Schlagwort-Archive: Random House Audio

Jonathan Stroud – Bartimäus – Das Amulett von Samarkand (Lesung)

Der Dschinn Bartimäus, ein uralter orientalischer Geist, bekommt eines Tages den Auftrag, dem hochnäsigen Zauberschüler Nathanael zur Seite zu stehen: ein Auftrag, der Bartimäus zunächst alles andere als glücklich macht. Dann aber beginnt ein Abenteuer, das die zwei aneinander schweißt. Nathanael versucht, sich für den Tod seines Ziehvaters am mächtigen Zauberer Simon Lovelace zu rächen und ihm das berühmte Amulett von Samarkand zu stehlen. Mit Bartimäus‘ Hilfe gelingt das auch – aber es löst eine ganze Reihe von Problemen aus … (Verlagsinfo)

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John Grisham – Die Heimkehr (Lesung)

Die Verlagsinfo:

Erstmals legt der Meister des Justizthrillers drei Kurzromane vor: packend, humorvoll, berührend.
Vor drei Jahren hat der Anwalt Mack Stafford eine große Summe Geld veruntreut und ist untergetaucht. Nun liegt seine Ex-Frau im Sterben, und Jake Brigance soll ihm dabei helfen, zurückzukehren.
Seit vierzehn Jahren sitzt Cody in der Todeszelle, und an diesem Tag soll das Urteil vollstreckt werden. Doch er hat noch einen Wunsch.
Zwei Brüder führen gemeinsam eine Kanzlei, obwohl sie sich gegenseitig zutiefst verabscheuen. Einig sie sich nur in ihrem Hass auf den Vater. Sie spinnen eine Intrige gegen ihn – mit verhängnisvollen Folgen.

Mein Eindruck:

John Grisham gehen die Ideen einfach nicht aus, was im Fall von John Grisham auf jeden Fall etwas Positives ist. Er hat sogar so viele, dass nun gleich drei davon in einem Novellensammelband gepackt veröffentlicht werden. Die drei Übersetzerinnen haben sich übrigens dafür entschiedenen, den Titel des ersten Kurzromans als Gesamttitel des Buches zu wählen und nicht den des dritten, wie es im englischsprachigen Raum ist.

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Stephen King – Fairy Tale

Die Handlung:

Der siebzehnjährige Charlie Reade hat kein leichtes Leben. Seine Mutter starb, als er drei war, und sein Vater ist dem Alkohol verfallen. Eines Tages offenbart ihm der von allen gemiedene mysteriöse Nachbar auf dem Sterbebett ein Geheimnis, das Charlie schließlich auf eine abenteuerliche Reise in eine andere, fremde Welt führt. Dort treiben mächtige Kreaturen ihr Unwesen. Die unterdrückten Einwohner sehen in Charlie ihren Retter. Aber dazu muss er erst die Prinzessin, die rechtmäßige Herrin des fantastischen Märchenreichs, von ihrem schrecklichen Leiden befreien. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Moment … ein noch-nicht-volljähriger Junge, der zwischen den Dimensionen/Welten wechseln kann? Das gabs doch schon mal in Stephen Kings DER TALISMAN im Jahr 1984!

FAIRY TALE entstand aus Langeweile … kein Witz! Stephen King war genervt von Lockdowns und Corona und wollte irgendwas schreiben, das ihn glücklich macht. Warum dann nicht mal ein Märchen?

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Tess Gerritsen – Blutmale. Ein Isles & Rizzoli-Thriller (Lesung)

Blutiger Okkultthriller: Angriff des Nephilim

An Heiligabend wird in einem Bostoner Stadtteil die zerstückelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Täter hat die Polizei selbst gerufen. Alles weist auf ein satanistisches Ritual hin, so etwa das lateinische Wort für „Ich habe gesündigt“ und drei umgedrehte Kreuze. Eve Kassovitz muss sich bei diesem Anblick übergeben, was ihr einige Sticheleien der männlichen Kollegen einbringt. Pathologin Maura Isles stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass die gefundene linke Hand nicht zu dieser Leiche gehört, sondern zu einer, die sie noch finden müssen.

Wenige Tage später ist auch Eve Kassovitz tot, und in ihrer Nähe sind drei umgedrehte Kreuze an eine Tür geschmiert. Die Tür gehört zur Luxusvilla von Anthony Sansone, der eine „Mephisto-Stiftung“ leitet, die sich nach eigenen Angaben der internationalen Verbrechensbekämpfung widmet. Doch Jane Rizzoli traut ihm ebenso wenig wie Maura Isles, die von Sansones bohrendem Blick eingeschüchtert wird. Und Janes Mann kann partout nichts über Sansone herausfinden. Er hat offenbar mächtige Beschützer …
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[NEWS] T. S. Orgel – Die Schattensammlerin. Dichter und Dämonen

Frankfurt am Main, im Jahr 1830. Während eines rauschenden Fastnachtsballs wird Millicent Wohl, eine junge und wißbegierige Frau, plötzlich Zeugin eines brutalen Raubüberfalls in einem Museum. Eine schwarze Gestalt eilt an ihr vorüber – und verschwindet im Nichts. Milli versucht den Diebstahl aufzuklären, doch niemand glaubt ihren Hinweisen. Da erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: der alte Goethe ist inkognito in Frankfurt, und der Dichterfürst hat ein großes Interesse an der Wiederbeschaffung des Diebesguts. Eine atemlose Jagd auf finstere Mächte und Sagengestalten beginnt … (Verlagsinfo)


Hörspiel mit Leonie Rainer, Tanja Geke, Friedhelm Ptok, Peter Miklusz, Matthias Matschke
2 MP3-CDs, ca. 10h
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[NEWS] Jan-Philipp Sendker – Die Burma-Trilogie

Auf der Suche nach ihrem Vater reist Julia Win, eine erfolgreiche New Yorker Rechtsanwältin, nach Kalaw, einem malerischen, in den Bergen Burmas versteckten Dorf. Ein vierzig Jahre alter Liebesbrief ihres Vaters an eine ihr unbekannte Frau hat sie an diesen Ort geführt. Julia trifft hier nicht nur auf ihren Bruder, von dem sie nichts wusste, sondern stößt auch auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändert – und Burma wird für Julia zu einem Ort, an dem sie sich selbst, den Frieden und schließlich die große Liebe findet. (Verlagsinfo)


Gekürzte Lesung mit Jan-Philipp Sendker, Bernd Rumpf, Nadja Schulz-Berlinghoff, Jessica Schwarz
3 MP3-CDs, ca. 21h 15min
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Julie Clark – Der Plan

Inhalt

Zwei Frauen. Ein Plan. Und die Frage: Freundin oder Feindin?

Meg ist eine Meisterin der Täuschung, und sie hat nur ein Ziel: Gerechtigkeit. Sie schleicht sich in die Leben skrupelloser Männer, die sich auf Kosten von Frauen bereichern, und bringt diese um ihr Vermögen und ihren guten Ruf. Doch nun wird es Zeit für ihren letzten Plan: Endlich will sie den Mann zu Fall bringen, mit dem alles begann. Aber sie ahnt nicht, dass ihr jemand auf den Fersen ist. Es ist eine Frau. Und auch sie will Rache … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

„Der Plan“ ist nonstop packend, denn die ambivalenten Hauptfiguren, die vielschichtige Handlung sowie die psychologische Spannung sind faszinierend und entwickeln eine regelrechte Sogwirkung. Julie Clark – Der Plan weiterlesen

[NEWS] Katja Lund – Wattenmeer. Ein Pellworm-Krimi

Pellworm. Das nordfriesische Biikebrennen, das große Feuer, mit dem die Wintergeister ausgetrieben werden, steht kurz bevor. Doch Inselpolizist Jan Benden hat schon jetzt alle Hände voll zu tun, denn ein Feuerteufel scheint sein Unwesen auf der Insel zu treiben. Nach mehreren kleineren Bränden wird Jan schließlich zu einer brennenden Bauernhausruine gerufen, und spätestens hier hört der Spaß auf, denn darin befindet sich eine verkohlte Leiche. Jan nimmt die Ermittlungen auf – immer unterstützt von seinem selbsternannten Assistenten Tamme. Und auch Jans Frau Laura verfolgt ein paar ganz eigene Spuren … (Verlagsinfo)


Gekürzte Lesung mit Uve Teschner
5 CDs, ca. 6h 15min
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John Grisham – Der Verdächtige

Die Handlung:

Lacy Stoltz hat als Anwältin bei der Gerichtsaufsichtsbehörde in Florida schon viele Fälle von Korruption erlebt. Seit sie einen Richter, der Millionen abkassiert hat, zu Fall brachte, ist sie sogar zu gewisser Berühmtheit gelangt. Doch nun wird sie mit einem Fall konfrontiert, der jenseits des Vorstellbaren liegt: Denn der Richter, gegen den sie ermittelt, nimmt anscheinend keine Bestechungsgelder von Leuten. Er nimmt ihnen das Leben.(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In dieser Story folgen wir Lacy Stoltz, einer Anwältin bei der Rechtsaufsichtsbehörde in Florida, den einige Grisham-Fans schon aus seinem Roman „Bestechung“ (The Whistler) kennen. Schon damals ging es um einen mutmaßlich bestechlichen Richter, dem sie das Handwerk legen sollte und wollte. Vorwissen aus diesem Fall ist aber nicht vonnöten, denn diese Geschichte funktioniert auch so.

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[NEWS] Michel Bergmann – Der Rabbi und der Kommissar: Du sollst nicht morden

Henry Silberbaum ist kein Rabbi, wie er im Buche steht. Er liebt Kriminalromane, Polohemden, seine Espressomaschine und sein Rennrad. Aber auch seine Schüler und die Bewohner des Jüdischen Seniorenstifts in Frankfurt liegen ihm am Herzen. Als eine alte Dame überraschend stirbt, ist sich der Rabbi sicher: Das war Mord! Doch keiner glaubt ihm. Kann er den brummigen Kommissar Berking davon überzeugen, der ihn kürzlich verhaftet hat? (Verlagsinfo)


Ungekürzte Lesung mit Dietmar Bär
2 MP3-CDs, ca. 8h 20min
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[NEWS] Kathy Reichs – Der Code der Knochen (Tempe Brennan 20)

Ein schwerer Hurrikan nimmt Kurs auf Charlotte, die Heimatstadt der forensischen Anthropologin Tempe Brennan. In einem gestrandeten Container werden zwei Skelette entdeckt, und Tempe, die die Untersuchungen leitet, wird an einen fünfzehn Jahre alten Cold Case erinnert. In Charlotte geht die Angst vor einem hochansteckenden Bakterium um, gegen das bestimmte Gene angeblich schützen sollen. Ihre Ermittlungen führen Tempe auf die Spur eines Mannes, der dubiose Geschäfte mit Gen-Analysen macht. Doch jemand will um jeden Preis verhindern, dass die Forensikerin den Code dieses Falles knackt… (Verlagsinfo)


Hörbuch CD (gekürzt), 6 CDs, Laufzeit: 10h 40min
Sprecherin: Britta Steffenhagen
Random House Audio

[NEWS] Jürgen von der Lippe – Sex ist wie Mehl

Nehmen wir an, Ihr Onkel aus Amerika, von dem Sie noch nie etwas gehört haben, hinterlässt Ihnen einfach so, aus heiterem Himmel, 27 Millionen. Was würden Sie mit so viel Geld machen? Würden Sie etwas davon an ihre Freunde abgeben? Wissen Sie nicht? Dann sollten Sie dieses Hörbuch hören! In seinen neuesten Glossen und Geschichten verhandelt Jürgen von der Lippe – Entertainer, Moderator, Schauspieler, Autor (wir können das hier ewig weiterführen) – alle wichtigen Themen unserer Zeit. Religion, Wissenschaft, Kunst und natürlich auch die Libido (haben Sie denn den Titel nicht gelesen?) kommen nicht zu kurz. (Verlagsinfo)


2 CDs, Laufzeit: ca. 2h 30min
|Live-Mitschnitt mit Jürgen von der Lippe, Gabi Decker, Robert Louis Griesbach

John Grisham – Das Talent

Die Handlung:

Das 17jährige Basketballtalent Samuel Sooleyman stammt aus dem Südsudan, einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land. Eines Tages erhält er die Chance seines Lebens: Mit einem nationalen Jugendteam darf er in die USA reisen und an einem Showturnier teilnehmen. Talentscouts werden auf ihn aufmerksam, doch dann erhält er schreckliche Nachrichten von daheim. Sein Dorf wurde überfallen, seine Familie ist auf der Flucht. Nur wenn er den Erfolg in Amerika erzwingt, kann er sie retten. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Eigentlich ist John Grisham ja im Gerichtssaal zuhause, dennoch gibts in dieser Geschichte keine Verhandlungen. Vielmehr gehts um Basketball. Würde man nicht gleich drauf kommen, aber bei einem John-Grisham-Roman kann der Käufer eigentlich wenig falsch machen.

