt den englischen Dramatiker, Regisseur und Kriminalschriftsteller Richard Horatio Edgar Wallace (1875 – 1932), unter dessen Namen grade im deutschen Kino der Spätsechziger eine ganze Reihe inzwischen berühmt-kultige Filme entstanden. Sein Werk ist voller Evergreens der Krimiliteratur, an welche sich auch MARITIM bereits in den Achtzigern in Form von Hörspiel-Adaptionen machte. Damals noch mit Manfred Krug. Ab 2004 erfuhr die Serie dort eine Frischzellenkur und wurde noch einmal neu aufgelegt. Das heißt, andere bekannte Sprecher hinzugezogen und die Soundkulisse aufgepeppt. Lediglich die Musik blieb weitgehend unverändert. Inzwischen werden diese Hörspiele auch als Downloadfassung angeboten und es gibt sie entweder einzeln oder in Editionen zu jeweils vier Folgen zusammengefasst.

_Zur Story_

Kriminologe Socrates „Soc“ Smith besucht übers Wochenende, zusammen mit seinem Bruder Lexington, den ehemaligen Yard-Inspector John Mandle in dessen Landhaus, welches der durch Rheuma an den Rollstuhl gefesselte Ex-Polizist mit seiner Stieftochter Molly bewohnt. Mandle hat scheinbar vor irgendetwas Angst, denn sein Haus ist mit Alarmanlagen gesichert und überall sind Revolver deponiert. Molly behandelt der alte Bärbeiß wie einen Hund. Es passt ihm auch gar nicht, dass „Lex“ an seiner Stieftochter ganz offenbar Gefallen gefunden hat. In der Nacht bemerken Soc und Lex geheimnisvolle Morse-Lichtzeichen aus einer nahen Villa: „Komm. Drei Eichen“. Dort entdecken die Brüder morgens die Leiche John Mandles. Erschossen im Baum hängend. Einer von Mollys Schuhen findet sich am Tatort. Und was haben die beiden einzigen Nachbarn – der einsiedlerische Mr. Jetheroe und Mandles zeitgleich pensionierter Ex-Kollege Bob Stein – damit zu tun? Um das Rätsel zu lösen, muss Socrates in der Vergangenheit wühlen, bevor noch mehr passiert. Immerhin wird Stein überfallen, Jetheroe angeschossen, Mandles Haus abgefackelt und letztendlich verschwindet Molly auch noch spurlos.

_Eindrücke_

Wallace hatte 1924 inzwischen Routine im Verfassen von Kriminalgeschichten und wusste ziemlich genau, was das Publikum von ihm erwartete. So legte er mit „The Three Oaks Mystery“ auch eine Punktlandung hin. Düster, geheimnisvoll und spannend wird die Geschichte präsentiert – stets geschieht irgendetwas, das die Story vorantreibt. Längen gibt es de facto nicht, sieht man einmal von Socrates‘ ständiger Geheimnistuerei und seinen – ein klein bisschen überheblich-aufgesetzt wirkenden – Monologen bezüglich irgendwelcher Tatort-Spuren sowie seiner Vermutungen möglicher Zusammenhänge, die er auf der anderen Seite dann lieber doch „erst einmal für sich behalten möchte“, ab. Agatha Christies „Hercule Poirot“ könnte dies so nicht besser machen. Endgültig abgerechnet wird dann üblicherweise beim Showdown. Oder doch nicht? Nun ist die Liste der Verdächtigen nämlich sehr überschaubar. Aber mit der Aufklärung der Täterschaft, noch ein gutes Stück vor dem eigentlichen Ende, sind die Probleme noch lange nicht gelöst.

Von der Umsetzung her zeigt sich die Produktion auch von ihrer gekonnten Seite. Sprecher, Geräusche und Musik gehen allesamt in Ordnung – wiewohl Smith (Achim Schülke) und Stein (Volker Bogdan) stimmlich doch recht nah beieinander scheinen, was zumindest beim ersten Hören ein bisschen für Verwirrung sorgte. Die Pistolenschüsse klingen ein wenig zu „dünn“, es wird aber immerhin zwischen Revolver und Selbstlader ein Unterschied (auch tonal) gemacht. Ansonsten hat der ewig nörgelnde Rezensent nur sehr wenige und eher subjektive Kritikpunkte ausgraben können. Ein paar Anachronismen, die nicht so recht in die Zwanzigerjahre passen wollen, etwa: Auto(s), Telefon (zumindest in Privatnutzung) und auch ein (Motorrad-)Kurier dürften zu dieser Zeit wohl höchst unüblich wenn nicht gar utopisch gewesen sein. Auch die derart rasche Identifizierung der Fingerabdrücke bei Scottland Yard gehören eher in die heutige iPad-Generation, wiewohl jene Technik tatsächlich erstmals vom „Yard“ bereits sehr früh als Standardprozedur eingeführt wurde. Also Fingerabdrücke – nicht das iPad.

_Die Produktion:_

Regie & Bearbeitung: Hans-Joachim Herwald
Musik: Alexander Ester
Buchadaption: Mik Berger

_Sprecher und Figuren:_

Eckhart Dux (Erzähler), Achim Schülke (Socrates Smith), Till Endemann (Lexington Smith), Kai Hendrik Möller (Ex-Subinspector John Mandle), Volker Bogdan (Ex-Sergeant Bob Stein), Tanja Dohse (Molly Templeton), Marc Bremer (Detective Frank Weldon), Wolfgang Hartmann (Mr. Jetheroe)

_Fazit_

Zeitgleich mit „Das Gesicht im Dunkeln“ vertont und veröffentlicht, macht man hier jedoch nicht die gleichen Fehler wie dort, sondern eigentlich alles richtig. Die kleineren Kürzungen gegenüber der Vorlage (übrigens einem der besten bzw. spannendsten Wallace-Romane überhaupt) stören den Erzählfluss wie die Logik keineswegs und das durchweg sauber produzierte MARITIM-Hörspiel schafft es die dichte Atmosphäre des temporeichen, ausgeklügelten Kriminalromans über nahezu die gesamte Länge hinüberzuretten. Selbst die heute doch ziemlich naiv wirkende Liebesgeschichte im Hintergrund lässt sich schmerzfrei ertragen. Hände … Pardon … Daumen hoch.

|Hörspiel mit einer Laufzeit von ca. 71 Minuten
nach dem Roman „The Three Oaks Mystery“ (1924) von Edgar Wallace|

Erhältlich als:
CD/MC (Maritim 2004)
Download (Audible 2008), ungekürzte Hörspielfassung – ca. 72 MB, AAX-Format

|Direktlinks zu Audible:|

Als Einzeltitel – [Edgar Wallace – Bei den drei Eichen]http://www.audible.de/pd/B004UWXM1S?ref__=sr__1__1

Als Teil einer Sammlung – [Edgar Wallace – Edition 1]http://www.audible.de/pd/B004UW3DXA?ref__=sr__1__1

_Die Edgar-Wallace Hörspiel-Serie von MARITIM bei |Buchwurm|:_
01 – [Das Gesicht im Dunkeln]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2051
_02 – Bei den drei Eichen_
03 – [Der Unheimliche]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3770
04 – [Der Banknotenfälscher]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3229

Alexander-Burgh, Eberhard – Hui Buh … und das wilde Geisterheer (Folge 17) (Hörspiel)

Auch wenn die „Neue Welt“ ihr auf den Fersen ist, so kommt der „klassischen“ HUI BUH Serie doch eher Kultstatus zu. Insgesamt 23 Folgen erschienen seit den Siebzigerjahren und machten das Schlossgespenst mit der rostigen Rasselkette, von Hörspielautor Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004) bekannt und beliebt. Nicht zuletzt wegen des stets rumorenden, krakeelenden Hans Clarin in der Titelrolle. Im Zuge der Verfilmung 2006, kamen die alten Vinyl-Folgen von |EUROPA| noch einmal zu Ehren, respektive auf Polycarbonat: Sie wurden auf CD gepresst. Inzwischen sind auch sie vom aktuellen Markt der physischen Tonträger verschwunden und nur noch antiquarisch zu beziehen oder auf einschlägigen Anbieterseiten als kostenpflichtiger Download zu haben.

_Zur Story_

Es ist die letzte Raunacht des Jahres und die ist eigentlich wunderschön mild und klar. Bis sich just zu Mitternacht über Schloss Burgeck düstere Wolken zusammenschieben. Diese bestehen allerdings nicht aus Wasserdampf, sondern werden vom „wilden Geisterheer“ gebildet. Vier buchstäbliche Plagegeister der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde auf der Suche nach unbespukten Gemäuern. Burgeck hat zwar sein „einzig behördlich zugelassenes Gespenst“, doch HUI BUH hat sich vor lauter Schreck den Kopf verrenkt und kriegt ihn nicht wieder gerade. Daher ist der ohnehin als tollpatschig bekannte Geist zusätzlich gehandicapt und somit nicht in der Lage den Einfall des Geisterheeres zu verhindern oder es in die Flucht zu schlagen. Im Gegenteil: Arg gebeutelt schickt er nacheinander die sterblichen Schlossbewohner als Spukgestalten kostümiert ins Feld – die jedoch ebenfalls glücklos sind. Einzige Chance ist nun nur noch ein Fläschchen mit „Mitternachtsbalsam“, welches der schusselige HUI BUH aber irgendwo verkramt hat.

_Eindrücke_

Mit Folge 17 hat die Serie nun das letzte Drittel satt erreicht, dementsprechend routiniert bringt die Crew um Heikedine Körting das (nicht nur wegen Einschränkung der damaligen Wiedergabemedien, namentlich LP und MC) recht kurz geratene Hörspiel auch nach Hause. Getreu dem erprobten Rezept, dass der planlos herumpalavernde und -lamentierende Schlossgeist zunächst wieder einmal mächtig einstecken muss, bis ihm in letzter Sekunde die Rettung gelingt. Meist durch Zufall – warum sollte es hier anders sein? Ist es auch nicht. Die Idee Julius, Konstanzia und sogar den alten Kastellan an die Geisterfront zu schicken, geht aber witzig auf. Natürlich steckt auch in dieser Folge das eine oder andere Serien-Klischee drin, welches fleißig bedient wird bzw. sogar bedient werden muss. Ebenso selbstverständlich unter Verwendung jeder Menge erinnerungswürdiger HUI-BUH-typischer Zitate betsehend aus heute längst nicht mehr gebräuchlichen Redewendungen, Begriffen und Floskeln. Allein die machten stets einen großen Teil des Charmes aus.

_Die Produktion_

Buch und Konzeption: Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004)
Künstlerische Gesamtleitung: Prof. Dr. Beurmann
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Coverillustration: Firuz Askin

|Sprecher und Figuren|

Hans Clarin (Hui Buh), Peter Kirchberger (König Julius der 111.), Ingrid Andree (Königin Konstanzia), Andreas von der Meden (Kastellan), Hans Paetsch (Erzähler), Gottfried Kramer (Wassergeist), Lothar Grützner (Feuergeist), Volker Bogdan (Erdgeist), Rüdiger Schulzki (Luftgeist)

_Fazit_

In rund einer halben Stunde kommt das Hörspiel auf den Punkt. Das lässt keinen Raum für eine wirklich komplexe Geschichte, dennoch ist die Story flott und spaßig. Es muss ja nicht immer so opulent zugehen, wie im moderneren Nachfolger, wo es manchmal scheint, dass der Mehrwert hauptsächlich von der Lauflänge abhängig sei. Damals tickten die Uhren eben noch anders (und weitaus bescheidener), die zumeist junge HUI BUH Zielgruppe freute sich auch über solche kurzen, knackige Episoden – wenn sie denn zu unterhalten wussten. Und das tut „Das wilde Geisterheer“ zweifellos.

|Audio CD mit einer Laufzeit von ca. 31 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2004
EAN: 82876548432|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Hui Buh … fährt Geisterkarussell“ (Folge 6)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7613
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Neue Welt: Das unheimliche Internat“ (Folge 7)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7773
[„Neue Welt: Adolars Rückkehr“ (Folge 9)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7771
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Neue Welt: Das verzauberte Schwert“ (Folge 15)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7769
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Samdereli, Yasemin – Hui Buh – Neue Welt: Das unheimliche Internat (Folge 07) (Hörspiel)

„Manche Leute sagen ‚Es gibt Gespenster!‘, manche Leute sagen ‚Es gibt keine Gespenster!‘ – Ich aber sage: HUI BUH ist ein Gespenst!“ Diese berühmte, von Hans Paetsch gesprochen Zeile ist nicht nur in die Annalen der Hörspielgeschichte fest eingebrannt, sie ist auch heute noch der Opener zu jeder Folge. Auch wenn die Serie heute etwas anders gestaltet ist, als das längst eingestellte Original aus den Siebzigern, welches es auf stolze 23 Titel brachte. Die „Neue Welt“ HUI BUHs, welche ab 2008 bei |EUROPA| das Erbe antrat, ist moderner und lehnt sich stärker an den 2006er Kinofilm an und durfte im Februar 2012 immerhin schon seine 15. Folge feiern. Ob das beim Release von „Das unheimliche Internat“ anno 2009 schon abzusehen war, ist nicht überliefert.

_Zur Story_

Die Sommerferien hatte sich Tommy ganz anders vorgestellt. Doch statt diese mit Sophie und vor allem HUI BUH zu verbringen, der mit ihm unbedingt das Kopfschmeißen trainieren will, muss der junge Adlige auf ein Sommer-Internat. Burgenkunde, Ahnenforschung und auch höfische Tänze gehören halt dazu in diesen Kreisen – finden jedenfalls König Julius und Gemahlin Konstanzia. Doch so todsterbenslangweilig ist es in dem alten Klostergemäuer dann doch nicht, denn scheinbar geht’s hier nicht mit rechten Dingen zu. Anfangs meint Tommy noch, dass hinter den unerklärlichen Vorfällen im Internat der Schlossgeist von Burgeck steckt, der ihm vielleicht nachgeeilt sei. Doch der sitzt genau dort und piesackt beleidigt die daheim Zurückgebliebenen, die ihm partout nicht verraten wollen, wo das Internat ist, damit er eben nicht da auftaucht und Tommy mit irgendwelchem Schabernack vom Lernen abhält. Der findet derweil heraus, dass der Spuk des alten Klosters das Geistermädchen Lala ist, welches ihm eine traurige Geschichte erzählt und um Hilfe bittet.

_Eindrücke_

Vorbei die Zeiten, in denen die Serie fast ausschließlich in Schloss Burgeck spielte. Heutzutage haben auch Königs ihre alltäglichen, realitätsnahen Probleme, die es zu bewältigen gilt. Sie sind sogar eine richtige Patchwork-Familie, denn Julius ist nicht Tommys Vater, was hier noch einmal betont wird, als er erstmalig in den sieben Folgen der Neuauflage „mein Sohn“ sagt und Konstanzia dies wohlwollend registriert. Überhaupt ist die Gewichtung der Figuren inzwischen angepasst worden, im Mittelpunkt steht nicht mehr HUI BUH, wenngleich sein Name immer noch die Serie ziert. Das tollpatschige Gespenst ist längst nicht mehr die lautstarke, omnipräsente One-Man-Show, die einst ein Hans Clarin pflegte. Stefan Krause ist da doch etwas zurückhaltender zugange und verkörpert einen anderen Typ HUI BUH, der sich zudem neuerdings den Charakteren der Kinder – Tommy und Sophie – unterordnen muss, welche nun die unbestreitbaren Haupt- und Identifikationsfiguren sind.

Die Veränderung zur Moderne lässt sich auch an der verwendeten Sprache gut festmachen, die altertümlichen Ausdrücke, welche früher gerne fielen, sind durch markige Sprüche und Ausdrücke der Jetztzeit ersetzt worden. So haben die Wortgefechte – von denen es hier mal wieder eine ganze Menge gibt – eine etwas andere Qualität. Der altgediente Fan vermisst die ursprüngliche archaische Sprechweise schon ein bisschen, doch würde sie zu diesem Ensemble und Kontext nicht mehr passen – es wäre der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Ein positiver Effekt der Frischzellenkur ist sicherlich die komplexere Storygestaltung, die weitaus weniger naiv und nahezu ohne Plotholes auskommt. Speziell diese rührige Geschichte ist fluffig und gut umgesetzt. Der Spannungsbogen und der Witz kommen dabei nicht zu kurz. Das Berliner Filmorchester tut in Zusammenarbeit mit beiden Sound-Tüftlern von STIL (die auch gleichzeitig Regie führen) sein Übriges, um die Atmosphäre passend zu gestalten.

