Eschbach, Andreas – seltene Gabe, Die

Marie staunt nicht schlecht: Armand, der bei ihr eingebrochene Junge aus Frankreich, kann einen Zug mit der Kraft seines Geistes anhalten. Dumm nur, dass er wegen dieser Fähigkeit von den Militärs seines Landes ebenso verfolgt wird wie von den Geheimdienstlern Deutschlands. Warum musste er sich ausgerechnet ihr Haus als Unterschlupf aussuchen? Und soll sie ihm, dem seltsamen Überwesen, überhaupt helfen?

_Der Autor_

Andreas Eschbach, geboren 1959, schrieb mit „Das Jesus-Video“ einen der erfolgreichsten deutschen Unterhaltungs-Thriller: Er wurde von Pro7 verfilmt und als Hörbuch von |Lübbe| vertont. Inzwischen hat er neben Science-Fiction auch den spekulativen Wirtschafts-Thriller „Eine Billion Dollar“ und die Jugendbücher „Perfect Copy“ (über Kloning), „Die seltene Gabe“ (über Telekinese) und „Das Mars-Projekt“ (Trilogie) veröffentlicht. Im September 2003 erschien sein Roman „Der Letzte seiner Art“, in dem es um einen Kyborgsoldaten im Ruhestand geht. Eschbach lebt in der Bretagne.

|Andreas Eschbach bei Buchwurm.info:|
[Eine Billion Dollar 653
[Exponentialdrift 187
[Das Jesus-Video 267
[Der Letzte seiner Art 317
[Das Marsprojekt 1102

_Handlung_

Marie ist eine durchschnittliche Schülerin, die in einer durchschnittlichen Familie ein durchschnittliches Leben führt. Bis zu einen bestimmten Tag, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Ihre Eltern haben eine Karibikreise gewonnen und sind seit einer Woche weg. Marie führt den Haushalt und merkt sofort, dass etwas nicht stimmt, als sie von der Schule nach Hause kommt.

Es liegt keineswegs daran, dass auf den Straßen der Stadt Streifenwagen mit Blaulicht herumdüsen und per Lautsprecher Durchsagen machen, die sie nicht versteht. Nein, es liegt daran, dass in ihrem Haushalt Dinge fehlen: Lebensmittel hauptsächlich. Marie durchsucht das ganze Haus, und im Schrank wird sie fündig. Ein junger Mann springt heraus, der es sich darin gemütlich gemacht hat, komplett mit Decke und allem.

Armand, 17, ist Franzose und auf der Flucht vor der Polizei. Allerdings ist er kein bewaffneter Schwerverbrecher, wie die Polizei behauptet. Dennoch ist er immerhin in Maries Haus eingebrochen – bloß wie? Als sie ihm auf die Schliche kommt, demonstriert er sein spezielles Talent: Er kann Materie mit der Kraft seines Geistes bewegen – oder auch zerstören, so wie die schöne Lampe im Wohnzimmer.

Er zwingt sie, ihn zu begleiten, indem er ihr Gewalt androht. Keine sonderlich Vertrauen erweckende Methode, findet Marie. Sie packen das Nötigste zusammen, Marie schreibt eine letzte Nachricht an ihre Eltern, dann machen sie sich „vom Acker“. Allmählich geht ihr auf, dass Armand überhaupt keinen Plan hat. Wieso will er ausgerechnet in den ICE nach Dresden? Weil das der erste Fernzug ist, der ihn aus Stuttgart wegbringt. Na, und wie soll’s dann weitergehen?

In den Gesprächen, die sie zu führen beginnen, erklärt er ihr, dass er vor den militärischen Leitern jenes französischen Instituts wegläuft, in dem er sieben Jahre seines Lebens verbracht hat. Dort wurde seine Gabe weiterentwickelt. Doch der Anlass seiner Flucht war der Auftrag, einen anderen Menschen zu töten. Einen Mann namens Levroux, der über die Machenschaften von Geheimdienstlern aussagen würde, falls man ihn nicht ausschaltete – etwa durch einen telekinetischen Angriff auf sein Herz oder ein anderes lebenswichtiges Organ. Armand wollte das nicht, und als sein Aufpasser Pierre, ein Telepath, zu einer Beerdigung wegfuhr, nutzte Armand die Fluchtgelegenheit, die sich ihm erstmals bot.

Pierre ist hier, in Stuttgart! Und er hält nach Armand Ausschau. Selbst wenn Armand seine Gedanken abschirmen könnte, so würde doch Marie seine Anwesenheit und sogar seine Pläne verraten. So oder so – Marie hängt in der Sache tiefer drin, als ihr lieb und zunächst bewusst ist. Und viel später merkt sie, dass sie nicht mehr von Armands Seite weichen möchte. Denn sie erkennt, dass ihr Entführer kein „Monstrum“ ist, sondern ein menschliches Wesen. Sie trifft eine weitreichende Entscheidung.

_Mein Eindruck_

Die Story ist eine dichte und realistische Erzählung über ein außergewöhnliches menschliches Wesen und wie man es missbraucht hat. Anders als in Eschbachs Jugendroman „Perfect Copy. Die zweite Schöpfung“ findet die Hauptfigur nicht nachträglich heraus, was ihr angetan wurde (er wurde geklont), sondern Armand ist schon ziemlich mit zehn Jahren klar, dass er eine ungewöhnliche Gabe hat. Allerdings nicht viel ungewöhnlicher als die von Altersgenossen, die immer bei Mensch-ärgere-dich-nicht gewinnen. Armand hätte sich für immer und ewig in dem Institut verwöhnen und testen lassen, wenn man nicht von ihm verlangt hätte, einen anderen Menschen zu töten. Behauptet er jedenfalls.

Die Geheimdienstler, die ihn und Armand schließlich fangen, behaupten natürlich das Gegenteil. Und an diesem Punkt wird es spannend. Wird es diesen Leuten, die sehr deutlich beschrieben werden, gelingen, Armand und Marie auseinanderzubringen? Wird sie ihn wieder als „Monstrum“ ansehen und ihre Hilfe verweigern – oder ihn als Menschen betrachten und ihm zur Flucht verhelfen? Diese moralische Entscheidung ist eine der schwierigsten überhaupt, denn sie verlangt vom Entscheider, sich selbst neu zu definieren: als menschliches Wesen, das einen Andersartigen als gleichwertig einstufen muss.

Diese Relativität aus der Selbsterkenntnis (und aus Liebe) heraus ist die eigentliche Leistung, etwas, was man meist erst als Erwachsener zu tun hat. Sobald Marie eine solche Entscheidung getroffen hat, kann sie ihr Leben nicht mehr wie zuvor fortsetzen – unselbständig, unbewusst, frei von Verantwortung, kindlich eben. Dass die Geschichte gut ausgeht, ist nicht selbstverständlich, denn die beiden, Entführte und Entführer, streiten sich von Anfang an. Eigentlich müssten sich ihre Wege schon sehr bald trennen, doch dazu kommt es zum Glück nicht.

|Stil und Sprache|

Sprache und Darstellungsstil sind so einfach, aktuell und realistisch gestaltet, dass sich jedes Kind ab 12 Jahren damit leicht tun dürfte (das gilt natürlich nicht für Leute mit Leseschwäche). Weil aber die Hauptfiguren handeln wie Siebzehnjährige, wage ich zu bezweifeln, dass schon jeder Zwölfjährige diese Handlungsweise auf Anhieb versteht. Immerhin werden die Entscheidungen Maries somit schon vorstellbar – Akte der Toleranz, die dem jungen Leser hoffentlich auch in seiner Realität helfen, sie auszuüben.

|Humor|

In keinem Jugendbuch sollte eigentlich Humor fehlen, sonst macht das Lesen einfach keinen Spaß. Menschenskind – mit Telekinese könnte man ja die Welt aus den Angeln heben! Dass es nicht ganz so einfach ist, aber dennoch Spaß macht, zeigt der Autor an den Handlungen Armands. Er stibitzt einem jungen Mann, der nachts eine teure Sonnenbrille trägt, eben dieses absurde Accessoire, indem er es zum Himmel fliegen lässt. Die Reaktion des Bestohlenen ist schon recht lustig zu verfolgen: Er kichert wie ein Irrer.

|Schwächen|

Etwas unplausibel fand ich Armands Verhalten in Stuttgart aber doch. Der Junge, der seit sieben Jahren, aus der Provinz kommend, in einer Anstalt weggesperrt war, kennt sich hervorragend damit aus, wie der öffentliche Nahverkehr einer Großstadt funktioniert. Er studiert Fahrpläne wie ein alter Hase und kalkuliert mit Umsteigestationen, als wäre er Hartmut Mehdorn himself.

