Archiv der Kategorie: Hörspiele / Hörbücher

Fünf Freunde und die große Meuterei (Folge 144)

Die Handlung:

Als die Fünf Freunde an einer Führung durch den Londoner Hafen teilnehmen, reißt sich Timmy los und rennt in einen offenstehenden Container. Die Freunde folgen ihm, denn Timmy scheint etwas gewittert zu haben. Da wird der Container plötzlich geschlossen und verladen. Als es den Fünf Freunden nach Stunden gelingt, die Türen des Containers zu öffnen, befindet sich das Schiff bereits auf hoher See. Und als sie zur Brücke wollen, um dem Kapitän Bescheid zu geben, erwartet sie eine weitere böse Überraschung … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ob das alles so möglich ist, was da im Klappentext steht, ich weiß ja nicht … aber, nehmen wirs mal so hin und hoffen, dass die Freunde wieder vom Schiff runterkommen, bevor das in China oder Australien oder sonstwo angekommen ist.

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Die drei ??? und der weiße Leopard (Folge 212)

Die Handlung:

„Der weiße Leopard“, eine japanische Prunkschale, verschwindet trotz des hochmodernen Alarmsystems. Ein kniffliger Fall für die drei ???, denn auf der Schale liegt ein Fluch der Samurai. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Erwartet und hier ein Kombi-Fall? Zwei zum Preis für einen? Ein Kunstdiebstahl und noch ein Fluch dazu? Und … was sind denn wohl die Auswirkungen des Fluchs? Zehn Jahre eine laufende Nase? Nein … der Tod … gar nicht mehr so lustig.

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Doyle & MacNeile – Das Haus mit den Zwingern (Sherlock Holmes Folge 38)

Gestörte Idylle im Pfarrhaus

Die junge Miss Nancy Millington wird in der Baker Street 221b vorstellig, da sie sich Sorgen wegen ihrer neuen Nachbarn macht, welche nicht nur ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, sondern vor allem eine Reihe Hundezwinger auf dem weitläufigen Grundstück aufgestellt haben … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.
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TKKG – Attentat am Gämsengrat (Folge 220)

Die Handlung:

Die Klasse 9b befindet sich auf Abenteuerwoche in den Tiroler Alpen. Zwar steckt Tim, Karl, Klößchen und Gaby noch das Wildbach-Rafting vom Vortag in den Knochen, aber dennoch wollen sie heute die Gamsspitze erklimmen. Auf dem Weg nach oben setzen sich die vier von ihrer Klasse ab und beobachten in der Ferne einen Kampf zwischen zwei Gestalten. Hat die eine die andere gerade vom Berggrat gestoßen? Sind TKKG also Zeugen eines Attentats geworden? Bevor sie dem auf den Grund gehen können, bricht plötzlich ein Unwetter über sie herein und TKKG sitzen im strömenden Regen auf dem Berg fest. Ein Blitz zuckt am Himmel, ein Schuss gellt durchs Gebirge und ganz in der Nähe kämpft sich ein Mann mit blutender Schläfe auf TKKG zu… ( Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nach „Terror“ kommt jetzt „Attentat“, die „erwachsenere“ Schiene der beiden TKKG-Serien meints offenbar echt ernst … auch wenn der Reim im Titel eher lustig und ein Zungenbrecher ist. Der Klappentext lässt aber wenig Spaßiges erahnen, sondern einen echten Krimi. Mit Blut und Opfern und physischer Gewalt. Auf der Alm gibts wohl doch Sünde … na dann mal ab in Alpen um nachzuschauen.

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Perry Rhodan – Die Hyperseuche (Silber Edition 69)

Die Handlung:

Es beginnt scheinbar harmlos: Menschen der Erde ändern plötzlich ihren Charakter, viele widmen sich nur noch ihren Hobbys und lassen ihre Arbeit einfach liegen. Andere, bisher schlaff, stürzen sich mit Feuereifer hinein. Das ist die erste Phase der sogenannten Psychosomatischen Abstraktdeformation (PAD), einer Seuche, die von der MARCO POLO aus dem Paralleluniversum eingeschleust wurde. Die zweite Phase ist dadurch gekennzeichnet, dass Milliarden terranische Siedler den Zwang verspüren, ihre Urheimat wiederzusehen. Gleichzeitig verfallen andere Völker, wie die Haluter, einem Aggressionsdrang, der einen galaktischen Krieg heraufzubeschwören droht. Die dritte und letzte Phase ist tödlich. Um die gesamte Galaxis vor dem Aussterben zu bewahren, muss Perry Rhodan ins Paralleluniversum zurückkehren und seinen Gegenspieler eigenhändig töten … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nachdem ANTI-ES in der ersten Silberlesung nicht wirklich erfolgreich mit dem Versuch war, Perry in einem Anti-Universum stranden zu lassen, lässt sich die Superintelligenz etwas Neues einfallen. Lustig klingts ja, wenn die plötzlich zuerst auf der MARCO POLO auftretenden Bewusstseinsveränderungen „Hobbyseuche“ genannt wird. Aber das fanatische Konzentrieren auf eine bestimme Sache kann schnell fatal werden … das merken einige schon früh.

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John Sinclair – Ninja-Rache (Teil 2 von 2, Folge 148)

Die Handlung:

In der Hostessenbar der Mama-san Reika Hasegawa waren Suko und ich dem „Club der Weißen Tauben“ in die Falle gegangen! Seine Anführerin Amenouzume hetzte uns ihre seelenlosen Tengus auf den Hals, damit ihr Verbündeter, der Ninja-Dämon Shimada, freie Bahn hatte – für den letzten Kampf gegen unsere Freunde Shao und Yakup Yalcinkaya! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer
121 gemacht, das erstmalig am 9. April 1991 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

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TKKG junior – Stimmen aus dem Jenseits (Folge 18)

Die Handlung:

Es gibt keine Geister! Oder etwa doch? Das behauptet zumindest der alte Kinobesitzer Herr Ambrosios. Der hört beim Vorführen seiner alten Stummfilme nämlich neuerdings unheimliche Stimmen im Kinosaal. Doch TKKG sind sich sicher: Dafür muss es eine logische Erklärung geben! Doch als sie dann die Stimmen aus dem Jenseits mit eigenen Ohren zu hören bekommen, sind auch sie verunsichert. Ruft da vielleicht wirklich der Geist der vor langer Zeit bei Dreharbeiten verschwundenen Stummfilm-Darstellerin Dita von Hohenfels um Hilfe? Ein bisschen mulmig ist TKKG schon bei diesem Gedanken, aber sie wollen der Sache auf den Grund gehen! Und dabei lösen sie ganz nebenbei einen Fall, bei dem sich Kommissar Glockner und seine Kollegen bisher die Zähne ausgebissen haben …. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

„Who ya gonna call?“ TKKG Junior! Wer hätte gedacht, dass die Detektivtruppe (+ Hund) mal zu Geisterjägern mutiert? Vielleicht sollten sie sich beim Sohn des Lichts, John Sinclair, Tipps holen oder ein paar Utensilien ausleihen!

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Perry Rhodan – Kodexfieber (Silber Edition 154)

Die Handlung:

Im Jahr 429 Neuer Galaktischer Zeitrechnung kämpfen Menschen von der Erde in unterschiedlichen Regionen des Kosmos gegen mächtige Wesen. Perry Rhodan riskiert den Konflikt mit den übermächtigen Kosmokraten. Ihr Bann zwingt ihn, die Milchstraße zu verlassen – er reist in die Mächtigkeitsballung von Estartu. Dort kämpfen Vironauten von der Erde gegen das Kodexfieber, das sie in eine unheimliche Veränderung zwingt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Los gehts mit einer Lossagung. Die Ritter der Tiefe haben keine Lust mehr auf den Job, den sie nach Wünschen der Kosmokraten mit Freude dienend ausführen sollten. Taurec findet das auch nicht so toll, aber jeder möchte gern wieder sein eigenes Ding machen. Bockig verhängt Taurec einen „Bann der Kosmokraten“ über die Ritter … klar, wenn sie nicht den Kosmokraten dienen, dann soll es ihnen halt schlecht gehen. Aber Perry bekommt ins Ohr geflüstert, dass es eine Möglichkeit geben könnte, wie er aus der Geschichte heil herauskommt.

