
Kategoriearchiv: Belletristik
Marjan Kamali – Die Löwinnen von Teheran

Kazuo Ishiguro – Der Maler der fließenden Welt. Roman

In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts hat der Maler Masuji Ono seine Kunst in den Dienst der japanischen Expansionspolitik gestellt. Jetzt, nach dem Krieg, ist sein damaliger Hurrapatriotismus anrüchig geworden, und als seine Tochter heiraten will, wird seine Vergangenheit zur Belastung für die Familie. Seine Lebensbeichte offenbart ein heilloses Geflecht von Schuld und Irrtum.
Ein atmosphärisch dichter, stets aktuell gültiger Roman über das Verdrängen der Vergangenheit und den Konflikt des Künstlers in der Gesellschaft sowie den Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet. Es erschien zuerst auf Deutsch bei Klett-Cotta 1988.
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Vera Zischke – Pina fällt aus
In ihrem Roman „Pina fällt aus“ erzählt Vera Zischke von Pina und ihrem 20-jährigen Sohn Leo. Pina hat ihr gesamtes Leben darauf ausgerichtet, ihrem Sohn Sicherheit und Struktur zu geben. Leo braucht feste Abläufe und vertraute Rituale, und Pina ist diejenige, die seinen Alltag kennt und zusammenhält.
Doch dann bricht Pina völlig unerwartet zusammen und kommt ins Krankenhaus. Plötzlich ist Leo auf sich allein gestellt – und niemand weiß so recht, wie es weitergehen soll. Die Menschen aus der Hausgemeinschaft, die Leo bisher eher aus der Distanz wahrgenommen haben, müssen sich plötzlich mit der Frage auseinandersetzen, wer Verantwortung übernimmt, wenn die Person ausfällt, die bisher alles getragen hat.
Julian Hermsen – Der Millionär und der Mönch
„Der Millionär und der Mönch – Die Reise geht weiter“ von Julian Hermsen ist die Fortsetzung der Geschichte von Andreas, einem erfolgreichen Unternehmer und Millionär, und seiner besonderen Verbindung zu einem buddhistischen Mönch. Das Buch ist eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte und verbindet persönliche Entwicklung, Spiritualität und die Suche nach einem erfüllten Leben mit den Herausforderungen des Unternehmertums.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob materieller Erfolg und ein erfülltes Leben tatsächlich dasselbe bedeuten. Andreas hat finanziell vieles erreicht, beginnt aber zunehmend, seine bisherigen Vorstellungen von Erfolg und Glück zu hinterfragen. Der Mönch zeigt ihm dabei eine völlig andere Sicht auf das Leben und gibt ihm immer wieder Denkanstöße, die Andreas auch außerhalb des Klosters beschäftigen.
Karsten Dusse – Filmriss auf Immenhof. Trippel. Trappel. Tot.

Der Einstieg ist vielversprechend und zeigt den Autor zunächst in Bestform. Die Kriminalpsychologin Sophia erwacht auf dem Immenhof, neben sich die abgetrennte Hand ihres Ex-Freundes. Von den Ereignissen der vergangenen Nacht fehlt jede Erinnerung. Das Problem: Sie hatte tatsächlich vor, den Mann aus dem Weg zu räumen. Allerdings sah ihr Plan deutlich unspektakulärer aus. Mit K.-o.-Tropfen wollte sie ihn auf einen Stand-up-Paddling-Ausflug mitnehmen, wo er bewusstlos ins Wasser gesunken und ertrunken wäre. Stattdessen ist nun eine Hand verschwunden, und Sophia muss herausfinden, was wirklich geschehen ist und welche Rolle sie dabei gespielt haben könnte.
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Penelope Douglas – Punk 57
„Punk 57“ von Penelope Douglas ist eine intensive New-Adult-Romance, in der es um Freundschaft, Identität, Gruppenzwang, Ausgrenzung und die Frage geht, wie sehr wir uns für andere Menschen verstellen.
Im Mittelpunkt stehen Ryen und Misha, die sich seit ihrer Schulzeit Briefe schreiben. Über Jahre entsteht zwischen ihnen eine enge Freundschaft, obwohl sie sich bewusst nie persönlich treffen. In ihren Briefen können sie offen über ihre Gedanken, Sorgen und Gefühle sprechen, ohne sich von Äußerlichkeiten oder dem sozialen Umfeld des anderen beeinflussen zu lassen.
Doch als sich ihre Wege schließlich im echten Leben kreuzen, müssen beide feststellen, dass die Person, die sie zu kennen glaubten, nicht unbedingt der Mensch ist, der ihnen tatsächlich gegenübersteht.
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Charlotte Tarnowski – Die Ozeanschwimmerin
„Die Ozeanschwimmerin“ von Charlotte Tarnowski ist ein bewegender Roman über Trauer, Verlust, Freundschaft und die Kraft, nach einem schweren Schicksalsschlag wieder ins Leben zurückzufinden. Gleichzeitig ist das Buch eine Hommage an das Freiwasserschwimmen und an die beeindruckende Schönheit, aber auch die Unberechenbarkeit des Meeres. Die Autorin verbindet emotionale Themen mit einer außergewöhnlichen sportlichen Herausforderung und schafft so eine Geschichte, die gleichermaßen berührt, mitfiebern lässt und Hoffnung vermittelt.
Patti Callahan Henry – Das geheime Buch der Flora Lea
Ein Buch taucht auf, das es eigentlich nicht geben dürfte. Als Hazel Linden im Jahr 1960, mittlerweile Mitarbeiterin in einem Antiquariat für seltene Bücher, eine handsignierte Erstausgabe von „Flüsterwald und der Fluss der Sterne“ in den Händen hält, erkennt sie darin unweigerlich jene Fantasiewelt wieder, die sie einst als Kind ersonnen und von der sie niemandem – niemandem außer ihrer kleinen Schwester Flora – je erzählt hatte. Flora, die 1940 spurlos verschwand und deren Verbleib bis heute ungeklärt ist.
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Lily King – Herz König
Die privilegierten Studenten Sam und Yash sind gleichermaßen schräg wie intellektuell. Als sie die wenig motivierte, nebenbei jobbende Studentin Jordan in ihre anregende Welt hineinziehen, entstehen bittersüße Verbindungen – Verbindungen, die Jordan inspirieren, die ihr allerdings auch viel abverlangen, ohne sie zu verbittern.
Jahrzehnte später ist Jordan eine erfolgreiche Schriftstellerin und glückliche Ehefrau sowie Mutter. Dann klopft die Vergangenheit an die Tür und alte Narben werden aufgerissen, aber vielleicht können sie dadurch auch endlich verheilen? Lily King – Herz König weiterlesen
Stanislaw Lem – Die vollkommene Leere. Rezensionen zu fiktiven Büchern

