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Richter, Devon /Frey, Nikola / Lueg, Lars Peter – Jack Slaughter 1: Tochter des Lichts

_Horror-Parodie: Der Sound des Höllenhunds_

Die erste Horror-Hörspiel-Sitcom!

Im sonnigen Jacksonville erwacht das unsagbar Böse. Waffenfreak und Hobbytaucher Jack Slaughter wird dazu berufen, sich auf einen heiligen Feldzug gegen die Finsternis zu begeben. Wird Jack es schaffen, gegen Dämonen, Monster, Zombies und Vampire zu bestehen? Und warum soll ausgerechnet er die „Tochter des Lichts“ sein? Doch das grauenhafte Schicksal nimmt bereits seinen Lauf!

Das Label empfiehlt die Produktion ab zwölf Jahren.

_Die Autoren_

Für Idee, Konzeption und Story zeichnet Regisseur und Produzent Lars Peter Lueg verantwortlich. Die Dialogbücher schrieben Devon Richter und Nikola Frey. Die Musik stammt von Andy Matern, zusätzliche Gitarren spielte Stefan Ellerhorst. Die Aufnahme leitete Anno Storbeck. Das Artwork trug Alexander Lux bei.

Folge 1: Tochter des Lichts
Folge 2: Professor Dooms Erwachen
Folge 3: Das Tor zur Hölle
Folge 4: Virus in Jacksonville

_Die Sprecher_

Erzähler: Till Hagen (dt. Stimme von Kevin Spacey)
Jack Slaughter: Simon Jäger (Josh Hartnett, Heath Ledger, Matt Damon)
Tony Bishop: David Nathan (Johnny Depp, Christian Bale)
Dr. Kim Novak: Arianne Borbach (Catherine Zeta-Jones, Diane Lane)
Prof. Doom: Klaus-Dieter Klebsch (Alec Baldwin, Peter Stormare)
Basil Creeper: Rainer Fritzsche
Miss Albright: Regina Lemnitz (Kathy Bates, Diane Keaton, Whoopi Goldberg)
General Custer: Detlef Bierstedt (George Clooney)
Sunset River: Schaukje Könning (Charisma Carpenter)
Rick Silver: Dennis Schmidt-Foß (Freddie Prinze jr.)
Mr. Ming: Fang Yu
Grandma Abigail: Gisela Fritsch (Susan Sarandon)
Bob: Andy Matern
Und viele andere.

Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin. Seit 1982 arbeitet er als Synchronsprecher bei Film und TV. Er lieh unter anderem Josh Hartnett, Heath Ledger, James Duvall, Balthazar Getty, River Phoenix seine Stimme, aber auch „Grisu dem kleinen Drachen“, und war auch in TV-Serien wie „Waltons“, „Emergency Room“ zu hören. Seit 1998 arbeitet er zudem als Autor und Dialogregisseur. (Homepage-Info)

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Detlef Bierstedt ist Schauspieler und Synchronsprecher. Als deutsche Stimme von George Clooney verleiht er diesem Lässigkeit und Charme. Seit 1984 hat er über 600 Synchron-Rollen gesprochen und war als Schauspieler in der TV-Serie „Tatort“ zu sehen.

David Nathan gilt als einer der besten Synchron-Sprecher Deutschlands. Seine herausragende Erzählkunst erweckt den Horror zum Leben. Im deutschsprachigen Kino erlebt man ihn als Stimmband-Vertretung von Johnny Depp und Christian Bale.

_Vorgeschichte_

Im Verborgenen tobt seit Jahrtausenden ein blutiger Krieg zwischen Gut und Böse. Die Menschheit allein ist zu schwach, die entseelte Dunkelheit zu besiegen. Doch in Zeiten größter Verzweiflung wird eine Kämpferin geboren, die sich tapfer den Dämonen und Mächten der Finsternis entgegenstellt. Jene Kriegerin ist die Tochter des Lichts, die mit ihrer Kraft gegen die erbarmungslosen Bestien der Hölle antreten muss. Sie nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, aber ihre Feinde sollten dies besser tun. Begleiten wir die Tochter des Lichts auf seinem Weg. Ihr Name ist … Jack Slaughter.

_Handlung_

Das Unheil beginnt eines Tages an der Universität von Jacksonville in Kalifornien. Dort hat Professor Daniel Oswald Ozymandias Mangrove (man merke sich seine vier Initialen!) den Lehrstuhl für Parapsychologie inne. Aus einer banalen Meinungsverschiedenheit wird eine Kündigung: Seine Assistentin, die bildschöne Dr. Kim Novak, ihres Zeichens Physikerin und Bikinimodel, schmeißt die Brocken hin und verlässt das Haus.

Ein Glück für sie, denn der Professor will unbedingt beweisen, dass Dämonen existieren. Und der Schleimer Basil Creeper ist wahrlich keine Leuchte im Dämonenbeschwören. Als der Geldgeber des Professors, General Custer vom geheimen Psi-Korps der Armee, erfährt, was passiert ist, verliert auch er den Glauben an den Professor und streicht ihm die Mittel. Es ist das Ende für Mangroves Job. Die Meldung, dass sich Mangroves Bruder, der Arzt David Mangrove, erhängt hat, bringt das Fass zum Überlaufen. Auch seine vielen Delphinfiguren können den Professor nicht über seinen Dreifachverlust (Novak, Job, Bruder) hinwegtrösten. Er verflucht Gott und würde seine Seele geben für einen einzigen Dämonen.

Das lässt sich Gottes global operierender Mitbewerber um das Seelenheil der Menschen nicht zweimal sagen. Er stellt sich dem Professor als Mr. Lucy vor, und das ist keineswegs lustig. Wenn ihm Mangrove seine Seele verschreibt, dann werde er ihm einen Dämon präsentieren, mit allem Drum und Dran. Hier ist der Standardvertrag – sind ja bloß 616 Seiten -, da unten bitte mit Blut unterschreiben. Mangrove unterzeichnet mit „Professor D. O. O. M.“ Dangeschööön! Blitze zucken aus einer Wolkenbank, Donner grollt, Schwefel stinkt, überall treten Kurzschlüsse auf und – whoosh, steht da ein leibhaftiger Dämon! Zweieinhalb Meter hoch, mit zwei süßen Hörnchen auf dem Kopf, goldener Haut und glühenden, roten Augen. Die Identität ist etwas unerwartet: Es ist DOOM selbst …

|Die Superkanone|

Jack Adrian Slaughter, 25, sportlich, Frauenheld, geht nicht mehr zur Highschool, sondern malocht im Einkaufszentrum in dem Waffengeschäft „Lucky Hunter“. Miss Albright, seine Nachbarin, ermahnt ihn, die Treppe zu putzen und übergibt ihm ein Päckchen ohne Absender. Sehr ominös! Jack geht damit zu Tony Bishop, seinem besten Freund, der im „Videoland“ in der gleichen Mall arbeitet, aber immerhin als Student eingeschrieben ist. Ist in dem Päckchen eine Bombe? Nein, denn es tickt nicht. Also öffnen sie es.

Auf der Holzschatulle steht „Befreier“. Na, klasse. Darin liegt eine Pistole. Wenigstens mit Knarren kennt sich Jack ja aus, und so fällt ihm auf, dass es sich bei dieser FP45 „Liberator“ NICHT um die allseits bekannte Einmalpistole handelt, die die Amis im II. Weltkrieg über besetzten Gebieten abwarfen. Nein, diese Liberator ist zwar auch eine Pistole vom Kaliber 45, hat aber ein Magazin von zehn Schuss. Die Patronen muss man alle einzeln in den Lauf pfriemeln, was die Waffe ein wenig unpraktisch macht. Und die Treffsicherheit lässt auch zu wünschen übrig. Sie ist nur auf etwa acht Meter zielgenau. Aber wenigstens sind die Patronen Dumdum-Geschosse aus einer Titan-Uran-Legierung. Solch radioaktives Zeug sollte man nicht unbedingt in die Hosentasche stecken, wenn man später noch Kindergeld kassieren will. Sollte man wider Erwarten dennoch etwas damit treffen, dann hat das Getroffene gute Chancen, in Stücke gesprengt zu werden.

|Der Höllenhund|

Am Abend gehen Jack und Tony Bock auf eine Party. Da Tony aus Kostengründen sowieso im Wohnheim der EGA-Studentenverbindung logieren darf, bietet es sich an, dass sie die EGA-Party besuchen. Hier gibt es Babes! Babes wie Sunset River beispielsweise, eine Blondine aus reichem Haus, die tatsächlich Männer mag. Leider ist sie schon vergeben: an einen Jock namens Rick Silver. Tony und Jack müssen ihr Jagdglück woanders versuchen.

Da explodiert die Haustür. In dem Loch erspähen Tony und Jack ein Wesen aus ihren schlimmsten Albträumen: einen Höllenhund. Ob ihn Professor DOOM aus der Hölle geholt hat? Sie können es nicht wissen und kommen auch gar nicht zum Denken. Gebrüll und panikartiges Kreischen erfüllen den Partyraum! Nur gut, dass Jack seine Liberator mitgenommen hat. Er lädt das Gerät umständlich und feuert einmal. Treffer! Sunset River, das reiche Babe, jammert: Der Schleim des Monsters hat ihr Kleid versaut.

|Oma Abigail|

Nach etwas Rätseln über das Wesen aus der Hölle geht Jack nach Hause und zu Bett. Dort hat er einen sehr seltsamen Traum. Seine Großmutter Abigail erscheint ihm. Sie nennt ihn Jackie, als wäre er ein Mädel. Protest ist zwecklos. Sie informiert ihn, dass das Böse zurückgekehrt sei, das sie einst besiegt hatte. Der Höllenhund sei erst der Anfang gewesen. Jemand müsse es wieder bekämpfen, wie sie selbst es im 19. Jahrhundert tat. Sie wolle ihm ihre Zauberkraft schenken. In jeder zweiten Generation werde eine Jägerin geboren: die Tochter des Lichts. Es gebe sie seit hundert Generationen.

