Schlagwort-Archive: Thriller

Jo Nesbø – Blood on Snow 2 – Das Versteck

Serienkiller-Dilogie mit Auferstehung

Ulf ist ein Geldeintreiber. Sein Biss ist der „Fischer“. Der Fischer ist DER Drogenhändler Oslos. Als Geldeintreiber wird man nicht unbedingt reich. Doch jetzt hat Ulf einen Weg gefunden. Glaubt er.

Zwei Probleme stellen sich: Drogenhändler lassen sich ungern reinlegen. Schicken sie ihre Killer los, braucht man ein gutes Versteck. (Verlagsinfo) Ulf denkt, er hat in der Finnmark ein gutes Versteck gefunden. Das erweist sich als Irrtum…

Die Verfilmung soll laut Verlag von Leonardo di Caprio produziert werden.
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Thomas Harris – Cari Mora. Thriller

Der Goldschatz des Verderbens

In Pablo Escobars Haus in Miami Beach müssen sich 25 Millionen Dollar in Kartellgold befinden. Viele Männer haben danach gesucht, aber keiner ist so skrupellos und furchterregend wie der Drogen- und Menschenhändler Hans-Peter Schneider. Er hat sich darauf spezialisiert, die gewalttätigen Phantasien anderer, wohlhabenderer Männer zu erfüllen.

Das Haus der leider inzwischen verblichenen Drogenbarons wird von Caridad Mora, der Haushälterin, in Schuss gehalten. Die Kolumbianerin ist der Terrormiliz FARC entflohen und lebt in Miami Beach zusammen mit Tante und Cousine, geduldet mit einer zeitweiligen Aufenthaltsgenehmigung. Sie bekommt es nicht nur mit Schneider zu tun, der ein Auge auf sie geworfen hat, sondern mit weiteren Dieben, die alle hinter dem Gold her sind. Bald müssen alle ihre Gegner feststellen, dass Cari über überraschend viele Überlebenstechniken verfügt – und sie zögert keine Sekunde, sie einzusetzen…
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Don Winslow – Kings of Cool. Drogen-Thriller

Surfer-Dudes und Drogenbarone

Der Aufstieg von Ben, Chon und Ophelia zum erfolgreichsten Marihuana-Start-up Kaliforniens verläuft alles andere als geradlinig. Korrupte Cops und rivalisierende Dealer stehen ihnen im Weg – und die Sünden ihrer Eltern. Ihre geschichte reicht weit zurück, bis in die Sechziger, als in Lagina Beach Surfer und Hippies zusammentrafen und einen pakt mit dem Teufel schlossen. „Ein episches Panorama voller, Sonne, Surfer und Sex. Eine Version des Höllensturzes. California dreaming? Vergiss.“ DIE WELT
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John Marrs – The Passengers. Du entscheidest über Leben und Tod. SF-Roman

Gekapert und gekidnapped

Acht Menschen werden in ihren selbstfahrenden Autos entführt und auf einen tödlichen Kollisionskurs geschickt. Wenn es den Behörden nicht gelingt, die Fahrzeuge anzuhalten, wird eines nach dem anderen explodieren. Doch damit nicht genug: Der Täter streamt die Höllenfahrt seiner Passagiere live im Internet und fordert die Zuschauer auf, abzustimmen: Wer hat es verdient zu überleben? Und wer muss sterben?
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Don Winslow – London Underground. Neal Careys erster Fall

Suchaktion mit Tücken

Der beste Privatdetektiv New Yorks in Londons Untergrund. – Die Tochter eines US-Senators ist in London abgetaucht. Privatdetektiv Neal Carey hat neun Wochen Zeit, sie aufzuspüren – unter acht Mio. Einwohnern, mit so gut wie keinem Anhaltspunkt, wo sie stecken könnte. Neal hat auf den Straßen New Yorks gelernt, wie man Menschen ausfindig macht. Doch nichts und niemand konnte ihn auf das vorbereiten, was ihn in London erwartet… (Verlagsinfo)

Der Roman war für den EDGAR Award nominiert und erhielt den „MALTESE FALCON Award“ (benannt nach Dashiell Hammetts verfilmtem Krimiklassiker). Er ist der erste von fünf Neal-Carey-Krimis.
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Brian Freeman – Robert Ludlum’s The Bourne Evolution (Jason Bourne 15)

Codename Cain: Stilechte Fortsetzung der Jason-Bourne-Reihe

Nach der Ermordung seiner Frau in einer Massenschießerei ist Geheimagent Jason Bourne davon überzeugt, dass hinter dem Mord mehr steckt. Er glaubt, dass Treadstone, die Behörde, die ihn ausgebildet hat, dahintersteckt. Bourne – Deckname „Cain“ – verlässt Treadstone und macht sich daran, eine anarchistische Geheimorganisation namens Medusa zu infiltrieren und auffliegen zu lassen.

Doch als eine Kongressabgeordnete in New York City ermordet wird, wird der Mord Bourne angehängt, und schon bald sieht er sich verfolgt. In dem Bemühen, den Verfolgern einen Schritt vorauszubleiben, tut er sich mit der kanadischen Journalistin Abby Laurent zusammen, um herauszufinden, wer hinter der falschen Anschuldigung steckt. Ebenso will er so viel wie möglich über die stetig wachsende Bedrohung durch die geheimnisvolle Medusa-Gruppe herausfinden.

Als immer mehr Gegner anfangen, Bourne zu jagen, entwickelt sich ein Rennen gegen die Zeit, um aufzudecken, wer ihn in eine Falle gelockt hat – und worin deren nächster Schachzug bestehen mag…“ (Verlagsinfo) Anmerkung: Bourne war nie verheiratet.
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Joshua Hood – Robert Ludlum’s The Treadstone Resurrection (Adam Hayes 1)

Nonstop-Action für Waffenfetischisten

Der Zimmermann Adam Hayes war wie Jason Bourne im Treadstone-Programm der CIA und verfügt über spezielle Fähigkeiten, die ihn zu einem furchtbaren Gegner machen. Das bekommt nun sein nichtsahnender Verfolger zu spüren, der im Auftrag eines Polit-Klüngels Hayes ausschalten soll. Die Spur von Leichen, die Hayes hinterlässt, um den Hintermännern nahezukommen, führt erst nach Venezuela, dann nach Washington, D.C.
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Mary Higgins Clark – Denn vergeben wird dir nie (Lesung)

Das Stöbern in der Vergangenheit wird für die Journalistin Ellie Cavanaugh zu einem lebensgefährlichen Unterfangen, denn der vor 22 Jahren ihretwegen verurteilte und jetzt freigelassene Mörder ihrer Schwester gehört einer mächtigen Familie an – und er ist absolut skrupellos.

Die Autorin
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Eric Van Lustbader – Die Miko (Nicholas Linnear 2)

Fernost-Thriller mit Sex und Action

Nicholas Linnear hat den „Ninja“-Angriff überlebt, nun reist er mit seinem Boss und künftigen Schwiegervater nach Tokio, um einen Firmenfusion in die Wege zu leiten. Doch er kreuzt den Weg der Miko, einer gewissenlosen Hexe mit okkulten Kräften. Ihr Auftrag lautet, Rache an Nicholas zu nehmen. Nicholas muss alle seine erweiterten Sinne und kriegerischen Kräfte aufbieten, um gegen sie bestehen zu können. Doch für wen arbeitet sie?
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Michael Connelly – Fair Warning (Jack McEvoy 3)

Tote Frauen und die Gefahren der Stammbaumforschung

Jack McEvoy ist ein Reporter, der mehrere Erfolgsgeschichten über das Finden und Stellen eines Mörders vorweisen kann. Zu diesen gehören „Der Poet“ und „The Scarecrow“. Aber bislang wurde er noch nie beschuldigt, selbst ein Mörder zu sein. Bis zwei Beamte der Mordkommission des LAPD ihn befragen, was er mit der verstorbenen Christina Portrero zu tun gehabt habe.

Teils aus Trotz, teils wegen der bizarren Art und Weise, wie sein Beinahe-One-Night-Stand Tina zu Tode kam, beginnt er ihr nachzuforschen – und stößt auf eine Mordserie, die auf Genanalyse basiert. Während er diese Seite als „Verbraucherschutz“ an seinen Boss bei der Webseite „Fair Warning“ verkaufen kann, muss er sich entscheiden, welche Rolle er eigentlich selbst spielt: die des beobachtenden Reporters oder des beteiligten Ermittlers…
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Connelly, Michael – Schwarzes Eis (Harry Bosch 2)

Mit dem Steppenwolf zum Stierkampf

Eigentlich sollte LAPD-Drogenfahnder Cal Moore den neuesten Drogenmord untersuchen. Doch er muss seine Pläne geändert haben, denn man findet ihn eine Woche später in einer Absteige in LA: mit weggeschossenem Kopf. Auch die Abschiedsnotiz in seiner Hosentasche deutet an, dass es sich um einen Freitod handelt.

