Schlagwort-Archive: Thriller

Brian Freeman – Robert Ludlum’s The Bourne Evolution (Jason Bourne 15)

Codename Cain: Stilechte Fortsetzung der Jason-Bourne-Reihe

Nach der Ermordung seiner Frau in einer Massenschießerei ist Geheimagent Jason Bourne davon überzeugt, dass hinter dem Mord mehr steckt. Er glaubt, dass Treadstone, die Behörde, die ihn ausgebildet hat, dahintersteckt. Bourne – Deckname „Cain“ – verlässt Treadstone und macht sich daran, eine anarchistische Geheimorganisation namens Medusa zu infiltrieren und auffliegen zu lassen.

Doch als eine Kongressabgeordnete in New York City ermordet wird, wird der Mord Bourne angehängt, und schon bald sieht er sich verfolgt. In dem Bemühen, den Verfolgern einen Schritt vorauszubleiben, tut er sich mit der kanadischen Journalistin Abby Laurent zusammen, um herauszufinden, wer hinter der falschen Anschuldigung steckt. Ebenso will er so viel wie möglich über die stetig wachsende Bedrohung durch die geheimnisvolle Medusa-Gruppe herausfinden.

Als immer mehr Gegner anfangen, Bourne zu jagen, entwickelt sich ein Rennen gegen die Zeit, um aufzudecken, wer ihn in eine Falle gelockt hat – und worin deren nächster Schachzug bestehen mag…“ (Verlagsinfo) Anmerkung: Bourne war nie verheiratet.
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Joshua Hood – Robert Ludlum’s The Treadstone Resurrection (Adam Hayes 1)

Nonstop-Action für Waffenfetischisten

Der Zimmermann Adam Hayes war wie Jason Bourne im Treadstone-Programm der CIA und verfügt über spezielle Fähigkeiten, die ihn zu einem furchtbaren Gegner machen. Das bekommt nun sein nichtsahnender Verfolger zu spüren, der im Auftrag eines Polit-Klüngels Hayes ausschalten soll. Die Spur von Leichen, die Hayes hinterlässt, um den Hintermännern nahezukommen, führt erst nach Venezuela, dann nach Washington, D.C.
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Eric Van Lustbader – Die Miko (Nicholas Linnear 2)

Fernost-Thriller mit Sex und Action

Nicholas Linnear hat den „Ninja“-Angriff überlebt, nun reist er mit seinem Boss und künftigen Schwiegervater nach Tokio, um einen Firmenfusion in die Wege zu leiten. Doch er kreuzt den Weg der Miko, einer gewissenlosen Hexe mit okkulten Kräften. Ihr Auftrag lautet, Rache an Nicholas zu nehmen. Nicholas muss alle seine erweiterten Sinne und kriegerischen Kräfte aufbieten, um gegen sie bestehen zu können. Doch für wen arbeitet sie?
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Michael Connelly – Fair Warning (Jack McEvoy 3)

Tote Frauen und die Gefahren der Stammbaumforschung

Jack McEvoy ist ein Reporter, der mehrere Erfolgsgeschichten über das Finden und Stellen eines Mörders vorweisen kann. Zu diesen gehören „Der Poet“ und „The Scarecrow“. Aber bislang wurde er noch nie beschuldigt, selbst ein Mörder zu sein. Bis zwei Beamte der Mordkommission des LAPD ihn befragen, was er mit der verstorbenen Christina Portrero zu tun gehabt habe.

Teils aus Trotz, teils wegen der bizarren Art und Weise, wie sein Beinahe-One-Night-Stand Tina zu Tode kam, beginnt er ihr nachzuforschen – und stößt auf eine Mordserie, die auf Genanalyse basiert. Während er diese Seite als „Verbraucherschutz“ an seinen Boss bei der Webseite „Fair Warning“ verkaufen kann, muss er sich entscheiden, welche Rolle er eigentlich selbst spielt: die des beobachtenden Reporters oder des beteiligten Ermittlers…
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Dan Simmons – Das Schlangenhaupt

Packender und bewegender Thriller

Dr. Darwin Minor ist als Spezialist für die Rekonstruktion von Unfallursachen im südlichen Kalifornien tätig. Als Gutachter wirkt er an der Aufdeckung von Versicherungsbetrügereien mit. Als er nach einem Einsatz nach Hause fährt, wird er von zwei russischen Killern verfolgt, die ihn bei 250 km/h auf einem Interstate Highway töten wollen. Das Ergebnis sind ein fliegender Mercedes und zwei tote Russen.

Nach diesem Zwischenfall wird eine Sonderkommission gebildet, in der Darwin mit der Chefermittlerin des Generalstaatsanwalts Sydney Olson gemeinsam ermittelt. Die beiden sind einem Versicherungsbetrug gigantischen Ausmaßes auf der Spur, der in höchste Kreise führt und bei dem Menschenleben bedeutungslos sind. (Verlagsinfo)
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John Birmingham – Der Effekt

Spannend: Die Amis sind weg – was machen wir jetzt?

Am 14. März 2003 verschwinden die Vereinigten Staaten von Amerika – aber wohin? Auch Teile der angrenzenden Länder werden von einer Energiewolke erfasst, die jedes Leben vernichtet. Wer oder was könnte diesen unglaublichen Effekt ausgelöst haben, fragen sich die überlebenden Amerikaner, die eigentlich gerade in den Irak einmarschieren wollten. Dieser wiederum erklärt zusammen mit dem Iran den USA den Krieg. Für die übrig gebliebenen Amis geht es nun ums nackte Überleben. Wer dachte, mit dem Verschwinden der Amis erfülle sich sein Wunschtraum, sollte einmal etwas über die möglichen Folgen lesen.
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Slaughter, Karin – Schattenblume

Ironisch: Unser Sheriff, der Schürzenjäger

Ein Geiseldrama hält ganz Heartsdale, Georgia, in Atem. Zwei schwer bewaffnete Männer haben die Polizeistation von Grant County überfallen. Einer der Polizisten dort wurde erschossen, Chief Jeffrey Tolliver schwer verwundet. Ebenfalls im Gebäude ist Sara Linton, die Kinderärztin und Rechtsmedizinerin der Stadt. Sie versucht verzweifelt, ihrem Ex-Mann das Leben zu retten. Aber jeden Moment kann einer der Gangster merken, dass der erschossene Cop gar nicht der Chief ist, auf den sie es offensichtlich abgesehen haben … (Verlagsinfo)

Die Autorin

Karin Slaughter wuchs in einer kleinen Stadt in Georgia auf und lebt heute in Atlanta. Schon mit ihrem Debütroman sicherte sie sich einen Platz unter den wichtigsten Thrillerautorinnen der USA. Heute ist sie laut Verlag einer der Stars dieser Liga. Ihre Bücher sind über 15 Ländern erschienen, und wenn man sich die Geschichten ihrer neuesten Romane anschaut, so stellt man schnell fest, dass es sich die Autorin keineswegs leicht macht, sondern im Gegenteil schwerwiegende und komplex angelegte Themen aufgreift. Sie scheut nicht vor der Behandlung von Tabus wie Homosexualität, Inzest, Sex mit Behinderten, Rassismus, religiöser Wahn, Drogenmissbrauch, Pädophilie und Selbstjustiz zurück.

Handlung

Gegenwart, Georgia, Grant County, Heartsdale

Lena Adams’ Geburtstag soll eigentlich ein besonderer Tag werden. Ihre Regel ist überfällig und sie hofft bzw. fürchtet, dass sie von ihrem Lover Ethan schwanger sein könnte. Was diesen Tag besonders macht, ist zudem der Umstand, dass Chief Jeffrey Tolliver sie wieder zum Polizeidienst in Grant County, Georgia, zugelassen hat. Sie wirft sich in Schale. Doch sie hätte sich die Mühe sparen können, denn sie kommt überhaupt nicht durch zur Polizeistation von Heartsdale …

Sara Linton, Kinderärztin und Gerichtsmedizinerin der Stadt, besucht gerade ihren Ex-Mann Tolliver, als die Katastrophe beginnt. Zu allem Überfluss führt Polizist Brad Stephens gerade eine Schulklasse von Zehnjährigen durch die Büroräume. Als Sara die beiden Männer sieht, die Jeffrey sehen wollen, hat sie ein ungutes Gefühl. Doch als einer der beiden eine Schrotflinte unter seinem Mantel hervorzieht, schreit sie auf: „Jeffrey!“ In diesem Moment betritt der Polizist Matt Hogan die Station. Sofort wird ihm der Kopf weggeschossen, und die Station verwandelt sich in ein Tollhaus.

In der nachfolgenden Schießerei sind auf Seiten der Polizei mehrere Opfer zu beklagen, auch Jeffrey Tolliver ist verletzt und droht zu verbluten. Zwei Kindern und einem Polizisten gelingt im Durcheinander die Flucht, doch Sara Linton bleibt nur eines übrig: sich zu verstecken. Leider haben die beiden Killer die Lage schon bald unter Kontrolle. Es scheinen richtige militärische Profis zu sein. Einer hat ein Armee-MG und der andere eine AK-47 Kalaschnikoff. Außerdem haben sie haufenweise Munition dabei, können also einer Belagerung standhalten.

Sara fragt sich, warum sie Matt erschossen haben. Da fällt ihr ein, dass sie Jeffreys Namen gerufen hatte. Sie hielten Matt für Jeffrey. Doch wenn sie nun die Personalien Jeffreys durchsuchen, könnten sie die Wahrheit entdecken und Jeffrey doch noch abknallen. Einer der beiden kommt ihr vage bekannt vor. Und er kennt sie offensichtlich als „Dr. Sara Linton“. Doch woher? Sara muss sich etwas einfallen lassen, und zwar schnell, bevor Jeffrey den Geist aufgibt.

1991, Alabama, Sylacauga

Auf dem Weg in den gemeinsamen Florida-Urlaub macht Jeffrey einen folgenreichen Fehler: Er nimmt Sara, die er erst wenige Wochen kennt, mit in seine Heimatstadt, das 12.000-Seelen-Kaff Sylacauga. Es müssen wohl sentimentale oder nostalgische Gefühle sein, die ihn dazu bringen, bei seinem Freund Possum vorbeizuschauen und danach in seinem alten Jugendzimmer zu übernachten. Doch nach einer großartigen Runde Sex kommt es zu einem Streit, denn Sara ist ganz schön stur und lässt sich von Frauenheld Jeffrey nichts bieten.

Im Schlafanzug läuft sie barfuß hinaus in die Nacht. Auf einmal hört sie Schüsse und einen Schrei aus einem der anderen Häuser in der Straße. Mit Jeffrey dringt sie in das Haus ein, um Hilfe zu leisten. Sie platzen in die Szene eines blutigen Verbrechens. Dies ist das Haus von Robert, dem besten Freund Jeffreys, und dessen Frau Jeannie. Ein Mann liegt auf dem Boden – ihm wurde der halbe Kopf weggeschossen.

Und Robert wankt ebenfalls getroffen zu Boden: Er hat eine Schusswunde im Bauch. Sara versorgt ihn als Ärztin sofort. Aber etwas an seiner Wunde kommt ihr seltsam vor: Solche Schmauchspuren entstehen nur, wenn die Waffe aus nächster Nähe abgefeuert wurde. Wie soll das zugegangen sein? Doch da sie neu hier ist, hält sie erstmal die Klappe.

Unterdessen hat Jeffrey die Polizei geholt und versucht, den Tathergang zu rekonstruieren, auch anhand von Roberts Aussage. Jeannie steht unter Schock und kann praktisch nichts aussagen. Offenbar hat Robert, als er vom Einkaufen zurückkehrte, den Einbrecher dabei überrascht, wie er sich über seine Frau hermachte. Robert holte seine Waffe aus dem Schrank, wurde beschossen, feuerte zurück, wobei er eine Ladehemmung hatte – daher die vielen Patronenhülsen.

Für den Sheriff, „Hoss“ Hollister, ist der Fall glasklar – es war Nothilfe. Der Tote, Luke Swan, war ein stadtbekannter Dieb und Einbrecher. Er lässt Sara, da sie Rechtsmedizinerin ist, die Autopsie des Toten vornehmen. Sie hat jede Menge Einwände gegen die Art, wie man hier die Rechtsmedizin handhabt: Es gibt keine Röntgenaufnahmen, und wenn sie jetzt den Schädel öffnet, könnte sie Spuren vernichten. Seltsamerweise scheint dies dem Sheriff nichts auszumachen.

Dass es besser gewesen wäre, die Spuren ganz genau aufzunehmen und den Tathergang zu rekonstruieren, erkennt Sara in den nächsten beiden Tagen. Auf einmal bekennt sich Robert zu einem kaltblütigen Mord an Luke Swan schuldig, zur größten Bestürzung Jeffreys. Als Sara auch noch das Skelett einer vor drei Jahren verschollenen jungen Frau in Jeffreys Jugendhöhle findet, bekennt sich Robert auch noch zu diesem Verbrechen. Offenbar hat er es sehr eilig, auf den elektrischen Stuhl oder in die Gaskammer zu kommen. Aber warum nur? Und wenn Robert das Mädchen nicht getötet hat, wer dann?

Mein Eindruck

Ich habe den Roman in zwei Tagen ausgelesen. Denn erstens ist der Aufbau abwechslungsreich, indem die Story zwischen den beiden Schauplätzen hin und wieder wechselt. Nicht von Kapitel zu Kapitel, sondern erst nach einer gewissen Strecke, die der Story jeweils Zeit gibt sich zu entwickeln. Und zweitens ergibt sich dadurch auch eine Spannung, allein schon durch die Kardinalfrage, was denn, bitte schön, das olle Sylacauga mit der Geiselnahme in der Polizeistation von Heartsdale verbindet.

Selbstverständlich sind es die Geiselnehmer selbst. Sie wollten von vornherein Chief Tolliver kaltmachen, mussten ihn also gekannt haben. Aber sie kannten ihn nicht so gut, dass sie wussten, wie er heute aussieht. Ergo: Die Zeit der gemeinsamen Bekanntschaft muss schon ziemlich lange zurückliegen – im Jahr 1991. Uns interessiert natürlich nun die Frage, welche Jungs das damals gewesen sein könnten. Und warum hegen sie plötzlich solchen Hass auf Tolliver?

Den Schlüssel zu diesem Rätsel liefern zwei Zeitebenen: der Besuch im Jahr 1991 und die Jugendzeit, die Tolliver dort bis zu seinem Weggang verbracht hatte. Man kann nicht gerade sagen, dass Jeffrey ein Engel war – „Bengel“ trifft es schon eher. Er legte die Mädchen seiner Schule reihenweise flach, mit wenigen Ausnahmen. Sara bekommt es von ihm und seinen Freunden und Bekannten nur allzu gerne verklickert. Statt jedoch angewidert zu sein – sie hat ja auch ihre Erfahrungen – versucht sie, den Menschen Jeffrey Tolliver zu verstehen. Kann sie ihm vertrauen?

Seine Promiskuität hatte zur Folge, dass er einen Sohn namens Jared hat, von dem er im Jahr 1991 noch nichts ahnte. Er dachte damals, Jared sei der Sohn seines besten Freundes Possum und dessen Frau Nell (mit der er natürlich auch etwas hatte). Sara erfährt davon, darf es ihm aber auf Bitten Nells nicht sagen. Und er muss sich fragen lassen, ob er vielleicht uneheliche Kinder gezeugt hat. Er kann es nicht ausschließen. Zum Glück hat er die in medizinischen und genetischen Dingen beschlagene Dr. Sara Linton dabei. Sie klärt ihn darüber auf, wie er ausschließen kann, von irgendwelchen Jungs der Vater zu sein, einfach anhand bestimmter Merkmale.