_Die Produktion_

Buch: Yasemin Samdereli
Nach Motiven von Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004)
Serienkonzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Regie, Ton und Musik: Christian Hagitte und Simon Bertling (STIL)
Score: Das Berliner Filmorchester
Redaktion: Hilla Fitzen

_Sprecher und Figuren_

Andreas Fröhlich (Erzähler), Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach), Anaïs Bertling (Lala), Tobias Kluckert (Dr. Siegesmann), Astrid Bless (Antonia Hohelied), Marius Clarén (Anoop Arjuna Singh), Rainer Müller (Nepomuk Ivan Ivanowitsch), Mathis Schrader (Herr Büchers), Hannelore Feger (Frau Weiss) u.a.

– sowie: Mike Gliese, Sophie Mühlenberg, Tony Winter, Lisa Jaschke, Vanessa Kellner, Erik Fiebig, Guiliana und Serafina Ertl, Claire Bertling, Ela Oskina, Nora Eberhardt, Dilay Dollnick.

_Fazit_

Ein opulent ausgestattetes, flottes Hörspiel, bei dem eigentlich alles stimmt, es sei denn, man kann sich vom „alten“ HUI BUH nicht trennen. Lässt man sich aber darauf ein, wird man mit einer gut durchdachten, spannenden und auch zu Herzen gehenden Geschichte belohnt – mit einem Happy End, das vielleicht einen kleinen Tick pathetisch daherkommt. Aber: So what?! Thematik und Setup sind vergleichsweise originell und die Dialoge zuweilen ungewohnt bissig, jedoch stets charmant. Einer der wirklich hörenswerten Vertreter der „Neuen Welt“ und bestimmt mit ein Grund, warum die Serie auch weiterhin erfolgreich läuft. Der totenbleiche Daumen zeigt klar nach oben.

|Audio CD mit einer Spielzeit von ca. 67 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, Oktober 2009
EAN 886972356327|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
[„Hui Buh … in neuen Abenteuern“ (Folge 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7576
[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
[„Hui Buh … und das Geheimnis im Burgbrunnen“ (Folge 4)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7577
[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Hui Buh … fährt Geisterkarussell“ (Folge 6)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7613
[„Schlotterbox (13-15)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3478
[„Neue Welt: Adolars Rückkehr“ (Folge 9)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7771
[„Neue Welt: Der Geist der Weihnacht“ (Folge 13)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7471
[„Neue Welt: Das verzauberte Schwert“ (Folge 15)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7769
[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Ahner, Dirk – Hui Buh – Neue Welt: Adolars Rückkehr (Folge 9) (Hörspiel)

Nachdem die kultige Hörspielserie nach insgesamt 23 Folgen eingestellt wurde, herrschte jahrelang Stille um „HUI BUH – das Schlossgespenst“, dem der unvergessliche Hans Clarin seinerzeit ein so markantes Profil verlieh. Bis der gleichnamige Kinofilm von 2006 die Figur wieder mehr in den Fokus rückte. Es dauerte aber noch weitere zwei Jahre, bis sich |EUROPA| entschied die Reihe des kettenrasselnden, einzig behördlich zugelassenen Gespensts auf Schloss Burgeck neu aufzulegen – moderner ausgerichtet und mehr an den Film angelegt, als das von Eberhard Alexander-Burgh (1928-2004) erschaffene Original. In Folge 9 der „Neuen Welt“, überschneiden sich die beiden Serien sogar wieder einmal, wie der Titel schon unheilvoll verrät.

_Zur Story_

König Julius der 111. verhält sich seit Tagen recht seltsam. Er ist früh auf und verschwindet rasch geschäftig, wobei er Königin Konstanzia wo es geht ausweicht und stets herumdruckst. Diese stellt sich die Frage, ob ihr Göttergatte vielleicht Zweifel an ihrer Liebe hegt und macht sich Sorgen um die Beziehung. HUI BUH kann über solche Albernheiten der Sterblichen nur lachen. Liebe. Bah! So was Törichtes. Dass aber auch ein Gespenst davor nicht gefeit ist, soll er erfahren, als Burgeck Besuch von einer Spukgestalt erhält: Salvia von Schlotterstein, ihres Zeichens die legendäre Erscheinung der „Weißen Frau“. Der angeblich liebesresistente Schlossgeist ist hingerissen und turtelt mit ihr durch das Gemäuer. Dabei ahnt er nicht, dass seine Herzensdame buchstäblich in Gefilden herumspukt, in denen sie nichts zu suchen hat. Sie kann das – bereits schon einmal für Unheil verantwortliche und daher unter Verschluss befindliche – Geisterbuch an sich bringen und an jemanden übergeben, der einen abgrundtiefen Groll gegen HUI BUH und die derzeitigen Schlossbewohner hegt: Adolar, welcher unlängst aus dem Geisterknast ausbüxen konnte.

_Eindrücke_

Schon der Film setzte auf den alten Erzfeind HUI BUHs, der nebenbei bemerkt auch für seine damalige Verwünschung vom Ritter Balduin in das Schlossgespenst verantwortlich ist. Adolar, der dort dingfest gemacht wurde, taucht hier also wieder auf, um Unfrieden zu stiften – ja, die Herrschaft über Burgeck und dann die ganze Welt an sich zu reißen. Wunderschön energisch gesprochen von Helmut Krauss, dessen dröhnender Bass der finsteren Gestalt den nötigen und glaubhaften Nachdruck verleiht. Derart düstere Plots ist man neuerdings schon fast gewohnt, die „Neue Welt“ ist längst nicht mehr so naiv gestrickt wie die Klassik-Serie, wiewohl auch jetzt immer noch manchmal die Frage im Raum steht, wie sich ein Geist so häufig den Kopf stoßen kann. Und wieso überhaupt. Witzig an genau jenem Thema ist, dass Tommy – die heimliche Haupt- wie Identifikationsfigur (zumindest was das männliche Publikum angeht) – exakt diese Frage auch schon einmal stellte.

Selbstironie stand bei HUI BUH schon immer hoch im Kurs, genauso wie der Humor generell. Damit grade das jüngere Klientel (offiziell von 6-99 Jahre geeignet) von der doch recht gruselig getrimmten Geschichte nicht zu sehr ins Bockshorn gejagt wird, muss ein solcher Ausgleich auch fast zwangsläufig stattfinden. Das geschieht einerseits durch die Ausrichtung von HUI BUH als Charakter, der gewohnt unbekümmert-tollpatschig von einem Schlamassel in den nächsten tappt. Andererseits hat’s speziell in dieser Folge den herzfrischend schwäbelnden Geister-Ritter Sebastian alias Dominik Kuhn. Auch Jürgen Thormann als betagter Kastellan bekommt so manche (witzige) Szene mehr als üblich ab. Natürlich darf auch eine rührige Message nicht fehlen, insbesondere die jungen Hörer sollen ja auch was pädagogisch Sinnvolles aus dem Hörspiel mitnehmen können, bei dem die älteren Semester vermutlich wissend nicken: Freundschaft und Liebe sind die höchsten Güter – Sie überwinden letztendlich alles Üble, auch wenn sie gelegentlich blind machen.

_Die Produktion_

Buch: Dirk Ahner
Nach Motiven von Eberhardt Alexander-Burgh
Serienkonzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester
Schnitt und Nachbearbeitung: Sonja Harth

|Sprecher und Figuren|

Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Helmut Krauss (Adolar), Nadine Schreier (Salvia von Schlotterstein), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach), Dominik Kuhn (Ritter Sebastian), Engelbert von Nordhausen (Obergeist) sowie Andreas Fröhlich als Erzähler mit einem Intro von Hans Paetsch.

_Fazit_

Bislang eins der besten – wenn nicht gar das Beste – Hörspiel aus der neuen Welt HUI BUHs. Die Gratwanderung aus Spannung, kindgerechtem Grusel, Humor und letztendlich Vermittlung einer allgemein gültigen wie moralisch einwandfreien Botschaft ohne mahnend erhobenen Finger ist gelungen. Dabei gibt es für ein vermeintliches Kinderhörspiel, welches in erster Linie unterhalten will und soll, erstaunlich viele Zwischentöne, die auch den erwachsenen Zuhörer noch zum Sinnieren einladen. Die Produktion ist auf sehr hohem Niveau, nicht nur was die Sprecher und Soundkulisse angeht, vor allem die Musik ist schon so filmreif, wie es der Orchestername unzweifelhaft nahelegt. Beide Daumen hoch.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 68 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, April 2010
EAN: 886972356525|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

_Hui Buh bei |Buchwurm.info|:_
[„Hui Buh, das Schlossgespenst – Königliche Samtbox (Folge 1) (Hörspiel)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7546
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[„Das Schlossgespenst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2762
[„Hörspiel zum Film“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2881

Milbers, Paul J. – Hui Buh – Neue Welt: Das verzauberte Schwert (Hörspiel) (Folge 15)

Das Schlossgespenst mit der rostigen Rasselkette erlebt inzwischen seinen dritten Frühling, nachdem die originale Hörspiel-Serie nach insgesamt 23 Folgen in den Neunzigern endete. Im Nachgang zu dem Kinofilm, von und mit Michael „Bully“ Herbig, im Jahre 2006, fasste man bei EUROPA zwei Jahre später den Entschluss HUI BUH auch als Hörspiel wieder aufleben zu lassen. Moderner und vor allen von den Figuren her mehr auf dem Film basierend, als die alten Zeiten von Hans Clarin & Co. einfach nur zu kopieren und fortzuführen. Mittlerweile ist HUI BUHs „Neue Welt“ der Classic-Serie schon recht dicht auf den Fersen. Im Februar 2012 erschien unlängst Folge 15 „Das verzauberte Schwert“.

_Zur Story_

Tante Agathe hat sich auf Schloss Burgeck angekündigt, um nach dem Rechten zu sehen – sprich: ob ihr Neffe König Julius der 111. den altehrwürdigen Familienbesitz auch ordentlich pflegt und in Schuss hält. Julius graut vor dem Besuch der buckligen wie pingeligen Verwandtschaft, doch wat mutt, dat mutt. Adel verpflichtet eben. Währenddessen treibt sich ein alter Bekannter und Widersacher auf Burgeck herum – und sein Unwesen: Ex-Burgherr Graf Morticor führt für gewöhnlich nichts Gutes im Schilde und lässt keine Gelegenheit aus, Julius und den seinen in die Suppe zu spucken. Das macht er schließlich nicht zum ersten Mal. Diesmal kommt der Geist als Rabe getarnt und veranlasst mit einem Zaubertrank einen rapiden Wuchs von Rosenranken, die allmählich drohen die ganze Burg zu überwuchern. Das einzig wirksame Gegenmittel liegt angeblich im sagenumwobenen Spiegelsaal, von dem nicht einmal HUI BUH weiß, ob er überhaupt existiert und vor allem wo. Er, Tommy, Sophie und der alte Kastellan müssen sich beeilen, das verborgene Zauberschwert rechtzeitig an sich zu bringen.

_Eindrücke_

Inzwischen hat man sich an die neuen Figuren und Stimmen gewöhnt. Stefan Krause ist nicht Hans Clarin und das ist auch gut so. Der neue HUI BUH ist eben anders. Frischer und zurückhaltender kommt das früher einmal stets lauthals palavernde Schlossgespenst daher – aber immer noch tollpatschig genug, um für Schmunzler zu sorgen. Auch bei den anderen Charakteren wurden Anpassungen an die heutigen Lebensrealitäten vorgenommen, so ist Tommy – Königin Konstanzias Sohn aus erster Ehe – sicherlich die eigentliche Haupt- wie Identifikationsfigur für die männliche Zielgruppe, während seine Freundin Sophie die Mädels bedient. HUI BUH steht demnach nicht mehr ganz so im Vordergrund, die Kinder laufen der Figur den Rang ab. Christoph Maria Herbst als Julius und Jürgen Thormann als Kastellan haben sich als prima Griff für ihre jeweiligen Rollen erwiesen. Das gesamte Ensemble spielt wie aus einem Guss. Unterstützt von der tragenden Musik des Berliner Filmorchesters unter Leitung von Simon Bertling und Christian Hagitte.

Nun ist die Story diesmal nicht ganz so originell geraten und erinnert streckenweise nicht nur an das altehrwürdige Märchen vom „Dornröschen“, sondern vielmehr höchst frappant an einen gewissen bebrillten Zauberlehrling, der im Deutschen Harald Töpfer heißen müsste. Sowohl der verborgene Spiegelsaal, als die Sache mit dem magischen Schwert könnten nämlich geradewegs aus Hogwarts, respektive der dortigen „Kammer des Schreckens“ stammen, die jenem zweiten Teil der „Potter“-Reihe auch ihren Namen verschaffte. Zauberspiegel und wild rankende Pflanzen gab’s dort übrigens in ähnlicher Form auch schon, hoffentlich fühlt sich Miss Rowling da nicht irgendwie ideentechnisch beklaut. Naja, sie kann sich eigentlich entspannt und gnädig lächelnd zurücklehnen, denn sie braucht die Konkurrenz nicht wirklich zu fürchten, dafür ist die Story trotz – oder gerade wegen? – vieler Ähnlichkeiten zu vorhersehbar und mit allerlei Längen sowie Unlogik geschlagen. Warum – beispielsweise – spricht der Geisterpolizist seinen Vorgesetzten Sebaldus unpassend mit dem englischen „Sir“ an?

_Die Produktion_

Buch: Paul J. Milbers
Nach Motiven von Eberhardt Alexander-Burgh
Serienkonzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester
Schnitt und Nachbearbeitung: Sonja Harth

|Sprecher und Figuren|

Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Kaspar Eichel (Graf Morticor), Ben Hecker (Servatius Sebaldus), Karen Schulz-Vorbach (Tanta Agathe), Thorsten Bretzinger (Geisterpolizist) sowie Andreas Fröhlich als Erzähler mit dem Intro von Hans Paetsch.

_Fazit_

„Chamber of Secrets Light meets Dornröschen“ flüstert der Zyniker im Hinterkopf des Rezensenten und so Unrecht hat die leise Stimme damit sicher nicht. Der königliche Rosenkrieg weist zu viele Parallelen zur britischen Erfolgsserie auf, als dass sie rein zufällig sein können. Leider ist das Ganze nicht annähernd so gut durchdacht und so verpuffen zuweilen einige der fraglos vorhandenen, guten Ideen in unnötigem Geplänkel, was die Story zuweilen etwas ausbremst. „Das verzauberte Schwert“ ist vielleicht nicht grade das Top-Aushängeschild für die Serie, aber immerhin unterhaltsam und weit genug davon entfernt nervig oder gar kitschig zu sein. Damit kann sie sich im oberen Mittelfeld positionieren. Es gibt aber eben bessere Vertreter in den eigenen Reihen, bei denen der Funke schneller überspringt.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 66 Minuten
EUROPA / Sony Music Entertainment, Februar 2012
EAN: 886978194329|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

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[„Hui Buh … spukt lustig weiter (Folge 3)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7540
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[„Hui Buh … und die große Spukschau“ (Folge 5)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7608
[„Hui Buh … fährt Geisterkarussell“ (Folge 6)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7613
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Nevis, Ben (Autor) / Minniger, André – Die drei ??? – Skateboardfieber (Folge 152) (Hörspiel)

Während die Buchserie im |KOSMOS|-Verlag die 160er-Marke längst hinter sich gelassen hat, bemüht man sich bei |EUROPA| den in den Jahren angewachsenen Abstand permanent zu verringern. Dabei drängt sich der Vergleich von Hase und Igel irgendwie manchmal schon auf. Wie dem auch sei: Die literarische Version von „Skateboardfieber“ aus der Hand von Ben Nevis, dem ???-Autor mit dem geheimnisvollen Künstlernamen, stammt aus dem Jahre 2010 und musste immerhin geschlagene zwei Jahre auf seine Vertonung warten. Im Februar 2012 hatte der 152. Fall des berühmten Detektiv-Trios aus Rocky Beach nun auch sein Hörspiel-Roll-Out.