Doch der geschasste LAPD-Polizeiinspektor Harry Bosch findet bei den Ermittlungen an zwei anderen Morden heraus, dass es sich bei Moores Tod nicht um Selbstmord handelt. Wegen seiner Verbindungen zur mexikanischen Drogenmafia könnte Moore zwischen die Fronten geraten sein – oder lief sogar über. Aber warum will dann die eigentlich damit befasste LAPD-Abteilung die ganze Sache unter den Teppich kehren? Wenn Bosch nicht aufpasst, gerät er selbst zwischen die Fronten und endet wie Moore …
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Dan Simmons – Das Schlangenhaupt

Packender und bewegender Thriller

Dr. Darwin Minor ist als Spezialist für die Rekonstruktion von Unfallursachen im südlichen Kalifornien tätig. Als Gutachter wirkt er an der Aufdeckung von Versicherungsbetrügereien mit. Als er nach einem Einsatz nach Hause fährt, wird er von zwei russischen Killern verfolgt, die ihn bei 250 km/h auf einem Interstate Highway töten wollen. Das Ergebnis sind ein fliegender Mercedes und zwei tote Russen.

Nach diesem Zwischenfall wird eine Sonderkommission gebildet, in der Darwin mit der Chefermittlerin des Generalstaatsanwalts Sydney Olson gemeinsam ermittelt. Die beiden sind einem Versicherungsbetrug gigantischen Ausmaßes auf der Spur, der in höchste Kreise führt und bei dem Menschenleben bedeutungslos sind. (Verlagsinfo)
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John Birmingham – Der Effekt

Spannend: Die Amis sind weg – was machen wir jetzt?

Am 14. März 2003 verschwinden die Vereinigten Staaten von Amerika – aber wohin? Auch Teile der angrenzenden Länder werden von einer Energiewolke erfasst, die jedes Leben vernichtet. Wer oder was könnte diesen unglaublichen Effekt ausgelöst haben, fragen sich die überlebenden Amerikaner, die eigentlich gerade in den Irak einmarschieren wollten. Dieser wiederum erklärt zusammen mit dem Iran den USA den Krieg. Für die übrig gebliebenen Amis geht es nun ums nackte Überleben. Wer dachte, mit dem Verschwinden der Amis erfülle sich sein Wunschtraum, sollte einmal etwas über die möglichen Folgen lesen.
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Slaughter, Karin – Schattenblume

Ironisch: Unser Sheriff, der Schürzenjäger

Ein Geiseldrama hält ganz Heartsdale, Georgia, in Atem. Zwei schwer bewaffnete Männer haben die Polizeistation von Grant County überfallen. Einer der Polizisten dort wurde erschossen, Chief Jeffrey Tolliver schwer verwundet. Ebenfalls im Gebäude ist Sara Linton, die Kinderärztin und Rechtsmedizinerin der Stadt. Sie versucht verzweifelt, ihrem Ex-Mann das Leben zu retten. Aber jeden Moment kann einer der Gangster merken, dass der erschossene Cop gar nicht der Chief ist, auf den sie es offensichtlich abgesehen haben … (Verlagsinfo)

Die Autorin

Karin Slaughter wuchs in einer kleinen Stadt in Georgia auf und lebt heute in Atlanta. Schon mit ihrem Debütroman sicherte sie sich einen Platz unter den wichtigsten Thrillerautorinnen der USA. Heute ist sie laut Verlag einer der Stars dieser Liga. Ihre Bücher sind über 15 Ländern erschienen, und wenn man sich die Geschichten ihrer neuesten Romane anschaut, so stellt man schnell fest, dass es sich die Autorin keineswegs leicht macht, sondern im Gegenteil schwerwiegende und komplex angelegte Themen aufgreift. Sie scheut nicht vor der Behandlung von Tabus wie Homosexualität, Inzest, Sex mit Behinderten, Rassismus, religiöser Wahn, Drogenmissbrauch, Pädophilie und Selbstjustiz zurück.

Handlung

Gegenwart, Georgia, Grant County, Heartsdale

Lena Adams’ Geburtstag soll eigentlich ein besonderer Tag werden. Ihre Regel ist überfällig und sie hofft bzw. fürchtet, dass sie von ihrem Lover Ethan schwanger sein könnte. Was diesen Tag besonders macht, ist zudem der Umstand, dass Chief Jeffrey Tolliver sie wieder zum Polizeidienst in Grant County, Georgia, zugelassen hat. Sie wirft sich in Schale. Doch sie hätte sich die Mühe sparen können, denn sie kommt überhaupt nicht durch zur Polizeistation von Heartsdale …

Sara Linton, Kinderärztin und Gerichtsmedizinerin der Stadt, besucht gerade ihren Ex-Mann Tolliver, als die Katastrophe beginnt. Zu allem Überfluss führt Polizist Brad Stephens gerade eine Schulklasse von Zehnjährigen durch die Büroräume. Als Sara die beiden Männer sieht, die Jeffrey sehen wollen, hat sie ein ungutes Gefühl. Doch als einer der beiden eine Schrotflinte unter seinem Mantel hervorzieht, schreit sie auf: „Jeffrey!“ In diesem Moment betritt der Polizist Matt Hogan die Station. Sofort wird ihm der Kopf weggeschossen, und die Station verwandelt sich in ein Tollhaus.

In der nachfolgenden Schießerei sind auf Seiten der Polizei mehrere Opfer zu beklagen, auch Jeffrey Tolliver ist verletzt und droht zu verbluten. Zwei Kindern und einem Polizisten gelingt im Durcheinander die Flucht, doch Sara Linton bleibt nur eines übrig: sich zu verstecken. Leider haben die beiden Killer die Lage schon bald unter Kontrolle. Es scheinen richtige militärische Profis zu sein. Einer hat ein Armee-MG und der andere eine AK-47 Kalaschnikoff. Außerdem haben sie haufenweise Munition dabei, können also einer Belagerung standhalten.

Sara fragt sich, warum sie Matt erschossen haben. Da fällt ihr ein, dass sie Jeffreys Namen gerufen hatte. Sie hielten Matt für Jeffrey. Doch wenn sie nun die Personalien Jeffreys durchsuchen, könnten sie die Wahrheit entdecken und Jeffrey doch noch abknallen. Einer der beiden kommt ihr vage bekannt vor. Und er kennt sie offensichtlich als „Dr. Sara Linton“. Doch woher? Sara muss sich etwas einfallen lassen, und zwar schnell, bevor Jeffrey den Geist aufgibt.

1991, Alabama, Sylacauga

Auf dem Weg in den gemeinsamen Florida-Urlaub macht Jeffrey einen folgenreichen Fehler: Er nimmt Sara, die er erst wenige Wochen kennt, mit in seine Heimatstadt, das 12.000-Seelen-Kaff Sylacauga. Es müssen wohl sentimentale oder nostalgische Gefühle sein, die ihn dazu bringen, bei seinem Freund Possum vorbeizuschauen und danach in seinem alten Jugendzimmer zu übernachten. Doch nach einer großartigen Runde Sex kommt es zu einem Streit, denn Sara ist ganz schön stur und lässt sich von Frauenheld Jeffrey nichts bieten.

Im Schlafanzug läuft sie barfuß hinaus in die Nacht. Auf einmal hört sie Schüsse und einen Schrei aus einem der anderen Häuser in der Straße. Mit Jeffrey dringt sie in das Haus ein, um Hilfe zu leisten. Sie platzen in die Szene eines blutigen Verbrechens. Dies ist das Haus von Robert, dem besten Freund Jeffreys, und dessen Frau Jeannie. Ein Mann liegt auf dem Boden – ihm wurde der halbe Kopf weggeschossen.

Und Robert wankt ebenfalls getroffen zu Boden: Er hat eine Schusswunde im Bauch. Sara versorgt ihn als Ärztin sofort. Aber etwas an seiner Wunde kommt ihr seltsam vor: Solche Schmauchspuren entstehen nur, wenn die Waffe aus nächster Nähe abgefeuert wurde. Wie soll das zugegangen sein? Doch da sie neu hier ist, hält sie erstmal die Klappe.

Unterdessen hat Jeffrey die Polizei geholt und versucht, den Tathergang zu rekonstruieren, auch anhand von Roberts Aussage. Jeannie steht unter Schock und kann praktisch nichts aussagen. Offenbar hat Robert, als er vom Einkaufen zurückkehrte, den Einbrecher dabei überrascht, wie er sich über seine Frau hermachte. Robert holte seine Waffe aus dem Schrank, wurde beschossen, feuerte zurück, wobei er eine Ladehemmung hatte – daher die vielen Patronenhülsen.

Für den Sheriff, „Hoss“ Hollister, ist der Fall glasklar – es war Nothilfe. Der Tote, Luke Swan, war ein stadtbekannter Dieb und Einbrecher. Er lässt Sara, da sie Rechtsmedizinerin ist, die Autopsie des Toten vornehmen. Sie hat jede Menge Einwände gegen die Art, wie man hier die Rechtsmedizin handhabt: Es gibt keine Röntgenaufnahmen, und wenn sie jetzt den Schädel öffnet, könnte sie Spuren vernichten. Seltsamerweise scheint dies dem Sheriff nichts auszumachen.

Dass es besser gewesen wäre, die Spuren ganz genau aufzunehmen und den Tathergang zu rekonstruieren, erkennt Sara in den nächsten beiden Tagen. Auf einmal bekennt sich Robert zu einem kaltblütigen Mord an Luke Swan schuldig, zur größten Bestürzung Jeffreys. Als Sara auch noch das Skelett einer vor drei Jahren verschollenen jungen Frau in Jeffreys Jugendhöhle findet, bekennt sich Robert auch noch zu diesem Verbrechen. Offenbar hat er es sehr eilig, auf den elektrischen Stuhl oder in die Gaskammer zu kommen. Aber warum nur? Und wenn Robert das Mädchen nicht getötet hat, wer dann?