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Paula Hawkins – Wer das Feuer entfacht – Keine Tat ist je vergessen

Inhalt

Auf einem Hausboot in London wird die Leiche eines brutal ermordeten jungen Mannes gefunden. Besonders drei Frauen geraten danach ins Visier der Ermittlungen.
Laura, die aufgewühlt wirkende junge Frau, die nach einem One-Night-Stand mit dem Opfer zuletzt am Tatort gesehen wurde. Carla, die Tante des Opfers, bereits in tiefer Trauer, weil sie nur Wochen zuvor eine Angehörige verlor. Und Miriam, die neugierige Nachbarin, die als Erste auf die blutige Leiche stieß und etwas vor der Polizei zu verbergen scheint.

Drei Frauen, die einander kaum kennen, mit ganz unterschiedlichen Beziehungen zum Opfer. Drei Frauen, die aus verschiedenen Gründen zutiefst verbittert sind. Die auf unterschiedliche Weise Vergeltung suchen für das ihnen angetane Unrecht. Wenn es um Rache geht, sind selbst gute Menschen zu schrecklichen Taten fähig. Wie weit würde jede einzelne von ihnen gehen, um Frieden zu finden? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

„Wer das Feuer entfacht – Keine Tat ist je vergessen“ hat mich von Anfang an gepackt und nicht mehr losgelassen. Ich habe das Hörbuch (10 Std.) an nur einem Tag in zwei Etappen inhaliert. Die Geschichte wird unfassbar rätselhaft, vielschichtig, sowie fesselnd geschildert – dabei werden die verschiedenen Handlungsstränge raffiniert miteinander verwoben.

Die Erzählung wechselt regelmäßig zwischen den Perspektiven der drei Protagonistinnen und offenbart häppchenweise deren vertrackte aktuelle Lebenslagen sowie die dazugehörigen, traumatischen Vergangenheiten. Die brillante Dramaturgie erzeugt eine anhaltende unterschwellige Spannung und überrascht mit unvorhersehbaren Wendungen. Paula Hawkins – Wer das Feuer entfacht – Keine Tat ist je vergessen weiterlesen

Stephen King – Billy Summers

Die Handlung:

Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In dieser Geschichte folgen wir dem titelspendenden Billy Summers. Früher war er Scharfschütze im Irak-Krieg, heute Attentäter gegen Bezahlung. Nach außen gibt er sich gern dümmlich, aber innerlich ist er hellwach und gut organisiert.

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Dark, Jason / Döring, Oliver – Don Harris, Psycho-Cop – Der Club der Höllensöhne (2. Folge)

_|Don Harris – Psycho Cop|:_

Folge 1: [„Das dritte Auge“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: [„Der Club der Höllensöhne“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3922
Folge 3: [„Das schwarze Amulett“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6690
Folge 4: „Das Erbe der Wächter“
Folge 5: [„Das Killer-Kommando“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6701
Folge 6: [„Das Glastonbury-Rätsel“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6709
Folge 7: [„Drei Gräber in Sibirien“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6711
Folge 8: „Triaden-Terror“ (erscheint am 10.12.2010)

_Mysteriös: Der Cop als Ödipus und Magier_

Don Harris ist Agent des europäischen Geheimdienstes European Special Intelligence (ESI) mit Sitz in London. Er verfügt bereits mit 15 Jahren über hellseherische Talente, von denen er aber selbst noch nichts weiß – bis zu einem gewissen Vorfall. 15 Jahre später führt ihn der Mord an einer ESI-Mitarbeiterin auf die Spur des „Clubs der Höllensöhne“, eines Geheimbundes, der die Weltherrschaft anstrebt.

Während Don den Hinweisen aus der Kanzlei von Archie Ramsay folgt und nach Glastonbury fährt, wird er von Visionen heimgesucht: Elektra, eine geheimnisvolle Frau, lockt ihn mit ihren telepathischen Kräften in ihr Landhaus. Don erkennt sie von Fotos wieder: Elektra war jahrzehntelang mit seinen Eltern befreundet – und ist in all den Jahren nicht um einen Tag gealtert! Während einer Geisterbeschwörung geraten sie und Don ins Visier der „Höllensöhne“ …

Wegen des hohen Gehalts an Gewalt und Sex (besonders in der 2. Episode) empfiehlt der Verlag das Hörspiel erst ab 16 Jahren.

_Der Autor_

Jason Dark ist das Pseudonym des Schriftstellers Helmut Rellergerd (geboren am 25.1.1945 in Dahle, Sauerland). Rellergerd wuchs in Dortmund auf, lebt heute in Bergisch Gladbach, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat die Romanfigur des Geisterjägers John Sinclair ins Leben gerufen. Die Abenteuer des englischen Helden entwickelten sich zur erfolgreichsten deutschen Gruselserie. „Don Harris, Psycho-Cop“ ist beruht auf einem Roman, dessen Buchausgabe 2006 bei |Blanvalet| in München erschien.

Die Serie „Don Harris, Psycho-Cop“ (1 & 2 bislang als Hörspiel)

Folge 1: [Das dritte Auge]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3907
Folge 2: Der Club der Höllensöhne
Folge 3: Das schwarze Amulett
Folge 4: Das Erbe der Wächter
Folge 5: Das Killer-Kommando
Folge 6: Das Glastonbury-Rätsel
Folge 7: Drei Gräber in Sibirien
Folge 8: Triaden-Terror
Folge 9: Dämonicus

http://www.jasondark.de

_Die Sprecher / Die Inszenierung_

Das Hörspiel wurde nach Rellergerds Buchvorlage von Oliver Döring gestaltet, der schon etliche John-Sinclair-Folgen inszeniert hat. Regieassistenz ist Pe Simon, Schnittassistenz Jennifer Keßler, für die Produktion zeichnet Alex Stelkens von |WortArt| verantwortlich, der sonst vor allem mit |Lübbe Audio| zusammenarbeitet. Die Originalmusik hat Florian Göbels komponiert.

|Die wichtigsten Rollen und ihre Sprecher:|

Erzähler: Douglas Welbat (General Stuart in „Gods and Generals“)
Don Harris, ESI-Agent: Dietmar Wunder (Cuba Gooding jr., Don „Basher Tarr“ Cheadle, Adam Sandler, Edward Norton)
Terry Sheridan, Scotland Yard: Gerrit Schmit-Foß (Leonardo DiCaprio, Scott „Turk Malloy“ Caan)
Mac „Silver“ Sterling, Dons Ausbilder bei ESI: Frank Glaubrecht (Al Pacino, Pierce Brosnan, Kevin Costner, Jeremy Irons, Christopher Walken u. v. a.)
Elektra: Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie)
James Fox, ein Höllensohn: Rainer Doering
Elaine Harris, Dons Mutter: Susanna Bonaséwicz (Sissy Spacek, Carrie „Leia“ Fisher, Isabelle Huppert)
Pfarrer: Martin May
Sowie Lutz Mackensy, Franziska Pigulla, Udo Schenk, Pe Simon sowie viele andere.

|Der Regisseur|

Regisseur Oliver Döring, geboren 1969, begann seine Karriere als freier Journalist, Autor und Comedy-Macher für diverse Rundfunkanstalten. Seine ersten Erfolge feierte er 1988 mit der in NRW sehr beliebten Radio-Comedy „Die EinsLive-Retter“. 1999 erhielt er ein Arbeitsstipendium im Hörspielbereich. Sein Durchbruch in dieser Branche gelang ihm im Jahr darauf als Autor und Regisseur der Hörspielserie „John Sinclair“.

Unter Verwendung hochwertiger Soundeffekte und mit einem fast ausnahmslos aus bekannten Synchronschauspielern bestehenden Ensemble betrieb er einen für eine kommerzielle Hörspielproduktion bis dato beispiellosen Aufwand. Die rasant geschnittene und mit selbstironischen Untertönen produzierte Serie fand bei Kritik und Publikum großen Anklang und eroberte mit zwei Sonderausgaben sogar die Longplay-Charts.

2006 verpflichtete Döring für seine dreiteilige Hörspielfassung des Romans [„Star Wars – Labyrinth des Bösen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3291 die Synchronschauspieler aus den Filmen und verwendete sowohl die originalen Soundeffekte als auch die Filmmusik von John Williams. Mittlerweile gilt Döring als einer der erfolgreichsten Regisseure des kommerziellen phantastischen Hörspiels. (Verlagsinfo)

_Vorgeschichte_

Elaine Harris, Gattin von Sir Edward of Glastonbury, stirbt bei der Geburt ihres Sohnes Don an Herzstillstand. Die Geburtshelfer holen das Baby per Kaiserschnitt. 15 Jahre später merkt der Internatsschüler Don, dass er über mehr Kräfte verfügt als andere Menschen. Er kann Ereignisse vorausahnen und psychische Verbindungen herstellen. Es ist ihm höchst peinlich, darüber mit seinem Freund Harry zu reden. Wenigstens dankt ihm der Vater der kleinen Lucy Taylor, die er vor dem Kältetod in einem zugefrorenen Teich bewahrt hat. Und Don kann alle Boxhiebe Harrys vorausahnen und ihn spielend besiegen.

Weitere fünfzehn Jahre später hat Don seine Talente in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Er arbeitet als Agent für die European Special Intelligence (ESI), wo man ihn neckisch als „Psycho-Cop“ tituliert. Sein bester Freund beim Scotland Yard ist Terry Sheridan. Der ruft ihn zum Tatort eines Mordes, der Don auf die Spur des „Clubs der Höllensöhne“ bringt.

_Handlung_

In Folge 1 rief der „Höllensohn“ Fox die Nummer von Archie Ramsay an, einem Anwalt in London. Um mehr über Ramsays Verwicklung herauszufinden, stieg Don mit seinem Mentor Mac „Silver“ Sterling in die Kanzlei Ramsays ein und Don sah sich dessen PC an. Dort stieß er auf eine komplette Biografie seiner selbst und auf ein Foto von Elektra, das sie neben seinen Eltern zeigt. Vor 30 Jahren sah sie genauso aus wie heute! Weitere Fotos zeigen Dons Gutshaus in Glastonbury sowie das nahegelegene Stonehenge. Ein Datum, der 16.4., wird mit dem Projekt „666“ in Verbindung gebracht. Das ist übermorgen …

Don und Mac trennen sich, doch als Don vor seinem Haus eintrifft, wartet ein Killerkommando der „Höllensöhne“ auf ihn. Sie macht allerdings durch eine ferngesteuerte Überwachungsdrohne auf sich aufmerksam, deren Auftauchen Don rechtzeitig warnt. Der Anschlag schlägt fehl. Mac meint zu der Drohne, dass sie bestimmt teuer war. Wer kann sich so etwas leisten – außer der ESI?