Zum Schluss gibt sie „Jackie“ noch einen Hinweis: Im Grab „ihrer“ Eltern Barbara und John werde sie die „ultimative Waffe gegen das Böse“ finden. Bevor Oma verschwindet, gibt sie Jackie noch einen Schminktipp.

|Grabräuber|

Mit Tonys Spaten ausgestattet, schleichen sich Jack und Tony nachts auf den Friedhof und graben die Begräbnisstätte seiner Eltern um. Sarg Nr. 1 ist leer! Sarg Nr. 2 ist es auch – fast. Wieder mal ein Päckchen. Darauf steht: „Für Jackie in Zeiten der Not. Von Grandma“. Jetzt ist Jack gespannt wie ein Flitzebogen. Ist darin jetzt „die ultimative Waffe gegen das Böse“? Er öffnet das Päckchen. Darin liegt – eine Barbiepuppe …

_Mein Eindruck_

Schon bei der Lieferung der ersten und zweiten CD dieser neuen Hörspielserie habe ich mich gewundert, warum sie nicht bei |Lübbe Audio| erscheint. Dort veröffentlicht Luegs Firma |LPL records| immer schon die Serie „Offenbarung 23“ sowie sämtliche Hörbücher, die er produziert. Warum also nicht auch „Jack Slaughter“?

Dafür scheint es mehrere Gründe zu geben. Erstens hat |Lübbe Audio| schon jede Menge Serien im Programm. Darunter sind auch Krimis und Mystery-Produktionen. Nun kommt noch eine Horror-Serie daher, noch dazu als parodistische Komödie. Dadurch bekommt |Lübbe Audio| ein Problem mit seinem Vertrieb: Es ist ein Absatzkanal, der nur eine bestimmte Menge an Produktionen pro Monat an die Verkaufsstellen (Kaufhäuser, Buchhändler) schleusen kann, von der Werbung und der Vermarktung ganz zu schweigen.

Neben diesen wirtschaftlichen Erwägungen gibt es auch ästhetische. So etwas wie „Jack Slaughter“ hat es bislang noch nicht gegeben. Die Serie ist modern, respektlos, sexy und gewalttätig. Die Zielgruppe muss entsprechend aufgeschlossen sein: Teenies ab zwölf Jahren, möglichst auch Gamer, nicht unbedingt nur Jungs. Zudem gibt es eine Geschlechterverwirrung (Jack, die |Tochter| des Lichts), die für eine gewisse anspielungsreiche Schlüpfrigkeit in der Darstellung sorgt. So etwas kommt nicht bei jedem Publikum gut an.

Außerdem gibt es ein gewichtiges Argument gegen „Jack Slaughter“: Mit „John Sinclair, dem |Sohn| des Lichts“, gibt es bei |Lübbe| bereits eine eine aufwändig produzierte Horror-Serie, die nur selten auf parodistische Abwege geraten darf. „Jack Slaughter“ hat nicht nur die Initialen mit John Sinclair gemeinsam, sondern auch jede Menge Accessoires wie Kreuze und Ketten, die nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Wer wäre so verwegen, John Sinclair, dem Scotland-Yard-Mann, eine Barbiepuppe als Waffe in die Hand zu drücken?

|Weißhüte|

„Jack Slaughter“ nimmt relativ wenig ernst. Wer würde ihm neben Barbiepuppe und Halskette eine einschüssige Pistole aus dem II. Weltkrieg in die Hand drücken? Nur ein Schöpfer mit einem satirischen, um nicht zu sagen: abwegigen Geschmack für Details. Seine Helden sind zwei sympathische Buddies: Jack Slaughter und Tony Bishop. In Folge zwei kommt noch eine sexy Intelligenzbestie namens Kim Novak (wenn der Name für den Umfang der Oberweite steht, kann man sie sich gut mit ihren hervorstechenden Eigenschaften vorstellen) dazu, um das dynamische Trio zu komplettieren.

|Schwarzhüte|

Die Schurken hingegen sind reichlich konventionell entwickelt. Der Professor ist zwar nicht direkt durchgeknallt, aber doch ein wenig besessen, zum Beispiel von Dämonen und seiner Delphinsammlung. (Seine Lieblingsfigur trägt den einfallsreichen Namen „Flopper“.) Er trinkt für sein Leben gern Kaffee und steht folglich ständig unter Strom.

Sein Assi ist ein Renfield, wie er im Dracula-Buch steht: ein Schleimer, der nur seinem Herrn dienen will. Mister Satan tritt als Lucy auf, was ebenfalls zum Standardmotiv der Geschlechterverwirrung gehört. Alle unsere Erwartungen an Satan werden erfüllt: Er zieht den Professor über’n Tisch und macht aus ihm den Dämon, den dieser schon immer haben wollte.

Ziemlich seltsam und deplatziert wirkt es, wenn sowohl Mr. Lucy als auch der Prof. Selbstgespräche führen. Dieses theatralische Stilmittel findet sich zum Glück bei den Guten nicht, es sei denn, man zählt einen Traum ebenfalls dazu. Die Guten reden miteinander, die Bösen mit sich selbst. Wer erscheint nun zurechnungsfähiger?

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Nach einem rockigen Intro spricht Till Hagen, der Erzähler, den oben als „Vorgeschichte“ zitierten Einleitungstext, welcher der Handlung der Serie ihren Hintergrund verleiht. Während der von Klebsch gesprochene Professor Mangrove alias DOOM sich zum Superschurken à la Lex Luthor oder Der Joker entwickelt, lernen wir den ganz normalen Jack Slaughter kennen. Simon Jäger ist uns als Stimme von Josh Hartnett und anderen Hollywood-Schauspielern bekannt. Er kommt ebenso locker als Slacker daher wie sein Kumpel Tony Bishop. Wie die beiden miteinander frotzeln oder einen auf cooler Macker machen, ist schon die halbe Miete für den Erfolg des Hörspiels.

Die Frauenstimmen spielen eine wichtige Rolle. Oma Abigail, gesprochen von Gisela Fritsch, vermittelt ihr Wissen als vormalige Tochter des Lichts, und Kim Novak alias Arianne Borbach empfiehlt sich als Psi-Expertin. Sunset River spielt sozusagen ein Babe aus „Baywatch“ – welches, kann man sich leicht denken. Schaukje Könning spricht unter anderem sexy Charisma ‚Cordelia‘ Carpenter in „Buffy“ und „Angel“, und ihre Stimme passt entsprechend gut zu einem Babe.

|Geräusche|

Die Geräusche sind zwar realistisch, um die Umgebung echt erscheinen zu lassen, doch sie werden nur ganz gezielt eingesetzt. Sie sollen auf keinen Fall den Dialog stören. Eine kritische Szene ist die Party im Fraternity-Wohnheim, wo der Höllenhund erscheint. Eine Menge Stimmen müssten eigentlich im Hintergrund zu hören sein, aber sie sind alle extrem gedämpft worden, damit wir den Dialog von Jack und Tony im Vordergrund verstehen können.

Wie klingt ein Höllenhund? Sicherlich haben die wenigsten von uns jemals einen Höllenhund zu Gesicht bekommen, geschweige denn einen mit den eigenen Lauschern gehört. Die Macher dachten sich also, man müsse dieses Höllenviech möglichst bedrohlich klingen lassen, daher brüllt es. Aber es muss auch abstoßend höllisch wirken, daher sabbert es. Nun muss man es nur noch in einer parodistischen Wendung zur Strecke bringen. Diesen Part übernimmt Meisterschütze Jack und knallt das Monster einfach mit seiner Befreier-Pistole ab. Die Ghostbusters könnten es nicht besser, und der Ektoplasma-Schleim, der sich über Sunset River verteilt, passt dazu.

Man kann es aber auch mit dem Einsatz von Geräuschen übertreiben. Ein Beispiel ist die Friedhofszene. Der Wind heult, dito ein Wolf, die Grillen zirpen, eine Eule schreit, dito eine Katze, sogar ein Pferd wiehert (völlig unmotiviert) und diverse Nachtvögel unken unheimlich. Es ist diese Übertreibung, die sich nur eine Parodie anmaßen darf, die sich und ihre Mittel nie ernstnimmt.

|Musik|

Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale gegenüber „John Sinclair“ ist die flotte, rockige Musik, die durchweg elektronisch verstärkt wird. Dagegen nimmt sich „John Sinclairs“ Musik mit ihrer klassischen Instrumentierung richtig zahm aus. Dieses stilistische Update lag sicherlich ebenfalls in der Absicht der Macher. Diese Musik hat mir am meisten Spaß gemacht.

_Unterm Strich_

Die erste Folge der Parodie auf |Lübbe|s „John Sinclair“-Serie von Horror-Hörspielen stellt die „good guys“ und die Schurken gegenüber, ohne die beiden Parteien jedoch miteinander interagieren zu lassen. Das kommt erst in Folge zwei. Daher mutet die Eröffnungsepisode eher wie eine Schnitzeljagd an statt wie eine Schurkenjagd. Die einzige Auseinandersetzung ist die mit dem Höllenhund, und die gerät halb actionreich, halb komisch. Somit ist der Ton für den Rest der Serie bereits vorgegeben.

Was dies alles mit einer Sitcom zu tun haben soll, ist mir allerdings schleierhaft. Situation-Comedies leben von ihren Dialog- und Situationswitz. In dieser Folge wird aber mehr auf Spannung und Charakterentwicklung Wert gelegt. Vielleicht kommt das mit den Situationen ja noch.

Musik, Dialoge und Personal sind schon recht nach meinem Geschmack, auch die Geschlechterverwirrung kommt gut an. Jetzt muss nur noch der Professor etwas weniger pathetisch in Selbstgespräch daherlabern, dann ist er schließlich auch noch erträglich. Was noch dringend gebraucht wird, sind erstens Action und zweitens Erotik. Es reicht eben nicht, Bikini-Models auftreten zu lassen, als wären sie Schaufensterpuppen. Man muss sie auch in die Handlung eingreifen lassen, und hoffentlich nicht bloß als Jungfer in Not.