Als Entschuldigung kann man nur anführen, dass Armand ohne diese spezielle „Gabe“ noch nerviger geworden wäre, als er es für Marie eh schon ist. Wenigstens ist er auch nicht perfekt: Dass es in Stuttgart schon lange keinen „Westbahnhof“ mehr gibt, merkt er leider etwas zu spät. In diesem Gebäude könnte er höchstens einen heben gehen. Prost!

_Unterm Strich_

Der kurzweilige Jugendroman über einen Telekineten lässt sich locker in sechs Stunden lesen und bereitet keinerlei Verständnisschwierigkeiten. Dabei stellt der Autor seinen Helden keineswegs als Superman vor, sondern als einen Verfolgten, den die Militärs – wieder einmal – missbrauchen wollen.

Doch darauf kommt es dem Autor nicht an: Es geht um eine viel schwierigere Entscheidung, eine, die wir alle früher oder später in einer globalisierten Weltkultur fällen müssen: Lehnen wir den Andersartigen ab – oder können wir ihn als menschliches Wesen, das nur eben anders ist, akzeptieren? Wenn der Leser eine Antwort auf diese Frage in seinem eigenen Leben findet, ist schon viel gewonnen – und sicherlich genau das, was sich der Autor erhofft hat.

Anne Bishop – Zwielicht (Die Schwarzen Juwelen Band 4 von 13)

Mit ihrer Serie Die schwarzen Juwelen ist der amerikanischen Autorin Anne Bishop ein einzigartiger Erfolg gelungen: Lange Jahre als Geheimtipp und Kultbücher gehandelt, zählt sie inzwischen zu den bestverkauften Fantasy-Trilogien der letzten Jahre. Lassen auch Sie sich von den Abenteuern der jungen Zauberin Jaenelle in den Bann schlagen, der es bestimmt ist, die Menschheit in den Kampf gegen die Dunkelheit zu führen! (Verlagsinfo)

Band I: „Dunkelheit
Band II: „Dämmerung
Band III: „Schatten
Band IV: „Zwielicht“
Band V: „Finsternis
Band VI: „Nacht
Band VII: „Blutskönigin
Band VIII: „Blutsherrschaft
Anne Bishop – Zwielicht (Die Schwarzen Juwelen Band 4 von 13) weiterlesen

Jean Bruyère – Clotilde und Roger. Erotischer Roman

Die Erziehung des einfühlsamen Liebhabers

Die schonungslose erotische Beichte eines jungen Malers. Enttäuscht von den ersten Erfahrungen wird Roger von der vorurteilslosen Clotilde während einer hemmungslosen Bildungsreise auf die labyrinthischen Pfade des Eros geführt. Roger wandelt sich zu einem einfühlsamen Liebhaber, der nur in der Lust, die er seiner Partnerin schenkt, auch seine eigene Erfüllung findet. (Verlagsinfo)

Der Autor und das Rätsel
Jean Bruyère – Clotilde und Roger. Erotischer Roman weiterlesen

Andrzej Sapkowski – Die Dame vom See (Geralt-Saga, 5. Roman)

Ciri, Prinzessin von Cintra und Schützling des Hexers Geralt von Riva, ist auf geheimnisvolle Weise in eine fremde Welt versetzt worden. Dort trifft sie auf einen jungen Ritter namens Galahad, der sie für die Dame vom See hält und dem sie ihre Geschichte erzählt:

Die Kriege und Machtkämpfe, die seit Langem tobten, haben ihren Höhepunkt erreicht. Vilgefortz mit seinen Helfershelfern stellt sich zur Schlacht, bei der viele von Geralts Gefährten ihr Leben lassen müssen. Und es droht neue Gefahr in Gestalt des Kaisers Emhyr von Nilfgaard. Er wird von derselben uralten Prophezeiung geleitet, die auch das Handeln von Vilgefortz und Ciri bestimmte. Wiewohl im Besitz überwältigender Übermacht, scheut Emhyr bei der Konfrontation mit Geralt und Ciri vor der letzten Konsequenz zurück: Denn mit Ciri verbindet ihn mehr als nur die alte Weissagung … (Verlagsinfo)

Der Autor
Andrzej Sapkowski – Die Dame vom See (Geralt-Saga, 5. Roman) weiterlesen

Steve Alten – Schatten der Verdammnis (Domain 2)

Die Invasion der Aliens hat begonnen und das Ende der Welt ist nahe. Doch die Menschheit hat diesmal keine Chance, denn die Aliens sind bereits hier: seit 65 Millionen Jahren.

„Schatten der Verdammnis“ beschäftigt sich mit der geheimnisvollen Kultur der Maya – und natürlich mit dem Ende der Welt, das diese für den 21.12. 2012 vorhergesagt haben.

„Doch wo Not ist, wächst das Rettende auch“, sagt der Dichter (oder wenigstens so ähnlich). Leider ist der Retter diesmal ein armer Irrer, der in der Psychiatrie eingesperrt ist.
Steve Alten – Schatten der Verdammnis (Domain 2) weiterlesen

Sean Astin / Joe Layden – There and back again. Ein Schauspieler erzählt (Autobiografie)

Der Darsteller des Samweis Gamdschie in Peter Jacksons modernem Filmklassiker „Der Herr der Ringe“ erzählt von seinen Erlebnissen und Gedanken vor, während und nach den Dreharbeiten, für die er rund zwei Jahre in Neuseeland verbrachte.

Der Autor

Sean Astin, geboren Anfang der 70er Jahre, stand schon mit acht Jahren vor der Kamera eines TV-Studios in Hollywood und spielte eine Rolle neben seiner Mutter. Auch sein Vater John Astin ist ein (in den USA) bekannter Schauspieler. Aufgrund dieses Hintergrunds gewöhnte sich Sean schon früh und ganz selbstverständlich an den Besuch von zahlreichen Filmgrößen in seinem Elternhaus. Daher war es für ihn keine Frage, dass er bald ebenfalls im Geschäft sein würde und fing alsbald an, zu fotografieren oder einen Amateurfilm zu drehen. Los Angeles und Hollywood boten das richtige Klima dafür.
Sean Astin / Joe Layden – There and back again. Ein Schauspieler erzählt (Autobiografie) weiterlesen

Rufin, Jean-Christophe – 100 Stunden (Lesung)

Wie viele Menschen verkraftet die Erde? Das ist eine der zentrale Fragen, mit denen Jean-Christophe Rufin den Leser/Hörer seines Romans „100 Stunden“ konfrontiert. Entwickelte Rufin in seinem ersten Roman „Globalia“ noch eine Anti-Utopie à la Orwell und Co., liest sich „100 Stunden“ mehr als eine Art Öko-Thriller.