Ihre Kenntnisse und hartnäckige Neugier führen zur Aufklärung von zwei Mordfällen: dem in Roberts Haus und dem an der Frau, deren Skelett Sara 1991 entdeckte. Ihre Entdeckungen bringen sie selbst in Lebensgefahr und kosten einen weiteren Menschen das Leben. Und aufgrund dieses Wissens kann sie den beiden Geiselnehmern in Heartsdale mit Gewissheit sagen, dass sie schwer auf dem Holzweg sind. Sie suchen nach dem falschen Schuldigen.

Leider hilft dies weder Jeffrey, der zu verbluten droht, noch den anderen Geiseln noch Lena Adams, die sich mutig in die Schusslinie begibt, um Tolliver, der ihr immer wieder eine Chance gibt, das Leben zu retten. Doch auch wenn sie zur Heldin wird, so wartet doch am Abend ihres Geburtstags nicht eine liebevolle Umarmung auf sie, sondern ein Schlag in die Magengrube, schwanger oder nicht. Sie ist und bleibt die Märtyrerin von Grant County.

Die Übersetzung

Ich habe selten ein gebundenes Buch mit so vielen Druckfehlern gesehen. Diese sind auf den Seiten 43, 63, 69, 109, 192 und anderen Seiten zu finden. Dabei handelt es sich unter anderem um simple Verdopplungen von Wörtern, wie etwa „mich mich“ oder „leichte leichte“ (63), oder um fehlende Endungen (43). Dass Dativ und Genitiv miteinander im Clinch liegen, ist ja bekannt. Dass die Übersetzerin beide auseinander halten können sollte, kann man aber auch erwarten. „Zu einer Art Heiligen machen“ (69) ist meiner Ansicht nach falsch bzw. umgangssprachlich, weil es statt „Heiligen“ (Dativ) „Heiliger“ (Genitiv) heißen müsste, denn „Heiligen“ ist von „Art“ abhängig und nicht von „zu einer“. Auch darüber ließe sich trefflich streiten.

Anders verhält es sich mit Streitfällen des Sprachstils. Die Frage ist auf Seite 40, ob Licht „schwummerig“ sein kann. Kann es nicht, denn „schwummerig“ ist ein Zustand des mangelnden persönlichen Wohlbefinden – vulgo: „Schwindel“ genannt. Aber was beim Licht zutrifft, ist der Begriff „schummrig“, und das dürfte aus dem Rotlichtmilieu allgemein bekannt sein. Manchmal liegt es nur an einem einzigen Buchstaben, ob guter Stil oder Unsinn herauskommt. Dies zu korrigieren, wäre Sache des Lektorats. Das hat offensichtlich gepennt oder ist unfähig.

Es steht zu hoffen, dass diese peinlichen Fehler der zweiten gebundenen Auflage spätestens in der Taschenbuch-Ausgabe bereinigt worden sind.

Unterm Strich

Endlich hat die Autorin mal auf die üblichen Splattereffekte verzichtet: Hier wird niemand gekreuzigt, vergewaltigt oder durchsiebt. Na ja, einige Leute müssen schon dran glauben, aber das geschieht auf eher dezente Art und Weise. Schön fand ich nicht nur den interessanten Aufbau des Krimis, sondern auch, dass Lena Adams hier endlich ihren großen Tag hat.

Von Interesse ist auch das Auftreten des Georgia Bureau of Investigations (GBI) und seiner Geiselbefreiungstruppe. Diese untersteht einer gar strengen Frau Wagner, die von ihrem Kollegen Nick Shelton zunächst als gefühllose „Maschine“ bezeichnet wird, sich dann aber doch als die Person herausstellt, die den größten Überblick bewahrt. Auf diese Weise berücksichtigt sie Aspekte, die anderen wie etwa Lena nicht im Traum eingefallen wären, weil sie sich nämlich von den blutigen Ereignissen haben traumatisieren lassen. Nach Hinweisen von Wagner fragt sich Lena, warum sie nicht selbst auf das Offensichtliche gekommen ist. Zu Lenas Freude bietet Wagner ihr einen Platz in ihrer Truppe an: der Ritterschlag. Aber Lena will lieber in ihrem Städtchen bleiben. Recht so, Lee! Wir brauchen dich!

Alles in allem ist dies der bislang gelungenste Thriller von Karin Slaughter. Spannung, Abwechslung und jede Menge ironischer Humor (in den Sylacauga-Kapiteln) bildet eine unterhaltsame Mischung, die Leser wie mich mühelos bei der Stange hält – siehe oben. Hoffentlich ist das Hörbuch, das in Kürze beim |Argon|-Verlag erscheinen soll, ebenso gut.

Originaltitel: Indelible, 2004
480 Seiten
Aus dem US-Englischen von Sophie Zeitz

www.rowohlt.de

Karin Slaughter – Vergiss mein nicht (Lesung)

Trifft ins Herz: finaler Rettungsschuss

Es ist eine heiße Sommernacht im Städtchen Heartsdale, Georgia. Auf dem Parkplatz der Rollschuhbahn droht die 13-jährige Jenny den drei Jahre älteren Herzensbrecher Mark zu erschießen. Behutsam versuchen die Ärztin Sara Linton und ihr Ex-Gatte, Polizeichef Jeffrey Tolliver, die Situation zu entschärfen. Zunächst sieht es nach einem Liebesdrama unter Teenagern aus, doch dann kommt es zum Showdown: Tolliver muss Jennys Leben opfern, um Marks Hinrichtung zu verhindern. Schließlich findet man in den Toiletten der Anlage ein totes Neugeborenes, und Linton und Tolliver sehen sich einem Fall gegenüber, von dem sie sich wünschen, sie hätten ihn nie übernommen. (abgewandelte Verlagsinfo)

Die Autorin

Karin Slaughter wuchs in einer kleinen Stadt in Georgia auf und lebt heute in Atlanta. Schon mit ihrem Debütroman sicherte sie sich einen Platz unter den wichtigsten Thrillerautorinnen der USA. Heute ist sie laut Verlag einer der Stars dieser Liga. Ihre Bücher sind in über 15 Ländern erschienen, und wenn man sich die Geschichten ihrer neuesten Romane anschaut, so stellt man schnell fest, dass es sich die Autorin keineswegs leicht macht, sondern im Gegenteil schwerwiegende und komplex angelegte Themen aufgreift. Sie scheut nicht vor der Behandlung von Tabus wie Homosexualität, Inzest, Sex mit Behinderten, Rassismus, religiöser Wahn, Drogenmissbrauch, Pädophilie und Selbstjustiz zurück. Ein kleiner Teil davon ist in „Vergiss mein nicht“ zu finden.

Die Sprecherin

Iris Böhm spielte nach ihrer Ausbildung an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ an verschiedenen Theatern. Sie war u. a. in „Tatort“, „Zwei Asse und ein König“ und „Eine Hand schmiert die andere“ zu sehen. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Kommissarin in der RTL-Serie „Die Sitte“, für die sie den Deutschen Fernsehpreis 2004 erhielt. Iris Böhm lebt in Berlin. (Verlagsinfo) Sie liest eine gekürzte Textfassung.

Regie führte Margrit Osterwold, für den guten Sound sorgte Tonmeister Fabian Küttner.

Handlung

Es ist ein schöner Samstagabend auf der Rollerskatebahn von Heartsdale, Georgia. Neben Kinderärztin Sara Linton sind auch ihr Patient Justin, 7, und ihre Schwester Tessa da. Nur ihr Ex-Mann, Sheriff Jeffrey Tolliver, hat sich verspätet, sonst wäre der Abend perfekt. Auf dem Damenklo macht sie eine merkwürdige Beobachtung: Jenny Weaver taucht aus einer der Toiletten völlig verstört auf. Sara bemerkt an Jennys Rucksack und am Türgriff einer Kabine Blut.

Kurz darauf hört sie, wie ein Mädchen einen Jungen anschreit. Sara eilt hin, und da zielt Jenny mit einer achtschüssigen Beretta auf einen Jungen, der offenbar ziemlich zugekifft ist und die Bedrohung nicht ganz ernst nimmt. Sheriff Tolliver ist inzwischen eingetroffen und ermahnt Jenny, die Waffe fallen zu lassen. Doch statt zu gehorchen, entsichert Jenny bloß ihre Beretta. Tolliver merkt, dass sie es todernst meint. Sie weint und fordert ihn auf, sie zu erschießen, bevor sie den Jungen abknallt.

Nun entsichert auch Tolliver seine Dienstwaffe, in der Hoffnung, dass seine alarmierten Kollegen bald da sein werden, um Jenny zu umzingeln. Da kommen Brad Stevens und Lena Adams auch schon, doch es hilft nichts. Auch Sara kann nichts gegen Jennys verzweifelte Sturheit ausrichten. Jenny nennt den Jungen lediglich einen Lügner. Tolliver zählt bis fünf. „Fünf“, schreit Jenny, dann schießt er. In ihrem Rucksack findet Sara ein 28 Wochen altes Baby. Jenny wollte es im Klo entsorgen. Der Junge, Mark Patterson, war sein Vater.

WARNUNG: SPOILER

Die Untersuchung der Leiche, die Sara als Gerichtsmedizinerin vornimmt, fördert einige grausige Körpermerkmale zutage. Ihre Haut ist mit vielen kleinen Schnitten übersät (daher der O-Titel: „Kisscut“) und ihr Becken weist die Spuren einer brutalen Vergewaltigung auf. Und noch etwas: Das Baby kann nicht von Jenny sein – ihre Vagina wurde zugenäht. Vor mindestens einem halben Jahr.

SPOILER ENDE

Jennys Mutter Dottie erzählt, dass Jenny mit Marks Schwester Lacy in einer kirchlichen Jugendgruppe war, die von Pastor David Fine geführt und von Brad Stevens betreut wird. Das ging jedenfalls so bis vor etwa acht Monaten, als die Gruppe in die Weihnachtsfreizeit fuhr. Dann muss etwas passiert sein, denn von da ab wollte Jenny nicht mehr zu den Gruppenabenden. Von Jennys Verletzungen weiß Dottie nichts. Mark Patterson aber ist wegen Diebstahls und Tätlichkeit gegen Lacy verurteilt worden. Hat er etwas mit Jennys Zustand zu tun?

Als Polizistin Lena Adams die Pattersons in deren Trailer aufsucht, merkt sie gleich, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Der Vater von Mark, ein Trucker, sieht okay aus, aber seine Mutter Grace hat Lungenkrebs im Endstadium. Mark selbst versucht Lena mit seinem männlichen Charme zu verführen, denn er ist wieder einmal zugedröhnt. Sie bemerkt eine besondere Tätowierung auf seiner Hand. Aber wo ist seine Schwester?

Lacy taucht am übernächsten Tag in der Kinderklinik bei Sara Linton auf. Das 13-jährige Mädchen ist schwanger und versteckt sich vor seinem Bruder Mark. Auch ihrer Mutter soll Sara nichts sagen. Offenbar hat sie Angst vor. Als Mark plötzlich auftaucht, mit einem Messer in der Hand und total stoned, ruft Sara die Polizei und schickt Lacy heimlich weg. Doch während Lena Adams Mark erwischen und festnehmen kann, wird Lacy in einem schwarzen Auto entführt.

Etwas definitiv Unheimliches geht vor in Heartsdale, Georgia. Und es gefällt Sara kein bisschen.

Mein Eindruck

Wieder einmal sind junge Mädchen die Opfer von Verbrechen. Diesmal greift die Autorin das Thema Pädophilie und Kinderpornografie auf. Im Zuge von Sheriff Tollivers Ermittlungen entsteht das Bild einer Industrie, die keine Skrupel bei der Ausbeutung von Mädchen und Jungs kennt. Aber der Sheriff stößt auf zwei Aspekte, die ihn besonders betroffen machen. Erstens hat sich ein Pastor dazu erpressen lassen, die Pornohefte an die Kunden zu verteilen, und zweitens gehören zu den Rädelsführern des Pornorings zwei ältere Frauen, die selbst Mütter sind und es eigentlich besser wissen sollten.

Die Folgen ihres kriminellen Treibens zeigt die Autorin an den Mädchen Jenny und Lacy auf, die einmal Freundinnen waren, bevor – etwas – geschah. Man kann sich schon denken, was das war. Eine zentrale Rolle fiel dabei dem Adonis Mark Patterson, zu der sich von einem Opfer pädophiler Handlungen zu einem Täter entwickelt hat und nun selbst immer neue Opfer erzeugt, indem er Mädchen verführt und gefügig macht. Das Erkennungszeichen seines Pädo-Rings trägt er auf der Haut: Lena Adams hat das Tattoo bemerkt.

Otto Normalverbraucher kann es natürlich kaum glauben, dass es solche Pädo- und Pornoringe mitten in der amerikanischen Provinz geben soll. Andererseits würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, die Drahtzieher in Kreisen von Müttern und der Kirche zu suchen. Offenbar gibt es auch Verbindungen zu Kreisen in der Hauptstadt Atlanta, und dort besteht ein riesiger, unersättlicher Markt.

Explosive Ermittlung

Die Suche nach den Drahtziehern führt Tolliver und Lena Adams zu einem Haus, wo die Aufnahmen gemacht worden sein sollen, die in den Pornomagazinen zu finden sind. Das inzwischen leer geräumte Haus erweist sich jedoch als Todesfalle. Diese Szene ist sorgfältig ausgeführt worden, so dass höchste Spannung aufkommt – die sich als völlig gerechtfertigt erweist. Tolliver geht um ein Haar drauf, und nur weil er Lena in sichere Entfernung geschickt hat, entgeht sie dem Tod. Tolliver merkt also am eigenen Leib, dass mit den Pädo-Leuten nicht zu spaßen ist.

Showdown

Das Finale ist jedoch ziemlich ironisch gestaltet. Obwohl Tolliver weiß, wo er die überlebende Drahtzieherin findet, gelingt es ihm trotz einer wilden Verfolgungsjagd nicht, sie zu schnappen. Bleibt also nur die Video-Überwachung des Schließfaches, wo das verbotene Material weitergegeben wird. Doch auch diesmal sind die Überwacher geistig nicht schnell genug, um das zu begreifen, was sie sehen. Die Kriminellen sind ihnen stets einen Schritt voraus, zeigen ihnen sogar den Mittelfinger. Und da sie wie Normalbürger aussehen, sind sie auch auf der Straße nicht auszumachen. Der Horror ihrer Taten findet also – anders als in gewissen TV-Serien – kein Ende.

Nice work?

Dieser Thriller mag vielleicht nicht so aufregend bizarr sein wie „Belladonna“ oder das nachfolgende „Faithless“, aber er verfügt dennoch über eine gut konstruierte Zentralstory, die den Leser bzw. Hörer ständig bei der Stange hält, um herauszufinden, wer wohl dahinter steckt. Aber es gibt auch einen Nebenstrang, der ebenso verstörend wirken kann. Wer sich mit der Figur der Polizistin Lena Adams, der Gekreuzigten, angefreundet hat, wird einige beklemmende Szenen erleben. Dazu gehört auch, dass sie sich eines Nachts, gequält von Erinnerungen an ihr Martyrium und den Verlust ihrer Schwester Sibyl, den Lauf ihrer Dienstwaffe in den Mund steckt und kurz davor ist abzudrücken.

Die Sprecherin

Iris Böhm verfügt über starke Nerven und eine kräftige, geübte Stimme. Sie versagt auch nicht an den bizarrsten Stellen dieses an unheimlichen Details reichen Thrillers. Die deutliche Hervorhebung einzelner Wörter verhilft zu einem genauen Verständnis des Gesagten. Durch Modulation der Lautstärke – zwischen Flüstern und Schreien – und der Tonhöhe gelingt es ihr, die Seelenlage der jeweiligen Figur, egal ob Mann oder Frau, ziemlich genau auszudrücken.