Mein Eindruck

Ich habe den Roman in zwei Tagen ausgelesen. Denn erstens ist der Aufbau abwechslungsreich, indem die Story zwischen den beiden Schauplätzen hin und wieder wechselt. Nicht von Kapitel zu Kapitel, sondern erst nach einer gewissen Strecke, die der Story jeweils Zeit gibt sich zu entwickeln. Und zweitens ergibt sich dadurch auch eine Spannung, allein schon durch die Kardinalfrage, was denn, bitte schön, das olle Sylacauga mit der Geiselnahme in der Polizeistation von Heartsdale verbindet.

Selbstverständlich sind es die Geiselnehmer selbst. Sie wollten von vornherein Chief Tolliver kaltmachen, mussten ihn also gekannt haben. Aber sie kannten ihn nicht so gut, dass sie wussten, wie er heute aussieht. Ergo: Die Zeit der gemeinsamen Bekanntschaft muss schon ziemlich lange zurückliegen – im Jahr 1991. Uns interessiert natürlich nun die Frage, welche Jungs das damals gewesen sein könnten. Und warum hegen sie plötzlich solchen Hass auf Tolliver?

Den Schlüssel zu diesem Rätsel liefern zwei Zeitebenen: der Besuch im Jahr 1991 und die Jugendzeit, die Tolliver dort bis zu seinem Weggang verbracht hatte. Man kann nicht gerade sagen, dass Jeffrey ein Engel war – „Bengel“ trifft es schon eher. Er legte die Mädchen seiner Schule reihenweise flach, mit wenigen Ausnahmen. Sara bekommt es von ihm und seinen Freunden und Bekannten nur allzu gerne verklickert. Statt jedoch angewidert zu sein – sie hat ja auch ihre Erfahrungen – versucht sie, den Menschen Jeffrey Tolliver zu verstehen. Kann sie ihm vertrauen?

Seine Promiskuität hatte zur Folge, dass er einen Sohn namens Jared hat, von dem er im Jahr 1991 noch nichts ahnte. Er dachte damals, Jared sei der Sohn seines besten Freundes Possum und dessen Frau Nell (mit der er natürlich auch etwas hatte). Sara erfährt davon, darf es ihm aber auf Bitten Nells nicht sagen. Und er muss sich fragen lassen, ob er vielleicht uneheliche Kinder gezeugt hat. Er kann es nicht ausschließen. Zum Glück hat er die in medizinischen und genetischen Dingen beschlagene Dr. Sara Linton dabei. Sie klärt ihn darüber auf, wie er ausschließen kann, von irgendwelchen Jungs der Vater zu sein, einfach anhand bestimmter Merkmale.

Ihre Kenntnisse und hartnäckige Neugier führen zur Aufklärung von zwei Mordfällen: dem in Roberts Haus und dem an der Frau, deren Skelett Sara 1991 entdeckte. Ihre Entdeckungen bringen sie selbst in Lebensgefahr und kosten einen weiteren Menschen das Leben. Und aufgrund dieses Wissens kann sie den beiden Geiselnehmern in Heartsdale mit Gewissheit sagen, dass sie schwer auf dem Holzweg sind. Sie suchen nach dem falschen Schuldigen.

Leider hilft dies weder Jeffrey, der zu verbluten droht, noch den anderen Geiseln noch Lena Adams, die sich mutig in die Schusslinie begibt, um Tolliver, der ihr immer wieder eine Chance gibt, das Leben zu retten. Doch auch wenn sie zur Heldin wird, so wartet doch am Abend ihres Geburtstags nicht eine liebevolle Umarmung auf sie, sondern ein Schlag in die Magengrube, schwanger oder nicht. Sie ist und bleibt die Märtyrerin von Grant County.

Die Übersetzung

Ich habe selten ein gebundenes Buch mit so vielen Druckfehlern gesehen. Diese sind auf den Seiten 43, 63, 69, 109, 192 und anderen Seiten zu finden. Dabei handelt es sich unter anderem um simple Verdopplungen von Wörtern, wie etwa „mich mich“ oder „leichte leichte“ (63), oder um fehlende Endungen (43). Dass Dativ und Genitiv miteinander im Clinch liegen, ist ja bekannt. Dass die Übersetzerin beide auseinander halten können sollte, kann man aber auch erwarten. „Zu einer Art Heiligen machen“ (69) ist meiner Ansicht nach falsch bzw. umgangssprachlich, weil es statt „Heiligen“ (Dativ) „Heiliger“ (Genitiv) heißen müsste, denn „Heiligen“ ist von „Art“ abhängig und nicht von „zu einer“. Auch darüber ließe sich trefflich streiten.

Anders verhält es sich mit Streitfällen des Sprachstils. Die Frage ist auf Seite 40, ob Licht „schwummerig“ sein kann. Kann es nicht, denn „schwummerig“ ist ein Zustand des mangelnden persönlichen Wohlbefinden – vulgo: „Schwindel“ genannt. Aber was beim Licht zutrifft, ist der Begriff „schummrig“, und das dürfte aus dem Rotlichtmilieu allgemein bekannt sein. Manchmal liegt es nur an einem einzigen Buchstaben, ob guter Stil oder Unsinn herauskommt. Dies zu korrigieren, wäre Sache des Lektorats. Das hat offensichtlich gepennt oder ist unfähig.

Es steht zu hoffen, dass diese peinlichen Fehler der zweiten gebundenen Auflage spätestens in der Taschenbuch-Ausgabe bereinigt worden sind.

Unterm Strich

Endlich hat die Autorin mal auf die üblichen Splattereffekte verzichtet: Hier wird niemand gekreuzigt, vergewaltigt oder durchsiebt. Na ja, einige Leute müssen schon dran glauben, aber das geschieht auf eher dezente Art und Weise. Schön fand ich nicht nur den interessanten Aufbau des Krimis, sondern auch, dass Lena Adams hier endlich ihren großen Tag hat.

Von Interesse ist auch das Auftreten des Georgia Bureau of Investigations (GBI) und seiner Geiselbefreiungstruppe. Diese untersteht einer gar strengen Frau Wagner, die von ihrem Kollegen Nick Shelton zunächst als gefühllose „Maschine“ bezeichnet wird, sich dann aber doch als die Person herausstellt, die den größten Überblick bewahrt. Auf diese Weise berücksichtigt sie Aspekte, die anderen wie etwa Lena nicht im Traum eingefallen wären, weil sie sich nämlich von den blutigen Ereignissen haben traumatisieren lassen. Nach Hinweisen von Wagner fragt sich Lena, warum sie nicht selbst auf das Offensichtliche gekommen ist. Zu Lenas Freude bietet Wagner ihr einen Platz in ihrer Truppe an: der Ritterschlag. Aber Lena will lieber in ihrem Städtchen bleiben. Recht so, Lee! Wir brauchen dich!

Alles in allem ist dies der bislang gelungenste Thriller von Karin Slaughter. Spannung, Abwechslung und jede Menge ironischer Humor (in den Sylacauga-Kapiteln) bildet eine unterhaltsame Mischung, die Leser wie mich mühelos bei der Stange hält – siehe oben. Hoffentlich ist das Hörbuch, das in Kürze beim |Argon|-Verlag erscheinen soll, ebenso gut.

Originaltitel: Indelible, 2004
480 Seiten
Aus dem US-Englischen von Sophie Zeitz

www.rowohlt.de

Karin Slaughter – Vergiss mein nicht (Lesung)

Trifft ins Herz: finaler Rettungsschuss

Es ist eine heiße Sommernacht im Städtchen Heartsdale, Georgia. Auf dem Parkplatz der Rollschuhbahn droht die 13-jährige Jenny den drei Jahre älteren Herzensbrecher Mark zu erschießen. Behutsam versuchen die Ärztin Sara Linton und ihr Ex-Gatte, Polizeichef Jeffrey Tolliver, die Situation zu entschärfen. Zunächst sieht es nach einem Liebesdrama unter Teenagern aus, doch dann kommt es zum Showdown: Tolliver muss Jennys Leben opfern, um Marks Hinrichtung zu verhindern. Schließlich findet man in den Toiletten der Anlage ein totes Neugeborenes, und Linton und Tolliver sehen sich einem Fall gegenüber, von dem sie sich wünschen, sie hätten ihn nie übernommen. (abgewandelte Verlagsinfo)

Die Autorin

Karin Slaughter wuchs in einer kleinen Stadt in Georgia auf und lebt heute in Atlanta. Schon mit ihrem Debütroman sicherte sie sich einen Platz unter den wichtigsten Thrillerautorinnen der USA. Heute ist sie laut Verlag einer der Stars dieser Liga. Ihre Bücher sind in über 15 Ländern erschienen, und wenn man sich die Geschichten ihrer neuesten Romane anschaut, so stellt man schnell fest, dass es sich die Autorin keineswegs leicht macht, sondern im Gegenteil schwerwiegende und komplex angelegte Themen aufgreift. Sie scheut nicht vor der Behandlung von Tabus wie Homosexualität, Inzest, Sex mit Behinderten, Rassismus, religiöser Wahn, Drogenmissbrauch, Pädophilie und Selbstjustiz zurück. Ein kleiner Teil davon ist in „Vergiss mein nicht“ zu finden.