Die französische Umweltaktivistin Juliette befreit im polnischen Wroclaw Tiere aus einem Versuchslabor, demoliert die Einrichtung und nimmt im Auftrag ihres Freundes Jonathan ein ominöses Fläschchen mit. Für wen die Ware bestimmt ist, weiß sie genauso wenig wie was sie enthält. Doch Juliette lässt sich nach Ausführung ihres Auftrag nicht so einfach abservieren. Die Umweltaktivistin will weiterhin an dem Projekt beteiligt bleiben und die Hintermänner der Aktion treffen. Also versteckt sie das Fläschchen, wodurch sie schon bald den Zorn eines Mannes auf sich zieht, der sich in seiner Arbeit nicht von Juliettes Motivation behindern lassen will …

Währenddessen wird in den USA der Arzt und Ex-Agent Paul Matisse von seinem alten Chef Archie erneut rekrutiert. Archie hat nach seinem Ausscheiden bei der CIA eine Art privaten Geheimdienst ins Leben gerufen, der nun auch mit den Ermittlungen in Sachen Wroclaw betraut wird. Dafür braucht Archie den Mediziner Paul, der prompt einwilligt und zusammen mit seiner früheren Partnerin Kerry die Hintergründe aufzuklären versucht.

Schon bald zeigt sich, dass der Cholera in der Sache eine zentrale Bedeutung zukommt. Paul und Kerry setzen sich auf die Fährte einer fanatischen, radikalen Umweltschutzorganisation, deren finstere Pläne zum Schutz des Planeten schon bald eine Bedrohung für die halbe Menschheit darstellen. Für Paul und Kerry beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, wenn sie die Pläne der Umweltfanatiker vereiteln wollen …

Mein Eindruck

„100 Stunden“ ist ein Roman, der zwar einerseits durchaus als Thriller erscheint, andererseits aber als solcher eher ruhig daherkommt. Wer nervenaufreibende Spannung und haarsträubende Action erwartet, den dürfte das gemächliche Tempo von „100 Stunden“ vermutlich eher abschrecken. Schon in der (sicherlich gekürzten) Hörbuchfassung ist die Spannung zwar greifbar, liest man aber die Pressestimmen, so könnte man glatt auf die Idee kommen, Rufin habe einen actionreichen, atemlosen Thriller abgeliefert.

Dabei ist die Spannung eher subtiler Art. Paul und Kerry ermitteln im Umfeld einiger Umweltschutzorganisationen und reisen um den Globus, um die Spur der Fanatiker aufzunehmen. Das läuft schon mal sehr spannend ab, vor allem natürlich im Showdown, als die Zeit knapp wird, aber oft ist es eben auch schnöde Ermittlungsarbeit, bei der Rufin in den Gesprächen der Agenten die thematisierte Kernproblematik anklingen lässt. Insgesamt wirkt gerade auch die Agentenarbeit sehr realistisch – viel Recherche, wenig James-Bond-mäßige Action.

Der zentrale Aspekt des Buches ist das Problem der Überbevölkerung. Wie soll Umweltschutz funktionieren können, wenn die Erde einfach schlichtweg zu stark bevölkert ist, um ein halbwegs nachhaltiges Leben zu ermöglichen? Die Sichtweise der Umweltschützer in Rufins Roman ist höchst kontrovers. Ihr vorrangiges Ziel ist der Schutz der Erde, nur sind ihre Schlussfolgerungen zur Umsetzung des Ziels äußerst drastisch. Man landet am Ende bei der Frage, was eine höhere Priorität besitzt – der Schutz der Umwelt und damit die Sicherung der Lebensgrundlage für zukünftige Generationen oder das Leben des Einzelnen.

Durch diese Radikalisierung des Umweltschutzes zwingt Rufin auch den Leser/Hörer dazu, immer wieder Stellung zu beziehen. Er konfrontiert ihn mit der radikalst möglichen Ausrichtung. Die ist zwar sicherlich in gewisser Weise effektiv (wenngleich in der Lösung der radikalen Umweltschützer ein gewichtiger Denkfehler steckt), aber eben auch höchst unethisch. Aber wo genau verläuft dabei die Grenze? Wo ist der Punkt, ab dem sich die ethische Verantwortung gegenüber unser aller Lebensgrundlage anderen ethischen Fragen unterzuordnen hat? Und wie müsste die richtige Antwort auf das Problem der Überbevölkerung lauten?

Es ist vor allem dieser Aspekt, diese philosophische Komponente, die „100 Stunden“ so interessant macht. Das war auch schon in Rufins Vorgängerwerk „Globalia“ nicht anders. Rufin fordert den Leser/Hörer zum eigenständigen Denken heraus. Rufin selbst ist Wissenschaftler. Er ist Mitbegründer von |Ärzte ohne Grenzen|, arbeitete als Entwicklungshelfer und wurde 2007 französischer Botschafter im Senegal. Er weiß, wovon er schreibt, und so macht eben auch die philosophische Komponente, die sich hinter der Umweltschutz- und Dritte-Welt-Problematik verbirgt, einen sehr gut recherchierten Eindruck. Da mag man Rufin teilweise verzeihen, dass sein Roman als Thriller nicht immer ganz so wunderbar funktioniert wie andere Exemplare dieses Genres.

Ein weiterer Makel, der „100 Stunden“ anhaftet, ist die Figurenskizzierung. Die Protagonisten wirken teilweise sehr eindimensional. Man fiebert nicht so richtig mit ihnen mit und kann sich nicht sonderlich gut in sie hineinversetzen. Dieser Eindruck manifestiert sich besonders deutlich in der Figur der Juliette. Man kann nicht so ganz nachvollziehen, was sie motiviert, und so bleibt sie bis zum Schluss etwas zu schablonenhaft.

Die 451-minütige Lesung von |Argon Hörbuch| ist dabei eine sehr empfehlenswerte Variante, sich „100 Stunden“ zu Gemüte zu führen. Wolfram Kochs gekonnte Vortragsweise macht den Roman zu einem kurzweiligen Hörvergnügen.

Bleiben unterm Strich also etwas gemischte Gefühle zurück. „100 Stunden“ behandelte eine interessante und äußerst wichtige Problematik. Rufin regt den Leser zum Nachdenken an und verpackt die Problematiken von Umweltschutz und Überbevölkerung in einer Geschichte, die größtenteils spannend, aber nicht so actiongeladen und nervenaufreibend ist, wie man anhand des Presselobes vielleicht glauben möchte. Auch die Figurenskizzierung bleibt leider hinter den Erwartungen zurück. Dafür versteht Rufin sich eben darauf, seine philosophische Romankomponente interessant verpackt unters Volk zu bringen.

http://www.argon-verlag.de

Leroux, Gaston / Gruppe, Marc – Phantom der Oper, Das (Gruselkabinett 4)

_Egoistisch: das Monster in seinem Labyrinth_

Frankreich 1880: In der Pariser Oper treibt ein Phantom sein Unwesen. Niemand kennt sein Gesicht, das stets hinter einer Maske verborgen bleibt. Die neuen Direktoren der Oper erkennen schnell, dass es sehr gefährlich ist, sich den Wünschen des Phantoms zu widersetzen. Als die vom Phantom protegierte Sängerin Christine Daaé ihrer Jugendliebe Raoul de Chagny wiederbegegnet, bahnt sich eine Katastrophe an. In den Katakomben unter der Oper kommt es zur Demaskierung des Phantoms …

_Der Autor_

Der Franzose Gaston Leroux (1868-1927) war mit seinem Roman „La mystère de chambre jaune“ (1908) ein Pionier des „Locked room mysterys“, einer cleveren Unterkategorie des Detektivromans. Bekannter ist er jedoch für „Le fantome de l’Opera“, das 1908 erschien. Obwohl es nichts Übernatürliches im Text gibt, so scheint doch die aufgeladene Grand-Guignol-Atmosphäre des Stückes auf eine nicht natürliche Lösung des Rätsels hinzuweisen. Leroux versicherte seinen Lesern jedoch, die Geschichte basiere auf Fakten. In den zwei Dekaden von 1904 bis 1924 schrieb Leroux etliche Romane mit phantastischem Einschlag.