Auf dem Weg nach Glastonbury, wo er das Projekt 666 der Höllensöhne vereiteln will, trifft Don ein psychologischer Schlag. Es ist Elektra, die mit ihm telepathisch Kontakt aufnimmt und ihn zu ihrem Quartier lotst: einem Landhaus mitten in der Pampa. Don gibt seinem Beschützer Mac und dessen Truppe von Söldnern Bescheid, was Sache ist. Bestimmt sind auch die Höllensöhne irgendwo in der Gegend, wenn sie sich in Glastonbury treffen wollen, beispielsweise auf dem Glastonbury Tor, einem Burghügel, der das Land überragt.

In Elektras Landhaus erhält Don zwar keine Antworten auf brennende Fragen, dafür aber brennende Küsse auf den Mund und andere Körperteile. Nach eifrigem Bettsport richten sich Dons Sinne jedoch wieder auf die Vorgänge draußen. Er greift nach seiner Pistole, weil ihn seine Präkognition davor warnt, was gleich passieren wird: Eine MG-Salve durchlöchert die Eingangstür, dann tritt einer der Killer die Haustür ein, bereit, alles niederzumachen, was ihm in den Weg tritt. Und genau das tut Elektra. Don stockt das Blut. Schüsse fallen …

_Mein Eindruck_

Sind die Zeiten vorbei, in denen sich Hörspielgeschichten um expliziten Sex und Blutfontänen herumdrücken konnten? Offenbar schon, aber da wir nicht mehr im 19., sondern im 21. Jahrhundert leben, erscheint das vielleicht sogar angemessen. Folglich spritzt das Blut mal wieder schön hörbar, und was den Sex anbelangt, so kann sich der Fan in dieser Folge dementsprechend satthören. Zunächst hört man nur leidenschaftliche Küsse , dann Reißverschlüsse und schließlich geht es richtig gut zur Sache. Und dabei weiß Don noch nicht einmal, wie alt seine Sparringspartnerin beim Bettsport ist.

Was die Sexszene jedoch etwas grotesk wirken lässt, ist der ständige Szenenwechsel zu den sich anschleichenden Widersachern und der sich somit anbahnenden Gewalt. Dies ist ebenso grotesk wie die ständigen Ortsmeldungen, die Don an seinen vermeintlichen Beschützer Mac Silver durchgibt. Wir wissen ja inzwischen, dass Mac ein Verräter ist. Das ungerechtfertigte Vertrauen Dons, das er in Mac setzt, setzt Don in das Licht eines leichtgläubigen Idioten. Das kann wohl nicht ganz im Sinne des Erfinders sein.

Der Höhepunkt dieser Episode und der absolute Tiefpunkt an Plot-Intelligenz ist die Szene in der Burgruine auf dem Glastonbury Tor. Es ist schon schlimm genug, dass hier mittelalterliche Mystik und übernatürliche Erscheinungen mit dem Auftreten modern aufgerüsteter Söldner vermischt werden. Von Romantik kann daher keine Rede sein. Aber der Sinneswandel, den Don an den Tag bzw. die Nacht legt, als Mac ihn angreifen will, ist völlig unplausibel. Offenbar unter dem Diktat eines schnellen Szenenablaufs wird aus dem Leichtgläubigen ein Wütender, der sofort zum Angriff übergeht. Davon, dass eigentlich seine Welt ins Wanken geraten müsste, fällt kein Sterbenswörtchen. Wie auch immer: Mac findet sein verdientes Ende, wenn auch anders als erwartet. Zum Überlegen hat Don ja später noch Zeit. Die Kraft, mit der Don seinen Mentor ausschaltet – woher mag sie wohl kommen? Ein weiteres Rätsel, das der Aufklärung harrt.

Ebenfalls etwas unbefriedigend bleibt die Figur der Elektra. Wir vermuten mit Don, dass sie eine Langlebige ist. Aus welchem Grund dies so ist, bleibt (noch) im Dunkeln. Eine mystisch-archaische Gestalt ist diese Lehrerin und Geliebte, die mit so vielen Geheimnissen hinterm Berg hält, dass Don eigentlich frustriert sein müsste. Er stellt jedoch seine Neugier hintan, um diese aufregende Frau lieben zu können. Dass sie es schon mit seinem Vater getrieben hat und um ein Haar Dons Mutter geworden wäre, ist nur das Sahnehäubchen im ödipalen Inzest-Plot, der uns hier mehr oder weniger unverblümt geboten wird. Auf dem Titelbild wird sie folgerichtig mit einem aufregenden Vorbau dargestellt.

|Die Sprecher / Die Inszenierung|

Dies ist die Stunde – das Hörspiel ist 54 Minuten lang – der Pistolen und Gewehre. Schon die erste Szene endet mit Schüssen vor Dons Haus, und im Landhaus Elektras geht das Geballere weiter, um schließlich auf dem Burghügel seinen Höhepunkt zu finden. Wenigstens lässt sich bei dieser dritten Szene der Regisseur einen Trick einfallen. Die Schüsse fallen zwar, werden aber nur über das Walkietalkie Mac Silvers hörbar. Dito die Schreie von Macs Männern. Dieser schon in der antiken Tragödie eingesetzte „Mauerschau“-Effekt distanziert den Zuhörer vom blutigen Geschehen, präsentiert uns aber gleichzeitig Macs entsetzte Reaktion auf das Gemetzel an seinen Männern. Außerdem stellt es ihn und uns vor ein Rätsel: Was konnte diese hochgerüsteten Baller-Männer so leicht töten? Diese Szene ist also relativ trickreich gestaltet.

Stichwort „Walkietalkie“. „Krks! Krks!“, tönt es fortwährend in der gesamten Glastonbury-Aktion. Dieser Ton gehörte auch schon in den „John Sinclair“-Hörspielen zum Standardrepertoire in Oliver Dörings Soundeffekt-Arsenal. Zum „Krks! Krks!“ kommt der Filter hinzu, der das aus dem Walkietalkie dringende Wort elektronisch verzerrt klingen lässt. Ein weiterer Verzerrfilter wird bei der Übertragung in der Kommunikation mit dem Meister der Höllensöhne eingesetzt. All diese moderne Technik steht in groteskem Kontrast zu den mittelalterlichen Erscheinungen auf dem Burghügel, die direkt aus einer Sage über Merlin und Artus stammen könnten. Für manche Hörer könnte dieser Kontrast jedoch erst den besonderen Reiz der neuen Hörspielserie ausmachen, wer weiß?

Der Einsatz von Musik ist absolut minimal. Eine Piano-Kadenz mit einem ständig wiederholten Motiv ist beispielsweise für den Übergang in eine neue Szenenfolge zuständig. Außerdem bestreitet das Titelmotiv der Serie das Intro und das Outro. Songs wie in der 1. Folge gibt es diesmal keine, was ich wirklich schade finde.

_Unterm Strich_

„Don Harris“ ist ein Geisterjäger der modernen Art. Und wie sein Schicksalsgenosse John Sinclair, Hauptfigur einer schier endlosen Horror-Serie aus den siebziger Jahren, ist er von höheren Mächten (seinem Autor) auserkoren worden, die Übel und Schurken der Gegenwart zu bekämpfen. Seltsamerweise agieren selbige „Höllensöhne“, als befänden sie sich noch im tiefsten Mittelalter. Da ist die Rede von der „Zahl des Tiers“, das heißt: der des Antichristen. Und folglich geht es wieder mal, interpretierend gesprochen, um den alten christlichen Kampf der Engel und Heiligen mit den Vertretern und Schergen des Widersachers alias Satan alias Luzifer.

Don Harris ist als Streiter des Lichts mit besonderen Psi-Gaben versehen, doch ob diese ihm immer wieder aus der Patsche helfen, ist noch offen. Anscheinend muss er noch stärker werden. Doch je stärker er wird, desto furchteinflößender werden auch seine Gegner. Zum Glück muss er nicht alleine kämpfen, Terry und Elektra stehen ihm bei.

Das Hörspiel ist von |WortArt| und |Random House| sorgfältig produziert worden und ich habe an der Technik nichts auszusetzen. Die Stimmen der Hollywoodschauspieler verleihen der trivialen Handlung etwas Filmglamour. Die zahlreichen Soundeffekte sind Dörings Markenzeichen – er setzt sie auch gerne in seinen „John Sinclair“-Hörspielen ein, um Authentizität zu vermitteln. Schließlich hat heute jeder Cop und Bösewicht so ein Walkietalkie oder Handy, oder? Nur die Figuren und ihre intelligenzfreien Dialoge stören mich.

Da auch diese Episode mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet, ist es höchste Zeit für die Fortsetzung.

|54 Minuten auf 1 CD|
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Ariost, Ludovico / Koppelmann, Leonhard / Obexer, Margareth – Orlando Furioso (Hörspiel)

Europa im frühen 9. Jahrhundert. Kaiser Karl der Große und seine Paladine kämpfen gegen Sarazenen und Spanier (!). Paris wird belagert. Abenteuer und Ritteromantik bestimmen die Szenerie. Ludovico Ariostos „Orlando Furioso“ (dt. „Der rasende Roland“), zu beginn des 16. Jahrhunderts geschrieben, gehört laut Verlag zu den einflussreichsten Werken der Weltliteratur. Kaum ein Epos war so bildmächtig und schuf so viel Neues aus der Verbindung von historisch Verbürgtem und Fabulierlust. „Der Herr der Ringe“ wäre ohne Ariosto nicht möglich gewesen. (Verlagsinfo)

Diese letzte Behauptung ist natürlich völliger Käse. Prof. Tolkien schöpfte seine Mythen aus nordischen Quellen: aus den isländischen Eddas, dem „Beowulf“- und dem „Kalevala“-Epos. Man lese dazu auch die Tolkien-Biographien von Tom Shippey und Humphrey Carpenter. Allegorien wie im „Orlando Furioso“ lehnte er zudem rundweg ab. Solche Behauptungen kann auch bloß eine ahnungslose Marketingabteilung aufstellen, in der Hoffnung, die ebenso ahnungslosen Massen würden ihr glauben. Da hat sie sich aber geschnitten.

_Der Autor_

Ludovico Ariosto lebte von 1474 bis 1533. Er verfasste in den Jahren 1505 bis 1516 sein Versepos in 40 Gesängen, denen 1521 weitere sechs Gesänge folgten, „zur Belustigung und Erholung der Herrschaften und edelgesinnter Leute und Damen“. Konzipiert als Fortsetzung des hochgeschätzten „Orlando Innamorato“ (1486) von Matteo Maria Boiardo, widmete Ariost seine Gesänge dem mächtigen Kardinal Ippolito d’Este, für den er von 1503 bis 1517 arbeitete, als Preislied auf die Geschichte des prunkvollen Ferrareser Fürstengeschlechts.

Daher führt das Schicksal der Figuren Ruggiero und der Ritterin Bradamante zur Gründung des Hauses d’Este, wohingegen die Hauptfigur Orlando – nach zahllosen Ruhmestaten – in Einsamkeit endet, alldieweil seine Herzensdame Angelica von Cathay (= China) ihn nicht erhört.

