Schlagwort-Archive: Stephen King

Stephen King – Billy Summers

Die Handlung:

Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In dieser Geschichte folgen wir dem titelspendenden Billy Summers. Früher war er Scharfschütze im Irak-Krieg, heute Attentäter gegen Bezahlung. Nach außen gibt er sich gern dümmlich, aber innerlich ist er hellwach und gut organisiert.

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Stephen King – Billy Summers

Die Handlung:

Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In dieser Geschichte folgen wir dem titelspendenden Billy Summers. Früher war er Scharfschütze im Irak-Krieg, heute Attentäter gegen Bezahlung. Nach außen gibt er sich gern dümmlich, aber innerlich ist er hellwach und gut organisiert.

Wie der Klappentext schon sagt, solls noch ein großer, dicker Job werden und dann will er zurücktreten. Als Cover-Story hat er sich den Beruf des Schriftstellers ausgesucht … vielleicht, weil Stephen King auch gern ein Doppelleben führen würde? Und wer sagt denn, dass er das nicht tut?

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Stephen King – Nachtschicht. Ein Stundenbuch des Grauens

Rasenfressende Monster

Die zwanzig Erzählungen in Nachtschicht sind Stephen Kings persönliche Auswahl vom Besten, was er je geschrieben hat: der Stoff, aus dem die Alpträume sind. Unter der Oberfläche unseres Alltags lauert der allnächtliche Wahnsinn. Nachtschicht ist ein Stundenbuch des Grauens. Stephen King blättert es auf. Seite um Seite fällt den Leser das Entsetzen an. Nachtschicht: kein Buch, um früh schlafen zu gehen! (Verlagsinfo)

Dies ist Stephen Kings erste Sammlung von Stories überhaupt – und wohl auch die wichtigste, denn sie umfasst beinahe alle Werke des Meisters, die er in seiner Anfangszeit schrieb. Das Qualitätsniveau ist leider recht unterschiedlich. 16 Geschichten waren bereits vorher in verschiedenen amerikanischen Magazinen erschienen, u.a. in Männermagazinen wie „Penthouse“ und in „The Cavalier„, die besser zahlten als Genremagazine.

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Stephen King – Danse macabre. Die Welt des Horrors

Von der Magie des Schreckens

Der Horrormeister aus Maine vermittelt in diesem Wälzer einen wertvollen Überblick über fast alle Erscheinungsformen von Horror und Fantasy: in Film, Radio, Buch und Fernsehen. Comics hat er zwar ausgespart, kommt aber immer wieder darauf zu sprechen. Außerdem ist der betrachtete Zeitraum auf die 30 Jahre von 1950 bis 1980 begrenzt. Dennoch ist „Danse macabre“ eines der grundlegenden Sekundärwerke zur Schauerliteratur, das in keinem Regal eines ernsthaften Horrorlesers fehlen sollte.

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Stephen King – Die Augen des Drachen. Fantasy-Roman

Einfallsreiches Märchen

König Roland von Delain wird ermordet, und man bezichtigt Peter, seinen Sohn und erben, der Tat. Hinter dem Ränkespiel steckt der mächtige Hofzauberer Flagg. Der Kampf um den Thron beginnt … ‚Der Zauber von Stephen King ist überaus verführerisch – unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.‘ The Washington Post.(Verlagsinfo)

King schrieb den Roman ursprünglich für seine Tochter Naomi King und den Sohn von Peter Straub. Er veröffentlichte ihn erstmals im Jahre 1983 durch den Verlag Philtrum Press in einer limitierten Auflage von 1250 Stück. Erst 1987 veröffentlichte der Viking-Verlag den Roman nach Erwerb der Rechte.

Der Autor
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Stephen King – Der Sturm des Jahrhunderts. Originaldrehbuch

Katastrophen mit und ohne Horror

Stephen Kings Filmvorlage „Der Sturm des Jahrhunderts“ liest sich wie einer seiner klassischen Horrorromane. Mit dem Jahrhundertsturm bricht das Unheil über die Inselgemeinschaft vor der Küste von Maine herein. Mord, Gewalt und dämonische Kräfte zerstören nach und nach die kleine Gemeinde. (Verlagsinfo)

Dieses Buch umfasst das erste veröffentlichte Originaldrehbuch von Stephen King. Formal beachtet King alle Bedingungen des TV-Genres, und er legt eine Beherrschung etlicher wirkungsvoller Tricks an den Tag.
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Stephen King – Später

Die Handlung:

Wer einmal stirbt, dem glaubt man nicht…
Jamie Conklin wirkt wie ein normaler neunjähriger Junge. Seinen Vater kennt er nicht, seiner Mutter Tia, einer Literaturagentin, steht er sehr nahe. Die beiden haben ein Geheimnis: Jamie kann mit den Geistern kürzlich Verstorbener reden. Und sie müssen all seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tia hat sich gerade aus großer finanzieller Not gekämpft, da stirbt ihr lukrativster Autor. Der langersehnte Abschlussband seiner Bestsellersaga bleibt unvollendet – wäre da nicht Jamies Gabe… Die beiden treten eine Reihe unabsehbarer Ereignisse los, und schließlich geht es um, nun ja, Leben und Tod.(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dies ist der dritte Roman, den Stephen King nach „Colorado Kid“ (2005) und „Joyland“ (2013) für die in den USA beliebte HARD-CASE-CRIME-Reihe geschrieben hat. Diese Geschichten orientieren sich auch von der Gestaltung der Cover her an den Krimis der 1940er-1960er. Außerdem erscheint dieser Roman stilecht in den USA direkt als Taschenbuch und nur als limitierte Auflage später noch mal mit zwei weiteren Cover als Hardcover-Variante.

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Stephen King – Im Kabinett des Todes. Düstere Geschichten


Klassische Horrorgeschichten, erstklassig zubereitet

„Im Kabinett des Todes“ enthält vierzehn düstere Geschichten, die für jeden Leser etwas bereit halten.

King zeigt sich in „Der Mann im schwarzen Anzug“ in literarischer Höchstform und erhielt für diese Geschichte den O’Henry-Award. Jede der Geschichten dieser Sammlung ist absolut einzigartig und zieht den Leser in ihren Bann, egal ob er sich mit Howard Cottrell als Scheintoter im „Autopsieraum Vier“ befindet oder in „Alles endgültig“ mit dem jungen Dinky Earnshaw mitleidet, dessen Traumjob sich als höllischer Albtraum entpuppt.

Viele blutige und unblutige Überraschungen warten auf den Leser in diesen faszinierenden Geschichten – und sie zeugen alle von der unbändigen Schaffenskraft eines Autors, der zu den anerkannt Größten seines Faches zählt.

Stephen King schrieb seine erste Kurzgeschichte mit 21 Jahren. Seitdem hat er eine Vielfalt von Romanen veröffentlicht, die ihren Siegeszug um die Welt angetreten haben. Doch in seinem Werk hat die kürzere Form – die Novelle und die Story – nie an Bedeutung verloren, seine Story-Bände waren nicht minder erfolgreich. Das beweist er auch mit seiner neuen Sammlung von Kurzgeschichten. (Verlagsinfo)
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Stephen King – Der Buick. Roman

Das Monster ist immer das Kult-Auto

Ein alter Buick steht im Mittelpunkt des neuen Romans von Stephen King – ein Straßenkreuzer, der genau wie sein Eigentümer vom Himmel gefallen zu sein scheint. Der Fahrer, ein geheimnisvoller Mann in einem schwarzen Mantel, verschwindet, und schließlich erweist sich, dass der Wagen genauso wenig ein Buick, wie der Typ im schwarzen Mantel ein Mensch ist. Der Wagen wird von den Männern der State Police beschlagnahmt und in einem Schuppen abgestellt, wo der Buick bald ein ungewöhnliches Eigenleben entwickelt… (Verlagsinfo)
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Stephen King – Schwarz (Der dunkle Turm 1)

Western goes Fantasy

„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“ So beginnt Stephen Kings berühmter erster Band seines Zyklus‘ um den Dunklen Turm, nach eigenem Bekunden sein Magnum Opus. Auf mindestens 3000 Seiten hat King Rolands Suche nach dem Dunklen Turm bemessen – eine Vorhersage, die angesichts von „Schwarz“ und der Folgebände „drei“, „tot“ und „Glas“ durchaus berechtigt erscheint. An diesen Umfang reicht zur Zeit nur noch Tad Williams‘ Tetralogie „Otherland“ heran, die es auf stolze 4000 Seiten bringt und auch sonst einiges mit Kings Zyklus gemeinsam hat.