Die Sprecherin

Iris Böhm spielte nach ihrer Ausbildung an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ an verschiedenen Theatern. Sie war u. a. in „Tatort“, „Zwei Asse und ein König“ und „Eine Hand schmiert die andere“ zu sehen. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Kommissarin in der RTL-Serie „Die Sitte“, für die sie den Deutschen Fernsehpreis 2004 erhielt. Iris Böhm lebt in Berlin. (Verlagsinfo) Sie liest eine gekürzte Textfassung.

Regie führte Margrit Osterwold, für den guten Sound sorgte Tonmeister Fabian Küttner.

Handlung

Es ist ein schöner Samstagabend auf der Rollerskatebahn von Heartsdale, Georgia. Neben Kinderärztin Sara Linton sind auch ihr Patient Justin, 7, und ihre Schwester Tessa da. Nur ihr Ex-Mann, Sheriff Jeffrey Tolliver, hat sich verspätet, sonst wäre der Abend perfekt. Auf dem Damenklo macht sie eine merkwürdige Beobachtung: Jenny Weaver taucht aus einer der Toiletten völlig verstört auf. Sara bemerkt an Jennys Rucksack und am Türgriff einer Kabine Blut.

Kurz darauf hört sie, wie ein Mädchen einen Jungen anschreit. Sara eilt hin, und da zielt Jenny mit einer achtschüssigen Beretta auf einen Jungen, der offenbar ziemlich zugekifft ist und die Bedrohung nicht ganz ernst nimmt. Sheriff Tolliver ist inzwischen eingetroffen und ermahnt Jenny, die Waffe fallen zu lassen. Doch statt zu gehorchen, entsichert Jenny bloß ihre Beretta. Tolliver merkt, dass sie es todernst meint. Sie weint und fordert ihn auf, sie zu erschießen, bevor sie den Jungen abknallt.

Nun entsichert auch Tolliver seine Dienstwaffe, in der Hoffnung, dass seine alarmierten Kollegen bald da sein werden, um Jenny zu umzingeln. Da kommen Brad Stevens und Lena Adams auch schon, doch es hilft nichts. Auch Sara kann nichts gegen Jennys verzweifelte Sturheit ausrichten. Jenny nennt den Jungen lediglich einen Lügner. Tolliver zählt bis fünf. „Fünf“, schreit Jenny, dann schießt er. In ihrem Rucksack findet Sara ein 28 Wochen altes Baby. Jenny wollte es im Klo entsorgen. Der Junge, Mark Patterson, war sein Vater.

WARNUNG: SPOILER

Die Untersuchung der Leiche, die Sara als Gerichtsmedizinerin vornimmt, fördert einige grausige Körpermerkmale zutage. Ihre Haut ist mit vielen kleinen Schnitten übersät (daher der O-Titel: „Kisscut“) und ihr Becken weist die Spuren einer brutalen Vergewaltigung auf. Und noch etwas: Das Baby kann nicht von Jenny sein – ihre Vagina wurde zugenäht. Vor mindestens einem halben Jahr.

SPOILER ENDE

Jennys Mutter Dottie erzählt, dass Jenny mit Marks Schwester Lacy in einer kirchlichen Jugendgruppe war, die von Pastor David Fine geführt und von Brad Stevens betreut wird. Das ging jedenfalls so bis vor etwa acht Monaten, als die Gruppe in die Weihnachtsfreizeit fuhr. Dann muss etwas passiert sein, denn von da ab wollte Jenny nicht mehr zu den Gruppenabenden. Von Jennys Verletzungen weiß Dottie nichts. Mark Patterson aber ist wegen Diebstahls und Tätlichkeit gegen Lacy verurteilt worden. Hat er etwas mit Jennys Zustand zu tun?

Als Polizistin Lena Adams die Pattersons in deren Trailer aufsucht, merkt sie gleich, dass hier etwas nicht in Ordnung ist. Der Vater von Mark, ein Trucker, sieht okay aus, aber seine Mutter Grace hat Lungenkrebs im Endstadium. Mark selbst versucht Lena mit seinem männlichen Charme zu verführen, denn er ist wieder einmal zugedröhnt. Sie bemerkt eine besondere Tätowierung auf seiner Hand. Aber wo ist seine Schwester?

Lacy taucht am übernächsten Tag in der Kinderklinik bei Sara Linton auf. Das 13-jährige Mädchen ist schwanger und versteckt sich vor seinem Bruder Mark. Auch ihrer Mutter soll Sara nichts sagen. Offenbar hat sie Angst vor. Als Mark plötzlich auftaucht, mit einem Messer in der Hand und total stoned, ruft Sara die Polizei und schickt Lacy heimlich weg. Doch während Lena Adams Mark erwischen und festnehmen kann, wird Lacy in einem schwarzen Auto entführt.

Etwas definitiv Unheimliches geht vor in Heartsdale, Georgia. Und es gefällt Sara kein bisschen.

Mein Eindruck

Wieder einmal sind junge Mädchen die Opfer von Verbrechen. Diesmal greift die Autorin das Thema Pädophilie und Kinderpornografie auf. Im Zuge von Sheriff Tollivers Ermittlungen entsteht das Bild einer Industrie, die keine Skrupel bei der Ausbeutung von Mädchen und Jungs kennt. Aber der Sheriff stößt auf zwei Aspekte, die ihn besonders betroffen machen. Erstens hat sich ein Pastor dazu erpressen lassen, die Pornohefte an die Kunden zu verteilen, und zweitens gehören zu den Rädelsführern des Pornorings zwei ältere Frauen, die selbst Mütter sind und es eigentlich besser wissen sollten.

Die Folgen ihres kriminellen Treibens zeigt die Autorin an den Mädchen Jenny und Lacy auf, die einmal Freundinnen waren, bevor – etwas – geschah. Man kann sich schon denken, was das war. Eine zentrale Rolle fiel dabei dem Adonis Mark Patterson, zu der sich von einem Opfer pädophiler Handlungen zu einem Täter entwickelt hat und nun selbst immer neue Opfer erzeugt, indem er Mädchen verführt und gefügig macht. Das Erkennungszeichen seines Pädo-Rings trägt er auf der Haut: Lena Adams hat das Tattoo bemerkt.

Otto Normalverbraucher kann es natürlich kaum glauben, dass es solche Pädo- und Pornoringe mitten in der amerikanischen Provinz geben soll. Andererseits würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, die Drahtzieher in Kreisen von Müttern und der Kirche zu suchen. Offenbar gibt es auch Verbindungen zu Kreisen in der Hauptstadt Atlanta, und dort besteht ein riesiger, unersättlicher Markt.

Explosive Ermittlung

Die Suche nach den Drahtziehern führt Tolliver und Lena Adams zu einem Haus, wo die Aufnahmen gemacht worden sein sollen, die in den Pornomagazinen zu finden sind. Das inzwischen leer geräumte Haus erweist sich jedoch als Todesfalle. Diese Szene ist sorgfältig ausgeführt worden, so dass höchste Spannung aufkommt – die sich als völlig gerechtfertigt erweist. Tolliver geht um ein Haar drauf, und nur weil er Lena in sichere Entfernung geschickt hat, entgeht sie dem Tod. Tolliver merkt also am eigenen Leib, dass mit den Pädo-Leuten nicht zu spaßen ist.

Showdown

Das Finale ist jedoch ziemlich ironisch gestaltet. Obwohl Tolliver weiß, wo er die überlebende Drahtzieherin findet, gelingt es ihm trotz einer wilden Verfolgungsjagd nicht, sie zu schnappen. Bleibt also nur die Video-Überwachung des Schließfaches, wo das verbotene Material weitergegeben wird. Doch auch diesmal sind die Überwacher geistig nicht schnell genug, um das zu begreifen, was sie sehen. Die Kriminellen sind ihnen stets einen Schritt voraus, zeigen ihnen sogar den Mittelfinger. Und da sie wie Normalbürger aussehen, sind sie auch auf der Straße nicht auszumachen. Der Horror ihrer Taten findet also – anders als in gewissen TV-Serien – kein Ende.

Nice work?

Dieser Thriller mag vielleicht nicht so aufregend bizarr sein wie „Belladonna“ oder das nachfolgende „Faithless“, aber er verfügt dennoch über eine gut konstruierte Zentralstory, die den Leser bzw. Hörer ständig bei der Stange hält, um herauszufinden, wer wohl dahinter steckt. Aber es gibt auch einen Nebenstrang, der ebenso verstörend wirken kann. Wer sich mit der Figur der Polizistin Lena Adams, der Gekreuzigten, angefreundet hat, wird einige beklemmende Szenen erleben. Dazu gehört auch, dass sie sich eines Nachts, gequält von Erinnerungen an ihr Martyrium und den Verlust ihrer Schwester Sibyl, den Lauf ihrer Dienstwaffe in den Mund steckt und kurz davor ist abzudrücken.

Die Sprecherin

Iris Böhm verfügt über starke Nerven und eine kräftige, geübte Stimme. Sie versagt auch nicht an den bizarrsten Stellen dieses an unheimlichen Details reichen Thrillers. Die deutliche Hervorhebung einzelner Wörter verhilft zu einem genauen Verständnis des Gesagten. Durch Modulation der Lautstärke – zwischen Flüstern und Schreien – und der Tonhöhe gelingt es ihr, die Seelenlage der jeweiligen Figur, egal ob Mann oder Frau, ziemlich genau auszudrücken.