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Stephen King – Billy Summers

Die Handlung:

Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

In dieser Geschichte folgen wir dem titelspendenden Billy Summers. Früher war er Scharfschütze im Irak-Krieg, heute Attentäter gegen Bezahlung. Nach außen gibt er sich gern dümmlich, aber innerlich ist er hellwach und gut organisiert.

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Jules Verne – Die Jagd nach dem Meteor (Lesung)

Satirisch: der Fang des Goldmeteors

Ein Meteor, aus reinem Gold nähert sich der Erde. Ein Wettrennen aller Staaten und Mächte nach diesem Wertobjekt setzt ein. Der geniale Privatmann Xirdal aber hält den Trumpf in der Hand: Er konstruiert einen Apparat, mit dem er den Meteor lenken kann. Und er lenkt ihn auf ein zuvor gekauftes Stückchen Land. Truppen rücken an, gesteuert von der Macht und Goldgier ihrer Befehlshaber. Ob das wohl gut geht?

Der Autor

Jules-Gabriel Verne, in Deutschland anfänglich Julius Verne (* 8. Februar 1828 in Nantes; † 24. März 1905 in Amiens), war ein französischer Schriftsteller. Er wurde vor allem durch seine Romane „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), „20.000 Meilen unter dem Meer“ (1869–1870) sowie „Reise um die Erde in 80 Tagen“ (1873) bekannt. Neben Hugo Gernsback, Kurd Laßwitz und H. G. Wells gilt Jules Verne als einer der Begründer der Science-Fiction-Literatur. (Wikipedia.de)

Mit „Die Eissphinx“ schrieb er eine Fortsetzung von E. A. Poes Horrorerzählung „The Narrative of Arthur Gordon Pym„. Sein erster Zukunftsroman „Paris im 20. Jahrhundert“ lag lange Zeit verschollen in einem Tresor und wurde erst 1994 veröffentlicht. Die Lektüre lohnt sich, auch wegen der erhellenden Erläuterungen der Herausgeberin. „Die Jagd nach dem Meteor“ erschien ebenfalls erst nach Vernes Tod (siehe unten).

Der Sprecher

Rufus Beck, geboren 1957, spielte im Ensemble und als Gast auf deutschsprachigen Bühnen, wurde durch Sönke Wortmanns Film „Der bewegte Mann“ populär und gilt seit seinen einmaligen Interpretationen aller Harry-Potter-Romane als einer der besten, engagiertesten Hörbuchsprecher („-leser“ kann man wohl nicht mehr sagen).

Auffällig ist sein Engagement für Werke, in denen Jungs und Mädchen auf ungewöhnlichen Wegen ihre Identität suchen und finden. Dazu gehören „Der Fliegenfänger“ von Willy Russell sowie [„Die Mitte der Welt“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=804 von Andreas Steinhöfel, um nur zwei neuere Beispiele zu nennen. Auch Eoin Colfers jugendlichen Helden Artemis Fowl sowie die beinahe ebenbürtige Meg Finn hat er uns bereits zu Gehör gebracht.

Rufus Beck liest die ungekürzte Fassung, die dennoch lediglich drei Stunden lang ist.

Handlung

Die meiste Zeit spielt die Handlung in der braven Stadt Weston im US-Bundesstaat Virginia. Das genaue Jahr ist unbestimmt, doch es gibt einen kleinen Hinweis: Die US-Flagge hat zu diesem Zeitpunkt nur 43 Sterne statt der heutigen 50. Und es ist Frühling. März, um genau zu sein.

Prolog

Obwohl es wenig zur Haupthandlung beiträgt, sei doch erwähnt, dass die Geschichte mit einer Blitztrauung beginnt. Miss Arcadia Walker, 24 und ebenso schön wie wohlhabend, heiratet Seth Stanford, einen Globetrotter, und zwar vor dem Haus des ehrenwerten Friedensrichters John Proth – zu Pferde. Will heißen, keiner der beiden Brautleute fühlt sich bemüßigt, vom Ross zu steigen. Im Pferdeland Virginia werden diese Dinge eben pragmatisch erledigt. Es kann aber auch ganz anders laufen. Im späteren Verlauf der Handlung begegnen wir den beiden wieder, so etwa bei ihrer – ebenso rasch erledigten – Scheidung. Richter John Proth fällt eine wichtige Rolle im nun folgenden Drama zu.

Die Entdeckung des Meteors

Das bis dato noch friedliche Weston beherbergt zwei Hobbyastronomen: Dean Forsyte, 45, und Dr. Sidney Huddleson. Forsytes Neffe Francis Gordon gedenkt am 18. Mai die hübsche Jenny, Huddlesons Tochter, zur Frau zu nehmen. Durch die Ereignisse an und nach diesem 16. März scheint sich dieses freudige Ereignis jedoch in ernster Gefahr zu befinden, niemals stattfinden zu können. Morgens um sieben beobachten die beiden Astronomen unabhängig voneinander einen Meteor, der die Erde umkreist.

Nach dieser epochalen Beobachtung gehen dem Direktor der Sternwarte von Pittsburgh am 24. März zwei Briefe beinahe identischen Inhalts zu: Sowohl Forsyte als auch Huddleson beanspruchen das Recht, den Meteor entdeckt zu haben, jeweils für sich. Diese Tatsache ist auch umgehend Gegenstand eines Artikels in der Lokalzeitung Westons. Noch bleibt alles friedlich, wenn sich auch die beiden Entdecker nicht mehr grün sind. Schon bald macht sich die Satirezeitschrift „Punch“ über ihren Ruhmeseifer lustig.

Goldrausch

Die Lage ändert sich, als die Sternwarte von Paris in alle Welt hinausposaunt, der gesichtete Meteor bestehe aus purem Gold. Natürlich nicht in geschmolzener Form, sondern durchsetzt mit Löchern und Rissen. Zunächst schätzen die Amateure einen falschen Durchmesser, doch dann entscheidet Pittsburgh: Wenn die Masse des Himmelskörpers 1,867 Mio. Tonnen beträgt, so liegt sein Goldwert bei nicht weniger als 5,8 Trillionen Dollar!

Milliardäre

Sofort erklären sich Forsythe und Huddleson zum Besitzer des Meteors und zu Multimilliardären. Wäre die Bevölkerung von Weston nicht schon längst in zwei Parteien zerfallen, spätestens jetzt gingen der Streit und die Schlägereien los. Wenigstens kommt keiner der beiden an das Gold heran, sonst wäre alles noch viel schlimmer. Aber jeder fragt sich jetzt: Wo wird der Meteor abstürzen? Der eine sagt: Japan, der andere sagt: Patagonien. Die Sternwarte Boston mischt sich ein und sagt: Alles Blödsinn! Für die Besitzansprüche der Astronomen auf noch nicht abgestürzte Flugkörper erklärt sich das Westoner Gericht unter dem wackeren Richter John Proth nicht zuständig.