Dottie Weaver beispielsweise klingt nörgelig und müde, als könnte sie keiner Fliege was zuleide tun. Hank Norton, der Ziehvater von Lena Adams, ist mal wieder besoffen – er verschleift seine Konsonanten in einer nuschelnden Redeweise. Mark Patterson, den jugendlichen Adonis, kann man sich leicht anhand seines selbstbewussten und verführerischen Tonfalls vorstellen. Später besucht Lena ihn wieder: Er wurde geschlagen und spricht schwach, was ihn zerbrechlich wirken lässt – genau wie seine Mutter Grace. Lena besucht auch sie, doch sie muss erfahren, dass Schwäche keineswegs einen besseren Menschen aus Grace gemacht hat. Später tritt ein Dealer namens Joe Stewart auf, den die Sprecherin berlinerisch reden lässt. Das ist wohl als Ersatz für einen Stadtakzent zu verstehen.

Bei einem spannenden Stoff wie diesem darf die Präsentation keinesfalls den Inhalt überdecken oder beeinträchtigen, sondern muss dahinter verschwinden. Das gelingt Böhm hundertprozentig. Doch ist Böhms Vortrag nicht etwa theatralisch, um auf die Tränendrüse zu drücken. Denn auch das würde man ihr heutzutage nicht mehr verzeihen. Theatralik ist ein Stilmittel, um Betroffenheit zu vermitteln, wie es noch vor fünfzig oder sechzig Jahren nicht unüblich war. Böhm strahlt hingegen Professionalität aus, wo es nötig ist, und Emotionen, wo es angebracht ist.

Unterm Strich

Wie schon unter der Rubrik „Die Autorin“ gesagt, lässt Karin Slaughter in ihren Romanen kaum ein Verbrechen oder Tabu aus. Vielleicht ist sie deshalb so schnell so erfolgreich geworden? Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, und in dem heiß umkämpften Markt der Thrillerautorinnen kann sich nur diejenige hocharbeiten und behaupten, die die Leserin am heftigsten zu erschüttern weiß. Leider muss die Schockdosis ständig erhöht werden, um noch Wirkung zu zeitigen. Irgendwann schlägt das, was an schwerem Geschütz aufgefahren wird, ins Groteske, ja, ins Absurde um. Wann dieser Punkt gekommen ist, hängt von der Empfindsamkeit, der Intelligenz und Empfänglichkeit des individuellen Lesers bzw. Hörers ab.

Doch im vorliegenden „Kisscut“ wird niemand gekreuzigt oder lebendig begraben. Obwohl die Handlung reichlich makaber mit der Erschießung eines Kindes beginnt, so steigert sich dieses Niveau des Schreckens nicht noch weiter in unplausible Höhen. Alles, was im Folgenden passiert, entbehrt nicht desjenigen Realismus‘, den man täglich in den Nachrichten vorgesetzt bekommt: vom Pädophilen- und Pornoring bis zu misshandelten Mädchen und blutig entsorgten Föten.

Slaughters Thriller waren noch nie zimperlich, wenn es um das Traktieren der Nerven des Lesers bzw. des Hörers geht. Vielleicht hat die Autorin deshalb so schnell Erfolg gehabt. Auch dieser Thriller, dessen deutscher Titel sich mir nicht erschließt, geizt nicht mit Spannung und schockierenden Ermittlungsergebnissen. Und er zeigt die Hüter des Gesetzes ebenfalls als Opfer einer Gesellschaft, die keine Grenzen mehr kennt, wenn es um die Ausbeutung der Schwächsten geht.

Die Sprecherin Iris Böhm trägt die Geschichte mit eindrucksvoller Professionalität und Feinfühligkeit vor. Auch die heikelsten Details und abstoßendsten Szenen sind ihr nicht anzumerken, und das ist sicher ein Kunststück. Es gibt mehr als genug davon. In ihr finden die weiblichen Fans von Karin Slaughter ein qualifiziertes Sprachrohr für die Geschichten der Autorin. Mit Sorge habe ich jedoch festgestellt, dass ihre Stimme inzwischen an manchen Stellen brüchig klingt – eine Spur des Alters oder eine Folge von Überarbeitung?

Originaltitel: Kisscut, 2002
Aus dem US-Englischen übersetzt von Teja Schwaner
410 Minuten auf 6 CDs

Das Buch erschien 2004 bei Wunderlich, einer Tochter des Rowohlt-Verlags.

Greg Bear – Mariposa (Quantico 2)

Techno-Thriller: ein Blick in den Abgrund

Das bewährte FBI-Team aus „Quantico“ bekommt einen neuen Auftrag. Das Unternehmen Talos, geleitet von Axel Price, schickt sich an, die wirtschaftliche Kontrolle über die bankrotten Vereinigten Staaten von Amerika zu übernehmen. Zum Glück hat das FBI einen Maulwurf in die Talos-Organisation einschleusen können: Fuad Al-Husam wartet auf die Sicherheitslücke, die ihm Jane Rowland, in der Talos-IT verschaffen soll. Jane arbeitet für Spider/Argus, einen Ableger der NSA…
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Slaughter, Karin – Dreh dich nicht um (Lesung)

Ein Sarah-Linton-Thriller

Am Grant College und in dessen Nähe findet die Polizei einen jungen Mann und eine junge Frau, beide Studenten, die anscheinend Selbstmord begangen haben. Doch bestimmte Unstimmigkeiten lassen Sheriff Tolliver und Gerichtsmedizinerin Sara Linton am Anschein zweifeln. Dass Saras hochschwangere Schwester in der Nähe eines der Tatorte überfallen und schwer verletzt worden ist, verwirrt und beunruhigt die beiden Ermittler in höchstem Maße. Werden sie bei ihrem Vorgehen beobachtet und manipuliert?
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Reese, Laura – Außer Atem

Fantasy für S&M-Neugierige

Die 17-jährige Carly Tyler erwacht ohne Gedächtnis aus dem Koma. Sie hat zahlreiche Wunden erhalten, und die Ärzte müssen ihr Gesicht neu zusammensetzen. Wer ist sie in Wahrheit? In dem Winzer James McGuane meint sie nach 15 Jahren den Mann wiederzuerkennen, welcher der Schlüssel zu ihrer Vergangenheit ist. Sie lässt sich als Köchin anstellen und spioniert ihm nach. Doch er hat Gelüste, die ziemlich ausgefallen sind. Carly steht jedoch auf Lust durch Schmerz und findet in James einen unbarmherzigen Lehrmeister. Aber ist er auch ihr Beinahemörder?

Die Autorin

Laura Reese lebt in der Universitätsstadt Davis in Nordkalifornien. Neben „Außer Atem“ hat sie auch den erotischen Roman „Brennende Fesseln“ verfasst, der in die Bestsellerlisten gelangte.

Handlung

Ein Bauer fand das halbtote Mädchen auf einem brachen Acker, sie lag in einem bereits ausgehobenen Grab. Etwas musste den Täter vertrieben haben. Die 17-Jährige ist derartig zerschlagen und entstellt, dass sie nach dem Erwachen aus dem Koma erst einmal zusammengeflickt werden muss. Am Schluss der Operationen hat sie ein völlig neues Gesicht, aber keine Erinnerung an das Geschehene. Als Namen legt sie sich „Carly Tyler“ zu. Ihre Eltern und Freunde haben sie nie besucht. Niemand erkennt sie.

Fünfzehn Jahre später hat Carly zwar immer noch keine Verbindung zu ihrer Identität und ihrer Vergangenheit, doch sie kann sich sehr gut als Köchin über Wasser halten. Einen Freund hat sie nicht. In einer Weinfachzeitschrift entdeckt sie eines Tages das Gesicht eines Prachtexemplars von Mann, das etwas in ihr anspricht. Der Name dieses kalifornischen Winzers aus dem berühmten Napa Valley ist James McGuane, etwa 43 Jahre alt, Herr des Weinguts „Byblos“. Sie beschließt, alles über ihn herauszufinden, denn er könnte der Schlüssel zu ihrer Vergangenheit sein. Und sie hat noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen …

Carly lässt sich als Köchin auf „Byblos“ anstellen. James ist auch im wirklichen Leben ein imponierender Prachtkerl, der Carly um einen halben Meter überragt. Er hat eine Zwillingsschwester, Gina, mit der er das Weingut leitet. Seine verwitwete Mutter hat nichts dagegen, eine gute Köchin in den Haushalt aufzunehmen. Doch Carly, die im Haus eines verreisten Professors Unterkunft findet, befindet sich auf einer geheimen Mission und spioniert James nach. Schon in den ersten Nächten entdeckt sie, dass er es liebt, einer Frau Schmerzen zuzufügen. Mit angehaltenem Atem beobachtet Carly, wie er eine Frau auspeitscht, die das zu genießen scheint. Kein Wunder, sagt sie sich, dass James weder verheiratet ist noch eine feste Freundin hat. Sie fühlt sich sehr zu ihm hingezogen. Und Schmerzen sind ihr sehr vertraut …

Als die Durchsuchung seines Büros nichts bringt (außer dass sie verräterische Spuren hinterlässt), merkt Carly, dass sie sich näher mit ihm einlassen muss, um mehr zu erfahren. Sie lässt sich auf seine Sexspiele ein und bricht ein Tabu nach dem anderen. Und hat Erfolg: Er gibt zu, dass sie vor 15 Jahren hier war. Er zeigt ihr sogar eines der vielen Gemälde, die er seinerzeit von einem schwarzhaarigen Mädchen mit ärgerlichem Gesichtsausdruck gemalt hat. Sie befindet sich also auf der richtigen Spur! Sie entdeckt, dass seine junge Frau Anna Maria damals, vor 15 Jahren. ebenfalls starb, einen Monat vor Carlys Verschwinden. Gibt es einen Zusammenhang?

Doch die Wahrheit trägt ein bitteres Preisschild: Er gibt sie ihr nur, wenn sie ihm alles gibt, was sie zu geben hat. Und das ist nicht etwa ihr Geldbeutel, sondern ihre gesamte Existenz …

Mein Eindruck

Ich habe dieses flüssig erzählte und spannende Buch in nur zwei Tagen gelesen. Es beginnt wie ein Kriminalfall und endet auch wie einer, doch eingebettet in die Wartezeit am Anfang und Ende des Buches („Vor …“ bzw. „Nach dem Urteil“) verfolgen wir den Weg der Ich-Erzählerin in einen Bereich ausgefallener sexueller Praktiken. Eigentlich sollte statt „Roman“ auf dem Cover „Fantasy“ stehen. Denn obwohl das soziale Umfeld auf dem Weingut Byblos in sehr realistischen und stimmungsvollen Farben gemalt wird, so bilden doch die „Stellen“ mit den Sexszenen für den weiblichen oder männlichen Leser den Hauptanreiz, die Geschichte weiterzulesen. Er ist neugierig darauf, welche neue abwegige Teufelei sich James ausgedacht hat.

Ich schwanke immer noch in meinem Urteil, ob die prekäre psychologische Situation, in die sich die Hauptfigur wissentlich begibt, nicht kompletter Unsinn ist, oder doch zumindest fahrlässiger Unsinn. Wehe dem Leser oder der Leserin, die dies nachzuahmen versucht. Mein Bedenken gilt nicht so sehr den Praktiken, bei denen sich die Hauptfigur keine Verletzungen zuzieht (außer ein paar Peitschenstriemen), sondern vielmehr dem Verhältnis absoluter Hörigkeit, in das sie sich wissentlich und sehenden Auges begibt. Sie könnte jederzeit von Byblos weggehen, doch sie braucht den Sex mit James wie eine Droge.

Es finden sich über solche Master-Slave-Verhältnisse Unmengen von Literatur – die selbstverständlich zu 99 % verboten ist. Aber das Internet lässt sich nichts verbieten, und so findet der Suchende wie gesagt Unmengen von so genannten „Mind-Control“-Storys. Ich sehe davon ab, entsprechende Webadressen anzuführen, aber ein wenig Googeln fördert sie schnell zutage. Allen diesen MC-Storys liegt ein Publikations-Kodex zugrunde, der dem Leser sagt, dass es sich ausschließlich um eine Fantasy für Erwachsene handelt, die keinesfalls in die Hände von Minderjährigen fallen sollte. Dieser Hinweis fehlt im vorliegenden Buch.

Die Master-Slave-Verhältnisse sind im Gegensatz zu dem von der Autorin geschilderten Verhältnis stark formalisiert und es gibt an keiner Stelle die Möglichkeit, dass die Sub-Person, hier Carly Tyler, das Kommando übernimmt, nicht einmal zeitweilig (Sub = submission: Unterwerfung). Man kann allerdings vereinbaren, dass die Sub- zur Dom-Person (Dom = dominance: Vorherrschaft) gewählt wird, doch stets wird ein Konsens zwischen Erwachsenen vereinbart. Auch dies kann man nicht eindeutig von der Beziehung Carlys zu James behaupten. Diese ganze Beziehung ist von Anfang bis Ende reine Fantasy. Aber leider eine sehr clever ausformulierte Phantasie.

Die Autorin verknüpft die S&M-Beziehung Carlys mit ihrer völlig stümperhaften Ermittlung der zwei Verbrechen, die auf dem Weingut Byblos 15 Jahre zuvor stattgefunden haben. Damals kam James‘ Frau Anna zu Tode – wurde sie gestoßen oder war es ein Unfall? Auch Carly wurde einen Monat später aus dem Fenster gestoßen – wieder mit Absicht? Doch sie starb nicht, und nun kommt zu ihrer Amateurermittlung auch noch Rachsucht hinzu. Doch wen soll ihre Vergeltung treffen? Im Fadenkreuz ist von Anfang James, dann aber Gina – und schließlich sogar Carly selbst.

Doch da sie schon einmal hier ist, muss der Schrecken ohne Ende schließlich ein Ende mit Schrecken haben. Es gibt zwei Tote, aber der Leser darf davon ausgehen, dass Carly ihm nicht aus dem Gefängnis heraus berichtet. Ihre selbstgerechte Lynchjustiz ist vollzogen. Was das Gericht über sie verfügt, interessiert Carly nicht und es wird auch nicht für nötig gehalten, den Leser über die Urteilsfindung zu informieren. Nur das Ergebnis zählt. Auch ihre Identität hat sie nicht zurückerhalten.

Um ganz deutlich zu werden: Das ganze Drumherum um die so genannte Gerechtigkeit, die Carly ebenso sucht wie ihre Identität, ist nur ein Vorwand der Autorin, um die oben erwähnten Sexszenen erzählen zu können. Sie schildert sie zwar eingebettet in ein realistisches Umfeld, dennoch bilden sie den Kern des Buches, sollen sie doch belegen, warum Carly sich in ihre Hörigkeit zu James begibt und immer tiefer sinkt. Manchmal hat mich die Art und Weise, wie James die neue Carly zu einem Abbild der früheren, jungen Carly modelliert, an Hitchcocks „Vertigo“ erinnert. Allerdings ist dieser Thriller tausendmal besser erzählt als „Außer Atem“.

Schwächen

Ich habe mich aber auch über einige Aspekte geärgert. Obwohl es darin um handfesten S/M-Sex geht, wird an keiner Stelle erwähnt, geschweige denn empfohlen, auch die Sicherheitsrichtlinien von echten S/M-Praktizierern zu beachten. Dazu gehört in erster Linie die vorherige Vereinbarung eines so genannten „safe-words“, auf dessen Aussprache hin die jeweilige Sexpraktik abgebrochen wird, wenn der eine oder andere Partner das Gefühl hat, es nicht mehr ertragen zu können. Die einzige Sicherheitsvorrichtung, die James seiner Sklavin zeigt, besteht in einem Panikverschluss eines Geschirrs, welcher sich mit nur einem Handgriff öffnen lässt. Dies ist der „panic snap“, der dem Original den Titel verleiht.