Der Autor
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Stephen King – Später

Die Handlung:

Jamie Conklin wächst in Manhattan auf und wirkt wie ein normaler neunjähriger Junge. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, aber er steht seiner Mutter Tia, einer Literaturagentin, sehr nahe. Die beiden haben ein Geheimnis: Jamie kann von klein auf die Geister kürzlich Verstorbener sehen und sogar mit ihnen reden. Und sie müssen alle seine Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Tia hat sich gerade aus großer finanzieller Not gekämpft, da stirbt ihr lukrativster Autor. Der langersehnte Abschlussband seiner großen Bestsellersaga bleibt leider unvollendet – wäre da nicht Jamies Gabe … Die beiden treten eine Reihe von unabsehbaren Ereignissen los, und schließlich geht es um, nun ja, Leben und Tod. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Dies ist der dritte Roman, den Stephen King nach „Colorado Kid“ (2005) und „Joyland“ (2013) für die in den USA beliebte HARD-CASE-CRIME-Reihe geschrieben hat. Diese Geschichten orientieren sich auch von der Gestaltung der Cover her an den Krimis der 1940er-1960er. Außerdem erscheint dieser Roman stilecht in den USA direkt als Taschenbuch und nur als limitierte Auflage später noch mal mit zwei weiteren Cover als Hardcover-Variante.

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Stephen King – Duddits / Dreamcatcher

Kackwiesel und andere Aliens

Mit „Duddits“ knüpft Stephen King an seine klassischen Erfolge wie Der Friedhof der Kuscheltiere oder Es an: Was die vier Freunde Pete, Henry, Jonesy und Biber als harmlosen Jagdausflug in die Wälder von Maine geplant hatten, endet in einer bizarren tödlichen Bedrohung. Da fällt ihnen Duddits ein, ihr alter Freund mit telepathischen Fähigkeiten – er ist ihre letzte Hoffnung auf Rettung aus diesem nicht enden wollenden Alptraum …

„Duddits“ (im Original: Dreamcatcher) ist ein Roman des US-amerikanischen Schriftstellers Stephen King aus dem Jahre 2001. Im Jahre 2003 wurde er unter dem Titel „Dreamcatcher“ verfilmt. Das Manuskript, von Hand geschrieben, war ein Mittel des Autors, um sich von einem Autounfall im Jahre 1999 zu erholen und wurde von ihm in einem halben Jahr fertiggestellt. (Quelle: Wikipedia.de)
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Stephen King – ES (ungekürzte Fassung)

Lasset die Kinderlein siegen!

In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

Stephen Kings Meisterwerk über die Mysterien der Kindheit und den Horror des Erwachsenseins.»Ein Meilenstein der amerikanischen Literatur.« Chicago Sun-Times

Der Autor
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King, Stephen – Arena, Die

_Die menschliche Tragikomödie: Armageddon im Dampfkochtopf_

An einem gewöhnlichen Herbsttag wird die Stadt Chester’s Hill, Maine, auf unerklärliche Weise durch ein unsichtbares Kraftfeld vom Rest der Welt abgeriegelt. Klingt nach den Simpsons und Marlen Haushofer, ist aber echt: Flugzeuge zerschellen daran, einem Gärtner wird beim Herabsausen der Kuppel die Hand abgehauen, Familien werden auseinandergerissen, Autos explodieren beim Aufprall.

All dies ist nicht sonderlich lustig, doch alle rätseln, was diese Wand ist, woher sie kommt und ob sie bald wieder verschwindet. Ein Entrinnen ist unmöglich, deshalb gehen bald die Vorräte zur Neige. Der bestialische Kampf ums Überleben in dieser unerwünschten Arena tobt zunehmend stärker. Wird es Überlebende geben?

_Der Autor_

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau, die Schriftstellerin Tabitha King. Inzwischen schreibt auch sein Sohn Joe Hill erfolgreich: [„Blind“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3842 und „Black Box“ (bei |Heyne|), ebenso sein Sohn Owen King: [„Der wahre Präsident von Amerika“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2403

Sein Hauptwerk, das zeigt sich immer deutlicher, ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden: Schwarz (ab 1978); Drei; Tot; Glas; Wolfsmond; Susannah; Der Turm (2005).

Stephen King auf |Buchwurm.info|:

[„Wahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4952
[„Qual“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4056
[„Sunset“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5631
[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3027
[„Brennen muss Salem“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3831 (Hörbuch)
[„Briefe aus Jerusalem“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3714 (Hörbuch)
[„Friedhof der Kuscheltiere“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3007 (Hörbuch)
[„Puls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2383
[„Trucks“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2327 (Hörbuch)
[„Colorado Kid“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2090
[„The Green Mile“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1857 (Hörbuch)
[„Das Leben und das Schreiben“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1655
[„Atemtechnik“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1618 (Hörbuch)
[„Todesmarsch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=908
[„Der Sturm des Jahrhunderts“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=535
[„Tommyknockers – Das Monstrum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=461
[„Achterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=460
[„Danse Macabre – Die Welt des Horrors“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=454
[„Christine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=453
[„Der Buick“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=438
[„Atlantis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=322
[„Das Mädchen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=115
[„Im Kabinett des Todes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=85
[„Duddits – Dreamcatcher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=45
[„Kinder des Zorns / Der Werwolf von Tarker Mills“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5440 (Hörbuch)
[„Nachtschicht 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5651 (Hörbuch)

|Der dunkle Turm|

Band 1: [Schwarz]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5661
Band 2: [Drei]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5839
Band 3: [tot.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5864
Band 4: [Glas]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6034
Band 5: [Wolfsmond]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=153
Band 6: [Susannah]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=387
Band 7: [Der Turm]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822

_Handlung_

Der hochdekorierte Ex-Soldat Dale „Barbie“ Barbara ist gerade auf der Landstraße, um das Nest Chester’s Mill im westlichen Maine zu verlassen, als mehrere Dinge passieren, die ihn ziemlich erschrecken. Zunächst fällt kurz vor zwölf ein Flugzeug vom Himmel – es regnet Flugzeug- und Leichenteile auf die Landstraße. Barbie wundert sich, was den Flieger vom Himmel geholt hat. Als wäre das noch nicht genug, rast ein übereifriger junger Lkw-Fahrer mit seinen Langholztransporter in die Stelle, wo die Wrackteile liegen – und prallt auf das gleiche, völlig unsichtbare Hindernis. Die Wucht des Zusammenpralls ist katastrophal.

Barbie kann sich gerade noch vor den herumsausenden Baumstämmen in Sicherheit bringen. Ein anderer Wanderer, der sich „Sea Dog“ nennt, taucht auf der anderen Seite der Barriere auf. Er hat das Geschehen ebenfalls gesehen. Gemeinsam suchen sie die Stelle, wo das unsichtbare Hindernis enden muss. Sie finden die Stelle nicht – ganz Chester’s Mill ist eingeschlossen. Und Barbie ebenfalls. Kur darauf fahren weitere Autos und ein TV-Helikopter in das Hindernis. Barbie macht, dass er wegkommt. Er gibt einem Farmer den Tipp, mit seinem Handy die Nationalgarde anzurufen, damit der Luftraum gesperrt wird.

Der Polizeichef Duke Perkins trägt einen Herzschrittmacher. Nichts Böses ahnend, berührt er die unsichtbare Barriere. Das Energiefeld lässt das Gerät in seiner Brust explodieren. Nun sieht der zweite Stadtvorsteher Big Jim Rennie, von Beruf Gebrauchtwagenhändler, seine Zeit gekommen: Er befördert den ihm ergebenen Randolph zum Sheriff und lässt neue Deputys einstellen, um diese Krise zu bewältigen. Und bestimmt ist der Gouverneur bereit, ein wenig Notfallhilfe springen zu lassen, um dem nunmehr isolierten Chester’s Mill zu helfen, oder?

Barbie ist zu seinem Job als Grillkoch in Rose’s Grillrestaurant zurückgekehrt. Er macht seiner Chefin klar, dass die Dinge nicht gut stehen und sie sich auf das Schlimmste vorbereiten sollte: totale Isolation, wer weiß, für wie lange. Vier Wochen reicht ihr Propangas noch, wenn sie sparsam damit umgeht. Und sie soll Fleisch kaufen, alles, was sie kriegen kann. Nachts um 22 Uhr klopft es an seine Wohnungstür: Die Chefredakteurin des Lokalblatts, Julia Shumway, sagt, die Army wolle ihn sprechen.

Zusammen fahren sie zum Rand des Stadtgebiets, wo schon die Marines einen Sperrposten bezogen haben. Die ganze Stadt ist abgeriegelt. Strahler beleuchten die Barriere, um Flugzeuge vom Überfliegen abzuhalten. Die Festnetzleitungen sind gekappt worden, und Handyverbindungen werden nur sporadisch durchgelassen, erfährt Barbie von seinem alten Boss Colonel Cox, der in Washington, D.C., mit den Vereinten Stabschefs die Krise managt. Nur das Internet funktioniert – vorläufig – noch.

Cox berichtet, dass sich die Energiebarriere bis in eine Höhe von 14 Kilometern erstreckt und in eine Tiefe von mehr als 30 Metern. Das heißt, hier kommt keine Maus raus, nicht mal Wasser und nur sehr wenig Luft. Wenn sie nicht aufpassen, könnten die Eingeschlossenen an ihren eigenen Abgasen ersticken. Bevor sie verhungern und verdursten. Barbie erhält den formellen Auftrag als Ex-Soldat, die Energiequelle dieser ominösen Barriere in Chester’s Mill aufzuspüren und unschädlich zu machen.