_Zur Story_

Es war nicht Peters Tag. Eigentlich wollte er an der Küste nur ein paar Fotos einer seltenen Möwenart schießen und sich danach gemütlich mit Kumpel Jeffrey im Hafencafé treffen. Doch Jeffrey sagt nicht nur ab, während des Telefonats mit ihm wird dem derart abgelenkten Peter auch noch seine Digicam gemopst. Vor lauter Frust geht der zweite Detektiv darauf hin am Strand joggen, um sich den Frust aus der Seele zu wetzen. Allerdings wird ihm auch dieses Unternehmen von unangenehmen Gesellen vergällt, die ihm dort auflauern und sogar das Feuer auf ihn eröffnen. Nur mit Mühe kann er sich in sein Auto retten und den Typen einstweilen die Rücklichter zeigen. Seine Flucht zum Polizeipräsidium von Rocky Beach erweist sich jedoch als keine gute Idee – kaum den Parkplatz erreicht, wird bei seinem Anblick schon wieder eine Waffe gezogen. Nur mit einer List erreicht er schließlich die vermeintliche Sicherheit bei Justus und Bob in der Zentrale. Diese ist aber trügerisch, denn schon am nächsten Morgen hat der Geheimdienst die Zentrale durchwühlt und Peter verhaftet.

_Eindrücke_

Noch stärker als beim Buch ist hier zu bemerken, dass der offenbar auf Marketing gedrillte Titel der Geschichte, im Prinzip nichts bzw. nur minimal mit dem Inhalt zu tun hat. Ein Skateboard-Event in Rocky Beach bildet zwar die Kulisse für Peters (überdies ziemlich haarsträubend konstruierte) Flucht aus den Krallen der Vollblut-Klischee-Geheimdienstagenten und den Showdown, doch so wirklich fiebrig ist die Sache mit den Rollbrettern nun wahrlich nicht geraten. Zu bemängeln gäbe es auch eine ordentliche Portion Realitätsferne insbesondere was Peters Verhör angeht, bei dem die Agenten erst die alte „Guter Bulle/Böser Bulle“-Masche abziehen, um dann kumpelhaft leutselig fast alle ihre Geheimnisse vor ihm auszubreiten – wohlgemerkt einem Siebzehnjährigen, den sie zudem dringend des Landesverrats verdächtigen (!). Nun gut, irgendwie muss man die Geschichte ja spannend gestalten, zu dick sollte man aber bitte nicht auftragen, sonst fühlt sich auch die offenbar angepeilte, jugendliche Zielgruppe veralbert.

Das Hörspiel ist aber storytechnisch und von der Erzählgeschwindigkeit her nicht zuletzt wegen einiger Kürzungen etwas im Vorteil, da weitere Böcke des Buches nicht übernommen wurden. So entfallen eine ganze Reihe Nebenkriegsschauplätze entweder ganz oder die betreffenden Stellen wurden zurechtgestutzt. Insgesamt ist das Hörspiel mit knapp einer Stunde Laufzeit überhaupt erstaunlich kurz geraten, funktioniert aber generell immer noch recht reibungslos, wiewohl Kenner der Vorlage einige zusätzliche wie hilfreiche Informationen zur Verfügung haben. Unter anderem hat „Rubbish“ George einen weitaus größeren Anteil an der Geschichte und auch Ex-Agent Bert Young („Silberne Spinne“) wird ausführlicher dargestellt. Hier wirkt das alles zuweilen ziemlich Hoppla hopp und sein Verhalten ist dadurch schwerer nachvollziehbar. Schön in diesem Zusammenhang übrigens mal wieder Horst „Commander Perkins“ Stark in einer Rolle zu hören. Sprecherisch sicher eins der Highlights, was man nicht von allen (Neben-)Figuren sagen kann.

_Die Produktion_

Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Morgenstern, George, Conrad

_Sprecher und Figuren_

Oliver Rohrbeck (Justus Jonas), Jens Wawrczeck (Peter Shaw), Andreas Fröhlich (Bob Andrews), Thomas Fritsch (Erzähler), Holger Mahlich (Inspector Cotta), Horst Stark (Bert Young), Gabriele Libbach (Mrs. Johnson), Sascha Rotermund (Chapman), Reent Reins (Tony), Wolfgang Rositzka (Blake), Henry König (Mr. Andrews), Utz Richter („Rubbish“ George), Rasmus Borowski (1. Mann), Jo Kappl (2. Mann), Marcus Schönhoff (Verkäufer), Rainer Schmitt (Sunny), Jannik Schürmann (TV-Sprecher), Francesco (Anton Sprick), Heikedine Körting (Papagei „Blacky“)

_Fazit_

Wieder ein solide produziertes Hörspiel, dem die vergleichsweise drastischen Kürzungen gegenüber der Vorlage überraschenderweise kaum etwas anhaben konnten – allein das Setup an sich ist doch ein bisschen arg weit hergeholt und zumindest was die Geheimdienstgeschichte angeht nicht wirklich realistisch dargestellt, geschweige denn schlüssig. Dafür kann das Hörspiel allerdings nichts, das ist im Buch identisch. Dennoch ist der schwungvolle, Peter-lastige Fall einer der etwas Besseren der Serie. Vielleicht auch gerade weil Oberschlaumeier Justus diesmal nicht so übermächtig im Fokus steht, wie es sonst üblicherweise Usus ist.

|Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 56 Minuten
Erzählt von Ben Nevis nach Figuren von Robert Arthur
EUROPA / Sony Music Entertainment, Februar 2012
EAN: 886979232228|
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Mehr als 90 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Glattauer, Daniel – Ewig dein (Lesung)

Alles beginnt wie eine ganz normale Liebesgeschichte: Ein gut aussehender Mann fährt Judith in einem Supermarkt in die Hacken. Sofort ist ihr klar, dass dieser attraktive Mann verheiratet sein und eine Familie haben muss, denn für wen soll er sonst die halbe Bananenstaude in seinem Einkaufskorb mitbringen? Dennoch will ihr der Mann nicht aus dem Kopf gehen. Kurz darauf taucht er in dem Lampengeschäft auf, das sie selbst betreibt. Er habe sie in den Laden kommen sehen, lautet seine Ausrede. Die beiden verabreden sich, treffen sich immer häufiger und kommen sich schnell näher. Nicht lange dauert es, bis Hannes – so heißt der gut aussehende Mann, der als Architekt Apotheken umgestaltet – der verdutzten Judith einen großen Ring überstreift, um ihr seine Liebe zu bekunden. Sie ist völlig überrumpelt und traut sich nicht, ihm zu gestehen, dass sie Bernstein überhaupt nicht ausstehen kann.

Judith genießt die Zweisamkeit, und als dann auch noch ihre Familie und der gesamte Freundeskreis begeistert sind von dem neuen Mann an ihrer Seite, scheint alles perfekt. Doch irgendwann wird ihr die ganze Zweisamkeit zu viel. Mehrmals am Tag besucht Hannes sie in ihrem Geschäft, um einen Kaffee mit ihr zu trinken, abends gehen sie zusammen weg und verbringen dann auch noch die Nacht miteinander. Eine gemeinsame Reise führt schließlich zum Bruch: Judith fühlt sich dermaßen bedrängt, dass sie sich kurzerhand von Hannes trennt.

Doch der kann sie nicht aus dem Kopf bekommen. Nach der Trennung liegen überall gelbe Rosen mit geheimnisvollen Botschaften von Hannes herum – selbst in ihrem eigenen Bett findet sie einen Strauß Rosen, den ihre Freunde dort in Hannes‘ Auftrag versteckt haben. Judith fühlt sich verfolgt – bis in die Träume hinein, in denen sie immer häufiger Hannes‘ Stimme hört. Ihr macht die Situation immer mehr zu schaffen, zumal Hannes sich hinten rum mit Judiths Freunden und ihrer Familie verbündet. Irgendwann kommt es zum Zusammenbruch, Judith wird in die Klinik eingeliefert und psychiatrisch behandelt – wer ist nun verrückt? Hannes, der sie bedrängt und verfolgt? Oder womöglich doch Judith, die sich alles eingebildet hat?

_Auf immer und ewig_

Daniel Glattauer war mir kein Begriff – bis „Gut gegen Nordwind“ in den deutschen Bestsellerlisten eingeschlagen sind und mir meine Zahnärztin dieses wunderbare, kleine Büchlein ans Herz gelegt hat. Mit wachsender Begeisterung habe ich es verschlungen und anschließend sofort auch „Alle sieben Wellen“ gelesen. Doch damit nicht genug: Meine Begeisterung war immer noch nicht gestillt, und so habe ich mir beide Bücher von Christian Berkel und Andrea Sawatzki noch mal vorlesen lassen. Und da ich von der Lesung des frisch gebackenen Ehepaars total begeistert war und mir Andrea Sawatzki neulich in ihrer Lesung von „Ich.darf.nicht.schlafen“ ebenfalls sehr gut gefallen hat, habe ich bei Glattauers jüngstem Werk „Ewig dein“ gleich zur Lesung gegriffen – und habe diese Entscheidung nicht bereut.

Der österreichische Autor Daniel Glattauer hat mich mit seiner Wortgewandtheit und seinem unvergleichlichen Formuliertalent schlichtweg von den Socken gehauen. Immer wieder erfindet er Wortwendungen, die mir leider im Leben nicht eingefallen wären, die aber so treffend und schön sind, dass ich bei ihm jede Zeile gern gelesen habe. Genau in dieser Tradition beginnt auch „Ewig dein“ – in der wachsenden Liebe zwischen Judith und Hannes tobt sich Glattauer mit seinen wunderbaren Formulierungen richtig aus. Er schafft es wieder einmal, einen ganz normalen Sachverhalt in so fantastische Worte zu verpacken, dass außer der reinen Wortbedeutung immer noch mehr dahinter steckt. Und Andrea Sawatzki trägt diese großartigen Sätze überzeugend vor, sodass man ihr von Beginn an sehr gern und auch aufmerksam zuhört. Sie moduliert fein ihre Stimme und verleiht Judiths Gefühlsschwankungen ihre Stimme. Allerdings ist ihr Vortrag sicherlich Geschmackssache, denn Andrea Sawatzki hat eine sehr hohe Stimme, die sie auch entsprechend einsetzt. Wenn Judith ängstlich wird, weil sie sich von Hannes verfolgt fühlt, wird Sawatzkis Stimme dermaßen hoch, dass man meinen könnte, ein Kind trage diese Passage vor. Das gefällt sicherlich nicht jedem, ich persönlich fand es sehr gelungen, da Andrea Sawatzki es dadurch überzeugend geschafft hat, Judiths Gefühlschaos herüberzubringen.

Die Lesung war sicherlich nicht ganz einfach, denn in den Szenen, in denen Judith im Schlaf Hannes‘ Stimme hört, muss sie stottern, da Hannes‘ Stimme hängt wie eine defekte Schallplatte, auch dies schafft Andrea Sawatzki sehr überzeugend, auch wenn ihre Stimme in diesen Momenten natürlich unweigerlich ein enormes Nervpotenzial entfaltet, aber so ist es ja auch gedacht. Andrea Sawatzki hat es geschafft, dass ich völlig in der Geschichte eintauchen und alles um mich herum vergessen konnte – und das ist beileibe nicht selbstverständlich. Ihr Kollege Detlef Bierstedt dagegen hat es meistens geschafft, dass ich seine Lesung oft minutenlang ignorieren konnte, ohne dass ich gemerkt habe, dass er mir irgendwas ins Ohr geflüstert hat. Und wenn ich dann wieder aufgehorcht habe, hatte ich komplett den Faden verloren. Das ist mir bei „Ewig dein“ nicht einmal passiert – und: Das lag nicht immer an der Geschichte.

_Gut mit Schwächen_

„Ewig dein“ beginnt zwar wie die klassische Liebesgeschichte, doch schnell merkt man, dass sich hier etwas anbahnt, das nicht normal ist. Hannes will schnell sehr viel und erreicht dadurch eigentlich nur, dass Judith verschreckt zurückweicht. Dieses Zuviel an Nähe, das zu mehr Distanz zwischen den beiden führt, baut Daniel Glattauer noch sehr gekonnt auf. So entwickelt sich das Hörbuch mit der Zeit zu einem richtigen Thriller. Man ahnt, dass hier das dicke Ende noch kommen muss, dass hier etwas nicht koscher ist und der Autor uns ganz sicher noch mit einer riesigen Pointe überraschen wird. Und so fiebert man mit, verliert sich ganz in Andrea Sawatzkis Worten, fiebert mit und leidet mit, wenn Judith schließlich in der Klinik landet, eine Psychiaterin trifft und Psychopharmaka schlucken muss, um wieder in die Realität zurückzufinden.

Nicht lange dauert es, bis auch Hannes wieder die Bühne betritt, denn Judith hat noch nicht mit ihm abgeschlossen, sie will ihn unbedingt noch mal sehen und stellt dann fest, dass sie vielleicht doch etwas missverstanden haben könnte. Wer ist hier eigentlich wirklich verrückt? Diese Frage habe ich mir beim Zuhören immer häufiger gestellt, und das hat Daniel Glattauer mit Sicherheit beabsichtigt. Doch leider schafft er es aus meiner Sicht nicht rechtzeitig, den Bogen zu kriegen und seine Leser bzw. Zuhörer zum großen Finale zu lenken. Die Geschichte plätschert eine Weile vor sich hin, mäandert mal in diese Richtung, mal in jene. Mal ist Judith die Verrückte, dann hat sie wieder ihre hellen Momente und Hannes scheint der Stalker par excellence zu sein. Als dann schließlich die letzte Szene eingeläutet wird und alle Protagonisten (und noch eine wichtige Figur mehr!) aufeinandertreffen, kommt es nicht etwa zum großen Knall, sondern allerhöchstens zum kleinen Plopp. Und das finde ich ausgesprochen schade. Daniel Glattauer baut über weite Strecken gekonnt Spannung auf, führt seine Leser oder Zuhörer zwischendurch in die Irre und lässt ein großartiges Finale erwarten, doch was dann passiert, war zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr überraschend, und so verpufft in diesem Moment die meiste Spannung – sehr schade.

_Ewig dein Fan_

Was am Ende übrig bleibt, ist mit Andrea Sawatzki eine überzeugende Sprecherin, die jeder Gefühlsschwankung gekonnt ihre zarte und weibliche Stimme verleiht. Und natürlich überzeugt Daniel Glattauer auch wieder mit seinem Formuliertalent, wobei er sich aber leider ab der Hälfte der Geschichte nicht mehr ganz so sehr austobt wie in seinen beiden E-Mail-Romanen oder zu Beginn von „Ewig dein“. Nichtsdestotrotz beginnt die Geschichte ausgesprochen vielversprechend, wird dann immer spannender und spannender. Nur das Finale konnte mich nicht vollauf überzeugen, aber dennoch fühlte ich mich sehr gut unterhalten! Und natürlich werde ich jederzeit wieder zu einem neuen Buch oder Hörbuch von Daniel Glattauer greifen – diesen Autor darf man einfach nicht verpassen!

|Download-Version mit 5:14 h Spieldauer|
http://www.audible.de

Hier gehts direkt zum Titel bei audible: [Daniel Glattauer – „Ewig Dein!“]http://www.audible.de/pd/B0073TG2LM?ref__=sr__1__1

auch erschienen als:

|4 Audio-CDs
Sprecher: Andrea Sawatzki
ISBN-13: 978-3-89903-349-6|
http://www.hoerbuch-hamburg.de

_Daniel Glattauer bei |Buchwurm.info|:_
[„Gut gegen Nordwind“ 5649
[„Alle sieben Wellen“ 5668

Mark Brandis: Sirius Patrouille – Teil 2 (Folge 20)

_Showdown im Weltall: Kommisskopf gegen Pazifist_

Man schreibt das Jahr 2130: Mark Brandis leitet als Repräsentant der VEGA den letzten Flug der INVICTUS, eines neuen Schweren Kreuzers. Mit an Bord ist der renommierte Journalist Martin Seebeck, der einen Reisebericht verfassen soll. Unter dem Kommando des Unions-Majors Jonas Degenhardt ist der Testflug zugleich eine Patrouille, die Piraten aufspüren soll. Die INVICTUS fliegt als Wolf im Schafspelz die Route ab, auf der schon mehrere unbemannte Sonden verschwunden sind.