Unerhörte Tricks

In Paris gibt es einen wohlhabenden jungen Erfinder namens Zehyrine Xirdal, der nicht nur ein Genie ist, sondern auch beste Beziehungen zur Bank seines „Onkels“ Monsieur Lecoeur unterhält, welchselbiger die Ehre hat, sein Geld verwalten zu dürfen. Nachdem er aus der Zeitung vom Meteor erfahren hat, fordert Xirdal vom Onkel 10.000 Francs und ein Grundstück. Und wo, bitteschön? Dort, wo der Meteor abstürzen wird. Woher er diesen Punkt bereits kenne? Xirdal antwortet: Ich werde es so einrichten.

Gesagt, getan. Xirdal baut ein mysteröses Maschinchen, das der Banker nicht versteht, aber das dennoch seinen Zweck erfüllt: Durch bis dato unbekannte Gravitationsstrahlen gelingt es Xirdal, die Bahn des Meteors nach seinen Wünschen abzulenken. Dadurch gerät der Leiter der Sternwarte Boston, der ansonsten so reputierliche Mr. J.B.R. Loewenthal, schwer in die Bredouille, denn alle seine Berechnungen und Voraussagen erweisen sich plötzlich als Makulatur.

Huddleson und Forsyte sehen sich veranlasst, ihre angebrochenen Reisen nach Japan und Patagonien abzubrechen und heimzukehren. An die Hochzeit von Francis und Jenny ist natürlich nicht mehr zu denken: König Chaos regiert. Aber noch lassen die Verlobten die Hoffnung nicht fahren, denn irgendwann MUSS der Meteor doch fallen, oder?

Der Tag des Absturzes

Unterdessen ist eine internationale Konferenz einberufen worden, die entscheiden soll, wie mit dem zu erwartenden Goldsegen zu verfahren sei. Xirdal schickt den Diplomaten zwar ein Telegramm, er sei der Besitzer des Meteor, doch vergesslich, wie er ist, unterlässt er es, seinen Namen darunterzusetzen. Es wird nicht weiter beachtet. Da verkündet Boston, der Meteor werden etwa am 19. August bei Uppernarvik in Westgrönland niedergehen. Dänemark, die Kolonialmacht Grönlands, jubelt und entsendet als Bevollmächtigten Erich von Schnack ins Polargebiet.

Innerhalb weniger Wochen findet sich trotz schneidender Kälte rund 3000 Ausländer in dem kleinen Städtchen ein. Sie erleben eine Überraschung: Uppernarvik liegt auf einer Insel und ist ringsum von Meer umgeben, das bis in eine Tiefe von 2000 bis 3000 Metern reicht. Was, wenn der himmlische Goldklumpen ins Wasser fiele? Huddleson, Forsyte und alle Abenteurer, die sich hier eingefunden haben, beginnen nervös und trotz der Kälte zu schwitzen.

Doch sie bleiben nicht lange allein. Nach dem Absturz des Meteors um exakt 6:57:35 Uhr am 19.8. finden sich unvermittelt mehrere Kriegsschiffe aller wichtigen Nationen des Erdballs ein. Da wird Herr von Schnack viel protestieren müssen. Doch man stelle sich seine Überraschung vor, als er mit einer Horde von 3000 Neugierigen (darunter den Erstentdeckern) durch Eis, Wind und Schnee zur Absturzstelle eilt – und von einem Drahtzaun gestoppt wird, auf dem ein Schild prangt: „Privatgrundstück! Zutritt verboten!“

Mein Eindruck

„Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles!“ Mit diesem Goethevers ließe sich die Handlung, die Verne in einem seiner letzten Romane ausgearbeitet hat, im Groben umschreiben. Es ist nicht nur eine Kritik an der verbreiteten Gier nach materialistischer Werten. Verne starb 1905, als sich die Nationalstaaten nicht nur Westeuropas so ziemlich den ganzen Rest der Welt angeeignet hatten. Nur noch neun Jahre bis zum großen Knall, dem Ersten Weltkrieg. Der Roman lässt sich als Warnung auffassen.

Was Verne voraussah, waren der Zank um den Besitz fremder Menschen, Völker oder Länder, der sich im Zuge des Kolonialismus über die ganze Welt ausgebreitet hatte. Überall sah er Zwist statt Einigkeit, sogar auf den internationalen Konferenzen, von denen er eine in seinem Roman stattfinden lässt und die ergebnislos im Sande verläuft, da die Teilnehmer hoffnungslos zerstritten sind.

Die Parabel

Er braucht für seine warnende Parabel nur noch zwei Faktoren: ein Ding von ungeheurem Wert und jemanden, der es sich zu beschaffen weiß. Schon geht das schönste Wettrennen los, wie es die Welt anlässlich des Goldrausches in Alaska anno 1890 erlebt hatte. Und was, wenn sich jemand diesen Reichtum mit Hilfe einer genialen Erfindung unter den Nagel reißen könnte? Würde er mit seinem Fang glücklich werden?

Es lebe der Kapitalismus!

Na ja, wenn nicht Xirdal selbst, so doch zumindest sein findiger Onkel, der Bankier, der die Aktienmärkte zu manipulieren weiß wie kein zweiter. Schon damals also sah Verne die virtuellen Werte, die die Aktien darstellen, beziehungsweise die entsprechenden Insiderinformationen als eine Gefahr für die Weltwirtschaft an. 24 Jahre nach seinem Tod kam der große Börsenkrach an der Wall Street und ließ seine schlimmsten Befürchtungen wahr werden.

Untergang des Mikrokosmos

Dies ist der Makrokosmos, doch der Mikrokosmos eines Gemeinwesens wie Weston kann ebenso in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Astronomenstreit spaltet die Stadt ebenso wie die Familien und lässt Francis‘ und Jennys Vermählung zunehmend unwahrscheinlich erscheinen. Auf einmal ist die private Zukunft unmittelbar gefährdet: Es ist eine andere Art von Krieg, die hier stattfindet, die aber dennoch eine klare Folge hat: Zwar nicht den Tod von Menschen (noch ist niemand bei den Schlägereien zu Tode gekommen), aber zumindest das Ausbleiben von Nachwuchs. Und was wird dann aus den Alten?

Die Figuren

Sprachlich ist der Text recht einfach gehalten, er weicht auch in Sachen Charakterisierung nicht von Vernes Methode ab, seine Figuren kurz und knapp zu definieren (es fehlen nur noch die Playmate-Maße von Jenny Huddleson und Arcadia Walker). Aber durchweg ist Vernes geradezu sarkastischer Humor zu spüren, wenn er die Figuren einem Wechselbad von Gefühlen aussetzt. Jenny und ihre Schwester weinen „Wasserfälle“, und selbstredend raufen sich die Entdecker die ergrauenden Haare. Es geht sehr emotional zu, besonders als sich die Entdecker dem Objekt ihrer Begierden und Träume selbst gegenübersehen und ob der glühenden Hitze des Meteoriten schier verzweifeln.

Im völligen Kontrast dazu steht der verantwortungslose junge Erfinder Xirdal. Schon sein säuselnder Vorname Zephyrine erinnert an den antiken Südwind Zephyr und beschreibt den moralischen Ernst seiner Lebensauffassung genau. Als ihn ein Kumpel zu einem Strandurlaub einlädt, überlegt Xirdal nicht lange und sagt zu. Er macht sich einen faulen Lenz, während sich die restliche Welt im freien Fall Richtung Chaos befindet. Dass er obendrein vergesslich ist, überrascht uns nicht.

Kritisiert Verne in Xirdals Figur die Fin-de-siècle-Stimmung seiner Zeit: das Dandytum, die Sorglosigkeit, den Tanz auf dem Vulkan? Es erscheint nicht unwahrscheinlich. Leider gibt es keine moralische Instanz, die Xirdal in die Hand fällt. Denn Richter Proth weilt fern von Grönland und Paris.