Das scheint ihm zunächst eine lösbare Aufgabe zu sein. Aber er weiß noch nicht, dass es in dieser Stadt einen psychopathischen Mörder gibt, der bereits zwei junge Frauen auf dem Gewissen hat. Und der soeben von seinem Vater, Big Jim Rennie, zum Hilfssheriff ernannt worden ist. Junior hat auch schon jemanden im Visier, mit dem er noch ein Hühnchen zu rupfen hat: Dale „Barbie“ Barbara …

_Mein Eindruck_

Wie sich zeigt, ist Big Jim Rennie der geborene Tyrann, allerdings einer mit einem christlichen Sendungsbewusstsein: Er tut im göttlichen Auftrag alles, was das Beste zum Wohl der Stadt ist. Sagt er jedenfalls. Leider glauben ihm das auch viele (Barbara jedenfalls nicht: Er hat im Irak genügend solche Stadttyrannen kennen gelernt).

|Erster Widerstand|

Erst als sich Andrea Grinnell, die dritte Stadtverordnete neben Rennie und Andy Sanders, der Nr. 1, gegen seine Beschlüsse stellt, zeigt Rennie sein wahres Gesicht. Andy Sanders wagt eh keinen Widerspruch, und da er der Apotheker ist, der Andrea stets ihre Droge Oxycontin gibt, um ihre Rückenschmerzen zu lindern, haben er und Rennie eine Handhabe, um Andrea zu erpressen: Wenn sie nicht kuscht, wird ihr die Droge, von der sie abhängig ist, vorenthalten. So einfach ist das. Was Rennie und Sanders nie im Leben für möglich gehalten hätten, geschieht: Andrea beschließt, einen kalten Entzug (Cold Turkey) zu machen. Es wird die Hölle, aber sie hat wenigstens Hilfe.

|Startpunkte|

Die Ebene der Lokalpolitik ist einer Startpunkte, um die Entwicklung, die sich anbahnt, zu verstehen. Und es ist ein wichtiger Startpunkt, denn hier wird schließlich über das Wohl und Wehe einer kleinen Gemeinschaft entschieden. Es mögen vielleicht nur tausend Einwohner und ein paar Zugereiste sein, aber sie repräsentieren das durchschnittliche Maine, wenn nicht sogar das weiße Amerika. Es gibt keine Hispanics und keine Schwarzen, was relativ ungewöhnlich ist. Niemand spricht Spanisch, aber dafür viele die Sprache der Bibel, aus der allenthalben zitiert wird. Es ist ein wahrlich bibelfestes Völkchen, diese Leute aus den westlichen Wäldern, und sie wissen: Wir haben Gott auf unserer Seite. Aber ist Gott auch auf ihrer Seite?

|Rennie is King|

Zunächst sieht es ganz so, als ob Rennie, der den christlichen Sender WCIK (Christ is King) betreibt, den Freunden, die Dale Barbara um sich schart, ein Schnippchen schlagen könnte. Wie Adolf Hitler schart er gewaltbereite und nicht allzu kluge Jugendliche um sich, um sie in die Polizeitruppe einzugliedern: seine Braunhemden, wie Colonel Cox verächtlich sagt. Da sie dem neuen Polizeichef Randolph unterstellt sind, den Rennie in der Hand hat, bilden sie praktisch Rennies Schlägertruppe. Und der durchgeknallte Junior ist einer von ihnen.

|Falsche Anklage|

Aus dieser Machtposition heraus fällt es Rennie nicht schwer, Barbara des vierfachen Mordes anzuklagen und von seinen Schergen in den Knast stecken zu lassen. Eines seiner Opfer, Angie, hatte ja Barbaras Soldaten-Erkennungsmarken in der Hand! Was gibt es also daran zu deuteln? Doch der Chefredakteurin Julia Shumway und dem Hilfsarzt Rusty Everett kommt diese Sache nicht ganz koscher vor: Ihre Nachforschungen ergeben, dass zumindest der Tod der Witwe des früheren Polizeichefs nicht auf Barbaras Konto gehen kann, weil die Zeit nicht stimmt. Und als ihm zwei Polizistinnen, Linda Everett und Jackie Wettington, das zeigen, was von den vier Leichen im Bestattungsinstitut Bowie (keine Obduktion, Sir, no!) übrig ist, ahnt Rusty, dass Rennie möglicherweise selbst hinter den Morden steckt. Oder Junior. Aber wie soll er diese Entdeckung der Bevölkerung mitteilen?

|Der Wendepunkt?|

Noch längst nicht alle von Rennies Sünden sind aufgedeckt, bis Dale Barbara in letzter Sekunde aus der Zelle befreit werden kann. Auch Rusty steckt im Knast, und als Junior seine Stunde gekommen sieht, spitzt sich die Spannung auf unglaubliche Weise zu. Zu gleicher Zeit hält Rennie im Rathaus eine Bürgerversammlung ab: Drakonische Maßnahmen wie Lebensmittelrationierung und Waffenabgabe, ja sogar die Rationierung von Benzin und Propangas für Stromgeneratoren will er durchsetzen. Doch aus der Versammlung wird ein blutiges Desaster.

|Die Drehungen der Schraube|

Stephen King dreht die Schraube der katastrophalen Entwicklung immer weiter, und er schreckt vor nichts zurück. Konsequent zieht er alle Faktoren in Betracht, die zur Entwicklung der kleinen Gemeinschaft in Rennies Königreich beitragen: die steigenden Temperaturen, die schlechter werdende Luft, das zur Neige gehende Propangas, die zunehmenden Akte der Gewalt gegen die Bürger (u. a. ein Anschlag auf die Zeitung) und gegen Vergewaltiger, weitere Selbstmorde. Und so weiter. Doch wer unternimmt etwas gegen die Ursache allen Übels, nämlich gegen die Barriere an sich? Das fragt sich der Leser.

|Jugendliches Trio|

Zum Glück denkt der Autor auch in größeren Dimensionen. Wie schon in seinen klassischen Romanen wie „ES“ oder „The Stand“ gibt es stets auch eine Clique Jugendlicher, die sich als besonders einfallsreich und wagemutig entpuppen. Ihr Anführer ist Joe, ein langer Lulatsch mit beachtlichen Computer- und Kombinationsfähigkeiten. Zusammen mit seinen Freunden gelingt ihm in indirektem Auftrag Dale Barbaras – nämlich mit einem Geigerzähler – ein Vorstoß zum höchstgelegenen Punkt von Chester’s Mill: Die Black Ridge Road führt hinauf zu einem zerfallenden Farmgebäude und einem Obstgarten. Ein Kraftfeld setzt das Trio außer Gefecht und zwingt es zum Rückzug.

|Die Außerirdischen – natürlich!|

Erst im zweiten Versuch gelingt es Joe und dem noch nicht verhafteten Arzt Rusty Everett, geschützt durch Bleiplatten, zum Zentrum des Kraftfelds vorzudringen. Und, oh Wunder: Es gibt hier im Zentrum keinerlei Radioaktivität mehr. Da steht ein flacher Kasten, den Rusty nicht hochheben kann. Doch als er ihn berührt, hat er eine Vision von den Leuten, die auf der anderen Seite der Verbindung sitzen: die User. Diese „Lederköpfe“ lachen und tun gerade so, als spielten sie ein Spiel. Mit den Menschen von Chester’s Mill als Figuren auf ihrem privaten Spielfeld, ihrer Arena, wie in einer X-Box …

|In der X-Box|

Nun sieht Rusty seine kleine, von der Barriere umschlossene Welt unter der Kuppel wie eine kleine Schneekugel. Man muss nur ein klein wenig schütteln, und schon gerät alles durcheinander. Die Grenzen der Kuppel sind unverwundbar, wie fruchtlose Cruise-Missile-Angriffe beweisen. Wenigstens können Funkstrahlen durchdringen, so dass Kommunikation mit Cox möglich ist, dem Sprecher des Generalstabs des Präsidenten. Den Befehl des Präsidenten, Colonel Barbara zum Kommandanten des Territoriums zu machen, ignoriert König Rennie der Erste natürlich verachtungsvoll. Barbara sitzt in seinem Knast und hat nichts zu melden. Und dieser Präsident – wer ist der schon? Einer von diesen „Baumwollpflückern“ von südlich der Grenze, noch dazu ein Farbiger und Babykiller, der für die Abtreibung ist.

|Superdome|

An nichts erinnert die Kuppel so sehr wie an die drei Tage Anarchie, die in New Orleans nach dem Hurrikan Katrina herrschten. „Under the dome“ – damit ist auch assoziativ der Superdome gemeint, in dem sich während dieser drei Tage, als die Zivilschutzbehörde FEMA ebenso versagte wie Präsident Bush, unbeschreibliche Szenen der Gewalt und des Terrors abgespielt haben müssen. Dennoch erwähnt Stephen King davon in seinem langen Nachwort keine Silbe.