_Die Sprecher / Die Inszenierung_

Die Rollen und ihre Sprecher:

Gaston Leroux: Herbert Schäfer
Madame Giry: Dagmar von Kurmin
Christine Daaé: Marie Bierstedt (Kirsten Dunst („Spider-Man“), Kate Beckinsale und Natalie Portman)
Das Phantom Eric: Torsten Michaelis (Wesley Snipes, Sean Bean)
La Carlotta, die Diva: Ursula Heyer (Charlotte Rampling, Claudia Cardinale, Gena Rowlands und natürlich Joan Collins als Denver-Biest „Alexis Carrington-Colby-Dexter“)
Der Perser: Jürg Löw
Raoul de Chagny: Patrick Winczewski (Hugh Grant, Tom Cruise)
Philippe, sein Bruder: Charles Rettinghaus (Jean-Claude van Damme, Robert Downey jr.)
Poligny: Heinz Ostermann (Kammerschauspieler)
Moncharmin: Detlef Bierstedt (Bill Pullman, George Clooney, Robert Englund, Jonathan Frakes)
Richard: Joachim Tennstedt (John Malkovich, Mickey Rourke, James Belushi, Michael Keaton …)
Meg Giry: Heide Jablonka
Mathilde: Arianne Borbach (Catherine Zeta-Jones, Diane Lane, „B’Elanna“ in „Star Trek Voyager“)
Garderobiere: Dagmar Altrichter (Ingrid Bergman, Angela Lansbury)
Monsieur Daaé, Geiger: Christian Rode (Michael Caine, Christopher Plummer, Telly „Kojak“ Savalas)
Christine als Kind: Charlotte Mertens
Raoul als Kind: Lucas Mertens

Marc Gruppe schrieb wie stets das Buch und gemeinsam mit Stephan Bosenius setzte er es um. Die Aufnahme fand im Studio AudioCue, Rotor Musikproduktion, Scenario Studio und bei Kazuya statt. Die Illustration stammt von Firuz Askin.

_Handlung_

Der Journalist Gaston Leroux ruft bei der Pariser Oper an: Nein, es gebe kein Phantom und habe auch nie eines gegeben. Doch er erhält einen Anruf, in dem genau das Gegenteil behauptet wird. Die Dame bittet ihn zu sich. Madame Giry lebt zurückgezogen in einem Klosterstift. Die alte Dame kannte das Phantom, denn sie war seine frühere Logenschließerin. Das Phantom hat sich die Loge Nr. 5 reservieren lassen und gab ihr stets ein gutes Trinkgeld, wenn sie seine Wünsche berücksichtigte. Die Direktion der Oper wusste davon und erlaubte es. Im Jahr 1880 trat die Giry ihre Stelle an und entwickelte ein Vertrauensverhältnis zu dem Mann, den sie nie zu Gesicht bekam. Der einzige andere Mensch, der das von sich behaupten konnte, war Christine Daaé, die Sängerin, deren Mentor und Ausbilder das Phantom wurde. Doch eines Tages veränderte sich alles …

Monsieur Poligny übergibt die Leitung der Pariser Oper an die Herren Moncharmin und Richard. Allerdings hat er zwei erstaunliche Bedingungen und er warnt die neuen Direktoren vor den Folgen, wenn diese nicht erfüllt würden. Erstens bleibt die Loge Nr. 5 für das Phantom reserviert und zweitens sei der Pachtvertrag zu erfüllen, der dem Phantom monatliche Bezüge zusichert. Die beiden Herren überwinden ihr Erstaunen und lehnen die Bedingungen rundweg und mit größtem Spott ab. Unheil zieht herauf.

Als Erstes steht Gounods Oper „Faust“ auf dem Programm, und Ballerinen und Sängerinnen proben fleißig. Die italienische Diva La Carlotta tut mal wieder dicke, denn sie fühle sich in ihrer Ruhe gestört. Über das Phantom, von dem die Kolleginnen tuscheln, spottet sie nur. Da ertönt ein Schrei, und Madame Giry hat die an einem Seil baumelnde Leiche des Bühnenbauers Joseph entdeckt. Kurz darauf warnt das Phantom La Carlotta davor, den Part der Margarethe zu singen. Die Diva beschwert sich bei den Direktoren und darf natürlich auftreten. Denn auch die Direktoren haben einen Brief erhalten, in dem das Phantom auf die zwei bekannten Bedingungen pocht und noch eine weitere hinzufügt: Christine Daaé solle die Margarethe singen. Sie lehnen empört ab.

Premierenabend. Zwei Akte hat das Ensemble bereits erfolgreich bewältigt, da folgt die Katastrophe: Der hochbezahlten Kehle der La Carlotta entringt sich nur ein lächerliches Krächzen. Das Publikum lacht sie aus und sie flieht von der Bühne. Was nun, fragen sich die Direktoren. Das Phantom präsentiert die Lösung: Christine Daaé könne sofort einspringen. Ist okay, und Christines Auftritt wird ein akustischer Triumph. Das Publikum ist ebenso entzückt wie die Direktoren. Der Abend scheint gerettet. Aber wo zum Kuckuck hat die Daaé so gut singen gelernt?

Ein alter Bekannter des Phantoms und Stammgast der Oper ist der Perser. Er führt die beiden adeligen jungen Männer Raoul und Philippe de Chagny zu den Garderoben der Künstlerinnen, die wie stets belagert sind. Raoul erkennt in Christine Daaé seine Jugendliebe wieder und möchte sie natürlich wiedersehen. Doch er stößt auf ein Rätsel. Erst freut sie sich, dann weist sie ihn ab, aber sie wolle ihm schreiben. Hinter der verschlossenen Tür hört er eine Männerstimme! Christine nennt den Mann ihren „Meister“ und gelobt ihm Treue und Gehorsam. Als sie die Garderobe verlässt, schaut Raoul heimlich hinein: Keiner da. In ihrem Brief vereinbart Christine ein heimliches Treffen auf dem baldigen Maskenball.

Doch ihr Treffen bleibt keineswegs unbemerkt. Eine Gestalt, die als der Tod auftritt und ganz in Scharlachrot gewandet ist, folgt den beiden Turteltäubchen bis hinauf aufs Dach der Oper. Während sie einander Liebesschwüre zuflüstern, erkennt das Phantom Christines Verrat. Dafür soll sie büßen.

Schon in der nächsten Vorstellung der Oper kommt es zu einer Katastrophe. Der Kronleuchter stürzt ins Publikum. Doch von der Panik und den Schreien merkt Christine in ihrer Garderobe anscheinend nichts. Raoul, der zu ihr eilt, merkt verwundert, dass sie durch den Spiegel verschwindet. Wie seltsam! Doch der Perser und Philippe wissen Rat. Das Phantom habe das Mädchen in die Keller, Tunnel und Katakomben entführt, die den umfangreichen Untergrund der riesigen Oper durchziehen.