Folge 2: Die „Sirius-Patrouille“ hat die Besatzung der INVICTUS in Kampfhandlungen geführt. Der Journalist Martin Seebeck hat seinen Verbündeten verloren. Ohne Mark Brandis, der schwerverletzt mit dem Tode ringt, liegt nun die Leitung des Einsatzes bei Major Degenhardt, der einen erbitterten Kreuzzug gegen Piratenschiffe führt. Schnell stellt sich heraus, dass auch er seine Gegner unterschätzt hat … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 12 Jahren.

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den „Mark Brandis“-Büchern, der bis heute (nach „Perry Rhodan“) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.

|Die Rollen und ihre Sprecher: |

Prolog: Wolf Frass
John Harris: Gerhart Hinze
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Lt. Iwan Stroganoff: Martin Wehrmann
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Martin Seebeck: Felix Isenbügel
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Major Jonas Degenhardt: Thomas Schmuckert
Cpt. Esko Tuomi: Martin May
Lt. Louise Demnitz: Tanya Kahana
Cpt. Harbatkin: Matthias Brodowy
Dr. Yun Haneul: Luis Abril Romero
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
sowie Regina Schleheck, Jochim-C. Redeker, Georg Matthias

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die Mark Brandis – Hörspielreihe begann 2005-2007 mit Bordbuch Delta VII. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

VEGA: Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Commander Mark Brandis wird nach dem Feuerüberfall auf die INVICTUS schwerverletzt und bewusstlos von Seebeck an Bord gebracht. Der Journalist hätte auch nicht erwartet, dass er mal Feuerwehr spielen würde, noch dazu im luftleeren Raum. Unterdessen scheint eine ganze Armada von gegnerischen Schiffen anzugreifen. Einer von drei Volltreffern lässt den Antrieb ausfallen, und Dr. Levy, die sich besorgt um Brandis kümmert, muss mit Notstrom zurechtkommen. Captain Romen meldet erleichtert das Abflauen der Kämpfe.

Doch statt nun, wie die Ärztin verlangt, Brandis in eine gut ausgestattete Medstation zu bringen, brennt der Kommisskopp Jonas Degenhardt darauf, den Angreifer seinerseits fertigzumachen. Erst als er den schon einmal verhafteten Piratenkapitän Harbanski auffischt und dieser ihn warnt, den unsichtbaren Gegner anzugreifen, kommt es zur Krise. Denn nun hat er es nicht mehr mit Piraten zu tun, sondern mit Chinesen von der republikanischen Raumflotte. Sollte er angreifen, käme es zum Kriegsfall.

Als Degenhardt den Gegner erneut ohne Rücksicht auf Verluste angreift und scheinbar schwer trifft, muss er feststellen, dass es zwei Leute gibt, die klüger sind als er: der Kommandant des gegnerischen Schiffes – und Commander Mark Brandis …

_Mein Eindruck_

Der Militär hat die wahre Lage im Weltraum völlig falsch eingeschätzt, wie wir nicht ohne Befriedigung erfahren. Die Chinesen auf dem anderen Schiff, das ebenfalls ein raffinierter Prototyp ist, sind ebenfalls auf Piratenjagd und mussten daher zwangsläufig der INVICTUS in die Quere kommen. Blöd, wenn man dann nicht übers gemeinsame Geschäft redet, sondern den jeweils anderen für den eigentlichen Feind hält. Das Reden übernimmt dann unser Oberpazifist Mark Brandis (der durchaus auch mal ballern kann, wenn’s sein muss), der lieber sein Köpfchen anstrengt, als den Abzug zu betätigen.

Merkwürdig ist nur die Sache mit dem gegenerischen Schiff, das den poetischen Namen „Himmlischer Frieden“ trägt und an unselige Pekinger Plätze gleichen Namens denken lässt. Erst haben es die Chinesen gebaut, dann wurde es von der INVICTUS aufgebracht, die dort nur Piraten, aber keine Asiaten vorfand. Kaum ist es wieder fort, kaperten also die Chinesen ihr eigenes Schiff zurück, wodurch Piraten-Captain Harbanski sich aus dem Staub machen musste. Die Chinesen am Steuer trafen dann wieder auf die INVICTUS.

Wozu all dieses Hin und Her, fragt man sich? Den Autor kann man nicht mehr fragen, wohl aber die Macher. Aber der Zickzackkurs trägt nicht gerade zur Klarheit des Handlungsverlaufs bei. Und hinterher wissen es natürlich alle Figuren besser. Jedenfalls dürfte Martin Seebeck einiges zu berichten haben.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, die Ärztin, sein Freund Romen und natürlich der Journalist. Diesmal hat sich Brandis permanent gegen Degenhardt durchzusetzen, und er tut dies mit innerer Autorität, ohne rumzuschreien – was man von Degenhardt nicht behaupten kann. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch klingende Sprecher. CORA, das Bordsystem, ist von Degenhardt abgestellt worden und hat leider nichts zu melden. Das ist wirklich schade, denn ihre Stimme wirkt immer ein wenig beruhigend.

Felix Isenbügel als Martin Seebeck wirkt zunächst hölzern und lahm, aber man kann das auf die Desorientierung der Figur zurückführen. Später wirkt Seebeck/Isenhügel engagiert und aufgeweckt, obwohl er ja eigentlich Distanz wahren soll. Im Unterschied zu ihm bietet Claudia Mingues-Urschat als Dr. Levy eine durchweg überzeugende und engagierte Darbietung. Wer sich dem Kapitän entgegenstellt, verdient wahrlich unseren Respekt.

|Geräusche|

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa Triebwerke oder Luken und Schleusen. Auch das Waffensystem der INVICTUS weiß mit einer Vielzahl neuer Töne aufzuwarten, die jedem Gamer vertraut vorkommen dürften. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien und Games ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen, Schleusen und Schotts ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend. Im zweiten Teil gibt es eine Gefechtsszene, in der ein Tonfilter alle menschlichen Stimmen auf höchst sonderbare Weise verzerrt. Das fand ich recht faszinierend in seiner surrealen Wirkung, so als würden sich die Figuren in einer anderen Dimension befinden.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Selten ist die Musik mal im Hintergrund zu hören, denn der Dialog soll nicht überdeckt werden. Die Musik erweist sich als eminent wichtig, um Stimmung zu erzeugen und den Übergang zwischen Szenen zu signalisieren.

Ganz am Schluss erklingt ein Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsamen Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der relativ langen Absage (etwa zwei Minuten), bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. In den Zusatzinformationen wird die Sirus-Patrouille vorgestellt und ein moderner Raumanzug beschrieben.

_Unterm Strich_

Der zweite Teil der Doppelfolge, die ingesamt rund 100 Minuten lang ist, löst den Cliffhanger ein, mit dem der erste Teil endete. Außerdem werden die diversen Rätsel gelöst, die sukzessive die Spannung aufbauten. Nun wird klar, dass hier eine Art Kalter Krieg simuliert wurde, in dessen Mitte die Piraten beide Seite gegeneinander ausspielen konnten.

Deshalb kommt es aufgrund von Degenhardts martialischer Sturheit fast zu jenem Zwischenfall, der den kalten in einen heißen Krieg verwandeln könnte. Nur dem Eingreifen von Mark Brandis und seinem Insistieren auf Verhandlungen – er muss seine Identität nachweisen – ist es also (wieder mal) zu verdanken, dass die Nationen an einer militärischen Auseinandersetzung vorbeischrammen.

Andererseits ist der Plot so schlangengleich angelegt worden, dass am Schluss schon einige Erklärungen nötig sind, um das Hin und Her beim Besitz des Schiffes „Himmlischer Friede“ begreiflich zu machen. Diese Erklärungen kann man akzeptieren oder nicht; ich bin da eher skeptisch.

Hinweis: Die nächste Doppelfolge trägt den Titel „Lautlose Bombe“.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 48 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804200|
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[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
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_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 [„Sirius Patrouille (Teil 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7760
20 [„Sirius Patrouille (Teil 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7763
21 „Die lautlose Bombe“ (angekündigt)

_Mark Brandis in Buchform bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Mark Brandis: Sirius-Patrouille – Teil 1 (Folge 19)

_Eine ganz besondere Pressereise: ins Piratengebiet_

Man schreibt das Jahr 2130: Mark Brandis leitet als Repräsentant der VEGA den letzten Flug der INVICTUS, eines neuen Schweren Kreuzers. Mit an Bord ist der renommierte Journalist Martin Seebeck, der einen Reisebericht verfassen soll. Unter dem Kommando des Unions-Majors Jonas Degenhardt ist der Testflug zugleich eine Patrouille, die Piraten aufspüren soll. Die INVICTUS fliegt als Wolf im Schafspelz die Route ab, auf der schon mehrere unbemannte Sonden verschwunden sind. Doch im interplanetaren Raum ist das Recht schnell auf der Seite des Stärkeren … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt sein Werk ab 12 Jahren.

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den „Mark Brandis“-Büchern, der bis heute (nach „Perry Rhodan“) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.

|Die Rollen und ihre Sprecher: |

Prolog: Wolf Frass
John Harris: Gerhart Hinze
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Lana Swanson: Sabine Ehlers
Stroganoff: Martin Wehrmann
Martin Seebeck: Felix Isenbügel
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Major Jonas Degenhardt: Thomas Schmuckert
Cpt. Esko Tuomi: Martin May
Lt. Louise Demnitz: Tanya Kahana
Cpt. Harbatkin: Matthias Brodowy
sowie Regina Schleheck, Jochim-C. Redeker, Georg Matthias

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die Mark Brandis – Hörspielreihe begann 2005-2007 mit Bordbuch Delta VII. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.

Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

VEGA: Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Pulitzer-Preisträger Martin Seebeck bekommt von VEGA-Direktor John Harris die Genehmigung, das VEGA-Schiff INVICTUS auf seiner Testfahrt zu begleiten, damit der Journalistin eine Reportage darüber schreiben kann. Es soll eine denkwürdige Pressetour werden…

An Bord teilen sich nämlich zwei Leute das Kommando: von Seiten der VEGA ist dies Mark Brandis, doch von Seiten der Raumflotte führt Commander Jonas Degenhardt den Befehl, sollte etwas passieren, was Brandis‘ Befugnisse übersteigt. Was sollte auf einem Testflug schon passieren, wundert sich Seebeck?

Allerdings, so erfährt, begibt sich die INVICTUS ins Piratengebiet, das sich offenbar zwischen Luna und dem Asteroidengürtel erstreckt, ein riesiges Gebiet, in dem inzwischen drei Sonden der Union verschwunden sind. Bei einem Außenbordeinsatz bringt Seebeck zusammen mit Captain Grischa Romen eine Sonde auf der getarnten Außenhaut an, quasi als Köder.

Alarm! Eine als entführt gemeldete Jacht namens „Der Bolide“ wurde entdeckt. Doch statt wie befohlen beizudrehen, flüchtet die Jacht Richtung Luna und somit in neutrales Gebiet. Nach drei Wochen ergebnisloser Suche stößt die INVICTUS auf ein havariertes Frachtschiff. Alle Anzeichen deuten auf schweren Beschuss hin, doch es könnten auch Folgen einer inneren Explosion sein. Wenig später stößt die INVICTUS auf ein unbekanntes Schiff in Rochenform. Degenhardt lässt es mit einer Strahlenwaffe beschießen, die die Besatzung lähmt.

Doch das Verhör von Kapitän Harbatkin erbringt nichts, und sie müssen ihn wieder laufen lassen. Als sie auf ein weiteres Schiffswrack stoßen, geht Brandis mit Seebeck an Bord, um eine Materialprobe zu entnehmen. Kaum haben sie den Rückweg angetreten, als die INVICTUS unter schweren Beschuss gerät …

_Mein Eindruck_

Dies ist der Auftakt zu einem weiteren Zweiteiler der mittlerweile recht actionbetonten SF-Hörspiel-Reihe MARK BRANDIS. Eigentlich würde man erwarten, dass die INVICTUS ihre neuartigen Fähigkeiten zur Schau stellt, doch das ist eher nicht der Fall. Lediglich die VSI-Waffe wird vorgeführt, eine Mischung aus EMP-Pulsgeber à la „MATRIX“ und Strahlenkanone. Sie ist allerdings mit neuesten Waffensystemen der Raumflotte bestückt, was den friedliebenden VEGA-Leuten gar nicht schmeckt. Mark Brandis protestiert vergeblich gegen die kriegerische Haltung des Raumflottenkapitäns Degenhardt – nomen est omen. Und dessen Haltung erweist sich im zweiten Teil um ein Haar als verhängnisvoll …

Martin Seebeck ist eigentlich bloß als Beobachter und Gast an Bord, doch wie sich bald zeigt, wird er dringend benötigt. In mancher Hinsicht erinnert Degenhardt nämlich an Kapitän Ahab, der wie besessen Jagd auf den legendären weißen Wal Moby Dick macht. Und Ishmael, der Matrose auf dem Walfänger „Pequod“, spielt in Melvilles Roman den Beobachter, der alles getreulich berichtet – und um ein Haar mit der „Pequod“ untergeht.

Seebeck berichtet von der Einsamkeit im Weltraum und dass es keine Zeit zu geben scheint. Der Raum ist eben menschenfeindlich, und das Piratengebiet eine zwielichtige Zone, in dem sich Republiken und Union misstrauisch belauern, genau wie bei uns im Kalten Krieg. Die Action hält sich noch in Grenzen, doch das ist bei Zweiteilern immer so: Der erste Teil verspricht mit einem Cliffhanger-Ende, was der zweite Teil einzulösen hat.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Geräusche|

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa Triebwerke oder Luken und Schleusen. Auch das Waffensystem der INVICTUS weiß mit einer Vielzahl neuer Töne aufzuwarten, die jedem Gamer vertraut vorkommen dürften. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien und Games ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen, Schleusen und Schotts ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend. Im zweiten Teil gibt es eine Gefechtsszene, in der ein Tonfilter alle menschlichen Stimmen auf höchst sonderbare Weise verzerrt.

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, die Ärztin, sein Freund Romen und natürlich der Journalist. Diesmal hat sich Brandis permanent gegen Degenhardt durchzusetzen, und er tut dies mit innerer Autorität, ohne rumzuschreien – was man von Degenhardt nicht behaupten kann. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch klingende Sprecher. CORA, das Bordsystem, ist von Degenhardt abgestellt worden und hat leider nichts zu melden. Das ist wirklich schade, denn ihre Stimme wirkt immer ein wenig beruhigend.

Felix Isenbügel als Martin Seebeck wirkt zunächst hölzern und lahm, aber man kann das auf die Desorientierung der Figur zurückführen. Später wirkt Seebeck/Isenhügel engagiert und aufgeweckt, obwohl er ja eigentlich Distanz wahren soll. Im Unterschied zu ihm bietet Claudia Mingues-Urschat als Dr. Levy eine durchweg überzeugende und engagierte Darbietung. Wer sich dem Kapitän entgegenstellt, verdient wahrlich unseren Respekt.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Selten ist die Musik mal im Hintergrund zu hören, denn der Dialog soll nicht überdeckt werden. Die Musik erweist sich als eminent wichtig, um Stimmung zu erzeugen und den Übergang zwischen Szenen zu signalisieren.

Ganz am Schluss erklingt ein Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsamen Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der relativ langen Absage (etwa zwei Minuten), bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. In den Zusatzinformationen wird das Projekt INVICTUS von John Harris vorgestellt. Außerdem finden sich drei Biografien: zu Degenhardt, Demnitz und Tuomi.

_Unterm Strich_

Der Auftakt zu dem Zweiteiler ist wie üblich hinsichtlich der Action zurückhaltend. Vielmehr besteht seine Aufgabe eher darin, Spannung aufzubauen, indem etliche Rätsel präsentiert werden. Deren Lösungen muss der zweite Teil ebenso liefern wie die Auflösung zum Cliffhanger-Schluss dieses ersten Teils.

Wie man dem Booklet des 2. Teils entnehmen kann, hat die sogenannte „Sirius-Patrouille“ wirklich existiert. Sie wurde ab 1933 von den Dänen eingerichtet, um deren Gebietsanspruch auf Ostgrönland zu dokumentieren und zu untermauern. Die mit 80 Schlittenhunden (daher „Sirius“ nach dem Hunde-Stern) ausgerüstete Polizeitruppe stieß im Zweiten Weltkrieg auf mehrere illegale Wetterstationen der deutschen Marine und griff sie an.