|Sehr gelungen|

Er habe die Idee zu „Die Arena“ bereits 1976 auszuarbeiten versucht, den Versuch aber nach 75 Seiten wieder abgebrochen. Er war einfach noch nicht so weit mit seinen Fähigkeiten. Diese hat er im Laufe von 30 Jahren jedenfalls ausgiebig trainiert und mit „Die Arena“ seinen gelungensten Roman abgeliefert, den ich in nur fünf Tagen gelesen habe. Obwohl die Ursache der Barriere auf SF-Boden erblühte – die Außerirdischen wieder mal -, ist doch der ganze Rest völlig realistisch geschildert und motiviert. Von ein paar prophetischen Träumen und Visionen mal abgesehen. Diese tragen durch ihre unheil- oder rätselvollen Vorausverweise zu einer Steigerung der Spannung bei.

|Schneller, Steve!|

Was mich aber am meisten erfreut hat, ist das unglaubliche TEMPO, das der Autor vorlegt. Das klingt angesichts der 1280 Seiten Umfang ziemlich unwahrscheinlich. Allerdings handelt es sich um eine sehr breite Leinwand, die der Autor hier zu bemalen hat: eine komplette Gemeinschaft mit sämtlichen Facetten PLUS die skizzierte und als bekannt vorausgesetzte Außenwelt PLUS die Außerirdischen, und allesamt vom Standpunkt der Betroffenen in The Mill gesehen und wahrgenommen. Das ist insgesamt eine gewaltige Leistung, wie sie meist nur Autoren des sogenannten Mainstream unternommen haben, so etwa William Faulkner, der mehrere Romane brauchte, oder Sherwood Anderson, also Autoren der klassischen Moderne. Auf dieser Stufe ist King nun zu sehen.

|Das Personal|

Und doch ist King seinem Genre und seinen Lesern treu. Er lässt die Figuren des Alltags in ihrer eigenen Sprache zu Wort kommen: Vergewaltiger ebenso wie Prediger, Psychopathen ebenso wie Chefredakteurinnen, Soldaten ebenso wie Jugendliche, Mediziner ebenso wie „Braunhemden“. Am ulkigsten muteten mich die Meth-Abhängigen an.

|Meth|

Mit der Droge Methamphetamin hat Rennie einen schwunghaften Drogenhandel in ganz Amerika aufgezogen, und damit scheffelt er seine Millionen, die er auf den Cayman Islands bunkert. Für die Produktion braucht er Unmengen von Propangas, Gas, das er in einer Scheune hinter der Radiostation von WCIK lagert, wo sich das Labor befindet.

Was Meth wirklich anrichtet, demonstriert der Autor anhand von Phil Bushey, dem Exmann der vergewaltigten Sammy Bushey, die zur Mörderin wird. Phil ist der Chefkoch in der Methküche und sich selbst sein bester Kunde. Aber er weiß auch, dass er Rennie, seinem Auftraggeber, nicht trauen kann: Der darf ihm seine Droge nicht wegnehmen, ist ja klar. Als Andy Sanders sich in Phil Drogenküche verirrt, trauernd ob des Verlustes von Frau (Claudette war das erste Opfer der Barriere: Sie sah im Flugzeug) und Tochter (Junior Rennies Opfer), macht er Andy zu seinem engsten Verbündeten.

Andy wird vom Methkonsum eine Erleuchtung und Erlösung zuteil, die er sich nicht hätte träumen lassen. In Phil hat er endlich einen Bruder im Geiste gefunden. Und wehe, einer versucht, ihnen das glorreiche Meth wegzunehmen! Phil handelt im Sinne Gottes, sagt er, und wenn die „bitteren Männer“ kommen, dann müsse er das Manna verteidigen. Wohl wahr, Bruder!, meint Andy, der ehemalige erste Stadtverordnete und jetzige Junkie.

Natürlich kommen die von Rennie ausgesandten „bitteren Männer“ und laufen nichts ahnend in eine Falle. Genau dann, als unten an der Hauptstraße 800 Bürger sich an der Barriere mit ihren Lieben an der Barriere treffen. Nun sehen Phil und Andy in der Stunde der Not keinen anderen Ausweg mehr, als ihre ganz besondere Überraschung zu zünden: Die Welt unter Kuppel verwandelt sich in einer Inferno. Auf diese Weise verbindet der Autor stets die Komik des Bizarren mit dem Horror der nachfolgenden Tragödie. Denn in der Komik ist der Schrecken stets auch mit angelegt: Wir lachen, um nicht vor Schreck zu erzittern. Doch diesmal bleibt uns das Lachen der Komik im Halse stecken.

Nach dem Jüngsten Gericht gibt es nur sehr wenige, die auserwählt sind. Und ihnen fällt die Aufgabe zu, die gefallene Welt von Chester’s Mill ein für alle Mal zu erlösen. Ob dies gelingt, soll hier nicht verraten werden. Aber das Schicksal von Chester’s Mill ähnelt dem unseres Planeten auf unheilvolle Weise. Zuerst wird die Luft schlechter, dann steigt die Temperatur, und dann …

|Stil|

Der Erzählstil ist in aller Regel sehr geradlinig, doch als Routinier stehen King alle möglichen weiteren Kniffe zur Verfügung, um den einfachen Stil wirkungsvoller zu machen. Als ehemaliger Englischlehrer kennt er jede Menge Klassiker und weiß sie per Zitat anklingen und zu einer Bedeutungsebene des Textes werden zu lassen.

„Herr der Fliegen“ (S. 258) ist ganz klar die nächstliegende Parallele, denn Chester’s Mill ist plötzlich von der Umgebung abgeschnitten wie eine einsame Insel. Werden sich die Bewohner bald die Köpfe einschlagen? „Tötet das Schwein!“, skandieren die jüngeren, noch zur Schule gehenden Bewohner – und lösen damit unheilvolle Befürchtungen aus. Zu hoffen ist, dass diesmal die Kräfte der Liebe und Solidarität größer sind als die des Hasses und der Machtgier.

„Wir haben die Heilige Dreifaltigkeit angebetet“, heißt es auf Seite 368. „Weihnachtsmann, Osterhase und die Zahnfee“, sagt Jackie Wettington. King kann manchmal sehr komisch sein, und das ist er in „Die Arena“ häufig, wenn man einen Blick dafür hat. So etwa sind die beiden Jünger des Meth-Konsums ganz klar Heilige Narren und wissen ein ordentliches Gebet für ihre Götter zu sprechen.

Manchmal wird er aber auch pathetisch, beruft sich aber auf bekannte Vorbilder, um dies auszudrücken: Auf Seite 519 heißt es: „Auch die Toten sehen sie nicht, außer sie sind an einem helleren Ort als auf dieser sich verdunkelnden Ebene, auf der ahnungslose Heere nachts aufeinanderprallen.“ Dieser Satz würde sehr seltsam klingen, wäre er nicht jedem Lyrikkenner im angelsächsischen Raum seit seiner Schule bekannt. Die Zeile „on a darkling plain where ignorant armies clash by night“ stammt Matthew Arnolds bekanntem Gedicht „Dover Beach“, das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde und bereits die Schrecken des 1. Weltkriegs vorausahnte.

Auch wenn auf Seite 956 der Autor sich direkt an seinen Leser wendet, um seinen Freund an der Hand zu nehmen und ihn wie einst Vergil seinen Dante über die sich verdunkelnde Ebene von Chester’s Mill zu führen, ist dies ein wohlbekannter literarischer Kniff. So würde König Heinrich V. seine Truppe vor dem Tag der Schlacht von Agincourt besucht haben, um die Lage zu peilen. Und King tut dies, bevor die Apokalypse beginnt. „Machen wir also einen Rundgang, Sie und ich, während der Abend sich über den Himmel ausbreitet wie ein narkotisierter Patient auf dem Operationstisch.“ Denn auch der Nachthimmel ist im Königreich Chester’s Mill nicht mehr das, was er mal war …

Es gibt viel zu entdecken auf diesem literarischen Kontinent, und Stephen King ist nicht der schlechteste Vergil, der uns durch dieses Reich zwischen Himmel und Hölle führt. Wer sein Bildungsgepäck mitbringt, für den wird die Reise umso lohnender. Als Ausgleich für den Marsch gibt es auch jede Menge populären Trash zu entdecken. Denn so sind die Amis eben auch: vulgär bis zum Gehtnichtmehr.

_Die Übersetzung_

Wulf Bergner ist ein Veteran unter den |Heyne|-Übersetzern. Er hat schon in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern Sciencefiction übersetzt. Sein Stil ist flüssig und schnörkellos zu lesen, kann aber auch anrührend poetisch werden, wo es drauf ankommt. Aber selbst er ist bei einem solchen Mammutwerk nicht gegen den Fehlerteufel gefeit.

Auf Seite 164 beispielsweise heißt ein Satz: „eine niemals endende Energieflut, die zu seiner Erhaltung kein Notstromaggregat brauchte“. Mit „seiner“ ist ja eigentlich die Energieflut gemeint, doch das ist ein weibliches Wort, daher sollte das Possessivpronomen „ihrer“ lauten.