Ich wünsche |LPL| und |Universal| viel Erfolg mit ihrer neuen Serie.

|67 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-8291-2187-3|
http://www.jack-slaughter.de
http://www.lpl.de
http://www.myspace.com/jackslaughtertochterdeslichts
http://www.folgenreich.de
http://www.universal-music.de
http://www.karussell.de

Richter, Devon /Frey, Nikola / Lueg, Lars Peter – Jack Slaughter – Tochter des Lichts 2: Professor Dooms Erwachen

_Slaughter die Zweite: Geisterjäger ohne Einfälle_

Die erste Horror-Hörspiel-Sitcom!

Im sonnigen Jacksonville erwacht das unsagbar Böse. Waffenfreak und Hobbytaucher Jack Slaughter wird dazu berufen, sich auf einen heiligen Feldzug gegen die Finsternis zu begeben. Wird Jack es schaffen, gegen Dämonen, Monster, Zombies und Vampire zu bestehen? Und warum soll ausgerechnet er die „Tochter des Lichts“ sein? Doch das grauenhafte Schicksal nimmt bereits seinen Lauf!

In der zweiten Folge brütet Prof. Doom in seinem Geheimlabor über finsteren Racheplänen. Die Erste, die ihn verließ, war Dr. Kim Novak. Flugs setzt er seinen Plan in die Tat um. Dummerweise kommt ihm erneut Jack Slaughter, die Tochter des Lichts, in die Quere. Am Ende verschwindet einer der beiden restlos von der Bildfläche …

Der Verlag empfiehlt die Produktion ab zwölf Jahren.

_Die Autoren_

Für Idee, Konzeption und Story zeichnet Regisseur und Produzent Lars Peter Lueg verantwortlich. Die Dialogbücher schrieben Devon Richter und Nikola Frey. Die Musik stammt von Andy Matern, zusätzliche Gitarren spielte Stefan Ellerhorst. Die Aufnahme leitete Anno Storbeck. Das Artwork trug Alexander Lux bei.

Folge 1: [Tochter des Lichts]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5532
Folge 2: Professor Dooms Erwachen
Folge 3: Das Tor zur Hölle
Folge 4: Virus in Jacksonville

_Die Sprecher_

Erzähler: Till Hagen (dt. Stimme von Kevin Spacey)
Jack Slaughter: Simon Jäger (Josh Hartnett, Heath Ledger, Matt Damon)
Tony Bishop: David Nathan (Johnny Depp, Christian Bale)
Dr. Kim Novak: Arianne Borbach (Catherine Zeta-Jones, Diane Lane)
Prof. Doom: Klaus-Dieter Klebsch (Alec Baldwin, Peter Stormare)
Basil Creeper: Rainer Fritzsche
Miss Albright: Regina Lemnitz (Kathy Bates, Diane Keaton, Whoopi Goldberg)
Sunset River: Schaukje Könning (Charisma Carpenter)
Rick Silver: Dennis Schmidt-Foß (Freddie Prinze jr.)
Mr. Ming: Fang Yu
Grandma Abigail: Gisela Fritsch (Susan Sarandon)
Bob: Andy Matern
Und viele andere.

Till Hagen, Jahrgang 1949, absolvierte von 1969 bis 1971 seine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in Berlin. Schon während seiner Studienzeit debütierte er als Darsteller in einer kleinen Nebenrolle in Alfred Vohrers „7 Tage Frist“. Nach seinem Studium folgten Engagements am Theater Dortmund und Bielefeld sowie am Kindertheater im Reichskabarett zu Berlin, dem späteren GRIPS-Theater. Anschließend studierte Hagen Deutsch und Theaterpädagogik und wurde Sprecher beim Deutsche-Welle-Fernsehen und im Hörfunk sowie ein gefragter Synchronsprecher, unter anderem für Kevin Spacey. Bekannt ist Hagen auch als Zoowärter Karl in der Kinderhörspielserie „Benjamin Blümchen“ sowie als Synchronsprecher von Joey Gladstone aus „Full House“.

Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin. Seit 1982 arbeitet er als Synchronsprecher bei Film und TV. Er lieh unter anderem Josh Hartnett, Heath Ledger, James Duvall, Balthazar Getty und River Phoenix seine Stimme, aber auch „Grisu dem kleinen Drachen“, und war auch in TV-Serien wie „Waltons“ und „Emergency Room“ zu hören. Seit 1998 arbeitet er zudem als Autor und Dialogregisseur.

David Nathan gilt als einer der besten Synchron-Sprecher Deutschlands. Seine herausragende Erzählkunst erweckt den Horror zum Leben. Im deutschsprachigen Kino erlebt man ihn als Stimmband-Vertretung von Johnny Depp und Christian Bale.

Arianne Borbach, Jahrgang 1962, studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Schon während ihrer Studienzeit trat sie als Darstellerin an verschiedenen Bühnen auf, vor allem aber in Ost-Berlin, wo sie bis 1992 Mitglied des Theaters der Freundschaft war. Abseits ihrer Tätigkeit am Theater wirkte Borbach auch ab 1984 bei Film- und Fernsehproduktionen der DEFA und des DFF als Schauspielerin mit, unter anderem 1987 in „Liane“, wo sie die Hauptperson verkörperte und dafür als beste Darstellerin auf dem Nationalen Spielfilmfestival der DDR geehrt wurde. Nach der Wende war sie häufig in Nebenrollen einschlägiger Fernsehserien zu sehen. Ursprünglich sollte sie als Tatort-Kommissarin Carla Wall in „Die Brut der schönen Seele“ (1991/92) eingeführt werden, doch der Film wurde später außerhalb der beliebten Reihe ausgestrahlt. Als Synchronsprecherin lieh sie unter anderem Uma Thurman und Catherine Zeta-Jones ihre Stimme. In Fernsehserien synchronisierte sie Portia de Rossi als ‚Nelle Porter‘ in „Ally McBeal“, Roxann Dawson als ‚B’Elanna Torres‘ in „Star Trek: Raumschiff Voyager“, Teryl Rothery als ‚Dr. Janet Frasier‘ in „Stargate SG-1“, Lisa Ryder als ‚Beka Valentine‘ in „Andromeda“, Lauren Holly als ‚NCIS-Director Jennifer Shepard‘ in „Navy CIS“, Sela Ward als ‚Stacy Warner‘ in „Dr. House“ sowie Barbara Alyn Woods als ‚Deborah Lee Scott‘ in „One Tree Hill“.

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

_Vorgeschichte_

Im Verborgenen tobt seit Jahrtausenden ein blutiger Krieg zwischen Gut und Böse. Die Menschheit allein ist zu schwach, die entseelte Dunkelheit zu besiegen. Doch in Zeiten größter Verzweiflung wird eine Kämpferin geboren, die sich tapfer den Dämonen und Mächten der Finsternis entgegenstellt. Jene Kriegerin ist die Tochter des Lichts, die mit ihrer Kraft gegen die erbarmungslosen Bestien der Hölle antreten muss. Sie nimmt sich selbst nicht ganz so ernst, aber ihre Feinde sollten dies besser tun. Begleiten wir die Tochter des Lichts auf seinem Weg. Ihr Name ist … Jack Slaughter.

_Handlung_

Jack Slaughter träumt erneut von seiner Großmutter Abigail und erwähnt dabei Ponytail, seine neue Barbiepuppe. Oma bestätigt, dass es sich bei Ponytail um die ultimative Waffe gegen das Böse handle. Sie gibt ihm Tipps für den korrekten Einsatz und warnt ihn, dass er Ponytail nur einmal binnen 24 Stunden einsetzen könne. Nachdem sie ihn auf den Jahrmarkt von Jacksonville geschickt und ihm einen weiteren Schminktipp gegeben hat, endet der Traum.

Auf dem Jahrmarkt, den Jack zusammen mit Tony besucht, bekommt er von einem Wahrsager der Roma eine magische Halskette, die gegen die Kräfte des Bösen schützen soll. Kaum dreht er sich mal um, ist der Wahrsager verschwunden. Merkwürdig. Findet Tony auch. Und Drachen oder Werwölfe gebe es sowieso nicht. Also, was soll’s, lass uns doch ins „Happy Diver“ gehen. Gesagt, getan. Es ist Jacks Lieblingsladen, denn er ist ja auch Hobbytaucher. Der Tauchlehrer schenkt ihm den Zahn eines Urhais, eines Megalodon. Obercool!

|Die Modenschau|

Inzwischen ist es für Tony an der Zeit, vor seinem Laden „Videoland“ die Modenschau zu moderieren, mit der für den neuen Film „Bikini Highschool Massacre“ geworben werden soll. Unter den Bikini-Schönheiten fällt sein Blick sofort auf Sunset River, die er ja auf der EGA-Party kennenlern-, äh, wollte. Leider hat die Superblondine ihn inzwischen schon wieder vergessen. Sie findet hier alles super und ist überzeugt, sie werde den Wettbewerb gewinnen. Äh, welchen Wettbewerb?

Da fällt Tonys Blick auf Dr. Kim Novak. Wow, was für ein aufregender, äh, Geist in diesem Körper! Sie stellt sich als Physikerin und frühere Assistentin von Professor Mangrove vor. Als sie erwähnt, dass der Prof über Parapsychologie geforscht hat, hat er eine Erleuchtung: Kim Novak ist genau die Expertin, die er und Jack suchen, um die Geheimnisse der Barbiepuppe zu erforschen! (Nein, sie wollen jetzt nicht lernen, mit Puppen Doktorspielchen zu veranstalten, sondern herausfinden, wie man die Magie Ponytails am wirksamsten einsetzt.)

In der Heimatfilm-Abteilung der Videothek hält Tony mit Jack und Kim eine Geheimberatung ab. Kim hält sie zwar für Spinner, aber wenigstens liebenswürdige Spinner. Ob sie schon mal von der Tochter des Lichts gehört habe? Aber klar doch: Es handle sich um die Enkelin der Zauberin Circe und des Sonnegottes Helios, die in jeder zweiten Generation auftauche. Aber das sei bloß so ein Mythos, klar? Aber klar doch.

|Der Angriff|

Unterdessen brütet Prof. Doom in seinem Geheimlabor über finsteren Racheplänen, assistiert von seinem Assistenten, dem Schleimer Basil Creeper. Die Erste, die den Professor verließ, war Dr. Kim Novak. Flugs setzt er seinen Plan in die Tat um, als Basil ihm Novak in den Fernsehnachrichten zeigt. Basil kann ihm sogar Kims Adresse in dem Haus ihrer Agentur auf den Jacksonville Hills geben. Der zweieinhalb Meter große, goldhäutige Dämon setzt sich in Marsch.