Der Kniff, einen unbeteiligten Journalisten als Chronisten einzusetzen, erweist sich als sinnvoll, um als neutraler Unparteiischer den zentralen Bordkonflikt zwischen den beiden Kommandanten objektiv beurteilen zu können. Denn am Schluss kommt es darauf zu entscheiden, wer recht hat: die Kriegspartei Degenhardts oder die Friedenspartei der VEGA, vertreten von Mark Brandis.

|Das Hörspiel|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 62 Minuten
Tracks: 10
UPC: 0602527804194|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 [„Sirius Patrouille (Teil 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7760
20 [„Sirius Patrouille (Teil 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7763
21 „Die lautlose Bombe“ (angekündigt)

_Mark Brandis in Buchform bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Die drei ??? – Skateboardfieber (Folge 152)

Die Handlung:

Ein riesiges Skatertreffen findet in Rocky Beach statt. In der Stadt ist die Hölle los, und das nicht nur wegen des Skating-Events: Eine Reihe zwielichtiger Gestalten treibt sich in der Gegend herum, es fallen Schüsse, und niemand weiß genau, wer auf welcher Seite steht. Ein alter Fall der drei ??? spielt auf einmal wieder eine wichtige Rolle. Und ohne die Hilfe ihrer alten und neuen Freunde könnte dies der letzte Fall für einen der drei Detektive werden … (Verlagsinfo)

 

Mein Eindruck:

Ohne lange Eingewöhnungszeit geht die Dramatik gleich los, ganz nach meinem Geschmack. Nicht so ganz nach meinem Geschmack allerdings sind die Schüsse, die in diesem Zusammenhang auf einen der Detektive abgegeben werden. Wer ist denn hinter Peter her und warum? Und, hat sogar die Polizei damit zu tun? Peter hat Angst, die drei Fragezeichen ermitteln und der Hörer freut sich auf einen spannenden Fall.

Die drei ??? – Skateboardfieber (Folge 152) weiterlesen

Nevis, Ben (Autor) / Minniger, André – Die drei ??? – Skateboardfieber (Folge 152) (Hörspiel)

_Die Handlung:_

Ein riesiges Skatertreffen findet in Rocky Beach statt. In der Stadt ist die Hölle los, und das nicht nur wegen des Skating-Events: Eine Reihe zwielichtiger Gestalten treibt sich in der Gegend herum, es fallen Schüsse, und niemand weiß genau, wer auf welcher Seite steht. Ein alter Fall der drei ??? spielt auf einmal wieder eine wichtige Rolle. Und ohne die Hilfe ihrer alten und neuen Freunde könnte dies der letzte Fall für einen der drei Detektive werden…
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ohne lange Eingewöhnungszeit geht die Dramatik gleich los, ganz nach meinem Geschmack. Nicht so ganz nach meinem Geschmack allerdings sind die Schüsse, die in diesem Zusammenhang auf einen der Detektive abgegeben werden. Wer ist denn hinter Peter her und warum? Und, hat sogar die Polizei damit zu tun? Peter hat Angst, die drei Fragezeichen ermitteln und der Hörer freut sich auf einen spannenden Fall.

Mysteriös wird es auch, als es ein Verweis zu einem zurückliegenden Fall mit ins Spiel gebracht wird. Fall 24 … „Die silberne Spinne“ … aber in der Hörspielversion … in der Buchserie wars Fall 26. Für den Nicht-Hardcore-Fan, der nicht sofort den kompletten Kassettentext runterrasseln kann, erklärt Just auch schnell die womöglichen Zusammenhänge zu den aktuellen Geschehnissen. Und es bleibt weiterhin alles schön spannend und sonderbar undurchsichtig.

Welcher Geheimdienst hat denn nun was zu vertuschen oder zu fälschen versucht? Und warum trägt die Folge den Begriff „Skateboard“ im Namen, wenn die erste halbe Stunde Hörzeit lang kein Rollbrett befahren wird? Geduld ist gefragt, es wird sich alles aufklären … und … es ist auch mal schön, dass man nicht gleich zu Anfang schon weiß, wies ausgeht und wer der Böse ist und was seine Motivation ist. Das macht die Sache spannender als so manchen vergangenen Fall der Juniordetektive.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Thomas Fritsch
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Inspektor Cotta: Holger Mahlich
Bert Young: Horst Stark
Mrs. Johnson: Gabriele Libbach
Chapman: Sascha Rotermund
Tony: Reent Reins
Blake: Wolfgang Rositzka
Mr. Andrews: Henry König
Rubbish George: Utz Richter
1. Mann: Rasmus Borowski
2. Mann: Jo Kappl
Verkäufer: Marcus Schönhoff
Sunny: Rainer Schmitt
Fernsehr-Sprecher: Jannik Schümann
Blacky: Heikedine Körting
Francesco: Anton Sprick

|Technik-Credits:|

Based on characters created by Robert Arthur
Erzählt von Ben Nevis
Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Titelmusik: Simon Bertling & Christian Hagitte (STIL)
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Betty George, Morgenstern, Stahlberg
Cover-Illustration: Silvia Christoph
Design: Atelier Schoedsack

|Trackliste:|

1. Auf der Flucht
2. Erwischt
3. Gestohlene Kamera
4. Ein alter Fall
5. Das Verhör
6. Niemandsland
7. Alles auf eine Karte
8. Verblüffung
9. Auf Hippie-Tour
10. Wiedersehen
11. Doppelagent
12. Fröhlich vereint

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Bookletchen enthält eine Doppelseite Werbung für die „Die drei ???“-T-Shirt-Kollektion. Dazu kommt noch eine Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen und eine kleine Bildvorschau für die nächste Folge 153 „… und das Fußballphantom“. Auf der Rückseite des Case finden wir eine kurze Inhaltsangabe und die Trackliste.

_Mein Fazit:_

Eine Agentenstory im Deckmantel eines irreführenden Titels, aber, so ist das halt bei Geheimdiensten, die verstecken sich ja gern mal. Davon abgesehen ist diese Folge durchweg spannend und es gibt zwar kaum Skateboards, aber eine Menge zu ermitteln für die Jungs und zum Mit-„Fieber“-n für den Hörer, denn alle bleiben lange im Erkenntnisdunkel, bis sich der interessante Plot am Ende auflöst. Und das diesmal ganz ohne Abschlusslacher … aber, vielleicht fand der ja auch im Geheimen statt, abseits der Mikros.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 56 Min.
Tracks: 12
Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren
EAN: 886979232228|
[www.natuerlichvoneuropa.de]http://www.natuerlichvoneuropa.de

Mehr als 90 weitere Rezensionen zu den „Drei ???“ findet ihr in unserer [Datenbank]http://buchwurm.info/book .

Mark Brandis: Sirius Patrouille – Teil 2 (Folge 20)

_Die Handlung:_

2130: Die »Sirius-Patrouille« hat die Besatzung der INVICTUS in Kampfhandlungen geführt. Martin Seebeck hat seinen Verbündeten verloren. Ohne Mark Brandis, der schwerverletzt mit dem Tod ringt, liegt nun die Leitung des Einsatzes bei Major Degenhardt, der einen erbitterten Kreuzzug gegen Piratenschiffe führt. Schnell stellt sich heraus, dass auch er seine Gegner unterschätzt hat … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Nach dem dramatischen Ende der letzten Folge wartet der Hörer gespannt darauf, was aus Commander Brandis geworden ist und ob Major Degenhardt die Situation ausnutzen wird, um seine eigenen Interessen zu verfolgen.

Und das tut er dann auch, ein Ego-Trip auf der Jagd nach dem Angreifer, auf Kosten der Gesundheit seiner Mannschaft. Die Sozialkritik dieser Doppelfolge geht diesmal eindeutig in Richtung „Militär“-Bashing … mal wieder.

Wer hier Weltraumkämpfe erwartet, der wird allerdings enttäuscht. In dieser Doppelfolge bestimmen Reden, verbale Konfrontation und Diplomatie das Geschehen. Die Weltraumpiraten, die es anfangs zu verfolgen galt und die namensgebende „Sirius-Patrouille“ rücken da schnell in den Hintergrund. Das könnte dem einen oder anderen Hörspiel-Fan ein wenig zu langweilig werden. Da bei „Mark Brandis“ aber, wie schon mehrfach betont, das Sozialkritische meist im Vordergrund steht, kommen Brandis-Fans hier wieder auf ihre Kosten.

Und am Ende wird es dann doch noch mal dramatisch, wenn die INVICTUS tatsächlich den vermeintlichen Angriffsraumer stellt und es zur Konfrontation kommt.

_Das Hörerlebnis:_

Eine gewohnt gute Leistung der Sprecher wird durch ein gewohnt gutes Sound-Design unterstützt. Jede Szene klingt lebendig, jeder Sprecher authentisch, jede Stimmungslage der Charaktere ist nachfühlbar. Zusammen mit der Musik, die zur allgemeinen Dramatik, grad gegen Ende, beiträgt, erleben wir hier wieder ein futuristisches Kopfkino, dessen Geschichte (leider) zeitlos ist und damals wie heute aktuelle Parallelen ziehen lässt.

Nicht verwunderlich, da zusammenhängend aufgenommen, erwartet uns hier das gleiche lebendig wirkende Sound-Design wie schon im ersten Teil. Einzig negativ fiel mir das pulsierende Brummen an Bord der INVICTUS auf, das recht schnell genervt hat. Zum Glück ist das nicht allzu oft zu hören.

Ansonsten knüpfen auch die Sprecherleistungen an den ersten Teil an und die eine neue Stimme, die zu hören ist, nimmt sich da nicht aus.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Martin Seebeck: Felix Isenbügel
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Maj. Jonas Degenhardt: Thomas Schmuckert
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Cpt. Esko Tuomi: Martin May
Lt. Louise Demnitz: Tanya Kahana
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Cpt. Harbatkin: Matthias Brodowy
Cpt. Yun Haneul: Luis A. Abril Romero
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof

|Technik-Credits:|

Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen, einen Bericht zu den geschichtlichen Hintergründen der namensgebenden „Siris-Patrouille“ und eingehende Infos zum Thema „Raumanzüge“. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Die „Sirius-Patrouille“ entpuppt sich als „Militär-Bashing“ des Autors. Wenig Action, dafür Einblicke in die Mentalität eines Raumschiffkommandanten, der mit Diplomatie wenig am Hut hat. Alles in allem passt diese Doppelfolge aber in die Erzählweise der Reihe, die sich eh vornehmlich in Sozialkritik übt, anstatt sinnlos im Weltall rumzuballern.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 48 Minuten
Tracks: 10
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602527804200|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 [„Sirius Patrouille (Teil 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7760
20 [„Sirius Patrouille (Teil 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7763
21 „Die lautlose Bombe“ (angekündigt)

_Mark Brandis in Buchform bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Mark Brandis: Sirius-Patrouille – Teil 1 (Folge 19)

_Die Handlung:_

2130: Mark Brandis leitet als Repräsentant der VEGA den letzten Testflug der INVICTUS, eines neuen Schweren Kreuzers. Mit an Bord ist der renommierte Journalist Martin Seebeck, der einen Reisebericht verfassen soll. Unter dem Kommando des Unions-Majors Jonas Degenhardt ist der Testflug zugleich eine Patrouille, die Piraten aufspüren soll. Die INVICTUS fliegt als Wolf im Schafspelz die Route ab, auf der schon mehrere unbemannte Sonden verschwunden sind. Doch im interplanetaren Raum ist das Recht schnell auf Seite des Stärkeren … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Nach den letzten beiden Folgen, die sich mit der akuten Problematik auf der Erde befasst haben, startet Mark Brandis nun endlich mal wieder ins All. Und das gleich mit einem netten neuen und schlagkräftigen Schiff, der INVICTUS. Und da er mit diesem Schweren Kreuzer Weltraumpiraten aufbringen soll … inoffiziell natürlich … kann der Hörer gleich Parallelen zu den Piraten ziehen, die vor der Küste Ostafrikas kreuzen und Handelsschiffe kapern.

Wir folgen in dieser Folge nicht Mark Brandis, sondern blicken dem Reporter Martin Seebeck über die Schulter, der an Bord einen Bericht über die Mission schreiben soll … die offizielle … Sonden überprüfen und so. Aber recht schnell wundern sich Journalist und Hörer über die Spannung, die offenbar zwischen Brandis und Major Degenhardt herrscht. Die Zuständigkeiten an Bord und die favorisierte Vorgehensweise scheinen nicht ganz geklärt zu sein.

Und während der Reporter nach und nach mitbekommt, was die INVICTUS wirklich im Raum vorhat, wird auch dem Hörer klar, dass auch diese Weltraummission indirekt dem Zustand auf der Erde geschuldet ist … man will Flagge zeigen. Auch stellt sich mehr und mehr heraus, dass dies keine schlichte Weltraum-Action-Folge ist, sondern, wie es bei „Mark Brandis“ üblich ist, eher ins Sozialkritische geht, was hier passiert. Es geht um Vorurteile, Machtstreitereien um Zuständigkeiten und rigoros rücksichtloses Handeln, um die eigenen Interessen durchzusetzen … zeitlose Themen, die auch heute schnell Parallelen ziehen lassen. Und schnell ist man sich nicht mehr so sicher, ob die Piraten hier wirklich die Bösen sind oder ob das Problem auf der INVICTUS zu suchen ist!

_Das Hörerlebnis:_

Eine gewohnt gute Leistung der Sprecher wird durch ein gewohnt gutes Sound-Design unterstützt. Jede Szene klingt lebendig, jeder Sprecher authentisch, jede Stimmungslage der Charaktere ist nachfühlbar. Zusammen mit der Musik, die zur allgemeinen Dramatik, grad gegen Ende, beiträgt, erleben wir hier wieder ein futuristisches Kopfkino, dessen Geschichte (leider) zeitlos ist und damals wie heute aktuelle Parallelen ziehen lässt.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Lana Swanson: Sabine Ehlers
Martin Seebeck: Felix Isenbügel
Magnus Sauerlein: Stefan Peters
John Harris: Gerhart Hinze
Prolog: Wolf Frass
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Cpt. Grigori »Grischa« Romen: David Nathan
Maj. Degenhardt: Thomas Schmuckert
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Cpt. Esko Tuomi: Martin May
Lt. Louise Demnitz: Tanya Kahana
Cpt. Harbatkin: Matthias Brodowy
sowie Regina Schleheck, Georg Matthias, Jochim-C. Redeker

|Technik-Credits:|

Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp
Label: Folgenreich (LC 12520)

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen, einen Bericht zum „Projekt: Invictus“ und Lebensläufe der fiktiven Charaktere Jonas Degenhardt, Louise Demnitz und Esko Tuomi. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Sozialkritik, im Mantel der Science-Fiction … so, wie man es von „Mark Brandis“ gewohnt ist. Wer ist bereit, was zu tun, um seine Machtinteressen durchzusetzen und auf wessen Kosten? Schnell wird klar, dass das eigentliche Problem dieser Doppelfolge nicht auf Seiten der Weltraumpiraten liegt, sondern in den Köpfen ihrer Verfolger. Und der gemeine Cliffhanger am Ende scheint das Machtgefüge an Bord der INVICTUS gehörig durcheinander zu wirbeln.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 62 Minuten
Tracks: 10
UPC: 0602527804194|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“ 4995
02 [„Verrat auf der Venus“ 5013
03 [„Unternehmen Delphin“ 5524
04 [„Aufstand der Roboter“ 5986
05 [„Testakte Kolibri 1“ 5984
06 [„Testakte Kolibri 2“ 5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“ 6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“ 6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 [„Alarm für die Erde“ (Teil 1)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7479
18 [„Alarm für die Erde“ (Teil 2)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7480
19 [„Sirius Patrouille (Teil 1)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7760
20 [„Sirius Patrouille (Teil 2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7763
21 „Die lautlose Bombe“ (angekündigt)

_Mark Brandis in Buchform bei |Buchwurm.info|:_
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962
Band 16: [„PILGRIM 2000“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7167
Band 17: [„Der Spiegelplanet“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7194
Band 18: [„Sirius-Patrouille“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7267
Band 19: [„Astropolis“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7390
Band 20: [„Triton-Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7391