Auf Seite 618 ist meist die Rede vom ausbeuterischen Zahnarzt Dr. Boxer im Dialog mit einem Mr. Chaz Bender. Einmal passiert ein Verwechslung und aus Bender wird ein Dr. Bender. Auf Seite 677 bekommen wir es mit einem Buchstabensalat zu tun, der natürlich prompt einen Buchstabendreher enthält. (Shit happens.) Fleißaufgabe: Welche Behörde in der Gruppe FBI, DFA und ATF gibt es nicht? Richtig: DFA. Richtig müsste sie FDA heißen, kurz für Food and Drug Administration.

Und eine Eindeutschung von „Poppa Smurf“ in „Papa Schlumpf“ hätte ich mir auch gewünscht. Aber man kann ja nicht alles haben. Vielleicht in der nächsten Auflage? Das war’s aber auch schon.

_Unterm Strich_

Mit Chester’s Mill ist Stephen King die perfekte Metapher für das Schicksal des Planeten gelungen: eine abgeschnittene Schneekugel, in der sich wie im Dampfkochtopf eine Katastrophe anbahnt, die nur in einem Kataklysmus ihr Ventil finden kann. Aber es ist auch eine Verarbeitung jener Katastrophe, die sich nach dem Hurrikan Katrina im Superdome von New Orleans ereignet hat: Mord, Vergewaltigung, Terror und das Ende aller Zivilisation.

Obwohl die 1280 Seiten das Gegenteil behaupten, ist doch „Die Arena“ sehr schnell erzählt. Das liegt unter anderem an den Streichungen der Verlagslektorin, bei der sich King ausdrücklich für den Satz bedankt: „Schneller, Steve, schneller!“ Es gibt kaum ein Nachlassen des Tempos, und jede Szene hat ihren Sinn, um die nächsten Szenen vorzubereiten – ein komplexes Räderwerk, das der routinierte Autor endlich, über 30 Jahre nach dem ersten Versuch, vollendet zum Drehen und Funktionieren gebracht hat.

Wer ein Generalthema und eine Botschaft sucht, wird ganz am Schluss fündig, mit ein paar expliziten Statements der Überlebenden. Es geht schlicht und ergreifend darum, den Mitmenschen nicht als Objekt zu behandeln, sondern als fühlendes Subjekt. Dieses Prinzip ist übrigens auch auf den Planeten anzuwenden. Wer es missachtet, verhökert Menschen (und die Erde), missbraucht sie, beutet sie aus, eliminiert sie nötigenfalls, manipuliert sie sowieso – oder verliert jeden Bezug zur menschlichen Realität insgesamt: Dann sind Menschen (und der Planet) nur noch Objekte in einer X-Box, Spielfiguren ohne Lebensberechtigung. Und was macht der Planet am Schluss mit ihnen? Er zeigt ihnen den Stinkefinger und zieht den Stecker: „Tilt! Game over!“

|Originaltitel: Under the dome, 2009
Aus dem US-Englischen von Wulf Bergner
1280 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3-453-26628-5|
http://www.heyne.de
http://www.stephenking.com
http://www.stephen-king.de

Stephen King – Friedhof der Kuscheltiere

Achtung: Manchmal kommen sie wieder!

Wer erinnert sich nicht mit Schaudern an den Film „Friedhof der Kuscheltiere“? Vielleicht sogar an dessen Fortsetzung von 1992? Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) produzierte 1999 ein stimmungsvolles Hörspiel, das dem Film durchaus das Wasser reichen kann. Tatsächlich dringt der Horror des Endes noch stärker zum Zuhörer durch, denn keine Bilder unterstützen seine Vorstellungskraft – diese wird vielmehr selbst aktiv, wodurch der Horror umso unmittelbarer wirkt.

Tierliebhaber seien gewarnt: Wiederauferstandene Katzen gehören nicht ins Haus oder in die Nähe von Kindern!

_Der Autor_

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Stephen King – The Green Mile

Spannend, mystisch: Weltgericht im Todestrakt

Das Staatsgefängnis Cold Mountain im US-Bundesstaat Georgia, im Jahre 1932: Paul Edgecombe ist der für den Todestrakt verantwortliche Gefängnisaufseher. Hier wartet der elektrische Stuhl Old Sparky auf zum Tode Verurteilte. Doch mit Pauls Seelenruhe ist es vorbei, als der verurteilte Mörder John Coffey bei ihm landet. Er soll zwei junge Farmerstöchter missbraucht und getötet haben. Schon bald zweifelt Paul an Coffeys Schuld. Aber was ist Coffey dann? Eine kleine Maus taucht im Todestrakt, der „Green Mile“, auf. Sie scheint über besondere Fähigkeiten zu verfügen.

_Der Autor_

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[NEWS] Stephen King – Das Institut

In einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Eindringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Sie befinden sich im Vorderbau des Instituts. Luke erfährt, dass andere vor ihnen nach einer Testreihe im »Hinterbau« verschwanden. Und nie zurückkehrten. Je mehr von Lukes neuen Freunden ausquartiert werden, desto verzweifelter wird sein Gedanke an Flucht, damit er Hilfe holen kann. Noch nie zuvor ist jemand aus dem streng abgeschirmten Institut entkommen.
(Verlagsinfo)

Taschenbuch: 768 Seiten
Heyne

 

King, Stephen – Das Leben und das Schreiben

_Bestsellerautor – gewusst wie!?_

Kann ich hier lernen, wie man einen Bestseller schreibt? Vermutlich nicht ganz, aber der Meister sagt uns, wie er dazu kam und gibt ein paar hilfreiche Tipps – zumindest wie man’s besser macht als bisher.

Hier hat einer der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts seine wichtigsten Einsichten zusammengefasst. Es ist ein persönliches, geradezu intimes Buch, andererseits aber auch ein Sachbuch mit brauchbaren Ratschlägen für angehende Autoren.

_Inhalte_

Nach nicht weniger als drei (!) Vorwörtern legt King endlich los: mit einem von zwei biographischen Teilen. Die Zweiteilung rührt natürlich von jenem schmerzhaften und einschneidenden Unfall im Sommer 1999 her. Davor hatte King bereits die Hälfte des Buches fertig.

Er erzählt zunächst, wie er überhaupt dazu kam, Geschichten zu mögen, viel zu lesen und schließlich selbst welche zu erfinden und festzuhalten. Seine Mutter bestärkte ihn darin ebenso sehr, wie es später seine Frau Tabitha tun sollte. Die Episode, wie sein erster veröffentlichter (nicht geschriebener) Roman „Carrie“ entstand, ist schon häufig erzählt worden – ich brauche sie nicht nochmals wiederzugeben. Interessanter ist da schon, wie er sein Handwerk verbesserte, etwa indem er als Sportreporter bei der Lokalzeitung arbeitete und zudem richtiges Redigieren lernte. Weitere Tipps bekam er von ablehnenden Lektoren der Zeitschriften, denen er seine Storys anbot („2. Fassung = 1. Fassung minus 10 %“ und dergleichen). An diese Ratschläge hält sich King noch heute.

|Schreiben ist Telepathie|

Sodann erklärt er, was Schreiben ist: „Telepathie natürlich“. Und er weiß diese erstaunliche Auffassung gut zu begründen. Im folgenden Teil beschreibt er den Inhalt der drei Ebenen des „Werkzeugkastens“ eines Schriftstellers. Dazu gehören natürlich allen voran die Sprache, die Grammatik und die Stilistik. Für ihn ist die kleinste Bucheinheit nicht das Wort oder der Satz, sondern der Absatz.

|Do it yourself!|

Der folgende Teil „Über das Schreiben“ ist sicherlich der wichtigste, wenn man selbst schriftstellerische Ambitionen hat – und die werden wohl die meisten Käufer dieses Buches mitbringen. Alle von Kings Ratschlägen sind brauchbar, manche sogar genial. Häufig hebt der frühere Englischlehrer den Finger, hebt sogar das Verbotsschild in die Höhe, doch die häufig eingesetzte Selbstironie schwächt diese wichtigtuerischen Posen immer wieder ab.

Ich selbst kann zahlreichen von Kings Ratschlägen nur zustimmen, schließlich habe ich selbst über zehn Jahre in Schreibwerkstätten und –seminaren (auf deren Nutzen geht er selbstverständlich ebenfalls ein) verbracht und meine Resultate vorgelesen und begutachten lassen. Nie jedoch wurden mir dort solche gut begründeten Tipps gegeben.