Leser und Leserinnen, welche die hier geschilderten Praktiken nachahmenswert finden, bitte ich eindringlich um die Einhaltung der international gültigen und vereinbarten Sicherheitsrichtlinien. Sie lassen sich auf seriösen S&M-Webseiten nachlesen (meist leider nur auf Englisch, aber es gibt sicher auch eine Übersetzung).

Die Übersetzung

Auf Seite 33 und 276 stößt der Leser auf das ausgefallene Wort „kahmig“. Das gibt es tatsächlich im Deutschen, und es bedeutet so viel wie „schimmelig“. Natürlich wird das an keiner Stelle erklärt.

Ich fand eine ganze Reihe von Flüchtigkeits- oder Druckfehlern. Auf Seite 53 muss es statt „wir Kerzenschein“ besser „wie Kerzenschein“ heißen. Seite 145 amüsiert den Leser mit der Formulierung „ein großer Wagen, ein älteres Model (sic!) mit getönten Fensterscheiben“. Es sollte „Modell“ heißen. Auf Seite 255 findet sich der Druckfehler „gob“ statt „grob“.

Es gibt aber auch Stilschwächen. Ich kann zum Beispiel mit der Beschreibung „Er ist ein kerniger Mann“ nichts anfangen. Natürlich soll James beschrieben werden, aber ob das Adjektiv „kernig“ seine Gestalt richtig beschreibt, bezweifle ich. (Ich glaube allerdings ebenfalls nicht, dass dies irgendjemandem auffällt.)

Unterm Strich

Nach einem sehr guten und spannenden Start fand ich die Geschichte Carly Tylers zunehmend verlogener und selbstgerechter. Neben ihrer stümperhaften Kriminalermittlung und schwachen psychischen Leistung – es gibt kaum irgendwelche Aussprachen zwischen ihr, James und Gina – tritt dadurch überproportional ihr sexuelles Abenteuer als wehrhaft erduldetes Eigentum von James McGuane in den Vordergrund.

Allerdings ist dies kein Martyrium, wie sie es gerne suggerieren möchte, sondern ein passives Hinnehmen und Zurückweichen, um immer wieder die gleiche Droge erhalten zu können: Sex mit einem Prachtexemplar von Mann. Diese Selbststilisierung zur Märtyrerin, die ja bloß Gerechtigkeit und Wahrheit sucht, ist verlogen und dient letztes Endes nur als Vorwand für die geschilderten Sexszenen. Dass aus der Obsession nichts Gutes oder Kreatives entstehen kann, hätte man Carly gleich sagen können. Aber sie hätte ja nicht auf Rat gehört.

Letzten Endes bleibt von einem guten Start nur ein bitterer, etwas ekliger Nachgeschmack zurück. Ich würde das Buch kein zweites Mal in die Hand nehmen.

Originaltitel: Panic snap, 2000
319 Seiten
Aus dem US-Englischen von Jutta-Maria Piechulek

www.randomhouse.de

Michael Connelly – The Night Fire. (Thriller mit Bosch & Ballard 02)

Bosch & Ballard im doppelten Showdown

Drei Handlungsstränge, drei Ermittler: In L.A. wird ein Richter im Park erstochen, und Mickey Haller verteidigt den schizophrenen Mann, der dafür auf der Anklagebank sitzt. Sein Halbbruder Harry Bosch beschafft ihm den entscheidenden Zeugen…

Bosch bekommt von der Witwe seines Mentor John Jack Thompson eine Mordakte anvertraut: Darin befinden sich zahlreiche Unterlagen über den Tod eines Drogensüchtigen und Polizeispitzels – vor 29 Jahren. Da er selbst nicht mehr ermitteln darf, übergibt er die Mordakte an Detective Renee Ballard, die in der Nachtschicht der Hollywood-Kripo arbeitet. Ballard untersucht selbst bereits den Fall eines durch Feuer getöteten Obdachlosen. Doch wenige Tage später berichtet das CSI, dass der Brand gelegt wurde. Aber von wem?

Ob alle diese Fälle miteinander zu tun haben, muss sich noch erweisen. Ein Merkmal haben die Opfer bzw. Angeklagten gemeinsam: Sie sind bzw. waren alle ausgegrenzte Außenseiter…
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Child, Lee – Sein wahres Gesicht (Jack Reacher)

_Halbgesicht, ein Schurke wie aus einem Comic_

Jack Reacher, ein ehemaliger Militärpolizist hat drei Monate lässig in Key West gelebt, als ein Edetektiv aus New York City ihn findet und am gleichen Abend noch tot aufgefunden wird – mit abgeschnittenen Fingerkuppen. Die Spur führt zurück zu Jacks Mentor und Kommandeur Leon Garber: Er ist gestorben, aber seine Tochter Jodie schwebt in Lebensgefahr.

Jodie, eine clevere Anwältin und Jacks heimliche Liebe, steht vor einem Rätsel. Aber über Garbers Ärztin stoßen die beiden auf ein ungewöhnliches Ehepaar: Die Hobies. Und deren Sohn sucht verzweifelt nach Jodie. Um sie für immer zum Schweigen zu bringen. Aber weshalb?

_Der Autor_

Lee Child wurde in den englischen Midlands geboren, studierte und arbeitete dann viele Jahre als TV-Produzent. Heute lebt er mit Frau und Tochter im US-Bundesstaat New York. Mit seinen „Jack Reacher“-Thrillern hat er sich eine große Lesergemeinde erobert und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Anthony Award.

1) Zeit der Rache (O-Titel: Killing Floor, 1997)
2) Die Trying (1998)
3) [„Sein wahres Gesicht“ (O-Titel: Tripwire, 1999)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2984
4) The Visitor (2000)
5) Echo Burning (2001)
6) Without Fail (2002)
7) Persuader (2003)
8) The Enemy (2004)
9) One Shot (2005)
10) The Hard Way (2006)
11) Bad Luck and Trouble (2007)
12) Nothing to Lose (2008)
13) Gone Tomorrow (2009)
14) 61 Hours (2010)

_Handlung_

Jack Reacher ist aus dem Dienst als Militärpolizist ehrenhaft ausgeschieden und hat sich in Key West, dem südlichsten Punkt der USA, niedergelassen. Er hält sich mit dem Ausgraben von Swimmingpools und als Rausschmeißer einer Striptese-Bar über Wasser. Er hat keine einzige Kreditkarte, keinen festen Wohnsitz und kein Auto. Für fast alle Behörden der USA ist er praktisch unsichtbar, besonders für die Army. Das ist genau in seinem Sinne.

Deshalb reagiert er mit Misstrauen, als ein New Yorker Detektiv namens Costello nach einem Jack Reacher fragt, und zwar in einer unscheinbaren Bar. Reacher leugnet, der Gesuchte zu sein. Costello gibt als Auftraggeberin eine Mrs. Jacobs an, bevor er verschwindet. Reacher mag es nicht, wenn man ihm sucht. Als am gleichen Abend in der Stripperbar zwei New Yorker Typen ebenfalls nach Reacher fragen, ahnt er, dass er sich darum kümmern muss. Wenig später findet er Costello tot in einer dunklen Gasse, mit sorgfältig abgeschnittenen Fingerkuppen. Offenbar wollten die zwei finsteren Typen seine Identifizierung erschweren. Reacher packt seine Sachen und fliegt nach New York. Wer sucht ihn?

Da Costello mal ein Cop war, ist seine Adresse leicht herauszubekommen. Doch Reacher trifft zu spät ein, um Costellos Sekretärin noch warnen zu können: Sie ist verschwunden. Dass sie einen Geschäftsbrief mitten im Satz abgebrochen hat, ohne das Dokument zu speichern, sieht einer Sekretärin gar nicht ähnlich. Reacher vermutet, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte. Aus den Rechnungen erfährt er die Nummer der Anwaltskanzlei dieser mysteriösen „Mrs. Jacobs“ und ruft dort an. Man gibt ihm die Adresse im Bundesstaat New York, unweit von der Militärakademie West Point, und rät ihm, sich zu beeilen. Wobei?

Bei einer Trauerfeier, wie sich herausstellt. Jacks früherer Kommandeur und Mentor ist vor wenigen Tagen an einem Herzversagen gestorben. Seit 15 Jahren hat er ihn nicht mehr gesehen – und auch dessen bildhübsche Tochter nicht, die nun die einzige ist, die den abgerissen aussehenden Mann aus dem warmen Süden begrüßt: Jodie Garber, geschiedene Mrs. Jacobs! Jodie ist Jacks große, unerfüllte Liebe.

Nachdem alle Trauergäste gegangen sind, drängt Jack die bildhübsche Anwältin zur Eile: Wer Costello auf dem Gewissen hat, sucht wahrscheinlich auch nach dessen Auftraggeberin. Zu spät! Die zwei Killer aus Key West sind bereits hier und warten schon an der Haustür, dass „Mrs. Jacobs“ heraustritt, um sie abzuknallen. Doch Jack macht den beiden einen dicken Struch durch die Rechnung …

Mit dem Testament Garbers und einer Adresse fahren Jack und Jodie zu Garbers Ärztin, der Kardiologin Dr. McBannerman. Sie ist diejenige, die ihnen verraten kann, warum sich Leon Garber entgegen ärztlichen Anweisungen nicht geschont, sondern vielmehr für ein neues Projekt abgerackert hat. Besonders die Reise nach Hawaii dürfte Garbers Gesundheit stark strapaziert haben, meint sie. Hawaii, wundert sich Jodie. Sie wusste nichts davon.

Von Dr. McBannermans Vorzimmerdame erfahren sie, wen Garber hier in der Praxis kennenlernte: das alte Ehepaar Hobie. Aber was wollten sie von Garber?

|Unterdessen|

Der Kredithai und Finanzspekulateur „Hook“ Hobie, so genannt nach dem Stahlhaken, den er statt seiner rechten Hand trägt, gewährt dem vor dem Bankrott stehenden Firmenchef Chester Stone einen Überbrückungskredit von 1,1 Mio. US-Dollar für sechs Wochen – und gegen ein nominell wertloses Aktienpaket. Doch Hobie hat große Pläne mit Stones Firma, Grundstück, Haus und – Gattin. Pläne, die ihm einen Lohn von 100 Millionen Dollar einbringen sollen.

Der Einzige, der ihm einen Strich durch die Rechnung machen könnte, ist Jack Reacher, falls dieser herauskriegt, wohinter Leon Garber her war. Zum Beispiel in Hawaii. Und für dieses Geheimnis mussten bereits zwei Menschen sterben …

_Mein Eindruck_

Reacher ist der typische Veteran, der zum Außenseiter geworden ist. Dass er dennoch Gefühle von Liebe und Loyalität hegt, macht ihn als Mensch sympathisch. Dass er mit Waffen und Informationen ebenso gut umgehen kann wie mit Menschen, macht ihn erst zum Ermittler tauglich. Aber im Unterschied zu anderen Ermittlern hegt Reacher, der Mann der nie beim Vornamen genannt wird, Sympathien für Leute, die schon längst tot sind (wie Leon Garber) – oder es bald sein werden (wie die Hobies). Wir können also nicht umhin, diesen Mann mit dem Gewissen und Verantwortungsgefühl zu mögen, auch wenn er wie ein unwahrscheinlicher Anachronismus wirkt. Und das bereits anno 1999.

|Die feindliche Burg|

Das Buch erzählt auf anachronistische Weise von der Zeit vor 9/11, also vor 2001, als die Welt noch eine andere war. Da standen die zwei Türme des World Trade Centers noch, die Kathedralen des Kapitalismus – und dort residiert Victor Hobie. Der Kredithai schwimmt hier lediglich in einem großen Haifischteich. Da sich ein großer Teil der Handlung und besonders das letzte Viertel in Hobies Büro sowie dessen Vorzimmer abspielt, ist diese Residenz von eminenter Bedeutung: Dies ist die Burg des Feindes, die es einzunehmen gilt. Kein Wunder also, dass Reacher, der Rammbock, hier als letzter auftaucht.

|Unrecht aus alter Zeit|

Denn Reacher hat nicht nur die Aufgabe, seine neue Geliebte Jodie aus Hobies Klauen zu befreien, sondern auch das an zahllosen Vietnam-Soldaten begangene Unrecht zu rächen. Die Spur von Reachers Ermittlung führt nämlich in jenen Krieg, den die Amis angeblich als einzigen verloren haben. Hobie soll in der Etappe dunkle Geschäfte aufgezogen haben und schließlich zum Kredithai geworden sein. Das berichtet uns zumindest der Erzähler selbst, nicht jedoch ein Zeuge, den Reacher befragt. Und natürlich trägt der Schurke wie in einem Batman-Comic ein halbseitig entstelltes Antlitz – die personifizierte Täuschung.

|Tödliches Geheimnis|

Reacher wird nämlich zusehends verwirrt durch widersprüchliche Fakten über einen ominösen Hubschrauberabsturz in den vietnamesischen Bergen. Diesen Hubschrauber habe Victor Hobie geflogen, lautet die einhellige Angabe. Okay, aber warum gilt er dann im Gegensatz zu seinem Kopiloten nicht als verstorben, sondern als vermisst? „Staatsgeheimnis“, behaupten die zuständigen Stellen. Nun, welches Geheimnis könnte so groß sei, dass es die Sicherheit der USA gefährden könnte, fragt sich Reacher. Er kommt zu einem verblüffenden Schluss.

Diese erstaunliche Erkenntnis wird dem Leser allerdings perfiderweise bis zum Showdown vorenthalten. Allein schon dieser Showdown ist deshalb den Eintritt wert. Reacher konfrontiert seinen Gegner mit der gespannt erwarteten Enthüllung, muss aber eine schwere Verwundung hinnehmen. Es steht Spitz auf Knopf, ob Reacher seine Jodie retten kann. Mehr darf hier nicht verraten werden.

_Die Übersetzung_

Die Übersetzung hat Wulf Bergner sehr kompetent hinbekommen, und Druckfehler konnte ich keine finden. Aber man kann sich doch darüber streiten, ob das Wörtchen „Stadium“ auf Seite 343 in einem deutschen Text nicht etwa missverstanden wird. Gemeint ist die ursprüngliche englische Bedeutung „Stadion“, unter dem Wort „Stadium“ wird aber bei uns „Phase, Entwicklungsstufe“ verstanden. Der Übersetzung hätte meiner Ansicht nach das Wort eindeutschen sollen.

Der Originaltitel „Tripwire“ bedeutet Stolperdraht. Dieser dient in der Regel dazu, etwas auszulösen, etwa eine Sprengfalle. Im vorliegenden Buch wird lediglich Alarm im Büro von Hobie ausgelöst – und die falschen Maßnahmen getroffen. Aus Geldgier, was sonst.

_Unterm Strich_

„Sein wahres Gesicht“ ist ein kompetent und routiniert erzählter Thriller, bei dem das Erstaunlichste wohl die Tatsache ist, dass diese superpatriotische Story von einem geborenen Engländer erzählt wird. Die Krümelspur, der Reacher bei seiner Ermittlung folgt, führt zurück zu den Tagen des Vietnamkrieges und fördert ein explosives Geheimnis zutage. Doch wen schert diese Ära heute, nach vierzig Jahren, noch? Nun, zumindest die Veteranen – und die Opfer der Napalmangriffe und Agent-Orange-Entlaubungsaktionen. Bis heute werden erbgeschädigte, missgebildete Kinder in Vietnam geboren.

Ich habe diesem Roman an nur einem Tag gelesen. Aber ich muss zugeben, dass ich das nur geschafft habe, weil ich mehr als einmal einfach die ellenlangen Beschreibungen überflogen und übersprungen habe, die der Erzähler einstreute, um seinen Text zu verlängern. Es besteht ein gewaltiger Unterschied zu Robert B. Parkers knappen, dialoglastigen Erzählstil und dem von Lee Child. Child mag es, nicht nur Figuren und ihr Aussehen zu beschreiben, sondern auch ihre Lebensumgebung. Das macht Parker zwar auch, denn es ist unabdingbar zur Charakterisierung. Aber Parker macht daraus keine Orgie der Adjektive und Adverben.

