Archiv der Kategorie: Horror & Unheimliches

Dennis Wheatley – Der schwarze Pfad

Eine Schriftstellerin, ihr Sohn und ein Geheimdienst-Offizier wollen eine junge Frau retten, die nicht nur von Satanisten entführt werden soll, sondern in den Nachtstunden vom Teufel besessen ist. Quer durch Frankreich bis in die englische Provinz führt die Jagd, an deren Ziel Satan schon ungeduldig mit dem Huf scharrt … – Ebenso klassisch wie trashig rührt Autor Wheatley spannend an, was die Populärkultur in Sachen Schwarzer Magie hergibt. Nicht grundlos (aber grausig schlecht) wurde dieses Garn verfilmt, denn es bietet Action, Archetypen und (sacht anrüchigen) Horror.
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Kurt Singer (Hg.): Horror 3: Klassische und moderne Geschichten aus dem Reich der Dämonen

Acht Gruselgeschichten, die ursprünglich meist in klassischen „Pulp“-Magazinen erschienen und deshalb mehr auf den Knalleffekt als auf Stimmung setzen. Da auch gute Schriftsteller in diesem Metier tätig waren, konnten einige Storys ihren Unterhaltungswert gut konservieren; wirklich schlecht ist keines dieser oft längst vergessenen Geister-Garne.

Inhalt:

– Isaac Asimov u. James McCreagh: Der Gespensterprozeß (Legal Rites, 1950), S. 7-32: Ein bodenständiges Gespenst gedenkt nicht, einem Erbschleicher sein Spukhaus zu überlassen, und zieht gegen ihn vor Gericht.

– Robert Barbour Johnson: Das Leben nach dem Tode des Thaddeus Warde (The Life-After-Death of Mr. Thaddeus Warde, 1964), S. 33-47: Mr. Warde war ein sanftmütiger Zeitgenosse, den erst seine Ermordung in höchsten Zorn versetzt.

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T. M. Wright – A Manhattan Ghost Story (Horror Movies 1)

Ein psychisch labiler oder besser: empfangsempfindlicher Fotograf plant in New York City ein Buchprojekt. Er lernt eine faszinierende Frau kennen, die allerdings schon tot ist. Diese Beziehung öffnet die Pforte zu einem Zwischenreich, in dem sich Menschen und Geister mischen. Je tiefer der Mann sich dort vorwagt, desto mehr verliert er sich … – Unkonventionelle Mischung aus Grusel- und Liebesgeschichte, wobei der Autor überraschende Schnittstellen herausarbeitet, während er die Realität seiner Hauptfigur zerfallen lässt: kein Roman für die Kopf-ab-Fraktion der Gruselfreunde.
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S. L. Grey – Under Ground

Vor der drohenden Apokalypse flüchtet eine Gruppe betuchter Survivalisten in eine unterirdische Bunkeranlage. Die Anlage ist unfertig, und rasch ist es vorbei mit der ohnehin brüchigen Solidarität. Als ein Mörder umzugehen beginnt, bricht im Bunker ein brutaler Kleinkrieg ohne Rücksicht auf Verluste aus … – Die bekannte Mär von der nicht krisenfesten Zivilisation wird routiniert aber gänzlich ohne Überraschungen erzählt. Für größeren Leser-Unmut sorgen die grob geschnitzten Figuren: Lese-Fastfood im gepimpten Paperback-Format.
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Tilman Spreckelsen – Kopflos. Gespenstische Geschichten

spreckelsen-kopflos-cover-klein16 Geschichten erzählen von Geistern, die im Diesseits nicht grundlos Rechnungen begleichen oder für alte Schuld büßen wollen. Dieser Band sammelt überwiegend gute und sehr gute Storys vor allem der klassischen britischen Phantastik. Weniger erfreulich stimmt die Tatsache, dass ausschließlich bereits oft editierte Erzählungen präsentiert werden, was den Wert dieser Sammlung zumindest für Phantastik-Freunde und -kenner relativiert. Für ‚Anfänger‘ bietet „Kopflos“ einen ausgezeichneten Einstieg ins Genre.
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H. P. Lovecraft – Der Fall Charles Dexter Ward