Eine Kostprobe: Vermeide Adverben wie die Pest! Beispiele wären „mutig widersprechen“, „herzzerreißend schluchzen“ usw. Adverben fügen einem bereits vorhandenen Verb oder einer Äußerung nur einen unterstreichenden Aspekt hinzu, sind also von vornherein relativ überflüssig, es sei denn, das Adverb erweitert die Bedeutung des Verbs oder der Äußerung („sagte er nachdrücklich“). Adverbialkonstruktionen kann man natürlich zu einem Stilmerkmal machen (etwa wie in den sog. „Swifties“), man kann es damit aber auch übertreiben und so einen ironischen Effekt erzielen.

|Falltüren der Prosa|

Natürlich gibt es in der Prosa noch zahlreiche weitere Falltüren, die es aufzuspüren und zu vermeiden gilt. King bietet angehenden Autoren auch in ihren Publikationsbemühungen Hilfe an: Man darf ihm bestimmte Manuskripte an www.stephenking.com schicken. Er warnt vor gierigen Agenten und tückischen Verlagsverträgen (etwa bei Doubleday!). Eine Leseliste bietet weiterführende Tipps zu Büchern, die der Meister gut findet oder fand. Dazu gehört vor allem seine Stilbibel „Elements of Style“.

|Die Biografie erschüttert|

Absolut erschütternd ist hingegen der zweite Teil seiner Biografie zu lesen, also über den Unfall selbst, bei dem er fast starb, und die Zeit der Rekonvaleszenz bis zu jenem Tag, an dem er wieder an diesem Buch schreiben konnte.

In einem der Nachträge kann man dem Meister über die Schulter schauen. „Siehst du: So sah die 1. Fassung der Story aus – und jetzt schau her: So sieht die 2. Fassung aus.“ Er begründet die Änderungen und macht deutlich, worauf es ihm bei seinem Handwerk ankommt. Diese Story ist unter dem Titel „1408“ in der Hörbuch-Trilogie „Blut und Rauch“ zu finden, die es bei |Random House Audio| gibt.

_Mein Eindruck_

Dieses lehrreiche Buch gibt nicht nur durch Erfahrung erworbene und erprobte Ratschläge an Jungautoren weiter, sondern erzählt auch viele Geschichten – nicht nur Kings eigene, die allein schon sehr interessant ist, aber auch die vieler anderer Leute (seine Familie, seine Frau, die Schulen, die Verleger usw.).

Für Bücherwürmer wie mich sind auch Kings Bemerkungen über andere Schriftsteller und ihre Produkte sehr wertvoll. Sie erfüllen eine ähnliche Funktion wie eine Rezension. Dabei scheut der Autor auch nicht vor handfester, aber berechtigter Kritik zurück. Er hat eben seinen Standpunkt und weiß ihn gewohnt eloquent zu vertreten.

Auf jeden Fall ist das Buch sehr kurzweilig zu lesen, sofern man sich für das Schreiben und die Vorgänge dabei interessiert. Andere Leser dürften vor allem von den biografischen Teilen und den Lesetipps profitieren.

|Originaltitel: On Writing, 2000
Aus dem US-Englischen übertragen von Andrea Fischer|

King, Stephen – Puls (Lesung)

Wie Silvester in der Hölle

Das Grauen steckt in jeder Hand- und Hosentasche. Das Handy ist ein moderner Heilsbringer, doch in Kings „Puls“ kommen mit dem Klingelton auch Wahnsinn und Tod.

Dieses Buch ist Richard Matheson, Autor der verfilmten Endzeitvision „Ich bin Legende“, und dem Zombie-Spezialisten George Romero gewidmet. Der kundige Leser ist gewarnt.

Der Autor

Stephen King, geboren 1947 in Portland, Maine, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“ (verfilmt), erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Mio. Büchern in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. (Verlagsinfo) Er lebt in Bangor, Maine, und Florida. Seine Erstleserin ist immer noch seine Frau Tabitha King.

Sein Hauptwerk, das zeigt sich immer deutlicher, ist der Zyklus um den dunklen Turm. Er besteht aus folgenden Bänden:

Schwarz (ab 1978); Drei; Tot; Glas; Wolfsmond; Susannah; Der Turm (2005).

Dazu gibt es zwei empfehlenswerte Erläuterungsbände von Kings Assistentin Robin Furth. Sie hat auch bei „Puls“ recherchiert, z. B. über Handys. King selbst besitzt kein Handy(!).

Der Sprecher

David Nathan, geboren 1971 in Berlin, gilt laut Verlag als einer der besten Synchronsprecher Deutschlands. Er leiht seine Stimme Darstellern wie Johnny Depp, Christian Bale und Leonardo DiCaprio. In „The Green Mile“ erweckt er die Spannung und den Horror zum Leben.

Die Aufnahme erfolgte im d.c. Studio Berlin durch Klaus Trapp, der unter der Regie von Dicky Hank arbeitete.

Handlung

Clay

Der PULS ereignet sich am 1. Oktober um 15:03 Uhr Ostküstenzeit. Der Lehrer und Comiczeichner Clay Riddell spaziert gerade beschwingt von einem erfolgreichen Verkaufsgespräch bei einem Bostoner Verlag zurück zu seinem Hotel, als ihm ein paar merkwürdige Vorfälle aufzufallen beginnen. Ein Mädchen – er nennt es wie eine Comicfigur „Pixie Light“ – beißt eine ältere Dame in den Hals, direkt vor seiner Nase. Die Halsschlagader der Dame – er nennt sie auf gleiche Weise „Power Suit Woman“ – spritzt wie eine Fontäne, so dass Clay vor Schreck erstarrt. Doch schon vorher hat er gesehen, wie ein Mann im Geschäftsanzug einem Hund ein Ohr abgebissen hat. Alles nur Zufall? Drehen die Leute durch? Aber warum?

Doch es fängt gerade erst an, und allmählich checkt Clay, dass es auf der Straße nicht mehr sicher ist. Ein Terroranschlag? Eine Wiederholung des 11. September? Sieht ganz danach aus, denn an allen Ecken der Bostoner wohlhabenden Innenstadt, die er durchquert, kracht und rummst es gewaltig. Nun springen auch noch Leute aus dem Hotel „Four Seasons“. Ein Touristenbus der Linie „Duck Tours“ kracht mit Karacho in ein Eisverkäuferauto. Die Freundin von Pixie Light, nämlich Pixie Dark, scheint den Verstand verloren zu haben: Sie ruft ständig „Wer bist du? Wer bin ich?“ und knallt gleich zweimal gegen einen Laternenpfahl.

Tom

Ein stämmiger kleiner Mann mit einem Schnurrbart schließt sich Clay an. Er stellt sich als Tom McCourt vor. Ihm ist etwas aufgefallen. Alle Leute, die ausgerastet sind, telefonierten gerade mit ihrem Handy. Ja, jetzt fällt es auch Clay auf. Power Suit Woman und die beiden Pixies hingen auch gerade am Handy, als „ES“ sie erwischte. Aber was ist es? Tom und Clay nennen es einfach den PULS.

Nun macht sich aber Clay erhebliche Sorgen um seine von ihm getrennt lebende Frau Sharon und seinen geliebten Sohn Johnny. Sharon hat garantiert ein Handy benutzt, aber das von Johnny hat bestimmt leere Akkus. Er muss die beiden unbedingt suchen. Doch bis Kent Pond in Maine sind es 150 Meilen (241,2 Kilometer) nach Norden. Durch ein Katastrophengebiet. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen, die Flugzeuge stürzen reihenweise ab. Am Logan Airport rummst es am laufenden Band. Die Feuerwehr ist ebenso wie die Polizei im Großeinsatz – sie haben ja Funksprechgeräte, die nicht vom PULS betroffen sind. Aber wie lange noch?

Alice

Auf dem Weg zu Clays Hotel laufen ihnen nackte Amokläufer und verängstigte Mädels über den Weg. Das Hotel selbst ist verbarrikadiert. Sie verschaffen sich Einlass und retten das Mädchen, das sie gesehen haben, vor einem der Irren, die jetzt die Straßen unsicher machen. Clay nennt die Handygeschädigten der Einfachheit halber die „Phonies“, im Unterschied zu den „Normies“, wie er einer ist. Die 15-jährige Alice Maxwell steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil sie fast von ihrer telefonierenden Mutter umgebracht worden wäre. Deshalb nehmen die beiden Männer sie mit, als sie sich auf den Weg in die Vororte machen, zu Toms Haus.

Schwärme

Die dort eingelegte Verschnaufpause gibt den drei Flüchtlingen Gelegenheit, die Lage zu studieren, sich auszutauschen, die Angst zu verarbeiten und schließlich einen Plan zu schmieden. Ihre Beobachtungen legen nahe, dass die Phonies beim Telefonieren quasi neu „programmiert“ wurden, so als habe man ihre mentale Festplatte gelöscht. Deshalb haben sie zwar keine Identität mehr, aber auch keine abweichenden Verhaltensmuster. So etwa schwärmen sie alle gleichzeitig in den Morgenstunden aus, um Nahrung zu suchen, doch abends geht’s wieder zurück in die provisorischen Quartiere, ähnlich wie ein Vogelschwarm, der nachts ruht. Beunruhigend ist die Erkenntnis, dass sich dieser Schwarm durch Telepathie verständigt und seine Handlungen koordiniert.

