Blazon, Nina – Wolfszeit

Nina Blazon ist vor allem für ihre Fantasyromane bekannt. Sie schreibt jedoch auch immer wieder Bücher, in denen sie historische Stoffe jugendgerecht in Romanform aufbereitet. Ihr neustes Werk dieser Art ist „Wolfszeit“, das sich mit der Bestie vom Gévaudan beschäftigt.

Im 18. Jahrhundert geht im französischen Gévaudan eine Bestie um. Sie hat es vor allem auf arme Leute abgesehen, die sie grausam zurichtet. Alle Welt glaubt, dass es sich dabei um einen Wolf handelt. Weil die Leute im Gévaudan es nicht schaffen, das Tier zu erlegen, schickt der französische König seine eigenen Jäger in die Provinz, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Mit ihnen reist der Versailler Student Thomas Auvray, der von der Bestie fasziniert ist. Er hat die Zeitungsartikel über das Ungeheuer verschlungen und wundert sich darüber, wie das Tier beschrieben wird. Der begabte Zeichner macht sich daran, mithilfe von Zeugenaussagen und eigenen Beobachtungen an Opfern und Tatorten ein Bild der Bestie zu entwerfen. Da er in Versailles als Assistent des Naturforschers de Buffon arbeitet, sieht er schnell, dass das Ungeheuer von Gévaudan kein gewöhnlicher Wolf sein kann. Doch was ist es dann? Aufklärung könnte ihm die Adlige Isabelle bringen, die den Angriff der Bestie überlebt hat. Doch ihr Bruder hält das Mädchen versteckt und Thomas fragt sich, ob der Angriff das einzige Geheimnis Isabelles ist …

_Nina Blazon nimmt die_ häufig erzählte und 2000 sogar verfilmte Geschichte um die Bestie vom Gévaudan und bettet ihre historischen Fakten in einen Jugendroman ein. Erzählt wird dabei aus der Perspektive des Studenten Thomas oder gelegentlich aus der von Isabelle. Beide Figuren sind sehr gelungen, schafft die Autorin es doch, beiden Leben einzuhauchen und sie so zu gestalten, dass sich auch Leser von heute mit ihnen identifizieren können. Thomas bekommt zusätzliche Tiefe dadurch, dass sein Hintergrund als Kunststudent immer wieder betont wird. Blazon beschreibt anschaulich, wie er zeichnet und welchen Bestandteil die Kunst für ihn hat. Dies blitzt auch immer wieder im Schreibstil durch, der gewohnt locker und wortgewandt ist.

Der Roman gliedert sich in eine Art Rahmenhandlung und die Geschehnisse im Gévaudan. Die Rahmenhandlung findet in Versailles statt, wo Thomas neben seiner Arbeit und seines Studiums vor allem mit den Absichten seines Vaters zu kämpfen hat. Der möchte seinen Sohn gerne mit einer guten Partie verheiraten. Das gefällt Thomas nicht und er ist dankbar dafür, nach Gévaudan reisen zu können. Bis dahin vergehen ungefähr hundert Seiten, die den Leser etwas ratlos zurücklassen, weil nicht so ganz klar ist, wo sie hinführen sollen. Trotz des schwachen, aufgrund vieler Perspektiven – auch einige Dorfbewohner des Gévaudan kommen zu Wort – zerfahrenen Anfangs steigert sich die Geschichte deutlich, sobald Thomas im Gévaudan ankommt. Da er schnell feststellt, dass die Bestie kein normaler Wolf ist, beginnt das Rätselraten, was es denn sonst sein könnte. Die Spannung steigert sich merklich, da Blazon geschickt Hinweise setzt, die für Wendungen und Überraschungen sorgen. Dass neben dem Rätsel um die Bestie noch einige weitere Ungereimtheiten eingeführt und aufgelöst werden, tut der Handlung sehr gut und lässt schlussendlich die Erzählmagie aufkommen, die man von der Autorin gewohnt ist.

_Mit „Wolfszeit“ gelingt es_ Nina Blazon erneut, historischen Stoff gelungen aufzubereiten. Ihr Markenzeichen ist dabei, dass sie nicht wie ein typischer historischer Roman klingt, sondern etwas Lockeres in den Roman einbringt. Er lässt sich leicht lesen und bietet Identifikationspotenzial. Einzig der schwierige Einstieg trübt den positiven Gesamteindruck ein wenig.

|Gebunden: 567 Seiten
ISBN-13: 978-3473400706|
http://www.ravensburger.de
http://www.ninablazon.de

_Nina Blazon bei |Buchwurm.info|:_
[„Der Bund der Wölfe“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2380

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