Es ist eine lauschige Nacht, in der Jack Kim Novak zu ihrem Zuhause fährt. Sie stoppen vor dem Haus ihrer Agentur, als vor ihnen ein goldener Dämon materialisiert. Jack behält die Nerven und holt seine Pumpgun hervor. Kim solle sich verstecken, sagt er noch, dann feuert er auf das übernatürliche Wesen. Der Treffer verpufft wirkungslos! Doch seine Liberator kann Jack noch nicht einsetzen; sie zu laden ist zu umständlich. Da würgt ihn der Dämon auch schon – und schreckt in einem Aufblitzen von Jacks heiliger Zigeunerkette zurück.

Nun ist es an der Zeit, auch die ultimative Waffe gegen das Böse einzusetzen. Befremdet schaut Kim Novak zu, wie Jack zu einer Barbiepuppe greift, sie hochhält und ein paar Worte ruft. Ist er jetzt völlig irre geworden? Doch die Wirkung gibt Jack Recht …

_Mein Eindruck_

Dem Bösen fällt auch nichts Neues mehr ein. Da ist der Professor nun zu einem Gestaltwandler geworden und weiß nichts damit anzufangen. Statt sich unter das Publikum zu mischen und die Bikinibräute zu begaffen, lauert der Dämon seiner früheren Assistentin vor ihrem Haus auf. Das erinnert doch schwer an Chapman, den Mörder von John Lennon, der es genauso machte. Merke: Diese Handlung ist vorhersehbar bis zum Gehtnichtmehr. Weil schon Minuten vorher abzusehen ist, dass das Böse den Kürzeren ziehen wird, macht diese Folge wesentlich weniger Spaß als die Auftakt-Episode.

Mal ehrlich: Wer würde einem dahergelaufenen Jahrmarktbesucher eine kostbare Halskette in die Hand drücken? Und der würde sich nicht einmal was dabei denken? Hier versagt sämtliche Psychologie, und die Regeln der Klischeekisten, die sattsam bekannt sind, greifen mit voller Wirksamkeit. Weil Jack Slaughter vom SCHICKSAL oder den Genen der Familie dafür ausersehen ist, bekommt die Tochter des Lichts die Halskette. Und weil er ja schon immer ein braver Junge war, dem solche Sachen immer in den Schoß fielen, braucht er sich nicht darüber zu wundern, dass ihm Wildfremde ihre Preziosen in den Schoß werfen. Wie logisch klingt das? Überhaupt nicht logisch.

Die einzige Figur, die noch halbwegs mit Verstand gesegnet ist, ist Kim Novak. Sie hält die beiden Geisterjäger Jack und Tony für Spinner. Aber sie hat immerhin am Institut für Parapsychologie gearbeitet – wie gutgläubig muss sie also von jeher gewesen sein, um an Geister zu glauben? Wir erfahren zwar ihre Vorgeschichte nicht, nehmen ihr aber auch nicht ihren Abschluss als Physikerin ab. Ein an Geister glaubendes Bikini-Model passt schon eher in das Sammelsurium aus Klischees, das die Parodie auf „John Sinclair“ auf die Schippe nehmen will.

Doch die Parodie erweist sich zunehmend als Wiederholung der bekannten Klischees, besonders dann, wenn es um die Action geht. Würde es ein Geisterjäger wie Jack Slaughter wagen, eine Jungfer in Not im Regen stehen zu lassen beziehungsweise den Klauen des Bösen zu überlassen? Nimmer! Es würde einen Aufschrei der Fangemeinde geben, sofern bereits vorhanden. Die Parodie muss auf einem schmalen Grat wandeln, wenn es um ihren eigenen Erfolg geht. Wir können nur darauf hoffen, dass das Experiment nicht wie bei der Trash-Serie „Jac Longdong“ anno 2003 in die Hose geht.

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Nach einem rockigen Intro spricht Till Hagen, der Erzähler, den oben als „Vorgeschichte“ zitierten Einleitungstext, welcher der Handlung der Serie ihren Hintergrund verleiht. Während der von Klebsch gesprochene Professor Mangrove alias DOOM sich zum dämonischen Superschurken à la Lex Luthor oder Der Joker entwickelt, lernen wir den ganz normalen Jack Slaughter kennen.

Simon Jäger ist uns als Stimme von Josh Hartnett und anderen Hollywood-Schauspielern bekannt. Er kommt ebenso locker als Slacker daher wie sein Kumpel Tony Bishop. Wie die beiden miteinander frotzeln oder einen auf cooler Macker machen, ist schon die halbe Miete für den Erfolg des Hörspiels.

Warum der mysteriöse „Bob“ ständig auftaucht, ist ein Rätsel. Andy Matern, der Komponist, wollte es offenbar wie die großen Regisseure Alfred Hitchcock, Peter Jackson und M. Night Shyamalan machen und in seinen eigenen Produktionen irgendwie selbst auftauchen. So etwas nennen Fachleute „Cameo Appearances“. Dabei hat „Bob“ allerdings außer Genuschel nichts Konstruktives beizutragen. Er erinnert mit an die Cameos von Dero in der Hörspielserie „Schattenreich“, der stets als „düsterer Typ“ auftrat.

Die Frauenstimmen spielen eine wichtige Rolle. Oma Abigail, gesprochen von Gisela Fritsch, vermittelt ihr Wissen als vormalige Tochter des Lichts, und Kim Novak alias Arianne Borbach empfiehlt sich als Psi-Expertin. Sunset River spielt sozusagen ein Babe aus „Baywatch“ – welches, kann man sich leicht denken. Schaukje Könning spricht unter anderem sexy Charisma ‚Cordelia‘ Carpenter in „Buffy“ und „Angel“, und ihre Stimme passt entsprechend gut zu einem Babe.

|Geräusche|

Die Geräusche sind zwar realistisch, um die Umgebung echt erscheinen zu lassen, doch sie werden nur ganz gezielt eingesetzt. Sie sollen auf keinen Fall den Dialog stören. Eine kritische Szene ist die Modenschau vor dem „Videoland“. Aber Tony Bishop verfügt offenbar über eine Verstärkeranlage, so dass er jederzeit gut zu verstehen ist. Und auch die Konversationen im Schnellimbiss „Mosberg“ von Mr. Ming (Mosberg ist ein Hersteller von Pumpguns) sind sehr gut zu verstehen.

Der Showdown mit dem Dämon Prof. Doom gibt akustisch leider nicht allzu viele Knalleffekte her. Die Schüsse, das Blitze-Donnern ist alles schon mal dagewesen. Wesentlich lustiger ist diesmal der Professor, der uns mit seiner Kaffeesucht und seiner Sentimentalität unterhält. Unversehens erwacht auch seine Delphinfigur Flopper zum Leben und keckert wie der sattsam bekannte TV-Serien-Flipper. Dieses Sound-Sample wollten die Toningenieure offenbar unbedingt drin haben, weiß der Geier, warum. Vielleicht hielten sie das sogar für lustig.

|Musik|

Eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale gegenüber „John Sinclair“ ist die flotte, rockige Musik, die durchweg elektronisch verstärkt wird. Dagegen nimmt sich „John Sinclairs“ Musik mit ihrer klassischen Instrumentierung richtig zahm aus. Dieses stilistische Update lag sicherlich ebenfalls in der Absicht der Macher. Diese Musik hat mir am meisten Spaß gemacht.

_Unterm Strich_

Die zweite Folge der Parodie auf Lübbes „John Sinclair“-Serie von Horror-Hörspielen stellt die „good guys“ und die Schurken gegenüber, wobei es zum ersten Showdown kommt. Was die Action anbelangt, ist dies jedoch der einzige Höhepunkt. Wie ich finde, ist das viel zu wenig, um für ein junges Zielpublikum ausreichend unterhaltsam zu wirken.

Was dies alles mit einer Sitcom zu tun haben soll, ist mir allerdings schleierhaft. Situation-Comedies leben von ihren Dialog- und Situationswitz. Vielleicht kommt das mit den Situationen ja noch. Jede Hollywood-Teeniekomödie hat jedenfalls mehr Witz, Erotik und Action. Man denke nur mal an „American Pie 1 bis 3“.

Musik, Dialoge und Personal sind schon recht nach meinem Geschmack, auch die Geschlechterverwirrung kommt gut an. Jetzt muss nur noch der Professor etwas weniger pathetisch in Selbstgespräch daherlabern, dann ist er schließlich auch noch erträglich. Was noch dringend gebraucht wird, sind erstens Action und zweitens Erotik. Es reicht eben nicht, Bikini-Models auftreten zu lassen, als wären sie Schaufensterpuppen. Man muss sie auch in die Handlung eingreifen lassen, und hoffentlich nicht bloß als Jungfer in Not.

|65 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-8291-2188-0|
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Mark Brandis – Testakte Kolibri 2 (Folge 6)

Tödliche Weltraumträume

Das Jahr 2124: Der Prototyp „Kolibri“ ist eine Sensation – der erste Raumschifftyp, der in allen Elementen, unter Wasser, in der Luft und im Weltraum reisen kann. Mark Brandis wird beauftragt, als Projektleiter eine mysteriöse Pannenserie aufzuklären, die einen Testpiloten nach dem anderen umbringt. Die VEGA (siehe unten unter „Hintergrund“) braucht den Erfolg, und der Druck steigt. Brandis begibt sich selbst in Gefahr, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen … (Verlagsinfo)

Der Autor

Mark Brandis – Testakte Kolibri 2 (Folge 6) weiterlesen

Michalewsky, Nikolai von / Redeker, Jochim-C. / Weymarn, Balthasar von – Mark Brandis: Testakte Kolibri 1 (Hörspiel, Folge 5)

_Spannende Ermittlung bei tödlicher Erprobung_

Das Jahr 2124: Der Prototyp „Kolibri“ ist eine Sensation – der erste Raumschifftyp, der in allen Elementen, unter Wasser, in der Luft und im Weltraum reisen kann. Mark Brandis wird beauftragt, als Projektleiter eine mysteriöse Pannenserie aufzuklären, die einen Testpiloten nach dem anderen umbringt. Die VEGA (siehe unten unter „Hintergrund“) braucht den Erfolg, und der Druck steigt. Brandis begibt sich selbst in Gefahr, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach Perry Rhodan) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

Folge 1: [„Bordbuch Delta VII“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4995
Folge 2: [„Verrat auf der Venus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5013
Folge 3: [„Unternehmen Delphin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5524
Folge 4: [„Aufstand der Roboter“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5986

_Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:

Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual-Reality-Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell-Momentaufnahmen-Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.

Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Thomas Weichler.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Michael Lott spricht: Commander Mark Brandis
Wolf Frass: Prolog
Peter Bieringer: William Stafford
Dorothea Anna Hagena: Ruth O’Hara, Brandis‘ Gattin
Marion von Stengel: Henri Vidal
Frank Thomé: Manuel Vargas
Stefan Peters: Adjutant
Gerhart Hinze: John Harris, Direktor von VEGA
Christian Lessiak: Sven Osberg
Siegrun Sträter: Louise Barley
Olaf Reichmann: Anthony Richardson
Detlef Bierstedt: Dr. Jefferson Greene
Ozan Ünal: Boleslaw Burowski
David Nathan: Grigori „Grischa“ Romen

David Nathan ist die deutsche Stimme von Johnny Depp und anderen, Detlef Bierstedt ist die deutsche Stimme von George Clooney.

_Hintergrund_

|Die Venus-Kolonie|

Die Chinesen errichteten auf dem Mars die erste Kolonie, deshalb wollte die westliche Union lieber die Venus besiedeln. Erst mit der Entdeckung einer chemischen Konstante Mitte des 21. Jahrhunderts gelang ein Durchbruch, und seither macht die Zersetzung von Schwefelsäure und Kohlendioxid in der Venus-Atmosphäre Fortschritte, wird aber erst Ende des 22. Jahrhundert abgeschlossen sein. Aufgrund der hohen Oberflächentemperatur von zunächst 450 °C und der langen Venustage (1 Tag entspricht 5832 Stunden) war und ist eine Besiedlung nur in Polnähe möglich. Bis 2095 wurde eine Strafkolonie unterhalten. Ein Schirm wurde errichtet, Forscher und Zivilisten folgten. Bodenwärme wurde in Energie umgewandelt, und die Venuskolonie prosperiert. (aus dem Booklet, abgewandelt)

|VEGA|

Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde-Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Mark Brandis ist der neue Projektleiter für die Tests am Allzweckflugzeug „Kolibri“, das für die Erkundung fremder Planeten vorgesehen ist. Brandis will mit Kolibris an Bord des Raumschiffs „Hermes“ zur Erkundung des äußeren Sonnensystems aufbrechen. Leider machen ihm schlechte Meldungen einen Strich durch die Rechnung. Als er auf dem VEGA-Stützpunkt auf der Pazifikinsel Espiritu Santo eintrifft, meldet ihm Pilot William Stafford den fünften Verlust eines Testpiloten.

Die Testpilotin Henri Vidal gibt ihm ein paar Antworten, die nicht in den Flugprotokollen stehen. Immer wenn der Vogel auf 2500 Meter getaucht ist und das Triebwerk starten soll, versagt der reguläre Startmechanismus. Entweder ertrinkt der Pilot, weil die Kiste in der zunehmenden Tiefe vom Wasserdruck zerquetscht wird – oder er wagt einen Alarmstart, der jedoch das Vehikel aus dem Wasser katapultiert und bis zu den Sternen bringt, auf Nimmerwiedersehen. Der Pilot stirbt an Luftmangel, wenn ihm nicht schon der hohe Andruck beim Start die Knochen gebrochen hat.

Das klingt ja nicht sonderlich ermutigend. Aber könnten das Problem nicht die Piloten sein, fragt er sich, als er die Kneipe des Stützpunkts betritt. Der Pilot Manuel Vargas behauptet, der Vogel sei ein Fleischwolf, will aber trotzdem nicht gehen. Brandis verbietet jede Ausgabe von Alkohol, was nicht gerade auf Gegenliebe trifft. Brandis Chef Harris, ein Kriegsveteran, glaubt wie Stafford, es könnte sich eher um einen Konstruktionsfehler handeln. Aber das Flugzeug wird bereits seit zwölf Jahren entwickelt und sollte ausgereift sein. Es sei denn, es handelt sich um Sabotage …

Weil die Zeit wegen politischen Drucks von ganz oben drängt, fliegt Brandis den Vogel selbst – und ist begeistert. Mit Gedankensteuerung reagiert das Vehikel auf die geringste Anweisung, so dass schwierigste Flugbewegungen kein Problem sind. Bei der Zwischenstation in der Mondbasis lernt er den Chefkonstrukteur Dr. Jefferson Green und den Techniker Anthony Richardson kennen. Richardson kann wegen eines Herzfehlers nicht selbst fliegen. Von Green erfährt Mark, dass „Kolibri“ ein Kind von General Smith aus dem Bürgerkrieg ist. Wenigstens kann Mark auf dem Mond seine Frau Ruth O’Hara wiedersehen.

Die Nagelprobe steht noch aus: der Tauchgang. Alles verläuft so, wie es sein soll. Abends feiern alle Piloten am Strand bei Lagerfeuer und Mondschein – der Generator ist ausgefallen. Bei dieser Gelegenheit lernt Mark den bemerkenswerten Testpiloten Grigori „Grischa“ Romen kennen. Der Mann scheint eine ungewöhnliche Lebensphilosophie zu haben, die ihn zwischen Heiterkeit und Melancholie schwanken lässt. Er sei ein Zigan aus der Ukraine und ans Umherziehen gewöhnt, er spielt Geige und Mundharmonika. Mit Grischa schließt Mark sogar Freundschaft.

Als sie am nächsten Tag zusammen den Tauchtest vornehmen, wird der Funkempfang massiv gestört. Wo ist dieser Störsender? Kurz bevor Grischa einen Notstart hinlegt, entdeckt er eine geheime Station am Meeresboden …

_Mein Eindruck_

Diese Story klingt verdächtig nach einem Macho-Abenteuer à la „Top Gun“, entpuppt sich aber schon bald als ein Nebenschauplatz der schwelenden Konflikte, die der Bürgerkrieg hinterlassen hat (siehe Folgen 1-4). Die Sterberate unter den Testpiloten ist unter anderem deshalb so hoch, weil sie während des Bürgerkriegs gefoltert wurden. Ihre Traumata machen sich nun besonders in der Notlage des Eingesperrtseins in einem sinkenden Fahrzeug verhängnisvoll bemerkbar, weil sie dem fast sicheren Tod ins Auge sehen. Doch die Alternative des Alarmstarts ist ebenso verderblich: Sie jagen den Vogel nur ins Jenseits des tiefen Weltraums.

In Teil zwei dieser Folge wird eine weitere Folge des Bürgerkriegs erkennbar: Sabotage. Und die neue Pilotin Jordan ist eine Ansammlung von Prothesen, die sie einem Unfall während des Krieges zu verdanken hat. Jordans Auftritt weist auf eine weitere Besonderheit dieses Szenarios auf dem vermeintlich idyllischen Eiland hin: Die Frauen sind gleichberechtigt und genauso hart drauf wie die männlichen Kollegen. Nicht die Kerle zücken den Revolver, sondern eine Frau.

Marks neuer Freund Grischa Romen, ein „Zigeuner“, ist ebenfalls Opfer des Kriegs geworden, und seine Geschichte ist sehr interessant. Sein Schiff wurde vor Australien von Piraten versenkt, und nur mit einem besonderen Trick gelang es ihm, ihnen zu entrinnen. Als unliebsamen Zeugen hätten sie ihn kaltgemacht. Romen will auf den Mond, zu den Stützpunkten, wo die Raumschiffe ausgerüstet werden. Er hat Träume, aber auch Traumata. Seine „russische Seele“ ist etwas klischeehaft gestaltet: melancholisch, aber gleichmütig. Man muss ihn einfach mögen. Und David Nathan gestaltet diese Figur sehr sympathisch.

Die Handlung wird von Marks Ermittlung vorangetrieben. Die geht ein bisschen schleppend voran, aber das liegt wohl auch daran, dass sie Stoff für zwei Folgen liefern muss und nicht alles hopplahopp vorangeht. Schließlich geht es ja auch um die Konflikte, auf die Mark stößt. Zudem soll der Zuhörer etwas von der Action mitbekommen, und das geht nur mit Hilfe der akustisch beeindruckenden Inszenierung der Testflüge bzw. Tauchfahrten.

_Die Inszenierung_

Das Hörspiel beginnt mit einer bezeichnenden Geräuschkulisse: dem Gluckern und Blubbern rund um ein Unterwasserfahrzeug, wie es ein „Kolibri“ darstellt. Danach folgen flotte Latino-Rhythmen, die den Zuhörer auf die Stimmung auf einem lateinamerikanischen Eiland einstimmen.

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa die Triebwerke der |Delta VII| oder das Öffnen und Schließen ihrer Luken und Schleuse. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Ungewöhnlich sind eher Sounds, die an das Brutzeln von Eier erinnern, an stockende Sounds – das lässt aufhorchen. Hier haben die Macher dazugelernt. Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Ich fand es beispielsweise ungewöhnlich, eine Episode ohne jedes Wort beginnen zu lassen, sondern eine Minute lang Töne zu kombinieren, so etwa Delphinpfeifen, Walgesänge, Gluckern und ähnliches.