Neben diesen stilistischen Eigenheiten fielen mir die vielen (oben erwähnten) Anachronismen negativ auf, ebenso wie die positive Darstellung des US-Militärs, die man seit dem Irakkrieg und Abu Ghraib wohl so nicht mehr hinnehmen kann. Der Zahn der Zeit hat an diesem Buch heftig genagt. Aber Jack Reacher hat die Veränderungen überlebt – und kämpft noch heute gegen das Böse.

|Taschenbuch: 512 Seiten
Originaltitel: Tripwire (Jack Reacher 3)
Aus dem US-Englischen von Wulf Bergner
ISBN-13: 978-3442356928|
[www.randomhouse.de/blanvalet]http://www.randomhouse.de/blanvalet

_Lee Child bei |Buchwurm.info|:_
[„In letzter Sekunde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=830
[„Ausgeliefert“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=905
[„Zeit der Rache“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=906
[„Der Janusmann“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3496
[„Die Abschussliste“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4692
[„Sniper“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5420
[„Way Out“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5893
[„Trouble“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6756

Lee Child – Blue Moon (Jack Reacher 24)

Reacher, die Ein-Mann-Armee

Eine namenlose Stadt im Südwesten der USA haben sich kriminelle Banden aus der Ukraine und Albanien unter sich aufgeteilt. Demarkationslinie ist die Center Street. Als Reacher sich durch die Unterstützung eines Schuldners einmischt, entfacht er unwissentlich einen Bandenkrieg. Er findet heraus, dass erst seit wenigen Monaten die Qualität der Unterdrückung drastisch zugenommen hat, verursacht durch die Hightech-Informatik eines gescheiterten IT-Unternehmers. Reachers Weg ist vorgezeichnet: Er muss das schwer bewachte „Adlernest“ ausräuchern. Doch um dies zu vollbringen, braucht er sehr kompetente Leute – und eine schlaue Freundin…

Der Titel verweist auf ein sehr unwahrscheinliches Ereignis: einen blauen Mond. Er ist in den USA sprichwörtlich.
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Parker, Robert B. – Stardust – Ein Spenser-Krimi

_Spenser auf Spurensuche: Das Kind in der Diva_

Seine Freundin Susan bittet Spenser, auf Jill Joyce, die Hauptdarstellerin der TV-Serie „50 Minutes“ aufzupassen und herauszufinden, wer sie belästigt. Nach dem Mord an Jills Double macht sich Spenser auf die Suche nach dem Hintergrund der zickigen Schauspielerin, die dem Alk verfallen ist. Was er findet, ermutigt ihn nicht gerade. Und als er zurückkehrt, verschwindet Jill auch noch. Ist sie entführt worden?

Der deutsche Titel dieses „Spenser“-Krimis lautet „Starallüren“. Wie einfallsreich.

_Der Autor_

Der US-Autor Robert B. Parker, 1932-2010, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren – er hat bis zum seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 50 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine neun „Jesse Stone“-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wird gerade vom ZDF gezeigt. Parker lebte in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen fast alle seine Krimis.

„Jesse Stone“-Krimis:

1) [„Night Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6811
2) [„Trouble in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6816
3) [„Death in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6815
4) [„Stone Cold“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6810
5) [„Sea Change“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6812
6) [„High Profile“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6813
7) [„Stranger in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6814
8) „Night and Day“
9) „Split Image“

Die „Sunny Randall“-Reihe:

1) „Family Honor“
2) „Perish Twice“
3) „Shrink Rap“
4) „Melancholy Baby“
5) „Blue Screen“
6) „Spare Change“

Unter anderem in der „Spenser“-Reihe, die derzeit 39 Romane umfasst, erschienen:

[„Paper Doll“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6818 , „Widow’s Walk“, „Potshot“, „Hugger Mugger“, „Potshot“, „Small Vices“, „Bad Business“, „Back Story“ …

Und viele Weitere.

Außerdem schrieb Parker ein Sequel zu Raymond Chandlers verfilmtem Klassiker „The Big Sleep“ (mit Bogart und Bacall) „und mit „Poodle Springs“ einen unvollendeten „Chandler“-Krimi zu Ende. „Gunman’s Rhapsody“ ist seine Nacherzählung der Schießerei am O.K. Corral mit Wyatt Earp und Doc Holliday, ein klassischer Western.

_Handlung_

Spensers Freundin Susan Silverman, die Psychologin, ist als „technische Beraterin“ von einer Filmproduktionsfirma angeheuert worden. Zenith Meridien dreht gerade in Boston eine Folge der TV-Serie „Fifty Minutes“, mit der etwa 40-jährigen Diva Jill Joyce in der Hauptrolle. Jill ist Amerikas Darling und der größte Zuschauermagnet seit dem „Denver-Clan“. Dumm nur, dass sie so eine Zicke ist, findet Spenser. Er soll herausfinden, wer sie am Telefon belästigt, doch als er sie zum ersten Mal allein sprechen kann, betrinkt sie sich und will ihn ins Bett kriegen. Dabei baumelt hinter ihr eine gehängte Puppe von ihr selbst von der Decke …

Klar, dass Jill jetzt irgendwie in Gefahr zu schweben scheint und Schutz braucht. Doch sie provoziert weiterhin ihre Beschützer. Eines Morgens will ein früherer Verehrer sie allein in seinem Auto sprechen, was Spenser nicht zulassen kann. Er schlägt den Bodyguard zusammen, was ihm bei ihr ein paar Pluspunkte einbringt. Vorerst. Als er den Herrn des Bodyguards, einen Mister Rojack, besucht, bringt die Unterhaltung ein wenig Licht in das Liebesleben der Diva, über das sie selbst absolut nichts sagen will. Es gibt sogar einen jungen Mann , der in den nahen Wäldern lebt, der tatsächlich noch mit ihr verheiratet ist. Die beiden stammen aus San Diego oder L. A. Wilfred Pomeroy ist harmlos, findet Spenser und erwähnt ihn der Polizei gegenüber nicht. Böser Fehler.

Als Jills Double erschossen aufgefunden wird, sieht Spenser keine andere Möglichkeit herauszufinden, wer es auf sie abgesehen hat, als selbst an die Westküste zu reisen und Jills Hintergrund zu recherchieren. Nacheinander treibt er folgende Individuen auf, von denen sie ihm nichts erzählt hat:

1) Ihre Mutter Vera, eine apathische und arbeitslose Alkoholikerin.
2) Den Vater ihrer Tochter, einen Gangsterboss, mit dem nicht zu spaßen ist.
3) Ihren Vater, einen alten, aber rüstigen Mann, der einen Revolver besitzt.
4) Und ihren Agenten, der Spenser auf die Palme bringt.

Mit so vielen Erkenntnissen, aber keiner Spur in der Tasche kehrt der Privatdetektiv nach Boston zurück. Nur um gesagt zu bekommen, dass sein Schützling ihren Beschützern ein Schnippchen geschlagen hat. Sie zog klammheimlich in ein anderes Hotel, doch von dort verschwand sie am nächsten Morgen spurlos. Wurde sie entführt?

_Mein Eindruck_

Obwohl dieser „Spenser“-Krimi die gleichen Zutaten aufweist wie die anderen, hat er mich nicht recht überzeugt. Wieder folgt Spenser den Spuren in die Vergangenheit einer Frau, genau wie in „Paper Doll“ und stößt dort auf zahlreiche Ungereimtheiten und sogar Verbrechen. Natürlich ist „Jill Joyce“ nur ihr Künstler- und nicht ihr richtiger Name: Sie wurde als Jill Zabriskie geboren. Da sie, wie Jesse Stones Exfrau Jenn, ebenfalls Schauspielerin werden sollte, nahm sie einige Demütigungen auf sich, ließ sich mit dem aufstrebenden Gangsterboss Victor del Rio ein und bekam von ihm ein Kind. Das gab sie zur „Adoption“ an ihn frei, im Gegenzug für zahlreiche Starthilfen bei Film und Fernsehen – ihr unaufhaltsamer Aufstieg begann.

Der Autor demontiert hier den Mythos der strahlenden Leinwandgöttin ebenso wie den der unschuldig handelnden, aber sexy aussehenden Seelenhelferin, den die Amis so lieben. Beides wird als Lüge entlarvt. Und wie schon in „Paper Doll“ haben der Alkoholismus und die Nymphomanie der Diva sehr viel mit dem zu tun, was ihr in der Kindheit und Jugend angetan wurde, auch in der eigenen Familie.

All die Wiederholungen der gleichen Motive lassen diesen Krimi – der drei Jahre vor „Paper Doll“ veröffentlicht wurde – auf mich nicht gerade originell wirken. Hinzukommt, dass der Autor mehrere seiner vorangegangenen Romane zitiert, die ich noch gar nicht gelesen habe – so als wolle er sich bei seiner Lesergemeinde anbiedern. So wird auf Paul Giacomin Bezug genommen, der in „Pastime“ eine wichtige Rolle neben Spenser spielt. Andererseits würde es merkwürdig wirken, täte sich der Detektiv NICHT an seine früheren Fälle erinnern, nicht wahr? Amnesie wirkt nicht geradezu professionell bei einem Ermittler.

Immerhin hat mir der Schluss sehr gut gefallen. Die wiederbeschaffte Jill muss sich von einem seelischen Zusammenbruch erholen und Spenser gewährt ihr die nötige Ruhe und Stille in einer einsamen Hütte im Wald. Nur die drei Hunde des dahingeschiedenen Wilfred Pomerey leisten den beiden Gesellschaft. Und tatsächlich sind die Hunde die einzigen, auf die die Frau wieder anspricht. Während die Filmgesellschaft, die Polizei, die Medien und natürlich Rojack allesamt durch Spenser abgewehrt werden, scheint sich Jill Zabriskie endlich wieder seelischer Gesundheit anzunähern. Doch kann Spenser allein bestehen? Er wird Hilfe brauchen …

|Fehler|

Auf Seite 79 verwechselt der Autor ganz klar die beiden Namen Rojack und Randall miteinander. Kann jedem Autor passieren, sollte aber jedem Lektor auffallen.

_Unterm Strich_

Dadurch, dass ich dieses ältere Buch vor dem drei Jahre später veröffentlichten Krimi „Paper Doll“ (1993) gelesen habe, wirken seine Ideen wie eine Wiederholung der gleichen Grundmuster und Kernmotive: Die Reise in die Vergangenheit einer bedrohten oder getöteten Frau rüttelt an den Legenden, die sie umgeben, sowie an diversen anderen Glaubenssätzen. Diesmal sind nicht der tiefe Süden oder ein Senator das Ziel der Kritik, sondern das Mediengeschäft, das erbarmungslos den Marktwert eines Menschen ausbeutet, um Kasse zu machen. Klar, dass dies nicht allzu lange gutgehen kann.

In seiner lässigen, aber unerschrockenen und integren Art führt Spenser die Ermittlung bis zu ihrem logischen Showdown. Das ist für Kenner und Neulinge sicher recht spannend, aber ich fand die langen detaillierten Beschreibungen der Umgebungen, in die der Held vordringt ermüdend und nutzlos. Außerdem sind die Cops immer die Guten, auch wenn es mal ein paar schwarze Schafe drunter gibt – im Großen und Ganzen sind sie alle okay. Dass dies nicht stimmt, zeigen die Krimis von Stuart MacBride, Ian Rankin und vor allem von Michael Connelly.

Für die besten Szenen sorgen Susan Silverman, Spenser und sein schwarzhäutiger Kumpel und Helfer Hawk. Diese dynamische Trio liefert nicht nur die besten Einzeiler, sondern auch jede Menge schwarzen Humor, der auch mich ins Schmunzeln brachte und gut unterhielt. Das bewahrt den Krimi vor weiteren Punktabzügen.

|Taschenbuch: 289 Seiten
ISBN-13: 978-0425127230|
[Verlagshomepage]http://us.penguingroup.com/static/pages/publishers/adult/berkley.html

_Robert B. Parker bei |Buchwurm.info|:_
[„Der stille Schüler“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4066

Kerley, Jack (J. A.) – Buried Alive

_Jagdszenen in Kentucky: Ein Folterknecht geht um_

Carson Ryder, Alabama-Polizist mit Psychologieausbildung, nimmt Urlaub in Kentucky – und findet sich alsbald in eine Ermittlung von grausen Serienmorden verwickelt. Nicht genug damit, dass sein halbseidener Bruder nebenan wohnt, so verliebt sich Ryder auch noch in die Lokalpolizistin Donna Cherry. Kein Wunder, dass sie schon bald in höchster Lebensgefahr schwebt und er sein Leben einsetzen muss, um sie vor dem Rachefeldzug des Psychopathen zu bewahren.

_Der Autor_

J. A. Kerley ist ein ehemaliger Werbeautor und stammt aus Newport, Ohio, hat aber eine Zeitlang an der Küste von Alabama gelebt. Dort kennt er sich ebenso gut aus wie in Ohio und Kentucky. Kerley ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mehr Info findet man auf [seiner Webseite]http://www.jackkerley.com/aboutjack.html .

Romane aus der |Carson Ryder|-Reihe:

1) „The Hundredth Man (dt. Titel: „Einer von Hundert“ bei Ullstein)
2) „The Death Collectors“ (dt. Titel: [„Der letzte Moment“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2124 bei Ullstein)
3) „The Broken Souls“
4) „Blood Brother“ (dt. Titel „Bestialisch“, bei Ullstein)
5) „In the Blood“
6) „Little Girls Lost“
7) „Buried Alive“

_Handlung_

Carson Ryder ist Spezialermittler in Mobile, der Hauptstadt von Alabama. Weil er dazu beigetragen, ein paar böse Jungs hinter Gitter zu bringen, die psychisch höchst labil waren, ruft ihn die Leiterin des Institutes für die Behandlung geist gestörter Gewaltverbrecher an, um ihr zu helfen. Ein Anwalt aus Memphis, Tennessee, will unbedingt einen ihrer Patienten hypnotisieren, um Informationen über frühere Verbrechen aus ihm herauszuholen. Carson soll wie sie sein Veto einlegen. Als er den Namen des Kandidaten hört, zögert er nicht lange, sondern rast gleich los: Bobby Lee Crayline.

Crayline betritt das Behandlungszimmer, denn Ryder und die Leiterin haben es nicht geschafft, den Anwalt zu stoppen. Dieser Lackaffe mit dem sauteuren Anzug droht vielmehr damit, das Institut dichtzumachen, indem er ihm das Grundstück entziehen lässt. Crayline ist ein Muskelprotz, der in der XFL-Schaukämpfe absolviert hat: Die XFL ist die Extreme Fighting League – sie ist wesentlich härter als Kickboxen und Wrestling zusammen. Er schüchtert sogar den Bodyguard des Anwalts ein, bevor man ihn ankettet. Ryder und die Leiterin müssen draußen warten.