Weitere Werke Ariostos:

Die Kastenkomödie (1508, dt. 1909)
Die Untergeschobenen (1509)
Der Nekromant (1520, dt. 1909)
Satiren (1525)
Lena, die Kupplerin (1529, dt. 1909)
Der rasende Roland (letzte Fassung, 1532)

Ariostos Dichtungen, wie etwa antikisierende Oden, Eklogen und Elegien, aber auch Lieder und Sonette, wurden ca. 1546 veröffentlicht. Die Potentaten setzten seine „Satiren“ 1534 und 1583 auf den Index. Die erste deutsche Übersetzung wurde von 1631 bis 1636 veröffentlicht, eine moderne Übersetzung erschien 1980.

_Die Inszenierung_

Der bekannte Regisseur Leonhard Koppelmann hat das Hörspiel für den Westdeutschen Rundfunk eingerichtet und Regie geführt. Die Übertragung des italienischen Originals in Deutsche und dessen Hörspielbearbeitung besorgte Margareth Obexer. Die Kompositionen, Lieder sowie die sinfonische Musik steuerte Detlev Glanert bei, ein Schüler von Hans-Werner Henze. Ausführliche Angaben zu diesen drei Kreativen sind im ausgezeichneten 12-seitigen Booklet ebenso zu finden wie die Liste der wichtigsten Sprechrollen.

_Handlung_

Das Hörspiel umfasst in seinen fünf Teilen nur sechs der 46 Gesänge des Epos. Pro CD ist ein Teil des Epos aufgenommen worden. Insgesamt handelt es sich um folgende fünf Teile …

Teil 1: Die Prophezeiung am Orakel von Merlin
Teil 2: Orca der Mörderwal und der Fluch von Ebuda
Teil 3: Sturm der Sarazenen
Teil 4: Orlandos Wahnsinn und Astolfos Reise zum Mond
Teil 5: Der Ruhm des Hauses d’Este

Die Erzählsituation ist am Anfang des 16. Jahrhunderts zu lokalisieren (siehe oben unter „Autor“). Der Maure ist, hurra!, aus Spanien vertrieben – Granada fiel 1492, dem gleichen Jahr, in dem ein gewisser Cristoforo Colón aus Genua die Neue Welt entdeckte, die er zunächst für Indien hielt. In Paris herrscht der vortreffliche Kaiser Karl V. über das Hl. Römische Reich Deutscher Nation, kann aber solche Rebellen wie Martin Luther auch nicht verhindern.

Der Barde (Ariost) am Hofe des Kardinal Ippolito d’Este fühlt sich in diesen glorreichen Zeiten an die Epoche vor ziemlich genau 700 Jahren erinnert, als ein anderer Kaiser Karl herrschte – der Große nämlich. Und hol’s der Teufel, aber der Sarazene machte auch damals schon mächtig Schwierigkeiten, denn König Agramante fiel von Spanien aus in Südfrankreich ein. Und Carolus Magnus war natürlich auf die Tüchtigkeit seiner Paladine angewiesen, unter denen wir auf einen gewissen Rinaldo stoßen.

Dieser Orlando hat jedoch zu seines Königs Verdruss ganz andere Dinge im Sinne als die elenden Sarazenen. Ihn verlangt mit aller Macht nach Lady Angelica von Cathay, der schönsten der Schönen, und er ist jederzeit bereit, sich um ihre Gunst zu schlagen. Das kann er auch zur Genüge tun, so etwa gegen den Ritter Ferragú von Paris. Die Hand Angelicas wird Orlando außerdem von Ritter Rinaldo streitig gemacht. Wem sie gehören soll, soll ein Wettbewerb entscheiden, bei dessen Ausgang dem Mutigeren die Dame zugesprochen werden soll. (Was die Lady davon hält, interessiert offenbar nicht.)

Weil aber Rinaldo so pflichtvergessen war, schickt ihn sein Dienstherr nach England, um Hilfe zu holen gegen Agramante. Auf dem Weg dorthin verschlägt’s den Ritter jedoch an fremden Strand, und bei den freundlichen Mönchen, die den Schiffbrüchigen aufnehmen, hört er von einem weiteren schönen Frauenzimmer, dessen Ehre es zu retten gilt. Vergessen sind Dienstherr und Pflicht; wo es um die Ehre und Leben von Damen geht, darf sich ein braver Ritter wie Rinaldo von nichts abhalten lassen …

|Unterdessen …|

Rinaldo hat in Bradamante eine tapfere Schwester, die als Gräfin von Marseille und weiblicher Ritter (!) eigentlich ebenfalls gegen den anrückenden Sarazenen ziehen sollte. Doch auch sie ist in Liebesnöten und höchst pflichtvergessen. Ihr Herz gehört Ritter Ruggiero, der allerdings für ihren Feind Agramante kämpft. Bradamante und Ruggiero sind jedoch sehr wichtig für die Zukunft Italiens, wie ihr das Orakel Merlins prophezeit, denn daraus entsteht unter anderem das ruhmreiche Haus d’Este, dessen vortrefflichem Kardinal Ippolito der Barde vorzutragen die Ehre hat.

In ihrem ersten Abenteuer gilt es, den in einem Kampf gefangenen Ruggiero und seine Freunde aus dem erzenen Schloss des Zauberers Atlante zu befreien, der auf einem Hippogryph (siehe „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) durch die Lüfte reitet bzw. fliegt. Er streckt seine Feinde mit einem Schild nieder, dessen Strahlkraft sie lähmt, als wäre es der Blick eines Basilisken.

Doch Bradamante erfährt von einem Gegenmittel, nämlich Angelicas Zauberring, den ein Ritter namens Brunell geraubt und verloren hat. Sobald Bradamante in den Besitz dieses Ringes gelangt ist, vermag sie den Zauberer zu überwinden und ihren Ruggiero samt Freunde zu befreien. Doch der Liebste reitet auf jenem elenden Hippogryph davon, dem er schon bald auf Gedeih und Verderben ausgeliefert ist, weil er das Mischwesen aus Vogel Greif und Pferd nicht zu beherrschen vermag. Auf zum nächsten Abenteuer!

|Der Rahmen|

Der große Rahmen der Rahmen ist wegen dieser zahlreichen Einschübe leicht zu übersehen. Der Glaubenskampf zwischen Agramantes Muslimen und Karls Christen findet um das belagerte Paris statt, aber auch im südfranzösischen Arles und auf der sizilianischen Insel Lampedusa, wo – besonders wegen der Heldenhaftigkeit Orlandos – die muslimischen Truppen die entscheidende Niederlage erhalten.

_Die Inszenierung_

Bevor ich meinen Gesamteindruck zusammenfasse, ist es angebracht, die durchaus eigentümlichen Darstellungsformen dieser Inszenierung zu würdigen.

|Die Sprechrollen|

Anders als etwa in einem Hörbuch gibt es hier nicht einen zentralen Vortragenden, sondern verschiedene Erzähler auf scheinbar unterschiedlichen Zeitebenen. Da hören wir einen Schriftsteller – Ariost (Friedhelm Ptok) – mit seiner Feder einen Text zu Pergament oder Papier bringen.

Ein Erzähler am Hofe (Jens Wawrczeck) ergänzt seine Einlassungen, und ein Kriegsberichterstatter (Friedhelm Brebeck) nimmt uns zu den Brennpunkten der Action mit. Plötzlich und unvermittelt hören wir einen Kommentator wie bei einem Fußballspiel, der über einen Kampf oder eine Heldentat berichtet. Der Sound ist so verzerrt, als stamme er aus einem Funkgerät- oder Radiolautsprecher. Dementsprechend schlecht ist der enthusiastisch gesprochene Text zu verstehen. (Nein, dies ist nicht „Das Wunder von Bern“!)

Diese Erzähler werden abgelöst von einer Übersetzerin (Sascha Icks), die mit Diktaphon und PC-Tastatur hantiert. Da sie sowohl Italienisch rezitiert als auch Deutsch spricht, liegt die Vermutung nahe (ohne einen Blick ins Booklet), dass es sich um eine Übersetzerin handelt.

|Gesang|

Noch weniger zu verstehen als der Kriegsberichterstatter sind hingegen die hin und wieder eingestreuten Lieder, die von diversen Rittern und Maiden, gesungen von einem Countertenor, zu Gehör gebracht werden. Als einzige Begleitung dient eine von Axel Wolf meisterlich gespielte Konzertgitarre (das kann ich beurteilen, weil ich dieses Instrument selbst spiele). Der Inhalt der „Arien“: Da klagt beispielsweise der betrügerische Ritter Pinabell von Mainz um seine Herzallerliebste, die ihm der Magier der Festung Atlante auf einem Hippogryph entführt habe. Die Tonlage des Countertenors (hier: Yosemeh Adjai) befindet sich zwischen weiblichen und männlichen Stimmen, ist aber kein Falsett. Die Stimmlage gehört auf androgyne Weise beiden Geschlechtern. Bei anderer Gelegenheit ertönt ein „Gesang der Geister“, der ebenso wenig zu verstehen ist.

|Die Musik|

Das Beste in all diesem Sammelsurium an Formen ist jedoch die sinfonische Musik von Detlev Glanert. Sie genügt allen Kriterien für diese Gattung. So angenehm sie in manchen Momenten erklingen mag, so modern ist sie aber auch. Es kommen ungewöhnliche Instrumentkombinationen vor, die an Igor Strawinskys „Pulcinella-Suite“ erinnern und wohl nicht jedermanns Sache sein dürften. Der Booklet-Artikel über die Musik weist darauf hin, dass die Orchesterstücke mehrheitlich auf einer Messe von Heinrich Isaac basieren, der ein Zeitgenosse Ariostos war und von 1450 bis 1517 lebte.

Am Ende der ersten CD verlustiert sich diese Musik volle fünf Minuten lang, und ich habe mich gefragt, wann das Epos wohl weitergeht. Na, auf der nächsten CD natürlich. Die Einteilung in die sechs Gesänge bzw. fünf Teile wird ziemlich streng eingehalten (siehe oben unter „Handlung“).

_Mein Eindruck_

Es wäre ein Irrtum zu glauben, der Autor sei ein frommer Christ gewesen, der unbedingt Karls Ritter siegen lassen wolle, um so die Überlegenheit seines Glaubens zu demonstrieren und zu bekräftigen. Nein, Ariosto war ein Humanist und als solcher der Wiederentdeckung und -belebung der antiken Literatur verpflichtet. (Kein ungefährliche Haltung, denn nach Savonarolas Predigten Ende des 15. Jahrhunderts setzte eine Anti-Renaissance-Bewegung seitens der Kirche ein.)

|Antike Vorbilder|

Schon der Titel ist ein abgewandeltes Zitat von Senecas Tragödie „Der rasende Kerkules“ aus dem Jahr 65 n. Chr., und die einleitenden Worte des Epos zitieren Vergils Epos „Aeneis“, das die Gründung der Stadt Rom durch Flüchtlinge aus dem besiegten Troja besingt. Auch die Metamorphosen Ovids werden aufgegriffen, als Ruggiero auf den in einen Myrtenbaum verwandelten Astolfo trifft, den die Hexe Alcina, eine Gestalt wie die Kirke aus der „Odyssee“, verzaubert hat. Catull („Lieder“), Lukian (Mondfahrt) und Apuleius (das satirische Märchen „Der goldene Esel“) finden Wiederverwendung.

|Höfische Konventionen|

Das Epos diene „dem Vergnügen und der Enspannung der höfischen Damen und Herren“, schrieb der Autor 1528, als er die Druckerlaubnis beantragte (nicht jeder Hinz und Kunz durfte veröffentlichen!). Damit die edlen Herrschaften nicht vergrault wurden, hatte der Autor entsprechende Konventionen einzuhalten, nämlich die der Ritterepen und des höfischen Romans (in Deutschland gepflegt von 1150 bis ca. 1300) mit seinem genau festgelegten Liebes- und Ritterideal. Daher kommen nur Adelige und ein paar Geistliche, Bauern aber überhaupt nicht vor. Die scheinbare Einhaltung dieser Vorgaben hatte den Vorteil, dass sie die Verwendung der schief angesehenen antiken Vorlagen kaschierte. Für den Autor war es eine Gratwanderung, und dass seine 1525 veröffentlichten „Satiren“ 1534, nur ein Jahr nach seinem Tod, auf dem Index landeten, zeigt, wie schmal der Grat war.