Der Sprecher

Rufus Beck macht sich mal wieder einen Spaß daraus, die Figuren durch ihre Sprechweise zu charakterisieren – je kurioser sie sich ausdrücken, desto schöner. Denn dies ist immer noch ein Jugendbuch, wohlgemerkt, und so sollen auch Jugendliche ab zwölf Jahren ihre Freude daran haben. Der Vortrag darf nicht monoton und dröge sein, sondern muss ihre Aufmerksamkeit fesseln.

Denn wenn man’s recht bedenkt, so passiert in der Tat nicht allzu viel Action. Die Zusammenhänge und Reaktionen sind daher deutlich darzustellen, um ihre Signifikanz hervorzuheben: Wieso sollten Zeitungsberichte oder Bulletins von irgendwelchen Sternwarten wichtig sein? Game-Junkies wissen mit so etwas wohl nur wenig anzufangen, wohl aber hoffentlich Leute, die etwas für Bücher übrig haben, und nicht nur für Bücher: für das gedruckte Wort überhaupt.

Diesen jungen Bücherfreunden kommt Becks Vortrag entgegen. Und wenn es sich um Fans der Geschichten des Jules Verne handelt – umso besser. Man vermag sich anhand Becks Darstellung plastisch vorzustellen, wie flatterhaft das Wesen von Z. Xirdal ist, wie ernsthaft und jähzornig der Charakter von Dean Forsyte, wie hochnäsig die ehrenwerte Miss Arcadia Walker dahergeritten kommt und wie charmant ihr Noch-Ehemann, der unstete Tausendsassa Seth Stanford. Da loben wir uns doch den standhaften Richter John Proth, der für Recht und Ordnung sorgt, nicht nur in Weston, sondern auch in seinem Garten.

Unterm Strich

Auch eine warnende Parabel wie „Die Jagd nach dem Meteor“ kann Spaß machen, wenn sie richtig erzählt und dargeboten wird. Für Vernes Oevre ist dieser Roman ja nicht gerade der erste Versuch, einen Weltherrscher in spe zu porträtieren. Neu ist hingegen, dass dieser potentielle Weltherrscher, nämlich Z. Xirdal, ein verspielter, vergesslicher junger Mann ist, dem jegliches Verantwortungsbewusstsein abgeht.

Auch der Grund, warum er den Zankapfel, nach dem alle Welt giert, aus eben dieser Welt schafft, passt genau zu ihm: Es ist ihm zu viel Stress und davon hat er bald die Nase voll. Er lebt nach dem Lustprinzip und kennt keine Pflicht. Das Gold ist ihm schnuppe, denn er braucht es nicht, lebt er doch vom Erbe seiner Vorfahren. Er wollte nur zeigen, dass er ein Genie ist. Dumm nur, dass genau dieser Punkt niemanden zu interessieren scheint. Die Welt, sie ist nun mal undankbar.

Rufus Becks Vortrag charakterisiert nicht nur Xirdal genau, sondern auch viele andere Figuren, allen voran die beiden Streithähne Forsyte und Huddleson. Obwohl die Action sich stark in Grenzen hält, macht das Hörbuch dank seiner Vortragskunst Spaß. Der einzige Punkt, der mich erheblich stört, ist der hohe Preis für 180 Minuten Hörbuch. Bei anderen Verlagen bekommt man für 24 Euronen doppelt so viel Sprechzeit.

Werksverzeichnis: Romane

Joyeuses Misères de trois voyageurs en Scandinavie (Romanfragment). 1861
Die fröhlichen Leiden dreier Reisender in Skandinavien. 2020
Cinq Semaines en ballon. 1863
Fünf Wochen im Ballon. 1875
Voyage au centre de la Terre. 1864
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. 1873
De la Terre à la Lune, trajet direct en 97 heures 20 minutes. 1865
Von der Erde zum Mond. 1873
Voyages et Aventures du capitaine Hatteras. 1866
Abenteuer des Kapitän Hatteras. 1875
Les Enfants du capitaine Grant. 1867 und 1868
Die Kinder des Kapitän Grant. 1875
Vingt mille lieues sous les mers. 1869 und 1870
Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer. 1874
Autour de la Lune. 1870
Reise um den Mond. 1873
Une ville flottante. 1871
Eine schwimmende Stadt. 1875
Aventures de trois Russes et de trois Anglais dans l’Afrique australe. 1872
Abenteuer von drei Russen und drei Engländern in Südafrika. 1875
Le Pays des fourrures. 1873
Das Land der Pelze. 1875
Le Tour du monde en quatre-vingts jours. 1873
Reise um die Erde in 80 Tagen. 1873
L’Île mystérieuse. 1874 und 1875
Die geheimnisvolle Insel. 1875 und 1876
Le Chancellor. 1875
Der Chancellor. 1875
Michel Strogoff. 1876
Der Kurier des Zaren. 1876
Hector Servadac. 1877
Reise durch die Sonnenwelt. 1878
Les Indes noires. 1877
Die Stadt unter der Erde. 1878
Un capitaine de quinze ans. 1878
Ein Kapitän von 15 Jahren. 1879
Les Cinq Cents Millions de la Bégum. 1879
Die 500 Millionen der Begum. 1880
Les Tribulations d’un Chinois en Chine. 1879
Die Leiden eines Chinesen in China. 1880
La Maison à vapeur. 1880
Das Dampfhaus. 1881
La Jangada. Huit cents lieues sur l’Amazone. 1881
Die „Jangada“. 1882
L’École des Robinsons. 1882
Die Schule der Robinsons. 1885
Le Rayon-vert. 1882
Der grüne Strahl. 1885
Kéraban-le-têtu. 1883
Keraban der Starrkopf. 1885
L’Étoile du sud. 1884
Der Südstern oder Das Land der Diamanten. 1886
L’Archipel en feu. 1884
Der Archipel in Flammen. 1886
Mathias Sandorf. 1885
Mathias Sandorf. 1887
Un billet de loterie. 1886
Ein Lotterie-Los. 1887
Robur-le-conquérant. 1886
Robur der Sieger. 1887
Le Chemin de France. 1887
Der Weg nach Frankreich. 2012
Nord contre Sud. 1887
Nord gegen Süd. 1888
Deux ans de vacances. 1888
Zwei Jahre Ferien. 1889
Famille-sans-nom. 1889
Die Familie ohne Namen. 1891
Sans dessus-dessous. 1889
Kein Durcheinander – auch bekannt unter: Alles in Ordnung und Der Schuss am Kilimandscharo. 1891
César Cascabel. 1890
Cäsar Cascabel. 1891
Mistress Branican. 1891
Mistress Branican. 1891
Le Château des Carpathes. 1892
Das Karpatenschloss. 1893
Claudius Bombarnac. 1892
Claudius Bombarnac. 1893
P’tit-bonhomme. 1893
Der Findling. 1894
Mirifiques Aventures de Maître Antifer. 1894
Meister Antifers wunderbare Abenteuer. 1894
L’Île à hélice. 1895
Die Propellerinsel. 1895
Face au drapeau. 1896
Vor der Flagge des Vaterlandes. 1896
bekannter unter dem Titel Die Erfindung des Verderbens.
Clovis Dardentor. 1896
Clovis Dardentor. 1896
Le Sphinx des glaces. 1897
Die Eissphinx. 1897
Le Superbe Orénoque. 1898
Der stolze Orinoco. 1898
Le Testament d’un excentrique. 1899
Das Testament eines Exzentrischen. 1899
Seconde Patrie. 1900
Das zweite Vaterland. 1901
als Fortsetzung der Robinsonade Der Schweizerische Robinson von Johann David Wyss geschrieben.
Le Village aérien. 1901
Das Dorf in den Lüften. 1901
Les Histoires de Jean-Marie Cabidoulin. 1901
Die Historien von Jean-Marie Cabidoulin. 1901
Les Frères Kip. 1902
Die Gebrüder Kip 1903
Bourses de voyage. 1903
Reisestipendien. 1903
Un drame en Livonie. 1904
Ein Drama in Livland. 1904
Maître-du-monde. 1904
Der Herr der Welt. 1904
L’Invasion de la mer. 1905
Der Einbruch des Meeres. 1905