Als aus dem Raum Schreie dringen, dringt Ryder ein, um das Schlimmste zu verhüten. Zu spät! In einer übermenschlichen Kraftanstrengung reißt sich der XFL-Champion mitsamt Kette los, verdrischt den Leibwächter und stürmt aus dem Raum, dabei Ryder aus dem Weg fegend. In Nullkommanix legen den Hünen jedoch Lähmgewehre flach. Auf dem Rücktransport ins Gefängnis kommt es jedoch zu einem folgenschweren Unfall. Ryder sieht bloß die Rauchwolke, folgt ihr und entdeckt einen brennenden Transporter. Von Crayline keine Spur! Die Cops lassen alle Straßen sperren – doch Crayline scheint wie vom Erdboden verschluckt …

|Sechs Monate später|

Ryder nimmt den empfohlenen Urlaub und geht in Ost-Kentucky klettern. Dort erstreckt sich die malerische Felsenschlucht des Red River in den Appalachen. Man kann hier auch fabelhaft wandern, findet er, und einen Gefährten hat er auch: Seine Promenadenmischung Mix-up. Perfekt, findet Ryder. Er glaubt, er hat diese Ferien von der Vermieterin in einer Art Losziehung gewonnen und ließ sich nicht zweimal bitten. Doch es steckt jemand ganz anderes dahinter.

Er wandert gerade arglos durch den Bergwald, als sein Handy einen dringenden Notruf an ihn auffängt. Es ist definitiv eine Frauenstimme, doch der schlechte Empfang verstümmelt die Sätze. Er versteht nur „Donna Cherry“, eine Polizistin und eine GPS-Koordinate. Er eilt sofort hin – und macht sich dadurch unverhofft an einem Tatort verdächtigt. In einer verfallenden Hütte liegt ein gefesselter Mann, dem eine Lötlampe im Anus steckt. Dampfwolken steigen wie Geister aus den Nasenlöchern in seinem demolierten Gesicht. Vor Entsetzen gelähmt, wehrt sich Ryder nicht, als der Sheriff und sein Team wie eine Ladung Ziegelsteine über ihn kommen und ihn zusammenschlagen.

Es dauert eine ganze Weile, bis Donna Cherry ihre Abneigung gegen diesen verdächtigen Eindringling in ihrem Revier ablegen kann. Wenigstens kann sich Ryder als Polizist aus Mobile ausweisen, das ist ja schon mal was. Aber als die nächste Leiche gefunden wird, ist es ausgerechnet der Auswärtige, der die entscheidende Spur findet: Die Frau wurde vor ihrem Tod ebenfalls ausgiebig gefoltert – durch wiederholtes Ertränken in einem Stauweiher. Welche Irre kann es auf die ehemalige Lehrerin abgesehen und sie wie eine Hure aufgetakelt haben?

Doch dies ist nicht die letzte Leiche: Der fahrende Sandwichverkäufer Sonny Burton wurde, wie Ryder herausfindet, wiederholt von seinem eigenen Laster zerquetscht, bis ihm das Lebenslicht endgültig ausging. Die drei Leichen verbindet, dass ihre Fundkoordinaten auf einer Webseite zu finden sind, die mit einem merkwürdigen Symbol markiert ist: =(8)=. Dieses sagt niemandem etwas, auch nicht Ryder.

Nachdem die Leiche eines weiteren Toten auf dem Transport jedoch entführt worden ist, wissen Ryder und Cherry, dass ein extrem gewiefter und besessener Killer in der Gegend sein Unwesen treibt. Das FBI ist bereits im Anmarsch, um die Ermittlung aus den hilflosen Händen von Sheriff Beale zu übernehmen. Dessen Teamleiterin ist eine Eiskönigin namens Krenkler, die ihre Männern wie Laufburschen behandelt. Na prost, denken Ryder und die zur Wasserträgerin degradierte Ermittlerin Cherry. Sie gehen fortan heimlich eigene Wege.

|Entdeckungen|

Ryder macht zwei bestürzende Entdeckungen. Im Nachbarhaus wohnt nicht etwa der kanadische Professor Charpentier, wie alle glauben, sondern Ryders eigener Bruder, der psychopathische Exknacki Jeremy Ridgecliff. Weil Ryder weiß, dass Jeremy ein Meister der Verstellung ist, ahnt er bereits, wer jenen Notruf an sein Handy abgesetzt und ihn in diese Sache hineingezogen hat. Und vielleicht hat Bruderherz sogar den Beginn und die Verlängerung seines Bergaufenthaltes arrangiert. Ryder soll ihm die Cops vom Hals halten. Aber was hat sein Bruderherz in diese Waldeinsamkeit getrieben – doch wohl nicht eine kreative Pause, um an der Börse zu spekulieren, oder?

Die zweite Entdeckung macht Ryder, der seinen verschwundenen Hund sucht, auf einem der zahlreichen Campingplätze des Naturschutzgebiets: einen Wohnwagen mit allen Schikanen – und einer schweren Kawasaki, die nur ein Schwergewichtler auf eine so hoch angebrachte Halterung heben könnte. Sollte Crayline etwa hierher gekommen sein, hunderte Meilen von Alabama entfernt? Hat er mit den Serienmorden zu tun? Aber worin liegt sein Motiv?

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Crayline macht Jagd auf seinen Lieblingspolizisten. Schon bald muss Carson Ryder zeigen, was er an Kletterkünsten gelernt hat …

_Mein Eindruck_

Ich habe diesen Autor noch nicht gekannt, aber er wurde mir von amazon.de empfohlen, als ich mal wieder Stuart MacBride kaufte. Ich muss sagen, dass ich keinen Fehlgriff getan habe und froh bin, einen so kompetenten und einfallsreichen Autor wie J. A. Kerley kennengelernt zu haben.

Fernab von den abgegrasten Gefilden an der Ostküste – von Maine bis Florida (Patricia Cornwell) – oder in Los Angeles (Michael Connelly) lässt der Autor seinen Helden im unerforschten Hinterland aktiv werden. Im hintersten Kentucky und Alabama, also im Bibelgürtel, gibt es ebenfalls jede Menge böse Buben und Mädels, denen es auf die Finger zu klopfen gilt. Aber es gibt überall auch die Guten mit den weißen Hüten; man muss sie nur finden und sich mit ihnen anfreunden.

|Schatten der Vergangenheit |

Die obige Handlungsskizze lässt (hoffentlich) nicht vermuten, worum es im Grunde geht. Im Hinterland gibt es nicht allzu viele illegale Vergnügungsattraktionen, sieht man mal von Prostitution und Glückspiel ab. Hunde- und Hahnenkämpfe sind schon eher was Interessantes, die Extreme Fighting League (XFL) ist sogar noch besser – aber ebenso extrem teuer. 50 Dollar pro Ticket sind kein Pappenstiel.

Deshalb zogen vor 20 Jahren ein findiger Prediger und eine ebenso findige Exlehrerin die Vorstufe zur XFL auf: Sie bildeten Jungs dazu aus, vor Publikum superharte Kämpfe auszutragen, in einer Abart des Kickboxens. Allerdings ohne Handschuhe und nur mit einem Hodenschutz. Crayline war offenbar eine Zeitling Mitglied dieser knallharten Truppe. Und wie alle Jungs wurde auch er laufend sexuell missbraucht.

|Faktor X|

Kein Wunder also, dass jemand wie Crayline sich an seinen Peinigern von damals rächen will. Dumm nur für Ryder und Cherry, dass die Gleichung nicht ganz aufgeht. Es fehlen unbekannte Faktoren, so etwa die Frage, wer mit der Bezeichnung „Der Colonel“ gemeint war und wer nach Craylines Abgang die Serienmorde in Kentucky fortsetzt. Um die Antworten auf diese Fragen zu erhalten, müssen sich Ryder und Cherry in Lebensgefahr begeben. Sie landen im alten Ausbildungslager. Und wie vor 20 Jahren die Jungs werden auch sie jetzt den Hunden vorgeworfen …

Nicht genug mit diesen spannenden Fragen, so tritt auch noch ein weiterer Faktor hinzu: Ryders Bruder. Welche finstere Rolle hat er in diesem ganzen verzwickten Szenario zu spielen? Warum hat er Ryder überhaupt erst nach East Kentucky gelotst und ihn in die Polizeiarbeit vor Ort verwickelt? Nach allem, was Ryder über sein Bruderherz weiß, kann es nichts allzu Gutes sein. Umgekehrt gilt aber das Gleiche: Was weiß Jeremy über Carson so Unappetitliches, dass dieser ihn nicht sofort enttarnt und den Cops übergibt? Wie sich erweist, hat dies sehr viel mit ihrer eigenen Familie zu tun.

Ich fand es sehr spannend, eine Handlung mit mehreren doppelten Böden vorgelegt zu bekommen. Kaum war das erste Rätsel gelöst, tat sich bereits das nächste auf. Nicht genug damit, erreichten die Actionszenen einen hohen Grad von Spannung und Tempo. Die Action wechselte sich in wohltuendem Rhythmus mit Phasen der Erholung (Liebe mit Cherry) und des Nachdenkens (Cherry, Jeremy) ab. Um auch das Nachdenken nicht zu lässig werden zu lassen, sorgt das FBI für ständigen Druck auf der Ermittlung.

|Fehler oder nicht?|

Auf Seite 178 stieß ich auf einen unerklärlichen Fehler des Autors. Gleich in der dritten Zeile des 26. Kapitels (alle 56 Kapitel sind ziemlich kurz) wird der Name „Crayline“ als Täter genannt. Dabei suchen doch Ryder und Cherry immer noch den Urheber jener Folterszenen. Die Nennung kann nur ein Fehler sein, denn sie führt dazu, dass der Leser zu früh Bescheid weiß. Der Fehler ist ein Hinweis auf ein schlechtes Lektorat.

_Unterm Strich_

Dieser Krimi erschloss mir nicht nur einen mir bis dato unbekannten Autor, sondern auch eine reizvolle Geographie, nämlich die Schluchtenlandschaft von Ost-Kentucky. Ich war sofort an die alten Trapper-Romane von James Fenimore Cooper erinnert, aber auch McCarthys Endzeitroman „Die Straße“ spielt streckenweise hier in den Appalachen.

Mit Carson Ryder tritt ein interessanter Ermittler auf, der selbst einiges aus seiner Vergangenheit zu verbergen hat – nicht zuletzt auch die Exustenz eines Bruders, der nicht gerade zu den Lämmern mit der weißen Weste zählt. Diese Elemente machen auch die vorliegende Ermittlung recht knifflig, obwohl doch bereits Faktoren wie die Affäre mit einer Polizistin und der Auftritt von FBI-Agentin Krenkler, der Eiskönigin, nicht gerade einfache Hindernisse sind.

Die Ermittlung führt Ryder & Co. zwanzig Jahre in die Vergangenheit von Kentucky und Alabama, als Jungen ihren Familien weggenommen wurden und in einer Kämpfertruppe für illegale Schaukämpfe auf dem Lande ausgebildet wurden. Für die erlittenen Peinigungen rächt sich nun jemand wieder an den Übeltätern und Verantwortlichen. Abgründe der Perversion tun sich auf.

Doch das Ziel der Kritik ist nicht nur die Perversion, sondern deren moderne Fortsetzung mit den Mitteln von Fernsehen und Internet: Die XFL gibt es offenbar immer noch, von der Wrestling-Liga ganz zu schweigen. Aber warum? Welcher Trieb des Menschen wird mit der brutalen Gewalt befriedigt? Die Antwort wird keinem Leser gefallen: Es ist immer noch der uralte Adam, der Blut sehen und seinen Gegner im Dreck verenden sehen will. Was noch beunruhigender ist: Den Frauen am Ring gefällt dieses Geschehen auch.

|Taschenbuch: 390 Seiten
ISBN-13: 978-0007328130|
http://www.harpercollins.com

Eric Van Lustbader & Robert Ludlum – Die Bourne-Intrige (Jason Bourne 7)

Agenten-Duell: Treffen der Titanen

Nach ihrem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel in „Das Bourne Attentat“ tauschen Jason Bourne und Leonid Arkadin die Rollen von Jäger und Gejagtem. Als Bourne in einen Hinterhalt gerät und schwer verletzt wird, täuscht er seinen Tod vor und geht in den Untergrund. In dieser relativen Sicherheit nimmt er (wieder einmal) eine neue Identität an und begibt sich auf eine Mission, um herauszufinden, wer ihn töten wollte. Er beginnt zu hinterfragen, wer er in Wirklichkeit ist, wieviel von sich er der Bourne-Identität schuldet und was er werden könnte, wenn diese ihm fehlen würde.

Ein amerikanisches Passagierflugzeug wird über Ägypten abgeschossen, und der Verdacht fällt auf den Iran. Eine globale Ermittlungsgruppe wird zusammengestellt, um die Wahrheit herauszufinden, bevor die Sache sich zu einem Krieg auswächst. Auf seiner Mission gerät Bourne in Kontakt mit dieser Gruppe. Sein Weg führt ihn dadurch in eine der gefährlichsten und kritischsten Situationen, in denen er sich je befunden hat. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt – und gegen einen unbekannten Killer…
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Lustbader, Eric Van / Ludlum, Robert – Der Bourne-Betrug (Jason Bourne 5)

Agenten-Action nach Schema F

Jason Bournes einziger Freund Martin Lindros, der Stellvertretende Direktor des Geheimdienstes Central Intelligence, wird bei einem Kommandoeinsatz in Äthiopien von Terroristen gefangen genommen und verschleppt. Da Bourne der Einzige ist, der ihn befreien könnte, bittet ihn der CI-Direktor, Lindros zu befreien.

Doch vor Ort stößt Jason auf Spuren starker Radioaktivität. Womöglich wollen diese Terroristen eine Atombombe bauen. Er ahnt nicht, dass nicht nur der Geheimdienst CI und die Hauptstadt Washington, sondern besonders er selbst im Fadenkreuz der Terroristengruppe ist. Sie wollen sich für ein Verbrechen rächen, an das sich Jason nur in seinen schlimmsten Albträumen erinnern kann.
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Connelly, Michael – Spur der toten Mädchen

_Vorhersehbar und unoriginell: Ermittlung plus Gerichtsverfahren_

Strafverteidiger Mickey Haller wird vom Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles County eingeladen, an dessen Stelle einen freigelassenen Kindermörder erneut vor Gericht zu stellen. Obwohl Mickey riecht, dass er hier (wieder mal) übern Tisch gezogen werden soll, nimmt er die Herausforderung an. Jason Jessup tötete offenbar vor 24 Jahren die zwölfjährige Melissa Landy. Doch eine DBS-Probe entlastet ihn nun, er wird freigelassen.

Mickey und sein Hauptermittler Harry Bosch sind überzeugt, dass Jessup erneut töten würde. Also müssen Haller und sein Halbbruder, der LAPD-Veteran Harry Bosch, den Fall unbedingt gewinnen. Doch ohne es zu wollen, bringt Mickey damit seine eigene und auch Harrys Tochter in tödliche Gefahr …

_Der Autor_

Michael Connelly war jahrelang Polizeireporter in Los Angeles und lernte das Polizeigewerbe von außen kennen. Bekannt wurde er mit seinen Romanen um die Gesetzeshüter Harry Bosch und Terry McCaleb, zuletzt besonders aufgrund der Verfilmung von „Das zweite Herz / Bloodwork“ durch Clint Eastwood. Auch „Der Mandant“, der erste Mickey-Haller-Roman soll hochkarätig verfilmt werden, doch es gibt „künstlerische Differenzen“, und so wurde der Regisseur ebenso gefeuert wie der Star Matthew „Hochzeitsplaner“ McConnaughey.

Zuletzt erschienen „So wahr uns Gott helfe“, „The Overlook / Kalter Tod“, „The Scarecrow/Sein letzter Fall“ (siehe meine Berichte) und „Nine Dragons/Neun Drachen“.

Weitere wichtige Romane:

„Schwarze Engel“ (1998)
„Der Poet“ (1996)
Schwarzes Echo (1991)
„Kein Engel so rein“ (City of Bones, 2002)
„Unbekannt verzogen“ (Chasing the dime)
„Letzte Warnung“ (Lost light)
„Die Rückkehr des Poeten“ (The narrows)
The Overlook (2008)

_Handlung_

|Das Angebot |

Bei einem teuren Mittagessen bekommt Rechtsanwalt Mickey Haller vom Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles County, Gabriel Williams, ein ungewöhnliches Angebot, das er fast nicht ablehnen kann. Haller soll diesmal an Williams‘ Stelle treten und die Staatsanwaltschaft gegen Jason Jessup vertreten. Das bedeutet, die Seiten von der Verteidigungs- zur Anklagebank zu wechseln.