Adrian, Lara – Geliebte der Nacht (Lesung)

_|Midnight Breed|:_

Teil 1: _Geliebte der Nacht_ (Kiss of Midnight)
Teil 2: Gefangene des Blutes (Kiss of Crimson)
Teil 3: Geschöpf der Finsternis (Midnight Awakening)
Teil 4: Gebieterin der Dunkelheit (Midnight Rising)
Teil 5: Gefährtin der Schatten (Veil of Midnight)
Teil 6: Gesandte des Zwielichts (Ashes of Midnight)
Teil 7: Gezeichnete des Schicksals (Shades of Midnight)
Teil 8: Geweihte des Todes (Taken by Midnight)
Teil 9: Gejagte der Dämmerung (Deeper than Midnight)
Teil 10: Erwählte der Ewigkeit (Darker after Midnight)

_Inhalt:_

Beim Verlassen eines Nachtclubs wird die Fotografin Gabrielle Maxwell Zeugin eines schrecklichen Verbrechens. Sechs Jugendliche töten einen Mann und saugen ihm das Blut aus. Doch obwohl Gabrielle die grauenhafte Szenerie mit ihrem Fotohandy festgehalten hat, schenkt die Polizei ihr keinen Glauben. Erst der gutaussehende Kommissar Lucan Thorne scheint Gabrielle ernst zu nehmen und verdreht der jungen Frau gehörig den Kopf. Gabrielle ahnt nicht, dass Thorne in Wahrheit ein Vampir ist … (Verlagsinfo)

_Meine Meinung:_

Lucan, Anführer eines Ordens, führt mit seinen Brüdern Krieg gegen die Roaks. Auf einer Tour trifft er Gabrielle, die den Mord an einem Mann mitbekommt. Nie hätte die es für möglich gehalten das es Vampire gibt, aber nun sieht sie den unwiederbringlichen Beweis. Angezogen von ihrem Duft und ihrem Mut, will er sie wiedersehen. Er stellt sich ihr als Polizist vor und trifft sie immer wieder, kann seine Lust fast nicht bändigen. Bis er das Muttermal findet, daraufhin zieht er sich von Gabrielle zurück. Aber je tiefer sich Gabrielle in Lucan verliebt desto mehr gerät sie in den Krieg gegen die Roaks und dringt immer tiefer in das Leben des Stammes ein, lernt immer mehr über das Leben der Vampire kennen. Sie lernt auch die anderen Mitglieder des Stammes kennen und sieht wie normal sie doch leben. Auch Lucan merkt, dass sie etwas sehr Besonderes ist und sie in seinem Leben nicht missen möchte. Alles wäre gut und schön, wäre da nicht der Unbekannte, der versucht mithilfe der Roaks die Macht über die Menschen und Vampire zu erlangen. Alles läuft auf einen großen Showdown hin, wobei sich der Hörer fragt, ob es Lucan und Gabrielle gelingt, ihre Liebe zu bewahren und das Böse zu besiegen.

|Zum Sprecher:|

Simon Jäger hat es geschafft, das Buch wunderbar zu vertonen. Jeder Charakter hat seine eigene bestimmte Stimme und somit bietet sich ein großartiges Hörvergnügen. Egal, ob der Charakter gerade wütend oder liebevoll ist, Simon Jäger schafft es, seine Hörer in die gewünschte Stimmung zu versetzen. Er findet immer den richtigen Tonfall und er reißt den Hörer mit. Seine Stimme passt hervorragend zu dieser Serie. Der Schauspieler Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin, ist neben seiner Arbeit als Dialogregisseur und Autor vor allem als Synchronsprecher tätig. Er ist die deutsche Synchronstimme von Josh Hartnett, Heath Ledger und Matt Damon. Durch seine Lesungen von John Katzenbach und Sebastian Fitzek hat er sich einen festen Platz bei den Fans von Psychothrillern erobert. (erweiterte Quelle: Audible.de)

_Fazit:_

Durch den wunderbaren Schreibstil Lara Adrians und die Vortragskunst von Simon Jäger bietet dieses Buch ein tolles Hörspiel. Die zwölf Stunden sind leicht zu hören, weil die Geschichte so mitreißend ist und Simon Jäger es mit seiner Stimme schafft, die Charaktere lebendig werden zu lassen. Für die, die schon die Bücher gelesen haben, wird das Hörbuch Genuss pur sein. Das Hörbuch ist ein Muss für alle Lara-Adrian-Fans und solche, die es noch werden möchten.

|1 Track
Spieldauer: 12 Stunden 18 Minuten (ungekürzt)
Format: AAX+ mit DRM-Kopierschutz (für das
Abspielen wird ein kompatibler Player benötigt)
Download mit 678 MB
Aufnahme: 128 kbit / 44 kHz
Gelesen von Simon Jäger|
[www.audible.de]http://www.audible.de

Direkt zum Hörbuch bei audible geht’s hier: [Lara Adrian – „Geliebte der Nacht“]http://www.audible.de/pd/B004V09O70?ref__=sr__1__1

The Return of Captain Future: Die Rückkehr von Captain Future (Folge 1)

_|The Return of Captain Future|:_

Folge 1: _“Die Rückkehr von Captain Future“_
Folge 2: „Kinder der Sonne“ (16.03.2012)
Folge 3: „Die Harfner des Titan“ (angekündigt)
Folge 4: „Nerven aus Stahl“ (angekündigt)

_Die Handlung:_

Seit drei Jahren ist Captain Future, alias Curtis Newton, mit seinen Freunden Simon Wright, Otto und Grag verschwunden und keiner glaubt mehr daran, dass sie jemals zurückkehren werden. Und doch sind dunkle Schatten im verwaisten Labor im Krater des Tycho zu sehen. Schatten, die etwas Beängstigendes in sich tragen. Als Joan Landor und Ezella Garnie hinauf zum Mond fliegen, um endgültig Abschied zu nehmen, ahnen sie nicht, dass die Schatten nur der Anfang sind. Plötzlich schweben sie in Lebensgefahr und drohen für immer ihre eigene Identität zu verlieren. (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Durch die audiophile Zielgruppe der Kassettenkinder ging ein Raunen, als bekannt wurde, dass sich nach über 30 Jahren wieder ein Verlag an einer Hör-Umsetzung der in Deutschland eher durch die Zeichentrickversion bekannte CAPTAIN-FUTURE-Reihe versucht. Dieses Mal ist es nicht nur die Tonspur der Serienfolgen, die wir zu hören kriegen, sondern eine inszenierte Lesung einer Originalstory des Erfinders.

Besonderen Wert hat der Verlag hörbar darauf gelegt, dass die Kinder und Jugendlichen der 80er Jahre ihren Captain Future auch wiedererkennen. Nicht nur die altbekannt funkige Titelmusik findet hier Verwendung, auch die Original-Stimmen der Zeichentrickversion hat man für diese Produktion gewinnen können. Aber, das alles würde nichts nützen, wenn die Story nicht zu fesseln weiß. Zum Glück aber, weiß sie das.

Durch die Titelmusik schnell wieder in die eigene Jugend versetzt, lauscht der Hörer Marie Bierstedt als Joan Landor, die authentisch und sehr überzeugend lebendig um ihren verschwundenen Curtis trauert. Und nicht nur ihr fehlt Captain Future, schnell merken wir, auch uns hat er gefehlt. Also fiebert der Zeichentrickfan der 80er der geplanten Mondexpedition entgegen, um das Labor von Curtis Newton auszuräumen.

Und da diese Folge den Titel „Die Rückkehr von Captain Future“ trägt, ist es an dieser Stelle kein echter Spoiler, wenn ich verrate, dass sie und Ezella Garnie auf dem Mond auf Curtis „Captain Future“ Newton und seine Crew treffen. Nun baden wir für den Rest des Hörbuchs nicht in rührseligen Wiedersehenstränen, sondern erfahren, dass Newton von seinen Abenteuern ein paar interessante Sachen mitgebracht hat … eines davon lebt sogar! Und das bietet Raum für einen dramatischen Erstkontakt!

_Das Hörerlebnis:_

Wem die funkige „Captain Future“-Musik vertraut ist, der wird sich immer wieder beim Hören dieser aufwendig inszenierten Lesung dabei ertappen, wie er rhythmisch mit dem Kopf nickt oder ab und zu auch mal den Luftgitarrenbass mit dem rechten Daumen spielt.

Die im Vorfeld angekündigte Liebe zum Detail hört man sofort. Es gibt nicht nur die altbekannten Songs zu hören und altbekannte Stimmen zu hören, es gibt auch Geräusche. Ich habe schon Hörspiele gehört, die wesentlich weniger zu bieten hatten, als diese als inszenierte Lesung ausgelobte Produktion.

Alle Sprecher legen sich bei ihren Auftritten richtig ins Zeug, allen voran Marie Bierstedt, die für mich die beste Leistung abliefert. Aber auch Rüdiger Schulzki als stolzer Linide vermittelt absolut überzeugendes Sci-Fi-Kopfkino, das nicht nur Retro-Fans überzeugt.

Und Helmut Krauss, der Hörspielfreunden auch als Tour-Sprecher der Live-Auftritte der „Drei Fragezeichen“ bekannt ist, macht seine Arbeit perfekt und steht dem Ensemble in nichts nach, wenn er über 75 Minuten lang die Szenen beschreibt.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Helmut Krauss
Captain Future: Hans-Jürgen Dittberner
Otto: Wolfgang Völz
Grag: Friedrich Georg Beckhaus
Simon Wright: Jochen Schröder
Ezella Garnie: Klaus Dittmann
Joan Landor: Marie Bierstedt
Linide: Rüdiger Schulzki
Kommentator: Jens Wendland
Computer: René Wegner

|Technik-Credits:|

Produktion, Regie, Lizensierung, Mix und Sonddesign: Sebastian Pobot
Buch: Edmond Hamilton (Mit freundlicher Genehmigung der Erbengemeinschaft Edmond Hamilton)
Übersetzung: Frauke Lengermann (c) 2011 by Golkonda Verlag
Dialogbücher: Thomas Tippner
Zusätzliche Aufnahme-Regie: Thomas Tippner & Patrick Holtheuer
Schnitt: Patrick Holtheuer
Original TV-Soundtrack: Christian Bruhn (Mit freundlicher Genehmigung des Filmkunst Musikverlags)
Zusätzliche Score-Musik & FX: Sabastian Pobot
Sprachaufnahmen: Live Live Studio (Berlin), Mediapaten (Berlin), Multicore Productions (Hamburg)
Aufgenommen von: Frank willer, Marko Peter Bachmann, Sebastian Pobot
Design: Lars Vollbrecht (www.gloryboards.de)
Digitale Illustration: iStockphoto/cemagraphics

|Die Ausstattung:|

Das Booklet zeigt vorn einen blauen, im Weltall schwebenden Planeten, über dem ein großes „F“ prangt. Die aus der Zeichentrickserie bekannten Figuren sind hier leider nicht zu sehen, was dem Im-Vorbeigehen-Käufer sicher schnell ins Auge gesprungen wäre. Das wird aber wohl lizenzrechtliche Gründe haben, die den Verlag noch mal extra gekostet hätten. Verständlich, dass man hier sparen wollte.

Im Innern finden wir unter dem Slogan „Wir bringen euch eure (Hörspiel-)Jugend zurück!“ reichlich Werbung in eigener Sache und verschiedene Serien, die den Kassettenkindern der 80er Jahre bekannt sind. Zusätzlich gibts noch ein paar Infos zum Erfinder des Captains, Edmond Hamilton, und etwas Buchwerbung. Eine kurze Inhaltsangabe, nebst Sprecher- und Rollenverteilung gibts zusammen mit den Technik-Credits auf der Rückseite des Jewel-Case zu lesen.

Einen Schreib- und einen Tippfehler gibts bei aller Perfektion im Klappentext und im Booklet trotzdem zu finden: Zum einen ist das Labor „verweist“ und zum anderen ist „es“ mit Leigh Brackett verheiratet gewesen.

_Mein Fazit:_

Captain Future ist tatsächlich wieder zurück, in einer inszenierten Lesung, die mit altbekannter Musik, Geräuschen und authentisch wirkenden Sprechern mehr Stimmung bietet als so manches Hörspiel. Die Story ist klassisch und kann auch ohne jegliche Captain-Future-Vorkenntnisse von Science-Fiction-Hörspielfans jeden Alters genossen werden. Und nicht nur Retro-Fans werden nach über 75 Minuten spannender Unterhaltung gespannt auf die nächste Folge warten.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 75:08 Minuten
Tracks: 10
ISBN-13: 978-3943166026|
[www.highscoremusic.com]http://www.highscoremusic.com

Perry Rhodan – Menschheit am Scheideweg (Silber Edition 80, Teil 3 von 4)

_|Menschheit am Scheideweg|:_

Teil 1: 351 MB, 4:09 h, 47 Tracks
Teil 2: 370 MB, 4:22 h, 53 Tracks
Teil 3: _363 MB, 4:18 h, 52 Tracks_
Teil 4: – erscheint am 20.03.2012 –

_Die Handlung:_

Das Jahr 3460. Die Milchstraße steht unter der Herrschaft des technisch überlegenen Konzils der Sieben. Leticron, der oberste Helfershelfer der Invasoren, erstickt jeden Widerstand mit eiserner Faust. Die wenigen Menschen, die seinen Truppen entkommen konnten, haben sich in den Schutz einer Dunkelwolke geflüchtet. Da keimt unerwartet neue Hoffnung. Kroiterfahrn, der todkranke Angehörige des bislang unbekannten Konzilvolks Greikos, trifft in der Galaxis ein. Er glaubt, eine Insel des Friedens und des Wohlstands vorzufinden, geschaffen von der gütigen, gerechten Hand des Konzils. Wird es den Menschen gelingen, ihm die Augen für die Wahrheit zu öffnen? Erde und Mond treiben währenddessen nach der misslungenen Flucht durch den Hyperraum weiter im »Mahlstrom der Sterne«, einer unendlich weit entfernten Region des Alls. Noch wärmt das Licht hunderter Atomsonnen die Urheimat der Menschen – doch Perry Rhodan weiß, dass er eine neue Sonne für sie finden muss. Rhodans einzige Hoffnung sind die erklärten Feinde der Terraner.
(Verlagsinfo für die komplette |Silber Edition 80|)

|Dieser Teil|:

In der zweigeteilten Handlung wird erst erzählt, welches Schicksal der Greiko Kroiterfahrn, der vom Ersten Hetran Leticron gejagt wird, in der Milchstraße erleidet und welch genialen Plan der Arkonide Atlan damit verbindet. Später blendet die Handlung um in den Mahlstrom, wo auf einem DINO-Supertender gegen Perry Rhodan rebelliert wird. Aber, wer ist an Bord des Schiffes in der Überzahl?

_Mein Eindruck:_

Endlich gehts weiter. Wir steigen direkt an der Stelle der Handlung wieder ein, an der USO-Agent Braunter „Goethe“ Schulz seine von den Laren verfälschte Erinnerung wiedererlangt hat. Und auch der riesenvogelartige Greiko Kroiterfahrn ist wieder mit dabei und nicht mehr wirklich davon überzeugt, dass die Laren ihm die Wahrheit erzählen.

Nachdem Schulz dem Greiko zusammen mit Atlans USO in der Milchstraße die Realität zeigen, dass die Laren nämlich nicht die netten Außerirdischen von nebenan sind, wird der Riesenvogelartige zunehmend schwächer. All das Leid und Unheil, das er sehen musste, schlägt ihm so auf das Gemüt, dass sein Psyche das nicht aushält. Und nicht erst an dieser Stelle möchte der Hörer den Greiko gern mal knuddeln, auch wenn das aufgrund des Größenunterschieds rein anatomisch gesehen schlecht möglich wäre.

Und auch mit Schulz kann man mitfiebern, der der Annahme unterliegt, dass Atlan Kroiterfahrn einfach Leticron ausliefern will, damit dieser ihn kaltblütig töten kann … denn so lautet dessen Auftrag, den er von den Laren bekommen hat. Dass am Ende alles nicht ganz so verläuft, wie Leticron und Schulz erwarten, das ist der genialen Erzählweise der Autoren zu verdanken und beruhigt dann auch wieder das Gemüt des Hörers.