Dottie Weaver beispielsweise klingt nörgelig und müde, als könnte sie keiner Fliege was zuleide tun. Hank Norton, der Ziehvater von Lena Adams, ist mal wieder besoffen – er verschleift seine Konsonanten in einer nuschelnden Redeweise. Mark Patterson, den jugendlichen Adonis, kann man sich leicht anhand seines selbstbewussten und verführerischen Tonfalls vorstellen. Später besucht Lena ihn wieder: Er wurde geschlagen und spricht schwach, was ihn zerbrechlich wirken lässt – genau wie seine Mutter Grace. Lena besucht auch sie, doch sie muss erfahren, dass Schwäche keineswegs einen besseren Menschen aus Grace gemacht hat. Später tritt ein Dealer namens Joe Stewart auf, den die Sprecherin berlinerisch reden lässt. Das ist wohl als Ersatz für einen Stadtakzent zu verstehen.

Bei einem spannenden Stoff wie diesem darf die Präsentation keinesfalls den Inhalt überdecken oder beeinträchtigen, sondern muss dahinter verschwinden. Das gelingt Böhm hundertprozentig. Doch ist Böhms Vortrag nicht etwa theatralisch, um auf die Tränendrüse zu drücken. Denn auch das würde man ihr heutzutage nicht mehr verzeihen. Theatralik ist ein Stilmittel, um Betroffenheit zu vermitteln, wie es noch vor fünfzig oder sechzig Jahren nicht unüblich war. Böhm strahlt hingegen Professionalität aus, wo es nötig ist, und Emotionen, wo es angebracht ist.

Unterm Strich

Wie schon unter der Rubrik „Die Autorin“ gesagt, lässt Karin Slaughter in ihren Romanen kaum ein Verbrechen oder Tabu aus. Vielleicht ist sie deshalb so schnell so erfolgreich geworden? Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, und in dem heiß umkämpften Markt der Thrillerautorinnen kann sich nur diejenige hocharbeiten und behaupten, die die Leserin am heftigsten zu erschüttern weiß. Leider muss die Schockdosis ständig erhöht werden, um noch Wirkung zu zeitigen. Irgendwann schlägt das, was an schwerem Geschütz aufgefahren wird, ins Groteske, ja, ins Absurde um. Wann dieser Punkt gekommen ist, hängt von der Empfindsamkeit, der Intelligenz und Empfänglichkeit des individuellen Lesers bzw. Hörers ab.

Doch im vorliegenden „Kisscut“ wird niemand gekreuzigt oder lebendig begraben. Obwohl die Handlung reichlich makaber mit der Erschießung eines Kindes beginnt, so steigert sich dieses Niveau des Schreckens nicht noch weiter in unplausible Höhen. Alles, was im Folgenden passiert, entbehrt nicht desjenigen Realismus‘, den man täglich in den Nachrichten vorgesetzt bekommt: vom Pädophilen- und Pornoring bis zu misshandelten Mädchen und blutig entsorgten Föten.

Slaughters Thriller waren noch nie zimperlich, wenn es um das Traktieren der Nerven des Lesers bzw. des Hörers geht. Vielleicht hat die Autorin deshalb so schnell Erfolg gehabt. Auch dieser Thriller, dessen deutscher Titel sich mir nicht erschließt, geizt nicht mit Spannung und schockierenden Ermittlungsergebnissen. Und er zeigt die Hüter des Gesetzes ebenfalls als Opfer einer Gesellschaft, die keine Grenzen mehr kennt, wenn es um die Ausbeutung der Schwächsten geht.

Die Sprecherin Iris Böhm trägt die Geschichte mit eindrucksvoller Professionalität und Feinfühligkeit vor. Auch die heikelsten Details und abstoßendsten Szenen sind ihr nicht anzumerken, und das ist sicher ein Kunststück. Es gibt mehr als genug davon. In ihr finden die weiblichen Fans von Karin Slaughter ein qualifiziertes Sprachrohr für die Geschichten der Autorin. Mit Sorge habe ich jedoch festgestellt, dass ihre Stimme inzwischen an manchen Stellen brüchig klingt – eine Spur des Alters oder eine Folge von Überarbeitung?

Originaltitel: Kisscut, 2002
Aus dem US-Englischen übersetzt von Teja Schwaner
410 Minuten auf 6 CDs

Das Buch erschien 2004 bei Wunderlich, einer Tochter des Rowohlt-Verlags.

Greg Bear – Mariposa (Quantico 2)

Techno-Thriller: ein Blick in den Abgrund

Das bewährte FBI-Team aus „Quantico“ bekommt einen neuen Auftrag. Das Unternehmen Talos, geleitet von Axel Price, schickt sich an, die wirtschaftliche Kontrolle über die bankrotten Vereinigten Staaten von Amerika zu übernehmen. Zum Glück hat das FBI einen Maulwurf in die Talos-Organisation einschleusen können: Fuad Al-Husam wartet auf die Sicherheitslücke, die ihm Jane Rowland, in der Talos-IT verschaffen soll. Jane arbeitet für Spider/Argus, einen Ableger der NSA…
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Slaughter, Karin – Dreh dich nicht um (Lesung)

Ein Sarah-Linton-Thriller

Am Grant College und in dessen Nähe findet die Polizei einen jungen Mann und eine junge Frau, beide Studenten, die anscheinend Selbstmord begangen haben. Doch bestimmte Unstimmigkeiten lassen Sheriff Tolliver und Gerichtsmedizinerin Sara Linton am Anschein zweifeln. Dass Saras hochschwangere Schwester in der Nähe eines der Tatorte überfallen und schwer verletzt worden ist, verwirrt und beunruhigt die beiden Ermittler in höchstem Maße. Werden sie bei ihrem Vorgehen beobachtet und manipuliert?
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Reese, Laura – Außer Atem

Fantasy für S&M-Neugierige

Die 17-jährige Carly Tyler erwacht ohne Gedächtnis aus dem Koma. Sie hat zahlreiche Wunden erhalten, und die Ärzte müssen ihr Gesicht neu zusammensetzen. Wer ist sie in Wahrheit? In dem Winzer James McGuane meint sie nach 15 Jahren den Mann wiederzuerkennen, welcher der Schlüssel zu ihrer Vergangenheit ist. Sie lässt sich als Köchin anstellen und spioniert ihm nach. Doch er hat Gelüste, die ziemlich ausgefallen sind. Carly steht jedoch auf Lust durch Schmerz und findet in James einen unbarmherzigen Lehrmeister. Aber ist er auch ihr Beinahemörder?

Die Autorin

Laura Reese lebt in der Universitätsstadt Davis in Nordkalifornien. Neben „Außer Atem“ hat sie auch den erotischen Roman „Brennende Fesseln“ verfasst, der in die Bestsellerlisten gelangte.

Handlung

Ein Bauer fand das halbtote Mädchen auf einem brachen Acker, sie lag in einem bereits ausgehobenen Grab. Etwas musste den Täter vertrieben haben. Die 17-Jährige ist derartig zerschlagen und entstellt, dass sie nach dem Erwachen aus dem Koma erst einmal zusammengeflickt werden muss. Am Schluss der Operationen hat sie ein völlig neues Gesicht, aber keine Erinnerung an das Geschehene. Als Namen legt sie sich „Carly Tyler“ zu. Ihre Eltern und Freunde haben sie nie besucht. Niemand erkennt sie.

Fünfzehn Jahre später hat Carly zwar immer noch keine Verbindung zu ihrer Identität und ihrer Vergangenheit, doch sie kann sich sehr gut als Köchin über Wasser halten. Einen Freund hat sie nicht. In einer Weinfachzeitschrift entdeckt sie eines Tages das Gesicht eines Prachtexemplars von Mann, das etwas in ihr anspricht. Der Name dieses kalifornischen Winzers aus dem berühmten Napa Valley ist James McGuane, etwa 43 Jahre alt, Herr des Weinguts „Byblos“. Sie beschließt, alles über ihn herauszufinden, denn er könnte der Schlüssel zu ihrer Vergangenheit sein. Und sie hat noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen …

Carly lässt sich als Köchin auf „Byblos“ anstellen. James ist auch im wirklichen Leben ein imponierender Prachtkerl, der Carly um einen halben Meter überragt. Er hat eine Zwillingsschwester, Gina, mit der er das Weingut leitet. Seine verwitwete Mutter hat nichts dagegen, eine gute Köchin in den Haushalt aufzunehmen. Doch Carly, die im Haus eines verreisten Professors Unterkunft findet, befindet sich auf einer geheimen Mission und spioniert James nach. Schon in den ersten Nächten entdeckt sie, dass er es liebt, einer Frau Schmerzen zuzufügen. Mit angehaltenem Atem beobachtet Carly, wie er eine Frau auspeitscht, die das zu genießen scheint. Kein Wunder, sagt sie sich, dass James weder verheiratet ist noch eine feste Freundin hat. Sie fühlt sich sehr zu ihm hingezogen. Und Schmerzen sind ihr sehr vertraut …

Als die Durchsuchung seines Büros nichts bringt (außer dass sie verräterische Spuren hinterlässt), merkt Carly, dass sie sich näher mit ihm einlassen muss, um mehr zu erfahren. Sie lässt sich auf seine Sexspiele ein und bricht ein Tabu nach dem anderen. Und hat Erfolg: Er gibt zu, dass sie vor 15 Jahren hier war. Er zeigt ihr sogar eines der vielen Gemälde, die er seinerzeit von einem schwarzhaarigen Mädchen mit ärgerlichem Gesichtsausdruck gemalt hat. Sie befindet sich also auf der richtigen Spur! Sie entdeckt, dass seine junge Frau Anna Maria damals, vor 15 Jahren. ebenfalls starb, einen Monat vor Carlys Verschwinden. Gibt es einen Zusammenhang?