Ein unvorsichtiger Privatforscher erweckt einen bösen Hexenmeister zum Leben. Der Schurke nimmt seine Stelle ein, um seinem blasphemischen Handwerk erneut nachzugehen, bis sich zwei beherzte Männer gegen das Grauen stellen … – Locker dem „Cthulhu“-Zyklus angehörend, erzählt Autor Lovecraft die bekannte aber spannende Geschichte vom Zauberlehrling, der nicht mehr los wird, was er gerufen hat. Die hier neu übersetzte, fachkundig kommentierte sowie illustrierte Geschichte enthüllt sich gekonnt pseudodokumentarisch aus alten Dokumenten, Berichten, Zeitungsartikeln etc., bis sie ihren Bogen im Finale in einem wahren Pandämonium vollendet.
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Montague Rhodes James – Sämtliche Geistergeschichten (Band 2)

james-m-r-saemtliche-geistergeschichten-2-cover-klein24 weitere Geistergeschichten – einige nur Fragmente – zeugen abermals von einem jenseitigen (Nach-) Leben, das für jene, die seinen Bewohnern zu nahe kommen, üble Folgen zeitigt. Dazu kommen fantasylastige Storys, die den Einfallsreichtum des Verfassers unterhaltsam unterstreichen, zwei kurze Essays, in denen James über das Horror-Genre sinniert, sowie ein Nachwort, das die multimediale Bedeutung von M. R. James im und für das 21. Jahrhundert definiert … – Wiederum fabelhaft übersetzt und schlicht aber fein gestaltet, sorgt auch der zweite Band dieser Gesamtausgabe für Stunden nostalgischer und positiv altmodischer Grusel-Spannung: Endlich ist die Überlieferungslücke in Sachen M. R. James auch in Deutschland geschlossen!

Inhalt:

– Einige Bemerkungen zu Gespenstergeschichten (Some Remarks on Ghost Stories, 1929), S. 11-21:

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H. P. Lovecraft – In der Gruft und andere makabre Geschichten

14 frühe bzw. weniger bekannte phantastische Kurzgeschichten und eine Novelle von H. P. Lovecraft (1890-1937) belegen, dass der klassische Meister des modernen Grauens schon in den Jahren vor dem „kosmischen Schrecken“ der „Cthulhu“-Stories ein Panoptikum schauerlicher Begebenheiten entwarf, die es ebenso spannend wie gruselig in sich haben und thematisch eine erstaunliche Bandbreite abdecken.

Inhalt

– In der Gruft (In the Vault, 1925), S. 7-16: Ein Totengräber schließt sich in der Leichenhalle ein und ist dort gefangen mit denen, die er denkbar pietätfrei unter die Erde zu bringen pflegt.

– Kühle Luft (Cool Air, 1928), S. 17-26: Mit Köpfchen und viel Eis lässt sich der Tod scheinbar überlisten – solange der Strom nicht ausfällt.

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Montague Rhodes James – Sämtliche Geistergeschichten (Band 1)

19 Geschichten erzählen von bösartigen, sogar mörderischen Gespenstern, die von neugierigen Pechvögeln ohne Kenntnis der Folgen geweckt werden und diesen grausam zu Leibe rücken … – Klassisch angelsächsischer Spuk der Sonderklasse: Spannender, gruseliger und humorvoller geht es eigentlich nicht, weshalb bereits dieser erste Teil einer zweibändigen Sammlung sämtlicher „Ghost Stories“ von M. R. James ein Geschenk für den Genre-Freund ist. Eine behutsam modernisierende Übersetzung, drei informative Vorwörter sowie schauerlich-schöne Illustrationen sorgen für ein Buch, das sich der Horror-Freund einst mit in den Sarg legen lassen wird!
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John Everson – Die Dreizehnte