Dafür braucht Mickey einen echt guten Grund. Null Problemo: Jason Jessup wurde vor 24 Jahren für den Mord an einer Zwölfjährigen zu Lebenslang verurteilt, allerdings nur aufgrund von wenigen Indizien, darunter einer DNS-Spur. Diese DNS-Spur wurde kürzlich von einem bürgerlichen Überprüfungsinitiative, dem GJP (Genetic Justice Project), als nicht zu Jessup gehörig identifiziert. Daher hat der Oberste Gerichtshof Jessup freigesprochen. Gleich darauf erhob die Staatsanwaltschaft erneut Anklage, denn nicht nur die DNS-Spur hat seinerzeit zu Jessups Verurteilung geführt. Leider ist die Staatsanwaltschaft mit dem Makel behaftet, sie habe Beweise manipuliert. Folglich bracuht sie einen Juristen besten Rudes, einen wie Mickey Haller.

|Harry Bosch|

Mickey will nicht, dass der Mörder erneut frei herumläuft, denn er hat selbst eine Tochter im Teenageralter. Doch natürlich stellt er Bedingungen. Harry Bosch, ein Cop, soll sein Ermittler sein und Margaret McPherson, Mickeys Exfrau, soll seine rechte Hand sein und nach Zentral-L.A. ziehen dürfen. Williams willigt ein, denn er bangt um seine Karriere als Bezirksstaatsanwalt. Doch schon bei der ersten Pressekonferenz muss er Mickey zurechtweisen. Mickey nimmts gelassen: Williams‘ könne ihn nicht mehr entlassen, sonst würde er unglaubwürdiger wirken, als er es eh schon ist.

|Die Ermittlung|

Mit seinen beiden Helfern macht sich Mickey ans Werk. Bosch hat den Verbrecher ins Gerichtsgebäude überstellt und die Beweise und Akten besorgt. Maggie hat die Geschichte des Falls aufgerollt. Melissa Landy lebte bis zu ihrem Tod in einer wohlhabenden Gemeinde von L. A., die unweit einer beliebten Kirche lag. Um die Kirche kurvten sonntags Abschleppwagen, um unrechtmäßig abgestellte Autos der Kirchgänger abzuschleppen und so ein gutes Geschäft zu machen. Jason Jessup war so ein Fahrer. Er wurde von Melissas Schwester Sarah identifiziert: Er habe Melissa entführt. Deren Leiche wurde in einem Müllcontainer gefunden, wenigstens wurde sie nicht vergewaltigt.

Aber Bosch hat mit Jessup kurz gesprochen. Er stellt Mickey eine unangenehme Frage: Was, wenn es nicht Jessup um seine Haftentschädigung gehe, sondern auch der Staatsanwaltschaft darum, eine millionenschwere Entschädigungszahlung zu umgehen? Was, wenn keiner Jessup verurteilt haben wolle, sondern es in Wahrheit nur um Geld ginge? Mickey ist jedoch überzeugt, dass es Williams ernst meinte, als er Mickey auf Jessup ansetzte. Wirklich?

Bosch gelingt es, die wichtigste Zeugin selbst nach 24 Jahren ausfindig zu machen: Sarah, Melissas Schwester, lebt nahe Seattle. Als er mit der Staatsanwältin Maggie dort eintrifft, findet er Sarah bei einer ehrlichen Arbeit vor: Sie ist künstlerische Glasbläserin. Und endlich runter von den Drogen, die ihr Leben zerstört haben. Zum Glück erkennt sie Jessup auf dem Foto sofort. Und sie hat eine Erklärung für die DNS ihres Stiefvaters auf ihrem Kleid, das an jenem Tag von Melissa getragen wurde …

|Mulholland Drive|

Der Special Investigation Service des LAPD sorgt für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung von Jessup. Bosch liest die Protokolle und stößt auf eine Besonderheit. Während sich Jessup in der ganzen Stadt seiner neuen Freiheit erfreut, treibt er sich nachts im Rotlichtviertel herum – und in den Parks am Mulholland Drive, hoch über dem Lichtermeer der Stadt. Was hat er dort zu suchen, wundert sich Bosch. Die Überwacher sagen ihm, Jessup sitze bloß da. Mitten in der Nacht? Soll das wirklich alles sein? Bosch beschließt, der Sache selbst vor Ort auf den grund zu gehen.

Im Park findet Bosch eine Stelle am Fuße eines großen Baums, an der eine Kerze angezündet wurde. Aus welchem Grund, fragt er sich, und entgegen der Vorschrift, im Park kein offenes Feuer zu entzünden. Er trifft Rachel Walling, die FBI-Agentin, der er seine Unterlagen zum Durchlesen gegeben hat. Sie eröffnet ihm, dass der Fall Jessup von Anfang an falsch interpretiert worden sei. Und dass Jason Jessup ein Wiederholungstäter ist, der wieder anfangen könnte, Kinder zu ermorden …

_Mein Eindruck_

Im Roman führt der Autor die zwei Erzählfäden um Mickey Haller auf der einen Seiten und Harry Bosch auf der anderen annähernd parallel. Das ist gar nicht mal so langweilig. Denn was Bosch, der paranoide Schnüffler, herausfindet, läuft so ziemlich dem zuwider, was Mickey Haller vor Gericht beweisen möchte: Dass Jessup vor 24 Jahren Gelegenheit und Motiv hatte, um ein zwölfjähriges Mädchen zu töten – was es nun neu zu verhandeln gilt.

Bosch findet jedoch heraus, dass Jessup eine ganze Reihe von Mädchenmorden auf dem Gewissen haben könnte. Und was macht die Verteidigung? Jessups Anwalt mag zwar aus England kommen, ist aber mit allen Wassern gewaschen. Er will die Schuld von seinem Mandanten – logisch! – abwälzen und beschuldigt seinerseits die Kronzeugin, es mit ihrem Stiefvater getrieben zu haben. Dieser vielmehr habe ihre Schwester auf dem Gewissen, nicht etwa Jessup.

Vor Gott und vor Gericht sind die Menschen bekanntlich wehrlos. Und so ist einfach alles möglich. Das ist ebenfalls spannend zu lesen – falls man auf Gerichtsverfahren steht, deren Ausgang schon meilenweit im Voraus abzusehen ist. Und das ist hier leider der Fall, guter Mickey. Dass Jessups Verteidiger es ausgerechnet mit der Richterin des Verfahrens verdirbt, ist zwar schön für Mickey, aber schlecht für die Spannung der Story: Das Pendel schwingt viel zu früh auf die eine von zwei Seiten.

Die wirkliche – und so ziemlich einzige – Überraschung folgt NACH dem Schuldspruch, jedoch vor dem Urteil, das eine Jury aus Schöffen zu fällen hat. Und mehr soll darüber nicht verraten werden, um nicht die Spannung zu verderben.

_Die Übersetzung _

Der Veteran Sepp Leeb hat auch diesen Connelly-Titel bestens übertragen, so dass sich der Text flüssig liest und der Jargon natürlich klingt. Druckfehler, die ja besonders im Taschenbuch verbreitet sind, konnte ich erstaunlicherweise keine entdecken.

_Unterm Strich_

Mickey Hallers ungewöhnlicher neuer Fall findet ihn diesmal auf der anderen Seite des Gerichtssaales. Es ist eine Erfahrung, die er allerdings nicht wiederholen möchte. Das Gerichtsverfahren und die es begleitende Ermittlung durch Harry Bosch liefern Wendung auf Wendung, doch das Ziel ist von vornherein ebenso klar wie der Ausgang den Erwartungen entsprechend.

Die eigentliche Überraschung erfolgt bei diesem nur mäßig spannenden Verlauf erst NACH dem Schuldspruch. Doch wer hofft, nun käme Bosch endlich zu seinem Recht, irrt leider auch hier, und der Showdown ist viel zu kurz. Der Autor ist eben ein grundsolider Polizeireporter, aber als Thrillerautor hätte er hier noch ein oder zwei Schippen Spannungsmomente drauflegen sollen. Irgendwie fehlte mir hier der ersehnte Adrenalinschub.

|Der arme Staatsanwalt?|

Gut möglich, dass Hallers Schöpfer, der hochgelobte und folglich einflussreiche Thriller-Autor Michael Connelly, in seinem Gerichtsroman diesmal der anderen Seite Gerechtigkeit widerfahren lassen wollte. Ach, wie schwer ist doch das Werk des Staatsanwalts! So soll wohl der erwünschte Stoßseufzer des mitleidigen Lesers klingen.

Leider verfehlte die Story diese Wirkung bei mir völlig. Staatsanwälte werden nämlich in den USA gewählt, ähnlich wie Sheriffs oder Bürgermeister. Das ist OK. Das ist Demokratie, also Volksherrschaft. Weniger OK ist, dass sie ihre politische Karriere, die sie durchaus zum Amt des Gouverneurs führen kann (nicht jeder Gouverneur muss ein Filmstar wie Reagan oder Schwarzenegger sein), von entsprechenden Lobbyisten bezahlen lassen und natürlich nicht vermeiden können, sich diesen Lobbys gefällig zu erweisen.

Der einzige Pfiff an diesem Thema besteht also darin, im Roman den Staatsanwalt wg. Befangenheit außen vor zu lassen und stattdessen einen Verteidiger diese Position einnehmen zu lassen. Zwar unterlaufen Mickey Haller ein paar Schnitzer, weil er manchmal die Seiten verwechselt, aber mit Hilfe seiner tüchtigen Sekundantin MacPherson kriegt er den Ball doch noch ins Tor. Man fragt sich daher: Wann macht es Michael Connelly endlich wie der selige Robert P. Parker und schreibt einen Roman über eine weibliche Anwältin oder Detektivin?

Ich jedenfalls hatte das Gefühl, für mein Geld nicht die erhoffte Unterhaltung geboten bekommen zu haben. Connelly hat inzwischen schon den nächsten Mickey-Haller-Roman veröffentlicht: „The Fifth Witness“.

Fazit: vier von fünf Sternen.

|Taschenbuch: 493 Seiten
Originaltitel: The Reversal (2010)
Übersetzung: Sepp Leeb
ISBN-13: 978-3426507902|
[www.droemer-knaur.de]http://www.droemer-knaur.de
[www.michaelconnelly.com]http://www.michaelconnelly.com

_Michael Connelly auf Buchwurm.info (in Veröffentlichungsreihenfolge):_
|Harry Bosch:|
[„Schwarzes Echo“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=958
[„Schwarzes Eis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2572
[„Die Frau im Beton“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3950
[„Das Comeback“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2637
[„Schwarze Engel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1192
[„Dunkler als die Nacht“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4086
[„Kein Engel so rein“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=334
[„Die Rückkehr des Poeten“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1703
[„Vergessene Stimmen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2897
[„Kalter Tod“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5282 (Buchausgabe)
[„Kalter Tod“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5362 (Hörbuch)

[„Das zweite Herz“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5290
[„Der Poet“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2642
[„Im Schatten des Mondes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1448
[„Unbekannt verzogen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=803
[„Der Mandant“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4068
[„L.A. Crime Report“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4418
[„So wahr uns Gott helfe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6291
[„Sein letzter Auftrag“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7088

James Patterson / Maxine Paetro – Die 5. Plage (Hörbuch)

_Ein Mord-Kunstwerk: schöne tote Mädels in Autos_

Im Städtischen Krankenhaus von San Francisco sterben die Patienten wie die Fliegen. Aber nicht an Krankheiten, sondern weil jemand kräftig nachgeholfen hat. Seine Handschrift: zwei Knöpfe auf den Augen des Opfers. Die Knöpfe tragen das Bild des Äskulapstabs …

Unterdessen muss sich Polizeileutnant Lindsay Boxer mit einer Serie bizarrer Morde an jungen Frauen befassen. Die Frauen wurden nach ihrer Ermordung wie Models in teure Kleider gesteckt. Weil man sie alle in einem teuren ausländischen Wagen findet, heißen sie alsbald nur die Car Girls. Als aber das neueste Opfer bei der Eröffnung eines Automobilsalons gefunden wird, platzt Lindsay endgültig der Kragen – und schon bald hat sie eine heiße Spur …

_Die Autoren_

James Patterson, ehemaliger Besitzer einer Werbeagentur, ist der Autor zahlreicher Nummer-1-Bestseller. Allerdings sind es vor allem seine Alex-Cross-Thriller, die den Leser berühren. Folglich war Alex Cross bereits zweimal im Film zu sehen: „Im Netz der Spinne“ und „… denn zum Küssen sind sie da“ wurden beide erfolgreich mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt. Für Einsteiger sei gesagt, dass Alex Cross ein sympathischer schwarzer Polizeipsychologe ist, der mit seiner Familie in Washington, D.C., lebt.

Patterson ist extrem fleißig. Sein letzter Solo-Roman vor „Blood“ in Deutschland hieß „Ave Maria“, ein Alex-Cross-Roman. Davor erschienen neue Alex-Cross-Romane mit den Titeln „The Big Bad Wolf“ und „London Bridges“. Im Original ist bereits „Double Cross“ erschienen. Seit 2005 sind weitere Patterson-Kooperationen veröffentlicht worden, darunter „Lifeguard“ sowie „Judge and Jury“; im Juli 2007 erschien die Zusammenarbeit „The Quickie“ (deutsch „Im Affekt“, 2008). Im Frühjahr 2003 (deutsch Mitte 2005) erschien auch eine Kollaboration mit dem Titel „Die Rache des Kreuzfahrers“ („The Jester“), deren Story im Mittelalter spielt.

Nähere Infos finden sich unter http://www.twbookmark.com und http://www.jamespatterson.com. Patterson lebt mit seiner Familie in Florida und Westchester, New York.

Maxine Paetro ist eine Journalistin und Schriftstellerin, die mit ihrem Mann in New York City lebt.

|The Women’s Murder Club| umfasst bislang folgende Bände:

1. Der 1. Mord
2. Die 2. Chance
3. Der 3. Grad (zusammen mit Andrew Gross)
4. Die 4. Frau (zusammen mit Maxine Paetro)
5. Die 5. Plage (zusammen mit Maxine Paetro)
6. Die 6. Geisel (zusammen mit Maxine Paetro)
7. 7th Heaven (zusammen mit Maxine Paetro)
8. 8th Confession

Mehr von James Patterson auf |Buchwurm.info|:

[„Das Pandora-Projekt“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3905 (Maximum Ride 1)
[„Der Zerberus-Faktor“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4026 (Maximum Ride 2)
[„Das Ikarus-Gen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2389
[„Blood“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4835
[„Honeymoon“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3919
[„Ave Maria“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2398
[„Wer hat Angst vorm Schattenmann“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1683
[„Mauer des Schweigens“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1394
[„Stunde der Rache“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1392
[„Wenn er fällt, dann stirbt er“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1391
[„Wer sich umdreht oder lacht“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1390
[„Die Rache des Kreuzfahrers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1149
[„Vor aller Augen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1087
[„Tagebuch für Nikolas“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=854
[„Sonne, Mord und Sterne“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=537
[„Rosenrot Mausetot“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=429
[„Die Wiege des Bösen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=47

_Die Sprecherin_

Neben Theaterengagements und TV-Auftritten ist die Schauspielerin Julia Fischer vor allem im Rundfunk als Sprecherin tätig. Auch als Hörbuchinterpretin hat sie viele Fans. (Verlagsinfo)

Regie führte Volker Gerth im Müncher |opus-live Studio|.