Bewaffnet mit Degen und einer einzigen Lampe betreten die drei Männer das Labyrinth des Phantoms. Unterdessen verfolgt der Herrscher dieser Unterwelt seine eigenen Pläne mit seiner schönen Beute …

_Mein Eindruck_

Bestimmte Szenen wie der Auftritt des Phantoms als scharlachroter Tod, der an Poes Geschichte „Die Maske des Roten Todes“ (1842) erinnert, sowie das Abreißen der Gesichtsmaske sind mittlerweile unverzichtbarer Teil der Bildsprache des phantastischen Films und des Horror-Genres. Die Geschichte als Ganzes ist eine zentrale „urbane Phantasie“, die nur in der großen Stadt auftreten kann, wo es stets auch eine umfangreiche Unterwelt gibt.

|Minotaurus|

Auch an die Sage vom Minotaurus erinnert mich das Ungeheuer, das im Labyrinth herrscht. Und Christine verschwindet durch einen (präparierten) Spiegel in eine Anderswelt, genau wie die Alice von Lewis Carroll es vor ihr tat. Unterdessen stürzen die Retter des Mädchens von einer Falle in die nächste und müssen erkennen, dass sie es mit einem durchtriebenen Architekten von Folterkammern zu tun haben. Der Perser, der das Phantom schon seit Jahren kennt, erzählt den beiden Chagnys die Geschichte von Erik, dem heutigen Phantom der Oper. Er erbaute einst dem Schah von Persien Folterkammern und Geheimgänge.

|Unterwelt|

Diese Unterwelt hat ihren eigenen „Totensee“, über den das Phantom in der Art des antiken Fährmanns über den Styx in der griechischen Unterwelt das Mädchen übersetzt. Doch diese Unterwelt bietet nicht nur Kälte, sondern auch Hitze. Die Retter sind in einer Kammer gefangen, die ihnen die Illusion vermittelt, sich mitten in der heißen Wüste zu befinden – geradezu der Prototyp einer virtuellen Welt, wie es heute von „Second Life“ verkörpert wird.

|Second Life des Don Juan|

Eine weitere Illusion ist das Himmelbett, das Christine zu ihrer Wohnstatt nehmen soll. Unterdessen legt sich das Phantom, quasi als lebender Toter, zum Schlafen in einen bequemen Sarg. Diese Anklänge an Vampirlegenden beflügeln die Phantasie des Lesers bzw. Hörers ebenso wie sie Christine Daaé Todesangst einjagen.

Dabei ahnt sie noch nicht einmal etwas von den Sprengstofffässern unter den Tunneln, die das Phantom durch einen einfachen Hebeldruck zünden kann. Es lässt Christine sogar zwischen zwei solchen Hebeln wählen, was ich etwas widersinnig finde. Hat es sie nicht entführt, um ihre Gesellschaft zu genießen? Er schreibt an einer Oper namens „Don Juans Triumph“, sieht sich wahrscheinlich selbst in der Titelrolle. Dann müsste er aber Christine am Leben lassen. Es sei denn, sein Selbsthass bringt ihn dazu, die ganze Welt mit sich in den Abgrund zu reißen.

|Schönheits-Maske|

Der zentrale Konflikt besteht jedoch darin, dass die Liebe, die das Phantom von Christine begehrt, an Schönheit gebunden ist. Von der hässlichen Fratze, die sie unter seine Maske erblicken muss, ist sie jedenfalls abgestoßen. Am Ende hat sie immerhin Mitgefühl für den Träger dieses angeborenen (keineswegs künstlich zerstörten!) Gesichts übrig – und kann ihn so erlösen. Sie ist eine christliche Madonnengestalt. Ihr Problem ist, dass sie einen falschen Herrn anbeten und ihm dienen muss. Raoul bedeutet für sie die Rettung aus dieser wohlwollenden Knechtschaft.

|Binärsystem|

In der ganzen Auseinandersetzung hat der Autor den Konflikt zwischen Kunst und Leben, dem schönen Anschein und der hässlichen Fratze darunter, also der Verlogenheit der Kunst zusammen- und in Bilder gefasst. Diese Szenen wirkten noch lange nach, und die Zahl der Verfilmungen des vermeintlichen Horrorstoffs sind mittlerweile Legion. Die Maskenballszene bildet aber auch die vertikale Trennung wider, die zwischen den Schönen und Reichen oben und den Armen und Hässlichen unten herrscht. Christine, die bürgerliche Tochter eines Geigers, lebt genau auf der Grenze, und deshalb entbrennt der Kampf um ihre Zukunft. So betrachtet ist die Geschichte des Phantoms auch die Geschichte eines Klassenkampfes.

|Die Sprecher / Die Inszenierung|

„Das Phantom der Oper“ ist nicht nur Kino für die Ohren, sondern auch noch Hollywoodkino. Denn hier sprechen nicht irgendwelche Sprecher, sondern die deutschen Stimmen bekannter Stars aus der internationalen Filmgeschichte – siehe oben. Dass diese Profis eine solide Performance abliefern, versteht sich fast von selbst, und ich war meist entsprechend zufrieden.

Es gibt jedoch Ausnahmen von diesem Lob. Zunächst ist die Stimme des Phantoms etwas gewöhnungsbedürftig. Torsten Michaelis (deutsche Stimme von Wesley Snipes, Sean Bean u. a.) spricht sehr tief und langsam, so dass seine Worte oft drohend klingen, immer aber sehr autoritär, selten sanft. Wie will er damit das Herz seines Schützlings Christine erobern, fragt man sich. Etwas mehr Dynamik statt Langsamkeit hätte seinem Auftritt gutgetan. Es ist ja nicht so, als hätte das Phantom einen Sprachfehler.

Die zweite Herausforderung an die Ohren des Zuhörers stellt La Carlotta dar. Man muss sich Ursula Heyer stets als Denver-Clan-Biest Alexis vorstellen, doch diesmal geht sie meines Erachtens wirklich zu weit. Mit ihrem Gebrüll vor den beiden Direktoren entledigt sie sich jeder Würde, die einer Diva angemessen wäre, und begibt sich auf die Ebene keifender Waschweiber hinab.

Am allerbesten gefiel mir die sanfte und weise Madame Giry, gesprochen von Dagmar von Kurmin. Auch Herbert Schäfer, der den Gaston Leroux, und Peter Winczewski, der den Raoul spricht, haben mir gut gefallen. Doch Marie Bierstedt als junges Seelchen Christine drückt zu penetrant auf die Tränendrüse, wimmert, jammert und fleht zum Steinerweichen. Dieses Übermaß an Emotionen war mir nach einer Weile denn doch zu viel. Das trifft auch auf das nervende Kichern und Lachen der Damen auf dem Maskenball zu.

Außerdem fand ich Christines Sinneswandel, den sie auf dem Dach der Oper gegenüber Raoul an den Tag legt, wenig plausibel. Gerade noch die treue Dienerin ihres Mentors, ist sie in der nächste Minute schon Raouls wiedergefundene Jugendliebe. Ach was: „Jugendliebe“! Sie waren, wie die Rückblende belegt, erst Kinder, als sie einander kennen lernten – und jetzt, mindestens zehn Jahre später, lieben sie sich immer noch?