Unsere drei Flüchtlinge bewaffnen sich und ziehen los, natürlich nachts. Und ohne Handy. Etwa auf halber Strecke kommt es zu einer folgenschweren Katastrophe. Der Rektor einer Schule lädt sie ein, es sich bei ihm und seinem Schüler, dem zwölfjährigen Jordan, bequem zu machen. Erst später eröffnet er ihnen, was er von ihnen erwartet. In einem nahe gelegenen Stadion legen sich nachts rund 1000 Phonies zur Ruhe nieder und lassen sich von seichter Musik beschallen – gerade so, als würden sie dadurch neu programmiert werden.

Clay & Co. haben vorerst kein Problem damit, so viele Phonies umzubringen, denn es handelt sich nicht mehr um Menschen im herkömmlichen Sinn, sondern quasi um eine neue Spezies. Doch die Albträume, die Clay und die anderen davor plagen, sind besorgniserregend. Es ist, als würde ihnen jemand im Schlaf Botschaften schicken. Sie können sich nicht dagegen wehren. Was, wenn sie die Phonies töten und diese Botschaften oder künstlichen Träume nicht mehr nur im Schlaf, sondern bereits im Wachen zu wirken beginnen? Könnten sie dann noch Wirklichkeit von Traum unterscheiden? Natürlich nicht.

Kehraus

Sie machen sich trotzdem ans Werk. Es wäre nicht das erste Mal, dass Normies einen Schwarm vernichten. Das Vernichtungswerk ist gar nicht so einfach, und um ein Haar gehen Tom und Clay selbst dabei drauf. Dann taucht der Phonie auf, den Clay gerne den „Lumpenmann“ nennt. Er kennt ihn bereits aus seinen Albträumen. Der Typ in der Harvard-Jacke verständigt sich rein telepathisch. Und prophezeit Tom, Clay, Alice und Jordan ein ganz besonderes Schicksal, an einem speziellen Ort des Gerichts. Am Rektor statuiert der Lumpenmann ein Exempel dessen, wozu er und Seinesgleichen mittlerweile fähig sind …

Mein Eindruck

Ein landesweite, wahrscheinlich sogar globale Katastrophe und eine kleine Gemeinschaft Aufrechter, die gegen das Böse kämpft – wer würde dabei nicht an Kings Klassiker „The Stand / Das letzte Gefecht“ denken? Die Parallelen sind offensichtlich, und King hat sie in den Comicfantasien seiner Hauptfigur Clay auch gleich treffend eingefangen, sozusagen als ironischen Kommentar auf sein eigenes Werk. Die Grundkonstruktion ist ein beliebtes Handlungsfundament vieler Horror- und Spannungsautoren, deshalb ist sie inzwischen nichts Besonderes mehr. Für Action und Grusel ist also gesorgt.

Doch wo King früher mit Lust die Blutfontänen spritzen ließ und Monster aller Spielarten ins Leben rief, übt er sich nun in Zurückhaltung und Realismus. Das klingt vielleicht angesichts des „Handy-Komplotts“ etwas seltsam, aber King weiß, wovon er schreibt (siehe die oben erwähnte Recherche von Robin Furth, aber auch seine Nachbemerkung). Abgesehen von zwei Elementen – dem PULS und der Telepathie – gibt es keine phantastischen Elemente in der Handlung.

Folglich muss er diese beiden Elemente in allen Details beschreiben, ausschmücken und zu erklären versuchen, sonst nähme ihm keiner die restliche Story ab. Diese Story ist ziemlich simpel: Als väterliches Gegenstück von E.T. („Nach Hause telefoniahn!“) macht sich Clay auf den Weg, um seinen Sohn zu finden und möglichst vor dem Zombifizierung zu warnen. Er ahnt nicht, dass er damit den Zombies des „Lumpenmannes“ genau in die Arme läuft …

Der PULS

Ich habe die Phrase [„Handy-Komplott“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2576 nicht grundlos verwendet. Zufall oder nicht, jedenfall heißt so ein Hörspiel in der Reihe „Offenbarung 23“, in der allerlei neue und alte Verschwörungstheorien aufgegriffen, aufgedeckt oder neu erklärt werden. Da das Mobiltelefon inzwischen in den Händen von rund zwei Milliarden Menschen benutzt wird, lag es nahe, auch darüber mal eine Verschwörungstheorie zu stricken: der PULS der modernen Telekommunikation. So ein Handy ist ja nicht bloß zum Telefonieren, Simsen, Spielen und Mailen gut, sondern eignet sich auch hervorragend zum Überwachen und Abhören des Benutzers! Alles, was der Hacker dazu braucht, ist ein kleines Stückchen Software, dass ihm den Rückkanal (Virus) oder ein Hintertürchen (dann ist’s ein Trojaner) im Gerät öffnet.

Der Handy-Virus

Doch der Autor von „Handy-Komplott“ lässt es dabei ebenso wenig bewenden wie King. Damit das Handy oder vielmehr das übertragene Zombiesignal etwas mit Gehirn und Geist des Benutzers anstellen kann, muss eine entsprechende Einwirkung stattfinden. Im Hörspiel wird dazu Strahlung und Suggestion benutzt, bei King scheint ein entsprechender Ton und die Suggestion zu genügen, um die biologische Festplatte zu formatieren und den schlummernden aggressiven Zombie zu wecken.

Deshalb ist bei King stets die Rede von einem Virus, nur ist der nicht wie in „The Stand“ ein Grippevirus, sondern ein elektroakustisches Signal. Der Virus kann dadurch Updates erhalten und die Befallenen, die Phonies („phony“ bedeutet ursprünglich „nicht authentisch, ein Schwindel“), zu neuem Verhalten befähigen, z. B. zu besserer Sprachbeherrschung oder verbesserter Telepathie. Diese Zusammenhänge erklärt der Computerspezialist Jordan in einfacher, verständlicher Art und Weise, obwohl (oder weil) er erst zwölf ist.

Die Frage ist natürlich, wer ein Interesse daran haben könnte, solch einen Virus auf alle Handybenutzer der USA (ob auch andere Netze mit anderen Frequenzen betroffen sind, interessiert Kings Helden vorerst nicht) loszulassen. Sind es Terroristen oder harmlose Spinner? Der Unterschied ist nicht zu erkennen und vielleicht auch angesichts der katastrophalen Auswirkungen des PULSes nicht wirklich von Bedeutung.

Die neue Gesellschaft

Wirklich relevant ist hingegen, dass eine neue Gesellschaftsordnung entsteht, wie in so vielen SF-Romanen, die Clay (und mit ihm natürlich King) gelesen hat. Die Schwärme der Telepathen stellen nach 14 Tagen bereits eine herrschende Klasse dar, die die flüchtenden „Normalen“ jagt und zu „Phonies“ konvertiert – einfach anrufen, das genügt! Da die Konvertiten ihre Identität verlieren, haben sie auch keine Vergangenheit mehr.

Clay trifft seine Frau Sharon wieder, doch das Wiedersehen löst bei ihm keine Freude aus. Und sie erkennt ihn sowieso nicht. Er erinnert sich zwar an gewisse Freuden, die er mit ihr erlebt hat, doch die haben mit dem Zombie vor ihm nichts zu tun. Sie ist eine völlig Fremde, und dementsprechend unfreundlich fällt sein Verhalten aus. Später nimmt er ihren Tod billigend in Kauf, denn für ihn ist sie kein Mensch mehr. Er hofft nur, dass sein Sohn noch kein Zombie ist. Diese Hoffnung wird leider ebenfalls enttäuscht. Alles andere wäre auch ein wenig unwahrscheinlich.

Menschen und Würde

Die Definition, was ein Mensch ist und was nicht, diskutieren Kings Hauptfigur Clay und dessen Begleiter mehrfach. Was macht einen Menschen aus und wo hört er auf, diese Bezeichnung zu verdienen? Diese humanistische Diskussion scheint mir der eigentliche Kern der Geschichte zu sein. Hören Clay und Co. auf, Menschen zu sein, wenn sie von Zombies gesteuert werden? Nein, denn dann hätte man jeden durch Gehirnwäsche (vgl. [„The Manchurian Candidate“)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1069 umgedrehten Agenten als Nichtmenschen klassifizieren müssen. Was aber eindeutig nicht der Fall ist.

Aber dennoch tötet sich einer aus Clays Gruppe genau aus diesem Grund: Diese Fremdsteuerung ist Menschen-unwürdig. Er jagt sich ein Dumdumgeschoss durchs Hirn, damit auch wirklich keine Wiederbelebung stattfinden kann. Und er gibt Clay den Schlüssel zur Freiheit mit auf den Weg. (Clay braucht dann eine ganze Weile, bis er das kapiert.) Die Definition der Würde des Menschen wird in der VR China sicherlich anders aussehen als in den USA. An diesem Punkt wird das Buch also ziemlich amerikanisch.