Die deutsche höfische Dichtung zeigte Ritter im Zwiespalt zwischen Gott und Welt, Weltentsagung und Weltverfallenheit, zwischen Minne zur Dame des Herzens und der Pflicht, seinem Oberherrn im Krieg zu dienen. Erst Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ (1200-1210) zeigte einen Kompromiss auf. Doch 300 Jahre später interessierten die Damen und Herren in Ferrara solche Zwiespalten herzlich wenig, denn sie wollen vor allem vergnüglich unterhalten werden. Deshalb wird „Der rasende Roland“ in erster Linie als Parodie auf den klassischen Ritterroman angesehen. Diese Theorie hat einiges für sich.

|Nicht besonders höfische Zustände|

Die Lage ist verworren: Christliche Ritter wie Brunell und Gradass kämpfen auf Seiten des Muslimen Agramante gegen Kaiser Karl. Orlando und Rinaldo verstricken sich nicht in Kämpfe, sondern vielmehr in die Machenschaften, die Magier wie Atlante oder Hexen wie Alcina gestellt haben. Diese Figuren verkörpern Untugenden, so viel ist klar. Alcina ist die Verkörperung der niederen Lust, die sich in eine junge Frau verwandelt hat, um ihr wahres, hohes Alter zu verbergen. Ruggiero verfällt ihr wie einst Odysseus der Nymphe Kalypso.

Der Magier Atlante hingegen verkörpert Materialismus und Egozentrik, denen nur durch den Zauberring Angelicas, der Verkörperung reiner, unschuldiger Liebe beizukommen ist. Dieser Trick funktioniert auch bei Alcina. Kaum dreht Ruggiero den Ring, erkennt er die Wahrheit hinter dem Lustschloss Alcina und macht sich sogleich vom Acker. Allerdings diesmal nicht auf dem unbeherrschbaren Hippogryph, sondern auf seinem eigenen braven Klepper.

|Eine Parodie|

Die Theorie des Literaturhistorikers Francesco de Sanctis (1817-83) geht noch einen Schritt weiter. Er behauptet, dass die scheinbare Zusammenhanglosigkeit des „Orlando Furioso“ die einzig mögliche formale Gestaltung der Anliegen Ariosts gewesen sei. Der Autor schildere nicht mehr den strahlenden christlichen Helden à la Artus oder Lanzelot, noch den edlen höfischen Ritter (s. o.), der sich spezifischen „objektiven“ Werten verpflichtet fühlt: Ehre, Treue, Zucht, Pflicht usw. Sein parodierendes Epos beschreibe vielmehr Ritter, die nur mehr durch Wahnvorstellung und ein rein individualistisches Liebessehnen (das Orlando in den Wahnsinn treibt, da Angelica seine Liebe nicht erwidert), durch Materialismus und Egozentrik (s. Atlante-Episode) charakterisiert seien. Der „Orlando“ sei das literarische Zeugnis einer untergegangenen Kulturepoche. Diese These hat einiges für sich. Ariosto betrachte aus eigener Anschauung – er war Gouverneur einer Provinz sowie Diplomat – den Stand des adligen Politikers bereits als korrupt und setzt ihm das Ideal des humanistisch gebildeten Literaten gegenüber.

|Edle Damen, mehr oder weniger|

So schlecht die männlichen Ritter auch wegkommen, so gut stehen doch die meisten weiblichen Figuren da. Von der sinnlichen Kalypso-artigen Alcina mal abgesehen, spielen doch viele Damen eine positive Rolle. Allen voran überstrahlt die aktive Ritterin Bradamante von Marseille alle anderen Frauen. Bis sie ihren wankelmütigen und charakterschwachen Ritter Ruggiero bekommt, muss sie sich allerdings gewaltig anstrengen.

Prinzessin Angelica hingegen ist ein hoffnungsloser Fall. Die reine unschuldige Liebe ist zu kalt, als dass sie Orlandos Liebessehnsucht erwidern könnte und macht ihn so erst zum „rasenden“ Roland. Melissa hingegen ist ein gute Fee, die Bradamante hilft und ihr – als Merlins Orakel – die Zukunft vorhersagt, welche in der Gründung des Hauses d’Este besteht. Noch viele andere Damen gibt es, die gerettet – oder verführt – werden wollen, doch diese kurze Aufzählung soll erst einmal reichen. Unterschwellig stellt der Autor die Klischees und Vorurteile hinsichtlich der Stellung von Frau und Mann zur Debatte.

|Soap Opera|

Diese Episoden tragen sowieso zunächst zur Verwirrung bei: Welche Dame muss gerade vor wem mit welchen Mitteln durch wen gerettet werden? Welcher Ritter sitzt gerade in der Patsche und muss von einer Dame um welchen Preis gerettet werden? Dabei sind die bösen Mächte oftmals konkret als Fantasieprodukte gestaltet: als Hexe, als Magier, als Meeresgott Proteus, als dessen „Mordwal“ Orca und vieles mehr. Einhörner kommen ebenso vor wie Hippogryphen und viele andere Fabelwesen. Man wundert sich, mit welcher inneren Charakterstärke die Adeligen überhaupt überleben. Die Autorin des Booklets behauptet, es sei „die unzerstörbare Kraft der Liebe“. Wie romantisch.

Viel auffälliger ist eigentlich die durch Ariosts Anspruch (s.o.) begründete Episodenstruktur des Epos: Er will vergnüglich unterhalten, und das so lange wie nur irgend möglich. Folglich stopft er in den sehr dehnbaren Rahmen des Krieges zwischen Muslimen und Christen alle möglichen Episoden zwischen Männlein und Weiblein, Monstern und Zauberern hinein, bis ein Zusammenhang unkenntlich und nur das Vergnügen am Augenblick wichtig geworden ist. Dann bestimmt das Gesetz der Serie den Fortgang der Handlung: Liebende dürfen sich – wie etwa in „Spiderman“ und anderen Heldensagen – niemals bekommen, denn dann wäre die Spannung weg und die Serie zu Ende. So wie in „Sex and the City“ darf das Glück nie vollkommen sein – die Soap Opera muss bzw. darf weitergehen.

|Mein Hörerlebnis|

Die Inszenierung durch den renommierten Regisseur Leonhard Koppelmann unternimmt den Versuch, das Epos aus dem 16. Jahrhundert herauszureißen und für das 21. Jahrhundert irgendwie relevant zu machen. Ist es nun eine Illustration für den Angriff der Islamisten auf westliche Bollwerke des „christlichen“ Kapitalismus oder Imperialismus? Leider erweist es sich für diesen Zweck als wenig tauglich, denn die dafür nötige Rahmenhandlung ist denkbar unwichtig. Von Bedeutung sind vor allem die zahlreichen Abenteuer, die die Hauptfiguren erleben. Dass die Christen am Schluss obsiegen, ist reichlich sekundär und bedient lediglich Erwartungen der Zeitgenossen des Autors.

Dennoch hat man sich mit den auf modern getrimmten Formen der Darstellung auseinanderzusetzen: kratzende Schreibfedern, alte Lieder, sinfonische Musik à la Strawinsky – das geht ja noch, doch dann kommen Radiokommentatoren, Diktafone und tippende Übersetzerinnen vor. Wenigstens wurde der Bereich des Fernsehens ausgespart. Das hätte gerade noch gefehlt.

Die diversen Darstellungsmittel könnten ein harmonisches Ganzes ergeben, das durchaus interessant wäre, wenn sie nicht mitunter dazu beitrügen, dass Text unverständlich wird. Verzerrende Lautsprecher und Diktafone sowie in höchsten Tönen jodelnde Sänger verhindern eher die Rezeption des Textes, als sie zu fördern. Wenn der Text nicht zu verstehen ist, wozu dann noch weiterhören? Es wäre ja zu verschmerzen, wenn diese Elemente lediglich verzierende Schnörkel wären, aber nein: Sie erzählen vom Fortgang der Handlung. Unverstanden hinterlassen sie also ein Loch im Zusammenhang des Inhalts. Ich habe mich sehr darüber geärgert und das Anhören des Hörspiels nach der Hälfte der zweiten CD frustriert abgebrochen. Eine Besserung der besagten Malaise war nämlich nirgendwo in Sicht- und Hörweite. Ich kann nur hoffen, dass es anderen Hörern besser ergeht.

_Unterm Strich_

Die Bedeutung des „Orlando Furioso“ für die abendländische Dichtung bis hin zu Torquato Tasso, Goethe und Italo Calvino ist unbestritten und sollte nicht unterschätzt werden. Das Buch an sich ist ziemlich kurzweilig, denn ein Abenteuer jagt das andere, und die Liebenden bekommen einander erst ganz am Schluss (wobei die Titelfigur leider leer ausgeht, der arme Kerl). Für Fantasyfreunde gibt es ein fröhliches Wiedersehen mit etliche Gestalten, die einem schon diversen „Harry Potter“-Romanen vertraut sein dürften: mit Hippogryphen und dergleichen.

Aber die Welt der moralischen Verstrickungen führt die Herren Ritter und die Damen allzu oft in amouröse Nöte. Da fällt Ritter Ruggiero der Zauberin Alcina zum Opfer, die ihn auch gleich vernascht. Dort gerät die edle Prinzessin Angelica in die Klauen eines notgeilen Eremiten, dem dann leider sein wichtigstes Werkzeug den Dienst versagt, um sie vergewaltigen zu können. Liebe macht also nicht nur eine Menge Verdruss, sondern jede Menge Not und Anlass zu Ehrenhändel.

Dass Ritter Rinaldo vorkommt, hat er nämlich nur dem notwendigen Wettstreit mit Orlando zu verdanken: Beide streiten um Angelica, und derjenige soll ihre Hand erhalten, der sich als der Mutigere erweist. Über solchen Machismo ist Ritterin Bradamante erhaben, wie es scheint: Für ihren Ruggiero geht sie durch dick und dünn – mit entsprechendem Liebeslohn: Sie gründet das Haus d’Este. Die Zuhörer Ariostos werden’s mit Freuden vernommen haben.

|Das Hörspiel|

So unterhaltsam das Buch ist, so anstrengend und frustrierend war für mich seine Umsetzung als Hörspiel des Westdeutschen Rundfunks. Mit unglaublichem, doch keineswegs beeindruckendem Aufwand gestaltet, hat es doch vor allem zu meiner steigenden Verärgerung beigetragen. Es ist ja nicht so, dass ich unbedingt einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Episoden verlangen würde, um mich gut unterhalten zu fühlen. (Aber schön wäre es schon gewesen.)