Was von der abtrünnigen Raumschiffbesatzung gegen Ende zu halten ist, die sich im Mahlstrom von Perry Rhodan lossagen wollen, das bleibt abzuwarten. Aber an dieser Stelle wird dann der letzte Teil der |Silber Edition| den Faden aufnehmen und den Zyklus zum Abschluss bringen. Noch ist alles relativ offen, und wie es ausgeht, ist nicht abzusehen … gut so.

|Das Hör-Erlebnis:|

Tom Jacobs‘ Leticron klingt aufgeregt, sein Kroiterfahrn eher wie ein unschuldiges Kind … beides passt perfekt zu den beiden Charakteren, die in diesem Teil die Hauptrollen spielen. Jedes Gefühl und jede Begebenheit wird dem Hörer authentisch und lebendig vermittelt, sodass hier bis zum Schluss keine Langeweile oder ein Abdriften aufkommen.

Mit von ihm gewohnt vollem Einsatz schafft es Jacobs wieder, den Hörer die volle Spieldauer über in seinem Bann zu halten und an die Story zu binden. So erleben wir hautnah das Schicksal des Greikos, Leticrons Jagd auf ihn und die Gefühlsachterbahn, die der USO-Agent Schulz durchlebt.

|Die MP3s|

Die Qualität der MP3s entspricht dem Eins-A-Medien-Standard: 192 kbps, 41,1 kHz und Joint Stereo. Die Tracks sind fortlaufend nummeriert, wobei die Tracknummer im Dateinamen vorn steht und im ID3-Tag am Ende. Auch sämtliche Namen der an der kompletten |Silber Edition| beteiligten Autoren wurden mit in das ID3-Tag der Dateien geschrieben. Dies macht den Eintrag in der Playlist einiger Abspielgeräte so lang, dass nur noch die Autorennamen zu sehen sind und der Titel am Ende abgeschnitten wird.

Diesmal ziert die grafisch aufpolierte Front von Band 696 „Botschafter des Friedens“ die ID3-Tags. Das Bild liegt dem Hörbuch zusätzlich als JPG- und als PDF-Datei in der Auflösung 1448 x 1444 bei.

Der Download ist auch als One-Track-Version erhältlich.

_Mein Fazit:_

Der Hörer leidet mit dem armen vogelartigen Kroiterfahrn, der das wahre Gesicht der Laren zu sehen bekommt, regt sich zusammen mit dem USO-Agenten Schulz auf, jagt den Greiko mit Leticron und rebelliert am Ende gegen Perry Rhodan. Der Handlungsbogen rund um den Greiko wird mit einem genialen Plan Atlans abgeschlossen und mit einer Rebellion geht es wieder zurück in den Mahlstrom. Dort wird sich wohl der Abschluss des Zyklus abspielen … oder auch nicht, wir werden es im nächsten Teil erleben.

|MP3-Download mit ca. 363 MB Größe
Spieldauer der Lesung: 4:18 h
Anzahl der Tracks: 52
Sprecher: Tom Jacobs
ISBN-13: 978-3943393170|
[www.einsamedien.de]http://www.einsamedien.de
[www.perry-rhodan.net]http://www.perry-rhodan.net

Eine Hörprobe stellt der Verlag [hier]https://www.einsamedien.de/index.php?id=16&productID=38762 vor.

|Hinweis:| Die |Silber Edition 80| wird zusammen mit dem letzten Download-Teil ab dem 20. März 2012 auch komplett auf zwei MP3-CDs im Handel erhältlich sein.

 

Point Whitmark: Verirrt im Spinnenwald (Folge 35)

_Die Handlung:_

Liegt tief im Wickham Forest wirklich ein über hundert Jahre alter Bunker verborgen? Und wenn ja, welche Geheimnisse mag er in seinen lichtlosen Kammern verwahren? Jay, Tom und Derek wollen die Wahrheit herausfinden und verabreden sich, um den düsteren Wald zu durchkämmen. Doch das Böse lauert unter den alten Bäumen. Es treibt die Tiere fort und es breitet sich aus. Derek ist plötzlich unauffindbar. Tom macht sich allein auf die Suche, doch auch er verfängt sich im Netz der achtbeinigen Schrecken. So bleibt Jay keine Wahl, als seinen Freunden in das Herz der Finsternis zu folgen …
(Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ja, ist denn schon Halloween? Das könnte man sich beim Lesen des Klappentexts fragen. Ja, sind wir denn bei „John Sinclair“? Das denkt sich der Hörer nach der ersten Minute. Und was denn die Radnetzspinnen, die hier gleich zu Anfang zu den vermeintlichen Hauptgegnern dieser Folge stilisiert werden, so Böses im Schilde führen sollen … so gut wie jeder, der auf sie trifft, ekelt sich oder hat eine Phobie. Hörspielfreunde ohne Spinnenangst fragen sich aber mit zunehmender Handlungsdauer, wo denn die Spannung bleibt.

Mehr oder weniger erleben wir in dieser Folge drei Solo-Abenteuer. Derek gerät im Wald in ein dunkles Loch. Jay treffen wir bei einem Interview mit einem arroganten Öko-Kuchentester, der sich den Magen verdirbt. Woran … das interessiert den Hörer zwar nicht wirklich, aber die Auflösung dessen schließt gegen Ende den Kreis auch zu diesem Ereignis. Und plötzlich wird aus einem Spinnen-Grusel-Schocker ein gut durchdachter Öko-Krimi, an dessen Ende dann auch noch Tom seinen Anteil hat … gutes Timing, denn viel länger dauert die Folge dann zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr.

Nicht nur die vielen Spinnen und die ständigen Hinweise darauf fallen in „Verirrt im Spinnenwald“ auf, teilweise gibt es wirklich sehr viel beschreibenden Erzähler-Einsatz zu hören, sodass die Folge oft wie eine inszenierte Lesung wirkt.

Die Auflösung des Ganzen zeigt, dass sich der Autor etwas bei allem gedacht hat und die Zusammenhänge sind im Nachhinein schon clever aufgebaut … leider muss man wirklich bis zum Ende der Folge warten, bis man das erkennt. Bis dahin ist diese Episode von „Point Whitmark“ leider wenig fesselnd, weil sie irgendwie sehr zusammenhangslos und konstruiert wirkt … geschickt konstruiert ist sie ja auch, aber das wissen wir ja über 50 Minuten lang nicht.

Und zur Ehrenrettung der Spinnen wird am Schluss noch mal erwähnt, dass Spinnen ja eigentlich doch sehr nützlich sind und Ungeziefer vertilgen … und plötzlich agieren alle Beteiligten so, als hätten sie die ganze Folge über keine Angst vor ihnen gehabt …

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Jürg Löw
Jay Lawrence: Sven Plate
Tom Cole: Kim Hasper
Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss
Basil Cricket: Claus-Dieter Clausnitzer
Christable Molensky: Liane Rudolph
Greg Sellars: Oliver Beerhenke
Donnie Hornberger: Ulrich Voß
Mr Norwood: Bert Stevens
Mrs Norwood: Karin Buchholz
Selma Metheny: Ingeborg Wunderlich
Mr Finlayson: Thomas Petruo
Mr Quinlan: Frank Schaff

|Technik-Credits:|

Regie, Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Volker Sassenberg
Musik: Matthias Günthert und Volker Sassenberg, Markus Segschneider und Manuel Rösler
Tontechnik und Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration & Cover Design: Ingo Masjoshusmann
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Produziert von Volker Sassenberg

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Bildergalerie der bislang erschienen Folgen, diesmal ohne Vorschau auf eine kommenden Folge, was hoffentlich nur bedeutet, dass sonst kein Platz mehr fürs Verlags-Logo gewesen wäre. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Die Auflösung ist hier leider interessanter als der Weg dorthin. Der Hörer kann die Zusammenhänge und den Sinn und Zweck der Handlungs- und Spinnenfäden die ganze Zeit über nicht so recht einordnen. Arachnophobiker werden sich eine Stunde lang davon ablenken lassen, dass nur wenig passiert und zu entdecken ist. Wer aber keine Angst vor Spinnen hat, der wird erst am Ende durch die Auflösung milde gestimmt.

|1 Audio-CD
Spieldauer: 56 Minuten
Tracks: 10
EAN: 0886979695122
Vom Verlag empfohlen ab 6 Jahren|
[www.point-whitmark.de]http://www.point-whitmark.de

_|Point Whitmark| bei |Buchwurm.info|:_
Folge 1: [„Die Bucht der 22 Schreie“ 5128
Folge 2: [„Die rote Hand des teufels“ 5256
Folge 22: [„Die blutenden Schlüssel“ 4793
Folge 23: [„Der Duft der Finsternis“ 5058
Folge 24: [„Am Tag der großen Flut“ 5410
Folge 25: [„Die fiebrigen Tränen“ 5551
Folge 26: [„Die Diener der Pest“ 5743
Folge 27: [„Eiland der Gespenster“ 5817
Folge 28: [„Der leere Raum“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6175
Folge 29: [„Der Seelenkünder (1/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6518
Folge 30: [„Der Seelenkünder (2/2)“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6670
Folge 32: [„Hauptrolle: tot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7330
Folge 33: [„Das Schloss des Blutmalers“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7398
Folge 34: [„Die einäugigen Puppen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7591
Folge 35: [„Verirrt im Spinnenwald“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7749

Wallace, Edgar / Herwald, Hans-Joachim – Edgar Wallace: Das Gesicht im Dunkeln (Hörspiel) (Folge 01)

Die Edgar Wallace Hörspiel-Serie von MARITIM bei |Buchwurm|:

_01 – Das Gesicht im Dunkeln_
02 – [Bei den drei Eichen]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2094
03 – [Der Unheimliche]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3770
04 – [Der Banknotenfälscher]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3229

Fast jeder kennt den englischen Dramatiker, Regisseur und Kriminalschriftsteller Richard Horatio Edgar Wallace (1875 – 1932), unter dessen Namen grade im deutschen Kino der Spätsechziger eine ganze Reihe inzwischen berühmt-kultige Filme entstanden. Sein Werk ist voller Evergreens der Krimiliteratur, an welche sich auch MARITIM bereits in den Achtzigern in Form von Hörspiel-Adaptionen machte. Damals noch mit Manfred Krug. Ab 2004 erfuhr die Serie dort eine Frischzellenkur und wurde noch einmal neu aufgelegt. Das heißt, andere bekannte Sprecher hinzugezogen und die Soundkulisse aufgepeppt. Lediglich die Musik blieb weitgehend unverändert. Inzwischen werden diese Hörspiele auch als Downloadfassung angeboten und es gibt sie entweder einzeln oder in Editionen zu jeweils vier Folgen zusammengefasst.

_Zur Story_

Es beginnt mit dem Diebstahl eines teuren Halsbandes der Königin von Schweden, für welchen die gerade frisch vom Lande in London eingetroffenen Audrey Bedford für zwölf Monate ins Gefängnis soll – ihrer Schwester zuliebe, die irgendwie darin verstrickt zu sein scheint, gesteht sie Beihilfe. Scotland-Yard-Captain Richard „Dick“ Shannon war stets davon überzeugt, dass die junge Frau – obwohl man das Collier bei ihr fand – nichts damit zu tun hatte, dennoch sitzt Audrey neun Monate ihrer Strafe ab und wird dann vorzeitig entlassen. Nun ist sie auf Jobsuche und gelangt schließlich in die Dienste des seltsamen, menschenscheuen Mr Malpass. Der – und dessen dubioser Nachbar Mr Marshalt – bereiten grade wiederum Captain Shannon berufliches Kopfzerbrechen, so kreuzen sich die Wege von Audrey und Dick schon wieder. Es wird nicht das letzte Mal bleiben, bis endlich Licht auf das ominöse „Gesicht im Dunkeln“ fällt und sich die beiden nach etlichen Gefahren in die Arme schließen können.

_Eindrücke_

Wer die Vorlage (die inhaltlich nichts mit der Rialto-Verfilmung zu tun hat) nicht kennt, kann sich durchaus mit den ganzen Figuren verheddern, die überdies nicht immer logisch bzw. oft zusammenhanglos wie absolut naiv zu agieren scheinen. Es wird zwar (zu) viel erklärt, doch erschließt sich dem Hörer so manche Aktion nicht. Vor allem jenes ständige Vorwegnehmen spannungsförderlicher Informationen trägt nicht grade bei, einen ebensolchen Bogen zu spannen, geschweige denn ihn zu halten. Im Original von 1924 sind die Verstrickungen auch wesentlich komplexer und nicht so platt arrangiert, hier wirkt die Erzählstruktur dagegen konfus. Ansonsten lehnt sich das Hörspiel vom Flair her aber doch eher an die späteren Wallace-Filmadaptionen an. Im London der Zwanzigerjahre dürften Automobile, Taxis und ähnliche technische Errungenschaften, wie sie hier zur Verfügung stehen, wohl kaum anzutreffen gewesen sein. Inklusive des dargestellten Gesellschaftslebens spricht mehr dafür, dass die Handlung in den Sechzigern spielt.

Die Sprecherleistung ist durchwachsen. Routinier Eckhart Dux, der hier als Erzähler fungiert, dürfte Hörspiel-Fans sicher ein Begriff sein, andere kennen ihn vermutlich als Stimme ungezählter TV-Werbeclips. Das passt ganz gut, er macht den Job mit Abstand am Besten. Auf der anderen Seite der Skala ein lispelnder (!) Sprecher, der ausgerechnet auch noch Smith heißt. Mit einer typisch germanischen Fehl-Betonung des „Ti-äitsch“. Naja. Auch Barbara Fenner als fiese Schwester lässt ein bisschen viel des Guten, respektive Schlechten, walten – ein Teil dieses massiven Overacting gibt ihr dabei sicher das Drehbuch vor, dennoch ist es schon fast schmerzhaft nervig. Das ist sowieso voll mit allerlei Ungereimtheiten, nicht nur logischer, dramaturgischer und struktureller Natur. Hinzu kommen solche handwerklichen Patzer wie willkürlicher Wechsel der Anrede zwischen dem deutschen „Herr“ und dem englischen „Mister“. Dann wandelt sich Miss Bedford am Ende gar in Mrs (sic!) Torrinton, was auch aus Gründen der Übersichtlichkeit, hätte unterbleiben können.

_Die Produktion:_

Regie & Bearbeitung: Hans-Joachim Herwald
Musik: Alexander Ester
Buchadaption: Mik Berger

Sprecher und Figuren:
Eckhart Dux (Erzähler), Thomas Kröger (Captain Dick Shannon), Tim Knauer (Inspector Steel), Steffi Kindermann (Audrey Bedford), Barbara Fenner (Dora Elton), Robert Missler (Lacy Marshalt), Guido Zimmermann („Slick“ Smith), Rolf Jülich (Dan Torrington), Holger Potzern (Privatdetektiv Willit)

_Fazit_

Wenn man die Vorlage schon zusammenstreicht/streichen muss, damit sie auf ein verdauliches Hörspielmaß herunter schrumpft, dann sollte man wenigstens dafür Sorge tragen, dass die Handlung hernach nicht dermaßen zusammengeschustert und konfus wirkt sowie durch spannungshinderliche Erklärungen auch noch zusätzlich ausgebremst wird. Sprecherseitig und von der Soundkulisse her, ist „Das Gesicht im Dunkeln“ ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei, liegt aber zumindest noch im stabilen Mittelfeld. Die Maritim-Produktion wird dem recht komplexen Original leider nicht gerecht, da war für die Auftaktfolge der neu aufgelegten Edgar-Wallace-Serie des Hauses noch jede Menge Luft nach oben. Da müssen sich die nachfolgenden Hörspiele der Reihe nicht sonderlich anstrengen sie zu toppen.

|Hörspiel mit einer Laufzeit von ca. 77 Minuten
nach dem Roman „The Face in the Night“ (1924) von Edgar Wallace
Erhältlich als:
CD/MC (Maritim 2004)
Download (Audible 2008), ungekürzte Hörspielfassung – ca. 72 MB, AAX-Format|

Direktlinks zu Audible:

Als Einzeltitel – [Edgar Wallace – Das Gesicht im Dunkeln]http://www.audible.de/pd/B004UVC9YK?ref__=sr__1__1

Als Teil einer Sammlung – [Edgar Wallace – Edition 1]http://www.audible.de/pd/B004UW3DXA?ref__=sr__1__1

Neuschaefer, Katharina – Erschaffung der Welten, Die (Nordische Sagen 2) (Lesung)

_|Nordische Sagen|:_

Folge 1: „Odin, der Göttervater“
Folge 2: _“Die Erschaffung der Welten“_
Folge 3: „Thor, der Donnergott“
Folge 4: „Vom Ende der Zeit – Ragnarök“

_Von Riesen, Göttern und richtig fiesen Drachen _

Es gab eine Zeit vor der Zeit. Da herrschte das Nichts. Es gab weder Götter noch Menschen, keine Zwerge und auch die drei Welten waren noch nicht erschaffen. Dann aber gebaren Feuer und Eis die ersten Lebewesen, und mit ihnen trat das Böse in die Welt. In jener Vorzeit war es auch, als der erste Mord geschah und die Feindschaft zwischen Riesen und Göttern begann.