Und da wir Europäer uns den Werten der Amerikaner und der Menschenrechtskonvention angeschlossen haben, wird das Buch auch für uns relevant. Ich muss mich also fragen, ob ich bereit, willens und fähig wäre, einen Nicht-Menschen zu töten, selbst wenn dieser ein menschliches Gesicht trägt. Das ist ganz schön knifflig: Wie weit würde ich gehen, um meine Werte gegen „Terroristen“ zu verteidigen? Für Kings Figur Clay ist der Fall klar: Schickt sie alle in die Hölle! Doch noch besser wäre, was Clay am Schluss versucht: Wie schafft man es, einen vom PULS seiner Identität beraubten Menschen, hier Clays Sohn Johnny, wieder ins Reich der „normalen“ Menschen zurückzuholen? Knifflige Frage. Genügt wirklich ein Anruf? Telepathie hilft Clay bekanntlich nicht, ist er doch nicht „infiziert“.

Offener Schluss

Die Frage bleibt offen, und das ist das erste Mal, dass King den Schluss unentschieden lässt. Ich finde das sehr positiv. Der Leser soll selbst entscheiden, wie er dem Problem gegenüber steht. Wir haben zwar Mitgefühl für Clay, aber auch die Phonies haben Errungenschaften vorzuweisen, die vielleicht besser sind als das, was der Mensch jetzt hat: Telepathie beispielsweise. King selbst lässt die Dinge in der Schwebe.

Eine einfache Frage

Die Story beinhaltet auch die – vielleicht naive – Frage, ob uns die Handytechnik mittlerweile weniger menschlich gemacht hat. Die Höflichkeit hat bereits schwer nachgelassen, wie Clayton Rydell eingangs bemerkt: In aller Öffentlichkeit mit fremden Leuten, die nicht präsent sind, reden, so etwas tat man früher nicht.

Aber wie steht es mit dem Rest menschlicher Verhaltensweisen? Inzwischen werden ja auch Beziehungen per SMS beendet – es kommt nicht einmal mehr zu einer Aussprache, wenn schon nicht von Angesichts zu Angesicht, so doch wenigstens am Mobiltelefon. Genauso gut könnte man auch eine Mail schicken – auch das bürgert sich zunehmend ein. Man könnte fast meinen, die Normies würden zunehmend zu Phonies mutieren. Ein Hinweis darauf liefert Clays Methode, die seltsamen Leuten, die er am Eisstand trifft, als Comicfiguren zu betrachten. Er verwandelt sich die Umgebung durch seine kreative Fantasie an. (Der Vorgang ist als „transmogrification“ bekannt.) Ironisch ist dann allerdings, wie sich diese Umgebung unter der Einwirkung des PULSes in die Comicversion der Apokalypse verwandelt. Der Autor hat dies mit Sicherheit sehr bewusst so ausgeführt.

Der Sprecher

David Nathan gelingt es, mit seinem nuancenreichen Vortrag sowohl Figuren zu charakterisieren als auch emotionale Untertöne darzustellen. Wenn eine Frau spricht, so ist seine Tonlage entsprechend höher und zarter, die Emotionen sind deutlicher. Wenn die Männer sprechen – und das gilt für den Großteil des Textes – ist die Tonlage selbstverständlich tiefer.

Immer wieder ist mir aufgefallen, dass Nathan sehr emotional artikuliert. Dies ist eigentlich zu erwarten, wenn die Welt im Eingangskapitel aus den Fugen gerät. Tom ruft „Jesus Christus! Mein Gott!“, Clay ruft „Nein!“, eine Frau schreit entsetzt „Jesus, Maria und Josef!“ – es ist wie in einem Katastrophenfilm – oder am 11. September. „Sie setzen wieder Flugzeuge ein!“ ruft Tom, der die richtige Assoziation hat. Es ist wie „Silvester in der Hölle“, denkt Clay. Am besten fand ich den Moment, in dem Nathan die Aliensprache eines attackierenden Phonies hinausbrüllt.

Was die korrekte Aussprache des Englischen anbelangt, so zeigt sich Nathan weitaus sattelfester als viele seiner Kollegen. Mir ist nur ein einziger Fehler aufgefallen. In der Eingangsszene lehnt sich Clayton an das Schaufenster des Buchladens „Colonial Books“ (sicherlich für den Autor ein geheiligter Ort; darin steht sogar eine alte Schreibmaschine der Marke Royal). Nathan betont auf der ersten Silbe von „Colonial“, korrekt wäre die Betonung auf der zweiten Silbe. Also keine große Sache.

Begrüßenswert fand ich hingegen, dass die Danksagung vorgelesen wird. Darin sind nämlich einige sachdienliche Hinweise untergebracht, so etwa zu Mobilfunkmasten und eventuell vorhandenen Notstromaggregaten. Sicher nicht unbeachtet bleibt der Hinweis, dass der Autor selbst kein Handy besitzt, genau wie Clayton Rydell.

Unterm Strich

Kein Anschluss unter dieser Nummer, nur Wahnsinn – so könnte das Motto für die Handlung lauten. Der Virus, der den Wahnsinn bringt, stammt nicht von der Grippe wie noch in „Das letzte Gefecht“, sondern aus der Handyhörmuschel. Ansonsten ist vieles wie gehabt: Ein Häuflein Aufrechter macht sich auf, Angehörige zu finden und das Böse zu bekämpfen. Ihre Odyssee ins No-fo-Land (= kein TeleFON) macht den Großteil der Handlung aus.

Doch statt religiöse Kategorien zu bemühen, stellt der Autor diesmal die vom Virus Infizierten nur als Andersartige dar, die über eine neue, alte Kommunikationsform verfügen: Telepathie. Allerdings werden sie gleich durch ihre fehlende Hygiene und ihr hässliches Aussehen diffamiert, so dass sie eigentlich keine Alternative für unsere drei oder vier Helden darstellen. Und dass sie levitieren können, fand ich einfach nur putzig.

Als die Anderen vernichtet sind, stellt sich der Hauptfigur das Problem, wie er den infizierten / mutierten / zombifizierten Sohn zurück auf seine Seite der Normalos holt. (Der Roman ist nicht umsonst George Romero gewidmet.) Weder gutes Zureden noch Gehirnwäsche helfen da, und über Telepathie verfügt der brave Papi (noch) nicht. Den Schluss lässt er absichtlich offen: Wir können nur hoffen, dass das Handy, das Sohnemann verzaubert hat, ihn auch zurückverzaubern kann. Daumen drücken, Leute!

Ich fand die Geschichte zwar interessant, aber auch ein wenig langweilig. Die Figuren sind mit Ausnahme von Clay Riddell nicht wirklich voll ausformt, so dass ich nur an seinem Schicksal Teilnahme empfinden konnte. Von gewissem Interesse sind hingegen die Erklärungsversuche für die Katastrophe des PULSes sowie die Entstehung einer neuen Post-Holocaust-Gesellschaft.

Eigentlich hat King damit einen alten Topos der Science-Fiction ganz nah an die heutige Wirklichkeit der Post-9/11-Ära heranholen wollen. Für Mainstream-Leser dürfte er allerdings übers Ziel hinausgeschossen sein, und bei SF-Lesern rennt er nur offene Türen ein – was bei Leuten wie mir nur Gähnen auslöst. Nicht Fisch, nicht Fleisch, bleibt der Roman eigentlich im Ansatz stecken, hat aber dennoch starke Szenen. Diese sind leider viel zu selten, und nur das Finale konnte mich einigermaßen überzeugen. Den Epilog hätte sich King sparen können.

Das Hörbuch wird von David Nathan, einem unserer besten Synchronsprecher, zu einem lebhaften Erlebnis gestaltet. Insbesondere die apokalyptischen Eingangsszenen unterstützt er in deren erschütternder Wirkung durch emotionale Ausrufe und sogar ein Brüllen. Danach wird alles etwas ruhiger, aber auch ein wenig unheimlicher. Auch das Finale im Lager der Phonies hat wieder den Charakter einer Schlachtfeldbeschreibung, doch diesmal hält sich Nathan geradezu pietätvoll zurück.

Originaltitel: Cell, 2006
Aus dem US-Englischen von Wulf Bergner
852 Minuten auf 12 CDs

http://www.randomhouseaudio.de

_Stephen King bei |Buchwurm.info|_ (Auswahl):

[„Brennen muss Salem – Illustrierte Fassung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3027
[„Friedhof der Kuscheltiere“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3007 (Audio)
[„Puls“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2383
[„Trucks“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2327 (Audio)
[„Colorado Kid“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2090
[„The Green Mile“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1857 (Audio)
[„Das Leben und das Schreiben“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1655
[„Atemtechnik“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1618 (Audio)
[„Todesmarsch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=908
[„Der Turm“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=822 (Der Dunkle Turm VII)
[„Der Sturm des Jahrhunderts“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=535
[„Tommyknockers – Das Monstrum „]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=461
[„Achterbahn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=460
[„Danse Macabre – Die Welt des Horrors“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=454
[„Christine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=453
[„Der Buick“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=438
[„Atlantis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=322
[„Das Mädchen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=115
[„Im Kabinett des Todes“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=85
[„Duddits – Dreamcatcher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=45