Die folgenden Werke aus dem Nachlass Jules Vernes wurden von seinem Sohn Michel Verne mehr oder weniger stark überarbeitet und veröffentlicht:

Le Phare du bout du monde. 1906
Der Leuchtturm am Ende der Welt. 1906
Le Volcan d’or. 1906
Der Goldvulkan. 1906
L’Agence Thompson and Co. 1907
Das Reisebüro Thompson & Co. 1907
La Chasse au météore. 1908
Die Jagd nach dem Meteor. 1908
Le Pilote du Danube. 1908
Der Pilot von der Donau. 1908
Les Naufragés du Jonathan. 1909
Die Schiffbrüchigen der „Jonathan“. 1909
Le Secret de Wilhelm Storitz. 1910
Wilhelm Storitz’ Geheimnis. 1910
Hier et demain. 1910
Gestern und morgen. 1910
Ein Sammelband, der mehrere der Kurzgeschichten enthält.
L’Etonnante Aventure de la mission Barsac. 1919, geschrieben von Michel Verne
Das erstaunliche Abenteuer der Expedition Barsac. 1978

Ebenfalls aus dem Nachlass Jules Vernes stammen folgende Werke:

Voyage à reculons en Angleterre et Écosse. 1859 bis 1860 geschrieben, 1989 veröffentlicht
Reise mit Hindernissen nach England und Schottland, 1997
L’Oncle Robinson. etwa um 1870 bis 1871 geschrieben, 1991 als Fragment veröffentlicht
Onkel Robinson
Paris au 20e siècle. 1863 geschrieben, 1994
Paris im 20. Jahrhundert. 1996

(Quelle: Wikipedia.de; zu fast allen diesen Titel bitet die Wikipedia eine Inhaltsangabe!)

|181 Minuten auf 3 CDs
übersetzt von Stefan Reisner|

Die drei ??? Kids – Fußball-Diebe (Folge 83)

Die Handlung:

Großes Fußball-Finale in Rocky Beach und natürlich sind Justus, Peter und Bob dabei. Doch schon bald zeigt sich, dass hier irgendwer ganz fies manipuliert. Die drei ??? Kids ermitteln … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Preisfrage: Was macht ein Hase, der nur auf seinen Hinterläufen steht und mit einem Fanschal bekleidet ist in einem Fußballtor während eines Spiels? Ist doch ganz klar: Er jubelt, weil Peter grad den Ball gehalten hat. Nein, weitere Fragen sind grad nicht erlaubt.

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John Sinclair – Die Schwert-Legende (Folge 147, Teil 1 von 2)

Die Handlung:

Feueralarm im Luxushotel „Am Cheyne Walk“ – in genau jenem Hotel, in dem vor Kurzem ein Mitglied des „Clubs der Weißen Tauben“ vom Ninja-Dämon Shimada getötet worden war. Damit begann ein Abenteuer, das Suko und mich nicht nur in die Fänge einer japanischen Göttin, sondern bis in die Unterwelt Yomi führen sollte. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des Taschenbuchs mit der Nummer 101 gemacht, das erstmalig am 8. August 1989 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war.

John Sinclair – Die Schwert-Legende (Folge 147, Teil 1 von 2) weiterlesen

Edgar Allan Poe – Die Gestalt des Bösen (Folge 37)

Explosive Höhepunkte

Die Hörspiel-Reihe bringt unter Mitwirkung von Ulrich Pleitgen und Iris Berben, eingebettet in eine Rahmenhandlung, Erzählungen des amerikanischen Gruselspezialisten zu Gehör. Mit „Das Geheimnis der Marie Roget“ und „Der Teufel im Glockenstuhl“ wurde die 9. Staffel innerhalb des großen POE-Epos fortgesetzt. Die Vorgeschichte findet man in den vorangegangenen 36 Folgen sowie in dem Roman „Lebendig begraben“, erschienen bei Bastei-Lübbe.

USA um 1850. Der Mann ohne Gedächtnis, einst Insasse eines Irrenhauses und Opfer einer medizinischen Behandlung, weiß nun, wer er ist: Edgar Allan Poe. In seinem Grab ruht ein namenloser Landstreicher. Bei einem Aufenthalt auf dem Lande („Morella“) hat er entdeckt, dass er Eltern und Geschwister hat. Er muss sie finden, um seine Identität doch noch zu beweisen.

In Boston hat Poe drei falsche Zeugen für seine Identität als Dichter E.A. Poe gekauft, allerdings unter mehr als dubiosen Umständen. Er erreicht New York City unbeschadet, muss jedoch dort vom Gericht erfahren, dass die Gegenseite, sein Verleger und ein Journalist, ebenfalls gekaufte Zeugen aufbieten, die das Gegenteil beschwören werden. Poe verfällt auf einen teuflischen Plan, um diese Zeugen auszuschalten und so die Oberhand zu behalten…
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Edgar Allan Poe – Der Teufel im Glockenturm. (Folge 36)

Teufelspakt: Der unheilvolle Glockenschlag

Die Hörspiel-Reihe bringt unter Mitwirkung von Ulrich Pleitgen und Iris Berben, eingebettet in eine Rahmenhandlung, Erzählungen des amerikanischen Gruselspezialisten zu Gehör. Mit „Der Teufel im Glockenturm“ wird die 9. Staffel innerhalb des großen POE-Epos fortgesetzt. Die Vorgeschichte findet man in den vorangegangenen 35 Folgen sowie in dem Roman „Lebendig begraben“, erschienen bei Bastei-Lübbe.

USA um 1850. Der Mann ohne Gedächtnis, einst Insasse eines Irrenhauses und Opfer einer medizinischen Behandlung, weiß nun, wer er ist: Edgar Allan Poe. In seinem Grab ruht ein namenloser Landstreicher. Bei einem Aufenthalt auf dem Lande („Morella“) hat er entdeckt, dass er Eltern und Geschwister hat. Er muss sie finden, um seine Identität doch noch zu beweisen.

Poes und Leonies weiterer Weg führt sie nach Boston, wo Poe ja geboren wurde. Hier trifft er Dr. Templeton wieder, seine Nemesis. Im Austausch für die von Poe gestohlenen Notizen Templetons bietet dieser ihm an, Poes Identität von drei gekauften Zeugen bestätigen zu lassen…
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Edgar Allan Poe – Ligeia (Folge 34)

Die Wiedergängerin: Poe auf den Spuren seiner Mutter

Die Hörspiel-Reihe bringt unter Mitwirkung von Ulrich Pleitgen und Iris Berben, eingebettet in eine Rahmenhandlung, Erzählungen des amerikanischen Gruselspezialisten zu Gehör. Mit „Ligeia“ beginnt die 9. Staffel innerhalb des großen POE-Epos. Die Vorgeschichte findet man in den vorangegangenen 33 Folgen sowie in dem Roman „Lebendig begraben“, erschienen bei Bastei-Lübbe.

USA um 1851. Der Mann ohne Gedächtnis, einst Insasse eines Irrenhauses und Opfer einer medizinischen Behandlung, weiß nun, wer er ist: Edgar Allan Poe. In seinem Grab ruht ein namenloser Landstreicher. Bei einem Aufenthalt auf dem Lande („Morella“) hat er entdeckt, dass er Eltern und Geschwister hat. Er muss sie finden, um seine Identität doch noch zu beweisen.