Uralte Dämonen wollen endlich auf die Erde zurückkehren, was einige Jünger durch ein gewaltiges Blutopfer vorbereiten sollen. Eine neugierige Polizistin und ein Student, dem die Freundin entführt wurde, stellen sich den Satanisten in den Weg und geraten in eine Orgie des Folterns und Mordens … – Die zwar bekannte aber zunächst ordentlich erzählte Story mündet in ein endloses Finale, sorgt durch ‚tabulose‘ Sex- und Metzel-Szenen für Heiterkeit und löscht sich umgehend aus dem Leser-Hirn.
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Tim Curran – Feuertod

Mysteriöser Niederschlag lässt Pechvögel erst sterben und dann als buchstäblich kochende Zombies zurückkehren, die nach Opfern gieren, die sie in Rauch aufgehen lassen können … – Simpel gestrickter, auf einer nur zu bekannten Grundidee ruhender, von Wiederholungen geprägter und mit Klischeefiguren durchsetzter Horror, der erst im letzten Drittel routiniert Fahrt aufnimmt und in einem Hauruck-Finale gipfelt, das den Leser verblüfft zurücklässt: Das war alles?
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H. P. Lovecraft – Berge des Wahnsinns (illustriert u. kommentiert)

Eine wissenschaftliche Expedition in die Antarktis entdeckt Überreste einer vorzeitlichen und keineswegs menschlichen Zivilisation. Körper dieser Wesen tauchen auf. Kurz darauf steht fest, dass „verlassen“ nicht „ausgestorben“ bedeutet. Über die Forscher bricht buchstäblich die Urzeit herein … – Obwohl eigentlich wenig geschieht, zieht Autor Lovecraft den roten Faden seiner spannenden Geschichte geschickt immer straffer, bis im Finale der Schrecken leibhaftig wird: Dies ist zurecht einer der Klassiker der modernen Phantastik. Er wird hier nicht nur neu übersetzt, sondern auch schön illustriert und kommentiert veröffentlicht.
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Shane McKenzie – Parasite Deep: Parasiten aus der Tiefsee

McKenzie Shaun Parasite Deep Cover kleinEin verrückter Fischer fährt mit einer Gruppe Jugendlicher hinaus zu einer Meerestiefe, in der Parasiten die Tierwelt mutieren, verschmelzen und zu mordgierigen Bestien degenerieren ließ, wobei der Tod nicht das schlimmste Schicksal darstellt … – Splatter-Horror mit Ekel-Garantie, wobei die simple aber funktionstaugliche Story die ärmliche Figurenzeichnung samt aufgesetzter Dachschäden einigermaßen ausgleicht: Fisch- und Lesefutter.
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Clive Barker – Das scharlachrote Evangelium

Dämon Pinhead wird zum ultimativen „Hellraiser“; er plant die Macht in der Hölle zu übernehmen. Im Diesseits stellt sich ihm der Okkult-Detektiv Harry D’Amour in den Weg, doch Pinhead erweist sich als nicht nur harter, sondern auch listenreicher Gegner … – Clive Barker lässt zwei prominente Schöpfungen seines Horror-Multiversums aufeinandertreffen; die Story ist spannend, gut geschrieben und mit bizarren Einfällen angereichert: Grusel-Routine auf hohem Niveau.
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John W. Campbell – Das Ding aus einer anderen Welt

Eine von der Außenwelt isolierte Expedition entdeckt im Eis der Antarktis eine außerirdische Kreatur, die sich nach dem Auftauen als quicklebendiger Killer entpuppt, der die Gestalt seiner Opfer perfekt imitieren kann … – Ein Klassiker der Science Fiction erscheint in neuer Übersetzung und beweist, dass eine gute und gut erzählte Geschichte ihre Wirkung nicht einbüßt: ein kurzes, rundum spannendes Lektüre-Vergnügen!
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Paul M. Sammon (Hg.) – Splatterpunk. „Horror Extrem“