_Handlung_

Wie so häufig bei Patterson, laufen mehrere Handlungsstränge parallel nebeneinander her, bis sie sich an einem kritischen Punkt kreuzen. So auch in diesem Roman.

|Um Mitternacht|

Eine junge Mutter freut sich darauf, dass sie bald wieder zu ihrem Töchterchen zurück darf. Sobald man sie aus dem Städtischen Krankenhaus von San Francisco entlassen haben wird. Doch in der Nacht vor ihrer Entlassung schlägt der Night Walker zu und injiziert ihr eine tödliche Dosis. Jessie Falks Herz zuckt in Horror, als das Gift sich in ihrem Körper verbreitet.

Sie kann den Klingelknopf nicht erreichen, mit dem sie eine Krankenschwester rufen könnte. Verschwommen sieht sie eine Gestalt auf sich zukommen und bettelt um Hilfe. Doch diese Gestalt sagt nur: „Ja, du stirbst, Jessie. Es ist wunderschön mit anzusehen, wie du hinübergehst.“ Und als Jessie das getan hat, legt sie ihr zwei Knöpfe auf die beiden Augen. Auf den Knöpfen ist das Emblem der medizinischen Zunft zu sehen: der Äskulapstab, um den sich zwei Schlangen ringeln.

|Der Women’s Murder Club|

Polizeileutnant Lindsay Boxer leitet die Mordkommission beim San Francisco Police Department, und in dieser Position hat sie schon einiges durchgemacht. Sie wurde zum Beispiel von einem Teenagerpärchen, das auf Drogen war, zusammen mit ihrem Kollegen Warren Jacobi krankenhausreif geschossen (in „Die 4. Frau“) Neben dem Department kann sie sich auf die moralische und emotionale Unterstützung des Women’s Murder Club stützen, der sich regelmäßig trifft. Besondere Claire, die Gerichtsmedizinerin, ist ihr eine große Hilfe. Aber auch Cindy, die Reporterin bei der Zeitung |S. F. Chronicle|, gibt ihr manchmal Tipps, die Lindsay helfen, auf dem Laufenden zu bleiben. Jüngstes Mitglied des Klubs ist die junge Rechtsanwältin Yuki Castellano.

Yuki und Cindy sind total interessiert an dem beginnenden Prozess gegen das Städtische Krankenhaus. Es geht um hohe Entschädigungen an zwanzig Sammelklägern, die allesamt liebe Angehörige in diesem Hospital verloren haben. Ihre Rechtsvertreterin, Anwältin Maureen O’Mara, verklagt das Krankenhaus wegen ärztlicher Kunstfehler. Von Mord ist (noch) keine Rede. Aber der Verteidiger der Gegenseite, Lawrence Kramer, behauptet, es handle sich lediglich um menschliche Irrtümer. Zu seinen Zeugen gehört auch ein gewisser Dr. Dennis Garza.

|Der fünfte Reiter|

Als Yukis Mutter Keiko nach einem Schwächeanfall in diese Klinik eingeliefert wird, macht sich Yuki entsprechende Sorgen. Als Keiko eines Nachts dort sogar direkt vor ihrer Entlassung stirbt, fällt Yukis Verdacht auf Dr. Dennis Garza. Dessen kaltschnäuzige und arrogante Art schockieren sie zutiefst und veranlassen sie, ihn zu beschatten. Natürlich erzählt sie ihren Verdacht auch ihren Freundinnen ,und schon bald sieht sich auch Lindsay Boxer veranlasst, sich dieses Krankenhaus mal genauer von innen anzusehen. Denn Keikos mysteriöser Tod bleibt beileibe nicht der letzte, und als eine Informantin Lindsay von den Knöpfen berichtet, erwacht in Lindsay der Killerinstinkt, der vor nichts Halt macht …

|Die Automädchen|

Doch Lindsay muss von nun an kräftig Überstunden schieben. Sie hat zeitgleich eine mysteriöse Serie von Morden an jungen Frauen aufzuklären. Diese jungen Amateurprostituierten wurden zuerst mit Rohypnol wehrlos gemacht, dann vergewaltigt und schließlich erstickt. Als man sie findet, sind Caddy (= Cadillac) Girl und Jaguar Girl in teure Klamotten gekleidet und duften nach exklusivem Parfum. Außerdem starren sie blicklos geradeaus durchs Fenster. Als habe man sie für eine Art von Tableau drapiert.

Ein paar Tage später wird in der Stadt ein Automobilsalon eröffnet, der Jung und Alt anzieht. Vor allem die Kids wollen die teuren europäischen Sportwagen sehen. Der teuerste von allen ist natürlich der Ferrari. Als der Ausstellungsassistent dieses Schmuckstück enthüllt, sitzt jedoch bereits eine Fahrerin am Steuer. Merkwürdig ist jedoch ist seltsam starrer Blick, der den Jungs eine Gänsehaut verursacht …

|Jagdsaison hoch zwei|

Lindsay Boxer platzt der Kragen: Wer auch immer die tote Frau in den Wagen gesetzt hat, verhöhnt sie und ihre Kollegen nicht nur – er zeigt ihnen den Stinkefinger! Sofort nimmt sie die Verfolgung auf, denn diesmal haben der oder die Täter verräterische Spuren zurückgelassen.

Außerdem heftet sie sich an die Fersen des sich ziemlich verdächtig verhaltenden Arztes Dr. Dennis Garza. Als sich Garza im Prozess, in dem er gar nicht angeklagt ist, sondern nur als Zeuge gehört wird, auf das Zeugnisverweigerungsrecht beruft, das in der Verfassung verankert ist, verursacht er einen Skandal. Genauso gut hätte er sich gleich schuldig sprechen können.

Aber das ist erst der Anfang des Sumpfes an Korruption, in den Lindsay ihre Mörderjagd führt.

_Mein Eindruck_

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass James Patterson nur noch seinen Namen für Bücher hergibt, bei denen er als Koautor angegeben wird. (Und sein Millionen-Dollar-Name wird mindestens doppelt so groß wie der des anderen Koautors gedruckt, wenn überhaupt.) Will heißen, es ist fraglich, ob er überhaupt noch selbst Hand an solche Bücher legt. Denn sonst könnte er wohl kaum fünf solcher Romane pro Jahr raushauen.

Wenigstens tragen alle seine Romane sein Markenzeichen: die superkurzen Kapitel, die maximal vier bis fünf Seiten lang sind, manchmal sogar nur eine. Der Umfang von 330 Seiten ist deshalb reine Augenwischerei. In Wahrheit sind es nur 250 Seiten, die der Text ausmacht – und das im Großdruck. Inzwischen hat einer seiner deutschen Verlage, |Ehrenwirth|, erkannt, dass dies sehr nach Zeilenschinderei aussieht und hat in „Das Ikarus-Gen“ die sowieso nichtssagenden Kapitelüberschriften einfach gestrichen. Der Text ist sofort flüssiger zu lesen.

Was aber bedenklicher ist: Selbst wenn er eine Qualitätskontrolle ausüben sollte, so wird diese immer lascher. Sicher: Die fachliche Kompetenz ist durchaus gegeben, wenn man sich die Liste der fachlichen Berater am Schluss des Buches ansieht – das findet sich im Text bestätigt, der, soweit ich es beurteilen kann, keine Sachfehler enthält. Nein, es sind vielmehr die Handlungsführung, die Erzeugung von Spannung und die Figurenzeichnung, die zu beanstanden sind.

|Die Figuren|

Bei den Profis auf Seiten von Lindsay Boxer besteht kein Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Kompetenz im Job, doch sobald es darüber hinausgeht, kommen einige Zweifel auf. Dieser Effekt ist natürlich beabsichtigt. Dr. Dennis Garza haben Yuki & Co. sofort im Visier, und auch die Krankenhaus-Chefetage gerät ins Zwielicht. Die „Schwarzwaldklinik“ lässt grüßen, denn selbstverständlich menschelt es auch hier, dass sich die Bettfedern biegen.

Aber gerade das Gerichtsdrama, das einen durchgehenden Handlungsstrang bildet, trägt zu dem Eindruck bei, dass man es oftmals nur mit klischeehaft gezeichneten Pappnasen zu tun hat. Genau so dürfte es in einem Dokufiction-Film über Gerichtsverhandlungen zugehen. Aber vielleicht beeinflusst das eine das andere, so dass die Fiktion die Realität inzwischen so verbogen hat, dass ein Prozess automatisch zu einem Schaukampf verkommen ist. Ganz besonders, wenn Geschworene das Urteil finden sollen.

|Die Parallelhandlung|

Die Mordserie an den Autogirls dient lediglich zur Ablenkung von Gerichtsdrama und Hospitalmorden. Wie sich zu meiner Enttäuschung herausstellte, haben die Protituiertenmorde nichts mit dem Städtischen Krankenhaus zu tun, sondern stellen vielmehr die Kompetenz von Boxer & Co. infrage: Die Täter drehen ihnen eine Nase, zeigen ihnen sogar den Mittelfinger. Der Leser fragt sich unwillkürlich: Wenn Boxers Leute nicht mal diesen Fall klären können, wie sollen sie dann in Sachen Hospitalmorde auf einen grünen Zweig kommen?

In den bisherigen Fällen des Women’s Murder Club erwies sich diese Parallelhandlung als ein echt fieser Trick nach Patterson-Machart, der die Ermittler – hier: Boxer – in schwerste persönliche Bedrängnis brachte. Das fällt diesmal völlig weg. Und daher fehlt der Story auch ein gewisses Maß an Biss und Zynismus.

Alles in allem entsteht bei mir der Eindruck, es mit einem ziemlich durchschnittlichen Krimi für die sonst nicht lesende Masse zu tun zu haben. Daher auch die leicht verdaulichen Häppchen an Handlung und Ereignissen. Ich wage nicht zu spekulieren, von welchen Bevölkerungsgruppen diese „sonst nicht lesende Masse“ gestellt wird, denn das könnte als politisch überhaupt nicht korrekt angesehen werden. Aber wenn ich auf „BILD“-Leser und deren amerikanisches Gegenstück tippe, liege ich wahrscheinlich nicht ganz verkehrt.

|Die Moral von der Geschicht’|

Wer sich nun fragt, was die Story uns eigentlich sagen soll und was das alles mit einem mysteriösen „fünften apokalyptischen Reiter“ zu tun hat, dem würde ich sagen, dass die Autorin Maxine Paetro offenbar vor dem zunehmenden Ausmaß an „ärztlichen Kunstfehlern“ warnt. Deren Zahl scheint gerade in den privatisierten Krankenhäusern – wie dem Municipal Hospital von San Francisco – überproportional zuzunehmen. Statistiken werden dafür angeführt und eine Erklärung genannt. Als Erstes muss der Privatbetreiber das teure, wenn auch gut geschulte Medizinerpersonal rauswerfen und durch halbwegs taugliche Ärzte und schlecht bezahlte Pfleger ersetzen, die nur einen Bruchteil des vorherigen Lohns kosten.

Dass manche Ärzte wie Dr. Dennis Garza schon einiges auf dem Kerbholz haben, stört dabei nicht besonders, selbst wenn sie Fehler machen sollten – dafür gibt es ja tolle neue Computer, die die Ausgabe von falschen Medikamenten bestimmt verhindern, oder? Jedenfalls ist die Hauptsache, dass der Profit stimmt. Dabei kann einem Patienten allerdings das kalte Grausen kommen. Man kann diese verhängnisvolle Entwicklung ebenso als fünften Reiter der Apokalypse ansehen wie auch ihre einzelnen Vertreter, die sich quasi als „Engelmacher“ einen Namen machen.

|Die Sprecherin|

An Julia Fishcers Vortrag ist mir gleich ihre deutliche Aussprache und bewusste Betonung von Wörtern und Sätzen aufgefallen. Diese Sprachbeherrschung setzt sich auch in der korrekten Aussprache aller Namen fort, was ich sehr positiv fand.

Schon im Prolog, der die erste Todesszene schildert, stellt Fischer unter Beweis, dass sie selbst das Grauen sowohl anrührend als auch distanziert darzustellen vermag. Auch in lustigen Szenen wie in denen mit Yukis Mutter Keiko Castellano tritt sie hinter dem Geschehen im Vordergrund zurück. Diesen beiden, Yuki und Keiko, gibt sie die höchsten weiblichen Stimmen, möglicherweise, weil sie als Japanerinnen gesehen werden sollen.

Lidsay Boxer, die taffe Amerikanerin, hat hingegen erst einmal eine autoritäre und weiblich-tiefe Stimme. Das ist aber nichts gegen die autoritäre Stimme, mit der die Rechtsmedizinerin Claire Thomas auftritt. Sie ist sowohl Lindsays beste Freundin als auch Mentorin und wichtigste Helferin. Die männlichen Figuren haben durchweg eine tiefere Stimmlage, und wer will, kann auch hier feine Unterschiede heraushören. Die von Warren Jacobi ist die tiefste im ganzen Text; er klingt ruhig und ernst, selbst dann, wenn er wie gewohnt sarkastisch wird.

Die größte Stärke Fischers liegt in der optimalen Anpassung des Ausdrucks an Situationen. Bewundernswert ist ihre hundertprozentige Treffsicherheit. Dr. Larry Guttman IST der empörte Cadillac-Besitzer, in dessen Wagen man eine hübsch drapierte Leiche findet. Dr. Friedman IST der zornige, dann erschütterte Vaters eines Opfers aus dem SF Municipal Hospital. Und wenn Lindsay mit ihrem Freund Joe von der Homeland Security schäkert, wackeln die Wände.

_Unterm Strich_

Diesmal spielt der San-Francisco-Thriller an zwei der populärsten Schauplätze: erstens im Krankenhaus, das durch Serien wie „E.R.“, „Grey’s Anatomy“ und „CSI Medical“ eine Art heroisches Zwielicht angenommen hat, wo sich die Aufrechten und die Schurken unablässig Kämpfe um das Leben der ach so lieben und bedauernswerten Patienten liefern. Und zweitens vor Gericht, wo zahllose Fernsehserien ihre Courtroom-Dramen abspulen, um allabendlich die ach so bösen Schurken zur Strecke zu bringen und für die Opfer sogenannte Gerechtigkeit zu erstreiten. Der Roman geht wenig über das Qualitäts-Level dieser Soap-Operas hinaus, erreicht noch nicht einmal Grisham-Niveau.

Vor dem Hintergrund dieser sattsam bekannten Szenarien bietet die bizarre Mordserie an den Car Girls eine erfrischend „unartige“ Note. Hier trumpfen respektlose Killer gegen die Polizeikräfte auf, und was sie als Markenzeichen zurücklassen, bringt die ansonsten stark vermissten Aspekte von Sex und Glamour ein. Dieser Handlungsstrang dürfte die jüngere weibliche Leserschaft stark ansprechen, von der männlichen ganz zu schweigen.

|Das Hörbuch|

Selten habe ich einen derart perfekten Vortrag gehört wie den Julia Fischers. Sie tritt als Sprecherin und Erzählerin ganz hinter dem Geschehen, den Figuren und den Dialogen zurück, weil sie für jede Figur den optimalen stimmlichen Ausdruck in jeder Situation findet. Daher „agieren“ ihre Figuren stets statt wie Puppen vorgeführt zu werden. Sie werden quasi zum Leben erweckt. Und hier ist das ausnahmsweise keine leere Floskel. Auch die Aussprache der vielen amerikanischen Namen gelingt Fischer stets korrekt, was für jeden deutschen Sprecher eine große Leistung darstellt.

|Originaltitel: The Fifth Horseman, 2004
Aus dem US-Englischen übersetzt von Andreas Jäger
386 Minuten auf 5 CDs
ISBN-13: 978-3-86804-472-0|
http://audiomedia.de/category/verlag/hoerbuch/target-mitten-ins-ohr/
http://www.jamespatterson.com