Sowohl Sprechdarstellung als auch Dramaturgie haben Ecken und Kanten, die mit ein klein wenig mehr Mühe und Zeit hätten beseitigt werden können. So bleibt ein störend unfertiger Eindruck zurück.

|Geräusche und Musik|

Das gilt jedoch nicht für Geräusche und Musik. Das zweite konstante Merkmal der „Gruselkabinett“-Inszenierungen – man könnte sie auch Grusicals nennen – besteht darin, alle Geräusche sehr realistisch und glaubwürdig zu gestalten, aber sich dabei stets an die Vorgaben des Horrorgenres zu halten. Wenn es also Nacht ist und Furcht und Grauen angesagt sind, so rollen zwei oder drei Donnerschläge über den Himmel, um den Hörer wissen zu lassen, dass die Mächte des Schicksals umgehen. Gleich wird etwas Schreckliches geschehen, so viel ist klar.

Da der Schauplatz in der Stadt liegt, fehlen diesmal Naturgeräusche fast völlig. Nur um Madame Giry scheinen im Park Heerscharen von Vögeln sich die Seele aus dem Leib zu zwitschern. Die Kichturmuhr des Klosters schlägt dazu die Stunde. Dies ist die Verkörperung des alten, weitgehend verschwundenen, ländlichen Frankreich, das mit dem städtischen und künstlichen Kosmos der Oper und ihren Katakomben – das Phantom hat sie selbst geplant und mitgebaut – kontrastiert. Ein weiteres von vielen Gegensatzpaaren in diesem sorgfältig konstruierten Text.

Die Geräusche der Unterwelt erinnerten mich an das viktorianische Zeitalter und dessen Vorliebe für Fallen, Scheintüren, Geheimgänge. Die vom Phantom geschaffene Unterwelt ist labyrinthisch und somit bedrohlich, passend zum Horrorgenre. Die Geräusche sind häufig metallisch oder steinern und die Stimmen mitunter von Hall verstärkt. Außerdem habe ich beim Auftreten des Phantoms zweimal die Nutzung eines Stereoeffektes bemerkt. Dieser imitiert die Bewegung von der einen zu anderen Seite der Hörraumes, den sich der Hörer automatisch im Kopf vorgestellt.

Die Musik ist wie fast jede andere Filmmusik nach konventionellem Muster gestaltet, und niemand, der auf alte Gruselfilme steht, wird sich daran stören. Die Musik lenkt die Emotionen auf subtile, aber wirkungsvolle Weise. Die Musik ist diesmal natürlich an den theatralischen Gestus der Oper angepasst. Andrew Lloyd Webber lässt schön grüßen. Mehrmals werden Motive aus klassischen Opern oder Symphonien eingeblendet – durchaus passend, wie ich finde. Aber andererseits bin ich kein Kenner klassischer Musik und kann nicht für die Güte der verwendeten Soundbites bürgen. Manchmal ist das Beste, was man über Hintergrundmusik sagen kann, dies, dass man sie nicht bemerkt. So ist es auch hier.

_Unterm Strich_

Die Veröffentlichung dieses grundlegenden Textes jährt sich 2008 zum hundertsten Mal, und ich hoffe, dass es eine Menge Aufführungen von Verfilmungen und Musical-Versionen, etwa von Webber, geben wird. Die Geschichte hat es nämlich wirklich verdient. Sie macht Aussagen über die Gegensatzpaare Kunst und Leben, Echtheit und schöner Schein, Schönheit und Hässlichkeit, Reich und Arm, Vergangenheit und Zukunft, Liebe und Hass, Alt und Jung, Stadt und Land und noch vieles mehr. Eine wahre Fundgrube für einen Literaturwissenschaftler, eine sprudelnde Quelle urbaner Phantasien.

Die Umsetzung als Hörspiel hinterließ bei mir den Eindruck, als sei das Stück nur zu 99 Prozent fertig geworden. Es gibt Ecken und Kanten – siehe oben. Mehrere Übertreibungen in den Darbietungen der Sprecher gingen mir ebenso auf den Wecker wie zu dick aufgetragene Lachgeräusche im Vorder- und Hintergrund. Die Musik, meist Beispiele klassischer Opern, wie mir scheint, fand ich hingegen durchweg passend.

So bleibt ein zwiespältiger Eindruck zurück: Ausgangstext top, aber Umsetzung suboptimal.

|Lesetipp:|

Leroux‘ Originaltext sowieso, aber auch Frederick Forsythes Fortsetzung „Das Phantom von Manhattan“.

|78 Minuten auf 1 CD|

Home – Atmosphärische Hörspiele


http://www.luebbe-audio.de

_Das |Gruselkabinett| auf |Buchwurm.info|:_

[„Carmilla, der Vampir“ 993 (Gruselkabinett 1)
[„Das Amulett der Mumie“ 1148 (Gruselkabinett 2)
[„Die Familie des Vampirs“ 1026 (Gruselkabinett 3)
[„Das Phantom der Oper“ 1798 (Gruselkabinett 4)
[„Die Unschuldsengel“ 1383 (Gruselkabinett 5)
[„Das verfluchte Haus“ 1810 (Gruselkabinett 6)
[„Die Totenbraut“ 1854 (Gruselkabinett 7)
[„Spuk in Hill House“ 1866 (Gruselkabinett 8 & 9)
[„Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ 2349 (Gruselkabinett 10)
[„Untergang des Hauses Usher“ 2347 (Gruselkabinett 11)
[„Frankenstein. Teil 1 von 2“ 2960 (Gruselkabinett 12)
[„Frankenstein. Teil 2 von 2“ 2965 (Gruselkabinett 13)
[„Frankenstein. Teil 1 und 2“ 3132 (Gruselkabinett 12 & 13)
[„Die Blutbaronin“ 3032 (Gruselkabinett 14)
[„Der Freischütz“ 3038 (Gruselkabinett 15)
[„Dracula“ 3489 (Gruselkabinett 16-19)
[„Der Werwolf“ 4316 (Gruselkabinett 20)
[„Der Hexenfluch“ 4332 (Gruselkabinett 21)
[„Der fliegende Holländer“ 4358 (Gruselkabinett 22)
[„Die Bilder der Ahnen“ 4366 (Gruselkabinett 23)
[„Der Fall Charles Dexter Ward“ 4851 (Gruselkabinett 24/25)
[„Die liebende Tote“ 5021 (Gruselkabinett 26)
[„Der Leichendieb“ 5166 (Gruselkabinett 27)

John Sinclair – 160 – Die Unheimliche vom Schandturm

Die Handlung:

Köln im Jahre 1357. Als die Stadt von der Pest heimgesucht wird, fällt ihr auch die Frau des Bürgermeisters, Richmodis von der Aducht, zum Opfer. Doch Stunden nach ihrer Beerdigung kehrt Richmodis in ihr Turmzimmer zurück und tötet ihren Gatten … Nur ein Schauermärchen, eine Legende? Unser Freund Will Mallmann bittet uns, nach Köln zu kommen, denn 666 Jahre später hat die unheimliche Richmodis aus dem Schandturm ihr nächstes Opfer gefunden! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Heftromans mit der Nummer 394 gemacht, das erstmalig am 20. Januar 1986 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

Als Basis hat sich der Autor recht frei der Richmodis-Sage angenommen und blutiger als das Original umgedichtet.

John Sinclair – 160 – Die Unheimliche vom Schandturm weiterlesen

Johanna Lindemann – Die Prinzessin von Bestimm


Worum geht’s?

Die Prinzessin von Bestimm macht ihrem Namen alle Ehre. Denn sie möchte alles bestimmen, nur sie ganz allein. Das funktionierte auch zunächst ganz gut, doch dann begegnet sie plötzlich einem Mädchen, das ihr einfach nicht gehorchen möchte. Denn dieses Mädchen ist genauso bestimmerisch wie sie selbst.

Und wenn zwei Bestimmerinnen aufeinander treffen, können unerwarteterweise die allerbesten Freundschaften entstehen. Und jetzt erkennt sogar die Prinzessin von Bestimm, dass auch andere Leute gute Einfälle haben können.