Die meisten SF-Serien wie etwa „Classic Star Trek“ oder „Raumpatrouille Orion“ sind viel zu alt für solchen Sound, und „Babylon 5“ oder „Andromeda“ klingen zwar toll, spielen aber in abgelegenen Raumgegenden, wo irdische Ereignisse kaum eine Rolle spielen. Dadurch hebt sich „Mark Brandis“ im Hörspiel bemerkenswert von solchen TV-Produktionen ab, von SF-Hörspielen ganz zu schweigen. Nur |Lübbe|s „Perry Rhodan“ kann in dieser Liga mitspielen. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

|Die Sprecher|

Die Dialoge belegen die Verhaltensweisen von Erwachsenen statt von Jugendlichen. Man nimmt den Figuren jetzt ab, dass sie über Krieg und Frieden sowie den Tod von Menschen zu entscheiden in der Lage sind. Die Ernsthaftigkeit von „Raumpatrouille Orion“ ist mittlerweile mit der schnellen Handlung von „Perry Rhodan“ bestens kombiniert.

Auch Gewaltszenen an Bord von Raumfahrzeugen oder in Mannschaftsunterkünften sind nicht selten, so etwa zwischen Henri Vidal und Lt. Jordan, die ironischerweise beide Frauen sind. Der Gewalt geht ohne Ausnahme eine verbale Auseinandersetzung voraus, und sie hat immer personelle Konsequenzen. Daher ist Gewalt nicht um ihrer selbst willen inszeniert, sondern hat eine durchaus einsehbare Funktion.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist, wie zu erwarten, recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi.

Ganz am Schluss erklingt ein flottes Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsam Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden. Den Abschluss bildet der Hinweis auf die nächste Doppelfolge mit dem Titel „Vorstoß zum Uranus“.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Darüber hinaus gibt es jeweils Zusatzinformationen, so etwa über die VEGA, über die Insel Espiritu Santu und über die Organisation Marenostro. Mehrere Begriffe aus der Fliegerei werden im Booklet zum ersten Teil erklärt. Zwei Biographien finden sich im Booklet zum zweiten Teil: zu Grischa Romen und zu Rosanna Jordan.

_Unterm Strich_

Ähnlich wie manche Handlungsstränge der „Perry Rhodan“-Hörspiele greift auch die Mark-Brandis-Serie politische Themen auf, statt nun auf die Karte der abenteuerlichen Erforschung fremder Welten zu setzen. Das finde ich schon mal sehr löblich, denn so kann der Hörer die gezeigten Vorgänge mit seinen eigenen sozialen und politischen Verhältnissen vergleichen und sie, mit etwas Verstand, auch kritisch bewerten. In „Testakte Kolibri“ bleiben die politischen Konflikte des beendeten Bürgerkriegs nicht in der Vergangenheit, sondern werfen einen langen Schatten. Mehr darf nicht verraten werden.

|Das Hörspiel|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann. In der nächsten Folge „Testakte Kolibri 2“ gerät er sogar schwer in die Bredouille.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.

Gut finde ich, dass |Universal Music| jetzt den Vertrieb übernommen hat. Dadurch ist der Fortbestand der Serie wohl gesichert. Und nun kann man sich mit David Nathan (bekannt als „Johnny Depp“) und Detlef Bierstedt (bekannt als „George Clooney“) auch namhafte Synchronsprecher leisten, die ein wenig (?) mehr kosten als die bisher eingesetzten. Das kommt dem Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert der Serie nur zugute.

|Hinweis|

Die Fortsetzung trägt den Titel „Testakte Kolibri 2“. Deren Fortsetzung heißt „Vorstoß zum Uranus“.

|57 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3829123136|
http://www.folgenreich.de/markbrandis
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http://www.universal-music.de/musik/hoerbuch/

Mark Brandis – Blindflug zur Schlange (Folge 24)

Unter Weltraumpiraten: Action und Spannung

2133: Mark Brandis ist seit einem halben Jahr außer Dienst, als ihn die Nachricht von der Zerstörung des Patrouillenschiffs unter Grischa Romens Kommando erreicht. Als Zivilist hat Brandis keine Raumfluglizenz mehr. Zusammen mit Pablo Torrente macht er sich inkognito auf den Weg zu den Galapagosinseln. Von dort aus wollen sie versuchen, eine Passage zum Asteroidengürtel zu bekommen – in der Hoffnung, irgendwo in der von Piraten kontrollierten Region den Freund doch noch lebend zu finden … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab 12 Jahren.

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Mark Brandis – Raumkadett: Woran du glaubst … (Folge 6)

Die Handlung:

Eigentlich hatte es ein Urlaub werden sollen, doch alles kam anders! Wegen eines Datendiebstahls sitzt der junge Mark Brandis in Ostafrika im Gefängnis. Unheil braut sich über ihm zusammen. Seinen Freunden Alec, Annika und Rob läuft die Zeit davon. Ein Unbekannter behauptet, von der Botschaft geschickt zu sein, und bietet ihnen an, Annika und Rob in Sicherheit bringen zu lassen. Außerdem will er Alec helfen, Mark zu befreien. Aber können sie ihm trauen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

So, wir erinnern uns … eigentlich sind wir mit Mark zusammen in Afrika, um seinen verschollen geglaubten Vater zu finden. Davon wissen seine Freunde noch nix, denn die glauben, es ist wirklich nur ein Urlaub in Afrika. Nun ists aber anders gekommen, als es sicher einige Hörer gedacht haben und vor allem auch, als Mark gehofft hatte. Denn jetzt sitzt er selber fest. Kommt er da wohl raus? Finden seine Freunde irgendwann mal raus, dass er sie belogen hat? Und vor allem: Findet er seinen Vater oder wenigstens heraus, was wirklich mit ihm in Afrika passiert ist? Was hat der Titel, der vom martialischen BRANDIS-Motto „Woran du glaubst, dafür sollst du leben und sterben!“ stammt, mit allem zu tun? Und warum steht der Typ, der uns den ganzen Umweg in der letzten Folge eingebrockt hat, nicht mal mehr auf der Sprecherliste? Fragen, die sich der Hörer schon zu Anfang stellt und deren Beantwortung auch ich vor dem Start entgegenfieberte. Na ja, ganz so dramatisch wars nicht … aber gespannt war ich schon, keine Frage.

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Mark Brandis: Geheimsache Wetterhahn (Folge 31)

Die Handlung:

2136: Nach dem Tod von Präsident Hastings muss sich sein Nachfolger in einer allgemeinen Wahl General a.D. Dreyer stellen. Dreyer hatte gefordert, dass die Raumflotte alle Ressourcen der Suche nach Nahrungsquellen für die hungernde Union unterordnen solle, und war entlassen worden. Seitdem genießt er großes Ansehen als Politiker. Mark Brandis macht sich unterdessen auf den Weg nach Ozeanien: Das neue Schiff der Raumnotretter, die MARTIN LUTHER KING, ist plötzlich verstummt und über neutralem Boden abgestürzt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wetterhähne kenne ich auch noch … das sind diese platten Metallhähne, die auf einer Windrose sitzend, oben auf alten Bauernhäusern stecken und die Windrichtung anzeigen. Wer sich in dieser Folge wohl mit dem Wind dreht und warum der Wetterhahn hier gar zur Geheimsache erklärt wird?

Zuerst gibts aber noch mal ein langes „Was bisher geschah“ … für alle, die vergessen hatten, dass die Erde unter einer Staubwolke zu leiden hat, die die Sonne verdunkelt. Extrem spannend hätte ichs gefunden, wenn wir von der Technik, die auf dem hinabgestürzten Wanderplaneten „Ikarus“ gefunden wurde, mehr erfahren hätten … oder gar der Frage nachgehen würden, wer die Erbauer waren. Leider gibts darüber hier wohl nichts zu hören … stattdessen gibts wieder mal viel Politik, denn es sind Präsidentschaftswahlen und wir hören zusammen mit Vormann Brandis die üblichen, publikumswirksamen Versprechungen des Herausforderers, der dem Volk hier frische Nahrung verspricht.

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Mark Brandis – Raumkadett: Der Aladin-Schachzug (Folge 5)

Die Handlung:

Erste Semesterferien! Für das zweite Jahr an der Astronautenschule zeichnen sich Umbrüche ab. Der junge Mark Brandis überredet seine Freunde, zur Ablenkung auf Abenteuerreise nach Afrika zu gehen. Doch Mark sagt Alec, Annika und Robert nicht die ganze Wahrheit. Er will seinen Vater suchen. Marks Problem: er weiß nur, dass Peter Brandis in den Wirren der Einigungskriege in Ostafrika verschollen sein soll. Und der einzige Anhaltspunkt, den er hat, ist ein Tipp von Captain Nelson … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Das dies der erste Teil eines Zweiteilers ist, das weiß man, wenn man die Homepage des Produzenten besucht hat oder in einschlägigen Foren unterwegs oder Fan der Brandis-Facebookseiten ist oder wenn man auf die Rückseite der Hülle schaut. Da steht in einem kleinen Kästchen, dass die Story in Folge 6 forgesetzt wird. Ich gebs zu, ich habs übersehen und mich erst sehr gewundert.

Dass es diesmal (wieder) nicht ins All geht, das kann ich gut nachvollziehen. Mark stammt nicht aus einer reichen Familie, deren Mitglieder sich in der Freizeit mit ihren Raumjachten im Weltraum die Zeit vertreiben. Außerdem gehts um so was im Universum dieser Serie eh nicht. Auch steht hier etwas viel Dringlicheres auf Marks Plan und so folgen wir ihm und seinen Freunden nach Afrika … nachdem er sie geschickt dafür begeistern konnte, ohne ihnen die Wahrheit zu erzählen.

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Mark Brandis: Planetaktion Z (Folge 30)

Die Handlung:

2136: Ein Notruf hat den Raumnotrettungskreuzer »Florence Nightingale« zur »Barrakuda« geführt. Im leeren Luxuskreuzer entdeckt Vormann Grischa Romen Spuren eines Verbrechens, das er sich nicht erklären kann. Als er zur Erde zurückkehrt, stellt er fest, dass sich das politische Klima der Union inzwischen verändert hat. Bereits ausgerottet geglaubte Fremdenfeindlichkeit ist wieder aufgeflackert, und bald muss der stolze Tzigan um sein Leben fürchten … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ich Buch-, Film- oder sonstige Titel mit einem „Z“ drin sehe, rolle ich eigentlich direkt mit den Augen, weil mir die ganze Zombie-Sache relativ am Allerwertesten vorbeigeht. Zombies waren in den 1980ern cool, jetzt brauch ich sie nicht mehr. Und da MARK BRANDIS auch aus dem Zeitraum stammt und jetzt das „Z“ so populär ist, schwante mir Böses. Aber, der Klappentext besänftigt ja schon wieder. Es geht um Fremdenfeindlichkeit … was aber auch nicht besser ist als Zombies. Im Gegensatz zu Zombies ist Fremdenfeindlichkeit leider auch keine Modeerscheinung und grad derzeit überall auf der Welt viel zu aktuell.