Es war auch nicht die Unübersichtlichkeit der Episoden, in denen es vor Personal nur so wimmelt, das dann nie wieder auftaucht. Was mich viel mehr verärgerte, waren die Löcher im Erzähltext, die durch unverständliche Elemente verursacht wurden: extrem hoch vorgetragene Lieder, verzerrt wiedergegebene Berichte des Kriegsberichterstatters usw. Einen ähnlich frustrierenden Eindruck hatte ich übrigens auch von Koppelmanns Hörspiel-Inszenierung von Ken Folletts Roman „Die Säulen der Erde“. Mann, war ich froh, als davon endlich die tolle Lesung von Joachim Kerzel zu haben war!

Mein Tipp daher: Das „Orlando“-Hörspiel meiden, das Buch hervorkramen.

|Originaltitel: Orlando Furioso, 1505-21 sowie letzte Fassung 1532
360 Minuten auf 5 CDs|

John Grisham – Die Schuld (Lesung)

Ein junger Pflichtverteidiger wird von einem geheimnisvollen Fremden dazu verführt, die juristische Drecksarbeit für einen Pharmakonzern zu erledigen. Zu spät erkennt Clay Carter, in welcher Klemme er nach nur wenigen Monaten steckt. – Grisham zeigt auf, wie verführbar junge, unterbezahlte Anwälte sind und wie das dreckige, aber völlig legale Geschäft mit den Sammelklagen in den USA funktioniert.

_Der Autor_

Der studierte Jurist John Grisham, geboren 1955, ist nach Angaben des Heyne-Verlags der „meistgelesene Autor weltweit“. Zahlreiche seine Romane dienten als Vorlage zu Spielfilmen, darunter „Der Klient“, „Die Firma“, „Die Akte“ und „Die Jury“ sowie „Der Regenmacher“. Grisham war Abgeordneter im Parlament des Bundesstaates Mississippi und führte lange Jahre eine eigene Anwaltskanzlei, bis er sich Mitte der Achtzigerjahre ganz dem Schreiben widmete. Grisham lebt mit seiner Familie in Virginia und Mississippi.

_Der Sprecher _

Charles Brauer ist am bekanntesten als Kommissar Brockmüller an der Seite von Manfred Krug im „Tatort“. Er gehört zu den beliebtesten Hörbuchsprechern und hat für Heyne bereits „Der Verrat“, „Das Testament“, „Der Richter“ und „Die Bruderschaft“ von John Grisham gelesen.

_Handlung_

Der junge Rechtsanwalt Clay Carter träumt von einer lukrativen Stelle in einer der großen Kanzleien. Leider fristet er vorerst sein Dasein als Pflichtverteidiger des Office of Public Defense (OPD). Da er gerade zufällig als Einziger vom OPD im Gerichtssal anwesend ist, bekommt er den merkwürdigen Fall des Tequila Watson aufs Auge gedrückt.

Tequila, gerade mal 20 Jahre jung, hat mitten auf der Straße scheinbar wahllos einen Mord begangen. Mitten in Washington, D.C., schoss er einen jungen Drogendealer nieder: Ramón Pumfrey. In Clays Verhören gibt der junge Tequila an, er habe einfach nur jemanden töten wollen, egal wen. Das wird ja immer seltsamer, denkt sich Clay.

Seine Nachforschungen im Umfeld ergeben: Watson war bis vor einem halbem Jahr noch Crack-Junkie, bevor er in eine Entzugsanstalt eingewiesen wurde. Im „Deliverance Camp“ herrschten militärische Zucht und Ordnung. Nach 90 Tagen war Tequila clean gewesen, erzählt der Anstaltsleiter, ein massiger Farbiger namens Talmage X. Nach 100 Tagen hatte Tequila erstmals Freigang gehabt. Am 115. Tag hatte er Ramón Pumfrey erschossen, aber keiner wusste, wieso, am allerwenigsten der Mörder selbst. Er war vorher Gewalt stets aus dem Weg gegangen.

Clay Carter hatte schon mal leichtere Fälle. Er verdient gerade mal 36.000 Dollar im Jahr (also nicht mal 3.000 Euro im Monat). {Oh mein Goth, wie schröckelich. Anm. d. Lektors.} Da kann man sich schon überlegen, sich nach etwas Lukrativerem umzusehen. Und Clay bekommt sein Chance. Ein gewisser Max Pace bietet ihm in einem Luxushotelzimmer die Chance seines Lebens an. Pace behauptet, für einen Pharmakonzern zu agieren, der ungenannt bleiben wolle.

Der Konzern habe ein Suchtheilmittel erprobt, nicht nur in drei Städten außerhalb der USA, sondern auch in Washington, D.C. – weil es hier ja viele Farbige gebe. Testlabors seien die Entzugskliniken gewesen, solche wie Deliverance Camp. Tequila Watson sei nur einer von etwa hundert Probanden gewesen. Leider habe sich gezeigt, dass das Medikament bei etwa acht Prozent der Testpersonen schwere Nebenwirkungen hervorrufe: zum Beispiel Mordlust.

Inzwischen seien zwar alle mit „Tarvan“ versorgten Kliniken weltweit geschlossen, doch sollten die Familien der Opfer entschädigt werden, um spätere Schadensersatzforderungen abzuwehren, falls die Sache doch einmal ruchbar werden sollte. Und hier kommt endlich Clay ins Spiel: Er soll die Entschädigungsverfahren mit außergerichtlichen Vergleichen zu einem glücklichen Ende bringen.

Als sich Clay hierbei bewährt, betraut Max Pace ihn mit einem Sammelklagenfall, gegen den sich die 50 Millionen Dollar des Tarvan-Falles wie Peanuts ausnehmen. Er, Clay, werde allein daran über 100 Millionen Dollar verdienen. Clay bleibt die Spucke weg.

Dieser Fall könnte Clay Carters Karriere zerstören, doch sollte er Erfolg haben, wäre er am Ende des Verfahrens nicht nur ein reicher Mann, sondern auch ein bekannter und berüchtigter Opferanwalt. Doch warum hat man ausgerechnet ihm diesen Fall angeboten? Wer ist der geheimnisvolle Fremde mit dem verlockenden Angebot?

Und tatsächlich: Schon etwa 15 Monate später steht das FBI bei Clay Carters kräftig gewachsener eigener Anwaltskanzlei auf der Matte.

_Mein Eindruck_

Grisham lässt seinen Helden noch zwei weitere Fälle mit Sammelklagen anpacken, aber das sind dann schon die heikleren Sachen – sie werden Clays Untergang herbeiführen. Der eigentliche Grund: Clays sinn- und grenzenlose Geldgier, seine Geltungssucht gegenüber den ebenso gierigen Anwaltskollegen.

_Und der Haifisch, der hat Zähne_

Das überhand genommene Sammelklagengeschäft (beispielsweise gegen die Bayer AG) ist ein einziger Haifischteich, und die Gelackmeierten sind nicht etwa die Beklagten, sondern die Kläger: die Geschädigten, die eh schon unter gesundheitlichen und sonstigen Schäden zu leiden haben. Aber da die Anwälte astronomische Honoraranteile verlangen, werden die Opfer ebenso wie die Beklagten um vernünftige Kompromisse und Vergleiche gebracht. Der Einzige, der bei diesem Scheißspiel gewinnt, so Grisham, ist der Anwalt.

Vorerst zumindest. Denn anhand des Falles von Clay Carter exerziert Grisham durch, wie dieser Schuss nach hinten losgehen kann. Anwälte wie Carter (und der uns aus „Der Richter“ vertraute Patton French aus Biloxi) lassen sich durch eine freie Presse, aber auch durch noch schärfere Fische im Haifischteich der Anwälte bekämpfen und zu Fall bringen. Und wenn sie dann auch noch so dumm sind, an der Börse Insidergeschäfte zu tätigen, schaltet eben bald die Börsenaufsicht das FBI ein.

_Auch der Haifisch ist nur ein Mensch_

Doch Clay Carter ist keineswegs nur der Haifisch, der den Hals nicht voll bekommen kann. Er ist ja selbst ein Opfer: Er ließ sich von dem Betrüger Max Pace vor dessen Karren und den der Konzerne spannen und muss dafür schließlich büßen (wie in jedem anständigen Krimi). Indirekt zeigt also Grisham, wie sich ahnungslose junge und unterbezahlte Anwälte zu Werkzeugen in den Intrigen der großen Konzerne machen lassen.

Clay Carter überlebt lediglich dank seiner Freunde aus dem OPD. Er hatte sie als erste in seine Kanzlei geholt und ihnen freiwillig (!) einen Bonus von je 10 Millionen gezahlt. So etwas vergisst man ihm nicht, und so üben sie eben auch Solidarität, als es ihm wieder dreckig geht: Er liegt mit gebrochenen Knochen im Hospital. (Und ich habe den starken Verdacht, dass im Hörbuch eine komplette Liebesgeschichte gestrichen worden ist. Das trüge noch stärker zu Clays menschlicher Seite bei.)

_Der Sprecher _

Der Sprecher, Charles Brauer, macht seine Sache wie stets ausgezeichnet. Er spricht pointiert und deutlich akzentuiert, besonders wenn er höchst unterschiedliche Figuren zu charakterisieren hat. Ich kann mir keinen besseren Sprecher für die Grisham-Bücher vorstellen.

_Unterm Strich_

„Die Schuld“ hat eine überschaubare Handlung, die im Grunde aus vier bis fünf Komplexen besteht: Clays Fällen. Sie werden linear hintereinander abgehandelt, und es gibt kaum Rückblenden. Das klingt nicht sonderlich spannend, und psychologische Spannung kommt auch nur in den Gesprächen mit Max Pace und dem FBI auf.

Worauf es Grisham in erster Linie ankam, ist seine Absicht, uns zu zeigen: „Nun schaut euch mal an, wie diese Schweinerei vonstatten geht.“ Die „Schweinerei“ ist vor allem das Geschäft mit den riesigen Sammelklagen, bei denen mehrere spezialisierte Staranwälte Tausende von Mandanten sammeln und in einen Topf werfen, selbst wenn die das gar nicht wollen. Doch diese Masse erzeugt Druck auf den Beklagten. Und Zweck der Übung ist nicht etwa ein Prozess, sondern ein außergerichtlicher Vergleich, bei dem die Anwälte bis zu einem Drittel der Entschädigungssumme einsacken. Da kann es durchaus um Milliarden Dollar gehen. Ganz legal. Aber auch moralisch gerechtfertigt?

Genauso gut könnten wir also einem Paar Einbrecher bei seiner kriminellen Arbeit zusehen, so aufregend ist Grishams Story: Das ist informativ, lehrreich (für Nachwuchsjuristen?), engagiert, teilweise spannend, aber wenig bewegend. Wer mehr von der Story haben will, sollte das Buch lesen. Das ist dann wenigstens ungekürzt.

Umfang: 381 Minuten auf 5 CDs

_Michael Matzer_ © 2003ff

John Grisham – Der Polizist

Die Handlung:

Jake Brigance, Held der Bestseller „Die Jury“ und „Die Erbin“, ist zurück. Diesmal steht er als Pflichtverteidiger im Zentrum eines aufsehenerregenden Mordprozesses in Clanton, Mississippi. Sein Mandant Drew Gamble soll einen örtlichen Deputy umgebracht haben. Die Mehrheit von Clanton fordert lautstark einen kurzen Prozess und die Todesstrafe. Dabei ist Drew Gamble gerade einmal 16 Jahre alt. Jake Brigance arbeitet sich in den Fall ein und versteht schnell, dass er alles tun muss, um den Jungen zu retten. Auch wenn er in seinem Kampf für die Wahrheit nicht nur seine Karriere, sondern auch das Leben seiner Familie riskiert. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Bei der Menge an Justiz-Romanen (dies ist der 35.) ist es nicht schlimm, wenn dem einen oder anderen der Name Jake Brigance nichts sagt. „A Time to Kill“ (dt. DIE JURY) stammt aus dem Jahr 1989 und war der erste der Reihe. „Sycamore Row“ (2013, dt. DIE ERBIN, 2014) kam viele Jahre später.