Doch die Wahrheit trägt ein bitteres Preisschild: Er gibt sie ihr nur, wenn sie ihm alles gibt, was sie zu geben hat. Und das ist nicht etwa ihr Geldbeutel, sondern ihre gesamte Existenz …

Mein Eindruck

Ich habe dieses flüssig erzählte und spannende Buch in nur zwei Tagen gelesen. Es beginnt wie ein Kriminalfall und endet auch wie einer, doch eingebettet in die Wartezeit am Anfang und Ende des Buches („Vor …“ bzw. „Nach dem Urteil“) verfolgen wir den Weg der Ich-Erzählerin in einen Bereich ausgefallener sexueller Praktiken. Eigentlich sollte statt „Roman“ auf dem Cover „Fantasy“ stehen. Denn obwohl das soziale Umfeld auf dem Weingut Byblos in sehr realistischen und stimmungsvollen Farben gemalt wird, so bilden doch die „Stellen“ mit den Sexszenen für den weiblichen oder männlichen Leser den Hauptanreiz, die Geschichte weiterzulesen. Er ist neugierig darauf, welche neue abwegige Teufelei sich James ausgedacht hat.

Ich schwanke immer noch in meinem Urteil, ob die prekäre psychologische Situation, in die sich die Hauptfigur wissentlich begibt, nicht kompletter Unsinn ist, oder doch zumindest fahrlässiger Unsinn. Wehe dem Leser oder der Leserin, die dies nachzuahmen versucht. Mein Bedenken gilt nicht so sehr den Praktiken, bei denen sich die Hauptfigur keine Verletzungen zuzieht (außer ein paar Peitschenstriemen), sondern vielmehr dem Verhältnis absoluter Hörigkeit, in das sie sich wissentlich und sehenden Auges begibt. Sie könnte jederzeit von Byblos weggehen, doch sie braucht den Sex mit James wie eine Droge.

Es finden sich über solche Master-Slave-Verhältnisse Unmengen von Literatur – die selbstverständlich zu 99 % verboten ist. Aber das Internet lässt sich nichts verbieten, und so findet der Suchende wie gesagt Unmengen von so genannten „Mind-Control“-Storys. Ich sehe davon ab, entsprechende Webadressen anzuführen, aber ein wenig Googeln fördert sie schnell zutage. Allen diesen MC-Storys liegt ein Publikations-Kodex zugrunde, der dem Leser sagt, dass es sich ausschließlich um eine Fantasy für Erwachsene handelt, die keinesfalls in die Hände von Minderjährigen fallen sollte. Dieser Hinweis fehlt im vorliegenden Buch.

Die Master-Slave-Verhältnisse sind im Gegensatz zu dem von der Autorin geschilderten Verhältnis stark formalisiert und es gibt an keiner Stelle die Möglichkeit, dass die Sub-Person, hier Carly Tyler, das Kommando übernimmt, nicht einmal zeitweilig (Sub = submission: Unterwerfung). Man kann allerdings vereinbaren, dass die Sub- zur Dom-Person (Dom = dominance: Vorherrschaft) gewählt wird, doch stets wird ein Konsens zwischen Erwachsenen vereinbart. Auch dies kann man nicht eindeutig von der Beziehung Carlys zu James behaupten. Diese ganze Beziehung ist von Anfang bis Ende reine Fantasy. Aber leider eine sehr clever ausformulierte Phantasie.

Die Autorin verknüpft die S&M-Beziehung Carlys mit ihrer völlig stümperhaften Ermittlung der zwei Verbrechen, die auf dem Weingut Byblos 15 Jahre zuvor stattgefunden haben. Damals kam James‘ Frau Anna zu Tode – wurde sie gestoßen oder war es ein Unfall? Auch Carly wurde einen Monat später aus dem Fenster gestoßen – wieder mit Absicht? Doch sie starb nicht, und nun kommt zu ihrer Amateurermittlung auch noch Rachsucht hinzu. Doch wen soll ihre Vergeltung treffen? Im Fadenkreuz ist von Anfang James, dann aber Gina – und schließlich sogar Carly selbst.

Doch da sie schon einmal hier ist, muss der Schrecken ohne Ende schließlich ein Ende mit Schrecken haben. Es gibt zwei Tote, aber der Leser darf davon ausgehen, dass Carly ihm nicht aus dem Gefängnis heraus berichtet. Ihre selbstgerechte Lynchjustiz ist vollzogen. Was das Gericht über sie verfügt, interessiert Carly nicht und es wird auch nicht für nötig gehalten, den Leser über die Urteilsfindung zu informieren. Nur das Ergebnis zählt. Auch ihre Identität hat sie nicht zurückerhalten.

Um ganz deutlich zu werden: Das ganze Drumherum um die so genannte Gerechtigkeit, die Carly ebenso sucht wie ihre Identität, ist nur ein Vorwand der Autorin, um die oben erwähnten Sexszenen erzählen zu können. Sie schildert sie zwar eingebettet in ein realistisches Umfeld, dennoch bilden sie den Kern des Buches, sollen sie doch belegen, warum Carly sich in ihre Hörigkeit zu James begibt und immer tiefer sinkt. Manchmal hat mich die Art und Weise, wie James die neue Carly zu einem Abbild der früheren, jungen Carly modelliert, an Hitchcocks „Vertigo“ erinnert. Allerdings ist dieser Thriller tausendmal besser erzählt als „Außer Atem“.

Schwächen

Ich habe mich aber auch über einige Aspekte geärgert. Obwohl es darin um handfesten S/M-Sex geht, wird an keiner Stelle erwähnt, geschweige denn empfohlen, auch die Sicherheitsrichtlinien von echten S/M-Praktizierern zu beachten. Dazu gehört in erster Linie die vorherige Vereinbarung eines so genannten „safe-words“, auf dessen Aussprache hin die jeweilige Sexpraktik abgebrochen wird, wenn der eine oder andere Partner das Gefühl hat, es nicht mehr ertragen zu können. Die einzige Sicherheitsvorrichtung, die James seiner Sklavin zeigt, besteht in einem Panikverschluss eines Geschirrs, welcher sich mit nur einem Handgriff öffnen lässt. Dies ist der „panic snap“, der dem Original den Titel verleiht.

Leser und Leserinnen, welche die hier geschilderten Praktiken nachahmenswert finden, bitte ich eindringlich um die Einhaltung der international gültigen und vereinbarten Sicherheitsrichtlinien. Sie lassen sich auf seriösen S&M-Webseiten nachlesen (meist leider nur auf Englisch, aber es gibt sicher auch eine Übersetzung).

Die Übersetzung

Auf Seite 33 und 276 stößt der Leser auf das ausgefallene Wort „kahmig“. Das gibt es tatsächlich im Deutschen, und es bedeutet so viel wie „schimmelig“. Natürlich wird das an keiner Stelle erklärt.

Ich fand eine ganze Reihe von Flüchtigkeits- oder Druckfehlern. Auf Seite 53 muss es statt „wir Kerzenschein“ besser „wie Kerzenschein“ heißen. Seite 145 amüsiert den Leser mit der Formulierung „ein großer Wagen, ein älteres Model (sic!) mit getönten Fensterscheiben“. Es sollte „Modell“ heißen. Auf Seite 255 findet sich der Druckfehler „gob“ statt „grob“.

Es gibt aber auch Stilschwächen. Ich kann zum Beispiel mit der Beschreibung „Er ist ein kerniger Mann“ nichts anfangen. Natürlich soll James beschrieben werden, aber ob das Adjektiv „kernig“ seine Gestalt richtig beschreibt, bezweifle ich. (Ich glaube allerdings ebenfalls nicht, dass dies irgendjemandem auffällt.)

Unterm Strich

Nach einem sehr guten und spannenden Start fand ich die Geschichte Carly Tylers zunehmend verlogener und selbstgerechter. Neben ihrer stümperhaften Kriminalermittlung und schwachen psychischen Leistung – es gibt kaum irgendwelche Aussprachen zwischen ihr, James und Gina – tritt dadurch überproportional ihr sexuelles Abenteuer als wehrhaft erduldetes Eigentum von James McGuane in den Vordergrund.

Allerdings ist dies kein Martyrium, wie sie es gerne suggerieren möchte, sondern ein passives Hinnehmen und Zurückweichen, um immer wieder die gleiche Droge erhalten zu können: Sex mit einem Prachtexemplar von Mann. Diese Selbststilisierung zur Märtyrerin, die ja bloß Gerechtigkeit und Wahrheit sucht, ist verlogen und dient letztes Endes nur als Vorwand für die geschilderten Sexszenen. Dass aus der Obsession nichts Gutes oder Kreatives entstehen kann, hätte man Carly gleich sagen können. Aber sie hätte ja nicht auf Rat gehört.

Letzten Endes bleibt von einem guten Start nur ein bitterer, etwas ekliger Nachgeschmack zurück. Ich würde das Buch kein zweites Mal in die Hand nehmen.