Und wie stehts mit Toleranz im Jahr 2136? Nicht gut, wenn man dem Autor der Romanvorlage des Hörspiels glauben möchte, denn der nutzt die eigentliche Sci-Fi-Serie mal wieder für einen erhobenen Zeigefinger und reichlich Sozialkritik.

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Mark Brandis – Raumkadett: Hinter den Linien (Folge 4)

Die Handlung:

Zwischen der neugegründeten Union und den asiatischen Republiken herrscht Kalter Krieg. Der junge Mark Brandis bekommt die Gelegenheit, bei einem Grenzpatrouillenflug dabei zu sein. Alba Bravo, die Pilotin des Zweimannjägers, ist schnell und furchtlos. Als sie verfolgt werden, glaubt Mark noch, alles sei unter Kontrolle. Doch plötzlich versagen die Systeme, und die beiden müssen abspringen 50 Kilometer hinter der Grenze … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ich mir den Klappentext so anschaue, dann haben wir es schon wieder nicht mit einem RAUMabenteuer des RAUMkadetten zu tun, sondern um eine Folge aus dem LANDSER-Universum … in dem bekanntlich ständig Krieg herrscht.

Dass die neue Serie so eng an der Alten angelehnt ist, gefällt mir nicht so sehr. Die ganze sozialkritische Waffenrasselei hatten wir in der Stammserie schon genug gehört. Ich hatte eigentlich erwartet, dass Mark sich von all dem entfernt und Abenteuer im Weltraum erlebt. Offenbar decken sich meinen Erwartungen nicht mit dem, was die Macher vom RAUMKADETT mit der Serie vorhaben, schade.

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Porterville – Staffel 3 (Folge 13-18)

Die Handlung:

In sechs Lesungen, bei denen der Prolog jeweils inszeniert ist und Hintergrundgeräusche enthält, erzählen die Autoren von der Stadt Porterville, die im Osten der USA liegt. Und das tun sie jetzt schon das zweite Mal, denn bereits in der Reihe DARKSIDE PARK gings düster und mysteriös zu in diesem Ort. Offenbar sind aber noch nicht alle Ideen erschöpft und noch nicht jeder Mitbürger befragt worden, also gibts jetzt eine Fortsetzung, die als Titel direkt den Ortsnamen trägt und keinen Zusatz mehr.

Jede Story spiegelt die Eindrücke und das Schicksal eines anderen Bewohners wider. Was denn nun das Besondere an der Stadt ist, verrät der Klappentext nicht … da geht der Mystery-Teil schon los. Insgesamt sind es drei Staffeln, die jeweils sechs Episoden erzählen.

Folge 13: DIE AUSGESTOßENEN von Simon X. Rost, gelesen von Timmo Niesner, 12 Tracks, 1:08 Std.

„Emily blickt skeptisch und auch ein wenig ängstlich an mir vorbei in das Dunkel, das sich keine zwei Schritte jenseits des Lichtkegels der Taschenlampe erstreckt. Der Gang ist schmal und die gemauerten Wände sind mit Moos bewachsen. Das Wasser auf dem Boden reicht uns bis über die Knöchel. Es riecht modrig und von der Betondecke hängen kleine Tropfsteingebilde. ‚Können wir zurückgehen, Jonathan? Bitte!‘ Sie schmiegt sich an mich und ich spüre die Wärme ihres Körpers, nehme den leichten Geruch von parfümierter Seife wahr, der ihrem Haar entströmt. Sie ist toll. Ich will sie berühren, sie küssen. Hier, jetzt. Aber ich tue es nicht. Ich weiß nicht, wie oft sich uns diese Chance bieten wird. Unsere Klamotten sind nach einer Stunde in diesem unterirdischen Labyrinth völlig verdreckt. Das wird Fragen aufwerfen, Fragen, die vielleicht verhindern, dass wir jemals wieder nach einem Ausgang suchen können. Einem Ausgang nach Draußen.“ (Jonathan Sato, Porterville, Jahr 0048) (Verlagsinfo)

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Dorian Hunter – Die Masken des Dr. Faustus: Hassfurt (Folge 25.2)

Die Handlung:

Noch immer ist das Rätsel um den Verbleib der Dämonendrillinge ungelöst – doch inzwischen kann sich Dorian Hunter an sein drittes Leben als Georg Rudolf Speyer erinnern. Auf der Suche nach dem goldenen Drudenfuß verschlug es Speyer im Jahre 1532 gemeinsam mit einer Gruppe skurriler Spielleute an einen widerwärtigen Ort des Bösen – nach Hassfurt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nun aber genug mit dem MUMMENSCHANZ … auf nach HASSFURT. Den Ort gibts übrigens tatsächlich … liegt in Unterfranken (Bayern) … und er schreibt sich HaßFURT … und er ist bestimmt gar nicht so „widerwärtig“ wie die Verlagsinfo meint. Man kann es mit der „neuen Rechtschreibung“ aber auch übertreiben …

Für alle, denen es nicht vergönnt ist, alle drei Folgen der FAUST-Trilogie am Stück hören zu können, gibts am Anfang ein „Was bisher geschah“, das eilige Hörer schnellstens überspringen werden. Zurück zum Anfang des folgenden Tracks werden sicher einige Fans springen müssen, denn der Pate, der zu Dorian spricht, ist so leise abgemischt, dass er komplett in der Musik und den Effekten untergeht. Ich musste die Lautstärke schon mächtig aufdrehen, damit ich da etwas erhören konnte, nur um gleich wieder zusammenzuzucken, als Dorian mir aufgrund dessen quasi ins Ohr brüllte. Und dennoch hatte ich Schwierigkeiten etwas vom Paten-Dialog verstehen zu können. Warum die Stelle es bei aller Perfektion der Tontechnik so bis ins Endprodukt geschafft hat, kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht hatten die Testhörer beste Kopfhörer auf und keine Nebengeräusche beim Hören. Im Auto oder beim Joggen ist dieser Moment komplett unhörbar.

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Dorian Hunter – Die Masken des Dr. Faustus: Mummenschanz (Folge 25.1)

Die Handlung:

Dorian Hunter hat den goldenen Drudenfuß gefunden – und damit die einzig wirksame Waffe gegen den Dämonendrilling! Aber wo hält sich der Dämon versteckt? Olivaro ist bereit, den Drilling zu verraten, und verlangt im Gegenzug, dass Dorian sich mit seinem dritten Leben beschäftigt, das auf die tragische Existenz als Juan Garcia de Tabera folgte. Und tatsächlich beginnt Dorian sich zu erinnern – mit unabsehbaren Folgen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Auch wenn die Sprecherliste dieser Folge lang ist, der in der Verlagsinfo angekündigte Gaststar, Dieter Hallervorden, lässt uns in dieser Folge noch nicht an seinem Talent teilhaben. Dafür bedarf es noch etwas Vorbereitungszeit. Und die kann man sich ja lassen, schließlich haben wir drei Hörspiel-Teile Zeit, den seit einiger Zeit durch die Serie verlaufenden roten Faden in Form eines Drudenfußes abzuschließen … oder was man mit Füßen sonst so macht.

Damit auch Quer- und Neueinsteiger hier zugreifen können, erzählt uns Dorian im Intro noch mal im Schnelldurchgang wer er ist, was er so treibt, was sein Papa so gemacht hat und warum der Drudenfuß so wichtig ist. Und weil Hunter schon so alt ist und mehrfach den Körper gewechselt hat, ist offenbar seine Erinnerung auf der Strecke geblieben, sodass es immer mal wieder spontane Rückblicke gibt … einige Jahrhunderte zurück. Und da hieß er auch mal Georg Rudolf Speyer … was erklärt, warum auch dieser Name in der Sprecherliste auftaucht. Und als dieser macht er sich in der Vergangenheit auf die Suche nach dem gestohlenen Drudenfuß, den er in der Gegenwart frisch erbeutet hat.

Dorian Hunter – Die Masken des Dr. Faustus: Mummenschanz (Folge 25.1) weiterlesen

Mark Brandis – Raumkadett: Tatort Astronautenschule (Folge 3)

Die Handlung:

Der Direktor der VEGA-Astronautenschule ist tot aufgefunden worden – und die Aufregung unter den Kadetten ist groß. Während Ermittler nach dem Täter suchen und der geplante Besuch des Außenministers Samuel Hirschmann offiziell abgesagt wird, werden Mark, Alec, Annika und Rob Zeugen eines konspirativen Treffens: sollte der Schuldirektor vor seinem Tod auf eine Verschwörung gestoßen sein? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wenn ich mir den Klappentext so durchlese, frage ich mich, wie da der Zusatz „Raum“ … wie in WeltRAUM … mit reinpasst. Für mich klingt das nach einem Fall für eine der diversen Jugenddetektivserien. Alex, Annica und Mark … die drei … die drei Fragezeichen? Gibts schon. Die drei Ausrufezeichen? Gibts auch schon. „Die drei lustigen Astronauten“? Gibts nicht, klingt albern und außerdem sind sie noch keine. Und es würde mich nicht wundern, wenn Mark und seine Freunde nicht auch noch ein Spacewesen finden, das sie als Haustier mit ins Team nehmen wollten. Aber eigentlich sind ja noch mehr Jungs und Mädels mit dabei, wenns um die Ermittlungen geht und eine sogar aus Österreich, wie man am Akzent von „Natascha Dolezal“ unschwer hört.