Sammon Splatterpunk 1 Cover kleinAcht Kurzgeschichten stellen das zum Erscheinungsdatum (1990) aktuelle Horror-Subgenre „Splatterpunk“ vor, das der Herausgeber in einem ausführlichen Essay vorstellt, verteidigt und als Ende sinnverwässernder Grusel-Zurückhaltung feiert: Ein Vierteljahrhundert später lässt sich die ‚Revolution‘ als Modeerscheinung erkennen, deren Autoren immerhin nicht nur ekelgrausige, sondern auch gute = lesenswert gebliebene Beiträge hervorgebracht haben.

Inhalt:

– Paul M. Sammon: Vorwort, S. 8/9

– Joe R. Lansdale: Die Nacht, in der sie den Horrorfilm verpassten (The Night They Missed the Horror Show; 1988), S. 11-36: Ein böser Streich rächt sich für gelangweilte Jugendliche, als sie in die Fänge tierlieber Psychopathen fallen.

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Michael Görden (Hg.) – Nachtspuk. Unheimliche Geschichten (Gespensterbuch 1)

Görden Hg Gespensterbuch 1 Nachtspuk Cover kleinObwohl sie ohne nachvollziehbaren thematischen oder chronologischen Faden zusammengestellt wurde, bietet diese Sammlung einige Gruselgeschichten, die trotz ihres Alters an Spannung und Eindringlichkeit nichts verloren haben; zu schon oft abgedruckten Storys kommen eher seltene Veröffentlichungen, was auch den erfahrenen Phantastik-Liebhaber lockt: eine schaurig-schöne Anthologie.

Inhalt:

– Fitz-James O’Brien: Das Phantom (What Is It?, 1859), S. 7-22: Der Fang eines unsichtbaren Wesens hinterlässt Schrecken und Fragen, die ohne Antwort bleiben.

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Graham Masterton – Grauer Teufel

In der US-Südstaatenmetropole Richmond treiben unsichtbare Mörder ihr Unwesen. Ein für das Jenseitige offener Polizist folgt ihren Spuren, die ihn tief in die Zeit des Bürgerkriegs zurück- sowie ins Herz pechschwarzer Santeria-Magie führen … – Klassischer Horror-Thriller, der trotz der Bemühungen des Verfassers, überflüssige aber moderne Sex-&-Gekröse-Exzesse zu bieten, eine Geschichte erzählt: handwerklich solider Grusel eines genregewandten Vielschreibers.
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Carsten Stroud – Der Aufbruch (Niceville-Trilogie 3)

In der US-Kleinstadt Niceville steuert der Kampf mit einer urzeitlichen Dämonen-Kreatur auf den Höhepunkt zu. Auf den Straßen treiben besessene Killer, Gespenster und Untote ihr Unwesen. Außerdem mischt die Mafia mit. … – Ausgerechnet im Auflösungs-Band seiner „Niceville“-Trilogie verliert Autor Stroud den Faden und die Lust. Fabulierkunst und Hochspannung versanden in Routine und der lustlosen Abhandlung aufgeworfener Rätsel: immer noch besser als die übliche Abverkaufs-Ware aus dem Buch-Supermarkt aber angesichts der grandiosen Vorläuferbände eine Enttäuschung.
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Tim Powers – Die kalte Braut

Powers Tim Kalte Braut Cover 1991Arzt Michael Crawford gerät in den Bann einer Vampirfrau, die seine Gattin ermordet und ihn zu einem unsteten Leben verdammt, das ihn in Europa nicht nur in die Kreise ebenfalls jenseitig verfolgter Dichter führt, sondern auch ein weltpolitisches Element des Vampirismus‘ enthüllt … – Bravouröse Verbindung ‚realer‘ Geschichte mit fiktiven Phantastik-Elementen; zu lang und auf der Stelle tretend im Mittelteil, im Finale jedoch furios anziehend und insgesamt eine ebenso eindrucksvolle wie spannende Alternativ-Historie.
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