Originaltitel: Panic snap, 2000
319 Seiten
Aus dem US-Englischen von Jutta-Maria Piechulek

www.randomhouse.de

Michael Connelly – The Night Fire. (Thriller mit Bosch & Ballard 02)

Bosch & Ballard im doppelten Showdown

Drei Handlungsstränge, drei Ermittler: In L.A. wird ein Richter im Park erstochen, und Mickey Haller verteidigt den schizophrenen Mann, der dafür auf der Anklagebank sitzt. Sein Halbbruder Harry Bosch beschafft ihm den entscheidenden Zeugen…

Bosch bekommt von der Witwe seines Mentor John Jack Thompson eine Mordakte anvertraut: Darin befinden sich zahlreiche Unterlagen über den Tod eines Drogensüchtigen und Polizeispitzels – vor 29 Jahren. Da er selbst nicht mehr ermitteln darf, übergibt er die Mordakte an Detective Renee Ballard, die in der Nachtschicht der Hollywood-Kripo arbeitet. Ballard untersucht selbst bereits den Fall eines durch Feuer getöteten Obdachlosen. Doch wenige Tage später berichtet das CSI, dass der Brand gelegt wurde. Aber von wem?

Ob alle diese Fälle miteinander zu tun haben, muss sich noch erweisen. Ein Merkmal haben die Opfer bzw. Angeklagten gemeinsam: Sie sind bzw. waren alle ausgegrenzte Außenseiter…
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Ludlum, Robert; Lustbader, Eric Van – Bourne-Duell, Das (Jason Bourne 8)

_Die |Bourne|-Serie:_

1) Die Bourne-Identität (The Bourne identity)
2) Das Bourne-Imperium (The Bourne Supremacy)
3) Das Bourne-Ultimatum (The Bourne Ultimatum)
4) [Das Bourne-Vermächtnis]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5355 (The Bourne Legacy; von Eric Lustbader)
5) [Der Bourne-Betrug]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5537 (The Bourne Betrayal; von Eric Lustbader)
6) The Bourne Sanction / [Das Bourne Attentat]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6125 (von Eric Lustbader, 2008)
7) The Bourne Deception / Die Bourne-Intrige (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2009)
8) The Bourne Objective / Das Bourne-Duell (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2010)
9) The Bourne Dominion (von Eric Lustbader, 2011)
10) The Bourne Upset (von Eric Lustbader, Veröffentlichung 2012)

_Atemloser Actionthriller: Jason Bourne trifft Dan Brown_

Jason Bourne befindet sich auf der Spur eines mysteriösen Ringes von marokkanischem Ursprung. Er gehörte einer Frau namens Holly Marie Moreau, die auf Bali von einem Mann ermordet wurde, den Jason tötete. Doch warum ist der Ring so wertvoll, dass Menschen – so etwa Hollys Onkel – dafür zu töten bereit sind?

Unterdessen ist Leonid Arkadin, der russische Attentäter, der wie Bourne ein Produkt des CIA-Projekts „Treadstone“ ist, auf der Flucht. Er hat einen Moskauer Mafiaboss aufs Kreuz gelegt und dessen Waffengeschäft übernommen. Im indischen Bangalore überlebt Arkadin mit knapper Not einen großangelegten Anschlag, der seine Organisation zerschlägt.

Als sich Bournes und Arkadins Wege erneut kreuzen, wird deutlich, dass jemand sie wie ein Marionettenspieler dirigiert. Will er herausfinden, welcher von beiden der Stärkere, der Härtere ist? Sie müssen herausfinden, um wen es sich handelt, wenn sie beide in der für sie aufgestellten Falle in Marokko überleben wollen.

„Das Bourne-Duell“ schließt direkt an „Die Bourne-Intrige“ an.

_Handlung_

|PROLOG|

Leonid Arkadin versucht gerade eine verschlüsselte Datei zu öffnen, die er einem mexikanischen Drogenbaron abgejagt hat, als ein roter Punkt auf dem Gesicht seines Gesprächspartners Hassan erscheint. Verwirrt starrt er seinen Chefentwickler an. Wer sollte hier im sechsten Stock eines Bürohochhauses im indischen Bangalore einen Laserstrahl auf Hassan richten? Gleich darauf zerbersten die Glasscheiben der Bürosuite und Hassan stürzt getroffen zu Boden. Vor der Tür ertönen Schüsse, gellen Schreie von Leonids Leibwächtern.

Nach einer wilden Flucht über die Hotelfassade und durch den Fahrstuhlschacht gelingt es Leonid, zwei weitere Attentätern auf ihren Motorrädern auszuschalten. Doch ein Metallstück hat sich tief in seinen muskulösen Schenkel gebohrt. Kaum hat er es herausgezogen, muss er es dem zweiten Angreifer ins Herz bohren.

Doch auch im Krankenhaus hat Leonid keine Ruhe. Er weiß jetzt, wer den Großangriff angeordnet haben muss: Maslov, Chef der Moskauer Mafiaorganisation, den Leonid aufs Kreuz gelegt hat, um seine immens lukrativen Waffengeschäfte zu übernehmen. Kaum ist der Schenkel geflickt, als Maslovs Vize Oserov ihn mit einem Stilett angreift. Leonid gelingt es, ihn mit einem improvisierten Explosivkörper außer Gefecht zu setzen und zu entkommen. Das war knapp!

|Jason Bourne|

Jason sitzt in der Hütte eines weisen Mannes auf der schönen Insel Bali. Kurz zuvor hat den amerikanischen Agenten Noah Perlis getötet, der es auf ihn abgesehen hatte. Denn Perlis hat Jason frühere, zeitweilig vergessene Freundin Holly Marie Moreau auf dem Gewissen: Er stieß sie die balinesischen Tempelstufen hinab, so dass sie zu Tode stürzte. So wie Perlis ihr einen Ring abnahm, so auch Jason dem Agenten. Seltsamerweise kann der weise Mann Jason genau sagen, woher der Ring stammt: von Hollys Onkel, einem mächtigen Marokkaner. Der den Ring unbedingt wiederhaben will. Ach ja: Draußen warten zwei Männer auf Jason. Tja, und er werde binnen eines Jahres sterben.

Schöne Aussichten, aber Jason trägt solche Weissagungen inzwischen mit Gleichmut. Was mehr kann ein Mann tun, als gegen die Windmühlen des Schicksals zu kämpfen? Die zwei Männer draußen stellen sich als Russen heraus, die hinter dem Ring her sind. Ein Typ namens Oserov habe sie geschickt, gibt einer zu und wundert sich, dass Jason derartig ahnungslos ist.

|London|

Holly kam wie Jasons zeitweilige Reisebegleiterin Tracy Atherton und Noah Perlis aus London. Die Wohnung von Noah Perlis gibt vier Dinge preis: eine Glock-Pistole, einen Reisepass, einen Schlüssel für ein Bankschließfach und eine Reihe von Fotos. Darauf sind neben Holly und Tracy zwei Männer neben Perlis zu sehen: Senor Herrera hat er in Sevilla kennengelernt, und der Jüngere muss wohl dessen Sohn sein, Diego.

Diego Herrera leitet eine Bank im Stadtzentrum. Hier bemerkt Jason erstmals, dass ihn ein Amerikaner beschattet. Er kann sich denken, dass der neue Chef von Central Intelligence, Danziger, den als Attentäter geschickt hat. Kaum hat sich Jason bei Hererra als Noah Perlis ausgegeben, spürte er auch schon einen Dolch in seiner Nierengegend. Jason gibt sich als Bekannter von Perlis aus, als Adam Stone. Diego glaubt ihm, denn Jason war bei dessen Freundin Tracy, als diese in Jasons Armen starb, drunten in Khartum. Der Banker hilft Jason, seinem Killer zu entkommen.

Jason begibt sich in Tracys Wohnung, um herauszubekommen, warum Tracy für Leonid Arkadin gearbeitet hat. Er findet dort ihre Schwester Christina vor, die bravere der beiden: Sie ist eine verheiratete Oxford-Professorin mit Kindern. Nachdem sie sich angefreundet haben, zeigt er ihr seinen mysteriösen Ring. Sie kennt genau den Mann, der die Inschrift entziffern könnte, die eine Mischung aus Latein, Sumerisch und einem Faktor X ist. Faktor X stellt sich als Ugarit heraus, die Sprache des gleichnamigen syrischen Stadtstaats der Bronzezeit (bis ca. 1250 v.Chr.).

So beginnt eine Schnitzeljagd, die Jason möglicherweise direkt in die Arme des Marokkaners Jalal Elai führt. Der Onkel von Holly engagiert Jasons Freundin Moira Trevor in Washington, um einen Laptop wiederzubeschaffen, den Jason ihm gestohlen habe. Auf dem Rechner befänden sich wertvolle Stammbauminformationen, sagt er. Das Geld, das Jalal offeriert, ist zu gut, um es abzulehnen. Moira macht sich auf die Suche.

|Treadstone 2.0|

In Washington braut sich weiteres Ungemach zusammen. Oliver Liss, Fred Willard, Peter Marks und Soraya Moore, allesamt ehemalige Mitglieder von Central Intelligence, haben sich zusammengetan, um Treadstone erneut zu gründen. Aber sie sind keineswegs gleichberechtigt, wie Willard zu seiner Frustration herausfindet: Liss diktiert, wo es langgeht. Und er schickt Willard und Marks auf eine blödsinnige Jagd nach einem rätselhaften Ring, den Jason Bourne haben soll. Als ob es nichts Wichtigeres auf der Welt gäbe!