Johanna Lindemann – Die Prinzessin von Bestimm weiterlesen

[NEWS] Ninette Sarnes – Unser kunterbuntes Haus

Eine fröhlich bunte Bilderbuchgeschichte über Offenheit gegenüber anderen und von gelungenem Zusammenleben.
Bald ist Hoffest. Hase Henri freut sich schon. Zusamen mit Schildkröte Frau Schlemmer aus dem Erdgeschoss backt er einen Kuchen für das Fest. Er mag Frau Schlemmer, denn sie erzählt spannende Geschichten von früher. Die  Eisbärin Malik aus dem ersten Stock, musste aus ihrer Heimat fliehen. Hier im Haus fühlt sich ihre Familie wohl und für das Hoffest baut sie einen Eiswagen. Hundemädchen Milla hat zwei Mamas. Sie bastelt eine bunte Girlande. Alle Bewohner in diesem kunterbunten Haus haben ihre eigene Geschichte.  Aber sie halten alle zusammen und helfen einander. Denn nur so macht die Gemeinschaft in einem Haus Spaß und so gelingt auch ein tolles Sommerfest im Hof.
(Verlagsinfo)


Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 40 Seiten
Sauerländer

[NEWS] Chanel Cleeton – Schwestern des Sturms (Kuba-Saga 3)

Florida 1935: Am Labor Day Weekend kreuzen sich in Key West die Wege dreier junger Frauen. Helen ist Kellnerin in einem Café und erwartet ihr erstes Kind, doch ihr Mann ist ein alkoholsüchtiger Schläger. Mirta ist auf dem Weg in die Flitterwochen mit einem Mann, den sie nur geheiratet hat, weil er ihre Familie beschützen kann. Elizabeth ist auf der Suche nach ihrem Halbbruder, der sich in einem der Veteranencamps hier aufhalten soll. Mit seiner Hilfe will sie ihrer Verlobung mit einem New Yorker Kriminellen entkommen. Als ein mächtiger Hurrikan die Inseln erreicht, werden die Leben der drei Frauen mit ungeahnter Wucht durcheinandergewirbelt. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es mal war … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 384 Seiten
Heyne

Elizabeth Gaskell – Mr. Harrisons Bekenntnisse. Drei Erzählungen

Amüsante Zeitreise ins 19. Jahrhundert

Anlässlich des 200. Geburtstags der englischen Autorin Elizabeth Gaskell (1810-1865), die sich vor allem mit ihren Romanen „Mary Barton“ (1848) und „Cranford“ (1853) zu ihrer Zeit eine große Bekanntheit erschrieben hat, hat der |Manesse|-Verlag im Jahr 2010 unter den Titel „Mr. Harrisons Bekenntnisse“ drei ihrer Erzählungen in seiner Reihe |Bibliothek der Weltliteratur| herausgegeben.

1) Die Schafscherer von Cumberland

Mit viel Gefühl für die leisen Töne und einer Fülle von Details beschreibt die Tochter eines Geistlichen, die wegen des frühen Tods ihrer Mutter bei ihrer Tante in Knutsford aufwuchs, in „Die Schafscherer von Cumberland“ einen Ausflug zur Schafschur auf einen Bauernhof. Diese Erzählung erschien wie viele von Gaskells Kurzprosa zum ersten Mal in Charles Dickens‘ Wochenmagazin „Household Words“ und zeigt eine verschworene ländliche Gemeinschaft, deren Tradition zu Beginn des 19. Jahrhunderts bereits durch die beginnende Industrialisierung und die Modernisierung der Landwirtschaft in Vergessenheit zu geraten drohte.

2) Cousine Phyllis

Ist diese erste Erzählung noch mäßig spannend und eher historisch wertvoll, wird es mit „Cousine Phyllis“ bereits interessanter. Die Autorin schreibt aus der Perspektive des jungen Technikers Paul Manning, der seinen Vorgesetzten Holdsworth in die Familie seiner Tante einführt. Der Onkel ist wie Gaskells Großvater Bauer und Priester zugleich. Arbeit und Religion gehen bei ihm somit Hand in Hand und seine gesamte Familie ist mit dem Land und der Gemeinde verwachsen. Man lebt im Einklang mit der Natur und im Rhythmus der Jahreszeiten.

Zwischen dem Eisenbahntechniker Holdsworth und der klugen belesenen Phyllis entspannen sich zarte Bande, die jedoch durch Holdsworth‘ plötzliche Abreise nach Kanada abrupt zertrennt werden, noch bevor eine Beziehung beginnen konnte. Um seine tieftraurige Cousine zu trösten, erzählt Paul ihr von Holdsworth impulsivem Geständnis seiner Liebe für Phyllis ihm gegenüber, worauf sie, auf diese Worte vertrauend, daran glaubt, dass Holdsworth zurückkommen wird, um sie zu freien. Als sie die Nachricht von seiner Heirat in Kanada erreicht, wird sie todkrank, doch nach langer Krankheit findet sie zum Leben zurück und geht gestärkt aus dieser Krise hervor.

Die Schilderung aus der Sicht des jungen Mannes bietet dem Leser dabei die Möglichkeit, mit Pauls jugendlich unreifen Augen auf Phyllis und ihre Familie zu schauen. Gleich Paul wird er zum Beobachter der ländlichen Idylle. Die genaue Beschreibung der Nachmittage in der großen Stube des Bauernhauses mit der zum Fenster herein scheinenden Sonne, der Handarbeiten ausübenden Tante und der in ihre Bücher versunkenen Phyllis und ihrem Vater lesen sich wie die Beschreibung eines Gemäldes der alten Meister. Hier zeigt sich das große Darstellungsvermögen einer gereiften Autorin, der es gelingt, mit Worten zu malen.

3) Mr. Harrisons Bekenntnisse

Den Höhepunkt bildet jedoch die witzige Titelgeschichte „Mr. Harrisons Bekenntnisse„. Der junge Arzt Dr. Harrison, der in London aufgewachsen ist, zieht in das kleine Provinzstädtchen Duncombe, um Partner des dortigen Arztes zu werden. Die relativ abgeschlossene Gemeinschaft des Ortes lebt beschaulich vor sich hin und gewinnt allein durch Klatsch und Tratsch eine gewisse Dynamik. Da stürzt man sich natürlich förmlich auf den Abwechslung versprechenden Neuankömmling. Die Frauen von Duncombe sind dabei allesamt bekannte Typen. Es gibt eine verwitwete Haushälterin, eine Tochter, die von ihrer Mutter mit dem jungen Mann verkuppelt werden soll, die unaufdringliche Pfarrerstochter Sophy, in die sich der Arzt schließlich verliebt, und viele mehr.

Die Ratschläge des alten Arztes befolgend, verhält Harrison sich nett, geduldig und freundlich zu allen Personen und merkt nicht, dass vornehmlich die Frauen des Ortes die Kontrolle über sein Leben übernehmen, sodass er zuletzt nicht einmal mehr über seine Freizeit entscheiden kann und schließlich angeblich mit drei Frauen gleichzeitig verlobt sein soll, womit er seine Karriere sowie seine wirkliche Liebe aufs Spiel setzt. |“Ich stellte fest, daß meine Praxis schlechter ging. Ich hatte die Voreingenommenheit der ganzen Stadt gegen mich … Es hieß – grausame Kleinstadt! -, daß meine Nachlässigkeit oder Unfähigkeit an Walters Tod schuld war, daß Miss Tyrell infolge meiner Behandlung kränker wurde und daß John Brouncker durch mein Ungeschick beinahe gestorben wäre – wenn er nicht schon tot war.“|

Die ironische Beschreibung der Personen bei ihren Teekränzchen und auf Ausflügen erinnert an Jane Austen. Auch bei ihr trachten die Frauen der Oberschicht einzig danach, sich gut zu verheiraten, und richten ihr ganzes Leben danach aus, einen Mann zu finden.
In der traurigen Episode vom Tod von Sophys Brüderchen Walter verarbeitet Gaskell möglicherweise den Verlust des eigenen Sohnes. Doch Sophy, die ebenfalls schwer erkrankt, kann von Harrison durch eine neuartige Medizin geheilt werden. So ist nach der Wiederherstellung des Vertrauens in die Fähigkeiten des jungen Arztes sowie der Aufklärung der zahlreichen Missverständnisse mit einhergehender Wiederherstellung seines guten Rufs endlich der Weg für die wahre Liebe frei.