Mark Brandis – Raumkadett: Tatort Astronautenschule (Folge 3) weiterlesen

Die Elfen: Elfenlicht (Folge 11)

Die Handlung:

Der Krieg in Albenmark neigt sich dem Ende zu: Das Heer der Trolle hat weite Teile des Landes überrannt. Die Elfenkönigin Emerelle zieht ihre Truppen im Süden an der Shalyn Falah zusammen. Sie will einen letzten Versuch unternehmen, die Trolle zur Einsicht zu bewegen, dass ein weit mächtigerer, gemeinsamer Feind Albenmark bedroht: Der Devanthar, der in wechselnder Gestalt auf den Schlachtfeldern auftaucht, will das Tor ins Nichts öffnen, damit die Yingiz in Scharen einfallen und alles Leben in Albenmark vernichten … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Was bisher geschah … ist sicher nur denen bekannt, die die Romanvorlage gelesen haben … und dabei gehts doch hier in den letzten Teil der ELFENLICHT-Vertonung. Alle anderen, auch die Fans und Hörfreunde der ELFEN-Reihe, werden sich nur schwerlich erinnern. Leider gibts wie gehabt keinen Intro-Track, in dem kurz und knapp erzählt wird, wo wir grad stehen und wie wir dahin gekommen sind. Stattdessen erzählt uns jemand von einem Sebastian, den es in den vergangenen zehn Teilen noch gar nicht gegeben hat. Aber Effekte, Musik und Atmosphäre sind wieder super … wobei die stimmenverzerrte Abmischung des ersten „Gruselstimmen“-Yingiz, der Sebastian begleitet, so schrecklich abgemischt wurde, dass sie nur sehr schwer zu verstehen ist. Wer Nebengeräusche beim Hören hat, der hat an dieser Stelle verloren … selbst wenn er spontan die Lautstärke voll aufdreht. Ich hatte zum Zeitpunkt des Hörens kräftigen Wind vor dem gekippten Fenster, das reichte schon aus, um einigen Dialogen nicht mehr folgen zu können. Das ist leider keine Eintagsfliege, denn wir begegnen Sebastian und seinem unfreiwilligen Begleiter nicht nur einmal … und auch an diesen Stellen ist es schwer bis unmöglich die „Gruselstimme“ vernünftig zu verstehen.

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Mark Brandis: Die Zeitspule (Teil 2 von 2, Folge 29)

Die Handlung:

2136: Das zweite Artefakt des Ikarus ist nicht weniger gefährlich als das erste. Mark Brandis versucht, die Initiative zurückzugewinnen, während er gleichzeitig um das Leben seiner Frau Ruth fürchten muss. Als er und Iwan Stroganow zu Fuß aufbrechen, um eine Versuchsanlage im antarktischen Eis zu finden, geraten sie zwischen die Fronten einer erbittert geführten Auseinandersetzung … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Jetzt aber Butter bei die Fische und ein wenig temporale Action, nachdem im ersten Teil die Weichen gestellt, die Absichten geklärt und die Überwachung des Weltraum-DLRG-Schwimmers Brandis eingeschaltet wurden. Nun könnte und sollte zur Tat geschritten werden, zumal wir ja nun zu wissen glauben, was die Zeitspule ist und kann. Aber um alle Zweifel aus der Welt zu räumen, bekommen wir das am Anfang noch mal genau erklärt, damit es keine Missverständnisse gibt. Und von der Menschheit wie immer das Schlechteste annehmend und direkt gleich wieder Gesellschaftskritik übend, bekommen wir auch beschrieben, was man alles Böses damit anstellen kann. Dass das Ding auch zum Guten genutzt werden kann, darauf ist der Autor damals offenbar nicht gekommen oder es war ihm schlichtweg egal. Aber wenigstens Mark Brandis kommt ein guter Einfall, den er auch gleich umsetzt.

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Mark Brandis: Die Zeitspule (Teil 1 von 2, Folge 28)

Die Handlung:

2136: Die Hungersnot ist noch nicht gebannt. Mit strengen Rationierungen versucht die Zentralregierung der Union die Situation unter Kontrolle zu behalten. Die Raumnotretter sind mangels Ressourcen handlungsunfähig. Mark Brandis ist seinem ehemaligen Vorgesetzten John Harris auf die Venuskolonie gefolgt. Doch dann bringt ein skrupelloser Entführer Brandis in seine Gewalt und schickt ihn auf die Jagd nach einem Schatten aus der Vergangenheit … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Mehrteiler sind immer so ’ne Sache. Publisher können einiges richtig, aber auch ein paar wenige, aber gewichtige Dinge falsch machen. Manch einer bringt die einzelnen Teile mit so langen Pausen dazwischen heraus, dass sich niemand mehr an die Story erinnern kann. Ein anderer macht eine schicke Hörspielbox draus, die er sich entsprechend bezahlen lässt, obwohl rein rechnerisch weniger drin steckt, als der Hörfreund beim Kauf einzelner Folgen bekommen hätte. Und noch ein weiterer verdient Geld mit seiner Idee und der treue Fan bekommt ein längeres Abenteuer als sonst, bezahlt aber nicht wirklich viel mehr dafür. Das ist der Idealfall .. win-win sozusagen.

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Mark Brandis – Raumkadett: Aufbruch zu den Sternen (Folge 1)

Die Handlung:

Das Ende des 21. Jahrhunderts ist eine Zeit des Aufbruchs: Alexander Münster ist der erste Mann auf der Venus. Flotten von Raumschiffen sind unterwegs, um den Planeten zu erforschen und zu besiedeln. Der junge Mark Brandis hat einen Traum: er will Raumfahrer werden! Doch als er eine Dummheit begeht und in ein geheimes Astronauten-Ausbildungszentrum einbricht, schwinden seine Chancen. Und so macht er sich als blinder Passagier an Bord eines Raumfrachters auf den Weg zur Venus … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Was macht man, wenn eine zurecht erfolgreiche Reihe seinem Ende zugeht … weils halt keine Serie ist und der Autor bereits verstorben? Man schreibt neue Abenteuer … könnte man meinen, machen andere auch. Der Verlag hier hat sich allerdings dafür entschieden, den Protagonisten zu verjüngen und ihn Jugendabenteuer erleben zu lassen. Auch das haben andere schon gemacht … „Indiana Jones jr.“ und „Die drei Fragezeichen Kids“ fallen mir da spontan ein. Lehnen wir uns als zurück und lassen wir uns davon berichten, wie Mark Brandis zu dem wurde, den viele kennen und lieben.

Dass uns diese erste Geschichte von Mark-Brandis-Sprecher Michael Lott persönlich erzählt wird, ist eine tolle Idee des Verlags und zeigt, dass man sich vor dem Launch eine Menge Gedanken gemacht hat. Genau wie bei der Idee, die Kurzgeschichte und die Comic-Fassung noch als Dreingabe mit auf die CD zu packen.

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Die Elfen: Totenfeuer (Folge 10)

Die Handlung:

Während die Trolle in Albenmark immer weiter gen Süden vorrücken, tobt im Fjordland die Schlacht um die Nachtzinne. Aufgehetzt von den Elfenfürsten um den kaltblütigen Anführer Elodrin erstürmen die Menschenkinder aus Firnstayn die verlassene Festung. Im Blutrausch tötet Elodrin Frauen und Kinder der Trolle – ohne zu ahnen, dass der Trollfürst Orgrim gewarnt wurde und mit seinen Getreuen längst den Rückweg aus Albenmark angetreten hat … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wohl dem, der noch weiß, worum es grad in welchem Handlungsstrang ging. Wer es nicht weiß, der muss schnell noch mal nachlesen oder nachhören oder … er lehnt sich einfach zurück und lässt sich diesen ELFEN-Teil gefallen. Immer in der Hoffnung, dass die Erinnerung schon zurückkommen wird, wenn bekannte Namen oder Orte genannt werden. Eine Einleitung gibt es wie gehabt nicht.

Wir sind also dabei die Nachtzinne zurückzuerobern … clevererweise, als die männlichen Bewohner nicht da sind. Unter anderem, denn zeitgleich schwenken wir im Minutentakt von den Elfen zu den Menschen, zu den Trollen, zu den Fackeln schwingenden Kentauren und dann wieder zurück. Alles toll aufgemacht, tontechnisch imposant verpackt und storymäßig wirklich fesselnd … aber, wie immer viel zu viel auf einmal. Dass die Folgen der ELFEN nicht einzeln hörbar sind, sondern immer im Zusammenhang genossen werden müssen, macht das Ganze noch ein wenig stressiger.

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Morgenstern – Die Axt (Folge 4)

Die Handlung:

Morgenstern versucht die Zeugin eines brutalen Mordes zu beschützen. Eine blutige Hetzjagd durch Potsdam beginnt. La hacha, der Mann mit der Axt, kennt jedes Versteck. Morgenstern muss erkennen, dass die Spitzel des Kartells überall sind. Nur die Unwichtigen dürfen durch eine Kugel sterben. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Die Produktion hält ihren Standard weiterhin aufrecht. Das bedeutet, dass der Sprecher wie gewohnt seinen Text ziemlich wenig mitreißend und relativ emotionslos runterliest und auch bei Dialogen kaum einen Unterschied im Sprechverhalten erkennen lässt, zumal er dabei seine Stimme auch nicht genug verstellt, um dem Hörer erkennbare Unterschiede zwischen den Charakteren ins Ohr zu geben. Seine Sprachmelodie ist immer gleich und auch im Sprechtempo variiert der Erzähler wenig bis selten bis eigentlich gar nicht. Nichts wirkt überzeugend und ich glaubte dem Sprecher keine Sekunde, dass er wirklich Chris Morgenstern ist.

Der erlebt hier im Gegensatz zum Hörer ein durchaus spannendes Abenteuer. Manchmal ein wenig verwirrend, aber immer mal wieder mit ordentlich Action, bei der der eine oder andere auch schon mal seinen Kopf verlieren kann. Warum der Autor es in einer Action geladenen Szene allerdings für nötig erachtet, zu erwähnen, dass die Waffe des Privatdetektivs im Mondlicht glänzt, erschließt sich sicher nur ganz harten Romantik-Roman-Liebhabern.

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