Eine erste Spur führt ihn nach Baltimore. Dort stößt er auf einen seltsamen Buchhändler, der etwas zu wissen scheint, aber hartnäckig schweigt. Poe findet in seiner Buchhandlung versteckt eine große Sammlung von Theaterzetteln. Auf ihnen wiederholt sich immer derselbe Name: Elizabeth Poe…
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Fünf Freunde und die verschwundene Riesenschildkröte (Folge 143)

Die Handlung:

Was macht eine Riesenschildkröte im Hochmoor von Kirrin? Und wieso ist sie einen Tag später schon wieder verschwunden? Die Fünf Freunde gehen diesem rätselhaften Geschehen nach und geraten sofort in Schwierigkeiten – vor allem Julian, der aus den Händen dubioser Unbekannter befreit werden muss. Wer waren diese Männer? Was haben sie mit der Schildkröte zu tun? Und was weiß Justin – ein Junge, der Julian zum Verwechseln ähnlich sieht? Auf der Spur der Riesenschildkröte bestehen die Freunde ein aufregendes Abenteuer, um die Wahrheit herauszufinden. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Klappentext ist ja wirklich so ungewöhnlich lang wie Riesenschildkröten langsam sind. Ist Kirrin jetzt Teil der Galapagos-Inseln geworden? Ich bin gespannt. Gut, dass grad Sommerferien sind, wasn Zufall, oder?

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Die drei ??? und der Jadekönig (Folge 211)

Die Handlung:

Haben die drei ??? etwas mit dem Diebstahl des „Jadekönigs“ zu tun? Eine der wertvollsten Briefmarken der Welt ist verschwunden. Auf der Suche geraten die Detektive mitten hinein in ein lang gehütetes Familiengeheimnis. Können Justus, Peter und Bob den Jadekönig retten – oder werden sie sich an diesem Fall die Finger verbrennen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ein Philatelisten-Abenteuer? Eher langweilig oder doch ein … zackiger … Fall? Wo und wann hätten die drei Jungs sich denn die Klappentextbriefmarke besorgen sollen … und vor allem: Warum?

Der Autor wirft Hörer und Jungdetektive mitten ins Drama. Krach, platsch, rums … in einer Villa wurde randaliert … eine Menge ist zu Bruch gegangen … und Peter und Bob stehen mittendrin. Hausbesitzer und Polizei sind auch schnell da … und nicht nur der Hörer hätte jetzt gern ein paar Antworten.

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Perry Rhodan – Kampf gegen die VAZIFAR (Silber Edition 118)

Die Handlung:

Ende des Jahres 3587: Nachdem sie gefährliche Missionen in den Tiefen des Alls bewältigt haben, sind Perry Rhodan und seine Gefährten mit der BASIS auf dem Rückweg zur Milchstraße. Womit niemand rechnen konnte: In der heimatlichen Sterneninsel herrscht eine explosive Lage. Der Hordenführer Amtranik, ein uraltes Wesen, folgt einem Plan, der vor einer Million Jahren entwickelt worden ist. Amtranik will die raumfahrenden Zivilisationen der Milchstraße vernichten. Vor einer Million Jahren konnten die Ritter der Tiefe seinen Angriff stoppen. Diesmal scheint es nur einen zu geben, der sich ihm entgegenstellen kann: Es ist Jen Salik, der letzte Ritter der Tiefe. Es kommt zum tödlichen Showdown zwischen dem Mann von der Erde und dem Krieger aus der Vergangenheit …
(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Willkommen zum Zyklus-Abschluss der KOSMISCHEN BURGEN. Es könnte dramatisch werden und gewaltig knallen, denn pauschal haben wir in der letzten SILBER EDITION fast ausschließlich dem üblen Treiben des Ex-Schläfers Amtranik gelauscht.

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John Sinclair Classics – Der Hexer mit der Flammenpeitsche (Folge 43)

Die Handlung:

„Darf ich den Leichnam vielleicht noch einmal sehen?“, fragte Jane Collins, die viele hundert Meilen weit gefahren war, um von ihrem väterlichen Freund Graham Saunders Abschied zu nehmen. Der Pater öffnete den Sarg und schrak zurück: Die Leiche hatte keinen Kopf mehr! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 188 gemacht, der erstmalig am 19. April 1977 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine Neuinterpretation der Thematik.

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Meyer, Kai / Hagitte, Christian / Bertling, Simon – Alchimistin, Die. Teil 1: Der Stein der Weisen (Hörspiel)

_Das Haus Institoris: ein seltsamer Fall_

Schloss Institoris, ein düsteres Gemäuer an einer einsamen Küste. Inmitten eines Labyrinths endloser Gänge und Säle wächst Aura heran, die älteste Tochter des Schlossherrn. Sie ist die Erbin eines uralten Rätsels, der Rezeptur des Steins der Weisen. Doch als ihr Vater im Auftrag seines Widersachers Lysander ermordet wird, schlägt die Stunde für Auras Stiefbruder Christopher – er beansprucht das Geheimnis der Unsterblichkeit für sich … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Kai Meyer, Jahrgang 1969, studierte Film, Philosophie und Germanistik und arbeitete als Redakteur. Er schrieb schon in jungen Jahren und lieferte u. a. ein paar Jerry-Cotton-Abenteuer. Sein erster großer Erfolg war „Die Geisterseher“, eine historische „Akte X“. Seit 1996 ist er freier Schriftsteller und Drehbuchautor. Bisher sind rund 40 Romane von ihm erschienen. Selbst Kritiker waren von seinem historischen Mystery-Thriller „Die Alchimistin“ begeistert, später folgten „Die fließende Königin“ und „Göttin der Wüste“. Bei |Loewe| erschien mit den „Wellenläufern“ ein Jugend-Fantasyzyklus. „Frostfeuer“ aus dem Jahr 2005 ist eigenständiger Jugendroman. Das Buch wurde mit dem internationalen Buchpreis |CORINE| ausgezeichnet.

Die erste Staffel der achtteiligen Hörspielreihe umfasst die Folgen:

1) Der Stein der Weisen
2) Das Erbe des Gilgamesch
3) Die Katakomben von Wien
4) Das Kloster im Kaukasus

Im August 2008 erscheint die zweite Staffel:

5) Die Unsterbliche
6) Die Schwarze Isis
7) Der Schatz der Templer
8) Der Alte vom Berge

|Kai Meyer auf Buchwurm.info:|

[Interview mit Kai Meyer]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=11
[„Der Brennende Schatten“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4506 (Hörspiel)
[„Die Vatikan-Verschwörung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3908 (Hörspiel)
[„Die Wellenläufer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3247 (Hörbuch)
[„Die Muschelmagier“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3252 (Hörbuch)
[„Die Wasserweber“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3273 (Hörbuch)
[„Frostfeuer“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2111 (Hörbuch)
[„Die Alchimistin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=73
[„Das Haus des Daedalus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=373
[„Der Schattenesser“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2187
[„Die Fließende Königin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=409
[„Das Buch von Eden“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=890 (Hörbuch)
[„Das Buch von Eden“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3145
[„Der Rattenzauber“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=894
[„Faustus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3405
[„Seide und Schwert“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3558 (Das Wolkenvolk 1, Hörbuch)
[„Lanze und Licht“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4549 (Das Wolkenvolk 2, Hörbuch)
[„Drache und Diamant“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4574 (Das Wolkenvolk 3, Hörspiel)

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher:|

Erzähler: Friedhelm Ptok (Ian ‚Imperator Palpatine‘ McDiarmid)
Aura Institoris: Yara Blümel-Meyers
Gillian: Claudio Maniscalco (Jimmy ‚The Haitian‘ Jean-Louis)
Christopher Institoris: Timmo Niesner (Elijah ‚Frodo‘ Wood)
Charlotte Institoris: Kerstin Sanders-Dornseif (Susan Sarandon)
Nestor Institoris: Uwe Friedrichsen (Danny Glover, ‚Perry Rhodan‘)
Friedrich von Vehse: Mathieu Carrière
Stein: Oliver Brod
Bein: Thomas Winter
Daniel: Nicolas Artajo (Jamie Bell)
Fräulein Braun: Karin David
Sylvette Institoris: Natalie Spinell
De Dion: Freimut Götsch
Cosima: Cathleen Gawlich
Und andere.