Unterm Strich

Während ihre Zeitgenossen Dickens und Tennyson den meisten Literaturinteressierten bekannt sein dürften, ist Elizabeth Gaskell außerhalb Großbritanniens etwas in Vergessenheit geraten. Doch für den, der Jane Austen oder die Brontës mag, lohnt es sich, auch die fünffache Mutter, die zeitlebens einen großen Haushalt führte und die damit zusammenhängenden Aufgaben mit einer Schriftstellkarriere verbinden konnte, kennen zu lernen.

Sie hat ein umfangreiches Werk (sieben Romane, 40 Erzählungen und eine Biografie über ihre Freundin Charlotte Bronte) hinterlassen. Ihre Prosa beweist psychologisches Feingefühl, ein meisterhaftes Erdzähltalent sowie einen unverstellten Blick auf die Veränderungen durch die Industrialisierung, der sie gleichzeitig zur Chronistin ihrer Zeit macht. |Manesse|s Erzählband bietet in bewährter Qualität mit Leineneinband, Lesebändchen und Schutzumschlag einen guten Einstieg in dieses Werk.

Hardcover: 376 Seiten
ISBN-13: 978-3717522584
|
http://www.randomhouse.de/manesse

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (158 Stimmen, Durchschnitt: 1,06 von 5)

Tara DiLullo – 300 – The Art of the Film

Schöner Fotoband in stabiler Ausstattung

Dieser von Mike Richardson, Andreas Mergenthaler und Hardy Hellstern herausgegebene Bildband dokumentiert illustrierend die Entstehungsgeschichte bestimmter Filmszenen von der Strichszene des Storyboards bis zum fertigen, mit dem Computer bearbeiteten Bild. Das Buch stellt mit seinen spezifischen Mitteln ein Making-of zu Zack Snyders Film [„300“]http://www.powermetal.de/video/review-1048.html dar, der am 5. April in unseren Kinos angelaufen ist.

Inhalte

Tara DiLullo – 300 – The Art of the Film weiterlesen

Anna Brett – Kleine Tiere werden groß: Der Löwe

Worum geht’s?

Welches Kind interessiert sich nicht für Tiere? In diesem Buch geht es darum, wie Löwen leben. An der Seite eines Löwenmädchens kannst Du erleben, wie ein Tag in der Savanne als Löwe aussieht. Wann erwachen sie morgens? Was essen Löwen? Wer gehört alles zu einem Löwenrudel? Diese und noch viele weitere Fragen wirst Du am Ende des Buchs sicher beantworten können.

Anna Brett – Kleine Tiere werden groß: Der Löwe weiterlesen

[NEWS] Moritz Matthies – Schiffe versenken. Ein Erdmännchen-Krimi

Back to the roots: Rufus‘ und Rays Ermittlerkünste sind wieder gefragt! An Bord des Kreuzfahrtschiffes »Golden Silverstar« sollen die Erdmännchen-Spürnasen mit ihrem früheren Kompagnon Phil einer Bande auf die Spur kommen, dem berüchtigten Ocean’s Club. Unter dem Künstlernamen »Phil & Friends« werden Rufus und Ray zur größten Entertainment-Attraktion an Bord und ermitteln nebenher undercover. Doch ihre Gegner sind gewieft. Am Ende müssen Phil & Friends Kopf und Pelz riskieren, um das Geheimnis des Ocean’s Club zu lüften. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
dtv

[NEWS] Asta Müller – Kairra. Geschenk der Götter

Kairra lebt auf einer Wüstenwelt mit zwei Sonnen. Zusammen mit anderen Verdammten – angebliche Diebe und Mörder, Außenseiter und Mittellose – haust sie tagsüber in tiefen Tunneln im Sand außerhalb der Stadt, die durch einen Schild vor der Hitze geschützt wird. Als sie und ihr Bruder in die Fänge des despotischen Statthalters Zekoll geraten, erfährt Kairra, dass sie von Göttern abstammen soll. Von eben jenen, die die Sonnenwelt als Spielball ihrer Unterhaltung nutzen. (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 460 Seiten
Knaur

Gail Lerner – Insecta: Das Institut der Unsichtbaren


Worum geht’s?

Eden besitzt eine besondere Eigenschaft, sie ist Wespenflüsterin und möchte ihre Gabe dazu nutzen, auch anderen Insekten eine Stimme zu geben. Wäre da nicht August. Den bekennenden Insektenfeind trifft sie am unterirdischen Institut für höhere Bildung. Er sieht sie Sache leider ganz anders. Sein einziges Ziel ist es, das “Ungeziefer” wie er es nennt, zu vernichten.

August kennt sich in den unterirdischen Tunneln sehr gut aus und weiß was unter der Erde verborgen ist. Doch Eden durchschaut seine Pläne und setzt alles daran, sie zu durchkreuzen. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Schafft Eden es rechtzeitig die Katastrophe zu verhindern und die Insekten zu retten?

Gail Lerner – Insecta: Das Institut der Unsichtbaren weiterlesen

[NEWS] Birgit Borchert – Spuren einer fernen Zeit

Frankfurt, 1907. Als die junge Sophie von Mayden den großen Lichthof des neuen Senckenberg-Museums betritt, ist sie wie gebannt vom Anblick eines riesigen Dinosauriers. Sie spürt: Eines Tages will sie diese faszinierenden Urzeitwesen selbst erforschen. Doch als Frau ist ihr der Weg zum Paläontologie-Studium versperrt. Außerdem erwarten ihre Eltern baldmöglichst eine standesgemäße Heirat. Sophie aber hat andere Pläne. Ihre Beharrlichkeit verhilft ihr zu einer Anstellung im Museum. Dort verliebt sie sich in den Doktoranden Paul Klüver, der aus einfachen Verhältnissen stammt und in Sophie nur eine verwöhnte Bürgertochter sieht. Eine spektakuläre Expedition führt beide nach Afrika, wo Sophie ihm und sich selbst beweisen will: Für ihren großen Traum ist sie bereit, alles aufs Spiel zu setzen … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 592 Seiten
Lübbe

[NEWS] David Michie – Die Katze des Dalai Lama und die vier Geheimnisse des Glücks

Die Katze des Dalai Lama ist zurück! Neugierig wie eh und je und immer noch sehr von sich selbst überzeugt, lauscht sie gespannt den Ausführungen Seiner Heiligkeit, wenn sich Ratsuchende und Staatsoberhäupter die Klosterklinke in die Hand geben. Dass so etwas auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben kann, ist klar. So stürzt sich das Kätzchen in das große Abenteuer, um endlich die vier Geheimnisse des Glücks zu entschlüsseln – und lässt sich dabei weder von streunenden Straßenkatern noch von einer eingewachsenen Kralle aufhalten … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
Heyne