Für Odin, den obersten Gott, war es nun nicht leicht, alle Wesen und Dinge zu erschaffen, denn auf ihm lastete ein Fluch, der ebenso schnell wuchs und gedieh wie Yggdrasil, die Weltesche … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt die Lesung ab 7 Jahren.

_Die Autorin_

Katharina Neuschaefer studierte Musikwissenschaft und Germanistik und arbeitet als Radiojournalistin und Moderatorin bei Bayern 4 Klassik. Sie ist Autorin und Regisseurin zahlreicher Hörspiele und Musikgeschichten für Kinder. Für ihre journalistische Arbeit wurde sie mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie erzählt die altisländischen Edda-Sagen neu und bietet sie sortiert dar.

_Der Sprecher_

Peter Kaempfe studierte von 1974 bis 1978 Schauspiel in Hannover. 1980 gründete er die Theater-und Musikcompagnie „Pompoffel“ in Bremen und spielte von 1984 bis 1990 bei der Bremer Shakespeare Company. 1990 gründete er gemeinsam mit zwei Kolleginnen DAS TAB. Er lebt in Bremen und arbeitet als Schauspieler, Sprecher, Autor und Regisseur. Für Igel-Genius nahm Peter Kaempfe die Reihe „Griechische Sagen“ auf, dazu die Jury der hr-2 Hörbuchbestenliste: „Die Interpretation von Peter Kaempfe muss überragend genannt werden“. Seine Aufnahme der „Ilias“ wurde 2006 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert.

Produzent war Leonhard Huber.

Zur Hörprobe: http://www.igel-records.de/nordische-sagen-die-erschaffung-der-welten

_Inhalte_

Es gab eine Zeit, da lebten die Götter, die Menschen und Elben, die Zwerge und Riesen sowie die Unterirdischen noch in verbundenen Welten. In dieser Zeit saß in jeder Vollmondnacht eine Wölwa oder Seherin auf einem Hügel nahe dem Götterreich Asgard. Ihr inneres Auge blickte in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und nichts blieb der zauberkundigen Frau verborgen. Selbst die Götter baten sie um Rat, um an ihrem ewigen Wissen teilzuhaben. Wer in jenen besonderen Nächten zu der Seherin auf den Hügel stieg und sich zu ihr ans Feuer setzte, erhielt Auskunft …

Am Anfang (so erzählt sie) waren die Welten noch nicht voneinander getrennt, sondern es gab nur die Leere: Ginungagap. Doch dort, wo das südliche Feuer Muspelheims auf das kalte Eis Niflheims traf, befand sich der Brunnen Quergelmir, dem die elf giftigen Flüsse Niflheims entsprangen. Der Riese Ymir, sowohl Mann als auch Frau regte sich und raunte die ersten Worte, als die Temperaturen stiegen und er zu schwitzen begann. Aus seinem Schweiß entstanden Mann und Frau, der Riese Knutgelmir aber aus seinen Beinen.

Mehr Riesenarten entstanden, bevor es zur Existenz der Götter kam. Ymir hatte Hunger, da entstand für ihn die Urkuh namens Audumla. Sie sollte ihm Milch geben. Als er sie mit Eisblöcken tränkt, leckt er einen Mann namens Buri frei, dessen Sohn Bur ins Lager der Riesen zieht. Mit der Riesin Bestla, mit der er vor seinen Vettern fliehen muss, zeugt er Drillinge: Odin, Vili und Ver. Dies sind die ersten Asen.

Odin hasst das Erbteil der Riesen in ihm, was auf Gegenseitigkeit beruht: Kaum haben die Riesen ihre Kusine Bestla gefunden, kommt es zum Kampf mit ihren Kindern, die obsiegen. Odin betrachtet sich als etwas Besseres, als Anführer, und als Goot verlangt es ihn danach, sich auszuzeichnen. Doch kaum ist der Palast fertig, steht schon wieder ein Heer Riesen vor den Göttern und verlangt nach Kampf.

Odin geht diesmal gewitzter vor und entfesselt die Naturelemente. Das weckt Ymir auf, der sich bei Odin beschwert. Da der Götterchef gerade mit Kämpfen beschäftigt ist, reagiert er leicht genervt. Ymir ist leicht beleidigt und wächst über alle Maßen. Bald hat Odin genug von dem Störenfried und rammt ihm einen Eiszapfen ins Herz. Dessen Blut schwillt zu einer Flut an, die die Riesen ertränkt – bis auf Bergelmir und eine Frau, die auf einem Baumstamm entkommen.

Die Asen aber werfen Ymirs riesigen Leichnam hinab in den Ginungagap. Daraus entstehen Himmel, Erde, Wasser, und der Schädel bildet das Himmelsgewölbe. Zu dessen Tragen stellt Odin die Zwerge ab, außerdem formt er allerlei Kulissen: Wolken (aus dem gehirn Ymirs), Erde, Gras und schließlich sogar Gebirge. Ein heißer Wind aus Muspelheim weht Funken herbei, die Odin als Sonne, Mond und Sterne am Himmelsdach anbringt. Alles sehr hübsch.

Bergelmir jedoch, der entkommene Riese, sinnt auf Rache. Er würgt Odin, doch Odin siegt und hätte ihn schließlich getötet, wenn nicht Ver interveniert hätte. Stattdessen verbannt Odin Bergelmir und dessen Rasse nach Utgard, von dem er Midgard durch einen hohen Wall abgrenzt. Bergelmir aber droht den Asen den Untergang an und schwört einen blutigen Schwur, den er mit einer magischen Rune besiegelt.

Also sprach die Wölwa: Einst wird kommen die Wolfszeit, so Ragnarök genannt, wenn die Riesen zurückkehren und der Fenrirwolf den Fimbulwinter ankündigt. Dann werden die Unterirdischen, also Wolfskinder, Zwerge, Nachtgeschöpfe und alle Freunde der Totengöttin Hel, über die Welten der Asen, Menschen, Zwerge und Lichtelben herfallen.

Yggdrasil hingegen, die Weltenesche, die alle Welten verbindet, krankt bereits an ihrer untersten Wurzel. Denn dort nagt der Drache Nidhöggr an ihr. Davon berichten Odin seine beiden Raben Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung). Er wandelt von Asgard üb er die Regenbogenbrücke Bifröst nach Niflheim, bis er zur untersten Wurzel gelangt. Tatsächlich sind hier Nagespuren zu finden, die von einem großen Tier stammen.

Er muss sich in einen Adler verwandeln und hochfliegen, bis er im Gebirge den Eingang zu einer Höhle findet. Deren Tunnel führt ihn zu einer riesigen Grotte voll blauem Licht. Hier ist eine große Wurzel Yggdrasils umgeben von einem Wall. Es ist das Nest des schwarzen Drachen Nidhöggr, der ihn aus roten Augen betrachtet. „Bist du Odin?“ Er hat ihn bereits erwartet, denn das Eichhörnchen Ratatösk hat Odins Kommen angekündigt. Es weiß alles, was in Asgard vor sich geht. Doch so sehr Odin dem Drachen auch droht, so fruchtet es doch nichts. Müde und verdrossen kehrt er heim.

Dann fasst er einen kühnen Entschluss. Yggdrasil hat noch zwei weitere Wurzeln, eine in Utgard, bewacht vom allwissenden Mimir, und eine in Alfheim bei den Lichtalben, wo die drei Nornen ihm doch Auskunft geben können müssten, oder?

Als Odin die drei alten Frauen betrachtet, überläuft ihn eine Gänsehaut. Sie sitzen an der Quelle Urd und spinnen das Schicksal der Menschen, den Göttern aber sagen sie weis. Als er sie auf Yggdrasils Schicksal anspricht, beruhigen sie ihn mit einem Rätsel: Das Schicksal der Esche sei an den Himmel gehängt …

_Mein Eindruck_

Wie oben ersichtlich, ist dies der erste Teil der vierteiligen Serie über Nordische Sagen. Der Text ist leicht verständlich, wenn auch die Ereignisse, von denen die Wölwa berichtet, mitunter höchst wunderlich sind. Dies sind eben nicht die Vorstellungen der Antike oder der nordamerikanischenVölker über die Weltentstehung, sondern eben die düstere nordische Variante. Aber geschickt wird jede Art von nationalistischer Überhöhung vermieden, damit ja kein Teutonenkult geweckt wird.

Im Mittelpunkt steht von Anfang an der Konflikt mit den Riesen, der von Odin und seinen Asen bewältigt werden muss. Die Logik bleibt leider häufig auf der Strecke und viele Fragen entstehen, so etwa die nach der Herkunft gewisser Götter und Riesen. Offenbar sind diese Geschichten herzlich wenig für den Biologieunterricht geeignet.

Schön arbeitet die Autorin jedoch heraus, wie die Welt, die wir heute sehen, aufgebaut ist. Alles ist wohlsortiert nach Lebens- und Herrschaftsbereichen, für Asen, Menschen (ask und Embla waren die Ersten), Zwerge und Alben (dunkle wie helle). Dass sich dereinst die Unterwelt gegen die Oberwelten erheben werde, ist eine vertraute Vorstellung, und von Ragnarök, der Götterdämmerung, dürfte jeder Wagner-Fan schon einmal gehört haben.

Die alten Isländer, von norwegischer Abkunft, hatte eine düstere Phantasie, wie sie ihrem nördlichen Domizil wohl angemessen war: Wölfe, Drachen, Krieg – kurzum: Weltuntergang in Vollendung. Und die Erbsünde: Die Riesen kämpfen wieder mal gegen die Götter, wie es schon die Titanen gegen die Götter des Olymp taten. Bloß gut also, dass sich der Götterchef Odin um alles frühzeitig kümmert. Er opfert sogar ein Auge, um allwissend zu werden und lässt sich an die Weltenschen binden – mehr davon im nächsten Kapitel über ihn selbst.

|Der Sprecher|

Peter Kaempfe ist ein Routinier, wie man an seiner ruhigen Vortragsweise erkennt. Ert tritt hinter der Erzählerin Wölwa und dem Erzählten zurück, haucht aber unversehens den Figuren wieder Leben ein, wenn Emotionen gefragt sind. Zu diesen Figuren gehört in erster Linie der Göttervater selbst. Man merkt Odin an, dass er seinen Zorn mühsam unterdrückt, wenn er mit dem unbotmäßigen Drachen spricht. Da kann die Stimme schnell in tiefste Tiefen fallen, wohingegen der Drache, ein Reptil, ihm zischend Widerworte gibt. Das wirkt richtig unheimlich.

Aber Odin lacht auch viel, vor allem über Unterlegene und Riesen im allgemeinen. Seine bemerkenswerteste Begengung hat Odin vielleicht mit den drei Schwestern, den Nornen. Ungeachtet ihrer unbarmherzigen Tätigkeit des Schicksal-Spinnens und -Abschneidens (man denke an die griechischen Parzen Klotho, Lachesis und Atropos) sprechen sie äußerst sanft und beruhigend. Dieser Gegensatz kann einen richtiggehend nervös machen.

|Die Musik|

Die Instrumente sind ganz einfache, aber sehr alte: ein afrikanische Krugtrommel; ein Balafon, „die afrikanische Urform des Marimbaphons“ (eine Art Xylophon also); eine tibetische Handtrommel, chinesische Glocken, Zimbeln, Klangschalen und Becken, außerdem ein „traditionelles finnisches Saiteninstrument“, eine „tibetische Trompete“, ein Saxophon, Bass und „verschiedene traditionelle Flöten“.

Man sieht also, dass hier auf sehr ursprüngliche Klänge geachtet wurde. Die entsprechenden Melodien sind ebenso urtümlich, lassen sich aber noch in manchen (abgelegenen) Weltgegenden erlauschen. Es ist, als würde der Hörer in die ferne Vergangenheit lauschen. Das finde ich höchst passend, wenn es um Geschichten über die Entstehung der Welten geht.

Die Musik mischt sich niemals in den Vortrag ein. Nach einem stimmungsvollen Intro hören wir sie stets nur als Intermezzo zwischen Textabschnitten. So haben wir Zeit, das Gehörte zu verdauen. Das Outro geleitet uns wieder uns wieder aus der Lesung hinaus, als würden wir eine andere Zeit verlassen.

|Das Booklet|

Das Booklet ist ein wichtiges Hilfsmittel für den Hörer, um sich in der Vielzahl der im Vortrag geschilderten Welten zurechtzufinden. Fünf Welten sind abgebildet (von oben nach unten): Ginungagap, die Leere, aus der alles hervorging; Asgard, Heim der Asen / Götter; daneben Vanheim, Heim der Vanen; darunter Midgard alias Mittwelt, wo Menschen, Riesen (in Jötunheim) und Zwergen existieren: schließlich ganz unten Niflheim, wo Drache, Wölfe und die Totengöttin existieren.

Zweitens bietet diese Darstellung auch einen Stammbaum für die wichtigsten Asen und ihre Kinder. Odin und seine zwei Brüder stammen also von den Riesen ab, und daraus ergibt sich eine Menge Ärger. Das Booklet liefert also erhellende Zusammenhänge, die sich angesichts der verzweigten Handlung und der Vielzahl der Namen als höchst willkommen erweisen.

_Unterm Strich_

Diese Fassung der Sagas vermittelt die nordische Schöpfungsgeschichte den Kindern ab sieben Jahren sowohl gut verständlich als auch spannend und vergnüglich. Wenn sich Götter und Riesen kloppen, sorgt das für Unterhaltung, doch so richtig Spannung will erst im zweiten Teil aufkommen, wenn Odin entdeckt, dass die Welt, die er (mit-) geschaffen hat, zum Untergang verurteilt ist.

Mehrere Szenen sind recht eindringlich geschildert, so etwa die Begegnung mit dem Drachen Nidhöggr und die mit Ratatösk, dem eifrigen Eichhörnchen. Obwohl sie selten genau charakterisiert worden sind und auch hier quasi eine Dreeinigkeit bilden, sind die Nornen doch deutlich als eine Macht, die außerhalb Odins Herrschaftsbereich existiert und sich auch von ihm nicht beeinflussen lässt.

Diese Fassung macht neugierig auf mehr, insbesondere auf die makabren Streiche von Loki sowie die Taten von Thor, dem Donnergott. Man sollte sich also das gesamte Quartett der Nordischen Sagen zulegen.

|Das Hörbuch|

Peter Kaempfe trägt die Erzählung der Seherin routiniert und zurückhaltend vor. Er haucht den Figuren Leben ein, wenn es darauf ankommt, ohne sie jedoch individuell zu charakterisieren. Vor meinem geistigen Auge wurde Odin nie zu einer Gestalt, die bestimmte Eigenschaften hat – ihre Wirkung wird nämlich immer nur behauptet, aber nie gezeigt. Und auch später bleibt Odin merkwürdig passiv, was ich schade fand. Action findet man also nur am Anfang, wenn sich Asen und Riesen kloppen – nicht gerade die heroische Saga, die ich erwartet hatte. Somit wirkt die ganze Geschichte recht harmlos, genau richtig für die kleinen Steppkes.

Die bemerkenswert instrumentierte Musik hebt den musikalischen Beitrag über das gewohnte Maß hinaus. Das Booklet liefert willkommene Zusatzinformationen für den erwachsenen Hörer und Leser. Insgesamt hält sich meine Begeisterung in Grenzen, aber die Produktion ist ja auch nur ein Viertel des Gesamtwerks.

|2 Audio-CDs
Spielzeit: 108 Minuten
ISBN-13: 978-3893532995|
http://www.igel-records.de/