Für Regie, Ton und Musikkomposition zeichnen Christian Hagitte und Simon Bertling vom Studio |STIL| verantwortlich. (Das Hörspiel ist daher Cornelia Bertling gewidmet, die 2007 mit 40 Jahren starb.) Die Musik spielt das Filmorchester Berlin und der Hochmeisterchor Berlin unter der Leitung von Hagitte. Die Hörspielbearbeitung stammt von Stefan Maetz. |Lübbe Audio| produzierte das Hörspiel und nicht etwa ein Rundfunksender.

_Handlung_

Die Familie Institoris lebt in einem einsam gelegenen Schloss an der Ostseeküste, das auf einer von fünf Inseln erbaut ist, die man nur per Boot erreicht. Die Bewohner können sowohl den Friedhof mit der Familiengruft als einen verfallenden Leuchtturm sehen, wenn sie aus dem Fenster schauen.

Die Bewohner, das sind zunächst einmal der im Dachgeschoss experimentierende Hausherr, dann seine werte Gattin Charlotte, die fremdgeht, und schließlich ihre vier Kinder. Christopher, 17, ist gerade aus dem Waisenhaus gekommen und scheint folglich nur ein Stiefsohn zu sein. Kein Wunder, dass er sich von Charlotte nicht mehr als Kind behandeln lassen will.

Dann sind da noch seine Schwester Sylvette, die etwa zehn Jahre alt ist, sowie Aura, 17, und Daniel. Während Sylvette und Daniel blondes Haar haben, ist das von Aura schwarz wie die Nacht. Später erfahren wir über Aura, dass nicht sie, sondern Sylvette das Kind von Charlottes Lover ist. Daniel und Aura stehen einander sehr nahe. Als sie erfährt, dass sie in vier Tagen in ein Schweizer Internat reisen soll, bricht sie in Tränen aus. Sie befestigt 38 Ringe an den Innenseiten ihrer Oberschenkel, für jeden Monat im Internat einen.

Als Friedrich von Vehse, der beste Freund der Familie (und Charlottes Lover), zum Abendessen kommt, erzählt er von seinen Erlebnissen mit den Hottentotten in Deutsch-Südwestafrika. Zu aller Erstaunen erscheint auch Nestor Nepomuk Institoris, der Hausherr. Er fragt von Vehse unverblümt, ob er ihm das Drachenblut mitgebracht habe, um das er ihn gebeten habe. Als von Vehse bedauernd verneint, wird Nestor barsch und geht wieder.

Der Vorfall macht jedoch Christoph neugierig: Wozu sollte irgendjemand, der noch so klar bei Verstand ist wie sein Stiefvater, Drachenblut benötigen? Nachts schleicht er sich ins Dachgeschoss und dringt von außen in das Glashaus ein, in dem Nestor einen Dschungel gepflanzt hat. Ein Vogel schreit, so dass Chris schon ganz unheimlich zumute wird und er einen Rückzieher macht.

Erst beim zweiten Versuch wagt er sich weiter vor. Da wird er unvermittelt von Nestor überrascht, der ihn aber sogleich zu seinem Gehilfen ernennt. Nestor, so scheint’s, ist ein Alchimist, komplett mit Ofen, Kessel und riesiger Bibliothek. Er suche den Stein der Weisen, vertraut Nestor ihm an. Denn der Stein schenke bekanntlich ewige Jugend. Ob Christopher sein Schüler sein wolle? Na, logo! Nestor vertraut ihm den Schlüssel zum Dachboden an.

Dagegen protestiert Aura bei Nestor heftig, denn sie hat ebenfalls einen solchen Schlüssel und pocht auf ihre Privilegien. Der Schlüssel symbolisiert ihren Anspruch auf das Erbe des alten Alchimisten. Daniel hingegen könne seit einem Unfall keine Nachkommen mehr zeugen, und seine verbundenen Handgelenke haben Christopher schon zuvor verraten, dass Daniel versucht hat, sich das Leben zu nehmen.

Was alle jedoch nicht ahnen: Nestors alter Feind Lysander hat den Killer Gillian aus Wien ausgesandt, um den alten Nestor zu töten. Gillian hat den Auftrag nur widerwillig übernommen, doch nichtsdestotrotz ist er nun schon auf der Schlossinsel eingetroffen und beobachtet die Vorgänge im Dachgeschoss. Als alles ruhig erscheint, erklettert er die Fassade und dringt in das Labor ein.

_Mein Eindruck_

Der Anfang ist für jede Geschichte, wie jeder weiß, entscheidend. Der Anfang des Hörspiels kombiniert Rätsel und Gefahr auf einem Fundament, das recht solide erscheint: die Familie Institoris. Doch es ist eine Familie mit Widersprüchen, Unvereinbarkeiten, Geheimnissen. Was beispielsweise treibt Nestor wirklich dort oben im Dachgeschoss? Ist er verrückt, nach einem legendären Gegenstand namens [„Stein der Weisen“]http://de.wikipedia.org/wiki/Stein__der__Weisen zu suchen? Oder steckt vielleicht mehr dahinter?

Christopher ist unser Auge und Ohr. Zunächst scheint es, als wäre er die alleinige Hauptfigur der Geschichte, doch schon bald hat sich ihm Aura zugesellt, wenn auch nicht gerade als Verbündete. Vielmehr fühlt sie sich abgeschoben, in eines jener grässlichen Schweizer Internate, die uns seit den Zeiten von Johanna Spyris „Heidi“ verhasst sind (obwohl dort bis zum heutigen Tage jede Menge recht brauchbarer Frauenzimmer „produziert“ und in die Welt entlassen werden).

Beide müssen sich gleichermaßen mit der Gefahr auseinandersetzen. Dieser Killer, den Nestors Widersacher Lysander entsandt hat, nimmt erst Nestor und Christopher aufs Korn, dann auch noch Aura. Auf verschiedene Weise können die Kinder der Gefahr entgehen und ihre Lehren daraus ziehen. Die Hoffnung besteht, dass sie gestärkt aus den Konfrontationen hervorgehen und ihre erhöhte Verantwortung zu nutzen verstehen.

Damit hätte die Geschichte dieser Folge eigentlich ihr Bewenden haben können, doch Aura muss unbedingt noch ein wichtiges Detail erfahren, nämlich den Grund, warum die Auseinandersetzung überhaupt besteht. Und ohne es ahnen, schwebt sie bereits erneut in Gefahr, aber nun von ganz anderer Seite. Ein Krankheit, die ihre Familie in Poe’scher Manier seit Generationen mit sich herumträgt, droht auch sie in Mitleidenschaft zu ziehen.

Was mir gut gefallen hat, waren die recht genau gezeichneten Hauptfiguren, insbesondere Aura (gleich mehr dazu). Auch das Ambiente wird nicht auf das Minimum reduziert und somit austauschbar, sondern als spezifisch für die jeweiligen Figuren gezeichnet. Ziemlich blass sind jedoch Daniel, Sylvette und Charlotte, die Mutter, gezeichnet. Und als erklärt wurde, warum Christopher überhaupt aus dem Waisenhaus geholt und in diese Familie gesteckt wurde, muss ich wohl gepennt haben.