Dieses Buch des gelehrten Polen ist eine fast einmalige Sache: Er stellt Rezensionen von Bücher und Reden vor, die es gar nicht gibt. Das ist zuweilen recht lustig, dann aber auch wieder recht ernst und sogar philosophisch. Insgesamt bietet das Buch interessante Gedankenspiele darüber, was wäre wenn.
„Die vollkommene Leere legt den Snobismus und den Glauben an einen alles erleichternden Fortschritt bloß. Die »vollkommene Leere« bezeichnet ein quälendes Gefühl der Schwerelosigkeit. Es ist dem Handeln und Schaffen im höchsten Maße feindlich, denn es tötet auch die Hoffnung.“ (Verlagsinfo)
Der Autor
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Lene Damonte – PS. Über Apulien leuchtet die Liebe

Trotzdem beginnt das Buch, das sowohl mit seinem Cover als auch dem Titel auf einen Wohlfühlroman hinweist, zunächst überraschend traurig. Die Leser erleben die Protagonistin Rosa dabei, wie sie in einem raschen Auftakt ihre große Liebe Lenni findet. Doch kaum hat man Lenni kennengelernt, ist er auch schon tot. Der plötzliche Tod ihres Partners im Leben wie bei der Arbeit stürzt Rosa in eine tiefe Depression, aus der sie erst mit Hilfe ihrer Freundin Petti herausfinden kann, die sie überzeugt, komplett aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen und auf unbestimmte Zeit auf Reisen zu gehen. Ihr Ziel findet sie mit Hilfe einer Postkarte aus dem Jahr 1999, die aus Apulien gesendet wurde und mit einem „PS. Über Apulien leuchtet die Liebe“ versehen ist — womit sich der Kreis zum Romantitel schließt.
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Patricia Jozef – Gentlemen
In „Gentlemen“ erzählt Patricia Jozef die Geschichte von Marieke und Vik, die seit vielen Jahren ein Paar sind und gemeinsam zwei Kinder haben. Nach außen wirkt ihr Leben geordnet und stabil, doch in ihrer Beziehung ist längst eine emotionale und körperliche Distanz entstanden. Um einen Neuanfang zu wagen, zieht die Familie von der Stadt auf einen abgelegenen Hof in Frankreich. Während Vik sich schnell im neuen Leben zurechtfindet, fühlt sich Marieke zunehmend isoliert und innerlich leer.
Auf der Suche nach etwas, das ihr verloren gegangen ist, beginnt sie heimlich Kontakte zu Escort-Männern zu suchen. Besonders die Begegnung mit John beziehungsweise Rocco verändert ihren Blick auf Nähe, Sexualität und ihr eigenes Leben. Der Roman beschäftigt sich dabei weniger mit Romantik als mit Entfremdung, Sehnsucht und dem Versuch, sich selbst wieder zu spüren.
Evie Woods – Das Geheimnis des Geigenbauers
Devlin, Mitarbeiter der Gepäckabfertigung des Flughafens Heathrow, nimmt eine Geige aus dem Fundbüro mit, die er seiner Freundin schenken möchte. Die hätte jedoch lieber einen Heiratsantrag statt einer Geige bekommen und setzt ihn vor die Tür. Als er erkennen muss, dass das Instrument eigentlich gestohlen worden war, sind ihm die Diebe schon auf den Fersen. Deshalb steht er wenig später samt der Violine vor der Tür seines alten Geschichtslehrers, denn er braucht dringend eine neue Bleibe. Und obwohl der ehemalige Lehrer Walter gerade dabei war, sich das Leben zu nehmen, zieht ihn die mysteriöse Geige ebenso wie Devlin in seinen Bann.
Lucy Clarke – The Sea Sisters
Dieser Spannungsroman erschien 2012 unter dem Titel “Die Landkarte der Liebe” bei Piper.
Inhalt
Das Leben der Engländerin Katie bricht zusammen, als sie erfährt, dass ihre jüngere Schwester Mia auf Bali tot aufgefunden wurde: Laut Zeugenaussagen war es Selbstmord. Doch Katie kann das nicht glauben und als ihr Mias Sachen geschickt werden, trifft sie eine Entscheidung, die alles nachhaltig verändern wird: Sie liest Mias Reisetagebuch, während sie den Spuren ihrer Schwester folgt; Kalifornien, Hawaii, Australien, Bali …