John Grisham – Der Polizist weiterlesen

Larsson, Stieg – Verblendung. Das Hörspiel

_Eigenwillige Umsetzung des Kult-Thrillers_

Mikael Blomkvist, Mitherausgeber des Magazins „Millennium“, wird wegen Verleumdung des Industriellen Wennerström zu einer Geldbuße und einer Gefängnisstrafe verurteilt. Deshalb soll ihn der Auftrag des Multimillionärs Henrik Vanger zumindest aus einer finanziellen Klemme befreien: Er soll das spurlose Verschwinden von dessen Lieblingsnichte Harriet vor fast 40 Jahren aufklären und eine Familienchronik verfassen. Der alte Vanger glaubt, dass Harriet ermordet wurde und der Mörder noch lebt – in den Reihen seiner Familie. Blomkvist beginnt zu ermitteln – und bekommt schon bald erste Drohungen zu hören.

Lisbeth Salander, 24-jährige Hackerin, stellt für Henrik Vanger Recherchen über Blomkvist und die Wennerström-Affäre an. Lisbeth ist die Ermittlerin der Security-Firma Milton. Ihr Privatleben ist jedoch schwierig. Ihr neuer Vormund Nils Bjurman nutzt die finanzielle Abhängigkeit Lisbeths zur Befriedigung perverser sexueller Neigungen. Sein Sadismus gipfelt in einer brutalen Vergewaltigung. Doch schon wenig später schlägt Lisbeth zurück …

_Der Autor_

Stieg Larsson, geboren 1954 in Umeâ, Schweden, war Journalist und Herausgeber des Magazins EXPO. Er galt als einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. 2004 starb Larsson mit 50 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. 2006 wurde ihm posthum der Skandinavische Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens verliehen. Inzwischen hat seine MILLENNIUM-Trilogie weltweit eine Millionenauflage erreicht, alle drei Teile wurden verfilmt.

1) [Verblendung]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2388
2) [Verdammnis]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3518
3) [Vergebung]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4834

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Rollen und ihre Sprecher:

Erzähler: Ulrich Matthes
Michael Blomkvist: Sylvester Groth
Lisbethh Salander: Anna Thalbach
Henrik Vanger: Jürgen Hentsch
Martin Vanger: Felix von Manteuffel
Erika Berger: Jacqueline Macaulay
Anwalt Nils Bjurman: Vadim Glowna
Anwalt Dirch Frode: Friedhelm Ptok
Harriet Vanger: Corinna Kirchhoff
Anita Vanger: Lena Stolze
Cecilia Vanger: Susanne Lothar
Gustav Morell (Kommissar): Otto Mellies
Und andere.

Regie führte Walter Adler, der auch „Otherland 1-4“ inszeniert hat. Als Regisseur, Bearbeiter und Autor hat er rund 250 Hörspiele – auch aus dem Thrillergenre – auf seinem Konto. Die Musik trug Pierre Oser bei, der auch schon für „Otherland“ komponierte.

Die Aufnahme erfolgte beim Westdeutschen Rundfunk 2010, als erster Teil der Millennium-Trilogie.

_Handlung_

Mikael Blomkvist steht vor Gericht. Er soll den Industriemanager Hans Erik Wennerström in seinem Enthüllungsblatt „Millennium“ verleumdet haben. Das Gericht befindet ihn aufgrund der vorgelegten Beweise für schuldig und verurteilt ihn zu drei Monaten Haft, die er in einem halben Jahr antreten muss. Doch Mikael ist entgegen allen Erwartungen guter Dinge. Jetzt, kurz vor Weihnachten, freut er sich auf ein paar kuschelige Tage im Kreise der Familie seiner Schwester. Er selbst ist schon längst geschiedener Single, der eine Tochter hat. Doch dazu kommt es nicht. Er erhält einen Anruf …

|Lisbeth|

Lisbeth Salander hat Mikael im Auftrag von Milton Security observiert. Die Firma wiederum arbeitet diesmal für einen großen Kunden, der in Gestalt des Firmenanwalts Frode auftritt. Es ist eine wahrhaft dicke Akte, die Lisbeth dem Typen auf den Tisch legt. Sie hat’s nicht so mit Kommunikation und sagt keinen Piep, als er sie fragt, wie sie an das Material gekommen ist. Schließlich ist das ja ihr Job als professionelle Hackerin, oder, und wozu soll sie das an die große Glocke hängen? Die Frau im schwarzen Lederzeug, mit den Ringen in der Nase und dem Stachelhalsband starrt ihn bloß an, bevor sie aufsteht und geht. Etwas kann sie aber auf seine penetranten Fragen doch antworten. „Blomkvist wurde geleimt.“ Weg ist sie.

|Mikael|

Der Anruf für Mikael kommt von Firmenanwalt Frode des Industriekonzerns Vanger, der unter anderem Schiffe baut. Der frühere Firmenchef Henrik Vanger – den Konzern leitet jetzt sein Neffe Martin – bietet Mikael einen Job an. Blomkvist soll die Familienchronik schreiben und einen alten Kriminalfall aufklären – für das ansehnliches Salär von rund fünf Millionen schwedischen Kronen. Das kann Mikael gut gebrauchen, bevor er im Knast schmachten muss. Aber es gibt noch einen zweiten, viel wichtigeren Grund: Vanger verspricht ihm Wennerströms Kopf auf einem Silbertablett. (Was sich aber als Lüge herausstellt.) Also fährt er hinauf nach Nordschweden, wo sich Elch und Fuchs Gute Nacht sagen. Hier residiert der 82-jährige und kinderlose Henrik Vanger in einem noblen Herrenhaus, umgeben von eigenen Wäldern und Seen.

Henrik Vanger vermisst seine Nichte Harriet, die er wie seine eigene Tochter liebte, seit fast 40 Jahren. Nicht nur aus Sorge um Erbe und Nachfolge will er nun Harriets Schicksal aufklären, die eines Tages spurlos verschwand. Er will auch die Serie von Postsendungen abstellen, die jedes Jahr pünktlich zu Weihnachten aus aller Herren Länder eintreffen: gepresste Blumen. Auf dem Dachboden hat Vanger eine eindrucksvolle Galerie dieser Bilder toter Blumen aufgehängt. Ihr Anblick quält ihn an seinem Geburtstag alljährlich aufs Neue.

Doch wie findet man eine Verschwundene nach fast 40 Jahren? Man fängt dort an, wo sie zuletzt gesehen wurde. Die letzten Fotos zeigen Harriet im Herrenhaus und auf der Straße des nahen Dorfes bei einem Festzug in der nahen Stadt Hedestad. Letzteres Foto stammt aus der Zeitung. Der Besuch bei Polizeichef Gustav Morell, der Harriet seit 40 Jahren vergeblich sucht, verläuft ergebnislos, doch dafür gibt das Archiv der Stadtzeitung umso mehr her. In mühseliger Grabarbeit findet Mikael die Negative für die Fotos, die der Fotograf seinerzeit auf der Straße schoss, auf der Harriet das letzte Mal zu sehen war. Harriet bewegt ihren Kopf wie in einem Film … und ihre Miene verdüstert sich! Sie hat jemanden gesehen, den sie ablehnt, vielleicht sogar hasst. Wer oder was kann das gewesen sein? Ihr Entführer, oder gar ihr Mörder?

|Lisbeth|

Unterdessen meint es das Leben überhaupt nicht gut mit Lisbeth. In einem Kampf mit Hooligans wird ihr geliebtes Notebook schwer beschädigt. Sie braucht dringend Ersatz, doch ihr Hacker-Kumpel hat nur ein schlappes altes Modell. Besser als nix, denkt sie. Doch um Geld für ein neues Modell zu bekommen, muss Lisbeth ihren Vormund beknien. Die Ex-Insassin der Psychiatrie erlebt leicht erschüttert, wie ihr bisheriger Vormund einen Schlaganfall hat und ersetzt wird. Sie muss den Mann aufsuchen, den die Vormundschaftsbehörde für sie ausgesucht hat: Rechtsanwalt Nils Bjurman.

Für einen Blowjob rückt der schleimige Spießer lediglich 7000 Kronen heraus, was nicht im entferntesten für ein MacBook reicht. Als sie mehr will, fesselt er sie aufs Bett und vergewaltigt sie anal. Nicht nur, dass dies höllisch wehtut. Lisbeth nimmt die gesamte Vergewaltigung mit einer versteckten Kamera auf. Obwohl sie danach kaum aufrecht gehen kann, brennt sie den Film von der SD-Karte auf eine DVD. Bei ihrem nächsten Besuch bei ihrem Vormund fesselt sie ihn und stellt ihn vor die Wahl: Entweder gibt er ihr jetzt Bankvollmacht und schreibt wohlwollende Berichte, die sie genehmigen kann, oder die Disc wandert an alle Zeitungen des Landes. Als er einwilligt, tätowiert sie ihm eine dauerhafte Botschaft auf den Wanst … Endlich kann sie sich wieder in den Laptop des nichtsahnenden Mikael einhacken und seine Festplatte kopieren. Ihr Interesse ist schon längst nicht mehr beruflicher Natur …

|Mikael|

Mikael hat in Harriets Konfirmationsbibel geheimnisvolle Eintragungen gefunden. Neben einem Kürzel, das wahrscheinlich einen Namen darstellt, steht eine Ziffernkombination. Damit kann er nichts anfangen, und Henrik Vanger erklärt, dass es sich nicht um Telefonnummern handelt, denn die wurden bereits überprüft. Erst als Mikaels Tochter Pernilla kurz auf dem Weg ins Sommerlager vorbeischaut, führt ihn ihre beiläufige Bemerkung, er sei also auch auf die Bibel gestoßen, auf die richtige Spuren: Die Zahlen bezeichnen Kapitel und Vers von Bibelstellen. Und sie beginnen mit dem Buch Leviticus, das drakonische Strafen für ausgefallene Arten des moralischen Fehlverhaltens vorsieht, so etwa die Zerstückelung und Verbrennung. Die Strafen treffen Huren, Tiere, Priestertöchter und andere unschöne Dinge. Allesamt Juden. Genau wie Rebekka Jakobson, die 1949 verschwand.

Um besser arbeiten zu können, verlangt er einen professionellen Ermittler. Frode und Vanger wissen da schon jemanden: Lisbeth. Er besucht sie in Stockholm und bittet sie, mit ihm zusammenzuarbeiten, es solle ihr Schade nicht sein. Obwohl sie so schräg drauf ist, willigt sie ein und kommt Tage später mit dem Motorrad nach, um in seiner Hütte am Rande des Vanger-Anwesens zu nächtigen.

|Mikael und Lisbeth|

Diese abgesperrte Hütte hat Mikael, nicht faul, mit unzähligen Fotos von Hinweisen beklebt: Es ist die reinste Wonderwall. Lisbeth beguckt sich jedes kleinste Detail. Seltsam findet sie, dass sich Harriet und und ihre Schwester Anita so ähnlich sahen, fast wie Zwillinge. Anita ist nach London gezogen, aber hätte sie nicht die Rolle mit Harriet tauschen können, um Harriet einen Pass zu verschaffen? Das erklärt vieles, beispielsweise das Foto von Anita im Herrenhaus. Harriet muss zu diesem Zeitpunkt schon verschwunden gewesen sein – oder die beiden kooperierten bei Harriets Verschwinden. Vor wem floh Harriet? Und aus welchem wichtigen Grund?