_Die Inszenierung_

|Die Sprecher|

Kai Meyer lobt die Darstellung Yara Blümels in höchsten Tönen, insbesondere die Übereinstimmung mit seiner Vorstellung von der Entwicklung der Heldin Aura Institoris. Als wir sie kennenlernen, ist sie bereits eine selbständige junge Frau von 17 Jahren, die ihrem neuen „Bruder“ Christopher die Stirn bietet und auch gegenüber ihrem Vater auf ihre Rechte pocht. In der Schweiz zeigt sie, dass sie Eigeninitiative besitzt und sich zur Wehr setzen kann. Dies ist keine Frau, die etwas anbrennen lässt, wenn man es nicht sofort erledigen kann. Yara Blümels Stimme weiß dies genau auszudrücken. Um Aura braucht man sich wirklich keine Sorgen zu machen – es sei denn, die Geschichte verlangt es.

Timmo Niesner ist die deutsche Stimme von Elijah „Frodo“ Wood. Er bringt in seine Rolle als Christopher Institoris eine Menge Feingefühl ein, um die verschiedenen Beziehungen, in denen er sich zu Vater und Mutter, zu Schwester und Bruder befindet, entsprechend flexibel auszudrücken. Die Figuren Sylvette und Daniel spielen hingegen praktisch keine Rolle.

Als Nestor Institoris tritt das deutsche Schauspieler-Urgestein Uwe Friedrichsen auf, allerdings nur in dieser Episode. Trotz der Kürze seiner Auftritte präsentiert Uwe Friedrichsen einen Nestor, der sowohl ein gieriger Forscher als auch ein liebevoller, wenn auch autoritärer Familienvater ist. Diese Gespaltenheit verleiht der Figur eine tiefere Dimension, die nötig ist, um Nestor als Referenzpunkt für die späteren Folgen gültig erscheinen zu lassen. Dort wird nämlich ständig auf ihn verwiesen.

Auch Mathieu Carrière gehört schon zur älteren Generation deutscher Schauspieler, und in seiner Glanzzeit gab er stets den charmanten, aber etwas windigen Verführer und Liebhaber – die optimale Ausgangslage für seine Rolle als Friedrich von Vehse, den Liebhaber von Charlotte Institoris. Allerdings überlebt Friedrich die zweite Episode nicht, doch der Fight, den er Christopher liefert, ist durchaus voll Action und Dramatik. Ich hoffe, dass Carrières sicher nicht ganz unbeträchtliches Honorar mindestens zwei anderen Sprechern zugute gekommen ist.

Nichtsdestotrotz fand ich den Text im Vergleich zu der Musik und den (spärlichen) Geräuschen viel zu leise ausgesteuert.

|Die Geräusche|

Die realistisch gestalteten Geräusche sind mit bemerkenswerter Vorliebe der Natur zugeordnet. Zunächst hören wir Wellenrauschen, als würde die Kamera vom Meer aufs Land schwenken, wo sich über der Steilküste ein düsterer preußischer Kasten von Schloss erhebt. Auch Möwen kommen vorzugsweise in diesem Ambiente vor, sowie das eine oder andere Ruderboot. Zu Beginn des letzten Drittels fährt Auras Zug nach Zürich ab, und die Lok lässt ihre Pfeife ertönen, und Dampf zischt. Wie schon zuvor sind alle Schritte gedämpft, und nur einmal ist das Rascheln von Auras Reisetasche zu hören.

|Die Musik|

Die Musik ist neben dem Text das überragende Merkmal dieser Hörspielreihe. Christian Hagitte und Simon Bertling vom Studio |STIL| haben sich wieder richtig ins Zeug gelegt und einen Score geschaffen, der diesen Namen auch verdient. Die Musik schafft die Stimmung für jede Szene, und wer auf die Musik achtet, bekommt sofort mit, wenn sich die Stimmung ändert, so etwa bei einem Wechsel des Schauplatzes.

Aufgrund dieser vielfältigen Wechsel fällt es nicht leicht, die Musik pauschal zu charakterisieren, aber mir ist aufgefallen, dass sich die klassische Instrumentierung häufig auf der melancholischen und wehmütigen, wenn nicht sogar düsteren Seite des Farbenspektrums bewegt. Allerdings ist diese Gemütslage höchst romantisch und keineswegs morbide oder zerfahren. Daher fällt es der Musik leicht, aus dem romantischen Ton in den dramatischen Ausdruck zu wechseln.

Wird die Musik dramatisch, kann sie auch recht flott werden, besonders in Kampfszenen, von denen es nicht wenige gibt. Doch die Musik muss aufpassen, dass sie nicht die Rufe und Schreie während dieser Kampfszenen überlagert. Die Figuren sollten immer die Oberhand über die Stimmung haben, sonst erscheinen sie als Marionetten.

Das Outro erfüllt die Funktion eines Aufräumers: Jetzt spielt das gesamte Orchester eine majestätische und dramatische Melodie, die nicht nur die Bedeutung des Gehörten unterstreicht, sondern Anlass zur Hoffnung auf weitere solche weltbewegenden Ereignisse gibt. Der Verweis auf die Fortsetzung, gesprochen von Lutz Riedel, unterstreicht dieses Versprechen, das die Musik gibt.

|Das Booklet|

Ein Geleitwort des Autors lobt die Darstellung Yara Blümels in höchsten Tönen, sagt aber immerhin genau, was ihm daran so gefiel, nämlich die Übereinstimmung mit seiner Vorstellung von der Entwicklung der Heldin Aura Institoris. Außerdem gefiel die Musik ausnehmend gut. Er hat jetzt Lust, die Fortsetzung zu schreiben. Wird auch Zeit!

Der Rest des Booklets liefert einen Überblick über die erste Staffel und eine Biografie des Autors.

_Unterm Strich_

Das Hörspiel versucht, den goldenen Mittelweg zwischen Edgar Allan Poes [„Der Untergang des Hauses Usher“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2347 und einer optimistischen Entwicklungsgeschichte à la „Anne auf Green Gables“ zu gehen. Damit sind schon zwei Extreme hinsichtlich Plot, Aussage und vor allem Stimmung genannt. Der Mittelweg bedeutet ein ständiges Ringen um Selbstbehauptung für die Hauptfiguren Aura und Christopher. Der Gegner ist eine Altlast der Familie, die aus der Vergangenheit ihres Familienoberhauptes Nestor stammt: Lysander (wir erfahren nicht mal seinen Nachnamen).

Die professionelle Inszenierung, die filmreife Musik und Stimmen von bekannten Schauspielern (u. a. Elijah Wood) einsetzt, bietet dem Hörer ein akustisches Kinoerlebnis, das man sich mehrmals anhören sollte, um auch die Feinheiten mitzubekommen. Mir war die Umsetzung an vielen Stellen zu romantisch und melodramatisch, aber von einer statischen Handlung kann keine Rede sein, denn die folgerichtige Entwicklung von Auras Abenteuern im Kampf gegen Lysander und seinen Schergen ist mitreißend geschildert. Auch die romantische Liebe kommt – in der zweiten Folge – nicht zu kurz.

Auch jungen Menschen, die sich einfach nur für gruselige Audiokost interessieren, die gut gemacht ist, lässt sich das Hörspiel empfehlen. Es ist leicht verständlich, wirkungsvoll inszeniert und die Stimmen der Stars vermitteln das richtige Kino-Feeling. Wer jedoch mit Melodramatik absolut nichts am Hut hat, sich aber trotzdem zünftig gruseln will, der sollte zu härterer Kost greifen.

|77 Minuten auf 1 CD
ISBN-13: 978-3-7857-3546-6|
http://www.kai-meyer.com
http://www.luebbe-audio.de
http://www.stil.name