Willard gibt nicht klein bei, sondern setzt seine eigene kleine Operation in Gang. Peter Marks ist ja Sorayas Freund. Er soll sie dazu breitschlagen, dass sie Leonid Arkadin ausspioniert, indem sie seine Geliebte wird. Nach einigem Sträuben gegen diesen „Huren-Job“ gibt sich Soraya geschlagen: Sie hat keine anderen Optionen, nachdem Danziger sie Knall auf Fall feuerte. Schließlich hatte sie seinen expliziten Befehl, in die USA zurückzukehren, in Kairo ignoriert, wo sie mit Bourne an der Aufklärung eines Flugzeugabschusses gearbeitet hatte.

|Leonid Arkadin |

Arkadin ist inzwischen in Mexiko und hat an der Westküste den Drogenhandel von Gustavo Moreno übernommen, der Kokain aus Kolumbien bezieht. Hier kontaktiert er Boris Karpov, einen Kommissar des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB-2. Der Mann will Maslovs Kopf – und wer Maslov töten will, der ist auch Arkadins Verbündeter. Karpov erfährt von Leonid, dass er mindestens zwei Maulwürfe in seiner Organisation hat, die für Maslov arbeiten. Er hat also keinerlei Chance, sein Ziel zu erreichen. Aber Leonid ist bereit, ihm die Namen der Verräter zu nennen, falls Karpov bereit ist, nach Mexiko zu kommen. Gesagt, getan. Doch das Treffen verläuft anders als geplant. Wie so viele Weitere …

_Mein Eindruck_

Wieder führt der Autor neue Elemente in seine Handlung ein. Das fällt ihm ebenso leicht wie dem seligen Robert Ludlum, denn wegen der Erzählweise und des Milieus der Zwielichtwelt der Geheimdienste ist es leicht, neue Figuren wie Schachtelteufel auftreten zu lassen. Der zweite Faktor besteht natürlich in Bournes notorischer Amnesie. Manchmal treten Figuren und Dinge auf, mit denen er vor Jahren unter Alex Conklin zu tun hatte und die nun wieder relevant werden. So geht es nun mit zwei Objekten: dem Laptop und dem Ring.

|Das verbotene Dokument|

Auf dem Laptop befindet sich ein verstecktes Geheimdokument. Dieses lässt sich nur aufspüren, wenn der richtige Ring – der Eine Ring – in das Schubfach des richtigen Laptops (den Bourne in Marokko entwendet hat) gesteckt wird. Doch aller guten Dinge sind drei. Der dritte Schlüssel zur Entzifferung des Dokuments befindet sich in einer Statue des syrischen Gottes Baal, die in einem ganz speziellen Haus in Marokko aufgestellt wurde.

Wie sich im Finale zeigt, beherbergt diese höchst unmuslimische Statue eine SD-Karte mit dem entschlüsselnden Algorithmus. Der Haken bei der Geschichte: Das Haus ist eine Todesfalle, extra gebaut für jeden, der das Geheimnis rauben will – für Leute wie Arkadin und Bourne also. Und so kommt es denn, dass sich die beiden hier ihrem Ziel nähern, mit- oder gegeneinander.

|Der Geheimbund|

Gebaut haben diese Todesfalle die Angehörigen eines uralten Geheimbundes namens Severus Domna. Sie tragen Ringe, die in Latein und Sumer diese beiden Wörter darstellen. Interessant ist, dass der Bund zwar auf den syrischen Kult um den Gott Baal zurückgeht, aber von den Berbern des Atlasgebirges am Leben gehalten und behütet wurde. Unglücklicherweise für Bourne und andere Schatzjäger tauchen diese Hüter immer zu den ungünstigsten Zeitpunkten. Das haben die Hüter nun mal so an sich. Siehe auch „Indiana Jones“, „Die Mumie“ und viele weitere Abenteuer.

|Der Schatz|

Natürlich will jeder, der den Code aus den drei Schlüsseln knackt, wissen, was in dem Geheimdokument steht. Wir beziehungsweise die Figuren erfahren es früh genug, so dass ich hier kein Geheimnis verrate. Es ist die Beschreibung des Weges zum Hort von König Salomos legendärem Gold. Nur dieser riesige Schatz kann erklären, warum selbst hochgestellte Persönlichkeiten wie der amerikanische Verteidigungsminister – der schon zum Dauergast in der großen Bourne-Show geworden ist – auf einmal hinter diesem Gold herjagen.

Ein Hauch von „Indiana Jones“ weht also deutlich durch diesen Roman. Und da der Autor schon mit „Testamentum“ einen solchen Schnitzeljagdthriller à la Dan Brown vorgelegt hat, kennt er sich bestens mit der Konstruktion der entsprechenden Handlung aus. Neben den stets wie aus dem Nichts auftauchenden Akteuren sorgen auch abtrünnige Vertraute für reichlich Abwechslung. Und besonders in Russland sind die Treueverhältnisse höchst unsicher.

|Frauenfiguren|

Im Unterschied zu den meisten Abenteuerfilmen spielen bei Lustbader jedoch Frauen eine entscheidende Rolle für den Handlungsverlauf. Es sind dies Moira Trevor, Soraya Moore, die verblichene Tracy Atherton, ihre Schwester Chrissie und die Schwester des verblichenen Gustavo Moreno, Berengária Moreno. Als wäre die Handlungslinie matrilinear, sind sie die Frauen, die zahlreiche Familien- und Beziehungshintergründe relevant und so die Männer zu halbwegs menschlichen Figuren machen. Und sie bieten auch Gelegenheit zu einer lesbischen Liebesszene – ein Element, das bislang die allerwenigsten Abenteuerfilme gezeigt haben. Hollywood mag keine Lesben. Sein Schaden.

|Meine Lektüre|

Wie schon in den letzten beiden „Bourne“-Romanen hat der Autor seine Handlung stark abgespeckt. Fort sind die langatmigen Beschreibungen von Orten, Gefühlen und Befindlichkeiten, die noch in den ersten Bourne-Romanen Lustbaders den Lesefluss stocken ließen. Die Leser wollen Agentenromane, die sich flott lesen lassen und in jedem Kapitel einen neuen Thrill bieten: entweder ein Rätsel, eine Auseinandersetzung, eine neue Figur, eine Liebes- oder eine Actionszene. Und im Falle von Bourne: eine Tour rund um die Welt. Auch wenn die Logik bisweilen auf der Strecke bleibt.

Ich konnte mich bis etwa zur Seite 150 vorarbeiten, bis mich der Frust überwältigte. Vom gewohnten Lustbader-Flair ist hier kaum etwas zu spüren, doch zwei mystische Gestalten kann er sich denn doch nicht verkneifen, und einen veritablen Schatz – einen McGuffin zumindest – zaubert er ebenfalls aus dem Hut. Nach einer kleinen Durststrecke in der Mitte nimmt die Handlung im dritten Buch jedoch derart an Fahrt auf, dass man vor dem Finale, dem vierten Buch, nicht mehr zum Verschnaufen kommt. Hier finden zahlreiche Auseinandersetzungen statt, die die Nebenfiguren aus dem Weg räumen, bis nur noch die drei Hauptfiguren übrigbleiben: Bourne, Arkadin und Soraya Moore.

Allerdings fand die monumentale Schlacht zwischen beiden Superhelden Arkadin und Bourne bereits im vorhergehenden Roman statt. Deshalb gibt es sie hier nur als Miniversion. Die entscheidende Frage lautet zum Schluss: Wer von beiden schafft es lebend aus der Todesfalle der Severus Domna heraus?

_Die Übersetzung _

Immer wieder stolperte ich im Original über eklatante Sachfehler. Offensichtlich hätte Lustbader gut daran getan, einen Computerspezialisten zu konsultieren.

Doch nun konnte ich mit Erleichterung feststellen, dass der Übersetzer alle sechs Sachfehler erkannt und korrigiert hat. Außerdem waren keinerlei Druckfehler zu finden. Mit anderen Worten: Einer ungetrübten Lektüre steht nichts mehr im Wege.

_Unterm Strich_

Eric Van Lustbader hat inzwischen den Dreh raus, nicht mehr wie er selbst zu schreiben, sondern wie Ludlum selig, also voller rascher Szenenwechsel, ständig neuer Figuren und einer verblüffenden Aussicht: die Entdeckung des Schatzes von König Salomos Schatz in Syrien. Damit gerät die Story ins Fahrwasser von Dan Brown.

Aufgrund des ständigen Wechsels von Szenen und Figuren kommt der Leser kaum zum Nachdenken, sollte er oder sie sich auf diesen Stil einlassen. Und das ist auch der Grund dafür, warum der Leser schon mindestens den Vorgängerband kennen sollte, um nur halbwegs mit den verschiedenen Figuren klarzukommen. Denn eine Personenliste gibt es – auch in der Übersetzung – nicht, und die Figurencharakteristiken sind denkbar knapp gehalten.

Wer sich aber von einem Actionthriller mit zahlreichen Wendungen unterhalten lassen möchte, der findet auch in diesem „Bourne“-Roman ein optimales Lesefutter.

|Gebunden: 592 Seiten
Originaltitel: The Bourne Objective (2010)
Aus dem US-Englischen von Norbert Jakober
ISBN-13: 978-3453266261|
[www.heyne.de]http://www.heyne.de

_Robert Ludlum bei |Buchwurm.info|:_
[„Die Paris-Option“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1068
[„Die Ambler-Warnung“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3493
[„Das Osterman-Wochenende“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6841