Lisbeth hat versucht, die Bibelstellen mit tatsächlichen Verbrechen in Schweden zu korrelieren, und ist fündig geworden. Wozu doch eine Datenbank und eine Hackerin alles imstande sind, wundert sich Mikael. Die Ermittlung führt sie zurück in die Jahre zwischen 1949 bis 1967. Immer sind es junge Frauen, die ihr Leben lassen mussten. Alle trugen jüdische Namen. Und immer war ein bestimmter Mann vor Ort …

_Mein Eindruck_

Die Handlung entpuppt sich nach einer Weile als ziemlich horrormäßige Serienkiller-Ermittlung. Doch der Killer sitzt leider ganz in der Nähe der Ermittler, so dass diese beide selbst in Gefahr geraten. Lisbeth, schon unter dem freundlichen Einfluss Mikaels etwas aufgetaut, verwandelt sich endgültig in seine Lebensretterin. Aber erst in allerletzter Sekunde. Und es ist aufgrund ihrer Vorgeschichte klar, dass sie für Vergewaltiger und Mörder keinerlei Gnade oder gar Barmherzigkeit übrig hat. Der Killer muss brennen.

Nun mag sich mancher fragen, was denn nun das Besondere an diesem Thriller sein soll, der inzwischen zum millionenfach verbreiteten Kultbuch avanciert ist – jeder dritte Schwede hat es offenbar gelesen, das müssen die Deutschen erst mal nachmachen. Es sind sowohl die Aufbereitung der Themen als auch die Themen selbst, die Buch und Verfilmung eine solche Faszination ausüben lassen.

|Themen|

Die Ermittlung ist auf dem neuesten Stand der Technik, die einem Journalisten wie Larsson oder Blomkvist zur Verfügung steht. Hacker, Datenbanken, Bildmanipulation, Suchmaschinen und vieles mehr finden sich hier. Doch die Kernthemen, in denen sich Larsson auskannte, ließen sich auch ohne IT recherchieren. Ein Trio von Magnatensöhnen schloss sich während des II. Weltkriegs den Nazis an und kämpfte zum Teil sogar an deren Seite, so etwa im Finnischen Winterkrieg gegen die Sowjets. Aus ist’s mit dem Mythos der schwedischen Neutralität (immerhin verbrachten die deutschen sozialdemokratischen Politiker Herbert Wehner und Willy Brandt ihre Kriegszeit im angeblich sicheren schwedischen Exil).

Schlimmer noch: Diese drei Erben übernahmen den Rassenwahn der Nazis voll und ganz und lebten ihn auch aus. Mikael und Lisbeth finden heraus: Einer aus diesem Trio übt die Judenverfolgung auch heute noch aus, getarnt als Unfälle mit Todesfolge, doch welcher ist es? Harriet, selbst ein Opfer der inzestuösen Vergewaltigung, tötete einen der feinen Herrenmenschen und konnte sich der Vergeltung gerade noch entziehen. Mikael findet sie und bringt sie zurück – ein sehr bewegender Moment.

Es ist ja schon übel genug, dass Schweden sich den Nazis anschlossen und Juden ermordeten, aber es handelt sich nicht um irgendwelche Leute, sondern um eine der angesehensten und einflussreichsten Familien des Königreichs. Dass diese Leute immer noch weitermorden können, erscheint unvorstellbar. Stieg Larsson hat es gewagt, es seinem Lehrmeister Mankell nachzumachen und dessen „Tanzlehrer“-Antifascho-Krimi zu übertrumpfen. Larsson soll gesagt haben, Mankell könne einpacken. Das Ergebnis ist ziemlich umwerfend, auch für mich, sobald ich meinen Unglauben ob dieser anklagenden Darstellung aufgegeben hatte. Herrenmenschen, Frauen- und Judenkiller – „der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ sagt der Dichter.

|Die Sprecher|

Mikael „Kalle“ Blomkvist ist ebenso eine Figur von Astrid Lindren wie Lisbeth Salander, die eine dunkle Pippi Langstrumpf darstellt. Während mir der idealistisch veranlagte Blomkvist zu sehr als Casanova gespielt wurde – er treibt es mit Erika Berger, Cecilia Vanger und Lisbeth -, ging von Anna Thalbach als Lisbeth eine starke Präsenz aus. (Es ist, als wäre Mikael eine Frau und Lisbeth der Kerl.) Ihre Undurchsichtigkeit und potentielle Gewalttätigkeit macht sie zu einer wandelnden Bombe. Am Schluss nähert sie sich ihm aber wie ein junges Teeniegirl, mit einem Geschenk – und wird abgeschreckt, als sie ihn in Erika Bergers Armen sieht. Erika Berger wird von Jacqueline Macaulay als eine taffe Geschäftsfrau gesprochen, die Mikael wie einen Idioten dastehen lässt.

Lisbeth, die Ninja-Hackerin, entwickelt sich auf spannende Weise, lässt sich sogar von Mikael berühren und kann sich schließlich dazu durchringen, ihre Mutter im psychiatrischen Pflegeheim zu besuchen – eine von Walter Adler eindringlich und anrührend inszenierte Szene. Der von Vadim Glowna gesprochene Nils Bjurman ist hervorzuheben: Schon seine nuschelige, einschmeichelnde Sprechweise charakterisiert Bjurman als gespaltene Persönlichkeit, die endlich ihre Chance sieht, ihre Macht auszunutzen und Lisbeth Gewalt anzutun. Mit Lisbeths Schrei endet die erste CD. Ein Schrei, der nach Vergeltung verlangt.

Die übrigen Figuren sind in erster Linie Funktionsträger: der Anwalt, der Vormund, der Polizeichef und so weiter. Die einzigen Ausnahmen sind sicher Henrik Vanger, Harriet und der Mörder. Der Mörder agiert mit hörbar freundlichem und darum umso furchterregenderen Ausdruck seine Todesfantasien aus. Die intensivste Gemütsregung legt er erst im Tode an den Tag, aber da gerät er bei Lisbeth an die Falsche.

|Musik|

Die Musik von Pierre Oser wirkt am besten, wenn sie die zahlreichen bedrohlichen und gefahrvollen Szenen des Thrillers illustrieren darf, also mit drängenden, dunklen Rhythmen. Assonante Kadenzen sowie sehr tiefe Bässe tragen dazu bei, Gefahr anzukündigen. In den bewegenden Szenen tragen romantische Streicher zur Stimmung bei, als befände man sich in einem Hollywoodstreifen.

Recht kurios hingegen ist die Untermalung von Liebesszenen, von denen es nicht wenige gibt. Mikael ist ja ein richtiger Casanova, der sich mit Lisbeth, Erika Berger und Cecilia Vanger einlässt. Da erklingen im Hintergrund elektronisch erzeugte, etwas heiter klingende Tonfolgen, allerdings sporadisch und beinahe schon spöttisch. Das ist weit entfernt von klischeehafter Romantik mit schmalzigen Geigern. Auch wenn es gewöhnungsbedürftig ist, so spricht doch einiges für diese Behandlung von sinnlichen Emotionen – wie Schampus statt Rotwein.

|Das Booklet|

Nach einer Inhaltsangabe, Autorenbiografie und Kurzwertung folgt die Vorstellung von Regisseur, Sprechern und Komponist. Die innere Doppelseite zeigt farbige Fotos von den Sprechern bei der Aufnahme im WDR-Studio. Die nächste Doppelseite listet sämtliche Sprecher mit ihren Rollen auf. Die vorletzte Doppelseite bringt die Credits und stellt die komplette BUCH-Trilogie vor. Die letzte Seite macht Werbung für die Fortsetzungen in Hörbuch-Form sowie für weitere Hörbücher.

_Unterm Strich_

Stieg Larssons Thriller funktioniert nicht nur als packende Spannungsliteratur, sondern stellt auch ein Stück Gesellschaftsporträt dar – auch die Schweden haben, wie die Schweizer, ihre Lebenslüge. Ist es bei den Schweizern das Bankgeheimnis und die Neutralität, so waren die Schweden im II. Weltkrieg zwar angeblich auch neutral, aber sie nährten den Rechtsextremismus, den Rassenwahn und die Nazis ebenso wie viele andere Regimes in Süd- (Spanien, Italien) und Osteuropa (Rumänien).

Das Unfassbare ist nicht, dass dies bis heute vertuscht wurde, sondern dass die Taten gegen Jüdinnen und andere „minderrassige Frauen“ bis heute andauern. Dies deckeen Mikael und Salander gemeinsam auf, doch müssen sie ihre Ergebnisse auf Bitten Henrik Vangers geheimhalten – mit Rücksicht auf Harriet Vanger, die designierte Konzernchefin, und ihre Angestellten.

Ein zweites Ziel der Kritik besteht in der Figur Wennerström, der mit Steuermitteln ein Gemischtwarenimperium aufgebaut hat, das mit Drogenhändlern ebenso Geschäfte macht wie mit osteuropäischen Aufbauprojektleitern. Es sind furchtlose Leute wie Lisbeth Salander, die dunkle Variante von Pippi Langstrumpf, nötig, um Wennerström den Stecker rauszuziehen, indem man ihn von seinem Hauptkonto abschneidet.

|Das Hörspiel|

Die Aufnahme ist sechs Minuten kürzer als im Klappentext angegeben – ich habe nachgerechnet. Es sind nur 160 statt 166 Minuten. Die Musik ist wie immer bei Oser ein wenig gewöhnungsbedürftig, hält sich aber meist im Hintergrund. Sie ist am wirkungsvollsten, wenn sie bedrohlich klingen darf.

Was mich aber am meisten störte, ist die Nichtschilderung der ersten Begegnung von Mikael und Lisbeth, den beiden Hauptfiguren. Man erfährt gerade mal, dass Mikael sie in ihrer Wohnung besucht. Wenig später arbeiten sie bereits zusammen und schlafen miteinander. Aber hallo! Fehlt da nicht etwas? Insgesamt wird diese zentrale Beziehung zu wenig emotional motiviert, wie ich finde. Das macht sie unglaubwürdig.

|Hörspiel vs. [Film|]http://www.powermetal.de/video/review-1794.html

Immerhin kürzt die Story diesmal nicht ab, indem sie Figuren und Zusammenhänge weglässt. Mikaels Tocher Pernilla taucht auf, und die Hintergründe von Mikaels erster Wennerström-Story werden aufgedeckt. Die Zusammenhänge von Wennerströms Imperiums werden uns ebenso offenbart wie Lisbeths Heldentaten bei dessen Zerstörung – höchst raffiniert, aber nicht sehr dramatisch, eher ironisch. Weil sich der Film auf die Vanger-Story konzentriert, kommt die Wennerström-Story zu kurz. Aber das ist in Ordnung, weil die Geschichte um Harriet Vanger für die meisten Menschen in menschlicher Hinsicht wesentlich bewegender und zufriedenstellender ist als der Wirtschafts-Thriller um Wennerström.

|Originaltitel: Män Som Hatar Kvinnor, 2008
160 Minuten auf 3 CDs
ISBN-13: 978-3-8371-0359-5|
http://www.stieglarsson.se
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http://www.verblendung-derfilm.de
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