Mein Eindruck:
Seite für Seite entdeckt sie, was Mia entdeckte: gut gemeinte Lügen, dunkle Geheimnisse und schuldiges Schweigen um Familie, Freundschaft, romantische Liebe sowie die Schatten der Vergangenheit … Lucy Clarke – The Sea Sisters weiterlesen
Katharina Fuchs – Schwesternland
„Schwesternland“ ist ein feinfühliger, vielschichtiger Roman über Familie, Herkunft und die unsichtbaren Fäden, die Menschen über Generationen hinweg miteinander verbinden. Im Zentrum steht die Frage, wie sehr unsere Vergangenheit – selbst die, die wir nicht bewusst kennen – unser Leben beeinflusst.
Vier Schwestern treffen sich an einem Ort, der für sie alle eine besondere Bedeutung hat. Doch dieses Wiedersehen ist mehr als ein nostalgischer Rückblick: Es wird zu einer Auseinandersetzung mit alten Verletzungen, unausgesprochenen Konflikten und der eigenen Identität. Parallel dazu entfaltet sich eine historische Spurensuche, die tief in die europäische Vergangenheit führt und zeigt, wie eng persönliche Schicksale mit großen historischen Umbrüchen verwoben sein können.
Lea Blum – Das Echo des späten Lichts
Der Roman erzählt eine besondere, fast poetische Geschichte: Im Mittelpunkt steht keine einzelne Hauptfigur, sondern eine Mundharmonika, die über Jahrzehnte hinweg von Mensch zu Mensch wandert. Dabei verbindet sie unterschiedliche Schicksale in verschiedenen Ländern und Zeiten.
Die Handlung beginnt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und verfolgt die Reise des Instruments bis in die 1990er Jahre. Auf diesem Weg begegnet der Leser Menschen, die mit Verlust, Hoffnung, Liebe und Identität kämpfen. Die Mundharmonika wird dabei zum Symbol für Erinnerung, Trost und die verbindende Kraft der Musik.
Aisling Rawle – Das Spiel
Der Roman Das Spiel von Aisling Rawle erzählt von einer Gruppe junger Menschen, die unfreiwillig Teil einer abgeschotteten Reality-Show werden. In einer künstlichen Umgebung, fernab der Außenwelt, sind sie gezwungen, Beziehungen einzugehen, Aufgaben zu erfüllen und sich einem System zu unterwerfen, das sie permanent beobachtet und bewertet.
Im Zentrum steht die Idee eines sozialen Experiments: Wie verhalten sich Menschen, wenn sie unter Druck stehen, ständig beobachtet werden und ihr Weiterkommen davon abhängt, wie gut sie sich anpassen, manipulieren oder durchsetzen können?
Christian Huber – Solange ein Streichholz brennt
Der Roman „Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber ist weit mehr als eine klassische Liebesgeschichte. Im Kern erzählt er von zwei Menschen, die auf völlig unterschiedlichen Seiten der Gesellschaft stehen – und davon, was passiert, wenn sich ihre Wege kreuzen.
Dabei verhandelt das Buch große Themen wie soziale Ungleichheit, Ausgrenzung, Schuld und die Sehnsucht nach Nähe. Es geht um die Frage, ob Menschen einander wirklich verstehen können, wenn ihre Lebensrealitäten kaum gegensätzlicher sein könnten – und ob Liebe unter solchen Voraussetzungen überhaupt eine Chance hat.
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Lisa Ridzén – Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
Der Roman „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ ist eine stille, eindringliche Geschichte über das Älterwerden, über Einsamkeit und über die Frage, was am Ende eines Lebens wirklich zählt. Im Mittelpunkt steht ein Mensch, der zunehmend aus der Welt herausfällt – nicht plötzlich, sondern ganz langsam, fast unmerklich. Es geht um Abschiede, die sich ankündigen, lange bevor sie tatsächlich stattfinden, und um die kleinen Dinge, die einem dennoch Halt geben: Erinnerungen, Gewohnheiten und die bedingungslose Nähe eines Tieres.
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